Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels XELJANZ 11mg retardtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
XELJANZ 11 mg Retardtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Retardtablette enthält Tofacitinibcitrat, entsprechend 11 mg Tofacitinib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Retardtablette enthält 152,23 mg Sorbitol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Retardtablette
Pinkfarbene, ovale Tablette mit den ungefähren Abmessungen 10,8 mm x 5,5 mm x 4,4 mm (Längemal Breite mal Dicke) und einem Bohrloch an einer Längsseite und der Prägung 'JKI 11“ auf einer
Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Rheumatoide ArthritisTofacitinib ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur Behandlung der mittelschwerenbis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis (RA) bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrerekrankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARD, Disease-Modifying Antirheumatic Drugs)unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben (siehe Abschnitt 5.1). Tofacitinib kannals Monotherapie gegeben werden, wenn MTX nicht vertragen wird oder wenn eine Behandlung mit
MTX ungeeignet ist (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Psoriasis-ArthritisTofacitinib ist in Kombination mit MTX indiziert zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis(PsA) bei erwachsenen Patienten, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierendeantirheumatische (DMARD)-Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben(siehe Abschnitt 5.1).
Ankylosierende SpondylitisTofacitinib ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver ankylosierender Spondylitis(AS), die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte von Fachärzten eingeleitet und überwacht werden, die über Erfahrung in der
Diagnose und Behandlung von Krankheiten verfügen, für die Tofacitinib indiziert ist.
DosierungRheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis und ankylosierende Spondylitis
Die empfohlene Dosis beträgt eine 11 mg Retardtablette einmal täglich und sollte nicht überschrittenwerden.
Eine Dosisanpassung ist bei gleichzeitiger Anwendung mit MTX nicht erforderlich.
Tabelle 1 enthält Angaben zur Umstellung von Tofacitinib Filmtabletten auf Tofacitinib
Retardtabletten und umgekehrt.
Tabelle 1: Umstellung von Tofacitinib Filmtabletten auf Tofacitinib Retardtabletten undumgekehrt
Umstellung von Tofacitinib 5 mg Die Umstellung der Behandlung mit Tofacitinib 5 mg Filmtabletten
Filmtabletten auf Tofacitinib zweimal täglich auf Tofacitinib 11 mg Retardtabletten einmal täglich11 mg Retardtabletten und und umgekehrt kann jeweils am Tag nach der letzten Dosis der jeweilsumgekehrta anderen Tablettenart erfolgen.a Siehe Abschnitt 5.2 für einen Vergleich der Pharmakokinetik der Retardtabletten und der Filmtabletten.
Unterbrechen und Absetzen der Behandlung
Falls es bei einem Patienten zu einer schwerwiegenden Infektion kommt, ist die Behandlung mit
Tofacitinib zu unterbrechen, bis die Infektion unter Kontrolle ist.
Bei dosisbezogenen anormalen Laborbefunden wie Lymphopenie, Neutropenie und Anämie kann eine
Dosisunterbrechung erforderlich sein. Entsprechend den Angaben in den nachfolgenden Tabellen 2, 3und 4 richten sich die Empfehlungen für eine Unterbrechung oder einen Abbruch der Behandlungnach dem Schweregrad der Laborwertveränderungen (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit einer absoluten Lymphozytenzahl (absolute lymphocyte count, ALC) unter750 Zellen/mm3 sollte keine Behandlung eingeleitet werden.
Tabelle 2: Niedrige absolute Lymphozytenzahl
Niedrige absolute Lymphozytenzahl (ALC) (siehe Abschnitt 4.4)
Laborwert Empfehlung(Zellen/mm3)
ALC größer oder Dosis sollte beibehalten werden.gleich 750
ALC 500-750 Bei einer anhaltenden Abnahme (2 Werte in Folge in diesem Bereichbei Routineuntersuchungen) sollte die Behandlung mit der
Tofacitinib 11 mg Retardtabletten-Dosis unterbrochen werden.
Bei einer ALC über 750 sollte die Behandlung im klinischangemessenen Rahmen wieder aufgenommen werden.
ALC unter 500 Wenn der Laborwert bei einem innerhalb von 7 Tagendurchgeführten erneuten Test bestätigt wird, sollte die Behandlungbeendet werden.
Bei Patienten mit einer absoluten Neutrophilenzahl (absolute neutrophil count, ANC) unter1.000 Zellen/mm3 sollte keine Behandlung eingeleitet werden.
Tabelle 3: Niedrige absolute Neutrophilenzahl
Niedrige absolute Neutrophilenzahl (ANC) (siehe Abschnitt 4.4)
Laborwert Empfehlung(Zellen/mm3)
ANC über 1.000 Dosis sollte beibehalten werden.
ANC 500-1.000 Bei einer anhaltenden Abnahme (2 Werte in Folge in diesem Bereichbei Routineuntersuchungen) sollte die Behandlung mit der
Tofacitinib 11 mg Retardtabletten-Dosis unterbrochen werden.
Bei einer ANC über 1.000 sollte die Behandlung im klinischangemessenen Rahmen wieder aufgenommen werden.
ANC unter 500 Wenn der Laborwert bei einem innerhalb von 7 Tagendurchgeführten erneuten Test bestätigt wird, sollte die Behandlungbeendet werden.
Bei Patienten mit einem Hämoglobinwert unter 9 g/dl sollte keine Behandlung eingeleitet werden.
Tabelle 4: Niedriger Hämoglobinwert
Niedriger Hämoglobinwert (Abschnitt 4.4)
Laborwert Empfehlung(g/dl)
Hb-Abfall bis 2 g/dl und ein Dosis sollte beibehalten werden.
Hb-Wert von 9,0 g/dl oderdarüber
Hb-Abfall um mehr als 2 g/dl Die Behandlung sollte unterbrochen werden bis sich der Hämoglobinwertoder Hb-Wert von weniger als normalisiert hat.8,0 g/dl(durch Testwiederholungbestätigt)
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnDie tägliche Tofacitinib-Gesamtdosis sollte bei Patienten, die starke Inhibitoren von Cytochrom P450(CYP) 3A4 (z. B. Ketoconazol) erhalten, und bei Patienten, die gleichzeitig mindestens ein
Arzneimittel erhalten, das zu einer mittelstarken Hemmung von CYP3A4 und zu einer starken
Hemmung von CYP2C19 führt (z. B. Fluconazol, siehe Abschnitt 4.5), wie folgt halbiert werden:
- Bei Patienten, die einmal täglich eine Tofacitinib 11 mg Retardtablette erhalten, sollte die
Tofacitinib-Dosis auf einmal täglich eine Tofacitinib 5 mg Filmtablette reduziert werden.
Absetzen der Behandlung bei AS
Verfügbare Daten lassen darauf schließen, dass eine klinische Verbesserung bei AS innerhalb von16 Wochen nach der Einleitung der Behandlung mit Tofacitinib eintritt. Eine Fortsetzung der
Behandlung bei Patienten, bei denen es innerhalb dieses Zeitraums zu keiner klinischen Verbesserungkommt, sollte sorgfältig abgewogen werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten ab75 Jahren ist die Datenlage begrenzt. Siehe Abschnitt 4.4 zur Anwendung bei Patienten im Alter von65 Jahren und älter.
Eingeschränkte LeberfunktionTabelle 5: Dosisanpassung bei eingeschränkter Leberfunktion
Kategorie Klassifizierung Dosisanpassung bei eingeschränkter Leberfunktion für
Leberfunktions- Tabletten unterschiedlicher Stärkestörung
Leicht Child Pugh A Keine Dosisanpassung erforderlich.
Mittelschwer Child Pugh B Die Dosis sollte auf einmal täglich eine 5-mg-Filmtablettereduziert werden, wenn die angezeigte Dosis bei normaler
Leberfunktion einmal täglich eine 11-mg-Retardtablettebeträgt (siehe Abschnitt 5.2).
Schwer Child Pugh C Tofacitinib darf bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte NierenfunktionTabelle 6: Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Kategorie Kreatinin- Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion für
Nierenfunktions- Clearance Tabletten unterschiedlicher Stärkestörung
Leicht 50-80 ml/min Keine Dosisanpassung erforderlich.
Mittelschwer 30-49 ml/min Keine Dosisanpassung erforderlich.
Schwer < 30 ml/min Die Dosis sollte auf einmal täglich eine 5-mg-Filmtablette reduziert(einschließlich werden, wenn die angezeigte Dosis bei normaler Nierenfunktion
Patienten, die sich einmal täglich eine 11-mg-Retardtablette beträgt (sieheeiner Hämodialyse Abschnitt 5.2).unterziehen)
Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte einereduzierte Dosis auch nach der Hämodialyse beibehalten werden(siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit der Tofacitinib-Retardformulierung bei Kindern und Jugendlichen im
Alter von 0 bis unter 18 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Tofacitinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Tofacitinib 11 mg Retardtabletten müssen im Ganzen eingenommen werden, um sicherzustellen, dassdie gesamte Dosis korrekt abgegeben wird. Sie dürfen nicht zerkleinert, geteilt oder zerkaut werden.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genanntensonstigen Bestandteile
- Aktive Tuberkulose (TB), schwerwiegende Infektionen wie z. B. Sepsis oderopportunistische Infektionen (siehe Abschnitt 4.4)
- Schwere Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.2)
- Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei folgenden Patienten sollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten
Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen:
- Patienten im Alter von 65 Jahren und älter
- Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung in der Vorgeschichte oder anderenkardiovaskulären Risikofaktoren (wie aktuelle oder ehemalige Langzeitraucher)
- Patienten mit Risikofaktoren für Malignome (z. B. bestehendes Malignom oder Malignom in der
Vorgeschichte)
Anwendung bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter
Angesichts des erhöhten Risikos für schwere Infektionen, Myokardinfarkt, Malignome und Mortalitätjeglicher Ursache im Zusammenhang mit Tofacitinib bei Patienten im Alter von 65 Jahren und ältersollte Tofacitinib bei diesen Patienten nur angewendet werden, wenn keine geeigneten
Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen (siehe weitere Einzelheiten in Abschnitt 4.4 und
Abschnitt 5.1).
Kombination mit anderen Therapien
Die Anwendung von Tofacitinib in Kombination mit Biologika, wie TNF-Antagonisten,
Interleukin(IL)-1R-Antagonisten, IL-6R-Antagonisten, monoklonalen Anti-CD20-Antikörpern, IL-17-
Antagonisten, IL-12/IL-23-Antagonisten, Integrin-Antikörpern, selektiven Co-Stimulations-
Modulatoren und starken Immunsuppressiva wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Ciclosporin und
Tacrolimus wurde nicht untersucht und ist aufgrund der Möglichkeit einer verstärkten
Immunsuppression und eines erhöhten Infektionsrisikos zu vermeiden.
In klinischen RA-Studien traten bei der Kombination von Tofacitinib mit MTX Nebenwirkungenhäufiger auf als bei der Monotherapie mit Tofacitinib.
Die Anwendung von Tofacitinib in Kombination mit Phosphodiesterase-4-Hemmern wurde inklinischen Tofacitinib-Studien nicht untersucht.
Venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)Schwerwiegende VTE-Ereignisse, einschließlich Lungenembolien (LE), einige davon mit tödlichem
Verlauf, und tiefe Venenthrombosen (TVT) wurden bei Patienten beobachtet, die Tofacitinibeinnahmen. In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mitrheumatoider Arthritis, die 50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen, wurde ein dosisabhängig erhöhtes VTE-Risiko unter
Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren beobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
In einer exploratorischen Post-hoc-Analyse im Rahmen dieser Studie bei Patienten mit bekannten
VTE-Risikofaktoren wurden nachfolgende VTE häufiger bei mit Tofacitinib behandelten Patientenbeobachtet, die nach 12-monatiger Behandlung D-Dimer-Werte vom 2-Fachen des oberen Normal-
Grenzwerts oder mehr (≥ 2× ULN, upper limit of normal) aufwiesen, als bei Patienten, die D-Dimer-
Werte < 2× ULN hatten. Bei mit TNF-Inhibitoren behandelten Patienten wurde dies nicht festgestellt.
Die Interpretation des Ergebnisses ist durch die geringe Anzahl an VTE-Ereignissen und die begrenzte
Verfügbarkeit von D-Dimer-Testergebnissen (Untersuchung nur bei Studienbeginn sowie in Monat 12und am Ende der Studie) eingeschränkt. Bei Patienten ohne VTE während der Studie waren diemittleren D-Dimer-Werte in allen Behandlungsarmen in Monat 12 signifikant niedriger als bei
Studienbeginn. D-Dimer-Werte ≥ 2× ULN in Monat 12 wurden jedoch bei etwa 30 % der Patientenohne nachfolgende VTE-Ereignisse beobachtet, was als eingeschränkte Spezifität der D-Dimer-
Untersuchung in der Studie zu werten ist.
Bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren oder Risikofaktoren für Malignome (siehe auch
Abschnitt 4.4 'Schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse [einschließlich
Myokardinfarkt]“ und 'Malignome und lymphoproliferative Erkrankungen“) sollte Tofacitinib nurangewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen.
Bei Patienten mit anderen VTE-Risikofaktoren als solche für MACE oder Malignome sollte
Tofacitinib mit Vorsicht angewendet werden. VTE-Risikofaktoren, die keine Risikofaktoren für
MACE bzw. Malignome sind, umfassen: frühere VTE, Patienten, die sich einem größerenchirurgischen Eingriff unterziehen, Immobilisation, Anwendung von kombinierten hormonellen
Kontrazeptiva oder einer Hormonersatztherapie, Vorliegen einer erblichen Gerinnungsstörung.
Während der Behandlung mit Tofacitinib sollten Patienten in regelmäßigen Abständen auf
Veränderungen des VTE-Risikos untersucht werden.
Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer VTE sind unverzüglich zu untersuchen. Bei Patientenmit VTE-Verdacht ist Tofacitinib unabhängig von Anwendungsgebiet oder Dosierung abzusetzen.
Retinale Venenthrombose
Retinale Venenthrombose (RVT) wurde bei Patienten berichtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden(siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten angewiesen werden, bei Auftreten von Symptomen, die aufeine RVT hinweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
Schwerwiegende InfektionenSchwerwiegende und bisweilen tödliche Infektionen aufgrund bakterieller, mykobakterieller, invasiv-fungaler, viraler oder anderer opportunistischer Krankheitserreger wurden bei Patienten berichtet, die
Tofacitinib erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Das Risiko für opportunistische Infektionen ist inasiatischen Regionen höher (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit rheumatoider Arthritis, die
Kortikosteroide einnehmen, können anfällig für Infektionen sein.
Eine Tofacitinib-Therapie sollte nicht bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlich lokalisierter
Infektionen, eingeleitet werden.
Risiken und Nutzen der Behandlung sind vor der Behandlung mit Tofacitinib abzuwägen bei Patienten
- mit wiederkehrenden Infektionen,
- mit einer schwerwiegenden oder einer opportunistischen Infektion in der Vorgeschichte,
- die in Gegenden mit endemischen Mykosen gelebt oder diese bereist haben,
- mit Grunderkrankungen, die sie für Infektionen anfällig machen.
Die Patienten sind während und nach der Behandlung mit Tofacitinib engmaschig auf die Entwicklungvon Anzeichen und Symptomen einer Infektion zu überwachen. Die Behandlung ist zu unterbrechen,wenn es bei einem Patienten zu einer schwerwiegenden Infektion, einer opportunistischen Infektionoder zu einer Sepsis kommt. Patienten, bei denen während der Behandlung mit Tofacitinib eine
Neuinfektion auftritt, müssen umgehend vollständigen diagnostischen Tests unterzogen werden, diefür immungeschwächte Patienten geeignet sind. Außerdem ist eine angemessene antimikrobielle
Therapie einzuleiten, und die Patienten sind engmaschig zu überwachen.
Da bei älteren Patienten und Diabetes-Patienten generell eine höhere Infektionsrate vorliegt, ist bei der
Behandlung dieser Patientengruppen Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten im Altervon 65 Jahren und älter sollte eine Behandlung mit Tofacitinib nur angewendet werden, wenn es keinegeeigneten Behandlungsalternativen gibt (siehe Abschnitt 5.1).
