Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ZARZIO 48MU/0.5ml 96MU / ml injektions-/infusionslösung in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Zarzio 30 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer FertigspritzeZarzio 48 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer Fertigspritze
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Zarzio 30 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer FertigspritzeJeder ml Lösung enthält 60 Millionen Einheiten (Mio.E.) (entsprechend 600 Mikrogramm [µg])
Filgrastim*.
Jede Fertigspritze enthält 30 Mio.E. (entsprechend 300 µg) Filgrastim in 0,5 ml.
Zarzio 48 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer FertigspritzeJeder ml Lösung enthält 96 Millionen Einheiten (Mio.E.) (entsprechend 960 Mikrogramm [µg])
Filgrastim*.
Jede Fertigspritze enthält 48 Mio.E. (entsprechend 480 µg) Filgrastim in 0,5 ml.
* mittels rekombinanter DNA-Technologie aus E. coli hergestellter rekombinanter methionylierterhumaner Granulozyten-koloniestimulierender Faktor (G-CSF).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJeder ml Lösung enthält 50 mg Sorbitol (E 420).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung oder Infusionslösung in einer Fertigspritze (zur Injektion oder Infusion)
Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
- Zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien sowie zur Verminderung der Häufigkeitneutropenischen Fiebers bei Patienten, die wegen einer malignen Erkrankung (außer chronischmyeloischer Leukämie und myelodysplastischem Syndrom) mit üblicher zytotoxischer
Chemotherapie behandelt werden, und zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien bei
Patienten, die eine myeloablative Behandlung mit anschließender Knochenmarktransplantationerhalten, bei denen ein erhöhtes Risiko einer verlängerten schweren Neutropenie besteht.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Filgrastim sind bei Erwachsenen und bei Kindern, die einezytotoxische Chemotherapie erhalten, vergleichbar.
- Mobilisierung peripherer Blutstammzellen (PBPCs).
- Bei Patienten, Kinder oder Erwachsene, mit schwerer kongenitaler, zyklischer oderidiopathischer Neutropenie mit einer Gesamtanzahl an neutrophilen Granulozyten (ANC) von≤ 0,5 × 109/l sowie einer Vorgeschichte von schwerwiegenden oder wiederkehrenden
Infektionen, ist die Langzeitbehandlung mit Filgrastim angezeigt, um die Anzahl vonneutrophilen Granulozyten zu erhöhen und die Häufigkeit und Dauer von infektionsbedingten
Symptomen zu vermindern.
- Behandlung von andauernder Neutropenie (ANC ≤ 1,0 × 109/l) bei Patienten mitfortgeschrittener HIV-Infektion zur Verminderung des Risikos bakterieller Infektionen, fallsandere Maßnahmen zur Behandlung der Neutropenie unzureichend sind.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Eine Therapie mit Filgrastim sollte nur in enger Zusammenarbeit mit einem onkologischen Zentrumdurchgeführt werden, das besondere Fachkenntnisse in der Therapie mit G-CSF und in der
Hämatologie besitzt und über entsprechende diagnostische Möglichkeiten verfügt. Die Mobilisierungund die Apherese-Prozesse sollten in Zusammenarbeit mit einem Onkologie-/Hämatologie-Zentrumerfolgen, das über angemessene Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt und in dem eine entsprechende
Kontrolle der Zellzahl hämatopoetischer Stammzellen durchgeführt werden kann.
Konventionelle zytotoxische ChemotherapieDosierungDie empfohlene Dosis von Filgrastim beträgt 0,5 Mio.E./kg/Tag (5 µg/kg/Tag). Die erste Dosis
Filgrastim sollte frühestens 24 Stunden nach der zytotoxischen Chemotherapie verabreicht werden.
In randomisierten klinischen Prüfungen wurde eine subkutane Dosis von 230 µg/m2/Tag(4,0 bis 8,4 µg/kg/Tag) verwendet.
Die tägliche Therapie mit Filgrastim sollte so lange erfolgen, bis die Anzahl der neutrophilen
Granulozyten nach dem tiefsten Absinken der Werte (Nadir) wieder den normalen Bereich erreicht hat.
Nach konventioneller Chemotherapie solider Tumore, Lymphome und lymphatischer Leukämie kannmit einer Behandlungsdauer von bis zu 14 Tagen bis zum Erreichen dieser Kriterien gerechnet werden.
Nach Induktions- und Konsolidierungstherapie einer akuten myeloischen Leukämie kann die
Behandlungsdauer erheblich länger sein (bis zu 38 Tage), abhängig von Art, Dosierung und
Behandlungsplan der verwendeten zytotoxischen Chemotherapie.
Bei Patienten, die eine zytotoxische Chemotherapie erhalten, wird eine vorübergehende Steigerung der
Anzahl neutrophiler Granulozyten typischerweise 1 - 2 Tage nach Beginn der Filgrastim-Behandlungbeobachtet. Zur Erzielung eines anhaltenden Therapieerfolges sollte Filgrastim jedoch nicht abgesetztwerden, bevor der nach einer Chemotherapie zu erwartende Nadir überwunden ist und die Anzahl derneutrophilen Granulozyten wieder im Normalbereich liegt. Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlungmit Filgrastim, d. h. noch vor Erreichen des Nadirs, wird nicht empfohlen.
Art der AnwendungFilgrastim kann als tägliche subkutane Injektion oder verdünnt in 5%iger Glucoselösung als täglicheintravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten gegeben werden (siehe Abschnitt 6.6). Inden meisten Fällen ist die subkutane Anwendung vorzuziehen. Eine Studie, in der Einzeldosen von
Filgrastim angewendet wurden, ergab Hinweise auf eine kürzere Wirkdauer bei intravenöser
Dosierung. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für die Mehrfachdosierung ist jedoch nichtgeklärt. Die Art der Anwendung sollte entsprechend der individuellen klinischen Umstände gewähltwerden.
Bei Patienten mit myeloablativer Behandlung und anschließender KnochenmarktransplantationDosierungDie empfohlene Anfangsdosis von Filgrastim beträgt 1,0 Mio.E./kg/Tag (10 µg/kg/Tag). Die erste
Behandlung mit Filgrastim sollte frühestens 24 Stunden nach der zytotoxischen Chemotherapie undfrühestens 24 Stunden nach der Knochenmarktransplantation erfolgen.
Nachdem die Anzahl der neutrophilen Granulozyten den Nadir durchschritten hat, sollte die
Tagesgabe von Filgrastim den Veränderungen im Blutbild wie folgt angepasst werden:
Anzahl neutrophiler Granulozyten Filgrastim Dosisanpassung> 1,0 × 109/l an 3 aufeinanderfolgenden Reduktion
Tagen auf 0,5 Mio.E./kg/Tag (5 µg/kg/Tag)
Danach, falls die ANC weitere 3 Tage> 1,0 × 109/l bleibt Filgrastim absetzen
Falls die ANC im Verlauf der Behandlung wieder auf < 1,0 × 109/l abfällt, sollte die
Filgrastim-Dosis wieder entsprechend der oben angegebenen Schritte erhöht werden.
ANC = Gesamtanzahl neutrophiler Granulozyten (absolute neutrophil count)
Art der AnwendungFilgrastim kann als intravenöse Infusion über 30 Minuten oder 24 Stunden oder als subkutane
Dauerinfusion über 24 Stunden verabreicht werden. Filgrastim sollte in 20 ml 5%iger Glucoselösungverdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6).
Zur Mobilisierung von PBPCs bei Patienten, die sich einer myelosuppressiven oder myeloablativen
Therapie mit nachfolgender Transplantation autologer PBPCs unterziehen
DosierungDie empfohlene Dosis von Filgrastim als Monotherapie zur Mobilisierung der PBPCsbeträgt 1,0 Mio.E./kg/Tag (10 µg/kg/Tag) an 5 - 7 aufeinanderfolgenden Tagen. Terminierung der
Leukapherese: Meist sind 1 oder 2 Leukapheresen an den Tagen 5 und 6 ausreichend. Unter
Umständen kann die Durchführung zusätzlicher Leukapheresen notwendig sein. Die Behandlung mit
Filgrastim sollte bis zur letzten Leukapherese beibehalten werden.
