Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TEGSEDI 284mg injektionslösung in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Tegsedi 284 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml enthält 189 mg Inotersen (als Inotersen-Natrium).
Jede Fertigspritze enthält 284 mg Inotersen (als Inotersen-Natrium) in 1,5 ml Lösung.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion)
Klare, farblose bis schwach gelbe Lösung (pH 7,5 - 8,8)
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Tegsedi ist zur Behandlung von Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 bei erwachsenen Patienten mithereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR) indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte von einem in der Behandlung von Patienten mit hereditärer Transthyretin-
Amyloidose erfahrenen Arzt eingeleitet werden und unter dessen Aufsicht bleiben.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 284 mg Inotersen als subkutane Injektion. Die Anwendung sollte einmalpro Woche erfolgen. Im Sinne einer konstanten Dosierung sollten Patienten angewiesen werden, die
Injektion jede Woche am gleichen Tag zu bekommen.
Dosisanpassung bei Verringerung der Thrombozytenzahl
Inotersen ist mit einer Verringerung der Thrombozytenzahl verbunden, was zu einer
Thrombozytopenie führen kann. Die Dosierung sollte den Laborwerten entsprechend wie folgtangepasst werden:
Tabelle 1 Inotersen-Überwachung und Dosierungsempfehlungen entsprechend der
Thrombozytenzahl
Thrombozytenzahl (x109/l) Häufigkeit der Überwachung Dosierung> 100 Alle 2 Wochen Die wöchentliche Dosierungsollte fortgesetzt werden.≥ 75 bis < 100* Wöchentlich Die Dosierungsfrequenz sollteauf 284 mg alle 2 Wochenreduziert werden.
< 75* Zweimal wöchentlich, bis 3 Die Dosierung sollteaufeinander folgende Werte unterbrochen werden, bis 3über 75 erreicht werden, dann aufeinanderfolgende Wertewöchentliche Überwachung. > 100 erreicht worden sind. Bei
Thrombozytenzahl (x109/l) Häufigkeit der Überwachung Dosierung
Wiederaufnahme der
Behandlung sollte die
Dosierungsfrequenz auf284 mg alle 2 Wochenreduziert werden.
< 50‡† Zweimal wöchentlich, bis 3 Die Dosierung sollteaufeinander folgende Werte unterbrochen werden, bis 3über 75 erreicht werden, dann aufeinanderfolgende Wertewöchentliche Überwachung. > 100 erreicht worden sind. Bei
Bei Vorliegen zusätzlicher Wiederaufnahme der
Risikofaktoren für Blutungen Behandlung sollte diesollte eine häufigere Dosierungsfrequenz auf
Überwachung in Erwägung 284 mg alle 2 Wochengezogen werden. reduziert werden.
Bei Vorliegen zusätzlicher
Risikofaktoren für Blutungensollte die Gabe von
Corticosteroiden in Erwägunggezogen werden.
< 25† Täglich, bis 2 aufeinander Behandlung sollte abgebrochenfolgende Werte über 25 werden.erreicht werden. Dann Gabe von Corticosteroiden
Überwachung zweimal wird empfohlen.wöchentlich, bis 3 aufeinanderfolgende Werte über 75erreicht werden. Anschließendwöchentliche Überwachung biszur Stabilisierung.
* Wenn der nachfolgende Test das anfängliche Testergebnis bestätigt, sollten die
Überwachungsfrequenz und die Dosierung wie in der Tabelle empfohlen angepasst werden.‡ Weitere Risikofaktoren für Blutungen sind Alter > 60 Jahre, Einnahme von Antikoagulanzien oder
Thrombozytenaggregationshemmern und/oder schwere Blutungsereignisse in der Vorgeschichte.† Sofern Corticosteroide nicht kontraindiziert sind, wird eine Glucocorticoidtherapie dringendempfohlen, um den Thrombozytenrückgang umzukehren. Patienten, die die Therapie mit Inotersenaufgrund von Thrombozytenzahlen unter 25 x 109/l abbrechen, sollten die Therapie nicht wiederaufnehmen.
Versäumte DosisWenn eine Dosis Inotersen versäumt wird, sollte die nächste Dosis so bald wie möglich angewendetwerden, es sei denn, die nächste Dosis ist innerhalb von zwei Tagen geplant. In diesem Fall sollte dieversäumte Dosis übersprungen und die nächste Dosis wie geplant angewendet werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Inotersen sollte nicht bei Patienten angewendet werden, deren
Protein-Kreatinin-Quotient im Urin (UPCR) ≥ 113 mg/mmol (1 g/g) ist oder deren geschätzteglomeruläre Filtrationsrate (eGFR) < 45 ml/min/1,73 m2 beträgt (siehe Abschnitt 4.3).
Wegen des Risikos einer Glomerulonephritis und eines möglichen Rückgangs der Nierenfunktionsollten UPCR und eGFR während der Behandlung mit Inotersen überwacht werden (siehe
Abschnitt 4.4). Wird eine akute Glomerulonephritis bestätigt, sollte eine dauerhafte Einstellung der
Behandlung in Betracht gezogen werden.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Inotersen darf nicht bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten mit Lebertransplantation
Inotersen wurde nicht bei Patienten untersucht, die sich einer Lebertransplantation unterziehen. Eswird daher empfohlen, bei Patienten, die sich einer Lebertransplantation unterziehen, Inotersenabzusetzen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Inotersen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur subkutanen Anwendung. Jede Fertigspritze ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Die erste vom Patienten oder der Pflegeperson angewendete Injektion sollte unter Anleitung vonentsprechend qualifiziertem medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden. Patienten und/oder
Pflegepersonen sollten in der subkutanen Anwendung von Tegsedi geschult werden.