Das Infektionsrisiko steigt möglicherweise mit dem Schweregrad einer Lymphopenie. Daher solltenfür die Beurteilung des individuellen Infektionsrisikos die Lymphozytenzahlen berücksichtigt werden.
Die Kriterien für den Behandlungsabbruch und die Lymphopenie-Überwachung werden in
Abschnitt 4.2 erläutert.
TuberkuloseRisiken und Nutzen der Behandlung sind vor der Behandlung mit Tofacitinib abzuwägen bei
Patienten,
- die Tuberkulose ausgesetzt waren,
- die in Gegenden mit endemischer Tuberkulose gelebt oder diese bereist haben.
Die Patienten sind vor und während der Anwendung von Tofacitinib nach geltenden Leitlinien aufeine latente oder aktive Tuberkuloseinfektion zu untersuchen und zu testen.
Patienten mit latenter Tuberkulose, die positiv getestet werden, sollten vor der Einnahme von
Tofacitinib mit einer antimykobakteriellen Standardtherapie behandelt werden.
Bei Patienten mit negativem Testergebnis, aber mit latenter oder aktiver Tuberkulose in der
Vorgeschichte und bei denen eine adäquate Behandlung nicht bestätigt werden kann, und bei Patientenmit negativem Testergebnis, aber bestehenden Risikofaktoren für eine Tuberkuloseinfektion, sollte vorder Einnahme von Tofacitinib eine antituberkulöse Therapie erwogen werden. Es wird empfohlen, miteinem in der Tuberkulosebehandlung erfahrenen Arzt Rücksprache zu halten, um im Einzelfall zuentscheiden, ob die Einleitung einer antituberkulösen Therapie für einen Patienten geeignet ist. Die
Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose zu überwachen. Dies giltauch für Patienten, die vor Beginn der Therapie negativ auf eine latente Tuberkuloseinfektion getestetwurden.
VirusreaktivierungBei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden eine Virusreaktivierung und Fälle einer
Reaktivierung von Herpesviren (z. B. Herpes zoster) beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten, die mit Tofacitinib behandelt wurden, scheint das Auftreten von Herpes zoster erhöht zusein bei:
- Patienten japanischer oder koreanischer Herkunft.
- Patienten mit einer ALC unter 1.000 Zellen/mm3 (siehe Abschnitt 4.2).
- Patienten mit langjähriger RA, die zuvor mit 2 oder mehr biologischenkrankheitsmodifizierenden Antirheumatika (bDMARD) behandelt wurden.
- Patienten, die mit zweimal täglich 10 mg behandelt wurden.
Die Wirkung von Tofacitinib auf die Reaktivierung einer chronischen Virushepatitis ist nicht bekannt.
Patienten, die positiv auf Hepatitis B oder C getestet wurden, waren von der Teilnahme an denklinischen Studien ausgeschlossen. Vor Beginn der Therapie mit Tofacitinib sollte eine Untersuchungauf eine Virushepatitis entsprechend den klinischen Leitlinien durchgeführt werden.
Bei RA-Patienten, die Tofacitinib nach der Markteinführung erhielten, wurde mindestens einbestätigter Fall von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) berichtet. PML kanntödlich sein und soll bei immunsupprimierten Patienten mit neuen bzw. sich verschlimmerndenneurologischen Symptomen bei der Differentialdiagnostik berücksichtigt werden.
Schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (einschließlich Myokardinfarkt)
Bei Patienten unter Tofacitinib wurden schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse(MACE) beobachtet.
In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mit RA, die50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen,wurde unter Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren eine erhöhte Inzidenz von Myokardinfarktenbeobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter, bei
Patienten, die aktuelle oder ehemalige Langzeitraucher sind, und bei Patienten mit atherosklerotischerkardiovaskulärer Erkrankung in der Vorgeschichte oder anderen kardiovaskulären Risikofaktorensollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen verfügbarsind (siehe Abschnitt 5.1).
Malignome und lymphoproliferative Erkrankung
Tofacitinib kann die körpereigene Abwehr gegen Malignome beeinträchtigen.
In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mit RA, die50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen,wurde unter Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren eine erhöhte Inzidenz von malignen
Erkrankungen, insbesondere NMSC, Lungenkarzinom und Lymphom, beobachtet (siehe
Abschnitte 4.8 und 5.1).
NMSC, Lungenkarzinome und Lymphome bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden auch inanderen klinischen Studien und bei der Anwendung nach der Zulassung beobachtet.
Andere Malignome bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden in klinischen Studien und beider Anwendung nach der Zulassung beobachtet, darunter, aber nicht ausschließlich, Brustkrebs,
Melanom, Prostatakrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Bei Patienten in einem Alter von 65 Jahren und älter, Patienten, die aktuelle oder ehemalige
Langzeitraucher sind, und bei Patienten mit anderen Risikofaktoren für Malignome (z. B. aktuellesoder zurückliegendes Malignom, ausgenommen ein erfolgreich behandelter, nicht-melanozytärer
Hautkrebs) sollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativenverfügbar sind (siehe Abschnitt 5.1). Bei allen Patienten, insbesondere bei Patienten mit erhöhtem
Risiko für Hautkrebs, werden regelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen (siehe Tabelle 7 in
Abschnitt 4.8).
Interstitielle LungenerkrankungEbenfalls ist Vorsicht geboten bei Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung in der
Vorgeschichte, da sie für Infektionen anfälliger sein können. In klinischen RA-Studien und in der
Anwendungsbeobachtung nach Zulassung wurden Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (einigedavon mit tödlichem Ausgang) bei mit Tofacitinib behandelten Patienten berichtet, obwohl die Rolleder Januskinase(JAK)-Inhibition bei diesen Ereignissen nicht bekannt ist. Asiatische RA-Patientenunterliegen bekanntermaßen einem höheren Risiko für eine interstitielle Lungenerkrankung, weshalbbei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten ist.
Magen-Darm-Perforationen
In klinischen Studien wurden Fälle von Magen-Darm-Perforationen berichtet, obwohl die Rolle der
JAK-Inhibition bei diesen Ereignissen nicht bekannt ist. Tofacitinib ist bei Patienten mit potenziellerhöhtem Risiko von Magen-Darm-Perforationen mit Vorsicht anzuwenden (z. B. bei Patienten mit
Divertikulitis in der Vorgeschichte oder bei Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide und/odernichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel anwenden). Bei erstmaligem Auftreten von
Anzeichen oder Symptomen abdomineller Komplikationen sind die Patienten unverzüglich zur
Früherkennung einer Magen-Darm-Perforation zu untersuchen.
Frakturen
Frakturen wurden bei Patienten beobachtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden.
Tofacitinib sollte bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für Frakturen, wie älteren Patienten,weiblichen Patienten und Patienten unter Kortikosteroidtherapie, unabhängig von Indikation und
Dosierung, mit Vorsicht angewendet werden.
Leberenzyme
Die Behandlung mit Tofacitinib ging bei einigen Patienten mit einer erhöhten Rate von
Leberwerterhöhungen einher (siehe Abschnitt 4.8 Leberenzymtests). Bei der Einleitung einer
Tofacitinib-Behandlung von Patienten mit erhöhter Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-
Aminotransferase (AST) ist Vorsicht geboten, besonders dann, wenn sie in Kombination mitpotenziell hepatotoxischen Arzneimitteln, wie z. B. MTX, eingeleitet wird. Nach Beginn der
Behandlung werden regelmäßige Kontrollen der Leberenzyme und eine sofortige Abklärung vonbeobachteten Leberenzymanstiegen empfohlen, um mögliche Fälle einer arzneimittelbedingten
Leberschädigung zu erkennen. Bei Verdacht einer arzneimittelbedingten Leberschädigung sollte die
Einnahme von Tofacitinib solange unterbrochen werden, bis diese Diagnose ausgeschlossen wordenist.
ÜberempfindlichkeitNach der Markteinführung wurden Fälle von Überempfindlichkeit im Zusammenhang mit der
Anwendung von Tofacitinib berichtet. Allergische Reaktionen einschließlich Angioödem und
Urtikaria sowie schwerwiegende Reaktionen traten auf. Wenn schwerwiegende allergische oderanaphylaktische Reaktionen auftreten, sollte Tofacitinib unverzüglich abgesetzt werden.
Laborparameter
LymphozytenDie Behandlung mit Tofacitinib war im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Rate von
Lymphozytopenien verbunden. Bei Lymphozytenzahlen unter 750 Zellen/mm3 wurden vermehrtschwerwiegende Infektionen beobachtet. Bei Patienten mit einer bestätigten Lymphozytenzahl unter750 Zellen/mm3 sollte die Behandlung mit Tofacitinib nicht eingeleitet oder fortgeführt werden. Die
Lymphozyten sollten zu Beginn der Therapie und danach alle 3 Monate kontrolliert werden.
Empfehlungen zu Therapieänderungen auf Basis der Lymphozytenzahlen siehe Abschnitt 4.2.
Neutrophile
Die Behandlung mit Tofacitinib stand im Vergleich zu Placebo im Zusammenhang mit einer erhöhten
Inzidenz von Neutropenie (weniger als 2.000 Zellen/mm³). Bei Patienten mit einer Neutrophilenzahl(ANC) unter 1.000 Zellen/mm3 sollte keine Behandlung mit Tofacitinib eingeleitet werden. Die ANCsollte bei Therapiebeginn, nach 4- bis 8-wöchiger Behandlung und danach alle 3 Monate kontrolliertwerden. Empfehlungen zu Therapieänderungen aufgrund der ANC siehe Abschnitt 4.2.
HämoglobinDie Behandlung mit Tofacitinib wurde mit einer Abnahme der Hämoglobinwerte in Verbindunggebracht. Es wird empfohlen, die Tofacitinib-Behandlung bei Patienten mit einem Hb-Wert unter9 g/dl nicht zu beginnen. Der Hämoglobinwert sollte bei Therapiebeginn, nach 4- bis 8-wöchiger
Behandlung und danach alle 3 Monate kontrolliert werden. Empfehlungen zu Therapieänderungenaufgrund des Hämoglobinwerts siehe Abschnitt 4.2.
Überwachung der Lipidwerte
Während der Behandlung mit Tofacitinib kam es zu einem Anstieg der Blutfettwerte, wie z. B. des
Gesamtcholesterins, des Lipoprotein-Cholesterins niedriger Dichte (LDL) und des Lipoprotein-
Cholesterins hoher Dichte (HDL). Maximale Effekte waren im Allgemeinen innerhalb von 6 Wochenzu beobachten. Acht Wochen nach Beginn der Tofacitinib-Therapie sollte eine Untersuchung der
Blutfettwerte vorgenommen werden. Die Patienten sollten gemäß den klinischen Leitlinien für die
Therapie der Hyperlipidämie behandelt werden. Erhöhte Gesamtcholesterin- und LDL-Werte im
Zusammenhang mit Tofacitinib können mit einer Statin-Therapie auf die Werte vor der Behandlunggesenkt werden.
Hypoglykämie bei Patienten, die aufgrund eines Diabetes behandelt werden
Nach Einleitung einer Tofacitinib-Therapie bei Patienten, die Arzneimittel gegen Diabetes erhaltenhaben, wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet. Bei Auftreten einer Hypoglykämie könnte eine
Dosisanpassung der antidiabetischen Arzneimittel erforderlich sein.
ImpfungenVor Beginn der Therapie mit Tofacitinib sollte der Impfstatus aller Patienten entsprechend denaktuellen Impfempfehlungen auf den neuesten Stand gebracht werden. Es wird empfohlen,
Lebendimpfstoffe nicht gleichzeitig mit Tofacitinib anzuwenden. Bei der Entscheidung über die
Anwendung von Lebendimpfstoffen vor Beginn der Therapie mit Tofacitinib sollte die vorbestehende
Immunsuppression des jeweiligen Patienten berücksichtigt werden.
Eine prophylaktische Impfung gegen Herpes zoster sollte gemäß den Impfempfehlungen in Betrachtgezogen werden. Patienten mit langjähriger RA, die zuvor 2 oder mehr bDMARD erhalten haben,sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wenn der Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffgegeben wird, sollte er nur Patienten mit bekannter Vorgeschichte von Windpocken oder Patienten,die seropositiv auf das Varicella-Zoster-Virus (VZV) getestet wurden, verabreicht werden. Sollte die
Vorgeschichte von Windpocken als zweifelhaft oder unzuverlässig erachtet werden, so wirdempfohlen, auf Antikörper gegen VZV zu testen.
Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte mindestens 2 Wochen, vorzugsweise aber 4 Wochen vor
Beginn der Therapie mit Tofacitinib erfolgen, oder gemäß den aktuellen Impfempfehlungen zur
Anwendung von immunmodulierenden Arzneimitteln. Bezüglich einer Sekundärübertragung von
Infektionen durch Lebendimpfstoffe auf Patienten unter Tofacitinib liegen keine Daten vor.
Gastrointestinale Obstruktion bei nicht verformbarer Retardformulierung
Vorsicht ist bei der Behandlung mit Tofacitinib Retardtabletten bei Patienten mit vorbestehenderschwerer gastrointestinaler Verengung (pathologisch oder iatrogen) geboten. In seltenen Fällen wurdebei Patienten mit bekannten Strikturen unter der Einnahme von anderen Arzneimitteln mit nichtverformbarer Retardformulierung über obstruktive Symptome berichtet.
Sonstige BestandteileTofacitinib Retardtabletten enthalten Sorbitol.
Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) -haltiger Arzneimittel unddie Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.
Der Sorbitolgehalt oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeit von anderen gleichzeitigoral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Mögliche Beeinflussung der Pharmakokinetik (PK) von Tofacitinib durch andere Arzneimittel
Da Tofacitinib durch CYP3A4 metabolisiert wird, ist eine Wechselwirkung mit Arzneimitteln, die
CYP3A4 hemmen oder induzieren, wahrscheinlich. Die Tofacitinib-Exposition ist erhöht, wenngleichzeitig starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) angewendet werden oder wenn diegleichzeitige Anwendung mindestens eines Arzneimittels zu einer mittelstarken Hemmung von
CYP3A4 und zu einer starken Hemmung von CYP2C19 (z. B. Fluconazol) führt (siehe Abschnitt 4.2).
Bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP-Induktoren (z. B. Rifampicin) verringert sich die
Tofacitinib-Exposition. CYP2C19-Inhibitoren alleine oder P-Glykoprotein-Inhibitoren beeinflussendie PK von Tofacitinib wahrscheinlich nur unwesentlich.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Ketoconazol (starker CYP3A4-Inhibitor), Fluconazol (mittelstarker
CYP3A4- und starker CYP2C19-Inhibitor), Tacrolimus (schwacher CYP3A4-Inhibitor) und
Ciclosporin (mittelstarker CYP3A4-Inhibitor) erhöhte sich die AUC von Tofacitinib, während
Rifampicin (ein starker CYP3A4-Induktor) die AUC erniedrigte. Die gleichzeitige Anwendung von
Tofacitinib und starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) kann zu einem Verlust oder zu einer
Verringerung des klinischen Ansprechens führen (siehe Abbildung 1). Die gleichzeitige Anwendungstarker CYP3A4-Induktoren mit Tofacitinib wird nicht empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung von
Ketoconazol und Fluconazol erhöhte den Cmax-Wert von Tofacitinib, während Tacrolimus, Ciclosporinund Rifampicin den Cmax von Tofacitinib senkten. Die gleichzeitige Anwendung von einmalwöchentlich 15-25 mg MTX hatte keine Auswirkung auf die PK von Tofacitinib bei RA-Patienten(siehe Abbildung 1).
