Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels STRENSIQ 40mg / ml injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Strensiq 40 mg/ml Injektionslösung
Strensiq 100 mg/ml Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Strensiq 40 mg/ml Injektionslösung
Jeder ml Lösung enthält 40 mg Asfotase alfa*.
Jede Durchstechflasche mit 0,3 ml Lösung enthält 12 mg Asfotase alfa (40 mg/ml).
Jede Durchstechflasche mit 0,45 ml Lösung enthält 18 mg Asfotase alfa (40 mg/ml).
Jede Durchstechflasche mit 0,7 ml Lösung enthält 28 mg Asfotase alfa (40 mg/ml).
Jede Durchstechflasche mit 1,0 ml Lösung enthält 40 mg Asfotase alfa (40 mg/ml).
Strensiq 100 mg/ml Injektionslösung
Jeder ml Lösung enthält 100 mg Asfotase alfa*.
Jede Durchstechflasche enthält 0,8 ml Lösung und 80 mg Asfotase alfa (100 mg/ml).
* hergestellt mittels rekombinanter DNA-Technologie aus einer Säugetierzellkultur mit Ovarialzellendes Chinesischen Hamsters (CHO).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion)
Klare, leicht opaleszierende oder opaleszierende, farblose bis leicht gelbliche, wässrige Lösung; pH-
Wert 7,4. Einige kleine transparente oder weiße Partikel können vorhanden sein.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Strensiq ist indiziert als Langzeit-Enzymersatztherapie bei Patienten, bei denen die Hypophosphatasieim Kindes- und Jugendalter aufgetreten ist, um die Knochenmanifestationen der Krankheit zubehandeln (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie soll von einem in der Behandlung von Patienten mit Stoffwechsel- oder
Knochenerkrankungen erfahrenen Arzt eingeleitet werden.
DosierungFür Asfotase alfa wird ein Dosierungsschema von 2 mg/kg Körpergewicht bei 3 x wöchentlichersubkutaner Injektion oder ein Dosierungsschema von 1 mg/kg Körpergewicht bei 6 x wöchentlichersubkutaner Injektion empfohlen.
Die empfohlene Höchstdosis von Asfotase alfa beträgt 6 mg/kg/Woche (siehe Abschnitt 5.1).
Nähere Einzelheiten sind der nachfolgenden Dosierungstabelle zu entnehmen.
Bei 3 Injektionen pro Woche Bei 6 Injektionen pro Woche
Art der für Art der für
Körper-gewicht Zu injizie- Zu die dierende injizie- Injektion Zu Zu Injektion(kg)
Dosis rendes verwendeten injizierende injizierendes
Volumen Durchstech- Dosis Volumen verwendeten
Durchstech-flasche flasche3 6 mg 0,15 ml 0,3 ml4 8 mg 0,20 ml 0,3 ml5 10 mg 0,25 ml 0,3 ml6 12 mg 0,30 ml 0,3 ml 6 mg 0,15 ml 0,3 ml7 14 mg 0,35 ml 0,45 ml 7 mg 0,18 ml 0,3 ml8 16 mg 0,40 ml 0,45 ml 8 mg 0,20 ml 0,3 ml9 18 mg 0,45 ml 0,45 ml 9 mg 0,23 ml 0,3 ml10 20 mg 0,50 ml 0,7 ml 10 mg 0,25 ml 0,3 ml11 22 mg 0,55 ml 0,7 ml 11 mg 0,28 ml 0,3 ml12 24 mg 0,60 ml 0,7 ml 12 mg 0,30 ml 0,3 ml13 26 mg 0,65 ml 0,7 ml 13 mg 0,33 ml 0,45 ml14 28 mg 0,70 ml 0,7 ml 14 mg 0,35 ml 0,45 ml15 30 mg 0,75 ml 1 ml 15 mg 0,38 ml 0,45 ml16 32 mg 0,80 ml 1 ml 16 mg 0,40 ml 0,45 ml17 34 mg 0,85 ml 1 ml 17 mg 0,43 ml 0,45 ml18 36 mg 0,90 ml 1 ml 18 mg 0,45 ml 0,45 ml19 38 mg 0,95 ml 1 ml 19 mg 0,48 ml 0,7 ml20 40 mg 1,00 ml 1 ml 20 mg 0,50 ml 0,7 ml25 50 mg 0,50 ml 0,8 ml 25 mg 0,63 ml 0,7 ml30 60 mg 0,60 ml 0,8 ml 30 mg 0,75 ml 1 ml35 70 mg 0,70 ml 0,8 ml 35 mg 0,88 ml 1 ml40 80 mg 0,80 ml 0,8 ml 40 mg 1,00 ml 1 ml50 50 mg 0,50 ml 0,8 ml60 60 mg 0,60 ml 0,8 ml70 70 mg 0,70 ml 0,8 ml80 80 mg 0,80 ml 0,8 ml90 90 mg 0,90 ml 0,8 ml (x2)100 100 mg 1,00 ml 0,8 ml (x2)
Verpasste Dosis
Wenn eine Dosis Asfotase alfa verpasst wird, darf nicht die doppelte Dosis injiziert werden, um dieverpasste Dosis nachzuholen.
Spezielle PatientengruppenErwachsene PatientenDie Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und Sicherheit von Asfotase alfa wurde bei
Hypophosphatasie-Patienten > 18 Jahren untersucht. Bei erwachsenen Patienten mit pädiatrischem
Beginn der Hypophosphatasie (HPP) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und5.2).
Ältere PersonenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Asfotase alfa bei älteren Patienten wurde nicht nachgewiesen. Eskönnen daher keine speziellen Dosierungsempfehlungen für diese Patienten gegeben werden.
Eingeschränkte NierenfunktionDie Sicherheit und Wirksamkeit von Asfotase alfa bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktionwurde nicht untersucht. Es können daher keine speziellen Dosierungsempfehlungen für diese Patientengegeben werden.
Eingeschränkte LeberfunktionDie Sicherheit und Wirksamkeit von Asfotase alfa bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktionwurde nicht untersucht. Es können daher keine speziellen Dosierungsempfehlungen für diese Patientengegeben werden.
