Angewendet bei: Myasthenia gravis
Substanz: efgartigimod alfa (Immunmodulator)
ATC: L04AA58 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Selektive Immunsuppressiva)
Efgartigimodum alfa ist ein Medikament zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis bei erwachsenen Patienten mit Antikörpern gegen den Acetylcholinrezeptor. Es wirkt, indem es die Spiegel pathogener Immunglobulin G (IgG) reduziert und so die Krankheitssymptome lindert.
Das Medikament wird über eine intravenöse Infusion verabreicht, in der Regel einmal wöchentlich für vier Wochen. Es ist wirksam bei der Verbesserung der Muskelkraft und der Lebensqualität der Patienten.
Nebenwirkungen können Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reaktionen an der Infusionsstelle umfassen. Eine enge Überwachung ist entscheidend, um mögliche Komplikationen zu bewältigen.
Konsultieren Sie Ihren Arzt, um die Vorteile und Risiken der Behandlung mit Efgartigimodum alfa zu besprechen. Dieses Medikament muss unter der Aufsicht eines Spezialisten verabreicht werden.
Vyvgart 1 000 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 1 000 mg Efgartigimod alfa in 5 ml (200 mg/ml).
Efgartigimod alfa ist ein Fc-Fragment des humanen rekombinanten Immunglobulins G1 (IgG1), dasdurch rekombinante DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen)hergestellt wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung
Gelblich, klar bis opaleszierend, pH 6,0.
Vyvgart wird
- zusätzlich zur Standardtherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit generalisierter
Myasthenia gravis (gMG) angewendet, die Anti-Acetylcholin-Rezeptor (AChR)-Antikörperpositiv sind.
- als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit progredienter oderrezidivierender aktiver chronisch-entzündlicher demyelinisierender Polyneuropathie (CIDP)nach vorheriger Behandlung mit Kortikosteroiden oder Immunglobulinen angewendet.
Die Behandlung muss von einem Arzt, der Erfahrung in der Behandlung von Patienten mitneuromuskulären Erkrankungen hat, eingeleitet und überwacht werden.
DosierungGeneralisierte Myasthenia gravis
Der erste Behandlungszyklus und die erste Anwendung des zweiten Behandlungszyklus müssenentweder von einem Arzt oder unter dessen Aufsicht durchgeführt werden. Die nachfolgende
Behandlung sollte von einem Arzt durchgeführt werden oder kann nach ausreichender Schulung in dersubkutanen Injektionstechnik von einem Patienten oder einer Pflegeperson zu Hause durchgeführtwerden.
Die empfohlene Dosis beträgt 1 000 mg subkutan als einmal wöchentliche Injektion über 4 Wochen(1 Zyklus). Nachfolgende Behandlungszyklen sind der klinischen Beurteilung entsprechenddurchzuführen. Die Häufigkeit der Behandlungszyklen kann je nach Patient variieren (siehe
Abschnitt 5.1).
Im klinischen Entwicklungsprogramm wurden nachfolgende Behandlungszyklen frühestens 7 Wochennach der ersten Infusion des vorherigen Zyklus durchgeführt.
Bei Patienten, die derzeit Efgartigimod alfa intravenös erhalten, kann alternativ die Lösungzur subkutanen Injektion verwendet werden. Es wird empfohlen, zu Beginn eines neuen
Behandlungszyklus auf die andere Darreichungsform umzustellen. Es liegen keine Datenzur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten vor, bei denen während desselben Zyklus die
Darreichungsform gewechselt wird.
Chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie
Die ersten 4 Injektionen müssen entweder von einem Arzt oder unter dessen Aufsicht durchgeführtwerden. Die nachfolgenden Injektionen sollten von einem Arzt durchgeführt werden oder können nachausreichender Schulung in der subkutanen Injektionstechnik von einem Patienten oder einer
Pflegeperson zu Hause durchgeführt werden.
Die empfohlene Dosis beträgt 1 000 mg subkutan als einmal wöchentliche Injektion.
Die Behandlung wird mit einem wöchentlichen Dosierungsschema eingeleitet und kann je nachklinischer Beurteilung auf alle zwei Wochen angepasst werden. Im Falle einer Verschlechterung der
Symptome sollte die Anwendung einer einmal wöchentlichen Injektion weitergeführt werden.
Bei Patienten, die von ihren derzeitigen CIDP-Therapien umgestellt werden, sollte die Behandlung mit
Vyvgart vorzugsweise eingeleitet werden, bevor die klinische Wirkung dieser vorherigen Therapiennachzulassen beginnt.
Ein klinisches Ansprechen wird normalerweise innerhalb von 3 Monaten nach Einleitung der
Behandlung mit Efgartigimod alfa subkutan erzielt. Zur Bewertung der Behandlungswirkung sollte 3bis 6 Monate nach Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen eine klinische
Beurteilung in Betracht gezogen werden.
Versäumte DosisZwischen zwei aufeinanderfolgenden Anwendungen sollte ein Abstand von mindestens 3 Tageneingehalten werden. Wenn Anwendungen nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt erfolgen können, solltensie so bald wie möglich und mindestens 3 Tage vor der nächsten Anwendung erfolgen. Steht dienächste Anwendung in weniger als 3 Tagen an, sollte die versäumte Dosis ausgelassen werden, unddie nächste Dosis sollte zum vorgesehenen Zeitpunkt angewendet werden.
Besondere PatientengruppenBei Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungEs liegen begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit leichter
Nierenfunktionsstörung vor, bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörungsind die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit sehr begrenzt (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungEs liegen keine Daten bei Patienten mit Leberfunktionsstörung vor. Bei Patienten mit
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Efgartigimod alfa bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nochnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDieses Arzneimittel darf nur als subkutane Injektion angewendet werden. Nicht intravenös anwenden.
Nach der Entnahme der Fertigspritze aus dem Kühlschrank muss vor der Injektion mindestens30 Minuten gewartet werden, damit die Lösung Raumtemperatur annehmen kann. Eine
Sicherheitskanüle, die nicht in der Packung enthalten ist, ist an die Fertigspritze anzuschließen. Bei der
Handhabung der Fertigspritze und während der Anwendung ist eine aseptische Technik anzuwenden.
Die Fertigspritze nicht schütteln.
Während der ersten Anwendungen von Efgartigimod alfa (siehe Abschnitt 4.2) muss eine geeignete
Behandlung für injektions- und überempfindlichkeitsbedingte Reaktionen verfügbar sein (siehe
Abschnitt 4.4). Die empfohlenen Injektionsstellen (Abdomen) sollten bei jeder Injektion gewechseltwerden, und die Injektion sollte niemals in Muttermale, Narben oder in Bereiche erfolgen, in denendie Haut empfindlich, verletzt, gerötet oder verhärtet ist. Das Arzneimittel sollte über einen Zeitraumvon etwa 20 bis 30 Sekunden injiziert werden. Sollte der Patient Unbehagen verspüren, kann die
Injektion langsamer durchgeführt werden.
