Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TRODELVY 200mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Trodelvy 200 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 200 mg Sacituzumab govitecan.
Nach der Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 10 mg Sacituzumab govitecan.
Sacituzumab govitecan ist ein gegen Trop-2 gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (Antibody-
Drug Conjugate, ADC). Sacituzumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper (hRS7 IgG1κ),der Trop-2 erkennt. Das kleine Molekül, SN-38, ist ein Topoisomerase-I-Inhibitor, der über einenhydrolysierbaren Linker kovalent an den Antikörper gebunden ist. An jedes Antikörpermolekül sindca. 7 - 8 SN-38 Moleküle gebunden.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Cremeweißes bis gelbliches Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Trodelvy ist als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht resezierbaremoder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (metastatic Triple-Negative Breast Cancer,mTNBC) indiziert, die zuvor zwei oder mehr systemische Therapien erhalten haben, daruntermindestens eine gegen die fortgeschrittene Erkrankung (siehe Abschnitt 5.1).
Trodelvy ist als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht resezierbaremoder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom indiziert,die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien beifortgeschrittener Erkrankung erhalten haben (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Trodelvy darf Patienten nur von Ärzten verordnet und unter Aufsicht von medizinischem
Fachpersonal verbreicht werden, die/das über Erfahrung in der Anwendung von Krebstherapienverfügen/verfügt. Die Verabreichung muss in einer Umgebung stattfinden, in der eine vollständige
Ausrüstung zur Reanimation sofort verfügbar ist.
DosierungDie empfohlene Dosis von Sacituzumab govitecan beträgt 10 mg/kg Körpergewicht, verabreicht alsintravenöse Infusion einmal wöchentlich jeweils an Tag 1 und Tag 8 von 21-tägigen
Behandlungszyklen. Die Behandlung sollte so lange fortgeführt werden, bis eine Progression der
Grunderkrankung oder eine inakzeptable Toxizität auftritt.
Vorbeugende Behandlung
Vor jeder Dosis Sacituzumab govitecan wird eine Behandlung zur Vermeidung voninfusionsbedingten Reaktionen und zur Vermeidung von Chemotherapie-induzierter/m Übelkeit und
Erbrechen (Chemotherapy-Induced Nausea and Vomiting, CINV) empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Dosisanpassungen bei infusionsbedingten Reaktionen
Die Infusionsrate von Sacituzumab govitecan sollte reduziert bzw. die Infusion unterbrochen werden,wenn bei Patienten eine infusionsbedingte Reaktion auftritt. Wenn lebensbedrohlicheinfusionsbedingte Reaktionen auftreten, sollte Sacituzumab govitecan dauerhaft abgesetzt werden(siehe Abschnitt 4.4).
Dosisanpassungen bei NebenwirkungenAnpassungen der Dosis zur Beherrschung von Nebenwirkungen von Sacituzumab govitecan sind in
Tabelle 1 beschrieben. Die Dosis von Sacituzumab govitecan sollte nicht wieder erhöht werden,nachdem eine Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen vorgenommen wurde.
Tabelle 1: Empfohlene Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Nebenwirkung Auftreten Anpassung der Dosis
Schwere Neutropenie
Neutropenie Grad 4 ≥ 7 Tage oder weniger, falls klinisch Erstes Granulozyten-Kolonie-angezeigt stimulierenden Faktor (G-
ODER CSF) verabreichen, sobald
Febrile Neutropenie Grad 3 - 4 dies klinisch angezeigt ist
Zweites Dosisreduktion um 25 %;
ODER G-CSF verabreichen,
Zum Zeitpunkt der geplanten Behandlung Neutropenie Grad 3 - sobald dies klinisch4, welche die Dosisgabe um 2 oder 3 Wochen verzögert, um angezeigt isteinen Rückgang auf ≤ Grad 1 zu ermöglichen Drittes Dosisreduktion um 50 %;
G-CSF verabreichen,sobald dies klinischangezeigt ist
Viertes Behandlung abbrechen; G-
CSF verabreichen, sobalddies klinisch angezeigt ist
Zum Zeitpunkt der geplanten Behandlung Neutropenie Grad 3 - Erstes Behandlung abbrechen; G-4, welche die Dosisgabe um mehr als 3 Wochen verzögert, um CSF verabreichen, sobaldeinen Rückgang auf ≤ Grad 1 zu ermöglichen dies klinisch angezeigt ist
Schwere nicht neutropenische Toxizität
Nicht hämatologische Toxizität Grad 4 mit beliebiger Dauer Erstes Dosisreduktion um 25 %
ODER Zweites Dosisreduktion um 50 %
Jede Grad 3 - 4 Übelkeit, Erbrechen oder Diarrhoe aufgrund der Drittes Behandlung abbrechen
Behandlung, welche durch Antiemetika und Antidiarrhoika nichtunter Kontrolle gebracht werden kann,
ODER
Sonstige nicht hämatologische Toxizität Grad 3 - 4, die trotzoptimalen medizinischen Managements > 48 Stunden anhält
ODER
Zum Zeitpunkt der geplanten Behandlung nicht neutropenischehämatologische oder nicht hämatologische Toxizität Grad 3 - 4,welche die Dosisgabe um 2 oder 3 Wochen verzögert, um einen
Rückgang auf ≤ Grad 1 zu ermöglichen
Im Falle von neutropenischer hämatologischer oder nicht Erstes Behandlung abbrechenhämatologischer Toxizität Grad 3 - 4, Übelkeit Grad 3 oder
Erbrechen Grad 3 - 4, die/das nicht innerhalb von 3 Wochen auf≤ Grad 1 zurückgegangen ist
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich. Zur Anwendungvon Sacituzumab govitecan bei Patienten ab einem Alter von 75 Jahren liegen nur begrenzt Daten vor.
LeberfunktionsstörungWenn Sacituzumab govitecan bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Bilirubin ≤ 1,5-maloberer Normwert [Upper limit of Normal, ULN] und Aspartataminotransferase[AST]/Alaninaminotransferase [ALT] < 3-mal ULN) angewendet wird, ist keine Anpassung der
Anfangsdosis erforderlich.
Die Sicherheit von Sacituzumab govitecan bei Patienten mit mittelgradiger oder schwerer
Leberfunktionsstörung ist nicht erwiesen. Sacituzumab govitecan wurde bei Patienten, mit einer derfolgenden Eigenschaften, nicht untersucht: Patienten ohne Lebermetastasen mit einem Bilirubinwertim Serum von > 1,5-mal ULN, oder AST oder ALT > 3-mal ULN oder Patienten mit Lebermetastasenmit AST oder ALT > 5-mal ULN. Die Anwendung von Sacituzumab govitecan bei diesen Patientensollte vermieden werden.
NierenfunktionsstörungWenn Sacituzumab govitecan Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionsstörungverabreicht wird, ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich.
Sacituzumab govitecan wurde bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler
Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance [Creatinine Clearance, CrCl] < 15 ml/min) nicht untersucht.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Sacituzumab govitecan bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahrenist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungSacituzumab govitecan ist nur zur intravenösen Anwendung vorgesehen. Es muss von medizinischem
Fachpersonal rekonstituiert und verdünnt werden, das in der Handhabung von Krebstherapien erfahrenist. Es muss als intravenöse Infusion und darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektionverabreicht werden.
