Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TYVERB 250mg filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Tyverb 250 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält Lapatinibditosilat 1 H2O, entsprechend 250 mg Lapatinib.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Ovale bikonvexe gelbe Filmtabletten, die auf einer Seite mit der Prägung 'GS XJG“ versehen sind.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Tyverb ist angezeigt zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Brustkrebs, deren Tumore HER2(ErbB2) überexprimieren;
* In Kombination mit Capecitabin bei Patienten mit fortgeschrittener oder metastasierter
Erkrankung, die nach vorangegangener Therapie, die Anthrazykline und Taxane sowie in dermetastasierten Situation Trastuzumab einschloss, progredient verläuft (siehe Abschnitt 5.1).
* In Kombination mit Trastuzumab bei Patienten mit Hormonrezeptor-negativer metastasierter
Erkrankung, die nach vorangegangene(r/n) Trastuzumab-Therapie(n) in Kombination mit
Chemotherapie progredient verläuft (siehe Abschnitt 5.1).
* In Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor bei postmenopausalen Frauen mit
Hormonrezeptor-positiver metastasierter Erkrankung, die derzeit nicht für eine Chemotherapievorgesehen sind. Die Patientinnen in der Zulassungsstudie waren nicht mit Trastuzumab odereinem Aromatase-Inhibitor vorbehandelt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Es liegen keine Datenzur Wirksamkeit dieser Kombination im Vergleich zu Trastuzumab in Kombination mit einem
Aromatase-Inhibitor in dieser Patientenpopulation vor.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Eine Behandlung mit Tyverb sollte nur durch einen in der Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebserfahrenen Arzt eingeleitet werden.
HER2 (ErbB2)-überexprimierende Tumore sind definiert durch IHC3+, oder IHC2+ mit
Genamplifikation oder Genamplifikation allein. Die Bestimmung des HER2-Status sollte mittelspräziser und validierter Testmethoden durchgeführt werden.
DosierungDosierungsanleitung für die Kombination Tyverb/Capecitabin
Die empfohlene Dosis für Tyverb beträgt 1250 mg (d. h. fünf Tabletten) einmal täglich, fortlaufendeingenommen.
Die empfohlene Dosis für Capecitabin beträgt 2000 mg/m²/Tag, aufgeteilt in 2 Einzelgaben im
Abstand von 12 Stunden an den Tagen 1-14 eines 21-tägigen Behandlungszyklus (siehe
Abschnitt 5.1). Capecitabin sollte zu den Mahlzeiten oder innerhalb von 30 Minuten nach einer
Mahlzeit eingenommen werden. Es wird auf die Fachinformation von Capecitabin verwiesen.
Dosierungsanleitung für die Kombination Tyverb/Trastuzumab
Die empfohlene Dosis für Tyverb beträgt 1000 mg (d. h. vier Tabletten) einmal täglich, fortlaufendeingenommen.
Die empfohlene Dosis für Trastuzumab beträgt 4 mg/kg als intravenöse Initialdosis, gefolgt von2 mg/kg intravenös in wöchentlichen Abständen (siehe Abschnitt 5.1). Es wird auf die
Fachinformation von Trastuzumab verwiesen.
Dosierungsanleitung für die Kombination Tyverb/Aromatase-Inhibitor
Die empfohlene Dosis für Tyverb beträgt 1500 mg (d. h. sechs Tabletten) einmal täglich, fortlaufendeingenommen.
Lesen Sie bitte die Angaben zur Dosierung in der Fachinformation des gleichzeitig gegebenen
Aromatase-Inhibitors.
Dosisintervallverlängerung und Dosisreduktion
Kardiale Ereignisse
Tyverb sollte abgesetzt werden bei Patienten mit Symptomen, die mit einer verringertenlinksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) vom Grad 3 oder höher nach den Toxizitätskriterien desnationalen Krebsinstituts der USA (National Cancer Institute Common Terminology Criteria for
Adverse Events, NCI CTCAE) verbunden sind oder deren LVEF unterhalb des unteren Grenzwerts fürden Normbereich der jeweiligen Einrichtung abfällt (siehe Abschnitt 4.4). Nach einer Mindestzeit von2 Wochen kann die Behandlung mit Tyverb mit einer reduzierten Dosis (750 mg/Tag beigleichzeitiger Gabe mit Trastuzumab, 1000 mg/Tag bei gleichzeitiger Gabe mit Capecitabin oder1250 mg/Tag bei gleichzeitiger Gabe mit einem Aromatase-Inhibitor) wieder aufgenommen werden,wenn die LVEF wieder im Normalbereich liegt und der Patient asymptomatisch ist.
Interstitielle Lungenerkrankung/PneumonitisTyverb sollte bei Patienten mit pulmonalen Symptomen vom Grad 3 und höher nach NCI CTCAEabgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
DiarrhöDie Behandlung mit Tyverb sollte bei Patienten mit Durchfällen vom Grad 3 nach NCI CTCAE bzw.
vom Grad 1 oder 2 mit verkomplizierenden Merkmalen (mäßige bis schwere Bauchkrämpfe, Übelkeitoder Erbrechen vom Grad 2 oder höher nach NCI CTCAE, sich verschlechterndem Allgemeinzustand,
Fieber, Sepsis, Neutropenie, offene Blutungen oder Dehydration) unterbrochen werden (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8). Die Behandlung kann mit einer niedrigeren Tyverb-Dosis (von 1000 mg/Tagauf 750 mg/Tag, von 1250 mg/Tag auf 1000 mg/Tag oder von 1500 mg/Tag auf 1250 mg/Tagreduziert) wiederaufgenommen werden, wenn die Diarrhö sich auf Grad 1 und niedriger verbessert.
Tyverb sollte bei Patienten mit Durchfällen vom Grad 4 nach NCI CTCAE dauerhaft abgesetztwerden.
Andere Toxizitäten
Ein Absetzen oder eine Unterbrechung der Behandlung mit Tyverb sollte in Betracht gezogen werden,wenn ein Patient eine Toxizität vom Grad 2 oder höher nach NCI CTCAE entwickelt. Wenn sich die
Toxizität auf Grad 1 oder niedriger verbessert, kann die Behandlung in einer Dosierung von1000 mg/Tag bei gleichzeitiger Gabe mit Trastuzumab, 1250 mg/Tag bei gleichzeitiger Gabe mit
Capecitabin oder 1500 mg/Tag bei gleichzeitiger Gabe mit einem Aromatase-Inhibitor wiederaufgenommen werden. Wenn die Toxizität wieder auftritt, sollte die Behandlung mit Tyverb mit einerverringerten Dosis (750 mg/Tag bei Gabe mit Trastuzumab, 1000 mg/Tag bei Gabe mit Capecitabinoder 1250 mg/Tag bei Gabe mit einem Aromatase-Inhibitor) wieder aufgenommen werden.
NierenfunktionsstörungenBei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassungnotwendig. Vorsicht wird empfohlen bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen, da keine
Erfahrungen mit Tyverb bei dieser Patientengruppe vorliegen (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungenTyverb sollte bei schweren Leberfunktionsstörungen abgesetzt und die Patienten sollten nicht erneutbehandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Eine Gabe von Tyverb bei Patienten mit mittleren bis schweren Leberfunktionsstörungen sollte wegender erhöhten Arzneimittel-Exposition mit Vorsicht erfolgen. Es liegen keine ausreichenden Daten bei
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor, um eine Empfehlung zur Dosisanpassung geben zukönnen (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenEs liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Tyverb/Capecitabin und Tyverb/Trastuzumabbei Patienten ab 65 Jahren vor.
In der klinischen Studie der Phase III mit Tyverb in Kombination mit Letrozol waren 44% der
Gesamtzahl der Patienten mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs (Intent-to-Treat-Population
N=462) ≥65 Jahre. Insgesamt wurden keine Unterschiede in der Wirksamkeit und Sicherheit der
Kombination von Tyverb und Letrozol bei diesen Patienten und Patienten mit einem Alter vonweniger als 65 Jahren gefunden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Tyverb bei Kindern im Alter von unter 18 Jahren ist bisher nochnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungTyverb ist zum Einnehmen.
Die Tagesdosis von Tyverb sollte nicht aufgeteilt werden. Tyverb sollte entweder mindestens eine
Stunde vor oder mindestens eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden. Um die Variabilitätbeim einzelnen Patienten zu minimieren, sollte die Gabe von Tyverb in Bezug auf die
Nahrungsaufnahme standardisiert werden, zum Beispiel durch Einnahme immer eine Stunde vor einer
Mahlzeit (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2 zu Informationen zur Resorption).