Die empfohlene Dosis von Filgrastim zur Mobilisierung der PBPCs nach vorangegangenermyelosuppressiver Chemotherapie beträgt 0,5 Mio.E./kg/Tag (5 µg/kg/Tag) vom ersten Tag nach
Abschluss der Chemotherapie und wird so lange fortgesetzt, bis der zu erwartende Nadirdurchschritten ist und die Anzahl der Neutrophilen wieder im normalen Bereich liegt. Leukapheresensollten während der Phase vorgenommen werden, in der die ANC von < 0,5 × 109/l auf > 5,0 × 109/lansteigt. Bei Patienten, die keine extensive Chemotherapie erhalten haben, ist eine einzelne
Leukapherese oft ausreichend. Unter Umständen wird die Durchführung zusätzlicher Leukapheresenempfohlen.
Art der AnwendungFilgrastim zur Mobilisierung von PBPCs als Monotherapie:
Filgrastim kann als subkutane Dauerinfusion über 24 Stunden oder als subkutane Injektion verabreichtwerden. Für Infusionen sollte Filgrastim in 20 ml 5%iger Glucoselösung verdünnt werden (siehe
Abschnitt 6.6).
Filgrastim zur Mobilisierung von PBPCs nach myelosuppressiver Chemotherapie:
Filgrastim sollte als subkutane Injektion verabreicht werden.
Zur Mobilisierung von PBPCs bei gesunden Spendern vor allogener PBPC-TransplantationDosierungZur Mobilisierung von PBPCs bei gesunden Spendern sollte Filgrastim in einer Dosisvon 1,0 Mio.E./kg/Tag (10 µg/kg/Tag) für 4 - 5 aufeinanderfolgende Tage angewendet werden.
Die Leukapherese sollte an Tag 5 begonnen und, falls notwendig, an Tag 6 fortgeführt werden,um 4 × 106 CD34+-Zellen/kg Körpergewicht des Empfängers zu gewinnen.
Art der AnwendungFilgrastim sollte als subkutane Injektion verabreicht werden.
Bei Patienten mit schwerer chronischer Neutropenie (SCN)DosierungKongenitale NeutropenieDie empfohlene Anfangsdosis beträgt 1,2 Mio.E./kg/Tag (12 µg/kg/Tag) als Einzeldosis oderaufgeteilt in mehrere Dosen.
Idiopathische oder zyklische NeutropenieDie empfohlene Anfangsdosis beträgt 0,5 Mio.E./kg/Tag (5 µg/kg/Tag) als Einzeldosis oder aufgeteiltin mehrere Dosen.
Einstellung der DosisFilgrastim sollte täglich als subkutane Injektion so lange angewendet werden, bis die Zahl derneutrophilen Granulozyten einen Wert von mehr als 1,5 × 109/l erreicht hat und auf diesem Niveaugehalten werden kann. Nach Erreichen dieser Neutrophilenzahl sollte die erforderliche minimale
Erhaltungsdosis ermittelt werden. Die tägliche Anwendung über längere Zeit ist erforderlich, um eineadäquate Anzahl der Neutrophilen aufrecht zu erhalten. Nach 1 - 2-wöchiger Behandlung kann die
Anfangsdosis je nach Ansprechen des Patienten verdoppelt oder halbiert werden. Anschließend kanndie Dosis alle 1 - 2 Wochen individuell angepasst werden, um die durchschnittliche Anzahl derneutrophilen Granulozyten zwischen 1,5 × 109/l und 10 × 109/l zu halten. Bei Patienten mit schweren
Infektionen kann eine schnellere Dosisanpassung erwogen werden. In klinischen Prüfungensprachen 97 % der Patienten auf Dosen ≤ 24 µg/kg/Tag vollständig an. Die Sicherheit einer
Langzeitbehandlung mit Filgrastim von Patienten mit SCN mit Dosen von mehr als 24 µg/kg/Tag istnicht geklärt.
Art der AnwendungKongenitale, idiopathische oder zyklische Neutropenie: Filgrastim sollte als subkutane Injektionverabreicht werden.
Bei Patienten mit HIV-InfektionDosierungZur Behandlung einer bestehenden NeutropenieDie empfohlene Anfangsdosis von Filgrastim beträgt 0,1 Mio.E./kg/Tag (1 µg/kg/Tag). Bis einnormaler Neutrophilenwert (ANC > 2,0 × 109/l) erreicht ist und auf diesem Niveau gehalten werdenkann, ist die Dosis schrittweise auf bis zu maximal 0,4 Mio.E./kg/Tag (4 µg/kg/Tag) zu erhöhen. Inklinischen Studien sprachen > 90 % der Patienten auf diese Dosierung an und erreichten im Medianinnerhalb von 2 Tagen einen normalen Neutrophilenwert.
Bei einer kleinen Patientengruppe (< 10 %) waren Dosen von biszu 1,0 Mio.E./kg/Tag (10 µg/kg/Tag) erforderlich, um die Neutropenie zu behandeln.
Zur Erhaltung normaler NeutrophilenwerteNach Behandlung der Neutropenie sollte die erforderliche minimale Erhaltungsdosis für einennormalen Neutrophilenwert ermittelt werden. Initial wird eine Dosisanpassung auf eine Gabevon 30 Mio.E./Tag (300 µg/Tag) an jedem 2. Tag empfohlen. Um den Neutrophilenwert bei> 2,0 × 109/l zu halten, können weitere Dosisanpassungen in Abhängigkeit von der ANC des Patientennotwendig sein. In klinischen Studien war eine Dosierung von je 30 Mio.E./Tag (300 µg/Tag)an 1 - 7 Tagen pro Woche erforderlich, um eine ANC von > 2,0 × 109/l beizubehalten, wobei diemediane Dosierungsfrequenz 3 Tage pro Woche betrug. Zur Erhaltung einer ANC von > 2,0 × 109/lkann eine Langzeitanwendung erforderlich sein.
Art der AnwendungBehandlung einer bestehenden Neutropenie oder Erhaltung normaler Neutrophilenwerte: Filgrastimsollte als subkutane Injektion verabreicht werden.
Ältere MenschenKlinische Studien zu Filgrastim schlossen eine geringe Zahl älterer Patienten ein, allerdings wurdenkeine speziellen Studien in dieser Altersgruppe durchgeführt. Daher können keine speziellen
Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
Eingeschränkte NierenfunktionStudien mit Filgrastim bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktionzeigten ein vergleichbares pharmakokinetisches und pharmakodynamisches Profil des Arzneimittels,wie es bei gesunden Probanden beobachtet wird. Unter diesen Umständen ist eine Dosisanpassungdaher nicht erforderlich.
Pädiatrische Anwendung bei SCN und Krebs65 % der im SCN-Studienprogramm behandelten Patienten waren unter 18 Jahre alt. Die Wirksamkeitin dieser Altersgruppe, zu der der Großteil der Patienten mit kongenitaler Neutropenie gehörte, waroffensichtlich. Für pädiatrische Patienten, die wegen SCN behandelt wurden, ergaben sich keine
Unterschiede im Sicherheitsprofil des Arzneimittels.
Daten aus klinischen Studien mit pädiatrischen Patienten zeigen, dass die Sicherheit und Wirksamkeitvon Filgrastim bei Erwachsenen und bei Kindern, die eine zytotoxische Chemotherapie erhalten,vergleichbar sind.
Die Dosierungsempfehlungen für pädiatrische Patienten sind dieselben wie für Erwachsene, die einemyelosuppressive zytotoxische Chemotherapie erhalten.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit von Granulozyten-koloniestimulierenden Faktoren (G-CSFs) zuverbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung desangewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Indikationsübergreifende besondere Warnhinweise und VorsichtsmaßnahmenÜberempfindlichkeitBei mit Filgrastim behandelten Patienten wurde Überempfindlichkeit, einschließlich anaphylaktischer
Reaktionen, zu Beginn oder im Verlauf der Behandlung berichtet. Bei Patienten mit klinischsignifikanter Überempfindlichkeit ist Zarzio dauerhaft abzusetzen. Zarzio darf Patienten mit
Überempfindlichkeit gegenüber Filgrastim oder Pegfilgrastim in der Anamnese nicht verabreichtwerden.
Pulmonale NebenwirkungenNach Gabe von G-CSFs wurde über pulmonale Nebenwirkungen, insbesondere interstitielle
Lungenerkrankung, berichtet. Das Risiko kann für Patienten mit einer kurz zurückliegenden
Vorgeschichte von Lungeninfiltraten oder Pneumonie höher sein. Das Auftreten pulmonaler
Beschwerden wie Husten, Fieber und Atemnot in Verbindung mit radiologischen Hinweisen aufpulmonale Infiltrate sowie die Verschlechterung der Lungenfunktion können erste Anzeichen für einakutes respiratorisches Distress-Syndrom (ARDS) sein. Filgrastim sollte in diesen Fällen abgesetztund eine angemessene Therapie eingeleitet werden.