Abbildung 1 Auswirkung anderer Arzneimittel auf die PK von Tofacitinib
Gleichzeitig angewendetes PK Verhältnis und 90 % KI Empfehlung
Arzneimittel
CYP3A-Inhibitor
Ketoconazol AUC Tofacitinib-Dosis
C verringernamax
CYP3A- und CYP2C19-Inhibitor
Fluconazol AUC Tofacitinib-Dosis verringerna
Cmax
CYP-Induktor
Rifampicin AUC Kann die Wirksamkeit verringern
Cmax
Methotrexat AUC Keine Dosisanpassung
Cmax
Tacrolimus AUC Gleichzeitige Anwendung von Tofacitinib
Cmax mit Tacrolimus sollte vermieden werden
Ciclosporin AUC Gleichzeitige Anwendung von Tofacitinibmit Ciclosporin sollte vermieden werden
Cmax0 0,5 1 1,5 2 2,5
Verhältnis zur Referenz
Hinweis: Die Referenzgruppe steht für die Anwendung von Tofacitinib allein.a Bei Patienten, die einmal täglich 11 mg (als Retardtablette) erhalten, sollte die Tofacitinib-Dosis auf einmaltäglich 5 mg (als Filmtablette) verringert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Mögliche Beeinflussung der PK anderer Arzneimittel durch Tofacitinib
Die gleichzeitige Anwendung von Tofacitinib hatte bei gesunden weiblichen Probanden keine
Auswirkungen auf die Pharmakokinetik der oralen Empfängnisverhütungsmittel Levonorgestrel und
Ethinylestradiol.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Tofacitinib mit einmal wöchentlich 15-25 mg MTX bei
RA-Patienten verringerten sich die AUC und Cmax von MTX um 10 % bzw. 13 %. Das Ausmaß der
Verringerung der MTX-Exposition rechtfertigt keine Veränderungen der individuellen MTX-
Dosierung.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs gibt keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Tofacitinib beischwangeren Frauen. Tofacitinib erwies sich bei Ratten und Kaninchen als teratogen, und esbeeinträchtigte die Geburt und die peri-/postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Aus Vorsichtsgründen ist die Anwendung von Tofacitinib während der Schwangerschaftkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei FrauenFrauen im gebärfähigen Alter müssen angewiesen werden, während der Behandlung mit Tofacitinibund für mindestens 4 Wochen nach Einnahme der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethodeanzuwenden.
StillzeitBasierend auf veröffentlichten Daten geht Tofacitinib in die Muttermilch über. Die Auswirkung von
Tofacitinib auf das gestillte Kind ist auf Grundlage von Daten aus veröffentlichter Literatur und Datennach Markteinführung nicht bekannt. Diese Daten sind auf eine kleine Anzahl von Fällen ohne kausalbedingte unerwünschte Ereignisse beschränkt. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nichtausgeschlossen werden. Aus Vorsichtsgründen ist die Anwendung von Tofacitinib während der
Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätEs wurden keine formalen Studien zur möglichen Wirkung auf die Fertilität beim Menschendurchgeführt. Tofacitinib beeinträchtigte bei Ratten die weibliche Fertilität, aber nicht die männliche
Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTofacitinib hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsRheumatoide ArthritisDie häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren schwerwiegende Infektionen (siehe
Abschnitt 4.4).
Bei der Langzeit-Sicherheits-Population über alle Expositionen waren die häufigsten im
Zusammenhang mit Tofacitinib berichteten schwerwiegenden Infektionen Pneumonie (1,7 %), Herpeszoster (0,6 %), Harnwegsinfekt (0,4 %), Zellulitis (0,4 %), Divertikulitis (0,3 %) und Appendizitis(0,2 %). Zu den im Zusammenhang mit Tofacitinib berichteten opportunistischen Infektionen gehörten
TB und andere mykobakterielle Infektionen, Infektionen mit Cryptococcus, Histoplasmose,ösophageale Candidose, multidermatomaler Herpes zoster, Cytomegalievirus-Infektion, BK-Virus-
Infektionen und Listeriose. Einige Patienten wiesen eine disseminierte statt einer lokalisierten
Erkrankung auf. Andere, nicht in klinischen Studien berichtete schwerwiegende Infektionen könnenebenfalls auftreten (z. B. Kokzidiomykose).
Die in doppelblinden, Placebo- oder MTX-kontrollierten klinischen Studien während der ersten3 Monate am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (3,9 %), Infektionen deroberen Atemwege (3,8 %), Virusinfektionen der oberen Atemwege (3,3 %), Diarrhö (2,9 %), Übelkeit(2,7 %) und Hypertonie (2,2 %).
Der Anteil der Patienten, die in den ersten 3 Monaten der doppelblinden, Placebo- oder MTX-kontrollierten Studien die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen, betrug für die mit
Tofacitinib behandelten Patienten 3,8 %. Die häufigsten Infektionen, die in kontrollierten klinischen
Studien in den ersten 3 Monaten zu einem Therapieabbruch ten waren Herpes zoster (0,19 %) und
Pneumonie (0,15 %).
Psoriasis-ArthritisInsgesamt zeigte sich, dass unter der Behandlung mit Tofacitinib das Sicherheitsprofil bei Patientenmit aktiver PsA mit dem bei RA-Patienten konsistent war.
Ankylosierende SpondylitisInsgesamt zeigte sich, dass unter der Behandlung mit Tofacitinib das Sicherheitsprofil bei Patientenmit aktiver AS mit dem bei RA-Patienten konsistent war.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nachfolgende Tabelle zeigt eine Auflistung der Nebenwirkungen aus klinischen Studien an RA-,
PsA-, AS- und CU-Patienten nach Systemorganklassen und Häufigkeitskategorien, die wie folgtfestgelegt sind: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100),selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) oder nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angeordnet.
Tabelle 7: Nebenwirkungen
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Infektionen und Pneumonie Tuberkulose Sepsis Tuberkulose desparasitäre Influenza Divertikulitis Urosepsis Zentralnerven-
Erkrankungen Herpes zoster Pyelonephritis Disseminierte systems
Harnwegsinfekt Zellulitis Tuberkulose Kryptokokken-
Sinusitis Herpes simplex Bakteriämie Meningitis
Bronchitis Virale Pneumocystis Nekrotisierende
Nasopharyngitis Gastroenteritis jirovecii- Fasziitis
Pharyngitis Virusinfektion Pneumonie Enzephalitis
Pneumokokken- Staphylokokken-
Pneumonie Bakteriämie
Bakterielle Mycobacterium-
Pneumonie avium-Komplex-
Zytomegalie- Infektion
Virus-Infektion Atypische
Bakterielle mykobakterielle
Arthritis Infektion
Gutartige, Lungenkrebs Lymphombösartige und Nicht-unspezifische melanozytärer
Neubildungen Hautkrebs(einschl. Zystenund Polypen)
Erkrankungen Lymphopenie Leukopeniedes Blutes und Anämie Neutropeniedes
Lymphsystems
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Erkrankungen Überempfindlichdes keit*
Immunsystems Angioödem*
Urtikaria*
Stoffwechsel- Dyslipidämieund Ernährungs- Hyperlipidämiestörungen Dehydrierung
Psychiatrische Insomnie
Erkrankungen
Erkrankungen Kopfschmerzen Parästhesiedes
Nervensystems
Herzerkrankung Myokardinfarkten
Gefäßerkrankun Hypertonie Venösegen thromboembolische Ereignisse
**
Erkrankungen Husten Dyspnoeder Atemwege, Verstopftedes Brustraums Nebenhöhlenund
Mediastinums
Erkrankungen Bauchschmerzendes Erbrechen
Gastrointestinal- Diarrhötrakts Übelkeit
Gastritis
Dyspepsie
Leber- und Lebersteatose Anormaler
Gallenerkrankun Erhöhte Leberfunktions-
- gen Leberenzymwert teste
Erhöhung der
Transaminasen
Erhöhter
Gamma-
Glutamyltrans-ferasewert
Erkrankungen Ausschlag Erythemder Haut und des Akne Pruritus
Unterhautzell-gewebes
Skelettmuskula- Arthralgie Gelenkschwellu Muskuloskelettatur-, ng le Schmerzen
Bindegewebs- Tendinitisund Knochen-erkrankungen
Allgemeine Peripheres Pyrexie
Erkrankungen Ödem Fatigueund
Beschwerdenam
Verabreichungsort
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Untersuchungen Erhöhte Kreatin- Erhöhter Blut-phosphokinase Kreatininspiegelim Blut Erhöhter Blut-cholesterinspiegel
Erhöhter
Lipoprotein-
Cholesterinwertniedriger Dichte
GewichtszunahmeVerletzung, Bänderdehnung
Vergiftung und Muskelzerrungdurch Eingriffebedingte
Komplikationen
*Daten aus Spontanberichten
**Venöse thromboembolische Ereignisse umfassen LE, TVT und retinale Venenthrombose
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVenöse thromboembolische EreignisseRheumatoide ArthritisIn einer groß angelegten (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patientenmit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter mit mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde eine erhöhte und dosisabhängige Inzidenz von VTE bei
Patienten beobachtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die TNF-
Inhibitoren erhielten (siehe Abschnitt 5.1). Die Mehrzahl dieser Ereignisse war schwerwiegend undeinige führten zum Tod. Die Inzidenzraten (95 % KI) für LE bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren betrugen jeweils 0,17 (0,08-0,33),0,50 (0,32-0,74) und 0,06 (0,01-0,17) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Im Vergleichzu TNF-Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für eine LE jeweils 2,93 (0,79-10,83) bzw.8,26 (2,49-27,43) für zweimal täglich 5 mg Tofacitinib bzw. zweimal täglich 10 mg Tofacitinib (siehe
Abschnitt 5.1). Die Mehrheit (97 %) der mit Tofacitinib behandelten Patienten, bei denen LEbeobachtet wurde, hatten VTE-Risikofaktoren.
Ankylosierende SpondylitisIn den kombinierten randomisierten kontrollierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien kam es bei420 Patienten (233 Patientenjahre Beobachtung), die bis zu 48 Wochen lang Tofacitinib erhielten, zukeinen VTE-Ereignissen.
Allgemeine Infektionen
Rheumatoide ArthritisIn den kontrollierten klinischen Phase 3-Studien mit zweimal täglich 5 mg-Filmtabletten (insgesamt616 Patienten) und zweimal täglich 10 mg (insgesamt 642 Patienten) betrugen die Infektionsraten über0-3 Monate in den Tofacitinib-Monotherapie-Gruppen 16,2 % (100 Patienten) bzw. 17,9 %(115 Patienten) im Vergleich zu 18,9 % (23 Patienten) in der Placebogruppe (insgesamt122 Patienten). In den kontrollierten klinischen Phase 3-Studien mit DMARD-Begleitmedikation mitzweimal täglich 5 mg (insgesamt 973 Patienten) und zweimal täglich 10 mg (insgesamt 969 Patienten)betrugen die Infektionsraten über 0-3 Monate in der Behandlungsgruppe Tofacitinib plus DMARD21,3 % (207 Patienten) bzw. 21,8 % (211 Patienten) im Vergleich zu 18,4 % (103 Patienten) in der
Behandlungsgruppe DMARD plus Placebo (insgesamt 559 Patienten).
Die am häufigsten berichteten Infektionen waren Infektionen der oberen Atemwege und
Nasopharyngitis (3,7 % bzw. 3,2 %).
Die Gesamthäufigkeit von Infektionen unter Tofacitinib in der Langzeit-Sicherheits-Population überalle Expositionen (insgesamt 4.867 Patienten) betrug 46,1 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre (43,8 bzw. 47,2 Patienten mit Ereignissen für die Dosierungen zweimal täglich5 mg bzw. 10 mg ). Für Patienten unter Monotherapie (insgesamt 1.750) betrugen die Häufigkeiten fürdie Dosierungen zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg 48,9 bzw. 41,9 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Für Patienten unter DMARD-Begleittherapie (insgesamt 3.117) betrugen die
Häufigkeiten für die Dosierungen zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg 41,0 bzw.50,3 Patientenereignisse pro 100 Patientenjahre.
Ankylosierende SpondylitisIn den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien lag die Häufigkeit von Infektionenwährend des placebokontrollierten Zeitraums von bis zu 16 Wochen in der Gruppe mit zweimaltäglich 5 mg Tofacitinib (185 Patienten) bei 27,6 % und in der Placebogruppe (187 Patienten) bei23,0 %. In den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien betrug die Häufigkeit von
Infektionen bei den 316 Patienten, die bis zu 48 Wochen lang mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinibbehandelt wurden, 35,1 %.
Schwerwiegende InfektionenRheumatoide ArthritisIn den kontrollierten klinischen Studien über 6 und 24 Monate betrug die Rate schwerwiegender
Infektionen in der Monotherapie-Gruppe mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib 1,7 Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre. In der Monotherapie-Gruppe mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib betrug die Inzidenzrate 1,6 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre, in der
Placebo-Gruppe 0 Ereignisse pro 100 Patientenjahre und in der MTX-Gruppe 1,9 Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
In den Studien mit einer Dauer von 6, 12, oder 24 Monaten betrugen die Inzidenzratenschwerwiegender Infektionen in den Tofacitinib plus DMARD-Behandlungsgruppen mit zweimaltäglich 5 mg bzw. 10 mg 3,6 bzw. 3,4 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre im Vergleichzu 1,7 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre in der Placebo plus DMARD-Gruppe.
In der Langzeit-Sicherheits-Population über alle Expositionen betrug die Gesamthäufigkeitschwerwiegender Infektionen unter Tofacitinib 2,4 bzw. 3,0 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre für die Tofacitinib-Gruppen mit zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg. Die häufigstenschwerwiegenden Infektionen waren Pneumonie, Herpes zoster, Harnwegsinfekt, Zellulitis,
Gastroenteritis und Divertikulitis. Es wurden Fälle opportunistischer Infektionen berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patienten mitrheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren oder älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde ein dosisabhängiger Anstieg schwerwiegender Infektionen unter
Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Die Inzidenzraten (95 % KI) für schwerwiegende Infektionen bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren betrugen jeweils 2,86 (2,41; 3,37), 3,64 (3,11;4,23) und 2,44 (2,02; 2,92) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Im Vergleich zu TNF-
Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für schwerwiegende Infektionen jeweils 1,17 (0,92; 1,50)bzw. 1,48 (1,17; 1,87) für zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. zweimal täglich 5 mg Tofacitinib.
Ankylosing spondylitis
In den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien kam es unter den 316 Patienten, die biszu 48 Wochen lang mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib behandelt wurden, zu einerschwerwiegenden Infektion (aseptische Meningitis). Daraus ergibt sich eine Rate von 0,43 Patientenmit Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
Schwerwiegende Infektionen bei älteren Patienten
Von den 4.271 Patienten, die an den RA-Studien I-VI (siehe Abschnitt 5.1) teilnahmen, waren608 RA-Patienten 65 Jahre oder älter, darunter 85 Patienten, die 75 Jahre und älter waren. Die
Häufigkeit schwerwiegender Infektionen unter den mit Tofacitinib behandelten Patienten war in der
Altersgruppe ab 65 Jahren höher als in der Altersgruppe unter 65 Jahren (4,8 bzw. 2,4 Ereignisse pro100 Patientenjahre).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patienten mitrheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren oder älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde ein erhöhter Anstieg schwerwiegender Infektionen bei Patientenab einem Alter von 65 Jahren und älter beobachtet, die zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erhielten,im Vergleich zu TNF-Inhibitoren und zweimal täglich 5 mg Tofacitinib (siehe Abschnitt 4.4). Bei
Patienten ≥ 65 Jahren betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für schwerwiegende Infektionen beizweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren jeweils4,03 (3,02; 5,27), 5,85 (4,64; 7,30) und 3,73 (2,81; 4,85) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre.
Im Vergleich zu TNF-Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für schwerwiegende Infektionen bei
Patienten ≥ 65 Jahren 1,08 (0,74; 1,58) bzw. 1,55 (1,10; 2,19) für zweimal täglich 5 mg Tofacitinibbzw. zweimal täglich 10 mg Tofacitinib.
Schwerwiegende Infektionen aus einer nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsprüfung nach
Zulassung
Daten aus einer nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsprüfung nach Zulassung zur Bewertung der
Sicherheit von Tofacitinib bei RA-Patienten aus einem Register (US Corrona) zeigten, dass einenumerisch höhere Inzidenzrate schwerwiegender Infektionen bei der einmal täglichen Einnahme von11 mg Retardtabletten in Vergleich zur zweimal täglichen Einnahme von 5 mg Filmtablettenbeobachtet wurde. Die Rohdaten zur Inzidenzrate (95 % KI) (ohne Anpassung für Alter oder
Geschlecht) lagen in den mit 11 mg Retardtabletten einmal täglich bzw. 5 mg Filmtabletten zweimaltäglich behandelten Gruppen ab der Verfügbarkeit der jeweiligen Darreichungsform 12 Monate nachder Einleitung der Therapie bei 3,45 (1,93; 5,69) bzw. 2,78 (1,74; 4,21) und 36 Monate nach der
Einleitung der Therapie bei 4,71 (3,08; 6,91) bzw. 2,79 (2,01; 3,77) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Die nicht adjustierte Hazard Ratio lag bei 1,30 (95 % KI: 0,67; 2,50) nach12 Monaten und 1,93 (95 % KI: 1,15; 3,24) nach 36 Monaten bei 11 mg Retardtabletten einmal täglichim Vergleich zur Dosis mit 5 mg Filmtabletten zweimal täglich. Die Daten basieren auf einer kleinen
Patientenzahl mit beobachteten Ereignissen mit relativ großen Konfidenzintervallen und begrenzter
Nachbeobachtungszeit.
