Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TUKYSA 150mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
TUKYSA 50 mg Filmtabletten
TUKYSA 150 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
TUKYSA 50 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 50 mg Tucatinib.
TUKYSA 150 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 150 mg Tucatinib.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 150-mg-Filmtablette enthält 27,64 mg Natrium und 30,29 mg Kalium.
Eine 300-mg-Dosis TUKYSA enthält 55,3 mg Natrium und 60,6 mg Kalium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
TUKYSA 50 mg Filmtabletten
Runde, gelbe Filmtablette mit der Prägung 'TUC“ auf einer Seite und '50“ auf der anderen Seite. Die50-mg-Tablette hat einen Durchmesser von ca. 8 mm.
TUKYSA 150 mg Filmtabletten
Ovale, gelbe Filmtablette mit der Prägung 'TUC“ auf einer Seite und '150“ auf der anderen Seite. Die150-mg-Tablette ist ca. 17 mm lang und 7 mm breit.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
TUKYSA wird angewendet in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin zur Behandlung vonerwachsenen Patienten mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs,die zuvor mindestens 2 gegen HER2 gerichtete Behandlungsschemata erhalten haben.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit TUKYSA sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der in der
Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebs erfahren ist.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 300 mg Tucatinib (zwei 150-mg-Tabletten), die kontinuierlich zweimaltäglich in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin wie in der in Tabelle 1 beschriebenen
Dosierung eingenommen werden. Weitere Informationen sind in den Fachinformationen dergleichzeitig angewendeten Arzneimittel Trastuzumab und Capecitabin zu finden. Die Bestandteile der
Behandlung können in beliebiger Reihenfolge verabreicht werden.
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung
Zeitpunkt relativzur
Behandlung Dosis Behandlungstage Nahrungsaufnahme300 mg oral Unabhängig von den
Tucatinib Kontinuierlichzweimal täglich Mahlzeiten
Innerhalb von1000 mg/m2 oral Tag 1 bis 14 alle
Capecitabin 30 Minuten nachzweimal täglich 21 Tageeiner Mahlzeit
Trastuzumab
Intravenöse Gabe
Initialdosis 8 mg/kg intravenös Tag 1
Nachfolgende Dosen 6 mg/kg intravenös Alle 21 Tage Nicht zutreffend
ODER
Subkutane Gabe 600 mg subkutan Alle 21 Tage
Die Behandlung mit TUKYSA sollte bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer nichtvertretbaren Toxizität fortgesetzt werden.
Ausgelassene DosenFalls eine Dosis ausgelassen wurde, sollte der Patient die nächste Dosis zur regulär geplanten Zeiteinnehmen.
DosisanpassungDie empfohlenen Anpassungen der Tucatinib-Dosis für Patienten mit Nebenwirkungen (siehe
Abschnitt 4.8) sind in den Tabellen 2 und 3 angegeben. Bezüglich Dosisanpassungen bei Toxizitäten,die mutmaßlich durch das gleichzeitig verabreichte Trastuzumab und Capecitabin hervorgerufenwurden, sind die Fachinformationen dieser Arzneimittel zu konsultieren.
Tabelle 2: Empfohlene Reduktionen der Tucatinib-Dosis bei Nebenwirkungen
Dosisstufe Tucatinib-Dosis
Empfohlene Anfangsdosis 300 mg zweimal täglich
Erste Dosisreduktion 250 mg zweimal täglich
Zweite Dosisreduktion 200 mg zweimal täglich
Dritte Dosisreduktion 150 mg zweimal täglich11. Bei Patienten, die 150 mg oral zweimal täglich nicht vertragen, sollte TUKYSA dauerhaft abgesetzt werden.
Tabelle 3: Empfohlene Anpassungen der Tucatinib-Dosis bei Nebenwirkungen
Nebenwirkung Schweregrad1 Anpassung der Tucatinib-Dosis
Diarrhö Grad 1 und 2 Keine Dosisanpassung erforderlich.
Grad 3 ohne Antidiarrhoika- Geeignete medizinische Therapie einleiten
Behandlung oder intensivieren. Einnahme von Tucatinibbis zum Rückgang auf ≤ Grad 1 unterbrechen,anschließend Tucatinib-Behandlung aufderselben Dosisstufe fortsetzen.
Grad 3 mit Antidiarrhoika- Geeignete medizinische Therapie einleiten
Behandlung oder intensivieren. Einnahme von Tucatinibbis zum Rückgang auf ≤ Grad 1 unterbrechen,anschließend Tucatinib-Behandlung auf dernächstniedrigen Dosisstufe fortsetzen.
Grad 4 Tucatinib dauerhaft absetzen.
ALT, AST oder Grad 1 Bilirubin (> ULN bis Keine Dosisanpassung erforderlich.
Gesamtbilirubin 1,5 × ULN)erhöht2
Grad 2 Bilirubin (> 1,5 bis Einnahme von Tucatinib bis zum Rückgang3 × ULN) auf ≤ Grad 1 unterbrechen, anschließend
Tucatinib-Behandlung auf der gleichen
Dosisstufe fortsetzen.
Grad 3 ALT oder AST (> 5 bis Einnahme von Tucatinib bis zum Rückgang20 × ULN) auf ≤ Grad 1 unterbrechen, anschließend
Tucatinib-Behandlung auf der nächstniedrigen
ODER
Dosisstufe fortsetzen.
Grad 3 Bilirubin (> 3 bis10 × ULN)
Grad 4 ALT oder AST Tucatinib dauerhaft absetzen.(> 20 × ULN)
ODER
Grad 4 Bilirubin (> 10 × ULN)
ALT oder AST > 3 × ULN) Tucatinib dauerhaft absetzen.
UND
Bilirubin > 2 × ULN
Sonstige Grad 1 und 2 Keine Dosisanpassung erforderlich.
Nebenwirkungen
Grad 3 Einnahme von Tucatinib bis zum Rückgangauf ≤ Grad 1 unterbrechen, anschließend
Tucatinib-Behandlung auf der nächstniedrigen
Dosisstufe fortsetzen.
Grad 4 Tucatinib dauerhaft absetzen.
