Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ZILBRYSQ 32.4mg injektionslösung in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Zilbrysq 16,6 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Zilbrysq 23 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Zilbrysq 32,4 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Zilbrysq 16,6 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält Zilucoplan-Natrium entsprechend 16,6 mg Zilucoplan in 0,416 ml(40 mg/ml).
Zilbrysq 23 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält Zilucoplan-Natrium entsprechend 23 mg Zilucoplan in 0,574 ml (40 mg/ml).
Zilbrysq 32,4 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält Zilucoplan-Natrium entsprechend 32,4 mg Zilucoplan in 0,810 ml(40 mg/ml).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion)
Die Lösung ist klar bis leicht opaleszent und farblos, frei von sichtbaren Partikeln. Der pH-Wert unddie Osmolalität der Lösung betragen ungefähr 7,0 bzw. 300 mOsm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zilbrysq wird angewendet als Zusatztherapie zur Standardbehandlung der generalisierten Myastheniagravis (gMG) bei erwachsenen Patienten, die Anti-Acetylcholinrezeptor(AChR)-Antikörper-positivsind.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Zilbrysq ist für die Anwendung unter Anleitung und Aufsicht von medizinischem Fachpersonalvorgesehen, das Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen hat.
Vor Therapiebeginn müssen die Patienten gegen Neisseria meningitidis geimpft werden. Wenn die
Behandlung weniger als 2 Wochen nach der Impfung beginnen muss, muss der Patient bis 2 Wochennach der ersten Impfung eine geeignete prophylaktische Antibiotikabehandlung erhalten (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.4).
DosierungDie empfohlene Dosis ist als subkutane Injektion einmal täglich und jeden Tag ungefähr zur gleichen
Uhrzeit zu verabreichen.
Tabelle 1: Tägliche Gesamtdosis nach Körpergewichtsbereich
Körpergewicht Dosis* Anzahl der Fertigspritzennach Farbe< 56 kg 16,6 mg 1 (rubinrot)≥ 56 bis < 77 kg 23 mg 1 (orangefarbig)≥ 77 kg 32,4 mg 1 (dunkelblau)
* Die empfohlene Dosis entspricht etwa 0,3 mg/kg.
Zilucoplan wurde bei gMG-Patienten mit Myasthenia Gravis Foundation of America (MGFA)
Klasse V nicht untersucht.
Versäumte DosisWenn eine Dosis ausgelassen wird, sollte sie noch am selben Tag verabreicht werden. Am Folgetag istmit der normalen Dosis fortzufahren. Es sollte nicht mehr als eine Dosis pro Tag verabreicht werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die Erfahrung mit
Zilucoplan aus klinischen Studien ist bei älteren Patienten begrenzt.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (Kreatinin-Clearance≥ 15 ml/min). Es liegen keine Daten zu dialysepflichtigen Patienten vor.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter und mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score 9 oderniedriger) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zilbrysq bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sindnicht erwiesen. Es kann keine Dosisempfehlung gegeben werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Zilbrysq bei Kindern unter 18 Jahren sind nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDieses Arzneimittel wird als subkutane Injektion angewendet.
Geeignete Injektionsstellen sind die Vorderseite der Oberschenkel, der Bauch und die Rückseite der
Oberarme.
Die Injektionsstellen sollten gewechselt werden und die Injektionen sollten nicht in Bereichenverabreicht werden, in denen die Haut empfindlich, erythematös, blutunterlaufen oder verhärtet istoder in denen die Haut Narben oder Dehnungsstreifen aufweist.
Zilbrysq ist für die Selbstinjektion durch den Patienten und/oder eine andere Person, die in der
Verabreichung subkutaner Injektionen angemessen geschult wurde, vorgesehen. Die detaillierten
Anweisungen in der Anleitung zur Anwendung am Ende der Packungsbeilage sind zu befolgen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten, die derzeit nicht gegen Neisseria meningitidis geimpft sind (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit nicht abgeklungener Neisseria meningitidis-Infektion.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Neisseria-Infektionen
Meningokokken-Infektion
Aufgrund seines Wirkmechanismus kann die Anwendung von Zilucoplan die Anfälligkeit des
Patienten für Infektionen mit Neisseria meningitidis erhöhen. Aus Vorsichtsgründen müssen alle
Patienten mindestens 2 Wochen vor Behandlungsbeginn gegen Meningokokken-Infektionen geimpftwerden.