GlomerulonephritisBei Patienten, die Filgrastim und Pegfilgrastim erhalten hatten, wurde über Glomerulonephritisberichtet. Für gewöhnlich klangen Fälle einer Glomerulonephritis nach Dosisreduktion oder Absetzenvon Filgrastim und Pegfilgrastim ab. Eine Überwachung mittels Urinanalysen wird empfohlen.
KapillarlecksyndromNach Anwendung von Granulozyten-koloniestimulierenden Faktoren wurde über
Kapillarlecksyndrom (capillary leak syndrome), welches lebensbedrohlich sein kann, wenn es zu spätbehandelt wird, berichtet, das durch Hypotonie, Hypoalbuminämie, Ödem und Hämokonzentrationcharakterisiert ist. Patienten, die Symptome des Kapillarlecksyndroms entwickeln, sollten engmaschigüberwacht werden und eine symptomatische Standardbehandlung erhalten, die die Notwendigkeiteiner Behandlung auf der Intensivstation einschließen kann (siehe Abschnitt 4.8).
Splenomegalie und MilzrupturNach Gabe von Filgrastim wurden bei Patienten und gesunden Spendern Splenomegalien, die im
Allgemeinen asymptomatisch verliefen, sowie Milzrupturen beschrieben. Einige Fälle der
Milzrupturen verliefen letal. Deshalb sollte die Größe der Milz sorgfältig überwacht werden (z. B.klinische Untersuchung, Ultraschall). Die Diagnose einer Milzruptur sollte bei Spendern und/oder
Patienten in Betracht gezogen werden, die über linksseitige Oberbauchschmerzen oder Schmerzen inder Schulterspitze berichten. Es wurde festgestellt, dass bei Patienten mit schwerer chronischer
Neutropenie eine Verringerung der Filgrastim-Dosis das Fortschreiten der Milzvergrößerungverlangsamte oder verhinderte. Bei 3 % der Patienten erwies sich eine Splenektomie als erforderlich.
Malignes ZellwachstumG-CSF können in vitro das Wachstum myeloischer Zellen fördern, und ähnliche Effekte lassen sichin vitro zum Teil auch an bestimmten nicht-myeloischen Zellen beobachten.
Myelodysplastisches Syndrom oder chronisch myeloische LeukämieDie Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Filgrastim bei Patienten mitmyelodysplastischem Syndrom oder chronisch myeloischer Leukämie sind nicht belegt. Filgrastim istnicht zur Anwendung bei diesen Erkrankungen indiziert. Daher sollte die Unterscheidung einer
Blastentransformation bei chronisch myeloischer Leukämie von einer akuten myeloischen Leukämiesehr sorgfältig vorgenommen werden.
Akute myeloische LeukämieAufgrund limitierter Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit sekundärer akutermyeloischer Leukämie (AML) sollte Filgrastim nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Sicherheitund Wirksamkeit der Anwendung von Filgrastim bei Patienten mit de novo AML < 55 Jahre mit guter
Zytogenetik [t(8;21), t(15;17) und inv(16)] sind nicht belegt.
ThrombozytopenieBei mit Filgrastim behandelten Patienten wurde Thrombozytopenie beobachtet. Die
Thrombozytenwerte sollten engmaschig überwacht werden, vor allem in den ersten Wochen der
Therapie mit Filgrastim. Eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung oder Herabsetzung der
Dosis von Filgrastim sollte bei Patienten mit schwerer chronischer Neutropenie in Betracht gezogenwerden, die eine Thrombozytopenie entwickeln (bei Thrombozytenwerten < 100 × 109/l).
LeukozytoseWährend der Behandlung mit Filgrastim in Dosen von mehr als 0,3 Mio.E./kg/Tag (3 µg/kg/Tag)wurde bei weniger als 5 % der Krebspatienten eine Anzahl weißer Blutzellen von 100 × 109/l undmehr beobachtet. Direkt mit einem solchen Grad der Leukozytose in Verbindung zu bringende
Nebenwirkungen sind nicht berichtet worden. Jedoch sollten während einer Therapie mit Filgrastimwegen der mit einer schweren Leukozytose verbundenen möglichen Risiken regelmäßige Kontrollender Leukozytenwerte erfolgen. Filgrastim sollte sofort abgesetzt werden, wenn die Leukozytenwertenach Durchschreiten des zu erwartenden Nadirs 50 × 109/l übersteigen. Im Rahmen der Gabe von
Filgrastim zur PBPC-Mobilisierung, sollte Filgrastim abgesetzt oder die Dosierung reduziert werden,wenn die Leukozytenzahl auf > 70 × 109/l steigt.
ImmunogenitätWie bei allen therapeutischen Proteinen besteht ein Potenzial für Immunogenität. Die Raten der
Bildung von Antikörpern gegen Filgrastim sind im Allgemeinen niedrig. Bindende Antikörper treten,wie bei allen Biologika zu erwarten, auf; allerdings wurden sie bisher nicht mit einer neutralisierenden
Wirkung assoziiert.
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit BegleiterkrankungenBesondere Vorsichtsmaßnahmen bei Sichelzellanlage und SichelzellanämieBei der Anwendung von Filgrastim wurde bei Patienten mit Sichelzellanlage oder Sichelzellanämieüber Sichelzellkrisen berichtet. Einige dieser Fälle verliefen letal. Daher sollten Ärzte bei der
Verschreibung von Filgrastim bei Patienten mit Sichelzellanlage oder Sichelzellanämie Vorsichtwalten lassen.
OsteoporoseBei Patienten mit vorbestehender Osteoporose wird eine Überwachung der Knochendichte empfohlen,wenn die Behandlung mit Filgrastim länger als 6 Monate dauert.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei onkologischen PatientenFilgrastim sollte nicht angewendet werden, um die Dosis der zytotoxischen Chemotherapeutika überdas empfohlene Dosierungsschema zu erhöhen.
Risiken bei hochdosierter ChemotherapieBesondere Vorsicht sollte bei der Behandlung von Patienten mit hochdosierter Chemotherapieangewendet werden, da zum Einen ein verbessertes Ansprechen von Tumoren auf eine solche
Behandlung bis jetzt nicht nachgewiesen werden konnte, andererseits hohe Dosen an
Chemotherapeutika zu verstärkten toxischen Wirkungen, einschließlich kardialen, pulmonalen,neurologischen und dermatologischen Wirkungen führen können (vgl. hierzu auch die
Fachinformation der jeweils verwendeten Chemotherapeutika).
Auswirkungen einer Chemotherapie auf die Erythrozyten und ThrombozytenDas Auftreten einer durch myelosuppressive Chemotherapie bedingten Thrombozytopenie und
Anämie kann durch eine Behandlung mit Filgrastim allein nicht verhindert werden. Wegen der
Möglichkeit, dass der Patient mit höheren Dosen an Chemotherapeutika behandelt wird (z. B. durch
Dosen in voller Höhe entsprechend dem verschriebenen Dosierungsschema), kann für ihn ein höheres
Risiko für eine Thrombozytopenie und Anämie bestehen. Daher wird eine regelmäßige Überwachungder Thrombozytenwerte und des Hämatokrits empfohlen. Mit besonderer Sorgfalt sollte bei
Verabreichung von Chemotherapeutika, ob als Einzel- oder Kombinationstherapie, vorgegangenwerden, die bekanntermaßen schwere Thrombozytopenien hervorrufen können.
Es konnte gezeigt werden, dass die Verwendung von durch Filgrastim mobilisierten PBPCs den
Schweregrad und die Dauer von Thrombozytopenien nach myelosuppressiver oder myeloablativer
Chemotherapie verringert.
Myelodysplastisches Syndrom und akute myeloische Leukämie bei Patienten mit Brust- und
Lungenkrebs
In der Beobachtungsstudie nach der Markteinführung wurde das Auftreten von Myelodysplastischem
Syndrom (MDS) und akuter myeloischer Leukämie (AML) mit der Pegfilgrastim-Anwendung, einemalternativen G-CSF-Arzneimittel, in Kombination mit Chemotherapie und/oder Strahlentherapie bei
Patienten mit Brust- oder Lungenkrebs in Zusammenhang gebracht. Ein ähnlicher Zusammenhangzwischen Filgrastim und MDS/AML wurde nicht beobachtet. Dennoch sollten Patienten mit Brust-oder Lungenkrebs auf Anzeichen und Symptome von MDS/AML überwacht werden.
