Pharmakotherapeutische Gruppe: Impfstoffe, Varicella-Zoster-Impfstoffe, ATC-Code: J07BK03.
WirkmechanismusShingrix wurde durch die Kombination des VZV-spezifischen Antigens (gE) mit einem
Adjuvanssystem (AS01B) entwickelt, um eine antigenspezifische, zelluläre und humorale
Immunantwort bei Personen nach VZV-Infektion in der Kindheit zu induzieren.
Präklinische Daten zeigen, dass AS01B eine lokale und vorübergehende Aktivierung des angeborenen
Immunsystems durch spezifische molekulare Signalwege induziert. Dies erleichtert die Rekrutierungund Aktivierung von gE-Antigenpräsentierenden Zellen in die Lymphknoten und führt zur Bildungvon gE-spezifischen CD4-positiven T-Zellen und Antikörpern. Der Adjuvans-Effekt von AS01Bresultiert aus dem Zusammenwirken von MPL und QS-21, die in Liposomen formuliert wurden.
Klinische Wirksamkeit von Shingrix
Wirksamkeit gegen Herpes Zoster (HZ) und postzosterische Neuralgie (PZN)
Zwei Placebo-kontrollierte, Beobachter-verblindete Phase-III-Wirksamkeitsstudien wurden mit
Shingrix bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter durchgeführt, die 2 Dosen im Abstand von2 Monaten erhielten:
- In Studie ZOE-50 (Zoster-006) bestand die geimpfte Gesamtkohorte (TVC = 'Total Vaccinated
Cohort“) aus 15 405 Studienteilnehmern im Alter von 50 Jahren und älter, die mindestens eine
Dosis entweder Shingrix (N = 7 695) oder Placebo (N = 7 710) erhielten,
- In Studie ZOE-70 (Zoster-022) bestand die TVC aus 13 900 Studienteilnehmern im Alter von70 Jahren und älter, die mindestens eine Dosis entweder Shingrix (N = 6 950) oder Placebo (N= 6 950) erhielten.
Die Studien waren nicht konzipiert, um die Wirksamkeit in Untergruppen von gebrechlichen
Personen, einschließlich Patienten mit multiplen Komorbiditäten, nachzuweisen. Diese Personenwurden jedoch nicht von den Studien ausgeschlossen.
Zwei Placebo-kontrollierte, Beobachter-verblindete Phase-III-Studien zur Untersuchung der
Wirksamkeit von Shingrix wurden bei immungeschwächten Erwachsenen im Alter von 18 Jahren undälter durchgeführt, die 2 Dosen im Abstand von 1 bis 2 Monaten erhielten:
- In Studie Zoster-002 bestand die TVC aus 1 846 Empfängern von autologen hämatopoetischen
Stammzelltransplantationen (aHSZT), die mindestens eine Dosis entweder Shingrix (N = 922)oder Placebo (N = 924) 50 bis 70 Tage nach der Transplantation erhielten. 21,3 % (Shingrix)bzw. 20,5 % (Placebo) der Studienteilnehmer erhielten von der HSZT bis zu 30 Tage nach derzweiten Dosis mindestens eine immunsuppressive Behandlung (für die Dauer von mindestenseinem Tag) (TVC). Das Verhältnis der Studienteilnehmer aufgeteilt nach Grunderkrankungenbetrug 53,1 % (Shingrix) bzw. 53,4 % (Placebo) mit multiplem Myelom (MM) zu 46,9 %(Shingrix) bzw. 46,6 % (Placebo) mit anderen Diagnosen.
- In Studie Zoster-039 bestand die TVC aus 562 Patienten mit malignen hämatologischen
Erkrankungen, die mindestens eine Dosis entweder Shingrix (N = 283) oder Placebo (N = 279)während einer Krebstherapie (37 %) oder nach Abschluss der Krebstherapie (63 %) erhielten.
Das Verhältnis der Studienteilnehmer aufgeteilt nach Grunderkrankungen betrug 70,7 %(Shingrix) bzw. 71,3 % (Placebo) mit MM und anderen Krankheiten zu 14,5 % (Shingrix) bzw.14,0 % (Placebo) mit B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (B-NHL) und 14,8 % (Shingrix) bzw.14,7 % (Placebo) mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL).
