Packungsbeilage YEYTUO 464mg Injektionslösung

Produktcode:
W72176001
Angewendet bei:
HIV-1-Infektion
Art der Anwendung:
Injektion
Substanz:
lenacapavir (viraler Eintrittshemmer)
ATC
J05AX31 — Antiinfektiva zur Systemischen Anwendung | Direkt Wirkende Antivirale Mittel | Andere antivirale Mittel
Lenacapavir ist ein antiretrovirales Medikament, das zur Behandlung von HIV-1-Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt als Kapsid-Inhibitor und stört mehrere Phasen des viralen Replikationszyklus.

Das Medikament wird als subkutane Injektion verabreicht, in der Regel alle sechs Monate, unter der Aufsicht eines Spezialisten. Es wird in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten verwendet, um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen.

Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Übelkeit, Müdigkeit oder Kopfschmerzen umfassen. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen auftreten.

Lenacapavir wird nicht für Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber diesem Medikament oder für Patienten empfohlen, die Medikamente einnehmen, die mit dem Kapsidstoffwechsel interagieren.

Allgemeine Daten zu YEYTUO 464mg

Substanz:
lenacapavir
Produktcode:
W72176001
Konzentration:
464mg
Darreichungsform:
Injektionslösung
Produktart:
Generikum
Abgabebedingungen:
S — Arzneimittel, die mit einer eingeschränkten ärztlichen Verschreibung abgegeben werden und bestimmten spezialisierten Anwendungsbereichen vorbehalten sind.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller:
GILEAD SCIENCES IRELAND UC - IRLANDA
Zulassungsinhaber:
GILEAD SCIENCES IRELAND UC - IRLANDA
Zulassungsnummer:
1976/2025/02
Haltbarkeit:
4 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für lenacapavir

Verfügbare Konzentrationen für lenacapavir

  • 300mg
  • 464mg

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
03/09/2025
Quelldatensatz aktualisiert:
22/09/2026

Hinweise:

Warnhinweis während der Stillzeit

Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels YEYTUO 464mg Injektionslösung

Packungsbeilage YEYTUO 464mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Yeytuo 464 mg Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Einzeldosis-Durchstechflasche enthält Lenacapavir-Natrium entsprechend 463,5 mg Lenacapavirin 1,5 ml.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare, gelbe bis braune Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Yeytuo-Injektionslösung ist in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken für die Präexpositionsprophylaxe(PrEP) indiziert, um das Risiko einer sexuell erworbenen HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und

Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für eine HIV-1-Infektion und einem Körpergewicht vonmindestens 35 kg zu verringern (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Yeytuo sollte von medizinischem Fachpersonal verordnet werden, das über Erfahrungen mit der HIV-

Prävention verfügt.

Jede Injektion sollte von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.

Alle Personen müssen vor Beginn der Behandlung mit Lenacapavir, vor jeder weiteren Injektion undzusätzlich, wenn klinisch angezeigt, auf HIV-1 getestet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). Einkombinierter Antigen-Antikörpertest sowie ein HIV-RNA-basierter Test sollten negativ sein.

Verordnern wird empfohlen, beide Tests durchzuführen, auch wenn das Ergebnis des HIV-RNA-basierten Tests erst nach Beginn der Behandlung mit Lenacapavir zur Verfügung stehen wird. Fallseine kombinierte Teststrategie, die beide Tests umfasst, nicht zur Verfügung steht, sollten die Testsgemäß den nationalen Leitlinien durchgeführt werden.

Vor Beginn der Behandlung mit Yeytuo sollte das medizinische Fachpersonal Personen identifizieren,für die der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungsphase und die Erhaltungsphase mit

Injektionen alle 6 Monate geeignet ist, und die Personen über die Bedeutung der Einhaltung dergeplanten Behandlungstermine aufklären (siehe Abschnitt 4.4).

Dosierung

Der Dosierungsplan für Erwachsene und Jugendliche mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kgbesteht aus einer erforderlichen Einleitungsdosis (subkutane Injektionen und Tabletten zum

Einnehmen), gefolgt von einer Erhaltungsdosis alle 6 Monate (subkutane Injektionen, siehe Tabelle 1).

Die Tabletten können unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Zusammenfassungder Merkmale des Arzneimittels Yeytuo-Tabletten).

Tabelle 1: Dosierungsplan für Lenacapavir: Einleitungs- und Erhaltungsdosis

Behandlungszeitpunkt

D osis von Lenacapavir: Einleitungsphasea

Tag 1 927 mg subkutane Injektion (2 x 1,5-ml-Injektionenb)600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)

Tag 2 600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)

Dosis von Lenacapavir: Erhaltungsphase

Alle 6 Monate 927 mg subkutane Injektion (2 x 1,5-ml-Injektionenb)(26 Wochen)c+/- 2 Wochena Es ist der vollständige Dosierungsplan für die Einleitungsdosis, bestehend aus subkutanen Injektionen und Tabletten zum

Einnehmen, erforderlich. Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde nur für diesen Dosierungsplan nachgewiesen.

b Zwei Injektionen, wobei die zweite Injektion mindestens 5 Zentimeter von der Stelle der ersten Injektion entfernt seinmuss (siehe Art der Anwendung).

c Ab dem Datum der letzten Injektion.

Versäumte Dosis

Vorhersehbare verzögerte Injektionen

Wenn während der Erhaltungsphase vorhersehbar ist, dass die geplante 6-monatige Injektion erst miteiner Verzögerung von mehr als 2 Wochen verabreicht werden kann, können zur oralen Überbrückungbis zur Wiederaufnahme der Injektionen vorübergehend Lenacapavir-Tabletten verwendet werden (bei

Bedarf bis zu 6 Monate). Eine orale Überbrückung sollte innerhalb von 26 bis 28 Wochen nach derletzten Injektion begonnen werden. Das Dosierungsschema ist 300 mg (1 Tablette) zum Einnehmenalle 7 Tage. Die Wiederaufnahme der Injektion sollte innerhalb von 7 Tagen nach der letzten oralen

Dosis erfolgen (siehe Tabelle 1).

Versäumte Injektionen

Wenn während der Erhaltungsphase mehr als 28 Wochen seit der letzten Injektion vergangen sind und

Lenacapavir-Tabletten nicht zur oralen Überbrückung eingenommen wurden, ist der

Einleitungsdosierungsplan ab Tag 1 wieder aufzunehmen (siehe Tabelle 1).

Besondere Personengruppen
Ältere Menschen

Eine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei älteren Personen nicht erforderlich. Über die

Anwendung von Lenacapavir bei Personen ab 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor (siehe

Abschnitt 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Eine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei Personen mit einer leichten, mittelgradigen oderschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [CrCl] ≥ 15 ml/min) nicht erforderlich.

Lenacapavir wurde nicht bei Personen mit terminaler Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml/min oder unter

Nierenersatztherapie) untersucht (siehe Abschnitt 5.2). Daher sollte Lenacapavir bei diesen Personenmit Vorsicht angewendet werden.