Weitere besondere VorsichtsmaßnahmenDie Wirkung von Filgrastim bei Patienten mit wesentlich verminderter Anzahl myeloischer
Stammzellen ist noch nicht untersucht worden. Da Filgrastim hauptsächlich auf die neutrophilen
Vorläuferzellen wirkt, mit entsprechender Erhöhung der Neutrophilenwerte im Blut, kann das
Ansprechen der Neutrophilen bei Patienten mit geringer Menge an Vorläuferzellen vermindert sein(z. B. bei solchen, die mit extensiver Radio- oder Chemotherapie behandelt wurden oder bei einer
Tumorinfiltration des Knochenmarks).
Gefäßerkrankungen einschließlich Venenverschlusskrankheit und Flüssigkeitsverschiebungen sindgelegentlich bei Patienten unter Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantationbeobachtet worden.
Bei Patienten, die G-CSF nach einer allogenen Knochenmarktransplantation erhalten hatten, wurdeüber Graft-versus-Host-Reaktionen (GvHD) und Todesfälle berichtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Eine erhöhte hämatopoetische Aktivität des Knochenmarks als Antwort auf eine Therapie mit
Wachstumsfaktoren wurde mit vorübergehenden auffälligen Befunden in den Darstellungen der
Knochen mittels bildgebender Verfahren in Verbindung gebracht. Dies sollte bei der Interpretation der
Ergebnisse von Darstellungen der Knochen mittels bildgebender Verfahren berücksichtigt werden.
Nach der Anwendung von G-CSF wurde bei gesunden Probanden und bei Krebspatienten Aortitisberichtet. Zu den Symptomen, die auftraten, zählten Fieber, abdominale Schmerzen, Unwohlsein,
Rückenschmerzen und erhöhte Entzündungsmarker (z. B. C-reaktives Protein und Anzahl weißer
Blutkörperchen). In den meisten Fällen wurde die Aortitis durch CT-Scan diagnostiziert und klangnach Absetzen von G-CSF im Allgemeinen wieder ab. Siehe auch Abschnitt 4.8.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Patienten, die sich einer PBPC-Mobilisierung unterziehenMobilisierungEs gibt innerhalb desselben Patientenkollektivs keine prospektiv randomisierten
Vergleichsuntersuchungen der beiden empfohlenen Methoden zur Mobilisierung peripherer
Stammzellen (Filgrastim allein oder in Kombination mit myelosuppressiver Chemotherapie). Der
Grad der Unterschiede zwischen einzelnen Patienten und zwischen den Laborbestimmungen der
CD34+-Zellmengen erschwert einen direkten Vergleich zwischen unterschiedlichen Studien. Da es ausdiesem Grund schwierig ist, eine optimale Methode zu empfehlen, sollte die Wahl der geeigneten
Mobilisierungsmethode jeweils unter Berücksichtigung der Gesamtbehandlungsziele für den einzelnen
Patienten erfolgen.
Vorangegangene Behandlung mit zellschädigenden SubstanzenBei Patienten, die zuvor sehr extensiv mit myelosuppressiver Therapie behandelt wurden, kann esvorkommen, dass die Mobilisierung der PBPCs nicht ausreicht, um die empfohlene Minimalanzahl(≥ 2,0 × 106 CD34+-Zellen/kg) zu erzielen oder die Beschleunigung der Thrombozytenregenerationweniger stark ausgeprägt ist.
Einige zytotoxische Substanzen weisen eine besondere Toxizität auf die Blutstammzellen auf undkönnen die Mobilisierung dieser Zellen negativ beeinflussen. Werden vor der beabsichtigten
Mobilisierung der Stammzellen über längere Zeit Substanzen wie Melphalan, Carmustin (BCNU) und
Carboplatin eingesetzt, so können diese die Ausbeute an Stammzellen vermindern. Dagegen hat sichdie Gabe von Melphalan, Carboplatin oder BCNU in Kombination mit Filgrastim als förderlich für die
Mobilisierung der Stammzellen erwiesen. Ist die Transplantation peripherer Blutstammzellenbeabsichtigt, so sollte die Mobilisierung der Stammzellen in einer frühen Behandlungsphase des
Patienten erfolgen. Bei solchermaßen behandelten Patienten sollte die Anzahl mobilisierter
Stammzellen vor Durchführung einer hochdosierten Chemotherapie besonders beachtet werden. Wenndie Ausbeuten den oben ausgeführten Kriterien zufolge nicht ausreichend sind, so sollten alternative
Behandlungsformen in Erwägung gezogen werden, bei denen der Einsatz von Blutstammzellen nichterforderlich ist.
Überprüfung der Ausbeute an ProgenitorzellenBei der quantitativen Bestimmung der Progenitorzellen von mit Filgrastim behandelten Patientensollte besondere Aufmerksamkeit auf die zu verwendende Methode gelegt werden. Die Ergebnisseder CD34+-Zellzahlbestimmung mittels Durchflusszytometrie hängen von der Genauigkeit derverwendeten Methodik ab. Empfehlungen von Zahlen, die auf den Untersuchungen anderer
Laboratorien basieren, sollten mit Vorsicht interpretiert werden.
Statistische Auswertungen weisen auf eine zwar komplexe, jedoch in gleichbleibendem Verhältniszueinander stehende Wechselbeziehung zwischen der Anzahl reinfundierter CD34+-Zellen und der
Plättchenregenerationsrate nach hochdosierter Chemotherapie hin.
Die Empfehlung einer Minimalanzahl von ≥ 2,0 × 106 CD34+-Zellen/kg basiert auf veröffentlichten
Erfahrungswerten, die zu einer angemessenen hämatologischen Regeneration führten. Darüberhinausgehende Mengen scheinen mit einer schnelleren Erholung, geringere Mengen mit einerlangsameren Erholung zu korrelieren.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei gesunden Spendern, die sich einer PBPC-Mobilisierungunterziehen
Die Mobilisierung von PBPCs bietet keinen direkten klinischen Nutzen für gesunde Spender undsollte nur zum Zweck allogener Stammzelltransplantation in Erwägung gezogen werden.
Die Mobilisierung von PBPCs sollte nur bei Spendern in Betracht gezogen werden, die normale
Einschlusskriterien bezüglich klinischer Daten und Laborwerte für die Stammzellspende erfüllen,wobei auf Blutbild und Infektionskrankheiten besonders zu achten ist.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Filgrastim wurde bei gesunden Spendern < 16 Jahren oder> 60 Jahre nicht untersucht.
Bei 35 % der untersuchten Spender wurde nach Filgrastimapplikation und Leukapherese einevorübergehende Thrombozytopenie (Thrombozytenwerte < 100 × 109/l) beobachtet. Aus dieser
Gruppe wurden zwei Fälle von Thrombozytenwerten < 50 × 109/l berichtet, welche dem
Leukaphereseverfahren zugeschrieben wurden.
Wenn mehr als eine Leukapherese durchgeführt werden muss, sollten Spender mit
Thrombozytenwerten < 100 × 109/l vor Leukapherese besonders engmaschig kontrolliert werden; im
Allgemeinen sollte bei Thrombozytenwerten < 75 × 109/l keine Apherese durchgeführt werden.
Bei Spendern, die mit Antikoagulanzien behandelt werden oder die bekannte Störungen der
Hämostase haben, sollte keine Leukapherese durchgeführt werden.
Spender, die G-CSFs zur Mobilisierung von PBPCs erhalten, sollten bis zur Normalisierung der
Blutwerte beobachtet werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Empfängern allogener, durch Filgrastim mobilisierter PBPCsDerzeitige Daten weisen darauf hin, dass immunologische Wechselwirkungen zwischen demallogenen PBPC-Transplantat und dem Empfänger, im Vergleich zu einer
Knochenmarktransplantation, mit einem erhöhten Risiko einer akuten und chronischen GvHD in
Verbindung stehen können.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei SCN-PatientenFilgrastim sollte nicht angewendet werden bei Patienten mit schwerer kongenitaler Neutropenie, diean Leukämie erkranken oder bei denen Anzeichen einer leukämischen Entwicklung vorliegen.
