Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ZOLSKETIL PEGYLATED LIPOSOMAL 2mg / ml konzentrat zur infusionsdispersion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ZOLSKETIL pegylated liposomal 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionsdispersion
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml ZOLSKETIL pegylated liposomal enthält 2 mg Doxorubicinhydrochlorid in einerpolyethylenglykolisierten, liposomalen Formulierung.
ZOLSKETIL pegylated liposomal, eine liposomale Darreichungsform, enthält
Doxorubicinhydrochlorid, das in Liposomen eingeschlossen und an deren Oberfläche
Methoxypolyethylenglykol (MPEG) gebunden ist. Durch den Prozess der Pegylierung werdendie Liposomen vor der Erkennung durch das Monozyten-Makrophagen-System geschützt, wasihre Kreislaufzirkulation verlängert.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungEnthält vollhydriertes Phosphatidylcholin (aus Sojabohnen) - siehe Abschnitt 4.3.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionsdispersion
Durchscheinende rote Dispersion in einer Durchstechflasche aus klarem Glas. Bei Betrachtungunter geeigneten Sichtbedingungen sollte die Lösung praktisch partikelfrei sein.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird angewendet
- als Monotherapie bei Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom miterhöhtem kardialen Risiko.
- zur Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom nach Versageneiner platinhaltigen First-Line-Chemotherapie.
- in Kombination mit Bortezomib zur Behandlung des progressiven multiplen Myelomsbei Patienten, die zumindest eine vorangegangene Therapie erhalten haben, und diesich bereits einer Knochenmarkstransplantation unterzogen haben bzw. dafürungeeignet sind.
- zur Behandlung von Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom (KS) mitniedrigen CD4-Werten (< 200 CD4-Lymphozyten/mm³) und umfangreichemmukokutanem und viszeralem Befall.
Die Anwendung von ZOLSKETIL pegylated liposomal kann entweder als primäre systemische
Chemotherapie erfolgen oder als sekundäre Chemotherapie bei AIDS-KS-Patienten, bei denendie Krankheit fortschreitet oder eine vorherige, systemische Kombinationschemotherapie mitmindestens zwei der folgenden Wirkstoffe - ein Vinca-Alkaloid, Bleomycin und Standard-
Doxorubicin (oder sonstige Anthrazykline) - nicht toleriert wurde.
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird bei Erwachsenen angewendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
ZOLSKETIL pegylated liposomal sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten, auf die Anwendungvon Zytotoxika spezialisierten Onkologen angewendet werden.
ZOLSKETIL pegylated liposomal zeigt eigene, besondere pharmakokinetische Eigenschaftenund darf deshalb nicht gegen andere Formulierungen mit Doxorubicinhydrochlorid ausgetauschtwerden.
DosierungMammakarzinom/Ovarialkarzinom
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird in einer Dosis von 50 mg/m² einmal alle 4 Wochenintravenös verabreicht, solange die Krankheit nicht fortschreitet und die Patientin die
Behandlung toleriert.
Multiples Myelom
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird in einer Dosis von 30 mg/m2 an Tag 4 des dreiwöchigen
Bortezomib-Behandlungsschemas als einstündige Infusion unmittelbar nach der Bortezomib-
Infusion appliziert. Das Bortezomib-Behandlungsschema besteht aus der Gabe von 1,3 mg/m2alle drei Wochen an den Tagen 1, 4, 8 und 11. Die Dosis sollte beibehalten werden, solange die
Patienten zufriedenstellend ansprechen und die Behandlung vertragen. Die für Tag 4vorgesehene Anwendung beider Arzneimittel kann je nach medizinischer Notwendigkeit um biszu 48 Stunden hinausgeschoben werden. Zwischen den Anwendungen von Bortezomib solltenmindestens72 Stunden liegen.
AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird als intravenöse Infusion in einer Dosis von 20 mg/m2
Doxorubicinhydrochlorid alle zwei bis drei Wochen verabreicht. Kürzere Intervalle als 10 Tagesind zu vermeiden, da eine Akkumulation des Arzneimittels und eine erhöhte Toxizität nichtausgeschlossen werden können. Um einen therapeutischen Erfolg zu erreichen, wird eine
Behandlung über zwei bis drei Monate empfohlen. Die Behandlung ist so lange fortzusetzen,wie es zur Aufrechterhaltung des therapeutischen Erfolges erforderlich ist.
Für alle Patienten
Treten bei dem Patienten frühe Symptome oder Anzeichen an Reaktionen auf die Infusion auf(siehe Abschnitt 4.4 und 4.8), so ist die Infusion sofort abzubrechen, entsprechende
Prämedikationen zu verabreichen (Antihistaminika und/oder kurzwirksame Corticosteroide) und miteiner verlangsamten Rate fortzufahren.
Richtlinien für die Dosismodifikation von ZOLSKETIL pegylated liposomal
Um Nebenwirkungen wie palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE), Stomatitis oderhämatologische Toxizität zu kontrollieren, kann die Dosis reduziert oder verzögert werden.
Richtlinien zur Dosismodifikation von ZOLSKETIL pegylated liposomal als Folge dieser
Nebenwirkungen sind in der Tabelle unten aufgeführt. Der Toxizitätsgrad in diesen Tabellenbasiert auf den allgemeinen Toxizitätskriterien des National Cancer Institute (NCI-CTC).
Die Tabellen für PPE (Tabelle 1) und Stomatitis (Tabelle 2) enthalten die Anleitung, die zur
Dosismodifikation in klinischen Studien zur Behandlung des Mammakarzinoms oder des
Ovarialkarzinoms verwendet wurde (Modifikation des empfohlenen 4wöchigen
Behandlungszyklus): Treten diese Toxizitäten bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkomauf, so kann der empfohlene 2- bis 3wöchige Behandlungszyklus entsprechend modifiziert werden.
Die Tabelle zur hämatologischen Toxizität (Tabelle 3) zeigt die Anleitung, die nur zur
Dosismodifikation in klinischen Studien zur Behandlung von Patientinnen mit Mammakarzinomoder Ovarialkarzinom verwendet wurde. Die Dosismodifikation bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom wird im Anschluss an Tabelle 4 beschrieben.
Tabelle 1. Palmar-plantare Erythrodysästhesie
Woche nach vorhergehender Dosis von pegyliertemliposomalem Doxorubicin
Toxizitätsgrad nach Woche 4 Woche 5 Woche 6gegenwärtiger
Einschätzung
Grad 1 Unveränderte Dosis, Unveränderte Dosis, Dosis um 25%(leichtes Erythem, außer außer reduzieren; zu
Schwellung oder bei dem Patienten ist bei dem Patienten ist 4wöchigem
Hautschuppung, die eine vorherige eine vorherige Intervalltägliche Aktivitäten Grad 3 oder 4 Haut- Grad 3 oder 4 Haut- zurückkehrennicht beeinträchtigen) toxizität aufgetreten, toxizität aufgetreten,in diesem Fall ist in diesem Fall isteine weitere Woche eine weitere Wochezu warten zu warten
Grad 2 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Dosis um 25%(Erythem, Woche abwarten Woche abwarten reduzieren; zu
Hautschuppung oder 4wöchigem
Schwellung, die Intervallnormale körperliche zurückkehren
Aktivitätenbeeinträchtigen,jedoch nichtausschließen; kleine
Blasen oder
Ulzerationen miteinem Durchmesservon weniger als 2 cm)
Grad 3 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Therapieabbruch(Blasenbildung, Woche abwarten Woche abwarten
Ulzeration oder
Schwellung, die
Gehen oder normaletägliche Aktivitätenbeeinträchtigen;
Tragen von normaler
Kleidung ist nichtmöglich)
Grad 4 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Therapieabbruch(diffuse oder lokale Woche abwarten Woche abwarten
Prozesse, die zuinfektiösen
Komplikationen,bettlägerigem Zustandoder Hospitalisierungführen)
Tabelle 2. Stomatitis
Woche nach vorhergehender Dosis von pegyliertemliposomalem Doxorubicin
Toxizitätsgrad nach Woche 4 Woche 5 Woche 6gegenwärtiger
Einschätzung
Grad 1 Unveränderte Dosis, Unveränderte Dosis, Dosis um 25%(schmerzloses außer außer reduzieren; zu
Geschwür, Erythem bei dem Patienten ist bei dem Patienten ist 4wöchigemoder leichtes eine vorherige eine vorherige Intervall
Wundsein) Grad 3 oder 4 Grad 3 oder 4 zurückkehren oder
Stomatitis Stomatitis Therapieabbruchaufgetreten; in aufgetreten; in gemäß ärztlichemdiesem Fall ist eine diesem Fall ist eine Ratweitere Woche zu weitere Woche zuwarten warten
Grad 2 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Dosis um 25%(schmerzhaftes Woche abwarten Woche abwarten reduzieren; zu
Erythem, Ödem oder 4wöchigem
Geschwüre; kann Intervallessen) zurückkehren oder
Therapieabbruchgemäß ärztlichem
Rat
Grad 3 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Therapieabbruch(schmerzhaftes Woche abwarten Woche abwarten
Erythem, Ödem oder
Geschwüre; kannnicht essen)
Grad 4 Eine zusätzliche Eine zusätzliche Therapieabbruch(parenterale oder Woche abwarten Woche abwartenenterale Unterstützungerforderlich)
Tabelle 3. Hämatologische Toxizität (absolute Neutrophilenzahl oder Thrombozyten) -
Kontrolle von Patientinnen mit Mammakarzinom oder Ovarialkarzinom
GRAD NEUTROPHILE THROMBOZY- MODIFIKATION
TEN
Grad 1 1.500 - 1.900 75.000 - 150.000 Behandlung ohne Dosisreduktionwieder aufnehmen.
