Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ZUBSOLV 5.7mg / 1.4mg sublingualtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Zubsolv 0,7 mg/0,18 mg Sublingualtabletten
Zubsolv 1,4 mg/0,36 mg Sublingualtabletten
Zubsolv 2,9 mg/0,71mg Sublingualtabletten
Zubsolv 5,7 mg/1,4 mg Sublingualtabletten
Zubsolv 8,6 mg/2,1 mg Sublingualtabletten
Zubsolv 11,4 mg/2,9 mg Sublingualtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Zubsolv 0,7 mg/0,18 mg Sublingualtabletten
Jede 0,7 mg/0,18 mg Sublingualtablette enthält 0,7 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 0,18 mg Naloxon(als Hydrochlorid-Dihydrat).
Zubsolv 1,4 mg/0,36 mg Sublingualtabletten
Jede 1,4 mg/0,36 mg Sublingualtablette enthält 1,4 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 0,36 mg Naloxon(als Hydrochlorid-Dihydrat).
Zubsolv 2,9 mg/0,71 mg Sublingualtabletten
Jede 2,9 mg/0,71 mg Sublingualtablette enthält 2,9 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 0,71 mg Naloxon(als Hydrochlorid-Dihydrat).
Zubsolv 5,7 mg/1,4 mg Sublingualtabletten
Jede 5,7 mg/1,4 mg Sublingualtablette enthält 5,7 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 1,4 mg Naloxon (als
Hydrochlorid-Dihydrat).
Zubsolv 8,6 mg/2,1 mg Sublingualtabletten
Jede 8,6 mg/2,1 mg Sublingualtablette enthält 8,6 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 2,1 mg Naloxon (als
Hydrochlorid-Dihydrat).
Zubsolv 11,4 mg/2,9 mg Sublingualtabletten
Jede 11,4 mg/2,9 mg Sublingualtablette enthält 11,4 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 2,9 mg Naloxon(als Hydrochlorid-Dihydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Sublingualtablette
Zubsolv 0,7 mg/0,18 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, ovale Tabletten, 6,8 mm lang und 4,0 mm breit, mit der Prägung '.7“ auf einer
Seite.
Zubsolv 1,4 mg/0,36 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, dreieckige Tabletten, 7,2 mm breit an der Basis und 6,9 mm hoch, mit der Prägung'1.4“ auf einer Seite.
Zubsolv 2,9 mg/0,71 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, D-förmige Tabletten, 7,3 mm hoch und 5,65 mm breit, mit der Prägung '2.9“ aufeiner Seite.
Zubsolv 5,7 mg/1,4 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, runde Tabletten, 7 mm Durchmesser, mit der Prägung '5.7“ auf einer Seite.
Zubsolv 8,6 mg/2,1 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, diamantförmige Tabletten, 9,5 mm lang und 8,2 mm breit, mit der Prägung '8.6“auf einer Seite.
Zubsolv 11,4 mg/2,9 mg Sublingualtabletten
Weiße bis gebrochen weiße, kapselförmige Tabletten, 10,3 mm lang und 8,2 mm breit, mit der Prägung '11.4“auf einer Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer
Maßnahmen. Mit dem Naloxon-Bestandteil soll ein intravenöser Missbrauch verhindert werden. Zubsolv istzur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahren angezeigt, die einer Suchtbehandlungzugestimmt haben.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung von
Opioidabhängigkeit/-sucht erfolgen.
Zubsolv ist nicht mit anderen Buprenorphin-haltigen Arzneimitteln austauschbar, da unterschiedliche
Buprenorphin-haltige Arzneimittel eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit haben. Aus diesem Grund kann sichdie in mg angegebene Dosis je nach Arzneimittel unterscheiden. Sobald die angemessene Dosis mit einembestimmten Buprenorphin-haltigen Arzneimittel für einen Patienten bestimmt wurde, sollte dieses
Arzneimittel nicht durch ein anderes ersetzt werden.
Wenn ein Patient zwischen Buprenorphin-haltigen Arzneimitteln oder Buprenorphin- und Naloxon- haltigen
Arzneimitteln wechselt, sind eventuelle Dosisanpassungen aufgrund der potenziellen Unterschiede in der
Bioverfügbarkeit notwendig (siehe Abschnitt 4.4 und 5.2).
Es wird nicht empfohlen, ein Vielfaches der drei niedrigsten Zubsolv-Dosen als Ersatz für eine der dreihöheren Dosierungen anzuwenden (z. B. in Fällen, wenn die höhere Dosierung vorübergehend nichtverfügbar ist) (siehe Abschnitt 5.2).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen vor Einleitung der Therapie
Vor der Einleitung der Therapie sollten die Art der Opioidabhängigkeit (d. h. lang- oder kurzwirksames
Opioid), der Zeitraum seit der letzten Opioidanwendung und der Grad der Opioidabhängigkeit berücksichtigtwerden. Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte eine Einleitung mit Buprenorphin/Naloxon oder
Buprenorphin erst dann erfolgen, wenn objektive und eindeutige Anzeichen eines Entzugs vorliegen (z. B.
kann eine Punktzahl, die eine leichte bis mäßige Entzugssymptomatik auf der validierten Clinical Opioid
Withdrawal Scale, COWS anzeigt, als Richtwert verwendet werden).
* Bei heroinabhängigen oder von kurzwirksamen Opioiden abhängigen Patienten muss die erste Dosis
Buprenorphin/Naloxon bei den ersten Anzeichen von Entzug, frühestens jedoch 6 Stunden nach derletzten Opioidanwendung angewendet werden.
* Bei Patienten unter Methadon muss die Methadon-Dosis vor Beginn der Buprenorphin/Naloxon-
Therapie auf maximal 30 mg/Tag reduziert werden. Bei Einleitung einer Buprenorphin/Naloxon-
Therapie ist die lange Halbwertszeit von Methadon zu berücksichtigen. Die erste Dosis
Buprenorphin/Naloxon sollte erst beim Auftreten von Entzugserscheinungen, frühestens jedoch 24
Stunden, nachdem der Patient zuletzt Methadon eingenommen hat, angewendet werden. Buprenorphinkann bei methadonabhängigen Patienten das Auftreten von Entzugssymptomen beschleunigen.
DosierungInitialtherapie (Einleitung)
Die empfohlene Initialdosis bei Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahren beträgt 1,4 mg/0,36 mg oder 2,9mg/0,71 mg täglich. In Abhängigkeit vom individuellen Bedarf des Patienten kann am ersten Tag zusätzlich eine
Sublingualtablette Zubsolv 1,4 mg/0,36 mg oder 2,9 mg/0,71 mg angewendet werden.