VirusreaktivierungBei mit Tofacitinib behandelten Patienten japanischer oder koreanischer Herkunft, bei Patienten mitlangjähriger RA, die zuvor 2 oder mehr bDMARD erhalten hatten, bei Patienten mit einer ALC unter1.000 Zellen/mm3 oder bei Patienten, die mit zweimal täglich 10 mg behandelt werden, ist das Risikofür Herpes zoster möglicherweise erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde bei mit Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu TNF-
Inhibitoren ein Anstieg von Herpes-zoster-Ereignissen beobachtet. Die Inzidenzraten (95 % KI) für
Herpes zoster bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren betrugen jeweils 3,75 (3,22; 4,34), 3,94 (3,38; 4,57) und 1,18 (0,90; 1,52) Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
LaboruntersuchungenLymphozytenIn den kontrollierten klinischen RA-Studien kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 0,3 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ALC unter 500 Zellen/mm3 und bei 1,9 % der Patienten zu Abnahmen der ALC aufeinen Wert zwischen 500 und 750 Zellen/mm3.
In der RA-Langzeit-Sicherheits-Population kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 1,3 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ALC unter 500 Zellen/mm3 und bei 8,4 % der Patienten zu Abnahmen der ALC aufeinen Wert zwischen 500 und 750 Zellen/mm3.
Bestätigte ALC-Werte unter 750 Zellen/mm3 waren mit einem gehäuften Auftreten schwerwiegender
Infektionen verbunden (siehe Abschnitt 4.4).
Neutrophile
In den kontrollierten klinischen RA-Studien kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 0,08 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ANC-Werte unter 1.000 Zellen/mm3. In keiner Patientengruppe wurden bestätigte
Abnahmen der ANC unter 500 Zellen/mm3 beobachtet. Es war kein eindeutiger Zusammenhangzwischen Neutropenie und dem Auftreten schwerwiegender Infektionen zu erkennen.
In der RA-Langzeit-Sicherheits-Population stimmten Muster und Inzidenz der bestätigten ANC-
Abnahmen mit den Befunden aus den kontrollierten klinischen Studien überein (siehe Abschnitt 4.4).
Thrombozyten
Die Patienten in den kontrollierten klinischen Phase-3-Studien (RA, PsA, AS) mussten eine
Thrombozytenzahl von ≥ 100.000 Zellen/mm3 aufweisen, um für die Aufnahme in die Studie in Fragezu kommen. Daher liegen keine Angaben zu Patienten mit Thrombozytenzahlen< 100.000 Zellen/mm3 vor Beginn der Behandlung mit Tofacitinib vor.
Leberenzymtests
Bestätigte Erhöhungen der Leberenzymwerte um mehr als das 3-Fache des oberen Normal-Grenzwerts(3x ULN, upper limit of normal) wurden bei RA-Patienten gelegentlich beobachtet. Bei RA-Patientenmit erhöhten Leberenzymwerten führte eine Therapieanpassung, wie z. B. Dosisreduktion gleichzeitigangewendeter DMARD, eine Unterbrechung der Behandlung oder eine Senkung der Tofacitinib-Dosiszu einer Abnahme oder Normalisierung der Leberenzymwerte.
Im kontrollierten Teil der RA-Monotherapie-Studie der Phase 3 (0-3 Monate, Studie I, siehe
Abschnitt 5.1) wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 1,65 %, 0,41 % bzw. 0 % der Patientenbeobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In dieser Studiewurden AST-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 1,65 %, 0,41 % bzw. 0 % der Patienten beobachtet, die
Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
In der RA-Monotherapie-Studie der Phase 3 (0-24 Monate, Studie VI, siehe Abschnitt 5.1), wurden
ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 7,1 %, 3,0 % bzw. 3,0 % der Patienten beobachtet, die MTX,zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In dieser Studie wurden AST-Anstiegeoberhalb 3x ULN bei 3,3 %, 1,6 % bzw. 1,5 % der Patienten beobachtet, die MTX, zweimal täglich5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
Im kontrollierten Teil der Phase 3-RA-Studien zur DMARD-Begleittherapie (0-3 Monate, Studien II-
V, siehe Abschnitt 5.1) wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 0,9 %, 1,24 % bzw. 1,14 % der
Patienten beobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In diesen
Studien wurden AST-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 0,72 %, 0,5 % bzw. 0,31 % der Patientenbeobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
In den RA-Langzeit-Erweiterungsstudien zur Monotherapie wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULNbei 1,1 % bzw. 1,4 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitiniberhielten. AST-Anstiege oberhalb 3x ULN wurden sowohl in der Gruppe mit zweimal täglich 5 mg alsauch in der mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bei < 1,0 % der Patienten beobachtet.
In den RA-Langzeit-Erweiterungsstudien zur DMARD-Begleittherapie wurden ALT-Anstiegeoberhalb 3x ULN bei 1,8 % bzw. 1,6 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg oder10 mg Tofacitinib erhielten. AST-Anstiege oberhalb 3x ULN wurden sowohl in der Gruppe mitzweimal täglich 5 mg als auch in der mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bei < 1,0 % der Patientenbeobachtet.
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurden ALT-Anstiege größer oder gleich 3 x ULN bei jeweils 6,01 %,6,54 % und 3,77 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich10 mg Tofacitinib bzw. TNF-Inhibitoren erhielten. AST-Anstiege größer oder gleich 3 x ULN wurdenbei jeweils 3,21 %, 4,57 % und 2,38 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-Inhibitoren erhielten.
LipideErhöhungen der Lipidparameter (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin,
Triglyzeride) wurden in den kontrollierten, doppelblinden klinischen Studien zur rheumatoiden
Arthritis erstmals 1 Monat nach Beginn der Tofacitinib-Therapie untersucht. Die zu diesem Zeitpunktbeobachteten Erhöhungen blieben danach stabil.
Änderungen der Lipidparameter von den Ausgangswerten bis zum jeweiligen Studienende(6-24 Monate) der kontrollierten, klinischen RA-Studien werden nachfolgend zusammengefasst:
- Der mittlere LDL-Cholesterinwert stieg im Studienarm mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib bis Monat 12 um 15 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 20 %. Nach 24 Monaten stieg der LDL-Cholesterinwert im Studienarm mitzweimal täglich 5 mg Tofacitinib um 16 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 19 %.
- Der mittlere HDL-Cholesterinwert stieg im Studienarm mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib bis Monat 12 um 17 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 18 %. Nach 24 Monaten stieg der HDL-Cholesterinwert im Studienarm mitzweimal täglich 5 mg Tofacitinib um 19 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 20 %.
Nach dem Absetzen von Tofacitinib gingen die Lipidspiegel auf die Ausgangswerte zurück.
Die mittleren LDL-Cholesterin/HDL-Cholesterin-Quotienten und die Apolipoprotein B(ApoB)/ApoA1-Quotienten blieben bei den mit Tofacitinib behandelten Patienten weitgehendunverändert.
In einer kontrollierten klinischen RA-Studie konnten die erhöhten LDL-Cholesterin- und ApoB-Wertemit einer Statin-Therapie auf die Werte vor der Behandlung gesenkt werden.
In den RA-Langzeit-Sicherheits-Populationen stimmten die Erhöhungen der Lipidparameter mit den
Beobachtungen in den kontrollierten klinischen Studien überein.
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurden die nachfolgend zusammengefassten Änderungen der
Lipidparameter vom Ausgangswert bis Monat 24 beobachtet:
- Der mittlere LDL-Cholesterinwert stieg bis Monat 12 um jeweils 13,80 %, 17,04 % und 5,50 %bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren erhielten. Nach 24 Monaten betrug der Anstieg jeweils 12,71 %, 18,14 % bzw. 3,64 %.
- Der mittlere HDL-Cholesterinwert stieg bis Monat 12 um jeweils 11,71 %, 13,63 % und 2,82 %bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren erhielten. Nach 24 Monaten betrug der Anstieg jeweils 11,58 %, 13,54 % bzw. 1,42 %.
Myokardinfarkt
Rheumatoide ArthritisIn einer großen (n = 4.362) randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach Zulassung an
Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einemzusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für nicht tödlichen
Myokardinfarkt bei Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mg zweimal täglich und TNF-
Inhibitoren 0,37 (0,22; 0,57), 0,33 (0,19; 0,53) bzw. 0,16 (0,07; 0,31) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Es wurden wenige tödliche Myokardinfarkte berichtet, wobei die Raten bei mit
Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu den mit TNF-Inhibitoren behandelten Patientenähnlich waren (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Für die Studie mussten mindestens 1.500 Patienten3 Jahre lang nachbeobachtet werden.
Maligne Erkrankungen außer NMSC
Rheumatoide ArthritisIn einer großen (n = 4362) randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach Zulassung an
Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einemzusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für Lungenkrebs bei
Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mg zweimal täglich und TNF-Inhibitoren 0,23 (0,12;0,40), 0,32 (0,18; 0,51) bzw. 0,13 (0,05; 0,26) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1). Für die Studie mussten mindestens 1.500 Patienten 3 Jahre langnachbeobachtet werden.
Die Inzidenzraten (95 % KI) für Lymphome bei Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mgzweimal täglich und TNF-Inhibitoren betrugen 0,07 (0,02; 0,18), 0,11 (0,04; 0,24) bzw. 0,02 (0,00;0,10) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Bei einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf Anzeichen und Symptome von
Nebenwirkungen zu überwachen. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel bei einer Überdosierung von
Tofacitinib. Die Behandlung sollte symptomatisch und unterstützend erfolgen.
Pharmakokinetische Daten gesunder Probanden mit einer Einzeldosis von bis zu 100 mg lassenerwarten, dass mehr als 95 % der angewendeten Dosis innerhalb von 24 Stunden ausgeschiedenwerden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppen: Immunsuppressiva, Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren;
ATC-Code: L04AF01
WirkmechanismusTofacitinib ist ein potenter, selektiver Inhibitor der JAK-Familie. In Enzym-Assays hemmt Tofacitinib
JAK1, JAK2, JAK3 sowie in geringerem Maße TyK2. Im Gegensatz dazu zeichnet sich Tofacitinibdurch eine hohe Selektivität gegenüber anderen Kinasen des menschlichen Genoms aus. Inmenschlichen Zellen hemmt Tofacitinib bevorzugt die Signalübertragung durch heterodimere Zytokin-
Rezeptoren, die mit JAK3 und/oder JAK1 assoziieren, mit funktioneller Selektivität gegenüber
Zytokin-Rezeptoren, deren Signalübertragung über JAK2-Dimere erfolgt. Die Hemmung von JAK1und JAK3 durch Tofacitinib dämpft die Signalübertragung von Interleukinen (IL-2, IL-4, IL-6, IL-7,
IL-9, IL-15 und IL-21) und von Typ-I- und Typ-II-Interferonen, was eine Modulation derimmunologischen und inflammatorischen Antwort zur Folge hat.
Pharmakodynamische WirkungenBei RA-Patienten war eine bis zu 6-monatige Tofacitinib-Behandlung mit dosisabhängigen
Verringerungen der CD16/56+ natürlichen Killerzellen (NK) verbunden, wobei maximale
Verringerungen schätzungsweise etwa 8-10 Wochen nach Therapiebeginn auftraten. Nach
Beendigung der Behandlung hatten sich diese Veränderungen innerhalb von 2-6 Wochen im
Allgemeinen wieder normalisiert. Die Behandlung mit Tofacitinib ging mit einem dosisabhängigen
Anstieg der B-Lymphozyten einher. Die Veränderungen der Anzahl zirkulierender T-Lymphozytenund ihrer Untergruppen (CD3+, CD4+ und CD8+) waren gering und uneinheitlich.
Nach einer Langzeitbehandlung (mittlere Dauer der Tofacitinib-Behandlung ca. 5 Jahre) zeigten sichmittlere Verringerungen der CD4+ und CD8+ T-Lymphozytenzahl gegenüber dem Ausgangswert von28 % bzw. 27 %. Im Gegensatz zur beobachteten Abnahme nach der kurzzeitigen Dosierung erhöhtesich die Anzahl der CD16/56+ natürlichen Killerzellen gegenüber dem Ausgangswert im Mittel um73 %. Die CD19+ B-Zellzahlen zeigten nach der Langzeitbehandlung mit Tofacitinib keinen weiteren
Anstieg. All diese Veränderungen der Lymphozyten-Untergruppen kehrten nach zeitweiser
Unterbrechung der Behandlung auf den Ausgangswert zurück. Es gab keine Hinweise auf einen
Zusammenhang zwischen schwerwiegenden oder opportunistischen Infektionen oder Herpes zosterund den Zellzahlen der Lymphozyten-Untergruppen (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich der Überwachungder absoluten Lymphozytenzahl).
Veränderungen der IgG-, IgM- und IgA-Serumspiegel waren bei RA-Patienten nach 6-monatiger
Tofacitinib-Behandlung gering, nicht dosisabhängig und ähnlich wie unter Placebo, was auf das
Fehlen einer systemischen humoralen Suppression schließen lässt.
Nach Beginn der Behandlung mit Tofacitinib wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis einrascher Abfall des C-reaktiven Proteins (CRP) im Serum festgestellt, der während der weiteren
Behandlung bestehen blieb. Die unter Tofacitinib beobachteten Veränderungen des CRP normalisierensich innerhalb von 2 Wochen nach Beendigung der Behandlung nicht vollständig, was auf eine im
Vergleich zur Halbwertszeit längere Dauer der pharmakodynamischen Wirkung hindeutet.
Impfstoff-Studien
In einer kontrollierten klinischen Studie mit RA-Patienten, die die Behandlung mit zweimal täglich10 mg Tofacitinib oder Placebo begannen, war das Ansprechen auf die Impfung mit Grippeimpfstoffin beiden Gruppen ähnlich: 57 % Tofacitinib und 62 % Placebo. Für die Impfung mit
Pneumokokkenpolysaccharid-Impfstoff war das Ansprechen wie folgt: 32 % bei Patienten, die
Tofacitinib und MTX erhielten, 62 % unter Tofacitinib-Monotherapie, 62 % unter MTX-Monotherapieund 77 % unter Placebo. Die klinische Relevanz dieser Daten ist nicht bekannt, jedoch lieferte eineseparate Impfstoff-Studie mit Grippe- und Pneumokokkenpolysaccharid-Impfstoffen bei Patientenunter Langzeitbehandlung mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib ähnliche Ergebnisse.
Es wurde eine kontrollierte Studie an Patienten mit rheumatoider Arthritis und unter MTX-
Basistherapie durchgeführt, in der die Patienten 2 bis 3 Wochen vor Einleitung einer 12-wöchigen
Behandlung mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib oder Placebo mit einem attenuierten
Lebendimpfstoff gegen Herpes immunisiert wurden. Nach 6 Wochen wurden sowohl bei den mit
Tofacitinib als auch bei den mit Placebo behandelten Patienten humorale und zellvermittelte
Immunantworten auf VZV nachgewiesen. Diese Immunantworten ähnelten denen, die bei gesunden
Probanden im Alter ab 50 Jahren beobachtet wurden. Bei einem Patienten ohne Varizella-Infektion inder Vorgeschichte und ohne Varizella-Antikörper bei Studienbeginn wurde 16 Tage nach der Impfungeine Ausbreitung des Vakzinstamms festgestellt. Tofacitinib wurde abgesetzt und der Patient erholtesich nach der Behandlung mit Standarddosen eines antiviralen Arzneimittels. Dieser Patient zeigteanschießend eine robuste, wenn auch verzögerte humorale und zellvermittelte Immunantwort auf den
Impfstoff (siehe Abschnitt 4.4).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitRheumatoide ArthritisDie Wirksamkeit und Sicherheit von Tofacitinib Filmtabletten wurden in 6 randomisierten,doppelblinden, kontrollierten, multizentrischen-Studien bei über 18 Jahre alten Patienten mit aktiverrheumatoider Arthritis, diagnostiziert nach den Kriterien des American College of Rheumatology(ACR), untersucht. Tabelle 8 enthält Informationen über das jeweilige Studiendesign und die
Populationsmerkmale.
