Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels VPRIV 400U pulver-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
VPRIV 400 Einheiten Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält 400 Einheiten* Velaglucerase alfa**.
Nach der Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 100 Einheiten* Velaglucerase alfa.
*Eine Enzymeinheit wird definiert als die Enzymmenge, die pro Minute bei 37 ºC zur Umwandlungeines Mikromols p-Nitrophenyl beta-D-Glucopyranosid zu p-Nitrophenol erforderlich ist.
**durch DNS-Rekombinationstechnik in einer humanen HT-1080-Fibroblasten-Zelllinie hergestellt.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche enthält 12,15 mg Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißes bis cremefarbiges Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
VPRIV wird zur Langzeit-Enzymersatztherapie (EET) bei Patienten mit Morbus Gaucher Typ 1angewendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die VPRIV-Behandlung muss durch einen Arzt, der in der Versorgung von Patienten mit Morbus
Gaucher erfahren ist, überwacht werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 60 Einheiten/kg jede zweite Woche.
Dosierungsanpassungen können individuell, unter Berücksichtigung des erreichten bzw. aufrechterhaltenen therapeutischen Ziels, vorgenommen werden. Die klinischen Studien beurteilten
Dosierungen im Bereich von 15 bis 60 Einheiten/kg jede zweite Woche. Es wurden keine Studien mit
Dosierungen über 60 Einheiten/kg durchgeführt.
Patienten, die derzeit wegen Morbus Gaucher Typ 1 mit Imiglucerase als Enzymersatztherapiebehandelt werden, können unter Beibehaltung der Dosis und Anwendungshäufigkeit auf VPRIVumgestellt werden.
Spezielle PopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten kann der gleiche Dosierungsbereich (15 bis 60 Einheiten/kg) wie bei anderenerwachsenen Patienten angewendet werden (siehe Abschnitt 5.1).
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionAufgrund des derzeitigen Wissens über die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von
Velaglucerase alfa wird bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion keine Dosierungsanpassungempfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionAufgrund des derzeitigen Wissens über die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von
Velaglucerase alfa wird bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion keine Dosierungsanpassungempfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheVon den 94 Patienten, die in den klinischen Studien Velaglucerase alfa erhalten hatten, gehörten20 (21%) zur pädiatrischen bzw. jugendlichen Altersgruppe (4 bis17 Jahre). Die Sicherheits- und
Wirksamkeitsprofile waren bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten gleich (siehe Abschnitt 5.1für weitere Informationen).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Velaglucerase alfa bei Kindern im Alter von unter 4 Jahren istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur intravenösen Infusion bestimmt.
Als 60-minütige intravenöse Infusion anzuwenden.
Muss durch einen 0,2 oder 0,22 µm-Filter angewendet werden.
Nur bei Patienten, die mindestens drei Infusionen erhalten und ihre Infusionen gut vertragen haben,kann auch eine Anwendung zu Hause unter der Aufsicht einer medizinischen Fachkraft in Betrachtgezogen werden. Bei der Verabreichung von Velaglucerase alfa muss geeignete medizinische
Unterstützung, einschließlich Personal, das in der Durchführung von Notfallmaßnahmen adäquatausgebildet ist, schnell zur Stelle sein. Falls anaphylaktische oder sonstige akute Reaktionen auftreten,ist die Infusion sofort abzubrechen und eine angemessene medizinische Behandlung einzuleiten (siehe
Abschnitt 4.4).
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Schwere allergische Reaktion auf den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitIn klinischen Studien und im Rahmen der Erfahrungen nach dem Inverkehrbringen wurden bei
Patienten Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Symptome, die für eine Anaphylaxiesprechen, berichtet. Die meisten Überempfindlichkeitsreaktionen treten in der Regel bis zu 12 Stundennach der Infusion auf. Zu den am häufigsten berichteten Symptomen einer Überempfindlichkeitgehören Übelkeit, Ausschlag, Dyspnoe, Rückenschmerzen, Brustkorbbeschwerden (einschließlich
Engegefühl im Brustkorb), Urtikaria, Arthralgie und Kopfschmerzen.
Infusionsbedingte ReaktionenEine infusionsbedingte Reaktion ist definiert als jede unerwünschte Arzneimittelwirkung, dieinnerhalb von 24 Stunden nach Beginn einer Velaglucerase alfa-Infusion auftritt. Infusionsbedingte
Reaktionen waren die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei den in klinischen Studienbehandelten Patienten. Eine infusionsbedingte Reaktion tritt häufig als Überempfindlichkeitsreaktionin Erscheinung. Die am häufigsten gemeldeten Symptome einer Überempfindlichkeit sind Übelkeit,
Ausschlag, Dyspnoe, Rückenschmerzen, Brustkorbbeschwerden (einschließlich Engegefühl im
Brustkorb), Urtikaria, Arthralgie und Kopfschmerzen. In klinischen Studien und im Rahmen der
Erfahrungen nach dem Inverkehrbringen wurden bei Patienten Symptome gemeldet, die für eine
Anaphylaxie sprechen. Abgesehen von den mit Überempfindlichkeitsreaktionen assoziierten
Symptomen können sich infusionsbedingte Reaktionen auch in Form von Fatigue, Schwindel, Fieber,
Blutdruckanstieg, Juckreiz, verschwommenem Sehen oder Erbrechen äußern. Bei nichtvorbehandelten Patienten traten die meisten infusionsbedingten Reaktionen während der ersten6 Monate der Behandlung auf.