Erste Infusion: Die Infusion soll über einen Zeitraum von 3 Stunden verabreicht werden.
Nachfolgende Infusionen: Die Infusionen sollen über einen Zeitraum von 1 bis 2 Stunden verabreichtwerden, wenn vorherige Infusionen vertragen wurden.
Die Patienten müssen während jeder Infusion und mindestens 30 Minuten nach jeder Infusion auf
Anzeichen oder Symptome von infusionsbedingten Reaktionen überwacht werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
NeutropenieSacituzumab govitecan kann eine schwere oder lebensbedrohliche Neutropenie verursachen (siehe
Abschnitt 4.8). In klinischen Studien mit Sacituzumab govitecan wurden tödliche Infektionen im
Zusammenhang mit einer Neutropenie beobachtet. Sacituzumab govitecan sollte nicht angewendetwerden, wenn die absolute Neutrophilenzahl an Tag 1 eines beliebigen Zyklus unter 1 500/mm³ liegtoder wenn die Neutrophilenzahl an Tag 8 eines beliebigen Zyklus unter 1 000/mm³ liegt. Daher wirdempfohlen, das Blutbild des Patienten während der Behandlung gemäß klinischer Indikation zuüberwachen. Sacituzumab govitecan sollte im Falle von neutropenischem Fieber nicht angewendetwerden. Im Falle einer schweren Neutropenie kann eine Behandlung mit einem Granulozyten-
Kolonie-stimulierenden Faktor (G-CSF) und Dosisanpassungen erforderlich sein (siehe Abschnitte 4.2und 4.8).
Diarrhoe
Sacituzumab govitecan kann schwere Diarrhoe verursachen (siehe Abschnitt 4.8). In manchen Fällenwurde beobachtet, dass Diarrhoe zu Dehydratation und infolgedessen zu akuter Nierenschädigunggeführt hat. Sacituzumab govitecan sollte nicht angewendet werden, wenn zum Zeitpunkt dergeplanten Behandlung eine Diarrhoe Grad 3 - 4 vorliegt. Die Behandlung sollte nur dann fortgesetztwerden, wenn sich die Diarrhoe auf ≤ Grad 1 gebessert hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8). Zu Beginnder Diarrhoe und wenn keine infektiöse Ursache ermittelt werden kann, sollte eine Behandlung mit
Loperamid eingeleitet werden. Je nach klinischer Indikation können weitere unterstützende
Maßnahmen (z. B. Substitution von Flüssigkeit und Elektrolyten) ergriffen werden.
Patienten, die nach Behandlung mit Sacituzumab govitecan eine überschießende cholinerge Reaktionzeigen (z. B. abdominaler Krampf, Diarrhoe, übermäßiger Speichelfluss usw.), können beinachfolgenden Behandlungen mit Sacituzumab govitecan eine entsprechende Behandlung (z. B. mit
Atropin) erhalten.
ÜberempfindlichkeitSacituzumab govitecan kann eine schwere und lebensbedrohliche Überempfindlichkeit verursachen(siehe Abschnitt 4.8). Anaphylaktische Reaktionen wurden in klinischen Studien mit Sacituzumabgovitecan beobachtet, und die Anwendung von Sacituzumab govitecan ist bei Patienten mit bekannter
Überempfindlichkeit gegen Sacituzumab govitecan kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Für Patienten, die Sacituzumab govitecan erhalten, wird eine Prämedikation, einschließlich
Antipyretika, H1- und H2-Blockern oder Kortikosteroiden (z. B. 50 mg Hydrocortison oder
Äquivalentes, in oraler oder intravenöser Formulierung), empfohlen. Die Patienten sollten währendjeder Infusion von Sacituzumab govitecan und nach Ende jeder Infusion mindestens 30 Minuten langengmaschig im Hinblick auf infusionsbedingte Reaktionen beobachtet werden. Die Infusionsrate von
Sacituzumab govitecan sollte reduziert bzw. die Infusion unterbrochen werden, wenn beim Patienteneine infusionsbedingte Reaktion auftritt. Wenn lebensbedrohliche infusionsbedingte Reaktionenauftreten, sollte Sacituzumab govitecan dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Übelkeit und Erbrechen
Sacituzumab govitecan ist emetogen (siehe Abschnitt 4.8). Eine vorbeugende antiemetische
Behandlung mit zwei oder drei Arzneimitteln (z. B. Dexamethason entweder mit einem5-Hydroxytryptamin-3[5-HT3]-Rezeptor-Antagonisten oder mit einem Neurokinin-1[NK-1]-Rezeptor-
Antagonisten sowie mit anderen Arzneimitteln gemäß Indikation) wird zur Vorbeugung von
Chemotherapie-induzierter/m Übelkeit und Erbrechen (CINV) empfohlen.
Sacituzumab govitecan sollte nicht angewendet werden, wenn zum Zeitpunkt der geplanten
Verabreichung der Behandlung Übelkeit Grad 3 oder Erbrechen Grad 3 - 4 vorliegt. Die Behandlungsollte mit weiteren unterstützenden Maßnahmen und nur dann fortgesetzt werden, wenn sich die
Symptome auf ≤ Grad 1 gebessert haben (siehe Abschnitt 4.2). Je nach klinischer Indikation könnenweitere Antiemetika angewendet und andere unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Alle
Patienten sollten Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mitklaren Anweisungen zur Mitnahme nach Hause erhalten.
Anwendung bei Patienten mit reduzierter UGT1A1-Aktivität
SN-38 (der kleinmolekulare Anteil von Sacituzumab govitecan) wird durch Uridindiphosphat-
Glucuronosyltransferase (UGT1A1) metabolisiert. Genetische Varianten des UGT1A1-Gens, wie z. B.das UGT1A1*28-Allel, führen zu reduzierter Aktivität des Enzyms UGT1A1. Personen, diehomozygot für das UGT1A1*28-Allel sind, haben ein erhöhtes Risiko für Neutropenie, febrile
Neutropenie und Anämie und haben ein erhöhtes Risiko für andere Nebenwirkungen nach Einleitungder Behandlung mit Sacituzumab govitecan (siehe Abschnitt 4.8). Ca. 20 % der dunkelhäutigen
Bevölkerung, 10 % der weißhäutigen Bevölkerung und 2 % der ostasiatischen Bevölkerung sindhomozygot für das UGT1A1*28-Allel. In bestimmten Bevölkerungsgruppen können andere Allele als
UGT1A1*28 mit verminderter Funktion vorhanden sein. Patienten mit bekanntermaßen reduzierter
UGT1A1-Aktivität sollten engmaschig auf Nebenwirkungen überwacht werden. Bei nicht bekanntem
UGT1A1-Status ist kein Test erforderlich, da die Behandlung von Nebenwirkungen für alle Patientendieselbe ist, einschließlich der empfohlenen Dosisanpassungen.
Embryofetale ToxizitätBasierend auf seinem Wirkmechanismus kann Sacituzumab govitecan, wenn es Schwangerenverabreicht wird, eine Teratogenität und/oder embryofetale Letalität verursachen. Sacituzumabgovitecan enthält den genotoxischen Bestandteil SN-38 und zielt auf sich schnell teilende Zellen ab.
Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten über das potenzielle Risiko für den Fötusinformiert werden. Der Schwangerschaftsstatus von gebärfähigen Frauen sollte überprüft werden,bevor eine Behandlung mit Sacituzumab govitecan eingeleitet wird (siehe Abschnitt 4.6).
NatriumDieses Arzneimittel wird für die Verabreichung mit einer Natrium-haltigen Lösung zubereitet (siehe
Abschnitt 6.6). Dies sollte im Zusammenhang mit der gesamten täglichen Natriumaufnahme des
Patienten aus allen Quellen berücksichtigt werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
UGT1A1-Inhibitoren
Eine gleichzeitige Anwendung von Sacituzumab govitecan mit UGT1A1-Inhibitoren kann aufgrundeiner potenziellen Erhöhung der systemischen Exposition von SN-38 zu einem vermehrten Auftretenvon Nebenwirkungen führen. Sacituzumab govitecan sollte bei Patienten, die UGT1A1-Inhibitoren(z. B. Propofol, Ketoconazol, EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren) erhalten, mit Vorsicht angewendetwerden.
UGT1A1-Induktoren
Die Exposition von SN-38 kann bei Patienten, die gleichzeitig Induktoren des Enzyms UGT1A1erhalten, reduziert sein. Sacituzumab govitecan sollte bei Patienten, die UGT1A1-Induktoren (z. B.
Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Ritonavir, Tipranavir) erhalten, mit Vorsicht angewendetwerden.
Basierend auf den begrenzten Daten von Patienten, die während der Behandlung mit Sacituzumabgovitecan UGT1A1-Inhibitoren (n = 16) oder -Induktoren (n = 5) erhielten, war die Expositiongegenüber freiem SN-38 bei diesen Patienten mit der bei Patienten vergleichbar, die keine UGT1A1-
Inhibitoren oder -Induktoren erhielten.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütungsmethode beim Mann und bei der Frau
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und nach der letzten Dosis 6 Monatelang eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit
Sacituzumab govitecan und nach der letzten Dosis 3 Monate lang eine wirksame
Empfängnisverhütung anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Sacituzumab govitecan bei Schwangeren vor. Basierendauf seinem Wirkmechanismus kann Sacituzumab govitecan jedoch eine Teratogenität und/oderembryofetale Letalität bewirken, wenn es während der Schwangerschaft verabreicht wird.
Sacituzumab govitecan enthält einen genotoxischen Bestandteil, SN-38, und zielt auf sich schnellteilende Zellen ab.
Sacituzumab govitecan soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer derklinische Zustand der Frau macht eine Behandlung mit Sacituzumab govitecan erforderlich.
Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter soll überprüft werden, bevor eine
Behandlung mit Sacituzumab govitecan eingeleitet wird.
Frauen, die schwanger werden, müssen sich unverzüglich an ihren Arzt wenden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Sacituzumab govitecan oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Ein Risiko für gestillte Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen solltewährend der Behandlung mit Sacituzumab govitecan und nach der letzten Dosis 1 Monat langunterbrochen werden.
FertilitätBasierend auf tierexperimentellen Erkenntnissen kann Sacituzumab govitecan die Fertilität beigebärfähigen Frauen beeinträchtigen (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Humandaten zur
Auswirkung von Sacituzumab govitecan auf die Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenSacituzumab govitecan hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen, z. B. durch Schwindelgefühl, Fatigue (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen bei mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten waren:
Neutropenie (67,6 %), Übelkeit (62,6 %), Diarrhoe (62,5 %), Fatigue (61,5 %), Alopezie (45,6 %),
Anämie (40,7 %), Obstipation (36,2 %), Erbrechen (33,6 %), verminderter Appetit (25,7 %), Dyspnoe(22,1 %) und Abdominalschmerz (20,2 %).
Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher waren Neutropenie (50,7 %), Leukopenie(10,5 %), Diarrhoe (10,3 %), Anämie (9,3 %), Fatigue (6,8 %), febrile Neutropenie (6,1 %),
Hypophosphatämie (4,2 %), Dyspnoe (3,1 %), Lymphopenie (2,9 %), Abdominalschmerz (2,8 %),
Übelkeit (2,8 %), Erbrechen (2,5 %), Hypokaliämie (2,5 %), Pneumonie (2,3 %) und
Aspartataminotransferase erhöht (2,2 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Sacituzumab govitecanbehandelt wurden, waren febrile Neutropenie (4,8 %), Diarrhoe (3,9 %), Neutropenie (2,6 %) und
Pneumonie (2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Häufigkeiten der Nebenwirkungen basieren auf einem Datensatz dreier klinischer Studien unter
Beteiligung von 688 Patienten, die Sacituzumab govitecan 10 mg/kg Körpergewicht zur Behandlungvon metastasiertem TNBC und HR-positivem/HER2-negativem Mammakarzinom erhielten. Im
Median lag die Exposition von Sacituzumab govitecan in diesem Datensatz bei 4,63 Monaten.
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen basieren auf den Häufigkeiten unerwünschter Ereignissebeliebiger Ursache, wobei ein Teil der Ereignisse für eine Nebenwirkung andere Ursachen als
Sacituzumab govitecan haben kann, wie z. B. die Grunderkrankung, andere Arzneimittel oder nichtdamit zusammenhängende Ursachen. Der Schweregrad unerwünschter Arzneimittelwirkungen wurdebasierend auf den Common Terminology Criteria for Adverse Events (Allgemeine
Terminologiekriterien für unerwünschte Ereignisse, CTCAE) beurteilt, wobei die Schweregrade wiefolgt definiert sind: Grad 1 = leicht, Grad 2 = mittelgradig, Grad 3 = schwer,
Grad 4 = lebensbedrohlich und Grad 5 = Tod.
Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeitskategorie aufgeführt. Die
Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10);gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 2: Liste der Nebenwirkungen
Systemorganklasse (SOC) Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Harnwegsinfektion
Infektion der oberen Atemwege
Häufig Sepsis
Pneumonie
Influenza
Bronchitis
Nasopharyngitis
Sinusitis
Oraler Herpes
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSystemorganklasse (SOC) Häufigkeit Nebenwirkungen
Sehr häufig Neutropenie1
Anämie2
Leukopenie3
Lymphopenie4
Häufig Febrile Neutropenie
Thrombozytopenie5
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr häufig Überempfindlichkeit6
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit
Hypokaliämie
Hypomagnesiämie
Häufig Dehydratation
HyperglykämieHypophosphatämie
Hypokalzämie
HyponatriämiePsychiatrische ErkrankungenSehr häufig Schlaflosigkeit
Häufig Angst
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Schwindelgefühl
Häufig Dysgeusie
GefäßerkrankungenHäufig Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Dyspnoe7
Husten
Häufig Epistaxis
Husten mit Auswurf
Rhinorrhoe
Nasenverstopfung
Hustensyndrom der oberen Atemwege
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhoe
ErbrechenÜbelkeit
ObstipationAbdominalschmerz
Häufig Neutropene Kolitis8
KolitisStomatitis
Schmerzen Oberbauch
Dyspepsie
Gastroösophageale Refluxerkrankung
Bauch aufgetrieben
Gelegentlich Enteritis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Alopezie
Ausschlag
PruritusHäufig Makulo-papulöser Ausschlag
Hauthyperpigmentierung
Dermatitis akneiform
Trockene Haut
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Rückenschmerzen
ArthralgieHäufig Brustschmerzen die Skelettmuskulatur
Systemorganklasse (SOC) Häufigkeit Nebenwirkungenbetreffend
Muskelspasmen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Hämaturie
ProteinurieDysurie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Fatigue9
Häufig Schmerz
Schüttelfrost
Untersuchungen
Häufig Gewicht erniedrigt
Alkalische Phosphatase im Blut erhöht
Aktivierte partielle Thromboplastinzeitverlängert
Laktatdehydrogenase im Blut erhöht
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Gelegentlich Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion1: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Neutropenie; Neutrophilenzahl erniedrigt.2: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Anämie; Hämoglobin erniedrigt; Erythrozytenzahl erniedrigt.3: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Leukopenie; Leukozytenzahl erniedrigt.4: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Lymphopenie; Lymphozytenzahl erniedrigt.5: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Thrombozytopenie; Thrombozytenzahl vermindert.6: Überempfindlichkeitsereignisse wurden bis zum Ende des Tages nach der Verabreichung der Behandlung gemeldet.