Tabelle 8: Klinische Studien der Phase 3 mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib bei
Patienten mit rheumatoider Arthritis
Studien Studie I Studie II Studie III Studie IV Studie V Studie VI Studie VII(ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL
Solo) Sync) Standard) Scan) Step) Start) Strategy)
Population DMARD-IR DMARD-IR MTX-IR MTX-IR TNFi-IR MTX-naiva MTX-IR
Kontrolle Placebo Placebo Placebo Placebo Placebo MTX MTX,
ADA
Begleit- Keineb csDMARDs MTX MTX MTX Keineb 3 paralleletherapie Studienarme:
- Tofacitinib-
Monotherapie- Tofacitinib+
MTX
- ADA+MTX
Hauptmerk- Monotherapie Verschiedene Wirkstoff- Röntgen TNFi-IR Monotherapie, Tofacitinib mitmale csDMARDs Kontrolle Wirkstoff- und ohne MTX(ADA) vergleich im Vergleich zu(MTX), ADA mit MTX
Röntgen
Anzahl der 610 792 717 797 399 956 1.146behandelten
Patienten
Gesamt- 6 Monate 1 Jahr 1 Jahr 2 Jahre 6 Monate 2 Jahre 1 Jahrstudiendauer
Ko-primäre Monat 3: Monat 6: Monat 6: Monat 6: Monat 3: Monat 6: Monat 6:
Wirksamkeits ACR20 ACR20 ACR20 ACR20 ACR20 mTSS ACR50
- Endpunktec HAQ-DI DAS28-4 DAS28-4 mTSS HAQ-DI ACR70
DAS28-4 (ESR) < 2,6 (ESR) < 2,6 DAS28-4 DAS28-4(ESR) < 2,6 Monat 3: Monat 3: (ESR) < 2,6 (ESR) < 2,6
HAQ-DI HAQ-DI Monat 3:
HAQ-DI
Zeitpunkt der Monat 3 Monat 6 (Placebo-Patienten mit einem Monat 3 N. z. N. z.obligatori- Rückgang der Anzahl geschwollener undschen Um- schmerzempfindlicher Gelenke von < 20 %stellung von wurden nach 3 Monaten auf Tofacitinib
Placebo auf umgestellt)zweimaltäglich 5 mgoder 10 mg
Tofacitinib
a. ≤ 3 wöchentliche Dosen (MTX-naiv)b.Malariamittel waren zulässig.
c. Ko-primäre Endpunkte: mittlere mTSS-Änderung gegenüber Ausgangswert; Anteil der Patienten, die ACR-
Ansprechraten von 20 oder 70 erreichen; mittlere HAQ-DI-Änderung gegenüber Ausgangswert; Anteil der
Patienten, die einen DAS28-4(ESR) < 2,6 (Remission) erreichen.
mTSS = modifizierter Sharp-Gesamtscore (modified Total Sharp Score), ACR20(70) = American College of
Rheumatology ≥ 20 % (≥ 70 %) Verbesserung, DAS28 = Krankheits-Aktivitäts-Score (Disease Activity Score) für28 Gelenke, ESR = Erythrozyten-Sedimentationsrate, HAQ-DI = Fragebogen zu Erfassung des Behinderungsgrads(Health Assessment Questionnaire Disability Index), DMARD = Krankheitsverändernder antirheumatischer
Wirkstoff (disease-modifying antirheumatic drug), IR = Patienten mit unzureichendem Ansprechen (inadequateresponder), csDMARD = konventioneller synthetischer DMARD, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor, N. z. =nicht zutreffend, ADA = Adalimumab, MTX = Methotrexat.
Klinisches AnsprechenACR-Ansprechrate
In Tabelle 9 werden die prozentualen Anteile der mit Tofacitinib behandelten Patienten aufgeführt, diein den Studien ORAL Solo, ORAL Sync, ORAL Standard, ORAL Scan, ORAL Step, ORAL Start und
ORAL Strategy eine Ansprechrate von ACR20, ACR50 und ACR70 erreichten. In allen Studienzeigten die mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten nach 3 und6 Monaten im Vergleich zu den mit Placebo (oder MTX in der Studie ORAL Start) behandelten
Patienten statistisch signifikante ACR20-, ACR50- und ACR70-Ansprechraten.
Während des Verlaufs der Studie ORAL Strategy sprachen in der Gruppe mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib + MTX numerisch ähnlich viele Patienten auf die Behandlung an wie in der Gruppe mit40 mg Adalimumab + MTX. In beiden Gruppen war die Anzahl der Responder numerisch höher als inder Gruppe mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib.
Der Behandlungseffekt war unabhängig vom Rheumafaktorstatus, Alter, Geschlecht, der ethnischen
Zugehörigkeit oder vom Krankheitsstatus bei den Patienten vergleichbar. Der Zeitraum bis zum
Einsetzen der Wirkung war kurz (in den Studien ORAL Solo, ORAL Sync und ORAL Step lediglich2 Wochen) und der Grad des Ansprechens stieg mit der Dauer der Behandlung weiter an. Wie für das
ACR-Ansprechen insgesamt bei den mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten
Patienten, wurden in allen Studien durchweg auch Verbesserungen der Einzelkomponenten des ACR-
Ansprechens (Anzahl der berührungsempfindlichen und geschwollenen Gelenke, Gesamtbeurteilungdurch Patient und Arzt, Behinderungsindex, Schmerzbewertung und CRP) gegenüber dem
Ausgangswert und im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus MTX oder einen anderen DMARDerhalten hatten, festgestellt.
Tabelle 9: Anteil (%) der Patienten mit ACR-Ansprechen
ORAL Solo: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo Tofacitinib- Tofacitinib-
Endpunkt Zeitpunktn = 122 Monotherapie Monotherapien = 241 n = 243
Monat 3 26 60*** 65***
ACR20
Monat 6 N. z. 69 71
Monat 3 12 31*** 37***
ACR50
Monat 6 N. z. 42 47
ACR70 Monat 3 6 15* 20***
Monat 6 N. z. 22 29
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD
Placebo + 2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
DMARD(s) Tofacitinib + Tofacitinib +
Endpunkt Zeitpunkt
DMARD(s) DMARD(s)n = 158 n = 312 n = 315
Monat 3 27 56*** 63***
ACR20 Monat 6 31 53*** 57***
Monat 12 N. z. 51 56
Monat 3 9 27*** 33***
ACR50 Monat 6 13 34*** 36***
Monat 12 N. z. 33 42
Monat 3 2 8** 14***
ACR70 Monat 6 3 13*** 16***
Monat 12 N. z. 19 25
ORAL Standard: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX
Alle 2 Wochen2 x täglich Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunkt Placebo 40 mg Adalimumab+ MTX+ MTX5 mg 10 mgn = 105 n = 198 n = 197 n = 199
ACR20 Monat 3 26 59*** 57*** 56***
Monat 6 28 51*** 51*** 46**
Monat 12 N. z. 48 49 48
Monat 3 7 33*** 27*** 24***
ACR50 Monat 6 12 36*** 34*** 27**
Monat 12 N. z. 36 36 33
Monat 3 2 12** 15*** 9*
ACR70 Monat 6 2 19*** 21*** 9*
Monat 12 N. z. 22 23 17
ORAL Scan: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunktn = 156 + MTX + MTXn = 316 n = 309
Monat 3 27 55*** 66***
Monat 6 25 50*** 62***
ACR20
Monat 12 N. z. 47 55
Monat 24 N. z. 40 50
Monat 3 8 28*** 36***
Monat 6 8 32*** 44***
ACR50
Monat 12 N. z. 32 39
Monat 24 N. z. 28 40
Monat 3 3 10** 17***
Monat 6 1 14*** 22***
ACR70
Monat 12 N. z. 18 27
Monat 24 N. z. 17 26
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitor2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunktn = 132 + MTX + MTXn = 133 n = 134
Monat 3 24 41* 48***
ACR20
Monat 6 N. z. 51 54
Monat 3 8 26*** 28***
ACR50
Monat 6 N. z. 37 30
Monat 3 2 14*** 10*
ACR70
Monat 6 N. z. 16 16
ORAL Start: MTX-naive Patienten2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
MTX Tofacitinib- Tofacitinib-
Endpunkt Zeitpunktn = 184 Monotherapie Monotherapien = 370 n = 394
Monat 3 52 69*** 77***
Monat 6 51 71*** 75***
ACR20
Monat 12 51 67** 71***
Monat 24 42 63*** 64***
Monat 3 20 40*** 49***
Monat 6 27 46*** 56***
ACR50
Monat 12 33 49** 55***
Monat 24 28 48*** 49***
Monat 3 5 20*** 26***
Monat 6 12 25*** 37***
ACR70
Monat 12 15 28** 38***
Monat 24 15 34*** 37***
ORAL Strategy: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg2 x täglich 5 mg Adalimumab
Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunkt Tofacitinib + MTX+ MTXn = 384 n = 386n = 376
Monat 3 62,50 70,48ǂ 69,17
ACR20 Monat 6 62,84 73,14ǂ 70,98
Monat 12 61,72 70,21ǂ 67,62
Monat 3 31,51 40,96ǂ 37,31
ACR50 Monat 6 38,28 46,01ǂ 43,78
Monat 12 39,31 47,61ǂ 45,85
Monat 3 13,54 19,41ǂ 14,51
ACR70 Monat 6 18,23 25,00ǂ 20,73
Monat 12 21,09 28,99ǂ 25,91
*p < 0,05
**p < 0,001
***p < 0,0001 im Vergleich zu Placebo (im Vergleich zu MTX bei ORAL Start)ǂp < 0,05 - Tofacitinib 5 mg + MTX im Vergleich zu Tofacitinib 5 mg bei ORAL Strategy (normale p-Werteohne Mehrfachvergleichskorrektur)
QOW = jede zweite Woche, n = Anzahl der untersuchten Probanden, ACR20/50/70 = Verbesserung der
Ansprechkriterien des American College of Rheumatology um ≥ 20, 50, 70 %, N. z. = nicht zutreffend, MTX= Methotrexat.
DAS28-4(ESR)-Ansprechrate
Die Patienten der Phase 3-Studien hatten vor Behandlungsbeginn einen mittleren Krankheits-
Aktivitäts-Score (DAS28-4[ESR]) von 6,1-6,7. Nach 3 Monaten wurden signifikante Verringerungendes DAS28-4(ESR) gegenüber dem Ausgangswert (mittlere Verbesserung) von 1,8-2,0 bzw. 1,9-2,2bei den mit zweimal täglich 5 mg und 10 mg behandelten Patienten im Vergleich zu den mit Placebobehandelten Patienten (0,7-1,1) festgestellt. Der Anteil der Patienten mit einem einer klinischen
Remission entsprechenden DAS28 (DAS28-4(ESR) < 2,6) in den Studien ORAL Step, ORAL Syncund ORAL Standard wird in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10: Anteil (%) der Patienten mit einer Remission nach 3 und 6 Monaten von DAS28-4(ESR) < 2,6
Zeitpunkt n %
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitor2 x täglich 5 mg Tofacitinib + MTX Monat 3 133 62 x täglich 10 mg Tofacitinib + MTX Monat 3 134 8*
Placebo + MTX Monat 3 132 2
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD2 x täglich 5 mg Tofacitinib Monat 6 312 8*2 x täglich 10 mg Tofacitinib Monat 6 315 11***
Placebo Monat 6 158 3
ORAL Standard: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg Tofacitinib + MTX Monat 6 198 6*2 x täglich 10 mg Tofacitinib + MTX Monat 6 197 11***
Alle 2 Wochen 40 mg Adalimumab Monat 6 199 6*subkutan + MTX
Placebo + MTX Monat 6 105 1
* p < 0,05, ***p < 0,0001 im Vergleich zu Placebo, n = Anzahl der untersuchten Probanden, DAS28 = Disease
Activity Scale 28 Gelenke, ESR=Erythrozyten-Sedimentationsrate.
Röntgenologisches Ansprechen
In den Studien ORAL Scan und ORAL Start wurde die Hemmung der Progression struktureller
Gelenkschäden röntgenologisch beurteilt und als mittlere Änderung des mTSS und dessen
Komponenten, d. h. Erosions- und Gelenkspaltverengungs-Score (JSN), gegenüber dem Ausgangswertnach 6 und 12 Monaten ausgedrückt.
In der Studie ORAL Scan führte die Behandlung mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib plus MTXnach 6 und 12 Monaten zu einer signifikant stärkeren Hemmung der Progression struktureller
Gelenkschäden als die Behandlung mit Placebo plus MTX. Bei einer Dosis von zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib plus MTX zeigten sich ähnliche Wirkungen auf die mittlere Progression struktureller
Gelenkschäden (statistisch nicht signifikant). Die Analyse des Erosions- und JSN-Scores stimmte mitden Gesamtergebnissen überein.
In der Gruppe Placebo plus MTX wurde bei 78 % der Patienten nach 6 Monaten keineröntgenologische Progression verzeichnet (Änderung des mTSS weniger oder gleich 0,5). Bei den mitzweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib (plus MTX) behandelten Patienten war dieser Anteil mit89 % bzw. 87 % signifikant höher als in der Placebo plus MTX-Gruppe.
In der Studie ORAL Start führt die Tofacitinib-Monotherapie nach 6 und 12 Monaten zu einersignifikant stärkeren Hemmung der Progression struktureller Gelenkschäden als bei MTX (siehe
Tabelle 11), wobei diese Hemmung bis Monat 24 beibehalten wurde. Die Analysen der Erosions- und
JSN-Scores stimmten mit den Gesamtergebnissen überein.
In der MTX-Gruppe zeigte sich bei 70 % der Patienten nach 6 Monaten keine röntgenologische
Progression. Bei den mit zweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten war dieser
Anteil mit 83 % bzw. 90 % signifikant höher als in der MTX-Gruppe.
Tabelle 11: Röntgenologische Änderungen nach 6 und 12 Monaten
ORAL Scan: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX
Placebo + 2 x täglich 2 x täglich 5 mg 2 x täglich 2 x täglich
MTX 5 mg Tofacitinib + 10 mg 10 mg
Tofacitinib + MTX Tofacitinib + Tofacitinib +n = 139 MTX Mittlere MTX MTX
Mittelwert n = 277 Differenz n = 290 Mittlere(SA)a Mittelwert gegenüber Mittelwert Differenz(SA)a Placebob (KI) (SA)a gegenüber
Placebob(KI)mTSSc
Ausgangswert 33 (42) 31 (48) - 37 (54) -
Monat 6 0,5 (2,0) 0,1 (1,7) -0,3 (-0,7; 0,0) 0,1 (2,0) -0,4 (-0,8; 0,0)
Monat 12 1,0 (3,9) 0,3 (3,0) -0,6 (-1,3; 0,0) 0,1 (2,9) -0,9 (-1,5; -0,2)
ORAL Start: MTX-naive Patienten
MTX 2 x täglich 2 x täglich 5 mg 2 x täglich 2 x täglichn = 168 5 mg Tofacitinib 10 mg 10 mg
Mittelwert Tofacitinib Mittlere Tofacitinib Tofacitinib(SA)a n = 344 Differenz n = 368 Mittlere
Mittelwert gegenüber Mittelwert Differenz(SA)a MTXd (KI) (SA)a gegenüber
MTXd (KI)mTSSc
Ausgangswert 16 (29) 20 (41) - 19 (39) -
Monat 6 0,9 (2,7) 0,2 (2,3) -0,7 (-1,0; -0,3) 0,0 (1,2) -0,8 (-1,2; -0,4)
Monat 12 1,3 (3,7) 0,4 (3,0) -0,9 (-1,4; -0,4) 0,0 (1,5) -1,3 (-1,8; -0,8)a SA = Standardabweichungb Differenz zwischen den Quadratmittelwerten Tofacitinib minus Placebo (95 % KI = 95 %
Konfidenzintervall)c Die Daten für Monat 6 und 12 sind mittlere Änderungen gegenüber dem Ausgangswert.d Differenz zwischen den Quadratmittelwerten Tofacitinib minus MTX (95 % KI = 95 % Konfidenzintervall)
Ansprechen der körperlichen Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene ErgebnisseTofacitinib allein oder in Kombination mit MTX führte zu Verbesserungen der körperlichen
Funktionsfähigkeit, die mit dem HAQ-DI beurteilt wurde. Im Vergleich zu Placebo hatte sich bei
Patienten, die zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten, die körperliche
Funktionsfähigkeit in Monat 3 (Studien ORAL Solo, ORAL Sync, ORAL Standard und ORAL Step)und Monat 6 (Studien ORAL Sync und ORAL Standard) relativ zum Ausgangswert signifikant stärkergebessert. In den Studien ORAL Solo und ORAL Sync waren bei Patienten, die zweimal täglich 5 mgoder 10 mg Tofacitinib erhielten, bereits in Woche 2 signifikant größere Verbesserungen derkörperlichen Funktionsfähigkeit gegenüber Placebo festzustellen. Die HAQ-DI-Änderungengegenüber dem Ausgangswert in den Studien ORAL Standard, ORAL Step und ORAL Sync sind in
Tabelle 12 dargestellt.