Die erste Selbstinjektion muss immer unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden. Nachausreichender Schulung in die subkutane Injektionstechnik können Patienten oder Pflegepersonendas Arzneimittel zu Hause selbst injizieren, wenn ein Arzt dies für angemessen hält. Patienten oder
Pflegepersonen sind anzuweisen, bei der Injektion von Vyvgart die Anweisungen in der
Packungsbeilage zu befolgen.
Ausführliche Hinweise zur Injektion des Arzneimittels sind den Hinweisen zur Anwendung in der
Packungsbeilage zu entnehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Patienten der Klasse V gemäß der Myasthenia Gravis Foundation of America (MGFA)Die Behandlung von Patienten der MGFA-Klasse V (d. h. myasthene Krise), definiert als Intubationmit oder ohne mechanische Beatmung, außer im Rahmen der routinemäßigen postoperativen
Versorgung, mit Efgartigimod alfa wurde nicht untersucht. Es sind die Reihenfolge der Einleitungetablierter Therapien zur Behandlung der MG-Krise und der Gabe von Efgartigimod alfa sowie derenpotenzielle Wechselwirkungen zu berücksichtigen (siehe Abschnitt 4.5).
InfektionenDa Efgartigimod alfa eine vorübergehende Verringerung des IgG-Spiegels verursacht, kann sichdas Infektionsrisiko erhöhen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Die häufigsten in klinischen Studienbeobachteten Infektionen waren Infektionen der oberen Atemwege und Harnwegsinfektionen(siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten während der Behandlung mit Vyvgart auf klinische Anzeichenund Symptome von Infektionen überwacht werden. Bei Patienten mit einer aktiven Infektion sollte das
Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Fortsetzung oder Unterbrechung der Behandlung mit Efgartigimodalfa bis zum Abklingen der Infektion berücksichtigt werden. Beim Auftreten schwerwiegender
Infektionen sollte in Betracht gezogen werden, die Behandlung mit Efgartigimod alfa zu verschieben,bis die Infektion abgeklungen ist.
Injektionsreaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen
In den klinischen Studien wurden Injektionsreaktionen wie Ausschlag oder Pruritus berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Diese waren leicht bis mittelschwer. Nach der Markteinführung wurden Fälle vonanaphylaktischen Reaktionen bei intravenöser Anwendung von Efgartigimod alfa gemeldet. Die ersten
Anwendungen von Vyvgart müssen unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden (siehe
Abschnitt 4.2). Die Patienten sollten nach der Anwendung für 30 Minuten auf klinische Anzeichenund Symptome von Injektionsreaktionen überwacht werden. Im Falle des Auftretens einer Reaktionsollten je nach Schweregrad der Reaktion geeignete unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
Nachfolgende Injektionen können auf Grundlage der klinischen Bewertung vorsichtig durchgeführtwerden.
Bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion ist die Verabreichung von Vyvgart sofortabzubrechen und eine angemessene medizinische Behandlung einzuleiten. Patienten sollten über die
Anzeichen und Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen und anaphylaktischen Reaktioneninformiert und darauf hingewiesen werden, dass sie sich beim Auftreten solcher Reaktionenunverzüglich an ihren Arzt wenden sollten.
ImmunisierungenAlle Impfstoffe sind gemäß den Immunisierungsrichtlinien anzuwenden.
Die Sicherheit der Immunisierung mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffenund die Reaktion auf die Immunisierung mit diesen Impfstoffen während der Behandlung mit
Efgartigimod alfa sind nicht bekannt. Bei Patienten, die mit Efgartigimod alfa behandelt werden,wird im Allgemeinen eine Impfung mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen nichtempfohlen. Wenn eine Impfung mit Lebendimpstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffenerforderlich ist, sollten diese Impfstoffe mindestens 4 Wochen vor der nächsten Behandlung undmindestens 2 Wochen nach der letzten Dosis Efgartigimod alfa gegeben werden.
Andere Impfstoffe können nach Bedarf zu jedem Zeitpunkt während der Behandlung mit Efgartigimodalfa angewendet werden.
ImmunogenitätIn der aktiv kontrollierten Studie ARGX-113-2001 wurden bei 12/110 Patienten (11 %) mit gMGvorbestehende Antikörper nachgewiesen, die an Efgartigimod alfa binden. Bei 19/55 Patienten (35 %),die mit Efgartigimod alfa subkutan behandelt wurden, wurden Antikörper gegen Efgartigimod alfanachgewiesen, verglichen mit 11/55 Patienten (20 %), welche die intravenöse Darreichungsformerhielten. Neutralisierende Antikörper wurden bei 2 (4 %) der mit Efgartigimod alfa subkutanbehandelten Patienten nachgewiesen, und bei 2 Patienten (4 %), welche Efgartigimod alfa intravenöserhielten.
In der Studie ARGX-113-1802 wurden bei 13/317 Patienten (4,1 %) mit CIDP vorbestehende
Antikörper nachgewiesen, die an Efgartigimod alfa binden. Bei 20/317 der im offenen Teil der Studie(Phase A) behandelten Patienten (6,3 %) und bei 2/111 der im placebokontrollierten Teil (Phase B)behandelten Patienten (1,8 %) wurden Antikörper gegen Efgartigimod alfa nachgewiesen.
Neutralisierende Antikörper wurden nur bei 1 Patienten (0,3 %) im offenen Teil der Studienachgewiesen (siehe Abschnitt 5.1).
In Anbetracht der niedrigen Inzidenz neutralisierender Antikörper kann die Auswirkung von
Antikörpern gegen Efgartigimod alfa auf die klinische Wirksamkeit oder Sicherheit, Pharmakokinetikund Pharmakodynamik nicht beurteilt werden.
Therapien mit Immunsuppressiva und CholinesteraseinhibitorenWenn nichtsteroidale Immunsuppressiva, Kortikosteroide und Cholinesteraseinhibitoren reduziert oderabgesetzt werden, sind die Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Krankheitsverschlechterung zuüberwachen.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Fertigspritze, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Polysorbate
Dieses Arzneimittel enthält 2,1 mg Polysorbat 80 in jeder Spritze, entsprechend 0,4 mg/ml.
Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Efgartigimod alfa kann die Konzentrationen von Substanzen verringern, die an den humanenneonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) binden, d. h. von Immunglobulin-Arzneimitteln, monoklonalen
Antikörpern oder Antikörper-Derivaten, welche die humane Fc-Domäne der IgG-Subklasse enthalten.
Sofern möglich, wird empfohlen, den Beginn der Behandlung mit diesen Arzneimitteln gegebenenfallsbis auf 2 Wochen nach der letzten Dosis eines Behandlungszyklus von Vyvgart zu verschieben.
Als Vorsichtsmaßnahme sollten Patienten, die Vyvgart erhalten, während sie mit diesen Arzneimittelnbehandelt werden, engmaschig auf das beabsichtigte Ansprechen auf diese Arzneimittel überwachtwerden.