1. Schweregrade basierend auf den allgemeinen Terminologiekriterien für unerwünschte Ereignisse (Common
Terminology Criteria for Adverse Events) des National Cancer Institute, Version 4.032. Abkürzungen: ULN = obere Normgrenze (upper limit of normal); ALT = Alaninaminotransferase;
AST = Aspartataminotransferase
Gleichzeitige Gabe mit CYP2C8-Inhibitoren
Eine gleichzeitige Anwendung mit starken CYP2C8-Inhibitoren ist zu vermeiden. Lässt sich die
Anwendung zusammen mit einem starken CYP2C8-Inhibitor nicht vermeiden, sollte die Anfangsdosisvon Tucatinib auf 100 mg oral zweimal täglich verringert werden. Nach Absetzen des starken
CYP2C8-Inhibitors seit 3 Eliminationshalbwertszeiten sollte Tucatinib wieder in der Dosierung wievor Beginn der Behandlung mit dem Inhibitor eingenommen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Bei Anwendung zusammen mit moderaten CYP2C8-Inhibitoren sollte die Überwachung auf
Nebenwirkungen von TUKYSA verstärkt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs ist keine Dosisanpassung bei Patienten ab 65 Jahren erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Bei
Patienten über 80 Jahren wurde Tucatinib nicht untersucht.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Für Patienten mit schwerer Funktionsstörung der Leber (Child-
Pugh C) wird eine reduzierte Anfangsdosis von 200 mg (zweimal täglich oral) empfohlen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von TUKYSA bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Art der AnwendungTUKYSA ist zum Einnehmen. Die Tabletten sind im Ganzen zu schlucken und sollten vorher nichtgekaut, zerkleinert oder geteilt werden (siehe Abschnitt 5.2).
TUKYSA soll ungefähr im Abstand von 12 Stunden jeden Tag zur gleichen Zeit unabhängig von den
Mahlzeiten eingenommen werden. TUKYSA kann gleichzeitig mit Capecitabin eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
LaboruntersuchungenALT, AST und Bilirubin erhöht
Während der Behandlung mit Tucatinib wurde über erhöhte ALT-, AST- und Bilirubinwerte berichtet(siehe Abschnitt 4.8). ALT, AST und Gesamtbilirubin sollten alle drei Wochen oder bei klinischer
Indikation überwacht werden. Je nach Schweregrad der Nebenwirkung sollte die Behandlung mit
Tucatinib unterbrochen werden, anschließend sollte die Dosis verringert oder die Behandlungdauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Kreatinin ohne beeinträchtigte Nierenfunktion erhöht
Aufgrund der Hemmung des renalen tubulären Transports von Kreatinin kam es zu einem Anstieg des
Serumkreatinins (durchschnittlicher Anstieg: 30 %) ohne Beeinflussung der glomerulären Funktion(siehe Abschnitt 4.8). Nicht auf Kreatinin beruhende alternative Marker wie BUN, Cystatin C oder dieberechnete GFR können zur Ermittlung einer möglicherweise beeinträchtigten Nierenfunktionherangezogen werden.
DiarrhöWährend der Behandlung mit Tucatinib wurde über Diarrhö, auch über schwere Fälle mit
Dehydratation, Hypotonie, akuter Nierenschädigung und Tod berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Sofernklinisch angezeigt, sollten bei Diarrhö Antidiarrhoika angewendet werden. Bei einer Diarrhö mit
Schweregrad ≥ 3 sollte die Behandlung mit Tucatinib unterbrochen werden; anschließend sollte die
Dosis verringert oder die Behandlung dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2). Wenn einepersistierende Diarrhö mit Schweregrad 2 zusammen mit Übelkeit und/oder Erbrechen mit
Schweregrad ≥ 2 auftritt, sollte ebenfalls umgehend eine medizinische Behandlung eingeleitet werden.
Je nach klinischer Indikation sollten diagnostische Tests durchgeführt werden, um bei Diarrhö mit
Schweregrad 3 oder 4 bzw. bei einer Diarrhö beliebigen Schweregrads mit erschwerenden
Begleitumständen (Dehydratation, Fieber, Neutropenie) infektiöse Ursachen auszuschließen.
Embryo-fetale Toxizität
Ausgehend von den Ergebnissen tierexperimenteller Studien und seinem Wirkmechanismus kann
Tucatinib bei Anwendung an Schwangeren schädliche Wirkungen auf den Fetus haben. Intierexperimentellen Reproduktionsstudien führte die Verabreichung von Tucatinib an trächtige
Kaninchen während der Organogenese zu Anomalien bei den Feten. Die Exposition der Muttertierewar dabei ähnlich der klinischen Exposition bei empfohlener Dosierung.
Schwangere sollten über das mögliche Risiko für das ungeborene Kind unterrichtet werden. Frauen imgebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während und bis zu mindestens 1 Woche nach derletzten Dosis der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten ebenfalls angewiesen werden, im Zeitraumwährend und bis zu mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis der Behandlung auf wirksame Weisezu verhüten.
Sensitive CYP3A-Substrate
Tucatinib ist ein starker CYP3A-Inhibitor. Folglich besitzt Tucatinib das Potenzial für
Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die durch CYP3A metabolisiert werden, was zu erhöhten
Plasmakonzentrationen des anderen Arzneimittels führen kann (siehe Abschnitt 4.5). Wird Tucatinibgleichzeitig mit anderen Arzneimitteln verabreicht, so ist bezüglich Empfehlungen für die gemeinsame
Anwendung mit CYP3A-Inhibitoren die jeweilige Fachinformation des anderen Arzneimittels zukonsultieren. Eine gleichzeitige Behandlung mit Tucatinib und CYP3A-Substraten ist zu vermeiden,wenn minimale Konzentrationsänderungen zu schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen
Nebenwirkungen führen können. Ist eine solche gemeinsame Anwendung unvermeidlich, sollte die
Dosis des CYP3A-Substrats gemäß der Fachinformation des gleichzeitig verabreichten Arzneimittelsverringert werden.
P-gp-SubstrateDie gleichzeitige Anwendung von Tucatinib mit einem P-gp-Substrat führte zu einer Erhöhung der
Plasmakonzentrationen dieses Substrats, was die mit P-gp-Substraten assoziierte Toxizität verstärkenkönnte. Es sollte eine Dosisreduktion von P-gp-Substraten (einschließlich sensitiver intestinaler
Substrate wie Dabigatran) gemäß der Fachinformation des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels in
Erwägung gezogen werden, und P-gp-Substrate sind mit Vorsicht zu verabreichen, wenn minimale
Konzentrationsänderungen zu schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führenkönnen.