BlutbildAndere Blutbildveränderungen, einschließlich Anämie und vorübergehender Anstieg von myeloiden
Vorläuferzellen, können auftreten und erfordern sorgfältige Blutbildkontrollen.
Übergang in Leukämie oder myelodysplastisches SyndromBesondere Sorgfalt sollte der Differentialdiagnostik der SCN gelten, um sie von anderenhämatopoetischen Erkrankungen wie aplastischer Anämie, Myelodysplasie und myeloischer Leukämiezu unterscheiden. Das komplette Blutbild mit Differentialblutbild einschließlich Thrombozyten sowie
Knochenmark-Morphologie und Karyogramm sollten vor der Behandlung kontrolliert werden.
Bei einer geringen Anzahl (ca. 3 %) der Patienten mit SCN, die in klinischen Prüfungen mit Filgrastimbehandelt wurden, traten myelodysplastische Syndrome (MDS) oder Leukämien auf. Diese
Beobachtung erfolgte jedoch nur bei Patienten mit kongenitaler Neutropenie. MDS und Leukämiensind natürliche Komplikationen der Erkrankung. Ein Zusammenhang mit der Behandlung mit
Filgrastim ist unsicher. Ein Kollektiv von ca. 12 % der Patienten, die bei einer zytogenetischen
Untersuchung am Studienbeginn normale Werte aufwiesen, zeigte bei einer routinemäßigen
Wiederholung der Untersuchung Abnormalitäten, einschließlich einer Monosomie 7. Es ist derzeitnicht bekannt, ob eine Langzeitbehandlung von Patienten mit SCN das Auftreten von zytogenetischen
Abnormalitäten oder MDS oder den Übergang der Krankheit in eine Leukämie begünstigt. Es wirdempfohlen, bei diesen Patienten in regelmäßigen Zeitabständen (ungefähr alle 12 Monate)morphologische und zytogenetische Untersuchungen des Knochenmarks durchzuführen.
Weitere besondere VorsichtsmaßnahmenFälle von vorübergehender Neutropenie, wie z. B. virale Infektionen, sollten ausgeschlossen werden.
Hämaturie trat häufig auf, Proteinurie bei einer geringen Anzahl Patienten. Der Harn sollte regelmäßiguntersucht werden, um diese Ereignisse zu überwachen.
Erfahrungen über Sicherheit und Wirksamkeit bei Neugeborenen und bei Patienten mit
Autoimmun-Neutropenie liegen nicht vor.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Patienten mit HIV-InfektionBlutbildDie Gesamtanzahl neutrophiler Granulozyten (ANC) sollte engmaschig überwacht werden, vor allemin den ersten Wochen der Therapie mit Filgrastim. Einige Patienten können auf die Anfangsdosen von
Filgrastim sehr schnell und mit einem erheblichen Anstieg der Neutrophilenzahl reagieren. Es wirdempfohlen, die ANC während der ersten 2-3 Tage der Anwendung von Filgrastim täglich zubestimmen. Danach wird empfohlen, die Neutrophilenzahl während der ersten beiden Wochenmindestens zweimal pro Woche und während der darauffolgenden Erhaltungstherapie wöchentlichoder zweiwöchentlich zu kontrollieren. Während der intermittierenden Anwendungvon 30 Mio.E./Tag (300 µg/Tag) Filgrastim können große Schwankungen der ANC auftreten. Um denjeweils tiefsten ANC-Wert oder Nadir eines Patienten zu bestimmen, wird empfohlen, die Blutprobenzur Bestimmung der ANC unmittelbar vor der geplanten Gabe von Filgrastim zu entnehmen.
Risiken bei Anwendung von erhöhten Dosen myelosuppressiver ArzneimittelDie Behandlung mit Filgrastim allein schließt das Auftreten von Thrombozytopenie und Anämie als
Folge einer myelosuppressiven Therapie nicht aus. Aufgrund der Möglichkeit, bei Anwendung von
Filgrastim höhere Dosen oder eine größere Anzahl von myelosuppressiven Arzneimitteln geben zukönnen, kann für die so behandelten Patienten ein erhöhtes Risiko der Entwicklung von
Thrombozytopenie und Anämie bestehen. Regelmäßige Blutbildkontrollen werden empfohlen (sieheoben).
Infektionen und maligne Erkrankungen, die eine Myelosuppression verursachen könnenNeutropenien können auch eine Folge von knochenmarkinfiltrierenden opportunistischen Infektionen,wie Mycobacterium avium-Komplex, oder von malignen Erkrankungen, wie Lymphomen, sein.
Bei Patienten mit bekannter knochenmarkinfiltrierender Infektion oder maligner Erkrankung sollte,zusätzlich zur Anwendung von Filgrastim zur Behandlung der Neutropenie, eine geeignete Therapieder Grunderkrankung bedacht werden. Der Einfluss von Filgrastim auf Neutropenien, die durchknochenmarkinfiltrierende Infektionen oder maligne Erkrankungen bedingt sind, ist nichtabschließend geklärt.
Sonstige BestandteileZarzio enthält Sorbitol (E 420). Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses
Arzneimittel nicht erhalten, es sei denn, es ist zwingend erforderlich.
Bei Babies und Kleinkindern (unter 2 Jahren) wurde eine hereditäre Fructoseintoleranz (HFI)möglicherweise noch nicht diagnostiziert. Intravenös angewendete Arzneimittel (die Fructoseenthalten) können lebensbedrohlich sein und sind bei dieser Personengruppe kontraindiziert, es seidenn, es besteht eine zwingende klinische Notwendigkeit und es sind keine Alternativen verfügbar.
Vor Anwendung dieses Arzneimittels ist bei jedem Patienten eine detaillierte Anamnese im Hinblickauf Symptome einer HFI zu erheben.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Sicherheit und Wirksamkeit einer Gabe von Filgrastim und myelosuppressiven zytotoxischen
Chemotherapeutika am selben Tage sind nicht endgültig belegt. Wegen der Empfindlichkeit von sichschnell teilenden myeloischen Zellen gegenüber einer myelosuppressiven zytotoxischen
Chemotherapie sollte Filgrastim innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden vor bis 24 Stunden nacheiner entsprechenden Chemotherapie nicht angewendet werden. Vorläufige Ergebnisse bei einergeringen Anzahl Patienten, die gleichzeitig Filgrastim und 5-Fluorouracil erhielten, deuten darauf hin,dass das Ausmaß einer Neutropenie verstärkt werden kann.
Möglicherweise auftretende Wechselwirkungen mit anderen hämatopoetischen Wachstumsfaktorenund Zytokinen sind im Rahmen klinischer Prüfungen bisher nicht untersucht worden.
Da Lithium die Freisetzung von neutrophilen Granulozyten fördert, potenziert Lithium wahrscheinlichden Effekt von Filgrastim. Obwohl diese Wechselwirkung nicht direkt untersucht wurde, gibt es keine
Hinweise auf eine Gefährdung durch diese Wechselwirkung.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Filgrastim bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Es wurde beieinem hohen Mehrfachen der klinischen Exposition und mit gleichzeitig vorliegender maternaler
Toxizität eine erhöhte Inzidenz einer Embryo-Letalität bei Kaninchen beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Es gibt Literaturberichte, in welchen die Plazentagängigkeit von Filgrastim bei Schwangerennachgewiesen werden konnte.