Diese Studien waren nicht konzipiert, um die Auswirkungen der gleichzeitigen Anwendung einerimmunsuppressiven Therapie auf die Wirksamkeit des Impfstoffes oder die Auswirkungenspezifischer immunsuppressiver Behandlungen auf die Wirksamkeit des Impfstoffes zu untersuchen.
Die meisten Geimpften erhielten zum Zeitpunkt der Impfung keine immunsuppressive Therapie (sieheoben). In den untersuchten Populationen wurden nicht alle Methoden der immunsuppressiven
Therapien angewendet.
Die Häufigkeit des Auftretens von HZ und PZN sowie die Wirksamkeit des Impfstoffes wurden in dermodifizierten geimpften Gesamtkohorte (mTVC = 'modified Total Vaccinated Cohort“) untersucht.
Studienteilnehmer, die entweder keine zweite Impfstoffdosis erhielten oder eine bestätigte HZ-
Diagnose innerhalb eines Monats nach der zweiten Dosis hatten, wurden von der Analyseausgeschlossen.
Shingrix senkte die Häufigkeit von HZ im Vergleich zu Placebo signifikant bei:
- Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter (ZOE-50): 6 Fälle gegenüber 210 Fällen;
- Erwachsenen im Alter von 70 Jahren und älter (gepoolte Analyse von ZOE-50 und ZOE-70): 25
Fälle gegenüber 284 Fällen;
- Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter mit aHSZT (Zoster-002): 49 Fälle gegenüber 135
Fällen;
- Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter mit malignen hämatologischen Erkrankungen(Zoster-039): 2 Fälle gegenüber 14 Fällen. Die Wirksamkeit des Impfstoffes wurde post-hocermittelt.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffes gegen HZ sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Wirksamkeit von Shingrix gegen HZ (mTVC)
Shingrix Placebo Wirksamkeit
Alter Anzahl der Inzidenz- Anzahl der Inzidenz- des(Jahre) auswert- Anzahl rate pro auswert- Anzahl rate pro Impfstoffesbaren an HZ- 1000 baren an HZ- 1000 (%)
Studien- Fällen Personen- Studien- Fällen Personen- [95 % KI]teilnehmer jahre teilnehmer jahre
ZOE-50*≥ 50 7 344 6 0,3 7 415 210 9,1 97,2[93,7; 99,0]50 - 59 3 492 3 0,3 3 525 87 7,8 96,6[89,6; 99,4]≥ 60 3 852 3 0,2 3 890 123 10,2 97,6[92,7; 99,6]60 - 69 2 141 2 0,3 2 166 75 10,8 97,4[90,1; 99,7]
ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt**≥ 70 8 250 25 0,8 8 346 284 9,3 91,3[86,8; 94,5]70 - 79 6 468 19 0,8 6 554 216 8,9 91,3[86,0; 94,9]≥ 80 1 782 6 1,0 1 792 68 11,1 91,4[80,2; 97,0]
Zoster-002*** (aHSZT-Empfänger#)≥ 18 870 49 30,0 851 135 94,3 68,2[55,5; 77,6]18 - 49 213 9 21,5 212 29 76,0 71,8[38,7; 88,3]≥ 50 657 40 33,0 639 106 100,9 67,3[52,6; 77,9]
Zoster-039 (Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen#)≥ 18 259 2 8,5 256 14 66,2 87,2****[44,2; 98,6]
KI Konfidenzintervall
* Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 3,1 Jahren
** Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 4,0 Jahren
Daten von Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter stammen aus den vorab festgelegtengepoolten Analysen von ZOE-50 und ZOE-70 (mTVC), da diese Analysen die robustesten Schätzwertefür die Wirksamkeit des Impfstoffes in dieser Altersgruppe liefern.
*** Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 21 Monaten
**** Ermittlung der Wirksamkeit des Impfstoffes erfolgte post-hoc; mediane Nachbeobachtungszeit von 11,1
Monaten# Antivirale Prophylaxe gemäß dem lokalen Therapiestandard war zulässig
Es wurden ungefähr 13 000 Studienteilnehmer mit Grunderkrankungen in die Studien ZOE-50 und
ZOE-70 aufgenommen. Darin eingeschlossen waren Studienteilnehmer mit Erkrankungen, die miteinem höheren Risiko für einen HZ verbunden sind. Eine Post-hoc-Analyse der Wirksamkeit gegenbestätigten HZ, die bei Patienten mit häufigen Erkrankungen (chronische Nierenerkrankung,chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, koronare Herzkrankheit, Depression oder Diabetes mellitus)durchgeführt wurde, zeigt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes der Gesamtwirksamkeit gegen HZentspricht.
