Substanz: vorapaxar
Datum der letzten Medikamentenliste: 01-10-2015
Handelsgesetzbuch: W61976001
Konzentration: 2mg
Pharmazeutisches Formblatt: filmtabletten
Quantität: 7
Produktart: original
Rezeptbeschränkungen: X
B01AC26 • vorapaxar • BLUT UND BLUTBILDENDE ORGANE | ANTITHROMBOTISCHE MITTEL | Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin
Vorapaxar ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der zur Verringerung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall bei Patienten mit einer Vorgeschichte von koronarer Herzkrankheit oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit eingesetzt wird. Es wirkt als Antagonist des Protease-aktivierten Rezeptors-1 (PAR-1) und hemmt die Thrombozytenaktivierung durch Thrombin, wodurch die Bildung von Blutgerinnseln reduziert wird.
Vorapaxar wird oral verabreicht, in der Regel einmal täglich, in Kombination mit anderen Thrombozytenaggregationshemmern wie Aspirin oder Clopidogrel. Die Behandlung ist für die Langzeitanwendung vorgesehen, wird jedoch nicht für Patienten mit einer Vorgeschichte von hämorrhagischem Schlaganfall oder anderen Erkrankungen, die das Blutungsrisiko erhöhen, empfohlen.
Häufige Nebenwirkungen sind Blutungen, Anämie, Hämatome und Übelkeit. In seltenen Fällen können schwere Blutungsereignisse wie intrakranielle oder gastrointestinale Blutungen auftreten.
Patienten, die Vorapaxar einnehmen, sollten regelmäßig auf Anzeichen von Blutungen und die Wirksamkeit der Behandlung überwacht werden. Das Medikament ist eine wirksame Option zur Prävention thrombotischer Ereignisse bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko.
Substanz: vorapaxar
Datum der letzten Medikamentenliste: 01-10-2015
Handelsgesetzbuch: W61976001
Konzentration: 2mg
Pharmazeutisches Formblatt: filmtabletten
Quantität: 7
Produktart: original
Rezeptbeschränkungen: X
Zulassungshersteller: SCHERING PLOUGH LABO N.V. - BELGIA
Zulassungsinhaber: MERCK SHARP & DOHME LTD. - MAREA BRITANIE
Zulassungsnummer: 976/2015/01
Haltbarkeit: 2 Jahre
Zontivity 2 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 2,08 mg Vorapaxar (als Vorapaxarsulfat).
Sonstige Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung:
Jede Filmtablette enthält 66,12 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette.
Die Filmtabletten sind gelb, oval, 8,48 mm x 4,76 mm groß mit '351“ auf der einen Seite und dem
MSD-Logo auf der anderen Seite.
Zontivity ist indiziert zur Reduktion atherothrombotischer Ereignisse bei Erwachsenen mit
- Myokardinfarkt (MI) in der Vorgeschichte bei gleichzeitiger Anwendung von Acetylsalicylsäure(ASS), und, falls angezeigt, Clopidogrel; oder
- symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) bei gleichzeitiger
Anwendung von Acetylsalicylsäure oder, falls angezeigt, Clopidrogel.
MI
Die empfohlene Dosis Zontivity beträgt 2,08 mg, einmal täglich eingenommen. Der Beginn der
Behandlung mit Zontivity sollte frühestens 2 Wochen nach einem MI und möglichst innerhalb derersten 12 Monate nach dem akuten Ereignis erfolgen (siehe Abschnitt 5.1). Ein zeitlich versetzter
Wirkungseintritt (mindestens 7 Tage) sollte bei Beginn der Behandlung mit Zontivity erwartet werden.
Es liegen begrenzt Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit über 24 Monaten hinaus vor. Eine
Weiterführung der Behandlung über diese Zeitdauer hinaus muss auf Basis einer erneuten Bewertungdes individuellen Nutzens und Risikos einer weiteren Behandlung erfolgen.
pAVK
Die empfohlene Dosis Zontivity beträgt 2,08 mg, einmal täglich eingenommen. Bei Patienten, die
Zontivity zur Behandlung einer symptomatischen pAVK erhalten sollen, kann die Therapie jederzeitbegonnen werden.
Wen n eine Einnahme versäumt wurde:
Ein Patient, der die Einnahme einer Dosis Zontivity versäumt hat, sollte diese nicht nachholen, wenndie nächste Dosis innerhalb von 12 Stunden fällig wäre, sondern mit der nächsten regulären Dosis zumgeplanten Einnahmezeitpunkt fortfahren.
Gemeinsame Anwendung mit anderen Thrombozytenaggregationshemmern
MI
Patienten, die Zontivity einnehmen, sollten ebenfalls Acetylsalicylsäure mit oder ohne Clopidogrelentsprechend ihrer jeweiligen Indikationen oder gemäß Therapiestandard anwenden. Aus Phase-III-
Studien liegen begrenzte klinische Erfahrungen mit Prasugrel und keine Erfahrungen mit Ticagrelorvor. Vorapaxar sollte daher nicht zusammen mit Prasugrel oder Ticagrelor angewendet werden. Eine
Behandlung mit Vorapaxar sollte nicht bei Patienten begonnen werden, die Prasugrel oder Ticagreloreinnehmen. Die Behandlung mit Vorapaxar sollte beendet werden, falls eine zusätzliche Therapie mitdiesen Wirkstoffen notwendig ist.
pAVK
Patienten, die Zontivity einnehmen, sollten ebenfalls Acetylsalicylsäure oder Clopidogrelentsprechend ihrer jeweiligen Indikationen oder gemäß Therapiestandard anwenden.
Ältere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
NierenfunktionsstörungEine Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist nicht erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2). Eine verminderte Nierenfunktion ist jedoch ein Risikofaktor für Blutungen und solltevor Beginn einer Behandlung mit Zontivity berücksichtigt werden. Die therapeutische Erfahrung bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz ist begrenzt.
Zontivity sollte daher mit Vorsicht bei solchen Patienten angewendet werden.
LeberfunktionsstörungEine verminderte Leberfunktion ist ein Risikofaktor für Blutungen und sollte vor Beginn einer
Behandlung mit Zontivity berücksichtigt werden. Eine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung ist nicht erforderlich. Bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung sollte
Zontivity mit Vorsicht angewendet werden. Aufgrund der eingeschränkten therapeutischen Erfahrungund dem erhöhten inhärenten Blutungsrisiko bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist
Zontivity bei diesen Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Zontivity bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.
Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen. Die Tablette kann mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
- Patienten mit Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) in der Vorgeschichte(siehe Abschnitt 5.1).
- Patienten mit intrakranieller Blutung in der Vorgeschichte.
- Patienten mit aktiven pathologischen Blutungen jeglicher Form (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile (siehe Abschnitt 4.4).
- Schwere Leberfunktionsstörung.