Wenn die Behandlung weniger als 2 Wochen nach der Impfung gegen Meningokokken-Infektionenbeginnen muss, muss der Patient bis 2 Wochen nach der ersten Impfung eine geeigneteprophylaktische Antibiotikabehandlung erhalten. Meningokokken-Impfstoffe reduzieren das Risikovon Meningokokken-Infektionen, schließen sie aber nicht vollständig aus.
Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C, Y, W und, sofern verfügbar, gegen Serogruppe B werden zur
Prävention der häufig pathogenen Meningokokken-Serogruppen empfohlen. Die Impfung und dieprophylaktische Antibiotikabehandlung sollten gemäß den aktuellsten relevanten Leitlinien erfolgen.
Während der Behandlung sollten die Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Meningokokken-
Infektion überwacht und bei Verdacht auf eine Infektion sofort untersucht werden. Bei Verdacht aufeine Meningokokken-Infektion sind geeignete Maßnahmen wie die Behandlung mit Antibiotika unddas Absetzen der Behandlung zu ergreifen, bis eine Meningokokken-Infektion ausgeschlossen werdenkann. Die Patienten sollten angewiesen werden, sofort ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichenoder Symptome von Meningokokken-Infektionen auftreten.
Die verordnenden Ärzte sollten mit den Schulungsmaterialien zur Behandlung von Meningokokken-
Infektionen vertraut sein und den mit Zilucoplan behandelten Patienten eine Patientenkarte zursicheren Anwendung und einen Leitfaden für die sichere Anwendung - Patienten und
Betreuungspersonen zur Verfügung stellen.
Andere Neisseria-Infektionen
Zusätzlich zu Neisseria meningitidis können Patienten, die mit Zilucoplan behandelt werden, auchanfällig für Infektionen mit anderen Neisseria-Arten sein, wie z. B. Gonokokken-Infektionen. Die
Patienten sollten über die Bedeutung der Vorbeugung und Behandlung von Gonorrhö informiertwerden.
ImmunisierungEs wird empfohlen, dass sich Patienten vor Beginn der Zilucoplan-Therapie Immunisierungen gemäßden aktuellen Impfempfehlungen unterziehen.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Fertigspritze, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Basierend auf den
Ergebnissen von In-vitro-Tests werden arzneimittelmetabolisierende Enzyme (CYP und UGT) undgängige Transporter durch Zilucoplan nicht auf klinisch relevante Weise inhibiert oder induziert.
Auf der Grundlage seiner möglichen Hemmung einer Komplement-abhängigen Zytotoxizität von
Rituximab kann Zilucoplan die erwarteten pharmakodynamischen Wirkungen von Rituximabverringern.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Zilucoplan bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Die Behandlung von Schwangeren mit Zilbrysq sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn derklinische Nutzen die Risiken überwiegt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Zilucoplan in die Muttermilch ausgeschieden wird oder nach der Aufnahmedurch das Neugeborene/Kind systemisch resorbiert wird. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kannnicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die
Behandlung mit Zilucoplan zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das
Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätDie Wirkung von Zilucoplan auf die Fertilität des Menschen wurde nicht untersucht. In einigen
Studien zur Fertilität und Toxizität bei wiederholter Gabe an nicht-humane Primaten wurden an denmännlichen und weiblichen Reproduktionsorganen Befunde unklarer klinischer Bedeutungbeobachtet. (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenZilbrysq hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (Blutergussan der Injektionsstelle [13,9 %] und Schmerzen an der Injektionsstelle [7,0 %]) und Infektionen deroberen Atemwege (Nasopharyngitis [5,2 %], Infektion der oberen Atemwege [3,5 %] und Sinusitis[3,5 %]).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 2 zeigt die Nebenwirkungen aus den gepoolten placebokontrollierten Studien (n = 115) undden offenen Verlängerungsstudien (n = 213) zu gMG zusammen mit einer Klassifikation der
Häufigkeit bei den mit Zilucoplan behandelten Patienten unter Verwendung der folgenden
Konvention: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 2: Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Infektion der oberen
Erkrankungen Atemwege*
Erkrankungen des Häufig Durchfall
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Haut und des Häufig Morphea*a
Unterhautgewebes
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Reaktionen an der
Beschwerden am Injektionsstelle*
Verabreichungsort
Untersuchungen Häufig Erhöhte Lipase*
Häufig Erhöhte Amylase*
Gelegentlich Erhöhte Eosinophile im Blut*
*Siehe Absatz 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“aMorphea wurde nur in offenen klinischen Langzeitstudien berichtet. Die maximale Expositionsdauergegenüber Zilucoplan während der klinischen Langzeitstudien betrug mehr als 4 Jahre.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der InjektionsstelleDie häufigsten Reaktionen waren Blutergüsse an der Injektionsstelle, Schmerzen, Knötchen, Pruritusund Hämatome. Alle Fälle waren leicht oder mittelschwer und weniger als 3 % der Reaktionen führtenzum Abbruch der Behandlung.