Tabelle 12: Änderung des KQ-Mittelwerts gegenüber Ausgangswert für HAQ-DI nach3 Monaten
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib Adalimumabzweimal täglich 5 mg zweimal täglich 40 mg QOW+ MTX 10 mg + MTX+ MTX
ORAL Standard: Unzureichendes Ansprechen auf MTXn = 96 n = 185 n = 183 n = 188
- 0,24 -0,54*** -0,61*** -0,50***
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitorn = 118 n = 117 n = 125 N. z.
- 0,18 -0,43*** -0,46*** N. z.
Placebo + Tofacitinib Tofacitinib
DMARD zweimal täglich 5 mg zweimal täglich+ DMARD 10 mg+ DMARD
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARDn = 147 n = 292 n = 292 N. z.
- 0,21 -0,46*** -0,56*** N. z.
*** p < 0.0001, Tofacitinib im Vergleich zu Placebo + MTX, KQ = kleinste Quadrate, n = Anzahl der
Patienten, QOW = jede zweite Woche, n.z. = nicht zutreffend, HAQ-DI = Fragebogen zur Erfassung des
Behinderungsgrads (Health Assessment Questionnaire Disability Index)
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mithilfe des SF-36 (Short Form Health Survey)ermittelt. In den Studien ORAL Solo, ORAL Scan und ORAL Step zeigten die mit zweimal täglich5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo in allen 8 Domänen des
SF-36 und den beiden Summenskalen (Physical Component Summary, Mental Component Summary)nach 3 Monaten eine signifikant größere Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert. In der Studie
ORAL Scan wurden die mittleren Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten im SF-36über 12 Monate aufrechterhalten.
Die Verbesserung in Bezug auf den Parameter 'Abgeschlagenheit“ wurde in allen Studien nach3 Monaten nach der FACIT-F-Skala (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy-Fatigue)bewertet. In allen 5 Studien zeigten die mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten
Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant größere Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswerthinsichtlich Abgeschlagenheit. In der Studie ORAL Standard und ORAL Scan wurden die mittleren
Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten im SF-36 über 12 Monate aufrechterhalten.
Die Verbesserung der Schlafqualität wurde anhand der Sleep Problems Index I und II-Skalen des
MOS-Sleep-Fragebogens (Medical Outcomes Study Sleep) in allen Studien in Monat 3 beurteilt. Inden Studien ORAL Sync, ORAL Standard und ORAL Scan zeigten die mit zweimal täglich 5 mg oder10 mg Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo in beiden Skalen signifikant größere
Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswert. In den Studien ORAL Standard und ORAL Scanwurden die mittleren Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten über 12 Monateaufrechterhalten.
Dauerhaftigkeit des klinischen Ansprechens
Die Dauerhaftigkeit der Wirkung wurde anhand der Ansprechraten ACR20, ACR50 und ACR70 in
Studien mit einer Dauer von bis zu 2 Jahren bewertet. Die mittleren HAQ-DI- und DAS28-4(ESR)-
Änderungen wurden in beiden Tofacitinib-Behandlungsgruppen bis zum Ende der Studienaufrechterhalten.
Belege für die dauerhafte Wirksamkeit der Tofacitinib-Behandlung über bis zu 5 Jahre ergeben sichauch aus den Daten einer randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor sowie aus abgeschlossenen, offenen Langzeit-
Nachbeobachtungsstudien über bis zu 8 Jahre.
Langzeitsicherheitsdaten aus kontrollierten Studien
Bei der Studie ORAL Surveillance (A3921133) handelte es sich um eine große (n = 4362),randomisierte, aktiv kontrollierte Studie zur Überwachung der Sicherheit nach Zulassung bei Patientenmit rheumatoider Arthritis ab einem Alter von 50 Jahren mit mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor (definiert als: gegenwärtiges Rauchen, Diagnose einer Hypertonie,
Diabetes mellitus, familiäre Vorbelastung für vorzeitige koronare Herzerkrankung, vorbestehendekoronare arterielle Verschlußkrankheit, einschließlich revaskularisierender Maßnahmen in der
Vorgeschichte, koronararteriellem Bypass, Myokardinfarkt, Herzstillstand, instabiler Angina pectoris,akutem Koronarsyndrom, sowie bestehende extraartikuläre Manifestationen der RA, z. B. Noduli,
Sjögren-Syndrom, Anämie bei chronischer Entzündung, Lungenmanifestationen). Die Mehrheit (über90 %) der mit Tofacitinib behandelten Patienten, die aktuelle oder ehemalige Raucher waren, rauchtenmehr als 10 Jahre lang und hatten im Median 35,0 bzw. 39,0 Raucherjahre. Die Patienten mussten bei
Aufnahme in die Studie mit einer feststehenden Dosis Methotrexat behandelt sein; eine
Dosisanpassung war während der Studie erlaubt.
In dieser offenen Studie wurden Patienten im Verhältnis 1:1:1 auf zweimal täglich 10 mg Tofacitinib,zweimal täglich 5 mg Tofacitinib oder einen TNF-Inhibitor (entweder 50 mg Etanercept einmalwöchentlich oder 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen) randomisiert. Der ko-primäre Endpunktbestand aus adjudizierten Krebserkrankungen (außer nicht-melanozytärem Hautkrebs, NMSC) undadjudizierten schweren kardialen Komplikationen (major adverse cardiovascular events, MACE).
Kumulative Inzidenz und statistische Auswertung der Endpunkte waren verblindet. Es handelte sichum eine ereignisgesteuerte Studie, in der mindestens 1500 Patienten 3 Jahre lang nachbeobachtetwerden mussten. Die Studienmedikation mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib wurde abgesetzt unddie Patienten auf zweimal täglich 5 mg umgestellt, da venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)als dosisabhängiges Signal festgestellt wurden. Für Patienten im Behandlungsarm mit Tofacitinib 10mg zweimal täglich wurden die vor und nach dem Dosiswechsel erhobenen Daten in ihrerursprünglich randomisierten Behandlungsgruppe analysiert.
Die Studie erfüllte nicht das Nichtunterlegenheitskriterium für den primären Vergleich derkombinierten Tofacitinib-Dosen mit dem TNF-Inhibitor, da die Obergrenze des 95 % KI für die HRdas vorab festgelegte Nichtunterlegenheitskriterium von 1,8 für adjudizierte MACE und adjudizierte
Malignome außer NMSC überschritt.
Die Ergebnisse für adjudizierte MACE, adjudizierte Malignome außer NMSC und andere ausgewählte
Ereignisse sind unten angegeben.
MACE (einschließlich Myokardinfarkt) und venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)
Bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein
Anstieg von nicht tödlichem Myokardinfarkt beobachtet. Bei mit Tofacitinib behandelten Patientenwurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein dosisabhängiger Anstieg von VTE-
Ereignissen beobachtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Tabelle 13: Inzidenzrate und Hazard Ratio für MACE, Myokardinfarkt und venösethromboembolische Ereignisse
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibb TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglicha (TNFi)
MACEc
IR (95 % KI) pro 0,91 (0,67; 1,21) 1,05 (0,78; 1,38) 0,98 (0,79; 1,19) 0,73 (0,52; 1,01)100 PJ
HR (95 % KI) 1,24 (0,81; 1,91) 1,43 (0,94; 2,18) 1,33 (0,91; 1,94)gegenüber TNFi
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibb TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglicha (TNFi)
Tödlicher MIc
IR (95 % KI) pro 0,00 (0,00; 0,07) 0,06 (0,01; 0,18) 0,03 (0,01; 0,09) 0,06 (0,01; 0,17)100 PJ
HR (95 % KI) 0,00 (0,00; Inf) 1,03 (0,21; 5,11) 0,50 (0,10; 2,49)gegenüber TNFi
Nicht tödlicher MIc
IR (95 % KI) pro 0,37 (0,22; 0,57) 0,33 (0,19; 0,53) 0,35 (0,24; 0,48) 0,16 (0,07; 0,31)100 PJ
HR (95 % KI) 2,32 (1,02; 5,30) 2,08 (0,89; 4,86) 2,20 (1,02; 4,75)gegenüber TNFi
VTEd
IR (95 % KI) pro 0,33 (0,19; 0,53) 0,70 (0,49; 0,99) 0,51 (0,38; 0,67) 0,20 (0,10; 0,37)100 PJ
HR (95 % KI) 1,66 (0,76; 3,63) 3,52 (1,74; 7,12) 2,56 (1,30; 5,05)gegenüber TNFi
LEd
IR (95 % KI) pro 0,17 (0,08; 0,33) 0,50 (0,32; 0,74) 0,33 (0,23; 0,46) 0,06 (0,01; 0,17)100 PJ
HR (95 % KI) 2,93 (0,79; 10,83) 8,26 (2,49; 27,43) 5,53 (1,70; 18,02)gegenüber TNFi
TVTd
IR (95 % KI) pro 0,21 (0,11; 0,38) 0,31 (0,17; 0,51) 0,26 (0,17; 0,38) 0,14 (0,06; 0,29)100 PJ
HR (95 % KI) 1,54 (0,60; 3,97) 2,21 (0,90; 5,43) 1,87 (0,81; 4,30)gegenüber TNFia Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.b Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.c Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 60 Tagen nach Beendigung der
Behandlung auftraten.d Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der
Behandlung auftraten.
Abkürzungen: MACE = schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, MI = Myokardinfarkt, VTE = venösethromboembolische Ereignisse, LE = Lungenembolie, TVT = tiefe Venenthrombose, TNF = Tumornekrosefaktor,
IR = Inzidenzrate, HR = Hazard Ratio, KI = Konfidenzintervall, PJ = Patientenjahre, Inf = unendlich
Die folgenden prädiktiven Faktoren für die Entwicklung eines MI (tödlich und nicht tödlich) wurdenmithilfe eines multivariaten Cox-Modells mit rückwärtiger Selektion identifiziert: Alter ≥ 65 Jahre,männlich, Raucher oder ehemaliger Raucher, Diabetes und koronare Herzkrankheit in der Anamnese(einschließlich Myokardinfarkt, koronare Herzkrankheit, stabile Angina pectoris oder
Koronararterieneingriffen) in der Anamnese (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Maligne ErkrankungenBei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein
Anstieg von malignen Erkrankungen, ausgenommen NMSC, insbesondere Lungenkrebs, Lymphomsowie ein Anstieg von NMSC beobachtet.
Tabelle 14: Inzidenzrate und Hazard-Ratio für maligne Erkrankungena
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Maligne Erkrankungen außer NMSC
IR (95 % KI) pro 1,13 (0,87; 1,45) 1,13 (0,86; 1,45) 1,13 (0,94; 1,35) 0,77 (0,55; 1,04)100 PJ
HR (95 % KI) 1,47 (1,00; 2,18) 1,48 (1,00; 2,19) 1,48 (1,04; 2,09)gegenüber TNFi
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Lungenkrebs
IR (95 % KI) pro 0,23 (0,12; 0,40) 0,32 (0,18; 0,51) 0,28 (0,19; 0,39) 0,13 (0,05; 0,26)100 PJ
HR (95 % KI) 1,84 (0,74; 4,62) 2,50 (1,04; 6,02) 2,17 (0,95; 4,93)gegenüber TNFi
Lymphom
IR (95 % KI) pro 0,07 (0,02; 0,18) 0,11 (0,04; 0,24) 0,09 (0,04; 0,17) 0,02 (0,00; 0,10)100 PJ
HR (95 % KI) 3,99 (0,45; 35,70) 6,24 (0,75; 51,86) 5,09 (0,65; 39,78)gegenüber TNFi
NMSC
IR (95 % KI) pro 0,61 (0,41; 0,86) 0,69 (0,47; 0,96) 0,64 (0,50; 0,82) 0,32 (0,18; 0,52)100 PJ
HR (95 % KI) 1,90 (1,04; 3,47) 2,16 (1,19; 3,92) 2,02 (1,17; 3,50)gegenüber TNFia Für Malignome außer NMSC, Lungenkrebs und Lymphome auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlungoder nach Absetzen der Behandlung bis Studienende auftraten. Für NMSC auf Grundlage der Ereignisse die währendder Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der Behandlung auftraten.
b Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.
c Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.
Abkürzungen: NMSC = nicht-melanozytärer Hautkrebs, TNF = Tumornekrosefaktor, IR = Inzidenzrate, HR = Hazard
Ratio, KI = Konfidenzintervall, PJ = Patientenjahre
Die folgenden prädiktiven Faktoren für die Entwicklung von malignen Erkrankungen, außer NMSC,wurden mit einem multivariaten Cox-Modell mit rückwärtiger Selektion identifiziert: Alter ≥ 65 Jahreund Raucher oder ehemaliger Raucher (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Mortalität
Erhöhte Mortalität wurde bei mit Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Patienten unter
TNF-Inhibitoren festgestellt. Die Mortalität war hauptsächlich durch kardiovaskuläre Ereignisse,
Infektionen und Krebserkrankungen bedingt.
Tabelle 15: Inzidenzrate und Hazard Ratio für Mortalitäta
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Mortalität (jegliche
Ursache)
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,50 (0,33; 0,74) 0,80 (0,57; 1,09) 0,65 (0,50; 0,82) 0,34 (0,20; 0,54)
HR (95 % KI) 1,49 (0,81; 2,74) 2,37 (1,34; 4,18) 1,91 (1,12; 3,27)gegenüber TNFi
Tödliche Infektionen
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,08 (0,02; 0,20) 0,18 (0,08; 0,35) 0,13 (0,07; 0,22) 0,06 (0,01; 0,17)
HR (95 % KI) 1,30 (0,29; 5,79) 3,10 (0,84; 11,45) 2,17 (0,62; 7,62)gegenüber TNFi
Tödliche CV-
Ereignisse
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,25 (0,13; 0,43) 0,41 (0,25; 0,63) 0,33 (0,23; 0,46) 0,20 (0,10; 0,36)
HR (95 % KI) 1,26 (0,55; 2,88) 2,05 (0,96; 4,39) 1,65 (0,81; 3,34)gegenüber TNFi
Tödliche Malignome
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,10 (0,03; 0,23) 0,00 (0,00; 0,08) 0,05 (0,02; 0,12) 0,02 (0,00; 0,11)
HR (95 % KI) 4,88 (0,57; 41,74) 0 (0,00; Inf) 2,53 (0,30; 21,64)gegenüber TNFia Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der Behandlungauftraten.b Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.
c Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.
Abkürzungen: TNF = Tumornekrosefaktor, IR = Inzidenzrate, HR = Hazard Ratio, KI = Konfidenzintervall,
PJ = Patientenjahre, CV = kardiovaskulär, Inf = unendlich
Psoriasis-ArthritisDie Wirksamkeit und Sicherheit von Tofacitinib Filmtabletten wurden in 2 randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studien an erwachsenen Patienten mit aktiver PsA (≥ 3geschwollene und ≥ 3 schmerzempfindliche Gelenke) untersucht. Die Patienten mussten beim
Screening-Termin eine aktive Psoriasis vulgaris aufweisen. In beiden Studien waren die primären
Endpunkte die ACR20-Ansprechrate und die HAQ-DI-Änderung gegenüber dem Ausgangswert in
Monat 3.