Plasmaaustausch, Immunadsorption und Plasmapherese können die Konzentration von Efgartigimodalfa im Blut verringern.
Alle Impfstoffe sind gemäß den Immunisierungsrichtlinien anzuwenden.
Die potenzielle Wechselwirkung mit Impfstoffen wurde in einem nichtklinischen Modell unter
Verwendung von Keyhole Limpet Hemocyanin (KLH) als Antigen untersucht. Bei wöchentlicher
Verabreichung von 100 mg/kg an Affen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Immunantwort nach
Immunisierung mit KLH.
Bei Patienten, die mit Efgartigimod alfa behandelt werden, wird im Allgemeinen eine Impfung mit
Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen nicht empfohlen. Wenn eine Impfung mit
Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen erforderlich ist, sollten diese Impfstoffemindestens 4 Wochen vor der nächsten Behandlung und mindestens 2 Wochen nach der letzten Dosis
Efgartigimod alfa gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).
Es liegen keine Daten zur Anwendung von Efgartigimod alfa während der Schwangerschaft vor. Esist bekannt, dass Antikörper, einschließlich therapeutischer monoklonaler Antikörper, aktiv durch die
Plazenta transportiert werden (nach 30 Schwangerschaftswochen), indem sie an FcRn binden.
Efgartigimod alfa kann von der Mutter auf den sich entwickelnden Fötus übertragen werden.
Da davon auszugehen ist, dass Efgartigimod alfa die mütterlichen Antikörperspiegel senkt undaußerdem die Übertragung mütterlicher Antikörper auf den Fötus hemmt, ist eine Verringerung despassiven Schutzes des Neugeborenen zu erwarten. Daher sind Risiken und Nutzen der Gabe vonlebenden/lebend-attenuierten Impfstoffen an Säuglinge, die Efgartigimod alfa in utero ausgesetztwaren, abzuwägen (siehe Abschnitt 4.4).
Die Behandlung schwangerer Frauen mit Vyvgart sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn derklinische Nutzen die Risiken überwiegt.
StillzeitEs liegen keine Informationen über das Vorhandensein von Efgartigimod alfa in der Muttermilch, über
Auswirkungen auf das gestillte Kind oder über Auswirkungen auf die Milchproduktion vor. Es wurdenkeine tierexperimentellen Studien zum Übergang von Efgartigimod alfa in die Milch durchgeführt,daher kann eine Ausscheidung in die Muttermilch nicht ausgeschlossen werden. Es ist bekannt, dassmaternales IgG in der Muttermilch vorhanden ist. Die Behandlung stillender Frauen mit Efgartigimodalfa sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn der klinische Nutzen die Risiken überwiegt.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Wirkung von Efgartigimod alfa auf die Fertilität beim Menschen vor.
Tierexperimentelle Studien ließen keinen Einfluss von Efgartigimod alfa auf männliche und weibliche
Fertilitätsparameter erkennen (siehe Abschnitt 5.3).
von Maschinen
Vyvgart hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (33 %),
Infektionen der oberen Atemwege (10,7 %) und Harnwegsinfektionen (9,5 %).
Insgesamt stimmte das Sicherheitsprofil von Vyvgart subkutan für sowohl zyklische als auchkontinuierliche Dosierungsschemata mit dem bekannten Sicherheitsprofil der intravenösen
Darreichungsform überein.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie in diesem Abschnitt beschriebenen Nebenwirkungen stammen aus klinischen Studien und aus
Berichten nach der Markteinführung. Diese Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse undbevorzugtem Begriff aufgeführt. Häufigkeitskategorien sind folgenderweise definiert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)oder nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalbjeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.
Tabelle 1. Nebenwirkungen
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeitskategorie
Infektionen und parasitäre Infektionen der oberen Atemwege Sehr häufig
Erkrankungen* Harnwegsinfektionen Häufig
Bronchitis Häufig
Erkrankungen des Immunsystems Anaphylaktische Reaktion a Nicht bekannt
Erkrankungen des
Übelkeit b Häufig
Gastrointestinaltrakts
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-
Myalgie Häufigund Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und Reaktionen an der
Sehr häufig
Beschwerden am Verabreichungsort* Injektionsstelle c, d
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeitskategorie
Verletzung, Vergiftung und durch Kopfschmerz im Zusammenhang
Häufig
Eingriffe bedingte Komplikationen* mit dem Verfahren e
* Siehe Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“a Von Spontanmeldungen nach der Markteinführung bei intravenöser Anwendungb Von Spontanmeldungen nach der Markteinführungc Nur bei subkutaner Anwendungd (z. B. Ausschlag an der Injektionsstelle, Erythem an der Injektionsstelle, Juckreiz an der Injektionsstelle,
Schmerzen an der Injektionsstelle)e Nur bei intravenöser Anwendung
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIm gepoolten Datensatz aus zwei klinischen Studien zu gMG mit Efgartigimod alfa subkutan (n = 168)waren alle Reaktionen an der Injektionsstelle leicht bis mittelschwer und führten nicht zum Abbruchder Behandlung. Es kam bei 44,0 % (n = 74) der Patienten zu einer Reaktion an der Injektionsstelle.
Reaktionen an der Injektionsstelle traten bei 78,4 % (58/74) der Patienten innerhalb von 24 Stundennach der Anwendung auf und verschwanden bei 85,1 % (63/74) der Patienten ohne Behandlung.
Die Inzidenz von Reaktionen an der Injektionsstelle war im ersten Behandlungszyklus mit 36,3 %(61/168) der Patienten am höchsten und sank im zweiten, dritten und vierten Behandlungszyklusauf 20,1 % (30/149), 15,4 % (18/117) und 12,5 % (10/80) der Patienten. In einem gepoolten
Datenbestand aus 2 klinischen Studien bei Patienten mit CIDP, die eine kontinuierliche Anwendungvon Efgartigimod alfa subkutan erhielten, betrug die Inzidenz von Reaktionen an der Injektionsstelle26 % (61/235). Eine Analyse in 3-monatigen Intervallen zeigte, dass der Prozentsatz der Teilnehmermit Reaktionen an der Injektionsstelle in den ersten 3 Monaten der Behandlung am höchsten war(73 Teilnehmer [22,2 %]) und in den folgenden 3-monatigen Intervallen abnahm (Bereich: 0 bis17 Teilnehmer [6,8 %]).