Prävention und Maßnahmen bei infusionsbedingten Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen
Die Maßnahmen bei infusionsbedingten Reaktionen sind auf den Schweregrad der Reaktionabzustimmen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Verlangsamung der Infusionsgeschwindigkeit, die
Behandlung mit Arzneimitteln wie Antihistaminika, Antipyretika und/oder Corticosteroiden und/oderdie Unterbrechung und Wiederaufnahme der Behandlung mit längerer Infusionsdauer.
Wegen der Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, muss bei der
Anwendung von Velaglucerase alfa geeignete medizinischen Unterstützung, einschließlich Personal,das in der Durchführung von Notfallmaßnahmen adäquat ausgebildet ist, schnell zur Stelle sein. Fallsbei der Anwendung in der Klinik oder zu Hause anaphylaktische oder sonstige akute Reaktionenauftreten, ist die Infusion sofort abzubrechen und eine angemessene medizinische Behandlungeinzuleiten. Bei Auftreten einer Anaphylaxie bei zu Hause behandelten Patienten ist eine Einweisungin eine Klinik zur Fortsetzung der Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Bei Patienten, die Symptome einer Überempfindlichkeit gegen Velaglucerase alfa oder andere
Enzymersatztherapien gezeigt haben, ist Vorsicht bei der Behandlung geboten.
In Fällen, in denen eine symptomatische Behandlung erforderlich war, kann eine Vorbehandlung mit
Antihistaminika und/oder Corticosteroiden spätere Reaktionen möglicherweise verhindern.
ImmunogenitätAntikörper können bei den im Zusammenhang mit der Velaglucerase alfa-Behandlung beobachteten
Reaktionen eine Rolle spielen. Zur weiteren Untersuchung dieses Zusammenhangs sollten in Fällenvon schweren infusionsbedingten Reaktionen und bei nicht (mehr) vorhandener Wirksamkeit die
Patienten auf Antikörper getestet und die Ergebnisse dem Unternehmen gemeldet werden.
In den klinischen Studien für die Marktzulassung entwickelte einer von 94 Patienten (1%) Antikörperder IgG-Klasse gegen Velaglucerase alfa. In diesem einen Fall erwiesen sich die Antikörper in einemin vitro-Test als neutralisierend. Kein Patient entwickelte IgE-Antikörper gegen Velaglucerase alfa.
Es wurden keine infusionsbedingten Reaktionen berichtet.
Phase nach der Markteinführung
Während einer Erweiterungsstudie nach der Markteinführung entwickelte ein Patient IgG-Antikörpergegen VPRIV. Zusätzlich wurden einige Fälle von positiv neutralisierenden Antikörpern undmangelnder Wirksamkeit nach Markteinführung berichtet.
NatriumDieses Arzneimittel enthält 12,15 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 0,6 % der von der
WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrungvon 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterBei Patientinnen mit Morbus Gaucher, die schwanger werden, kann es während der Schwangerschaftund im Wochenbett zu erhöhter Krankheitsaktivität kommen. Bei Frauen mit Morbus Gaucher, dieeine Schwangerschaft erwägen, sind die Risiken individuell gegen den Nutzen abzuwägen.
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Velaglucerase alfabei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirektegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung,
Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Im Sinne einer Individualisierung der Therapie ist einestrenge Überwachung der Schwangerschaft und der klinischen Manifestationen des Morbus Gauchererforderlich. Bei der Verordnung an schwangere Frauen ist Vorsicht geboten.
StillzeitEs gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob Velaglucerase alfa oder seine Metaboliten in die
Muttermilch übergehen. Velaglucerase ist eine synthetische Form von Beta-Glucocerebrosidase,einem normalen Bestandteil der Muttermilch beim Menschen. In Studien zu anderen Formen des
Enzyms wurden sehr niedrige Konzentrationen des Enzyms in der Muttermilch gefunden. Es musseine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die
Behandlung mit VPRIV verzichtet werden soll/die Behandlung mit VPRIV zu unterbrechen ist. Dabeiist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zuberücksichtigen.
FertilitätTierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf eingeschränkte Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenVPRIV hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn den klinischen Studien waren Überempfindlichkeitsreaktionen (2,1 %) die schwerwiegendsten
Nebenwirkungen bei den Patienten.
Die häufigsten Nebenwirkungen waren infusionsbedingte Reaktionen (39,4 %). Die am häufigstenbeobachteten Symptome einer infusionsbedingten Reaktion waren: Kopfschmerz, Schwindel,
Hypotonie, Hypertonie, Übelkeit, Ermüdung/Asthenie und Pyrexie/erhöhte Körpertemperatur (weitere
Informationen siehe Abschnitt 4.4.). Die einzige zu einem Abbruch der Behandlung führende
Nebenwirkung war eine infusionsbedingte Reaktion.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie bei Patienten mit Morbus Gaucher Typ 1 berichteten Nebenwirkungen sind in der Tabelle 1aufgelistet. Die Daten werden der MedDRA-Konvention entsprechend nach Systemorganklasse und
Häufigkeit geordnet dargestellt. Die Häufigkeit wird klassifiziert nach 'sehr häufig“ ( 1/10), 'häufig“( 1/100, < 1/10) und 'gelegentlich“ (≥ 1/1.000, < 1/100). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werdendie Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1: Berichtete Nebenwirkungen unter VPRIV bei Patienten mit Morbus Gaucher Typ 1.
Nebenwirkung
Systemorganklasse
Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Überempfindlichkeitsreaktionen
Immunsystems (einschließlich allergischer
Dermatitis undanaphylaktische*/anaphylaktoide Reaktionen)
Erkrankungen des Kopfschmerz,
Nervensystems Schwindelgefühl
Augenerkrankungen verschwommenes
Sehen*
Herzerkrankungen Tachykardie
Erkrankungen der Atemnot*
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Gefäßerkrankungen Hypertonie, Hypotonie, Rötung
Erkrankungen des Abdominalschmerzen Übelkeit Erbrechen*
Gastrointestinaltrakts/Schmerzen im
Oberbauch
Erkrankungen der Ausschlag, Urtikaria, Pruritus*
Haut und des
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Knochenschmerzen,
Bindegewebs- und Arthralgie,
Knochenerkrankungen Rückenschmerzen
Allgemeine Reaktion in Brustkorbbeschwerden*
Erkrankungen und Zusammenhang mit
Beschwerden am einer Infusion,
Verabreichungsort Asthenie/Ermüdung,
Fieber/
Körpertemperaturerhöht
Untersuchungen aktivierte partielle
Thromboplastinzeit verlängert,
Test auf neutralisierende
Antikörper positiv
* Nebenwirkungen aus Berichten nach dem Inverkehrbringen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenErbrechenIn manchen Fällen kann Erbrechen stark und schwerwiegend sein. Erbrechen tritt meistens währendder Infusion und bis zu 24 Stunden nach der Infusion auf.
Spezielle PopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Das Sicherheitsprofil von VPRIV war in den klinischen Studien mit Patienten im Alter von≥ 65 Jahren das gleiche wie das bei anderen erwachsenen Patienten beobachtete.
Kinder und JugendlicheIn klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren war das
Sicherheitsprofil von VPRIV das gleiche wie das bei erwachsenen Patienten beobachtete.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegt nur begrenzte Information zur Überdosierung mit Velaglucerase alfa vor. In den meistenberichteten Fällen einer Überdosierung wurden keine zusätzlichen unerwünschten Ereignissebeobachtet. Dennoch sollten Patienten bei einer versehentlichen oder beabsichtigten Überdosierungsorgfältig überwacht werden, und es sollte eine symptomatische und unterstützende Behandlungeingeleitet werden. Ein Gegenmittel ist nicht verfügbar. In klinischen Studien betrug die Maximaldosis
Velaglucerase alfa 60 Einheiten/kg (siehe Abschnitt 4.4).
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel,
Enzyme, ATC-Code: A16AB10.
Morbus Gaucher ist eine autosomal-rezessiv vererbte Krankheit, die durch Mutationen im GBA-Genverursacht wird. Dies führt zu einem Mangel am lysosomalen Enzym Beta-Glucocerebrosidase. Durchden Enzymmangel reichern sich Glucocerebroside vorwiegend in den Makrophagen an, was zur
Entstehung von Schaumzellen oder 'Gaucher-Zellen“ führt. Bei dieser lysosomalen Speicherkrankheit(LSK) zeigen die klinischen Merkmale die Verteilung der Gaucher-Zellen in Leber, Milz,
Knochenmark, Skelett und Lungen. Die Akkumulation von Glucocerebroside in Leber und Milz führtzu Organomegalie. Sind die Knochen betroffen, so äußert sich dies in Skelettanomalien und
Deformationen sowie in Knochenschmerzkrisen. Durch Ablagerungen im Knochenmark und
Sequestration in der Milz kommt es zu klinisch signifikanter Anämie und Thrombozytopenie.
