Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NEVIRAPINA TEVA 200mg tabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Nevirapin Teva 200 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Tablette enthält 200 mg Nevirapin (wasserfrei).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Tablette enthält 168 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette
Weiße, ovale, bikonvexe Tabletten. Eine Seite enthält eine Prägung mit 'N“, einer Bruchkerbe und'200“. Die andere Seite hat eine Bruchkerbe. Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette für einerleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Nevirapin Teva ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von
HIV-1-infizierten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern jeden Alters indiziert (siehe Abschnitt4.2).
Die meisten Erkenntnisse beziehen sich auf Nevirapin in Kombination mit nukleosidischen Reverse-
Transkriptase-Hemmern. Die Entscheidung, welche Therapie nach einer Behandlung mit Nevirapingewählt wird, sollte auf klinische Erfahrung und Resistenztestung basieren (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Nevirapin Teva ist von Ärzten zu verordnen, die mit der Behandlung der HIV-Infektion Erfahrunghaben.
DosierungPatienten ab 16 Jahre und älter
Die für Nevirapin Teva empfohlene Dosis ist eine 200 mg Tablette täglich während der ersten 14 Tage(diese Einleitungsphase sollte beachtet werden, da dadurch die Häufigkeit des Auftretens von
Hautausschlag verringert wird), gefolgt von einer 200 mg Tablette zweimal täglich, in Kombinationmit mindestens zwei weiteren antiretroviral wirksamen Substanzen.
Für Patienten, die keine Tabletten einnehmen können oder unter 50 kg wiegen bzw. deren
Körperoberfläche nach der Mosteller-Formel unter 1,25 m2 liegt, stehen andere Nevirapin enthaltende
Formulierungen zum Einnehmen zur Verfügung, die gegebenenfalls verwendet werden sollten.
Wird innerhalb von 8 Stunden nach der gewohnten Einnahmezeit bemerkt, dass eine Dosis vergessenwurde, sollte der Patient die vergessene Dosis so bald wie möglich einnehmen. Wenn eine Dosisvergessen wird und dies mehr als 8 Stunden später bemerkt wird, sollte der Patient die nächste Dosiszur gewohnten Zeit einnehmen.
Empfehlungen zur Dosisanpassung
Bei Patienten, bei denen während der 14-tägigen Einleitungsphase, in der 200 mg/Tag angewendetwerden, ein Hautausschlag auftritt, darf die Nevirapin Teva Dosis erst erhöht werden, wenn der
Hautausschlag sich vollständig zurückgebildet hat. Isoliert auftretender Hautausschlag ist engmaschigzu überwachen (siehe Abschnitt 4.4). Das Dosierungsschema mit 1 x täglich 200 mg sollte nicht übereinen Zeitraum von mehr als 28 Tagen fortgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt sollte eine alternative
Behandlung aufgrund des möglichen Risikos von Unterdosierung und Resistenz gewählt werden.
Patienten, die die Nevirapin-Therapie länger als 7 Tage unterbrechen, nehmen die Behandlung gemäßdem empfohlenen Dosierungsschema unter Einhaltung der 14-tägigen Einleitungsphase wieder auf.
Es gibt toxische Wirkungen, die ein Absetzen von Nevirapin Teva erfordern (siehe Abschnitt 4.4).
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenNevirapin wurde an Patienten über 65 Jahre nicht speziell untersucht.
NierenfunktionsstörungFür Patienten mit Nierenfunktionsstörung, die eine Dialyse benötigen, wird eine zusätzliche
Nevirapin-Dosis zu 200 mg nach jeder Dialysebehandlung empfohlen. Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance ≥ 20 ml/min benötigen keine Dosisanpassung (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungNevirapin darf bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C, siehe Abschnitt 4.3)nicht angewendet werden. Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheNevirapin Teva 200 mg Tabletten sind gemäß dem vorstehend beschriebenen Dosierschema auchgeeignet für größere Kinder und insbesondere Jugendliche unter 16 Jahren mit einem Körpergewichtüber 50 kg oder einer Körperoberfläche über 1,25 m2 entsprechend der Mosteller-Formel.
Art der AnwendungDie Tabletten sind unzerkaut und ungeteilt mit Flüssigkeit einzunehmen. Nevirapin Teva kann zu oderunabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Wiederaufnahme der Einnahme bei Patienten, bei denen die Behandlung wegen schweren
Hautausschlages, wegen Hautausschlages zusammen mit anderen körperlichen Symptomen,
Überempfindlichkeitsreaktionen oder klinisch manifester Hepatitis im Zusammenhang mit Nevirapinabgebrochen wurde.
Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh C) oder vorbestehenden
Serumspiegeln von Aspartat-Aminostransferase (ASAT) oder Alanin-Aminotransferase (ALAT) vonmehr als dem 5fachen der Obergrenze des Normalbereichs, bis sich die Ausgangswerte von
ASAT/ALAT unter dem 5fachen der Obergrenze des Normalbereichs stabilisiert haben.
Wiederaufnahme der Einnahme bei Patienten, deren ASAT- oder ALAT-Serumspiegel während einer
Nevirapin-Behandlung mehr als das 5fache der Obergrenze des Normalbereichs aufwies und bei denennach erneuter Gabe von Nevirapin wieder von der Norm abweichende Leberfunktionswerte auftraten(siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitige Anwendung von pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum)enthalten, da das Risiko reduzierter Plasmakonzentrationen und verminderter klinischer Wirkungenvon Nevirapin besteht (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nevirapin Teva sollte ausschließlich zusammen mit wenigstens zwei antiretroviral wirksamen
Substanzen verwendet werden (siehe Abschnitt 5.1).
Nevirapin Teva darf nicht als alleiniger antiretroviraler Wirkstoff angewendet werden, da die
Monotherapie mit jedem antiretroviralem Arzneimittel erwiesenermaßen zu viraler Resistenzführt.
Die ersten 18 Wochen einer Behandlung mit Nevirapin sind ein kritischer Zeitraum, währenddessen eine engmaschige Überwachung der Patienten erforderlich ist, um das potentielle
Auftreten von schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Auswirkungen auf die Haut (einschließlich
Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN)) undschwerwiegender Hepatitis bzw. Leberversagen frühzeitig zu entdecken. Das größte Risiko fürdas Auftreten von unerwünschten Wirkungen auf Leber und Haut besteht in den ersten6 Wochen der Therapie. Das Risiko für unerwünschte hepatische Ereignisse besteht jedoch auchüber diesen Zeitraum hinaus und die Überwachung sollte in kurzen Intervallen fortgesetztwerden. Bei Frauen und bei erhöhten CD4-Zellzahlen (> 250 Zellen/mm3 bei erwachsenen
Frauen und > 400 Zellen/mm3 bei erwachsenen Männern) zu Beginn der Nevirapin-Behandlungbesteht ein erhöhtes Risiko für unerwünschte hepatische Ereignisse, wenn bei ihnen zu
Behandlungsbeginn im Plasma ≥ 50 HIV-1-RNA Kopien/ml nachweisbar sind. Daschwerwiegende, lebensbedrohliche Leberschädigungen sowohl in kontrollierten als auch innicht kontrollierten Studien überwiegend bei Patienten mit einer HIV-1-Viruslast im Plasma≥ 50 Kopien/ml beobachtet wurden, sollte eine Behandlung mit Nevirapin bei erwachsenen
Frauen mit einer CD4-Zellzahl größer als 250 Zellen/mm3 oder bei erwachsenen Männern miteiner CD4-Zellzahl größer als 400 Zellen/mm3 und nachweisbarer HIV-1-RNA nur dannbegonnen werden; wenn der Nutzen das Risiko überwiegt.
In einigen Fällen schritt die Schädigung der Leber trotz abgebrochener Behandlung weitervoran. Patienten, die Anzeichen oder Symptome einer Hepatitis, schwerwiegende
Hauterscheinungen oder Überempfindlichkeitsreaktionen entwickeln, müssen Nevirapinabsetzen und sich unverzüglich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Nevirapin darfnach schwerwiegenden Wirkungen auf Leber oder Haut oder nach
Überempfindlichkeitsreaktionen nicht wieder eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Die Dosis, insbesondere die 14-tägige Einleitungsphase, muss strikt eingehalten werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Auswirkungen auf die Haut
Schwere und lebensbedrohliche Auswirkungen auf die Haut, einschließlich letaler Verläufe, sindhauptsächlich während der ersten 6 Wochen der Behandlung mit Nevirapin vorgekommen. Dazugehörten Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermaler Nekrolyse und
Überempfindlichkeitsreaktionen, deren Charakteristika Hautausschlag, Beeinträchtigung derkörperlichen Verfassung und Beteiligung der inneren Organe waren. Die Patienten müssen währendder ersten 18 Behandlungswochen intensiv überwacht werden, insbesondere sind sie engmaschig aufdas Auftreten eines isolierten Hautausschlages hin zu kontrollieren. Nevirapin muss bei allen Patientendauerhaft abgesetzt werden, bei denen ein schwerer Hautausschlag oder Hautausschlag in Verbindungmit körperlichen Symptomen (wie Fieber, Blasenbildung, oralen Läsionen, Konjunktivitis,
Gesichtsödemen, Myalgie, Arthralgie oder allgemeinem Unwohlsein), einschließlich Stevens-
Johnson-Syndrom oder toxisch epidermaler Nekrolyse, auftritt. Nevirapin muss bei allen Patientendauerhaft abgesetzt werden, bei denen eine Überempfindlichkeitsreaktion (Hautausschlag in
Verbindung mit konstitutionellen Symptomen sowie Beteiligung innerer Organe, welche sich als
Hepatitis, Eosinophilie, Granulozytopenie und Nierenfunktionsstörungen äußert) auftritt (siehe
Abschnitt 4.4).
Die Anwendung von Nevirapin in höheren als den empfohlenen Dosierungen kann Häufigkeit und
Schweregrad der Auswirkungen auf die Haut, wie des Stevens-Johnson-Syndroms und der toxischenepidermalen Nekrolyse, steigern.
Rhabdomyolyse wurde bei Patienten, bei denen in Zusammenhang mit einer Nevirapin-Anwendung
Haut- und/oder Leberreaktionen auftraten, beobachtet.
Die gleichzeitige Anwendung von Prednison (40 mg/Tag in den ersten 14 Tagen der Nevirapin-
Behandlung) hat nachgewiesenermaßen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von durch Nevirapinausgelösten Hautausschlägen nicht verringert, und kann zu einem hinsichtlich der Häufigkeit und des
Schweregrades verstärkten Auftreten von Hautausschlägen während der ersten 6 Wochen der
Nevirapin-Therapie führen.
Einige Risikofaktoren für das Auftreten schwerwiegender Auswirkungen auf die Haut sindidentifiziert worden; zu diesen gehören die Nichtbeachtung der anfänglichen Tagesdosis von 200 mgwährend der Einleitungsphase und große Verzögerungen zwischen dem Auftreten erster Symptomeund dem Aufsuchen des behandelnden Arztes. Frauen scheinen gegenüber Männern ein höheres
Risiko für die Entwicklung von Hautausschlägen zu haben, egal ob sie eine Nevirapin-Behandlungerhalten oder mit einem nicht Nevirapin-haltigen Regime behandelt werden.