Leberfunktionsstörung

Eine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei Personen mit einer leichten oder mittelgradigen

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A oder B) nicht erforderlich. Lenacapavir wurde nicht bei

Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) untersucht (siehe Abschnitt 5.2);daher sollte Lenacapavir bei diesen Personen mit Vorsicht angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lenacapavir bei Kindern und Jugendlichen mit einem

Körpergewicht von weniger als 35 kg sind noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Nur zur subkutanen Anwendung.

Lenacapavir-Injektionen dürfen von medizinischem Fachpersonal nur subkutan in das Abdomen oderden Oberschenkel (zwei Injektionen, wobei die zweite Injektion mindestens 5 Zentimeter von der

Stelle der ersten Injektion entfernt sein muss) verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6). Lenacapavir-

Injektionen dürfen NICHT intradermal verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Hinweise zur Zubereitung und Anwendung, siehe 'Anleitung zur Anwendung“ in der

Packungsbeilage. Die 'Anleitung zur Anwendung“ liegt dem Injektionskit auch als Karte bei.

Nach der Injektion von Lenacapavir bildet sich ein subkutanes Wirkstoffdepot, aus dem Lenacapavirlangsam an der Verabreichungsstelle freigesetzt wird. Bei manchen Personen kann sich dadurch ein

Knötchen an der Injektionsstelle bilden (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Anwendung bei Personen mit unbekanntem HIV-1-Status (siehe Abschnitt 4.4).

Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-, P-gp- und UGT1A1-Induktoren wie z. B.:

* Antimykobakterielle Arzneimittel: Rifampicin

* Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenytoin

* Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)(siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Präventionsstrategie

Yeytuo sollte nur zur Prävention einer HIV-1-Infektion bei Personen angewendet werden, dienachweislich HIV-negativ sind. Vor Beginn der Behandlung mit Lenacapavir sollte der negative HIV-1-Status bestätigt werden. Personen sollten vor jeder weiteren Injektion von Lenacapavir undzusätzlich, wenn klinisch angezeigt, erneut auf HIV-1 getestet werden.

Bei Verdacht auf eine kürzlich stattgefundene (< 1 Monat) HIV-1-Exposition oder bei klinischen

Symptomen, die auf eine akute HIV-1-Infektion hindeuten, sollte der HIV-1-Status erneut bestätigtwerden.

Yeytuo sollte zur Prävention von HIV-1-Infektionen als Teil einer Strategie zur Verringerung des

Risikos sexuell übertragbarer Infektionen (STI) angewendet werden. Es sollten Personen identifiziertwerden, für die der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungs- und Erhaltungsphase(Injektion alle 6 Monate) geeignet ist. Wenn der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungs-und Erhaltungsphase (siehe Abschnitt 4.2) nicht eingehalten wird, kann es zu einer HIV-1-Infektionkommen. Die betreffenden Personen sollten hinsichtlich der Einhaltung des Lenacapavir -

Dosierungsplans, der Anwendung anderer Maßnahmen zur Vorbeugung von STI und der Bedeutungvon Tests auf HIV-1 und andere STI beraten und unterstützt werden.

Mittlere Plasmakonzentrationen von Lenacapavir, die mit einer signifikanten antiviralen Aktivitätassoziiert sind, wurden an Tag 2 der erforderlichen Einleitungsdosis erreicht und über das

Dosierungsintervall von 26 Wochen aufrechterhalten (siehe Abschnitt 5.2). Der genaue Zeitpunkt abder Einleitung von Lenacapavir zur HIV-1-PrEP bis zum maximalen Schutz vor einer HIV-1-Infektionist nicht bekannt.

Risiko einer Resistenzentwicklung

Lenacapavir ist möglicherweise bei der Prävention einer HIV-1-Infektion nicht immer wirksam (siehe

Abschnitt 5.1). Es besteht das Risiko, eine Resistenz gegen Lenacapavir zu entwickeln, wenn sich eine

Person entweder vor oder während der Behandlung mit Yeytuo oder nach Absetzen von Yeytuo mit

HIV-1 ansteckt. Um dieses Risiko zu minimieren, muss der negative HIV-1-Status vor jeder weiteren

Injektion und zusätzlich, wenn klinisch angezeigt, bestätigt werden. Yeytuo allein stellt keinvollständiges Behandlungsregime für eine HIV-1-Therapie dar, und bei einigen Personen mitunentdeckter HIV-1-Infektion, die nur Yeytuo anwendeten, sind Mutationen aufgetreten. Personen mitbestätigter HIV-1-Infektion müssen sofort mit einem vollständigen HIV-1-Therapieregime beginnen,um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu verringern.

Langwirksame Eigenschaften

Es können Restkonzentrationen von Lenacapavir für längere Zeiträume (bis zu 12 Monate oder länger)in der systemischen Zirkulation von Personen verbleiben.

Diese Konzentrationen können die Exposition gegenüber anderen Arzneimitteln (d. h. empfindlichen

CYP3A- und/oder P-gp-Substraten) beeinflussen, die innerhalb von 9 Monaten nach der letztensubkutanen Dosis von Lenacapavir eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn Lenacapavir abgesetzt wird und es klinisch angemessen ist, die PrEP fortzusetzen, solltenalternative Formen der PrEP in Betracht gezogen und innerhalb von 28 Wochen nach der letzten

Lenacapavir-Injektion begonnen werden.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Reaktionen an der Injektionsstelle bei unsachgemäßer Verabreichung

Eine unsachgemäße Verabreichung (intradermale Injektion) wurde mit schwerwiegenden Reaktionenan der Injektionsstelle, einschließlich Nekrose und Ulkus, in Verbindung gebracht. Yeytuo-Injektionendürfen nur subkutan verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Langsam oder nicht abklingende Knötchen und Verhärtungen an der Injektionsstelle

Die Anwendung von Yeytuo kann zu lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle (injection sitereactions, ISR), einschließlich Knötchen und Verhärtungen (Indurationen), führen. Patienten solltenvom medizinischen Fachpersonal über die Möglichkeit informiert werden, dass die Rückbildung von

Knötchen und Verhärtungen an der Injektionsstelle länger als bei anderen ISR dauern kann oder dasssie sich gar nicht zurückbilden (siehe Abschnitt 4.8). Es ist bisher nicht vollständig geklärt, welcher

Mechanismus bei einigen Personen ursächlich für das Fortbestehen von Knötchen an der

Injektionsstelle war. Dies könnte jedoch mit dem subkutanen Arzneimitteldepot und einer damitassoziierten Fremdkörperreaktion an der Injektionsstelle in Zusammenhang stehen. Nicht abklingende

ISR sind klinisch zu überwachen.

Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die moderate CYP3A- und P-gp-Induktoren sind,wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die sowohl starke CYP3A-, P-gp- als auch UGT1A1-

Inhibitoren sind (d. h. alle 3 Signalwege), wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Injektion, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Lenacapavir

Lenacapavir ist ein Substrat von CYP3A, P-gp und UGT1A1. Starke Induktoren von CYP3A, P-gpund UGT1A1 können die Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikant herabsetzen, was zueiner verminderten Wirksamkeit von Lenacapavir führen kann. Die gleichzeitige Anwendung von

Lenacapavir mit starken CYP3A-, P-gp- und UGT1A1-Induktoren ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3). Moderate CYP3A- und P-gp-Induktoren können die Plasmakonzentrationen von

Lenacapavir herabsetzen. Die gleichzeitige Anwendung von Lenacapavir mit moderaten Induktorenvon CYP3A und P-gp wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Starke Inhibitoren von CYP3A, P-gp und UGT1A1 zusammen (d. h. alle 3 Signalwege) können die

Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikant erhöhen; die gleichzeitige Anwendung wird dahernicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Starke CY3A4-Inhibitoren allein oder starke Inhibitoren von CYP3A4 und P-gp zusammen führennicht zu einem klinisch bedeutsamen Anstieg der Lenacapavir-Expositionen.

Auswirkungen von Lenacapavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Lenacapavir ist ein moderater Inhibitor von CYP3A und ein P-gp-Inhibitor. Vorsicht ist geboten,wenn Lenacapavir zusammen mit einem empfindlichen CYP3A- und/oder P-gp-Substrat mit engertherapeutischer Breite angewendet wird. Lenacapavir ist kein klinisch bedeutsamer Inhibitor von

BCRP und hemmt OATP nicht.

Klinische Daten zu Wechselwirkungen für Lenacapavir als Substrat stammen aus Studien mit oraler

Anwendung von Lenacapavir. Zu Wechselwirkungen bei subkutaner Anwendung von Lenacapavirliegen keine klinischen Daten vor.

Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen Yeytuo und anderen Arzneimitteln

Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Yeytuo

Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax

ANTIMYKOBAKTERIELLE ARZNEIMITTEL

Rifampicina,b Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung ist(600 mg einmal täglich) AUC: ↓ 84 % kontraindiziert (siehe(starker Induktor von CYP3A Cmax: ↓ 55 % Abschnitt 4.3).und Induktor von P-gp und

UGT)

Rifabutin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung wird

Rifapentin untersucht. nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von

Rifabutin oder Rifapentin kann zueiner Abnahme der

Plasmakonzentrationen von

Lenacapavir führen.

Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Yeytuo

Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax

ANTIKONVULSIVA

Carbamazepin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung ist

Phenytoin untersucht. kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Oxcarbazepin Die gleichzeitige Anwendung von Die gleichzeitige Anwendung wird

Phenobarbital Carbamazepin, Oxcarbazepin, nicht empfohlen (siehe

Phenobarbital oder Phenytoin mit Abschnitt 4.4).

Lenacapavir kann zu einer Abnahmeder Plasmakonzentrationen von Andere Antikonvulsiva sollten in

Lenacapavir führen. Erwägung gezogen werden.

PFLANZLICHE ARZNEIMITTEL

Johanniskraut (Hypericum Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung istperforatum) untersucht. kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Anwendung von

Johanniskraut kann zu einer Abnahmeder Plasmakonzentrationen von

Lenacapavir führen.

ANTIRETROVIRALE ARZNEIMITTEL

Atazanavir/Cobicistatb,c,d Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung von(300 mg/150 mg einmal AUC: ↑ 321 % Lenacapavir und starkentäglich) (starker CYP3A- Cmax: ↑ 560 % Inhibitoren von CYP3A, P-gp und

Inhibitor und Inhibitor von UGT1A1 wird nicht empfohlen

UGT1A1 und P-gp) (siehe Abschnitt 4.4).

Efavirenzb,c,d (600 mg einmal Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung wirdtäglich) (moderater Induktor AUC: ↓ 56 % nicht empfohlen (siehevon CYP3A und Induktor von Cmax: ↓ 36 % Abschnitt 4.4).

P-gp)

Cobicistatb,c,d (150 mg einmal Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vontäglich) (starker Inhibitor von AUC: ↑ 128 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.

CYP3A und Inhibitor von Cmax: ↑ 110 %

P-gp)

Darunavir/Cobicistatb,c,d Lenacapavir:(800 mg/150 mg einmal AUC: ↑ 94 %täglich) (starker Inhibitor von Cmax: ↑ 130 %

CYP3A und Inhibitor und

Induktor von P-gp)

Tenofoviralafenamidc,e (25 mg) Tenofoviralafenamid: Eine Dosisanpassung von(Substrat von P-gp) AUC: ↑ 32 % Tenofoviralafenamid ist nicht

Cmax: ↑ 24 % erforderlich.

Tenofovirf:

AUC: ↑ 47 %

Cmax: ↑ 23 %

ERGOTAMIN-DERIVATE

Dihydroergotamin Wechselwirkungen wurden nicht Bei gleichzeitiger Anwendung von

Ergotamin untersucht. Dihydroergotamin oder Ergotaminmit Lenacapavir ist Vorsicht

Die Plasmakonzentrationen dieser geboten.

Arzneimittel können bei gleichzeitiger

Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.

Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Yeytuo

Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax

PHOSPHODIESTERASE-5(PDE-5)-HEMMER

Sildenafil Wechselwirkungen wurden nicht Anwendung von PDE-5-Hemmern

Tadalafil untersucht. bei pulmonaler arterieller

Vardenafil Hypertonie: Die gleichzeitige

Die Plasmakonzentration von PDE-5- Anwendung mit Tadalafil wird

Hemmern kann bei gleichzeitiger nicht empfohlen.

Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein. Anwendung von PDE-5-Hemmernbei Erektionsstörung:

Sildenafil: Eine Anfangsdosis von25 mg wird empfohlen.

Vardenafil: Höchstens 5 mg ineinem Zeitraum von 24 Stunden.

Tadalafil:

* Bei Anwendung nach Bedarf:

höchstens 10 mg alle72 Stunden

* Bei Anwendung einmal täglich:höchstens 2,5 mg

KORTIKOSTEROIDE (systemisch)

Dexamethason Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung von

Hydrocortison/Cortison untersucht. Lenacapavir mit Kortikosteroiden,bei denen die Expositionen durch

Die Plasmakonzentrationen von CYP3A-Inhibitoren signifikant

Kortikosteroiden können bei erhöht sind, kann das Risiko für eingleichzeitiger Anwendung mit Cushing Syndrom und Suppression

Lenacapavir erhöht sein. der Nebennierenrindenfunktionerhöhen. Mit der niedrigsten

Die Plasmakonzentrationen von Anfangsdosis beginnen und

Lenacapavir können bei gleichzeitiger vorsichtig titrieren, dabei auf

Anwendung mit systemischem Sicherheit achten.

Dexamethason abnehmen.

Bei gleichzeitiger Anwendung vonsystemischem Dexamethason mit

Lenacapavir ist Vorsicht geboten,insbesondere bei

Langzeitanwendung. Andere

Kortikosteroide sollten in

Erwägung gezogen werden.

HMG-CoA-REDUKTASE-HEMMER

Lovastatin Wechselwirkungen wurden nicht Lovastatin und Simvastatin mit der

Simvastatin untersucht. niedrigsten Anfangsdosis beginnenund vorsichtig titrieren, dabei auf

Die Plasmakonzentrationen dieser Sicherheit achten (z. B.