Der Wirkstoff in VPRIV ist durch Genaktivierungstechnik in einer menschlichen Zelllinie gewonnene
Velaglucerase alfa. Velaglucerase alfa ist ein Glykoprotein. Das Monomer ist etwa 63 kDa groß, hat497 Aminosäuren und die gleiche Aminosäuresequenz wie das natürlich vorkommende menschliche
Enzym Glucocerebrosidase. Es gibt 5 potenzielle N-gebundene Glykosylierungsstellen, von denen vierbesetzt sind. Technisch hergestellte Velaglucerase alfa enthält vorwiegend mannosereiche Glykane(High-Mannose-Typ), um über den Mannoserezeptor die Internalisierung des Enzyms durch diephagozytischen Zielzellen zu erleichtern.
Velaglucerase alfa ergänzt oder ersetzt Beta-Glucocerebrosidase, das Enzym, das als Katalysator fürdie Hydrolyse von Glucocerebrosiden zu Glukose und Ceramid im Lysosom fungiert. Auf diese Weisewird die akkumulierte Menge an Glucocerebrosiden reduziert und die Pathophysiologie von Morbus
Gaucher korrigiert. Velaglucerase alfa erhöht die Hämoglobinkonzentration und die
Blutplättchenanzahl und reduziert das Leber- und Milzvolumen bei Morbus Gaucher Typ 1.
In den Studien 025EXT und 034 wurde den Patienten angeboten, die Therapie zu Hause zu erhalten.
In der Studie 025EXT erhielten 7 von 10 Patienten während der 60 Monate dauernden Behandlungmindestens einmal eine Heimtherapie. In der Studie 034 erhielten 25 von 40 Patienten während der12 Monate dauernden Studie mindestens einmal eine Heimtherapie.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitStudien mit nicht vorbehandelten Patienten
Die Studie 025 war eine 9-monatige Open-Label-Studie mit 12 erwachsenen (≥ 18 Jahre) Patientenohne Vorbehandlung (definiert als Patienten, die mindestens 12 Monate vor Studieneintritt keine EETerhalten hatten). Velaglucerase alfa wurde bei den ersten 3 Patienten zunächst in steigender Dosierungangewendet (15, 30, 60 Einheiten/kg). Die übrigen 9 Patienten begannen die Behandlung mit60 Einheiten/kg.
Bei der Hämoglobinkonzentration und der Blutplättchenanzahl wurden klinisch bedeutsame
Verbesserungen gegenüber dem prätherapeutischen Ausgangswert bereits nach 3 Monaten beobachtet,während solche Verbesserungen hinsichtlich der Leber- und Milzvolumina sowohl 6 Monate als auch9 Monate nach Einleitung der Behandlung mit Velaglucerase alfa zu verzeichnen waren.
Zehn Patienten, die die Studie 025 abgeschlossen hatten, wurden in eine Open-Label-
Erweiterungsstudie aufgenommen (025EXT), die 8 von ihnen abschlossen. Nach mindestens12 Monaten kontinuierlicher Behandlung mit Velaglucerase alfa konnte bei allen Patienten die
Velaglucerase alfa-Dosis schrittweise von 60 auf 30 Einheiten/kg reduziert werden, nachdem siemindestens 2 der 4 'Jahr 1“-Therapieziele unter einer EET bei Morbus Gaucher Typ 1 erreicht hatten.
Die Patienten erhielten bis zu 84 Monate (7 Jahre) lang Dosierungen von 30 bis 60 Einheiten/kg(mittlere Dosis 35 Einheiten/kg) jede zweite Woche. Während der Behandlung zeigte sich eineanhaltende klinische Aktivität, gemessen an den Verbesserungen der Hämoglobinkonzentrationen undder Blutplättchenanzahl sowie an den reduzierten Leber- und Milzvolumina.
Wie die Beurteilung ihrer MRT-Scans ergab, hatte sich bis zum Monat 57 der Messwert der
Knochenmarksbelastung in der Lendenwirbelsäule (BMB-Score) bei allen dieser 8 Patienten ummindestens 2 Punkte verbessert. Verbesserungen gegenüber den prätherapeutischen Ausgangswertender durchschnittlichen Z-Scores für die Knochenmineraldichte (BMD: bone mineral density) von
Lendenwirbelsäule und Schenkelhals wurden in Monat 24 (0,4; 95% KI 0,1, 0,7) bzw. Monat 33 (0,4;95% KI 0,2, 0,6) beobachtet. Nach sieben Jahren Behandlung lag der durchschnittliche Anstieg der Z-
Scores im Vergleich zum prätherapeutischen Ausgangswert bei 0,7 (95% KI 0,4, 1,0) für die
Lendenwirbelsäule und bei 0,5 (95% KI 0,2, 0,7) für den Schenkelhals. Verglichen mit demprätherapeutischen Ausgangswert der Knochendichte wurden keine Patienten auf einem höherem
Schweregrad nach der WHO-Klassifikation eingestuft.