Allgemeines Blutungsrisiko
Zontivity erhöht das Blutungsrisiko, einschließlich intrakranieller Blutungen und mitunter letaler
Blutungen. Bei Anwendung von Zontivity zusätzlich zu einer Standardtherapie, im Allgemeinen
Acetylsalicylsäure und einem Thienopyridin, erhöht Zontivity gegenüber der Standardtherapie alleindas Risiko für moderate und schwere GUSTO-(Global utilization of streptokinase and tpa foroccluded arteries)-Blutungen (siehe Abschnitt 4.8).
Zontivity erhöht das Blutungsrisiko des Patienten proportional zu seinem Basisrisiko für Blutungen.
Das Basisblutungsrisiko (z. B. vor kurzem erlittenes Trauma, vor kurzem erfolgter chirurgischer
Eingriff, vor kurzem aufgetretene oder rezidivierende gastrointestinale Blutungen oder aktivespeptisches Ulkus) sollte vor Beginn der Therapie mit Zontivity berücksichtigt werden. Zu denallgemeinen Risikofaktoren für Blutungen gehören ein höheres Alter (wobei jedoch bei älteren
Patienten keine Dosisanpassung erforderlich ist [siehe Abschnitt 5.2]), niedriges Körpergewicht undeine reduzierte Nieren- oder Leberfunktion. In diesen Subgruppen sollte Zontivity nur nachsorgfältiger Bewertung des individuellen potenziellen Risikos und Nutzens sowie der Notwendigkeitweiterer Arzneimittel, die das Blutungsrisiko weiter erhöhen können, verschrieben werden. Auch
Blutungsstörungen in der Vorgeschichte und die Anwendung bestimmter Begleitmedikationen (z. B.
Antikoagulanzien und Fibrinolytika, chronische Einnahme von nichtsteroidalen antiinflammatorischen
Arzneimitteln (NSAIDS), selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Norepinephrin-
Wiederaufnahmehemmer) können das Blutungsrisiko bei Patienten, die Zontivity einnehmen, erhöhen.
Es liegen begrenzte Erfahrungen für die gleichzeitige Anwendung von Vorapaxar mit Warfarin oderanderen oralen Antikoagulanzien vor.Die gleichzeitige Anwendung von Vorapaxar mit Warfarin oderanderen oralen Antikoagulanzien kann das Blutungsrisiko erhöhen und sollte vermieden werden.
Bei Patienten, die mit Vorapaxar behandelt werden, könnte die gleichzeitige Anwendung von Heparin(einschließlich niedermolekularer Heparine (NMH)) mit einem erhöhten Blutungsrisiko in Verbindungstehen. Es wird zur Vorsicht geraten.
Der Verdacht auf eine Blutung liegt bei jedem hypotensiven Patienten nahe, bei dem vor Kurzem eine
Koronarangiografie, perkutane Koronarintervention (PCI), koronare Bypassoperation (CABG) oderein anderer chirurgischer Eingriff durchgeführt wurde, selbst wenn der Patient keine Anzeichen einer
Blutung zeigt.
Patienten mit niedrigem Körpergewicht (< 60 kg)
Im Allgemeinen ist ein Körpergewicht < 60 kg ein Risikofaktor für Blutungen. In der Studie
TRA 2°P - TIMI 50 wurde bei den mit Vorapaxar behandelten Patienten, einschließlich solcher mit
Schlaganfall in der Vorgeschichte, bei Patienten mit einem Körpergewicht < 60 kg eine höhere Rateintrakranieller Blutungen beobachtet als bei Patienten mit einem Körpergewicht ≥ 60 kg. Bei Patientenmit einem Körpergewicht von < 60 kg sollte Zontivity mit Vorsicht angewendet werden.
Chirurgische EingriffeDie Patienten sollten angewiesen werden, Ärzten und Zahnärzten mitzuteilen, dass sie Zontivityeinnehmen, bevor Operationen geplant und neue Arzneimittel eingenommen werden.
Patienten, die an der Studie TRA 2ºP-TIMI 50 teilnahmen und die Vorapaxar-Therapie fortführten,während sie sich einer Koronararterien-Bypassoperation unterzogen (CABG), zeigten im Vergleich zu
Placebo kein erhöhtes Risiko für schwere Blutungen, obwohl CABG-bedingte Blutungen der
Kategorie TIMI major bei Patienten unter Behandlung mit Vorapaxar beobachtet wurden (siehe
Abschnitt 4.8). Es liegen weniger Informationen über andere chirurgische Eingriffe vor, wobei die
Gesamtdatenlage nicht auf ein übermäßiges Risiko für schwere Blutungen hindeutet. Patienten, die
Zontivity einnehmen und sich einer notfallmäßigen CABG, PCI, anderen Operation oder sonstigeninvasiven Eingriffen unterziehen, können Zontivity weiterhin einnehmen. Falls sich der Patient jedocheiner elektiven Operation unterzieht und es klinisch vertretbar ist, sollte Zontivity mindestens 30 Tagevor dem Eingriff abgesetzt werden.
Ein k urzzeitiges Absetzen von Zontivity ist aufgrund der langen Halbwertszeit nicht sinnvoll, umakute Blutungen zu verhindern oder sie zu stillen (siehe Abschnitt 5.2). Eine Behandlung zur Umkehrder thrombozytenhemmenden Wirkung von Zontivity ist nicht bekannt. Basierend auf den Ergebnissenpräklinischer Studien, in denen das Blutungsverhalten unter Vorapaxar bei zusätzlicher Gabe zu
Acetylsalicylsäure und Clopidogrel untersucht wurde, kann die Hämostase möglicherweise durch
Anwendung exogener Thrombozyten wiederhergestellt werden (siehe Abschnitt 5.3).
Schwere LeberfunktionsstörungEine schwere Leberfunktionsstörung erhöht das Blutungsrisiko. Zontivity ist daher bei diesen
Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Schwere NierenfunktionsstörungEine verminderte Nierenfunktion ist ein Risikofaktor für Blutungen und sollte vor Beginn einer
Behandlung mit Zontivity berücksichtigt werden. Die therapeutische Erfahrung bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz ist begrenzt. Zontivity solltedaher mit Vorsicht bei solchen Patienten angewendet werden.
Absetzen von Zontivity
Eine Unterbrechung der Behandlung mit Zontivity sollte vermieden werden. Falls Zontivity zeitweiseabgesetzt werden muss, sollte die Einnahme sobald wie möglich wiederaufgenommen werden.
Patienten, die während der Einnahme von Zontivity einen Schlaganfall, eine TIA oder intrakranielle
Blutung erleiden, sollten die Therapie dauerhaft abbrechen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Patienten,die während der Einnahme von Zontivity ein akutes Koronarsyndrom erleiden, können Zontivityweiterhin einnehmen.
LactoseZontivity enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangeloder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Wirkung anderer Arzneimittel auf Vorapaxar
Vorapaxar wird primär durch Metabolisierung eliminiert, hauptsächlich über CYP3A. Vorapaxar istzudem ein Substrat für CYP2J2. Daher besteht die Möglichkeit, dass starke Inhibitoren von CYP2J2die Exposition gegenüber Vorapaxar erhöhen.
