TRACTOCILE 7.5mg / ml konzentrat zur herstellung einer injektionslösung merkblatt medikamente

G02CX01 Atosiban • UROGENITALSYSTEM UND SEXUALHORMONE | ANDERE GYNÄKOLOGIKA | Andere Gynäkologika

Atosiban ist ein Oxytocin-Rezeptor-Antagonist, der zur Unterbrechung vorzeitiger Wehen bei schwangeren Frauen mit einer Schwangerschaftsdauer zwischen 24 und 33 Wochen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Wirkung von Oxytocin auf die Gebärmutter blockiert, die Uteruskontraktionen reduziert und eine Frühgeburt verhindert.

Atosiban wird intravenös in drei Phasen verabreicht: eine initiale Bolusdosis, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion für bis zu 48 Stunden. Es ist für Frauen indiziert, die Anzeichen vorzeitiger Wehen zeigen, wie regelmäßige Uteruskontraktionen und zervikale Veränderungen.

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Reaktionen an der Injektionsstelle. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen oder kardiovaskuläre Komplikationen auftreten. Eine sorgfältige Überwachung des Zustands der Mutter und des Fötus ist während der Behandlung unerlässlich.

Atosiban ist eine wirksame und gut verträgliche therapeutische Option zur Behandlung vorzeitiger Wehen und trägt dazu bei, das Risiko von Komplikationen im Zusammenhang mit Frühgeburten zu verringern.

Allgemeine Daten zu TRACTOCILE 7.5mg / ml

Substanz: Atosiban

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W53605001

Konzentration: 7.5mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: konzentrat zur herstellung einer injektionslösung

Quantität: 1

Produktart: original

Preis: 206.17 RON

Rezeptbeschränkungen: S - Verschreibung von Arzneimitteln, die für die Verwendung in bestimmten Fachgebieten reserviert sind.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: FERRING AB - SUEDIA

Zulassungsinhaber: FERRING PHARMACEUTICALS A/S - DANEMARCA

Zulassungsnummer: 124/2000/01

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Atosiban

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TRACTOCILE 7.5mg / ml konzentrat zur herstellung einer injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche mit 5 ml Lösung enthält 37,5 mg Atosiban (als Acetat).

Jeder ml Lösung enthält 7,5 mg Atosiban.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).

Klare, farblose Lösung ohne Partikel.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Tractocile ist indiziert zur Hinauszögerung einer drohenden Frühgeburt bei erwachsenen

Schwangeren, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

- Regelmäßige Uteruskontraktionen mit einer Dauer von mindestens 30 Sekunden und einer

Häufigkeit von ≥ 4 pro 30 Minuten.

- Öffnung des Muttermundes auf eine Weite von 1 bis 3 cm (0 - 3 bei Nullipara) und

Cervixverstreichung ≥ 50%.

- Schwangerschaft in der 24. bis 33. abgeschlossenen Schwangerschaftswoche.

- Normale Herzfrequenz des Fetus.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung mit Tractocile sollte von einem in der Behandlung von vorzeitigen Wehen erfahrenen

Arzt eingeleitet und begleitet werden.

Tractocile wird intravenös in drei aufeinanderfolgenden Stufen verabreicht: zu Anfang wird eine

Bolusdosis (6,75 mg) mit Tractocile 6,75 mg/0,9 ml Injektionslösung verabreicht, danach folgtunmittelbar eine hochdosierte dreistündige Dauerinfusion (Sättigungsinfusion 300 µg/min) mit

Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, an die sich eine Infusionmit einer niedrigeren Dosis Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung(nachfolgende Infusion 100 µg/min) über bis zu 45 Stunden anschließt. Die Dauer der Behandlungsollte 48 Stunden nicht überschreiten. Die bei einer vollständigen Tractocile -Therapie verabreichte

Gesamtdosis sollte 330,75 mg Atosiban nicht überschreiten.

Mit der intravenösen Behandlung mittels der initialen Bolusinjektion von Tractocile 6,75 mg/0,9 ml

Injektionslösung (siehe Fachinformation dieses Produktes) sollte so bald wie möglich nach der

Diagnose der vorzeitigen Wehen begonnen werden. Nach Injektion der Bolusdosis wird die Infusiondurchgeführt. Bei Fortbestehen der Wehentätigkeit während der Behandlung mit Tractocile muss einealternative Therapie in Erwägung gezogen werden.

Die folgende Tabelle zeigt das vollständige Dosierungsschema von Bolusinjektion und nachfolgende

Infusion:

Schritt Behandlungsschema Infusionsrate Atosiban-Dosis1 0,9 ml intravenöser Bolus Nicht zutreffend 6,75 mg

Injektion über 1 Minute2 dreistündige intravenöse 24 ml/Stunde (300µg/min) 54 mg

Sättigungsinfusion3 Anschließende intravenöse 8 ml/Stunde (100 µg/min) bis zu 270 mg

Infusion bis zu 45 Stunden

Wiederholung der Behandlung:

Sollte eine Wiederholung der Behandlung mit Atosiban erforderlich sein, muss diese ebenfalls miteiner Bolusinjektion von Tractocile 6,75 mg/0,9 ml Injektionslösung beginnen, gefolgt von einer

Infusion mit Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Patientinnen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Zur Behandlung mit Atosiban bei Patientinnen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion liegenkeine Erfahrungen vor. Eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion ist wahrscheinlichnicht erforderlich, da Atosiban nur in geringen Mengen mit dem Urin ausgeschieden wird. Bei

Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion sollte Atosiban mit Vorsicht eingesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tractocile bei Schwangeren unter 18 Jahren wurde nichtnachgewiesen. Es sind keine Daten verfügbar.