Grad 2 1.000 - < 1.500 50.000 - < 75.000 Warten, bis die Neutrophilenzahl≥ 1.500 und die Thrombozytenzahl≥ 75.000; Wiederaufnahme ohne
Dosisreduktion.Grad 3 500 - < 1.000 25.000 - < 50.000 Warten, bis die Neutrophilenzahl≥ 1.500 und die Thrombozytenzahl≥ 75.000; Wiederaufnahme ohne
Dosisreduktion.Grad 4 < 500 < 25.000 Warten, bis die Neutrophilenzahl≥ 1.500 und die Thrombozytenzahl≥ 75.000; Dosis um 25% reduzierenoder mit voller Dosis mit
Wachstumsfaktor-Unterstützungfortfahren.
Für mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin in Kombination mit Bortezomib behandelte
Patienten mit multiplem Myelom, bei welchen eine PPE oder Stomatitis auftritt, sollte die
Dosierung von pegyliertem liposomalem Doxorubicin wie in den Tabellen 1 bzw. 2 beschriebenmodifiziert werden. Tabelle 4 zeigt das für andere Dosismodifikationen in der klinischen Studiebefolgte Schema bei der Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die mit der
Kombinationstherapie mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Bortezomib behandeltwurden. Für genauere Informationen bezüglich Dosierung und Dosismodifikation von
Bortezomib ist die Fachinformation von Bortezomib zu beachten.
Tabelle 4. Dosisanpassung für die Kombinationsbehandlung mit pegyliertemliposomalem Doxorubicin und Bortezomib - Patienten mit multiplem
Myelom
Zustand des Patienten pegyliertes liposomales Doxorubicin Bortezomib
Fieber ≥ 38°C und Im aktuellen Zyklus nicht anwenden, Reduktion der nächsten
Neutrophilenzahl < bei Auftreten dieser Werte vor Tag 4; Dosis um 25%.1.000/mm3 bei Auftreten nach Tag 4 Reduktionder nächsten Dosis um 25%.
An einem beliebigen Tag Im aktuellen Zyklus nicht Nicht anwenden; falls 2der Anwendung nach Tag anwenden, bei Auftreten vor Tag 4; oder mehr Dosen in1 jedes Zyklus: bei Auftreten nach Tag 4 Reduktion einem Zyklus nicht
Thrombozytenzahl der Dosis um 25% in den folgenden gegeben werden,< 25.000/mm3 Zyklen, falls Bortezomib wegen Reduktion der Dosis um
Hämoglobin < 8 g/dl hämatologischer Toxizität reduziert 25% in den folgenden
Neutrophilenzahl < wird.* Zyklen.500/mm3
Nicht-hämatologische Nicht anwenden vor Rückgang auf Nicht anwenden vor
Toxizität Grad 3 oder 4, Grad < 2 und anschließend Reduktion Rückgang auf Grad < 2die mit dem der Dosis um 25% für alle und anschließend
Arzneimittel in nachfolgenden Anwendungen. Reduktion der Dosis um
Verbindung steht 25% für allenachfolgenden
Anwendungen.
Neuropathische Schmerzen Keine Dosismodifikation. Siehe Fachinformation füroder periphere Neuropathie Bortezomib.
* Für genauere Informationen zur Dosierung und Dosismodifikation von Bortezomib siehe auch
Fachinformation von Bortezomib
Bei mit ZOLSKETIL pegylated liposomal behandelten AIDS-KS-Patienten kann hämatologische
Toxizität eine Dosisreduzierung, eine Unterbrechung oder einen Aufschub der Therapieerforderlich machen. Die Therapie mit ZOLSKETIL pegylated liposomal ist bei Patienten, beidenen Neutrophilen-Werte von < 1.000/mm³ und/oder Thrombozyten-Werte von < 50.000/mm³vorliegen, vorübergehend zu unterbrechen. G-CSF (oder GM-CSF) kann als Begleittherapie zur
Unterstützung der Blutbildung verabreicht werden, wenn die Neutrophilen-Werte in nachfolgenden
Zyklen < 1.000/mm³ betragen.
Besondere PatientengruppenLeberfunktionsstörungenDie pharmakokinetischen Daten von pegyliertem liposomalem Doxorubicin, die an einer kleinen
Zahl von Patienten mit erhöhtem Gesamtbilirubin erhoben worden sind, unterscheiden sich nichtvon den Werten bei Patienten mit normalen Gesamtbilirubinwerten. Jedoch sollte, bis weitere
Erfahrungen vorliegen, die Dosis von pegyliertem liposomalem Doxorubicin bei Patienten mit
Leberfunktionsstörungen, basierend auf den Erfahrungen aus den klinischen Studien zum
Mammakarzinom und Ovarialkarzinom wie folgt reduziert werden: Zu Beginn der Therapiewird die erste Dosis um 25% reduziert, wenn der Bilirubinwert zwischen 1,2 und 3,0 mg/dl liegt.
Ist der Bilirubinwert > 3,0 mg/dl, wird die erste Dosis um 50% reduziert. Toleriert der Patientdie erste Dosis ohne eine Erhöhung des Serum-Bilirubinspiegels oder der Leberenzyme, so kanndie Dosis für den Zyklus 2 auf die nächste Dosisstufe erhöht werden, d.h. wurde die erste Dosisum 25% reduziert, Erhöhung auf die volle Dosis im Zyklus 2; wurde die erste Dosis um 50%reduziert, Erhöhung auf 75% der vollen Dosis im Zyklus 2. Die Dosis kann auf die volle Dosisin den nachfolgenden Zyklen erhöht werden, sofern dies toleriert wird. Pegyliertes liposomales
Doxorubicin kann bei Patienten mit Lebermetastasen mit gleichzeitiger Erhöhung von Bilirubinund der Leberenzyme bis zum 4fachen des oberen Grenzwertes der Normwerte angewendetwerden. Die Leberfunktion ist vor der Verabreichung von pegyliertem liposomalem Doxorubicinmit üblichen klinischen Labortests, wie z.B. Bestimmung der ALT/AST (GPT/GOT),alkalischen Phosphatase und Bilirubin, zu ermitteln.
NierenfunktionsstörungenDa Doxorubicin in der Leber metabolisiert und mit der Galle ausgeschieden wird, sollte keine
Dosierungsanpassung erforderlich sein. Populationspharmakokinetische Daten (bei denen die
Kreatininclearance im Bereich von 30 - 156 ml/min lag) zeigen, dass die Clearance von
Doxorubicin nicht durch die Nierenfunktion beeinflusst wird. Es liegen keinepharmakokinetischen Daten an Patienten mit einer Kreatininclearance von kleiner als 30 ml/minvor.
AIDS-assoziierte KS-Patienten mit Splenektomie
Da keine Erfahrungen mit ZOLSKETIL pegylated liposomal bei Patienten, die eine Splenektomiehatten, vorliegen, wird eine Behandlung mit ZOLSKETIL pegylated liposomal nicht empfohlen.
Kinder und JugendlicheDie Erfahrung bei Kindern ist begrenzt. Eine Behandlung mit ZOLSKETIL pegylated liposomalwird bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Ältere PatientenEine Bevölkerungsanalyse zeigt, dass ein Alter außerhalb der getesteten Grenzen (21 - 75 Jahre) die
Pharmakokinetik von Doxorubicin nicht signifikant verändert.
Art der AnwendungZOLSKETIL pegylated liposomal wird als intravenöse Infusion angewendet. Für weitere
Hinweise zur Zubereitung und besondere Vorsichtsmaßnahmen zur Handhabung (siehe
Abschnitt 6.6.).
Pegyliertes liposomales Doxorubicin darf niemals als Bolusinjektion oder als unverdünnte
Lösung verabreicht werden. Es wird empfohlen, die Infusionsleitung von pegyliertemliposomalem Doxorubicin über einen Seitenanschluss an eine intravenöse Infusionsleitung mit50 mg/ml-Glucoselösung (5%) anzuschließen, um eine weitere Verdünnung zu erzielen und umdas Risiko einer Thrombose und einer Extravasation auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Die
Infusion kann über eine periphere Vene verabreicht werden. Keine Inline-Sterilfilter verwenden.
Pegyliertes liposomales Doxorubicin darf nicht intramuskulär oder subkutan verabreicht werden(siehe Abschnitt 6.6).
Für Dosen < 90 mg: Pegyliertes liposomales Doxorubicin in 250 ml 50 mg/ml-Glucoselösung (5%)zur Infusion verdünnen.