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine wesentliche toxische Reaktion auf
Nevirapin im Hautausschlag besteht. Sie sollten dazu angehalten werden, den behandelnden Arztunverzüglich über jeden auftretenden Hautausschlag zu informieren und jede Verzögerung zwischendem Auftreten erster Symptome und dem Aufsuchen des Arztes zu vermeiden. Die Mehrheit der in
Verbindung mit Nevirapin stehenden Hautausschläge tritt in den ersten 6 Wochen nach
Behandlungsbeginn auf. Daher müssen die Patienten während dieser Zeit sorgfältig hinsichtlich des
Auftretens von Hautausschlägen überwacht werden. Den Patienten muss erklärt werden, dass, wennein Hautausschlag während der zweiwöchigen Einleitungsphase auftritt, eine Dosissteigerung so langenicht erfolgen darf, bis der Hautausschlag vollständig zurückgebildet ist. Das Dosierungsschema mit1 x täglich 200 mg sollte nicht über einen Zeitraum von mehr als 28 Tagen fortgesetzt werden. Abdiesem Zeitpunkt sollte eine alternative Behandlung aufgrund des möglichen Risikos von
Unterdosierung und Resistenz gewählt werden.
Jeder Patient, bei dem ein schwerer Hautausschlag oder ein Hautausschlag in Verbindung mitkonstitutionellen Symptomen wie Fieber, Blasenbildung, oralen Läsionen, Konjunktivitis,
Gesichtsödem, Myalgie, Arthralgie oder allgemeinem Unwohlsein auftritt, sollte das Arzneimittelabsetzen und sich unverzüglich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Bei diesen Patientendarf die Behandlung mit Nevirapin nicht wieder aufgenommen werden.
Falls Patienten mit einem Verdacht auf Nevirapin -assoziierten Hautausschlag vorstellig werden,sollten Leberfunktionstests durchgeführt werden. Bei Patienten mit einer mäßigen bisschwerwiegenden Erhöhung (ASAT oder ALAT über dem 5fachen der Obergrenze des
Normalbereichs) sollte die Behandlung mit Nevirapin dauerhaft beendet werden.
Wenn eine Überempfindlichkeitsreaktion (Hautausschlag in Verbindung mit konstitutionellen
Symptomen wie Fieber, Myalgie, Arthralgie und Lymphadenopathie, sowie Beteiligung innerer
Organe, welche sich als Hepatitis, Eosinophilie, Granulozytopenie und Nierenfunktionsstörungenäußert) auftritt, muss Nevirapin auf Dauer abgesetzt werden und darf nicht wieder eingenommenwerden (siehe Abschnitt 4.3).
Auswirkungen auf die Leber
Bei mit Nevirapin behandelten Patienten ist es zu schwerwiegender, lebensbedrohlicher
Leberschädigung. einschließlich letal verlaufener akuter Lebernekrose, gekommen. Die ersten18 Wochen der Behandlung sind ein kritischer Zeitabschnitt, der eine engmaschige Überwachung des
Patienten erfordert. Das Risiko für unerwünschte hepatische Wirkungen ist in den ersten 6 Wochender Behandlung am größten. Jedoch ist auch über diesen Zeitraum hinaus mit einem gewissen Risikozu rechnen. so dass die Überwachung in engen Intervallen während der Behandlung fortgesetztwerden sollte.
Rhabdomyolyse wurde bei Patienten, bei denen in Zusammenhang mit einer Nevirapin-Anwendung
Haut- und/oder Leberreaktionen auftraten, beobachtet.
Erhöhte Werte der Serumspiegel von ASAT oder ALAT mit oder über dem 2,5fachen der Obergrenzedes Normalbereichs und/oder eine Co-Infektion mit Hepatitis B und/oder C zu Beginn einerantiretroviralen Therapie sind mit einem größeren Risiko hepatischer Nebenwirkungen während einerantiretroviralen Therapie im Allgemeinen, einschließlich eines Nevirapin-haltigen Regimes,verbunden.
Bei Frauen und bei nicht vorbehandelten Patienten mit höherer CD4-Zellzahl zu Beginn der
Nevirapin-Behandlung besteht ein erhöhtes Risiko für unerwünschte hepatische Wirkungen. Frauenhaben ein dreifach höheres Risiko als Männer für die Entwicklung von symptomatischen, oft mit
Hautausschlag einhergehenden hepatischen Ereignissen (5,8 % versus 2,2 %). Auch bei nichtvorbehandelten Patienten mit nachweisbarer HIV-1-RNA im Plasma und höherer CD4-Zellzahl zu
Beginn der Nevirapin-Behandlung haben ein höheres Risiko für symptomatische hepatische Ereignissebei Behandlung mit Nevirapin. In einer retrospektiven Übersicht von Patienten zumeist mit einer HIV-1-Viruslast ≥ 50 Kopien/ml im Plasma hatten Frauen mit CD4-Zellzahlen > 250 Zellen/mm3 ein12fach höheres Risiko für symptomatische hepatische unerwünschte Wirkungen verglichen mit Frauenderen CD4-Zellzahl bei < 250 Zellen/mm3 lag (11 % versus 0,9 %). Ein erhöhtes Risiko wurde auchbei Männern mit nachweisbarer HIV-1-RNA im Plasma beobachtet, deren CD4-Zellzahl> 400 Zellen/mm3 betrug (6,3 % versus 1,2 % bei Männern mit CD4-Zellzahl < 400 Zellen/mm3). Bei
Patienten mit nicht nachweisbarer HIV-1 RNA im Plasma (d. h. < 50 Kopien/ml) wurde dieses, auf
CD4+-Schwellenwerten basierende, erhöhte Toxizitätsrisiko nicht festgestellt.
Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass unerwünschte hepatische Ereignisse wesentlichetoxische Reaktionen auf Nevirapin darstellen und deswegen eine engmaschige Überwachung währendder ersten 18 Wochen erforderlich ist. Sie sollten angewiesen werden, beim Auftreten von
Symptomen, die auf Hepatitis hindeuten, Nevirapin abzusetzen und sich unverzüglich einermedizinischen Untersuchung, einschließlich Leberfunktionstests, zu unterziehen.
Überwachung von Leberfunktionswerten
Untersuchungen zur klinischen Chemie, einschließlich Leberfunktionstests, sollten vor Beginn der
Nevirapin-Therapie sowie in angemessenen Abständen während der Therapie durchgeführt werden.
Unter Nevirapin wurden erhöhte Leberfunktionswerte beobachtet, in einigen Fällen bereits in denersten Behandlungswochen.
Asymptomatische Anstiege von Leberenzymkonzentrationen werden häufig beschrieben und stellennicht in jedem Fall eine Gegenanzeige für Nevirapin dar. Asymptomatische GGT-
Konzentrationsanstiege sind keine Gegenanzeige für die Fortsetzung der Behandlung.
Die Überprüfung der Leberfunktion sollte während der ersten 2 Behandlungsmonate alle 2 Wochen,außerdem im dritten Behandlungsmonat und danach regelmäßig vorgenommen werden. Ferner sollteeine Überprüfung der Leberfunktion durchgeführt werden, wenn ein Patient Anzeichen oder
Symptome entwickelt, die auf Hepatitis und/oder Überempfindlichkeit hindeuten.
Wenn die Serumspiegel von ASAT oder ALAT das 2,5fache oder mehr der Obergrenze des
Normalbereiches vor oder während der Therapie betragen, sollte während der regelmäßigen
Kontrollbesuche häufiger eine Überprüfung der Leberfunktion erfolgen. Nevirapin darf bei Patientenmit ASAT oder ALAT über dem 5fachen der Obergrenze des Normalbereiches so lange nichtangewendet werden, bis sich die Ausgangswerte von ASAT/ALAT unterhalb des 5fachen der
Obergrenze des Normalbereichs stabilisiert haben (siehe Abschnitt 4.3).
Ärzte und Patienten sollten sorgfältig auf frühe Anzeichen einer Hepatitis wie Anorexie, Nausea,
Ikterus, Bilirubinurie, acholische Stühle, Vergrößerung oder Empfindlichkeit der Leber achten.
Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend den Arzt aufzusuchen, wenn diese
Symptome auftreten.
Wenn die Serumspiegel von ASAT oder ALAT während der Therapie auf mehr als das 5facheder Obergrenze des Normalbereiches ansteigen, muss Nevirapin sofort abgesetzt werden. Sinkendie Serumspiegel von ASAT oder ALAT auf die Ausgangswerte zurück und weist der Patientweder klinische Anzeichen oder Symptome einer Hepatitis, Hautausschläge, nochkonstitutionelle Symptome oder andere Befunde, die auf eine gestörte Organfunktion hindeuten,auf, kann es im Einzelfall möglich sein, die Nevirapin-Behandlung mit der Anfangsdosis von200 mg/Tag für die ersten 14 Tage und anschließend mit 400 mg/Tag fortzusetzen. In solchen
Fällen ist eine häufigere Überprüfung der Leberfunktionswerte erforderlich. Wenn erneut vonder Norm abweichende Leberfunktionswerte auftreten, ist Nevirapin dauerhaft abzusetzen.
Tritt eine klinisch manifeste Hepatitis auf, die sich durch Anorexie, Nausea, Erbrechen, Ikteruszusammen mit Laborbefunden wie mäßig oder stark veränderten Leberfunktionswerten(abgesehen von GGT) zeigt, muss die Nevirapin-Behandlung dauerhaft abgebrochen werden.
Nevirapin darf Patienten, bei denen die Behandlung wegen klinisch manifester Nevirapin-bedingter Hepatitis abgebrochen wurde, nicht erneut gegeben werden.
LebererkrankungenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Nevirapin wurde bei Patienten mit signifikanten zugrundeliegenden Leberfunktionsstörungen nicht untersucht. Nevirapin ist bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Aufgrundpharmakokinetischer Untersuchungsergebnisse sollte Nevirapin bei Patienten mit mäßiger
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) nur mit Vorsicht angewendet werden. Patienten mitchronischer Hepatitis B oder C, die mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie behandelt werden,haben ein erhöhtes Risiko für schwere und möglicherweise letale unerwünschte Wirkungen auf die
Leber. Im Falle einer antiviralen Begleittherapie gegen Hepatitis B oder C wird auf die
Fachinformation dieser Arzneimittel verwiesen.
Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen einschließlich chronischer aktiver Hepatitiszeigen bei einer antiretroviralen Kombinationstherapie mit größerer Häufigkeit Veränderungen der
Leberwerte und müssen nach den üblichen Richtlinien überwacht werden. Bei Hinweisen auf eine
Verschlimmerung der Lebererkrankung bei solchen Patienten muss eine Unterbrechung oder ein
Abbruch der Therapie erwogen werden.
Weitere Warnhinweise
Von schwerwiegender Leberschädigung einschließlich Leberversagen mit Erfordernis einer
Transplantation ist in einzelnen Fällen nicht HIV-infizierter Patienten berichtet worden, die mehrere
Dosen Nevirapin im Rahmen der postexpositionellen Prophylaxe (PEP), einer nicht zugelassenen
Anwendung, eingenommen hatten. Über die Verwendung von Nevirapin zur PEP, insbesondere auchhinsichtlich der Behandlungsdauer, gibt es keine gezielte Studie und deshalb wird nachdrücklich voneiner derartigen Verwendung abgeraten.
Eine Kombinationstherapie mit Nevirapin führt nicht zu einer Heilung der HIV-1-Infektion. Bei den
Patienten können weiterhin Krankheiten. die bei einer fortgeschrittenen HIV-1-Infektion zubeobachten sind, auftreten, z.B. opportunistische Infektionen.
Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche Virussuppression durch eine antiretrovirale Therapiedas Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossenwerden. Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der Übertragung sollten gemäß nationaler Richtliniengetroffen werden.
Hormonale Verhütungsmittel außer Depot-Medroxyprogesteron-Acetat (DMPA) dürfen von Frauen.die Nevirapin Teva einnehmen, nicht als einzige Verhütungsmittel verwendet werden, da Nevirapineventuell die Plasmaspiegel dieser Arzneimittel senken kann. Deswegen und um das Risiko einer
HIV-Übertragung zu vermindern, werden mechanische Verhütungsmethoden (z. B. Kondome)empfohlen. Wird neben der Behandlung mit Nevirapin eine postmenopausale Hormontherapieangewendet, ist deren therapeutische Wirkung zu überwachen.
Gewicht und metabolische Parameter:Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit der Behandlung der
Erkrankung und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der Behandlungauf die Lipide erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines
Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der Blutlipid- und
Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV - Therapieleitlinien verwiesen. Die Behandlung von
Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Im Rahmen von klinischen Studien stand Nevirapin mit einem Anstieg des HDL-Cholesterins undeiner generellen Verbesserung des Verhältnisses von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin in
Zusammenhang. Aufgrund fehlender spezifischer Studien ist die klinische Bedeutung dieser
Erkenntnisse bisher jedoch noch nicht bekannt. Außerdem wurde für Nevirapin keine
Beeinträchtigung der Blutglucosewerte nachgewiesen.
Osteonekrose: Obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von
Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden
Fälle von Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder
Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) berichtet. Die Patienten sinddarauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder
Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen.
Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sichzum Zeitpunkt der Einleitung einer antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) eine entzündliche
Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zuschweren klinischen Leiden oder zur Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurdensolche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der CART beobachtet.
Wichtige Beispiele sind CMV-Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle
Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; fallsnotwendig ist eine Behandlung einzuleiten. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen(wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-
Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignissekönnen viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.
Aufgrund der vorhandenen pharmakokinetischen Daten wird die gleichzeitige Anwendung von
Rifampicin und Nevirapin nicht empfohlen. Außerdem wird die gleichzeitige Anwendung derfolgenden Wirkstoffe mit Nevirapin Teva nicht empfohlen: Efavirenz, Ketoconazol, Delavirdin,
Etravirin, Rilpivirin, Elvitegravir (in Kombination mit Cobicistat), Atazanavir (in Kombination mit
Ritonavir), Boceprevir; Fosamprenavir (sofern nicht gleichzeitig mit niedrig dosiertem Ritonavirangewendet) (siehe Abschnitt 4.5).
Granulozytopenien sind häufig mit Zidovudin assoziiert. Bei Patienten, die gleichzeitig Nevirapin und
Zidovudin erhalten, besonders bei pädiatrischen Patienten, bei Patienten, die höhere Zidovudin-Dosenerhalten oder bei Patienten mit mangelnder Knochenmarkreserve, insbesondere bei fortgeschrittener
HIV-Erkrankung, besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Granulozytopenie. Diehämatologischen Parameter dieser Patienten sind sorgfältig zu überwachen.
Sonstige BestandteileLactoseDieses Arzneimittel enthält 336 mg Lactose pro maximal empfohlener täglicher Dosis. Patienten mitder seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-
Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Nevirapin ist ein Induktor von CYP3A und möglicherweise auch von CYP2B6, dessen maximale
Induktion innerhalb von 2-4 Wochen nach Beginn der Behandlung mit Mehrfachgaben erreicht wird.
Arzneimittel, die diesen Stoffwechselweg nutzen, können verringerte Plasmaspiegel aufweisen, wennsie zusammen mit Nevirapin angewendet werden. Daher wird die sorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit von gemeinsam mit Nevirapin angewendeten Arzneimitteln. die der
P450 Metabolisierung unterliegen, empfohlen.
Die Resorption von Nevirapin wird durch Nahrungsmittel, Antazida oder Arzneimittel. die mit einemalkalischen Puffer formuliert sind, nicht beeinträchtigt.
Die Daten zu Wechselwirkungen werden als geometrisches Mittel mit einem 90 %igen
Konfidenzintervall (90 % KI) angegeben, wenn diese Daten verfügbar sind. n.b. = nicht bestimmt,↑ = erhöht, ↓ = verringert, ↔ = keine Auswirkung.
Arzneimittel nach Wechselwirkungen Empfehlung zur
Anwendungsgebieten gleichzeitigen Anwendung
ANTIINFEKTIVA
Antiretrovirale Arzneimittel
NRTIs
Didanosin Didanosin AUC ↔ 1,08 (0,92-1,27) Didanosin und Nevirapin Teva100-150 mg 2 x täglich Didanosin Cmin n.b. können ohne Dosisanpassung
Didanosin Cmax ↔ 0,98 (0,79-1,21) gleichzeitig angewendetwerden.
Emtricitabin Emtricitabin ist kein Inhibitor der Nevirapin Teva undhumanen CYP-450-Enzyme. Emtricitabin können ohne
Dosisanpassung gleichzeitigangewendet werden.
Abacavir In humanen Lebermikrosomen hemmte Nevirapin Teva und Abacavir
Abacavir Cytochrom-P450-Isoformen können ohne Dosisanpassungnicht. gleichzeitig angewendetwerden.
Lamivudin Keine Veränderung der scheinbaren Lamivudin und Nevirapin150 mg 2 x täglich Clearance oder des Verteilungs- Teva können ohnevolumens. Dies legt nahe, dass Nevirapin Dosisanpassung gleichzeitigkeinen lnduktionseffekt auf die angewendet werden.
Lamivudin-Clearance hat.
Stavudin Stavudin AUC ↔ 0,96 (0,89-1,03) Stavudin und Nevirapin Teva30/40 mg 2 x täglich Stavudin Cmin n.b. können ohne Dosisanpassung
Stavudin Cmax ↔ 0,94 (0,86-1,03) gleichzeitig angewendetwerden.
Nevirapin: Im Vergleich zu historischen
Kontrollgruppen waren die
Plasmaspiegel unverändert.
Tenofovir Tenofovir Plasmaspiegel bleiben bei Tenofovir und Nevirapin Teva300 mg 1 x täglich gleichzeitiger Anwendung mit Nevirapin können ohne Dosisanpassungunverändert, gleichzeitig angewendetwerden.
Nevirapin Plasmaspiegel werden durchdie gleichzeitige Anwendung von
Tenofovir nicht beeinflusst.
Zidovudin Zidovudin AUC ↓ 0,72 (0,60-0,96) Zidovudin und Nevirapin100-200 mg 3 x täglich Zidovudin Cmin n.b. Teva können ohne
Zidovudin Cmax ↓ 0,70 (0,49-1,04) Dosisanpassung gleichzeitigangewendet werden.
Nevirapin: Zidovudin hat keinen Einflußauf die Pharmakokinetik von Nevirapin. Granulozytopenien sindhäufig mit Zidovudinassoziiert. Bei Patienten, diegleichzeitig Nevirapin und
Zidovudin erhalten, besondersbei pädiatrischen Patienten,bei Patienten, die höhere
Zidovudin-Dosen erhaltenoder bei Patienten mitmangelnder
Knochenmarkreserve,insbesondere beifortgeschrittener HIV-
Erkrankung, besteht einerhöhtes Risiko für das
Auftreten von
Granulozytopenie. Diehämatologischen Parameterdieser Patienten sind sorgfältigzu überwachen.
NNRTIs
Efavirenz Efavirenz AUC ↓ 0,72 (0,66-0,86) Die gleichzeitige Anwendung600 mg 1 x täglich Efavirenz Cmin ↓ 0,68 (0,65-0,81) von Efavirenz und Nevirapin
Efavirenz Cmax ↓ 0,88 (0,77-1,01) Teva (siehe Abschnitt 4.4)wird wegen der additiven
Toxizität und des fehlenden
Nutzens hinsichtlich der
Wirksamkeit beider NNRTIsgegenüber einem NNRTIalleine, nicht empfohlen(bezüglich der Ergebnisse der2NN-Studie siehe
Abschnitt 5.1).
Delavirdin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendunguntersucht. von Nevirapin Teva und
NNRTIs wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 4.4).
Etravirin Die gleichzeitige Anwendung von Die gleichzeitige Anwendung
Etravirin mit Nevirapin kann zu einer von Nevirapin Teva undsignifikanten Verminderung der NNRTIs wird nicht empfohlen
Plasmakonzentrationen von Etravirin und (siehe Abschnitt 4.4).einem Verlust der therapeutischen
Wirkung von Etravirin führen.
Rilpivirin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendunguntersucht. von Nevirapin Teva und
NNRTIs wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 4.4).
PROTEASEHEMMER
Atazanavir/Ritonavir Atazanavir/Ritonavir 300/100mg: Die gleichzeitige Anwendung300/100 mg 1 x täglich Atazanavir/Ritonavir AUC ↓ 0,58 (0,48- von Atazanavir/Ritonavir und400/100 mg 1 x täglich 0,71) Nevirapin Teva wird nicht
Atazanavir/Ritonavir Cmin ↓ 0,28 (0,20- empfohlen (siehe0,40) Abschnitt 4.4).
Atazanavir/Ritonavir Cmax ↓ 0,72 (0,60-0,86)
Atazanavir/Ritonavir 400/100mg:
Atazanavir/Ritonavir AUC ↓ 0,81 (0,65-1,02)
Atazanavir/Ritonavir Cmin ↓ 0,41 (0,27-0,60)
Atazanavir/Ritonavir Cmax ↔ 1,02 (0,85-1,24)(verglichen mit 300/100 mg ohne
Nevirapin)
Nevirapin AUC ↑ 1,25 (1,17-1,34)
Nevirapin Cmin ↑ 1.32 (1,22-1,43)
Nevirapin Cmax ↑ 1,17 (1,09-1,25)
Darunavir/Ritonavir Darunavir AUC ↑ 1,24 (0,97-1,57) Darunavir und Nevirapin Teva400/100 mg 2 x täglich Darunavir Cmin ↔ 1,02 (0,79-1,32) können ohne Dosisanpassung
Darunavir Cmax ↑ 1,40 (1,14-1,73) gleichzeitig angewendetwerden.
Nevirapin AUC ↑ 1,27 (1,12-1,44)
Nevirapin Cmin ↑ 1,47 (1,20-1,82)
Nevirapin Cmax ↑ 1,18 (1,02-1,37)
Fosamprenavir Amprenavir AUC ↓ 0,67 (0,55-0,80) Die gleichzeitige Anwendung1.400 mg 2 x täglich Amprenavir Cmin ↓ 0,65 (0,49-0,85) von Fosamprenavir und
Amprenavir Cmax ↓ 0,75 (0,63-0,89) Nevirapin Teva wird nichtempfohlen, wenn
Nevirapin AUC ↑ 1,29 (1,19-1,40) Fosamprenavir nicht
Nevirapin Cmin ↑ 1,34 (1,21-1,49) gleichzeitig mit Ritonavir
Nevirapin Cmax ↑ 1,25 (1,14-1,37) angewendet wird (siehe
Abschnitt 4.4).
Fosamprenavir/Ritonavir Amprenavir AUC ↔ 0,89 (0,77- Fosamprenavir/Ritonavir und700/100 mg 2 x täglich 1,03) Nevirapin Teva können ohne
Amprenavir Cmin ↓ 0,81 (0,69-0,96) Dosisanpassung gleichzeitig
Amprenavir Cmax ↔ 0,97 (0,85-1,10) angewendet werden.