Zu Beginn der Therapie wird eine tägliche Überwachung der Dosierung empfohlen, um sicherzustellen, dass die
Tablette korrekt unter die Zunge gelegt wird und um das Ansprechen des Patienten auf die Therapie beobachtenzu können, auf dessen Grundlage eine effektive Dosistitration entsprechend der klinischen Wirkung erfolgt.
Dosisstabilisierung und Erhaltungstherapie
Nach Einleitung der Behandlung an Tag 1 muss der Patient schnell stabil auf eine angemessene Erhaltungsdosiseingestellt werden, indem die Dosis so titriert wird, dass er die Behandlung beibehält und
Opioidentzugserscheinungen unterdrückt werden; maßgebend ist dabei die Neubewertung des klinischen undpsychologischen Zustands des Patienten. Die maximale tägliche Einzeldosis von 17,2 mg Buprenorphin(beispielsweise angewendet als 11,4 mg + 5,7 mg, 2 x 8,6 mg oder 3 x 5,7 mg) sollte nicht überschritten werden.
Im Verlauf der Erhaltungstherapie kann es notwendig sein, den Patienten entsprechend seinen veränderten
Bedürfnissen in regelmäßigen Abständen auf eine neue Erhaltungsdosis einzustellen.
Die Stärke 0,7 mg/0,18 mg soll zur Feineinstellung der Dosis bei Patienten verwendet werden, insbesonderewährend des Ausschleichens der Behandlung oder im Fall von Verträglichkeitsproblemen während der Titration.
Ärzte sind aufgefordert, möglichst ein Dosierungsschema mit nur einer Tablette einmal täglich zu verordnen, umdas Risiko der Abzweigung zum illegalen Gebrauch zu minimieren.
Seltenere als einmal tägliche Gabe
Nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisierung kann die Dosierungshäufigkeit von Zubsolv auf ein 2-
Tagesintervall herabgesetzt werden, wobei der Patient die doppelte individuell titrierte Tagesdosis erhält. Inbestimmten Fällen kann die Häufigkeit der Anwendung nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisierungauf eine 3-mal wöchentliche Gabe reduziert werden (z. B. montags, mittwochs und freitags. Die Montags- unddie Mittwochsdosis sollten jeweils doppelt so hoch sein wie die individuell titrierte Tagesdosis. Die
Freitagsdosis sollte das Dreifache der individuell titrierten Tagesdosis betragen. An den übrigen Tagen erfolgenkeine Dosisgaben.) Die an einem Tag gegebene Dosis sollte jedoch 17,2 mg Buprenorphin nicht übersteigen. Für
Patienten, die eine titrierte Tagesdosis von > 5,7 mg Buprenorphin/Tag benötigen, ist dieses Behandlungsschemamöglicherweise nicht geeignet.
Medizinischer Entzug
Nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisierung und bei Einverständnis des Patienten kann die Dosisallmählich auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert werden. In bestimmten günstigen Fällen kann die
Therapie beendet werden. Die Verfügbarkeit von sechs verschiedenen Tablettenstärken unterstützt dieindividuelle Dosistitration und das individuelle Ausschleichen. Nach dem medizinischen Entzug sind die
Patienten zu überwachen, da die Möglichkeit eines Rückfalls besteht.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs liegen keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten über 65
Jahren vor. Es können keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
LeberfunktionsstörungDa die Pharmakokinetik von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten mit Leberfunktionsstörung verändert seinkann, werden bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörung niedrigere Initialdosenund eine vorsichtige Dosistitration empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Buprenorphin/Naloxon ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe Abschnitte4.3 und 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Änderung der Buprenorphin/Naloxon-Dosis erforderlich.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Kindern unter 15 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDer Arzt muss den Patienten darüber informieren, dass die sublinguale Anwendung die einzige wirksame undsichere Art der Anwendung dieses Arzneimittels darstellt (siehe Abschnitt 4.4). Die Tablette muss bis zurvollständigen Auflösung unter der Zunge gehalten werden. Die Patienten dürfen nicht schlucken und keine
Speisen oder Getränke zu sich nehmen, bis sich die Tablette vollständig aufgelöst hat.
Zubsolv zerfällt normalerweise innerhalb von 40 Sekunden. Es kann aber 5 bis 10 Minuten dauern, bis der
Patient das Gefühl hat, dass die Tablette vollständig aus dem Mund verschwunden ist.
Wenn mehr als eine Tablette erforderlich ist, können alle gleichzeitig oder auf zwei Portionen aufgeteiltangewendet werden. Dabei ist die zweite Portion anzuwenden, sobald sich die erste Portion aufgelöst hat.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Schwere respiratorische Insuffizienz.
Schwere Leberfunktionsstörung.Akuter Alkoholismus oder Delirium tremens.
Gleichzeitige Anwendung von Opioid-Antagonisten (Naltrexon, Nalmefen) zur Behandlung von Alkohol- oder
Opioidabhängigkeit.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, Missbrauch und Abzweigung zum illegalen Gebrauch
Buprenorphin kann, wie andere legale oder illegale Opioide auch, missbräuchlich oder nichtbestimmungsgemäß angewendet werden. Risiken einer missbräuchlichen oder nicht bestimmungsgemäßen
Anwendung sind z.B. Überdosierung, Verbreitung von hämatogen übertragenen viralen oder lokalen undsystemischen Infektionen, Atemdepression und Leberschädigung. Eine missbräuchliche Verwendung von
Buprenorphin durch Personen, denen das Arzneimittel nicht verordnet wurde, beinhaltet außerdem das Risikoneuer Drogenabhängiger, die Buprenorphin als Hauptdroge missbrauchen, wenn das Arzneimittel direkt vombetreffenden Patienten zum illegalen Gebrauch in Umlauf gebracht oder wenn es nicht genügend gegen
Diebstahl gesichert wird.
Eine suboptimale Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon kann einen Arzneimittelmissbrauch durch den
Patienten zur Folge haben, was zu Überdosierung oder Behandlungsabbruch führen kann. Ein Patient, der einezu niedrige Dosis Buprenorphin/Naloxon erhält, könnte auf unkontrollierte Entzugssymptome weiterhin mit der
Selbstbehandlung mit Opioiden, Alkohol oder sonstigen Sedativa/Hypnotika, insbesondere Benzodiazepinen,reagieren.
Um das Risiko eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs, Missbrauchs und des Abzweigens zum illegalen
Gebrauch zu minimieren, sollten bei der Verordnung und Ausgabe von Buprenorphin geeignete
Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Daher sollten in der frühen Therapiephase nicht mehrere Dosengleichzeitig verschrieben und dem Bedarf des Patienten angemessene Nachbeobachtungstermine zur klinischen
Überwachung angesetzt werden.