Infektionen der oberen Atemwege
Die häufigsten Infektionen waren Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Sinusitis.
Mehr als 95 % der Fälle waren leicht oder mittelschwer und führten nicht zum Abbruch der
Behandlung. In gepoolten placebokontrollierten Studien wurden Infektionen der oberen Atemwege bei13,0 % der mit Zilucoplan behandelten Patienten und bei 7,8 % der mit Placebo behandelten Patientenberichtet.
Erhöhte Pankreasenzyme
Es wurden Fälle von erhöhter Lipase (5,2 %) und/oder Amylase (6,1 %) beobachtet. Diese
Erhöhungen waren vorübergehend und führten selten zum Abbruch der Behandlung. Sie tratenmehrheitlich innerhalb von 2 Monaten nach Beginn der Behandlung mit Zilucoplan auf undnormalisierten sich innerhalb von 2 Monaten.
Erhöhte Eosinophile im Blut
Es wurden Erhöhungen der Eosinophilen im Blut beobachtet. Diese waren vorübergehend und führtennicht zum Abbruch der Behandlung. Sie traten mehrheitlich innerhalb von 2 Monaten nach Beginn der
Behandlung mit Zilucoplan auf und normalisierten sich innerhalb eines Monats.
Morphea
Fälle von Morphea wurden nach Langzeitbehandlung während der offenen Verlängerungsstudiebeobachtet. Bei der Mehrzahl der Fälle betrug die Zeit bis zum Auftreten mehr als ein Jahr nach
Beginn der Behandlung, sie waren leicht oder mittelschwer und führten nicht zum
Behandlungsabbruch.Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In einer Studie mit gesunden Freiwilligen, in der 32 Teilnehmer Dosen des Zweifachen derempfohlenen Dosis (entsprechend etwa 0,6 mg/kg; siehe Tabelle 1), ausgesetzt waren, die bis zu 7
Tage lang subkutan verabreicht wurden, stimmten die Sicherheitsdaten mit dem Sicherheitsprofil derempfohlenen Dosis überein.
Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, die Patienten engmaschig auf Nebenwirkungen zuüberwachen, und es sollten umgehend geeignete unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Komplementinhibitoren,
ATC-Code: L04AJ06
WirkmechanismusZilucoplan ist ein synthetisches makrozyklisches Peptid mit 15 Aminosäuren, das die Wirkung des
Komplementproteins C5 durch einen dualen Wirkmechanismus hemmt. Es bindet spezifisch an C5und hemmt dadurch dessen Spaltung durch die C5-Konvertase zu C5a und C5b, was zu einer
Herunterregulierung der Assemblierung und zytolytischen Aktivität des Membranangriffskomplexes(MAC) führt. Darüber hinaus hindert Zilucoplan durch die Bindung an das C5b-Fragment von C5sterisch die Bindung von C5b an C6, was die nachfolgende Assemblierung und Aktivität des MACverhindert, sollte C5b gebildet werden.
Pharmakodynamische WirkungenDie pharmakodynamische Wirkung von Zilucoplan wurde anhand der Fähigkeit analysiert, die Ex-vivo-
Lyse von Komplement-induzierten Schaf-Erythrozyten (sRBC) zu hemmen.
Daten aus den Phase-II- und Phase-III-Studien zeigen bei einer Dosierung gemäß Tabelle 1 eineschnelle, vollständige (> 95 %) und anhaltende Komplementinhibition mit Zilucoplan.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und Wirksamkeit von Zilucoplan wurden in einer 12-wöchigen multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie MG0010 (RAISE) und der offenen
Verlängerungsstudie MG0011 (RAISE-XT) beurteilt.