Die Studie 032 war eine 12-monatige randomisierte, doppelt verblindete Parallelgruppen-
Wirksamkeitsstudie, in welche 25 mindestens 4 Jahre alte Patienten ohne Vorbehandlungeingeschlossen wurden (definiert als Patienten, die mindestens 30 Monate vor Studieneintritt keine
EET erhalten hatten). Die Patienten mussten eine mit Morbus Gaucher im Zusammenhang stehende
Anämie und entweder Thrombozytopenie oder Organomegalie aufweisen. Nach der Randomisierungerhielten die Patienten Velaglucerase alfa jede zweite Woche entweder in einer Dosierung von45 Einheiten/kg (N=13) oder von 60 Einheiten/kg (N=12).
Velaglucerase alfa 60 Einheiten/kg, jede zweite Woche intravenös gegeben, zeigte im Vergleich zuden prätherapeutischen Ausgangswerten klinisch bedeutsame Verbesserungen der durchschnittlichen
Hämoglobinkonzentration (+2,4 g/dl) und der Blutplättchenanzahl (+50,9 x 109/l), das Lebervolumenreduzierte sich vom 1,46-fachen auf das 1,22-fache des Normalwertes (durchschnittliche Reduktionvon 17 %) und das Milzvolumen vom 14,0-fachen auf das 5,75-fache des Normalwertes(durchschnittliche Reduktion von 50 %). In der Gruppe mit 45 Einheiten/kg zeigten sich im Vergleichzu den prätherapeutischen Ausgangswerten klinisch bedeutsame Verbesserungen der
Hämoglobinkonzentration (+2,4 g/dl) und der Blutplättchenanzahl (+40,9 x 109/l), das Lebervolumenreduzierte sich vom 1,40-fachen auf das 1,24-fache des Normalwertes (durchschnittliche Reduktionvon 6 %) und das Milzvolumen vom 14,5-fachen auf das 9,50-fache des Normalwertes(durchschnittliche Reduktion von 40 %).
Die Studie 039 war eine 9-monatige randomisierte, doppelt verblindete, mit aktivem
Vergleichspräparat (Imiglucerase) kontrollierte Nichtunterlegenheits- und Parallelgruppen-
Wirksamkeitsstudie, in welche 34 mindestens 4 Jahre alte Patienten ohne Vorbehandlungeingeschlossen wurden (definiert als Patienten, die mindestens 12 Monate vor Studieneintritt keine
EET erhalten hatten). Die Patienten mussten eine mit Morbus Gaucher im Zusammenhang stehende
Anämie und entweder Thrombozytopenie oder Organomegalie aufweisen. Die Patienten erhieltenentweder 60 Einheiten/kg Velaglucerase alfa (N=17) oder 60 Einheiten/kg Imiglucerase (N=17), jedezweite Woche angewendet.
Die durchschnittliche absolute Erhöhung der Hämoglobinkonzentrationen gegenüber demprätherapeutischen Ausgangswert betrug 1,624 g/dl (±0,223 Stdabw.) nach 9 Monaten Behandlung mit
Velaglucerase alfa. Es konnte gezeigt werden, dass diese Erhöhung der Hämoglobinkonzentrationklinisch und statistisch der unter Imiglucerase erzielten nicht unterlegen ist (durchschnittlicherbehandlungsabhängiger Unterschied der Veränderungen zwischen dem prätherapeutischen
Ausgangswert und den nach 9 Monaten Behandlung erhobenen Werten [Velaglucerase alfa -
Imiglucerase]: 0,135 g/dl). Es gab keinerlei statistisch signifikante Unterschiede zwischen
Velaglucerase alfa und Imiglucerase bei den Veränderungen der Blutplättchenanzahl sowie der Leber-und Milzvolumina nach 9 Monaten Velaglucerase alfa-Behandlung, ebenso wenig hinsichtlich der Zeitbis zur ersten Hämoglobin-Reaktion (definiert als eine Erhöhung von 1 g/dl gegenüber demprätherapeutischen Ausgangswert).