Vergessene Dosen sollten nicht ersetzt, sondern die Einnahme mit der nächsten anstehenden
Tagesdosis fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.9).
Die Fachinformation des gleichzeitig gegebenen Arzneimittels muss für relevante Informationen zur
Dosierung einschließlich Dosisreduktionen, Gegenanzeigen und Sicherheitsinformationen zu Rategezogen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Daten haben gezeigt, dass Tyverb in Kombination mit Chemotherapie weniger wirksam ist als
Trastuzumab in Kombination mit Chemotherapie.
KardiotoxizitätLapatinib wurde mit Berichten über eine verringerte LVEF in Verbindung gebracht (siehe
Abschnitt 4.8). Lapatinib wurde bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz nicht untersucht.
Vorsicht ist geboten, wenn Tyverb Patienten mit Zuständen, die die Funktion des linken Ventrikelsbeeinträchtigen könnten (einschließlich einer gemeinsamen Gabe mit potenziell kardiotoxischen
Arzneimitteln), gegeben wird. Vor Beginn der Behandlung mit Tyverb sollte eine Überprüfung der
Herzfunktion einschließlich LVEF-Bestimmung bei allen Patienten durchgeführt werden, umsicherzustellen, dass der Ausgangswert der LVEF bei dem jeweiligen Patienten innerhalb des
Normbereichs der jeweiligen Einrichtung liegt. Die Beurteilung der LVEF sollte während der
Behandlung mit Tyverb fortgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die LVEF nicht auf eineninakzeptablen Wert abfällt (siehe Abschnitt 4.2). In einigen Fällen kann die Verringerung der LVEFschwerwiegend sein und zu Herzversagen führen. Es wurde über Fälle mit tödlichem Ausgangberichtet, wobei die Todesursache unbestimmt war. Aus Studien über das gesamte klinische
Entwicklungsprogramm für Lapatinib hinweg wurde bei ungefähr 1% der Patienten über kardiale
Ereignisse einschließlich Verringerung der LVEF berichtet. Eine symptomatische Verringerung der
LVEF wurde bei ungefähr 0,3% der Patienten, die Lapatinib erhalten hatten, beobachtet. Wenn
Lapatinib jedoch in Kombination mit Trastuzumab in der metastasierten Situation gegeben wurde, wardie Häufigkeit kardialer Ereignisse einschließlich Verringerung der LVEF höher (7%) als in einer
Zulassungsstudie im Arm mit Lapatinib allein (2%). Die beobachteten kardialen Ereignisse in dieser
Studie waren der Art und Schwere nach vergleichbar zu den bislang unter Lapatinib beobachteten.
In einer spezifischen plazebokontrollierten Cross-Over-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenensoliden Tumoren wurde eine konzentrationsabhängige Zunahme des QTc-Intervalls nachgewiesen.
Vorsicht ist geboten, wenn Tyverb Patienten gegeben wird, deren Begleitumstände zu einer
Verlängerung des QTc-Intervalls führen können (einschließlich Hypokaliämie, Hypomagnesiämie undkongenitales Long-QT-Syndrom), bei gleichzeitiger Gabe von anderen Arzneimitteln, die für eine QT-
Verlängerung bekannt sind, oder Begleitumständen, die die Exposition von Lapatinib erhöhen, wie diegleichzeitige Gabe von starken CYP3A4-Inhibitoren. Eine Hypokaliämie oder Hypomagnesiämiesollte vor Beginn der Behandlung korrigiert werden. Elektrokardiogramme mit Messung des QT-
Intervalls sollten vor und eine oder zwei Wochen nach Beginn der Behandlung mit Tyverbdurchgeführt werden. Wenn klinisch indiziert, z. B. nach Einleitung einer Begleittherapie, die das QT-
Intervall beeinflussen könnte oder die Wechselwirkungen mit Lapatinib eingeht, sollten ebenfalls
EKG-Messungen in Betracht gezogen werden.
Interstitielle Lungenerkrankung und Pneumonitis
Lapatinib wurde mit Berichten über eine pulmonale Toxizität einschließlich einer interstitiellen
Lungenerkrankung und Pneumonitis in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientensollten auf Symptome einer pulmonalen Toxizität (Dyspnoe, Husten, Fieber) hin überwacht sowie die
Behandlung bei Patienten, bei denen Symptome vom NCI-CTCAE-Grad 3 oder höher auftreten,abgebrochen werden. Eine pulmonale Toxizität kann schwerwiegend sein und zu Atemstillstandführen. Über Fälle mit tödlichem Ausgang wurde berichtet, wobei die Todesursache unbestimmt ist.
HepatotoxizitätUnter der Anwendung von Tyverb trat Hepatotoxizität auf, die in seltenen Fällen tödlich verlaufenkann. Die Hepatotoxizität kann Tage bis mehrere Monate nach Beginn der Behandlung auftreten. Vor
Beginn der Behandlung sollten die Patienten über das hepatotoxische Potential aufgeklärt werden. Die
Leberfunktion (Transaminasen, Bilirubin und alkalische Phosphatase) sollte vor Beginn der
Behandlung und danach monatlich oder wie klinisch indiziert kontrolliert werden. Tyverb sollte beischweren Leberfunktionsstörungen abgesetzt und die Patienten sollten nicht erneut behandelt werden.
Patienten, die Träger der HLA-Allele DQA1*02:01 und DRB1*07:01 sind, haben ein erhöhtes Risikoeiner Tyverb-assoziierten Hepatotoxizität. In einer großangelegten randomisierten klinischen Studiemit Tyverb als Monotherapie (n = 1.194) betrug die kumulative Häufigkeit schwerer Leberschäden(ALT >5-Fache der Obergrenze des Normalbereichs, NCI-CTCAE-Grad 3) insgesamt 2,8% nach 1-jähriger Behandlung. Bei Trägern der HLA-Allele DQA1*02:01 und DRB1*07:01 betrug diekumulative Häufigkeit 10,3% und bei Nicht-Trägern 0,5%. Träger dieser HLA-Risiko-Allele sind inder weißen, asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Bevölkerung häufig (15 bis 25%),jedoch seltener in der japanischen Bevölkerung (1%).
Vorsicht ist geboten, wenn Tyverb Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörungund Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung verschrieben wird (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
DiarrhöÜber Durchfälle einschließlich schwerer Diarrhö wurde unter der Behandlung mit Tyverb berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Eine Diarrhö kann potenziell lebensbedrohlich sein, wenn sie von Dehydration,
Niereninsuffizienz, Neutropenie und/oder Elektrolytstörungen begleitet wird, auch sind Todesfälleberichtet worden. Im Allgemeinen tritt eine Diarrhö frühzeitig unter einer Behandlung mit Tyverb auf,wobei bei fast der Hälfte dieser Patienten die Durchfälle innerhalb von 6 Tagen auftreten. Die
Durchfälle dauern üblicherweise 4 bis 5 Tage an. Eine Tyverb-induzierte Diarrhö ist üblicherweisegeringgradig, wobei schwere Durchfälle vom Grad 3 bzw. 4 nach NCI CTAE bei 10% bzw. <1% der
Patienten auftreten. Zu Beginn der Therapie sollten bei den Patienten das Darmverhalten und andere
Symptome (z. B. Fieber, krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Durst)bestimmt werden, um Veränderungen während der Behandlung und Patienten mit erhöhtem Risikoerkennen zu können. Die Patienten sollten angehalten werden, unverzüglich jede Änderung im
Stuhlverhalten zu melden. In potenziell schweren Diarrhö-Fällen sollte die Messung der
Neutrophilenzahl und der Körpertemperatur in Betracht gezogen werden. Ein proaktives Managementbei Diarrhö mit Antidiarrhoika ist von großer Bedeutung. Schwere Fälle von Diarrhö können die oraleoder intravenöse Gabe von Elektrolyten und Flüssigkeitszufuhr, die Gabe von Antibiotika wie
Fluoroquinolonen (insbesondere wenn die Diarrhö mehr als 24 Stunden anhält, Fieber oder
Neutropenie vom Grad 3 oder 4 auftreten) sowie eine Unterbrechung oder das Absetzen der
Behandlung mit Tyverb erfordern (siehe Abschnitt 4.2 - Dosisintervallverlängerung und
Dosisreduktion - Diarrhö).
Schwerwiegende Hautreaktionen
Über schwerwiegende Hautreaktionen wurde unter Tyverb berichtet. Bei Verdacht auf ein Erythemamultiforme oder auf lebensbedrohliche Reaktionen, wie ein Stevens-Johnson-Syndrom oder einetoxische epidermale Nekrolyse (z. B. fortschreitender Hautausschlag, häufig mit Blasen oder
Schleimhautläsionen), muss Tyverb abgesetzt werden.
