Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels XERAVA 100mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Xerava 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält 50 mg Eravacyclin.
Nach Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 10 mg Eravacyclin.
Nach weiterer Verdünnung enthält 1 ml Lösung 0,3 mg Eravacyclin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Pulver zur Herstellung eines
Konzentrats).
Hellgelber bis dunkelgelber Pulverklumpen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Xerava wird angewendet zur Behandlung komplizierter intraabdominaler Infektionen (cIAI) bei
Erwachsenen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zuberücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 1 mg/kg Eravacyclin alle 12 Stunden über einen Zeitraum von 4 bis14 Tagen.
Starke CYP3A4-InduktorenBei Patienten, die außerdem starke CYP3A4-Induktoren erhalten, beträgt die empfohlene Dosis1,5 mg/kg Eravacyclin alle 12 Stunden über einen Zeitraum von 4 bis 14 Tagen (siehe Abschnitte 4.4und 4.5).
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung oder bei Hämodialyse-Patienten ist keine Dosisanpassungerforderlich. Eravacyclin kann unabhängig vom Zeitpunkt einer Hämodialyse verabreicht werden(siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Xerava bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor. Xerava sollte aufgrund einer möglichen Zahnverfärbung bei
Kindern unter 8 Jahren nicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Xerava wird nur als etwa 60-minütige intravenöse Infusion verabreicht (siehe Abschnitt 4.4).
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Überempfindlichkeit gegen Antibiotika der Tetracyclin-Klasse.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Anaphylaktische Reaktion
Schwere und gelegentlich tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich und wurden mitanderen Antibiotika der Tetracyclin-Klasse berichtet (siehe Abschnitt 4.3). Im Falle eines Auftretensvon Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung mit Eravacyclin sofort eingestellt undentsprechende Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden.
Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö
Antibiotika-assoziierte Kolitis und pseudomembranöse Kolitis wurden unter Verwendung fast aller
Antibiotika gemeldet und können in ihrer Schwere von leicht bis lebensbedrohlich reichen. Es istwichtig, diese Diagnose bei Patienten, bei denen eine Diarrhö während oder nach der Behandlung mit
Eravacyclin auftritt, in Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.8). Unter diesen Umständen sollte die
Einstellung der Behandlung mit Eravacyclin und der Einsatz von unterstützenden Maßnahmenzusammen mit der Anwendung einer spezifischen Therapie von Clostridioides difficile in Betrachtgezogen werden. Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sollten nicht gegeben werden.
Reaktionen an der Infusionsstelle
Eravacyclin wird als intravenöse Infusion mit einer Infusionszeit von etwa 1 Stunde verabreicht, umdas Risiko von Reaktionen an der Infusionsstelle zu minimieren. Erytheme sowie Schmerzen bzw.
Schmerzempfindlichkeit an der Infusionsstelle, Phlebitis und Thrombophlebitis wurden in klinischen
Studien mit intravenös verabreichtem Eravacyclin beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Fallsschwerwiegende Reaktionen auftreten, sollte Eravacyclin so lange abgesetzt werden, bis eine neueintravenöse Zugangsstelle gewählt ist. Weitere Maßnahmen zur Verringerung des Auftretens und der
Schwere von Reaktionen an der Infusionsstelle umfassen die Verringerung der Infusionsrate und/oder
- konzentration.
Nicht sensible Mikroorganismen
Eine längere Anwendung kann ein übermäßiges Wachstum nicht sensibler Mikroorganismeneinschließlich Pilze zur Folge haben. Wenn eine Superinfektion während der Therapie auftritt, kanneine Unterbrechung der Behandlung erforderlich werden. Andere geeignete Maßnahmen solltenergriffen und eine alternative antimikrobielle Behandlung sollte entsprechend bestehendertherapeutischer Leitlinien erwogen werden.
PankreatitisBei der Anwendung von Eravacyclin wurde über das Auftreten einer Pankreatitis, die in einigen Fällenschwerwiegend verlaufen ist, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdacht auf Pankreatitis sollte die
Behandlung mit Eravacyclin abgebrochen werden.