Studie mit Patienten, die von Imiglucerase-Behandlung zu VPRIV gewechselt sind
Die Studie 034 war eine 12-monatige Open-Label-Sicherheitsstudie, in welche 40 mindestens 4 Jahrealte Patienten eingeschlossen wurden, die zuvor mindestens 30 aufeinander folgende Monate lang mit
Imiglucerase in Dosierungen von 15 bis 60 Einheiten/kg behandelt worden waren. Die Patientenmussten vor der Aufnahme in die Studie mindestens 6 Monate lang eine gleichbleibende Imiglucerase-
Dosis erhalten haben. Die Behandlung mit Velaglucerase alfa wurde mit der gleichen Anzahl
Einheiten und nach dem gleichen Anwendungsschema wie die vorherige Imiglucerase-Dosisangewendet. Die Beurteilung der Hämoglobinkonzentration und der Blutplättchenanzahl erfolgte im
Vergleich zum prätherapeutischen Ausgangswert. Letzterer wurde definiert als der am Ende der
Behandlung mit Imiglucerase bei dem Patienten erhobene Wert.
Bei Patienten, die von Imiglucerase zu Velaglucerase alfa gewechselt waren, blieben die
Hämoglobinkonzentrationen und die Blutplättchenanzahl während der 12 Behandlungsmonateanhaltend auf therapeutischem Niveau.
Die Studie 058 war eine offene klinische Unbedenklichkeitsstudie mit 211 Patienten, von denen205 Patienten zuvor mit Imiglucerase behandelt und 6 Patienten nicht vorbehandelt waren.57 Patienten waren 65 Jahre alt oder älter (56/57 waren von Imiglucerase zu Velaglucerase alfagewechselt). Die von Imiglucerase wechselnden Patienten erhielten Velaglucerase alfa-Infusionen jedezweite Woche in der gleichen Anzahl Einheiten wie Imiglucerase; dabei lag die Dosierung im Bereichvon 15 bis 60 Einheiten/kg. Patienten, die von einer Dosis < 15 Einheiten/kg Imiglucerase wechselten,erhielten Velaglucerase alfa in einer Dosierung von 15 Einheiten/kg.
Die zuvor mit Imiglucerase behandelten Patienten erhielten im Mittel 8 Velaglucerase alfa-Infusionenbei einer mittleren Behandlungsdauer von 15,1 Wochen. Das Sicherheitsprofil dieser Patienten glichdem in anderen klinischen Studien beobachteten Profil. Nur 1 von 163 untersuchten Patientenentwickelte Anti-Velaglucerase alfa-Antikörper während der Studie.
Bei den zuvor mit Imiglucerase behandelten Patienten blieben die durchschnittlichen
Hämoglobinkonzentrationen und die Blutplättchenanzahl während der gesamten Studie anhaltend im
Normalbereich.
Erweiterungsstudie 044
Insgesamt 95 Patienten (73 Erwachsene und 22 Kinder und Jugendliche), die an den Studien 032, 034und 039 teilgenommen hatten, wurden in die offene Erweiterungsstudie aufgenommen und mit
Velaglucerase alfa behandelt. 57 Patienten waren nicht vorbehandelt. Alle Patienten erhieltenmindestens 2 Jahre lang die EET und wurden im Durchschnitt 4,5 Jahre lang nachbeobachtet(Min. 2,3 Jahre, Max. 5,8 Jahre).
In dieser Studie wurden Hämoglobinkonzentration, Thrombozytenzahl, Leber- und Milzvolumina beiden nicht vorbehandelten Patienten nach 24 Monaten Therapie beurteilt. Die Ergebnisse sind in
Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Ergebnisse nach 24 Monaten - Veränderungen gegenüber demprätherapeutischen Ausgangswert - Studie 044, ITT-Population
Klinische Parameter Velaglucerase alfa- 9 Monate lang Von Langzeittherapie
Gruppe insgesamt mit Imiglucerase mit Imiglucerase zu(N=39) und anschließend Velaglucerase alfa15 Monate lang gewechselte Patientenmit Velaglucerase (N=38)
- alfa behandelte -
Durchschnittliche Patienten (N=16) Durchschnittliche
Veränderung - Veränderunggegenüber dem Durchschnittliche gegenüber dem
Ausgangswert (95% Veränderung Ausgangswert (95%
CI) gegenüber dem CI)
Ausgangswert(95% CI)
Hämoglobinkonzentration 2,75 2,00 -0,05(g/dl) (2,28, 3,22) (1,25, 2,75) (-0,34, 0,25)
Thrombozytenzahl (x 109/l) 87,85 160,94 9,03(72,69, 103,00) (117,22, 204,66) (-2,60, 20,66)
Normiertes Lebervolumen* -1,21 -1,69 -0,03(%KGW) (-1,50, -0,91 ) (-2,16, -1,21) (-0,10, 0,05)
Normiertes Milzvolumen* -2,66 -3,63 -0,11(%KGW) (-3,50, -1,82) (-7,25, - 0,02) (-0,19, -0,03)§ Ohne Patienten mit Splenektomie. N=30, 6 bzw. 34 für die obigen 3 Gruppen.
*Die Leber- und Milzvolumina werden normiert als Prozentsatz des Körpergewichts angegeben.