Gleichzeitige Behandlung mit CYP3A4-Induktoren oder Inhibitoren
Eine gleichzeitige Behandlung mit CYP3A4-Induktoren sollte wegen des Risikos einer verringerten
Lapatinib-Exposition vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Eine gleichzeitige Behandlung mit starken CYP3A4-Hemmstoffen sollte wegen des Risikos einererhöhten Lapatinib-Exposition vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Während der Behandlung mit Tyverb sollte Grapefruit-Saft vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die gemeinsame Gabe von Tyverb mit oral einzunehmenden Arzneimitteln, die eine geringetherapeutische Breite aufweisen und Substrate für CYP3A4 und/oder CYP2C8 darstellen, solltevermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Eine gleichzeitige Behandlung mit Stoffen, die den pH-Wert des Magens erhöhen, sollte vermiedenwerden, da die Löslichkeit von Lapatinib und damit die Resorption verringert sein kann (siehe
Abschnitt 4.5).
Tyverb enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkung anderer Arzneimittel auf Lapatinib
Lapatinib wird vorwiegend durch CYP3A verstoffwechselt (siehe Abschnitt 5.2).
Bei gesunden Freiwilligen, die 200 mg Ketoconazol, einen starken CYP3A4-Hemmstoff, zweimaltäglich über 7 Tage erhielten, war die systemische Lapatinib-Exposition (100 mg täglich) um ungefährdas 3,6-Fache und die Halbwertszeit um das 1,7-Fache erhöht. Die gemeinsame Gabe von Tyverb mitstarken CYP3A4-Hemmstoffen (z. B. Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol,
Voriconazol, Posaconazol, Nefazodon) sollte vermieden werden. Die gemeinsame Gabe von Tyverbmit mittelstarken CYP3A4-Hemmstoffen sollte mit Vorsicht fortgeführt und sorgfältig auf klinische
Nebenwirkungen geachtet werden.
Bei gesunden Freiwilligen, die 100 mg Carbamazepin, einen CYP3A4-Induktor, zweimal täglich über3 Tage und 200 mg zweimal täglich über 17 Tage erhielten, war die systemische Lapatinib-Expositionum etwa 72% erniedrigt. Die gemeinsame Gabe von Tyverb mit bekannten CYP3A4-Induktoren (z. B.
Rifampicin, Rifabutin, Carbamazepin, Phenytoin oder Hypericum perforatum [Johanniskraut]) solltevermieden werden.
Lapatinib ist ein Substrat der Transportproteine Pgp und BCRP. Hemmstoffe (Ketoconazol,
Itraconazol, Chinidin, Verapamil, Cyclosporin und Erythromycin) und Induktoren (Rifampicin und
Johanniskraut) dieser Proteine können die Exposition und/oder Verteilung von Lapatinib verändern(siehe Abschnitt 5.2).
Die Löslichkeit von Lapatinib ist pH-abhängig. Eine gleichzeitige Behandlung mit Substanzen, dieden pH-Wert des Magens erhöhen, sollte vermieden werden, da die Löslichkeit von Lapatinib unddamit die Resorption verringert sein kann. Eine vorausgehende Behandlung mit einem
Protonenpumpeninhibitor (Esomeprazol) verringerte die Lapatinib-Exposition im Schnitt um 27%(Streubreite: 6% bis 49%). Dieser Effekt nimmt zwischen dem ca. 40. bis 60. Lebensjahr mitsteigendem Alter ab.
Wirkung von Lapatinib auf andere Arzneimittel
Lapatinib hemmt CYP3A4 in vitro in klinisch relevanten Konzentrationen. Die gemeinsame Gabe von
Tyverb mit oral eingenommenem Midazolam führte zu einer Erhöhung der AUC von Midazolam umungefähr 45%. Bei intravenöser Gabe von Midazolam war keine klinisch bedeutsame Erhöhung der
AUC von Midazolam zu beobachten. Die gemeinsame Gabe von Tyverb mit oral einzunehmenden
Arzneimitteln, die eine geringe therapeutische Breite aufweisen und Substrate für CYP3A4 (z. B.
Cisaprid, Pimozid und Chinidin) darstellen, sollte vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Lapatinib hemmt CYP2C8 in vitro in klinisch relevanten Konzentrationen. Die gemeinsame Gabe von
Tyverb mit Arzneimitteln, die eine geringe therapeutische Breite aufweisen und Substrate für CYP2C8(z. B. Repaglinid) darstellen, sollte vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Die gemeinsame Gabe von Lapatinib mit intravenös gegebenem Paclitaxel führte zu einer Erhöhungder Paclitaxel-Exposition um 23% infolge einer Hemmung von CYP2C8 und/oder Pgp durch
Lapatinib. In klinischen Studien wurde eine Erhöhung der Inzidenz und Schwere von Diarrhöen und
Neutropenien unter dieser Kombination beobachtet. Vorsicht ist geboten, wenn Lapatinib gemeinsammit Paclitaxel gegeben wird.
Die gemeinsame Gabe von Lapatinib mit intravenös gegebenem Docetaxel hatte keinen signifikanten
Einfluss auf die AUC oder Cmax beider Wirkstoffe. Es traten jedoch vermehrt Docetaxel-induzierte
Neutropenien auf.
Die gemeinsame Gabe von Tyverb mit Irinotecan (bei Gabe als Teil des FOLFIRI-Schemas) führte zueiner Erhöhung der AUC von SN-38, dem aktiven Metaboliten von Irinotecan, um ungefähr 40%. Dergenaue Mechanismus dieser Wechselwirkung ist nicht bekannt, als Ursache wird jedoch eine
Hemmung einer oder mehrerer Transportproteine durch Lapatinib vermutet. Es sollte eineengmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen erfolgen und eine Reduktion der Irinotecan-Dosis in
Betracht gezogen werden, wenn Tyverb zusammen mit Irinotecan gegeben wird.
Lapatinib hemmt das Transportprotein Pgp in vitro in klinisch relevanten Konzentrationen. Diegemeinsame Gabe von Lapatinib mit oral gegebenem Digoxin führte zu einer Erhöhung der AUC von
Digoxin um ungefähr 80%. Vorsicht ist geboten, wenn Lapatinib gemeinsam mit Arzneimitteln, dieeine geringe therapeutische Breite aufweisen und Substrate für Pgp darstellen, gegeben wird; eine
Dosisreduktion des Pgp-Substrats sollte in Erwägung gezogen werden.
Lapatinib hemmt die Transportproteine BCRP und OATP1B1 in vitro. Die klinische Relevanz dieses
Effektes ist nicht untersucht worden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Lapatinib die
Pharmakokinetik von Substraten von BCRP (z. B. Topotecan) und OATP1B1 (z. B. Rosuvastatin)beeinflussen kann (siehe Abschnitt 5.2).
Die gleichzeitige Gabe von Tyverb mit Capecitabin, Letrozol oder Trastuzumab führte nicht zu einerbedeutsamen Änderung der Pharmakokinetik dieser Arzneimittel (oder der Metaboliten von
Capecitabin) oder von Lapatinib.
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und Getränken
In Abhängigkeit z. B. vom Fettgehalt in der Mahlzeit wird die Bioverfügbarkeit von Lapatinib durch
Nahrung bis um das 4-Fache erhöht. Zudem ist die Bioverfügbarkeit in Abhängigkeit von der Art der
Nahrung um etwa das 2- bis 3-Fache höher, wenn Lapatinib 1 Stunde nach einer Mahlzeit im
Vergleich zu 1 Stunde vor der ersten Tagesmahlzeit eingenommen wird (siehe Abschnitte 4.2 und5.2).
Grapefruitsaft kann CYP3A4 in der Darmwand hemmen und damit die Bioverfügbarkeit von
Lapatinib erhöhen; Grapefruitsaft sollte daher während der Behandlung mit Tyverb gemieden werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterFrauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, eine zuverlässige
Verhütungsmethode zu verwenden und während der Behandlung mit Tyverb und für mindestens5 Tage nach Einnahme der letzten Dosis eine Schwangerschaft zu vermeiden.
SchwangerschaftEs liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Tyverb bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daspotentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Tyverb darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutigerforderlich.
StillzeitDie sichere Anwendung von Tyverb während der Stillzeit ist nicht belegt. Es ist nicht bekannt, ob
Lapatinib in die Muttermilch übergeht. Bei Ratten wurde eine Verzögerung des Wachstums von
Jungtieren, die Lapatinib über die Muttermilch ausgesetzt waren, beobachtet. Daher dürfen Frauen, dieeine Therapie mit Tyverb erhalten, bis mindestens 5 Tage nach Einnahme der letzten Dosis nichtstillen.