InfektionenIn der placebokontrollierten Studie ARGX-113-1704 zu gMG mit Efgartigimod alfa intravenös warendie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Infektionen, und die am häufigsten berichteten
Infektionen waren Infektionen der oberen Atemwege (bei 10,7 % [n = 9] der mit Efgartigimod alfaintravenös behandelten Patienten und bei 4,8 % [n = 4] der mit Placebo behandelten Patienten) und
Harnwegsinfektionen (bei 9,5 % [n = 8] der mit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Patientenund bei 4,8 % [n = 4] der mit Placebo behandelten Patienten). Diese Infektionen waren bei Patienten,die Efgartigimod alfa intravenös erhielten, leicht bis mittelschwer (≤ Grad 2 gemäß den Common
Terminology Criteria for Adverse Events). Insgesamt wurden behandlungsbedingte Infektionen bei46,4 % (n = 39) der mit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Patienten und bei 37,3 % (n = 31)der mit Placebo behandelten Patienten berichtet. Die Zeit vom Behandlungsbeginn bis zum Auftretenvon Infektionen betrug 6 Wochen (Medianwert). Die Inzidenz von Infektionen nahm beinachfolgenden Behandlungszyklen nicht zu. Bei weniger als 2 % der Patienten kam es zu einem
Behandlungsabbruch oder einer vorübergehenden Unterbrechung der Behandlung aufgrund einer
Infektion. Im placebokontrollierten Teil der Studie ARGX-113-1802 bei Patienten mit CIDP war einekontinuierliche Anwendung von Efgartigimod alfa subkutan nicht mit einem Anstieg der Inzidenz von
Infektionen (31,5 % [35/111] in der Gruppe mit Efgartigimod alfa subkutan und 33,6 % [37/110] inder Placebogruppe) verbunden (siehe Abschnitt 5.1).
Kopfschmerz im Zusammenhang mit dem VerfahrenKopfschmerz im Zusammenhang mit dem Verfahren wurde bei 4,8 % der mit Efgartigimod alfaintravenös behandelten Patienten und bei 1,2 % der mit Placebo behandelten Patienten berichtet.
Kopfschmerz im Zusammenhang mit dem Verfahren wurde berichtet, wenn der Kopfschmerz inzeitlichem Zusammenhang mit der intravenösen Infusion von Efgartigimod alfa stand. Alle Ereignissewaren leicht oder mittelschwer, mit Ausnahme eines Ereignisses, das als schwerwiegend (Grad 3)gemeldet wurde.
Alle anderen Nebenwirkungen waren leicht oder mittelschwer, mit Ausnahme eines Falles von
Myalgie (Grad 3).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es sind keine spezifischen Anzeichen und Symptome einer Überdosierung mit Efgartigimod alfabekannt. Im Falle einer Überdosierung sind keine anderen eventuell auftretenden Nebenwirkungen alsbei der empfohlenen Dosis zu erwarten. Die Patienten sollten auf Nebenwirkungen überwacht werdenund es ist eine geeignete symptomatische und unterstützende Behandlung einzuleiten. Es gibt keinspezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Efgartigimod alfa.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, selektive Immunsuppressiva,
ATC-Code: L04AA58
WirkmechanismusEfgartigimod alfa ist ein Fragment des humanen IgG1-Antikörpers, dessen Affinität für denneonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) erhöht wurde. Efgartigimod alfa bindet an FcRn, was zu einer
Verringerung der Spiegel von zirkulierendem IgG, einschließlich pathogener IgG-Autoantikörper,führt. Efgartigimod alfa beeinflusst weder die Spiegel anderer Immunglobuline (IgA, IgD, IgE oder
IgM) noch senkt es den Albuminspiegel.
IgG-Autoantikörper sind die zugrunde liegende Ursache der Pathogenese von IgG-vermittelten
Autoimmunerkrankungen.
Bei MG beeinträchtigen sie die neuromuskuläre Übertragung, indem sie an Acetylcholin-Rezeptoren(AChR), muskelspezifische Tyrosinkinase (MuSK) oder an das Low-Density-Lipoprotein-Rezeptor-verwandte Protein 4 (LRP4) binden.
Bei CIDP weisen mehrere Evidenzlinien auf die Schlüsselrolle von IgG-Autoantikörpern bei der
Pathogenese dieser Krankheit hin. Dazu gehören der Nachweis autoreaktiver IgG-Antikörper gegen
Bestandteile myelinisierter Nerven, die passive Übertragung von CIDP-Symptomen auf Tiermodellemittels Seren oder IgG von CIDP-Patienten sowie die therapeutische Wirkung von Plasmaaustauschund Immunadsorption bei der Behandlung von Patienten mit CIDP.
Pharmakodynamische WirkungenIntravenöse Darreichungsform
In der doppelblinden, placebokontrollierten Studie ARGX-113-1704 bei gMG-Patienten verringerte
Efgartigimod alfa 10 mg/kg bei einmal wöchentlicher Anwendung über 4 Wochen die IgG-Spiegelund die Spiegel der AChR-Autoantikörper (AChR-Ab) im Serum. Die mittlere prozentuale Abnahmedes IgG-Gesamtspiegels im Vergleich zum Ausgangswert erreichte eine Woche nach der letzten
Infusion des ersten Behandlungszyklus einen Maximalwert von 61 % und hatte 9 Wochen nach derletzten Infusion wieder den Ausgangswert erreicht. Eine ähnliche Wirkung wurde bei allen
IgG-Subtypen beobachtet. Die Abnahme der AChR-Ab-Spiegel folgte einem ähnlichen Zeitverlaufmit einer maximalen mittleren prozentualen Abnahme von 58 % eine Woche nach der letzten Infusionund einer Wiederherstellung des Ausgangswerts 7 Wochen nach der letzten Infusion. Ähnliche
Veränderungen wurden im zweiten Zyklus der Studie festgestellt.
Subkutane Darreichungsform
In der Studie ARGX-113-2001 folgte die Abnahme der AChR-Ab-Spiegel einem vergleichbaren
Zeitverlauf wie der IgG-Gesamtspiegel und war in den mit Efgartigimod alfa subkutan und intravenösbehandelten Gruppen ähnlich. In der mit Efgartigimod alfa subkutan behandelten Gruppe und in dermit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Gruppe wurde eine Woche nach der letzten
Verabreichung eine maximale mittlere prozentuale Abnahme der AChR-Ab-Spiegel von 62,2 % bzw.
59,6 % beobachtet. Sowohl in der mit Efgartigimod alfa subkutan behandelten Gruppe als auch in dermit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Gruppe war eine Abnahme des IgG-Gesamtspiegels unddes AChR-Ab-Spiegels mit einem klinischen Ansprechen verbunden, gemessen anhand der
Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores gegenüber Baseline (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1. Zusammenhang zwischen Gesamt-IgG und AChR-Ab und MG-ADL-Gesamtscorein der AChR-Ab-seropositiven Population unter Behandlung mit Efgartigimodalfa subkutan (1A) und Efgartigimod alfa intravenös (1B) (Studie ARGX-113-2001)
A. Efgartigimod alfa subkutan
Baseline
B. Efgartigimod alfa intravenös
Baseline
Woche
AChR-Ab (nmol/l) Gesamt-IgG (mg/l) MG-ADL-Gesamtscore
Mittlere prozentuale Veränderung von Gesamt-IgG und AChR-Ab (± Standardfehler) Mittlere Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores (± Standardfehler)
In der Studie ARGX-113-1802 bei Patienten mit CIDP, die eine kontinuierliche, einmal wöchentliche
Anwendung von 1 000 mg Efgartigimod alfa subkutan erhielten, blieb die mittlere prozentuale
Veränderung des Gesamt-IgG-Spiegels gegenüber Baseline ab Woche 4 während des gesamten
Behandlungszeitraums erhalten (die mittlere prozentuale Verringerung gegenüber Baseline lagzwischen 66,8 und 71,6 %).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitGeneralisierte Myasthenia gravis
Intravenöse Darreichungsform
Die Wirksamkeit von Efgartigimod alfa zur Behandlung von Erwachsenen mit generalisierter
Myasthenia gravis (gMG) wurde in einer 26-wöchigen, multizentrischen, randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Studie (ARGX-113-1704) untersucht.