In der Studie PsA-I (OPAL BROADEN) wurden 422 Patienten mit vorhergehendem unzureichenden
Ansprechen (wegen fehlender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit) auf ein csDMARD (MTX bei92,7 % der Patienten) untersucht. 32,7 % der Patienten in dieser Studie hatten zuvor auf> 1 csDMARD oder 1 csDMARD und ein gezieltes synthetisches DMARD (targeted synthetic
DMARD, tsDMARD) unzureichend angesprochen. In OPAL BROADEN war eine vorhergehende
Behandlung mit einem TNF-Inhibitor nicht erlaubt. Für alle Patienten war eine Begleittherapie mit1 csDMARD verpflichtend; 83,9 % der Patienten erhielten begleitend MTX, 9,5 % der Patientenerhielten begleitend Sulfasalazin und 5,7 % der Patienten erhielten begleitend Leflunomid. Diemediane Dauer der PsA-Erkrankung betrug 3,8 Jahre. Bei Studienbeginn hatten 79,9 % der Patienteneine Enthesitis und 56,2 % eine Daktylitis. Auf Tofacitinib randomisierte Patienten erhielten12 Monate lang Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich. Auf Placebo randomisierte
Patienten wurden in Monat 3 verblindet auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglichumgestellt und bis Monat 12 behandelt. Auf Adalimumab randomisierte Patienten (aktiver
Kontrollarm) erhielten 12 Monate lang alle 2 Wochen 40 mg subkutan.
In der Studie PsA-II (OPAL BEYOND) wurden 394 Patienten untersucht, bei denen ein TNF-Inhibitorwegen fehlender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit abgesetzt worden war. 36,0 % der Patientenhatten zuvor auf > 1 bDMARD unzureichend angesprochen. Für alle Patienten war eine
Begleittherapie mit 1 csDMARD verpflichtend. 71,6 % der Patienten erhielten begleitend MTX,15.7 % der Patienten erhielten begleitend Sulfasalazin und 8,6 % der Patienten erhielten begleitend
Leflunomid. Die mediane Dauer der PsA-Erkrankung betrug 7,5 Jahre. Bei Studienbeginn hatten80,7 % der Patienten eine Enthesitis und 49,2 % eine Daktylitis. Auf Tofacitinib randomisierte
Patienten erhielten 6 Monate lang Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich. Auf
Placebo randomisierte Patienten wurden in Monat 3 verblindet auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib10 mg zweimal täglich umgestellt und bis Monat 6 behandelt.
Krankheitszeichen und Symptome
Gemäß der Beurteilung mittels der ACR20-Kriterien für das Ansprechen im Vergleich zu Placebo in
Monat 3 führte die Behandlung mit Tofacitinib zu einer signifikanten Verbesserung einiger
Krankheitszeichen und Symptome der PsA. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit für wichtige untersuchte
Endpunkte sind in Tabelle 16 dargestellt.
Tabelle 16: Anteil (%) der PsA-Patienten mit klinischem Ansprechen und mittlerer
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert in den Studien OPAL BROADEN und
OPAL BEYOND
Unzureichendes Ansprechen auf konventionelle Unzureichendessynthetische DMARDa (TNFi-naiv) Ansprechen auf TNFib
OPAL BROADEN OPAL BEYONDc
Behand- Placebo Tofacitinib Adalimumab 40 mg Placebo Tofacitiniblungs- 5 mg zweimal s.c. q2w 5 mg zweimalgruppe täglich täglich
N 105 107 106 131 131
ACR20
Monat 3 33 50 %d,* 52 %* 24 % 50 %d,***
Monat 6 % 59 % 64 % n. a. 60 %
Monat 12 n. a. 68 % 60 % - -n. a.
ACR50
Monat 3 10 28 %e,** 33 %*** 15 % 30 %e,*
Monat 6 % 38 % 42 % n. a. 38 %
Monat 12 n. a. 45 % 41 % - -n. a.
ACR70
Monat 3 5 % 17 %e,* 19 %* 10 % 17 %
Monat 6 n. a. 18 % 30 % n. a. 21 %
Monat 12 n. a. 23 % 29 % - -∆LEIf
Monat 3 -0,4 -0,8 -1,1* -0,5 -1,3*
Monat 6 n. a. -1,3 -1,3 n. a. -1,5
Monat 12 n. a. -1,7 -1,6 - -∆DSSf
Monat 3 -2,0 -3,5 -4,0 -1,9 -5,2*
Monat 6 n. a. -5,2 -5,4 n. a. -6,0
Monat 12 n. a. -7,4 -6,1 - -
PASI75g
Monat 3 15 43 %d,*** 39 %** 14 % 21 %
Monat 6 % 46 % 55 % n. a. 34 %
Monat 12 n. a. 56 % 56 % - -n. a.
* Nominaler p-Wert ≤ 0,05, ** nominaler p-Wert ≤ 0,001, *** nominaler p-Wert < 0,0001 für aktive
Behandlung im Vergleich zu Placebo in Monat 3.
Abkürzungen: BSA = Körperoberfläche (body surface area), ∆LEI = Veränderung gegenüber dem
Ausgangswert des Leeds-Enthesitis-Index, ∆DSS = Veränderung gegenüber dem Ausgangswert des
Daktylitis Severity Score, ACR20/50/70 = American College of Rheumatology ≥ 20 %, 50 %, 70 %
Verbesserung, csDMARD = konventionelles synthetisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum(conventional synthetic disease-modifying antirheumatic drug), n = Anzahl randomisierter und behandelter
Patienten, n. a. = nicht anwendbar, da Daten für die Placebo-Behandlung über Monat 3 hinaus wegen der
Umstellung auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich nicht vorhanden sind, s.c. q2w =subkutan 1x alle 2 Wochen, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor, PASI = Psoriasis Area and Severity
Index (Index für Ausdehnung und Schweregrad der Psoriasis), PASI75 = ≥ 75 % Verbesserung des PASI.a Unzureichendes Ansprechen auf mindestens 1 csDMARD aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder
Unverträglichkeitb Unzureichendes Ansprechen auf mindestens 1 TNFi aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder
Unverträglichkeitc OPAL BEYOND hatte eine Dauer von 6 Monaten.d Erreichen einer globalen statistischen Signifikanz bei p ≤ 0,05 gemäß vordefiniertem Step-Down-
Verfahrene Erreichen einer statistischen Signifikanz innerhalb der ACR-Gruppe (ACR50 und ACR70) bei p ≤ 0,05gemäß vordefiniertem Step-Down-Verfahrenf Bei Patienten mit Ausgangswert > 0g Bei Patienten mit Ausgangs-BSA ≥ 3 % und PASI > 0
Sowohl TNF-Inhibitor-naive Patienten als auch Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-
Inhibitoren, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden, wiesen in Monat 3 signifikanthöhere ACR20-Ansprechraten im Vergleich zu Placebo auf. Auswertungen in Bezug auf Alter,
Geschlecht, ethnische Herkunft, Ausgangs-Krankheitsaktivität und PsA-Subtyp erbrachten keine
Unterschiede hinsichtlich des Ansprechens auf Tofacitinib. Die Anzahl der Patienten mit Arthritismutilans oder axialer Beteiligung war zu gering, um eine aussagekräftige Bewertung zu erlauben.
Unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich wurden im Vergleich zu Placebo statistisch signifikante
ACR20-Ansprechraten in beiden Studien bereits in Woche 2 (erste Beurteilung nach der
Eingangsuntersuchung) beobachtet.
In OPAL BROADEN wurde ein Ansprechen im Sinne einer minimalen Krankheitsaktivität (Minimal
Disease Activity, MDA) bei jeweils 26,2 % der Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich,25,5 % der Patienten unter Adalimumab und 6,7 % der Patienten unter Placebo in Monat 3 erreicht(Behandlungsdifferenz Tofacitinib 5 mg zweimal täglich gegenüber Placebo 19,5 % [95 % KI: 9,9;29,1]). In OPAL BEYOND erreichten jeweils 22,9 % und 14,5 % der mit Tofacitinib 5 mg zweimaltäglich bzw. Placebo behandelten Patienten eine MDA, eine nominale statistische Signifikanz wurdejedoch unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich nicht erreicht (Behandlungsdifferenz gegenüber
Placebo 8,4 % [95 % KI: -1,0; 17,8] in Monat 3).
Röntgenologisches Ansprechen
In der Studie OPAL BROADEN wurde die Progression struktureller Gelenkschäden röntgenologischmittels modifiziertem Sharp-van der Heijde-Gesamtscore (modified Total Sharp Score, mTSS)beurteilt und der Anteil der Patienten mit röntgenologischer Progression (mTSS-Anstieg gegenüberdem Ausgangswert um mehr als 0,5) in Monat 12 ermittelt. In Monat 12 wiesen 96 % der Patientenunter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und 98 % der Patienten unter Adalimumab, 40 mg subkutanalle 2 Wochen, keine röntgenologische Progression auf (mTSS-Anstieg gegenüber dem Ausgangswertkleiner oder gleich 0,5).
Körperliche Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit wurde mittels HAQ-DI gemessen. Im
Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich eine deutlichere
Verbesserung (p ≤ 0,05) der körperlichen Funktionsfähigkeit gegenüber dem Ausgangswert in
Monat 3 (siehe Tabelle 17).
Tabelle 17: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert des HAQ-DI in den PsA-Studien OPAL
BROADEN und OPAL BEYOND
Veränderung der Quadratmittelwerte gegenüber dem Ausgangswert des HAQ-
DI
Unzureichendes Ansprechen auf konventionelle Unzureichendessynthetische DMARDa (TNFi-naiv) Ansprechen auf TNFib
OPAL BROADEN OPAL BEYOND
Behandlungs- Placebo Tofacitinib 5 mg Adalimumab 40 mg Placebo Tofacitinib 5 mggruppe zweimal täglich s.c. q2w zweimal täglich
N 104 107 106 131 129
Monat 3 -0,18 -0,35c,* -0,38* -0,14 -0,39c,***
Monat 6 n. a. -0,45 -0,43 n. a. -0,44
Monat 12 n. a. -0,54 -0,45 n. a. n. a.
* Nominaler p-Wert ≤ 0,05, *** nominaler p-Wert < 0,0001 für aktive Behandlung im Vergleich zu Placebo in
Monat 3.
Abkürzungen: DMARD = krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (disease-modifying antirheumatic drug),
HAQ-DI = Health Assessment Questionnaire Disability Index, n = Gesamtanzahl Patienten in der statistischen
Analyse, s.c. q2w = subkutan 1x alle 2 Wochen, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor.a Unzureichendes Ansprechen auf mindestens ein konventionelles synthetisches DMARD (csDMARD)aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder Unverträglichkeitb Unzureichendes Ansprechen auf mindestens einen TNF-Inhibitor (TNFi) aufgrund fehlender Wirksamkeitund/oder Unverträglichkeitc Erreichen einer globalen statistischen Signifikanz bei p ≤ 0,05 gemäß vordefiniertem Step-Down-Verfahren
Die HAQ-DI-Responder-Rate (Ansprechen definiert als Verringerung gegenüber dem Ausgangswertum ≥ 0,35) in Monat 3 in den Studien OPAL BROADEN und OPAL BEYOND lag bei Patientenunter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich bei 53 % bzw. 50 %, bei Patienten unter Placebo bei 31 %bzw. 28 % und bei Patienten unter Adalimumab 40 mg subkutan alle 2 Wochen bei 53 % (nur OPAL
BROADEN).
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit dem SF-36v2 bewertet, Fatigue mit dem
FACIT-F. Im Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in den
Studien OPAL BROADEN und OPAL BEYOND eine deutlichere Verbesserung gegenüber dem
Ausgangswert in Bezug auf die Domäne des SF-36v2 für die körperliche Funktionsfähigkeit, die
Summenskala des SF-36v2 für die körperliche Komponente und die FACIT-F-Scores in Monat 3(nominaler p-Wert ≤ 0,05). Verbesserungen gegenüber den Ausgangswerten des SF-36v2 und
FACIT-F wurden bis Monat 6 (OPAL BROADEN und OPAL BEYOND) und Monat 12 (OPAL
BROADEN) aufrechterhalten.
Im Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in den Studien
OPAL BROADEN und OPAL BEYOND eine deutlichereVerbesserung der Arthritis-Schmerzen(Messung auf einer visuellen Analogskala von 0-100) gegenüber dem Ausgangswert in Woche 2(erste Beurteilung nach der Eingangsuntersuchung) bis Monat 3 (nominaler p-Wert ≤ 0,05).
Ankylosierende SpondylitisDas klinische Entwicklungsprogramm von Tofacitinib zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheitumfasste eine placebokontrollierte konfirmatorische Studie (Studie AS-I). Dabei handelte es sich umeine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 48-wöchige klinische Behandlungsstudie mit269 erwachsenen Patienten, die auf mindestens zwei NSAR unzureichend angesprochen hatten(unzureichendes klinisches Ansprechen oder Unverträglichkeit). Die Patienten wurden randomisiertund 16 Wochen lang verblindet mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich oder Placebo behandelt.
Anschließend wurde die Behandlung bei allen Patienten für weitere 32 Wochen mit Tofacitinib 5 mgzweimal täglich fortgesetzt. Die Patienten hatten eine aktive Erkrankung, definiert als ein Score vongrößer oder gleich 4 sowohl im Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) alsauch im Rückenschmerz-Score (BASDAI Frage 2) trotz einer Therapie mit nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR), Kortikosteroiden oder DMARD.
Etwa 7 % bzw. 21 % der Patienten wandten von Studienbeginn bis Woche 16 begleitend Methotrexatoder Sulfasalazin an. Die Patienten durften von Studienbeginn bis Woche 48 orale Kortikosteroide(8,6 %) und/oder NSAR (81,8 %) in stabiler niedriger Dosis erhalten. Zweiundzwanzig Prozent der
Patienten hatten unzureichend auf 1 oder 2 TNF-Blocker angesprochen. Der primäre Endpunkt warder Anteil der Patienten, die in Woche 16 ein ASAS20-Ansprechen erreichten.
Klinisches AnsprechenIn Woche 16 erreichten die Patienten mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich zu einem höheren Anteilein ASAS20- und ASAS40-Ansprechen im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 18). Bei Patienten, diezweimal täglich 5 mg Tofacitinib erhielten, wurde das Ansprechen von Woche 16 bis Woche 48aufrechterhalten.
Tabelle 18: ASAS20- und ASAS40-Ansprechen in Woche 16, Studie AS-I
Placebo Tofacitinib 5 mg Differenz gegenüber Placebo(n = 136) zweimal täglich (95 % KI)(n = 133)
ASAS20-Ansprechen*, 29 56 27 (16, 38)**%
ASAS40-Ansprechen*, 13 41 28 (18, 38)**%
* Fehler 1. Art kontrolliert
** p < 0,0001
Die Wirksamkeit von Tofacitinib wurde bei bDMARD-naiven Patienten und Patienten mitunzureichendem Ansprechen (IR, inadequate responders) auf TNF/Vorbehandlung mit bDMARD(Non-IR) nachgewiesen (siehe Tabelle 19).
Tabelle 19: ASAS20- und ASAS40-Ansprechen (%) je nach vorhergehender Behandlung in
Woche 16, Studie AS-I
Vorhergehende Wirksamkeits-Endpunkt
Behandlung ASAS20 ASAS40
Placebo Tofacitinib Differenz Placebo Tofacitinib Differenzn 5 mg gegenüber n 5 mg gegenüberzweimal Placebo zweimal Placebotäglich (95 % KI) täglich (95 % KI)n nbDMARD-naiv 105 102 28 105 102 31(15, 41) (19, 43)
TNFi-IR oder 31 31 23 31 31 19
Vorbehandlung (1, 44) (2, 37)mit bDMARD(Non-IR)
ASAS20 = Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert um ≥ 20 % und ≥ 1 Einheit in mindestens 3 Domänen auf einer
Skala von 0 bis 10 sowie keine Verschlechterung um ≥ 20 % und ≥ 1 Einheit in der verbleibenden Domäne;
ASAS40 = Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert um ≥ 40 % und ≥ 2 Einheiten in mindestens 3 Domänen auf einer
Skala von 0 bis 10 sowie keine Verschlechterung in der verbleibenden Domäne; bDMARD = biologischeskrankheitsmodifizierendes Antirheumatikum; KI = Konfidenzintervall; Non-IR = nicht-unzureichendes Ansprechen;
TNFi-IR = Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Tumornekrosefaktor-Inhibitor
Wie in Tabelle 20 zu sehen, waren die Verbesserungen bei den Komponenten des ASAS-Ansprechensund bei anderen Messwerten der Krankheitsaktivität unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in
Woche 16 höher als bei Placebo. Bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib erhielten, hieltendie Verbesserungen von Woche 16 bis Woche 48 an.