Shingrix senkte die Häufigkeit von PZN im Vergleich zu Placebo signifikant bei:
- Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter (ZOE-50): 0 Fälle gegenüber 18 Fällen;
- Erwachsenen im Alter von 70 Jahren und älter (gepoolte Analyse von ZOE-50 und ZOE-70): 4
Fälle gegenüber 36 Fällen;
- Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter mit aHSZT (Zoster-002): 1 Fall gegenüber 9
Fällen.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffes gegen PZN sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3: Wirksamkeit von Shingrix gegen PZN (mTVC)
Shingrix Placebo Wirksamkeit
Alter Anzahl der Inzidenz- Anzahl der Inzidenz- des(Jahre) auswert- Anzahl rate pro auswert- Anzahl rate pro Impfstoffesbaren an PZN*- 1000 baren an PZN- 1000 (%)
Studien- Fällen Personen- Studien- Fällen Personen- [95 % KI]teilnehmer jahre teilnehmer jahre
ZOE-50**≥ 50 7 340 0 0,0 7 413 18 0,6 100[77,1; 100]50 - 59 3 491 0 0,0 3 523 8 0,6 100[40,8; 100]≥ 60 3 849 0 0,0 3 890 10 0,7 100[55,2; 100]§60 - 69 2 140 0 0,0 2 166 2 0,2 100[< 0; 100]
ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt***≥ 70 8 250 4 0,1 8 346 36 1,2 88,8[68,7; 97,1]70 - 79 6 468 2 0,1 6 554 29 1,2 93,0[72,4; 99,2]§≥ 80 1 782 2 0,3 1 792 7 1,1 71,2[< 0; 97,1]
Zoster-002**** (aHSZT-Empfänger#)≥ 18 870 1 0,5 851 9 4,9 89,3[22,5; 99,8]§18 - 49 213 0 0,0 212 1 2,2 100,0[< 0; 100,0]≥ 50 657 1 0,7 639 8 5,8 88,0[10,4; 99,8]
* PZN wurde definiert als Zoster-assoziierter Schmerz, bewertet mit ≥ 3 (auf einer Skala von 0 - 10),persistierend oder nach mehr als 90 Tagen nach Ausbruch des Zoster-Hautausschlags auftretend, unter
Verwendung des 'Zoster Brief Pain Inventory“ (ZBPI)
KI Konfidenzintervall
** Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 4,1 Jahren
*** Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 4,0 Jahren
Daten von Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter stammen aus den vorab festgelegtengepoolten Analysen von ZOE-50 und ZOE-70 (mTVC), da diese Analysen die robustesten Schätzwertefür die Wirksamkeit des Impfstoffes in dieser Altersgruppe liefern.
**** Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 21 Monaten§ statistisch nicht signifikant# Antivirale Prophylaxe gemäß dem lokalen Therapiestandard war zulässig
Der Nutzen von Shingrix bei der Vorbeugung von PZN kann auf die Wirkung des Impfstoffes zur
Vorbeugung von HZ zurückgeführt werden. Eine weitere Verringerung der PZN-Häufigkeit bei
Studienteilnehmern mit bestätigtem HZ konnte aufgrund der begrenzten Anzahl von HZ-Fällen in der
Impfstoffgruppe nicht nachgewiesen werden.
Im vierten Jahr nach der Impfung war die Wirksamkeit gegen HZ bei Studienteilnehmern im Alter von50 Jahren und älter (ZOE-50) 93,1 % (95 % KI: 81,2; 98,2) und bei Studienteilnehmern im Alter von70 Jahren und älter (ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt) 87,9 % (95 % KI: 73,3; 95,4).
Die Schutzdauer über 4 Jahre hinaus wird derzeit untersucht.
In Studie Zoster-002 betrug die Wirksamkeit gegen HZ während einer Nachbeobachtungszeit, die 1
Monat nach der zweiten Dosis begann (entspricht etwa 6 Monate nach aHSZT) und bis 1 Jahr nach deraHSZT, wenn das Risiko für HZ am höchsten ist, dauerte, 76,2 % (95 % KI: 61,1; 86,0).