Starke CYP3A-/moderate CYP2C8-Induktoren
Die gemeinsame Anwendung von Tucatinib mit einem starken CYP3A- oder einem moderaten
CYP2C8-Induktor führte zu einer Verringerung der Tucatinib-Konzentrationen, wodurch die Wirkungvon Tucatinib vermindert sein könnte. Eine gleichzeitige Anwendung mit einem starken CYP3A-
Induktor oder einem moderaten CYP2C8-Induktor sollte vermieden werden.
Starke/moderate CYP2C8-Inhibitoren
Die gemeinsame Anwendung von Tucatinib mit einem starken CYP2C8-Inhibitor führte zu einer
Erhöhung der Tucatinib-Konzentrationen, was das Risiko einer durch Tucatinib bedingten Toxizitäterhöhen kann. Eine gleichzeitige Anwendung mit starken CYP2C8-Inhibitoren sollte vermiedenwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Es liegen keine klinischen Daten vor zur Auswirkung der gemeinsamen Anwendung von moderaten
CYP2C8-Inhibitoren auf die Tucatinib-Konzentrationen. Bei moderaten CYP2C8-Inhibitoren solltedie Überwachung des Patienten auf Nebenwirkungen von Tucatinib verstärkt werden.
Informationen über sonstige Bestandteile
Dieses Arzneimittel enthält 55,3 mg Natrium pro 300-mg-Dosis. Dies entspricht 2,75 % der für einen
Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
Dieses Arzneimittel enthält 60,6 mg Kalium pro 300-mg-Dosis. Dies ist zu berücksichtigen bei
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder solchen, die eine kontrollierte Kalium-Diät (Diätmit niedrigem Kaliumgehalt) einhalten müssen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Tucatinib wird vorwiegend über CYP2C8 metabolisiert. Es ist ein stoffwechselbasierter Inaktivatorvon CYP3A und hemmt die renalen Transporter von Metformin und Kreatinin. Tucatinib ist ein
Substrat von P-gp.
Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Tucatinib
CYP3A/CYP2C8-Induktoren
Eine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung einer Einzeldosis von 300 mg Tucatinib mit Rifampicin (einem starken CYP3A- undmoderaten CYP2C8-Induktor) zu einer Verringerung der Tucatinib-Konzentrationen führte (0,6-fache
Cmax [90%-KI: 0,5; 0,8] und 0,5-fache AUC [90%-KI: 0,4; 0,6]). Die gemeinsame Verabreichung von
Tucatinib und starken CYP3A- oder moderaten CYP2C8-Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin,
Johanniskraut oder Carbamazepin ist zu vermeiden, da dies die Wirkung von Tucatinib vermindernkönnte (siehe Abschnitt 4.4).
CYP2C8-InhibitorenEine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung einer Einzeldosis von 300 mg Tucatinib mit Gemfibrozil (einem starken CYP2C8-
Inhibitor) zu erhöhten Tucatinib-Konzentrationen führte (1,6-fache Cmax [90%-KI: 1,5; 1,8] und3,0-fache AUC [90%-KI: 2,7; 3,5]). Die gemeinsame Verabreichung von Tucatinib und starken
CYP2C8-Inhibitoren wie Gemfibrozil ist zu vermeiden, da dies das Risiko einer durch Tucatinibbedingten Toxizität erhöhen könnte (siehe Abschnitt 4.4).
CYP3A-InhibitorenEine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung einer Einzeldosis von 300 mg Tucatinib mit Itraconazol (einem starken CYP3A-Inhibitor)zu erhöhten Tucatinib-Konzentrationen führte (1,3-fache Cmax [90%-KI: 1,2; 1,4] und 1,3-fache AUC[90%-KI: 1,3; 1,4]). Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Protonenpumpenhemmer
Ausgehend von klinischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen, die mit Tucatinibdurchgeführt wurden, konnten bei der Kombination von Tucatinib und Omeprazol (einem
Protonenpumpenhemmer) keine Arzneimittelwechselwirkungen festgestellt werden. Eine
Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Wirkungen von Tucatinib auf andere Arzneimittel
CYP3A-Substrate
Tucatinib ist ein starker CYP3A-Inhibitor. Eine klinische Studie zur Erfassung von
Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige Anwendung von Tucatinib und
Midazolam (einem sensitiven CYP3A-Substrat) zu erhöhten Midazolam-Konzentrationen führte(3,0-fache Cmax [90%-KI: 2,6; 3,4] und 5,7-fache AUC [90%-KI: 5,0; 6,5]). Durch die gleichzeitige
Verabreichung von Tucatinib mit sensitiven CYP3A-Substraten wie Alfentanil, Avanafil, Buspiron,
Darifenacin, Darunavir, Ebastin, Everolimus, Ibrutinib, Lomitapid, Lovastatin, Midazolam, Naloxegol,
Saquinavir, Simvastatin, Sirolimus, Tacrolimus, Tipranavir, Triazolam und Vardenafil können sich diesystemischen Expositionen dieser Substrate erhöhen, wodurch die mit dem CYP3A-Substratverbundene Toxizität zunehmen kann. Eine gleichzeitige Anwendung von Tucatinib und CYP3A-
Substraten sollte vermieden werden, wenn minimale Konzentrationsänderungen zu schwerwiegendenoder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen können. Ist eine solche gemeinsame Anwendungunvermeidlich, sollte die Dosis des CYP3A-Substrats gemäß der Fachinformation des gleichzeitigverabreichten Arzneimittels verringert werden.
P-gp-SubstrateEine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung von Tucatinib und Digoxin (einem sensitiven P-gp-Substrat) zu erhöhten Digoxin-
Konzentrationen führte (2,4-fache Cmax [90%-KI: 1,9; 2,9] und 1,5-fache AUC [90%-KI: 1,3; 1,7]).
Die gleichzeitige Anwendung von Tucatinib mit einem P-gp-Substrat könnte zu einer Erhöhung der
Plasmakonzentrationen dieses Substrats führen, was möglicherweise die mit dem P-gp-Substratassoziierte Toxizität verstärkt. Es sollte eine Dosisreduktion von P-gp-Substraten (einschließlichsensitiver intestinaler Substrate wie Dabigatran) gemäß der Fachinformation des gleichzeitigverabreichten Arzneimittels in Erwägung gezogen werden, und P-gp-Substrate sind mit Vorsicht zuverabreichen, wenn minimale Konzentrationsänderungen zu schwerwiegenden oderlebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen können (siehe Abschnitt 4.4).