Art der AnwendungStrensiq darf nur subkutan angewendet werden. Es ist nicht für die intravenöse oder intramuskuläre
Anwendung vorgesehen.
Das pro Injektion applizierte maximale Arzneimittelvolumen darf 1 ml nicht überschreiten. Wennmehr als 1 ml erforderlich ist, können mehrere Injektionen gleichzeitig gegeben werden.
Für die Injektion von Strensiq sind sterile Einwegspritzen und Injektionsnadeln zu verwenden. Das
Spritzenvolumen soll klein genug sein, damit möglichst die exakte verordnete Dosis aus der
Durchstechflasche aufgezogen werden kann.
Die Injektionsstellen sollten regelmäßig gewechselt und sorgfältig auf Anzeichen für mögliche
Reaktionen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Die Patienten können sich die Injektionen nur dann selbst geben, wenn Sie ordnungsgemäß in die
Injektionstechnik eingewiesen worden sind.
Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Schwere oder lebensbedrohliche Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen
Bestandteile, wenn die Überempfindlichkeitsreaktion nicht kontrollierbar ist (siehe Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitEs liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anzeichen und Symptomen,die einer Anaphylaxie entsprechen, bei Patienten vor, die mit Asfotase alfa behandelt wurden (siehe
Abschnitt 4.8). Zu diesen Symptomen gehören Atemnot, Erstickungsgefühl, periorbitales Ödem und
Schwindel. Die Reaktionen sind innerhalb von Minuten nach der subkutanen Anwendung von
Asfotase alfa aufgetreten und können auch bei Patienten vorkommen, die schon länger als 1 Jahrbehandelt werden. Weitere Überempfindlichkeitsreaktionen waren Erbrechen, Übelkeit, Fieber,
Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Reizbarkeit, Schüttelfrost, Hauterythem, Hautausschlag, Juckreizund orale Hypästhesie. Falls es zu solchen Reaktionen kommt, wird empfohlen, die Strensiq-Therapiesofort zu unterbrechen und eine geeignete medizinische Behandlung einzuleiten. Es sind die aktuellenmedizinischen Standardmaßnahmen für die Notfallbehandlung zu beachten.
Nach einer schweren Reaktion sind Nutzen und Risiken einer Wiederaufnahme der Behandlung mit
Asfotase alfa im Einzelfall individuell abzuwägen, wobei auch andere Faktoren zu berücksichtigensind, die zum Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion beitragen können, wie z. B. eine gleichzeitigvorliegende Infektion und/oder eine Antibiotika-Therapie. Wenn entschieden wird, die Behandlungmit dem Arzneimittel wieder aufzunehmen, sollte die erneute Anwendung unter der Aufsicht eines
Arztes erfolgen und es sollte eine angemessene medikamentöse Vorbehandlung in Erwägung gezogenwerden. Bei den Patienten sollten auf wiederkehrende Anzeichen und Symptome einer schweren
Überempfindlichkeitsreaktion geachtet werden.
Die Notwendigkeit zur Überwachung der nachfolgenden Arzneimittelgabe und der Bedarf für eine
Notfalltherapie bei ambulanter Versorgung liegen im Ermessen des behandelnden Arztes.
Eine schwere oder potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeit stellt eine Kontraindikation fürdie Wiederaufnahme der Behandlung dar, wenn die Überempfindlichkeitsreaktion nicht kontrollierbarist (siehe Abschnitt 4.3).
Reaktionen auf die Injektion
Die Anwendung von Asfotase alfa kann zu lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle führen (wie u. a.zu Erythem, Hautausschlag, Hautverfärbung, Pruritus, Schmerzen, Papula, Knötchen, Atrophie), diedefiniert sind als jedes damit verbundene unerwünschte Ereignis, das während der Injektion auftrittoder bis zum Ende des Tages, an dem die Injektion gegeben wurde (siehe Abschnitt 4.8). Einregelmäßiger Wechsel der Injektionsstellen kann dazu beitragen solche Reaktionen zu minimieren.
Die Asfotase alfa-Behandlung soll bei jedem Patienten, der schwere Reaktionen auf die Injektionzeigt, unterbrochen und eine geeignete medizinische Therapie durchgeführt werden.
Lipodystrophie
Bei Patienten, die im Rahmen von klinischen Prüfungen mit Asfotase alfa behandelt wurden, liegen
Berichte über lokale Lipodystrophien, einschließlich Lipoatrophie und Lipohypertrophie, an der
Injektionsstelle vor, die nach einigen Monaten auftraten (siehe Abschnitt 4.8). Den Patienten wirdgeraten, die richtige Injektionstechnik zu beachten und die Injektionsstellen regelmäßig zu wechseln(siehe Abschnitt 4.2).
Kraniosynostose
Aus klinischen Studien mit Asfotase alfa liegen Berichte über das Auftreten einer Kraniosynostose (in
Verbindung mit einer intrakraniellen Druckerhöhung), oder die Verschlechterung einervorbestehenden Kraniosynostose und Auftreten einer Arnold-Chiari-Malformation als unerwünschte
Ereignisse bei Hypophosphatasie-Patienten < 5 Jahren vor. Es liegen keine ausreichenden Daten vor,um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Strensiq und dem
Fortschreiten der Kraniosynostose nachweisen zu können. In der veröffentlichten Fachliteratur ist die
Kraniosynostose als eine Manifestation der Hypophosphatasie dokumentiert. Sie trat bei 61,3 % derbetroffenen Patienten in einer Studie zum natürlichen Verlauf von unbehandelter Hypophosphatasiebei Patienten mit der infantilen Form der Erkrankung zwischen der Geburt und dem vollendeten5. Lebensjahr auf. Eine Kraniosynostose kann zu einer intrakraniellen Druckerhöhung führen. Bei
Hypophosphatasie-Patienten unter 5 Jahren werden daher eine regelmäßige Überwachung (u. a.mittels Funduskopie auf Anzeichen für ein Papillenödem) und eine prompte Intervention bei einerintrakraniellen Druckerhöhung empfohlen.