Studie MG0010 (RAISE)
Insgesamt wurden 174 Patienten eingeschlossen, die mindestens 18 Jahre alt waren, eine Acetylcholin-
Rezeptor-Antikörper-positive, generalisierte Myasthenia gravis, einen Myasthenia-Gravis-Score von≥ 6 für Aktivitäten des täglichen Lebens (MG-ADL) und einen quantitativen Myasthenia-Gravis-Score(QMG-Score) von ≥ 12 hatten (siehe Tabelle 3).
Die Patienten wurden einmal täglich entweder mit Zilucoplan (dosiert gemäß Tabelle 1) oder mit
Placebo behandelt, wobei 86 bzw. 88 Patienten in jede Behandlungsgruppe randomisiert wurden. Einestabile Standardtherapie (SOC) war erlaubt. Die Mehrzahl der Patienten erhielt zu Studienbeginn eine
Behandlung für gMG, die Parasympathomimetika (84,5 %), systemische Kortikosteroide (63,2 %) undnicht-steroidale Immunsuppressiva (51,1 %) umfasste.
Der primäre Endpunkt war die Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores von Baseline (change frombaseline) bis Woche 12.
Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren die Veränderungen von Baseline bis Woche 12 im
QMG-Gesamtscore, im Myasthenia-Gravis-Composite (MGC)-Gesamtscore und im Gesamtscore der
MG-Lebensqualität (MG-QoL15r) (Tabelle 4).
Als klinischer MG-ADL-Responder wurde definiert, wer eine Abnahme von mindestens 3 Punktenaufwies und als QMG-Responder, wer eine Abnahme von mindestens 5 Punkten ohne Rescue-
Therapie aufwies.
Tabelle 3: Demografische und Krankheitsmerkmale von Patienten, die in die Studie MG0010aufgenommen wurden, bei Baseline
Zilucoplan (n = 86) Placebo (n = 88)
Alter, Jahre, Mittelwert (SD) 52,6 (14,6) 53,3 (15,7)
Alter bei Krankheitsbeginn, Jahre, 43,5 (17,4) 44,0 (18,7)
Mittelwert (SD)
Alter ≥ 65 22 (25,6) 26 (29,5)
Geschlecht, männlich, n (%) 34 (39,5) 41 (46,6)
Baseline-MG-ADL-Score Mittelwert (SD) 10,3 (2,5) 10,9 (3,4)
Baseline-QMG-Score Mittelwert (SD) 18,7 (3,6) 19,4 (4,5)
Baseline-MGC-Score, Mittelwert (SD) 20,1 (6,0) 21,6 (7,2)
Baseline-MG-QoL 15r-Score, Mittelwert 18,6 (6,6) 18,9 (6,8)(SD)
Krankheitsdauer, Jahre, Mittelwert (SD) 9,3 (9,5) 9,0 (10,4)
MGFA-Klasse beim Screening, n (%) 22 (25,6) 27 (30,7)
Klasse II
MGFA-Klasse beim Screening, n (%) 60 (69,8) 57 (64,8)
Klasse III
MGFA-Klasse beim Screening, n (%) 4 (4,7) 4 (4,5)
Klasse IV
Tabelle 4 zeigt die Veränderungen von Baseline in Woche 12 bei den Gesamtscores für MG-ADL,
QMG, MGC und MG-QoL15r. Die mittleren Baseline-Scores betrugen für MG-ADL 10,9 bzw. 10,3;für QMG 19,4 bzw. 18,7; für MGC 21,6 bzw. 20,1 und für MG-QoL15r 18,9 bzw. 18,6 für die
Placebo- und die Zilucoplan-Gruppe.
Tabelle 4: Veränderungen von Baseline in Woche 12 bei den Gesamtscores für MG-ADL, QMG, MGCund MG-QoL15r
Endpunkte: Zilucoplan (n = 86) Placebo (n = 88) Veränderung LS- p-Wert*
Veränderungen Mittelwertdifferenzvon Baseline- Zilucoplan vs.