CYP2C8-Substrate
Eine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung von Tucatinib und Repaglinid (einem CYP2C8-Substrat) zu erhöhten Repaglinid-
Konzentrationen führte (1,7-fache Cmax [90%-KI: 1,4; 2,1] und 1,7-fache AUC [90%-KI: 1,5; 1,9]).
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
MATE1/2K-Substrate
Eine klinische Studie zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen ergab, dass die gleichzeitige
Anwendung von Tucatinib und Metformin (einem MATE1/2-K-Substrat) zu erhöhten Metformin-
Konzentrationen führte (1,1-fache Cmax [90%-KI: 1,0; 1,2] und 1,4-fache AUC [90%-KI: 1,2; 1,5]).
Durch Tucatinib verringerte sich die renale Clearance von Metformin ohne Auswirkungen auf dieglomeruläre Filtrationsrate (GFR), gemessen anhand der Iohexol-Clearance und des Cystatin C im
Serum. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
CYP2C9-SubstrateAusgehend von klinischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen, die mit Tucatinibdurchgeführt wurden, wurden bei der Kombination von Tucatinib und Tolbutamid (einem sensitiven
CYP2C9-Substrat) keine Arzneimittelwechselwirkungen festgestellt. Eine Dosisanpassung ist nichterforderlich.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/ Verhütung bei Männern und FrauenErfahrungen an Tieren zeigen, dass eine Anwendung von Tucatinib während der Schwangerschaft zugesundheitsschädlichen pharmakologischen Wirkungen beim ungeborenen und/oder beimneugeborenen Kind führen könnte. Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, eine
Schwangerschaft zu vermeiden sowie während und bis zu mindestens 1 Woche nach der Behandlungeine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden. Männliche Patienten mit Partnerinnen imgebärfähigen Alter sollten ebenfalls angewiesen werden, im Zeitraum während und bis zu mindestens1 Woche nach der Behandlung zuverlässig zu verhüten (siehe Abschnitt 4.4).
Siehe auch Abschnitt 4.6 der Fachinformationen von Trastuzumab und Capecitabin.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Tucatinib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). TUKYSAdarf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit
Tucatinib aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist. Bei Frauen im gebärfähigen
Alter sollte vor Beginn der Behandlung mit Tucatinib der Schwangerschaftsstatus überprüft werden.
Sollte die Patientin während der Behandlung schwanger werden, so muss ihr die mögliche Gefahr fürdas ungeborene/neugeborene Kind erläutert werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt ob Tucatinib/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit
TUKYSA unterbrochen werden. Eine Woche nach der Behandlung kann das Stillen fortgesetztwerden.
FertilitätEs wurden keine Fertilitätsstudien bei Männern oder Frauen durchgeführt. Ausgehend von den
Ergebnissen tierexperimenteller Studien kann Tucatinib die Fertilität von Frauen im gebärfähigen
Alter beeinträchtigen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTUKYSA hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei der Beurteilung, ob der Patient zur Durchführung von
Aufgaben, bei denen Urteilungsvermögen sowie motorische oder kognitive Fähigkeiten erforderlichsind, in der Lage ist, sollte der klinische Zustand des Patienten berücksichtigt werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten (≥ 5 %) während der Behandlung berichteten Nebenwirkungen mit Schweregrad 3oder 4 sind Diarrhö (13 %), erhöhter ALT-Wert (6 %) und erhöhter AST-Wert (5 %).
Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 29 % der mit Tucatinib behandelten Patienten auf undumfassten Diarrhö (4 %), Erbrechen (3 %) und Übelkeit (2 %).
Bei 6 % der Patienten traten Nebenwirkungen auf, die zum Absetzen von TUKYSA führten; diehäufigsten dieser zum Behandlungsabbruch führenden Nebenwirkungen waren Diarrhö (1 %) underhöhte ALT-Werte (1 %). Nebenwirkungen, die zu einer Dosisreduktion von TUKYSA führten,traten bei 23 % der Patienten auf; die häufigsten zu einer Dosisreduktion führenden Nebenwirkungenwaren Diarrhö (6 %), erhöhte ALT-Werte (5 %) und erhöhte AST-Werte (4 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in diesem Abschnitt zusammengefassten Daten stammen aus der Anwendung von TUKYSA bei431 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem oder metastasiertem HER-2-positivem
Brustkrebs, die TUKYSA in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin im Rahmen zweier
Studien - HER2CLIMB und ONT-380-005 - erhalten hatten (siehe Abschnitt 5.1). Die mediane Dauerder Exposition gegenüber TUKYSA betrug in diesen Studien 7,4 Monate (Streubreite: < 0,1; 43,6).
In diesem Abschnitt sind die unter der Behandlung beobachteten Nebenwirkungen nach
Häufigkeitskategorie aufgeführt. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000);sehr selten (< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Tabelle 4. Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen der Sehr häufig Epistaxis
Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums
Erkrankungen des Sehr häufig Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis1
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Haut und Sehr häufig Ausschlag2des Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Sehr häufig Arthralgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Untersuchungen Sehr häufig AST erhöht, ALT erhöht, Bilirubin im Bluterhöht3, Gewichtsabnahme1. Stomatitis umfasst Stomatitis, oropharyngeale Schmerzen, Ulzeration im Mund,
Schmerzen im Mund, Ulzeration an den Lippen, Glossodynie, Blasenbildung an der
Zunge, Lippenbläschen, orale Dysästhesie, Ulzeration an der Zunge, aphthöse Ulzera2. Ausschlag umfasst makulopapulöses Exanthem, Exanthem, akneiforme Dermatitis,
Erythem, makulöses Exanthem, papulöses Exanthem, pustulöses Exanthem, pruritisches
Exanthem, erythematösen Ausschlag, Exfoliation der Haut, Urtikaria, allergische
Dermatitis, Palmarerythem, Plantarerythem und Hauttoxizität3. Eine Erhöhung des Bilirubinwerts im Blut umfasste auch Hyperbilirubinämie.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenALT, AST oder Bilirubin erhöht
Im Rahmen der Studie HER2CLIMB traten bei 41 % der Patienten, die mit Tucatinib in Kombinationmit Trastuzumab und Capecitabin behandelt wurden, erhöhte ALT-, AST- oder Bilirubinwerte auf. Bei9 % der Patienten traten Ereignisse mit Schweregrad 3 und höher auf. Erhöhte ALT-, AST- und
Bilirubinwerte führten bei 9 % der Patienten zu einer Dosisreduktion und bei 1,5 % zu einem
Behandlungsabbruch. Der Median der Zeit bis zum erstmaligen Auftreten erhöhter ALT-, AST- oder
Bilirubinwerte beliebigen Schweregrades betrug 37 Tage; in 84 % der Fälle normalisierten sich die
Werte wieder, was im Median 22 Tage dauerte. Eine Überwachung und Dosisanpassung(einschließlich Absetzen der Behandlung) sind zu erwägen (siehe Abschnitt 4.4).