Starke CYP3A-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung von Ketoconazol (400 mg einmal täglich) und Vorapaxar erhöhte diemittlere Cmax und AUC von Vorapaxar signifikant um 93 % bzw. 96 %. Die gleichzeitige Anwendungvon Zontivity mit starken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol,
Clarithromycin, Nefazodon, Ritonavir, Saquinavir, Nelfinavir, Indinavir, Boceprevir, Telaprevir,
Telithromycin und Conivaptan) sollte vermieden werden.
Daten aus Phase-3-Studien deuten darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung eines schwachen odermäßig starken CYP3A-Inhibitors mit Vorapaxar das Blutungsrisiko nicht erhöht oder die Wirksamkeitvon Vorapaxar verändert. Eine Dosisanpassung ist bei Patienten, die schwache bis mäßig starke
CYP3A-Inhibitoren einnehmen, nicht erforderlich.
Starke CYP3A-InduktorenDie gleichzeitige Anwendung von Rifampicin (600 mg einmal täglich) und Vorapaxar erniedrigte diemittlere Cmax und AUC von Vorapaxar erheblich um 39 % bzw. 55 %. Die gleichzeitige Anwendungvon Zontivity mit starken (potenten) CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin und
Phenytoin) sollte vermieden werden.
Arzneimittel, die den pH-Wert im Magen erhöhen
Nach gleichzeitiger täglicher Anwendung von Aluminiumhydroxid/Magnesiumkarbonat-Antazidaoder Pantoprazol (ein Protonenpumpeninhibitor) wurden keine klinisch relevanten Unterschiede in der
Pharmakokinetik von Vorapaxar beobachtet.
Wirkung von Vorapaxar auf andere Arzneimittel
DigoxinVorapaxar ist ein schwacher Inhibitor des intestinalen P-Glycoprotein(P-gp)-Transporters. Diegleichzeitige Anwendung von Vorapaxar (40 mg) und Digoxin (0,5 mg Einzeldosis) erhöhte die Cmaxund AUC von Digoxin um 54 % bzw. 5 %. Eine Dosisanpassung von Digoxin oder Zontivity wirdnicht empfohlen. Bei Patienten, die Digoxin erhalten, sollte eine angemessene klinische Überwachungerfolgen.
CYP2C8-Substrate
Die gleichzeitige Anwendung mit Vorapaxar veränderte nicht die Einzeldosis-Pharmakokinetik von
Rosiglitazon (8 mg), ein in der EU nicht in den Verkehr gebrachtes CYP2C8-Substrat.
Antikoagulanzien
Bei gleichzeitiger Anwendung von Zontivity und Warfarin gab es keine Veränderung der
Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von Warfarin. Die klinische Erfahrung bei gleichzeitiger
Anwendung oral gegebener Antikoagulanzien mit Vorapaxar ist begrenzt. Aus dem Phase-3-
Studienprogramm liegen keine Erfahrungen mit oral gegebenen Faktor-Xa- oder Faktor-IIa-
Inhibitoren vor. Die gleichzeitige Anwendung von Zontivity mit Antikoagulanzien wie z. B. Warfarinund neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten, die mit Vorapaxar behandelt werden, könnte die gleichzeitige Anwendung von Heparin(einschließlich niedermolekularer Heparine (NMH)) mit einem erhöhten Blutungsrisiko in Verbindungstehen. Es wird zur Vorsicht geraten (siehe Abschnitt 4.4).
Bei gleichzeitiger Anwendung von Zontivity mit Prasugrel wurde keine klinisch signifikantepharmakokinetische Interaktion festgestellt. Es gibt begrenzte Erfahrungen mit Prasugrel und keine
Erfahrung mit Ticagrelor aus den Phase-3-Studien zu Vorapaxar. Vorapaxar sollte nicht zusammenmit Prasugrel oder Ticagrelor angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2.).
Es liegen keine verlässlichen Daten zur Anwendung von Vorapaxar bei schwangeren Frauen vor. An
Tieren wurden keine relevanten Effekte beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Zontivity sollte während der
Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn der potenzielle Nutzen für die Mutter das potenzielle
Risiko für den Fötus rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Vorapaxar in die Muttermilch übertritt. Studien an Ratten zeigten einen
Übertritt von Vorapaxar und/oder seiner Metabolite in die Milch. Aufgrund des unbekannten
Potenzials für Nebenwirkungen durch Zontivity bei gestillten Säuglingen sollte, je nach Wichtigkeitdes Arzneimittels für die Mutter, entweder abgestillt oder Zontivity abgesetzt werden.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität bei Menschen vor, die Zontivity einnehmen. In Tierstudien wurdenkeine Effekte auf die Fertilität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Zontivity hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die während der Behandlung am häufigsten berichtete Nebenwirkung ist Blutung. Unter den häufigen
Blutungsereignissen trat Epistaxis am häufigsten auf.
Nebenwirkungen wurden an 19.632 Patienten untersucht, die mit Zontivity behandelt wurden[13.186 Patienten in der Studie TRA 2°P - TIMI 50 (Thrombin Receptor Antagonist in Secondary
Prevention of Atherothrombotic Ischemic Events), davon 2.187 Patienten mit einer Behandlungsdauervon über 3 Jahren und 6.446 Patienten in der Studie TRACER (Thrombin Receptor Antagonist for
Clinical Event Reduction in Acute Coronary Syndrome)]. Die Nebenwirkungen bezüglich
Blutungsereignissen in Tabelle 1 sind für die Studie TRA 2°P - TIMI 50 zusammengefasst. Die
Nebenwirkungen ohne Bezug zu Blutungsereignissen in Tabelle 1 sind sowohl für die Studie
TRA 2°P - TIMI 50 als auch für die Studie TRACER zusammengefasst (siehe Tabelle 1).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenAlle Nebenwirkungen werden entsprechend Häufigkeit und Systemorganklasse eingeordnet. Die
Häufigkeiten sind definiert als:sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000,< 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar).
Tabelle 1: Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Blutes und des Anämie
Lymphsystems
Augenerkrankungen Bindehautblutung,
Doppeltsehen
Gefäßerkrankungen Hämatom Blutung
Erkrankungen der Atemwege, des Epistaxis
Brustraums und Mediastinums
Erkrankungen des Gastritis,
Gastrointestinaltrakts Gastrointestinalblutung,
Zahnfleischbluten, Meläna,
Rektalblutung
Erkrankungen der Haut und des Erhöhte Neigung zu blauen Ekchymose, Hautblutung
Unterhautzellgewebes Flecken
Erkrankungen der Nieren und Hämaturie
Harnwege
Verletzung, Vergiftung und durch Kontusion Wundblutung
Eingriffe bedingte Komplikationen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIm Folgenden sind die Nebenwirkungen bei Post- MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder
TIA in der Vorgeschichte aufgeführt, die mit Vorapaxar (n = 10.059) oder Placebo (n = 10.049)behandelt wurden.