Durch die Kombination von Buprenorphin mit Naloxon in Zubsolv sollen nicht bestimmungsgemäßer Gebrauchund Missbrauch von Buprenorphin vermieden werden. Da der Naloxon-Bestandteil in Zubsolv das Auftretenvon Entzugssymptomen bei von Heroin, Methadon oder sonstigen Opioid- Agonisten abhängigen Personenbeschleunigen kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Zubsolv missbräuchlich intravenös oder intranasalappliziert wird, voraussichtlich geringer als bei der alleinigen Gabe von Buprenorphin.
Schlafbezogene Atemstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener
Hypoxämie verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikosfür eine zentrale Schlafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der
Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
AtemdepressionEs wurden einige Todesfälle infolge von Atemdepression beschrieben, insbesondere bei kombinierter
Anwendung von Buprenorphin mit Benzodiazepinen (siehe Abschnitt 4.5) oder wenn Buprenorphin nichtgemäß der Fachinformation angewandt wurde. Todesfälle wurden auch in Zusammenhang mit dergleichzeitigen Anwendung von Buprenorphin und anderen zentral dämpfenden Mitteln, z. B. Alkohol undanderen Opioiden, berichtet.
Bei Anwendung von Buprenorphin bei nicht opioidabhängigen Personen, die keine Toleranz gegenüber den
Wirkungen von Opioiden haben, kann eine möglicherweise tödliche Atemdepression auftreten.
Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit Asthma bronchiale oder respiratorischer Insuffizienz (z. B. chronischobstruktive Lungenerkrankung, Cor pulmonale, eingeschränkte Atemreserve, Hypoxie, Hyperkapnie,vorbestehender Atemdepression oder Kyphoskoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule mit potenziellresultierender Atemnot)) mit Vorsicht angewendet werden.
Buprenorphin/Naloxon kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen bei versehentlicher oder absichtlicher
Einnahme zu einer schweren, möglicherweise tödlichen Atemdepression führen.
Patienten müssen ermahnt werden, die Blisterpackung an einem sicheren Ort aufzubewahren, die
Blisterpackung nie im Voraus zu öffnen, die Blisterpackung für Kinder und andere Haushaltsmitgliederunzugänglich aufzubewahren und dieses Arzneimittel nie vor Kindern einzunehmen. Bei versehentlicher
Einnahme oder Verdacht auf Einnahme ist umgehend ein Notdienst zu verständigen.
Das Zentrale Nervensystem (ZNS) dämpfende Wirkung
Buprenorphin/Naloxon kann Benommenheit hervorrufen, insbesondere wenn es zusammen mit Alkohol oderzentral dämpfenden Mitteln (z. B. Benzodiazepinen, Tranquilizern, Sedativa oder Hypnotika) eingenommenwird (siehe Abschnitte 4.5 und 4.7).
Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten
Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Zubsolv und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oderverwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risikenist die gleichzeitige Verordnung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für diees keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verordnung von
Zubsolv zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendetwerden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein. Die Patienten sollten engmaschig auf
Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhangwird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren (siehe
Abschnitt 4.5).
Serotoninsyndrom
Die gleichzeitige Anwendung von Zubsolv mit anderen serotonergen Arzneimitteln wie MAO-Hemmern,selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Selective Serotonin Re-Uptake Inhibitors, SSRI), Serotonin-
Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Serotonin Norepinephrine Re-Uptake Inhibitors, SNRI) odertrizyklischen Antidepressiva kann zu einem Serotoninsyndrom, einer potenziell lebensbedrohlichen
Erkrankung, führen (siehe Abschnitt 4.5).
Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist, wird einesorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen.
Die Symptome des Serotoninsyndroms umfassen unter anderem Veränderungen des Gemütszustandes,autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome.
Wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverringerungoder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Abhängigkeit
Buprenorphin wirkt am µ (my)-Opioidrezeptor partiell agonistisch. Eine Dauertherapie führt zur Abhängigkeitvom Opioidtyp. Tierexperimentelle Studien und die klinische Erfahrung haben gezeigt, dass Buprenorphin zur
Abhängigkeit führen kann, wobei diese Abhängigkeit jedoch nicht so stark ausgeprägt ist wie bei einem vollen
Agonisten, z. B. Morphin.
Ein plötzliches Absetzen des Arzneimittels wird nicht empfohlen, da dies zu einem Entzugssyndrom mitverzögertem Eintritt führen kann, das möglicherweise auch verzögert eintritt.
Hepatitis und hepatische Ereignisse
In klinischen Studien und Nebenwirkungsberichten nach Markteinführung wurden bei Opioidabhängigen Fällevon akuter Leberschädigung beschrieben. Das Spektrum der abnormen Veränderungen reicht von passagerenasymptomatischen Erhöhungen der Lebertransaminasen bis hin zu Berichten von Leberversagen, Lebernekrose,hepatorenalem Syndrom, hepatischer Enzephalopathie und Tod. In vielen Fällen könnten vorbestehendemitochondriale Störungen (genetische Erkrankung, Abweichungen der Leberenzymwerte, Infektionen mit dem
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virus, Alkoholmissbrauch, Anorexie, die gleichzeitige Anwendung von anderenpotenziell hepatotoxischen Arzneimitteln) oder ein fortbestehender intravenöser Drogenmissbrauch ursächlichsein oder dazu beitragen. Vor der Verordnung von Buprenorphin/Naloxon und während der Therapie müssendiese zugrunde liegenden Faktoren berücksichtigt werden.
Bei Verdacht auf ein hepatisches Ereignis ist eine weitergehende biologische und ätiologische Evaluierungerforderlich. Ausgehend von den Befunden kann das Arzneimittel vorsichtig abgesetzt werden, um
Entzugssymptome und einen erneuten illegalen Drogenabusus zu verhindern. Bei Fortführung der Therapie istdie Leberfunktion engmaschig zu überwachen.
Beschleunigt einsetzendes Opioidentzugssyndrom
Zu Beginn der Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon muss sich der Arzt über das partiell agonistische
Wirkungsprofil von Buprenorphin im Klaren sein. Buprenorphin kann bei opioidabhängigen Patienten zumbeschleunigten Eintreten von Entzugssymptomen führen, insbesondere wenn es dem Patienten früher als 6
Stunden nach der letzten Anwendung von Heroin oder eines anderen kurzwirksamen Opioids oder früher als 24
Stunden nach der letzten Methadon- Dosis verabreicht wird. Die Patienten sollten in der Umstellungsphase von
Buprenorphin oder Methadon auf Buprenorphin/Naloxon genau beobachtet werden, da über Entzugssymptomeberichtet wurde.
Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte die Einleitung der Behandlung mit
Buprenorphin/Naloxon erfolgen, wenn objektive Anzeichen von Entzug vorliegen (siehe Abschnitt 4.2).