Injektionsstellen sind Abdomen, Oberschenkelbereich oder der äußere Bereich des Oberarms. Es istwichtig, die Injektionsstellen zu wechseln. Injektionen in den Oberarm sollten von einer anderen
Person verabreicht werden. Injektionen an der Taille und anderen Stellen, an denen Druck oder
Reibung durch die Kleidung auftreten können, sollten vermieden werden. Tegsedi sollte nicht inerkrankte oder verletzte Hautbereiche injiziert werden. Auch Tätowierungen und Narben sollten als
Injektionsstelle vermieden werden.
Die Fertigspritze sollte vor der Injektion Raumtemperatur erreicht haben. Sie sollte mindestens30 Minuten vor Anwendung aus dem Kühlschrank genommen werden. Andere Erwärmungsmethodendürfen nicht angewendet werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Thrombozytenzahl < 100 x 109/l vor der Behandlung.
Protein-Kreatinin-Quotient im Urin (UPCR) ≥ 113 mg/mmol (1 g/g) vor der Behandlung.
Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) < 45 ml/min/1,73 m2.
Schwere Leberfunktionsstörung.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ThrombozytopenieDie Anwendung von Inotersen ist mit einer Verringerung der Thrombozytenzahl verbunden, wasjederzeit während der Behandlung zu einer Thrombozytopenie führen kann (siehe Abschnitt 4.8). Die
Thrombozytenzahl sollte während des gesamten Behandlungszeitraums mit Inotersen alle 2 Wochenund nach Beendigung der Behandlung 8 Wochen lang überwacht werden. Empfehlungen zur
Anpassung der Überwachungsfrequenz und Dosierung von Inotersen sind in Tabelle 1 aufgeführt(siehe Abschnitt 4.2).
Patienten sollten angewiesen werden, sich sofort an ihren Arzt zu wenden, wenn sie Anzeichen vonungewöhnlichen oder anhaltenden Blutungen (z. B. Petechien, spontane Blutergüsse, subkonjunktivale
Blutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl, Blutungen im Augenweiß),
Nackensteifigkeit oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen feststellen, denn diese Symptome könnendurch Hirnblutungen hervorgerufen werden.
Bei älteren Patienten, bei Patienten, die Antithrombotika, Thrombozytenaggregationshemmer oder
Arzneimittel, die die Thrombozytenzahl senken können, einnehmen, und bei Patienten mit schweren
Blutungsereignissen in der Vorgeschichte ist besondere Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).
Glomerulonephritis/Rückgang der Nierenfunktion
Glomerulonephritis ist bei Patienten aufgetreten, die mit Inotersen behandelt wurden (siehe
Abschnitt 4.8). Auch bei einer Reihe von Patienten ohne Anzeichen einer Glomerulonephritis wurdeein Rückgang der Nierenfunktion beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
UPCR und eGFR sollten alle 3 Monate oder, falls klinisch indiziert, auch häufiger überwacht werden,wenn die Vorgeschichte einer chronischen Nierenerkrankung und/oder Nierenamyloidose besteht.
Nach Beendigung der Behandlung sollten UPCR und eGFR 8 Wochen lang überwacht werden.
Patienten, die auch bei wiederholten Tests einen UPCR-Wert ≥ dem Doppelten der Normobergrenzeaufweisen oder deren eGFR-Wert < 60 ml/min ist, sollten alle 4 Wochen überwacht werden, sofernkeine andere Erklärung vorliegt.
Bei einem Rückgang der eGFR > 30 % sollte - sofern keine andere Erklärung vorliegt - eine
Unterbrechung der Inotersen-Dosierung bis zur weiteren Abklärung der Ursache in Betracht gezogenwerden.
Im Falle eines durch wiederholte Tests bestätigten UPCR-Wertes ≥ 2 g/g (226 mg/mmol) sollte die
Inotersen-Gabe unterbrochen werden, während eine weitere Abklärung für akute Glomerulonephritisdurchgeführt wird. Inotersen ist dauerhaft abzusetzen, wenn sich der Befund einer akuten
Glomerulonephritis bestätigt. Wenn eine Glomerulonephritis ausgeschlossen wurde, kann die
Dosierung bei klinischer Indikation und nach einer Verbesserung der Nierenfunktion (siehe
Abschnitt 4.3) wieder aufgenommen werden.
Falls die Diagnose einer Glomerulonephritis bestätigt wird, sollte die frühzeitige Einleitung einerimmunsuppressiven Therapie in Betracht gezogen werden.
Bei nephrotoxischen Arzneimitteln und anderen potenziell die Nierenfunktion beeinträchtigenden
Arzneimitteln ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).
Vitamin A-Mangel
Aufgrund des Wirkmechanismus wird Inotersen voraussichtlich den Vitamin A- (Retinol) Spiegel im
Plasma unter den Normalwert senken (siehe Abschnitt 5.1).
Vor Einleitung der Inotersen-Gabe sollten Plasmakonzentrationen von Vitamin A (Retinol) unterhalbder Normuntergrenze korrigiert worden sein und etwaige okuläre Symptome oder Anzeichen eines
Vitamin-A-Mangels abgeklungen sein.
