Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels VYNDAQEL 61mg weichkapseln
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Vyndaqel 61 mg Weichkapseln
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Weichkapsel enthält 61 mg mikronisiertes Tafamidis.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Weichkapsel enthält nicht mehr als 44 mg Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Weichkapsel.
Rötlich-braune, opake, längliche (etwa 21 mm) Kapsel mit dem Aufdruck 'VYN 61“ in Weiß.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Vyndaqel ist indiziert zur Behandlung der Wildtyp- oder hereditären Transthyretin-Amyloidose beierwachsenen Patienten mit Kardiomyopathie (ATTR-CM).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte unter der Kontrolle eines in der Behandlung von Patienten mit Amyloidose oder
Kardiomyopathie erfahrenen Arztes begonnen werden.
Wenn bei Patienten mit einer bestimmten Anamnese oder Anzeichen für Herzinsuffizienz oder
Kardiomyopathie ein Verdacht besteht, muss ein mit der Behandlung von Amyloidose oder
Kardiomyopathie erfahrener Arzt eine ätiologische Diagnose durchführen, um ATTR-CM zubestätigen und eine AL-Amyloidose auszuschließen, bevor die Behandlung mit Tafamidis eingeleitetwird. Hierfür eignen sich die folgenden Untersuchungsverfahren: Knochenszintigrafie und Blut-/ Urin-
Untersuchung und/ oder histologische Untersuchung einer Biopsie und Genotypisierung des
Transthyretin (TTR), um es als Wildtyp oder hereditär zu charakterisieren.
DosierungDie empfohlene Dosierung beträgt eine Kapsel Vyndaqel 61 mg (Tafamidis) einmal täglich per os(siehe Abschnitt 5.1).
Vyndaqel 61 mg (Tafamidis) entspricht 80 mg Tafamidis-Meglumin. Tafamidis und Tafamidis-
Meglumin sind auf Basis der mg-Angabe nicht gegeneinander austauschbar (siehe Abschnitt 5.2).
Die Behandlung mit Vyndaqel sollte so früh wie möglich im Verlauf der Erkrankung begonnenwerden, wenn der klinische Nutzen in Bezug auf den Krankheitsfortschritt deutlicher ist. Im Gegensatzdazu liegt die Entscheidung über die Einleitung oder Fortsetzung einer Therapie bei einer weiterfortgeschrittenen Amyloid-bedingten Herzschädigung, z. B. der NYHA-Klasse III, im Ermessen einesin der Behandlung von Patienten mit Amyloidose oder Kardiomyopathie erfahrenen Arztes (siehe
Abschnitt 5.1). Für Patienten mit NYHA-Klasse IV liegen begrenzte klinische Daten vor.
Wenn es nach der Einnahme zu Erbrechen kommt und die intakte Vyndaqel-Kapsel gefunden wird,sollte, sofern möglich, eine zusätzliche Dosis Vyndaqel eingenommen werden. Wenn keine Kapselgefunden wird, ist keine zusätzliche Dosis notwendig, und die Einnahme von Vyndaqel kann am
Folgetag wie gewohnt fortgesetzt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder leichter bis mäßiger Einschränkung der
Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen begrenzte Daten zu Patienten mitstarker Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) vor. Tafamidis wurdenicht an Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion untersucht, so dass bei diesen
Patienten Vorsicht geboten ist (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Tafamidis bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Weichkapseln müssen im Ganzen geschluckt und dürfen nicht zerdrückt oder durchgeschnittenwerden. Vyndaqel kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Tafamidis und bis 1 Monat nach
Ende der Behandlung mit Tafamidis eine adäquate Kontrazeption vornehmen (siehe Abschnitt 4.6).
Tafamidis sollte zu der Standardtherapie zur Behandlung von Patienten mit Transthyretin-Amyloidosehinzugefügt werden. Die Ärzte sollten die Patienten überwachen und die Notwendigkeit anderer
Therapien im Rahmen dieser Standardtherapie fortwährend beurteilen, einschließlich der
Notwendigkeit einer Organtransplantation. Da keine Daten zur Anwendung von Tafamidis bei
Patienten nach Organtransplantation vorliegen, sollte Tafamidis bei Patienten, die eine
Organtransplantation erhalten, abgesetzt werden.
Ein Anstieg in Leberfunktionstests und eine Verringerung von Thyroxin können auftreten (siehe
Abschnitt 4.5 und 4.8).
Dieses Arzneimittel enthält nicht mehr als 44 mg Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420) pro Kapsel. Sorbitol isteine Quelle für Fructose.
Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) -haltiger Arzneimittel unddie Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.
Der Sorbitolgehalt oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeit von anderen gleichzeitigoral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
In einer klinischen Studie an gesunden Probanden bewirkten 20 mg Tafamidis-Meglumin keine
Induktion oder Inhibition des Cytochrom-P450-Enzyms CYP3A4.
Tafamidis hemmt in vitro den Efflux-Transporter BCRP (Brustkrebs-Resistenz-Protein, engl. 'Breast-
Cancer-Resistant-Protein“) mit einer IC50 = 1,16 µm und könnte in klinischen relevanten
Konzentrationen zu Arzneimittelinteraktionen mit Substraten dieses Transporters (z. B. Methotrexat,
Rosuvastatin, Imatinib) führen. In einer klinischen Studie an gesunden Teilnehmern erhöhte sich die
Exposition gegenüber dem BCRP-Substrat Rosuvastatin nach mehreren Einnahmen von 61 mg
Tafamidis täglich um das etwa 2-Fache.
In ähnlicher Weise hemmt Tafamidis die Aufnahmetransporter OAT1 und OAT3 (organische
Anionen-Transporter) mit einer IC50 = 2,9 µm bzw. IC50 = 2,36 µm und könnte in klinisch relevanten
Konzentrationen zu Arzneimittelinteraktionen mit Substraten dieser Transporter (z. B. nicht-steroidale
Entzündungshemmer, Bumetanid, Furosemid, Lamivudin, Methotrexat, Oseltamivir, Tenofovir,
Ganciclovir, Adefovir, Cidofovir, Zidovudin, Zalcitabin) führen. Basierend auf In-vitro-Daten wurdeermittelt, dass die prognostizierten maximalen Veränderungen der AUC von Substraten der OAT1 und
OAT3 bei der Dosis von 61 mg Tafamidis unter 1,25 liegen. Daher wird nicht davon ausgegangen,dass eine Hemmung von OAT1- oder OAT3-Transportern durch Tafamidis zu klinisch signifikanten
Wechselwirkungen führt.
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt, die die Wirkung anderer Arzneimittel auf
Tafamidis untersuchten.
Anomalien in Labortests
Tafamidis kann die Serumkonzentrationen des Gesamt-Thyroxins verringern, ohne gleichzeitige
Veränderung des freien Thyroxins (T4) oder des Thyreotropins (Thyroid Stimulating Hormone, TSH).
Diese Beobachtung hinsichtlich der Gesamt-Thyroxin-Werte ist wahrscheinlich das Ergebnis einerreduzierten Bindung von Thyroxin an oder dessen Verdrängung von TTR aufgrund der hohen
Bindungsaffinität von Tafamidis an den TTR-Thyroxin-Rezeptor. Es wurden keine entsprechendenklinischen Befunde beobachtet, die mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung im Einklang stehen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterFrauen im gebärfähigen Alter müssen wegen der langen Halbwertszeit während der Behandlung mit
Tafamidis und nach Behandlungsende noch für 1 Monat kontrazeptive Maßnahmen durchführen.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Tafamidis bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Entwicklungstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Die
Anwendung von Tafamidis während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, dienicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitDie zur Verfügung stehenden Daten bei Tieren zeigten, dass Tafamidis in die Milch übergeht. Ein
Risiko für das Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Tafamidis soll während der
Stillzeit nicht angewendet werden.
FertilitätIn nicht klinischen Studien wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität beobachtet (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAuf der Grundlage des pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Profils von Tafamidis wirdkein oder ein zu vernachlässigender Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen angenommen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheitsdaten spiegeln die Exposition von 176 Patienten mit ATTR-CM gegenüber 80 mg(Gabe als 4 x 20 mg) Tafamidis-Meglumin wider, das in einer 30-monatigen placebokontrollierten
Studie täglich verabreicht wurde (siehe Abschnitt 5.1).
Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen bei Patienten, die mit 80 mg Tafamidis-Megluminbehandelt wurden, war im Allgemeinen ähnlich und mit Placebo vergleichbar.
Die folgenden unerwünschten Ereignisse wurden im Vergleich zu Placebo häufiger bei Patienten, diemit 80 mg Tafamidis-Meglumin behandelt wurden, berichtet: Flatulenz (8 Patienten [4,5 %]gegenüber 3 Patienten [1,7 %]) und Anstieg im Leberfunktionstest (6 Patienten [3,4 %] gegenüber 2
Patienten [1,1 %]). Ein kausaler Zusammenhang wurde nicht festgestellt.