Nevirapin AUC ↑ 1,14 (1,05-1,24)
Nevirapin Cmin ↑ 1,22 (1,10-1,35)
Nevirapin Cmax ↑ 1,13 (1,03-1,24)
Lopinavir/Ritonavir Erwachsene Patienten: Eine Dosiserhöhung auf(Kapseln) Lopinavir AUC ↓ 0,73 (0,53-0,98) 533/133 mg (4 Kapseln) oder400/100 mg 2 x täglich Lopinavir Cmin ↓ 0,54 (0,28-0,74) 500/125 mg (5 Tabletten mit
Lopinavir Cmax ↓ 0,81 (0,62-0,95) je 100/25 mg)
Lopinavir/Ritonavir2 x täglich mit einer Mahlzeitwird in Kombination mit
Nevirapin Teva. empfohlen.
Eine Dosisanpassung von
Nevirapin Teva ist beigleichzeitiger Anwendung mit
Lopinavir nicht erforderlich.
Lopinavir/Ritonavir Pädiatrische Patienten: Bei Kindern ist eine(Lösung zum Lopinavir AUC ↓ 0,78 (0,56-1,09) Dosissteigerung von
Einnehmen). Lopinavir Cmin ↓ 0,45 (0,25-0,82) Lopinavir/Ritonavir auf300/75 mg/m2 2 x täglich Lopinavir Cmax ↓ 0,86 (0,64-1,16) 300/75 mg/m2
Körperoberfläche 2 x täglichmit einer Mahlzeit in Betrachtzu ziehen. wenn diese in
Kombination mit Nevirapin
Teva angewendet werden.
Dies gilt besonders für
Patienten, bei denen eineverringerte Empfindlichkeitgegenüber
Lopinavir/Ritonavir vermutetwird.
Ritonavir Ritonavir AUC↔ 0,92 (0,79-1,07) Ritonavir und Nevirapin Teva600 mg 2 x täglich Ritonavir Cmin ↔ 0,93 (0,76-1,14) können ohne Dosisanpassung
Ritonavir Cmax ↔ 0,93 (0,78-1,07) gleichzeitig angewendetwerden.
Nevirapin: Die gleichzeitige Anwendungmit Ritonavir führte zu keiner klinischrelevanten Veränderung des Nevirapin
Plasmaspiegels.
Saquinavir/Ritonavir Begrenzte Daten zu mit Ritonavir Saquinavir/Ritonavir undgeboosterten Saquinavir Nevirapin Teva können ohne
Weichgelantinekapseln lassen keine Dosisanpassung gleichzeitigklinisch relevanten Wechselwirkungen angewendet werden.zwischen mit Ritonavir geboostertem
Saquinavir und Nevirapin erwarten.
Tipranavir/Ritonavir Es wurden keine spezifischen Tipranavir und Nevirapin Teva500/200 mg 2 x täglich Wechselwirkungsstudien durchgeführt. können ohne Dosisanpassung
Die begrenzten Daten aus einer Phase Iia gleichzeitig angewendet
Studie an HIV-infizierten Patienten werden.zeigten einen nicht signifikanten Abfallvon TPV Cmin um 20 %.
ENTRY-INHIBITOREN
Enfuvirtid Aufgrund des Stoffwechselweges werden Enfuvirtid und Nevirapin Tevakeine klinisch signifikanten können ohne Dosisanpassungpharmakokinetischen Wechselwirkungen gleichzeitig angewendetzwischen Enfurvitid und Nevirapin werden.erwartet.
Maraviroc Maraviroc AUC ↔ 1,01 (0,6 -1,55) Maraviroc und Nevirapin Teva300 mg 1 x täglich Maraviroc Cmin n.b. können ohne Dosisanpassung
Maraviroc Cmax ↔ 1,54 (0,94-2,52) gleichzeitig angewendetverglichen mit historischen Kontrollen. werden.
Nevirapin-Plasmakonzentrationen wurdennicht bestimmt, es wird keine
Beeinflussung erwartet.
INTEGRASE INHIBITOREN
Elvitegravir/Cobicistat Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendunguntersucht. Cobicistat, ein Cytochrom- von Nevirapin Teva und
P450-3A-Inhibitor, hemmt Leberenzyme Elvitegravir in Kombination- sowie andere Stoffwechselwege - mit Cobicistat wird nichtsignifikant. Die gleichzeitige Anwendung empfohlen (siehewürde daher wahrscheinlich zu Abschnitt 4.4).veränderten Plasmaspiegeln von
Cobicistat und Nevirapin Teva führen.
Raltegravir Es sind keine klinischen Daten verfügbar. Raltegravir und Nevirapin400 mg 2 x täglich Aufgrund des Stoffwechselweges von Teva können ohne
Raltegravir wird keine Wechselwirkung Dosisanpassung gleichzeitigerwartet. angewendet werden.
ANTIBIOTIKA
Clarithromycin Clarithromycin AUC ↓ 0,69 (0,62- Die Clarithromycin-Exposition500 mg 2 x täglich 0,76) war signifikant herabgesetzt,
Clarithromycin Cmin ↓ 0,44 (0,30- die Exposition des Metaboliten0,64) 14-OH erhöht. Da der aktive
Clarithromycin Cmax ↓ 0,77 (0,69- Metabolit von Clarithromycin0,86) eine verringerte Aktivitätgegen den Mycobacterium-
Metabolit 14-OH Clarithromycin avium-intracellulare-Komplex
AUC ↑ 1,42 (1,16-1,73) hat, kann auch die
Metabolit 14-OH Clarithromycin Gesamtaktivität gegen
Cmin ↔ 0 (0,68-1,49) Krankheitserreger verändert
Metabolit 14-OH Clarithromycin sein. Eine alternative Therapie
Cmax ↑ 1,47 (1,21-1,80) anstelle von Clarithromycin,wie beispielsweise
Nevirapin AUC ↑ 1,26 Azithromycin, sollte in
Nevirapin Cmin ↑ 1,28 Betracht gezogen werden. Eine
Nevirapin Cmax ↑ 1,24 engmaschige Überwachungverglichen mit historischen Kontrollen. hinsichtlich einer
Beeinträchtigung der Leberwird empfohlen.
Rifabutin Rifabutin AUC ↑ 1,17 (0,98-1,40) Es wurden keine signifikanten150 oder 300 mg Rifabutin Cmin ↔ 1,07 (0,84-1,37) Auswirkungen auf die1 x täglich Rifabutin Cmax ↑ 1,28 (1,09-1,51) Mittelwerte derpharmakokinetischen
Metabolit 25-O-desacetylrifabutin Parameter von Rifabutin und
AUC ↑ 1,24 (0,84-1,84) Nevirapin gesehen. Rifabutin
Metabolit 25-O-desacetylrifabutin und Nevirapin Teva können
Cmin ↑ 1,22 (0,86-1,74) ohne Dosisanpassung
Metabolit 25-O-desacetylrifabutin gleichzeitig angewendet
Cmax ↑ 1,29 (0,98-1,68) werden. Jedoch kann es wegender hohen interindividuellen
Im Vergleich zu historischen Daten Variabilität bei einigenwurde ein klinisch nicht relevanter Patienten zu einem
Anstieg der scheinbaren Clearence von beträchtlichen Anstieg der
Nevirapin (um 9 %) berichtet. Rifabutin-Konzentration undeinem daraus resultierendenerhöhten Risiko einer
Rifabutin-Toxizität kommen.
Die gleichzeitige Anwendungsollte daher mit Vorsichterfolgen.
Rifampicin Rifampicin AUC ↔ 1,11 (0,96-1,28) Die gleichzeitige Anwendung600 mg 1 x täglich Rifampicin Cmin n.b. von Rifampicin und Nevirapin
Rifampicin Cmax ↔ 1,06 (0,91-1,22) Teva wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 4.4). Ärzte.
Nevirapin AUC ↓ 0,42 die mit Tuberkulose infizierte
Nevirapin Cmin ↓ 0,32 Patienten behandeln müssen
Nevirapin Cmax ↓ 0,50 und die eine Nevirapin Tevaverglichen mit historischen Kontrollen. enthaltende Therapieanwenden, sollten stattdessendie gleichzeitige Anwendungmit Rifabutin in Betrachtziehen.
ANTIMYKOTIKA
Fluconazol Fluconazol AUC ↔ 0,94 (0,88-1,01) Bei gleichzeitiger Anwendung200 mg 1 x täglich Fluconazol Cmin ↔ 0,93 (0,86-1,01) beider Arzneimittel. sollte dies
Fluconazol Cmax ↔ 0,92 (0,85-0,99) wegen der höheren Nevirapin
Teva-Exposition mit
Nevirapin Plasmaspiegel: ↑ 100 % besonderer Sorgfalt erfolgenverglichen mit historischen Daten mit und die Patienten engmaschigalleiniger Gabe von Nevirapin. überwacht werden.
Itraconazol Itraconazol AUC ↓ 0,39 Bei gleichzeitiger Anwendung200 mg 1 x täglich Itraconazol Cmin ↓ 0,13 dieser beiden Arzneimittel
Itraconazol Cmax ↓ 0,62 sollte eine Dosiserhöhung von
Itraconazol in Betracht
Nevirapin: Die pharmakokinetischen gezogen werden.
Parameter von Nevirapin zeigten keinesignifikante Veränderung.
Ketoconazol Ketoconazol AUC ↓ 0,28 (0,20-0,40) Die gleichzeitige Anwendung400 mg 1 x täglich Ketoconazol Cmin n.b. von Ketokonazol und
Ketoconazol Cmax ↓ 0,56 (0,42-0,73) Nevirapin Teva wird nichtempfohlen (siehe
Nevirapin: Plasmaspiegel: ↑ 1,15-1,28 Abschnitt 4.4).verglichen mit historischen Kontrollen.
VIROSTATIKA GEGEN CHRONISCHE HEPATITIS B UND C
Adefovir Ergebnisse von In-vitro-Studien zeigten, Adefovir und Nevirapin Tevadass Nevirapin durch Adefovir schwach können ohne Dosisanpassungantagonisiert wird (siehe Abschnitt 5.1). gleichzeitig angewendet
Dies wurde in klinischen Studien nicht werden.
bestätigt; mit einer verminderten
Wirksamkeit ist daher nicht zu rechnen.
Adefovir beeinflusste keine der üblichen
CYP-Isoformen, die bekanntermaßen ammenschlichen Arzneimittel-Metabolismusbeteiligt sind, und wird renalausgeschieden. Es werden keine klinischrelevanten Wechselwirkungen erwartet.
Boceprevir Boceprevir wird teilweise durch Die gleichzeitige Anwendung
CYP3A4/5 metabolisiert. Die von Boceprivir und Nevirapingleichzeitige Anwendung von Boceprivir Teva wird nicht empfohlenmit Arzneimitteln, die CYP3A4/5 (siehe Abschnitt 4.4).induzieren oder hemmen, könnte die
Exposition erhöhen oder vermindern. Beigleichzeitiger Anwendung mit einem
NNRTI mit einem ähnlichen
Stoffwechselweg wie Nevirapin warendie Talkonzentrationen von Boceprivirvermindert. Die klinische Relevanzdieser beobachteten Verminderung der
Boceprivir-Talkonzentration wurde nichtdirekt bewertet.