Patienten, die Inotersen erhalten, sollten eine orale Supplementierung von etwa 3 000 IE Vitamin Apro Tag einnehmen, um das potenzielle Risiko einer okulären Toxizität aufgrund von Vitamin A-
Mangel zu reduzieren. Eine Überweisung zur ophthalmologischen Beurteilung wird empfohlen, wenn
Patienten okuläre Symptome entwickeln, die einem Vitamin A-Mangel entsprechen, wie: vermindertes
Nachtsehen oder Nachtblindheit, anhaltend trockene Augen, Augenentzündung, Entzündung oder
Ulzeration der Cornea, verdickte oder perforierte Hornhaut.
Während der ersten 60 Tage der Schwangerschaft können sowohl zu hohe als auch zu niedrige
Vitamin A-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für fetale Fehlbildungen verbunden sein. Daher mussvor Einleitung der Therapie eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden, und Frauen imgebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Wenn eine Frau beabsichtigt schwanger zu werden, sind Inotersen und die Vitamin A-
Supplementierung abzusetzen und die Plasma-Vitamin A-Spiegel sollten überwacht werden undsollten sich vor einer Empfängnis wieder normalisiert haben.
Im Falle einer ungeplanten Schwangerschaft ist Inotersen abzusetzen. Aufgrund der langen
Halbwertszeit von Inotersen (siehe Abschnitt 5.2) kann es auch nach Beendigung der Behandlung zueinem Vitamin A-Defizit kommen. Es kann keine Empfehlung gegeben werden, ob die Vitamin A-
Supplementierung während des ersten Trimenons einer ungeplanten Schwangerschaft fortgesetzt oderabgebrochen werden soll. Wenn die Vitamin A-Supplementierung fortgesetzt wird, sollte die
Tagesdosis 3 000 IE pro Tag nicht überschreiten, da keine Daten vorliegen, die höhere Dosenunterstützen. Danach sollte wegen des erhöhten Risikos eines Vitamin A-Mangels im dritten
Trimenon die Vitamin A-Supplementierung mit 3 000 IE pro Tag im zweiten und dritten Trimenonfortgesetzt werden, wenn sich die Plasma-Retinolspiegel noch nicht normalisiert haben.
Es ist nicht bekannt, ob eine Vitamin A-Supplementierung in der Schwangerschaft ausreicht, umeinem Vitamin A-Mangel vorzubeugen, wenn die schwangere Frau weiterhin Inotersen erhält.
Aufgrund des Wirkmechanismus von Inotersen ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sich durch eine
Erhöhung der Vitamin A-Supplementierung auf über 3 000 IE pro Tag während der Schwangerschaftdie Plasmaretinolspiegel korrigieren lassen, und eine solche Gabe kann für die Mutter und den Fetusschädlich sein.
Überwachung der Leberwerte und arzneimittelinduzierter Leberschaden
Bei Patienten, die mit Inotersen behandelt werden, kommt es häufig zu erhöhten
Transaminasenwerten. Es wurde auch über schwerwiegende Fälle von arzneimittelinduziertem
Leberschaden (drug-induced liver injury, DILI) berichtet, darunter auch Fälle mit verzögertem
Auftreten (bis zu 1 Jahr). Vor Beginn der Behandlung mit Inotersen muss die Leberfunktionuntersucht werden. Die Leberenzyme sollten 4 Monate nach Beginn der Behandlung mit Inotersen unddanach jährlich oder, falls klinisch indiziert, auch häufiger gemessen werden. Bei Patienten, die über
Symptome berichten, welche auf einen Leberschaden hindeuten können, wie z. B. Ermüdung,
Anorexie, Beschwerden im rechten Oberbauch, dunkler Urin oder Gelbsucht, muss umgehend,vorzugsweise innerhalb von 72 Stunden, eine klinische Untersuchung durchgeführt und die
Leberfunktionswerte müssen überprüft werden. Bis die klinische Untersuchung und die Überprüfungder Leberfunktionswerte abgeschlossen sind, ist eine Unterbrechung der Behandlung in Erwägung zuziehen. Falls bei einem Patienten der Verdacht auf einen durch Inotersen induzierten Leberschadenbesteht, muss Inotersen dauerhaft abgesetzt werden.
Inotersen darf bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.3).
Abstoßung eines Lebertransplantats
In den klinischen Studien wurde Inotersen nicht bei Patienten beurteilt, die sich einer
Lebertransplantation unterzogen (Abschnitt 4.2). Bei den mit Inotersen behandelten Patienten sind
Fälle von Abstoßung des Lebertransplantats berichtet worden. Während der Behandlung mit Inotersensollten lebertransplantierte Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Transplantatabstoßungüberwacht werden. Bei diesen Patienten sollten monatliche Leberfunktionstests durchgeführt werden.
Für Patienten, bei denen sich eine Abstoßung des Lebertransplantats entwickelt, sollte der Abbruchder Inotersen-Therapie in Betracht gezogen werden.