FertilitätEs liegen keine ausreichenden Daten für die Verwendung von Tyverb bei Frauen im gebärfähigen
Alter vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTyverb hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Auf Basis der Pharmakologie von Lapatinib ist ein nachteiliger Effekt auf solche
Aktivitäten nicht zu erwarten. Der klinische Zustand des Patienten und das Sicherheitsprofil von
Lapatinib sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des Patienten, Tätigkeiten zu verrichten, die
Urteilsvermögen, motorische oder kognitive Fertigkeiten erfordern, in Betracht gezogen werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheit von Lapatinib wurde als Monotherapie oder in Kombination mit anderen
Chemotherapien für verschiedene Krebsarten an mehr als 20.000 Patienten, einschließlich198 Patienten, die Lapatinib in Kombination mit Capecitabin erhalten hatten, 149 Patienten, die
Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab erhalten hatten, und 654 Patienten, die Lapatinib in
Kombination mit Letrozol erhalten hatten, geprüft (siehe Abschnitt 5.1).
Die häufigsten Nebenwirkungen (> 25%) unter der Therapie mit Lapatinib waren gastrointestinale
Ereignisse (wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen) und Hautausschlag. Palmar-plantare
Erythrodysästhesie (PPE) trat ebenso häufig (> 25%) auf, wenn Lapatinib in Kombination mit
Capecitabin gegeben wurde. Die Inzidenz von PPE war im Behandlungsarm mit Lapatinib plus
Capecitabin der im Behandlungsarm mit Capecitabin allein vergleichbar. Durchfall war die häufigste
Nebenwirkung, die zur Unterbrechung der Behandlung führte, wenn Lapatinib in Kombination mit
Capecitabin oder mit Letrozol gegeben wurde.
Es wurde über keine zusätzlichen Nebenwirkungen berichtet, die in Verbindung mit Lapatinib in
Kombination mit Trastuzumab stehen. Die Häufigkeit von Kardiotoxizitäten war erhöht, diese
Ereignisse waren aber in Art und Schwere vergleichbar mit denjenigen, die im klinischen Programmfür Lapatinib berichtet wurden (siehe Abschnitt 4.4 - Kardiotoxizität). Diese Daten basieren auf der
Exposition dieser Kombination bei 149 Patienten in der Zulassungsstudie.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden als im ursächlichen Zusammenhang mit Lapatinib allein oder
Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, Trastuzumab oder Letrozol stehend berichtet.
Zur Einteilung der Nebenwirkungen wurde folgende Konvention zugrunde gelegt: Sehr häufig(1/10), häufig (1/100, <1/10), gelegentlich (1/1.000, <1/100), selten (1/10.000, <1/1.000) undsehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Erkrankungen des ImmunsystemsSelten Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie (siehe
Abschnitt 4.3)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Anorexie
Psychiatrische ErkrankungenSehr häufig Schlaflosigkeit*
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen†
Häufig Kopfschmerzen*
HerzerkrankungenHäufig Verringerte linksventrikuläre Auswurffraktion (siehe Abschnitt 4.2 -
Dosisreduktion - kardiale Ereignisse und Abschnitt 4.4)
Nicht bekannt Ventrikuläre Arrhythmien/Torsades de Pointes, QT-Verlängerung im
Elektrokardiogramm**
GefäßerkrankungenSehr häufig Hitzewallungen†
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Epistaxis†, Husten†, Dyspnoe†
Gelegentlich Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis
Nicht bekannt Pulmonale arterielle Hypertonie**
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Durchfall, der zu Dehydratation führen kann (siehe Abschnitt 4.2 -
Dosisintervallverlängerung und Dosisreduktion - Andere Toxizitäten und
Abschnitt 4.4), Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie*,
Mundschleimhautentzündung*, Verstopfung*, Bauchschmerzen*
Häufig Verstopfung†
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Hyperbilirubinämie, Hepatotoxizität (siehe Abschnitt 4.4)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häufig Hautausschlag (einschließlich akneformer Dermatitis) (siehe Abschnitt 4.2 -
Dosisintervallverlängerung und Dosisreduktion - Andere Toxizitäten),trockene Haut*†, palmar-plantare Erythrodysästhesie*, Alopezie†, Pruritus†
Häufig Nagelveränderungen einschließlich Paronychie, Hautfissuren
Nicht bekannt Schwere Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)und toxisch epidermale Nekrolyse (TEM)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen in den Extremitäten*†, Rückenschmerzen*†, Arthralgie†
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Fatigue, Schleimhautentzündung*, Asthenie†
* Diese Nebenwirkungen wurden bei Gabe von Lapatinib in Kombination mit Capecitabinbeobachtet.† Diese Nebenwirkungen wurden bei Gabe von Lapatinib in Kombination mit Letrozolbeobachtet.
** Nebenwirkungen aus Spontanberichten und der Literatur.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVerringerte linksventrikuläre Auswurffraktion und QT-Intervallverlängerung
Eine Verringerung der linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) wurde bei ungefähr 1% der
Patienten unter Lapatinib beobachtet und war in mehr als 70% der Fälle asymptomatisch. Die
Verminderung der LVEF klang wieder ab oder besserte sich in mehr als 70% der Fälle, davon inungefähr 60% nach Unterbrechung der Behandlung mit Lapatinib und in ungefähr 40% unter derweiteren Behandlung mit Lapatinib. Eine symptomatische Verminderung der LVEF wurde beiungefähr 0,3% der Patienten, die Lapatinib als Monotherapie oder in Kombination mit anderen
Arzneimitteln gegen Krebs erhalten hatten, beobachtet. Die beobachteten Nebenwirkungenbeinhalteten Dyspnoe, Herzinsuffizienz und Palpitationen. Insgesamt erholten sich 58% diesersymptomatischen Patienten wieder. Eine Verminderung der LVEF wurde bei 2,5% der Patienten, die
Lapatinib in Kombination mit Capecitabin erhalten hatten, im Vergleich zu 1,0% bei Capecitabinallein beobachtet. Über eine Verminderung der LVEF wurde bei 3,1% der Patienten, die Lapatinib in
Kombination mit Letrozol erhalten hatten, im Vergleich zu 1,3% der Patienten, die Letrozol plus
Plazebo erhalten hatten, berichtet. Über LVEF-Verringerungen wurde bei 6,7% der Patienten, die
Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab erhalten hatten, im Vergleich zu 2,1% der Patienten, die
Lapatinib allein erhalten hatten, berichtet.
Ein konzentrationsabhängiger Anstieg von QTcF (maximale mittlere ΔΔQTcF = 8,75 ms; 90%-KI4,08; 13,42) wurde in einer spezifischen QT-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden
Tumoren beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Durchfall
Durchfall trat bei ungefähr 65% der Patienten auf, die Lapatinib in Kombination mit Capecitabinerhalten hatten, bei 64% der Patienten, die Lapatinib in Kombination mit Letrozol erhalten hatten, undbei 62% der Patienten, die Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab erhalten hatten. In den meisten
Fällen waren die Durchfälle vom Grad 1 oder 2 und führten nicht zur Unterbrechung der Behandlungmit Lapatinib. Die Durchfälle sprechen gut auf ein proaktives Management an (siehe Abschnitt 4.4).
Jedoch wurde über wenige Fälle von akutem Nierenversagen sekundär zu schwerer Dehydratationinfolge einer Diarrhö berichtet.
HautausschlagHautausschlag trat bei ungefähr 28% der Patienten auf, die Lapatinib in Kombination mit Capecitabinerhalten hatten, bei 45% der Patienten, die Lapatinib in Kombination mit Letrozol erhalten hatten, undbei 23% der Patienten, die Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab erhalten hatten. In den meisten
Fällen waren die Hautausschläge geringgradig und führten nicht zur Unterbrechung der Behandlungmit Lapatinib. Verschreibenden Ärzten wird empfohlen, Hautuntersuchungen vor und regelmäßigwährend der Behandlung durchzuführen. Patienten, die Hautreaktionen an sich beobachten, solltenaufgefordert werden, Sonnenlicht zu vermeiden und Breitspektrum-Sonnenschutz mit einem
Lichtschutzfaktor (LSF) 30 anzuwenden. Wenn eine Hautreaktion auftritt, sollte eine
Ganzkörperuntersuchung bei jeder Visite bis einem Monat nach Verschwinden der Reaktion erfolgen.
Patienten mit großflächigen oder persistierenden Hautreaktionen sollten an einen Dermatologenüberwiesen werden.