Wirksamkeit gegen andere HZ-bedingte Komplikationen neben PZN
Es wurden folgende andere HZ-bedingte Komplikationen (neben PZN) ausgewertet: HZ-Vaskulitis,
Dissemination, Augenerkrankung, neurologische Erkrankung einschließlich Schlaganfall und viszerale
Erkrankung. In der gepoolten Analyse von ZOE-50 und ZOE-70 reduzierte Shingrix diese HZ-bedingten Komplikationen signifikant bei Studienteilnehmern im Alter von 50 Jahren und älter um93,7 % (1 Fall gegenüber 16 Fällen; 95 % KI: 59,5; 99,9) sowie bei Studienteilnehmern im Alter von70 Jahren und älter um 91,6 % (1 Fall gegenüber 12 Fällen; 95 % KI: 43,3; 99,8). Während dieser
Studien wurden keine Fälle von viszeraler Erkrankung oder Schlaganfall berichtet.
In Studie Zoster-002 reduzierte Shingrix die HZ-bedingten Komplikationen bei aHSZT-Empfängernim Alter von 18 Jahren und älter signifikant um 77,8 % (95 % KI: 19,0; 96,0) (3 Fälle gegenüber 13
Fällen).
Darüber hinaus reduzierte Shingrix in Studie Zoster-002 die HZ-bedingten Krankenhausaufenthaltesignifikant um 84,7 % (95 % KI: 32,1; 96,6) (2 Fälle gegenüber 13 Fällen).
Wirkung von Shingrix auf HZ-bedingte Schmerzen
Insgesamt zeigte sich in den Studien ZOE-50 und ZOE-70 bei den mit Shingrix geimpften
Studienteilnehmern ein allgemeiner Trend zu weniger schwerwiegenden HZ-bedingten Schmerzen im
Vergleich zu Studienteilnehmern, die Placebo erhielten. Infolge der hohen Impfstoffwirksamkeitgegen HZ kam es nur zu einer geringen Anzahl von Durchbruchserkrankungen, so dass keineeindeutigen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Studienziele gemacht werden konnten.
Bei Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter mit mindestens einer bestätigten HZ-Episode(ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt) reduzierte Shingrix signifikant den Einsatz HZ-bedingter
Schmerzmedikation um 39,0 % (95 % KI: 11,9; 63,3) sowie die Dauer des Einsatzes von
Schmerzmitteln um 50,6 % (95 % KI: 8,8; 73,2). Die mediane Dauer des Schmerzmitteleinsatzes beibestätigten HZ-Episoden betrug 32,0 Tage in der Shingrix-Gruppe und 44,0 Tage in der Placebo-
Gruppe.
Bei Studienteilnehmern mit mindestens einer bestätigten HZ-Episode reduzierte Shingrix signifikantden maximalen durchschnittlichen Schmerzwert gegenüber Placebo über die gesamte HZ-Episode(Mittelwert bei Studienteilnehmern im Alter von 50 Jahren und älter (ZOE-50) = 3,9 gegenüber 5,5; P-
Wert = 0,049 sowie Mittelwert bei Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter (ZOE-50 und
ZOE-70 gepoolt) = 4,5 gegenüber 5,6; P-Wert = 0,043). Darüber hinaus reduzierte Shingrix bei
Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter (ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt) signifikant denmaximalen schlechtesten Schmerzwert gegenüber Placebo über die gesamte HZ-Episode (Mittelwert =5,7 gegenüber 7,0; P-Wert = 0,032).
Der Wert für die Krankheitslast ('Burden of illness“ = BOI) verbindet die Häufigkeit von HZ mit der
Schwere und Dauer akuter und chronischer HZ-bedingter Schmerzen über einen Zeitraum von6 Monaten nach Beginn des Ausschlags.
Die Wirksamkeit von Shingrix bei der Reduktion der Krankheitslast betrug 98,4 % (95 % KI: 92,2;100) bei Studienteilnehmern im Alter von 50 Jahren und älter (ZOE-50) sowie 92,1 % (95 % KI: 90,4;93,8) bei Studienteilnehmern im Alter von 70 Jahren und älter (ZOE-50 und ZOE gepoolt).