Vorsichtsmaßnahmen vor Einleitung der Inotersen-Therapie
Vor der Behandlung mit Tegsedi sollten die Thrombozytenzahl, die geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate (eGFR), der Protein-Kreatinin-Quotient im Urin (UPCR), die hepatischen Enzyme und
Vitamin-A-Spiegel gemessen und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Bei einigen Patienten kann es nach der Einleitung von Inotersen zu vorübergehenden Erhöhungen der
Werte für C-reaktives Protein (CRP) und Thrombozyten kommen. Diese Reaktionen gehen in der
Regel nach einigen Behandlungstagen spontan zurück.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 1,5 ml, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Vorsicht ist geboten bei antithrombotischen Arzneimitteln, Thrombozytenaggregationshemmern und
Arzneimitteln, die die Thrombozytenzahl senken können, beispielsweise Acetylsalicylsäure,
Clopidogrel, Warfarin, Heparin, niedermolekularen Heparinen, Faktor-Xa-Inhibitoren wie
Rivaroxaban und Apixaban und Thrombin-Inhibitoren wie Dabigatran (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Vorsicht ist geboten bei begleitend angewendeten nephrotoxischen Arzneimitteln und anderen
Arzneimitteln, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, wie Sulfonamide,
Aldosteronantagonisten, Anilide, natürliche Opiumalkaloide und andere Opioide (siehe Abschnitt 4.4).
Es wurde keine systematische Beurteilung der gleichzeitigen Anwendung von Inotersen und potenziellnephrotoxischen Arzneimitteln durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterInotersen reduziert den Plasmaspiegel von Vitamin A, das für die normale Entwicklung des Fetusentscheidend ist. Es ist nicht bekannt, ob eine Vitamin A-Supplementierung ausreicht, um das Risikofür den Fetus zu verringern (siehe Abschnitt 4.4). Aus diesem Grund muss eine Schwangerschaft vor
Beginn der Inotersen-Therapie ausgeschlossen werden, und Frauen im gebärfähigen Alter müssen einezuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Inotersen bei
Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine
Reproduktionstoxizität vor (siehe Abschnitt 5.3). Wegen des potenziellen Teratogenitätsrisikos durchunausgeglichene Vitamin A-Spiegel sollte Inotersen während der Schwangerschaft nicht angewendetwerden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Inotersen. Frauenim gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Inotersen eine zuverlässige
Verhütungsmethode anwenden.
StillzeitEs ist nicht bekannt ob Inotersen/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Die zur Verfügungstehenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass Metaboliten von
Inotersen in die Milch übergehen (für Details siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für das gestillte
Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob aufdie Behandlung mit Tegsedi verzichtet werden soll/die Behandlung mit Tegsedi zu unterbrechen ist.
Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zuberücksichtigen.
FertilitätÜber die Auswirkungen von Inotersen auf die menschliche Fertilität liegen keine Informationen vor.
Tierexperimentelle Studien haben keinen Einfluss von Inotersen auf die männliche oder weibliche
Fertilität gezeigt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTegsedi hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Inotersen waren Ereignisseim Zusammenhang mit Reaktionen an der Injektionsstelle (50,9 %). Andere am häufigsten berichtete
Nebenwirkungen mit Inotersen waren Übelkeit (31,3 %), Kopfschmerz (23,2 %), Fieber (19,6 %),peripheres Ödem (18,8 %), Schüttelfrost (17,9 %), Erbrechen (15,2 %), Anämie (13,4 %),
Thrombozytopenie (13,4 %) und verminderte Thrombozytenzahl (10,7 %).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenTabelle 2 zeigt die unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) nach MedDRA-
Systemorganklassen. Innerhalb jeder Systemorganklasse werden die UAW nach Häufigkeit geordnet,wobei die häufigsten Reaktionen an erster Stelle stehen. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden dieunerwünschten Arzneimittelwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Zusätzlich giltfür die Häufigkeitskategorien der einzelnen UAW die folgende Konvention: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000);sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Tabelle 2. Liste der Nebenwirkungen in klinischen Studien und aus Meldungen nach der
Markteinführung
Systemorganklas Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntse
Erkrankungen des Thrombozytopeni Eosinophilie
Blutes und des e
Lymphsystems Anämie
Thrombozytenzahl vermindert
Erkrankungen des Überempfindlich-
Immunsystems keit
Stoffwechsel- und verminderter
Ernährungsstörun Appetitgen
Erkrankungen des Kopfschmerz
Nervensystems
Gefäßerkrankunge Orthostase-n syndrom
HypotonieHämatom
Systemorganklas Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntse
Erkrankungen des Erbrechen
Gastrointestinaltra Übelkeitkts
Leber- und Transaminasen Arzneimittel-
Gallenerkrankung erhöht induzierteren Leberschaden
Erkrankungen der Pruritus
Haut und des Hautausschlag
Unterhautgewebes
Erkrankungen der Glomerulonephriti
Nieren und s
Harnwege Proteinurie
NierenversagenAkute
NierenschädigungEingeschränkte
Nierenfunktion
Allgemeine Fieber Grippeartige
Erkrankungen und Schüttelfrost Erkrankung
Beschwerden am Reaktionen an der Periphere
Verabreichungsort Injektionsstelle Schwellungperipheres Ödem Verfärbung an der
Injektionsstelle
Verletzung, Kontusion
Vergiftung unddurch Eingriffebedingte
Komplikationen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der InjektionsstelleZu den am häufigsten beobachteten Ereignissen gehörten jene im Zusammenhang mit Reaktionen ander Injektionsstelle (Schmerzen an der Injektionsstelle, Erythem, Juckreiz, Schwellung,
Hautausschlag, Verhärtung, Blutergüsse und Blutungen). Diese Ereignisse sind in der Regel entwederselbstlimitierend oder lassen sich symptomatisch behandeln.