HepatotoxizitätDas Risiko einer Lapatinib-induzierten Hepatotoxizität ist mit dem Vorhandensein der HLA-Allele
DQA1*02:01 und DRB1*07:01 verknüpft (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt kein spezifisches Gegenmittel zur Inhibierung der EGFR (ErbB1)- und/oder HER2 (ErbB2)-
Tyrosin-Phosphorylierung. Die maximale orale Dosis von Lapatinib, die in klinischen Studiengegeben wurde, betrug 1800 mg einmal täglich.
Über asymptomatisch und symptomatisch verlaufende Fälle von Überdosierungen wurde bei mit
Tyverb behandelten Patienten berichtet. Bei Patienten, die bis zu 5000 mg Lapatinib eingenommenhatten, beinhalteten die beobachteten Symptome bekannte mit Lapatinib assoziierte Ereignisse (siehe
Abschnitt 4.8) und in einigen Fällen schmerzhafte Kopfhaut- und/oder Schleimhautentzündungen. Ineinem Einzelfall wurde bei einem Patienten, der 9000 mg Tyverb eingenommen hatte, eine
Sinustachykardie (bei ansonsten normalem EKG) beobachtet.
Lapatinib wird nicht signifikant über die Nieren ausgeschieden und ist stark an Plasma-Proteinegebunden, daher stellt eine Hämodialyse erwartungsgemäß keine wirksame Methode zur Steigerungder Elimination von Lapatinib dar.
Das weitere Vorgehen sollte sich nach der klinischen Notwendigkeit oder, soweit vorhanden, nach den
Empfehlungen von nationalen Giftinformationszentralen richten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Humaner epidermaler Wachstumsfaktor-
Rezeptor 2 (HER2)-Tyrosinkinase-Inhibitoren, ATC-Code: L01EH01
WirkmechanismusLapatinib, ein 4-Anilinoquinazolin, ist ein Inhibitor der intrazellulären Tyrosinkinase-Domänensowohl des EGFR (ErbB1)- als auch des HER2 (ErbB2)-Rezeptors (Kiapp-Werte von 3 nM bzw.
13 nM, berechnet) mit einer langsamen Diffusionsrate von diesen Rezeptoren (Halbwertszeit vonmindestens 300 Minuten). Lapatinib hemmt das ErbB-abhängige Wachstum von Tumorzellen in vitround in verschiedenen Tiermodellen.
Die Kombination von Lapatinib und Trastuzumab bietet komplementäre Wirkmechanismen sowiemöglicherweise nicht-überlappende Resistenzmechanismen. Die wachstumshemmende Wirkung von
Lapatinib wurde an mit Trastuzumab vorbehandelten Zelllinien geprüft. Lapatinib behielt einesignifikante Aktivität gegen Brustkrebszelllinien mit HER2-Amplifikation, die in vitro in einem
Trastuzumab-enthaltenden Medium für Langzeitwachstum selektiert wurden, und wirkte in
Kombination mit Trastuzumab synergistisch bei diesen Zelllinien.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitKombinationsbehandlung mit Tyverb und Capecitabin
Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Tyverb in Kombination mit Capecitabin wurde bei
Brustkrebspatienten mit gutem Allgemeinzustand in einer randomisierten Phase-III-Studie geprüft.
Für die Teilnahme geeignete Patienten hatten HER2-überexprimierenden, lokal fortgeschrittenen odermetastasierten Brustkrebs, der nach vorangegangenen Behandlungen, die Taxane, Anthrazykline und
Trastuzumab beinhalteten, progredient war. Die LVEF wurde bei allen Patienten (mittels
Echokardiogramm [EKG] oder Radionuklidventrikulographie [MUGA]) vor Beginn der Behandlungmit Tyverb beurteilt, um sicherzustellen, dass der Ausgangswert der LVEF innerhalb des
Normbereichs der jeweiligen Einrichtung lag. In dieser klinischen Studie wurde die LVEF in ungefährachtwöchigen Abständen während der Behandlung mit Tyverb kontrolliert, um sicherzustellen, dasssie nicht unterhalb der unteren Grenze des Normbereichs der jeweiligen Einrichtung fiel. Die
Mehrzahl der LVEF-Abnahmen (mehr als 60% der Ereignisse) wurde während der ersten neun
Wochen der Behandlung beobachtet, jedoch waren nur begrenzte Daten bei Langzeitexpositionverfügbar.
Die Patienten erhielten randomisiert entweder 1250 mg Tyverb einmal täglich (fortlaufend) mit
Capecitabin (2000 mg/m²/Tag an den Tagen 1-14 alle 21 Tage) oder Capecitabin allein(2500 mg/m²/Tag an den Tagen 1-14 alle 21 Tage). Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zur
Progression (TTP). Die Beurteilung erfolgte durch die Prüfärzte und durch ein unabhängiges
Prüfungskomitee, das in Bezug auf die Behandlung verblindet war. Die Studie wurde auf Basis der
Ergebnisse einer im Voraus festgelegten Interimsanalyse, die eine Verbesserung in der TTP bei
Patienten, die Tyverb mit Capecitabin erhielten, zeigte, angehalten. In der Zeit zwischen der
Interimsanalyse und dem Ende der Rekrutierung wurden weitere 75 Patienten in die Studieeingeschlossen. Die Analyse anhand der Beurteilung durch die Prüfärzte, basierend auf den Daten zum
Ende der Rekrutierung, ist in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1 Daten bzgl. Zeit bis zur Progression aus der Studie EGF100151 (Tyverb /
Capecitabin)
Beurteilung durch den Prüfarzt
Tyverb (1250 mg/Tag) + Capecitabin (2500 mg/m²/Tag,
Capecitabin (2000 mg/m²/Tag, Tage 1 bis 14 alle 21 Tage)
Tage 1 bis 14 alle 21 Tage)(N = 198) (N = 201)
Zahl der TTP- 121 126
Ereignisse
TTP im Median, 23,9 18,3
Wochen
Relatives Risiko 0,72(95%-KI) (0,56; 0,92)p-Wert 0,008
Ebenso zeigte die unabhängige Beurteilung der Daten, dass Tyverb, in Kombination mit Capecitabingegeben, die Zeit bis zur Progression (Relatives Risiko 0,57 [95% KI 0,43, 0,77]) im Vergleich zu
Capecitabin allein signifikant verlängerte (p=0,0001).
Die Ergebnisse einer aktualisierten Analyse der Gesamt-Überlebensdaten vom 28. September 2007sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2 Daten zum Gesamtüberleben aus der Studie EGF100151 (Tyverb/Capecitabin)
Tyverb (1250 mg/Tag) + Capecitabin (2500 mg/m²/Tag,
Capecitabin (2000 mg/m²/Tag, Tage 1 bis 14 alle 21 Tage)
Tage 1 bis 14 alle 21 Tage)(N = 207) (N = 201)
Zahl der gestorbenen 148 154
Patienten
Medianes Gesamt- 74,0 65,9
Überleben, Wochen
Relatives Risiko 0,9(95%-KI) (0,71; 1,12)p-Wert 0,3
Im Kombinationsarm kam es zu 4 (2%) Progressionen im zentralen Nervensystem im Vergleich zu13 (6%) Progressionen im Arm mit Capecitabin allein.
Es sind Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit von Tyverb in Kombination mit Capecitabin im
Vergleich zu Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin verfügbar. In einer randomisierten Phase-
III-Studie (EGF111438) (N=540) wurde die Wirkung dieser zwei Kombinationsregime auf die
Inzidenz von ZNS-Metastasen als Lokalisation des ersten Rezidivs bei Frauen mit HER2-überexprimierendem metastasiertem Brustkrebs verglichen. Die Patientinnen erhielten randomisiertentweder 1250 mg Tyverb (kontinuierlich) einmal täglich plus Capecitabin (2000 mg/m²/Tag an den
Tagen 1 bis 14 alle 21 Tage) oder Trastuzumab (Initialdosis von 8 mg/kg, gefolgt von 6 mg/kg alswöchentliche Infusionen alle 3 Wochen) plus Capecitabin (2500 mg/m²/Tag an den Tagen 1 bis 14 alle21 Tage). Die Randomisierung wurde nach Trastuzumab-Vorbehandlung und Zahl der Vortherapien inder metastasierten Situation stratifiziert. Die Studie wurde abgebrochen, als die Zwischenanalyse(N=475) eine niedrige Inzidenz von ZNS-Ereignissen und eine überlegende Wirksamkeit des Armsmit Trastuzumab plus Capecitabin bezüglich des progressionsfreien Überlebens und des Gesamt-
Überlebens zeigte (siehe Ergebnisse der finalen Analyse in Tabelle 3).
Im Arm mit Tyverb plus Capecitabin traten bei 8 Patienten (3,2%) Erstrezidive im ZNS auf im
Vergleich zu 12 Patienten (4,8%) im Arm mit Trastuzumab plus Capecitabin.