Für Dosen ≥ 90 mg: Pegyliertes liposomales Doxorubicin in 500 ml 50 mg/ml-Glucoselösung (5%)zur Infusion verdünnen.
Mammakarzinom/Ovarialkarzinom/Multiples Myelom
Um das Risiko für Infusionsreaktionen zu minimieren, wird die Initialdosis mit einer Rate, die nichtgrößer ist als 1 mg/Minute, verabreicht. Tritt keine Infusionsreaktion auf, so können nachfolgende
Infusionen von pegyliertem liposomalem Doxorubicin in einem Zeitraum von 60 Minutenverabreicht werden.
Bei Patienten, die eine Infusionsreaktion zeigen, ist die Gabe der Infusion wie folgt zumodifizieren:
Innerhalb der ersten 15 Minuten sind langsam 5% der Gesamtdosis zu infundieren. Tritt keine
Infusionsreaktion auf, kann die Infusionsrate für die folgenden 15 Minuten verdoppelt werden.
Tritt erneut keine Reaktion auf, kann die Infusion innerhalb der nächsten Stunde beendetwerden, so dass die Gesamt-Infusionszeit 90 Minuten beträgt.
AIDS-assoziiertes KS
Die Dosis von pegyliertem liposomalem Doxorubicin wird mit 250 ml 50 mg/ml-
Glucose-Infusionslösung (5%) verdünnt und intravenös über einen Zeitraum von 30
Minuten infundiert.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Erdnuss oder Soja, oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Pegyliertes liposomales Doxorubicin darf nicht bei AIDS-KS-Patienten angewendet werden, dieerfolgreich mit lokaler Therapie oder systemischer -Interferon-Therapie behandelt werdenkönnen.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Aufgrund der Unterschiede im pharmakokinetischen Profil und in den
Dosierungsschemata soll pegyliertes liposomales Doxorubicin nicht gegen andere
Formulierungen mit Doxorubicinhydrochlorid ausgetauscht werden.
Kardiale Toxizität
Es wird empfohlen, dass bei allen Patienten, die pegyliertes liposomales Doxorubicin verabreichtbekommen, häufig routinemäßige EKG-Kontrollen durchgeführt werden. Transitorische EKG-
Veränderungen, wie beispielsweise Abflachung der T-Kurve, S-T-Segment-Depression undbenigne Arrhythmien sollten nicht zwingend Anlass zur Unterbrechung einer Therapie mitpegyliertem liposomalem Doxorubicin sein. Eine Reduktion des QRS-Komplexes wird jedochals Anzeichen einer Kardiotoxizität gewertet. Wenn diese Veränderung auftritt, muss die
Durchführung des aussagekräftigsten Tests einer Anthrazyklin-induzierten Myokard-Schädigung,die Endomyokard-Biopsie, in Erwägung gezogen werden.
Spezifischere Methoden als die EKG-Messung zur Evaluierung und Überwachung der
Herzfunktion sind die Messung der linksventrikulären Auswurffraktion durch
Echokardiographie oder vorzugsweise durch die quantitative
Radionuklidventrikulographie/Herzbinnenraumszintigraphie (MUGA). Diese Methoden müssenroutinemäßig vor Therapiebeginn mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin angewendet undregelmäßig während der Behandlung wiederholt werden. Die Bewertung der linksventrikulären
Funktion ist vor jeder weiteren Verabreichung von pegyliertem liposomalem Doxorubicinzwingend vorgeschrieben, sobald ein Patient eine über die Lebenszeit kumulative Dosis
Anthrazyklin von 450 mg/m² überschreitet.
Die oben genannten Tests und Methoden zur Kontrolle der Herzfunktion während einer Therapiemit einem Anthrazyklin sollten in der folgenden Reihenfolge angewendet werden: EKG-Kontrolle,
Messung der linksventrikulären Auswurffraktion, Endomyokard-Biopsie.
Falls ein Testergebnis eine - möglicherweise mit der Therapie von pegyliertem liposomalem
Doxorubicin zusammenhängende - Herzschädigung anzeigt, muss der Nutzen einer Weiterführungder Behandlung sorgfältig gegen das Risiko einer Myokard-Schädigung abgewogen werden.
Patienten mit behandlungsbedürftigen kardiovaskulären Erkrankungen dürfen pegyliertesliposomales Doxorubicin nur erhalten, wenn der Nutzen für den Patienten gegenüber dem
Risiko überwiegt.
Vorsicht ist bei Patienten mit Herzfunktionsstörungen geboten, die pegyliertes liposomales
Doxorubicin erhalten.
Bei Verdacht auf Kardiomyopathie, d.h., wenn die linksventrikuläre Auswurffraktion relativim Vergleich zu den Werten vor der Behandlung abgefallen ist und/oder die linksventrikuläre
Auswurffraktion niedriger ist als ein prognostisch relevanter Wert (z.B. < 45%), sollte eine
Endomyokard-Biopsie erwogen und der Vorteil einer Weiterführung der Behandlungsorgfältig mit dem Risiko der Entwicklung einer irreversiblen Herzschädigung abgewogenwerden.
Eine Herzinsuffizienz aufgrund einer Kardiomyopathie kann plötzlich, ohnevorherige EKG-Veränderungen, und auch einige Wochen nach Abschluss der
Therapie auftreten.
Vorsicht ist bei Patienten geboten, die andere Anthrazykline erhalten haben. Bei der Ermittlungder Gesamtdosis von Doxorubicinhydrochlorid muss auch jegliche frühere (oder begleitende)
Therapie mit kardiotoxischen Verbindungen, wie z.B. anderen Anthrazyklinen/Anthrachinonenoder 5-Fluorouracil in Betracht gezogen werden. Eine kardiale Toxizität kann auch beikumulativen Anthrazyklin-Dosen unter 450 mg/m² bei Patienten mit früherer mediastinaler
Bestrahlung oder bei Patienten mit gleichzeitiger Cyclophosphamid-Therapie auftreten.
Das kardiale Verträglichkeitsprofil für das sowohl beim Mammakarzinom als auch beim
Ovarialkarzinom empfohlene Dosierungsschema (50 mg/m2) ähnelt dem Profil bei 20 mg/m2 bei
Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom (siehe Abschnitt 4.8).
MyelosuppressionBei vielen mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelten Patienten besteht bereits eine
Myelosuppression aufgrund ihrer HIV-Krankheit, umfangreicher Begleitmedikation, früherer
Medikation oder aufgrund von Tumoren, die das Knochenmark betreffen. In der Pivotal-Studiean Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Dosen von 50 mg/m² erhielten, war die
Myelosuppression im Allgemeinen leicht bis mäßig ausgeprägt, reversibel und war nicht mit
Episoden an neutropenischen Infektionen oder Sepsis assoziiert. Darüber hinaus war die
Häufigkeit einer therapieinduzierten Sepsis, in einer kontrollierten, klinischen Studie mitpegyliertem liposomalem Doxorubicin vs. Topotecan, bei den mit Doxorubicin behandelten
Patientinnen mit Ovarialkarzinom wesentlich geringer, als bei der mit Topotecan behandelten
Gruppe. Eine ähnlich niedrige Häufigkeit an Myelosuppression wurde bei Patientinnen mitmetastasierendem Mammakarzinom beobachtet, die pegyliertes liposomales Doxorubicin ineiner klinischen Studie zur First-line-Therapie erhielten. Im Gegensatz zu den Erfahrungen bei
Patientinnen mit Mammakarzinom oder Ovarialkarzinom scheint Myelosuppression bei
Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom die dosislimitierende Nebenwirkung zu sein(siehe Abschnitt 4.8). Aufgrund der Möglichkeit einer Knochenmarkssuppression muss eineperiodische Überwachung des Blutbildes während der Behandlung mit pegyliertem liposomalem
Doxorubicin durchgeführt werden. Diese sollte jedoch mindestens vor jeder Dosisverabreichungvon pegyliertem liposomalem Doxorubicin durchgeführt werden.
Eine anhaltende schwere Myelosuppression kann zu einer Superinfektion oder Hämorrhagie führen.
In kontrollierten, klinischen Studien bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom, indenen gegen ein Behandlungsschema mit Bleomycin/Vincristin verglichen wurde, traten unter
Behandlung mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin opportunistische Infektionen häufigerauf. Patienten und Ärzte müssen von dieser höheren Inzidenz wissen und gegebenenfalls
Maßnahmen ergreifen.
Sekundäre hämatologische Malignome
Wie bei anderen DNS-schädigenden, antineoplastischen Substanzen auch, wurde nach Erhalteiner Kombinationstherapie mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin, über das Auftreten einersekundären, akuten myeloischen Leukämie und Myelodysplasien bei Patienten berichtet. Dahersollte jeder Patient, der mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelt wird, unterhämatologischer Aufsicht stehen.
Sekundäre orale Neoplasien
Bei Patienten mit einer Langzeit-Exposition von pegyliertem liposomalem Doxorubicin (längerals ein Jahr) oder die eine Gesamtdosis pegyliertes liposomales Doxorubicin von mehr als720 mg/m2 erhielten, wurden sehr seltene Fälle von sekundärem Mundhöhlenkarzinom berichtet.