In Studie Zoster-002 reduzierte Shingrix die Dauer schwerwiegender 'schlimmster“ HZ-assoziierter
Schmerzen bei aHSZT-Empfängern im Alter von 18 Jahren und älter mit mindestens einer bestätigten
HZ-Episode signifikant um 38,5 % (95 % KI: 11,0; 57,6). Shingrix reduzierte signifikant denmaximalen durchschnittlichen Schmerzwert gegenüber Placebo über die gesamte HZ-Episode(Mittelwert = 4,7 gegenüber 5,7; P-Wert = 0,018) und den maximalen schlechtesten Schmerzwertgegenüber Placebo über die gesamte HZ-Episode (Mittelwert = 5,8 gegenüber 7,1; P-Wert = 0,011).
Der Anteil der Studienteilnehmern mit mindestens einer bestätigten HZ-Episode in Studie Zoster-002,die mindestens ein Schmerzmittel verwendeten, betrug 65,3 % in der Shingrix-Gruppe und 69,6 % inder Placebo-Gruppe. Die mediane Dauer des Schmerzmitteleinsatzes betrug 21,5 Tage in der Shingrix-
Gruppe und 47,5 Tage in der Placebo-Gruppe.
Darüber hinaus betrug in Studie Zoster-002 die Wirksamkeit von Shingrix bei der Reduktion der
Krankheitslast 82,5 % (95 % KI: 73,6; 91,4).
Immunogenität von Shingrix
Ein immunologisches Schutz-Korrelat ist nicht etabliert. Die Höhe der Immunantwort, der Schutzgegen HZ bietet, ist daher nicht bekannt.
Bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter wurde die Immunantwort auf 2 Dosen Shingrix,verabreicht im Abstand von 2 Monaten, in einer Untergruppe von Studienteilnehmern aus den Phase-
III-Wirksamkeitsstudien ZOE-50 (humorale Immunogenität und zellvermittelte Immunogenität) und
ZOE-70 (humorale Immunogenität) untersucht.
Die durch Shingrix hervorgerufenen gE-spezifischen humoralen und zellvermittelten Immunantwortensind in Tabelle 4 bzw. Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 4: Humorale Immunogenität von Shingrix bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter(ATP-Kohorte für Immunogenität)
Anti-gE-Immunantwort^
Monat 3* Monat 38**
Mediane Mediane
Alters- Erhöhung der Erhöhung dergruppe GMC (mIE/ml) Konzentrationen GMC (mIE/ml) Konzentrationen(Jahre) N (95 % KI) gegenüber dem N
Zeitpunkt vor (95 % KI) gegenüber dem
Zeitpunkt vorder Impfung der Impfung(Q1; Q3) (Q1; Q3)
ZOE-5052 376,6 11 919,6≥ 50 1 070 (50 264,1; 41,9(20,8; 86,9) 967 (11 345,6; 9,354 577,9) 12 522,7) (4,9; 19,5)
ZOE-50 und ZOE-70 gepoolt49 691,5 10 507,7≥ 70 742 (47 250,8; 34,3(16,7; 68,5) 648 (9 899,2; 7,252 258,2) 11 153,6) (3,5; 14,5)
ATP 'According-To-Protocol“^ Anti-gE-Immunantwort = Anti-gE-Antikörperspiegel, gemessen durch Anti-gE 'enzyme-linkedimmunosorbent assay“ (gE ELISA)
* Monat 3 = 1 Monat nach der zweiten Dosis
** Monat 38 = 3 Jahre nach der zweiten Dosis
N Anzahl der auswertbaren Studienteilnehmer zum angegebenen Zeitpunkt (für die GMC)
KI Konfidenzintervall
GMC Geometrische mittlere Anti-gE-Antikörperkonzentration
Q1; Q3 erstes und drittes Quartil
Tabelle 5: Zellvermittelte Immunogenität von Shingrix bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren undälter (ATP-Kohorte für Immunogenität)gE-spezifische CD4[2+]-T-Zell-Antwort^
Monat 3* Monat 38**
Mediane Mediane
Alters- Erhöhung der Erhöhung dergruppe Mediane Häufigkeit Mediane Häufigkeit(Jahre) N Häufigkeit gegenüber dem N Häufigkeit gegenüber dem(Q1; Q3) Zeitpunkt vor (Q1; Q3) Zeitpunkt vorder Impfung der Impfung(Q1; Q3) (Q1; Q3)
ZOE-501 844,1≥ 50 164 (1 253,6; 24,6 738,9 7,92 932,3) (9,9; 744,2) 152 (355,7; 1 206,5) (2,7; 31,6)≥ 70*** 52 1 494,6 33,2 480,2 7,3(922,9; 2 067,1) (10,0; 1 052,0) 46 (196,1; 972,4) (1,7; 31,6)
ATP 'According-To-Protocol“^ gE-spezifische CD4[2+]-T-Zell-Antwort = gE-spezifische CD4+-T-Zellaktivität, gemessen durchintrazelluläre Cytokin-Färbung (ICS) (CD4[2+]-T-Zellen = CD4+-T-Zellen, die mindestens 2 von 4ausgewählten Immunmarkern exprimieren)
* Monat 3 = 1 Monat nach der zweiten Dosis
** Monat 38 = 3 Jahre nach der zweiten Dosis
N Anzahl der auswertbaren Studienteilnehmer zum angegebenen Zeitpunkt (für die mediane Häufigkeit)
Q1; Q3 erstes und drittes Quartil
*** die gE-spezifische CD4[2+]-Daten in der Altersgruppe der Studienteilnehmer im Alter von 70 Jahren undälter wurden nur in ZOE-50 generiert, da die CD4+-T-Zellaktivität in ZOE-70 nicht untersucht wurde.
