ZUTECTRA 500UI injektionslösung in einer fertigspritze merkblatt medikamente

J06BB04 humanes Anti-Hepatitis-B-Immunglobulin • ANTIINFEKTIVA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | IMMUNGLOBULINE | Spezifische Immunglobuline

Menschliches Anti-Hepatitis-B-Immunglobulin ist ein aus Plasma gewonnenes Produkt, das zur Vorbeugung von Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) verwendet wird, insbesondere bei Personen, die kürzlich dem Virus ausgesetzt waren, oder bei Personen mit hohem Risiko, wie Neugeborene infizierter Mütter. Es bietet eine passive Immunität, indem es spezifische Antikörper gegen HBV liefert.

Das Medikament wird intramuskulär oder intravenös gemäß den Anweisungen eines Arztes verabreicht.

Zu den Nebenwirkungen können Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber oder allergische Reaktionen gehören. In seltenen Fällen können anaphylaktische Reaktionen auftreten.

Patienten sollten ihren Arzt über bekannte Allergien oder andere Medikamente informieren, die sie einnehmen. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Anwendung einen Spezialisten konsultieren.

Allgemeine Daten zu ZUTECTRA 500UI

Substanz: humanes Anti-Hepatitis-B-Immunglobulin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W56595001

Konzentration: 500UI

Pharmazeutisches Formblatt: injektionslösung in einer fertigspritze

Quantität: 5

Produktart: original

Preis: 5937.25 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: BIOTEST PHARMA GMBH - GERMANIA

Zulassungsinhaber: BIOTEST PHARMA GMBH - GERMANIA

Zulassungsnummer: 600/2009/01

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für humanes Anti-Hepatitis-B-Immunglobulin

Verfügbare Konzentrationen für humanes Anti-Hepatitis-B-Immunglobulin

1000UI/3ml, 180UI/1ml, 500UI, 50UI/ml, 540UI/3ml

Vergütungslisten für ZUTECTRA 500UI BIOTEST

NGP 9.3 (C2) - Leber-Transplantation

Preis

Zuzahlung

Patient

5937.25 RON

5937.25 RON

0.00 RON

NGP 9.8 (C2) - Behandlung des Wiederauftretens der chronischen HBV-Hepatitis bei Lebertransplantationspatienten

Preis

Zuzahlung

Patient

5937.25 RON

5937.25 RON

0.00 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ZUTECTRA 500UI injektionslösung in einer fertigspritze

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Zutectra 500 I.E. Injektionslösung in einer Fertigspritze

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Hepatitis-B-Immunglobulin vom Menschen

Ein ml enthält:

Hepatitis-B-Immunglobulin vom Menschen 500 I.E (Reinheitsgrad mindestens 96 % IgG)

Jede Fertigspritze mit 1 ml Lösung enthält: 150 mg Protein vom Menschen, mit einem Gehalt an

Antikörpern gegen das Hepatitis-B-Virus-Oberflächenantigen (HBs) von 500 I.E..

Verteilung der IgG-Subklassen (Näherungswerte):

IgG1: 59 %

IgG2: 35 %

IgG3: 3 %

IgG4: 3 %

Der maximale IgA-Gehalt ist 6.000 Mikrogramm/ml.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

Hergestellt aus Plasma menschlicher Spender.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

Die Lösung ist klar bis opaleszent und farblos bis blassgelb mit einem pH-Wert von 5,0-5,6 und einer

Osmolalität von 300-400 mOsm/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Prävention einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reinfektion bei HBsAG- und HBV-DNA-negativenerwachsenen Patienten mindestens 1 Woche nach einer Lebertransplantation aufgrund einer Hepatitis-

B-induzierten Leberinsuffizienz. Es sollte innerhalb der letzten drei Monate vor orthotoper

Lebertransplantation bestätigt sein, dass die Patienten HBV-DNA-negativ sind. Die Patienten solltenauch vor Behandlungsbeginn HBsAG-negativ sein.

Die gleichzeitige Anwendung geeigneter Virostatika ist als Standardprophylaxe von einer Hepatitis-

B-Reinfektion zu erwägen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Bei HBV-DNA-negativen Erwachsenen werden mindestens 1 Woche nach Lebertransplantationsubkutane Injektionen von Zutectra verabreicht, wöchentlich oder in Intervallen von 14 Tagen gemäßdes Anti-HBs-Serumtalspiegels.