Umfasst Ereignisse, die nach den folgenden bevorzugten Begriffen kodiert sind: Dyspnoe, Hypotonie, Hitzegefühl,
Erythem, Brustkorbbeschwerden, allergische Rhinitis, Giemen, Ödem, Urtikaria, anaphylaktische Reaktion,
Mundulzeration, Exfoliation der Haut, geschwollene Zunge, Engegefühl des Halses.7: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Dyspnoe, Belastungsdyspnoe8: Umfasst den bevorzugten Begriff neutropene Kolitis und Ereignisse, die als Typhlitis gemeldet wurden9: Umfasst die folgenden bevorzugten Begriffe: Fatigue, Asthenie
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenNeutropenieDie mediane Zeit bis zum Beginn einer Neutropenie (einschließlich febriler Neutropenie) nach Beginndes ersten Behandlungszyklus betrug 16 Tage. Die mediane Dauer der Neutropenie betrug 8 Tage.
Neutropenie trat bei 67,6 % (465/688) der mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten auf,einschließlich Neutropenie Grad 3 - 4 bei 50,7 % der Patienten. Neutropenie war bei 12,4 % der
Patienten der Grund für eine Dosisreduktion. Neutropene Kolitis wurde bei 1 % (7/688) der Patientenbeobachtet.
Febrile Neutropenie trat bei 6,1 % (42/688) der mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten auf.
Febrile Neutropenie war bei 2,9 % der Patienten der Grund für eine Dosisreduktion.
Anwendung bei Patienten mit reduzierter UGT1A1-Aktivität
Die Inzidenz von Neutropenie Grad 3 - 4 betrug 60,6 % (43/71) bei Patienten, die für das
UGT1A1*28-Allel homozygot waren, 52,9 % (144/272) bei Patienten, die für das UGT1A1*28-Allelheterozygot waren, und 49,1 % (140/285) bei Patienten, die für das Wildtyp-Allel homozygot waren.
Die Inzidenz von febriler Neutropenie Grad 3 - 4 betrug 14,1 % (10/71) bei Patienten, die für das
UGT1A1*28-Allel homozygot waren, 5,9 % (16/272) bei Patienten, die für das UGT1A1*28-Allelheterozygot waren, und 4,6 % (13/285) bei Patienten, die für das Wildtyp-Allel homozygot waren. Die
Inzidenz von Anämie Grad 3 - 4 betrug 15,5 % (11/71) bei Patienten, die für das UGT1A1*28-Allelhomozygot waren, 7,4 % (20/272) bei Patienten, die für das UGT1A1*28-Allel heterozygot waren,und 8,1 % (23/285) bei Patienten, die für das Wildtyp-Allel homozygot waren.
Im Vergleich zu Patienten, die für das Wildtyp-Allel homozygot waren, wurde bei Patienten, die fürdas UGT1A1*28-Allel homozygot waren, und bei Patienten, die für das UGT1A1*28-Allelheterozygot waren, ein früheres medianes Auftreten von Neutropenie und Anämie beobachtet.
Diarrhoe
Nach Beginn des ersten Behandlungszyklus, betrug die Zeit bis zum Auftreten einer Diarrhoe im
Median 13 Tage. Die mediane Dauer der Diarrhoe betrug 8 Tage.
Diarrhoe trat bei 62,5 % (430/688) der mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten auf.
Ereignisse vom Grad 3 traten bei 10,3 % (71/688) der Patienten auf. Drei von 688 Patienten (< 1 %)brachen die Behandlung aufgrund einer Diarrhoe ab.
ÜberempfindlichkeitÜberempfindlichkeitsreaktionen, die bis zum Ende des auf die Dosisgabe folgenden Tages gemeldetwurden, traten bei 33,0 % (227/688) der mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten auf.
Überempfindlichkeit Grad 3 und höher trat bei 1,7 % (12/688) der mit Sacituzumab govitecanbehandelten Patienten auf. Die Inzidenz von Überempfindlichkeitsreaktionen, die zu einemdauerhaften Absetzen von Sacituzumab govitecan führten, betrug 0,1 % (1/688).
ImmunogenitätIn klinischen Studien mit Patienten, die mit Sacituzumab govitecan behandelt wurden, bildeten 9(1,1 %) von 785 Patienten Antikörper gegen Sacituzumab govitecan; 6 dieser Patienten (0,8 % allermit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten) wiesen neutralisierende Antikörper gegen
Sacituzumab govitecan auf.
Besondere PatientengruppenEs gab keinen Unterschied hinsichtlich der Abbruchrate aufgrund unerwünschter Ereignisse bei
Patienten ab einem Alter von 65 Jahren im Vergleich zu jüngeren Patienten mit mTNBC. Die
Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen war bei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren (14 %)höher als bei jüngeren Patienten (3 %) mit HR-positivem/HER2-negativem metastasiertem
Mammakarzinom. Die Inzidenzrate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war bei Patienten abeinem Alter von 75 Jahren (67 %) höher als bei Patienten ab einem Alter von 65 Jahren (43 %) und
Patienten jünger als 65 Jahre (24 %) mit HR-positivem/HER2-negativem metastasiertem
Mammakarzinom.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In klinischen Studien führten Dosen von bis zu 18 mg/kg (ca. das 1,8-Fache der empfohlenen
Höchstdosis von 10 mg/kg Körpergewicht) zu einer höheren Inzidenz schwerer Neutropenie.
Im Falle einer Überdosierung sollten Patienten engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen, insbesondere schwerer Neutropenie, überwacht und eine entsprechende Behandlungeingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und Antikörper-
Wirkstoff-Konjugate, andere monoklonale Antikörper, ATC-Code: L01FX17.