Entzugssymptome können auch mit einer suboptimalen Dosierung assoziiert sein.
LeberfunktionsstörungDer Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und Naloxonwurde in einer Anwendungsbeobachtung untersucht. Da Buprenorphin und Naloxon extensiv in der Lebermetabolisiert werden, wurden bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Leberfunktionsstörung verglichenmit gesunden Personen nach einer Einzeldosisgabe erhöhte Plasmaspiegel von Buprenorphin und Naloxonfestgestellt. Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von ausgeprägten Opioidentzugserscheinungenund einer durch erhöhte Buprenorphin- und/oder Naloxonkonzentration verursachten Toxizität oder
Überdosierung überwacht werden.
Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn Leberfunktionstests zur Ermittlung der Ausgangswerte durch-zuführen und den Virushepatitis-Status zu dokumentieren. Patienten, die positiv auf eine Virushepatitis getestetwerden, Begleitmedikation erhalten (siehe Abschnitt 4.5) und/oder an einer vorbestehenden
Leberfunktionsstörung leiden, haben ein größeres Risiko für einen Leberschaden. Es wird eine regelmäßige
Überwachung der Leberfunktion empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Zubsolv Sublingualtabletten sollten bei Patienten mit mittelschwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Buprenorphin/Naloxon sind bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
NierenfunktionsstörungDie Ausscheidung über die Niere kann verzögert sein, da 30 % der applizierten Dosis renal eliminiert werden.
Die Metaboliten von Buprenorphin akkumulieren bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Bei der Anwendung bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.2).
CYP3A-Hemmer
Arzneimittel, die das Enzym CYP3A4 hemmen, können zu erhöhten Buprenorphin-Konzentrationen führen.
Daher kann eine Reduzierung der Buprenorphin/Naloxon-Dosis erforderlich sein. Bei Patienten, die bereits mit
CYP3A4-Hemmern behandelt werden, sollte die Dosistitration von Buprenorphin/Naloxon vorsichtig erfolgen,da bei diesen Patienten eine geringere Dosis ausreichend sein kann (siehe Abschnitt 4.5).
Klasseneffekte
Opioide können bei ambulant behandelten Patienten eine orthostatische Hypotonie verursachen.
Opioide können zu einem erhöhten Liquordruck führen, der Krampfanfälle verursachen kann, sodass Opioidebei Patienten mit Kopfverletzungen, intrakraniellen Läsionen, anderen Zuständen mit möglicher Erhöhung des
Liquordrucks oder bei Patienten mit Krampfanfällen in der Krankengeschichte mit Vorsicht anzuwenden sind.
Vorsicht ist geboten, wenn Opioide bei Patienten mit Hypotonie, Prostatahypertrophie oder Urethralstenoseangewendet werden.
Eine durch Opioide verursachte Miosis, Veränderungen des Bewusstseinszustands und Veränderungen der
Schmerzwahrnehmung als Symptom einer Krankheit können die Patientenbeurteilung beeinträchtigen und die
Diagnose oder den klinischen Verlauf einer Begleiterkrankung verschleiern.
Opioide sollten bei Patienten mit Myxödem, Hypothyreose oder Nebenniereninsuffizienz (z. B. Morbus
Addison) mit Vorsicht angewendet werden.
Es hat sich gezeigt, dass Opioide den Druck im Gallengang erhöhen und bei Patienten mit
Dysfunktion der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden sollten.
Bei der Anwendung von Opioiden bei älteren oder geschwächten Patienten ist Vorsicht geboten.
Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann, ausgehend von der
Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden führen (siehe Abschnitt 4.5).
Wechsel zwischen Buprenorphin-haltigen Arzneimitteln
Die in mg angegebene Dosis kann sich zwischen Buprenorphin-haltigen Arzneimitteln unterscheiden, und die
Arzneimittel sind nicht direkt untereinander austauschbar. Daher sollten die Patienten beim Wechsel aufunterschiedliche Buprenorphin-haltige Arzneimittel überwacht werden, da Unterschiede in der Bioverfügbarkeit(siehe Abschnitt 5.2) in einigen individuellen Fällen bemerkbar sein können. Aus diesem Grund könnten
Dosisanpassungen erforderlich sein.
Kinder und JugendlicheAnwendung bei Jugendlichen (Alter 15 bis < 18 Jahre)
Aufgrund mangelnder Daten für Jugendliche (Alter 15 bis < 18 Jahre) sollten Patienten dieser Altersgruppewährend der Therapie engmaschiger überwacht werden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Zubsolv sollte nicht zusammen angewendet werden mit:
* Alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln, da Alkohol die sedierende Wirkung von
Buprenorphin verstärkt (siehe Abschnitt 4.7).
Es ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Zubsolv zusammen mit:
* Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln,
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie
Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln erhöht das Risiko von Sedierung, Atemdepression,
Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer dergleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimittel sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4)..
Die Patienten sind zu warnen, dass es extrem gefährlich ist, nicht verordnete Benzodiazepinegleichzeitig mit diesem Arzneimittel einzunehmen. Die Patienten sind außerdem daraufhinzuweisen, dass Benzodiazepine zusammen mit diesem Arzneimittel nur auf Anweisung ihres
Arztes eingenommen werden dürfen (siehe Abschnitt 4.4).
* Die gleichzeitige Anwendung von Zubsolv und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) kannzu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung, Koma oder Tod führen (siehe Abschnitt 4.4).
* Anderen zentral dämpfenden Mitteln, anderen Opioidderivaten (z. B. Methadon, Analgetika und
Antitussiva), bestimmten Antidepressiva, sedativen H1-Rezeptorantagonisten, Barbituraten, anderen
Anxiolytika als Benzodiazepinen, Neuroleptika, Clonidin und verwandten Substanzen: Diese
Kombinationen verstärken die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Aufgrund derherabgesetzten Aufmerksamkeit kann es gefährlich sein, Fahrzeuge zu führen und Maschinen zubedienen.
* Zudem kann es schwierig sein, eine ausreichende Analgesie zu erreichen, wenn bei Patienten, die
Buprenorphin/Naloxon erhalten, ein Opioid-Vollagonist verabreicht wird. Daher besteht die
Möglichkeit der Überdosierung mit einem Vollagonisten, insbesondere wenn versucht wird, die partiellagonistische Wirkung von Buprenorphin zu überwinden oder wenn die Buprenorphin-Plasmaspiegelsinken.
* Serotonergen Arzneimitteln wie MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer(Selective Serotonin Re-Uptake Inhibitors, SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer(Serotonin Norepinephrine Re-Uptake Inhibitors, SNRI) oder trizyklische Antidepressiva, da das
Risiko eines Serotoninsyndroms, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, erhöht ist (siehe
Abschnitt 4.4).