Daten aus einer unverblindeten, einarmigen klinischen Phase-II-Nachverfolgungsstudie mit
Erwachsenen im Alter von 60 Jahren und älter (Zoster-024) zeigen, dass die Impfstoff-induzierte
Immunantwort (humorale und zellvermittelte Immunogenität) nach dem 0, 2-Monate-Impfschema biszu 6 Jahre persistiert (N = 119). Die mediane Anti-gE-Antikörperkonzentration war mehr als 7-fachüber der medianen Konzentration zum Zeitpunkt vor der Impfung. Die mediane Häufigkeit von gE-spezifischen CD4[2+]-T-Zellen war mehr als das 3,7-fache über der medianen Häufigkeit zum
Zeitpunkt vor der Impfung.
Bei immungeschwächten Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter wurden die humorale
Immunogenität und zellvermittelte Immunogenität von 2 Dosen Shingrix, verabreicht im Abstand von1 bis 2 Monaten, wie folgt untersucht:
- In der Phase I/II-Studie Zoster-015 bei HIV-infizierten Studienteilnehmern, von denen die
Mehrzahl (76,42 %) unter antiretroviraler Therapie (mindestens ein Jahr lang) mit einer CD4-T-
Zellzahl von ≥ 200/mm3 stabil war;
- In der Phase II/III-Studie Zoster-028 bei Patienten mit soliden Tumoren, die sich einer
Chemotherapie unterzogen;
- In den drei Phase-III-Studien Zoster-002 bei aHSZT-Empfängern, die nach der Transplantationgeimpft wurden, Zoster-039 bei Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, diewährend der Krebstherapie oder nach Abschluss der Krebstherapie geimpft wurden und Zoster-041 bei Nierentransplantat-Empfängern, die zum Zeitpunkt der Impfung eine chronischeimmunsuppressive Behandlung erhielten.
Die durch Shingrix hervorgerufenen gE-spezifischen humoralen und zellvermittelten Immunantwortenin allen untersuchten, immungeschwächten Populationen sind in Tabelle 6 bzw. Tabelle 7 dargestellt.