WirkmechanismusSacituzumab govitecan bindet an Trop-2-exprimierende Krebszellen und wird in die Zelleninternalisiert, woraufhin SN-38 aus einem hydrolysierbaren Linker freigesetzt wird. SN-38 interagiertmit Topoisomerase I und verhindert den Wiederverschluss von durch Topoisomerase I induzierten
Einzelstrangbrüchen. Die daraus resultierende Schädigung der DNA führt zur Apoptose und zum
Zelltod.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitNicht resezierbares oder metastasiertes triple-negatives Mammakarzinom (ASCENT)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sacituzumab govitecan wurde in der internationalen,multizentrischen, offenen, randomisierten Phase-III-Studie ASCENT (IMMU-132-05) untersucht, diemit 529 Patienten mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (mTNBC) durchgeführt wurde, welche nach mindestens zwei vorherigen
Chemotherapien (keine Obergrenze) gegen Brustkrebs ein Rezidiv erlitten hatten. Eine vorherigeadjuvante oder neoadjuvante Therapie bei einer Erkrankung im frühen Stadium ('limited disease“)galt als eine der erforderlichen vorherigen Behandlungen, wenn innerhalb von 12 Monaten nach
Abschluss der Chemotherapie eine nicht resezierbare, lokal fortgeschrittene oder metastasierte
Erkrankung auftrat. Alle Patienten erhielten zuvor eine Behandlung mit Taxanen, entweder alsadjuvante oder neoadjuvante Therapie oder als Therapie einer fortgeschrittenen Krebserkrankung,sofern sie keine Kontraindikation hatten bzw. keine Unverträglichkeit gegenüber Taxanen aufwiesen.
Poly-ADP-Ribose-Polymerase(PARP)-Inhibitoren waren als eine der zwei vorherigen
Chemotherapien bei Patienten mit dokumentierter BRCA1-/BRCA2-Keimbahnmutation zulässig.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder Sacituzumab govitecan 10 mg/kgals intravenöse Infusion an Tag 1 und Tag 8 eines 21-tägigen Behandlungszyklus oder eine
Behandlung nach Wahl des Arztes (Treatment of Physician‘s Choice, TPC), die entsprechend der
Körperoberfläche und gemäß der zugelassenen Produktinformation dosiert wurde, zu erhalten. Die
TPC wurde vom Prüfarzt vor der Randomisierung aus einem der folgenden Monotherapie-Regimenbestimmt: Eribulin (n = 139), Capecitabin (n = 33), Gemcitabin (n = 38) oder Vinorelbin (außer in
Fällen, in denen der Patient eine Neuropathie ≥ Grad 2 aufwies, n = 52). Patienten mit stabilen
Hirnmetastasen (vorbehandelt, nicht fortschreitend, ohne Anwendung von Arzneimitteln zur
Behandlung von Krampfanfällen und unter stabiler Kortikosteroid-Dosis seit mindestens 2 Wochen)waren für die Aufnahme in die Studie geeignet. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur
Bestimmung der Hirnmetastasen war nur bei Patienten mit bekannten oder Verdacht auf
Hirnmetastasen erforderlich. Patienten mit bekanntem Morbus Gilbert-Meulengracht, nur die Knochenbetreffender Erkrankung, mit bekannter instabiler Angina, Myokardinfarkt oder kongestivem
Herzversagen in der Vorgeschichte, aktiver chronisch-entzündlicher Darmerkrankung oder Perforationdes Gastrointestinaltrakts (GI), Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus (HIV), aktiver
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion oder Patienten, die innerhalb von 30 Tagen zuvor mit einem
Lebendimpfstoff geimpft wurden oder die vorher Irinotecan erhalten hatten, waren von der Studieausgeschlossen.
Die Patienten wurden so lange behandelt, bis eine Krankheitsprogression oder eine inakzeptable
Toxizität auftrat. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben(Progression-Free Survival, PFS) bei Patienten ohne Hirnmetastasen bei Baseline (d. h. BMNeg[Brain Metastases-Negative]), gemessen von einem verblindeten, unabhängigen, zentralisierten
Überprüfungsgremium (Blinded, Independent, Centralised Review, BICR) aus Radiologieexpertenanhand der Response Evaluation Criteria in Solid Tumours (RECIST)-Kriterien Version 1.1.
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das PFS anhand BICR für die Gesamtpopulation,einschließlich aller Patienten mit und ohne Hirnmetastasen, das Gesamtüberleben (Overall Survival,
OS), die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR) und die Dauer des Ansprechens(Duration of Response, DOR).
Die primäre Analyse umfasste 235 BMNeg-Patienten in der Sacituzumab-govitecan-Gruppe und233 BMNeg-Patienten in der TPC-Gruppe. Die Analyse der Gesamtpopulation umfasste 267 Patientenin der Sacituzumab govitecan-Gruppe und 262 Patienten in der TPC-Gruppe.
Die demografischen Daten und die Baseline-Charakteristika der Gesamtpopulation (n = 529) waren:medianes Alter von 54 Jahren (Bereich: 27 - 82 Jahre) und 81 % < 65 Jahre; 99,6 % weiblich; 79 %
Weiß; 12 % Schwarz; die mediane Anzahl vorheriger systemischer Therapien betrug 4; 69 % hattenzuvor 2 bis 3 Chemotherapien erhalten; 31 % hatten zuvor > 3 Chemotherapien erhalten; 42 % hatten
Lebermetastasen; 12 % hatten frühere oder gegenwärtige Hirnmetastasen; 8 % wiesen einen positiven
BRCA1-/BRCA2-Mutationsstatus auf; der BRCA-Status war für 339 Patienten verfügbar. Bei
Studieneintritt wiesen alle Patienten einen ECOG-Performance-Status von 0 (43 %) oder 1 (57 %) auf.
Die mediane Zeit von der Diagnose des Krankheitsstadiums 4 bis zum Studieneintritt betrug16,2 Monate (Bereich: -0,4 bis 202,9 Monate). Die häufigsten früheren Chemotherapien waren
Cyclophosphamid (83 %), Anthracycline (83 %) einschließlich Doxorubicin (53 %), Paclitaxel (78 %),
Carboplatin (65 %), Capecitabin (67 %), Gemcitabin (36 %), Docetaxel (35 %) und Eribulin (33 %).
Insgesamt hatten 29 % der Patienten zuvor eine PD-1-/PD-L1-Therapie erhalten. In der
Gesamtpopulation hatten 13 % der Patienten in der Sacituzumab-govitecan-Gruppe zuvor nur 1systemische Therapie im Zusammenhang mit Metastasen erhalten.
Die Wirksamkeitsergebnisse in der BMNeg-Population zeigten bei Anwendung von Sacituzumabgovitecan gegenüber TPC eine statistisch signifikante Verbesserung hinsichtlich des PFS bzw. des OSmit Hazard Ratios (HR) von 0,41 (n = 468; 95-%-KI: 0,32, 0,52; p-Wert: < 0,0001) bzw. 0,48(n = 468; 95-%-KI: 0,38, 0,59; p-Wert: < 0,0001). Das mediane PFS betrug bei mit Sacituzumabgovitecan bzw. TPC behandelten Patienten 5,6 Monate bzw. 1,7 Monate und das mediane OS betrug12,1 Monate bzw.. 6,7 Monate.
Die Wirksamkeitsergebnisse in der Gesamtpopulation waren in der vorab festgelegten Endanalyse(Datenschnitt 11. März 2020) mit der BMNeg-Population konsistent und sind in Tabelle 3zusammengefasst.