Kinder und JugendlicheXerava sollte während der Zahnentwicklung (während des 2. und 3. Trimesters der Schwangerschaftund bei Kindern unter 8 Jahren) nicht angewendet werden, da es zu bleibenden Verfärbungen der
Zähne (gelb-grau-braun) führen kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.6).
Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Induktoren
Es wird davon ausgegangen, dass Arzneimittel, die CYP3A4 induzieren, die Rate und das Ausmaß des
Metabolismus von Eravacyclin erhöhen. CYP3A4-Induktoren üben ihre Wirkung zeitabhängig ausund können nach der Einnahme mindestens 2 Wochen benötigen, um die maximale Wirkung zuerreichen. Umgekehrt kann es nach Absetzen mindestens 2 Wochen dauern bis die CYP3A4-Induktionabnimmt. . Es wird davon ausgegangen, dass die gleichzeitige Anwendung eines starken CYP3A4-
Induktors (wie Phenobarbital, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut) die Wirkung von
Eravacyclin verringert (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
Die Exposition kann sich bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)erhöhen. Daher sind diese Patienten auf Nebenwirkungen zu überwachen (siehe Abschnitt 4.8),insbesondere wenn diese Patienten adipös sind und/oder zusätzlich mit starken CYP3A-Inhibitorenbehandelt werden, wodurch sich die Exposition weiter erhöhen kann (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Für diese Fälle kann keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.
Einschränkungen der klinischen Daten
In klinischen Studien mit cIAI waren keine immunsupprimierten Patienten eingeschlossen und die
Mehrheit der Patienten (80 %) hatte einen APACHE II-Score < 10 zu Studienbeginn; 5,4 % der
Patienten hatten eine gleichzeitige Bakteriämie zu Studienbeginn; 34 % der Patienten hatten einekomplizierte Appendizitis.
KoagulopathieEravacyclin kann sowohl die Prothrombinzeit (PTZ) als auch die aktivierte partielle
Thromboplastinzeit (aPTT) verlängern. Im Zusammenhang mit der Anwendung von Eravacyclinwurde außerdem von Hypofibrinogenämie berichtet. Daher sollten Parameter wie die PTZ oder anderegeeignete Parameter der Blutgerinnung, darunter der Fibrinogenwert im Blut, vor Beginn der
Behandlung mit Eravacyclin sowie regelmäßig während der Behandlung überwacht werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Potenzial anderer Arzneimittel, die Pharmakokinetik von Eravacyclin zu beeinflussen
Die gleichzeitige Anwendung des starken CYP3A4/3A5-Induktors Rifampicin veränderte die
Pharmakokinetik von Eravacyclin, wodurch die Exposition um etwa 32 % reduziert und die Clearanceum etwa 54 % erhöht wurde. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Rifampicin oder anderen starken
CYP3A-Induktoren wie Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut sollte die
Eravacyclin-Dosis um etwa 50 % (1,5 mg/kg intravenös q12h) erhöht werden (siehe Abschnitte 4.2 und4.4).
Die gleichzeitige Anwendung des starken CYP3A-Inhibitors Itraconazol veränderte die
Pharmakokinetik von Eravacyclin, wobei Cmax um etwa 5 % und AUC0-24 um etwa 23 % zunahmen unddie Clearance abnahm. Die erhöhte Exposition ist wahrscheinlich nicht klinisch signifikant; daher istkeine Dosisanpassung erforderlich, wenn Eravacyclin zusammen mit CYP3A-Inhibitoren angewendetwird. Jedoch sollten Patienten, die starke CYP3A-Inhibitoren (z. B. Ritonavir, Itraconazol,
Clarithromycin) erhalten und zusätzlich Faktoren aufweisen, die die Exposition erhöhen können, wiez. B. schwere Leberschäden und/oder Adipositas, auf Nebenwirkungen überwacht werden (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8).