ThrombozytopenieInotersen ist mit einer Verringerung der Thrombozytenzahl verbunden, was zu einer
Thrombozytopenie führen kann. In der Phase-3-Studie NEURO-TTR wurde bei 54 % der mit
Inotersen behandelten Patienten und bei 13 % der Placebo-Patienten eine Reduktion der
Thrombozytenzahl unter den Normalwert (140 x 109/l) beobachtet; bei 23 % der mit Inotersenbehandelten Patienten und 2 % der Patienten, die Placebo erhielten, wurden Reduktionen auf Werteunter 100 x 109 /l beobachtet. Bei 10,7 % der mit Inotersen behandelten Patienten wurden bestätigte
Thrombozytenzahlen < 75 x 109/l beobachtet. Drei (3 %) Patienten entwickelten
Thrombozytenzahlen < 25 x 109/l; bei einem dieser Patienten trat eine tödliche intrakraniale Blutungauf. Patienten sollten während der Behandlung mit Inotersen auf Thrombozytopenie überwachtwerden (siehe Abschnitt 4.4).
ImmunogenitätIn der pivotalen Phase-2/3-Studie war bei 30,4 % der mit Inotersen behandelten Patienten nach 15
Monaten Behandlung der Test für Anti-Drug-Antikörper positiv. Die Entwicklung von Anti-Drug-
Antikörpern gegen Inotersen war durch einen spätes Einsetzen (Einsetzen median nach > 200 Tagen)und einen niedrigen Titer (medianer Peak-Titer von 284 in der pivotalen Studie) gekennzeichnet. Bei
Vorhandensein von Anti-Drug-Antikörpern wurde keine Auswirkung auf die pharmakokinetischen
Eigenschaften (maximale Plasmakonzentration (Cmax), Fläche unter der Kurve (AUC) oder
Halbwertszeit) und die Wirksamkeit von Inotersen beobachtet, jedoch zeigten Patienten mit Anti-Drug-
Antikörpern mehr Reaktionen an der Injektionsstelle.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Falle einer Überdosierung sollten eine unterstützende medizinische Versorgung einschließlicheiner Beratung durch medizinisches Fachpersonal und eine engmaschige Beobachtung des klinischen
Status des Patienten gewährleistet sein.
Die Thrombozyten- und Nierenfunktionstests sollten regelmäßig überwacht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem, ATC-Code: N07XX15
WirkmechanismusInotersen ist ein 2′-O-2-Methoxyethyl (2′-MOE) Phosphorthioat-Antisense-Oligonukleotid (ASO), dasbeim Menschen die Transthyretin- (TTR) Produktion hemmt. Die selektive Bindung von Inotersen andie TTR-Messenger-RNA (mRNA) bewirkt den Abbau sowohl der mutierten als auch derwildtypischen (normalen) TTR-mRNA. Dadurch wird die Synthese von TTR-Protein in der Leberverhindert, was zu einer signifikanten Verringerung der Menge an mutiertem und wildtypischem TTR-
Protein führt, das von der Leber in den Blutkreislauf ausgeschieden wird.
TTR ist ein Trägerprotein für das Retinol bindende Protein 4 (RBP4), das der Hauptträger von
Vitamin A (Retinol) ist. Daher wird erwartet, dass die Reduktion des Plasma-TTR zu einer Reduktiondes Plasma-Retinolspiegels unter die Normuntergrenze führt.
Pharmakodynamische WirkungenIn der pivotalen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-2/3-Studie zur
Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von ISIS 420915 bei Patienten mit familiärer Amyloid-
Polyneuropathie (NEURO-TTR-Studie) wurde im Inotersen-Behandlungsarm während der15-monatigen Behandlungszeit eine robuste Reduktion der Konzentrationen des zirkulierenden TTRbeobachtet. Die mittleren prozentualen Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert des Serum-TTRlagen dabei von Woche 13 bis Woche 65 zwischen 68,41 % und 74,03 % (Medianbereich: 74,64 % bis78,98 %) (Abbildung 1). Im Placebo-Arm sank die mittlere TTR-Konzentration im Serum in Woche 3um 8,50 % und blieb dann während des gesamten Behandlungszeitraums ziemlich konstant.
Studienwoche
Transthyretin (TTR)
Kleinstquadrat-Mittelwerte (Least Squares Mean - LSM)
Standardfehler (Standard Error - SE)
Abbildung 1 Prozentuale Veränderung gegenüber dem Ausgangswert des Serum-TTR im
Zeitverlauf
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte NEURO-TTR- Studie umfasste 172behandelte Patienten mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie (hATTR-PN).