Ektope Kalzifizierung
In klinischen Studien mit Asfotase alfa wurden bei Patienten mit Hypophosphatasie Kalzifizierungender Augen (Bindehaut und Hornhaut) sowie Nephrokalzinosen beobachtet. Es liegen keineausreichenden Daten vor, um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber
Asfotase alfa und einer ektopen Kalzifizierung nachweisen zu können. In der Fachliteratur sind
Kalzifizierung des Auges (Bindehaut und Hornhaut) und Nephrokalzinose als Manifestationen der
Hypophosphatasie beschrieben. In einer Studie zum natürlichen Verlauf von unbehandelter
Hypophosphatasie bei Patienten mit der infantilen Form der Erkrankung trat eine Nephrokalzinose bei51,6 % der Patienten zwischen der Geburt und dem vollendeten 5. Lebensjahr auf. Für
Hypophosphatasie-Patienten werden daher augenärztliche Untersuchungen und
Ultraschalluntersuchungen der Nieren vor Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständenempfohlen.
Parathormon- und Kalziumspiegel im Serum
Bei Patienten mit Hypophosphatasie können sich die Parathormon-Spiegel im Serum unter der
Behandlung mit Asfotase alfa erhöhen, vor allem in den ersten 12 Wochen der Behandlung. Es wirddaher empfohlen, die Parathormon-Spiegel im Serum und die Kalziumspiegel im Serum von Patientenzu überwachen, die mit Asfotase alfa behandelt werden. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche
Verabreichung von Kalzium und oralem Vitamin D erforderlich sein (siehe Abschnitt 5.1).
Unverhältnismäßige Gewichtszunahme
Bei Patienten kann es zu einer unverhältnismäßigen Gewichtszunahme kommen. Eine Überwachungder Ernährung wird daher empfohlen.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Asfotase alfa durchgeführt. Auf
Grund der Struktur und Pharmakokinetik ist ein Einfluss von Asfotase alfa auf den mit Cytochrom
P-450 verbundenen Stoffwechsel unwahrscheinlich.
Asfotase alfa enthält eine katalytische Domäne der gewebeunspezifischen alkalischen Phosphatase.
Die Anwendung von Asfotase alfa beeinflusst die Ergebnisse von Routinemessungen der
Serumspiegel der alkalischen Phosphatase, wie sie in Kliniklabors durchgeführt werden und führt zu
Messwerten der alkalischen Phosphatase-Aktivität im Serum von mehreren tausend Einheiten pro
Liter. Die Ergebnisse für die Asfotase-alfa-Aktivität dürfen nicht auf die gleiche Weise interpretiertwerden wie die Werte für die Aktivität der alkalischen Phosphatase im Serum, da sich diese Enzymein ihren Merkmalen unterscheiden.
Alkalische Phosphatase (AP) wird in vielen routinemäßigen Labortests als Nachweisreagenzverwendet. Wenn Asfotase alfa in Laborproben enthalten ist, können daraus von der Normabweichende Werte resultieren.
Der behandelnde Arzt sollte das Testlabor darüber informieren, dass der Patient mit einem
Medikament behandelt wird, das die AP-Konzentrationen beeinträchtigen kann. Alternative Tests(d. h. solche, die kein AP-konjugiertes Reportersystem verwenden) können bei Patienten, die mit
Strensiq behandelt werden, in Erwägung gezogen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen nur unzureichende Daten aus der Anwendung von Asfotase alfa bei Schwangeren vor.
Nach wiederholter subkutaner Anwendung im therapeutischen Dosisbereich (> 0,5 mg/kg) beiträchtigen Mäusen war Asfotase alfa in allen getesteten Dosen in den Feten quantifizierbar, was daraufschließen lässt, dass Asfotase alfa durch die Plazentaschranke hindurch transportiert wird. Dietierexperimentellen Studien sind in Bezug auf Reproduktionstoxizität unzureichend (siehe
Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Asfotase alfa während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs gibt nur unzureichende Informationen darüber, ob Asfotase alfa in die Muttermilch ausgeschiedenwird. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen unterbrochen werden oder ob aufdie Behandlung mit Asfotase alfa verzichtet werden bzw. die Behandlung mit Asfotase alfaunterbrochen werden soll. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzender Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätDie durchgeführten präklinischen Fertilitätsstudien ergaben keinen Hinweis auf eine Auswirkung aufdie Fertilität und embryofetale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenStrensiq hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsUnterstützende Sicherheitsdaten zeigen die Exposition von 112 Patienten mit perinataler/infantiler(n=89), juveniler (n = 22) und im Erwachsenenalter aufgetretener HPP (n = 1) (Alter bei
Studieneintritt von 1 Tag bis 66,5 Jahre), die mit Asfotase alfa behandelt wurden, wobei die
Behandlungsdauer von 1 Tag bis 391,9 Wochen [7,5 Jahre]) reichte. Die am häufigsten beobachteten
Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (74 %). Es liegen Meldungen über einigewenige Fälle von anaphylaktoiden Reaktionen/Überempfindlichkeitsreaktionen vor.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen von Asfotase alfa sind nach Systemorganklassen mit den bevorzugten Begriffenund ihrer Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention als sehr häufig (1/10), häufig (1/100, <1/10),gelegentlich (1/1.000, <1/100), selten (1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) aufgeführt. Innerhalbjeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 1: Aus klinischen Prüfungen an Hypophosphatasie-Patienten gemeldete Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeitskategorie Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Häufig Zellulitis an der
Injektionsstelle
Erkrankungen des Blutes und des Häufig Verstärkte Hämatomneigung
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Häufig Anaphylaktoide Reaktionen