Tabelle 3: Wirksamkeitsendpunkte (Gesamtpopulation) - vorab festgelegte Endanalyse
Vorab festgelegte Endanalyse(Datenschnitt 11. März 2020)
Sacituzumab govitecan Behandlung nach Wahl des
Arztes (TPC)n = 267 n = 262
Progressionsfreies Überleben (PFS)1
Anzahl Ereignisse (%) 190 (71,2) 171 (65,3)
Medianes PFS in Monaten 4,8 1,7(95-%-KI) (4,1, 5,8) (1,5, 2,5)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,43 (0,35, 0,54)p-Wert2 < 0,0001
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl Todesfälle (%) 179 (67,0) 206 (78,6)
Medianes OS in Monaten (95-%-KI) 11,8 6,9(10,5, 13,8) (5,9, 7,7)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,51 (0,41, 0,62)p-Wert2 < 0,0001
Vorab festgelegte Endanalyse(Datenschnitt 11. März 2020)
Sacituzumab govitecan Behandlung nach Wahl des
Arztes (TPC)n = 267 n = 262
Gesamtansprechrate (ORR)
Anzahl Responder (%) 83 (31) 11 (4)
Odds Ratio (95-%-KI) 10,99 (5,66, 21,36)p-Wert3 < 0,0001
Vollständige Remission, n (%) 10 (4) 2 (1)
Partielle Remission, n (%) 73 (27) 9 (3)
Dauer des Ansprechens (DOR)
Mediane DOR in Monaten 6,3 3,6(95-%-KI) (5,5, 9,0) (2,8, n. a.)1 PFS wurde definiert als die Zeit vom Datum der Randomisierung bis zum Datum der ersten radiologischen
Krankheitsprogression oder bis zum Datum des Todes beliebiger Ursache, je nachdem, was zuerst eintrat.2 Stratifizierter Log-Rank-Test, angepasst für Stratifizierungsfaktoren: Anzahl vorheriger Chemotherapien, Vorhandenseinbekannter Hirnmetastasen bei Studieneintritt und Region3 Basierend auf einem Cochran-Mantel-Haenszel-Test
KI = Konfidenzintervalln. a.= not applicable
Die Ergebnisse einer aktualisierten Wirksamkeitsanalyse (finaler Datenschnitt vom 25. Februar 2021)waren mit der vorab festgelegten Endanalyse konsistent. Das mediane PFS nach BICR unter
Sacituzumab govitecan betrug 4,8 Monate gegenüber 1,7 Monaten unter TPC (HR von 0,41; 95-%-KI:0,33, 0,52). Das mediane OS unter Sacituzumab govitecan betrug 11,8 Monate gegenüber 6,9 Monatenunter TPC (HR von 0,51; 95-%-KI: 0,42, 0,63). Die Kaplan-Meier-Kurven für das aktualisierte PFSnach BICR und OS finden sich in Abbildungen 1 und 2.
Abbildung 1: Progressionsfreies Überleben (Gesamtpopulation; finaler Datenschnitt vom25. Februar 2021) anhand BICR
Trodelvy
TPC
Zensiert
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatienten
Trodelvy 267 184 135 82 55 34 23 17 11 8 5 1 0
TPC 262 86 36 12 6 3 1 1 0 0 0 0 0
Wahrscheinlichkeit für PFS (%)
Abbildung 2: Gesamtüberleben (Gesamtpopulation; finaler Datenschnitt vom 25. Februar 2021)
Trodelvy
TPC
Zensiert
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatienten
Trodelvy 267 250 232 209 178 152 125 108 79 62 49 37 25 14 7 2 0
TPC 262 222 174 132 101 66 54 45 34 31 26 12 7 3 2 0 0
SubgruppenanalyseIn Subgruppenanalysen waren die Verbesserungen des PFS und des OS bei mit Sacituzumabgovitecan im Vergleich zu mit TPC behandelten Patienten über alle Patienten-Subgruppen hinwegkonsistent, und zwar unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft, BRCA-Status, Anzahl vorherigersystemischer Therapien insgesamt (2 und > 2, 2 - 3 und > 3) und im metastasierten Setting (1 und> 1), vorheriger Therapie mit Anthracyclinen oder PD-L1-Inhibitoren sowie Lebermetastasen.
Hirnmetastasen
Eine explorative Analyse des PFS bzw. des OS bei Patienten mit zuvor behandelten stabilen
Hirnmetastasen zeigte eine stratifizierte HR von 0,65 (n = 61; 95-%-KI: 0,35, 1,22) bzw. 0,87 (n = 61;95-%-KI: (0,47, 1,63). Das mediane PFS betrug bei mit Sacituzumab govitecan bzw. TPC behandelten
Patienten 2,8 Monate bzw. 1,6 Monate und das mediane OS betrug 6,8 Monate bzw. 7,5 Monate.
Trop-2-Expression
Es wurden zusätzliche Subgruppenanalysen durchgeführt, um die Wirksamkeit hinsichtlich des
Ausmaßes der Trop-2-Expression des Tumors zu untersuchen; die Ergebnisse waren über dieverschiedenen angewendeten Scoringverfahren hinweg konsistent. Bei Patienten mit niedrigen
Trop-2-Konzentrationen, gemessen anhand einer in Quartile eingeteilten Membran-H-Score, wurdesowohl für das PFS (HR: 0,64; 95-%-KI: 0,37, 1,11), als auch für das OS (HR: 0,71; 95-%-KI: 0,42,1,21), ein Nutzen von Sacituzumab govitecan im Vergleich zu TPC gezeigt.
Nicht resezierbares oder metastasiertes Hormonrezeptor (HR)-positives/humaner epidermaler
Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negatives Mammakarzinom (TROPiCS-02)
Die Wirksamkeit von Sacituzumab govitecan wurde in der multizentrischen, offenen, randomisierten
Studie TROPiCS-02 (IMMU-132-09) untersucht, die mit 543 Patienten mit nicht resezierbarem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem (IHC 0, IHC 1+ oder
IHC 2+/ISH-) Mammakarzinom durchgeführt wurde, deren Erkrankung nach dem folgenden Settingfortgeschritten ist: ein CDK 4/6-Inhibitor, eine endokrine Therapie und ein Taxan. Die Patientenhatten zuvor mindestens zwei Chemotherapien im metastasierten Setting erhalten (von denen eine imneoadjuvanten oder adjuvanten Setting verabreicht worden sein konnte, wenn innerhalb von12 Monaten nach Abschluss der Chemotherapie eine Progression oder ein Rezidiv auftrat). Patientenmit nur die Knochen betreffender Erkrankung, aktiver chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und
Wahrscheinlichkeit für OS (%)bekannter Darmobstruktion in der Vorgeschichte, bekannter instabiler Angina oder Myokardinfarktoder kongestivem Herzversagen oder aktiver Hepatitis-B- oder -C-Infektion in der Vorgeschichtewaren von der Studie ausgeschlossen.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder Sacituzumab govitecan 10 mg/kgals intravenöse Infusion an den Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen Behandlungszyklus (n = 272) oder
TPC (n = 271) zu erhalten. Die TPC wurde vom Prüfarzt vor der Randomisierung aus einem derfolgenden Monotherapie-Regimen bestimmt: Eribulin (n = 130), Vinorelbin (n = 63), Gemcitabin(n = 56) oder Capecitabin (n = 22). Die Randomisierung wurde basierend auf früheren
Chemotherapie-Regimen gegen eine metastasierte Erkrankung (2 vs. 3-4), viszeralen Metastasen (javs. nein) und einer endokrinen Therapie im metastasierten Setting über einen Zeitraum von mindestens6 Monaten (ja vs. nein) stratifiziert.