Es sind Sicherheitsdaten für 61 mg Tafamidis aus einer offenen Langzeitverlängerungsstudieverfügbar.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind im Folgenden nach MedDRA-Systemorganklassen (SOC) und
Häufigkeitskategorien nach folgender Konvention aufgeführt: Sehr häufig ( 1/10), häufig ( 1/100bis < 1/10) und gelegentlich ( 1/1.000 bis < 1/100). Innerhalb der Häufigkeitskategorie sind die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. In der nachstehenden Tabelle sind
Nebenwirkungen aus kumulativen klinischen Daten von ATTR-CM Patienten aufgeführt.
Systemorganklasse Häufig
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Diarrhoe
Erkrankungen der Haut und des Hautausschlag
Unterhautgewebes Pruritus
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeEs liegen nur minimale klinische Erfahrungen mit Überdosierungen vor. Während klinischer
Prüfungen nahmen zwei Patienten mit der Diagnose ATTR-CM versehentlich eine Einzeldosis von160 mg Tafamidis-Meglumin ein, ohne dass in diesem Zusammenhang unerwünschte Ereignisseauftraten. Die höchste an gesunde Probanden in einer klinischen Prüfung verabreichte Dosis betrug480 mg Tafamidis-Meglumin als Einzeldosis. Bei dieser Dosis gab es ein gemeldetesbehandlungsbedingtes unerwünschtes Ereignis, und zwar ein leichtes Hordeolum.
BehandlungIm Fall einer Überdosierung sind je nach Bedarf unterstützende Standardmaßnahmen anzuwenden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem, ATC-Code: N07XX08
WirkmechanismusTafamidis ist ein selektiver Stabilisator von TTR. Tafamidis bindet an den Thyroxin-Bindungsstellendes TTR, stabilisiert so das Tetramer und verlangsamt die Spaltung in Monomere, dengeschwindigkeitsbestimmenden Schritt im amyloidogenen Prozess.
Pharmakodynamische WirkungenDie Transthyretin-Amyloidose ist eine stark beeinträchtigende Erkrankung, die durch die
Anreicherung verschiedener nicht löslicher fibrillärer Proteine, bzw. von Amyloid, in den Gewebenverursacht wird, und zwar in Mengen, die ausreichen, um die normale Funktion zu beeinträchtigen.
Die Spaltung des Transthyretin-Tetramers in Monomere ist der geschwindigkeitsbestimmende Schrittin der Pathogenese der Transthyretin-Amyloidose. Die gefalteten Monomere durchlaufen eine partielle
Denaturierung, wodurch alternativ gefaltete monomere amyloidogene Zwischenprodukte gebildetwerden. Diese setzen sich dann fehlerhaft in lösliche Oligomere, Profilamente, Filamente und
Amyloidfibrillen zusammen. Tafamidis bindet mit negativer Kooperativität an die beiden
Thyroxin-Bindungsstellen der nativen tetrameren Form von Transthyretin und verhindert so die
Aufspaltung in Monomere. Die Hemmung der Spaltung des TTR-Tetramers bildet die Grundlage fürdie Anwendung von Tafamidis bei Patienten mit ATTR-CM.
Ein TTR-Stabilisierungs-Assay wurde als pharmakodynamischer Marker verwendet und untersuchtedie Stabilität des TTR-Tetramers.
Tafamidis stabilisierte sowohl das Wildtyp-TTR-Tetramer als auch die Tetramere von 14 TTR-
Varianten, die nach einmal täglicher Dosisgabe von Tafamidis klinisch getestet wurden. Tafamidisstabilisierte außerdem das TTR-Tetramer für 25 ex vivo getestete Varianten, wodurch eine TTR-
Stabilisierung von 40 amyloidogenen TTR-Genotypen gezeigt wurde.
In einer multizentrischen, internationalen, doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Studie(siehe Abschnitt zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit) wurde in Monat 1 eine TTR-
Stabilisierung festgestellt, die bis Monat 30 aufrechterhalten wurde.
Die Ergebnisse für mit Herzinsuffizienz assoziierte Biomarker (NT-proBNP und Troponin I) fielenzugunsten von Vyndaqel im Vergleich zu Placebo aus.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit wurde in einer multizentrischen, internationalen, doppelblinden,placebokontrollierten, randomisierten, 3-armigen Studie bei 441 Patienten mit Wildtyp- oderhereditärer ATTR-CM nachgewiesen.