DiarrhöIm Rahmen der Studie HER2CLIMB trat bei 82 % der Patienten, die mit Tucatinib in Kombinationmit Trastuzumab und Capecitabin behandelt wurden, eine Diarrhö auf. Bei 13 % der Patienten war der
Schweregrad der Diarrhö 3 oder höher. Zwei Patienten, die eine Grad-4-Diarrhö entwickelten,verstarben anschließend, wobei die Diarrhö zum Tod beitrug. Diarrhö führte bei 6 % der Patienten zueiner Dosisreduktion und bei 1 % zu einem Behandlungsabbruch. Im Median betrug die Zeit bis zumerstmaligen Auftreten einer Diarrhö beliebigen Schweregrades 12 Tage; 81 % der Diarrhö-Ereignisseklangen wieder ab, was im Median 8 Tage dauerte. Eine prophylaktische Anwendung von
Antidiarrhoika war nicht erforderlich. Bei weniger als der Hälfte der Behandlungszyklen, in denenüber Diarrhöfälle berichtet wurde, kamen Antidiarrhoika zum Einsatz. Im Median wurden die
Antidiarrhoika über 3 Tage pro Zyklus angewendet (siehe Abschnitt 4.4).
Erhöhte Kreatininwerte ohne beeinträchtigte Nierenfunktion
Bei Patienten, die mit Tucatinib behandelt wurden, kam es aufgrund der Hemmung des renalentubulären Transports von Kreatinin zu einem Anstieg des Serumkreatinins ohne Beeinflussung derglomerulären Funktion. In klinischen Studien traten die Serumkreatininerhöhungen (durchschnittlicher
Anstieg: 30 %) innerhalb des ersten Zyklus mit Tucatinib auf; während der Behandlung blieben die
Werte erhöht, aber stabil und normalisierten sich nach dem Absetzen der Behandlung wieder.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenIn der Studie HER2CLIMB waren 82 Patienten, die Tucatinib erhielten, ≥ 65 Jahre alt und 8 davon≥ 75 Jahre. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 34 % der Patienten ≥ 65 Jahren auf, im
Vergleich zu 28 % bei < 65-jährigen Patienten. Die Anzahl der Patienten ≥ 75 Jahren war zu gering,um Unterschiede bezüglich der Sicherheit beurteilen zu können.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt kein spezifisches Antidot und es ist nicht bekannt, ob bei der Behandlung einer Überdosierungmit Tucatinib eine Hämodialyse von Nutzen ist. Im Falle einer Überdosierung sollte die Behandlungmit Tucatinib unterbrochen und allgemeine unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01EH03.
WirkmechanismusTucatinib ist ein reversibler, potenter und selektiver Tyrosinkinase-Inhibitor von HER2. In Tests zurzellulären Signalübertragung erwies sich Tucatinib als > 1000-fach selektiver für HER2 im Vergleichzum epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor. In vitro hemmt Tucatinib die Phosphorylierung von
HER2 und HER3, was zu einer Hemmung der nachgelagerten Zellsignalübertragung und
Zellproliferation und infolgedessen zum Absterben von Tumorzellen, deren Wachstum durch HER2gesteuert wird, führt. In vivo hemmt Tucatinib das Wachstum der durch HER2 beeinflussten Tumoreund die Kombination aus Tucatinib und Trastuzumab zeigte im Vergleich zur alleinigen Anwendungjedes der Arzneimittel sowohl in vitro als auch in vivo eine verstärkte Antitumorwirkung.
Pharmakodynamische WirkungenElektrophysiologie des HerzensIn einer TQT-Studie an gesunden Probanden wirkte sich die zweimal tägliche Gabe mehrerer Dosenvon 300 mg Tucatinib nicht auf das QTc-Intervall aus.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin wurde im Rahmeneiner randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, weltweiten Studie mit einem aktiven
Vergleichspräparat beurteilt (HER2CLIMB). Die aufgenommenen Patienten hatten lokalfortgeschrittenen, inoperablen oder metastasierten HER2-positiven Brustkrebs mit oder ohne
Hirnmetastasen und hatten zuvor im Rahmen einer neoadjuvanten, adjuvanten oder gegen die
Metastasen gerichteten Behandlung Trastuzumab, Pertuzumab und Trastuzumab-Emtansin (T-DM1)als Monotherapie oder in Kombination erhalten. Die HER2-Überexpression oder -Amplifikationwurde durch eine zentrale Laboranalyse bestätigt.
Patienten mit Hirnmetastasen, einschließlich solche mit unbehandelten oder progredienten Läsionen,kamen für eine Studienaufnahme infrage, vorausgesetzt sie waren neurologisch stabil und benötigtenkeine sofortige Bestrahlung oder Operation des Gehirns. Patienten, die eine sofortige lokale
Intervention benötigten, konnten eine lokale Therapie erhalten und anschließend aufgenommenwerden. Die Studie umfasste Patienten mit unbehandelten Hirnmetastasen und Patienten mitbehandelten Hirnmetastasen, die seit der letzten Bestrahlung oder Operation des Gehirns entwederstabil oder progredient waren. Patienten waren von der Studie ausgeschlossen, wenn sie weniger als28 Tage vor der ersten Dosis der Studienbehandlung systemische Kortikosteroide (Tagesgesamtdosisvon ≥ 2 mg Dexamethason oder Äquivalent) zur Kontrolle der Symptome von ZNS-Metastasenerhalten hatten. Von der Studie ausgeschlossen waren auch Patienten mit leptomeningealer
Erkrankung. Mit HER2-Tyrosinkinase-Inhibitoren vorbehandelte Patienten waren ausgeschlossen, mit
Ausnahme von Patienten, die Lapatinib über höchstens 21 Tage erhalten hatten und dieses
Arzneimittel aus anderen Gründen als einer Krankheitsprogression oder einer schweren Toxizitätabgesetzt hatten. Bei Patienten mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren war eine endokrine Therapieals Begleittherapie nicht erlaubt, mit Ausnahme von Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten, diebei prämenopausalen Frauen zur Unterdrückung der Eierstockfunktion angewendet wurden.