Wirkung von Lapatinib auf ZNS-Metastasen
Bezüglich des objektiven Ansprechens hat Lapatinib eine mäßige Aktivität in der Behandlungbestehender ZNS-Metastasen gezeigt. Die beobachtete Aktivität in der Prävention von ZNS-
Metastasen in der Population mit metastasiertem Brustkrebs oder Brustkrebs im Frühstadium warbegrenzt.
Tabelle 3 Analyse des progressionsfreien Überlebens nach Beurteilung durch die Prüfärzteund des Gesamt-Überlebens
Progressionsfreies Überleben Gesamt-Überleben (OS)(PFS) nach Beurteilung der
Prüfärzte
Tyverb Trastuzumab Tyverb Trastuzumab(1250 mg/Tag) + (Initialdosis (1250 mg/Tag) + (Initialdosis
Capecitabin 8 mg/kg gefolgt Capecitabin 8 mg/kg gefolgt(2000 mg/m2/Tag, von (2000 mg/m2/Tag, von
Tage 1 bis 14 alle wöchentlichen Tage 1 bis 14 alle wöchentlichen21 Tage) Infusionen von 21 Tage) Infusionen von6 mg/kg alle 6 mg/kg alle3 Wochen) + 3 Wochen) +
Capecitabin Capecitabin(2500 mg/m2/Tag, (2500 mg/m2/Tag,
Tage 1 bis 14 alle Tage 1 bis 14 alle21 Tage) 21 Tage)
ITT-Population
N 271 269 271 269
Zahl (%) mit 160 (59) 134 (50) 70 (26) 58 (22)
Ereignissen1
Kaplan-Meier-
Beurteilung,
Monate a
Median (95%-KI) 6,6 (5,7; 8,1) 8,0 (6,1; 8,9) 22,7 (19,5; -) 27,3 (23,7; -)
Hazard-Ratio,stratifiziert b
HR (95%-KI) 1,30 (1,04; 1,64) 1,34 (0,95; 1,90)p-Wert 0,021 0,095
Patientinnen, die eine Trastuzumab-Vortherapie erhalten hatten*
N 167 159 167 159
Zahl (%) mit 103 (62) 86 (54) 43 (26) 38 (24)
Ereignissen1
Median (95%-KI) 6,6 (5,7; 8,3) 6,1 (5,7; 8,0) 22,7 (20,1; -) 27,3 (22,5; 33,6)
HR (95% KI) 1,13 (0,85; 1,50) 1,18 (0,76; 1,83)
Patientinnen, die keine Trastuzumab-Vortherapie erhalten hatten*
N 104 110 104 110
Zahl (%) mit 57 (55) 48 (44) 27 (26) 20 (18)
Ereignissen1
Median (95%-KI) 6,3 (5,6; 8,1) 10,9 (8,3; 15,0) NE2 (14,6; -) NE2 (21,6; -)
HR (95%-KI) 1,70 (1,15; 2,50) 1,67 (0,94; 2,96)
KI = Konfidenzintervall
a. Das PFS ist definiert als die Zeit von der Randomisierung bis erstmaligen Zeitpunkt einer Progression oderbis zum Tod jeglicher Ursache bzw. bis zu Zensierung.
b. Pike-Schätzer der Hazard-Ratio der Behandlungen <1 weist auf ein niedrigeres Risiko für Tyverb plus
Capecitabin im Vergleich zu Trastuzumab plus Capecitabin hin.
1. Ein PFS-Ereignis beinhaltet entweder Progression oder Tod und ein OS-Ereignis beinhaltet Tod jeglicher
Ursache.
2. NE=Der Median wurde nicht erreicht.
* Post-hoc-Analyse
Kombinationsbehandlung mit Tyverb und Trastuzumab
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab wurde beimmetastasierten Brustkrebs in einer randomisierten Studie geprüft. Für die Teilnahme geeignete
Patienten hatten metastasierten Brustkrebs im Stadium IV mit ErbB2-Genamplifikation (oder Protein-
Überexpression), die vorher mit Anthrazyklinen und Taxanen behandelt worden waren. Zusätzlichmusste in Übereinstimmung mit dem Prüfplan von den Prüfärzten bestätigt werden, dass die
Erkrankung der Patienten unter ihrem letzten Trastuzumab-haltigen Schema in der metastasierten
Situation progredient verlaufen war. Die mediane Anzahl vorausgegangener Trastuzumab-haltiger
Schemata war drei. Die Patienten erhielten randomisiert entweder Lapatinib 1000 mg einmal täglichoral plus Trastuzumab 4 mg/kg als intravenöse Initialdosis, gefolgt von 2 mg/kg intravenöswöchentlich (N = 148), oder Lapatinib 1500 mg einmal täglich oral (N = 148). Patienten, die nachmindestens 4 Wochen unter der Lapatinib-Monotherapie objektiv progredient waren, konnten zur
Kombinationstherapie wechseln. Von den 148 Patienten im Monotherapie-Arm entschieden sich zum
Zeitpunkt der Krankheitsprogression 77 (52%) für die Weiterbehandlung mit der
Kombinationstherapie.Das progressionsfreie Überleben (PFS) war der primäre Endpunkt der Studie mit Ansprechrate und
Gesamt-Überleben (OS) als sekundäre Endpunkte. Das mediane Alter betrug 51 Jahre, wobei 13%älter als 65 Jahre waren, vierundneunzig Prozent (94%) waren kaukasischer Abstammung. Diemeisten Patienten in beiden Behandlungsarmen hatten eine viszerale Erkrankung (215 [73%] der
Patienten insgesamt). Ferner waren 150 [50%] der Patienten Hormonrezeptor-negativ. Eine
Zusammenfassung der Wirksamkeitsendpunkte und der Daten zum Gesamt-Überleben ist in Tabelle 4dargestellt. Auch sind die Ergebnisse einer Subgruppen-Analyse, basierend auf einem vorherfestgelegten Stratifikationsfaktor (Hormonrezeptor-Status), aus der Tabelle 5 ersichtlich.
Tabelle 4 Daten zum progressionsfreien Überleben und Gesamt-Überleben (Tyverb /
Trastuzumab)
Lapatinib plus Lapatinib allein
Trastuzumab (N = 148)(N = 148)
Medianes PFS1, Wochen 12,0 8,1(95% KI) (8,1; 16,0) (7,6; 9,0)
Hazard-Ratio (95%-KI) 0,73 (0,57; 0,93)
P-Wert 0,008
Ansprechrate, % 10,3 6,9(95%-KI) (5,9; 16,4) (3,4; 12,3)
Gestorben 105 113
Medianes Gesamt-Überleben1, 14,0 9,5
Monate (11,9; 17,2) (7,6; 12,0)(95%-KI)
Hazard-Ratio (95%-KI) 0,74 (0,57; 0,97)
P-Wert 0,026
PFS = progressionsfreies Überleben; KI = Konfidenzintervall.1 Abschätzung nach Kaplan-Meier
Tabelle 5 Zusammenfassung der PFS- und OS-Daten in Studien mit Hormonrezeptor-negativen Patienten
Medianes PFS Medianes OS
Lap+Tras 15,4 Wochen (8,4; 16,9) 17,2 Monate (13,9; 19,2)
Lap 8,2 Wochen (7,4; 9,3) 8,9 Monate (6,7; 11,8)
HR (95%-KI) 0,73 (0,52; 1,03) 0,62 (0,42; 0,90)
Kombinationsbehandlung mit Tyverb und Letrozol
Tyverb wurde in Kombination mit Letrozol zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit
Hormonrezeptor-positivem (Estrogenrezeptor [ER]-positiven und/oder Progesteronrezeptor [PgR]-positivem), fortgeschrittenen oder metastasiertem Brustkrebs untersucht.
Die Phase-III-Studie (EGF30008) war randomisiert, doppelblind und Plazebo-kontrolliert. Die Studieschloss Patienten ein, die keine vorangegangene Therapie für ihre metastasierende Erkrankungerhalten hatten.
In der Population mit HER2-Überexpression wurden lediglich 2 Patienten eingeschlossen, die vorher
Trastuzumab erhalten hatten. 2 Patienten erhielten eine vorangegangene Therapie mit einem
Aromatase-Inhibitor sowie ungefähr die Hälfte Tamoxifen.