* Naltrexon und Nalmefen. Dies sind Opioid-Antagonisten, die die pharmakologischen Wirkungen von
Buprenorphin blockieren können. Die gleichzeitige Anwendung während einer Behandlung mit
Buprenorphin/Naloxon ist wegen der potenziell gefährlichen Wechselwirkung, die ein plötzliches
Auftreten von anhaltenden und starken Symptomen eines Opioidentzugs auslösen kann, kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
* CYP3A4-Hemmern: In einer Studie zur Wechselwirkung von Buprenorphin mit Ketoconazol (einemstarken CYP3A4-Hemmer) wurden erhöhte Cmax- und AUC-Werte (Fläche unter der Kurve) für
Buprenorphin (ca. 50 % bzw. 70 %) und zu einem geringeren Grad für Norbuprenorphin gemessen.
Patienten, die Zubsolv erhalten, sind engmaschig zu überwachen und bedürfen bei kombinierter
Anwendung mit starken CYP3A4-Hemmern (z. B. den Protease- Hemmern Ritonavir, Nelfinavir oder
Indinavir oder Antimykotika vom Azol-Typ, z. B. Ketoconazol oder Itraconazol, Makrolidantibiotika)möglicherweise einer Dosisreduzierung.
* CYP3A4-Induktoren: Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren mit Buprenorphin kanndie Buprenorphin-Plasmakonzentrationen senken und somit möglicherweise zu einer suboptimalen
Behandlung der Opioidabhängigkeit mit Buprenorphin führen. Es wird empfohlen, Patienten, die
Buprenorphin/Naloxon zusammen mit CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenobarbital, Carbamazepin,
Phenytoin, Rifampicin) erhalten, engmaschig zu überwachen. Die Buprenorphin- oder CYP3A4-
Induktor-Dosis muss gegebenenfalls entsprechend angepasst werden.
* Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann, ausgehendvon der Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden führen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine oder nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung von Buprenorphin/Naloxon bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daspotenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin auch nach kurzer Anwendungsdauer eine
Atemdepression beim Neugeborenen hervorrufen. Eine Langzeitanwendung von Buprenorphin während derletzten drei Schwangerschaftsmonate kann zu einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen (z. B.
Hypertonie, neonataler Tremor, neonatale Agitation, Myoklonus oder Krämpfe). Das Syndrom tritt im
Allgemeinen mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis einigen Tagen nach der Geburt auf.
Wegen der langen Halbwertszeit von Buprenorphin sollte das ungeborene Kind gegen Ende der
Schwangerschaft mehrere Tage lang überwacht werden, um dem Risiko einer Atemdepression oder eines
Entzugssyndroms bei Neugeborenen vorzubeugen.
Zudem sollte der Einsatz von Buprenorphin/Naloxon während der Schwangerschaft durch den Arzt sorgfältigüberprüft werden. Buprenorphin/Naloxon sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wennder potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Naloxon beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Buprenorphin und dessen
Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Untersuchungen an Ratten haben gezeigt, dass
Buprenorphin die Laktation hemmt. Das Stillen sollte deshalb während der Behandlung mit Zubsolvunterbrochen werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien haben eine Verringerung der weiblichen Fertilität unter hohen Dosen gezeigt(systemische Exposition > 2,4-Fache der Exposition des Menschen bei der empfohlenen Höchstdosis von17,2 mg Buprenorphin, basierend auf den AUC-Werten) (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBuprenorphin/Naloxon hat geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen, wenn es opioidabhängigen Patienten verabreicht wird. Das Arzneimittel kann
Benommenheit, Schwindel oder eine Beeinträchtigung des Denkens verursachen, insbesondere bei
Therapieeinleitung und Dosisanpassung. Diese Wirkung kann sich verstärken, wenn es gleichzeitig mit
Alkohol oder Arzneimitteln angewendet wird, die eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystemausüben (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Patienten sollten davor gewarnt werden, Fahrzeuge zu führen oder gefährliche Maschinen zu bedienen, da
Buprenorphin/Naloxon ihre diesbezüglichen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen, die im Rahmen zulassungsrelevanter klinischer Studienbeschrieben wurden, waren Obstipation und Symptome, die im Allgemeinen mit Entzugssymptomen assoziiertsind (d. h. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Hyperhidrosis und Schmerzen). Bestimmte berichtete
Fälle von Krampfanfällen, Erbrechen, Diarrhö und erhöhten Leberfunktionswerten wurden als schwerwiegendbeurteilt.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aus zulassungsrelevanten klinischen Studien, in denen 342 von 472
Patienten (72,5 %) Nebenwirkungen berichteten, sowie die Nebenwirkungen, die nach Markteinführungberichtet wurden, zusammengefasst.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), Selten(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), Sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1: Therapiebedingte Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach
Markteinführung zu Buprenorphin/Naloxon berichtet wurden
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Infektionen und Grippe Harnwegsinfektionparasitäre Infektion Vaginalinfektion
Erkrankungen Pharyngitis
Rhinitis
Erkrankungen des Anämie
Blutes und des Leukozytose
Lymphsystems Leukopenie
Lymphadenopathie
ThrombozytopenieErkrankungen des Überempfindlichke Anaphylaktischer
Immunsystems it Schock
Stoffwechsel- und Verminderter
Ernährungsstörunge Appetitn Hyperglykämie
Hyperlipidämie
HypoglykämiePsychiatrische Schlaflosigkeit Angstgefühl Abnorme Träume Halluzinationen
Erkrankungen Depression Agitiertheit
Verminderte Apathie
Libido Depersonalisation
Nervosität Arzneimittelabhäng
Abnormes igkeit
Denken Euphorie
Feindseligkeit
Erkrankungen des Kopfschmerzen Migräne Amnesie Hepatische
Nervensystems Schwindel Hyperkinesie Enzephalopathie
Hypertonie Krampfanfall Synkope
Parästhesie Sprachstörung
Somnolenz Tremor
Erkrankungen des A mblyopie Konjunktivitis
Auges TSorämnneonflelunszs störun Miosisg