Per definitionem wird für eine normale Milz 0,2% des Körpergewichts und für eine normale Leber2,5% des Körpergewichts angenommen
Hinweis: Zwischenzeitlich fehlende Daten wurden per Imputation vervollständigt.
In dieser Studie wurde die BMD mithilfe einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie der Lendenwirbelsäuleund des Schenkelhalses beurteilt. Bei 31 der nicht vorbehandelten Patienten unter Velaglucerase alfabetrug der durchschnittliche BMD Z-Score der Lendenwirbelsäule zu Therapiebeginn -1,820 (95% CI:
- 2,21, -1,43) und erhöhte sich nach 24 Monaten Velaglucerase alfa-Therapie gegenüber dem
Ausgangswert um 0,62 (95% CI: 0,39, 0,84). Ähnliche Ergebnisse wurden bei nicht vorbehandelten
Patienten beobachtet, die 9 Monate lang Imiglucerase und anschließend 15 Monate lang Velaglucerasealfa erhalten hatten. Bei den Patienten, die von einer Langzeittherapie mit Imiglucerase zu
Velaglucerase alfa gewechselt waren, war der BMD-Wert für die Lendenwirbelsäule nach 24 Monatenunverändert. Hinsichtlich des BMD-Werts für den Schenkelhals wurden dagegen keine signifikanten
Veränderungen beobachtet.
Bei Kindern und Jugendlichen (untersucht wurden Personen im Alter von 4 bis 17 Jahren) wurden inder gesamten nicht vorbehandelten Population nach 60 Monaten Therapie eine Steigerung desdurchschnittlichen Z-Scores der Körpergröße beobachtet. Dies weist darauf hin, dass Velaglucerasealfa sich günstig auf das lineare Wachstum auswirken könnte. Ähnliche Therapiewirkungen wurdennach 48 Monaten bei den Kindern und Jugendlichen beobachtet, die 9 Monate lang Imiglucerase undanschließend Velaglucerase alfa erhalten hatten. Kinder und Jugendliche, die in der Studie 034 voneiner Langzeittherapie mit Imiglucerase zu Velaglucerase alfa gewechselt waren, hatten zu
Therapiebeginn durchschnittlich höhere Z-Scores für die Körpergröße, die im Durchschnitt über den
Therapiezeitraum stabil blieben.
Die Therapiewirkungen auf Hämoglobin, Thrombozytenzahl, Organvolumina, Knochenmineraldichteund Körpergröße blieben bis zum Ende der Studie unverändert.
Kinder und JugendlicheDie Anwendung in der Altersgruppe von 4 bis 17 Jahren wird durch Daten aus kontrollierten Studienmit erwachsenen und pädiatrischen [20 von 94 (21%)] Patienten gestützt. Die Sicherheits- und
Wirksamkeitsprofile waren bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten gleich. Die Studien erlaubtendie Aufnahme von Patienten im Alter von 2 und mehr Jahren, und es wird erwartet, dass die
Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile bis hinunter zum Alter von 2 Jahren gleich sind. Für Kinderunter 4 Jahren liegen jedoch keine Daten vor. Die Wirkung auf die Körpergröße wurde in der Studie044 beurteilt (siehe Abschnitt 5.1, Erweiterungsstudie 044).
Die Phase-I/II-Studie HGT-GCB-068 wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer
EET mit Velaglucerase alfa bei nicht vorbehandelten Kindern und Jugendlichen mit Morbus Gaucher
Typ 3 zu untersuchen. In dieser multizentrischen, offenen Studie wurden 6 Patienten (im Alter von 2bis 17 Jahren bei Aufnahme in die Studie) mit einer bestätigten Diagnose von Morbus Gaucher Typ 3über einen Zeitraum von 12 Monaten alle zwei Wochen mit 60 Einheiten/kg Velaglucerase alfa alsintravenöse Infusion behandelt.
In dieser kleinen, explorativen Studie stimmten die nicht-neurologischen Wirksamkeitsbefunde unddas Sicherheitsprofil von intravenöser Velaglucerase alfa bei Patienten mit Morbus Gaucher des
Typs 3 mit denen bzw. mit dem bei Patienten mit Morbus Gaucher des Typs 1 überein. Mit Ausnahmevon nur einem Patienten gab es in dieser Studie keine Anhaltspunkte für signifikante Besserungen derneurologischen Manifestationen von Morbus Gaucher Typ 3.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Verpflichtung aufgehoben, Ergebnisse von Studien mit
VPRIV für sämtliche Untergruppen der pädiatrischen Population mit Morbus Gaucher Typ 2vorzulegen (siehe Abschnitt 4.2 für weitere Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Zwischen männlichen und weiblichen Patienten mit Morbus Gaucher Typ 1 gab es keine manifestenpharmakokinetischen Unterschiede. An den Tagen der pharmakokinetischen Beurteilung wurde kein
Proband in den pharmakokinetischen Studien positiv auf Anti-Velaglucerase alfa-Antikörper getestet.