BlutungDefinition der Blutungs-Kategorien:
GUSTO-Kriterium schwer: tödlich, intrakraniell oder Blutung mit hämodynamischer
Beeinträchtigung, die eine Intervention erfordert;
GUSTO-Kriterium moderat: Blutung ohne hämodynamische Beeinträchtigung, die eine Transfusionvon Vollblut oder Erythrozytenkonzentrat erfordert.
TIMI-Kriterium major: klinisch erkennbar mit einer Abnahme des Hämoglobins um > 50 g/l oderintrakranielle Blutung.
TIMI-Kriterium minor: klinisch erkennbar mit einer Abnahme des Hämoglobins um 30-50 g/l.
Die Ergebnisse der Blutungs-Endpunkte bei Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder
TIA in der Vorgeschichte sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Nicht-CABG-bedingte Blutungsereignisse bei Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne
Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte
Placebo Zontivity(n = 10.049) (n = 10.059)
Endpunkte Patienten mit Patienten mit†,‡
Ereignissen Ereignissen Hazard Ratio‡(%) K-M %* (%) K-M %* (95%-KI) p-Wert
GUSTO Blutungs-Kategorie
Schwer 105 (1,0 %) 1,3 % 115 (1,1 %) 1,3 % 1,09 (0,84-1,43) 0,503
Moderat 138 (1,4 %) 1,6 % 229 (2,3 %) 2,6 % 1,67 (1,35-2,07) < 0,001
TIMI Blutungs-Kategorie
Major 183 (1,8 %) 2,1 % 219 (2,2 %) 2,5 % 1,20 (0,99-1,46) 0,069
Minor 80 (0,8 %) 0,9 % 150 (1,5 %) 1,7 % 1,88 (1,44-2,47) < 0,001
Intrakranielle 39 (0,4 %) 0,5 % 49 (0,5 %) 0,6 % 1,25 (0,82-1,91) 0,294
Blutungen20 (0,2 %) 0,3 % 19 (0,2 %) 0,3 % 0,95 (0,51-1,78) 0,872
Tödliche Blutungen
* Kaplan-Meier-Schätzung über 1.080 Tage† Hazard Ratio bezieht sich auf den Vergleich Zontivity-Gruppe vs. Placebo-Gruppe‡ Hazard Ratio und p-Wert wurden auf Grundlage des Cox-proportional-Hazard-Modells mit den Kovariablen
Behandlung und Stratifizierungsfaktoren (qualifizierende atherosklerotische Erkrankung und geplante
Anwendung von Thienopyridin) berechnet
Es zeigte sich ein konsistenter Effekt von Zontivity auf Blutungen der Blutungskategorie GUSTOschwer oder GUSTO moderat relativ zu Placebo über die untersuchten Subpopulationen hinweg.
In der Studie TRA 2°P - TIMI 50 unterzogen sich 367 der Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne
Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte einer CABG. Die Prozentsätze der Patienten, die sicheiner CABG unterzogen und bei denen CABG-bedingte Blutungen auftraten, sind in Tabelle 3dargestellt. Die Anteile waren zwischen Zontivity und Placebo ähnlich.
Tabelle 3: CABG-bedingte Blutungsereignisse
Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte
Placebo Zontivity(n = 196) (n = 171)
Endpunkte Patienten mit Ereignissen (%) Patienten mit Ereignissen (%)
TIMI Blutungs-Kategorie
Major 10 (5,1 %) 11 (6,4 %)
Gesamtpopulation
Placebo Zontivity(n = 230) (n = 189)
TIMI Blutungs-Kategorie
Major 13 (5,7 %) 12 (6,3 %)
Blutungsereignisse wurden genauso behandelt wie bei anderen Thrombozytenaggregationshemmern,einschließlich Behandlung der Ursache der Blutung bei gleichzeitiger unterstützender Behandlung.
Absetzen des Arzneimittels
Der Anteil der Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte, diedie Studienmedikation aufgrund von Nebenwirkungen absetzten, betrug 6,8 % unter Zontivity und6,9 % unter Placebo. Blutungen waren in beiden Behandlungsarmen die häufigste Nebenwirkung, diezum Absetzen der Studienmedikation führte (3,0 % unter Zontivity und 1,8 % unter Placebo).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Die Thrombozytenhemmung erfolgt graduell und ist reversibel. Eine vermutete Überdosierung solltesymptomatisch behandelt werden.
Da Vorapaxar großenteils an Protein gebunden vorliegt, stellt eine Hämodialyse wahrscheinlich keinewirksame Behandlungsmethode bei einer Überdosierung dar.
Beim Menschen wurde Vorapaxar als Einzeldosen von bis zu 120 mg und Tagesdosen von 5 mg übereinen Zeitraum bis zu 4 Wochen gegeben, ohne dass dosisabhängige unerwünschte Ereignissebeobachtet oder spezifische Risiken identifiziert wurden.
Eine Thrombozytentransfusion kann als unterstützende Therapie erwogen werden, sollte ein
Blutungsereignis eintreten (siehe Abschnitt 5.3).
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, Thrombozytenaggregationshemmer exkl.
Heparin, ATC-Code: B01AC26.
WirkmechanismusVorapaxar ist ein selektiver und reversibler Inhibitor der PAR-1-Rezeptoren auf Thrombozyten, diedurch Thrombin aktiviert werden.
Pharmakodynamische WirkungenVora paxar inhibiert die Thrombin-induzierte Thrombozytenaggregation in In-vitro-Studien. Vorapaxarinhibiert darüber hinaus die durch thrombinrezeptoraktivierendes Peptid (TRAP) induzierte
Thrombozytenaggregation ohne Koagulationsparameter zu beeinflussen. Vorapaxar inhibiert nicht dieüber andere Agonisten induzierte Thrombozytenaggregation, wie z. B. über Adenosindiphosphat(ADP), Kollagen oder Thromboxanmimetika.
Bei einer täglichen Dosis von 2,5 mg Vorapaxarsulfat (entsprechend 2,08 mg Vorapaxar) wirdinnerhalb einer Woche nach Behandlungsbeginn durchweg eine Inhibition der TRAP-induzierten
Thrombozytenaggregation von ≥ 80 % erreicht. Die Dauer der Thrombozytenfunktionshemmung istdosis- und konzentrationsabhängig. Die Inhibition der TRAP-induzierten Thrombozytenaggregationkann auf einem Niveau von ≥ 80 % 2 bis 4 Wochen nach Absetzen der täglichen Dosis von 2,5 mg
Vorapaxarsulfat anhalten. Die Dauer dieser pharmakodynamischen Wirkungen entspricht der
Eliminationshalbwertszeit des Arzneimittels.