Die Anwendung von Zarzio während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Filgrastim/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Zarzio verzichtet werdensoll/die Behandlung mit Zarzio zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das
Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätFilgrastim zeigte keinen Einfluss auf die Reproduktionsfähigkeit oder Fertilität männlicher oderweiblicher Ratten (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenFilgrastim kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Nach der Anwendung von Filgrastim kann Schwindelgefühl auftreten (siehe
Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
a. Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie schwerwiegendsten Nebenwirkungen, die während der Behandlung mit Filgrastim auftretenkönnen, sind unter anderem: anaphylaktische Reaktion, schwerwiegende pulmonale Nebenwirkungen(einschließlich interstitieller Pneumonie und ARDS), Kapillarlecksyndrom, schwere
Splenomegalie/Milzruptur, Übergang in myeodysplastisches Syndrom oder Leukämie bei SCN-
Patienten, GvHD bei Patienten, die eine allogene Knochenmarktransplantation oder eine
Transplantation von Progenitorzellen aus dem peripheren Blut erhalten haben, sowie Sichelzellkrisebei Patienten mit Sichelzellanämie.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Pyrexie, Schmerzen des Bewegungsapparates(dies beinhaltet Knochenschmerzen, Rückenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Schmerz in einer
Extremität, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Brustschmerzen die Skelettmuskulaturbetreffend, Nackenschmerzen), Anämie, Erbrechen und Übelkeit. In klinischen Studien bei Patientenmit Krebserkrankung waren Schmerzen des Bewegungsapparates bei 10 % leicht bis mäßig und bei3 % der Patienten stark ausgeprägt.
b. Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie Angaben in der nachstehenden Tabelle beziehen sich auf Meldungen von Nebenwirkungen ausklinischen Studien und der Anwendungsbeobachtung. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Systemorganklasse Nebenwirkungengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten(≥ 1/10) (≥ 1/100, (≥ 1/1 000, < 1/100) (≥ 1/10 000,< 1/10) < 1/1 000)
Infektionen und Sepsisparasitäre Bronchitis
Erkrankungen Infektion deroberen
Atemwege
Harnwegs-infektion
Erkrankungen des Thrombozyto- Spleno- Leukozytosea Milzruptura
Blutes und des penie megaliea Sichelzellanämie mit
Lymphsystems Anämiee Hämoglobin Kriseerniedrigte Extramedulläre
Hämatopoese
Erkrankungen des Überempfindlichkeit Anaphylaktische
Immunsystems Arzneimittel- Reaktionüberempfindlichkeita
Graft-versus-
Host-Reaktionb
Stoffwechsel- und Appetit- Hyperurikämie Glukose im Blut
Ernährungs- losigkeite Harnsäure im Blut erniedrigtstörungen Laktatde- erhöht Pseudogichtahydrogenase (Pyrophosphat-im Blut Chondrocalcinose,erhöht Pyrophosphat)
Flüssigkeitsverschie-bungen
Psychiatrische Schlaflosig-
Erkrankungen keit
Systemorganklasse Nebenwirkungengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten(≥ 1/10) (≥ 1/100, (≥ 1/1 000, < 1/100) (≥ 1/10 000,< 1/10) < 1/1 000)
Erkrankungen des Kopfschmerzena Schwindel
Nervensystems Hypoästhesie
Parästhesie
Gefäß- Hypertonie Venenver- Kapillarlecksyn-erkrankungen Hypotonie schlusskrankheitd droma
Aortitis
Erkrankungen der Hämoptyse Akutes Atemnot-
Atemwege, des Dyspnoe syndroma
Brustraums und Hustena Ateminsuffizienza
Mediastinums Oropharyn- Lungenödemageale Lungenblutung
Schmerzena, e Interstitielle
Epistaxis Lungenerkrankunga
Lungeninfiltrationa
Hypoxie
Erkrankungen des Diarrhöa, e Mund-
Gastrointestinal- Erbrechena, e schmerzentrakts Übelkeita Obstipatione
Leber- und Gallen- Hepato- Aspartatamino-erkrankungen megalie transferase erhöht
Alkalische Gamma-Glutamyl-
Phosphatase transferase erhöhtim Bluterhöht
Erkrankungen der Alopeziea Exanthema Makulopapulöses Kutane Vaskulitisa
Haut und des Erythem Exanthem Sweet-Syndrom
Unterhautgewebes (akute febrileneutrophile
Dermatose)
Skelett- Schmerzen des Muskel- Osteoporose Knochendichtemuskulatur-, Bewegungs- spasmen erniedrigt
Bindegewebs- und apparatesc Verschlechterung
Knochenerkran- einer bestehendenkungen rheumatoiden
Arthritis
Erkrankungen der Dysurie Proteinurie Glomerulonephritis
Nieren und Harn- Hämaturie Miktionsstörungenwege
Allgemeine Müdigkeita Schmerzen Reaktion an der
Erkrankungen und Schleimhautent- im Injektionsstelle
Beschwerden am zündunga Brustrauma
Verabreichungsort Pyrexie Schmerzena
Astheniea
Unwohlseine
Peripheres
Ödeme
Systemorganklasse Nebenwirkungengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten(≥ 1/10) (≥ 1/100, (≥ 1/1 000, < 1/100) (≥ 1/10 000,< 1/10) < 1/1 000)
Verletzung, Transfu-
Vergiftung und sionsreaktiondurch Eingriffe ebedingte
Komplikationena Siehe Abschnitt c (Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen)b Bei Patienten, die eine allogene Knochenmarktransplantation erhalten hatten, wurde über GvHD und
Todesfälle berichtet (siehe Abschnitt c).c z. B. Knochenschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen,
Gliederschmerzen, muskuloskelettale Schmerzen, muskuloskelettale Schmerzen im Brustraum,
Nackenschmerzend Fälle wurden nach der Markteinführung bei Patienten mit Knochenmarktransplantation oder
Mobilisierung peripherer Blutstammzellen beobachtet.e Unerwünschte Ereignisse mit höherer Inzidenz bei Filgrastim-Patienten im Vergleich zu Placebo undassoziiert mit den Folgeerscheinungen des zugrunde liegenden Malignoms oder der zytotoxischen
Chemotherapie
c. Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜberempfindlichkeitUnter Erst- oder Folgebehandlung mit Filgrastim sind in klinischen Studien und nach der
Markteinführung Reaktionen vom Überempfindlichkeitstyp gemeldet worden, darunter Anaphylaxie,
Exanthem, Urtikaria, Angioödem, Dyspnoe und Hypotonie. Im Allgemeinen waren die Berichte nachi.v. Gabe häufiger. In einigen Fällen traten diese Symptome bei erneuter Anwendung wieder auf, wasauf einen kausalen Zusammenhang hindeutet. Bei Patienten, die eine schwerwiegende allergische
Reaktion auf Filgrastim zeigen, ist das Arzneimittel dauerhaft abzusetzen.
Pulmonale NebenwirkungenIn klinischen Studien und nach der Markteinführung sind pulmonale Nebenwirkungen aufgetreten,darunter interstitielle Lungenerkrankung, Lungenödem und Lungeninfiltration, in einigen Fällen mit
Ateminsuffizienz oder akutem Atemnotsyndrom (ARDS) mit potenziell tödlichem Ausgang imweiteren Verlauf (siehe Abschnitt 4.4).
Splenomegalie und MilzrupturNach Gabe von Filgrastim wurden Fälle von Splenomegalien und Milzrupturen beschrieben. Einige
Fälle der Milzrupturen verliefen letal (siehe Abschnitt 4.4).
KapillarlecksyndromEs wurde nach Anwendung von Granulozyten-koloniestimulierenden Faktoren über Fälle von
Kapillarlecksyndrom berichtet. Diese sind im Allgemeinen aufgetreten bei Patienten mitfortgeschrittenen malignen Erkrankungen, bei Sepsis, bei Patienten, die mehrere chemotherapeutische
Behandlungen erhalten oder sich einer Apherese unterzogen haben (siehe Abschnitt 4.4).
Kutane VaskulitisBei Patienten, die mit Filgrastim behandelt wurden, ist kutane Vaskulitis beobachtet worden. Der
Mechanismus von Vaskulitis bei Patienten, die Filgrastim erhielten, ist unbekannt. Unter
Langzeitanwendung bei SCN trat bei 2 % der Patienten eine kutane Vaskulitis auf.
LeukozytoseLeukozytose (Leukozytenzahl > 50 × 109/l) trat bei 41 % der gesunden Spender auf, vorübergehende
Thrombozytopenie (Thrombozytenzahl < 100 × 109/l) nach Filgrastim und Leukapherese bei 35 % der
Spender (siehe Abschnitt 4.4).
Sweet-SyndromFälle von Sweet-Syndrom (akute febrile neutrophile Dermatose) sind bei mit Filgrastim behandelten
Patienten gemeldet worden.
Pseudogicht (Pyrophosphat-Chondrocalcinose)Bei Krebspatienten, die mit Filgrastim behandelt wurden, sind Fälle von Pseudogicht (Pyrophosphat-
Chondrocalcinose) gemeldet worden.