Überempfindlichkeit2
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Häufig Hypokalziämie
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Kopfschmerzen
Gefäßerkrankungen Häufig Hitzewallung
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig Orale Hypoästhesie
Übelkeit
Erkrankungen der Haut und des Sehr häufig Erythem
Unterhautzellgewebes Häufig Hautverfärbung
Hauterkrankung (gespannte
Haut)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Sehr häufig Schmerzen in den
Knochenerkrankungen Extremitäten
Häufig Myalgie
Erkrankungen der Nieren- und Häufig Nephrolithiasis
Harnwege
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Reaktionen an der
Beschwerden am Verabreichungsort Injektionsstelle1
Fieber
Reizbarkeit
Häufig Schüttelfrost
Verletzung, Vergiftung und durch Sehr häufig Kontusion
Eingriffe bedingte Komplikationen
Häufig Narbe1- Bevorzugte Begriffe, die als Reaktionen an der Injektionsstelle betrachtet werden, sind imnachfolgenden Abschnitt aufgeführt.2- Bevorzugte Begriffe, die als Überempfindlichkeit betrachtet werden, sind im nachfolgenden
Abschnitt aufgeführt.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der InjektionsstelleReaktionen an der Injektionsstelle (wie z. B. Atrophie, Abszess, Erythem, Hautverfärbung,
Schmerzen, Pruritus, Hautfleck, Schwellung, Prellung, Bluterguss, Lipodystrophien (Lipoatrophieoder Lipohypertrophie), Verhärtung, Reaktion, Knoten, Hautausschlag, Papula, Hämatom,
Entzündung, Urtikaria, Kalzifizierung, Überwärmung, Blutung, Zellulitis, Narbe, Gewebsmasse,
Extravasation, Exfoliation und Blasen an der Injektionsstelle) sind die häufigsten Nebenwirkungen,die bei etwa 74 % der Patienten in klinischen Studien beobachtet wurden. Die meisten Reaktionen ander Injektionsstelle waren leicht und selbstbegrenzend und die Mehrheit davon (> 99 %) wurde alsnicht schwerwiegend eingestuft. Bei der Mehrheit der Patienten, bei denen im Rahmen der klinischen
Studien eine Reaktion an der Injektionsstelle auftrat, erschien diese das erste Mal innerhalb der ersten12 Wochen der Behandlung mit Asfotase alfa. Bei einigen Patienten kam es bis zu einem odermehreren Jahren nach Beginn der Asfotase alfa-Behandlung weiterhin zu Reaktionen an der
Injektionsstelle.
Ein Patient schied aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion der Injektionsstelle aus der Studie aus.
ÜberempfindlichkeitÜberempfindlichkeitsreaktionen sind Erythem/Rötung, Pyrexie/Fieber, Hautausschlag, Pruritus,
Reizbarkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Steifigkeit/Schüttelfrost, orale Hypoästhesie,
Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Tachykardie, Husten sowie Anzeichen und Symptome, die einer
Anaphylaxie entsprechen (siehe Abschnitt 4.4). Es liegen auch einige Berichte über Fälle vonanaphylaktoiden/Überempfindlichkeitsreaktionen vor, die mit Anzeichen und Symptomen von
Atemnot, Erstickungsgefühl, periorbitalem Ödem und Schwindel verbunden waren.
ImmunogenitätDie Möglichkeit von Immunogenität ist gegeben. Von den 109 in die klinischen Prüfungeneingeschlossenen Hypophosphatasie-Patienten, für die Antikörper-Daten nach der
Eingangsuntersuchung vorliegen, wurden 97/109 (89,0 %) irgendwann nach Beginn der Strensiq-
Behandlung positiv auf Antikörper gegen das Arzneimittel getestet. Von diesen 97 Patientenwiederum wiesen 55 (56,7 %) zu irgendeinem Zeitpunkt nach Behandlungsbeginn auchneutralisierende Antikörper auf. Die Antikörper-Reaktion (mit oder ohne Auftreten vonneutralisierenden Antikörpern) war ihrer Natur nach zeitabhängig. In klinischen Studien wurde ein
Einfluss der Entwicklung von Antikörpern auf die klinische Wirksamkeit oder Sicherheit nichtnachgewiesen (siehe Abschnitt 5.2). Daten aus Anwendungsbeobachtungen nach dem
Inverkehrbringen deuten jedoch darauf hin, dass die Entwicklung von Antikörpern einen Einfluss aufdie klinische Wirksamkeit haben könnte.
In den klinischen Prüfungen wurde kein Trend unerwünschter Ereignisse im Zusammenhang mit dem
Antikörperstatus beobachtet. Einige Patienten mit bestätigtem positivem, gegen das Arzneimittelgerichtetem Antikörperstatus zeigten Reaktionen an der Injektionsstelle und/oder eine
Überempfindlichkeit. Es bestand aber im den Verlauf der Studien kein einheitlicher Trend bei der
Häufigkeit dieser Reaktionen zwischen Patienten, bei denen zu einem beliebigen Zeitpunkt Antikörpergegen das Arzneimittel nachgewiesen wurden und Patienten, bei denen über den gesamten
Studienverlauf keine Antikörper gegen das Arzneimittel nachgewiesen wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit einer Überdosierung von Asfotase alfa vor. Die in klinischen
Studien verwendete Höchstdosis von Asfotase alfa beträgt 28 mg/kg/Woche. In klinischen Studienwurde keine dosisabhängige Toxizität oder Änderung des Sicherheitsprofils beobachtet. Daher ließsich bisher keine bestimmte Dosishöhe als Überdosierung definieren. Zur Behandlung von
Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.4 und 4.8.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel,
Enzyme, ATC-Code: A16AB13.
Asfotase alfa ist ein humanes, rekombinantes, gewebeunspezifisches, alkalisches Phosphatase-Fc-
Deca-Aspartat-Fusionsprotein, das in einer gentechnisch veränderten Ovarialzelllinie des
Chinesischen Hamsters exprimiert wird. Asfotase alfa ist ein lösliches Glykoprotein, das zweiidentische Polypeptidketten mit einer Länge von jeweils 726 Aminosäuren umfasst und aus (i) derkatalytischen Domäne der humanen gewebeunspezifischen alkalischen Phosphatase, (ii) der humanen
Immunglobulin-G1-Fc-Domäne und (iii) einer Deca-Aspartat-Peptid-Domäne besteht.