In vitro wurde Eravacyclin als Substrat für die Transporter P-gp, OATP1B1 und OATP1B3nachgewiesen. Eine Arzneimittelwechselwirkung in vivo kann nicht ausgeschlossen werden, und diegleichzeitige Anwendung von Eravacyclin und anderen Arzneimitteln, die diese Transporter hemmen(Beispiele für OATP1B1/3-Inhibitoren; Atazanavir, Cyclosporin, Lopinavir und Saquinavir), kann die
Eravacyclin-Plasmakonzentration erhöhen.
Potenzial von Eravacyclin, die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel zu beeinflussen
In vitro sind Eravacyclin und seine Metaboliten keine Inhibitoren oder Induktoren von CYP-Enzymenoder Transportproteinen (siehe Abschnitt 5.2). Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die Substrate fürdiese Enzyme oder Transporter sind, sind daher unwahrscheinlich.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Eravacyclin bei Schwangeren vor. Tierstudienzeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für Menschen istunbekannt.
Wie andere Antibiotika der Tetracyclin-Klasse kann Eravacyclin möglicherweise bleibende
Zahndefekte (Verfärbungen und Schmelzdefekte) und eine Verzögerung der Knochenbildung bei
Föten bei einer In-utero-Exposition während des 2. und 3. Trimesters hervorrufen, da es sich in
Geweben mit einem hohen Kalziumumsatz ansammelt und Calcium-Chelatkomplexe bildet (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.3). Xerava darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es seidenn, dass eine Behandlung mit Eravacyclin aufgrund des klinischen Zustands der Frau erforderlichist.
Frauen im gebärfähigen AlterFrauen im gebärfähigen Alter sollten es vermeiden, schwanger zu werden, während sie Eravacyclinerhalten.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Eravacyclin und seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Tierversuche haben das Übergehen von Eravacyclin und seinen Metaboliten in die Muttermilchaufgezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Die langfristige Anwendung anderer Tetracycline während des Stillens kann zu einer signifikanten
Resorption durch das gestillte Kind führen und wird nicht empfohlen, da die Gefahr von
Zahnverfärbungen und Verzögerungen in der Knochenbildung beim gestillten Kind besteht.
Es sollte entschieden werden, ob die Therapie mit Xerava fortgesetzt oder abgebrochen werden soll,wobei sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zuberücksichtigen sind.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Wirkung von Eravacyclin auf die Fertilität von Menschen vor.
Eravacyclin beeinflusste die Paarung und Fruchtbarkeit bei männlichen Ratten bei klinisch relevanten
Expositionen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEravacyclin kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Nach Anwendung von Eravacyclin kann es zu Schwindel kommen (siehe
Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Studien waren die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten mit cIAI, die mit
Eravacyclin behandelt wurden (n = 576), Übelkeit (3,0 %), Erbrechen, Phlebitis an der Infusionsstelle(jeweils 1,9 %), Phlebitis (1,4 %), Thrombose an der Infusionsstelle (0,9 %), Diarrhö (0,7 %),
Erythem an der Gefäßpunktionsstelle (0,5 %), Hyperhidrose, Thrombophlebitis, Hypästhesie an der
Infusionsstelle und Kopfschmerzen (je 0,3 %), die im Allgemeinen von leichtem oder mittelschwerem
Schweregrad waren.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie mit Eravacyclin identifizierten Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden Tabelle 1 aufgeführt.
Die Nebenwirkungen werden nach der MedDRA-Systemorganklassifikation und der Häufigkeitklassifiziert. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000);sehr selten (< 1/10.000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nachabsteigendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 1: Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen von Eravacyclin in klinischen
Studien
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Blutes und des Hypofibrinogenämie
Lymphsystems International Normalised Ratio (INR)erhöht
Aktivierte partielle Thromboplastinzeit(aPTT) verlängert
Prothrombinzeit (PTZ) verlängert
Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeit
Erkrankungen des Nervensystems Schwindel
Kopfschmerz
Gefäßerkrankungen Thrombophlebitisa
Phlebitisb
Erkrankungen des Übelkeit Pankreatitis
Gastrointestinaltrakts Erbrechen Diarrhö
Leber- und Gallenerkrankungen Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht
Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht
Hyperbilirubinämie
Erkrankungen der Haut und des Ausschlag
Unterhautzellgewebes Hyperhidrose
Allgemeine Erkrankungen und Reaktion an der Infusionsstellec
Beschwerden am
Verabreichungsort
a. Thrombophlebitis umfasst die bevorzugten Begriffe Thrombophlebitis und Thrombose an der
Infusionsstelle.