GvHDBei Patienten, die G-CSF nach einer allogenen Knochenmarktransplantation erhalten hatten, wurdeüber Graft-versus-Host-Reaktionen (GvHD) und Todesfälle berichtet (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
d. Kinder und JugendlicheDie Ergebnisse klinischer Studien bei Kindern und Jugendlichen deuten darauf hin, dass die Sicherheitund Wirksamkeit von Filgrastim bei Kindern und Jugendlichen unter zytotoxischer Chemotherapievergleichbar sind wie bei Erwachsenen und dass somit keine altersspezifischen Unterschiede in der
Pharmakokinetik von Filgrastim bestehen. Die einzige durchgängig gemeldete Nebenwirkung waren
Schmerzen des Bewegungsapparates, was sich mit der Erfahrung bei der erwachsenen Populationdeckt.
Zur weitergehenden Beurteilung der Anwendung von Filgrastim bei Kindern und Jugendlichen liegenkeine ausreichenden Daten vor.
e. Sonstige besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs wurden keine generellen Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit zwischen
Studienteilnehmern über 65 Jahre und jüngeren Erwachsenen (> 18 Jahre) unter zytotoxischer
Chemotherapie beobachtet, und auch die klinische Erfahrung hat keinen Hinweis auf solche
Unterschiede ergeben. Zur Beurteilung der Anwendung von Filgrastim bei älteren Patienten in denanderen zugelassenen Indikationen von Filgrastim liegen keine ausreichenden Daten vor.
Kinder und Jugendliche mit SCNBei Kindern und Jugendlichen mit schwerer chronischer Neutropenie, die eine Langzeitbehandlungmit Filgrastim erhielten, wurden Fälle von verminderter Knochendichte und Osteoporose gemeldet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Auswirkungen einer Überdosierung von Filgrastim sind nicht bekannt. Das Absetzen der
Filgrastimtherapie bewirkt in der Regel einen Rückgang der zirkulierenden neutrophilen Granulozytenum 50 % in 1-2 Tagen und die Rückkehr auf normale Werte in 1-7 Tagen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunstimulanzien, koloniestimulierende Faktoren, ATC-Code:
L03AA02
Zarzio ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlichen einembereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.
Der humane G-CSF ist ein Glykoprotein, das die Entstehung funktionsfähiger neutrophiler
Granulozyten und deren Freisetzung aus dem Knochenmark reguliert. Zarzio, das r-metHuG-CSF(Filgrastim) enthält, führt innerhalb von 24 Stunden nach Anwendung zu einer deutlichen Steigerungder Anzahl neutrophiler Granulozyten im peripheren Blut, begleitet von gering ausgeprägter Erhöhungder Anzahl von Monozyten. Bei manchen SCN-Patienten kann Filgrastim einen geringen Anstieg der
Anzahl der zirkulierenden Eosinophilen und Basophilen gegenüber den Ausgangswerten bewirken;einige dieser Patienten können bereits vor der Behandlung Eosinophilie oder Basophilie aufweisen.
Die Erhöhung der Neutrophilenspiegel ist im empfohlenen Dosierungsbereich dosisabhängig. Wie in
Versuchen gezeigt werden konnte, verfügen die als Reaktion auf eine Behandlung mit Filgrastimproduzierten Neutrophilen über normale bis erhöhte chemotaktische und phagozytotische
Eigenschaften. Nach Beendigung der Behandlung mit Filgrastim fallen die Neutrophilen-Spiegel im
Blut binnen 1-2 Tagen wieder auf ca. die Hälfte ab und erreichen innerhalb von 1-7 Tagen normale
Werte.
Die Anwendung von Filgrastim bei Patienten, bei denen eine zytotoxische Chemotherapiedurchgeführt wird, führt zu einer signifikanten Verringerung von Auftreten, Schweregrad und Dauereiner Neutropenie und des neutropenischen Fiebers. Die Behandlung mit Filgrastim verringertsignifikant die Dauer neutropenischen Fiebers, den Antibiotikaeinsatz und die Hospitalisierung nach
Induktionschemotherapie bei akuter myeloischer Leukämie oder myeloablativer Therapie mitnachfolgender Knochenmarktransplantation. Die Häufigkeit von Fieber und nachgewiesener
Infektionen war in beiden Fällen nicht herabgesetzt. Die Fieberdauer war bei Patienten nachmyeloablativer Therapie mit anschließender Knochenmarktransplantation nicht reduziert.
Die Anwendung von Filgrastim, entweder als Monotherapie oder nach vorausgehender Chemotherapie,führt zur Mobilisierung hämatopoetischer Progenitorzellen in das periphere Blut. Diese autologen
PBPCs können aus dem Blut gewonnen und nach einer hochdosierten zytotoxischen Chemotherapieentweder anstelle von oder zusätzlich zu einer Knochenmarktransplantation wieder reinfundiertwerden. Die Infusion von PBPCs beschleunigt die Regeneration des blutbildenden Systems undverkürzt damit die Risikozeit hämorrhagischer Komplikationen und verringert die Notwendigkeit von
Thrombozytentransfusionen.
Empfänger allogener, durch Filgrastim mobilisierter PBPCs zeigten im Vergleich zur allogenen
Knochenmarktransplantation eine signifikant schnellere hämatologische Regeneration, was zu einerdeutlichen Verkürzung der natürlichen Thrombozytenregeneration führt.
Eine retrospektive europäische Studie untersuchte die Anwendung von G-CSF nach allogener
Knochenmarktransplantation bei Patienten mit akuter Leukämie. Diese Studie wies darauf hin, dassbei der Anwendung von G-CSF eine Erhöhung des Risikos von GvHD, behandlungsbedingter
Mortalität (TRM) und Mortalität vorliegt. Bei einer separaten retrospektiven internationalen Studie bei
Patienten mit akuter und chronischer-myeloischer Leukämie wurde kein Einfluss auf GvHD, TRMund Mortalität beobachtet. Eine Metaanalyse von allogenen Transplantationsstudien, die Ergebnisseaus 9 prospektiven randomisierten Studien, 8 retrospektiven Studien und einer Fall-kontrollierten
Studie beinhaltete, zeigte keinen Einfluss auf das Risiko bezüglich akuter GvHD, chronischer GvHDoder frühzeitiger behandlungsbedingter Mortalität.
Relatives Risiko (95 %-KI) für GvHD und TRMnach Behandlung mit G-CSF nach Knochenmarktransplantation
Publikation Zeitraum der
Studie N Akute Grad Chronische
II - IV GvHD GvHD TRM
Metaanalyse 1,08 1,02 0,70(2003) 1986 - 2001a 1 198 (0,87; 1,33) (0,82; 1,26) (0,38; 1,31)
Europäischeretrospektive 1,33 1,29 1,73
Studie (2004) 1992 - 2002b 1 789 (1,08; 1,64) (1,02; 1,61) (1,30; 2,32)
Internationaleretrospektive 1,11 1,10 1,26
Studie (2006) 1995 - 2000b 2 110 (0,86; 1,42) (0,86; 1,39) (0,95; 1,67)a Die Analyse beinhaltete Studien, bei denen während dieser Zeit Knochenmarktransplantationeneingeschlossen waren; einige Studien verwendeten GM-CSFb Die Analyse beinhaltete Patienten, die in diesem Zeitraum eine Knochenmarktransplantation erhaltenhatten
Anwendung von Filgrastim zur Mobilisierung von PBPCs bei gesunden Spendern vor allogener
PBPC-Transplantation
Bei gesunden Spendern ermöglichte eine für 4-5 aufeinanderfolgende Tage subkutan applizierte Dosisvon 1 Mio.E./kg/Tag (10 µg/kg/Tag) bei der Mehrzahl der Spender eine Gewinnung von≥ 4 × 106 CD34+-Zellen pro kg Körpergewicht des Empfängers nach zwei Leukapheresen.
Die Anwendung von Filgrastim bei Patienten, Kinder oder Erwachsene, mit SCN (schwerekongenitale Neutropenie, zyklische Neutropenie und idiopathische Neutropenie) ruft einenanhaltenden Anstieg der ANC im peripheren Blut und einen Rückgang von Infektionen und davonabhängigen Symptomen hervor.
Die Anwendung von Filgrastim bei Patienten mit HIV-Infektion führt zur Erhaltung normaler
Neutrophilenwerte und ermöglicht somit eine planmäßige Gabe eines antiviralen und/odermyelosuppressiven Arzneimittels. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die HIV-Replikation bei
HIV-infizierten Patienten, die mit Filgrastim behandelt werden, erhöht ist.