In dieser Studie mussten die Patienten beim Screening die folgenden Hauptkriterien erfüllen:
* Klasse II, III oder IV gemäß der Klassifikation der Myasthenia Gravis Foundation of America(MGFA);
* Patienten mit positiven oder negativen serologischen Tests auf Antikörper gegen AChR;
* Gesamtscore von ≥ 5 im MG-ADL (MG-Activities of Daily Living);
* Behandlung mit stabil eingestellten Dosen einer MG-Therapie vor dem Screening,einschließlich Acetylcholinesterase(AChE)-Hemmer, Steroiden oder einer nichtsteroidalenimmunsuppressiven Therapie (NSIST), entweder in Kombination oder als Monotherapie[NSISTs schlossen unter anderem Azathioprin, Methotrexat, Cyclosporin, Tacrolimus,
Mycophenolatmofetil und Cyclophosphamid ein];
* IgG-Werte von mindestens 6 g/l.
Patienten mit gMG der MGFA-Klasse V; Patienten mit dokumentiertem unzureichendem klinischem
Ansprechen auf PLEX, Patienten, die einen Monat vor Behandlungsbeginn mit PLEX, IVIg und sechs
Monate vor Behandlungsbeginn mit monoklonalen Antikörpern behandelt wurden, und Patienten mitaktiver (akuter oder chronischer) Hepatitis-B-Infektion, mit Hepatitis-C-Seropositivität oder mit
AIDS-Diagnose waren von der Teilnahme an den Studien ausgeschlossen.
Es wurden insgesamt 167 Patienten in die Studie aufgenommen und erhielten nach Randomisierungentweder Efgartigimod alfa intravenös (n = 84) oder Placebo (n = 83). Die Behandlungsgruppenwiesen ähnliche Baseline-Merkmale auf, einschließlich des medianen Alters bei der Diagnose[45 (19-81) Jahre], des Geschlechts [die meisten waren weiblich; 75 % (Efgartigimod alfa) vs. 66 %(Placebo)], der ethnischen Zugehörigkeit [die meisten Patienten waren weiß; 84,4 %] und desmedianen Zeitraums seit der Diagnose [8,2 Jahre (Efgartigimod alfa) und 6,9 Jahre (Placebo)].
Die meisten Patienten (77 % in jeder Gruppe) wurden positiv auf Antikörper gegen AChR (AChR-Ab)getestet, und 23 % der Patienten wurden negativ auf AChR-Ab getestet.
Während der Studie erhielten über 80 % der Patienten in jeder Gruppe AChE-Hemmer, über 70 % injeder Behandlungsgruppe erhielten Steroide und etwa 60 % in jeder Behandlungsgruppe erhielten einenichtsteroidale immunsuppressive Therapie (NSIST) in stabiler Dosierung. Zu Beginn der Studiehatten etwa 30 % der Patienten in jeder Behandlungsgruppe vorher noch keine NSIST erhalten.
Der mediane MG-ADL-Gesamtscore betrug in beiden Behandlungsgruppen 9,0, und der mediane
Quantitative Myasthenia Gravis(QMG)-Score betrug 17 in der mit Efgartigimod alfa behandelten
Gruppe und 16 in der Placebo-Gruppe.
Die Behandlung der Patienten mit Efgartigimod alfa intravenös erfolgte mit 10 mg/kg einmalwöchentlich über 4 Wochen und mit maximal 3 Behandlungszyklen.
Die Wirksamkeit von Efgartigimod alfa wurde anhand der Skala MG-ADL (Myasthenia Gravis-
Specific Activities of Daily Living) gemessen, mit der die Auswirkungen der gMG auf tägliche
Aktivitäten beurteilt wird. Der Gesamtscore liegt im Bereich von 0 bis 24, wobei höhere Werte einestärkere Beeinträchtigung bedeuten. In dieser Studie war ein MG-ADL-Responder ein Patient miteiner Verringerung des MG-ADL-Gesamtscores um ≥ 2 Punkte in mindestens 4 aufeinanderfolgenden
Wochen im Vergleich zum Wert zu Anfang des Behandlungszyklus, wobei die erste Verringerungnicht später als eine Woche nach der letzten Infusion des Zyklus festzustellen war.
Die Wirksamkeit von Efgartigimod alfa wurde auch anhand des QMG-Scores gemessen, einem
System zur Einstufung der Muskelschwäche mit einem möglichen Gesamtscore von 0 bis 39, bei demhöhere Scores eine stärkere Beeinträchtigung bedeuten. In dieser Studie war ein QMG-Responder ein
Patient mit einer Verringerung des QMG-Scores um ≥ 3 Punkte in mindestens 4 aufeinanderfolgenden
Wochen im Vergleich zum Wert zu Anfang des Behandlungszyklus, wobei die erste Verringerungnicht später als eine Woche nach der letzten Infusion des Zyklus festzustellen war.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Vergleich des Prozentsatzes der MG-ADL-Responderwährend des ersten Behandlungszyklus (C1) zwischen den Behandlungsgruppen in der Population der
AChR-Ab-seropositiven Patienten.
Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war der Vergleich des Prozentsatzes der QMG-Responderwährend C1 zwischen beiden Behandlungsgruppen bei den AChR-Ab-seropositiven Patienten.