Die Patienten wurden entweder zu einmal täglich Tafamidis-Meglumin 20 mg (n = 88) oder 80 mg(verabreicht als vier 20-mg-Tafamidis-Meglumin-Kapseln, n = 176) oder zu einem identischen
Placebo (n = 177) randomisiert, zusätzlich zur Standardtherapie (z. B. Diuretika), über einen Zeitraumvon 30 Monaten. Die Behandlungszuweisung wurde nach Vorliegen oder Nichtvorliegen eineshereditären TTR-Genotyps sowie nach Schwere der Erkrankung bei Baseline (NYHA-Klasse)stratifiziert. Tabelle 1 beschreibt die demografischen Patientendaten und die Merkmale bei Baseline.
Tabelle 1: Demografische Patientendaten und Merkmale bei Baseline
Merkmal Gepooltes Tafamidis Placebon = 264 n = 177
Alter — Jahr
Mittelwert 74,5 (7,2) 74,1 (6,7)(Standardabweichung)
Median (Minimum, Maximum) 75 (46, 88) 74 (51,89)
Geschlecht — Anzahl (%)
Männlich 241 (91,3) 157 (88,7)
Weiblich 23 (8,7) 20 (11,3)
TTR-Genotyp — Anzahl (%)
ATTRm 63 (23,9) 43 (24,3)
ATTRwt 201 (76,1) 134 (75,7)
NYHA-Klasse — Anzahl (%)
NYHA-Klasse I 24 (9,1) 13 (7,3)
NYHA-Klasse II 162 (61,4) 101 (57,1)
NYHA-Klasse III 78 (29,5) 63 (35,6)
Abkürzungen: ATTRm = hereditäres Transthyretin-Amyloid, ATTRwt = Wildtyp-Transthyretin-Amyloid, NYHA = New York Heart
Association.
Bei der primären Analyse wurde eine hierarchische Kombination unter Anwendung der Finkelstein-
Schoenfeld-Methode (F-S) auf die Gesamtmortalität und die Häufigkeit der kardiovaskulär bedingten
Hospitalisierungen, definiert als die Anzahl der Fälle, in denen ein Patient aufgrund kardiovaskulärbedingter Morbidität ins Krankenhaus eingewiesen wird, verwendet. Die Methode verglich jeden
Patienten mit jedem anderen Patienten in jedem Stratum; dabei wurde paarweise auf hierarchische
Weise vorgegangen, wobei zuerst die Gesamtmortalität gefolgt von der Häufigkeit der kardiovaskulärbedingten Hospitalisierungen, wenn eine Differenzierung der Patienten basierend auf der Mortalitätnicht möglich war, herangezogen wurde.
Bei dieser Analyse wurde in der Gruppe mit der gepoolten Tafamidis-Dosis von 20 mg und 80 mg im
Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduzierung (p = 0,0006) der Gesamtmortalität und der
Häufigkeit kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen gezeigt (Tabelle 2).
Tabelle 2: Primäranalyse der Gesamtmortalität und der Häufigkeit kardiovaskulär bedingter
Hospitalisierungen mittels Finkelstein-Schoenfeld (F-S)-Methode
Primäranalyse Gepooltes Placebo
Tafamidis n = 177n = 264
Anzahl (%) der Patienten, die in Monat 30 noch lebten* 186 (70,5) 101 (57,1)
Durchschnittliche kardiovaskulär bedingte 0,297 0,455
Hospitalisierungen über einen Zeitraum von 30 Monaten
Primäranalyse Gepooltes Placebo
Tafamidis n = 177n = 264(pro Patient pro Jahr) unter jenen Patienten, die in
Monat 30 noch lebten†p-Wert basierend auf F-S-Methode 0,0006
* Herztransplantationen und Implantationen von Systemen zur mechanischen Unterstützung der Herzfunktion werden als Anzeichen für einnahendes Endstadium angesehen. Daher werden diese Patienten in der Analyse als mit Todesfällen gleichwertig behandelt. Aus diesem
Grund sind diese Patienten in dem Wert 'Anzahl der Patienten, die in Monat 30 noch lebten“ nicht enthalten, selbst wenn die Patientenbasierend auf der Folgeuntersuchung des Vitalstatus in Monat 30 noch am Leben sind.† Deskriptiver Mittelwert unter jenen, die den 30-Monats-Zeitraum überlebten.
Die Analyse der einzelnen Komponenten der Primäranalyse (Gesamtmortalität und kardiovaskulärbedingte Hospitalisierungen) zeigte außerdem signifikante Reduzierungen bei Tafamidis im Vergleichzu Placebo.