Arzneimittel können bei gleichzeitiger Myopathie).

Atorvastatin Anwendung mit Lenacapavir erhöht Eine Dosisanpassung vonsein. Atorvastatin ist nicht erforderlich.

Pitavastatinc,e (2 mg Pitavastatin: Eine Dosisanpassung von

Einzeldosis; gleichzeitig oder AUC: ↔ Pitavastatin und Rosuvastatin ist3 Tage nach Lenacapavir) Cmax: ↔ nicht erforderlich.(Substrat von OATP)

Rosuvastatinc,e (5 mg Rosuvastatin:

Einzeldosis) AUC: ↑ 31 %(Substrat von BCRP und Cmax: ↑ 57 %

OATP)

Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Yeytuo

Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax

ANTIARRHYTHMIKA

Digoxin Wechselwirkungen wurden nicht Vorsicht ist geboten und eineuntersucht. Überwachung der therapeutischen

Konzentration von Digoxin wird

Die Plasmakonzentration von Digoxin empfohlen.kann bei gleichzeitiger Anwendungmit Lenacapavir erhöht sein.

SEDATIVA/HYPNOTIKA

Midazolamc,e (2,5 mg Midazolam: Bei gleichzeitiger Anwendung von

Einzeldosis; oral; gleichzeitige AUC: ↑ 259 % Midazolam oder Triazolam mit

Anwendung) Cmax: ↑ 94 % Lenacapavir ist Vorsicht geboten.(Substrat von CYP3A)1-Hydroxymidazolamg:

AUC: ↓ 24 %

Cmax: ↓ 46 %

Midazolamc,e (2,5 mg Midazolam:

Einzeldosis; oral; 1 Tag nach AUC: ↑ 308 %

Lenacapavir) Cmax: ↑ 116 %(Substrat von CYP3A)1-Hydroxymidazolamg:

AUC: ↓ 16 %

Cmax: ↓ 48 %

Triazolam Wechselwirkungen wurden nichtuntersucht.

Die Plasmakonzentration von

Triazolam kann bei gleichzeitiger

Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.

ANTIKOAGULANZIEN

Direkte orale Antikoagulanzien Wechselwirkungen wurden nicht Aufgrund des potenziellen(DOAK) untersucht. Blutungsrisikos kann eine

Rivaroxaban Dosisanpassung von DOAK

Dabigatran Die Plasmakonzentration von DOAK erforderlich sein. Für weitere

Edoxaban kann bei gleichzeitiger Anwendung Informationen über diemit Lenacapavir erhöht sein. Anwendung zusammen mitmoderaten CYP3A-Inhibitorenund/oder P-gp-Inhibitoren die

Fachinformation des DOAKheranziehen.

ANTIMYKOTIKA

Voriconazola,b,h (400 mg Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vonzweimal täglich/200 mg AUC: ↑ 41 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.zweimal täglich) Cmax: ↔(starker CYP3A-Inhibitor)

Itraconazol Wechselwirkungen wurden nicht

Ketoconazol untersucht.

Die Plasmakonzentration von

Lenacapavir kann bei gleichzeitiger

Anwendung mit Itraconazol oder

Ketoconazol erhöht sein.

Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Yeytuo

Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax

H2-REZEPTOR-ANTAGONISTEN

Famotidina,b (40 mg einmal Famotidin: Eine Dosisanpassung vontäglich, 2 Stunden vor AUC: ↑ 28 % Famotidin ist nicht erforderlich.

Lenacapavir) Cmax: ↔

ORALE ODER LANGWIRKSAME KONTRAZEPTIVA

Langwirksame Kontrazeptiva: Erhobene Daten deuten nicht auf Eine Dosisanpassung von oralen

Medroxyprogesteronacetat klinisch bedeutsame Veränderungen oder langwirksamen Kontrazeptiva

Etonogestrel bei der Exposition gegenüber ist nicht erforderlich.

Norethisteronenantat langwirksamen Kontrazeptiva hin.

Orale Kontrazeptiva: Wechselwirkungen wurden nicht

Ethinylestradiol untersucht.

Gestagene

Die Plasmakonzentrationen von oralen

Kontrazeptiva können beigleichzeitiger Anwendung mit

Lenacapavir erhöht sein.

GESCHLECHTSANGLEICHENDE HORMONE (feminisierend oder maskulinisierend)

Östradiol Erhobene Daten deuten nicht auf Eine Dosisanpassung dieser

Testosteron klinisch bedeutsame Veränderungen geschlechtsspezifischen Hormonebei der Exposition gegenüber ist nicht erforderlich.

Östradiol und Testosteron hin.

Antiandrogene Wechselwirkungen wurden nicht

Gestagene untersucht.

Die Plasmakonzentrationen dieser

Arzneimittel können bei gleichzeitiger

Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.

a Nüchtern.b Diese Studie wurde mit Lenacapavir 300 mg als orale Einzeldosis durchgeführt.c Mit einer Mahlzeit.d Diese antiretroviralen Arzneimittel sind Prüfsubstanzen für die genannten Enzyme/Transporter, die nicht zusammen mit

Lenacapavir zur PrEP verabreicht werden dürfen.e Diese Studie wurde mit Lenacapavir 600 mg als Einzeldosis nach einer Aufsättigung von 600 mg zweimal täglich über2 Tage durchgeführt, 600 mg Einzeldosen Lenacapavir wurden mit jedem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel oralangewendet.

f Tenofoviralafenamid wird in vivo zu Tenofovir umgebaut.g Aktiver Hauptmetabolit von Midazolam.h Diese Studie wurde mit Voriconazol 400 mg als Aufsättigungsdosis zweimal täglich für einen Tag durchgeführt, gefolgtvon 200 mg Erhaltungsdosis zweimal täglich.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Personen im gebärfähigen Alter

Personen im gebärfähigen Alter sollten hinsichtlich der langwirksamen Eigenschaften der

Lenacapavir-Injektion aufgeklärt werden.

Bei einer geplanten Schwangerschaft sollte über den Nutzen und die Risiken, eine Behandlung mit

Yeytuo während der Schwangerschaft zu beginnen oder fortzusetzen, gesprochen werden.

Schwangerschaft

Bisher liegen begrenzte Erfahrungen (130 Geburtsereignisse) mit der Anwendung von Lenacapavir bei

Schwangeren vor. Die Raten unerwünschter Schwangerschaftsausgänge bei Studienteilnehmerinnen,die Yeytuo erhielten, waren vergleichbar mit den gemeldeten Hintergrundraten.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Die Anwendung von Yeytuo kann während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden, wennder erwartete Nutzen das mögliche Risiko für den Fötus überwiegt.

Stillzeit

Lenacapavir geht beim Menschen in die Muttermilch über. Lenacapavir wurde in niedrigen

Konzentrationen bei gestillten Säuglingen von Frauen nachgewiesen, die während der Behandlung mit

Yeytuo schwanger wurden (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob

Lenacapavir Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat.