Tabelle 2. MG-ADL- und QMG-Responder in Zyklus 1 in der Population der AChR-Ab-seropositiven Patienten (mITT-Analysegruppe)
Population Efgartigimod alfa Placebo P-Wert Differenzn/N (%) n/N (%) Efgartigimod alfa -
Placebo (95 %-KI)
MG-ADL AChR-Ab-seropositiv 44/65 (67,7) 19/64 (29,7) < 0,0001 38,0 (22,1; 54,0)
QMG AChR-Ab-seropositiv 41/65 (63,1) 9/64 (14,1) < 0,0001 49,0 (34,5; 63,5)
AChR-Ab = Anti-Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper; MG-ADL = Myasthenia Gravis Activities of Daily Living(Fragebogen zur Beurteilung der MG-Krankheitsaktivität); QMG = Quantitative Myasthenia Gravis (Fragebogenzur Bestimmung eines Quantitativen Myasthenia Gravis-Score); mITT = modifizierte Intent-to-treat-Gruppe;n = Anzahl der Patienten, bei denen die jeweilige Beobachtung gemacht wurde; N = Anzahl der Patienten in der
Analysegruppe; KI = Konfidenzintervall;
Logistische Regression, stratifiziert nach AChR-Ab-Status (sofern zutreffend), Japanisch/Nicht-Japanisch und
Standardbehandlung, mit MG-ADL-/QMG-Baseline-Score als Kovariate
Zweiseitiger exakter p-Wert
Analysen zeigen, dass die MG-ADL-Responderraten während des zweiten Behandlungszyklus ähnlichwaren wie im ersten Behandlungszyklus (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3. MG-ADL- und QMG-Responder in Zyklus 2 in der Population der AChR-Ab-seropositiven Patienten (mITT-Analysegruppe)
Population Efgartigimod alfa Placebon/N (%) n/N (%)
MG-ADL AChR-Ab-seropositiv 36/51 (70,6) 11/43 (25,6)
QMG AChR-Ab-seropositiv 24/51 (47,1) 5/43 (11,6)
AChR-Ab = Anti-Acetylcholin Rezeptor-Antikörper; MG-ADL = Myasthenia Gravis Activities of Daily Living(Fragebogen zur Beurteilung der MG-Krankheitsaktivität); QMG = Quantitative Myasthenia Gravis (Fragebogenzur Bestimmung eines Quantitativen Myasthenia Gravis-Score); mITT = modifizierte Intent-to-treat-Gruppe;n = Anzahl der Patienten, bei denen die jeweilige Beobachtung gemacht wurde; N = Anzahl der Patienten in der
Analysegruppe.
Exploratorische Daten zeigen, dass bei 37/44 (84 %) der mit Efgartigimod alfa intravenös behandelten
Patienten der AChR-Ab-seropositiven MG-ADL-Responder ein Ansprechen innerhalb von 2 Wochennach der ersten Infusion beobachtet wurde.
In der doppelblinden, placebokontrollierten Studie (ARGX-113-1704) war der frühestmögliche
Zeitpunkt für den Beginn des nachfolgenden Behandlungszyklus 8 Wochen nach der ersten Infusionim ersten Behandlungszyklus. In der Gesamtpopulation betrug die mittlere Zeit bis zum zweiten
Behandlungszyklus in der mit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Gruppe 13 Wochen(Standardabweichung 5,5 Wochen) und die mediane Zeit 10 Wochen (8-26 Wochen) ab der ersten
Infusion im ersten Behandlungszyklus. In der Open-Label-Verlängerungsstudie (ARGX-113-1705)war der frühestmögliche Zeitpunkt des Beginns der nachfolgenden Behandlungszyklen 7 Wochen.
Bei Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, betrug die Dauer der klinischen Besserung bei5/44 Patienten (11 %) 5 Wochen, bei 14/44 Patienten (32 %) 6-7 Wochen, bei 10/44 Patienten (23 %)8-11 Wochen und bei 15/44 Patienten (34 %) 12 Wochen oder mehr.
Subkutane Darreichungsform
Es wurde eine 10-wöchige, randomisierte, offene, multizentrische Parallelgruppenstudie(ARGX-113-2001) bei erwachsenen Patienten mit gMG durchgeführt, um die Nichtunterlegenheit derpharmakodynamischen Wirkung von Efgartigimod alfa subkutan im Vergleich zu Efgartigimod alfaintravenös zu bewerten. Die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien waren dieselben wie in der
Studie ARGX-113-1704.
Es wurden insgesamt 110 Patienten randomisiert und erhielten über 4 Wochen einen Zyklus miteinmal wöchentlicher Verabreichung von entweder 1 000 mg Efgartigimod alfa subkutan (n = 55) oder10 mg/kg Efgartigimod alfa intravenös (n = 55). Die meisten Patienten waren positiv auf Antikörpergegen AChR (AChR-Ab): 45 Patienten (82 %) in der mit Efgartigimod alfa subkutan behandelten
Gruppe und 46 Patienten (84 %) in der mit Efgartigimod alfa intravenös behandelten Gruppe.
Alle Patienten erhielten vor dem Screening stabile Dosen einer MG-Therapie, die AChE-Hemmer,
Steroide oder NSIST, entweder in Kombination oder als Monotherapie, umfasste.
Die Baseline-Merkmale in den Behandlungsgruppen waren vergleichbar.
Während der Studie erhielten über 80 % der Patienten in jeder Gruppe AChE-Hemmer, über 60 %der Patienten in jeder Gruppe erhielten Steroide und etwa 40 % in jeder Behandlungsgruppe erhielten
NSIST in stabilen Dosen. Bei der Aufnahme in die Studie hatten etwa 56 % der Patienten in jeder
Behandlungsgruppe zuvor noch keine NSIST erhalten.
Der primäre Endpunkt war der Vergleich der prozentualen Verringerung der IgG-Gesamtspiegelgegenüber dem Baseline-Wert an Tag 29 zwischen den Behandlungsgruppen in der Gesamtpopulation.
Die Ergebnisse in der AChR-Ab-seropositiven Population zeigen, dass Efgartigimod alfa subkutangegenüber Efgartigimod alfa intravenös nicht unterlegen ist (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4. ANCOVA der prozentualen Veränderung des IgG-Gesamtspiegels gegenüber
Baseline an Tag 29 in der AChR-Ab-seropositiven Population(mITT-Analysegruppe)
Efgartigimod alfa s.c. Efgartigimod alfa i.v. Differenz
Efgartigimod alfa s.c. -
Efgartigimod alfa i.v.
N LS- 95 %-KI N LS- 95 %-KI Differenz der 95 %-KI p-Wert
Mittelwert Mittelwert LS-Mittelwerte41 -66,9 -69,78; -64,02 43 -62,4 -65,22; -59,59 -4,5 -8,53; -0,46 < 0,0001
AChR-Ab = Anti-Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper; ANCOVA = Kovarianzanalyse; KI = Konfidenzintervall;s.c. = subkutan; i.v. = intravenös; LS = Least Squares (Kleinstquadrate); mITT = modifizierte Intent-to-treat-
Analysegruppe; N = Anzahl der mittels ANCOVA analysierten Patienten
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren Vergleiche des Prozentsatzes der MG-ADL- und
QMG-Responder, wie in der Studie ARGX-113-1704 definiert, zwischen beiden Behandlungsgruppen.
Die Ergebnisse in der AChR-Ab-seropositiven Population sind in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5. MG-ADL- und QMG-Responder an Tag 29 in der AChR-Ab-seropositiven
Population (mITT-Analysegruppe)
Efgartigimod alfa s.c. Efgartigimod alfa i.v. Differenzn/N (%) n/N (%) Efgartigimod alfa s.c.-
Efgartigimod alfa i.v. (95 %-KI)
MG-ADL 32/45 (71,1) 33/46 (71,7) -0,6 (-19,2 bis 17,9)
QMG 31/45 (68,9) 24/45 (53,3) 15,6 (-4,3 bis 35,4)
AChR-Ab = Anti-Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper; MG-ADL = Myasthenia Gravis Activities of Daily Living(Fragebogen zur Beurteilung der MG-Krankheitsaktivität); QMG = Quantitative Myasthenia Gravis (Fragebogenzur Bestimmung eines Quantitativen Myasthenia Gravis-Scores); s.c. = subkutan; i.v. = intravenös;mITT = modifizierte Intent-to-treat-Analysegruppe; n = Anzahl der Patienten, bei denen die jeweilige
Beobachtung gemacht wurde; N = Anzahl der Patienten in der Analysegruppe; KI = Konfidenzintervall
Exploratorische Daten zeigen, dass unter den AChR‑Ab-seropositiven MG-ADL-Respondern bei28/32 Patienten (88 %), die mit Efgartigimod alfa subkutan behandelt wurden, und bei 27/33 Patienten(82 %), die mit Efgartigimod alfa intravenös behandelt wurden, innerhalb von 2 Wochen nach derersten Verabreichung ein Ansprechen erfolgte.
Chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie
Die Wirksamkeit von Efgartigimod alfa subkutan zur Behandlung von Erwachsenen mit CIDP wurdein der prospektiven, multizentrischen Studie ARGX-113-1802 untersucht, die in 2 Behandlungsphasendurchgeführt wurde: eine offene Phase A und eine doppelblinde, placebokontrollierte Phase B mitrandomisiertem Absetzen.
Die Patienten hatten in den letzten 6 Monaten vor Studienaufnahme entweder eine CIDP-Behandlungerhalten oder nicht. Diejenigen, die zuvor eine CIDP-Behandlung erhalten hatten, sowie diejenigen,die keine CIDP-Behandlung erhalten hatten und bei denen keine Hinweise auf eine kürzlicheingetretene Verschlechterung der CIDP vorlagen, traten in eine behandlungsfreie Vorlaufphase ein.
Patienten, bei denen Hinweise auf eine klinisch bedeutsame Verschlechterung vorlagen, nahmenanschließend an Phase A der Studie teil. Diejenigen Patienten ohne CIDP-Behandlung, bei denen vorkurzem eine Verschlechterung der CIDP nachgewiesen wurde, ließen die Vorlaufphase aus und tratendirekt in Phase A ein.
Insgesamt wurden 322 Patienten in Phase A aufgenommen. Die Patienten erhielten bis zu 12 einmalwöchentliche Injektionen von Efgartigimod alfa subkutan in einer Dosierung von 1 000 mg, bis bei2 aufeinanderfolgenden Studienbesuchsterminen eine bestätigte klinische Verbesserung (ECI,evidence of clinical improvement) festgestellt wurde. Anschließend traten die Patienten mit bestätigter
ECI in Phase B der Studie ein und erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder wöchentlich
Efgartigimod alfa subkutan (111 Patienten) oder Placebo (110 Patienten). Eine ECI war definiert alsklinische Verbesserung auf der Skala Adjusted Inflammatory Neuropathy Cause and Treatment(aINCAT) oder als Verbesserung auf der Inflammatory Rasch-built Overall Disability Scale(I-RODS)/Grip Strength bei Patienten, die sich vor Phase A nur auf diesen Skalen verschlechterthatten.
In Phase A hatten die Patienten ein medianes Alter von 54 Jahren (Bereich: 20 bis 82 Jahre), einenmedianen Zeitraum seit der CIDP-Diagnose von 2,8 Jahren und einen medianen INCAT-Score von4,0. 65 Prozent waren männlich und 66 % waren weiß. In Phase B hatten die Patienten ein medianes
Alter von 55 Jahren (Bereich: 20 bis 82 Jahre), einen medianen Zeitraum seit der CIDP-Diagnose von2,2 Jahren und einen medianen INCAT-Score von 3,0. 64 Prozent waren männlich und 65 % warenweiß. Die Merkmale bei Baseline in Phase B waren zwischen den Behandlungsgruppen ähnlich.
In Phase A war der primäre Endpunkt der Prozentsatz der Responder, d. h. der Patienten, die einebestätigte ECI erreichten. Der primäre Endpunkt wurde bei 66,5 % der Patienten erreicht; weitere
Einzelheiten sind in Tabelle 6 aufgeführt.
Ein sekundärer Endpunkt in Phase A war die Zeit bis zur ersten bestätigten ECI. Woche 4 war derfrüheste Zeitpunkt, zu dem die Kriterien für eine ECI erfüllt werden konnten. Zu diesem Zeitpunkterreichten bis zu 40 % der Patienten eine ECI. Auf der Grundlage einer zusätzlichen, vorabfestgelegten Analyse zeigten 25 % der Patienten nach 9 Tagen eine klinisch relevante Verbesserungbei mindestens einem der 3 Parameter (aINCAT, I-RODS oder Grip Strength).
Die Mehrzahl der Patienten erreichte eine bestätigte ECI in allen vorherigen CIDP-Medikationsgruppen.
Tabelle 6. Nachweis der klinischen Verbesserung bei Patienten mit CIDP in Phase A der
Studie ARGX-113-1802
Phase A
ECI-Responder und Zeit bis zur ersten bestätigten ECI Efgartigimod alfa s.c.
(N = 322)
ECI-Responder (Patienten mit bestätigter klinischer Verbesserung) 214/322 (66,5 %)n/N (%) (95 %-KI) (61,0; 71,6)
Zeit bis zur ersten bestätigten ECI in Tagen 43,0
Median (95 %-KI) (31,0; 51,0)n = Anzahl der Patienten, für die die Beobachtung gemeldet wurde; N = Anzahl der Patienten in der
Analysegruppe
In Phase B war der primäre Endpunkt definiert als die Zeit bis zum Auftreten des ersten Nachweiseseiner klinischen Verschlechterung (ein Anstieg des aINCAT-Wertes um 1 Punkt im Vergleich zu
Baseline von Phase B, der bei einem nachfolgenden Besuchstermin nach dem ersten Anstieg desaINCAT-Wertes um 1 Punkt bestätigt wurde, oder ein Anstieg des aINCAT-Wertes um ≥ 2 Punkte im
Vergleich zu Baseline von Phase B). Patienten, die Efgartigimod alfa subkutan erhielten, blieben im
Vergleich zu Patienten, die Placebo erhielten, signifikant länger rezidivfrei (d. h. ohne klinische
Verschlechterung), was durch eine Hazard Ratio von 0,394 [95 %-KI (0,253; 0,614)] belegt wurde.
Bei 31/111 Patienten (27,9 %), die in Phase B der Studie Efgartigimod alfa subkutan erhielten, kam eszu einem Rezidiv, verglichen mit 59/110 Patienten (53,6 %), die Placebo erhielten. Die Ergebnissesind in Tabelle 7 und Abbildung 2 dargestellt.