Die Patienten erhielten randomisiert 2,5 mg Letrozol einmal täglich plus 1500 mg Tyverb einmaltäglich oder Letrozol zusammen mit Plazebo. Die Randomisierung wurde nach
Erkrankungslokalisation und der Zeit ab Absetzen vorangegangener adjuvanter Anti-Estrogen-
Therapie stratifiziert. Der HER2-Status wurde retrospektiv mittels zentraler Laboruntersuchungenbestimmt. Von allen auf eine Behandlung randomisierten Patienten hatten 219 Patienten HER2-überexprimierende Tumore, die die prospektiv definierte Primärpopulation für die
Wirksamkeitsanalyse waren. 952 Patienten hatten HER2-negative Tumore, und bei einer Gesamtzahlvon 115 Patienten war der Tumorstatus unbestätigt (keine Tumorprobe, kein Untersuchungsergebnisoder irgendwelche anderen Gründe).
Bei Patienten mit HER2-überexprimierendem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs wardas progressionsfreie Überleben (PFS) unter Tyverb plus Letrozol signifikant länger als mit Letrozolplus Plazebo. In der HER2-negativen Population war kein Vorteil hinsichtlich PFS zu verzeichnen,wenn Letrozol plus Tyverb mit Letrozol plus Plazebo verglichen wurde (siehe Tabelle 6).
Tabelle 6 Daten zum progressionsfreien Überleben aus der Studie EGF30008 (Tyverb /
Letrozol)
HER2-überexprimierende HER2-negative Population
Population
N = 111 N = 108 N = 478 N = 474
Tyverb Tyverb1500 mg/Tag Letrozol 1500 mg/Tag Letrozol+ Letrozol 2,5 mg/Tag + Letrozol 2,5 mg/Tag2,5 mg/Tag + Plazebo 2,5 mg/Tag + Plazebo
Medianes PFS, Wochen35,4 13,0 59,7 58,3(95%-KI)(24,1; 39,4) (12,0; 23,7) (48,6; 69,7) (47,9; 62,0)
Hazard-Ratio 0,71 (0,53; 0,96) 0,90 (0,77; 1,05)
P-Wert 0,019 0,188
Objektive Ansprechrate 27,9% 14,8% 32,6% 31,6%(ORR)
Odds-Ratio 0,4 (0,2; 0,9) 0,9 (0,7; 1,3)
P-Wert 0,021 0,26
Klinischer Nutzen 47,7% 28,7% 58,2% 31,6%(CBR)
Odds-Ratio 0,4 (0,2; 0,8) 1,0 (0,7; 1,2)
P-Wert 0,003 0,199
KI = Konfidenzintervall
HER2-Überexpression = IHC 3+ und/oder FISH-positiv; HER2-negativ = IHC 0, 1+ oder 2+und/oder FISH-negativ
Der klinische Nutzen war definiert als komplette Remissionen plus partielle Remissionen plus
Stabilisierung der Erkrankung für 6 Monate.
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse des progressionsfreien Überlebens (mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 2,64 Jahren) waren die Gesamt-Überlebensdaten noch unreif und es gabkeinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen in der HER2-positiven
Population. Dies hat sich auch durch die weitere Nachbeobachtung nicht geändert (mediane
Nachbeobachtungszeit von ˃7,5 Jahren; Tabelle 7).
Tabelle 7 Ergebnisse zum Gesamt-Überleben (OS) aus der Studie EGF30008 (nur die HER2-positive Population)
Tyverb 1500 mg/Tag + Letrozol 2,5 mg/Tag +
Letrozol 2,5 mg/Tag Plazebo
N = 111 N = 108
Prospektiv geplante OS-Analyse (zum Zeitpunkt der finalen Analyse des progressionsfreien
Überlebens, 3. Juni 2008)
Mediane Nachbeobachtung 2,64 2,64(Jahre)
Todesfälle (%) 50 (45) 54 (50)
Hazard-Ratioa (95%-KI), p-Wertb 0,77 (0,52; 1,14); 0,185
Finale OS-Analyse (Post-hoc-Analyse, 7. August 2013)
Mediane Nachbeobachtung 7,78 7,55(Jahre)
Todesfälle (%) 86 (77) 78 (72)
Hazard-Ratioa (95%-KI), p-Wert 0,97 (0,07; 1,33); 0,848
Mediane Werte aus der Kaplan-Meier-Analyse; HR- und p-Werte mittels Cox-Regressionsmodell,adjustiert bezüglich wichtiger prognostischer Faktoren.
a. Schätzwert der Hazard-Ratio für die Behandlung, wobei <1 ein niedrigeres Risiko für
Letrozol 2,5 mg + Lapatinib 1500 mg im Vergleich zu Letrozol 2,5 mg + Plazebo bedeutet.
b. p-Wert mittels Cox-Regressionsmodell, stratifiziert nach Krankheitslokalisierung undvorausgegangener adjuvanter Therapie zum Zeitpunkt des Screenings.
Kardiale ElektrophysiologieDer Einfluss von Lapatinib auf das QT-Intervall wurde in einer einfach verblindeten,plazebokontrollierten, einfachen Cross-Over-Studie (Plazebo und Wirkstoff) bei Patienten mitfortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht (EGF114271) (n=58). Während der 4 Tage dauernden
Behandlungsperiode wurden drei Dosen Plazebo im Abstand von jeweils 12 Stunden am Morgen und
Abend von Tag 1 und am Morgen von Tag 2 gegeben. Danach wurden drei Dosen mit jeweils2000 mg Lapatinib auf dieselbe Art gegeben. Messungen, einschließlich Elektrokardiogramme(EKGs) und die Entnahme von Proben für die pharmakokinetischen Untersuchungen wurden zur
Baseline und zu identischen Zeitpunkten an den Tagen 2 und 4 durchgeführt.
In der auswertbaren Population (n=37) wurde ein maximales mittleres ΔΔQTcF (90%-KI) von8,75 ms (4,08; 13,42) 10 Stunden nach Einnahme der dritten Dosis mit 2000 mg Lapatinib beobachtet.
ΔΔQTcF überschritt den Schwellenwert von 5 ms, wobei die obere Grenze des 90%-KI einen
Schwellenwert von 10 ms mehrfach überschritt. In der Population für die pharmakodynamischen
Untersuchungen (n=52) waren die Ergebnisse mit der auswertbaren Population vergleichbar(maximales ΔΔQTcF (90%-KI) von 7,91 ms (4,13; 11,68) beobachtet 10 Stunden nach Einnahme derdritten Dosis von 2000 mg Lapatinib).
Es gibt eine positive Korrelation zwischen der Plasmakonzentration von Lapatinib und ΔΔQTcF.
Lapatinib führte zu einer maximalen mittleren Plasmakonzentration von 3920 (3450 bis 4460) ng/ml(geometrisches Mittel/95%-KI), die das geometrische Mittel von Cmax.ss und dessen 95%-KIüberschritt, die nach den zugelassenen Dosierungsschemata beobachtet wurden. Eine weitere
Zunahme des Plasmaspitzenspiegels kann erwartet werden, wenn Lapatinib regelmäßig mit
Nahrungsmitteln (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2) oder zusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoreneingenommen wird. Wenn Lapatinib zusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoren eingenommen wird,kann auf der Grundlage von Modell-basierten Vorhersagen (siehe Abschnitt 4.4) eine Verlängerungdes QTc-Intervalls um 16,1 ms (12,6 bis 20,3 ms) erwartet werden.
Einfluss der Nahrung auf die Lapatinib-Exposition
Die Bioverfügbarkeit und damit die Plasmakonzentrationen von Lapatinib sind nach einer Mahlzeit in
Relation zur Zusammensetzung der Nahrung und zum Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme erhöht. Der
Einnahmezeitpunkt von einer Stunde nach einer Mahlzeit resultiert in einer etwa 2- bis 3-fach höherensystemischen Exposition in Vergleich zum Einnahmezeitpunkt von einer Stunde vor einer Mahlzeit(siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tyverb eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung des
Brustkrebses gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie absolute Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe von Lapatinib ist nicht bekannt, ist aber unvollständigund variabel (Variationskoeffizient etwa 70% bezüglich der AUC). Serumspiegel waren mit einermedianen zeitlichen Verzögerung von 0,25 Stunden (Streubreite 0 bis 1,5 Stunden) nachweisbar.
Maximale Plasmaspiegel (Cmax) von Lapatinib werden ungefähr 4 Stunden nach der Gabe erreicht. Dietägliche Dosierung von 1250 mg führt zu mittleren geometrischen Cmax-Werten (Variationskoeffizient)von 2,43 (76%) µg/ml und AUC-Werten von 36,2 (79%) µg*h/ml im Steady State.