Die Patienten wurden so lange behandelt, bis eine Krankheitsprogression oder eine inakzeptable
Toxizität auftrat. Das primäre Wirksamkeitskriterium war das PFS, bestimmt anhand BICR gemäß
RECIST Version 1.1 Weitere Wirksamkeitskriterien waren OS, ORR anhand BICR und DOR anhand
BICR.
Das mediane Alter der Studienpopulation betrug 56 Jahre (Bereich: 27-86 Jahre), und 26 % der
Patienten waren 65 Jahre oder älter. Fast alle Patienten waren weiblich (99 %). Die Mehrheit der
Patienten waren Weiße (67 %); 4 % waren Schwarze, 3 % waren Asiaten und 26 % warenunbekannter ethnischer Herkunft. Die Patienten hatten im Median 7 (Bereich: 3 bis 17) vorherigesystemische Regime in beliebigem Setting und 3 (Spanne: 0 bis 8) vorherige systemische
Chemotherapie-Regime im metastasierten Setting erhalten. Ca. 42 % der Patienten hatten 2 vorherige
Chemotherapie-Regime gegen eine metastasierte Erkrankung erhalten; im Vergleich dazu hatten 58 %der Patienten 3 oder 4 vorherige Chemotherapie-Regime erhalten. Die meisten Patienten hatten eineendokrine Therapie im metastasierten Setting über einen Zeitraum von ≥ 6 Monaten (86 %) erhalten.
Die Patienten hatten einen ECOG Performance-Status von 0 (44 %) oder 1 (56 %). Fünfundneunzig
Prozent der Patienten hatten viszerale Metastasen; 4,6 % der Patienten hatten stabile, zuvor behandelte
Hirnmetastasen.
Sacituzumab govitecan zeigte im Vergleich zu TPC eine statistisch signifikante Verbesserung des PFSanhand BICR und des OS. Die Verbesserung des PFS anhand BICR und des OS war im Allgemeinenzwischen den vorab festgelegten Subgruppen konsistent. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 4 zusammengefasst.
Tabelle 4: Wirksamkeitsendpunkte - vorab festgelegte Endanalyse
Sacituzumab govitecan TPCn = 272 n = 271
Progressionsfreies Überleben anhand BICR1
Anzahl Ereignisse (%) 170 (62,5 %) 159 (58,7 %)
Medianes PFS in Monaten (95-%- 5,5 (4,2, 7,0) 4,0 (3,1, 4,4)
KI)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,661 (0,529, 0,826)p-Wert2 0,0003
PFS-Rate nach 12 Monaten, % 21,3 (15,2, 28,1) 7,1 (2,8, 13,9)(95-%-KI)
Sacituzumab govitecan TPCn = 272 n = 271
Gesamtüberleben3
Anzahl Ereignisse (%) 191 (70,2 %) 199 (73,4 %)
Medianes OS in Monaten (95-%- 14,4 (13,0, 15,7) 11,2 (10,1, 12,7)
KI)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,789 (0,646, 0,964)p-Wert2 0,0200
Objektive Ansprechrate anhand BICR3
Anzahl Responder (%) 57 (21,0 %) 38 (14,0 %)
Odds Ratio (95-%-KI) 1,625 (1,034, 2,555)p-Wert 0,03481 PFS wurde definiert als die Zeit vom Datum der Randomisierung bis zum Datum der ersten radiologischen
Krankheitsprogression oder bis zum Datum des Todes beliebiger Ursache, je nachdem, was zuerst eintrat (Datenstichtag3. Januar 2022).2 Stratifizierter Log-Rank-Test, angepasst für Stratifizierungsfaktoren: vorherige Chemotherapie-Regime gegen einemetastasierte Erkrankung (2 vs. 3-4), viszerale Metastasen (ja vs. nein) und endokrine Therapie im metastasierten Settingüber einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten (ja vs. nein).3 Basierend auf einer zweiten Zwischenanalyse des OS (Datenstichtag 1. Juli 2022).
BICR = verblindetes, unabhängiges, zentralisiertes Überprüfungsgremium (Blinded, Independent, Central Review); KI =
Konfidenzintervall
Die Ergebnisse einer aktualisierten Wirksamkeitsanalyse mit einer medianen Nachbeobachtungsdauervon 12,8 Monaten (Datenstichtag 1. Dezember 2022) waren mit der vorab festgelegten Endanalysekonsistent. Das mediane PFS nach BICR unter Sacituzumab govitecan betrug 5,5 Monate gegenüber4,0 Monaten unter TPC (HR von 0,65; 95-%-KI: 0,53, 0,81). Das mediane OS unter Sacituzumabgovitecan betrug 14,5 Monate gegenüber 11,2 Monaten unter TPC (HR von 0,79; 95-%-KI: 0,65,0,95). Die Kaplan-Meier-Kurven für das aktualisierte PFS nach BICR und OS finden sich in
Abbildungen 3 und 4.
Abbildung 3: Progressionsfreies Überleben nach BICR (Datenstichtag 1. Dezember 2022)
Trodelvy
TPC
Zensiert
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatienten
Trodelvy
TPC
Abbildung 4: Gesamtüberleben (Datenstichtag 1. Dezember 2022)
Trodelvy
TPC
Zensiert
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatienten
Trodelvy
TPC
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Sacituzumab govitecan eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die
Behandlung von Brustkrebs gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Wahrscheinlichkeit für Gesamtüberleben (%) Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überleben (%)
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Serumpharmakokinetik von Sacituzumab govitecan und SN-38 wurde in der Studie ASCENT aneiner Population von mTNBC-Patienten untersucht, die Sacituzumab govitecan als Monotherapie beieiner Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht erhielten. Die pharmakokinetischen Parameter von
Sacituzumab govitecan und freiem SN-38 sind in Tabelle 5 aufgeführt.
Tabelle 5: Zusammenfassung der mittleren PK-Parameter (CV%) von Sacituzumab govitecanund freiem SN-38
Sacituzumab govitecan Freies SN-38
Cmax [ng/ml] 242 000 (22 %) 91 (65 %)
AUC0-168 [ng*h/ml] 5 560 000 (24 %) 2 730 (41 %)
Cmax: maximale Serumkonzentration
AUC0-168: Fläche unter der Serumkonzentrations-Zeit-Kurve über einen Zeitraum von 168 Stunden
VerteilungBasierend auf populationspharmakokinetischen Analysen betrug das Steady-State-Verteilungsvolumenvon Sacituzumab govitecan 3,58 l.
EliminationDie mediane Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von Sacituzumab govitecan bzw. freiem SN-38 betrugbei Patienten mit metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom 23,4 Stunden bzw. 17,6 Stunden.
Basierend auf populationspharmakokinetischen Analysen betrug die Clearance von Sacituzumabgovitecan 0,128 l/h.
BiotransformationEs wurden keine Biotransformationsstudien mit Sacituzumab govitecan durchgeführt.
SN-38 (der kleinmolekulare Anteil von Sacituzumab govitecan) wird durch UGT1A1 metabolisiert.