Die Hazard Ratio aus dem Cox-Proportional-Gefahrenmodell für die Gesamtmortalität für gepooltes
Tafamidis betrug 0,698 (95 %-KI 0,508, 0,958), was eine 30,2%ige Reduzierung des Sterberisikosrelativ zur Placebogruppe zeigt (p = 0,0259). Eine Kaplan-Meier-Kurve der Zeit bis zum Ereignis'Gesamtmortalität“ ist in Abbildung 1 gezeigt.
Abbildung 1: Gesamtmortalität*1,0
Gepooltes VYNDAQEL0,80,6 Placebo0,40,20,00 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33
Zeit seit der ersten Dosis (Monate)
Patienten mit fortbestehendem Risiko(kumulative Ereignisse)
Gepooltes 264 259 252 244 235 222 216 209 200 193 99 0
VYNDAQEL 0 5 12 20 29 42 48 55 64 71 78 78
Placebo 177 173 171 163 161 150 141 131 118 113 51 00 4 6 14 16 27 36 46 59 64 75 76
* Herztransplantationen und Systeme zur mechanischen Unterstützung der Herzfunktion wurden als Todesfälle behandelt. Hazard Ratio ausdem Cox-Proportional-Gefahrenmodell mit Behandlung, TTR-Genotyp (hereditär und Wildtyp) und Baseline-Klassifikation der New York
Heart Association (NYHA) (NYHA-Klasse I und II kombiniert sowie NYHA-Klasse III) als Faktoren.
Unter Anwendung von Tafamidis gab es im Vergleich zu Placebo signifikant weniger kardiovaskulärbedingte Hospitalisierungen, mit einer Reduzierung des Risikos um 32,4 % (Tabelle 3).
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 3: Kardiovaskulär bedingte Hospitalisierungen
Gepooltes Placebo
Tafamidis n = 177n = 264
Gesamtanzahl (%) der Patienten mit kardiovaskulär 138 (52,3) 107 (60,5)bedingten Hospitalisierungen
Kardiovaskulär bedingte Hospitalisierungen pro 0,4750 0,7025
Jahr*
Behandlungsunterschied gepooltes Tafamidis vs. 0,6761
Placebo (relatives Risiko)*p-Wert* < 0,0001
Abkürzung: NYHA = New York Heart Association.
* Diese Analyse basierte auf einem Poisson-Regressionsmodell mit Behandlung, TTR-Genotyp (hereditär und Wildtyp),
Baseline-Klassifikation der New York Heart Association (NYHA) (NYHA-Klasse I und II kombiniert sowie NYHA-Klasse III), Interaktionzwischen Behandlung und TTR-Genotyp und Interaktion zwischen Behandlung und NYHA-Baseline-Klassifikation als Faktoren.
Der Behandlungseffekt von Tafamidis auf die Funktionsfähigkeit und den Gesundheitszustand wurdemithilfe des 6-Minuten-Gehtests (6MGT) und des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire-
Overall Summary (KCCQ-OS)-Score beurteilt (bestehend aus den Domänen Gesamtsymptome,körperliche Einschränkungen, Lebensqualität und soziale Einschränkungen). Ein signifikanter
Behandlungseffekt zugunsten von Tafamidis wurde erstmals in Monat 6 beobachtet und blieb sowohlim Hinblick auf die Gehstrecke im 6MGT als auch im Hinblick auf den KCCQ-OS-Score bis
Monat 30 konstant erhalten (Tabelle 4).
Tabelle 4: 6MGT und KCCQ-OS sowie Scores der Komponenten-Domänen
Endpunkte Baseline-Mittelwert Veränderung von Behandlungs p-Wert(SD) Baseline bis Monat 30, -unterschied
Kleinste-Quadrate- zu Kleinste-
Mittelwert (SE) Quadrate-
Gepooltes Placebo Gepooltes Placebo Mittelwert
Tafamidis n = 177 Tafamidis von Placebon = 264 (95 %-KI)6MGT* 350,55 353,26 -54,87 -130,55 75,68 p < 0,000(Meter) (121,30) (125,98) (5,07) (9,80) (57,56, 93,80) 1
KCCQ-OS* 67,27 65,90 -7,16 -20,81 13,65 p < 0,000(21,36) (21,74) (1,42) (1,97) (9,48, 17,83) 1
* Höhere Werte als Hinweis auf besseren Gesundheitszustand
Abkürzungen: 6MGT = 6-Minuten-Gehtest; KCCQ-OS = Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire-Overall Summary;
KI = Konfidenzintervall.