Art der Anwendung

Die Anleitung zur Zubereitung des Arzneimittels vor Verabreichung finden Sie in Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Tractocile darf nicht angewendet werden bei:

- Schwangerschaft vor der 24. oder nach der 33. abgeschlossenen Woche

- Vorzeitigem Blasensprung > 30. Schwangerschaftswoche

- Gestörter Herzfrequenz des Fetus

- Präpartalen Uterusblutungen, die eine sofortige Entbindung notwendig machen

- Eklampsie und schwere Präeklampsie, die eine Entbindung erforderlich machen

- Intrauterinem Fruchttod

- Verdacht auf intrauterine Infektion

- Placenta praevia

- Abruptio placentae

- Anderen Zuständen der Mutter oder des Fetus, bei welchen das Fortbestehen der

Schwangerschaft ein Risiko wäre

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Wird Atosiban Patientinnen verabreicht, bei denen ein vorzeitiger Blasensprung nicht ausgeschlossenwerden kann, muss der Nutzen einer Aufschiebung der Entbindung sorgfältig gegen das potentielle

Risiko für das Auftreten einer Chorioamnionitis abgewogen werden.

Zur Behandlung mit Atosiban bei Patientinnen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion liegenkeine Erfahrungen vor. Eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion ist wahrscheinlichnicht erforderlich, da Atosiban nur in geringen Mengen mit dem Urin ausgeschieden wird. Bei

Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion sollte Atosiban mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2).

Zum Einsatz von Atosiban bei Mehrlingsschwangerschaften oder während der 24. - 27.

Schwangerschaftswoche liegen wegen der geringen Anzahl der behandelten Patientinnen nurbeschränkte klinische Erfahrungen vor. Der Nutzen von Atosiban bei diesen Patienten ist daher nichtgesichert.

Eine Wiederholung der Behandlung mit Tractocile ist möglich. Es liegen jedoch nur begrenzteklinische Erfahrungen mit mehrfachen Wiederholungen der Behandlung, d. h. bis zu 3

Wiederholungen, vor (siehe Abschnitt 4.2).

Bei intrauteriner Wachstumsretardierung ist die Entscheidung zur Fortsetzung oder erneuten

Initiierung der Atosiban-Behandlung von der Beurteilung des fetalen Reifezustandes abhängig.

Während der Verabreichung von Atosiban und bei fortdauernder Wehentätigkeit sollte eine Kontrolleder Wehentätigkeit und der Herzfrequenz des Fetus erwogen werden.

Als Antagonist von Oxytocin kann Atosiban theoretisch die Relaxation des Uterus und postpartale

Blutungen begünstigen. Daher muss nach der Entbindung der Blutverlust überwacht werden. Inklinischen Prüfungen wurde jedoch keine inadäquate Uteruskontraktion post partum beobachtet.

Mehrlingsschwangerschaften und Arzneimittel mit tokolytischer Wirkung wie Calciumkanalblockerund β-Sympathomimetika werden mit einem erhöhten Risiko für Lungenödeme in Verbindunggebracht. Deshalb sollte Atosiban im Fall von Mehrlingsschwangerschaften und/oder gleichzeitiger

Gabe anderer Arzneimittel mit tokolytischer Wirkung mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.8).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es ist unwahrscheinlich, dass Atosiban an Cytochrom P 450 vermittelten Arzneimittel-

Wechselwirkungen beteiligt ist. In vitro Untersuchungen haben gezeigt, dass Atosiban nicht als

Substrat für das Cytochrom P 450 System fungiert und Cytochrom P 450 Enzyme, die Arzneimittelmetabolisieren, nicht hemmt.

Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit Labetalol und Betametason wurden an gesunden

Probandinnen durchgeführt. Es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen

Atosiban und Betametason oder Labetalol festgestellt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Atosiban darf nur eingesetzt werden, wenn eine vorzeitige Wehentätigkeit zwischen der 24. und 33.abgeschlossenen Schwangerschaftswoche diagnostiziert wurde. Falls während der Schwangerschaftbereits ein Kind gestillt wird, sollte das Stillen während der Behandlung mit Tractocile unterbrochenwerden, da die Freisetzung von Oxytocin während des Stillens die Uteruskontraktion verstärken undden Effekt der Tokolyse aufheben kann.

In klinischen Prüfungen mit Atosiban wurden keine Wirkungen auf das Stillvermögen beobachtet.

Geringe Mengen Atosiban gelangen aus dem Plasma in die Muttermilch stillender Mütter.