Entecavir Entecavir ist kein Substrat, Induktor oder Entecavir und Nevirapin Teva
Inhibitor des Cytochrom- können ohne Dosisanpassung
P450 (CYP 450)-Enzyms. Aufgrund des gleichzeitig angewendet
Stoffwechselweges von Entecavir werden.werden keine klinisch relevanten
Wechselwirkungen erwartet.
Interferone (pegyliertes Interferone haben keine bekannte Interferone und Nevirapin
Interferon alfa-2a und Wirkung auf CYP3A4 oder 2B6. Es Teva können ohnealfa-2b) werden keine klinisch relevanten Dosisanpassung gleichzeitig
Wechselwirkungen erwartet. angewendet werden.
Ribavirin Ergebnisse von In-vitro--Studien zeigten, Ribavirin und Nevirapin Tevadass Nevirapin durch Ribavirin schwach können ohne Dosisanpassungantagonisiert wird (siehe Abschnitt 5.1). gleichzeitig angewendet
Dies wurde in klinischen Studien nicht werden.bestätigt; mit einer verminderten
Wirksamkeit ist daher nicht zu rechnen.
Ribavirin hemmt nicht die
Cytochrom-P450-Enzyme.
Toxizitätsstudien ergaben keinen
Hinweis, dass Ribavirin Leberenzymeinduziert. Es werden keine klinischrelevanten Wechselwirkungen erwartet.
Telaprevir Telaprevir wird in der Leber durch Die gleichzeitige Anwendung
CYP3A4 metabolisiert und ist ein von Telaprevir und Nevirapin
Substrat des P-Glycoproteins. Es können sollte mit Vorsicht erfolgen.auch andere Enzyme am Metabolismus Bei gleichzeitiger Anwendungbeteiligt sein. Die gleichzeitige mit Nevirapin Teva sollte eine
Anwendung von Telaprevir und Anpassung der Telaprevir-
Arzneimitteln, die CYP3A4 und/oder Dosis erwogen werden.
P-Glycoprotein induzieren, kann zu einerverminderten Plasmakonzentration von
Telaprevir führen. Es wurden keine
Wechselwirkungsstudien von Telaprevirund Nevirapin durchgeführt, jedochzeigten Wechselwirkungsstudien mit
Telaprevir und einem NNRTI mit einemähnlichen Stoffwechselweg wie
Nevirapin für beide Arzneimittelverminderte Plasmaspiegel. Ergebnissevon Wechselwirkungsstudien mit
Telaprevir und Efavirenz zeigen, dass beider gemeinsamen Anwendung von
Telaprevir mit P450-Induktoren Vorsichtgeboten ist.
Telbivudin Telbivudin ist kein Substrat, Induktor Telbivudin und Nevirapinoder Inhibitor des Cytochrom- Teva können ohne
P450 (CYP 450)-Enzyms. Aufgrund des Dosisanpassung gleichzeitig
Stoffwechselweges von Telbivudin angewendet werden.werden keine klinisch relevanten
Wechselwirkungen erwartet.
ANTAZIDA
Cimetidin Cimetidin: Es wurde keine signifikante Cimetidin und Nevirapin Teva
Auswirkung auf die können ohne Dosisanpassungpharmakokinetischen Parameter von gleichzeitig angewendet
Cimetidin beobachtet. werden.
Nevirapin Cmin ↑ 1,07
ANTITHROMBOTIKA
Warfarin Die Interaktion zwischen Nevirapin und Eine engmaschigedem Antithrombotikum Warfarin ist Überwachung derkomplex. Bei gleichzeitiger Anwendung Gerinnungsparameter istkann es sowohl zur Zunahme als auch erforderlich.zur Abnahme der Gerinnungszeitkommen.
KONTRAZEPTIVA
Depot-Medroxypro- DMPA AUC ↔ Die gleichzeitige Anwendunggesterone-Acetat DMPA Cmin ↔ mit Nevirapin veränderte die(DMPA) DMPA Cmax ↔ suppressive Wirkung von150 mg alle 3 Monate DMPA auf den Eisprung
Nevirapin AUC ↑ 1,20 nicht. DMPA und Nevirapin
Nevirapin Cmax ↑ 1,20 Teva können ohne
Dosisanpassung gleichzeitigangewendet werden.
Ethinylestradiol (EE) EE AUC ↓ 0,80 (0,67-0,97) Frauen, die Nevirapin Teva0,035 mg EE Cmin n.b. einnehmen, sollten keine
EE Cmax ↔ 0,94 (0,79-1,12) oralen hormonellen
Kontrazeptiva als einzige
Norethindron (NET) NET AUC ↓ 0,81 (0,70-0,93) Methode zur1,0 mg 1 x täglich NET Cmin n.b. Schwangerschaftsverhütung
NET Cmax ↓ 0,84 (0,73-0,97) anwenden (siehe Abschnitt4.4). Angemessene Dosen fürhormonelle Kontrazeptiva(oral oder in anderen
Anwendungsformen) mit
Ausnahme von DMPA sind in
Kombination mit Nevirapin in
Bezug auf Sicherheit und
Wirksamkeit nicht ermitteltworden.
ANALGETIKA/OPIODE
Methadon Methadon AUC ↓ 0,40 (0,31-0,51) Patienten unter Methadon, die
Individuelle Dosierung Methadon Cmin n.b. eine Nevirapin Teva-TherapiedesPatienten Methadon Cmax ↓ 0,58 (0,50- 0,67) beginnen, sollten auf
Entzugssymptome beobachtetwerden; ihre Methadondosis istentsprechend anzupassen.
PFLANZLICHE ARZNEIMITTEL
Johanniskraut Nevirapin-Serum-Konzentrationen Pflanzliche Zubereitungen diekönnen durch gleichzeitige Anwendung Johanniskraut enthalten dürfenvon pflanzlichen Zubereitungen, die nicht gleichzeitig mit
Johanniskraut (Hypericum perforatum) Nevirapin Teva angewendetenthalten, verringert werden. Dies geht werden (siehe Abschnitt 4.3).auf die Induktion von Arzneimittel Falls ein Patient bereitsmetabolisierenden Enzymen bzw. Johanniskraut zu sich nimmt,
Transportproteinen durch Johanniskraut sind Nevirapin- und möglichstzurück. auch Virenkonzentrationen zuüberprüfen und die Einnahmevon Johanniskrautabzubrechen. Nach dem
Absetzen von Johanniskrautkönnen die Nevirapin-
Konzentrationen ansteigen.
Die Nevirapin Teva Dosierungkönnte einer Anpassungbedürfen. Die
Induktionswirkung kann übermindestens 2 Wochen nach
Absetzen von Johanniskrautanhalten.
Weitere Angaben
Nevirapin-Metaholiten: In Studien mit humanen Lebermikrosomen konnte gezeigt werden, dass die
Bildung hydroxylierter Nevirapin-Metaboliten in Anwesenheit von Dapson, Rifabutin, Rifampicin und
Trimethoprim/Sulfamethoxazol nicht beeinträchtigt wurde. Ketoconazol und Erythromycin hemmtendie Bildung dieser Metaboliten signifikant.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und FrauenFrauen im gebärfähigen Alter dürfen orale Kontrazeptiva nicht als einzige Methode zur
Schwangerschaftsverhütung anwenden, weil Nevirapin die Plasmakonzentration dieser Arzneimittelverringern könnte (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
SchwangerschaftDerzeit verfügbare Daten von Schwangeren zeigen keine zu Missbildungen führende oder den Fetus /das Neugeborene betreffende Toxizität. Bislang stehen keine anderen einschlägigenepidemiologischen Daten zur Verfügung. In reproduktionstoxikologischen Studien, die an trächtigen
Ratten und Kaninchen durchgeführt wurden, konnten keine teratogenen Wirkungen nachgewiesenwerden (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen jedoch keine hinreichenden und kontrollierten Studien beischwangeren Frauen vor. Es ist Vorsicht geboten, wenn Nevirapin schwangeren Frauen verschriebenwird (siehe Abschnitt 4.4). Da Lebertoxizität bei Frauen mit einer CD4-Zellzahl größer als250 Zellen/mm3 und nachweisbarer HIV-1-RNA im Plasma (≥ 50 Kopien/ml) häufiger auftritt, solltedieser Umstand bei der therapeutischen Entscheidung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt4.4). Es bestehen keine hinreichenden Belege dafür, dass das Fehlen eines erhöhten Toxizitätsrisikos,wie es bei vorbehandelten Frauen mit nicht nachweisbarer Viruslast (< 50 HIV-1-Kopien/ml im
Plasma) und CD4+-Zellzahlen > 250 Zellen/mm3 zu Beginn der Nevirapin -Behandlung festgestelltwurde, auch auf schwangere Frauen übertragen werden kann. In allen randomisierten Studien, die sichspeziell mit diesem Thema beschäftigten, waren Schwangere von der Teilnahme ausgeschlossen, undauch in den Kohortenstudien ebenso wie in den Metaanalysen waren Schwangere zahlenmäßigunterrepräsentiert.
StillzeitNevirapin passiert leicht die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über.
HIV-infizierten Müttern wird empfohlen, ihre Kinder nicht zu stillen, um das Risiko einer postnatalen
HIV-Übertragung zu vermeiden. Stillenden Müttern wird empfohlen abzustillen, wenn sie mit
Nevirapin behandelt werden.
FertilitätIn Studien zur Reproduktionstoxizität wurde bei Ratten eine Beeinträchtigung der Fertilitätnachgewiesen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von
Maschinen durchgeführt. Jedoch sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, dass während der
Nevirapin Teva-Behandlung unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit auftreten können. Bei deraktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen ist daher Vorsichterforderlich. Beim Auftreten von Müdigkeit sollten Patienten potenziell gefährliche Tätigkeiten (z. B.
Teilnahme am Straßenverkehr, Bedienen von Maschinen) vermeiden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Verträglichkeitsprofils
Die über alle Studien hinweg am häufigsten berichteten, mit Nevirapin in Verbindung gebrachtenunerwünschten Wirkungen waren Hautausschlag, allergische Reaktionen, Hepatitis, abnormer
Leberfunktionstest, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Fieber,
Kopfschmerzen und Myalgie.
Die Erfahrungen nach Markteinführung haben gezeigt, dass die schwerwiegendsten Nebenwirkungen
Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, schwere Hepatitis bzw. Leberversagenund arzneimittelbedingte Reaktionen mit Eosinophilie und systemischen Symptomen in Form von
Hautausschlag zusammen mit anderen konstitutionellen Symptomen wie Fieber, Arthralgie, Myalgieund Lymphadenopathie sowie zusätzlicher Beteiligung der inneren Organe, welche sich als Hepatitis,
Eosinophilie, Granulozytopenie und Nierenfunktionsstörungen äußert, sind. Die ersten18 Behandlungswochen sind ein kritischer Zeitraum, währenddessen engmaschige Überwachungerforderlich ist (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Zusammenfassung der unerwünschten Wirkungen
Von folgenden unerwünschten Wirkungen wurde berichtet, die möglicherweise mit der Anwendungvon Nevirapin im Zusammenhang stehen. Die geschätzten Häufigkeiten basieren auf unerwünschten
Wirkungen. die aus den gesammelten Daten mehrerer klinischer Studien stammen und für die ein
Zusammenhang mit der Nevirapin-Behandlung in Betracht gezogen wurde.
Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig(≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehrselten (< 1/10.000).