Die Anwendung von Yeytuo kann während der Stillzeit in Betracht gezogen werden, wenn dererwartete Nutzen das mögliche Risiko für das Kind überwiegt.

Fertilität

Es liegen keine Daten über die Auswirkung von Lenacapavir auf die Fertilität bei Männern oder

Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben keine Auswirkungen von Lenacapavir auf die Fertilitätbei männlichen oder weiblichen Tieren gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Es ist davon auszugehen, dass Yeytuo keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigste in der Studie PURPOSE 1 und PURPOSE 2 beobachtete Nebenwirkung waren

Reaktionen an der Injektionsstelle (71 % bzw. 85 %).

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 3: Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Häufigkeita Nebenwirkung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig Reaktionen an der Injektionsstelleba Häufigkeit basierend auf allen unerwünschten Ereignissen in PURPOSE 1 und PURPOSE 2 (siehe Abschnitt 5.1), dievom Prüfarzt auf Lenacapavir (oder das Verfahren) zurückgeführt wurden.b Knötchen an der Injektionsstelle, Schmerz, Induration, Erythem, Schwellung, Pruritus, Bluterguss, Wärme, Verfärbung,

Ödem, Ulkus, Hämatom, Blutung und Unbehagen.

Beschreibung injektionsbedingter Nebenwirkungen

Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (ISR)

PURPOSE 1

In PURPOSE 1 traten bei 71 % der Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, ISR auf, verglichenmit 38 % der Studienteilnehmer, die Placebo-Injektionen (sowie Emtricitabin/Tenofoviralafenamid[FTC/TAF] oder Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat [FTC/TDF]) erhielten. Die meisten

Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, hatten leichte (Grad 1, 50 %) oder mittelschwere(Grad 2, 21 %) ISR. ISR vom Grad 3 wurden von vier (0,2 %) Studienteilnehmern gemeldet undumfassten Ulkus und Knötchen. Bei vier (0,2 %) Studienteilnehmern wurde Lenacapavir aufgrund von

ISR abgesetzt.

Knötchen: Knötchen an der Injektionsstelle traten bei 66 % der Studienteilnehmer, die Lenacapavirerhielten, auf, und die Knötchen bildeten sich langsamer zurück als andere ISR. Die mediane Dauerder Knötchen betrug 274 (180, 407) Tage. Von den Knötchen an der Injektionsstelle, die mit den

Lenacapavir-Injektionen an Tag 1 in Zusammenhang gebracht wurden, bildeten sich 70 % innerhalbeiner medianen Zeit von 276 Tagen zurück.

Andere Reaktionen an der Injektionsstelle: Die anderen ISR, die bei mehr als 2 % der

Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, gemeldet wurden, waren Schmerz (34 %), Schwellung(5 %), Induration (4 %) und Pruritus (3 %). Die mediane Dauer bis zur Rückbildung der ISR, außer

Knötchen und Indurationen, betrug 9 (4 bis 30) Tage.

PURPOSE 2

In PURPOSE 2 traten bei 85 % der Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, ISR auf, verglichenmit 70 % der Studienteilnehmer, die Placebo-Injektionen (sowie FTC/TDF) erhielten. Die meisten

Studienteilnehmer hatten leichte (Grad 1, 66 %) oder mittelschwere (Grad 2, 18 %) ISR. ISR vom

Grad 3 wurden von 14 (0,6 %) Studienteilnehmern gemeldet, darunter Ulkus, Schmerz, Erythem,

Ödem und Dermatitis. Bei 26 (1,2 %) Studienteilnehmern wurde Lenacapavir aufgrund von ISRabgesetzt.

Knötchen: Knötchen an der Injektionsstelle traten bei 65 % der Studienteilnehmer auf und bildetensich langsamer zurück als andere ISR. Die mediane Dauer der Knötchen betrug 239 (163, 362) Tage.

Von den Knötchen an der Injektionsstelle, die mit Lenacapavir-Injektionen an Tag 1 in

Zusammenhang gebracht wurden, bildeten sich 70 % innerhalb einer medianen Zeit von 269 Tagenzurück.

Andere Reaktionen an der Injektionsstelle: Die anderen ISR, die bei mehr als 2 % der

Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, berichtet wurden, waren Schmerz (58 %), Erythem(18 %), Induration (16 %), Schwellung (7 %), Pruritus (4 %), Bluterguss (3 %) und Wärme (2 %). Diemediane Dauer bis zur Rückbildung der ISR, außer Knötchen und Indurationen, betrug 4 (2 bis8) Tage.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit von Lenacapavir wurde in den Studien PURPOSE 1 und PURPOSE 2 bei59 Jugendlichen im Alter von 16 bis < 18 Jahren und mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kguntersucht. Die Nebenwirkungen bei Jugendlichen entsprachen denen bei Erwachsenen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung ist die Person auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen(siehe Abschnitt 4.8) zu beobachten. Die Behandlung im Fall einer Überdosis von Yeytuo umfasstallgemeine unterstützende Maßnahmen einschließlich der Überwachung der Vitalparameter sowie die

Beobachtung des klinischen Zustands der Person. Da Lenacapavir stark proteingebunden ist, ist esunwahrscheinlich, dass es durch Dialyse signifikant eliminiert werden kann.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung; andere antivirale

Mittel; ATC-Code: J05AX31

Wirkmechanismus

Lenacapavir ist ein mehrstufiger, selektiver Inhibitor der HIV-1-Capsid-Funktion, der direkt an die

Schnittstelle zwischen den Capsid-Protein (CA)-Untereinheiten bindet. Lenacapavir hemmt die

HIV-1-Replikation, indem es in mehrere wesentliche Schritte des viralen Lebenszyklus eingreift,darunter die capsidvermittelte nukleäre Aufnahme von proviraler HIV-1-DNA (indem nukleäre

Importproteine daran gehindert werden, an das Capsid zu binden), die Virusassemblierung und

- Freisetzung (indem es in die Gag/Gag-Pol-Funktion eingreift und dadurch die Produktion von CA-

Untereinheiten reduziert) sowie die Capsid-Kernbildung (durch Störung der Assoziationsrate der

Capsid-Untereinheiten, was zu fehlgeformten Capsiden führt).

Antivirale Aktivität und Selektivität in vitro

Die antivirale Aktivität von Lenacapavir gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 wurdean lymphoblastoiden Zelllinien, PBMC, primären Monozyten/Makrophagen und CD4+-T-

Lymphozyten beurteilt. Die EC50- und Selektivitäts(CC50/EC50)-Werte reichten von 30 bis 190 pMbzw. 140 000 bis > 1 670 000 für das Wildtyp(WT)-HIV-1. Die Protein-adjustierte EC95 von

Lenacapavir lag bei 4 nM (3,87 ng pro ml) in der MT-4-T-Zelllinie für das Wildtyp-HIV-1.

In Zellkulturen zeigte Lenacapavir antivirale Aktivität gegen alle HIV-1-Gruppen (M, N, O),einschließlich der Subtypen A, A1, AE, AG, B, BF, C, D, E, F, G, H.

Lenacapavir war im Vergleich zu HIV-1 gegen HIV-2-Isolate um das 15- bis 25-Fache weniger aktiv.