Tabelle 6: Humorale Immunogenität von Shingrix bei immungeschwächten Erwachsenen im Altervon 18 Jahren und älter (ATP-Kohorte für Immunogenität)
Anti-gE-Immunantwort^
Monat 3 Monat 13/18/25
Mediane Erhöhung Mediane Erhöhungder Konzentrationen der Konzentrationen
N GMC (mIE/ml) gegenüber dem GMC (mIE/ml) gegenüber dem(95 % KI) Zeitpunkt vor der N (95 % KI) Zeitpunkt vor der
Impfung Impfung(Q1; Q3) (Q1; Q3)
Zoster-002 (aHSZT-Empfänger)
Monat 13: Monat 13:54 3 183,8 2,782 12 753,2 14,1 (1 869,8; 5 421,2) (1,0; 24,0)(7 973,0; 20 399,4) (1,7; 137,0) Monat 25: Monat 25:
39 2 819,0 1,3(1 387,1; 5 729,1) (0,6; 44,7)
Zoster-028 (Patienten mit soliden Tumoren)18 291,7 Monat 13: Monat 13:
87 (14 432,1; 21,523 183,5) (7,0; 45,2) 68 4 477,3 4,1(3 482,4; 5 756,3) (2,1; 7,9)
Zoster-039 (Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen)13 445,6 Monat 13: Monat 13:
217 (10 158,9; 17,217 795,6) (1,4; 87,4) 167 5 202,7 5,1(4 074,8; 6 642,8) (1,1; 17,0)
Zoster-041 (Nierentransplantat-Empfänger)19 163,8 15,1 Monat 13: Monat 13:
121 (15 041,5; (6,1; 35,0) 111 8 545,1 6,524 416,0) (6 753,7; 10 811,5) (3,1; 13,3)
Zoster-015 (HIV-infizierte Studienteilnehmer)42 723,6 Monat 18: Monat 18:
53 (31 233,0; 40,958 441,6) (18,8; 93,0) 49 25 242,2 24,0(19 618,9; 32 477,3) (9,8; 39,7)
ATP 'According-To-Protocol“^ Anti-gE-Immunantwort = Anti-gE-Antikörperspiegel, gemessen durch Anti-gE 'enzyme-linkedimmunosorbent assay“ (gE ELISA)
N Anzahl der auswertbaren Studienteilnehmer zum angegebenen Zeitpunkt (für die GMC)
KI Konfidenzintervall
GMC Geometrische mittlere Anti-gE-Antikörperkonzentration
Q1; Q3 erstes und drittes Quartil
In Studie Zoster-028 betrug die GMC 1 Monat nach der zweiten Dosis 22 974,3 (19 080,0; 27 663,5)in der Gruppe, die die erste Dosis Shingrix mindestens 10 Tage vor Beginn eines
Chemotherapiezyklus erhielt (PreChemo-Gruppe), und 9 328,0 (4 492,5; 19 368,2) in der Gruppe, diedie erste Dosis Shingrix gleichzeitig mit dem Chemotherapiezyklus erhielt (OnChemo-Gruppe).
In Studie Zoster-039 betrug die GMC 1 Monat nach der zweiten Dosis 19 934,7 (14 674,1; 27 081,2)in der Gruppe, die die erste Dosis Shingrix nach Abschluss der Krebstherapie erhielt, und 5 777,4(3 342,5; 9 985,9) in der Gruppe, die die erste Dosis Shingrix während der Krebstherapie erhielt.
Die klinische Relevanz hinsichtlich der kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Wirksamkeit istnicht bekannt.
Tabelle 7: Zellvermittelte Immunogenität von Shingrix bei immungeschwächten Erwachsenen im
Alter von 18 Jahren und älter (ATP-Kohorte für Immunogenität)gE-spezifische CD4[2+]-T-Zell-Antwort^
Monat 3 Monat 13/18/25
Mediane Erhöhung Mediane Erhöhung
Mediane der Häufigkeit der Häufigkeit
N Häufigkeit gegenüber dem Mediane gegenüber dem(Q1; Q3) Zeitpunkt vor der N Häufigkeit
Impfung (Q1; Q3) Zeitpunkt vor der
Impfung(Q1; Q3) (Q1; Q3)
Zoster-002 (aHSZT-Empfänger)
Monat 13: Monat 13:32 1 706,4 43,66 644,9 109,0 (591,4; 5 207,0) (13,1; 977,8)51 (1 438,3; 13 298,6) (34,4; 2 716,4) Monat 25: Monat 25:
30 2 294,4 50,9(455,2; 3 633,2) (15,3; 515,2)
Zoster-028* (Patienten mit soliden Tumoren)778,8 4,9 Monat 13: Monat 13:22 (393,1; 1 098,2) (1,7; 33,0) 18 332,9 2,0(114,9; 604,6) (1,3; 5,2)
Zoster-039 (Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen)3 081,9 45,9 Monat 13: Monat 13:53 (1 766,2; 7 413,6) (16,4; 2 221,9) 44 1 006,7 21,4(416,0; 3 284,5) (7,5; 351,4)
Zoster-041 (Nierentransplantat-Empfänger)32 2 149,0 47,7 Monat 13: Monat 13:
(569,4; 3 695,1) (14,7; 439,6) 33 1 066,3 16,9(424,8; 1 481,5) (5,9; 211,4)
Zoster-015 (HIV-infizierte Studienteilnehmer)2 809,7 23,4 Monat 18: Monat 18:41 (1 554,5; 4 663,7) (8,5; 604,1) 49 1 533,0 12,0(770,0; 2 643,1) (5,7; 507,0)
ATP 'According-To-Protocol“^ gE-spezifische CD4[2+]-T-Zell-Antwort = gE-spezifische CD4+-T-Zellaktivität, gemessen durchintrazelluläre Cytokin-Färbung (ICS) (CD4[2+]-T-Zellen = CD4+-T-Zellen, die mindestens 2 von 4ausgewählten Immunmarkern exprimieren)
N Anzahl der auswertbaren Studienteilnehmer zum angegebenen Zeitpunkt (für die mediane Häufigkeit)
Q1; Q3 erstes und drittes Quartil
* Blut für die zellvermittelte Immunogenität wurde nur von der Gruppe von Studienteilnehmern gesammelt,die 8 bis 30 Tage vor Beginn eines Chemotherapiezyklus die erste Dosis Shingrix erhielten (welche diegrößte Gruppe der Studie war).