Gesamtscore in Placebo (95%-KI)
Woche 12: LS-
Mittelwert (95%-
KI)
MG-ADL -4,39 (-5,28; -3,50) -2,30 (-3,17; -1,43) -2,09 (-3,24; -0,95) < 0,001
QMG -6,19 (-7,29; -5,08) -3,25 (-4,32; -2,17) -2,94 (-4,39; -1,49) < 0,001
MGC -8,62 (-10,22; -7,01) -5,42 (-6,98; -3,86) -3,20 (-5,24; -1,16) 0,0023
MG‐QoL15r -5,65 (-7,17; -4,12) -3,16 (-4,65; -1,67) -2,49 (-4,45; -0,54) 0,0128
*Analyse basierend auf einem MMRM-ANCOVA-Modell
Der Behandlungseffekt in der Zilucoplan-Gruppe für alle 4 Endpunkte begann schnell in Woche 1,stieg bis Woche 4 weiter an und blieb bis Woche 12 erhalten.
In Woche 12 wurde eine klinisch bedeutsame und statistisch hochsignifikante Verbesserung des MG-
ADL-Gesamtscores (Abbildung 1) und des QMG-Gesamtscores für Zilucoplan gegenüber Placebobeobachtet.
Abbildung 1: Veränderungen von Baseline beim MG-ADL-Gesamtscore
Woche 1 Woche 2 Woche 4 Woche 8 Woche 12p-Wert: < 0,001
Analyse basierend auf MMRM-ANCOVA-Modell
Klinisch bedeutsame Veränderung = Veränderung des MG-ADL-Scores um 2 Punkte
In Woche 12 waren 73,1 % der Patienten in der Zilucoplan-Gruppe MG-ADL-Responder ohne
Rescue-Therapie im Vergleich zu 46,1 % in der Placebo-Gruppe (p < 0,001). Achtundfünfzig Prozent(58,0 %) der Patienten in der Zilucoplan-Gruppe waren QMG-Responder ohne Rescue-Therapie vs.33,0 % in der Placebo-Gruppe (p = 0,0012).
LSM (95%-KI) Veränderung von Baseline beim MG-ADL-Score
In Woche 12 war der kumulative Anteil der Patienten, die eine Rescue-Therapie benötigten, 5 % in der
Zilucoplan-Gruppe und 11 % in der Placebo-Gruppe . Rescue-Therapie war definiert als intravenöses
Immunglobulin G (IVIG) oder Plasmaaustausch (PLEX).
Studie MG0011 (RAISE‐XT)
Zweihundert Patienten, die eine placebokontrollierte Phase-II-Studie (MG0009) oder die Phase-III-
Studie (MG0010) abgeschlossen hatten, fuhren mit der offenen Verlängerungsstudie MG0011 fort, inder alle Patienten Zilucoplan (entsprechend der Dosierung in Tabelle 1) täglich erhielten. Die primäre
Zielsetzung war die langfristige Sicherheit. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die
Veränderung gegenüber der Baseline der doppelblinden Studie beim MG-ADL-, QMG-, MGC- und
MG-QoL15r-Score in Woche 24. Nachfolgend sind die Ergebnisse der früheren MG0010-Teilnehmerdargestellt (Tabelle 5).
Tabelle 5: Mittlere Veränderung gegenüber der Baseline (MG0010) der doppelblinden Studie bei den
Gesamtscores für MG-ADL, QMG, MGC und MG-QoL15r bis Woche 24 (Woche 12 in MG0011) und
Woche 60 (Woche 48 in MG0011)
Endpunkte: Veränderungen Zilucoplan (n = 82) Placebo/Zilucoplan (n = 84)von Baseline-Gesamtscore in
Woche 24 und Woche 60:
LS-Mittelwert (SE)
MG-ADL
Woche 24 -5,46 (0,59) -5,20 (0,52)
Woche 60 -5,16 (0,61) -4,37 (0,54)
QMG
Woche 24 -7,10 (0,80) -7,19 (0,69)
Woche 60 -6,44 (0,83) -6,15 (0,71)
MGC
Woche 24 -10,37 (1,15) -11,12 (1,00)
Woche 60 -8,89 (1,20) -9,01 (1,04)
MG-QoL15r
Woche 24 -8,09 (0,96) -7,96 (0,89)
Woche 60 -7,22 (0,99) -6,09 (0,91)
Analyse basierend auf einem MMRM-ANCOVA-Modell mit Rescue-Therapie und Absetzen imputiert als
Behandlungsversagen. Tod wird mit dem schlechtesten Score (z. B. Score 24 für MG-ADL) imputiert.