Fälle von sekundärem Mundhöhlenkarzinom wurden sowohl während der Behandlung mitpegyliertem liposomalem Doxorubicin als auch bis zu 6 Jahre nach Erhalt der letzten Dosisdiagnostiziert. Patienten müssen in regelmäßigen Intervallen auf orale Ulzerationen oder andereorale Beschwerden, die auf ein sekundäres Mundhöhlenkarzinom hinweisen könnten, untersuchtwerden.
Mit der Infusion einhergehende Reaktionen
Schwerwiegende und manchmal lebensbedrohliche, mit der Infusion einhergehende Reaktionenkönnen innerhalb einiger Minuten nach Beginn der Infusion von pegyliertem liposomalem
Doxorubicin auftreten. Diese sind charakterisiert durch allergieartige oder anaphylaktoide
Reaktionen, einschließlich Symptomen wie Asthma, Hautrötung, urtikariaartiger Hautausschlag,
Schmerzen im Brustkorb, Fieber, Hypertonie, Tachykardie, Pruritus, Schwitzen, Kurzatmigkeit,
Gesichtsödeme, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Engegefühl im Brustkorb oder im Halsund/oder Hypotonie. Sehr selten wurden auch Krampfanfälle in Zusammenhang mitinfusionsbedingten Reaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Eine vorübergehende
Unterbrechung der Infusion behebt meist ohne eine zusätzliche Therapie diese Symptome.
Jedoch sollten zur Behandlung dieser Symptome Arzneimittel (wie Antihistamine,
Corticosteroide, Adrenalin und Antikonvulsiva) sowie eine Notfallausrüstung für einensofortigen Gebrauch zur Verfügung stehen. Nachdem alle Symptome behoben sind, kann beiden meisten Patienten die Behandlung ohne ein erneutes Wiederauftreten fortgesetzt werden.
Mit der Infusion einhergehende Reaktionen treten nach dem ersten Behandlungszyklus seltenwieder auf. Um das Risiko für mit der Infusion einhergehende Reaktionen zu minimieren, solltedie Anfangsdosis mit einer Rate verabreicht werden, die nicht höher als 1 mg/Minute ist (siehe
Abschnitt 4.2).
Palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (PPE)
Die PPE ist durch schmerzhafte, gerötete makulare Hauteruptionen charakterisiert. Wird bei
Patienten diese Nebenwirkung beobachtet, tritt sie in der Regel nach zwei oder drei
Behandlungszyklen auf. Eine Besserung erfolgt in der Regel innerhalb von 1-2 Wochen; in einigen
Fällen kann es bis zu 4 Wochen oder länger bis zur völligen Rückbildung dauern. Pyridoxin in einer
Dosis von 50-150 mg pro Tag und Corticosteroide wurden zur Prophylaxe und Behandlung der PPEeingesetzt, jedoch wurden diese Therapien nicht in Phase-III-Studien evaluiert. Andere
Möglichkeiten, eine PPE zu verhindern und zu behandeln, umfassen das Kühlhalten von Händenund Füßen durch Eintauchen in kaltes Wasser (Duschen, Bäder oder Schwimmen), die Vermeidungvon intensiver Hitze und heißem Wasser und das Unbedeckthalten von Händen und Füßen (keine
Socken, Handschuhe oder enganliegende Schuhe). Die PPE scheint primär vom Dosierungsschemaabzuhängen und kann durch die Verlängerung des Dosierungsintervalls um 1-2 Wochen (siehe
Abschnitt 4.2) vermindert werden. Jedoch kann die Hautreaktion für einige Patienten schwer undschwächend sein und zu einem Abbruch der Behandlung führen (siehe Abschnitt 4.8).
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)Bei Patienten, die pegyliertes liposomales Doxorubicin erhielten, gab es Fälle von interstitieller
Lungenerkrankung (ILD), die akut beginnen kann, einige davon mit tödlichem Verlauf (siehe
Abschnitt 4.8). Wenn bei Patienten eine Verschlechterung von Atemwegssymptomen wie Dyspnoe,trockener Husten und Fieber auftritt, sollte die Behandlung mit ZOLSKETIL pegylated liposomalunterbrochen und der Patient umgehend untersucht werden. Wenn eine ILD bestätigt wird, sollte
ZOLSKETIL pegylated liposomal abgesetzt und der Patient angemessen behandelt werden.
Extravasation
Obwohl über eine lokale Nekrose nach einer Extravasation nur sehr selten berichtet wurde, wirdpegyliertes liposomales Doxorubicin als reizend eingestuft. Tierexperimentelle Studien weisendarauf hin, dass die Anwendung von Doxorubicinhydrochlorid als Liposomen-Formulierung das
Potenzial einer Extravasationsschädigung verringert. Bei jeglichen Anzeichen oder Symptomeneiner Extravasation (z. B. Brennen, Erythem) muss die Infusion sofort abgebrochen werden undüber eine andere Vene erneut begonnen werden. Die lokale Therapie der Extravasationsstelle mit
Eis über einen Zeitraum von ungefähr 30 Minuten kann nützlich sein, um die lokale Reaktion zulindern. Pegyliertes liposomales Doxorubicin darf nicht intramuskulär oder subkutan verabreichtwerden.
Diabetiker
Pegyliertes liposomales Doxorubicin enthält Saccharose und wird mit 50 mg/ml-Glucose-
Infusionslösung (5%) verabreicht.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d.h. es istnahezu 'natriumfrei“.
Für häufige Nebenwirkungen, die eine Modifikation der Dosis oder Unterbrechung der Behandlungnotwendig machen siehe Abschnitt 4.8.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit pegyliertemliposomalem Doxorubicin durchgeführt, obwohl Phase-II-Kombinationsstudien mit konventionellen,chemotherapeutischen Arzneimitteln bei Patientinnen mit gynäkologischen, bösartigen
Erkrankungen durchgeführt wurden. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln, vondenen bekannt ist, dass sie mit Standard-Doxorubicinhydrochlorid Wechselwirkungen zeigen, ist
Vorsicht geboten. Pegyliertes liposomales Doxorubicin kann unter Umständen, wie andere
Doxorubicinhydrochlorid-Präparate, die Toxizität anderer zytostatischer Therapien vergrößern.
Während klinischer Studien an Patienten mit soliden Tumoren (einschließlich Mamma- und
Ovarialkarzinom), die begleitend Cyclophosphamid oder Taxane erhalten haben, wurden keinezusätzlichen Toxizitäten beobachtet. Bei Patienten mit AIDS wurde über Verschlimmerung der
Cyclophosphamid-induzierten hämorrhagischen Zystitis und Verstärkung der Hepatotoxizität von 6-
Mercaptopurin bei Standard-Doxorubicinhydrochlorid berichtet. Bei gleichzeitiger Verabreichunganderer Zytostatika, insbesondere bei myelotoxischen Substanzen, ist Vorsicht geboten.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Männern und FrauenAufgrund des genotoxischen Potentials von Doxorubicin-Hydrochlorid (siehe Abschnitt 5.3)sollten Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung mit pegyliertem liposomalem
Doxorubicin und für 8 Monate nach Beendigung der Behandlung wirksame
Verhütungsmaßnahmen ergreifen. Männern wird empfohlen, während der Behandlung mitpegyliertem liposomalem Doxorubicin und für 6 Monate nach Beendigung der Behandlungwirksame Verhütungsmaßnahmen zu ergreifen und keine Kinder zu zeugen.
SchwangerschaftVon Doxorubicinhydrochlorid wird angenommen, dass es, wenn es während der
Schwangerschaft angewendet wird, schwere konnatale Defekte verursachen kann. Daher darfpegyliertes liposomales Doxorubicin nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, essei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob pegyliertes liposomales Doxorubicin in die Muttermilch übergeht.
Mütter müssen vor Beginn der Behandlung mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin das
Stillen einstellen, da viele Arzneimittel, einschließlich Anthrazykline, in die Muttermilchübergehen und auf Grund des Potentials schwerwiegender Nebenwirkungen für gestillte Kinder.
Gesundheitsexperten empfehlen HIV-infizierten Frauen, ihre Säuglinge auf keinen Fall zustillen, um eine HIV-Übertragung zu vermeiden.
FertilitätDer Einfluss von Doxorubicinhydrochlorid auf die Fertilität beim Menschen wurde nicht untersucht(siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Bedienen von Maschinen
Pegyliertes liposomales Doxorubicin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Jedoch wurde in bisherigenklinischen Studien selten (< 5%) Schwindelgefühl und Schläfrigkeit im Zusammenhang mit der
Verabreichung von pegyliertem liposomalem Doxorubicin beobachtet. Patienten, die an diesen
Nebenwirkungen leiden, dürfen nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und keine Maschinenbedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20%) waren Neutropenie, Übelkeit, Leukopenie, Anämie und
Müdigkeit.