Die Erkrankung hATTR-PN wird in 3 Stadien eingeteilt: i) Patienten im Stadium1 benötigen keine
Hilfe beim Gehen, ii) Patienten im Stadium 2 benötigen Hilfe beim Gehen und iii) Patienten im
Stadium 3 sind an den Rollstuhl gebunden. Probanden mit hATTR-PN im Stadium 1 und 2 und einem
Neuropathy Impairment Score (NIS) ≥ 10 und ≤ 130 wurden in die pivotale NEURO-TTR-Studieaufgenommen. In der Studie wurde 284 mg Inotersen als eine subkutane Injektion einmal pro Wocheüber einen Zeitraum von 65 Behandlungswochen beurteilt. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1randomisiert dem Inotersen- oder Placebo-Arm zugewiesen. Die primären Wirksamkeitsendpunktewaren die Veränderungen der Scores, die im mNIS+7-Test (modifizierter Neuropathy Impairment
Score + 7) (zusammengesetzte Werte) und im QoL-DN-Fragebogen (Norfolk Quality of Life -
Diabetic Neuropathy) (Gesamtergebnis) zwischen Therapiebeginn und Woche 66 erzielt wurden. Die
Stratifizierung der Patienten erfolgte nach dem Stadium der Erkrankung (Stadium 1 versus Stadium 2),nach der TTR-Mutation (V30M versus Nicht-V30M) und nach vorheriger Behandlung mit Tafamidisoder Diflunisal (ja versus nein). Die demographischen Daten und Krankheitsmerkmale zu
Therapiebeginn sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3. Demographische Daten zu Therapiebeginn
Placebo Inotersen(N = 60) (N = 112)
Alter (Jahre), Mittel (SD) 59,5 (14,05) 59,0 (12,53)
Alter 65 Jahre und älter, n (%) 26 (43,3) 48 (42,9)
Männlich, n (%) 41 (68,3) 77 (68,8)mNIS+7, Mittel (SD) 74,75 (39,003) 79,16 (36,958)
Norfolk QoL-DN, Mittel (SD) 48,68 (26,746) 48,22 (27,503)
Krankheitsstadium, n (/%)
Stadium 1 42 (70,0) 74 (66,1)
Stadium 2 18 (30,0) 38 (33,9)
V30M TTR-Mutation1, n (%)
Ja 33 (55,0) 56 (50,0)
Nein 27 (45,0) 56 (50,0)
TTR% Veränderung seit
Therapiebeginn
LSM (± SE)
Vorherige Behandlung mit Tafamidis oder
Diflusinal1, n (%)
Ja 36 (60,0) 63 (56,3)
Nein 24 (40,0) 49 (43,8)hATTR-CM2, n (%) 33 (55,0) 75 (66,4)hATTR-PN-Krankheitsdauer3 (Monate)
Mittel (SD) 64,0 (52,34) 63,9 (53,16)hATTR-CM-Krankheitsdauer3 (Monate)
Mittel (SD) 34,1 (29,33) 44,7 (58,00)1 Basierend auf klinischer Datenbank2 Definiert als alle Patienten mit der Diagnose einer hereditären Transthyretin-Amyloidose mit
Kardiomyopathie (hATTR-CM) bei Studieneintritt oder einer linksventrikulären Wanddicke> 1,3 cm im Echokardiogramm ohne bekannte persistierende Hypertonie in der Vorgeschichte.
3 Dauer vom Einsetzen der Symptome bis zum Datum der Einwilligungserklärungmodifizierter Neuropathy Impairment Score (mNIS)
Lebensqualität - Diabetische Neuropathie (Quality of Life-Diabetic Neuropathy - QoL-DN)hereditäre Transthyretin-Amyloidose-Polyneuropathie (hATTR-PN)
Standardabweichung (SD)
Die Veränderungen beider primärer Endpunkte (mNIS+7 und Norfolk QoL-DN) gegenüber dem
Ausgangswert zeigten in der Woche 66 einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten der Inotersen-
Behandlung (Tabelle 4). Die Ergebnisse für mehrere Krankheitsmerkmale [TTR-Mutation (V30M,
Nicht-V30M)], Krankheitsstadium (Stadium 1, Stadium 2), vorherige Behandlung mit Tafamidis oder
Diflunisal (ja, nein), Vorliegen von hATTR-CM (ja, nein) in Woche 66 zeigten hinsichtlich deszusammengesetzten mNIS+7-Scores einen statistisch signifikanten Nutzen in allen Untergruppen, undhinsichtlich des Norfolk QoL-DN-Gesamt-Scores in allen bis auf eine dieser Untergruppen (CM-
Echo-Set; p = 0,067), (Tabelle 5). Darüber hinaus entsprachen die Ergebnisse für die Komponentenvon mNIS+7 und die Bereiche des Norfolk QoL-DN Gesamt-Scores der primären Endpunktanalyseund zeigten Vorteile bei motorischen, sensorischen und autonomen Neuropathien (Abbildung 2).