SE = Standardfehler
Abbildung 2: Mittlere Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores von der Baseline der doppelblinden
Studie bis Woche 60
Anzahl der Teilnehmer (n): Woche
ImmunogenitätIn MG0010 und MG0011 (RAISE-XT) wurden die Patienten auf Anti-Drug-Antikörper (ADA) und
Antikörper gegen Polyethylenglycol (PEG) untersucht.
In beiden Studien waren die Antikörpertiter gering und es gab keine Hinweise auf einen Einfluss aufdie Pharmakokinetik oder die Pharmakodynamik sowie keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die
Wirksamkeit oder Sicherheit.
In MG0010 und MG0011 waren jeweils zwei Patienten (2,4 %) in der Zilucoplan/Zilucoplan-Gruppeund in der Placebo/Zilucoplan-Gruppe positiv für behandlungsinduzierte ADA und PEG-Antikörper.
Dreizehn Teilnehmer (16 %) pro Behandlungsarm wurden positiv für behandlungsinduzierte PEG-
Antikörper getestet, wobei sie ADA-negativ waren. Zwei Patienten (2,4 %) pro Arm waren PEG-
Antikörper-negativ, jedoch gleichzeitig positiv für behandlungsinduzierte ADA.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Zilucoplan eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Behandlung von Myasthenia gravis gewährt. Siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendungbei Kindern und Jugendlichen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach einmaliger und mehrfacher täglicher subkutaner Verabreichung von Zilucoplan in derempfohlenen Dosis (siehe Tabelle 1) bei gesunden Studienteilnehmern erreichte Zilucoplan diemaximale Plasmakonzentration im Allgemeinen zwischen 3 und 6 Stunden nach der Dosisgabe.
In der Studie MG0010 bei Patienten mit gMG waren nach täglicher wiederholter subkutaner
Verabreichung von Zilucoplan in der empfohlenen Dosis (siehe Tabelle 1) die Plasmakonzentrationenvon Zilucoplan konsistent, wobei die Steady-State-Talkonzentrationen bis Woche 4 erreicht und bis
Woche 12 aufrechterhalten wurden.
Die Expositionen nach subkutaner Verabreichung einzelner Zilucoplan-Dosen in Bauch, Oberschenkeloder Oberarm waren vergleichbar.
Mittlere Veränderung von Baseline (+/- SE) des MG-ADL-Scores
VerteilungZilucoplan und die aktiven (RA103488) und die wichtigsten inaktiven (RA102758) zirkulierenden
Metaboliten sind stark an Plasmaproteine gebunden (> 99 %). Das mittlere Verteilungsvolumen für
Zilucoplan (Vc/F) unter Verwendung einer populationspharmakokinetischen Analyse beträgt 3,51 l.
Zilucoplan ist kein Substrat für gängige Arzneimitteltransporter.
BiotransformationZilucoplan ist kein Substrat wichtiger CYP-Enzyme. Im Plasma wurden 2 Metaboliten, der aktive(RA103488) und der wichtigste inaktive Metabolit (RA102758) nachgewiesen. Die Bildung von
RA103488 ist hauptsächlich auf Cytochrom CYP450 4F2 zurückzuführen. RA103488 hat eineähnliche pharmakologische Aktivität wie Zilucoplan, ist aber im Vergleich zu Zilucoplan in einer vielgeringeren Konzentration vorhanden. Der Beitrag von RA103488 zur pharmakologischen Aktivität istgering. Außerdem wird erwartet, dass Zilucoplan als Peptid über katabole Wege in kleinere Peptideund Aminosäuren abgebaut wird.
Zilucoplan hemmt in therapeutischen Konzentrationen MRP3 in vitro; die klinische Bedeutung fürdiese Inhibition ist nicht bekannt.