Vor Beginn der subkutanen Behandlung mit Zutectra sind ausreichende Anti-HBs-Serumspiegel miteinem intravenösen Hepatitis-B-Immunglobulin auf ein Niveau von 300-500 I.E./l oder mehr zustabilisieren, um adäquate Anti-HBs-Abdeckung während des Übergangs von der intravenösen zursubkutanen Verabreichung zu gewährleisten. Bei HBsAg- und HBV-DNA-negativen Patienten sollten

Antikörperspiegel über 100 I.E./l aufrechterhalten werden.

Die Dosis kann individuell festgelegt und angepasst werden, von 500 I.E. auf bis zu 1000 I.E. (in

Ausnahmefällen auf bis zu 1500 I.E.), als subkutane Injektionen, verabreicht wöchentlich oder in

Intervallen von 14 Tagen, gemäß der Anti-HBs-Serumkonzentrationen und nach Maßgabe desbehandelnden Arztes. Antikörperspiegel über 100 I.E./l sollten aufrechterhalten werden.

Der Anti-HBs-Serumspiegel der Patienten muss regelmäßig kontrolliert werden. Anti-HBs-

Antikörper Serumspiegel sollten mindestens alle 2-4 Wochen und nach Maßgabe des behandelnden

Arztes mindestens ein halbes Jahr lang gemessen werden.

Kinder und Jugendliche

Für Zutectra gibt es keine Indikation für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren.

Art der Anwendung

Nur zur subkutanen Anwendung.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Voraussetzung dafür, dass der Patient oder eine Betreuungsperson die Injektionen zuhause vornehmenkann, ist die vorausgehende Einweisung durch einen Arzt, der Erfahrung darin besitzt, Patienten fürdie Selbstbehandlung im heimischen Umfeld zu schulen. Der Patient bzw. die Betreuungsperson lernt,wie man Injektionen setzt, wie man ein Patiententagebuch führt und welche Maßnahmen zu ergreifensind, wenn schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten. Ein ausreichender

Beobachtungszeitraum mit stabilen Anti-HBs-Talspiegeln von >100 I.E./l sowie ein

Behandlungsschema mit fixer Dosierung sind erforderlich: der Überwachungszeitplan der Anti-HBs-

Antikörper Serumspiegel der Patienten (s.o.) muss genau eingehalten werden. Der Patient bzw. die

Betreuungsperson muss außerdem die Anweisungen zur Injektionstechnik und zum Therapieschemaeinhalten, um sicherzustellen, dass auch nach längeren Phasen zwischen zwei Kontrollmessungen

Anti-HBs-Talspiegel von >100 I.E./l erhalten bleiben.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder gegen humane Immunglobuline. Insbesondere in sehr seltenen Fällen von IgA-

Mangel, wenn der zu behandelnde Patient Antikörper gegen IgA hat.

Zutectra darf nicht intravaskulär verabreicht werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden. Diese Empfehlung gilt auch für die Dokumentation in dem Patiententagebuch während der

Selbstverabreichung des Arzneimittels im heimischen Umfeld.

Es ist sicherzustellen, dass Zutectra nicht intravasal injiziert wird, da die Gefahr eines Schocks besteht.

Wenn der Empfänger ein Träger von HBsAg ist, ist kein Nutzen mit der Gabe dieses Arzneimittelsverbunden.

Über die Wirksamkeit in der postexpositionellen Prophylaxe liegen keine Daten vor.

Überempfindlichkeit

Echte Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten.

Zutectra enthält eine geringe Menge an IgA (siehe Abschnitt 2). Bei Patienten mit IgA-Mangel bestehtdie Möglichkeit, dass sie IgA-Antikörper ausbilden und nach Verabreichung von IgA-haltigen

Blutbestandteilen eine anaphylaktische Reaktion zeigen. Der Arzt muss daher den Nutzen der

Zutectra-Therapie gegen das potenzielle Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen abwägen.

Selten kann es durch humanes Hepatitis-B-Immunglobulin zu Blutdruckabfall mit anaphylaktischen

Reaktionen kommen, selbst bei Patienten, die bei früheren Immunglobulin-Gaben keine

Überempfindlichkeitsreaktionen gezeigt haben.

Mögliche Komplikationen können oftmals vermieden werden, wenn sichergestellt wird, dass die

Patienten:

* nicht überempfindlich gegen normales Immunglobulin vom Menschen sind, indem das

Arzneimittel anfangs langsam injiziert wird.