Daher war es nicht möglich, die Wirkung einer Antikörperreaktion auf das pharmakokinetische Profilvon Velaglucerase alfa zu beurteilen.
ResorptionDie Velaglucerase alfa-Konzentrationen im Serum stiegen während der ersten 20 Minuten der60-minütigen Infusion rasch an, bevor die Spiegel sich einpendelten. Der Cmax-Wert wurdetypischerweise 40 bis 60 Minuten nach Beginn der Infusion erreicht. Nach Beendigung der Infusionwar ein rasches monophasisches oder biphasisches Absinken der Serumkonzentrationen von
Velaglucerase alfa zu beobachten. Der durchschnittliche t1/2-Wert bei Dosierungen von 15, 30, 45 und60 Einheiten/kg lag dabei zwischen 5 bis 12 Minuten.
VerteilungVelaglucerase alfa zeigte ein annähernd lineares pharmakokinetisches Profil (d.h. erster Ordnung);
Cmax und AUC erhöhten sich im gesamten Dosierungsbereich von 15 bis 60 Einheiten/kg in etwaproportional zur Dosis. Das Verteilungsvolumen im Fließgleichgewicht lag bei etwa 10 % des
Körpergewichts. Die hohe Serum-Clearance von Velaglucerase alfa (durchschnittlich 6,7 bis7,6 ml/Min/kg) passt zu der raschen Aufnahme von Velaglucerase alfa in die Makrophagen über die
Mannoserezeptoren.
EliminationDie Clearance-Werte von Velaglucerase alfa bei pädiatrischen Patienten (N=7, Alter von 4 bis17 Jahren) lagen innerhalb des Bereichs der Clearance-Werte bei den erwachsenen Patienten (N=15,
Alter von 19 bis 62 Jahren).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen (siehe Abschnitt 4.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
SucroseNatriumcitrat (Ph.Eur.) (E331)
Citronensäure-Monohydrat (E330)
Polysorbat 20
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre.
Rekonstituierte und verdünnte Infusionslösung:
Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für einen Zeitraum von 24 Stunden bei2 °C bis 8 °C unter lichtgeschützten Bedingungen gezeigt.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Falls dieses nicht sofortverwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung nach
Zubereitung bis zur Anwendung verantwortlich. Dabei dürfen 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nichtüberschritten werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
20 ml-Durchstechflasche aus Glas (vom Typ I) mit einem Stopfen (Fluorharz-beschichteter Butyl-
Stopfen), einer aus einem Stück bestehenden Versiegelung und einem Schnappdeckel.
Packungen mit 1, 5 und 25 Durchstechflaschen. Jede Durchstechflasche enthält 400 Einheiten Pulverzur Herstellung einer Infusionslösung.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVPRIV muss rekonstituiert und verdünnt werden und ist nur zur intravenösen Infusion bestimmt. Esist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt und wird durch einen 0,2 oder 0,22 µm-Filter verabreicht.
Aseptische Technik ist anzuwenden.
VPRIV ist wie folgt zuzubereiten:1. Die Anzahl der zu rekonstituierenden Durchstechflaschen wird anhand des Körpergewichts des
Patienten und der verordneten Dosis ermittelt.2. Die erforderliche Anzahl Durchstechflaschen wird aus dem Kühlschrank entnommen. Jede
Durchstechflasche zu 400 Einheiten wird mit 4,3 ml sterilem Wasser für Injektionszweckerekonstituiert.
3. Bei der Rekonstitution ist der Inhalt der Durchstechflaschen vorsichtig zu mischen. Die
Durchstechflaschen dürfen nicht geschüttelt werden. Jede Durchstechflasche enthält einextrahierbares Volumen von 4,0 ml (100 Einheiten/ml).
4. Vor der weiteren Verdünnung ist die Lösung in den Durchstechflaschen optisch zu prüfen; die
Lösung sollte klar bis leicht opaleszent und farblos sein; die Lösung darf nicht verwendetwerden, wenn sie verfärbt ist oder Fremdpartikel enthält.
5. Das berechnete Arzneimittelvolumen wird aus der entsprechenden Anzahl Durchstechflaschenentnommen und das erforderliche Gesamtvolumen wird in 100 ml isotonischer
Natriumchloridlösung zur Infusion verdünnt. Die verdünnte Lösung ist vorsichtig zuvermischen. Es darf nicht geschüttelt werden. Die Infusion sollte innerhalb von 24 Stunden nachder Rekonstitution erfolgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch
Block 3 Miesian Plaza50 - 58 Baggot Street Lower
Dublin 2
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/10/646/002
EU/1/10/646/005
EU/1/10/646/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. August 2010
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Juli 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.