Die mit der F-S-Methode ermittelten Ergebnisse (dargestellt als Win-Ratio) für den kombinierten
Endpunkt und seine Komponenten (Gesamtmortalität und Häufigkeit kardiovaskulär bedingter
Hospitalisierungen) fielen nach Dosis und in allen Subgruppen (Wildtyp, hereditär und
NYHA-Klasse I und II sowie NYHA-Klasse III) im Vergleich zu Placebo konstant zugunsten von
Tafamidis aus, außer im Hinblick auf die Häufigkeit der kardiovaskulär bedingten Hospitalisierungenin NYHA-Klasse III (Abbildung 2), die in der mit Tafamidis behandelten Gruppe höher ist als bei
Placebo (siehe Abschnitt 4.2). Analysen des 6MGT und des KCCQ-OS fielen im Vergleich zu Placeboin jeder Subgruppe ebenfalls zugunsten von Tafamidis aus.
Abbildung 2: Mit der F-S-Methode ermittelte Ergebnisse und Komponenten nach Subgruppeund Dosis
F-S-Methode* Gesamtmortalität Häufigkeit kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen(Win-Ratio 95 %-Kl) Hazard-Ratio (95 %-Kl) Risikoverhältnis (95 %-Kl)
Insgesamt - gepooltes
VYNDAQEL vs. Placebo
TTR-Genotyp
ATTRm (24 %)
ATTRwt (76 %)
NYHA bei Baseline
Klasse I oder II (68 %)
Klasse III (32 %)
Dosis80 mg (40 %) vs. Placebo (40 %)20 mg (20 %) vs. Placebo (40 %)4 2 1 0,5 0,25 0,5 1 2 0,25 0,5 1 2
Zug. VYNDAQEL Zug. Placebo Zug. VYNDAQEL Zug. Placebo Zug. VYNDAQEL Zug. Placebo
Abkürzungen: ATTRm = hereditäres Transthyretin-Amyloid, ATTRwt = Wildtyp-Transthyretin-Amyloid, F-S = Finkelstein-Schoenfeld,
KI = Konfidenzintervall.
* F-S-Ergebnisse dargestellt als Win-Ratio (basierend auf Gesamtmortalität und Häufigkeit der kardiovaskulär bedingten
Hospitalisierungen). Die Win-Ratio ist die Anzahl der Paare mit 'Gewinnen“ des behandelten Patienten dividiert durch die Anzahl der Paaremit 'Gewinnen“ des Placebo-Patienten.
Herztransplantationen und Systeme zur mechanischen Unterstützung der Herzfunktion wurden als Todesfälle behandelt.
Bei der individuellen Anwendung der F-S-Methode auf jede Dosisgruppe reduzierte Tafamidis im
Vergleich zu Placebo die Kombination aus Gesamtmortalität und Häufigkeit kardiovaskulär-bedingter
Hospitalisierungen, und zwar sowohl für die 80-mg- als auch für die 20-mg-Dosis (p = 0,0030 bzw.p = 0,0048). Die Ergebnisse der Primäranalyse sowie der 6MWT und KCCQ-OS in Monat 30 warenim Vergleich zu Placebo bei der 80-mg- und 20-mg-Dosis von Tafamidis statistisch signifikant, mitähnlichen Ergebnissen für beide Dosierungen.
Es sind keine Daten zur Wirksamkeit von 61 mg Tafamidis verfügbar, da diese Formulierung nicht inder doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Phase-3-Studie untersucht wurde. Dierelative Bioverfügbarkeit von 61 mg Tafamidis ist ähnlich wie bei 80 mg Tafamidis-Meglumin im
Steady State (siehe Abschnitt 5.2).
Eine supra-therapeutische orale Einzeldosis von 400 mg Tafamidis-Meglumin-Lösung zeigte beigesunden Probanden keine Verlängerung des QTc-Intervalls.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tafamidis eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Transthyretin-
Amyloidose gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionBei einmal täglicher oraler Anwendung der Weichkapsel wird die maximale Spitzenkonzentration(Cmax) im Nüchternzustand im Median (tmax) innerhalb von 4 Stunden für 61 mg Tafamidis bzw.innerhalb von 2 Stunden für 80 mg Tafamidis-Meglumin (4 x 20 mg) nach der Einnahme erreicht. Diegleichzeitige Einnahme einer fett- und kalorienreichen Mahlzeit änderte die Geschwindigkeit, nichtaber das Ausmaß der Resorption. Diese Ergebnisse unterstützen die Einnahme von Tafamidis mit oderohne Nahrung.