Schwere Nebenwirkungen (Nebenwirkungen von Grad 3/4, die bei ≥ 2% der Patienten auftraten)waren Neutropenie, PPE, Leukopenie, Lymphopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Stomatitis,
Müdigkeit, Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Pyrexie, Dyspnoe und Pneumonie. Weniger häufigberichtete schwere Nebenwirkungen umfassten Pneumocystis jirovecii-Pneumonie,
Abdominalschmerzen, Infektionen durch Zytomegalievirus einschließlich Zytomegalievirus-
Chorioretinitis, Asthenie, Herzstillstand, Herzinsuffizienz, kongestive Herzinsuffizienz,
Lungenembolie, Thrombophlebitis, Venenthrombosen, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide
Reaktion, toxische epidermale Nekrolyse und Stevens-Johnson-Syndrom.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 5 sind die Nebenwirkungen zusammengefasst, die unter 4.231 Patienten aufgetreten sind,die mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin gegen Brustkrebs, Ovarialkarzinom, multiples
Myelom und AIDS-KS behandelt wurden. Nebenwirkungen, die nach der Markteinführungbeobachtet wurden, sind ebenfalls aufgeführt und mit 'b“ gekennzeichnet. Die Häufigkeit der
Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 5: Nebenwirkungen bei mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelten
Patienten
Systemorgankl Häufigkeit - alle Grade Nebenwirkungenasse
Infektionen und Häufig Sepsisparasitäre Pneumonie
Erkrankungen Pneumocystis jirovecii-Pneumonie
Infektion durch Zytomegalieviruseinschließlich Zytomegalievirus-
Chorioretinitis
Komplexe Infektion durch Mycobacterium avium
Candidiasis
Herpes zoster
Harnwegsinfektion
InfektionInfektion der oberen Atemwege
Orale Candidiasis
Follikulitis
Pharyngitis
Nasopharyngitis
Gelegentlich Herpes simplex
Pilzinfektion
Selten Opportunistischen Infektion (einschließlich
Aspergillus, Histoplasma, Isospora,
Legionella, Microsporidium, Salmonella,
Staphylococcus, Toxoplasma, Tuberculosis)a
Gutartige, Nicht bekannt Akute myeloische Leukämiebbösartige und Myelodysplastisches Syndrombunspezifische Orale Neoplasienb
Neubildungen(einschl. Zystenund Polypen)
Erkrankungen des Sehr häufig Leukopenie
Blutes und des Neutropenie
Lymphsystems
Lymphopenie
Anämie (einschließlich hypochrome Anämie)
Häufig Thrombozytopenie
Febrile Neutropenie
Gelegentlich Panzytopenie
Thrombozytose
Selten Knochenmarkversagen
Erkrankungen Gelegentlich Überempfindlichkeitdes Anaphylaktische Reaktion
Immunsystems Selten Anaphylaktoide Reaktion
Stoffwechsel- Sehr häufig Verminderter Appetitund Ernährungs- Häufig Kachexiestörungen Dehydrierung
Hypokaliämie
HyponatriämieHypokalzämie
Gelegentlich Hyperkaliämie
Hypomagnesiämie
Psychiatris Häufig Verwirrtheitche Angstgefühl
Erkrankung Depressionen Schlaflosigkeit
Erkrankungen Häufig Periphere Neuropathiedes Periphere sensorische Neuropathie
Nervensystems Neuralgie
Parästhesie
Hypoästhesie
Dysgeusie
KopfschmerzenLethargie
Schwindel
Gelegentlich Polyneuropathie
KrampfanfälleSynkope
Dysästhesie
Somnolenz
Augenerkrankunge Häufig Konjunktivitisn Gelegentlich Verschwommenes Sehen
Tränensekretion verstärkt
Selten Retinitis
Herzerkra Häufig Tachykardienkungena
Gelegentlich Palpitationen
Herzstillstand
HerzinsuffizienzKongestive HerzinsuffizienzKardiomyopathie
KardiotoxizitätSelten Ventrikuläre Arrhythmien
Rechtsschenkelblock
Überleitungsstörungen
Atrioventrikulärer Block
Zyanose
Gefäß- Häufig Hypertonieerkranku Hypotoniengen
Hitzewallungen
Gelegentlich Lungenembolie
Nekrose an der Infusionsstelle (einschl.
Weichteilnekrose und Hautnekrose)
Phlebitis
Orthostatische HypotonieSelten Thrombophlebitis
Venenthrombosen
Vasodilatation
Erkrankungen Häufig Dyspnoeder Atemwege, Belastungsdyspnoedes Brustraums Epistaxisund Husten
Mediastinums Gelegentlich Asthma
Brustbeschwerden
Selten Engegefühl im Hals
Nicht bekannt Interstitielle Lungenerkrankung
Erkrankungen Sehr häufig Stomatitisdes Übelkeit
Gastrointesti- Erbrechennaltrakts Diarrhö
ObstipationHäufig Gastritis
Aphtöse Stomatitis
Mundulzera
Dyspepsie
Dysphagie
Oesophagitis
Abdominalschmerzen
Obere Abdominalschmerzen
Orale Schmerzen
Mundtrockenheit
Gelegentlich Flatulenz
Gingivitis
Selten Glossitis
Lippenulzeration
Erkankungen Sehr häufig Palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndromader Haut und Hautausschlag (einschl. erythematöser,des Unterhaut- makulopapulöser und papulösergewebes Hautausschlag)
Alopezie
Häufig Exfoliation der Haut
Blasen
Hauttrockenheit
Erythem
PruritusHyperhidrosis
Hyperpigmentierung der Haut
Gelegentlich Dermatitis
Exfoliative Dermatitis
Akne
Hautgeschwür
Allergische Dermatitis
Urtikaria
Hautverfärbungen
Petechien
Pigmentstörung
Störung des Nagels
Selten Toxische epidermale Nekrolyse
Erythema multiforme
Bullöse Dermatitis
Lichenoide Keratose
Nicht bekannt Stevens-Johnson-Syndromb
Skelett- Sehr häufig Skelett-/Muskelschmerzen (einschließlichmuskulatur-, Skelett-/Muskelschmerzen im Brustkorb,
Bindegewebs- Rückenschmerzen, Schmerzen in denund Knochen- Extremitäten)erkrankungen
Häufig Muskelkrämpfe
Myalgie
ArthralgieKnochenschmerzenGelegentlich Muskelschwäche
Erkrankungen der Häufig Dysurie
Nieren und
Harnwege
Erkrankungen Gelegentlich Brustschmerzender Selten Vaginalinfektion
Geschlechts-
Skrotales Erythemorgane undder Brustdrüse
Allgemeine Sehr häufig Pyrexie
Erkrankungen Müdigkeitund Häufig Infusionsassoziierte Reaktionen
Beschwerden Schmerzenam Verab- Schmerzen im Brustkorbreichungsort Grippeartige Erkrankung
Schüttelfrost
Schleimhautentzündung
Asthenie
Malaise
Ödem
Periphere Ödeme
Gelegentlich Extravasation an der Verabreichungsstelle
Reaktion an der Injektionsstelle
Gesichtsödem
Hyperthermie
Selten Schleimhauterkrankung
Untersuchungen Häufig Gewichtsverlust
Gelegentlich Verminderte Auswurffraktion
Selten Leberfunktionstest anormal (einschl. erhöhte
Bilirubinwerte im Blut, erhöhte Alanin-
Aminotransferasewerte, erhöhte Aspartat-
Aminotransferasewerte)
Erhöhter Kreatinin-Spiegel im Blut
Verletzung, Gelegentlich Radiation Recall-Phänmomena
Vergiftung unddurch Eingriffebedingte
Komplikationena Siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungenb Nach der Markteinführung beobachtete Nebenwirkungen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenPalmar-plantare Erythrodysästhesie
Die am häufigsten aufgetretene Nebenwirkung, die in klinischen Studien zum Mammakarzinombzw. Ovarialkarzinom berichtet wurde, war die palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE). Dieberichtete Gesamtinzidenz der PPE in den klinischen Ovarialkarzinom- und Brustkrebsstudienbetrug 41,3% bzw. 51,1%. Die Ausprägung war meist mild, über schwere Fälle (Grad 3) wurde bei16,3% bzw. 19,6% der Patientinnen berichtet. Die Inzidenz lebensbedrohlicher Ausprägungen(Grad 4) wurde mit < 1% berichtet. Gelegentlich führte die PPE zu einem dauerhaften
Therapieabbruch (1,9% bzw. 10,8%). Eine PPE wurde bei 16% der Patienten mit multiplem
Myelom beobachtet, die mit einer Kombinationstherapie von pegyliertem liposomalem
Doxorubicin und Bortezomib behandelt wurden. Eine PPE 3. Grades trat bei 5% der Patienten auf.
Es wurde keine PPE 4. Grades beobachtet. In der AIDS-KS-Population waren Fälle von PPEsignifikant geringer (1,3% alle Grade, 0,4% PPE vom Grad 3, keine PPE vom Grad 4). Siehe
Abschnitt 4.4.