* für die Dauer der Injektion sorgfältig auf jegliche Symptome überwacht werden. Insbesonderesolche Patienten, die erstmals normales Immunglobulin vom Menschen erhalten, die bisher miteinem anderen IVIg-Präparat behandelt wurden oder die eine längere Behandlungspause hatten,müssen während der gesamten Dauer der ersten Injektion sowie eine Stunde lang nach der ersten

Injektion auf mögliche Nebenwirkungen beobachtet werden. Alle anderen Patienten sindmindestens 20 Minuten nach der Verabreichung zu beobachten.

Bei Verdacht auf eine allergische oder anaphylaktische Reaktion ist die Injektion sofort abzubrechen.

Bei einem Schock sind die aktuellen Standardmaßnahmen für eine Schockbehandlung anzuwenden.

Auswirkung auf serologische Untersuchungen

Nach Injektion eines Immunglobulins kann es durch einen vorübergehenden Anstieg passivübertragener Antikörper im Blut des Patienten zu positiven Testergebnissen kommen.

Die passive Übertragung von Antikörpern gegen Erythrozyten-Antigene, z.B. A, B und D, kann einigeserologische Tests auf Erythrozyten-Alloantikörper (z.B. Coombs-Test) verfälschen.

Übertragbare Erreger

Standardmaßnahmen zur Verhütung von Infektionen durch die Verabreichung von Arzneimitteln, dieaus menschlichem Blut oder Plasma hergestellt wurden, beinhalten Spenderauswahl, Testungeinzelner Spenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und Einführung effektiver

Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung von Viren. Dennoch kann die Möglichkeit der

Übertragung von Erregern bei der Verabreichung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder

Plasma hergestellt worden sind, nicht völlig ausgeschlossen werden. Dies trifft auch für bisherunbekannte oder neu auftretende Viren oder Erreger zu.

Die ergriffenen Maßnahmen gelten als wirksam gegen umhüllte Viren wie das humane

Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis-B- (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) und das nichtumhüllte Hepatitis-A-Virus (HAV). Die Viruseliminierung/ -inaktivierung ist möglicherweise beinicht umhüllten Viren wie Parvovirus B19 von begrenztem Wert.

Die klinische Erfahrung hat bestätigt, dass Hepatitis-A-Viren oder Parvoviren B19 nicht durch

Immunglobuline übertragen werden, weiterhin wird angenommen, dass der Gehalt an Antikörperneinen wichtigen Beitrag zur Virussicherheit leistet.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Attenuierte Lebendimpfstoffe

Die Gabe von Immunglobulinen kann für eine Dauer von drei Monaten die Wirksamkeit vonattenuierten Lebendimpfstoffen wie Röteln-, Mumps,- Masern- und Windpockenimpfstoffenbeeinträchtigen. Nach der Gabe dieses Arzneimittels ist vor der Impfung mit attenuierten

Lebendimpfstoffen eine Wartezeit von 3 Monaten einzuhalten.

Im Anschluss an die Gabe eines attenuierten Lebendimpfstoffs darf Hepatitis B Immunglobulin vom

Menschen erst drei bis vier Wochen nach erfolgter Impfung verabreicht werden. Falls es unbedingterforderlich ist, menschliches Hepatitis B Immunglobulin innerhalb von drei bis vier Wochen nach der

Impfung zu verabreichen, muss die Applikation des attenuierten Lebendimpfstoffs drei Monate nach

Gabe des menschlichen Hepatitis B Immunglobulins wiederholt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Unbedenklichkeit dieses Arzneimittels bei der Anwendung während der Schwangerschaft wurdenicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht, daher sollte es bei Schwangeren nur nachsorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Die lange klinische Erfahrung mit

Immunglobulinen lässt erkennen, dass keine schädlichen Auswirkungen auf den Verlauf der

Schwangerschaft, den Fötus oder das Neugeborene zu erwarten sind.