Erkrankungen des Vertigo
Ohrs und des
Labyrinths
Herzerkrankungen Angina pectoris
BradykardieMyokardinfarkt
PalpitationenTachykardieGefäßerkrankungen Hypertonie Hypotonie Orthostatische
Vasodilatation Hypotonie
Erkrankungen der Husten Asthma Bronchospasmus
Atemwege, des Dyspnoe Atemdepression
Brustraums und Gähnen
Mediastinums
Erkrankungen des Obstipation Abdominalschmer Mundulzerationen Karies
Gastrointestinaltrakt Übelkeit z Verfärbung ders Diarrhö Zunge
Dyspepsie
Flatulenz
ErbrechenLeber- und Hepatitis
Gallenerkrankungen Akute Hepatitis
Gelbsucht
Hepatische Nekrose
Hepatorenales
Syndrom
Erkrankungen der Hyperhidrosis Pruritus Akne Angioödem
Haut und des Hautausschlag Alopezie
Unterhautzellgewebe Urtikaria Dermatitiss exfoliativa
Trockene Haut
Raumforderung der
HautSkelettmuskulatur-, Rückenschmerzen Arthritis
Bindegewebs- und Arthralgie
Knochenerkrankung Muskelspasmenen Myalgie
Erkrankungen der Anomalie des Albuminurie
Nieren und Urins Dysurie
Harnwege Hämaturie
Nephrolithiasis
Harnretention
Erkrankungen der Erektionsstörunge Amenorrhoe
Geschlechtsorgane n Ejakulationsstörungund der Brustdrüse Menorrhagie
Metrorrhagie
Allgemeine Arzneimittelentz Asthenie Hypothermie Arzneimittelentzugs
Erkrankungen und ugssyndrom Brustkorbschmerz syndrom des
Beschwerden am Schüttelfrost Neugeborenen
Verabreichungsort Fieber
Unwohlsein
Schmerz
Periphere Ödeme
Untersuchungen abnormer Erhöhter Erhöhte
Leberfunktionstes Kreatininwert im Transaminasent Blut
Gewichtsabnahme
Verletzungen, Verletzungen Hitzschlag
Blutvergiftung undverfahrenstechnische
Komplikationen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn Fällen intravenösen Missbrauchs von Arzneimitteln wurden einige Nebenwirkungen eher dem
Umstand des Missbrauchs als dem Arzneimittel selbst zugeschrieben, dazu gehören lokale, inmanchen Fällen septische Reaktionen (Abszess, Cellulitis), und potenziell schwerwiegende akute
Hepatitis sowie andere Infektionen wie Pneumonie und Endokarditis wurden berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit ausgeprägter Drogenabhängigkeit kann die initiale Gabe von Buprenorphin zueinem Arzneimittelentzugssyndrom führen, das dem für Naloxon beschriebenen Entzugssyndromähnlich ist (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDas primäre Symptom bei Überdosierung, das eine Intervention erforderlich macht, ist eine
Atemdepression in Folge einer Depression des Zentralnervensystems, da diese zum Atemstillstand undzum Tod führen könnte. Zeichen einer Überdosierung können unter anderem Somnolenz, Amblyopie,
Miosis, Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen und/oder Sprachstörungen sein.
BehandlungEs sind allgemeine supportive Maßnahmen einzuleiten, u. a. eine engmaschige Kontrolle der Atem-und Herzfunktionen des Patienten. Eine symptomatische Behandlung der Atemdepression undintensivmedizinische Standardmaßnahmen sind einzuleiten. Freie Atemwege und eine unterstützendeoder kontrollierte Beatmung müssen sichergestellt werden. Der Patient ist in eine Einrichtung mitkompletter Reanimationsausrüstung zu überweisen.
Bei Erbrechen ist darauf zu achten, dass es nicht zu einer Aspiration des Erbrochenen kommt.
Die Anwendung eines Opioid-Antagonisten (d. h. Naloxon) wird trotz des im Vergleich zur Wirkungbei Opioid-Vollagonisten möglicherweise mäßigen Effekts bei der Behebung der Atemsymptomedurch Buprenorphin empfohlen.
Wird Naloxon angewendet, ist bei der Festlegung der Behandlungsdauer und der medizinischen
Überwachung, die zur Behebung der Auswirkungen einer Überdosis erforderlich sind, die lange
Wirkdauer von Buprenorphin zu berücksichtigen. Naloxon kann schneller als Buprenorphinausgeschieden werden, was zu einem erneuten Auftreten der zuvor kontrollierten Symptome der
Buprenorphin-Überdosis führen kann, weshalb eine Dauerinfusion erforderlich sein kann.
Wenn keine Infusion möglich ist, kann eine wiederholte Naloxon-Anwendung erforderlich sein. Dieintravenösen Infusionsraten sind dem Ansprechverhalten des Patienten gemäß anzupassen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem, Mittel zur Behandlung von
Suchterkrankungen, ATC-Code: N07BC51.
WirkmechanismusBuprenorphin ist ein partieller Opioid-Agonist/Antagonist, der an die μ und κ (Kappa)-
Opioidrezeptoren des Gehirns bindet. Seine Wirksamkeit in der Erhaltungstherapie mit Opioidenberuht auf seiner Fähigkeit, langsam reversibel an die μ-Opioidrezeptoren zu binden, wodurch das
Bedürfnis des abhängigen Patienten nach Drogen über einen längeren Zeitraum minimiert werdenkann.
Opioid-agonistische Ceiling-Effekte wurden im Rahmen klinisch-pharmakologischer Studien beiopioidabhängigen Patienten beschrieben.
Naloxon wirkt antagonistisch an den μ-Opioidrezeptoren. Bei oraler oder sublingualer Gabe in denüblichen Dosierungen weist Naloxon bei Patienten unter Opioidentzug aufgrund seines nahezuvollständigen First-Pass-Metabolismus eine geringe oder keine pharmakologische Wirkung auf. Beiintravenöser Anwendung bei opioidabhängigen Patienten führt der Naloxon-Bestandteil in Zubsolvjedoch zu ausgeprägten opioid-antagonistischen Wirkungen und Opioidentzugwas einen intravenösen
Missbrauch verhindert.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Daten zur Wirksamkeit und zur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon stammen hauptsächlich auseiner einjährigen klinischen Studie, die einen 4-wöchigen, randomisierten, doppelblinden Vergleichvon Buprenorphin/Naloxon, Buprenorphin und einem Placebo und im Anschluss daran eine 48-wöchige Studie zur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon beinhaltete. In dieser Studie wurden 326heroinabhängige Patienten randomisiert und erhielten entweder Buprenorphin/Naloxon 16 mg täglichoder Buprenorphin 16 mg täglich oder Placebo. Patienten, die einer der Verumgruppen zugewiesenwurden, erhielten zu Beginn der Therapie 8 mg Buprenorphin an Tag 1, danach 16 mg (zwei 8-mg-
Tabletten) Buprenorphin an Tag 2. An Tag 3 wurden die Patienten, die der Buprenorphin/Naloxon-
Gruppe zugewiesen worden waren, auf die Kombinationstablette umgestellt. Die Patienten kamen zur
Ausgabe der Dosis und zur Beurteilung der Wirksamkeit täglich in die Klinik (Montag bis Freitag).