Opportunistische InfektionenNebenwirkungen, die die Atmungsorgane betreffen, traten in klinischen Studien mit pegyliertemliposomalem Doxorubicin häufig auf und können mit opportunistischen Infektionen (OI) bei
AIDS-Patienten in Verbindung stehen. Opportunistische Infektionen wurden bei KS-Patientennach der Anwendung von pegyliertem liposomalem Doxorubicin beobachtet und traten häufigbei Patienten mit HIV-induzierter Immunschwäche auf. Die am häufigsten in klinischen Studienbeobachteten opportunistischen Infektionen waren Candidiasis, Infektionen durch
Zytomegalievirus, Herpes simplex, Pneumocystis jirovecii-Pneumonie und Infektionen durch
Mycobacterium avium.
Kardiale Toxizität
Ein häufigeres Auftreten einer Herzinsuffizienz ist mit einer Doxorubicin-Therapie in einerkumulativen Lebenszeitdosis von > 450 mg/m² oder bei niedrigeren Dosen bei Patienten mitkardialen Risikofaktoren verbunden. Endomyokard-Biopsien zeigen bei neun von zehn AIDS-
KS-Patienten, die kumulative Dosen von pegyliertem liposomalem Doxorubicin von mehr als460 mg/m² erhalten, keine Anzeichen einer Anthrazyklin-induzierten Kardiomyopathie. Dieempfohlene Dosis von pegyliertem liposomalem Doxorubicin für AIDS-KS-Patienten beträgt20 mg/m² alle zwei bis drei Wochen. Die kumulative Dosis, ab der die Kardiotoxizität für diese
AIDS-KS-Patienten klinisch signifikant sein kann (> 400 mg/m²), würde erfordern, dass mehrals 20 Behandlungen mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin über einen Zeitraum von 40 bis60 Wochen vorgenommen werden müssten.
Darüber hinaus wurden an 8 Patientinnen mit soliden Tumoren Endomyokard-Biopsiendurchgeführt, die kumulative Anthrazyklin-Dosen von 509 mg/m² bis 1.680 mg/m² erhaltenhatten. Der Bereich des Billingham-Kardiotoxizitäts-Index betrug Grad 0-1,5. Diese Werteentsprechen keiner oder einer leichten Kardiotoxizität.
In der Pivotal-Phase-III-Studie im Vergleich mit Doxorubicin entsprachen 58/509 (11,4%) derrandomisierten Patientinnen (10 wurden mit einer Dosis von 50 mg/m2 alle 4 Wochen mitpegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelt im Vergleich zu 48 mit Doxorubicinbehandelten Patientinnen bei einer Dosis von 60 mg/m2 alle 3 Wochen) den durch das Protokolldefinierten Kriterien bezüglich Kardiotoxizität während der Behandlung und/oder der
Nachbeobachtungsphase. Die Kardiotoxizität war definiert zum einen als ein um 20 Punkte oderhöherer Abfall im Vergleich zu den Ausgangswerten, sofern der verbleibende LVEF-Wertinnerhalb der normalen Grenzen verblieb, zum anderen als ein um 10 Punkte oder höherer
Abfall, sofern der LVEF-Wert anormale Werte annahm (weniger als die Untergrenze des
Normalwertes). Keine der 10 mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelten
Patientinnen, die Kardiotoxizität nach den LVEF-Kriterien zeigten, entwickelte Anzeichen und
Symptome einer CHF. Im Gegensatz hierzu entwickelten 10 von 48 mit Doxorubicinbehandelten Patientinnen, die Kardiotoxizität nach den LVEF-Kriterien zeigten, auch Anzeichenund Symptome einer CHF.
Bei Patienten mit soliden Tumoren, einschließlich einer Untergruppe von Patientinnen mit
Mamma- und Ovarialkarzinom, die mit einer Anthrazyklin-Dosis von 50 mg/m²/Zyklus mitkumulativen Lebenszeitdosen von bis zu 1.532 mg/m² behandelt wurden, war die Häufigkeit anklinisch signifikanter Herzfunktionsstörung gering. Von den 418 Patienten, die mit einer Dosisvon pegyliertem liposomalem Doxorubicin von 50 mg/m²/Zyklus behandelt wurden und beidenen vor der Behandlung die Ausgangswerte der linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF)und mindestens eine Follow-up-Messung durch MUGA-Scans durchgeführt wurde, hatten 88
Patienten kumulative Anthrazyklin-Dosen von > 400 mg/m², eine Gesamtdosis, die mit einemerhöhten Risiko an kardiovaskulärer Toxizität für konventionelle Doxorubicin-Zubereitungenverbunden ist. Nur 13 von diesen 88 Patienten (15%) hatten mindestens eine klinischsignifikante Änderung in ihrer LVEF, definiert als ein LVEF-Wert kleiner als 45% oder eine
Abnahme von mindestens 20 Punkten vom Ausgangswert. Darüber hinaus brach nur 1 Patient(kumulative Anthrazyklin-Dosis von 944 mg/m²) die Studien-Behandlung aufgrund vonklinischen Symptomen einer Herzinsuffizienz ab.
Radiation Recall-Phänomen
Gelegentlich traten Hautreaktionen, die durch vorhergehende Strahlentherapie bedingt waren,im Zusammenhang mit der Verabreichung von pegyliertem liposomalem Doxorubicin wiederauf.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des
Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer
Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine akute Überdosierung mit Doxorubicinhydrochlorid verschlimmert die toxischen Wirkungenhinsichtlich Mukositis, Leukopenie und Thrombozytopenie. Die Behandlung einer akuten
Überdosierung besteht darin, den hochgradig myelosupprimierten Patienten ins Krankenhauseinzuweisen, ihn mit Antibiotika, Thrombozyten- und Granulozyten-Transfusionen zu versorgenund die Mukositis symptomatisch zu behandeln.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Zytostatika (Anthracycline und verwandte Substanzen), ATC-
Code: L01DB01.
WirkmechanismusDer wirksame Bestandteil ist Doxorubicinhydrochlorid, ein zytotoxisches Anthrazyklin-
Antibiotikum, das aus Streptomyces peucetius var. caesius gewonnen wird. Der genaueantitumorale Wirkungsmechanismus von Doxorubicin ist nicht bekannt. Es wird allgemeinangenommen, dass die Hemmung der DNS-, RNS- und Proteinsynthese für die Mehrheit derzytotoxischen Wirkungen verantwortlich ist. Das ist wahrscheinlich die Folge der Interkalierungdes Anthrazyklins zwischen benachbarte Basenpaare der DNS-Doppelhelix, wodurch die
Entfaltung zur Replikation verhindert wird.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEine randomisierte Phase-III-Studie von pegyliertem liposomalem Doxorubicin im Vergleich mit
Doxorubicin an Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom wurde bei 509
Patientinnen durchgeführt. Das im Protokoll spezifizierte Studienziel, die Nicht-Unterlegenheitzwischen pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Doxorubicin zu zeigen, wurde erreicht. Dasrelative Risiko (HR) für das progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 1,00 (95%-
Konfidenzintervall (CI) für HR=0,82-1,22). Das an prognostizierte Variablen angepasste relative
Risiko der Behandlung für das progressionsfreie Überleben war identisch mit dem PFS für die
ITT-Gruppe.
Die primäre Analyse der Kardiotoxizität zeigte, dass das Risiko einer kardialen Nebenwirkungin Abhängigkeit von der kumulativen Anthrazyklin-Dosis mit pegyliertem liposomalem
Doxorubicin signifikant niedriger war als mit Doxorubicin (HR=3,16, p < 0,001). Beikumulativen Dosen über 450 mg/m2 traten unter pegyliertem liposomalem Doxorubicin keinekardialen Ereignisse auf.
Eine Phase-III-Vergleichsstudie von pegyliertem liposomalem Doxorubicin gegen Topotecan bei
Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom nach dem Versagen einer platinhaltigen First-Line-
Chemotherapie wurde mit 474 Patientinnen durchgeführt. Es zeigte sich ein Vorteil im
Gesamtüberleben für die mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin behandelten Patientinnengegenüber den mit Topotecan behandelten Patientinnen, gekennzeichnet durch ein relatives Risiko(HR) von 1,216 (95% CI: 1,000; 1,478), p=0,050. Die Überlebensraten nach 1, 2 und 3 Jahrenbetrugen 56,3%, 34,7% und 20,2% für pegyliertes liposomales Doxorubicin verglichen mit 54,0%,23,6% und 13,2% bei Topotecan.
In der Untergruppe mit Patientinnen mit einer Platin-sensitiven Erkrankung war der Unterschiedgrößer: HR von 1,432 (95 % CI: 1,066; 1,923), p=0,017. Die Überlebensraten nach 1, 2 und 3
Jahren betrugen 74,1%, 51,2% und 28,4% für pegyliertes liposomales Doxorubicin verglichenmit 66,2%, 31,0% und 17,5% bei Topotecan.
Die Behandlungsergebnisse waren ähnlich in der Untergruppe mit Patientinnen mit einer Platin-refraktären Erkrankung: HR von 1,069 (95 % CI: 0,823; 1,387), p=0,618. Die Überlebensraten nach1,2 und 3 Jahren betrugen 41,5%, 21,1% und 13,8% für pegyliertes liposomales Doxorubicinverglichen mit 43,2%, 17,2% und 9,5% bei Topotecan.