Resistenz
In Zellkultur

HIV-1-Varianten mit verringerter Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir wurden in Zellkulturenselektiert. Bei der Selektion von Resistenzen gegenüber Lenacapavir wurden in vitro 7 Mutationen im

Capsid Protein (CA) identifiziert: L56I, M66I, Q67H, K70N, N74D/S und T107N - einzeln oder in

Kombination zu zweit. Die phänotypische Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir war im Vergleichzum WT-Virus um das 4- bis > 3 226-Fache reduziert.

In klinischen Studien

Unter den Studienteilnehmern der Lenacapavir-Gruppe in der PURPOSE 1-Studie wurden zweiinzidente Infektionen (Infektionen, die nach Beginn der Behandlung mit Lenacapavir zur HIV-1-PrEPnachgewiesen wurden) festgestellt. Beide Infektionen traten nach dem Zeitpunkt der primären Analyseauf. Bei der Genotypisierung des Virus bei einem der Studienteilnehmer wurden keine Resistenzengegen Lenacapavir, die auf der Entwicklung von Capsid-Substitutionen beruhte, nachgewiesen. Beimzweiten Studienteilnehmer war die Viruslast für eine Genotypisierung zu gering.

Unter den Studienteilnehmern der Lenacapavir-Gruppe in der PURPOSE 2-Studie gab es dreiinzidente Infektionen. Eine der Infektionen trat nach dem Zeitpunkt der primären Analyse auf. Bei drei

Studienteilnehmern wurden Resistenzen gegen Lenacapavir, die auf der Entwicklung von

Substitutionen beruhten, nachgewiesen, zwei mit N74D und eine mit Q67H/K70R.

Kreuzresistenz

Die antivirale in vitro Aktivität von Lenacapavir wurde gegen ein breites Spektrum an zielgerichteten

HIV-1-Mutanten und von Patienten abgenommenen HIV-1-Isolaten mit Resistenz gegen die vierwichtigsten Klassen antiretroviraler Arzneimittel (NRTI, NNRTI, INSTI und PI; n = 58) sowie gegen

Viren, die resistent gegen Maturations-Inhibitoren (n = 32) sind, und gegen Viren, die resistent gegendie Klasse der Entry-Inhibitoren (EI) (Fostemsavir, Ibalizumab, Maraviroc und Enfuvirtid; n = 42)sind, bestimmt. Diese Daten zeigten, dass Lenacapavir gegen alle getesteten Varianten voll aktiv bliebund dabei ein nicht überlappendes Resistenzprofil aufwies. Darüber hinaus wurde die antivirale

Aktivität von Lenacapavir in Patientenisolaten durch das Vorhandensein von natürlich vorkommenden

Gag-Polymorphismen nicht beeinflusst.

Auswirkungen auf das Elektrokardiogramm

In einer QT/QTc-Studie im Parallelgruppendesign hatte Lenacapavir keine klinisch relevante

Auswirkung auf das QTcF-Intervall. Bei supratherapeutischer Lenacapavir-Exposition (16-mal höherals die therapeutische Exposition von Lenacapavir) betrug der erwartete mittlere (oberes 90 -%-

Konfidenzintervall) Anstieg des QTcF-Intervalls 2,6 (4,8) msec, und es bestand kein Zusammenhang(p = 0,36) zwischen den beobachteten Lenacapavir-Plasmakonzentrationen und einer Veränderungvon QTcF.

Klinische Daten

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lenacapavir zur Prävention einer HIV-1-Infektion wurden inzwei randomisierten, doppelblinden, aktivkontrollierten, multinationalen Studien (PURPOSE 1 und

PURPOSE 2) untersucht.

PURPOSE 1

Diese Studie wurde bei sexuell aktiven cis Frauen durchgeführt. Die Studienteilnehmerinnen wurdenim Verhältnis 2:2:1 randomisiert und erhielten Lenacapavir entsprechend dem empfohlenen

Dosierungsplan (siehe Tabelle 1, Abschnitt 4.2; n = 2 134), oder einmal täglich FTC/TAF (n = 2 136)oder einmal täglich FTC/TDF (n = 1 068).

Das mediane Alter der Studienteilnehmerinnen betrug 21 Jahre (Spanne: 16 bis 26 Jahre), und 99,9 %waren Schwarz. Die Baseline-Charakteristika der randomisierten Studienteilnehmerinnen ähneltendenen der untersuchten Population.

Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde durch den Vergleich der HIV-1-Inzidenz in der Lenacapavir-

Gruppe mit der HIV-1-Inzidenz in der FTC/TDF-Gruppe nachgewiesen. Bei keiner (0 %) der

Studienteilnehmerinnen wurde eine inzidente HIV-1-Infektion in der Lenacapavir-Gruppe beobachtet,während dies bei 16 (1,5 %) Studienteilnehmerinnen in der FTC/TDF-Gruppe der Fall war.

Lenacapavir erwies sich mit einer 100%ige Reduktion des HIV-1-Infektionsrisikos gegenüber

FTC/TDF überlegen (Siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: Gesamtergebnisse in Bezug auf HIV-1-Infektionen in PURPOSE 1

Lenacapavir FTC/TDF Ratenverhältnis (95 % KI)n = 2 134 n = 1 068

Personenjahre 1 939 949 -

HIV-1-Infektionen 0 16 Lenacapavir/FTC/TDF:(Inzidenzrate pro (0,00) (1,69) 0,000 (0,000; 0,101)100 Personenjahre) p < 0,0001

KI = Konfidenzintervall

PURPOSE 2

Diese Studie wurde an sexuell aktiven cis Männern, trans Frauen, trans Männern und nicht-binären

Personen durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten

Lenacapavir entsprechend dem empfohlenen Dosierungsplan (siehe Tabelle 1, Abschnitt 4.2;n = 2 179) oder einmal täglich FTC/TDF (n = 1 086).

Das mediane Alter der Studienteilnehmer betrug 29 Jahre (Spanne: 17 bis 74 Jahre), 33 % waren

Weiß, 27 % waren Schwarz, 13 % waren asiatischer Abstammung, 63 % warenhispanischer/lateinamerikanischer Abstammung, 22 % wurden als gender-divers (trans Frauen, trans

Männer und nicht-binäre Personen) identifiziert und 1 % war über 65 Jahre alt. Die Baseline-

Charakteristika der randomisierten Studienteilnehmer ähnelten denen der untersuchten Population.

Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde durch den Vergleich der HIV-1-Inzidenz in der Lenacapavir-

Gruppe mit der HIV-1-Inzidenz in der FTC/TDF-Gruppe nachgewiesen. Bei zwei (0,1 %)

Studienteilnehmern in der Lenacapavir-Gruppe wurde eine inzidente HIV-1-Infektion festgestellt,während dies bei neun (0,8 %) Studienteilnehmern in der FTC/TDF-Gruppe der Fall war. Lenacapavirerwies sich mit einer 89%ige Reduktion des Infektionsrisikos gegenüber FTC/TDF überlegen (siehe

Tabelle 5). Die HIV-1-Infektionen der beiden Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, wurdenmittels standardisierter serologischer HIV-Tests nachgewiesen.