Stillzeit

Die Unbedenklichkeit dieses Arzneimittels bei der Anwendung während der Stillzeit wurde nicht inkontrollierten klinischen Studien untersucht, daher sollte es bei stillenden Müttern nur nachsorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Fertilität

Es wurden keine Untersuchungen zur Fertilität durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Hepatitis-B-Immunglobulin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die meisten Nebenwirkungen waren gering bis mittelgradig ausgeprägt. In Einzelfällen kann normaleshumanes Immunglobulin einen anaphylaktischen Schock verursachen.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit 4.810 subkutanen Anwendungen von

Zutectra in vier abgeschlossenen klinischen Studien und 1.006 Anwendungen im Rahmen einer nicht-interventionellen Unbedenklichkeitsprüfung nach Markteinführung (PASS, Post-Authorisation Safety

Study) berichtet.

Die in vier Studien beobachteten Nebenwirkungen sind nachstehend nach MedDRA-

Systemorganklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt. Bei der Bewertung von Nebenwirkungenwerden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10),gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Systemorganklasse Nebenwirkungen Häufigkeitgemäß MedDRA

Infektionen und parasitäre Nasopharyngitis Selten*

Erkrankungen

Erkrankungen des Überempfindlichkeit Selten*

Immunsystems

Erkrankungen des Kopfschmerzen Gelegentlich

Nervensystems

Herzerkrankungen Palpitationen, Herzbeschwerden Selten*

Gefäßerkrankungen Hypertonie Selten*

Erkrankungen der Atemwege, Schmerzen im Oropharynx Selten*des Brustraums und

Mediastinums

Erkrankungen des Oberbauchschmerzen Gelegentlich

Gastrointestinaltrakts

Erkankungen der Haut und des Pruritus, Ausschlag Selten*

Unterhautzellgewebes

Skelettmuskulatur- und Muskelkrämpfe Selten*

Bindegewebserkrankungen

Allgemeine Erkrankungen und Schmerzen an der Häufig

Beschwerden am Injektionsstelle, Urtikaria an der

Verabreichungsort Injektionsstelle, Injektionsstelle

Haematom, Erythem an der

Injektionsstelle

Erschöpfung, Müdigkeit Selten*

* Einzelfälle

Nebenwirkungen in Zusammenhang mit anderen humanen Immunglobulinpräparaten

Normale Immunglobuline können gelegentlich Nebenwirkungen wie Schüttelfrost, Kopfschmerzen,

Schwindel, Fieber, Erbrechen, allergische Reaktionen, Übelkeit, Arthralgie, Hypotonie undmittelgradige Schmerzen der Lendenwirbelsäule hervorrufen.

In seltenen Fällen kann Immunglobulin vom Menschen einen plötzlichen Abfall des Blutdrucks und,in Einzelfällen, einen anaphylaktischen Schock verursachen, auch bei Patienten, die bei früheren

Verabreichungen keine Überempfindlichkeit gezeigt haben.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Schwellung, Schmerzempfindlichkeit, Rötung, Verhärtung, örtliche Erwärmung, Juckreiz, Blutergussund Hautausschlag.

Information zur Sicherheit in Bezug auf übertragbare Krankheitserreger, siehe 4.4.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Folgen einer Überdosierung sind nicht bekannt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsera und Immunglobuline, Spezifische Immunglobuline,

Hepatitis-B-Immunglobulin

ATC-Code: J06BB04

Hepatitis-B-Immunglobulin enthält vorwiegend Immunglobulin G (IgG) mit einem besonders hohen

Anteil an Antikörpern gegen Hepatitis-B-Virus-Oberflächenantigen (HBs).

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

An dieser offenen, prospektiven, einarmigen klinischen Studie nahmen 23 lebertransplantierte

Patienten teil, die zunächst eine intravenöse Hepatitis-B-Immunglobulin-Prophylaxe erhalten hattenund dann auf Zutectra subkutan umgestellt wurden. Die wöchentliche subkutane Dosis betrug 500 I.E.bei Patienten mit < 75 kg Körpergewicht (eine Erhöhung der Dosis auf 1.000 I.E. war zulässig, wenndies medizinisch erforderlich war, um einen Sicherheitsspiegel >100 I.E. aufrechtzuerhalten) und1.000 I.E. bei Patienten mit ≥ 75 kg Körpergewicht. 2 Patienten erhielten eine höhere Dosis und 2

Patienten erhielten eine niedrigere Dosis als die, dem Körpergewicht entsprechend, vorgesehene

Dosierung. Anti-HBs-Serumtalspiegel von 100 I.E./l oder mehr (der primäre Wirksamkeits-Endpunkt)wurden bei allen Patienten während des 18- bis 24-wöchigen Zeitraums der Studie aufrechterhalten.