Besondere PatientengruppenIm Rahmen von pharmakokinetischen Analysen an mit Sacituzumab govitecan behandelten Patienten(n = 789) wurden keine Auswirkungen von Alter, ethnischer Herkunft und leichter oder mittelgradiger
Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Sacituzumab govitecan festgestellt.
NierenfunktionsstörungDie renale Elimination trägt bekanntermaßen minimal zur Ausscheidung von SN-38, demkleinmolekularen Anteil von Sacituzumab govitecan, bei. Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetikvon Sacituzumab govitecan bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler
Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml/min) vor.
LeberfunktionsstörungDie Exposition von Sacituzumab govitecan bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Bilirubin≤ ULN und AST > ULN oder Bilirubin > 1,0 bis ≤ 1,5-mal ULN und AST beliebiger Konzentration;n = 257) ist vergleichbar mit der bei Patienten mit normaler Leberfunktion (Bilirubin und AST≤ ULN; n = 526).
Die Expositionen gegenüber Sacituzumab govitecan und freiem SN-38 bei Patienten mitmittelgradiger oder schwerer Leberfunktionsstörung sind nicht bekannt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
SN-38 war in einem In-vitro-Mikronukleustest an Säugetierzellen bei Ovarialzellen des chinesischen
Hamsters klastogen und war in einem bakteriellen In-vitro-Reverse-Mutations-Test (Ames-Test) nichtmutagen.
In einer Studie zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Javaneraffen führte die intravenöse Anwendungvon Sacituzumab govitecan bei Dosen von ≥ 60 mg/kg (dem 1,9-Fachen der für den Menschenempfohlenen Dosis von 10 mg/kg basierend auf allometrischer Skalierung des Körpergewichts) zu
Atrophie des Endometriums, Uterusblutung, verstärkter Atresie der Ovarialfollikel und Atrophie dervaginalen Epithelzellen.
In nicht-klinischen Daten zum neuartigen Hilfsstoff MES wurden bei herkömmlichen Studien zur
Toxizität und Genotoxizität bei wiederholter Gabe keine speziellen Risiken für Menschen beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
2-(Morpholin-4-yl)ethan-1-sulfonsäure (MES)
Polysorbat 80 (E 433)
Trehalose-Dihydrat (Ph.Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln, außer mit den unter Abschnitt 6.6aufgeführten, gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.
Nach der RekonstitutionDie rekonstituierte Lösung sollte unverzüglich zur Herstellung der verdünnten Infusionslösungverwendet werden. Der Infusionsbeutel, der die verdünnte Lösung enthält, kann bis zu 24 Stundenlang vor Licht geschützt im Kühlschrank (2 °C bis 8 °C) aufbewahrt werden, falls er nicht sofortverwendet wird.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
50-ml-Durchstechflasche aus farblosem, durchsichtigem Glas Typ 1, die mit einem elastomeren
Butylstopfen versehen und mit einem Flip-off-Siegel aus Aluminium versiegelt ist und 200 mg
Sacituzumab govitecan enthält.
Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungTrodelvy ist ein zytotoxisches Arzneimittel. Die entsprechenden Verfahren zur Handhabung und
Beseitigung müssen eingehalten werden.
Rekonstitution* Die erforderliche Dosis (mg) von Trodelvy basierend auf dem Körpergewicht des Patienten zu
Beginn jedes Behandlungszyklus (oder häufiger, wenn sich das Körpergewicht des Patientenseit der vorherigen Anwendung um mehr als 10 % geändert hat) berechnen.
* Die erforderliche Anzahl von Durchstechflaschen Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) annehmenlassen.
* Mithilfe einer sterilen Spritze langsam 20 ml 0,9%ige Natriumchlorid-Injektionslösung(9 mg/ml) in jede Durchstechflasche injizieren. Die daraus resultierende Konzentration beträgt10 mg/ml.
* Die Durchstechflaschen behutsam schwenken und den Inhalt bis zu 15 Minuten lang auflösenlassen. Nicht schütteln. Das Produkt sollte vor der Anwendung visuell auf Partikel und
Verfärbungen untersucht werden. Die Lösung sollte frei von sichtbaren Partikeln, durchsichtigund gelb sein. Die rekonstituierte Lösung nicht verwenden, wenn sie trübe oder verfärbt ist.
* Die Lösung unverzüglich zur Herstellung einer verdünnten Infusionslösung verwenden.
Verdünnung* Das Volumen der rekonstituierten Lösung berechnen, das erforderlich ist, um die richtige Dosisgemäß dem Körpergewicht des Patienten zu erhalten.
* Das endgültige Volumen der Infusionslösung bestimmen, das erforderlich ist, um die richtige
Dosis in einem Sacituzumab-govitecan-Konzentrationsbereich von 1,1 mg/ml bis 3,4 mg/ml zuverabreichen.
* Das Volumen an 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml), das dem Volumen dererforderlichen rekonstituierten Lösung entspricht, aus dem endgültigen Infusionsbeutelentnehmen und entsorgen.
* Die berechnete Menge der rekonstituierten Lösung mit einer Spritze aus der/den
Durchstechflasche(n) entnehmen. Etwaige in der/den Durchstechflasche(n) verbleibende
Mengen entsorgen.
* Um möglichst wenig Schaumbildung zu verursachen, das erforderliche Volumen anrekonstituierter Lösung langsam in einen Infusionsbeutel aus Polyvinylchlorid, Polyolefin(Polypropylen und/oder Polyethylen) oder Ethylenvinylacetat injizieren. Den Inhalt nichtschütteln.
* Falls erforderlich, das Volumen im Infusionsbeutel nach Bedarf mit 0,9%iger Natriumchlorid-
Injektionslösung (9 mg/ml) anpassen, um eine Konzentration von 1,1 mg/ml bis 3,4 mg/ml zuerhalten. Es sollte ausschließlich 0,9%ige Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml)verwendet werden, da die Stabilität des rekonstituierten Arzneimittels mit anderen
Infusionslösungen nicht ermittelt wurde.
* Wenn die Lösung nicht sofort verwendet wird, kann der Infusionsbeutel, der die verdünnte
Lösung enthält, bis zu 24 Stunden lang vor Licht geschützt gekühlt bei 2 °C bis 8 °C aufbewahrtwerden. Nicht einfrieren. Nach Herausnahme aus der Kühlung die verdünnte Lösung innerhalbvon 8 Stunden (einschließlich Infusionszeit) bei Raumtemperatur bis 25 °C verabreichen.
Verabreichung* Trodelvy als intravenöse Infusion verabreichen. Den Infusionsbeutel vor Licht schützen. Der
Infusionsbeutel sollte während der Verabreichung an den Patienten abgedeckt werden, bis die
Verabreichung abgeschlossen ist. Es ist nicht notwendig, während der Infusion den
Infusionsschlauch abzudecken oder einen lichtgeschützten Schlauch zu verwenden.
* Es kann eine Infusionspumpe verwendet werden.
* Trodelvy nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder zusammen mit diesen als Infusionverabreichen.
* Nach Ende der Infusion die Infusionsleitung mit 20 ml 0,9%iger Natriumchlorid-
Injektionslösung (9 mg/ml) spülen.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Gilead Sciences Ireland UC
Carrigtohill
County Cork, T45 DP77
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. November 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.