Hypophosphatasie
Hypophosphatasie ist eine seltene, schwere und potenziell tödlich verlaufende, genetisch bedingte
Erkrankung, die durch eine oder mehrere Loss-of-function-Mutationen in dem für diegewebeunspezifische alkalische Phosphatase codierenden Gen verursacht wird. Hypophosphatasie istmit einer Reihe von Knochenmanifestationen assoziiert, einschließlich Rachitis/Osteomalazie, einemveränderten Kalzium- und Phosphat-Stoffwechsel, Wachstums- und Mobilitätsstörungen,
Einschränkungen der Atmung, die eine Beatmungshilfe erforderlich machen können, und Vitamin B6-abhängigen Krampfanfällen.
WirkmechanismusAsfotase alfa ist ein humanes rekombinantes gewebeunspezifisches alkalisches Phosphatase-Fc-Deca-
Aspartat-Fusionsprotein mit enzymatischer Aktivität, das die Skelettmineralisierung bei Patienten mit
Hypophosphatasie fördert.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitStudie ENB-006-09/ENB-008-10
Studie ENB-006-09/ENB-008-10 war eine offene, randomisierte Studie. Dreizehn Patienten wurden indie Studie aufgenommen. Davon schlossen 12 Patienten die Studie ab und 1 brach die Studie ab(früher Studienabbruch wegen einer vorher geplanten elektiven Skoliose-Operation). Bei Abschlussder Studie waren die Patienten im Median über mehr als 76 Monate (6,3 Jahre) behandelt worden(1 bis 79 Monate). Fünf Patienten zeigten vor dem Alter von 6 Monaten Hypophosphatasie-Symptomeund 8 Patienten nach dem Alter von 6 Monaten. Das Alter bei Einschluss in die Studie lag zwischen 6und 12 Jahren und bei Abschluss der Studie zwischen 10 und 18 Jahren. Neun Patienten wurdenwährend der Studie zwischen 13 und 17 Jahre alt.
Die Studie verwendete historische Kontrollen aus dem gleichen Prüfzentrum wie die Patienten, die
Asfotase alfa erhalten hatten und in Bezug auf das klinische Management nach einem vergleichbaren
Prüfplan behandelt worden waren.
Wirkungen von Asfotase alfa auf das radiologische Erscheinungsbild
Geschulte Radiologen beurteilten vor und nach der Ausgangsuntersuchung angefertigte
Röntgenaufnahmen der Handgelenke und Knie von Patienten im Hinblick auf folgende Zeichen:sichtbare Erweiterung der Epiphysenfuge, metaphysäre Auftreibung, Irregularität der provisorischen
Verkalkungszone, metaphysäre Radioluzenzen, metadiaphysäre Sklerose, Osteopenie, metadiaphysäre
Popcorn-artige Verkalkungen, Demineralisierung der distalen Metaphyse, quer verlaufendessubphyseales strahlentransparentes Band und 'Zungen“ von Radioluzenz. Die röntgenologischen
Veränderungen gegenüber der Ausgangsuntersuchung (Baseline) wurden anhand der Ratingskala'Radiographic Global Impression of Change“ (radiographischer globaler Eindruck der Veränderung)wie folgt bewertet: -3=starke Verschlechterung, -2=mittelstarke Verschlechterung, -1=minimale
Verschlechterung, 0=keine Veränderung, +1=minimale Rückbildung, +2=deutliche Rückbildung,+3=fast komplette oder komplette Rückbildung. Die Mehrheit der Patienten, die Asfotase alfaerhielten, zeigten eine Änderung der Scores auf +2 oder +3 im Verlauf der ersten 6 Monate der
Behandlung, die bei fortgesetzter Behandlung erhalten blieb. Die historischen Kontrollen zeigtenkeine Veränderungen im zeitlichen Verlauf.
Knochenbiopsie
Vor der Entnahme einer Knochenbiopsie wurde Tetrazyklin zur Knochenmarkierung in zwei 3-tägigen
Behandlungszyklen (im Abstand von jeweils 14 Tagen) gegeben. Die Knochenbiopsien wurden nacheinem Standardverfahren transiliakal am Beckenkamm entnommen. Zur histologischen Analyse der
Biopsien wurde die Osteomeasure Software (Osteometrics, USA) verwendet. Bei der Wahl der
Nomenklatur, Symbole und Einheiten wurden die Empfehlungen der American Society for Bone and
Mineral Research (Amerikanische Gesellschaft für Knochen und Mineralstoffwechsel) zugrundegelegt. Bei 10 Patienten des Per-Protocol-Kollektivs (ohne die Patienten, die zwischen der
Ausgangsuntersuchung und Woche 24 orale Vitamin-D-Gaben erhalten hatten), die sich vor und nachder Behandlung mit Asfotase alfa der Entnahme einer transiliakalen Knochenbiopsie vom
Beckenkamm unterzogen, ergaben sich folgende Befunde:
- Die mittlere (SD) Osteoiddicke betrug 12,8 (3,5) µm bei der Ausgangsuntersuchung und9,5 (5,1) µm in Woche 24.
- Das mittlere (SD) Osteoidvolumen/Knochenvolumen betrug 11,8 (5.9) % bei der
Ausgangsuntersuchung und 8,6 (7,2) % in Woche 24
- Die mittlere (SD) Verzögerungszeit der Mineralisierung betrug 93 (70) Tage bei der
Ausgangsuntersuchung und 119 (225) Tage in Woche 24.
Wachstum
Die Entwicklung von Körpergröße, Körpergewicht und Kopfumfang wurde auf
Wachstumsdiagrammen festgehalten (als Serie von Perzentilen-Kurven zur Illustration der
Verteilung), die von den 'Centers for Disease Control and Prevention“ (Zentren für
Krankheitskontrolle und Prävention) in den USA herausgegeben werden. Diese Vergleichsdatenbasieren auf einer repräsentativen Stichprobe von gesunden Kindern und sind daher nicht spezifischfür Kinder mit besonderen Behandlungsanforderungen. Sie wurden gewählt, weil keine spezifischen
Wachstumsdiagramme für Kinder mit Hypophosphatasie verfügbar sind.