Tabelle 5: Gesamtergebnisse in Bezug auf HIV-1-Infektionen in PURPOSE 2

Lenacapavir FTC/TDF Ratenverhältnis (95 % KI)n = 2 179 n = 1 086

Personenjahre 1 938 967 -

HIV-1-Infektionen Lenacapavir/FTC/TDF:(Inzidenzrate pro 2 9 0,111 (0,024; 0,513)100 Personenjahre) (0,1) (0,93) p = 0,00245

KI = Konfidenzintervall

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lenacapavir eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der

Prävention von HIV-1 beim Menschen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption
Subkutane Anwendung

Die absolute Bioverfügbarkeit von Lenacapavir nach subkutaner Gabe betrug 91 % (basierend aufeiner populationspharmakokinetischen Analyse). Subkutan verabreichtes Lenacapavir bildet ein

Wirkstoffdepot, aus dem Lenacapavir langsam an der Verabreichungsstelle freigesetzt wird. Maximale

Plasmaspiegeln werden 84 Tage nach der Verabreichung erreicht.

Orale Anwendung

Lenacapavir wird nach oraler Anwendung resorbiert, wobei die maximalen Plasmaspiegel ca.4 Stunden nach der Anwendung von Lenacapavir erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von

Lenacapavir nach oraler Anwendung ist basierend auf der populationspharmakokinetischen Analysegering (ca. 4 bis 7 %). Lenacapavir ist ein Substrat von P-gp.

AUC, Cmax und Tmax von Lenacapavir waren im Vergleich zum Nüchternzustand bei Einnahme miteiner fettarmen (~400 kcal, 25 % Fett) oder fettreichen (~1 000 kcal, 50 % Fett) Mahlzeit vergleichbar.

Oral eingenommenes Lenacapavir kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme angewendet werden.

Pharmakokinetische Parameter

Die Schätzungen der populationspharmakokinetischen Parameter von Lenacapavir nach oraler undsubkutaner Anwendung bei erwachsenen und jugendlichen (mit einem Körpergewicht von mindestens35 kg) Studienteilnehmern sind in Tabelle 6 aufgeführt. Ähnliche Expositionen werden erreicht, wenn

Lenacapavir subkutan in das Abdomen oder den Oberschenkel verabreicht wird.

Tabelle 6: Pharmakokinetische Parameter von Lenacapavir nach oraler und subkutaner

Anwendung von Yeytuo bei erwachsenen und jugendlichen Studienteilnehmern

Parameter Tag 1 bis Ende von Woche 26 Steady State

Durchschnitt(% CV)a,b

AUCtau 188 112 (41,0) 257 332 (38,7)(h*ng/ml)

Cmax 73,8 (55,6) 82,5 (48,4)(ng/ml)

Ctrough 27,0 (58,3) 37,0 (60,7)(ng/ml)

CV = Coefficient of Variation (Variationskoeffizient)a Simulierte Expositionen mittels populationspharmakokinetischer Analyse.b Die mittleren Lenacapavir-Plasmakonzentrationen erreichten am Tag 2 der vorgeschriebenen Einleitungsdosis deninhibitorischen Quotienten 4 (IQ4; 4-mal größer als die Protein-adjustierte EC95 in vitro), der mit einer signifikantenantiviralen Aktivität assoziiert war, und wurden über IQ4 während des gesamten Dosierungsintervalls von 26 Wochenaufrechterhalten.

Verteilung

Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse betrug das Verteilungsvolumen von

Lenacapavir im Steady State 1 657 Liter. Lenacapavir ist hochgradig an Plasmaproteine gebunden(99,8 %).

Biotransformation

Nach einer intravenösen Einzeldosis von radiomarkiertem Lenacapavir bei gesunden Probandenwurden 76 % der gesamten Radioaktivität in den Fäzes und < 1 % im Urin wiedergefunden.

Unverändertes Lenacapavir war der vorherrschende Anteil im Plasma (69 %) und den Fäzes (33 %).

Bei der Lenacapavir-Elimination spielte die Metabolisierung eine untergeordnete Rolle. Lenacapavirwurde mittels Oxidation, N-Dealkylierung, Hydrogenierung, Amidhydrolyse, Glucuronidierung,

Hexose-Konjugation, Pentose-Konjugation und Glutathion-Konjugation metabolisiert, vorwiegendüber CYP3A und UGT1A1. Kein einzelner zirkulierender Metabolit machte > 10 % derarzneimittelbezogenen Exposition im Plasma aus.

Elimination

Die mediane Halbwertszeit nach oraler bzw. subkutaner Anwendung betrug 10 bis 12 Tage bzw.8 bis 12 Wochen. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse betrug diesystemische Clearance von Lenacapavir 3,4 l/h.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach oraler Anwendung ist nicht-linear und im

Dosisbereich von 50 bis 1 800 mg weniger als dosisproportional.

Die Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach subkutaner Injektion (309 mg/ml) ist im

Dosisbereich von 309 bis 927 mg dosisproportional.

Sonstige besondere Patientengruppen

Alter, Geschlecht, Geschlechtsidentität, ethnische Zugehörigkeit und Körpergewicht

Eine populationspharmakokinetische Analyse mit Daten aus Studien mit Erwachsenen, einschließlicheiner begrenzten Anzahl älterer Patienten (n = 19; ≥ 65 bis 78 Jahre), und Jugendlichen mit einem

Körpergewicht von mindestens 35 kg erbrachte keine klinisch relevanten Unterschiede hinsichtlich der

Exposition gegenüber Lenacapavir aufgrund des Alters, des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts,der Geschlechtsidentität, der ethnischen Zugehörigkeit oder des Gewichts.

Leberfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten Phase-1-Studie bei Studienteilnehmern mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)untersucht. Die mittlere Lenacapavir-Exposition (gesamt und ungebunden) war bei Personen mitmittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax um das 1,47-bis 2,84-Fache bzw. 2,61- bis 5,03-Fache höher als bei Studienteilnehmern mit normaler

Leberfunktion. Auf Basis der Expositions-Wirkungsbeziehung von Lenacapavir wird dieser Anstiegjedoch nicht als klinisch relevant angesehen. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde nicht bei

Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) untersucht (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten Studiebei Studienteilnehmern mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte Kreatinin-Clearance ≥ 15und < 30 ml/Minute) untersucht. Die Exposition gegenüber Lenacapavir war bei Studienteilnehmernmit schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Studienteilnehmern mit normaler

Nierenfunktion erhöht (84 % bzw. 162 % in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax); die Erhöhung wurde jedochnicht als klinisch relevant eingestuft. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde bei Personen mitterminaler Niereninsuffizienz, einschließlich Dialysepatienten, nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.2).

Da Lenacapavir zu ca. 99,8 % proteingebunden ist, ist nicht zu erwarten, dass die Dialyse die

Lenacapavir-Exposition ändert.