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHäufig: Granulozytopenie
Selten: Anämie
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig: Überempfindlichkeit (einschließlich anaphylaktische Reaktionen, Angioödem,
Urtikaria)
Gelegentlich: anaphylaktische Reaktionen
Selten: arzneimittelbedingte Reaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerzen
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhoe
Leber- und GallenerkrankungenHäufig: Hepatitis (einschließlich schwere und lebensbedrohliche Leberschädigungen) (1,9 %)
Gelegentlich: Gelbsucht
Selten: fulminante Hepatitis (mit möglicherweise tödlichem Ausgang)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häufig: Hautausschlag (12,5 %)
Gelegentlich: Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse (mit möglicherweisetödlichem Ausgang) (0,2 %)‚ Angioödem, Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich: Arthralgie, Myalgie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig: Fieber, Müdigkeit
Untersuchungen
Häufig: von der Norm abweichende Leberfunktionstests (erhöhte ALT, erhöhte
Transaminasen, erhöhte AST, erhöhte γ-GT, erhöhte Leberenzymwerte,
Hypertransaminasaemie)
Gelegentlich: verringerter Phosphor-Wert im Blut, erhöhter Blutdruck
Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen
In Studie 1100.1090, aus der die Mehrzahl der in Zusammenhang mit Nevirapin stehendenunerwünschten Wirkungen (n = 28) stammt, kamen Granulozytopenien bei Patienten unter Plazebohäufiger vor als bei Patienten unter Nevirapin (3,3 % versus 2,5 %).
Anaphylaktische Reaktionen traten nach Markteinführung auf, wurde jedoch nicht in randomisierten,kontrollierten klinischen Studien beobachtet. Die Häufigkeitsangaben wurden anhand einerstatistischen Berechnung ermittelt, basierend auf der Gesamtzahl an Patienten, die Nevirapin inrandomisierten, kontrollierten klinischen Studien erhielten (n = 2.718).
Verringerter Phosphorwert im Blut und erhöhter Blutdruck wurden in klinischen Studien beigleichzeitiger Anwendung von Tenofovir und Emtricitabin beobachtet.
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Von den folgenden unerwünschten Wirkungen wurde ebenfalls berichtet, wenn Nevirapin in
Kombination mit anderen antiretroviralen Substanzen angewendet wurde: Pankreatitis, periphere
Neuropathie und Thrombozytopenie. Diese unerwünschten Wirkungen treten häufig in Verbindungmit anderen antiretroviralen Substanzen auf und können erwartet werden, wenn Nevirapin in
Kombination mit diesen angewendet wird; es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie auf die Behandlungmit Nevirapin zurückzuführen sind. Selten wurde über hepatorenale Syndrome berichtet.
Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über
Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der
Behandlung auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren,fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinations-therapie (CART) berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe Abschnitt 4.4).
Haut- und Unterhautzellgewebe
Die häufigste klinische Nebenwirkung von Nevirapin ist Hautausschlag, wobei in kontrolliertenklinischen Studien ein Nevirapin-bedingter Hautausschlag bei 12,5 % der Patienten unter
Kombinationsbehandlung auftrat.
Der Hautausschlag ist in der Regel eine leicht bis mäßig ausgeprägte makulopapulöse, erythematöse
Hauteruption mit oder ohne Juckreiz, die am Stamm, im Gesicht und an den Extremitäten auftritt.
Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen, Angioödem und Urtikaria) wurdenberichtet. Hautausschläge treten isoliert oder in Verbindung mit arzneimittelbedingten Reaktionen mit
Eosinophilie und systemischen Symptomen, in Form von Hautausschlag zusammen mit anderenkonstitutionellen Symptomen wie Fieber, Arthralgie, Myalgie und Lymphadenopathie sowiezusätzlicher Beteiligung der inneren Organe, welche sich als Hepatitis, Eosinophilie,
Granulozytopenie und Nierenfunktionsstörungen äußert, auf.
Bei mit Nevirapin behandelten Patienten traten schwerwiegende und lebensbedrohliche Auswirkungenauf die Haut auf, darunter Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Letale Verläufe von SJS, TEN und arzneimittelbedingten Reaktionen mit Eosinophilie undsystemischen Symptomen sind bekannt geworden. Die Mehrzahl der schwerwiegenden
Hautausschläge trat innerhalb der ersten 6 Behandlungswochen auf; bei einigen war eine stationäre
Aufnahme und bei einem Patienten eine chirurgische Intervention erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
Leber und Galle
Die meisten beobachteten Veränderungen von Laborwerten sind Anstiege von Leberfunktionswerten.darunter ALAT, ASAT, GGT, Gesamtbilirubin und alkalische Phosphatase. Am häufigsten sindasymptomatische Anstiege der GGT-Konzentration. Von Ikterus-Fällen ist berichtet worden. Fälle von
Hepatitis (schwere und lebensbedrohende Leberschädigung, einschließlich letal verlaufener akuter
Lebernekrose) sind bei mit Nevirapin behandelten Patienten festgestellt worden. Der beste Indikatorfür nachfolgende schwerwiegende hepatische Ereignisse waren erhöhte Leberfunktionswerte zu
Beginn der Behandlung. Die ersten 18 Behandlungswochen sind ein kritischer Zeitraum, währenddessen eine engmaschige Überwachung erforderlich ist (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder
Gemäß der Erfahrung mit 361 in klinischen Studien behandelten pädiatrischen Patienten - von denendie Mehrzahl eine Kombinationsbehandlung mit Zidovudin und/oder Didanosin erhielten - waren diehäufigsten berichteten Nebenwirkungen, die mit Nevirapin in Verbindung gebracht wurden, ähnlichdenen, die bei Erwachsenen beobachtet wurden. Granulozytopenie wurde bei Kindern häufigerfestgestellt. In einer offenen klinischen Studie (ACTG 180) trat Granulozytopenie - bewertet als in
Zusammenhang mit dem Arzneimittel stehend - bei 5 von 37 Patienten (13,5 %) auf. In ACTG 245,einer doppelblinden Plazebo-kontrollierten Studie, betrug die Häufigkeit schwerer in Zusammenhangmit dem Arzneimittel stehender Granulozytopenien 5 von 305 Patienten (1‚6 %). Einzelfälle von
Stevens-Johnson-Syndrom oder Übergangssyndrom vom Stevens-Johnson-Syndrom zu toxischepidermaler Nekrolyse sind bei diesem Kollektiv beobachtet worden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Für eine Nevirapin-Überdosierung ist kein Antidot bekannt. Es wurden Überdosierungsfälle mit
Tagesdosen zwischen 800 mg und 6.000 mg über bis zu 15 Tage berichtet. Bei diesen Patientenwurden Ödeme, Erythema nodosum, Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Übelkeit,pulmonale Infiltrate, Hautausschlag, Schwindel, Erbrechen, erhöhte Transaminasen und
Gewichtsverlust beobachtet. All diese Erscheinungen verschwanden nach dem Absetzen von
Nevirapin.
Kinder und JugendlicheEs wurde ein Fall einer versehentlichen massiven Überdosierung bei einem Neugeborenen berichtet.
Die eingenommene Dosis überschritt die empfohlene Tagesdosis von 2 mg/kg um das 40fache. Eswurden eine leichte isolierte Neutropenie und Hyperlaktatämie beobachtet, die sich innerhalb einer
Woche ohne klinische Komplikationen spontan zurückbildeten. Der Entwicklungsverlauf des Kindeswar auch ein Jahr nach der Geburt unauffällig.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Arzneimittel zur systemischen Anwendung, nicht-nukleosidischer reverser Transkriptase-Inhibitor, ATC-Code: J05AG01
WirkmechanismusNevirapin ist ein NNRTI des HIV-1. Nevirapin ist ein nicht-kompetitiver Inhibitor der reversen
Transkriptase von HIV-1, der jedoch die Wirkung der reversen Transkriptase von HIV-2 oder dereukaryoten DNA-Polymerasen α, β, γ oder δ biologisch nicht signifikant hemmt.
Antivirale Wirkung in vitro
Der mediane EC50-Wert (50 %ige Hemmkonzentration) von Nevirapin liegt bei 63 nM gegen ein
Testpanel von HIV-1-Isolaten der Gruppe M mit den Subtypen A, B, C, D, F, G und H sowiezirkulierenden rekombinanten Formen (CRF), CRF01_AE, CRF02_AG Lind CRF12_BF, die sich inhuman-embryonischen Nierenzellen 293 replizieren. Bei einem Testpanel von 2.923 klinischen HIV-1-Isolaten vorwiegend des Subtyps B betrug der mittlere EC50-Wert 90 nM. Vergleichbare EC50-Wertewurden bei der Messung der antiviralen Aktivität von Nevirapin in peripheren mononuklearen
Blutzellen, bei von Monozyten abgeleiteten Makrophagen oder lymphoblastoiden Zelllinien erreicht.
Nevirapin hatte in Zellkulturen keine antivirale Aktivität gegen Isolate von HIV-l der Gruppe O undgegen HIV-2-lsolate.
Die anti-HIV-l Aktivität von Nevirapin in Kombination mit Efavirenz erwies sich in vitro als starkantagonistisch (siehe Abschnitt 4.5) und als additiv bis antagonistisch in Kombination mit dem
Proteasehemmer Ritonavir oder dem Fusionshemmer Enfuvirtid. Nevirapin zeigte eine additive bissynergistische anti-HIV-Aktivität in Kombination mit den Proteasehemmern Amprenavir, Atazanavir,
Indinavir, Lopinavir, Saquinavir und Tipranavir sowie mit den NRTI Abacavir, Didanosin,
Emtricitabin, Lamivudin, Stavudin, Tenofovir und Zidovudin. Die anti-HIV-1-Aktivität von Nevirapinwurde in vitro durch das anti-HBV-Arzneimittel Adefovir und das anti-HCV-Arzneimittel Ribavirinantagonisiert.
ResistenzHIV-1-Isolate mit einer verringerten Empfindlichkeit (100-250fach) gegenüber Nevirapin entwickelnsich in Zellkulturen. Untersuchungen des Genotyps zeigten Mutationen des HIV-1-RT-Genes Y181Cund/oder V106A in Abhängigkeit des eingesetzten Virusstamms und der eingesetzten Zelllinie. Die
Zeit bis zum Eintreten einer Nevirapin Resistenz blieb bei Zellkulturen unverändert, wenn zur
Auswahl Nevirapin in Kombination mit mehreren anderen NNRTI gehörte.
Die genotypische Auswertung der Isolate von bisher nicht antiretroviral vorbehandelten Patienten, beidenen ein virologisches Therapieversagen auftrat (n = 71) und die mit Nevirapin einmal täglich(n = 25) oder zweimal täglich (n = 46) in Kombination mit Lamivudin und Stavudin über 48 Wochenbehandelt wurden, zeigte, dass Isolate von 8/25 bzw. 23/46 Patienten eine oder mehrere der folgendenmit einer NNRTI-Resistenz assoziierten Substitutionen enthielten:
Y181C, K101E, G190A/S, K103N, V106A/M, V108I, Y188C/L, A98G, F227L und M230L.
KreuzresistenzIn vitro ist eine schnelle Entwicklung von HIV-Stämmen, die kreuzresistent gegenüber NNRTI sind,zu beobachten. Bei einem virologischen Therapieversagen mit Nevirapin ist eine Kreuzresistenz gegen
Delavirdin und Efavirenz zu erwarten. Je nach den Ergebnissen der Resistenztestung kann im
Anschluss ein Regime angewandt werden, das Etravirin enthält. Eine Kreuzresistenz zwischen
Nevirapin und entweder HIV-Proteasehemmern, HIV-Integraseinhibitoren oder HIV-Entry-
Inhibitoren ist unwahrscheinlich, da sich die betroffenen Zielstrukturen unterscheiden. In gleicher
Weise ist die Möglichkeit einer Kreuzresistenz zwischen Nevirapin und den NRTI gering, da die
Moleküle verschiedene Bindungsstellen an der reversen Transkriptase haben.