Insgesamt 612 Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert einer Behandlung mit Tucatinib in
Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin (n = 410) oder Placebo in Kombination mit
Trastuzumab und Capecitabin (n = 202) zugeteilt. Die Randomisierung wurde nach dem aktuellenoder früheren Vorhandensein von Hirnmetastasen (ja vs. nein), dem Leistungsstatus gemäß Eastern
Cooperative Oncology Group (ECOG) (0 vs. 1) und der Region (USA, Kanada oder restliche Welt)stratifiziert.
Die demographischen Merkmale der Patienten waren zwischen den Behandlungsarmen ausgeglichen.
Der Median des Alters lag bei 54 Jahren (Streubreite: 25 bis 82); 116 (19 %) der Patienten waren65 Jahre alt oder älter. 444 der Patienten waren weiß (73 %) und 607 waren weiblich (99 %). Der
ECOG-Leistungsstatus der Patienten in der Studie hatte bei 314 (51 %) einen Wert von 1 und bei 298(49 %) betrug dieser Wert 0. Eine Östrogen- und/oder Progesteronrezeptor-positive Erkrankung lagbei 60 % vor. Bei 48 % der Patienten waren Hirnmetastasen aktuell vorhanden oder anamnestischbekannt; 23 % dieser Patienten hatten unbehandelte Hirnmetastasen, bei 40 % waren die
Hirnmetastasen behandelt, aber stabil und 37 % wiesen behandelte, aber radiographisch progrediente
Hirnmetastasen auf. Darüber hinaus zeigten 49 % der Patienten Lungenmetastasen, 35 % hatten
Lebermetastasen und 14 % Hautmetastasen. Im Median hatten die Patienten zuvor 4 (Streubreite: 2 bis17) Linien einer systemischen Therapie sowie 3 (Streubreite: 1 bis 14) Linien zur systemischen
Therapie der metastasierten Erkrankung erhalten. Alle Patienten hatten zuvor Trastuzumab enthaltende
Therapien und Trastuzumab-Emtansin erhalten, während alle bis auf zwei Patienten zuvor eine
Pertuzumab enthaltende Therapie erhalten hatten.
Tucatinib (300 mg) oder Placebo wurde zweimal täglich eingenommen, und zwar bis zur
Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer nicht vertretbaren Toxizität. An Tag 1 von
Zyklus 1 wurde Trastuzumab als Aufsättigungsdosis zu 8 mg/kg intravenös verabreicht, gefolgt voneiner Erhaltungsdosis von 6 mg/kg an Tag 1 jedes nachfolgenden 21-tägigen Zyklus. Eine andere
Dosierungsmöglichkeit für Trastuzumab war eine Fixdosis von 600 mg, die subkutan an Tag 1 jedes21-Tage-Zyklus verabreicht wurde. Capecitabin (1000 mg/m2 oral zweimal täglich) wurde an den
Tagen 1 bis 14 jedes 21-tägigen Zyklus gegeben.
Der primäre Endpunkt war das durch eine verblindete, unabhängige, zentrale Auswertung (blindedindependent central review, BICR) ermittelte progressionsfreie Überleben (progression-free survival,
PFS) bei den ersten 480 randomisierten Patienten. In dieser Population betrug die mediane Dauer der
Exposition gegenüber Tucatinib 7,3 Monate (Streubreite: < 0,1; 35,1) für Patienten in der Gruppe mit
Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin im Vergleich zu 4,4 Monaten (Streubreite: < 0,1; 24,0) unter
Placebo für Patienten in der Gruppe mit Placebo + Trastuzumab + Capecitabin. Es wurden ähnliche
Unterschiede in der Exposition gegenüber Trastuzumab und Capecitabin beobachtet.
Die sekundären Endpunkte wurden für alle randomisierten Patienten (n = 612) ausgewertet undumfassten das Gesamtüberleben (overall survival, OS), das PFS bei Patienten mit anamnestischbekannten oder aktuell vorliegenden Hirnmetastasen (PFSHirnMets) sowie die bestätigte objektive
Ansprechrate (objective response rate, ORR).
Die Ergebnisse bezüglich des primären und der wichtigsten sekundären Endpunkte stimmten über dievorab festgelegten Subgruppen hinweg überein: Hormonrezeptorstatus, aktuelles oder früheres
Vorhandensein von Hirnmetastasen, ECOG-Status und Region. Das durch den Prüfarzt ermittelte PFSentsprach dem PFS, das durch BICR beurteilt wurde.
Die Wirksamkeitsergebnisse aus der primären Analyse sind in Tabelle 5 sowie in den Abbildungen 1und 2 zusammengefasst.