Von den Patienten, die mit Asfotase alfa behandelt wurden, zeigten 11/13 Patienten ein anhaltendessichtbares Aufholwachstum mit Zunahme der Körpergröße, das sich am Aufstieg in eine höhere
Perzentile auf den CDC-Wachstumsdiagrammen im zeitlichen Verlauf ablesen lässt. 1/13 Patientenzeigten kein diesbezügliches sichtbares Aufholwachstum und für 1 Patienten lagen nicht genügend
Daten für eine Beurteilung vor. Die Entwicklung durch die Tanner-Pubertätsstadien schienangemessen.
Im Beobachtungszeitraum für die historischen Kontrollen zeigte 1/16 Patienten ein sichtbares
Aufholwachstum mit Zunahme der Körpergröße, 12/16 Patienten zeigten kein diesbezügliches
Aufholwachstum und bei 3/16 Patienten erlaubten die Daten keine Schlussfolgerungen.
Manche Patienten benötigten während der Studie eine zusätzliche Verabreichung von oralem
Vitamin D (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8).
Studie ENB-002-08/ENB-003-08
Studie ENB-002-08/ENB-003-08 war eine offene, nicht randomisierte und nicht kontrollierte Studie.
In die ursprüngliche Studie wurden 11 Patienten aufgenommen, von denen 10 in die
Erweiterungsstudie eintraten und 9 die Erweiterungsstudie abschlossen. Bei Abschluss der Studiewaren die Patienten im Median über mehr als 79 Monate (6,6 Jahre) behandelt worden (1 bis> 84 Monate). Die Manifestation der Hypophosphatasie lag bei allen Patienten vor dem Alter von6 Monaten. Das Alter bei Behandlungsbeginn im Rahmen der Studie lag zwischen 0,5 und35 Monaten.7/11 Patienten des kompletten Analysekollektivs erzielten 'Radiographic Global Impression of
Change“-Scores von +2 in Woche 24 verglichen mit den zu Studienbeginn (Baseline) angefertigten
Röntgenaufnahmen. Die Besserung des Schweregrades der Rachitis (gemessen mittels RGI-C-Skala)blieb im Rahmen der Anschlussbehandlung über mindestens 72 Monate bestehen (u.a. bei 4 Patientenmindestens 84 Monate).5/11 Patienten zeigten ein sichtbares Aufholwachstum mit Zunahme der Körpergröße. Bei der letzten
Beurteilung (n = 10, 9 davon wurden mindestens 72 Monate lang behandelt) betrugen die medianen
Verbesserungen des Z-Scores gegenüber dem Ausgangswert 1,93 für das Längen-/Größenwachstumund 2,43 für das Körpergewicht. Die Größenzunahme zeigte sichtbare Fluktuationen, die eventuell dengrößeren Schweregrad der Krankheit und die höhere Morbiditätsrate bei diesen jüngeren Patientenwiderspiegeln.
Studie ENB-010-10
Studie ENB-010-10 war eine kontrollierte, offene Studie an 69 Patienten im Alter von 1 Tag bis72 Monaten mit perinataler/infantiler HPP. Das Durchschnittsalter bei Symptombeginn lag bei1,49 Monaten. Die Patienten erhielten STRENSIQ in den ersten 4 Wochen in einer Dosierung von6 mg/kg pro Woche. Alle Patienten begannen die Studie mit einer Dosis Asfotase alfa von 6 mg/kgpro Woche. Die Dosis wurde bei 11 Patienten während der Studie erhöht. Von diesen 11 Patientenerhielten 9 die Dosiserhöhung speziell zur Verbesserung des klinischen Ansprechens. 38 Patientenwurden über mindestens 2 Jahre (24 Monate) und 6 Patienten über mindestens 5 Jahre (60 Monate)behandelt.
In Woche 48 erreichten 50/69 Patienten (72,5 %) aller behandelten Patienten ('full analysis set“) aufder Ratingskala 'Radiographic Global Impression of Change“ Scores von ≥ 2 und wurden als
Responder betrachtet. Die Besserungen des medianen RGI-C-Scores blieben über die Behandlunghinweg, die zwischen 0,9 und 302,3 Wochen andauerte, erhalten, auch wenn nach Woche 96 Datenvon weniger Patienten vorhanden sind (insgesamt 29 Patienten wurden nach Woche 96 und≤ 8 Patienten nach Woche 192 nachbeobachtet).
Die Entwicklung von Körpergröße, Körpergewicht und Kopfumfang wurde auf
Wachstumsdiagrammen festgehalten (als Serie von Perzentilen-Kurven zur Illustration der
Verteilung), die von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USAherausgegeben werden. Insgesamt 24/69 (35 %) der Patienten zeigten ein sichtbares Aufholwachstummit Zunahme der Körpergröße und 32/69 (46 %) der Patienten zeigten eine sichtbare
Gewichtszunahme. Dies zeigte sich am Aufstieg auf höhere Perzentilen in den CDC-
Wachstumsdiagrammen im zeitlichen Verlauf. 40/69 Patienten bzw. 32/69 Patienten zeigten keinsichtbares Aufholwachstum für Größenwachstum bzw. Körpergewicht. Von 4 Patienten lagen keineausreichenden Daten für eine Beurteilung vor und bei 1 Patienten konnte dies nicht mit Sicherheitbestimmt werden.
Studie ENB-009-10
Studie ENB-009-10 war eine offene, randomisierte Studie. Die Patienten wurden im primären
Behandlungszeitraum randomisiert einer Behandlungsgruppe zugewiesen. Aufgenommen wurden19 Patienten, 14 schlossen die Studie ab und 5 brachen die Studie vorzeitig ab. Bei Abschluss der
Studie waren die Patienten im Median über mehr als 60 Monate behandelt worden (24 bis 68 Monate).
Der Ausbruch der Hypophosphatasie lag bei 4 Patienten vor dem Alter von 6 Monaten, bei14 Patienten zwischen 6 Monaten und 17 Jahren und bei einem Patienten bei über 18 Jahren. Bei
Einschluss in die Studie lag der Altersbereich der Patienten zwischen 13 und 66 Jahren und bei
Abschluss der Studie zwischen 17 und 72 Jahren.