Klinische ErgebnisseNevirapin ist sowohl an bisher unbehandelten als auch an vorbehandelten Patienten geprüft worden.
Studien an bisher unbehandelten Patienten2NN-Studie
Bei der Studie mit zwei Nicht-Nukleosiden (2NN) handelte es sich um eine randomisierte, offene,multizentrische, prospektive Studie zum Vergleich der NNRTI Nevirapin und Efavirenz sowie der
Kombination beider Arzneimittel.
1.216 bisher nicht mit einer antiretroviralen Therapie vorbehandelte Patienten mit einer HIV-1-RNA
Plasmakonzentration mit mehr als 5.000 Kopien/ml zu Studienbeginn, wurden Nevirapin 400 mgeinmal täglich, Nevirapin 200 mg zweimal täglich, Efavirenz 600 mg einmal täglich oder Nevirapin(400 mg) und Efavirenz (800 mg) einmal täglich plus Stavudin und Lamivudin zugeordnet und über48 Wochen behandelt.
Der primäre Endpunkt (Therapieversagen) wurde definiert als ein Rückgang der HIV-1-RNA
Plasmakonzentration von weniger als 1 log10 während der ersten 12 Wochen oder zweiaufeinanderfolgender Messungen von mehr als 50 Kopien/ml ab Woche 24 oder eine Progression der
Erkrankung.
Das mediane Alter betrug 34 Jahre und ungefähr 64 % der Studienteilnehmer waren männliche
Patienten. Die mediane CD4-Zellzahl lag bei 170 und 190 Zellen pro.mm3 bei der mit Nevirapinzweimal täglich bzw. der mit Efavirenz behandelten Gruppe. Zwischen den Behandlungsgruppentraten keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der demografischen Eigenschaften bzw. der
Eigenschaften zu Studienbeginn auf.
Der vorher festgelegte Vergleich zur primären Wirksamkeit wurde zwischen Nevirapin zweimaltäglich und der mit Efavirenz behandelten Therapiegruppe durchgeführt.
Die Behandlung mit Nevirapin zweimal täglich und Efavirenz zeigte keine signifikanten Unterschiede(p = 0,091) im Hinblick auf das gemessene Therapieversagen oder eines anderen Bestandteils eines
Therapieversagens einschließlich eines virologischen Therapieversagens.
Die gleichzeitige Einnahme von Nevirapin (400 mg) und Efavirenz (800 mg) ging mit der höchsten
Frequenz klinisch unerwünschter Ereignisse und der höchsten Rate an Therapieversagen (53,1 %)einher. Da die Therapie mit der Kombination aus Nevirapin plus Efavirenz keine zusätzliche
Wirksamkeit zeigte und mehr unerwünschte Ereignisse verursachte, als die separate Anwendung mitjedem Arzneimittel, wird diese Therapie nicht empfohlen.
Bei 20 % der Patienten, denen Nevirapin zweimal täglich zugeordnet war, sowie 18 % der Patientendenen Efavirenz zugeordnet war, trat mindestens ein klinisch unerwünschtes Ereignis Grad 3 oder 4auf. Bei 10 (2,6 %) bzw. 2 (0,5 %) der Patienten der mit Nevirapin zweimal täglich behandelten
Gruppe bzw. der Efavirenz-Gruppe wurde eine klinische Hepatitis als klinisch unerwünschtes Ereignisberichtet. Der Anteil an Patienten mit mindestens einer leberassoziierten Laborwerterhöhung Grad 3oder 4 lag bei Nevirapin zweimal täglich bei 8,3 % und bei Efavirenz bei 4,5 %. Bei Patienten miteiner leberassoziierten Laborwerterhöhung Grad 3 oder 4 lag der Anteil der zusätzlich mit dem
Hepatitis B- oder Hepatitis C-Virus infizierten Personen bei 6,7 % und 20,0 % in der mit Nevirapinzweimal täglich behandelten Gruppe sowie bei 5,6 % und 11,1 % in der Efavirenz-Gruppe.
2NN-Nachbeobachtungsstudie über 3 Jahre
Hierbei handelt es sich um eine retrospektive multizentrische Studie zum Vergleich der 3-jährigenantiviralen Wirksamkeit von Nevirapin und Efavirenz in Kombination mit Stavudin und Lamivudinbei Patienten der 2NN-Studie ab der Woche 49 bis Woche 144. Zu Studienende nach Woche 48 nochimmer aktiv nachbeobachtete und im Prüfzentrum behandelte Teilnehmer der 2NN-Studie wurdengebeten, an dieser Studie mitzuwirken. Die primären Endpunkte der Studie (Prozentsatz der Patientenmit Therapieversagen) und die sekundären Endpunkte der Studie, sowie die antiretrovirale
Begleitbehandlung ähnelten der ursprünglichen 2NN-Studie.
In dieser Studie wurde ein dauerhaftes Therapieansprechen auf Nevirapin über mindestens drei Jahrenachgewiesen und die Gleichwertigkeit hinsichtlich eines Therapieversagens in einem Bereich von10 % wurde für Nevirapin 200 mg zweimal täglich und Efavirenz belegt. Sowohl die primären(p = 0,92) als auch die sekundären Endpunkte zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschiedzwischen Efavirenz und Nevirapin 200 mg zweimal täglich.
Studien an bereits vorbehandelten Patienten
NEFA-Studie
Die NEFA-Studie ist eine kontrollierte, prospektive, randomisierte Studie zur Beurteilung von
Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit nicht feststellbarer Viruslast, die von einer auf einem
Proteasehemmer beruhenden Therapie auf entweder Nevirapin, Efavirenz oder Abacavir umgestelltwurden.
In dieser Studie wurden 460 Erwachsene, die momentan zwei nucleosidische Reverse-Transkriptase-
Hemmer sowie mindestens einen Proteasehemmer einnahmen und deren HIV-1-RNA-Plasmaspiegelüber wenigstens die vorangegangenen sechs Monate bei weniger als 200 Kopien/ml lag, randomisiertauf eine Umstellung von Proteasehemmern auf Nevirapin (155 Patienten), Efavirenz (156 Patienten)oder Abacavir (149 Patienten) verteilt.
Der primäre Studienendpunkt war der Tod, die Progression zu AIDS oder ein Anstieg der HIV-1-
RNA-Spiegel auf 200 Kopien oder mehr pro Milliliter.
Nach 12 Monaten betrugen die Kaplan-Meier-Schätzungen zur Wahrscheinlichkeit, mit der der
Endpunkt erreicht wurde. bei der Nevirapin-Gruppe 10 %‚ der Efavirenz-Gruppe 6 % und bei der
Abacavir-Gruppe 13 % (p = 0,10 entsprechend einer ITT-Analyse).
Die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse lag in der Abacavir-Gruppe signifikant niedriger(61 Patienten oder 41 %) als in der Nevirapin-Gruppe (83 Patienten oder 54 %) oder der Efavirenz-
Gruppe (89 Patienten oder 57 %). Signifikant weniger Patienten setzten das Arzneimittel in der
Abacavir-Gruppe (9 Patienten oder 6 %) aufgrund unerwünschter Ereignisse ab als in der Nevirapin-
Gruppe (26 Patienten oder 17 %) oder in der Efavirenz-Gruppe (27 Patienten oder 17 %).
Perinatale Übertragung
Zur Untersuchung der Wirksamkeit von Nevirapin hinsichtlich der Prävention einer perinatalen
Übertragung wurden zahlreiche Studien, insbesondere die Studie HIVNET-012, durchgeführt. Diese
Studie zeigte eine signifikant verminderte Übertragung nach Anwendung einer Einzeldosis Nevirapin(13,1 % [n = 310] in der Nevirapin-Gruppe gegenüber 25,1% [n = 308] in der ultrakurzen Zidovudin-
Gruppe [p = 0,00063]). Die Monotherapie mit Nevirapin wurde mit der Entwicklung einer NNRTI-
Resistenz in Verbindung gebracht. Eine Einzeldosis Nevirapin kann bei Mutter oder Kind zur
Verminderung der Wirksamkeit einer Nevirapin-basierten HIV-Therapie führen, wenn sie bei diesen
Patienten innerhalb von 6 Monaten begonnen wird. Die Kombination anderer antiretroviraler
Arzneimittel mit einer Einzeldosis Nevirapin schwächt die Resistenzentwicklung gegen Nevirapin ab.
Wenn andere antiretrovirale Arzneimittel verfügbar sind, sollte die Einzeldosis Nevirapin (wie ininternational anerkannten Leitlinien empfohlen) mit zusätzlichen wirksamen antiretroviralen
Arzneimitteln kombiniert werden.
Die klinische Relevanz dieser Daten bei europäischen Populationen ist nicht bekannt. Außerdem kanndas Risiko einer Lebertoxizität bei Mutter und Kind im Falle einer Behandlung mit einer Einzeldosis
Nevirapin zur Verhinderung der vertikalen Übertragung der HIV-1-Infektion nicht ausgeschlossenwerden
Kinder und JugendlicheDie Ergebnisse der in Südafrika über 48 Wochen durchgeführten Studie (BI 1100.1368) bestätigten fürdie Nevirapin-Dosierungen von 4 bzw. 7 mg/kg oder 150 mg/m2 eine gute Verträglichkeit und
Wirksamkeit bei der Behandlung antiretroviral unbehandelter Kinder. Bei beiden Dosis-Regimenwurde während der 48 Wochen eine deutliche Verbesserung des Anteils der CD4-Zellen beobachtet.
Ebenso erwiesen sich beide Dosis-Regime als wirksam in der Verringerung der Viruslast. In dieser
Studie über 48 Wochen traten bei keinem der verwendeten Dosis-Regime unerwartete
Nebenwirkungen auf.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption: Nevirapin wird nach oraler Anwendung bei gesunden Probanden und HIV-1-infizierten
Erwachsenen gut resorbiert (> 90 %). Die absolute Bioverfügbarkeit betrug bei 12 gesunden
Erwachsenen nach einmaliger Anwendung einer 50-mg-Tablette 93 ± 9 % (Mittelwert ± SD) und nacheinmaliger Anwendung einer oralen Lösung 91 ± 8 %. Die maximalen Nevirapin-Konzentrationen im
Plasma (2 ± 0,4 µg/ml; 7,5 µM) wurden innerhalb von vier Stunden nach einmaliger Anwendung einer200 mg-Dosis erreicht. Nach mehreren Dosen scheinen die maximalen Nevirapin-Konzentrationen ineinem Dosisbereich zwischen 200 und 400 mg/Tag linear anzusteigen. Literaturdaten von 20 HIV-infizierten Patienten lassen auf ein Steady-state-Cmax von 5,74 µg/ml (5,00-7,44) und - Cmin, von3,73 µg/ml (3,20-5,08) mit einer AUC von 109,0 h x µg/ml (96,0-143,5) schließen, wenn die Patientenzweimal täglich 200 mg Nevirapin eingenommen hatten. Andere publizierte Daten unterstützen diese
Schlussfolgerung. Eine langfristige Wirksamkeit scheint bei den Patienten am wahrscheinlichsten zusein, deren minimale Nevirapin-Plasmaspiegel 3,5 µg/ml übersteigen.