Tabelle 5. Wirksamkeitsergebnisse aus der Studie HER2CLIMB (primäre Analyse)
Tucatinib + Trastuzumab + Placebo + Trastuzumab +
Capecitabin Capecitabin
PFS1 n = 320 n = 160
Anzahl der Ereignisse (%) 178 (56) 97 (61)
Hazard Ratio (95%-KI)2 0,54 (0,42; 0,71)p-Wert3 <0,00001
Median (Monate) (95%-KI) 7,8 (7,5; 9,6) 5,6 (4,2; 7,1)
OS n = 410 n = 202
Anzahl der Todesfälle, n (%) 130 (32) 85 (42)
Hazard Ratio (95%-KI)2 0,66 (0,50; 0,87)p-Wert3 0,00480
Medianes OS (Monate) (95%-KI) 21,9 (18,3; 31,0) 17,4 (13,6; 19,9)
PFS 4
HirnMets n = 198 n = 93
Anzahl der Ereignisse (%) 106 (53,5) 51 (54,8)
Hazard Ratio (95%-KI)2 0,48 (0,34; 0,69)p-Wert3 < 0,00001
Median (Monate) (95%-KI) 7,6 (6,2; 9,5) 5,4 (4,1; 5,7)
Bestätigte ORR für Patientenn = 340 n = 171mit messbarer Erkrankung
ORR (95%-KI)5 40,6 (35,3; 46,0) 22,8 (16,7; 29,8)p-Wert6 0,00008
CR (%) 3 (0,9) 2 (1,2)
PR (%) 135 (39,7) 37 (21,6)
DOR
Mediane DOR in Monaten7 8,3 (6,2; 9,7) 6,3 (5,8,; 8,9)(95%-KI)
BICR = verblindete, unabhängige zentrale Auswertung (blinded independent central review);
KI = Konfidenzintervall; PFS = progressionsfreies Überleben (progression-free survival);
OS = Gesamtüberleben (overall survival); ORR = objektive Ansprechrate (objective response rate);
CR = Vollremission (complete response); PR = Teilremission (partial response); DOR = Dauer des Ansprechens(duration of response).1. Die primäre PFS-Analyse wurde bei den ersten 480 randomisierten Patienten durchgeführt. PFS basierendauf Kaplan-Meier-Analysen.2. Hazard Ratio und 95%-Konfidenzintervalle basieren auf dem stratifizierten proportionalen Hazard-
Regressionsmodell nach Cox zur Kontrolle von Stratifizierungsfaktoren (aktuelles oder früheres
Vorhandensein von Hirnmetastasen, ECOG-Status und Weltregion).
3. Zweiseitiger p-Wert beruhend auf dem Neurandomisierungsverfahren zur Kontrolle von
Stratifizierungsfaktoren4. Die Analyse umfasst Patienten mit anamnestisch bekannten oder aktuell vorliegenden parenchymalen
Hirnmetastasen zu Studienbeginn, einschließlich Ziel- und Nicht-Ziel-Läsionen. Umfasst keine Patienten,die nur Duraläsionen aufweisen.
5. Zweiseitiges exaktes 95%-Konfidenzintervall, berechnet mittels der Clopper-Pearson-Methode6. Cochran-Mantel-Haenszel-Test zur Kontrolle der Stratifizierungsfaktoren (aktuelles oder früheres
Vorhandensein von Hirnmetastasen, ECOG-Status und Weltregion)7. Berechnet mittels der komplementären Loglog-Transformationsmethode
Abbildung 1. Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (gemäß BICR)
TUC+Tras+Cape
Pbo+Tras+Cape
Anzahl Patienten unter Monate seit Randomisierung
Risiko
TUC+Tras+Cape
Pbo+Tras+Cape
Progressionsfreies Überleben
Abbildung 2. Kaplan Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (gemäß BICR) bei
Patienten mit Hirnmetastasen
Pbo+Tras+Cape TUC+Tras+Cape
Monate seit Randomisierung
Anzahl Patienten unter Risiko
TUC+Tras+Cape
Pbo+Tras+Cape
Wie im Prüfplan vorgesehen, wurde etwa zwei Jahre nach der Randomisierung des letzten Patientendie finale OS-Analyse auf der Grundlage von 370 Ereignissen durchgeführt, was einem medianen
Follow-up von 29,6 Monaten entsprach. Das mediane OS betrug 24,7 Monate (95%-KI: 21,6; 28,9) für
Patienten im Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin-Arm im Vergleich zu 19,2 Monaten (95%-KI:16,4; 21,4) für Patienten im Placebo + Trastuzumab + Capecitabin-Arm (HR = 0,725; 95%-KI: 0,585;0,898). Die finale OS-Analyse ist in Abbildung 3 dargestellt.
Progressionsfreies Überleben
Abbildung 3. Kaplan Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (finale Analyse)
TUC+Tras+Cape
Pbo+Tras+Cape
Anzahl Patienten unter
Risiko Monate seit Randomisierung
TUC+Tras+Cape
Pbo+Tras+Cape
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für TUKYSA eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei malignen Neoplasmender Brust gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Plasmaexposition von Tucatinib (AUCinf und Cmax) stieg bei oralen Dosen von 50 bis 300 mg (dem0,17- bis 1-Fachen der empfohlenen Dosis) dosisproportional an. Nach zweimal täglicher Gabe von300 mg Tucatinib über 14 Tage zeigte sich bezüglich der AUC eine 1,7-fache Anreicherung von
Tucatinib und eine 1,5-fache Anreicherung für die Cmax. Die Zeit bis zum Erreichen des Steady-statebetrug ca. 4 Tage.
ResorptionNach einer oralen Einzeldosis von 300 mg Tucatinib dauerte es im Median etwa 2,0 Stunden, bis die
Plasmaspitzenkonzentration erreicht war (Streubreite: 1,0 bis 4,0 Stunden).
Auswirkungen der Nahrungsaufnahme
Bei Verabreichung einer Einzeldosis Tucatinib an 11 Probanden nach einer fettreichen Mahlzeit (ca.58 % Fett, 26 % Kohlenhydrate und 16 % Protein) stieg die mittlere AUCinf um das 1,5-Fache, die tmaxänderte sich von 1,5 Stunden auf 4,0 Stunden und die Cmax blieb unbeeinflusst. Da die Auswirkungender Nahrungsaufnahme auf die Pharmakokinetik von Tucatinib klinisch nicht relevant waren, kann das
Arzneimittel unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Gesamtüberleben
VerteilungBei gesunden Probanden lag das scheinbare Verteilungsvolumen von Tucatinib nach einer Einzeldosisvon 300 mg bei ca. 1670 l. Die Plasmaproteinbindung bei klinisch relevanten Konzentrationen betrug97,1 %.
BiotransformationTucatinib wird vorwiegend durch CYP2C8 und in geringerem Maße über CYP3A und
Aldehydoxidase metabolisiert.
Arzneimittelwechselwirkungsstudien in vitro
Tucatinib ist ein Substrat von CYP2C8 und CYP3A.
In klinisch relevanten Konzentrationen hemmt Tucatinib reversibel CYP2C8 and CYP3A und ist einzeitabhängiger Inhibitor von CYP3A.