Tabelle 4. Analyse der primären Endpunkte für mNIS+7 und Norfolk QoL-DNmNIS+7 Norfolk-QOL-DN
Placebo Inotersen Placebo Inotersen(N = 60) (N = 112) (N = 60) (N = 112)
Ausgangswertn 60 112 59 111
Mittel (SD) 74,75 (39,003) 79,165 (36,958) 48,68 (26,746) 48,22 (27,503)
Veränderung in
Woche 66n 60 112 59 111
LSM (SE) 25,43 (3,225) 10,54 (2,397) 12,94 (2,840) 4,38 (2,175)95 % 19,11, 31,75 15,85, 15,24 7,38, 18,51 0,11, 8,64
Konfidenzintervall
LSM-Differenz(Tegsedi - Placebo) -14,89 -8,5695 % -22,55, -7,22 -15,42, -1,71
Konfidenzintervallp-Wert < 0,001 0,015
Lebensqualität - Diabetische Neuropathie (Quality of Life-Diabetic Neuropathy - QoL)
Standardabweichung (SD)
Kleinstquadrat-Mittelwerte (Least Squares Mean - LSM)
Tabelle 5. Untergruppen-Analyse von mNIS+7 und Norfolk QoL-DNmNIS+7 Norfolk QoL-DN
Veränderung seit Veränderung seit
Therapiebeginn Therapiebeginn(Inotersen - Placebo) (Inotersen - Placebo)
Untergruppe n LSM- P-Wert n LSM- P-Wert(Placebo, Unterschied (Placebo, Unterschied
Inotersen) (SE) Inotersen) (SE)
Woche 66
V30M 32, 58 13,52 p < 0,001 32, 58 -8,14 p = 0,042(3,795) (3,998)
Nicht-V30 28, 54 19,06 p < 0,001 27, 53 -9,87 p = 0,034(5,334) (4,666)
Krankheitsstadium 39, 74 -12,13 p = 0,002 38, 73 -8,44 p = 0,023
I (3,838) (3,706)
Krankheitsstadium 21, 38 -24,79 p < 0,001 21, 38 -11,23 p = 0,033
II (5,601) (5,271)
Früherer Einsatz 33, 61 -18,04 p < 0,001 32, 60 -9,26 p = 0,022von Stabilisatoren (4,591) (4,060)
Nicht 27, 51 -14,87 p < 0,001 27, 51 -10,21 p = 0,028vorbehandelt (4,377) (4,659)
CM-Echo-Set 33, 75 -14,94 p < 0,001 33, 75 -7,47 p = 0,067(4,083) (4,075)
Nicht-CM-Echo- 27, 37 -18,79 p < 0,001 26, 36 -11,67 p = 0,006
Set (5,197) (4,213)
Modifizier
Nervenleitung
Berührungsdruck
Hitzeschmerz
Zugunsten von Zugunsten von
LSM-Unterschiede der Veränderungen ggüI.n doetne Arsuesnga ngswerten in PWlocheb 66(Inotersen-Placeboeffekt-Größe, 95 % KI)
Kleinstquadrat-Mittelwerte (Least Squares Mean - LSM)
Lebensqualität - Diabetische Neuropathie (Quality of Life-Diabetic Neuropathy - QoL)modifizierter Neuropathy Impairment Score (mNIS)
NIS-W - Subscore für Schwäche
NIS-R - Subscore für Muskeldehnungsreflex
NIS-S - Subscore für klinische Empfindungsstörung
Herzfrequenz bei tiefer Atmung (HRDB)
Abbildung 2 Unterschiede in den Kleinstquadrat-Mittelwerten (LSM) der Veränderungengegenüber den Ausgangswerten zwischen den Behandlungsarmen hinsichtlichmNIS+7 und Komponenten
Eine Responder-Analyse von mNIS+7 mit Schwellenwerten zwischen 0 Punkten und 30 Punkten
Anstieg gegenüber dem Ausgangswert (unter Verwendung des Sicherheits-Sets) ergab, dass der
Inotersen-Arm bei jedem getesteten Schwellenwert eine etwa zweifach höhere Ansprechrate als der
Placebo-Arm hatte, was die Konsistenz des Ansprechens belegt. Ein Responder wurde definiert als ein
Proband, der eine Änderung gegenüber dem Ausgangswert zeigte, die kleiner oder gleich dem
Schwellenwert war. Probanden, die - aus welchen Gründen auch immer - die Behandlung vorzeitigabbrechen oder für die keine Daten aus der Woche 66 vorliegen, gelten als Nicht-Responder. Diestatistische Signifikanz zugunsten von Inotersen wurde an allen Schwellenwerten jenseits einer 0-
Punkt-Änderung nachgewiesen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tegsedi eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in Transthyretin-Amyloidosegewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach subkutaner Anwendung wird Inotersen dosisabhängig rasch in den Körperkreislaufaufgenommen, wobei die mediane Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (Cmax)von Inotersen typischerweise zwischen 2 bis 4 Stunden liegt.
VerteilungInotersen wird stark an menschliches Plasmaprotein gebunden (> 94 %); dabei ist die gebundene
Fraktion unabhängig von der Konzentration. Das scheinbare Verteilungsvolumen von Inotersen im
Steady-State beträgt 293 l bei Patienten mit hATTR. Das hohe Verteilungsvolumen deutet darauf hin,dass Inotersen nach subkutaner Anwendung umfassend im Gewebe verteilt wird.
BiotransformationInotersen ist kein Substrat für den CYP450-Stoffwechsel und wird im Gewebe durch Endonukleasenzu kürzeren inaktiven Oligonukleotiden metabolisiert, die dann die Substrate für die weitere
Verstoffwechselung durch Exonukleasen sind. Die vorherrschende zirkulierende Komponente istunverändertes Inotersen.
EliminationDie Elimination von Inotersen umfasst sowohl die Metabolisierung im Gewebe als auch die
Ausscheidung im Urin. Sowohl Inotersen als auch seine kürzeren Oligonukleotid-Metaboliten werdenim menschlichen Urin ausgeschieden. Weniger als 1 % des Wirkstoffs finden sich innerhalb von24 Stunden nach der Anwendung im Urin wieder. Nach subkutaner Anwendung beträgt die
Eliminationshalbwertszeit für Inotersen etwa 1 Monat.
Besondere PatientengruppenWie die Populations-PK-Analyse gezeigt hat, haben Alter, Körpergewicht, Geschlecht oder ethnische
Zugehörigkeit keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Inotersen-Exposition. In einigen Fällenwaren definitive Beurteilungen nur begrenzt möglich, da die Kovariaten durch die insgesamt niedrigen
Zahlen begrenzt waren.
Ältere PatientenZwischen anderen erwachsenen und älteren Patienten wurden insgesamt keine Unterschiede in der
Pharmakokinetik beobachtet.