Entsprechend seinem selektiven molekularen Ziel (PAR-1) hat Vorapaxar keinen Effekt auf die
ADP-induzierte Thrombozytenaggregation in gesunden Probanden und Patienten.
Nach Gabe von Vorapaxar in Einzel- oder Mehrfachdosen (28 Tage) kam es in Studien mit gesunden
Freiwilligen zu keiner Änderung des P-Selektin der Thrombozyten, der Expression des löslichen
CD40-Liganden (sCD40L) oder der Koagulationsparameter (TZ, PT, aPTT, ACT, ECT).
Bei Patienten, die in klinischen Phase-2/3-Studien Vorapaxar erhielten, wurden keine nennenswerten
Änderungen der Konzentrationen von P-Selektin, sCD40L und hs-CRP beobachtet.
Untersuchung der Wirkung von Zontivity auf das QTc-Intervall
In einer eingehenden QT-Studie sowie in anderen Studien wurde die Wirkung von Vorapaxar auf das
QTc-Intervall untersucht. Bei Gabe von Einzeldosen bis 120 mg hatte Vorapaxar keinen Effekt auf das
QTc-Intervall.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEs wurde gezeigt, dass Zontivity die Rate des kombinierten Endpunkts aus kardiovaskulärem ( CV)
Tod, MI, Schlaganfall und dringender koronarer Revaskularisierung reduziert.
Der klinische Nachweis der Wirkung von Zontivity bei Patienten mit Myokardinfarkt in der
Vorgeschichte (definiert als spontaner MI ≥ 2 Wochen, aber ≤ 12 Monate zurückliegend) wurde in der
Studie TRA 2°P - TIMI 50 (Thrombin Receptor Antagonist in Secondary Prevention of
Atherothrombotic Ischemic Events) erbracht. TRA 2°P - TIMI 50 war eine multizentrische,randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie an Patienten mit symptomatischer oderanamnestisch bekannter Atherosklerose der koronaren, zerebralen oder peripheren Blutgefäße. Die
Patienten wurden zusätzlich zu einer Standardtherapie randomisiert einer täglichen Behandlung mit2,5 mg Vorapaxarsulfat (n = 13.225) oder Placebo (n = 13.224) zugeteilt. Der primäre Endpunkt der
Studie bestand aus der Kombination kardiovaskulärer Tod, MI, Schlaganfall und koronarer
Revaskularisierung. Die Kombination aus kardiovaskulärem Tod, MI und Schlaganfall wurde alssekundärer Endpunkt festgelegt. Die mediane Behandlungsdauer mit Vorpaxar war 823 Tage(Quartilsabstand: 645-1.016 Tage).
Die Ergebnisse des kombinierten primären Wirksamkeitsendpunkts zeigen eine 3-Jahres-Kaplan-
Meier(K-M)-Ereignisrate von 11,2 % in der Zontivity-Gruppe im Vergleich zu 12,4 % in der Placebo-
Gruppe (Hazard Ratio [HR]: 0,88; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,82 - 0,95; p = 0,001); es zeigtesich eine Überlegenheit von Zontivity gegenüber Placebo in der Prävention von CV Tod, MI,
Schlaganfall oder koronarer Revaskularisierung.
Die Ergebnisse des maßgeblichen sekundären Wirksamkeitsendpunkts zeigen eine 3-Jahres-K-M-
Ereignisrate von 9,3 % in der Zontivity-Gruppe im Vergleich zu mit 10,5 % in der Placebo-Gruppe(HR: 0,87; 95%-KI: 0,80 - 0,94; p < 0,001).
Obwohl die Studie TRA 2°P - TIMI 50 nicht auf die Untersuchung des relativen Nutzens von
Zont ivity für einzelne Patienten-Subgruppen ausgelegt war, war der Nutzen am deutlichsten bei
Patienten, die aufgrund eines kürzlich erlittenen MI (spontaner MI ≥ 2 Wochen und ≤ 12 Monate vor
Rekrutierung; Post-MI- oder pAVK-Patientenpopulation) ohne Schlaganfall oder TIA in der
Vorgeschichte in die Studie eingeschlossen worden waren. Von diesen Patienten erhielten 10.080
Zontivity (8.458 Post-MI und 1.622 pAVK) und 10.090 erhielten Placebo (8.439 Post-MI und1.651 pAVK) zusätzlich zur Standardtherapie einschließlich einer thrombozytenhemmenden Therapiemit Acetylsalicylsäure und Thienopyridin. Von den Patienten mit MI ohne Schlaganfall oder TIA inder Vorgeschichte erhielten bei Aufnahme in die Studie 21 % der Patienten Acetylsalicylsäure ohneein Thienopyridin, 1 % der Patienten ein Thienopyridin ohne Acetylsalicylsäure und 77 % sowohl
Acetylsalicylsäure als auch ein Thienopyridin. Von den Patienten mit pAVK ohne Schlaganfall oder
TIA in der Vorgeschichte erhielten bei Aufnahme in die Studie 61 % der Patienten Acetylsalicylsäureohne ein Thienopyridin, 8 % der Patienten ein Thienopyridin ohne Acetylsalicylsäure und 27 %sowohl Acetylsalicylsäure als auch ein Thienopyridin. Die mediane Behandlungsdauer mit Zontivitybetrug bei Post-MI- und pAVK-Patienten 2,5 Jahre (bis zu 4 Jahre). Diese Hintergrundtherapie wurdewährend der Studie nach Ermessen des Arztes entsprechend des Therapiestandards weitergeführt.
In der Post-MI-Patientenpopulation ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte waren 88 %
Kaukasier, 20 % Frauen und 29 % der Patienten ≥ 65 Jahre mit einem medianen Alter von 58 Jahren.
Die Population schloss Patienten mit Diabetes mellitus (21 %) und Bluthochdruck (62 %) ein. Dermediane Body-Mass-Index lag bei 28.
In der pAVK-Patientenpopulation ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte waren 90 %
Kaukasier, 29 % Frauen und 57 % der Patienten ≥ 65 Jahren mit einem medianen Alter von 66 Jahre.
Die Population schloss Patienten mit Diabetes mellitus (35 %) und Bluthochdruck (82 %) ein. Dermediane Body-Mass-Index lag bei 27.
Die Ergebnisse in der Kohorte der Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der
Vorgeschichte waren bezüglich der kombinierten primären und maßgeblichen sekundären Endpunktevergleichbar mit denen in der Gesamtpopulation (siehe Abbildung 1 und Tabelle 4).
Bei Patienten mit MI als Qualifikationskriterium wurde die Behandlung mit Zontivity frühestens2 Wochen nach dem MI und innerhalb der ersten 12 Monate nach dem akuten Ereignis begonnen.
Innerhalb dieses Zeitraums war der Effekt ähnlich, unabhängig von der Zeitdauer zwischen demqualifizierenden MI und dem Beginn der Therapie mit Zontivity.
Es konnte gezeigt werden, dass der Behandlungseffekt von Vorapaxar auf den primären undmaßgeblichen sekundären Endpunkt während der gesamten Studie TRA 2°P - TIMI 50 dauerhaftanhielt.