Klinisch relevante Konzentrationen des Arzneimittels besitzen ein geringes Potenzial für eine
Hemmung von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und UGT1A1.
Tucatinib ist ein Substrat von P-gp und BCRP, aber nicht von OAT1, OAT3, OCT1, OCT2,
OATP1B1, OATP1B3, MATE1, MATE2-K und BSEP.
Es hemmt den MATE1/MATE2-K-vermittelten Transport von Metformin und den OCT2/MATE1-vermittelten Transport von Kreatinin. Der in klinischen Studien beobachtete Anstieg des
Serumkreatinins unter Tucatinib ist durch eine Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin über
OCT2 und MATE1 bedingt.
EliminationBei gesunden Probanden wird Tucatinib nach einer oralen Einzeldosis von 300 mg mit einergeometrischen mittleren Halbwertszeit von ca. 8,5 Stunden und einer scheinbaren Clearance von148 l/h aus dem Plasma entfernt.
AusscheidungTucatinib wird vorrangig auf dem hepatobiliären Weg eliminiert; die renale Elimination ist nichtnennenswert. Nach einer oralen Einzeldosis von 300 mg 14C-Tucatinib wurden ca. 85,8 % derradioaktiv markierten Gesamtdosis in den Fäzes wiedergefunden (15,9 % der verabreichten Dosis alsunverändertes Tucatinib) und 4,1 % im Urin; die Gesamtwiederfindung innerhalb von 312 Stundennach der Arzneimittelgabe betrug 89,9 %. Im Plasma waren etwa 75,6 % der Plasmaradioaktivitätunverändert, 19 % ließen sich identifizierten Metaboliten zuschreiben und 5 % waren nichtzuzuordnen.
Besondere PatientengruppenAusgehend von einer populationspharmakokinetischen Analyse gemäß der demographischen
Merkmale hatten Alter (< 65 Jahre [n = 211]; ≥ 65 Jahre [n = 27]), Albumin (25,0 bis 52,0 g/l),
Kreatininclearance (CLcr 60 bis 89 ml/min [n = 89]; CLcr 30 bis 59 ml/min [n =5]), Körpergewicht(40,7 bis 138,0 kg) und ethnische Herkunft (weiß [n = 168], schwarz [n = 53] oder asiatisch [n = 10])keine klinisch bedeutsame Auswirkung auf die Tucatinib-Exposition. Für Patienten mit starkeingeschränkter Nierenfunktion liegen keine Daten vor.
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Tucatinib wurde nicht in einer speziellen Studie zu
Nierenfunktionsstörungen beurteilt.
LeberfunktionsstörungLeichte (Child-Pugh A) und mittelschwere (Child-Pugh B) Leberfunktionsstörungen hatten keineklinisch relevante Auswirkungen auf die Tucatinib-Exposition. Bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) war die AUCinf von Tucatinib im Vergleich zu Probanden mitnormaler Leberfunktion um das 1,6-Fache erhöht. Es liegen keine Daten für Brustkrebspatienten mitstark eingeschränkter Leberfunktion vor.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine Kanzerogenitätsstudien mit Tucatinib durchgeführt.
In der Standardtestreihe zur Untersuchung der Genotoxizität erwies sich Tucatinib als nicht klastogenund nicht mutagen.
Bei der Anwendung von Dosen ≥ 6 mg/kg/Tag zweimal täglich im Rahmen der Studien zur Toxizitätbei wiederholter Gabe an Ratten (entsprechend dem 0,09-Fachen der Exposition beim Menschenbasierend auf der AUC0-12 in der empfohlenen Dosierung) wurden verminderte Corpora lutea/ Corpus-luteum-Zysten, eine Zunahme interstitieller Zellen in den Ovarien, Uterusatrophie sowie eine
Muzifizierung der Vagina beobachtet. Es wurden keine histologischen Auswirkungen auf den
Reproduktionstrakt bei männlichen oder weiblichen Javaneraffen oder auf den männlichen
Reproduktionstrakt bei Ratten festgestellt, wenn den Tieren Dosen verabreicht wurden, die zu
Expositionen von bis zu dem 8-Fachen (bei Affen) bzw. dem 13-Fachen (bei Ratten) der Expositionbeim Menschen in der empfohlenen Dosierung (basierend auf der AUC0-12) führen.
Embryo-fetale Entwicklungsstudien wurden an Kaninchen und Ratten durchgeführt. Bei trächtigen
Kaninchen wurden bei einer Dosis von ≥ 90 mg/kg/Tag vermehrte Resorptionen, geringer Anteillebender Föten sowie skelettale, viszerale und äußerliche Fehlbildungen festgestellt. Bei dieser
Dosierung entspricht die Exposition der Muttertiere in etwa der Humanexposition bei der empfohlenen
Dosis basierend auf der AUC. Bei Dosen von ≥ 90 mg/kg/Tag wurden bei trächtigen Ratten einvermindertes Körpergewicht der Muttertiere und eine geringere Gewichtszunahme beobachtet.
Wirkungen auf den Fötus in Form von vermindertem Gewicht und verzögerter Ossifikation wurdenbei einer Dosis von ≥ 120 mg/kg/Tag festgestellt. Bei dieser Dosierung ist die Exposition der
Muttertiere ungefähr 6-mal höher als die Humanexposition bei der empfohlenen Dosis basierend aufder AUC.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernCopovidon (E 1208)
Crospovidon (E 1202)
Natriumchlorid
Kaliumchlorid (E 508)
Natriumhydrogencarbonat (E 500)
Siliciumdioxid, kolloidal, wasserfrei (E 551)
Magnesiumstearat
Mikrokristalline Cellulose
FilmüberzugPoly(vinylalkohol) (E 1203)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 4000 (E 1521)
Talkum (E 553b)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
OPA/ALU/PVC-Blisterpackung, mit Aluminiumfolie verschlossen.
TUKYSA 50 mg Filmtabletten
Jeder Umkarton enthält 88 Filmtabletten (11 Blisterpackungen mit je 8 Tabletten).
TUKYSA 150 mg Filmtabletten
Jeder Umkarton enthält 84 Filmtabletten (21 Blisterpackungen mit je 4 Tabletten).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
TUKYSA 50 mg Filmtabletten: EU/1/20/1526/001
TUKYSA 150 mg Filmtabletten: EU/1/20/1526/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG11. Februar 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.