b. Phlebitis umfasst die bevorzugten Begriffe Phlebitis, Phlebitis an der Infusionsstelle, oberflächliche
Phlebitis und Phlebitis an der Injektionsstelle.
c. Reaktionen an der Infusionsstelle umfassen die bevorzugten Begriffe Erythem an der Injektionsstelle,
Hypästhesie an der Infusionsstelle, Erythem an der Gefäßpunktionsstelle und Schmerz an der
Gefäßpunktionsstelle.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der Infusionsstelle
Leichte bis mittelschwere Reaktionen an der Infusionsstelle, einschließlich Schmerzen oder
Beschwerden, Erythem und Schwellungen oder Entzündungen an der Injektionsstelle sowieoberflächliche Thrombophlebitis und/oder Phlebitis wurden bei Patienten, die mit Eravacyclinbehandelt wurden, berichtet. Reaktionen an der Infusionsstelle können durch Reduzierung der
Infusionskonzentration oder der Infusionsrate von Eravacyclin gemildert werden.
Wirkungen der Tetracyclin-Klasse
Zu den Nebenwirkungen der Tetracyclin-Klasse gehören Lichtempfindlichkeit, Pseudotumor cerebriund anti-anabole Wirkung, die zu erhöhtem Blutharnstoffstickstoff-Wert, Azotämie, Azidose und
Hyperphosphatämie geführt haben.
DiarrhöZu den Nebenwirkungen der Antibiotika-Klasse gehören pseudomembranöse Kolitis und eine
Überbesiedlung mit nicht sensiblen Organismen, einschließlich Pilze (siehe Abschnitt 4.4). Inklinischen Studien trat bei 0,7 % der Patienten eine behandlungsbedingte Diarrhö auf; alle Fälle warenvom Schweregrad her leicht.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In Studien, bei denen gesunde Probanden bis zu 3 mg/kg Eravacyclin erhielten, wurde beobachtet,dass höhere Dosen als die empfohlene Dosis zu einer höheren Rate von Übelkeit und Erbrechenführen.
Bei Verdacht auf Überdosierung sollte Xerava abgesetzt und der Patient auf Nebenwirkungenüberwacht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Tetracycline, ATC-Code:
J01AA13.
WirkmechanismusDer Wirkmechanismus von Eravacyclin besteht in der Störung der bakteriellen Proteinsynthese durch
Bindung an die ribosomale Untereinheit 30S, wodurch die Aufnahme von Aminosäureresten inverlängerte Peptidketten verhindert wird.
Die C-7- und C-9-Substitutionen in Eravacyclin sind in keinem natürlich vorkommenden oderhalbsynthetischen Tetracyclin vorhanden, und das Substitutionsmuster vermittelt mikrobiologische
Aktivitäten einschließlich der Beibehaltung der In-vitro-Potenz gegen grampositive und gramnegative
Stämme, die Tetracyclin-spezifische Resistenzmechanismen exprimieren (d. h. Efflux durch tet(A),tet(B) und tet(K); Ribosomenschutz wie durch tet(M) und tet(Q) kodiert). Eravacyclin ist kein Substratfür die MepA-Pumpe in Staphylococcus aureus, die als Resistenzmechanismus für Tigecyclinbeschrieben wurde. Eravacyclin wird auch nicht von Aminoglykosid-inaktivierenden oder -modifizierenden Enzymen beeinflusst.
ResistenzmechanismusResistenz gegen Eravacyclin wurde in Enterococcus mit Mutationen in rpsJ beobachtet. Es gibt keine
Kreuzresistenz zwischen Eravacyclin und anderen Antibiotika-Klassen wie Chinolonen, Penicillinen,
Cephalosporinen und Carbapenemen.