Immunogenität bei Studienteilnehmern, die 2 Dosen Shingrix im Abstand von 6 Monaten erhielten
Die Wirksamkeit von Shingrix wurde für das 0, 6-Monate-Impfschema nicht untersucht.
In einer unverblindeten klinischen Phase-III-Studie (Zoster-026) wurden 238 Studienteilnehmer im
Alter von 50 Jahren und älter randomisiert, die 2 Dosen Shingrix im Abstand von entweder 2 oder 6
Monaten erhielten (0, 2-Monate- oder 0, 6-Monate-Impfschema). Es wurde gezeigt, dass die humorale
Immunantwort nach dem 0, 6-Monate-Impfschema der Antwort nach dem 0, 2-Monate-Impfschemanicht unterlegen war. Die Anti-gE-Antikörperkonzentration betrug 1 Monat nach der letzten
Impfstoffdosis 38 153,7 mIE/ml (95 % KI: 34 205,8; 42 557,3) nach dem 0, 6-Monate-Impfschemasowie 44 376,3 mIE/ml (95 % KI: 39 697,0; 49 607,2) nach dem 0, 2-Monate-Impfschema.
Studienteilnehmer mit HZ vor der Impfung in der Anamnese
Studienteilnehmer mit HZ in der Anamnese wurden aus ZOE-50 und ZOE-70 ausgeschlossen. In einernicht kontrollierten, unverblindeten klinischen Phase-III-Studie (Zoster-033) erhielten 96
Studienteilnehmer im Alter von 50 Jahren und älter mit einem ärztlich dokumentierten HZ in der
Anamnese 2 Dosen Shingrix im Abstand von 2 Monaten. Eine Bestätigung der HZ-Fälle durch
Laboruntersuchungen war nicht Bestandteil der Studie. Die Anti-gE-Antikörperkonzentration betrug 1
Monat nach der letzten Impfstoffdosis 47 758,7 mIE/ml (95 % KI: 42 258,8; 53 974,4).
Es gab 9 Berichte eines Verdachts auf HZ bei 6 Studienteilnehmern innerhalb einer
Nachbeobachtungsdauer von einem Jahr. Dies ist eine höhere Rezidivrate als allgemein in
Beobachtungsstudien bei ungeimpften Personen mit HZ in der Anamnese berichtet (siehe Abschnitt4.4).
Immunogenität bei Personen, die früher mit einem attenuierten Herpes-Zoster (HZ)-Lebendimpfstoffgeimpft wurden
In einer unverblindeten, multizentrischen klinischen Phase-III-Studie (Zoster-048) wurde ein
Impfschema mit 2 Dosen Shingrix im Abstand von 2 Monaten bei 215 Studienteilnehmern im Altervon 65 Jahren und älter mit früherer Impfung mit einem attenuierten HZ-Lebendimpfstoff 5 oder mehr
Jahre zuvor im Vergleich zu 215 entsprechenden Studienteilnehmern untersucht, die nie zuvor miteinem attenuierten HZ-Lebendimpfstoff geimpft wurden. Die Immunantwort auf Shingrix wurdedurch eine frühere Impfung mit einem attenuierten HZ-Lebendimpfstoff nicht beeinflusst.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Shingrix eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zur
Vorbeugung von Varicella-Zoster-Virus-Reaktivierung gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).