Die an dieser Studie teilnehmenden jugendlichen (und erwachsenen) Patienten zeigten keine sichtbare
Größenzunahme.
Bei den Patienten wurde eine transiliakale Knochenbiopsie am Beckenkamm vorgenommen, der siesich entweder als Teilnehmer der Kontrollgruppe oder vor und nach der Behandlung mit Asfotase alfaunterziehen mussten. Es ergaben sich folgende Befunde:
- Kontrollgruppe mit Standardbehandlung (5 auswertbare Patienten): die mittlere (SD)
Zeitverzögerung der Mineralisierung betrug 226 (248) Tage bei Studienbeginn (Baseline) und304 (211) Tage in Woche 24.
- Behandlungsgruppe mit 0,3 mg/kg/Tag Asfotase alfa (4 auswertbare Patienten): die mittlere(SD) Zeitverzögerung der Mineralisierung betrug 1.236 (1.468) Tage bei Studienbeginn und328 (200) Tage in Woche 48.
- Behandlungsgruppe mit 0,5 mg/kg/Tag Asfotase alfa (5 auswertbare Patienten): die mittlere(SD) Zeitverzögerung der Mineralisierung betrug 257 (146) Tage bei Studienbeginn und130 (142) Tage in Woche 48.
Nach etwa 48 Wochen wurden alle Patienten auf die empfohlene Dosis von 1,0 mg/kg/Tag eingestellt.
Atemunterstützung
In Studie ENB-002-08/ENB-003-08 (11 Patienten) und ENB-010-10 (69 Patienten), die beide offene,nicht randomisierte, nicht kontrollierte Studien an Patienten im Alter von 0,1 bis 312 Wochen bei
Studienbeginn waren, beendeten 69 Patienten die Studien und 11 brachen sie ab. Die Patienten wurdenüber eine mediane Dauer von 27,6 Monaten (1 Tag bis 90 Monate) behandelt. 29 von 80 Patientenbenötigten zu Studienbeginn eine Atemunterstützung:
∙ 16 Patienten benötigten eine invasive Atemunterstützung (Intubation oder Tracheostomie)bei Studienbeginn (ein Patient hatte eine kurze Phase mit nicht invasiver Beatmung zu
Studienbeginn vor dem Transfer).
- 7 Patienten wurden von der invasiven Beatmung entwöhnt (Zeitraum mit Beatmungzwischen 12 und 168 Wochen), 4 Patienten davon benötigten keinerlei
Atemunterstützung mehr und 3 Patienten benötigten stattdessen eine nicht-invasive
Atemunterstützung. Fünf dieser 7 Patienten erreichten einen radiologischen RGI-C
Score ≥ 2.
- 5 Patienten benötigten weiterhin eine invasive Atemunterstützung. 4 davonerreichten einen RGI-C Score < 2.
- 3 Patienten verstarben während sie Atemunterstützung bekamen.
- 1 Patient zog seine Einwilligung zurück.
∙ 13 Patienten benötigten zu Studienbeginn eine nicht-invasive Atemunterstützung.
- 10 Patienten konnten von der Atemunterstützung entwöhnt werden (Zeit mit
Atemunterstützung 3 bis 216 Wochen). 9 dieser 10 Patienten erreichten einen RGI-C-
Score ≥ 2, nur 1 Patient hatte einen RGI-C < 2.
- 2 Patienten benötigten eine invasive Atemunterstützung und bei 1 Patient mussteseine nicht-invasive Atemunterstützung fortgesetzt werden. Alle 3 Patientenverstarben; sie erreichten einen RGI-C-Score < 2.
Der natürliche Verlauf der unbehandelten infantilen Form der Hypophosphatasie lässt auf eine hohe
Mortalität schließen, wenn eine Atemunterstützung erforderlich ist.
Dieses Arzneimittel wurde unter 'außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Das bedeutet, dass esaufgrund der Seltenheit der Erkrankung nicht möglich war, vollständige Informationen zu diesem
Arzneimittel zu erhalten.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird alle neuen Informationen, die verfügbar werden, jährlichbewerten, und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittelsaktualisiert werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Asfotase alfa wurde in einer 1-monatigen multizentrischen, offenen
Dosisfindungsstudie zur Anwendung bei erwachsenen Patienten mit Hypophosphatasie untersucht.
Kohorte 1 (n = 3) der Studie erhielt 3 mg/kg Asfotase alfa intravenös während der ersten Woche,gefolgt von 3 Dosen zu je 1 mg/kg subkutan in jeweils wöchentlichem Abstand von Woche 2 bis 4.
Kohorte 2 (n = 3) erhielt 3 mg/kg Asfotase alfa intravenös während der ersten Woche, gefolgt von3 Dosen zu je 2 mg/kg s.c. in jeweils wöchentlichem Abstand von Woche 2 bis 4. Nach derintravenösen Infusion von 3 mg/kg über 1,08 Stunden lag die mediane Zeit (Tmax) zwischen 1,25 und1,50 Stunden und die mittlere (SD) Cmax lag zwischen 42.694 (8.443) und 46.890 (6.635) E/l bei denuntersuchten Kohorten. Die absolute Bioverfügbarkeit nach der ersten und dritten subkutanen
Anwendung lag zwischen 45,8 und 98,4 % und die mediane Tmax zwischen 24,2 bis 48,1 Stunden.
Nach der wöchentlichen subkutanen Anwendung von 1 mg/kg bei Kohorte 1 betrug die mittlere (SD)
AUC für das Dosierungsintervall (AUC) 66.034 (19.241) und 40.444 (N = 1) U*h/l nach Gabe derersten bzw. der dritten Dosis. Nach der wöchentlichen subkutanen Gabe von 2 mg/kg bei Kohorte 2betrug die mittlere (SD) AUC 138.595 (6.958) und 136.109 (41.875) U*h/l nach der ersten bzw.dritten Dosis.