Andere bakterielle Resistenzmechanismen, die Eravacyclin beeinflussen könnten, sind mit einer
Hochregulierung nichtspezifischer intrinsischer MDR-(Multidrug-Resistance-)Efflux-Pumpsystemeverbunden.
Grenzwerte der Empfindlichkeitsprüfung (Breakpoints)
Die vom EUCAST (Europäischer Ausschuss für die Untersuchung auf Antibiotikaempfindlichkeit)festgelegten Grenzwerte für die minimale Hemmkonzentration (MHK) sind wie folgt:
Tabelle 2 Grenzwerte für die minimale Hemmkonzentration von Eravacyclin für verschiedene
Pathogene
MHK-Grenzwerte (µg/ml)
Pathogen
Sensibel (S ≤) Resistent (R >)
Escherichia coli 0,5 0,5
Staphylokokkus aureus 0,25 0,25
Enterococcus spp. 0,125 0,125
Viridans Streptococcus spp. 0,125 0,125
Pharmakokinetisches/Pharmakodynamisches (PK/PD) Profil
Der Quotient aus der Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve (AUC) und der minimalen
Hemmkonzentration (MHK) von Eravacyclin hat sich als der beste Prädiktor für die Wirksamkeit invitro erwiesen, wobei humane Steady-State-Expositionen in einem Chemostaten verwendet wurden,die in vivo in Tiermodellen der Infektion bestätigt wurden.
Klinische Wirksamkeit gegen bestimmte Krankheitserreger
Die Wirksamkeit wurde in klinischen Studien gegen die für cIAI aufgeführten Erreger nachgewiesen,die gegenüber Eravacyclin in vitro sensibel waren:
* Escherichia coli
* Klebsiella pneumoniae
* Staphylococcus aureus
* Enterococcus faecalis
* Enterococcus faecium
* Viridans Streptococcus spp.
Antibakterielle Wirkung gegen andere relevante Krankheitserreger
In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass der folgende Erreger gegenüber Eravacyclin nicht sensibel ist:
* Pseudomonas aeruginosa
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Xerava eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in cIAIgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionEravacyclin wird intravenös angewendet und ist daher zu 100 % bioverfügbar.
Die mittleren pharmakokinetischen Parameter von Eravacyclin nach ein- und mehrmaligenintravenösen Infusionen (60 Minuten) von 1 mg/kg, die gesunden Erwachsenen alle 12 Stundenverabreicht werden, sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3: Mittlere (% CV) plasma-pharmakokinetische Parameter von Eravacyclin nachein- und mehrmaliger intravenöser Infusion bei gesunden Erwachsenen
PK-Parameterarithmetisches Mittel (% CV)
Eravacyclin-Dosierung
Cmax t amax AUC b0-12 t1/2(ng/ml) (h) (ng*h/ml) (h)1,0 mg/kg intravenös alle Tag 1 2.125 (15) 1,0 (1,0-1,0) 4.305 (14) 9 (21)12 Stunden (n = 6) Tag 10 1.825 (16) 1,0 (1,0-1,0) 6.309 (15) 39 (32)a Mittelwert (Bereich) dargestellt.b AUC von Tag 1 = AUC0-12 nach der ersten Dosis und AUC für Tag 10 = Steady-State AUC0-12.
VerteilungDie In-vitro-Bindung von Eravacyclin an humane Plasmaproteine nimmt mit zunehmender
Konzentration zu, mit 79 %, 86 % bzw. 90 % (gebunden) bei 0,1, 1 bzw. 10 g/ml. Das mittlere (%
CV) Verteilungsvolumen im Steady-State bei gesunden Probanden nach 1 mg/kg alle 12 Stundenbeträgt etwa 321 l (6,35), was größer ist als das gesamte Körperwasser.
BiotransformationUnverändertes Eravacyclin ist die wichtigste arzneimittelbezogene Komponente in humanem Plasmaund humanem Urin. Eravacyclin wird hauptsächlich durch CYP3A4- und FMO-vermittelte Oxidationdes Pyrrolidinrings zu TP-6208 und durch chemische Epimerisierung an C-4 zu TP-498 metabolisiert.