In einer offenen, randomisierten, multizentrischen Parallelgruppen-Studie der Phase III mit646 Patienten, die mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten hatten und die währendeiner Anthracyclin-basierten Therapie keine Progression zeigten, wurden die Verträglichkeitund Wirksamkeit einer Kombinationstherapie mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin und
Bortezomib mit einer Bortezomib-Monotherapie verglichen. Im Vergleich zu den mit
Bortezomib-Monotherapie behandelten Patienten ergab sich eine signifikante Verbesserungdes primären Endpunkts 'Progressionsfreie Zeit“ (Time to Progression, TTP) für Patienten, diemit der Kombinationstherapie aus pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Bortezomibbehandelt wurden, wie die Risiko-Reduktion (RR) von 35% (95% CI: 21-47%), p < 0,0001 aufder Basis von 407 TTP-Ereignissen zeigt. Die mediane TTP betrug 6,9 Monate bei Patientenmit Bortezomib-Monotherapie verglichen mit 8,9 Monaten bei Patienten mit
Kombinationstherapie aus pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Bortezomib. Eine im
Prüfplan festgelegte Zwischenanalyse (basierend auf 249 TTP-Ereignissen) führte aufgrundder Wirksamkeit zur vorgezogenen Beendigung der Studie. Diese Zwischenanalyse zeigte eine
Risikoreduktion im Bereich der TTP von 45% (95% CI: 29-57%), p < 0,0001. Die mediane
TTP betrug 6,5 Monate für Patienten unter Bortezomib-Monotherapie verglichen mit 9,3
Monaten für Patienten unter der Kombinationstherapie aus pegyliertem liposomalem
Doxorubicin und Bortezomib. Diese Ergebnisse, obwohl nicht endgültig, begründeten die im
Prüfplan definierte finale Analyse. Die finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS), die nacheinem medianen Follow-up von 8,6 Jahren durchgeführt wurde, zeigte keinen signifikanten
Unterschied im Gesamtüberleben zwischen den beiden Behandlungsarmen. Das mediane
Gesamtüberleben betrug 30,8 Monate (95% CI : 25,2-36,5 Monate) bei den Patienten mit
Bortezomib als Monotherapie und 33 Monate (95% CI: 28,9-37,1 Monate) bei den Patienten,die pegyliertes liposomales Doxorubicin plus Bortezomib als Kombinationstherapie erhielten.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Pegyliertes liposomales Doxorubicin ist eine polyethylenglykolisierte Liposomen-Formulierungvon Doxorubicinhydrochlorid mit einer langen Zirkulationszeit. Die polyethylenglykolisierten
Liposomen enthalten an der Oberfläche gebundene hydrophile Methoxypolyethylenglykol(MPEG)-Ketten. Diese linearen MPEG-Ketten ragen aus der Liposomenoberfläche heraus undschaffen so eine Schutzschicht, die die Wechselwirkungen zwischen der Lipid-Doppelmembranund Plasmabestandteilen vermindert. Hierdurch können die Liposomen von pegyliertemliposomalem Doxorubicin länger im Blutkreislauf zirkulieren. Die polyethylenglykolisierten
Liposomen sind so klein (durchschnittlicher Durchmesser von ungefähr 100 nm), dass sie intaktdurch die geschädigten Blutgefäße der Tumoren hindurchtreten (extravasieren) können. Der
Nachweis, dass polyethylenglykolisierte Liposomen aus Blutgefäßen in Tumoren eindringen undsich dort ansammeln, konnte bei Mäusen mit C-26 Colon-Karzinomen und bei transgenen
Mäusen mit KS-ähnlichen Läsionen geführt werden. Die polyethylenglykolisierten Liposomenbesitzen darüber hinaus eine Lipidmatrix mit geringer Permeabilität und ein wässriges
Puffersystem im Inneren, die gemeinsam dafür sorgen, dass Doxorubicinhydrochlorid währendder Zirkulationszeit in den Liposomen eingeschlossen bleibt.
Die Pharmakokinetik von pegyliertem liposomalem Doxorubicin beim Menschen unterscheidetsich signifikant von der in der Fachliteratur angegebenen Pharmakokinetik üblicher
Doxorubicinhydrochlorid-Präparate. Bei niedrigeren Dosierungen (10 mg/m² bis 20 mg/m²) zeigtpegyliertes liposomales Doxorubicin eine lineare Pharmakokinetik. Über einen Dosisbereich von10 mg/m² bis 60 mg/m² zeigt pegyliertes liposomales Doxorubicin eine nicht-lineare
Pharmakokinetik. Standard-Doxorubicinhydrochlorid zeigt eine ausgeprägte Gewebeverteilung(Verteilungsvolumen: 700 bis 1100 l/m²) und eine schnelle Eliminations-Clearance (24 bis 73l/h/m²). Im Gegensatz hierzu weist das pharmakokinetische Profil von Doxorubicin pegyliertemliposomalem Doxorubicin darauf hin, dass pegyliertes liposomales Doxorubicin überwiegend aufdas Flüssigkeitsvolumen der Gefäße beschränkt bleibt und die Clearance von Doxorubicin ausdem Blut vom Liposomen-Träger abhängt. Doxorubicin wird verfügbar, nachdem die Liposomenaus den Gefäßen ausgetreten und in das Gewebekompartiment eingetreten sind.
Bei vergleichbaren Dosen sind die Plasmakonzentration und die AUC-Werte von pegyliertemliposomalem Doxorubicin, welches größtenteils liposomal eingeschlossenespolyethylenglykolisiertes Doxorubicinhydrochlorid enthält (90% bis 95% der Gesamtmenge des
Doxorubicins), bedeutend höher als jene Werte, die mit Standard-Doxorubicinhydrochlorid-
Präparaten erzielt werden.
Pegyliertes liposomales Doxorubicin ist nicht im Austausch mit anderen Doxorubicinhydrochlorid-
Formulierungen anzuwenden.
Populations-Pharmakokinetik
Die Pharmakokinetik von pegyliertem liposomalem Doxorubicin wurde an 120 Patienten von10 verschiedenen klinischen Studien mit Hilfe der Methode zur Bestimmung der
Pharmakokinetik in größeren Patienten-Kollektiven erhoben. Die Pharmakokinetik vonpegyliertem liposomalem Doxorubicin über einen Dosisbereich von 10 mg/m² bis 60 mg/m²wurde am besten durch ein nicht-lineares Zwei-Kompartiment-Modell nullter Ordnung und
Michaelis-Menten-Elimination beschrieben. Die mittlere intrinsische Clearance vonpegyliertem liposomalem Doxorubicin betrug 0,030 l/h/m² (Bereich 0,008 bis 0,152 l/h/m²) unddas mittlere zentrale Verteilungsvolumen betrug 1,93 l/m² (Bereich 0,96 bis 3,85 l/m²), wobeidies annähernd dem Plasmavolumen entsprach. Die Halbwertzeit lag zwischen 24 und 231
Stunden bei einem Mittelwert von 73,9 Stunden.
Patientinnen mit Mammakarzinom
Die Pharmakokinetik von pegyliertem liposomalem Doxorubicin, die an 18 Patientinnen mit
Mammakarzinom bestimmt wurde, war der Pharmakokinetik in der größeren Population von120 Patienten mit verschiedenen Karzinomen ähnlich. Die mittlere intrinsische Clearancebetrug 0,016 l/h/m² (Bereich 0,008 bis 0,027 l/h/m²) und das mittlere zentrale
Verteilungsvolumen betrug 1,46 l/m² (Bereich 1,10 bis 1,64 l/m²). Die mittlere Halbwertzeitbetrug 71,5 Stunden (Bereich 45,2 bis 98,5 Stunden).
Patientinnen mit Ovarialkarzinom
Die Pharmakokinetik von pegyliertem liposomalem Doxorubicin, die an 11 Patientinnen mit
Ovarialkarzinom bestimmt wurde, war der Pharmakokinetik in der größeren Population von120 Patienten mit verschiedenen Karzinomen ähnlich. Die mittlere intrinsische Clearancebetrug 0,021 l/h/m² (Bereich 0,009 bis 0,041 l/h/m²) und das mittlere zentrale
Verteilungsvolumen betrug 1,95 l/m² (Bereich 1,67 bis 2,40 l/m²). Die mittlere Halbwertzeitbetrug 75,0 Stunden (Bereich 36,1 bis 125 Stunden).
AIDS-assoziierte KS-Patienten
Die Pharmakokinetik von pegyliertem liposomalem Doxorubicin im Plasma wurde bei 23
Patienten mit KS ausgewertet, denen Einzeldosen von 20 mg/m² Doxorubicinhydrochlorid ineiner 30-minütigen Infusion verabreicht wurden. Die pharmakokinetischen Parameter vonpegyliertem liposomalem Doxorubicin (größtenteils liposomal eingeschlossenespolyethylenglykolisiertes Doxorubicinhydrochlorid und geringe Anteile an nichteingeschlossenem Doxorubicinhydrochlorid), die nach Dosen von 20 mg/m² festgestellt wurden,sind in Tabelle 6 zusammengestellt.