Die Sicherheitsmarge von 100 I.E./l ist die allgemein anerkannte Grenze für die wirksame Präventioneiner HBV-Reinfektion bei Lebertransplantationspatienten mit erhöhtem Risiko. Bei keinem Patiententrat eine HBV-Reinfektion auf. Die meisten Patienten konnten die Selbstinjektion durchführen.

Der durchschnittliche Anti-HBs-Serumspiegel lag vor dem Wechsel bei 393±139 I.E./l. Alle Patientenerhielten antivirale Arzneimittel.

Die nach der Clopper-Pearson-Methode berechnete Therapie-Versagerrate nach 18 Wochen betrug0 %, bezogen auf die Patienten der ITT-Population (95 % KI: [0, 14,8 %]). Auch für die fakultative

Verlängerungsphase wurde eine Versagensrate von 0 % ermittelt (Woche 24) (95 % KI: [0, 20,6 %]).

Die Ziele dieser offenen, prospektiven, einarmigen klinischen Studie waren die Beurteilung der

Machbarkeit einer Selbstverabreichung zuhause (unter Berücksichtigung der Therapietreue) sowie der

Wirksamkeit und Sicherheit von Zutectra bei subkutaner Verabreichung in einer Gruppe stabiler

Patienten unter Langzeitbehandlung zur Prophylaxe der Reinfektion einer transplantierten Leber bei66 Patienten. Alle Patienten, die an dieser Studie teilnahmen, mussten eine Trainingsphase vonmindestens 29 Tagen absolvieren. Die Selbstverabreichung zuhause konnte frühestens am Tag 36beginnen. Mit Ausnahme von 6 Patienten, welche die Studie vor Tag 36 abbrachen, konnten alle

Patienten die Selbstverabreichung im Krankenhaus und zuhause vollständig durchführen. Keiner der

Patienten brach die Studie ab, weil die Selbstbehandlung zuhause nicht durchführbar war. Währendder 48-wöchigen Behandlungsphase wurden bei allen Patienten an allen Untersuchungsterminenkonstante Anti-HBs-Serumkonzentrationen von ≥ 100 I.E./l gemessen. Die Mittelwerte am Ende der

Behandlungsphase lagen bei 312,0 ± 103,5 I.E./l. Insgesamt erhielten 53/66 Patienten (80,3%)während dieser Studie antivirale Medikamente und 13 Patienten eine Monotherapie mit Zutectra.

Während der 48-wöchigen Behandlungsphase wurde keine Hepatitis-B-Reinfektion berichtet undkeiner der Patienten wurde HBsAg-positiv getestet. Es wurden keine schwerwiegenden

Nebenwirkungen berichtet, für die ein Zusammenhang mit der Studienmedikation bestand. Währendder Studie trat kein Todesfall ein.

Das Ziel der offenen, prospektiven, einarmigen klinischen Studie war die Untersuchung der

Wirksamkeit und Sicherheit der frühen Umstellung auf Zutectra beginnend nach der ersten Wochenach orthotoper Lebertransplantation zur Prävention einer Hepatitis B (HBV)-Reinfektion bei HBsAg-und HBV-DNA-negativen Patienten. Zum Zeitpunkt der Transplantation waren 21 Patienten (42.9%)

HDV-positiv getestet, Patienten mit einem positiven HIV- oder HCV-Test wurden von der Teilnahmean der Studie ausgeschlossen. 49 Patienten erhielten subkutane Injektionen von Zutectra, 500 I.E. (1ml) oder 1.000 I.E. (2 ml) (in Ausnahmefällen Dosisanpassung bis zu 1.500 I.E.), verabreichtwöchentlich oder in Intervallen von 14 Tagen gemäß des Anti-HBs-Serumtalspiegels. Die individuelle

Behandlungsdauer pro Patient betrug laut Plan bis zu 24 Wochen nach Transplantation. Während der6-monatigen Studiendauer kam es zu keinem Therapieversagen. HBs-Antikörperkonzentrationenoberhalb des kleinsten noch sicheren Serumtalspiegels von >100 I.E./l wurden bei allen Patienten zuallen Messzeitpunkten gemessen, unabhängig von der Art der Anwendung (durch den Prüfarzt, die

Betreuungsperson oder Selbst-Injektion), der Dosierung (500 I.E., 1.000 I.E. oder 1.500 I.E.) oder des