Durch Glucuronidierung, Oxidation und Hydrolyse werden weitere kleine Metaboliten gebildet. TP-6208 und TP-498 gelten nicht als pharmakologisch wirksam.
Eravacyclin ist ein Substrat für die Transporter P-gp, OATP1B1 und OATP1B3, nicht aber für BCRP.
EliminationEravacyclin wird sowohl im Urin als auch im Stuhl ausgeschieden. Die renale Clearance sowie diebiliäre und direkte intestinale Ausscheidung machen etwa 35 % bzw. 48 % der Gesamt-Clearance nach
Verabreichung einer intravenösen Einzeldosis von 60 mg 14C-Eravacyclin aus.
Linearität/Nicht-LinearitätCmax und AUC von Eravacyclin bei gesunden Erwachsenen steigen ungefähr proportional zu einer
Erhöhung der Dosis. Nach einer intravenösen Dosierung von 1 mg/kg alle 12 Stunden kommt es zueiner Akkumulation von etwa 45 %.
Im Bereich der klinisch geprüften intravenösen Eravacyclin-Mehrfachdosen zeigen diepharmakokinetischen Parameter AUC und Cmax Linearität, mit zunehmenden Dosen ist der Anstiegsowohl bei AUC als auch bei Cmax jedoch etwas geringer als dosisproportional.
Potenzial für Arzneimittelwechselwirkungen
Eravacyclin und seine Metaboliten sind keine Inhibitoren von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9,
CYP2C19, CYP2D6 oder CYP3A4 in vitro. Eravacyclin, TP-498 und TP-6208 sind keine Induktorenvon CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4.
Eravacyclin, TP-498 und TP-6208 sind keine Inhibitoren von BCRP-, BSEP-, OATP1B1-,
OATP1B3-, OAT1-, OAT3-, OCT1-, OCT2-, MATE1- oder MATE2-K-Transportern. Die
Metaboliten TP-498 und TP-6208 sind keine Inhibitoren von P-gp in vitro.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungDas adjustierte geometrisches Mittel für Cmax von Eravacyclin war um 8,8 % bei Patienten mitterminaler Nierenerkrankung (ESRD) gegenüber gesunden Patienten erhöht mit 90 % KI [-19,4, 45,2].
Das adjustierte geometrische Mittel für AUC0-inf von Eravacyclin war um 4,0 % bei Personen mit
ESRD gegenüber gesunden Personen verringert mit 90 % KI [-14,0, 12,3].
LeberfunktionsstörungDer geometrische Mittelwert der Cmax für Eravacyclin war um 13,9 %, 16,3 % bzw. 19,7 % für
Patienten mit leichter (Child-Pugh Klasse A), mittlerer (Child-Pugh Klasse B) bzw. schwerer (Child-
Pugh Klasse C) Leberschädigung gegenüber gesunden Probanden erhöht. Der geometrische Mittelwertder AUC0-inf für Eravacyclin war um 22,9 %, 37,9 % bzw. 110,3 % für Patienten mit leichter,mittelschwerer und schwerer Leberfunktionsstörung gegenüber gesunden Probanden erhöht.
GeschlechtIn einer populationspharmakokinetischen Analyse von Eravacyclin wurden keine klinisch relevanten
Unterschiede in der AUC nach Geschlecht für Eravacyclin beobachtet.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)In einer populationspharmakokinetischen Analyse von Eravacyclin wurden keine klinisch relevanten
Unterschiede in der Pharmakokinetik von Eravacyclin in Bezug auf das Alter beobachtet.
KörpergewichtIn einer populationspharmakokinetischen Analyse wurde gezeigt, dass die Eravacyclin-Disposition(Clearance und Volumen) vom Körpergewicht abhängt. Der daraus resultierende Unterschied in der
Exposition gegenüber Eravacyclin in Bezug auf die AUC rechtfertigt jedoch keine Dosisanpassungenim untersuchten Gewichtsbereich. Für Patienten über 137 kg Körpergewicht liegen keine Daten vor.