Für die Wochenenden wurden Take-Home-Dosen ausgegeben. Primärer Vergleichswert der Studiewar die Beurteilung der individuellen Wirksamkeit von Buprenorphin und Buprenorphin/Naloxonversus Placebo. Der prozentuale Anteil der dreimal wöchentlich entnommenen Urinproben, die im
Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren, war sowohl für Buprenorphin/Naloxon versus
Placebo (p < 0,0001) als auch für Buprenorphin versus Placebo (p < 0,0001) statistisch höher.
In einer doppelblinden, doppelt placebokontrollierten Parallelgruppenstudie zum Vergleich von
Buprenorphin-Ethanol-Lösung gegen einen Vollagonisten als Verumkontrolle wurden 162 Patientenrandomisiert und der Behandlung mit Buprenorphin als Ethanol-Sublinguallösung in einer Dosierungvon 8 mg/Tag (diese Dosis entspricht ungefähr einer Dosis von 12 mg/Tag Buprenorphin/Naloxon)oder zwei relativ niedrigen Dosierungen des Verum-Kontrollpräparats zugewiesen (eine dieser
Dosierungen war niedrig genug, um als Alternative zum Placebo zu dienen). Die Studie umfasste eine3- bis 10-tägige Einleitungsphase, eine 16-wöchige Erhaltungsphase und eine 7-wöchige
Detoxifikationsphase. Buprenorphin wurde bis Tag 3 auf die Erhaltungsdosis auftitriert. Die
Dosistitration des Verum-Kontrollpräparats erfolgte langsamer. Ausgehend von den Patienten, die in
Behandlung blieben, und vom prozentualen Anteil der dreimal wöchentlich entnommenen Urinproben,die im Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren, zeigte sich Buprenorphin im Hinblick aufdie Fortführung der Therapie durch die Heroinabhängigen und die Reduktion ihres Gebrauchs von
Opioiden unter der Therapie wirksamer als das niedrig dosierte Kontrollpräparat. Die Wirksamkeit von
Buprenorphin 8 mg täglich war mit der Wirksamkeit des moderat dosierten Verum- Kontrollpräparatsvergleichbar, eine Äquivalenz wurde jedoch nicht belegt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Zubsolv zerfällt normalerweise innerhalb von 40 Sekunden. Es kann aber 5 bis 10 Minuten dauern, bisder Patient das Gefühl hat, dass die Tablette vollständig aus dem Mund verschwunden ist.
Zubsolv Sublingualtabletten haben eine höhere Bioverfügbarkeit als konventionelle
Sublingualtabletten. Aus diesem Grund kann sich die in mg angegebene Dosis je nach Arzneimittelunterscheiden. Zubsolv ist nicht mit anderen Buprenorphin-haltigen Arzneimitteln austauschbar.
In Vergleichsstudien zur Bioverfügbarkeit zeigte Zubsolv 11,4 mg/2,9 mg eine äquivalente
Buprenorphin-Exposition wie 16 mg/4 mg (2x8/2 mg) Buprenorphin/Naloxon, die als herkömmliche
Sublingualtabletten angewendet wurden. Jedoch zeigte Zubsolv 2x1,4/0,36 mg eine 20 % niedrigere
Buprenorphin-Exposition als 2 x 2/0,5 mg Buprenorphin/Naloxon, das als herkömmliche
Sublingualtabletten angewendet wurde. Die Naloxon-Exposition unter Zubsolv war in keiner dergeprüften Dosierungen höher.
Buprenorphin
ResorptionBuprenorphin unterliegt bei oraler Anwendung einem First-Pass-Metabolismus, wobei es zu einer N-
Dealkylierung und Glukuronidierung im Dünndarm und in der Leber kommt. Eine orale Anwendung istfür dieses Arzneimittel daher ungeeignet.
Für die drei niedrigeren Stärken (2,9/0,71, 1,4/0,36, and 0,7/0,18 mg) gibt es im Vergleich zu den dreihöheren Stärken geringe Abweichungen in den Expositionsparametern der Buprenorphin
Dosisproportionalität sowie Abweichungen von der strikten Proportionalität der Zusammensetzung.
Daher dürfen keine Vielfachen der niedrigen Dosisstärken verwendet werden, um eine der höheren
Dosistärken zu ersetzen.
Die Plasmaspitzenkonzentrationen werden ungefähr 90 Minuten nach der sublingualen Applikationerreicht. Die Buprenorphin-Plasmaspiegel stiegen mit steigender sublingual applizierter Dosis von
Buprenorphin/Naloxon an. Sowohl die Cmax-Werte als auch die AUC von Buprenorphin stiegen mit
Erhöhung der Dosis. Der Anstieg war allerdings nicht dosisproportional, sondern fiel geringer aus.
VerteilungAuf die Resorption von Buprenorphin folgt eine rasche Verteilungsphase (die
Distributionshalbwertszeit beträgt 2 bis 5 Stunden).
Buprenorphin ist stark lipophil, was zu einer raschen Penetration der Blut-Hirn-Schranke führt.
Buprenorphin wird zu etwa 96 % an Protein gebunden und zwar vorwiegend an Alpha- und Beta-
Globulin
BiotransformationDie Metabolisierung von Buprenorphin erfolgt in erster Linie durch N-Dealkylierung mithilfe von
CYP3A4 in den Lebermikrosomen. Das Stammmolekül und der dealkylierte Hauptmetabolit
Norbuprenorphin unterliegen anschließend einer Glukuronidierung. Norbuprenorphin bindet in vitroan Opioidrezeptoren; es ist jedoch nicht bekannt, ob Norbuprenorphin zur Gesamtwirkung von
Buprenorphin/Naloxon beiträgt.
EliminationDie Elimination von Buprenorphin verläuft bi- oder tri-exponentiell und mit einer mittleren terminalen
Plasma-Halbwertszeit von 32 Stunden
Buprenorphin wird nach biliärer Exkretion der glukuronidierten Metaboliten (zu etwa 70 %) über die
Fäzes ausgeschieden. Der Rest (etwa 30%) wird über den Urin ausgeschieden.
Naloxon
ResorptionNach sublingualer Gabe von Buprenorphin/Naloxon sind die Plasmaspiegel von Naloxon niedrig undnehmen rasch ab. Die mittleren Spitzenkonzentrationen von Naloxon im Plasma waren zu niedrig, umdie Dosisproportionalität beurteilen zu können. Es wurde kein Einfluss von Naloxon auf die
Pharmakokinetik von Buprenorphin festgestellt.
VerteilungNaloxon wird zu etwa 45 % an Protein, vorwiegend Albumin, gebunden.
BiotransformationNaloxon wird in der Leber, vorwiegend durch Glukuronidierung, metabolisiert und über den Urinausgeschieden.
Naloxon unterliegt einer direkten Glukuronidierung zu Naloxon-3-Glukuronid sowie einer N-
Dealkylierung und Reduktion der 6-Oxo-Gruppe.