Abbildung 1: Zeit bis zum ersten Auftreten von CV Tod, MI, Schlaganfall oder Durchführungeine r koronaren Revaskularisierung bei Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder
TIA in der Vorgeschichte
ZONTIVITY (Z) (( 8 89966/1 /0108008)0)11,.8 % ((PP))
Placebo (P) ( 1(1007733/1 /01009009)0)10,.1 % ((ZZ))2 H R HR 9 5 9%5 %KI CI Pp-vWaeluret(Z) v(Zs.) (vPs) (P0), 8 03.8(30 , 7(06.,7 06,9 0.)90) < < 0.0,000110 180 360 540 720 900 1080
TDaagyes n farocmh Randomiisziaetriuong
AnzahNl mo.i ta Rt Risiskko:
ZONTIVITY (Z) 9745 9502 9261 7670 5394 2464
Placebo (P) 9659 9351 9087 7556 5364 2467
Tabelle 4: Primäre und maßgebliche sekundäre Wirksamkeitsendpunkte bei Post-MI-Patientenohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte
Placebo Zontivity(n = 10.090) (n = 10.080)
Endpunkte Patienten mit Patienten mit‡,§
Ereignissen* Ereignissen* Hazard Ratio(%) K-M %† §(%) K-M %† (95 % KI) p-Wert
Primärer Wirksam- 1.073 11,8 % 896 (8,9 %) 10,1 % 0,83 (0,76 - 0,90) < 0,001keitsendpunkt (10,6 %)(CV Tod/MI /
Schlaganfall /koronare Revaskula-risierung)
CV Tod 154 (1,5 %) 129 (1,3 %)
MI 531 (5,3 %) 450 (4,5 %)
Schlaganfall 123 (1,2 %) 91 (0,9 %)koronare 265 (2,6 %) 226 (2,2 %)
Revaskularisierung
Maßgeblicher sekun- 851 (8,4 %) 9,5 % 688 (6,8 %) 7,9 % 0,80 (0,73 - 0,89) < 0,001därer Wirksamkeits-endpunkt(CV Tod/MI /
Schlaganfall) §
IInncziiddeenncze ( %(%) )
Placebo Zontivity(n = 10.090) (n = 10.080)
Endpunkte Patienten mit Patienten mit‡,§
Ereignissen* Ereignissen* Hazard Ratio§(%) K-M %† (%) K-M %† (95 % KI) p-Wert
CV Tod 160 (1,6 %) 132 (1,3 %)
MI 562 (5,6 %) 464 (4,6 %)
Schlaganfall 129 (1,3 %) 92 (0,9 %)
* Jeder Patient wurde in der Zusammenfassung der Komponenten, die zum primären Wirksamkeitsendpunktbeitrugen, nur einmal gezählt (erste Ereigniskomponente)† K-M-Schätzung über 1.080 Tage‡ Hazard Ratio bezieht sich auf den Vergleich Zontivity-Gruppe vs. Placebo-Gruppe§ Cox-proportional-Hazard-Modell mit den Kovariablen Behandlung und Stratifizierungsfaktor (qualifizierendeatherosklerotische Erkrankung und geplante Anwendung von Thienopyridin)
In der Kohorte der Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichtezeigte die Analyse des klinischen Nettoergebnisses auf Grundlage des mehrfachen Auftretens von
Endpunkten (CV Tod/MI/Schlaganfall/Blutung GUSTO-Kategorie schwer) ein über die Zeitkonstantes Ergebnis an jedem der untersuchten zensierten Zeitpunkte (12, 18, 24, 30 und 36 Monate)in kumulativen Intervallen zu 6 Monaten (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: Mehrfaches Auftreten klinischer Nettoergebnisse (CV Tod/MI/Schlaganfall/Blutung
GUS TO-Kategorie schwer*) bei Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA inder Vorgeschichte
Placebo Zontivity Hazard Ratio†,‡n = 10.049 n = 10.059 (95 % KI) p-Wert‡
Randomisierung bis 12 Monate
Gesamtzahl der Ereignisse 474 401 0,83 (0,73 - 0,95) 0,008
Patienten mit nur einem Ereignis 337 269
Patienten mit zwei Ereignissen 49 47
Patienten mit ≥ 3 Ereignissen 11 12
Randomisierung bis 18 Monate
Gesamtzahl der Ereignisse 703 564 0,79 (0,71 - 0,89) < 0,001
Patienten mit nur einem Ereignis 463 361
Patienten mit zwei Ereignissen 82 67
Patienten mit ≥ 3 Ereignissen 21 21
Randomisierung bis 24 Monate
Gesamtzahl der Ereignisse 903 741 0,81 (0,73 - 0,89) < 0,001
Patienten mit nur einem Ereignis 554 456
Patienten mit zwei Ereignissen 114 80
Patienten mit ≥ 3 Ereignissen 34 38
Randomisierung bis 30 Monate
Gesamtzahl der Ereignisse 1.070 893 0,82 (0,75 - 0,90) < 0,001
Patienten mit nur einem Ereignis 658 524
Patienten mit zwei Ereignissen 121 102
Patienten mit ≥3 Ereignissen 46 48
Randomisierung bis 36 Monate
Gesamtzahl der Ereignisse 1.166 987 0,83 (0,76 - 0,91) < 0,001
Patienten mit nur einem Ereignis 700 569
Patienten mit zwei Ereignissen 138 112
Patienten mit ≥3 Ereignissen 52 55
* Schließt alle Ereignisse von CV Tod, MI, Schlaganfall und Blutungen der GUSTO-Kategorie schwer bis zumjeweiligen in der Tabelle angegebenen Zeitpunkt ein.
† Hazard Ratio bezieht sich auf den Vergleich Vorapaxar-Gruppe vs. Placebo-Gruppe‡ Hazard Ratio und p-Wert wurden auf Grundlage des Andersen-Gill-Modells mit den Kovariablen Behandlungund Stratifizierungsfaktor (geplante Anwendung von Thienopyridin) berechnet.
Eine Analyse zum mehrfachen Auftreten der bewerteten Endpunkte bei Post-MI- oder pAVK-
Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte zeigte eine Reduzierung der Inzidenzrezidivierender Ereignisse unter Zontivity.
Unter den Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte scheint
Zontivity die Rate eindeutiger Stent-Thrombosen (HR 0,71 (0,51-0,99) für die Einstufung “definitiv”)gegenüber Placebo bei jenen Patienten zu reduzieren, die vor oder während der Studie einen Stenterhielten.
Bei Patienten mit pAVK in der Vorgeschichte, aber ohne Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte,die a uf Vorapaxar randomisiert waren, wurden weniger periphere Revaskularisationen durchgeführt(3-Jahres-Kaplan-Meier-Raten: 15,4 % vs. 19,3 %; HR: 0,82; 95%-KI: 0,71 - 0,94; p = 0,005) und eskam zu weniger Hospitalisierungen aufgrund akuter Ischämien der Gliedmaßen (2,0 % vs. 3,3 %; HR:0,59 [0,40 - 0,86]; p = 0.007) als bei Patienten, die auf Placebo randomisiert waren.