Der potenzielle Einfluss von schwerer Adipositas auf die Eravacyclinexposition wurde nichtuntersucht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe bei Ratten, Hunden und Affen wurden lymphatische
Depletion/Atrophie von Lymphknoten, Milz und Thymus, eine verminderte Anzahl Erythrozyten,
Retikulozyten, Leukozyten und Thrombozyten (Hund und Affe) in Verbindung mit der
Hypozellularität des Knochenmarks sowie gastrointestinale Nebenwirkungen (Hund und Affe) mit
Eravacyclin beobachtet. Diese Befunde waren während der Erholungsphasen von 3 bis 7 Wochenreversibel oder teilweise reversibel.
Knochenverfärbungen (ohne histologische Befunde), die über einen Erholungszeitraum von bis zu7 Wochen nicht vollständig reversibel waren, wurden bei Ratten und Affen nach einer 13-wöchigen
Anwendung beobachtet.
In Studien an Ratten und Hunden war die intravenöse Verabreichung von hohen Dosen von
Eravacyclin mit Hautreaktionen (einschließlich Nesselsucht, Juckreiz, Schwellungen und/oder
Hautrötungen) assoziiert.
In Fertilitätsstudien an männlichen Ratten führte die Verabreichung von Eravacyclin bei etwa 5-facherklinischer Exposition (basierend auf AUC) zu einer deutlich reduzierten Anzahl von
Schwangerschaften. Diese Befunde waren nach einer Erholungszeit von 70 Tagen (10 Wochen)reversibel, was einem Spermatogenesezyklus bei der Ratte entspricht. Befunde zu den männlichen
Fortpflanzungsorganen wurden bei Ratten auch in den Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabeüber 14 Tage bzw. 13 Wochen bei Expositionen beobachtet, die mehr als das 10- bzw. 5-Fache derklinischen Exposition auf der Basis von AUC betragen. Die Beobachtungen umfassten Degenerationder Hodenkanälchen, Oligospermie und Zelltrümmer in den Nebenhoden, Spermienretention in den
Hodenkanälchen, Erhöhung der Spermienkopfretention in den Sertoli-Zellen und Vakuolisierung der
Sertoli-Zellen und verminderte Spermienzahl. Bei weiblichen Ratten wurden keine negativen
Auswirkungen auf die Paarung oder Fertilität festgestellt.
In embryo-fötalen Studien wurden bei Ratten bei Expositionen, die mit der klinischen Expositionvergleichbar sind, bzw. bei Kaninchen bei Expositionen, die 1,9-mal höher sind als die klinische
Exposition (basierend auf AUC) bei Ratten bzw. Kaninchen, keine Nebenwirkungen beobachtet.
Dosen, die mehr als 2- oder 4-fach höher waren als die klinische Exposition (basierend auf AUC),waren mit maternaler Toxizität (klinische Beobachtungen und reduzierte Körpergewichtszunahme und
Nahrungsaufnahme) und reduziertem fetalen Körpergewicht und verzögerter Ossifikation des Skelettsbei beiden Arten und Abort beim Kaninchen verbunden.
Tierversuche zeigen, dass Eravacyclin die Plazenta passiert und im fetalen Plasma gefunden wird.
Eravacyclin (und Metaboliten) gehen in die Milch von laktierenden Ratten über.
Eravacyclin ist nicht genotoxisch. Es wurden keine Karzinogenitätsstudien mit Eravacyclindurchgeführt.
Xerava hat möglicherweise das Potenzial, in Süßwassersedimenten sehr lange zu persistieren.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)
Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung nach Rekonstitution inder Durchstechflasche wurde für 1 Stunde bei 25°C nachgewiesen.
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung nach Verdünnungwurde für 72 Stunden bei 2°C-8°C und für 12 Stunden bei 25°C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenndie gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, liegen die Dauer und die Bedingungender Aufbewahrung vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und die Dauer der
Aufbewahrung beträgt im Normalfall nicht mehr als 72 Stunden bei 2°C-8°C, es sei denn, die
Rekonstitution/Verdünnung ist unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C).