EliminationNaloxon wird über den Urin ausgeschieden und die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertszeit reichtvon 0.9 bis 9 Stunden
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs liegen keine pharmakokinetischen Daten zu älteren Patienten vor.
NierenfunktionsstörungDie renale Eliminierung spielt bei der Gesamt-Clearance von Buprenorphin/Naloxon eine relativgeringe Rolle (~ 30 %). Ausgehend von der Nierenfunktion ist keine Dosismodifikation erforderlich.
Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung geboten (siehe Abschnitt 4.4).
LeberfunktionsstörungDie Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und
Naloxon wurden in einer Anwendungsbeobachtung untersucht.
Tabelle 2 fasst die Ergebnisse einer klinischen Studie nach Einzeldosisgabe von
Buprenorphin/Naloxon als Sublingualtablette an gesunde Probanden und an Probanden mit
Leberfunktionsstörungen zusammen.
Tabelle 2: Auswirkungen von Leberfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von
Buprenorphin und Naloxon nach Anwendung (Veränderungen im Vergleich zugesunden Probanden)
PK Parameter Leichte Mittelschwere Schwere
Leberfunktionsstörung Leberfunktionsstörung Leberfunktionsstörung(Child-Pugh-Klasse A) (Child-Pugh-Klasse B) (Child-Pugh-Klasse C)(n = 9) (n = 8) (n = 8)
Buprenorphin
Cmax 1,2-fache Erhöhung 1,1-fache Erhöhung 1,7-fache Erhöhung
AUClast Vergleichbar zur 1,6-fache Erhöhung 2,8-fache Erhöhung
Kontrollgruppe
Naloxon
Cmax Vergleichbar zur 2,7-fache Erhöhung 11,3-fache Erhöhung
Kontrollgruppe
AUClast 0,2-fache Erhöhung 3,2-fache Erhöhung 14,0-fache Erhöhung
Insgesamt wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ein Buprenorphin-Anstieg im
Blutplasma um das Dreifache verzeichnet, während bei dieser Patientengruppe Naloxon im
Blutplasma 14-fach erhöht war.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die Kombination von Buprenorphin und Naloxon ist in tierexperimentellen Studien auf akute
Toxizität und auf Toxizität bei wiederholter Dosisgabe (bis zu 90 Tage bei Ratten) untersuchtworden. Eine synergistische Erhöhung der Toxizität ist nicht beobachtet worden. Nebenwirkungenbasierten auf der bekannten pharmakologischen Aktivität von Opioidagonisten und/oder -antagonisten.
Die Kombination (4:1) von Buprenorphinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid erwies sich ineinem bakteriellen Mutationsassay (Ames-Test) als nicht mutagen und in einem zytogenetischen In-vitro- Assay mit Humanlymphozyten bzw. in einem intravenösen Mikronucleus-Test bei der Ratte alsnicht klastogen.
Reproduktionsstudien mit oraler Gabe von Buprenorphin und Naloxon im Verhältnis von 1:1 deutetendarauf hin, dass bei Ratten unter allen Dosen bei maternaler Toxizität Embryoletalität auftrat. Diegeringste untersuchte Dosis repräsentierte die 1-Fache Exposition für Buprenorphin und die 5-Fachefür Naloxon der auf einer mg/m²-Basis berechneten maximalen therapeutischen Dosis für den
Menschen. Bei Kaninchen wurde keine Entwicklungstoxizität bei maternal toxischen Dosenbeobachtet. Ferner ist weder bei Ratten noch bei Kaninchen Teratogenität beobachtet worden. Eineperi-postnatale Studie mit Buprenorphin/Naloxon wurde nicht durchgeführt. Die orale Verabreichungvon hohen Buprenorphin-Dosen an das Muttertier während der Gestation und Laktation führte jedochzu Geburtsschwierigkeiten (möglicherweise infolge der sedierenden Wirkung von Buprenorphin),hoher neonataler Mortalität und einer leichten Verzögerung bei der Ausbildung bestimmterneurologischer Funktionen (Aufrichtungs- und Schreckreflex) bei neugeborenen Ratten.
Die Verabreichung von Buprenorphin/Naloxon im Futter in Dosierungen von 500 ppm und darüberführte bei Ratten zu einer Verringerung der Fertilität, die sich in niedrigeren Konzeptionsraten bei den
Weibchen äußerte. Eine Dosis von 100 ppm im Futter (die geschätzte Exposition betrug für
Buprenorphin etwa das 2,4-Fache der Humandosis von 17,2 mg Buprenorphin/Naloxon, basierend aufder AUC; die Naloxon-Plasmaspiegel lagen unter der Nachweisgrenze für Ratten) beeinträchtigte die
Fertilität der Weibchen nicht.
Eine Kanzerogenitätsstudie mit Buprenorphin/Naloxon wurde bei Ratten in Dosierungen von 7, 30und 120 mg/kg/Tag durchgeführt. Die geschätzte Exposition betrug hier das 3- bis 75-Fache einer
Zubsolv äquivalenten, sublingualen Tagesdosis von 11,4 mg Buprenorphin beim Menschen(berechnet auf mg/m²-Basis). In allen Dosierungsgruppen wurde ein statistisch signifikanter Anstiegder Inzidenz benigner interstitieller Hodenadenome (Leydigzell-Tumor) festgestellt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol (Ph.Eur.) (E 421)
Citronensäure (E 330)
Natriumcitrat (Ph.Eur.) (E 331)
Mikrokristalline Cellulose
Croscarmellose-Natrium
Sucralose
Levomenthol
Hochdisperses Siliciumdioxid
Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
0,7 mg/0,18 mg2 Jahre1,4 mg/0,36 mg4 Jahre2,9 mg/0,71 mg3 Jahre5,7 mg/1,4 mg4 Jahre8,6 mg/2,1 mg4 Jahre11,4 mg/2,9 mg4 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/oPA/Al/PVC//Al/PET/Papier kindergesicherte Blisterpackungen.
Packungen mit 7, 28 oder 30 Sublingualtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center, Moll de Barcelona s/n
Edifici Est, 6a planta08039 Barcelona
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1233/001
EU/1/17/1233/002
EU/1/17/1233/003
EU/1/17/1233/004
EU/1/17/1233/005
EU/1/17/1233/006
EU/1/17/1233/007
EU/1/17/1233/008
EU/1/17/1233/009
EU/1/17/1233/010
EU/1/17/1233/011
EU/1/17/1233/012
EU/1/17/1233/013
EU/1/17/1233/014
EU/1/17/1233/015
EU/1/17/1233/016
EU/1/17/1233/017
EU/1/17/1233/018
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 10. November 2017
Datum der letzten Verlängerung: 27. Juli 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.