Die systemische Exposition von Lapatinib wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme erhöht. Die
AUC-Werte von Lapatinib waren etwa um das 3- bzw. 4-Fache (die Cmax-Werte etwa um das 2,5-bzw. 3-Fache) höher nach Gabe zu Mahlzeiten mit einem niedrigen (5% Fett [500 Kalorien]) oder miteinem hohen Fettanteil (50% Fett [1000 Kalorien]) im Vergleich zur Gabe im Nüchternzustand. Diesystemische Lapatinib-Exposition wird ebenso durch den Zeitpunkt der Gabe in Relation zur
Nahrungsaufnahme beeinflusst. Im Verhältnis zum Einnahmezeitpunkt von 1 Stunde vor einemfettarmen Frühstück lagen die mittleren AUC-Werte um etwa das 2- bzw. 3-Fache höher, wenn
Lapatinib 1 Stunde nach einer Mahlzeit mit einem niedrigen bzw. hohen Fettanteil gegeben wurde.
VerteilungLapatinib wird stark (mehr als 99%) an Albumin und alpha-1-Säure-Glykoprotein gebunden. In-vitro-
Studien lassen erkennen, dass Lapatinib ein Substrat für die Transportproteine BCRP (ABCG1) und p-
Glykoprotein (ABCB1) ist. Auch wurde für Lapatinib in vitro gezeigt, dass es diese Efflux-
Transportproteine ebenso wie das die Aufnahme in die Leber vermittelnde Transportprotein
OATP 1B1 in klinisch relevanten Konzentrationen hemmt (die IC50-Werte betrugen etwa 2,3 µg/ml).
Die klinische Bedeutung dieser Effekte auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel oder diepharmakologische Aktivität anderer Arzneimittel gegen Krebs ist nicht bekannt.
BiotransformationLapatinib wird umfassend, in erster Linie über CYP3A4 und CYP3A5, zu einem geringen Teil auchüber CYP2C19 und CYP2C8, zu einer Vielzahl oxidierter Metaboliten verstoffwechselt, von denenkeiner mehr als 14% der in den Faeces wieder gefundenen Dosis oder mehr als 10% der Lapatinib-
Konzentration im Plasma erreicht.
In vitro hemmt Lapatinib CYP3A4 (Ki 0,6 bis 2,3 µg/ml) und CYP2C8 (0,3 µg/ml) in klinischrelevanten Konzentrationen. Lapatinib hemmt die folgenden Enzyme in menschlichen Mikrosomennicht signifikant: CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6 oder UGT-Enzyme (die IC50-Wertebetrugen in vitro mindestens 6,9 µg/ml).
EliminationDie Halbwertszeit von Lapatinib nach Einmalgabe steigt mit steigender Dosis an. Jedoch wird ein
Steady State nach täglicher Gabe von Lapatinib innerhalb von 6 bis 7 Tagen erreicht, was auf eineeffektive Halbwertszeit von 24 Stunden hinweist. Lapatinib wird vorwiegend durch
Verstoffwechselung über CYP3A4/5 eliminiert. Die biliäre Exkretion scheint auch zur Eliminationbeizutragen. Die Faeces stellen den primären Ausscheidungsweg für Lapatinib und seine Metabolitendar. Die Wiederfindungsrate von unverändertem Lapatinib in den Faeces betrug im Median 27%(Streubreite 3 bis 67%) einer oralen Dosis. Weniger als 2% der angewendeten oralen Dosis wird im
Urin (in Form von Lapatinib und Metaboliten) ausgeschieden.
NierenfunktionsstörungenDie Pharmakokinetik von Lapatinib wurde nicht spezifisch bei Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion oder bei Hämodialyse-Patienten untersucht. Verfügbare Daten deuten darauf hin, dassbei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung notwendigist.
LeberfunktionsstörungenDie Pharmakokinetik von Lapatinib wurde bei Patienten mit mittelschwerer (n = 8) oder schwerer(n = 4) Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad 7-9 bzw. größer als 9) und zur Kontrolle bei8 gesunden Patienten geprüft. Die systemische Exposition (AUC) von Lapatinib nach einer oralen
Einzeldosis von 100 mg stieg um ungefähr 56% bzw. 85% bei Patienten mit mittelschweren bisschweren Leberfunktionsstörungen an. Daher sollte eine Gabe von Lapatinib an Patienten mit
Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Lapatinib wurde an trächtigen Ratten und Kaninchen in oralen Dosen von 30, 60 und 120 mg/kg/Taguntersucht. Teratogene Wirkungen wurden nicht beobachtet; es traten jedoch geringgradige
Anomalien (linksseitige Nabelarterie, Halsrippen und frühzeitige Verknöcherung) bei Ratten ab60 mg/kg/Tag (dem 4-Fachen der erwarteten klinischen Exposition beim Menschen) auf. Bei
Kaninchen waren 60 und 120 mg Lapatinib/kg/Tag mit maternaler Toxizität (8% bzw. 23% dererwarteten klinischen Exposition beim Menschen) und 120 mg/kg/Tag mit Fehlgeburten verbunden.
Nach ≥60 mg/kg/Tag wurden ein verringertes fetales Körpergewicht und geringfügige
Skelettveränderungen beobachtet. In einer Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung an Ratten tratein verringertes Überleben von Jungtieren zwischen der Geburt und Tag 21 nach der Geburt in
Dosierungen ab 60 mg/kg/Tag (dem 5-Fachen der erwarteten klinischen Exposition beim Menschen)auf. Die höchste Dosis in dieser Studie, bei der kein Effekt auftrat, betrug 20 mg/kg/Tag.
In Kanzerogenitätsstudien mit Lapatinib nach oraler Verabreichung zeigten sich schwere Hautläsionennach den höchsten getesteten Dosen, die auf Grundlage der AUC-basierten Exposition bei Mäusenund männlichen Ratten dem bis zu 2-Fachen und bei weiblichen Ratten dem bis zu 15-Fachen der
Exposition beim Menschen nach einmal täglicher Gabe von 1250 mg Lapatinib entsprachen. Es gabkeinen Hinweis auf ein karzinogenes Potential bei Mäusen. Bei Ratten war die Häufigkeit gutartiger
Hämangiome der mesenterialen Lymphknoten in einigen Gruppen höher als in den mitlaufenden
Kontrollgruppen. Ebenso wurde bei weiblichen Ratten nach einer Exposition, die dem 7- bis 10-
Fachen der Exposition nach einer Gabe von 1250 mg Lapatinib einmal täglich beim Menschenentspricht, eine Zunahme renaler Infarkte und papillärer Nekrosen beobachtet. Die Relevanz dieser
Befunde für den Menschen ist unbekannt.
Es traten keine Effekte auf die Funktion der männlichen oder weiblichen Keimdrüsen von Ratten, die
Paarung oder die Fertilität in Dosierungen bis zu 120 mg/kg/Tag (weibliche Tiere) bzw. bis zu180 mg/kg/Tag (männliche Tiere) auf (dem 8- bzw. 3-Fachen der erwarteten klinischen Expositionbeim Menschen). Die Wirkung auf die menschliche Fertilität ist unbekannt.
Lapatinib war weder klastogen noch mutagen in einer Testbatterie, die einen
Chromosomenaberrationstest an Zellen des chinesischen Hamsters, einen Ames-Test, einen
Chromosomenaberrationstest an humanen Lymphozyten und einen Chromosomenaberrationstest am
Knochenmark von Ratten in vivo einschloss.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Povidon (K30)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Magnesiumstearat
FilmüberzugHypromellose
Titandioxid (E171)
Macrogol (400)
Polysorbat 80
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Blisterpackungen2 Jahre
Flaschen3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Tyverb ist sowohl in Blisterpackungen als auch in Flaschen erhältlich.
Blisterpackungen
Für die Dosierung in einer Tyverb/Capecitabin-Kombination
Jede Packung Tyverb enthält 70 Filmtabletten in Folien-Blisterpackungen (Polyamid/Aluminium /
Polyvinylchlorid/Aluminium) zu je 10 Tabletten. Jede Folie ist in der Mitte perforiert, um eine
Teilung der Blisterpackungen für eine Tagesdosis von 5 Tabletten zu ermöglichen.
Bündelpackungen enthalten 140 (2 Packungen à 70) Filmtabletten.
Für die Dosierung in einer Tyverb/Aromatase-Inhibitor-Kombination
Jede Packung Tyverb enthält 84 Filmtabletten in Folien-Blisterpackungen (Polyamid/Aluminium /
Polyvinylchlorid/Aluminium) zu je 12 Tabletten. Jede Folie ist in der Mitte perforiert, um eine
Teilung der Blisterpackungen für eine Tagesdosis von 6 Tabletten zu ermöglichen.
FlaschenTyverb ist auch in Flaschen aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) mit einem kindergesicherten
Verschluss aus Polypropylen erhältlich, die 70, 84, 105 oder 140 Filmtabletten enthalten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 10. Juni 2008
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. September 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.