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
10-ml-Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Chlorbutylkautschuk-Stopfen und Aluminiumkappe.
Packungsgrößen:Packungen mit 1 Durchstechflasche und Mehrfachpackungen mit 12 Durchstechflaschen(12 Einzelpackungen mit jeweils 1 Durchstechflasche).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungAllgemeine VorsichtsmaßnahmenJede Durchstechflasche ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Die Zubereitung der Infusionslösung muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen.
Hinweise zur Rekonstitution
Der Inhalt der benötigten Anzahl von Durchstechflaschen muss jeweils mit 5 ml Wasser für
Injektionszwecke rekonstituiert und leicht verwirbelt werden, bis sich das Pulver vollständig aufgelösthat. Schütteln oder schnelle Bewegungen sollten vermieden werden, da sie zu einer Schaumbildungführen können.
Rekonstituiertes Xerava sollte eine klare, hellgelbe bis orangefarbene Lösung sein. Die Lösung darfnicht verwendet werden, wenn Partikel erkennbar sind oder die Lösung trüb ist.
Zubereitung der Infusionslösung
Zur Anwendung muss die rekonstituierte Lösung mit Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml(0,9 %) weiter verdünnt werden. Das berechnete Volumen der rekonstituierten Lösung sollte dem
Infusionsbeutel bis zu einer Zielkonzentration von 0,3 mg/ml (innerhalb eines Bereichs von 0,2 bis0,6 mg/ml) zugesetzt werden. Siehe Beispielrechnungen in Tabelle 4.
Den Beutel vorsichtig umdrehen, um die Lösung zu mischen.
Tabelle 4 Berechnungsbeispiele für ein Körpergewicht von 40 kg bis 200 kg1
Gewicht des Gesamtdosis Anzahl der Zu verdünnendes Empfohlene
Patienten (mg) Durchstechflaschen, Gesamtvolumen (ml) Infusionsbeutelgröße(kg) die für die
Rekonstitutionbenötigt werden40 40 1 4 100 ml60 60 2 6 250 ml80 80 2 8 250 ml100 100 2 10 250 ml150 150 3 15 500 ml200 200 4 20 500 ml1 Die genaue Dosis muss auf der Grundlage des Körpergewichts des jeweiligen Patienten berechnet werden.
Für Patienten mit einem Körpergewicht von ≥40 kg bis 49 kg:
Berechnen Sie das benötigte Volumen der rekonstituierten Lösung anhand des Körpergewichts des Patienten undinjizieren Sie es in einen 100-ml-Infusionsbeutel.
Für Patienten mit einem Gewicht von 50 kg bis 100 kg:
Berechnen Sie das benötigte Volumen der rekonstituierten Lösung anhand des Körpergewichts des Patienten undinjizieren Sie es in einen 250-ml-Infusionsbeutel.
Für Patienten mit einem Gewicht >100 kg:
Berechnen Sie das benötigte Volumen der rekonstituierten Lösung anhand des Körpergewichts des Patienten undinjizieren Sie es in einen 500-ml-Infusionsbeutel.
Infusion
Die gebrauchsfertige Lösung muss vor der Anwendung visuell auf Partikel untersucht werden.
Rekonstituierte und verdünnte Lösungen, die sichtbare Partikel enthalten oder trüb sind, müssenentsorgt werden.
Nach der Verdünnung wird Xerava intravenös als etwa 60-minütige Infusion gegeben.
Die rekonstituierte und verdünnte Lösung darf nur als intravenöse Infusion verabreicht werden. Siedarf nicht als intravenöser Bolus verabreicht werden.
Wird derselbe intravenöse Zugang für die sequentielle Infusion mehrerer verschiedener Arzneimittelverwendet, ist die Leitung vor und nach der Infusion mit Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml(0,9 %) zu spülen.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
PAION Pharma GmbH
Heussstraße 2552078 Aachen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/18/1312/001
EU/1/18/1312/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. September 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12. April 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.