Wie bei anderen hämatopoetischen Wachstumsfaktoren beobachtet, zeigt auch G-CSF in vitro einenstimulierenden Effekt auf das Wachstum menschlicher Endothelzellen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Randomisierte, doppelt verblindete Crossover-Studien mit Einmal- und Mehrfachgabenan 204 gesunden Probanden zeigten, dass das pharmakokinetische Profil von Zarzio dem des
Referenzpräparats nach subkutaner und intravenöser Anwendung vergleichbar war.
ResorptionNach subkutaner Einzelgabe von 0,5 Mio.E./kg (5 µg/kg) trat die maximale Serumkonzentration nacheiner tmax von 4,5 ± 0,9 Stunden ein (Mittelwert ± Standardabweichung [SD]).
VerteilungDas Verteilungsvolumen im Blut beträgt etwa 150 ml/kg. Nach subkutaner Applikation empfohlener
Dosen wurden Serumkonzentrationen gemessen, die während eines Zeitraums von 8-16 Stundenoberhalb von 10 ng/ml lagen. Es wurde ein positiver linearer Zusammenhang zwischen Dosis und
Serumkonzentration von Filgrastim sowohl nach subkutaner als auch intravenöser Gabe festgestellt.
EliminationDie mediane Eliminationshalbwertszeit (t½) von Filgrastim aus dem Serum bewegt sich nachsubkutaner Einzelgabe in einem Bereich zwischen 2,7 Stunden (1,0 Mio.E./kg, 10 µg/kg)und 5,7 Stunden (0,25 Mio.E./kg, 2,5 µg/kg) und steigt nach 7-tägiger Behandlung auf 8,5-14 Stundenan.
Unter Dauerinfusion mit Filgrastim von bis zu 28 Tagen bei Patienten nach autologer
Knochenmarktransplantation ergaben sich vergleichbare Halbwertszeiten ohne Anzeichen einer
Kumulation.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Filgrastim wurde in Toxizitätsstudien mit wiederholten Dosen bis zu 1 Jahr lang untersucht. Die
Studien zeigten Veränderungen, die auf die erwarteten pharmakologischen Wirkungen zurückzuführensind, einschließlich Anstieg der Leukozyten, myeloischer Hyperplasie im Knochenmark,extramedullärer Granulopoese und Vergrößerung der Milz. All diese Veränderungen bildeten sichnach Beenden der Behandlung zurück.
Die Wirkungen von Filgrastim auf die pränatale Entwicklung wurden an Ratten und Kaninchenuntersucht. Die intravenöse (80 µg/kg/Tag) Verabreichung von Filgrastim an Kaninchen während der
Organogenese war maternal toxisch und es wurden erhöhte Spontanaborte und
Postimplantationsverluste sowie eine Reduzierung der mittleren Lebendwurfgröße und des fötalen
Gewichts beobachtet.
Auf Grundlage der berichteten Daten für ein anderes Filgrastim-haltiges Arzneimittel, das dem
Filgrastim-haltigen Referenzarzneimittel ähnlich ist, wurden vergleichbare Befunde plus ein Anstiegfötaler Missbildungen bei 100 µg/kg/Tag beobachtet. Es handelt sich hierbei um eine maternaltoxische Dosis, die einer systemischen Exposition von etwa dem 50- bis 90-Fachen der Expositionentspricht, die bei mit der klinischen Dosis von 5 µg/kg/Tag behandelten Patienten beobachtet wurde.
Der No Observed Adverse Effect Level (Dosis, bei der im Tierexperiment noch Wirkungen beobachtetwurden) für embryo-fötale Toxizität betrug in dieser Studie 10 µg/kg/Tag, was einer systemischen
Exposition von etwa dem 3- bis 5-Fachen der Exposition entspricht, die bei mit der klinischen Dosisbehandelten Patienten beobachtet wurde.
Bei trächtigen Ratten wurde bei Dosen von bis zu 575 µg/kg/Tag keine maternale oder fötale Toxizitätbeobachtet. Die Nachkommen von Ratten, denen Filgrastim während der perinatalen Phase und der
Säugezeit verabreicht wurde, zeigten eine Verzögerung der äußeren Differenzierung und des
Wachstums (≥ 20 µg/kg/Tag) sowie eine leicht verringerte Überlebensrate (100 µg/kg/Tag).
Filgrastim hatte keine festgestellte Wirkung auf die Fertilität männlicher oder weiblicher Ratten.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Glutaminsäure
Sorbitol (E 420)
Polysorbat 80
Natriumhydroxid (zur Anpassung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Zarzio darf nicht mit Natriumchlorid-Lösung verdünnt werden.
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Verdünntes Filgrastim kann an Glas und Plastikmaterialien adsorbiert werden, sofern es nicht in5%iger (50 mg/ml) Glucoselösung verdünnt wird (siehe Abschnitt 6.6).
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Nach Verdünnung: Die chemische und physikalische Stabilität der verdünnten Infusionslösung wurdebei 2 °C bis 8 °C über einen Zeitraum von 24 Stunden nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sichtsollte die Zubereitung sofort verwendet werden. Wird sie nicht sofort verwendet, ist der Anwender fürdie Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung bis zur Anwendung verantwortlich, die normalerweise24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten sollte, es sei denn, die Verdünnung hat unterkontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Die Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Im Rahmen der Haltbarkeit und für die ambulante Anwendung kann der Patient das Arzneimittel ausdem Kühlschrank nehmen und es einmalig bis zu 8 Tage bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C)aufbewahren. Nach Ablauf dieses Zeitraums darf das Produkt nicht wieder in den Kühlschrankzurückgelegt werden und muss entsorgt werden.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fertigspritze (Typ I Glas) mit Injektionsnadel (rostfreier Stahl) und Nadelschutzsystem, mit 0,5 ml
Lösung.
Packungsgrößen mit 1, 3, 5 oder 10 Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVor der Anwendung ist die Lösung visuell zu prüfen. Nur klare Lösungen ohne Partikel dürfenverwendet werden.
Eine versehentliche Exposition gegenüber Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts hat keinennachteiligen Effekt auf die Stabilität von Filgrastim.
Zarzio enthält kein Konservierungsmittel. Wegen des möglichen Risikos einer mikrobiellen
Kontamination sind Zarzio-Spritzen nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Verdünnung vor der Anwendung (optional)Zarzio kann bei Bedarf mit 5%iger (50 mg/ml) Glucoselösung verdünnt werden.
Verdünnungen auf eine Konzentration von < 0,2 Mio.E./ml (2 µg/ml) werden grundsätzlich nichtempfohlen.
Bei Patienten, die Filgrastim in einer Verdünnung mit Konzentrationen < 1,5 Mio.E./ml (15 µg/ml)erhalten, sollte Serum-Albumin vom Menschen (HSA) bis zu einer Endkonzentration von 2 mg/mlzugesetzt werden.
Beispiel: Bei einem endgültigen Injektionsvolumen von 20 ml sollten Filgrastim-Gesamtdosen vonunter 30 Mio.E. (300 µg) unter Hinzufügen von 0,2 ml einer 200 mg/ml (20 %) Albuminlösung vom
Menschen gegeben werden.
Nach Verdünnung in einer 5%igen (50 mg/ml) Glucoselösung ist Filgrastim mit Glas und einer
Vielzahl von Kunststoffen einschließlich Polyvinylchlorid, Polyolefin (ein Kopolymer aus
Polypropylen und Polyethylen) und Polypropylen kompatibel.
Verwendung der Fertigspritze mit NadelschutzsystemDas Nadelschutzsystem bedeckt die Nadel nach der Injektion, um Nadelstichverletzungenvorzubeugen. Die normale Bedienung der Spritze wird hierdurch nicht beeinträchtigt. Den Kolbenlangsam und gleichmäßig herabdrücken, bis die gesamte Dosis gegeben worden ist und der Kolbennicht weiter herabgedrückt werden kann. Spritze mit weiterhin gedrücktem Kolben herausziehen. Das
Nadelschutzsystem bedeckt die Nadel, wenn der Kolben losgelassen wird.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sandoz GmbH
Biochemiestr. 106250 Kundl
Österreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Zarzio 30 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer FertigspritzeEU/1/08/495/001
EU/1/08/495/002
EU/1/08/495/003
EU/1/08/495/004
Zarzio 48 Mio.E./0,5 ml Injektionslösung oder Infusionslösung in einer FertigspritzeEU/1/08/495/005
EU/1/08/495/006
EU/1/08/495/007
EU/1/08/495/008
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 06. Februar 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 13. November 2013
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.