Tabelle 7. Erster Nachweis der klinischen Verschlechterung bei Patienten mit CIDP in Phase Bder Studie ARGX-113-1802
Phase B
Zeit bis zum 1. aINCAT-Anstieg
Efgartigimod alfa s.c. Placebo(klinische Verschlechterung)(N = 111) (N = 110)0,394 (0,253; 0,614)
Hazard Ratio (95 %-KI)p-Wert < 0,0001
Mediane Zeit in Tagen (95 %-KI) NC (NC; NC) 140,0 (75,0; NC)
NC = nicht berechnet; N = Anzahl der Patienten in der Analysegruppe; aINCAT = adjusted Inflammatory
Neuropathy Cause and Treatment
Abbildung 2. Zeit bis zur ersten aINCAT-Verschlechterung (Kaplan-Meier-Kurve) bei
Patienten mit CIDP in Phase B der Studie ARGX-113-1802
EFG s.c. Placebo1,00 EFG s.c. vs. Placebo
HR 0,39 (95-%-KI 0,25; 0,61); p = < 0,00010,750,500,250,00
Zeit (Wochen)
Anzahl der Teilnehmer unter Risiko
EFG s.c.
Placebo
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Vyvgart eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung von Myasthenia gravis gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendungbei Kindern und Jugendlichen).
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Vyvgart eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in CIDP gewährt (siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Basierend auf der Populations-PK-Datenanalyse beträgt die geschätzte Bioverfügbarkeit bei
Anwendung von Efgartigimod alfa 1 000 mg subkutan 77 %.
Der mittlere Ctrough-Wert nach 4 einmal wöchentlichen Anwendungen von Efgartigimod alfa 1 000 mgsubkutan und Efgartigimod alfa 10 mg/kg intravenös betrug 22,0 µg/ml (37 % VK) bzw. 14,9 µg/ml(43 % VK). Die AUC0-168Std. von Efgartigimod alfa nach Anwendung eines Behandlungszyklus mit1 000 mg subkutan und 10 mg/kg intravenös waren vergleichbar.
Bei Patienten, die eine kontinuierliche subkutane Anwendung von 1 000 mg Efgartigimod alfa einmalwöchentlich erhielten, lag der mittlere Ctrough-Wert zwischen 14,9 und 20,1 µg/ml.
VerteilungBasierend auf der Populations-PK-Datenanalyse bei gesunden Probanden und Patienten beträgt das
Verteilungsvolumen 18 l.
Wahrscheinlichkeit keiner adjustierten
INCAT-Verschlechterung
BiotransformationEfgartigimod alfa wird voraussichtlich durch proteolytische Enzyme in kleine Peptide und
Aminosäuren abgebaut.
EliminationDie terminale Halbwertszeit beträgt 80 bis 120 Stunden (3 bis 5 Tage). Basierend auf der Populations-
PK-Datenanalyse beträgt die Clearance 0,128 l/h. Die Molekülmasse von Efgartigimod alfa beträgtungefähr 54 kDa, was im Grenzbereich der renalen Filtration von Molekülen liegt.
Linearität/Nicht-LinearitätDas pharmakokinetische Profil von Efgartigimod alfa ist linear, dosis- oder zeitunabhängig, mitminimaler Akkumulation.
Besondere PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Efgartigimod alfa wurde durch Alter (19-84 Jahre), Geschlecht, Ethnie und
Körpergewicht nicht beeinflusst.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine speziellen pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungdurchgeführt.
Die Untersuchung des Einflusses der mithilfe von Nierenfunktionsmarkern geschätztenglomerulären Filtrationsrate [eGFR] als Kovariate in einer populationspharmakokinetischen
Analyse ergab bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (eGFR 60-89 ml/min/1,73 m2) einen
Anstieg der Exposition (11 % zu 21 %). Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung wird keinespezifische Dosisanpassung empfohlen.
Es liegen keine ausreichenden Daten zu den Auswirkungen einer mäßig eingeschränkten
Nierenfunktion (eGFR 30-59 ml/min/1,73 m2) und einer schweren Nierenfunktionsstörung(eGFR < 30 ml/min/1,73 m2) auf die pharmakokinetischen Parameter von Efgartigimod alfa vor.
LeberfunktionsstörungEs wurden keine spezielle pharmakokinetische Studie bei Patienten mit Leberfunktionsstörungdurchgeführt.
Die Untersuchung des Einflusses von Leberfunktionsmarkern als Kovariate in einerpopulationspharmakokinetischen Analyse ergab keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von
Efgartigimod alfa.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie und Toxizität beiwiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den
Menschen erkennen.
In Reproduktionsstudien an Ratten und Kaninchen führte die intravenöse Verabreichung von
Efgartigimod alfa in Dosierungen bis zum 11-Fachen (Ratten) bzw. 56-Fachen (Kaninchen) der
Exposition des Menschen gegenüber 10 mg/kg basierend auf der AUC (area under the curve) wederzu unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität und Trächtigkeit noch wurden teratogene Wirkungenfestgestellt.
Karzinogenität und GenotoxizitätEs wurden keine Studien zur Beurteilung des karzinogenen und genotoxischen Potenzials von
Efgartigimod alfa durchgeführt.
Hyaluronidase kommt in den meisten Geweben des menschlichen Körpers vor. Basierend auf denkonventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, einschließlich sicherheitsbezogenerpharmakologischer Endpunkte, lassen die präklinischen Daten für Vorhyaluronidase alfa keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Reproduktionstoxikologische Studien mit
Vorhyaluronidase alfa zeigten bei Mäusen bei hoher systemischer Exposition embryofetale
Toxizität, jedoch kein teratogenes Potenzial.
Vorhyaluronidase alfa
Argininhydrochlorid
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
Methionin
Polysorbat 80 (E433)
Natriumchlorid
SaccharoseWasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
2 Jahre
Patienten können die ungeöffnete Fertigspritze bei Raumtemperatur in der Originalverpackung bei biszu 30 °C für einen Zeitraum von bis zu 1 Monat nach Entnahme aus dem Kühlschrank oder bis zum
Verfallsdatum aufbewahren, je nachdem, was zuerst eintritt.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenndie gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die
Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
5 ml Lösung in einer Fertigspritze (Typ-I-Glas) zur einmaligen Anwendung mit Gummistopfen und
Gummikappe für die Spitze.
Packungsgröße:
1 Fertigspritze.
4 Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
zur Handhabung
Vyvgart liegt als gebrauchsfertige Lösung in einer Fertigspritze zur einmaligen Anwendung vor. Das
Arzneimittel muss nicht verdünnt werden.
Per Sichtprüfung kontrollieren, ob der Inhalt der Fertigspritze eine gelbliche, klare bis opaleszierende
Färbung hat und frei von Partikeln ist. Wenn sichtbare Partikel vorhanden sind, darf die Fertigspritzenicht verwendet werden.
Nach der Entnahme der Fertigspritze aus dem Kühlschrank mindestens 30 Minuten warten, bevor die
Injektion durchgeführt wird, damit die Lösung Raumtemperatur annehmen kann (siehe Abschnitt 4.2).
Nach der Vorbereitung zur Injektion sollte sie sofort angewendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
argenx BV
Industriepark-Zwijnaarde 79052 Gent
Belgien
EU/1/22/1674/003
EU/1/22/1674/004
DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 10. August 2022
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.