EliminationEs wird erwartet, dass Zilucoplan als Peptid über katabole Wege in kleinere Peptide und Aminosäurenabgebaut wird. Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit im Plasma betrug etwa 172 Stunden(7-8 Tage). Die Halbwertszeit betrug 220 Stunden beim aktiven (RA103488) bzw. 96 Stunden beimwichtigsten inaktiven Metaboliten (RA102758). Die Ausscheidung von Zilucoplan und seinen
Metaboliten (RA103488 und RA102758), die sowohl im Urin als auch im Stuhl gemessen wurde, warvernachlässigbar. Es wird angenommen, dass der pegylierte Teil von Zilucoplan hauptsächlich überdie Nieren ausgeschieden wird, und der Hauptabbau des Fettsäureteils erfolgt über Betaoxidation zu
Acetyl-CoA.
Linearität/Nicht-LinearitätIn der populationspharmakokinetischen Analyse (bei Dosen von 0,05 bis 0,6 mg/kg) ist die
Pharmakokinetik von Zilucoplan durch eine Target-abhängige Wirkstoffverteilung gekennzeichnet,wobei es bei zunehmenden Dosen zu einem weniger als dosisproportionalen Anstieg der Expositionkommt, auch nach dem Vergleich der Gabe von Mehrfachdosen mit Einzeldosen.
Antikörper
Die Inzidenz von ADA und Anti-PEG-Antikörpern in der Phase-III-Studie bei Patienten mit gMG warin der Zilucoplan-Behandlungsgruppe und der Placebo-Behandlungsgruppe vergleichbar (siehe
Abschnitt 5.1).
Der ADA- und Anti-PEG-Antikörperstatus von mit Zilucoplan behandelten Patienten hatte keinen
Einfluss auf die Zilucoplan-Konzentrationen.
Besondere PatientengruppenKörpergewichtDie populationspharmakokinetische Analyse von Daten, die in Studien zu gMG gesammelt wurden,zeigte, dass das Körpergewicht die Pharmakokinetik von Zilucoplan signifikant beeinflusst. Die
Dosierung von Zilucoplan basiert auf Körpergewichtskategorien (siehe Abschnitt 4.2). Eine weitere
Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Ältere PatientenBasierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse hatte das Alter keinen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Zilucoplan. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
NierenfunktionsstörungDie Wirkung einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Zilucoplan und seinen
Metaboliten wurde in einer offenen Phase-I-Studie untersucht, in der gesunden Studienteilnehmernund solchen mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance zwischen 15 und < 30 ml/min)eine Einzeldosis Zilucoplan in der empfohlenen Dosis (siehe Tabelle 1) verabreicht wurde.
Die systemische Exposition gegenüber Zilucoplan und dem wichtigsten inaktiven Metaboliten
RA102758 unterschied sich bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu
Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht. Die Exposition gegenüber dem aktiven Metaboliten
RA103488 war bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mitnormaler Nierenfunktion etwa 1,5-mal höher.
Basierend auf den pharmakokinetischen Ergebnissen ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungkeine Dosisanpassung erforderlich.
LeberfunktionsstörungDie Auswirkungen einer mittelschweren Leberfunktionsstörung (definiert als Child-Pugh-Scorezwischen 7 und 9) auf die Pharmakokinetik von Zilucoplan und seinen Metaboliten wurden in eineroffenen Phase-I-Studie untersucht, in der gesunden Studienteilnehmern und solchen mitmittelschwerer Leberfunktionsstörung eine Einzeldosis Zilucoplan in der empfohlenen Dosis (siehe
Tabelle 1) verabreicht wurde.
Die systemische Exposition gegenüber Zilucoplan war bei Studienteilnehmern mit mittelschwerer
Leberfunktionsstörung im Vergleich zu gesunden Studienteilnehmern um 24 % niedriger, was im
Einklang mit einer höheren systemischen und Spitzenexposition beider Metaboliten im Vergleich zugesunden Studienteilnehmern steht. Die maximale Exposition gegenüber Zilucoplan sowie dieterminale Halbwertszeit waren in beiden Gruppen vergleichbar. Eine weitere pharmakodynamische
Analyse ergab keine bedeutsamen Unterschiede in den Komplementspiegeln oder der Hemmung der
Komplementaktivität zwischen beiden Gruppen. Basierend auf diesen Ergebnissen ist keine
Dosisanpassung für Patienten mit leichter und mittelschwerer Leberfunktionsstörung erforderlich.