Der Therapieeffekt von Zontivity entsprach bei vielen Subgruppen (unter anderem Geschlecht, Alter,
Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus in der Vorgeschichte, Tabakkonsum und Begleittherapie bei
Studienbeginn einschließlich Thienopyridin, Acetylsalicylsäure und Statine) den Gesamtergebnissen.
Unter den in die Studie TRA 2°P - TIMI 50 eingeschlossenen Patienten hatten jene mit einemischämischem Schlaganfall in der Vorgeschichte eine höhere 3-Jahres- K-M-Ereignisrate fürintrakranielle Blutungen unter Behandlung mit Zontivity plus Standardtherapie (2,7 %) als unter
Standardtherapie alleine (0,9 %). Bei Post-MI- oder pAVK-Patienten ohne Schlaganfall oder TIA inder Vorgeschichte lagen die 3-Jahres- K-M-Ereignisraten für intrakranielle Blutungen bei 0,6 % fürdie Behandlung mit Zontivity plus Standardtherapie und 0,5 % für die Standardtherapie alleine.
In der Studie TRACER (Thrombin Receptor Antagonist for Clinical Event Reduction in Acute
Coronary Syndrome), in die Patienten mit NSTE-ACS (Akutes Koronarsyndrom ohne ST-Hebung)eingeschlossen wurden, die überwiegend bzgl. Thrombozytenaggregationshemmern naïve waren,wurde Vorapaxar mit einer Initialdosis von 40 mg und einer Erhaltungsdosis von 2,5 mg pro Taggegeben, zusätzlich zur Standardtherapie. Die Vorapaxar-Therapie wurde innerhalb von 24 Stundennach NSTEACS initiiert. In dieser Studie wurde der primäre Wirksamkeitsendpunkt (kardiovaskulärer
Tod, MI, Schlaganfall, dringende koronare Revaskularisierung und rezidivierende Ischämie mit
Rehospitalisierung) nicht erreicht und das Risiko für Blutungen der Kategorien GUSTO moderat- und
GUSTO schwer Blutungen war erhöht.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Zontivity eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Vorbeugung arterieller Thromboembolien gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Nach oraler Anwendung einer Einzeldosis von 2,5 mg Vorapaxarsulfat wird Vorapaxar raschresorbiert. Die Spitzenkonzentration wird in nüchternem Zustand nach einer medianen tmax von1 Stunde erreicht (Bereich: 1 bis 2). Die durchschnittliche absolute Bioverfügbarkeit von Vorapaxaraus der 2,5mg-Dosis Vorapaxarsulfat beträgt 100 %.
Eine Einnahme von Vorapaxar zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit führte zu keinernennenswerten Änderung der AUC bei einer geringen Abnahme von Cmax (21 %) und einerverzögerten tmax (45 Minuten). Zontivity kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Die gleichzeitige Anwendung eines Aluminiumhydroxid/Magnesiumkarbonat-Antazidums oder eines
Protonenpumpeninhibitors (Pantoprazol) beeinflusste die AUC von Vorapaxar nicht, bei einergeringen Abnahme von Cmax. Zontivity kann daher unabhängig von der gleichzeitigen Anwendung von
Substanzen, die den pH im Magen erhöhen (Antazida oder Protonenpumpeninhibitor), angewendetwerden.
VerteilungDas durchschnittliche Verteilungsvolumen von Vorapaxar beträgt ca. 424 Liter. Vorapaxar und dessenzirkulierender aktiver Hauptmetabolit M20 sind weitestgehend (≥ 99 %) an humane Plasmaproteinegebunden. Vorapaxar ist weitgehend an humanes Serumalbumin gebunden und verteilt sich nichtbevorzugt in den roten Blutzellen.
BiotransformationVora paxar wird durch Metabolisierung eliminiert, wobei CYP3A4 und CYP2J2 für die Bildung von
M20, dem zirkulierenden aktiven Hauptmetaboliten, und M19, dem in den Fäzes identifizierten
Hauptmetaboliten, verantwortlich sind. Die systemische Exposition gegenüber M20 beträgt ca. 20 %der von Vorapaxar.
EliminationDie Elimination erfolgt primär über die Fäzes, wobei ein Wiederfinden von ca. 91,5 % der radioaktivmarkierten Dosen in den Fäzes vorhergesagt wird, im Vergleich zu 8,5 % im Urin. Vorapaxar wirdhauptsächlich in Form seiner Metabolite eliminiert, wobei kein Vorapaxar im Urin nachgewiesenwurde. Die apparente terminale Halbwertzeit beträgt 187 Stunden (Bereich: 115-317 Stunden), ähnlichjener seines aktiven Metaboliten.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Exposition gegenüber Vorapaxar steigt annähernd dosisproportional nach Einzeldosen von 1 bis40 mg und Mehrfachdosen von 0,5 bis 2,5 mg Vorapaxarsulfat. Die systemische Pharmakokinetik von
Vorapaxar ist linear wobei die Akkumulation (6-fach) aus Daten mit Einzel- und Mehrfachdosenabgeleitet werden kann. Der Steady-state wird bei einmal täglicher Gabe nach 21 Tagen erreicht.
Besondere PatientengruppenDie Auswirkungen einer Nieren- (terminale Niereninsuffizienz mit Hämodialyse) und
Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Vorapaxar wurden in speziellen
Pharmakokinetikstudien untersucht und sind nachfolgend zusammengefasst:
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Vorapaxar bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD), die sicheiner Hämodialyse unterziehen, ähnelt der Pharmakokinetik bei gesunden Probanden. Basierend aufpopulationspharmakokinetischen Analysen mit Verwendung von Daten gesunder Probanden und
Patienten mit atherosklerotischer Erkrankung wird geschätzt, dass die mittlere AUC von Vorapaxar bei
Patienten mit leichter (17 %) und mäßiger (34 %) Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Patientenmit normaler Nierenfunktion höher ist. Diese Unterschiede werden als klinisch nicht relevantbetrachtet. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlich Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz, ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die therapeutische Erfahrung bei Patientenmit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz ist begrenzt. Zontivity solltedaher mit Vorsicht bei solchen Patienten angewendet werden.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Vorapaxar ist bei Patienten mit leichter (Child Pugh, 5 bis 6 Punkte) bismäßiger (Child Pugh, 7 bis 9 Punkte) Leberfunktionsstörung ähnlich wie bei gesunden Personen. Eineverminderte Leberfunktion ist ein Risikofaktor für Blutungen und sollte vor Beginn einer Behandlungmit Zontivity berücksichtigt werden. Eine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung ist nicht erforderlich. Bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung sollte
Zontivity mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child
Pugh, 10 bis 15 Punkte) ist Zontivity kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Alter, Geschlecht, Körpergewicht und ethnische Zugehörigkeit wurden als Faktoren im Rahmen despopulationspharmakokinetischen Modells zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Vorapaxar beigesunden Probanden und Patienten berücksichtigt:
Ältere PatientenDie Pharmakokinetik von Vorapaxar ist bei älteren Patienten, einschließlich ≥ 75 Jahre, und jüngeren
Patienten ähnlich. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
GeschlechtDie mittlere geschätzte Cmax und AUC von Vorapaxar waren bei Frauen um 30 % bzw. 32 % höher alsbei Männern. Diese Unterschiede werden als klinisch nicht relevant betrachtet. Es ist keine
Dosisanpassung erforderlich.