Schwangerschaft

Im Vergleich zu den Lenacapavir-Expositionen bei nicht schwangeren Studienteilnehmerinnenwurden keine klinisch relevanten Veränderungen der Lenacapavir-Exposition während der

Schwangerschaft und nach der Geburt beobachtet.

Stillzeit

Das mediane (Q1, Q3) Verhältnis zwischen der Lenacapavir-Konzentration in der Muttermilch und immütterlichen Plasma betrug bei Studienteilnehmerinnen (n = 102 gematchte Paare), die Yeytuoerhielten, 0,52 (0,38; 0,77). Die mediane (Q1, Q3) Konzentration im Plasma von Säuglingen (n = 98)betrug 1,63 ng/ml (0,87; 2,85), im Vergleich zur medianen (Q1, Q3) Konzentration nach Matching immütterlichen Plasma (n = 96) von 65,65 ng/ml (46,00; 91,10). Das mediane (Q1, Q3) Verhältniszwischen der Lenacapavir-Konzentration im Plasma von Säuglingen (n = 98 gematchte Paare), die von

Studienteilnehmerinnen gestillt wurden, die Yeytuo erhielten, und im Plasma der Mutter betrug 0,02(0,01; 0,05).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie lassen die präklinischen

Daten zu Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität sowie Reproduktions- und

Entwicklungstoxizität keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Lenacapavir zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests keine mutagene oder klastogene Aktivität.

Lenacapavir zeigte in einer 6-monatigen Studie an transgenen rasH2-Mäusen in Dosen von bis zu300 mg/kg/Tag einmal alle 13 Wochen, was Expositionen entspricht, die etwa 88-fach über der

Exposition des empfohlenen humantherapeutischen Dosisbereichs lagen, kein kanzerogenes Potenzial.

In einer Studie über 2 Jahre zur Karzinogenität bei Ratten zeigten sich bei Tieren, denen einmal alle13 Wochen eine 927-mg/kg-Dosis verabreicht wurde, an den Injektionsstellen durch die Lenacapavir-

Behandlung induzierte subkutane primäre Sarkome, die mit Fibrose und Entzündung assoziiert waren.

Bei 11/110 Tieren traten Sarkome bei der hohen Dosis auf, wobei jedes Tier bis zu16 Injektionsstellen hatte - dies entspricht einer Inzidenz von < 1 % aller Injektionsstellen bei den

Tieren mit der hohen Dosis. Die Arzneimittelkonzentrationen an den Injektionsdepotstellen sindschwer zu bestimmen, aber systemisch entspricht die 927-mg/kg-Dosis dem 44-Fachen der Expositionder beim Menschen empfohlenen Dosis. Beim No-Observed-Adverse-Effect-Level (NOAEL, Dosisohne beobachtete schädliche Wirkung) entspricht die 309-mg/kg-Dosis dem 25-Fachen der Expositionder beim Menschen empfohlenen Dosis. Ratten sind anfällig für Sarkombildung an der subkutanen

Injektionsstelle; eine klinische Relevanz kann jedoch in Anbetracht der langen Verweildauer des

Arzneimitteldepots beim Menschen nicht ausgeschlossen werden. Bei systemischer Exposition von

Lenacapavir traten bei keiner Dosierung Neoplasmen auf.

Bei Ratten und Kaninchen, die während der Trächtigkeit Lenacapavir erhalten hatten, wurden keinetoxikologisch signifikanten Auswirkungen auf die entwicklungsbezogenen Endpunkte der

Nachkommen beobachtet.

Bei Ratten wurde die männliche und weibliche Fertilität bei Lenacapavir-Expositionen bis zum 9-

Fachen (männliche Tiere) und 6-Fachen (weibliche Tiere) der beim Menschen empfohlenen Dosisnicht beeinträchtigt. Bei Ratten und Kaninchen wurde die embryofetale Entwicklung bei Expositionenbis zum 20- bzw. 159-Fachen der menschlichen Exposition bei der beim Menschen empfohlenen

Dosis nicht beeinträchtigt. Bei Ratten wurde die prä- und postnatale Entwicklung bei Expositionen biszum 6-Fachen der menschlichen Exposition bei der beim Menschen empfohlenen Dosis nichtbeeinträchtigt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Macrogol (E1521)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

4 Jahre

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Injektionslösung sofort angewendet werden, nachdem sie in die

Spritzen aufgezogen wurde. Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen

Zubereitung wurde für 4 Stunden bei 25 °C außerhalb der Verpackung nachgewiesen.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender für die Dauerund die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Yeytuo-Injektionslösungen sind in zwei verschiedenen Aufmachungen erhältlich.

Das Aufziehkanülen-Injektionskit enthält:

* 2 Durchstechflaschen aus farblosem, durchsichtigem Glas mit jeweils 1,5 ml Injektionslösung.

Die Durchstechflaschen sind mit einem elastomeren Butylgummi-Stopfen versehen und miteinem Aluminiumsiegel mit Flip-off-Kappe versiegelt;

* 2 Aufziehkanülen (G18, 40 mm), 2 Einwegspritzen und 2 Sicherheits-Injektionsnadeln zursubkutanen Injektion (G22, 13 mm).

Das Aufziehkanülen-Injektionskit mit Sicherheitsschutz enthält:

* 2 Durchstechflaschen aus farblosem, durchsichtigem Glas mit jeweils 1,5 ml Injektionslösung.

Die Durchstechflaschen sind mit einem elastomeren Butylgummi-Stopfen versehen und miteinem Aluminiumsiegel mit Flip-off-Kappe versiegelt;

* 2 Aufziehkanülen mit Sicherheitsschutz (G18, 40 mm), 2 Einwegspritzen und 2 Sicherheits-

Injektionsnadeln zur subkutanen Injektion (G22, 13 mm).

Das Aufziehkanülen-Injektionskit enthält Aufziehkanülen, die mit oder ohne Sicherheitssschutzgeliefert werden können. Das Vorhandensein oder Fehlen eines Sicherheitsschutzes ändert nichts ander Art und Weise, wie die Yeytuo-Injektion verabreicht wird.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

Unter aseptischen Bedingungen arbeiten. Lösung in den Durchstechflaschen vor der Anwendung aufsichtbare Partikel und Verfärbungen überprüfen. Yeytuo-Injektionslösung ist eine gelbe bis braune

Lösung. Yeytuo-Injektionslösung nicht anwenden, wenn sie verfärbt ist oder Partikel enthält. Sobalddie Lösung aus den Durchstechflaschen entnommen wurde, sollten die subkutanen Injektionen so baldwie möglich verabreicht werden.

Die Bestandteile des Injektionskits sind nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Die G18-

Aufziehkanüle ist nur für die Entnahme bestimmt. Für eine vollständige Dosis sind zwei 1,5-ml-

Injektionen erforderlich.

Eine vollständige Anleitung zur Anwendung und Handhabung von Yeytuo ist in der Packungsbeilage(siehe 'Anleitung zur Anwendung“) enthalten.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Gilead Sciences Ireland UC

Carrigtohill

County Cork, T45 DP77

Irland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/25/1976/002

EU/1/25/1976/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. August 2025

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.

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