Ethnische Gruppen
In einer klinischen Phase-I-Studie mit gesunden weißen und japanischen Studienteilnehmern wurdedas pharmakokinetische Profil von Zilucoplan und seinen beiden Metaboliten (RA102758 und
RA103488) nach einer Einzeldosis (siehe Tabelle 1) und nach mehrfacher Dosierung über 14 Tageverglichen. Die Ergebnisse waren in beiden Gruppen im Allgemeinen ähnlich. Diepopulationspharmakokinetische Analyse für Zilucoplan zeigte, dass es keine Unterschiede zwischenden verschiedenen ethnischen Gruppen gibt (Schwarze/Afro-Amerikaner, Asiaten/Japaner und
Weiße). Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
GeschlechtIn der populationspharmakokinetischen Analyse wurde kein Unterschied in der Pharmakokinetikzwischen den Geschlechtern beobachtet. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe bei nicht-humanen Primaten traten bei klinischrelevanter Exposition vesikuläre Degeneration/Hyperplasie von Epithelzellen und mononukleäre
Zellinfiltrate in verschiedenen Geweben auf. Im Pankreas manifestierte sich dies gelegentlich als
Degeneration von Pankreas-Azinuszellen, einige mit Fibrose und duktaler Degeneration/Regeneration,und war begleitet von erhöhten Amylase- und Lipase-Plasmakonzentrationen. An weiblichen
Reproduktionsorganen (Vagina, Zervix, Uterus) wurden mononukleäre Zellinfiltrate mit Degenerationdes Epithels und Plattenepithelmetaplasie der Zervix uteri beobachtet. In einer Fertilitätsstudie mitmännlichen Affen wurde eine minimale bis geringfügige Degeneration/Depletion der Keimbahn beiklinisch relevanter Exposition beobachtet. Jedoch steigerte sich der Schweregrad nicht mit der Dosis.
Es ließen sich keine Auswirkungen auf die Spermatogenese feststellen. Die Befunde beinicht-humanen Primaten sind von unklarer klinischer Relevanz, wobei einige möglicherweise in
Verbindung mit Infektionen stehen, die sekundär zur pharmakologischen Wirkung von Zilucoplansind, andere Mechanismen können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Befunde korrelierten beinicht-humanen Primaten bei vergleichbaren Dosierungen nicht mit Wirkungen auf die embryofetale
Entwicklung oder Schwangerschaftsergebnisse (Schwangerschaftsverlust, Geburt,
Schwangerschaftsergebnis oder postnatale Entwicklung des Kleinkindes).
Es wurden keine Karzinogenitätsstudien mit Zilucoplan durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumdihydrogenphosphat-Monohydrat
Natriummonohydrogenphosphat
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Patienten können die Fertigspritze bei Raumtemperatur im Originalumkarton bei bis zu 30 °C füreinen einmaligen Zeitraum von maximal 3 Monaten aufbewahren. Nachdem Zilbrysq bei
Raumtemperatur gelagert wurde, darf es nicht wieder in den Kühlschrank gelegt, sondern mussentsorgt werden, wenn es nicht innerhalb von 3 Monaten bzw. bis zum Verfallsdatum, je nachdem,was zuerst eintritt, verwendet wird.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einer dünnwandigen Nadel der Größe 29G ½', verschlossen mit einemgrauen Fluoropolymer-laminierten Brombutylgummi-Stopfen. Die Nadel ist mit einem starren
Nadelschutz geschützt, der aus einem thermoplastischen Elastomer-Nadelschutz und einem starren
Polypropylen-Schutz besteht.
Jede Fertigspritze ist mit einer Nadelsicherheitsvorrichtung, einer Fingerauflage und einem farbigen
Kolben vormontiert:
Zilbrysq 16,6 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,416 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze mit rubinrotem Kolben
Zilbrysq 23 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,574 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze mit orangefarbigem Kolben
Zilbrysq 32,4 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,810 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze mit dunkelblauem Kolben
Packungsgröße mit 7 Fertigspritzen für 16,6 mg, 23 mg und 32,4 mg Injektionslösung.
Mehrfachpackung mit 28 (4 Packungen zu je 7) Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
UCB Pharma S.A.
Allée de la Recherche 60
B-1070 Bruxelles
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Zilbrysq 16,6 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/23/1764/001
EU/1/23/1764/002
Zilbrysq 23 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/23/1764/003
EU/1/23/1764/004
Zilbrysq 32,4 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/23/1764/005
EU/1/23/1764/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 01. Dezember 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.