Körp ergewicht
Die mittlere geschätzte Cmax und AUC von Vorapaxar waren bei Patienten mit einem Körpergewicht< 60 kg um 35 % bzw. 33 % höher als bei Patienten mit einem Körpergewicht von 60-100 kg. Im
Vergleich dazu wird die Exposition gegenüber Vorapaxar (AUC und Cmax) bei Patienten mit einem
Körpergewicht > 100 kg um 19-21 % niedriger geschätzt als bei Patienten mit einem von
Körpergewicht 60-100 kg. Im allgemeinen ist ein Körpergewicht < 60 kg ein Risikofaktor für
Blutungen. Bei Patienten mit einem Körpergewicht < 60 kg sollte Zontivity mit Vorsicht angewendetwerden.
Ethnische ZugehörigkeitDie mittlere geschätzte Cmax und AUC von Vorapaxar waren bei asiatischen Patienten um 24 % bzw.22 % höher als bei Kaukasiern. Die Exposition gegenüber Vorapaxar (AUC und Cmax) wird bei
Patienten mit afrikanischer Abstammung um 17-19 % niedriger geschätzt als bei Kaukasiern. Diese
Unterschiede werden als klinisch nicht relevant betrachtet. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Arzneimittelinteraktionen
Effekt von Vorapaxar auf andere Arzneimittel
In-vitro-Studien zum Metabolismus zeigen, dass eine klinisch signifikante Inhibition des humanen
CYP1A2, CYP2B6, CYP3A, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder CYP2D6 durch Vorapaxarunwahrscheinlich ist. Es wird keine klinisch bedeutsame Inhibition von CYP2B6, CYP3A, CYP2C19oder CYP2D6 durch M20 erwartet. Darüber hinaus wird keine klinisch bedeutsame Inhibition von
OATP1B1, OATP1B3, BCRP, OAT1, OAT3 und OCT2 durch Vorapaxar oder M20 erwartet. Auf
Grundlage von In-vitro-Daten ist eine Induktion der Metabolisierung von Arzneimitteln, die durch diebedeutendsten CYP-Isoformen verstoffwechselt werden, aufgrund einer Daueranwendung von
Vorapaxar unwahrscheinlich.
Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Genotoxizität, zumkanzerogenen Potential und zur Fertilität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahrenfür den Menschen erkennen.
In Toxizitätsstudien an Nagern und Affen waren bei wiederholter oraler Gabe die wesentlichen
Befunde, die mit der Behandlung in Zusammenhang gebracht werden eine Hyperplasie der Harnblaseund des Harnleiters bei Mäusen, Thromben in den Lebergefäßen, lymphoide Nekrosen und retinale
Vakuolisierung bei Ratten und Phospholipidose bei allen Spezies. Die Phospholipidose tritt mit einerakzeptablen Sicherheitsmarge zwischen Tier und Mensch auf und war reversibel. Die klinische
Bedeutung dieser Ergebnisse ist momentan unklar.
In Untersuchungen zur embryonalen/fetalen Entwicklung bei Ratten und Kaninchen wurden keine
Schäden festgestellt bei Expositionen, die ausreichend über die humane Exposition bei empfohlener
Dosierung hinausgingen. Prä- und Postnatalstudien bei Ratten zeigten nur einige inkonsistente Effekteauf die Entwicklung bei Expositionen, die ausreichend über die humane Exposition bei derempfohlenen Dosierung von 2,08 mg Vorapaxar hinausgingen. Die insgesamt niedrigste
Testkonzentration bei der keine Wirkung auf die prä- und postnatale Entwicklung beobachtet wurde,betrug 5 mg/kg/Tag (6,8faches [weibliche Tiere] der Exposition beim Menschen im Steady-state beieiner Dosierung 2,5 mg/Tag).
Vorapaxar hatte keinen Effekt auf die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten bei Expositionen,bei Expositionen, die ausreichend über die humane Exposition bei empfohlener Dosierunghinausgingen.
In einer Reihe von In-vitro- und In-vivo-Studien war Vorapaxar weder mutagen noch genotoxisch.
Nach alleiniger Gabe von 1 mg/kg führte Vorapaxar bei nichthumanen Primaten zu keiner
Verlängerung der Blutungszeit. Die Blutungszeit war leicht verlängert bei Anwendung von
Acetylsalicylsäure alleine oder in Kombination mit Vorapaxar. Acetylsalicylsäure, Vorapaxar und
Clop idogrel in Kombination verursachten eine signifikante Verlängerung der Blutungszeit. Die
Transfusion humanen thrombozytenreichen Plasmas normalisierte die Blutungszeit bei einer partiellen
Wiederherstellung der Thrombozytenaggregation ex vivo nach Induktion durch Arachidonsäure, nichtaber bei Induktion durch ADP oder TRAP. Thrombozytenarmes Plasma hatte keinen Effekt auf die
Blutungszeit oder die Thrombozytenaggregation. (Siehe Abschnitt 4.4).
In einer zweijährigen Studie an Ratten und Mäusen wurden bei oralen Dosierungen von bis zu30 mg/kg/Tag bei Ratten und 15 mg/kg/Tag bei Mäusen (8,9faches bzw. 30faches der empfohlenentherapeutischen Exposition im Menschen, basierend auf der Plasma-Exposition von Vorapaxar in
Ratten bzw. Mäusen) keine Vorapaxar-bedingten Tumore beobachtet.
Lactose-Monohydrat
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Povidon (E1201)
Magnesiumstearat (E572)
TablettenüberzugLactose-Monohydrat
Hypromellose (E464)
Titandioxid (E171)
Triacetin (E1518)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Nicht zutreffend.
2 Jahre
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich
Packungen zu 7, 28, 30 und 100 Filmtabletten in Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen.
Packungen zu 10 und 50 Filmtabletten in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zur
Abgabe von Einzeldosen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Merck Sharp & Dohme Ltd
Hertford Road, Hoddesdon
Hertfordshire EN11 9BU
Vereinigtes Königreich
EU/1/14/976/001
EU/1/14/976/002
EU/1/14/976/003
EU/1/14/976/004
EU/1/14/976/005
EU/1/14/976/006
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Januar 2015
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.