Verteilung: Nevirapin ist lipophil und liegt bei physiologischem pH im Wesentlichen innichtionisierter Form vor. Nach der intravenösen Applikation an gesunden Erwachsenen betrug das
Verteilungsvolumen (Vdss) von Nevirapin 1,21 ± 0,09 l/kg. Dies zeigt an, dass Nevirapin beim
Menschen ein großes Verteilungsvolumen aufweist. Nevirapin passiert die Plazentaschranke und trittin die Muttermilch über. Es wird in einem Konzentrationsbereich von 1 bis 10 µg/ml zu 60 % an
Plasmaproteine gebunden. Die Nevirapin-Konzentration in humanem Liquor cerebrospinalis (11 = 6)betrug 45 % (± 5 %) der Plasmakonzentration. Dieses Verhältnis entspricht ungefähr der nicht an
Plasmaproteine gebundenen Fraktion.
Metabolismus und Ausscheidung: In-vivo-Studien bei Menschen und In-vitro-Studien mit humanen
Lebermikrosomen haben gezeigt, dass Nevirapin vorwiegend über das Cytochrom-P450-Systemverstoffwechselt wird (oxidative Metabolisierung). Dabei entstehen mehrere hydroxylierte
Metaboliten. Die Ergebnisse von In-vitro-Studien mit humanen Lebermikrosomen sprechen dafür,dass die oxidative Verstoffwechslung von Nevirapin vorwiegend durch die Cytochrom P450-
Isoenzyme der CYP3A-Familie erfolgt, obwohl andere Isoenzyme ebenfalls eine Rolle spielenkönnen. In einer Massenbilanz-/Ausscheidungsstudie wurden bei acht gesunden männlichen
Probanden, bei denen mit 200 mg Nevirapin zweimal täglich Steady-state-Bedingungen hergestelltworden waren, nach einmaliger Anwendung von 50 mg 14C-Nevirapin ungefähr 91,4 ± 10,5 % derradioaktiv markierten Dosis wiedergefunden. Die Ausscheidung erfolgte vorwiegend renal(Wiederfindungsrate im Urin 81,3 ± 11,1 %‚ in den Faeces 10,1 ± 1,5 %). Mehr als 80 % der im Urinvorhandenen Radioaktivität stammte von Glukuronidkonjugaten hydroxylierter Metaboliten. Somitstellen der Cytochrom-P450-Stoffwechsel, die Glukuronidkonjugation und die renale Ausscheidungder glukuronidierten Metaboliten den Hauptstoffwechsel- und Ausscheidungsweg für Nevirapin beim
Menschen dar. Nur ein kleiner Teil (< 5 %) der im Urin vorhandenen Radioaktivität (< 3 % der
Gesamtdosis) war auf die Muttersubstanz zurückzuführen. Daher spielt die renale Ausscheidung beider Elimination der Muttersubstanz nur eine untergeordnete Rolle.
Es konnte gezeigt werden, dass Nevirapin ein Induktor der Enzyme des hepatischen Cytochrom-P450-
Systems ist. Die Pharmakokinetik der Autoinduktion ist durch eine 1,5- bis 2fache Zunahme derscheinbaren Nevirapin-Clearance nach oraler Anwendung gekennzeichnet, wenn nach einereinmaligen Gabe die Behandlung mit 200 bis 400 mg täglich über zwei bis vier Wochen fortgesetztwird. Die Autoinduktion führt auch zu einer entsprechenden Abnahme der terminalen Halbwertszeitvon Nevirapin im Plasma von ungefähr 45 Stunden (einmalige Gabe) auf ungefähr 25 bis 30 Stundennach mehreren Dosen (200 bis 400 mg/Tag).
Besondere Bevölkerungsgruppen:Nierenfunktionsstörungen: Die Pharmakokinetik der Nevirapin-Einzeldosis wurde bei 23 Patientenmit leichter (Kreatinin-Clearance zwischen 80 ml/min und 50 ml/min). mittlerer (Kreatinin-Clearancezwischen 50 ml/min und 30 ml/min) und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter30 ml/min), Nierenfunktionsschwächen und dialysepflichtigem Nierenleiden im Endstadium (ESRD)sowie bei 8 Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance mindestens 80 ml/min)vergleichend untersucht. Nierenfunktionsstörungen (leicht, mittel und schwer) führten zu keinersignifikanten Veränderung der Pharmakokinetik von Nevirapin. Bei den Patienten mitdialysepflichtigem ESRD ergab sich hingegen eine 43,5 %ige Verringerung der Nevirapin-AUC im
Verlauf einer einwöchigen Exposition. Außerdem erfolgte eine Anreicherung von Hydroxy-
Metaboliten des Nevirapins im Plasma. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine über die Nevirapin-
Therapie hinausgehende weitere Gabe von 200 mg Nevirapin nach jeder Dialyse helfen würde, die
Auswirkungen der Dialyse auf die Nevirapin-Clearance auszugleichen. Ansonsten sind für Patientenmit einer Kreatinin-Clearance von mindestens 20 ml/min keine Nevirapin-Dosisanpassungenerforderlich.
Leberfunktionsstörungen: Eine Studie im Steady state wurde an 46 Patienten mitleichter (n = 7; Ishak Score 1-2),mäßiger (n = 20; Ishak Score 3-4)oder schwerer (n = 9; Ishak Score 5-6, 8 Patienten mit Child-Pugh A bzw. 1 Patient ohne verfügbaren
Child-Pugh-Score) Leberfibrose als Maß der Leberfunktionsstörung vergleichend durchgeführt.
Die untersuchten Patienten erhielten eine antiretrovirale Therapie einschließlich 200 mg Nevirapinzweimal täglich für mindestens 6 Wochen vor der Probenentnahme zur Untersuchung der
Pharmakokinetik. Die mittlere Behandlungsdauer betrug 3,4 Jahre. In dieser Studie war diepharmakokinetische Disposition hei Mehrfachgabe weder für Nevirapin noch für die fünf oxidativen
Metaboliten verändert.
Trotzdem hatten ungefähr 15 % dieser Patienten mit Leberfibrose eine Nevirapin Tal-Konzentrationüber 9.000 ng/ml (2-faches des üblichen mittleren Tal-Wertes). Patienten mit Leberfunktionsstörungensollten sorgfältig hinsichtlich Anzeichen einer Arzneimittel-induzierten Toxizität untersucht werden.
In einer pharmakokinetischen Studie an HIV-negativen Patienten mit leichter und mäßiger
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A, n = 6; Child-Pugh B, n = 4) in der 200 mg Nevirapin als
Einzeldosis angewendet wurde, wurde bei einem Child-Pugh B Patienten mit Ascites ein signifikanter
Anstieg der AUC von Nevirapin beobachtet. Dies weist daraufhin, dass bei Patienten mit einer
Verschlechterung der Leberfunktion und Ascites ein Risiko einer Nevirapin-Akkumulation imsystemischen Kreislauf vorliegt. Da eine Mehrfachgabe von Nevirapin den substanzeigenen
Metabolismus induziert, wird durch die Einzeldosis-Studie der Einfluss der Leberfunktionsstörung aufdie Pharmakokinetik bei Mehrfachgabe nicht widergespiegelt (siehe Abschnitt 4.4).
Geschlecht und ältere Patienten
In der multinationalen 2NN Studie, wurde eine Substudie zur Pharmakokinetik an 1.077 Patienten(davon 391 Frauen) durchgeführt. Weibliche Patienten zeigen eine um 13,8 % geringere Nevirapin-
Clearance als männliche Patienten. Dieser Unterschied wird als klinisch nicht relevant angesehen. Daweder das Körpergewicht noch der Body Mass Index (BMI) einen Einfluss auf die Nevirapin-
Clearance zeigten, lässt sich der geschlechtsspezifische Effekt nicht durch die Körpergröße erklären.
Die Pharmakokinetik von Nevirapin bei HIV-1-infizierten Erwachsenen erscheint weder vom Alter (ineinem Bereich von 19-68 Jahren) noch von der Rasse (kaukasisch, negroid oder hispano-amerikanisch) abhängig.
Nevirapin ist nicht speziell an Patienten über 65 Jahre erprobt worden.
Kinder und JugendlicheDie Daten zur Pharmakokinetik von Nevirapin stammen aus zwei größeren Quellen: einer in Südafrikadurchgeführte Studie über 48 Wochen (BI 1100.1368) an insgesamt 123 HIV-positiven, antiretroviralunbehandelten Kindern im Alter von 3 Monaten bis 16 Jahren; und einer konsolidierten Analyse vonfünf Studien der Paediatric AIDS Clinical Trial Group (PACTG), in die 495 Patienten im Alter von14 Tagen bis 19 Jahren eingeschlossen wurden.
Die pharmakokinetischen Daten von 33 Patienten (im Alter von 0,77 - 13,7 Jahren) aus der Gruppemit engmaschiger Probennahme zeigten mit Zunahme des Alters - entsprechend dcr Zunahme der
Körperoberfläche - eine Erhöhung der Nevirapin-Clearance. Bei einer Nevirapin-Dosierung von2 x täglich 150 mg/m2 (nach einer 14-tägigen Einleitungsphase von 1 x täglich 150 mg/m2) kommt eszu geometrisch mittleren oder mittleren Nevirapin-Talkonzentrationen zwischen 4-6 µg/ml (wie auf
Grundlage der bei Erwachsenen beobachteten Daten angestrebt). Weiterhin waren die beobachteten
Nevirapin-Talkonzentrationen bei beiden Dosierungs-Methoden vergleichbar.
Die konsolidierte Analyse der Protokolle 245, 356. 366, 377 und 403 der Paediatric AIDS Clinical
Trial Group erlaubt die Evaluierung der in diesen PACTG-Studien eingeschlossenen Kinder unter3 Monaten (n = 17), Die beobachteten Plasmakonzentationen von Nevirapin lagen innerhalb des beierwachsenen Patienten und der übrigen pädiatrischen Population beobachteten Bereichs, zeigtenjedoch - insbesondere im zweiten Lebensmonat - eine größere interindividuelle Variabilität,
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Nicht-klinische Daten ergaben aufgrund konventioneller Untersuchungen zur
Sicherheitspharmakologie, Toxikologie nach wiederholter Gabe und Genotoxizität keine speziellen
Risiken für die Anwendung am Menschen über die in klinischen Prüfungen beobachteten Risikenhinaus. In Karzinogenitätsstudien induziert Nevirapin Lebertumoren bei Ratten und Mäusen. Diese
Befunde sind höchstwahrscheinlich auf die starke Leberenzym-Induktion von Nevirapin und nicht aufeinen genotoxischen Wirkmechanismus zurückzuführen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose
Lactose (als Monohydrat)
Povidon K25
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Packung zur Einleitung der Behandlung
Weiße, undurchsichtige PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackung oder OPA/Alu/PVC-Aluminium-
Blisterpackung. Umkarton mit 14 Tabletten (Kalenderpackung).
Packung zur Erhaltung der Behandlung
Weiße, undurchsichtige PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackung oder OPA/Alu/PVC-
Aluminium-Blisterpackung. Umkarton mit 60 oder 120 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu entsorgen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Teva B.V.
Swensweg 52031GA Haarlem
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 30. November 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. August 2014
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen
Arzneimittel Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.