VerteilungTafamidis wird im Plasma in hohem Maße an Proteine gebunden (> 99 %). Das scheinbare
Verteilungsvolumen im Steady State beträgt 18,5 Liter.
Das Ausmaß der Bindung von Tafamidis an Plasmaproteine wurde unter Verwendung von tierischemund menschlichem Plasma untersucht. Die Affinität von Tafamidis zu TTR ist höher als die zu
Albumin. Daher bindet Tafamidis trotz der signifikant höheren Konzentrationen von Albumin(600 μM) im Vergleich zu TTR (3,6 μM) im Plasma bevorzugt an TTR.
Biotransformation und EliminationEs gibt keine eindeutigen Belege für eine Exkretion von Tafamidis über die Galle beim Menschen.
Präklinische Daten weisen darauf hin, dass Tafamidis über eine Glucuronidierung metabolisiert undüber die Galle ausgeschieden wird. Diese Route der Biotransformation ist beim Menschen plausibel,da etwa 59 % der eingenommenen Gesamtdosis im Stuhl und etwa 22 % im Urin nachgewiesenwerden. Basierend auf populationspharmakokinetischen Ergebnissen beträgt die scheinbare orale
Clearance von Tafamidis 0,263 l/h und die populationsspezifische mittlere Halbwertszeit ca.49 Stunden.
Dosis- und Zeitlinearität
Die Exposition durch eine einmal tägliche Einnahme von Tafamidis-Meglumin stieg mit einer
Erhöhung der Dosis auf eine Einzeldosis von bis zu 480 mg und mehrere Dosen von bis zu 80 mg/Tagan. Im Allgemeinen war der Anstieg proportional oder fast proportional zur Dosis. Im Zeitverlaufstagnierte die Tafamidis-Clearance.
Die relative Bioverfügbarkeit von 61 mg Tafamidis ist ähnlich wie bei 80 mg Tafamidis-Megluminim Steady State. Tafamidis und Tafamidis-Meglumin sind auf Basis der mg-Angaben nichtgegeneinander austauschbar.
Die pharmakokinetischen Parameter waren nach einmaliger und wiederholter Einnahme von20 mg Tafamidis-Meglumin vergleichbar, was auf das Fehlen einer Induktion oder Inhibition des
Tafamidis-Metabolismus hinweist.
Die Ergebnisse nach einmal täglicher Einnahme von 15 mg bis 60 mg Tafamidis-Meglumin-Lösungzum Einnehmen über 14 Tage zeigten, dass der Steady State an Tag 14 erreicht wurde.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionDie pharmakokinetischen Daten wiesen auf eine verminderte systemische Exposition (etwa 40 %) underhöhte Gesamtclearance (0,52 l/h vs. 0,31 l/h) von Tafamidis-Meglumin bei Patienten mitmittelschwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh-Score von 7 bis 9 einschließlich) im
Vergleich zu gesunden Probanden hin, die auf einen höheren Anteil von nicht gebundenem Tafamidiszurückzuführen ist. Da Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion niedrigere
TTR-Spiegel aufweisen als gesunde Probanden, ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich, weil die
Stöchiometrie von Tafamidis und seinem Zielprotein TTR für eine Stabilisierung des TTR-Tetramersausreichend wäre. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion ist die Expositiongegenüber Tafamidis nicht bekannt.
Eingeschränkte NierenfunktionTafamidis wurde nicht spezifisch in einer speziell angelegten Studie mit Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion untersucht. Der Einfluss der Kreatinin-Clearance auf die Pharmakokinetik von
Tafamidis wurde in einer pharmakokinetischen Populationsanalyse bei Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance von mehr als 18 ml/min untersucht. Pharmakokinetische Schätzungen wiesen darauf hin,dass bei der scheinbaren oralen Clearance von Tafamidis zwischen Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance von weniger als 80 ml/min und Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von mindestens80 ml/min kein Unterscheid besteht. Eine Dosisanpassung wird bei Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion nicht für erforderlich gehalten.
Ältere PatientenAuf der Grundlage von populationspharmakokinetischen Ergebnissen hatten Patienten im Alter von≥ 65 Jahren einen um durchschnittlich 15 % niedrigeren Schätzwert für die scheinbare orale Clearanceim Steady State als Patienten unter 65 Jahren. Allerdings führt der Unterscheid bei der Clearance im
Vergleich zu jüngeren Patienten zu einer Erhöhung der mittleren Cmax und der AUC um < 20 % und istnicht klinisch signifikant.