Eingeschränkte NierenfunktionEine populationspharmakokinetische Analyse deutet darauf hin, dass eine leicht oder mäßigeingeschränkte Nierenfunktion keinen klinisch relevanten Einfluss auf die systemische Exposition von
Inotersen hat. Zu Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen liegen keine Daten vor.
Eingeschränkte LeberfunktionDie Pharmakokinetik von Inotersen bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nichtuntersucht. Inotersen wird nicht primär in der Leber verstoffwechselt, es ist kein Substrat für die
CYP450-Oxidation und wird weitgehend durch Nukleasen in allen Geweben seiner Verteilungmetabolisiert. Daher dürfte die Pharmakokinetik bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktionnicht verändert sein.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
ToxikologieIn Studien zur chronischen Toxizität bei Mäusen, Ratten und Affen wurde ein Rückgang der
Thrombozytenzahl bei Konzentrationen beobachtet, die dem 1,4- bis 2,2-Fachen der AUC beim
Menschen bei der empfohlenen therapeutischen Inotersen-Dosis entsprachen. Starke
Thrombozytenrückgänge in Verbindung mit vermehrten Blutungen oder Blutergüssen wurden beieinzelnen Affen beobachtet. Mit dem Abbruch der Behandlung normalisierte sich die
Thrombozytenzahl wieder, sank jedoch bei Wiederaufnahme der Inotersen-Gabe auf noch niedrigere
Werte ab. Dies deutet auf einen immunologieabhängigen Mechanismus hin.
Eine umfangreiche und anhaltende Aufnahme von Inotersen wurde in verschiedenen Zelltypen inmehreren Organen aller getesteten Tierarten beobachtet, darunter Monozyten/Makrophagen,
Epithelzellen des proximalen Tubulus der Nieren, Kupffer-Zellen der Leber und histiozytische
Zellinfiltrate in Lymphknoten und Injektionsstellen. Bei Konzentrationen, die dem 13,4-Fachen der
AUC beim Menschen bei der empfohlenen therapeutischen Inotersen-Dosis entsprachen, war die
Akkumulation von Inotersen in den Nieren bei Ratten mit einer Proteinurie assoziiert. Darüber hinauswurde bei Mäusen und Ratten ein reduziertes Thymusgewicht aufgrund einer Lymphozytendepletionbeobachtet. Bei Affen wurde in mehreren Organen eine perivaskuläre Zellinfiltration durchlymphohistiozytische Zellen festgestellt. Diese proinflammatorischen Organveränderungen wurden beiallen getesteten Tierarten bei Konzentrationen beobachtet, die dem 1,4- bis 6,6-Fachen der AUC beim
Menschen bei der empfohlenen therapeutischen Dosis entsprachen, und gingen mit erhöhten Wertenverschiedener Plasmazytokine/Chemokine einher.
Genotoxizität/KarzinogenitätInotersen zeigte in vitro und in vivo kein genotoxisches Potenzial und war in transgenen rasH2-
Mäusen nicht krebserregend.
Die subkutane Verabreichung von Inotersen an Sprague-Dawley-Ratten über bis zu 94 Wochen in
Dosen von 0,5 mg, 2 mg und 6 mg/kg/Woche führte zu einer dosisabhängigen Inzidenz vonpleomorphen subkutanen Fibrosarkomen und subkutanen Fibrosarkomen (vom monomorphen Typ)bei 2 mg und 6 mg/kg/Woche an der Injektionsstelle oder im Bereich der Injektionsstelle. Die
Relevanz dieser Befunde für den Menschen wird als gering eingeschätzt.
ReproduktionstoxikologieInotersen zeigte bei etwa dem 3-Fachen der maximal empfohlenen menschlichen Äquivalentdosiskeine Auswirkungen auf die Fertilität, die embryo-fetale oder die postnatale Entwicklung bei Mäusenund Kaninchen. Die Abgabe von Inotersen in die Milch war bei Mäusen gering. Bei Mäusen und
Kaninchen ist Inotersen jedoch nicht pharmakologisch aktiv. Folglich konnten bei diesen
Untersuchungen nur Effekte erfasst werden, die mit der Blutchemie von Inotersen zusammenhängen.
Auch mit einem mausspezifischen Inotersen-Analogon, das mit einer Hemmung der TTR-mRNA-
Expression von ~60 % (individuelle Reduktion im Bereich von bis zu 90 %) assoziiert war, wurde bei
Mäusen keine Wirkung auf die embryonale Entwicklung beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Wasser für Injektionszwecke
Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
5 Jahre.
Tegsedi kann bis zu 6 Wochen ungekühlt bei einer Temperatur unter 30 °C gelagert werden.
Das Arzneimittel muss entsorgt werden, wenn es nicht innerhalb von 6 Wochen verwendet wird.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
1,5 ml Lösung in einer Fertigspritze aus klarem Typ-1-Glas.
Schale mit Abreißfolie.
Packungen mit 1 oder 4 Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungTegsedi muss vor der Anwendung optisch überprüft werden. Die Lösung muss klar und farblos bisschwach gelb sein. Wenn die Lösung trüb ist oder sichtbare Partikel enthält, darf der Inhalt nichtinjiziert werden.
Jede Fertigspritze darf nur einmal verwendet werden und muss anschließend in einer Entsorgungsboxentsorgt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Akcea Therapeutics Ireland Ltd
St. James House,72 Adelaide Road, Dublin 2
D02 Y017, Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/18/1296/001
EU/1/18/1296/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 06. Juli 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. März 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.