Behandlungsintervalls. Während der Studie wurden keine klinischen Zeichen einer Hepatitis-B-

Reinfektion beobachtet und es wurde kein Patient HBsAg- oder HBV-DNA-positiv getestet, wasbestätigt, dass ein wirksamer Schutz gegen eine Hepatitis-B-Virus-Reinfektion bei früher subkutaner

Anwendung von Zutectra als Teil der Kombinationstherapie mit HBV-Virostatika beginnend 8 bis 18

Tage nach orthotoper Lebertransplantation vorliegt. Eine nicht schwerwiegende Nebenwirkung, dieauf die Gabe von Zutectra zurückzuführen ist, wurde berichtet (Hämatom an der Einstichstelle). Im

Rahmen der Studie traten keine Todesfälle auf.

An der nicht-interventionellen Unbedenklichkeitsstudie nach Markteinführung (PASS 978) nahmen61 erwachsene Patienten mit Lebertransplantation aufgrund einer Hepatitis-B-induzierten

Leberinsuffizienz teil, deren Transplantation ≥ 6 Monate zurücklag. Ziel der Studie war die

Beurteilung der Therapietreue der Patienten bei Anwendung von subkutan verabreichtem Zutectra in

Form einer Selbstbehandlung zuhause zur Prävention einer Hepatitis-B-Reinfektion. Die Patientenwaren gemäß den Angaben und Dosierungsempfehlungen in der Fachinformation (Zusammenfassungder Merkmale des Arzneimittels) mit Zutectra zu behandeln. Anhand der

Anti-HBs-Serumkonzentration (kein Wert unter 100 I.E./l und einer mittleren

Anti-HBs-Serumkonzentration von 254,3 I.E./l bei der Abschlussuntersuchung) konnte für57 (von 61) Patienten (93%) Therapietreue nachgewiesen werden. Insgesamt erhielten 42/61 Patienten(68,9%) während dieser Studie antivirale Medikamente und 19 Patienten eine Monotherapie mit

Zutectra. Während der gesamten Beobachtungsphase wurde kein Therapieversagen festgestellt(definiert als positive Ergebnisse für HBV-DNA und HBsAg). Es wurden keine Reinfektionenbeobachtet. Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Während der Studie tratkein Todesfall ein.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Zutectra wird nach der Injektion langsam in den Blutkreislauf resorbiert und erreicht nach einer

Verzögerung von 2-7 Tagen seine Höchstkonzentration.

Biotransformation

IgG und IgG-Komplexe werden im retikuloendothelialen System abgebaut.

Elimination

Zutectra hat eine Halbwertszeit von etwa 3-4 Wochen. Diese Halbwertszeit kann von Patient zu

Patient unterschiedlich sein.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Immunglobuline sind normale Bestandteile des menschlichen Körpers, Toxizitätstests an heterologen

Spezies sind daher nicht relevant.

Eine Studie zur lokalen Verträglichkeit bei Kaninchen ergab keine Hinweise auf Reizungen durch

Zutectra.

Weitere präklinische Studien sind nicht durchgeführt worden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Glycin

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es dürfen keine anderen Präparate in die Zutectra-Lösung gegeben werden, da eine Änderung der

Elektrolytkonzentration oder des pH-Wertes zur Ausfällung oder Denaturierung der Proteine führenkann.

6.3 Haltbarkeit

2 Jahre.

Sobald die Schutzkappe von der Fertigspritze entfernt wurde, soll die Lösung sofort verabreichtwerden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Kühl lagern und transportieren (2°C-8°C).

Nicht einfrieren.

Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit Stopfen (Brombutyl) und Schutzkappe(Tip Cap) (Brombutylkautschuk).

Packungsgröße: Fünf Fertigspritzen in einer Blisterpackung.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Das Arzneimittel soll vor Gebrauch auf Raumtemperatur (ca. 23°C-27°C) erwärmt werden.

Die Lösung kann klar bis opaleszent und farblos bis blassgelb sein.

Trübe Lösungen oder solche mit Bodensatz dürfen nicht verwendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Biotest Pharma GmbH

Landsteinerstraße 5

D-63303 Dreieich

Deutschland

Tel.: +49 6103 801-0

Fax: +49 6103 801-150

Email: mail@biotest.com

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/09/600/001

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30 November 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16 September 2014

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der

Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.