Pharmakokinetische/ pharmakodynamische Beziehungen
In-vitro-Daten legten nahe, dass Tafamidis die Cytochrom-P450-Enzyme CYP1A2, CYP3A4,
CYP3A5, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6 nicht signifikant hemmt. Es wirdnicht davon ausgegangen, dass Tafamidis aufgrund der Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder
CYP3A4 zu klinisch relevanten Arzneimittelwechselwirkungen führt.
In-vitro-Studien legen nahe, dass es unwahrscheinlich ist, dass Tafamidis in klinisch relevanten
Konzentrationen systemische Wechselwirkungen mit Substraten der UDP-Glucuronosyltransferase(UGT) verursacht. Tafamidis kann die Aktivität von UGT1A1 im Darm hemmen.
Tafamidis zeigte ein geringes Potenzial zur systemischen und im Gastrointestinaltrakt stattfindenden
Hemmung des Multidrug-Resistance-Proteins (MDR1) (auch als P-Glykoprotein bzw. P-gp bekannt)sowie zur Hemmung des organischen Kationentransporters 2 (OCT2), des Multidrug and Toxin
Extrusion Transporter 1 (MATE1) und des MATE2K, des organische Anionen transportierenden
Polypeptids 1B1 (OATP1B1) und des OATP1B3 in klinisch relevanten Konzentrationen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Fertilität und frühen
Embryonalentwicklung, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Datenkeine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In Studien zur Toxizität bei wiederholter
Gabe und in Studien zur Karzinogenität erschien die Leber als ein Zielorgan der Toxizität bei denverschiedenen untersuchten Spezies. Lebereffekte wurden bei Expositionen von etwa dem Äquivalentder AUC im Steady State beim Menschen bei einer klinischen Dosis von 61 mg Tafamidis beobachtet.
In einer Studie zur Entwicklungstoxizität an Kaninchen wurden bei Expositionen von etwa dem ≥ 2,1-fachen der AUC im Steady State beim Menschen bei einer klinischen Dosis von 61 mg Tafamidis einegeringe Zunahme von Skelettmissbildungen und -variationen, Totgeburten bei wenigen Weibchen,geringeres embryofetales Überleben und eine Reduktion des Fetalgewichts beobachtet.
In der Tafamidis-Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung bei Ratten wurde nach Gabe von Dosenvon 15 mg/kg/Tag und 30 mg/kg/Tag an die Muttertiere in der Gestation und Laktationszeit einvermindertes Überleben und Gewicht der Jungtiere beobachtet. Ein vermindertes Gewicht der
Jungtiere war bei 15 mg/kg/Tag bei Männchen mit einer verzögerten sexuellen Reifung (Separationdes Präputiums) verbunden. Bei 15 mg/kg/Tag wurde eine beeinträchtigte Leistung in einem Water-
Maze-Test für Lernen und Gedächtnis beobachtet. Der NOAEL für Lebensfähigkeit und Wachstumder Nachkommen der F1-Generation betrug nach Gabe einer Dosis an die Muttertiere in der Gestationund Laktationszeit mit Tafamidis 5 mg/kg/Tag (humanäquivalente Tafamidis-Dosis = 0,8 mg/kg/Tag),was etwa der klinischen Dosis von 61 mg Tafamidis entspricht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
KapselhülleGelatine (E 441)
Glycerol (E 422)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Sorbitan
Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420)
Mannitol (Ph. Eur.) (E 421)
Gereinigtes Wasser
KapselinhaltMacrogol 400 (E 1521)
Polysorbat 20 (E 432)
Povidon (K 90)
Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.) (E 321)
Drucktinte (Opacode weiß)
Ethanol2-Propanol (Ph. Eur.)
Gereinigtes Wasser
Macrogol 400 (E 1521)
Polyvinylacetatphthalat
Propylenglycol (E 1520)
Titandioxid (E 171)
Ammoniumhydroxid 28 % (E 527)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Perforierte Blisterpackung zur Abgabe von Einzeldosen (PVC/ PA/ Al/ PVC//Al).
Packungsgrößen: eine Packung mit 30 x 1 Weichkapsel und eine Mehrfachpackung mit90 (3 Packungen mit 30 x 1) Weichkapseln.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/11/717/003
EU/1/11/717/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. November 2011
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Juli 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.