Die pharmakokinetischen Daten von allen klinischen Prüfungen mit Asfotase alfa wurden nachpopulationspharmakokinetischen Methoden analysiert. Die anhand derpopulationspharmakokinetischen Analyse charakterisierten pharmakokinetischen Parameterrepräsentieren die Gesamtpopulation der Hypophosphatasie-Patienten mit einem Altersbereich von1 Tag bis 66 Jahren, subkutanen Dosen von bis zu 28 mg/kg/Woche und unterschiedlichen Kohortenje nach Krankheitsausbruch. Zu Studienbeginn waren 25 % (15 von 60) des gesamten
Patientenkollektivs Erwachsene (> 18 Jahre). Die absolute Bioverfügbarkeit und Resorptionsrate nachsubkutaner Gabe wurden auf 0,602 (95 % KI: 0,567; 0,638) oder 60,2 % bzw. 0,572 (95 % KI: 0,338;0,967)/Tag oder 57,2 % geschätzt. Die Schätzungen des zentralen und peripheren
Verteilungsvolumens für einen Patienten mit einem Körpergewicht von 70 kg (mit 95 % KI) betrugen5,66 (2,76; 11,6) l bzw. 44,8 (33,2; 60,5) l. Die Schätzungen für die zentrale und periphere Clearancefür einen Patienten mit einem Körpergewicht von 70 kg (mit 95 % KI) betrugen 15,8 (13,2;18,9) l/Tag bzw. 51,9 (44,0; 61,2) l/Tag. Extrinsische Faktoren mit einem Einfluss auf diepharmakokinetische Exposition von Asfotase alfa waren die für die Formulierung spezifische Aktivitätund der Gesamtgehalt an Sialinsäure. Die durchschnittliche (± SD) Eliminationshalbwertszeit nachsubkutaner Anwendung betrug 2,28 ± 0,58 Tage.
Bei erwachsenen Patienten mit pädiatrischem Beginn der HPP stimmte die Pharmakokinetik von
Asfotase alfa in Dosen von 0,5, 2 und 3 mg/kg bei dreimal wöchentlicher Gabe mit der bei Kindernund Jugendlichen mit pädiatrischer HPP überein. Dies bestätigte die zugelassene Dosis von 6 mg/kgpro Woche für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit pädiatrischem Beginn der HPP.
Linearität/Nicht-LinearitätAusgehend von den Ergebnissen der populationspharmakokinetischen Analyse kam man zu dem
Schluss, dass Asfotase alfa in subkutan applizierten Dosen von bis zu 28 mg/kg/Woche eine lineare
Pharmakokinetik zeigt. Das Modell zeigte auf, dass das Körpergewicht einen Einfluss auf die
Clearance von Asfotase alfa und die Parameter für das Verteilungsvolumen hat. Man rechnet mit einer
Zunahme der pharmakokinetischen Exposition bei zunehmendem Körpergewicht. Der Einfluss der
Immunogenität auf die Pharmakokinetik von Asfotase alfa schwankte im zeitlichen Verlauf, wofür dienatürliche Zeitabhängigkeit der Immunogenität verantwortlich ist. Nach Schätzungen soll sie diepharmakokinetische Exposition insgesamt um weniger als 20 % senken.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In präklinischen Sicherheitsstudien an Ratten wurden bei keiner Dosis und bei keiner Anwendungsart
Schadwirkungen, die spezielle Körpersysteme betrafen, festgestellt,
Bei Ratten wurden nach intravenöser Anwendung von Dosen zwischen 1 und 180 mg/kg dosis- undzeitabhängige akute Injektionsreaktionen festgestellt, die transient und selbstbegrenzend waren.
Bei Affen wurden ektope Kalzifizierungen und Reaktionen an der Injektionsstelle beobachtet, wenn
Asfotase alfa subkutan in Tagesdosen von bis zu 10 mg/kg über 26 Wochen gegeben wurde. Diese
Wirkungen blieben auf die Injektionsstellen beschränkt und waren teilweise oder vollständigreversibel.
Es gab keinen Hinweis auf ektope Kalzifizierungen in anderen untersuchten Geweben.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen. Allerdings wurden bei trächtigen Kaninchen, die mitintravenösen Dosen von bis zu 50 mg/kg/Tag Asfotase alfa behandelt wurden, bei bis zu 75 % der
Tiere Antikörper gegen das Arzneimittel gefunden, wodurch der Nachweis einer
Reproduktionstoxizität beeinträchtigt worden sein könnte.
Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Bewertung der Genotoxizität und zum kanzerogenen
Potential von Asfotase alfa durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O
Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
30 Monate
Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für bis zu 3 Stunden bei einer Temperaturzwischen 23 °C und 27 °C nachgewiesen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflasche (Typ I-Glas) mit Butylgummi-Stopfen, Aluminiumsiegel und Flip-off-
Schnappdeckel aus Polypropylen.
Strensiq 40 mg/ml Injektionslösung
Die Durchstechflaschen haben folgendes Füllvolumen: 0,3 ml, 0,45 ml, 0,7 ml und 1,0 ml
Strensiq 100 mg/ml Injektionslösung
Die Durchstechflaschen haben folgendes Füllvolumen: 0,8 ml.
Packungsgrößen zu 1 oder 12 Durchstechflaschen
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungJede Durchstechflasche ist nur für den Einmalgebrauch bestimmt und darf nur einmal durchstochenwerden. Nicht verwendete Lösung in der Durchstechflasche ist zu entsorgen.
Strensiq soll mit sterilen Einwegspritzen und Injektionsnadeln appliziert werden. Das
Spritzenvolumen soll klein genug sein, damit möglichst die exakte verordnete Dosis aus der
Durchstechflasche aufgezogen werden kann. Aseptische Bedingungen sind einzuhalten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Alexion Europe SAS103-105 rue Anatole France92300 Levallois-Perret
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Strensiq 40 mg/ml Injektionslösung
EU/1/15/1015/001
EU/1/15/1015/002
EU/1/15/1015/005
EU/1/15/1015/006
EU/1/15/1015/007
EU/1/15/1015/008
EU/1/15/1015/009
EU/1/15/1015/010
Strensiq 100 mg/ml Injektionslösung
EU/1/15/1015/003
EU/1/15/1015/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. August 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. April 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.