Tabelle 6. Pharmakokinetische Parameter bei mit pegyliertem liposomalem
Doxorubicin behandelten AIDS-KS-Patienten
Mittelwert ± Standardabweichung
Parameter 20 mg/m2 (n=23)
Max. Plasmakonzentration* (µg/ml) 8,34 0,49
Plasma-Clearance (l/h/m²) 0,041 0,004
Verteilungsvolumen (l/m²) 2,72 0,120
AUC (µg/ml*h) 590,00 58,7t1/2(1) (h) 5,2 1,4t1/2(2) (h) 55,0 4,8
* Gemessen am Ende einer 30-minütigen Infusion
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien mit wiederholter Verabreichung bei Tieren zeigte sich, dass das Toxizitätsprofil vonpegyliertem liposomalem Doxorubicin bei Tieren dem Toxizitätsprofil einer Dauerinfusion mit
Standard-Doxorubicinhydrochlorid beim Menschen sehr ähnlich ist. Bei pegyliertemliposomalem Doxorubicin, in dem Doxorubicinhydrochlorid in polyethylenglykolisierten
Liposomen eingeschlossen vorliegt, treten die Effekte jedoch wie im Folgenden beschriebenunterschiedlich stark auf:
KardiotoxizitätStudien mit Kaninchen haben gezeigt, dass die Kardiotoxizität von pegyliertem liposomalem
Doxorubicin im Vergleich zu der bei konventionellen Doxorubicinhydrochlorid-Formulierungenherabgesetzt ist.
Dermatologische Toxizität
In Studien mit wiederholter Verabreichung von pegyliertem liposomalem Doxorubicin inklinisch relevanten Dosen bei Ratten und Hunden wurden schwerwiegende Hautentzündungenund Ulzerationen beobachtet. In der Studie mit Hunden wurden Auftreten und Schweregraddieser Läsionen durch Reduzierung der Dosis oder Verlängerung der Dosisintervalle verringert.
Ähnliche Hautläsionen, die als palmar-plantare Erythrodysästhesie bezeichnet werden, wurdenauch bei Patienten nach intravenöser Dauerinfusion beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Anaphylaktoide Reaktion
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung bei Hunden wurde nach Verabreichungvon polyethylenglykolisierten Liposomen als Placebo eine akute Reaktion beobachtet, die sichdurch Blutdruckabfall, blasse Schleimhäute, Speichelfluss, Erbrechen und Phasen der
Überaktivität - gefolgt von herabgesetzter Aktivität - und Lethargie äußerte. Eine ähnliche aberweniger heftige Reaktion wurde bei Hunden, die mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin und
Standard-Doxorubicin behandelt wurden, beobachtet. Das Ausmaß der blutdrucksenkenden
Reaktion wurde durch eine Vorbehandlung mit Antihistaminen herabgesetzt. Diese Reaktion warjedoch nicht lebensbedrohlich und die Hunde erholten sich schnell nach Absetzen der
Behandlung.Lokale Toxizität
Subkutane Verträglichkeits-Studien weisen darauf hin, dass pegyliertes liposomales
Doxorubicin nach einer möglichen Extravasation im Vergleich zu Standard-
Doxorubicinhydrochlorid geringere Reizungen oder Schädigungen des Gewebes verursacht.
Mutagenität und Karzinogenität
Obwohl keine Studien mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin durchgeführt wurden, ist
Doxorubicinhydrochlorid, der pharmakologisch wirksame Bestandteil von pegyliertemliposomalem Doxorubicin, als mutagen und karzinogen bekannt. Polyethylenglykolisierte,wirkstofffreie Liposomen sind weder mutagen noch genotoxisch.
ReproduktionstoxizitätPegyliertes liposomales Doxorubicin verursachte eine geringfügige bis mäßige Ovar- und
Hoden-Atrophie bei Mäusen nach einer Einmaldosis von 36 mg/kg. Vermindertes
Hodengewicht und Hypospermie wurden bei Ratten nach wiederholten Dosen von 0,25mg/kg/Tag festgestellt. Bei Hunden beobachtete man eine diffuse Degeneration der
Samenkanälchen und eine markante Abnahme der Spermatogenese nach wiederholten Dosenvon 1 mg/kg/Tag (siehe Abschnitt 4.6).
Nierentoxizität
Eine Studie hat gezeigt, dass pegyliertes liposomales Doxorubicin bei einer einmaligenintravenösen Dosis von mehr als der doppelten klinischen Dosis renale Toxizität bei Affenhervorruft. Bei Ratten und Kaninchen wurde renale Toxizität sogar bei niedrigeren einmaligen
Dosen von Doxorubicinhydrochlorid beobachtet. Da eine Auswertung der post-marketing
Sicherheitsdatenbank für pegyliertes liposomales Doxorubicin bei Patienten keinen signifikanten
Hinweis auf eine durch pegyliertes liposomales Doxorubicin verursachte Nierentoxizität ergebenhat, mögen diese Ergebnisse bei Affen keine Relevanz auf die Risikobewertung für Patientenhaben.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
-(2-[1,2-distearoyl-sn-glycero(3)phosphooxy]ethylcarbamoyl)--methoxypoly(oxyethylen)-40-
Natriumsalz
Hydriertes (3-sn-Phosphatidyl)cholin aus Sojabohnen (HSPC)
Cholesterol
Ammoniumsulfat (E 517)
Saccharose (E 473)
Histidin
Salzsäure 36% (E 507) (zur Einstellung des pH-Wertes)
Natriumhydroxid (E 524) (zur Einstellung des pH-Wertes)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche18 Monate.
Nach Verdünnung:- Die chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs wurde für einen
Zeitraum von 24 Stunden bei 2°C bis 8°C gezeigt.
- Aus mikrobiologischer Sicht ist das Arzneimittel sofort zu verwenden. Wird es nichtsofort angewendet, liegen die Aufbrauchfristen und die Aufbewahrungsbedingungenvor der Verabreichung in der Verantwortung des Anwenders und sollten nicht längerals 24 Stunden bei 2°C-8°C sein.
- Der Inhalt von teilweise aufgebrauchten Durchstechflaschen muss vernichtet werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).
Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflasche aus Glas vom Typ I mit einem grauen silikonisierten Brombutylstopfenund einem Aluminiumverschluss, mit einem entnehmbaren Volumen von 10 ml (20 mg)oder 25 ml (50 mg).
ZOLSKETIL pegylated liposomal wird als Einzelpackung oder Zehnerpackung angeboten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Hinweise zur HandhabungVerwenden Sie keine Lösungen, die Niederschläge oder andere Partikel aufweisen.
Die Handhabung von ZOLSKETIL pegylated liposomal-Dispersion muss mit Vorsicht erfolgen.
Dabei müssen Handschuhe getragen werden. Wenn ZOLSKETIL pegylated liposomal mit Hautoder Schleimhaut in Kontakt kommt, müssen die Flächen sofort gründlich mit Wasser und Seifegewaschen werden. ZOLSKETIL pegylated liposomal muss auf die Weise gehandhabt undvernichtet werden, die auch für andere Arzneimittel gegen Krebs üblich ist, entsprechend dennationalen Anforderungen.
Bestimmen Sie die zu verabreichende Dosis von ZOLSKETIL pegylated liposomal (gemäß derempfohlenen Dosis und der Körperoberfläche des Patienten). Entnehmen Sie der
Durchstechflasche das entsprechende Volumen von ZOLSKETIL pegylated liposomal mit einersterilen Spritze. Aseptische Bedingungen müssen unbedingt eingehalten werden, da ZOLSKETILpegylated liposomal keine Konservierungsmittel oder bakteriostatischen Hilfsstoffe enthält. Dieentsprechende Dosis muss vor der Verabreichung mit 50 mg/ml-Glucose-Infusionslösung (5%)verdünnt werden. Für Dosen 90 mg wird ZOLSKETIL pegylated liposomal in 250 ml und für
Dosen ≥ 90 mg in 500 ml verdünnt. Dies kann dann über eine Dauer von 60 oder 90 Minuteninfundiert werden wie unter Abschnitt 4.2 genauer beschrieben.
Die Benutzung eines anderen Verdünnungsmittels als 50 mg/ml-Glucose-Infusionslösung (5%)oder die Zugabe eines bakteriostatischen Hilfsstoffs, wie Benzylalkohol, kann einen
Niederschlag mit ZOLSKETIL pegylated liposomal herbeiführen.
Es wird empfohlen, die ZOLSKETIL pegylated liposomal-Infusionsleitung über einen
Seitenanschluss an eine Infusion mit 50 mg/ml-Glucoselösung (5%) zur intravenösen Infusionanzuschließen. Die Infusion kann über eine periphere Vene verabreicht werden. Keine Inline-
Sterilfilter verwenden.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center,
Moll de Barcelona, s/n,
Edifici Est 6ª planta,08039 Barcelona,
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/22/1629/001
EU/1/22/1629/002
EU/1/22/1629/003
EU/1/22/1629/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 31. Mai 2022.
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.