Tabelle 20: ASAS-Komponenten und andere Messwerte für die Krankheitsaktivität in
Woche 16, Studie AS-I
Placebo Tofacitinib 5 mg zweimal(n = 136) täglich(n = 133)
Ausgangs- Woche 16 Ausgangs- Woche 16 Differenzwert (LSM- wert (LSM- gegenüber(Mittelwert) Veränderung (Mittelwert) Veränderun Placebogegenüber g gegenüber (95 %- KI)
Ausgangs- Ausgangs-wert) wert)
ASAS-Komponenten Patient Global 7,0 -0,9 6,9 -2,5 -1,6
Assessment of (-2,07; -1,05)**
Disease Activity(0-10)a,* Rückenschmerze 6,9 -1,0 6,9 -2,6 -1,6n insgesamt (-2,10; -1,14)** (0-10)a,* BASFI 5,9 -0,8 5,8 -2,0 -1,2(0-10)b,* (-1,66; -0,80)** Entzündung 6,8 -1,0 6,6 -2,7 -1,7(0-10)c,* (-2,18; -1,25)**
BASDAI-Scored 6,5 -1,1 6,4 -2,6 -1,4(-1,88; -1,00)**
BASMIe,* 4,4 -0,1 4,5 -0,6 -0,5(-0,67; -0,37)**
Placebo Tofacitinib 5 mg zweimal(n = 136) täglich(n = 133)
Ausgangs- Woche 16 Ausgangs- Woche 16 Differenzwert (LSM- wert (LSM- gegenüber(Mittelwert) Veränderung (Mittelwert) Veränderun Placebogegenüber g gegenüber (95 %- KI)
Ausgangs- Ausgangs-wert) wert)hsCRPf,* (mg/dl) 1,8 -0,1 1,6 -1,1 -1,0(-1,20; -0,72)**
ASDAScrpg,* 3,9 -0,4 3,8 -1,4 -1,0(-1.16; -0,79)**
* Fehler 1. Art kontrolliert
** p<0,0001a Messung auf numerischer Skala mit 0 = keine Aktivität oder keine Schmerzen, 10 = hohe Aktivität oder schwerste
Schmerzenb Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index gemessen auf einer numerischen Rating-Skala mit 0 = einfach und10 = unmöglichc Entzündung ist der Mittelwert von zwei Patienten-Selbstbewertungen der Morgensteifigkeit im BASDAI.d Gesamtscore des Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Indexe Bath Ankylosing Spondylitis Metrology Indexf hochsensitives C-reaktives Proteing Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score mit C-reaktivem Protein
LSM = Mittelwert der kleinsten Quadrate (least squares mean)
Andere gesundheitsbezogene Ergebnisse
Patienten, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden, erzielten in Woche 16 im
Vergleich zum Ausgangswert größere Verbesserungen des Gesamtscores der Instrumente Ankylosing
Spondylitis Quality of Life (ASQoL, -4,0 gegenüber -2,0) und Functional Assessment of Chronic
Illness Therapy - Fatigue (FACIT-F, 6,5 gegenüber 3,1) im Vergleich zu Patienten, die Placeboerhielten (p<0,001). Bei Patienten, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden,wurden im Short Form Health Survey Version 2 (SF-36v2) in der Domäne Physical Component
Summary (PCS) in Woche 16 durchweg größere Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswertverzeichnet, als bei Patienten, die Placebo erhielten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tofacitinib eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen beijuveniler idiopathischer Arthritis und bei Colitis ulcerosa gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach Einnahme von Tofacitinib 11 mg Retardtablette werden die maximalen Plasmakonzentrationennach 4 Stunden erreicht und die Halbwertszeit beträgt ca. 6 Stunden. Steady-State-Konzentrationenwerden innerhalb von 48 Stunden mit vernachlässigbarer Akkumulation nach einmal täglicher
Einnahme erreicht. Steady-State AUC und Cmax von Tofacitinib für Tofacitinib 11 mg Retardtabletteneinmal täglich eingenommen entsprechen denen von Tofacitinib 5 mg Filmtabletten zweimal täglicheingenommen.
Resorption und VerteilungDie gleichzeitige Einnahme von Tofacitinib 11 mg Retardtabletten mit einer fettreichen Mahlzeitbewirkte keine Veränderungen des AUC-Werts, aber die Cmax erhöhte sich um 27 %.
Nach der intravenösen Anwendung beträgt das Verteilungsvolumen 87 l. Das zirkulierende Tofacitinibwird zu etwa 40 % an Plasmaproteine gebunden. Tofacitinib wird in erster Linie an Albumin undoffenbar nicht an -1-saures Glykoprotein gebunden. Tofacitinib verteilt sich gleichmäßig zwischen
Erythrozyten und Plasma.
Biotransformation und EliminationTofacitinib wird zu etwa 70 % über hepatische Metabolisierung und zu 30 % unverändert über die
Nieren ausgeschieden. Der Metabolismus von Tofacitinib erfolgt hauptsächlich über CYP3A4, mitgeringfügiger Beteiligung von CYP2C19. In einer Studie am Menschen mit radioaktiven Markernwurde über 65 % der im Blut vorhandenen Gesamtradioaktivität dem unveränderten Wirkstoffzugeschrieben. Die restlichen 35 % wurden 8 Metaboliten zugeschrieben, die jeweils mit weniger als8 % zur Gesamtradioaktivität beitrugen. Alle Metaboliten wurden in Tierarten beobachtet und habenin Bezug auf die JAK1/3-Inhibition schätzungsweise weniger als 10 % der Wirksamkeit von
Tofacitinib. In menschlichen Proben wurden keine Anzeichen einer Stereo-Konversion festgestellt.
Die pharmakologische Aktivität von Tofacitinib wird dem Muttermolekül zugeschrieben. In vitro ist
Tofacitinib ein Substrat für MDR1, jedoch nicht für Breast Cancer Resistance-Protein (BCRP),
OATP1B1/1B3 oder OCT1/2.
Pharmakokinetik bei Patienten
Die Aktivität der CYP-Enzyme ist bei RA-Patienten aufgrund der chronischen Entzündungsprozesseherabgesetzt. Bei RA-Patienten variiert die orale Clearance von Tofacitinib nicht mit der Zeit, wasdarauf hinweist, dass die Tofacitinib-Behandlung nicht zu einer Normalisierung der CYP-
Enzymaktivität führt.
Eine pharmakokinetische Populationsanalyse von RA-Patienten ergab, dass die systemische
Exposition (AUC) von Tofacitinib bei extremen Körpergewichten (40 kg, 140 kg) ähnlich war(innerhalb 5 %) wie bei einem Patienten mit einem Gewicht von 70 kg. Ältere Patienten im Alter von80 Jahren haben schätzungsweise eine um weniger als 5 % höhere AUC als Patienten im
Durchschnittsalter von 55 Jahren. Frauen haben schätzungsweise eine um 7 % geringere AUC als
Männer. Die verfügbaren Daten haben darüber hinaus gezeigt, dass keine größeren Unterschiede bzgl.
Der Tofacitinib-AUCs zwischen hellhäutigen, dunkelhäutigen und asiatischen Patienten bestehen. Eswurde eine annähernd lineare Beziehung zwischen Körpergewicht und Verteilungsvolumenbeobachtet, was zu höheren Spitzenkonzentrationen (Cmax) und geringeren Minimumkonzentrationen(Cmin) bei leichteren Patienten führt. Dieser Unterschied gilt jedoch als nicht klinisch relevant. Dieinterindividuelle Variabilität (prozentualer Variationskoeffizient) der AUC von Tofacitinib liegtschätzungsweise bei 27 %.
Die Ergebnisse der populationsbezogenen PK-Analyse bei Patienten mit aktiver PsA oder AS warenmit denen bei RA-Patienten konsistent.
Eingeschränkte NierenfunktionStudienteilnehmer mit leichter (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min), mittelschwerer (Kreatinin-
Clearance 30-49 ml/min) und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter30 ml/min) hatten im Vergleich zu Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion eine um 37 %, 43 %bzw. 123 % höhere AUC (siehe Abschnitt 4.2). Bei Teilnehmern mit Nierenerkrankung im
Endstadium (end-stage renal disease, ESRD) war der Beitrag der Dialyse zur Gesamtclearance von
Tofacitinib relativ gering. Nach einer Einzeldosis von 10 mg war die mittlere AUC bei Teilnehmernmit ESRD basierend auf den Konzentrationen, die an den Nicht-Dialyse-Tagen gemessen wurden,etwa 40 % (90 % Konfidenzintervalle: 1,5-95 %) höher als bei Teilnehmern mit normaler
Nierenfunktion. In klinischen Studien wurde Tofacitinib nicht bei Patienten geprüft, deren Ausgangs-
Kreatinin-Clearance (Schätzung nach Cockcroft-Gault-Gleichung) weniger als 40 ml/min betrug(siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte LeberfunktionBei Studienteilnehmern mit leichter (Child Pugh-Klasse A) und mittelschwerer (Child Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung war die AUC im Vergleich zu Teilnehmern mit normaler Leberfunktion um3 % bzw. 65 % höher. In klinischen Studien wurde Tofacitinib bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child Pugh-Klasse C) (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4) oder auf Hepatitis B oder
C positiv getesteten Patienten nicht geprüft.
WechselwirkungenTofacitinib ist weder ein Inhibitor, noch ein Induktor von CYP (CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8,
CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4). Es ist kein Inhibitor von UGT (UGT1A1, UGT1A4,
UGT1A6, UGT1A9 und UGT2B7). Tofacitinib ist in klinisch bedeutsamer Konzentration kein
Inhibitor von MDR1, OATP1B1/1B3, OCT2, OAT1/3 oder MRP.
Vergleich der PK von Retardtabletten und Filmtabletten
Tofacitinib 11 mg Retardtabletten einmal täglich zeigten gegenüber Tofacitinib 5 mg Filmtablettenzweimal täglich eine pharmakokinetische Äquivalenz (AUC und Cmax).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In nichtklinischen Studien wurden Auswirkungen auf das Immunsystem und das blutbildende Systembeobachtet, die den pharmakologischen Eigenschaften (JAK-Hemmung) von Tofacitinibzugeschrieben wurden. Bei klinisch relevanten Dosen wurden sekundäre Auswirkungen einer
Immunsuppression wie etwa bakterielle und virale Infektionen und Lymphome festgestellt.
Lymphome wurden bei 3 von 8 adulten Affen beim 6- oder 3-Fachen des klinischen Tofacitinib-
Expositionsspiegels (AUC des ungebundenen Wirkstoffs beim Menschen bei einer Dosis von zweimaltäglich 5 mg oder 10 mg) beobachtet und bei 0 von 14 juvenilen Affen beim Fünf- oder
Zweieinhalbfachen des klinischen Expositionsspiegels bei zweimal täglich 5 mg oder 10 mg. Die
Exposition von Affen, bei der keine schädigende Wirkung in Bezug auf Lymphome beobachtet wurde(no observed adverse effect level, NOAEL), entsprach ungefähr dem Ein- oder 0,5-Fachen desklinischen Expositionsspiegels bei zweimal täglich 5 mg oder 10 mg. Sonstige Befunde bei Dosen, diedie humane Exposition überstiegen, schlossen Auswirkungen auf das hepatische und gastrointestinale
System ein.
Tofacitinib ist, basierend auf den Ergebnissen einer Reihe von in vitro und in vivo-Tests auf
Genmutationen und Chromosomenaberrationen, nicht mutagen oder genotoxisch.
Das karzinogene Potenzial von Tofacitinib wurde in einer 6-monatigen Studie zur Karzinogenität antransgenen rasH2-Mäusen und in einer 2-jährigen Studie zur Karzinogenität an Ratten untersucht. Bei
Mäusen war Tofacitinib bei Expositionen bis zum 38- oder 19-Fachen des klinischen
Expositionsspiegels bei zweimal täglich 5 mg oder 10 mg nicht karzinogen. Bei Ratten traten gutartige
Tumoren der Leydigschen Zellen auf: Benigne Tumoren der Leydig-Zellen bei der Ratte sind nichtmit einem Risiko für Tumoren der Leydigschen Zellen beim Menschen verbunden. Bei weiblichen
Ratten entwickelten sich bei Expositionen größer oder gleich dem 83- oder 41-Fachen des klinischen
Expositionsspiegels bei zweimal täglich 5 mg oder 10 mg maligne Hibernome (Tumoren des braunen
Fettgewebes). Gutartige Thymome traten bei weiblichen Ratten beim 187- oder 94-Fachen desklinischen Expositionsspiegels bei zweimal täglich 5 mg oder 10 mg auf.
Tofacitinib erwies sich bei Ratten und Kaninchen als teratogen und hatte bei Ratten Auswirkungen aufdie weibliche Fertilität (geringere Trächtigkeitsquote, Abnahme der Zahl der Gelbkörper, der
Implantationsstellen und lebensfähigen Föten sowie eine Zunahme frühzeitiger Resorptionen), die
Geburt und die peri-/postnatale Entwicklung. Tofacitinib hatte keine Auswirkungen auf die männliche
Fertilität, Spermien-Motilität oder Spermien-Konzentration. Tofacitinib wurde 1 bis 8 Stunden nachder Anwendung in die Muttermilch laktierender Ratten sezerniert in Konzentrationen, die ungefährdem Zweifachen der Serumkonzentration entsprachen. In Studien an juvenilen Ratten und Affen hatte
Tofacitinib bei Expositionen, die mit den für den Menschen zugelassenen Dosen vergleichbar waren,keine Auswirkungen auf die Knochenentwicklung bei männlichen oder weiblichen Tieren.
In Studien mit juvenilen Tieren wurden keine auf Tofacitinib bezogenen Befunde erhoben, die auf einehöhere Sensitivität pädiatrischer Populationen im Vergleich zu Erwachsenen hinweisen. In einer
Fertilitätsstudie an juvenilen Ratten gab es keine Hinweise auf eine Entwicklungstoxizität, es wurdenkeine Auswirkungen auf die sexuelle Reifung festgestellt, und es gab keine Hinweise auf eine
Reproduktionstoxizität (Paarung und Fertilität) nach der Geschlechtsreife. In einer 1-monatigen Studiean juvenilen Ratten und einer 39-wöchigen Studie an juvenilen Affen wurden durch Tofacitinibbedingte Auswirkungen auf immunologische und hämatologische Parameter beobachtet, die einer
JAK1/3- und JAK2-Inhibition entsprechen. Diese Auswirkungen waren reversibel und stimmten mitdenjenigen überein, die auch bei erwachsenen Tieren bei ähnlichen Expositionen beobachtet wurden.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernSorbitol (E 420)
Hyetellose
Copovidon
Magnesiumstearat
FilmüberzugCelluloseacetat
Hyprolose (E 463)
Hypromellose (E 464)
Titandioxid (E 171)
Triacetin
Eisen(III)-oxid (E 172)
DrucktinteSchellack (E 904)
Ammoniumhydroxid (E 527)
Propylenglycol (E 1520)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
HDPE-Flaschen mit 2x Kieselgel als Trockenmittel und kindergesicherten Polypropylen-Verschlüssenmit 30 oder 90 Retardtabletten.
Blisterpackungen aus Aluminiumfolie/PVC/Aluminiumfolie mit 7 Retardtabletten.
Jede Blisterpackung enthält 28 oder 91 Retardtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1178/010
EU/1/17/1178/011
EU/1/17/1178/012
EU/1/17/1178/013
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. März 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 04. März 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.