Studien zur embryo-fetalen Toxizität haben keine toxischen Wirkungen von Atosiban gezeigt. Eswurden keine Studien durchgeführt, die die Fertilität und die frühe embryonale Entwicklungabdeckten (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

In klinischen Prüfungen wurden bei der Mutter während der Verabreichung von Atosiban mögliche

Nebenwirkungen durch Atosiban beschrieben. Insgesamt traten im Verlauf der klinischen Studien bei48% der mit Atosiban behandelten Patientinnen Nebenwirkungen auf. Die beobachteten

Nebenwirkungen waren in der Regel leicht. Übelkeit (14%) ist bei den Müttern die am häufigstenberichtete Nebenwirkung.

Beim Neugeborenen ergaben die klinischen Prüfungen keinerlei spezifische Nebenwirkungen durch

Atosiban. Die beim Kind beobachteten Nebenwirkungen lagen im Rahmen der normalen Streuung undwaren in der Häufigkeit mit der Placebo- und Beta-Sympathomimetika-Gruppe vergleichbar.

Die Häufigkeit der nachfolgenden Nebenwirkungen wird wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10);häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000 bis <1/1.000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.

MedDRA Sehr Häufig Gelegentlich Selten

Systemorganklasse (SOC) häufig

Erkrankungen des Allergische Reaktion

Immunsystems

Stoffwechsel- und Hyperglykämie

Ernährungsstörungen

Psychiatrische Insomnie

Erkrankungen

Erkrankungen des Kopfschmerzen,

Nervensystems Schwindel

Herzerkrankungen Tachykardie

Gefäßerkrankungen Hypotonie,

Hitzewallungen

Erkrankungen des Übelkeit Erbrechen

Gastrointestinaltrakts

Erkrankungen der Haut und Pruritus,des Unterhautzellgewebes Hautausschlag

Erkrankungen des Uterushämorrhagien,

Reproduktionssystems und Uterusatonieder Brust

Allgemeine Erkrankungen Reaktionen an der Pyrexieund Beschwerden am Injektionsstelle

Verabreichungsort

Erfahrungen nach Markteinführung

Nach Markteinführung wurde über respiratorische Ereignisse wie Dyspnoe und Lungenödemberichtet, insbesondere bei gleichzeitiger Gabe anderer Arzneimittel mit tokolytischer Wirkung wie

Calciumantagonisten und Betamimetika und/oder bei Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden einige Fälle der Überdosierung mit Atosiban beschrieben. Sie traten jedoch ohnespezifische Anzeichen oder Symptome auf. Eine spezifische Behandlung bei Überdosierung ist nichtbekannt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Klasse: Andere Gynäkologika, ATC-Code: G02CX01

Tractocile enthält Atosiban (INN), ein synthetisches Peptid ([Mpa1, D-Tyr(Et)2, Thr4, Orn8]-

Oxytocin), das als kompetitiver Antagonist von humanem Oxytocin auf Rezeptorebene wirkt. Bei

Ratten und Meerschweinchen bindet Atosiban an Oxytocin-Rezeptoren und senkt die

Kontraktionsfrequenz und den Tonus der Uterusmuskulatur, was zur Unterdrückung der

Wehentätigkeit führt.

Außerdem wurde gezeigt, dass Atosiban an den Vasopressin-Rezeptor bindet und so die Wirkung von

Vasopressin hemmt. Am Tier zeigte Atosiban keine kardiovaskulären Wirkungen.

Bei frühzeitiger Wehentätigkeit beim Menschen wirkt Atosiban bei empfohlener Dosierung der

Wehentätigkeit entgegen und sorgt für eine Ruhigstellung des Uterus. Nach Verabreichung von

Atosiban setzt rasch eine Uterusrelaxation ein, wobei die Wehen innerhalb von 10 Minuten signifikantverringert werden, so dass eine stabile Ruhigstellung des Uterus (≤ 4 Wehen/Stunde) für 12 Stundenerreicht wird.

Klinische Phase III Studien (CAP-001 Studien) beinhalten Daten von 742 Patientinnen, bei denenfrühzeitige Wehentätigkeit in der 23. - 33. Schwangerschaftswoche festgestellt wurde und dierandomisiert entweder Atosiban (entsprechend dieser Vorschrift) oder einen β-Agonisten (dosistitriert)erhielten.

Primäre Endpunkte: Das Hauptzielkriterium war der Anteil an Frauen, bei denen keine Geburt erfolgteund bei denen keine alternative Tokolyse innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Behandlungerforderlich war. Die Daten zeigen, dass bei 59,6% (n = 201) bzw. 47,7% (n = 163) der mit Atosibanbzw. β-Agonist behandelten Frauen (p = 0,0004) keine Geburt erfolgte und keine alternative Tokolyseinnerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Behandlung erforderlich war.

Die meisten Behandlungsversager in den CAP-001 Studien wurden durch eine geringe Verträglichkeitverursacht. Behandlungsversager durch ungenügende Wirksamkeit traten signifikant häufiger(p=0,0003) bei den mit Atosiban behandelten Frauen (n=48, 14,2%) als bei den mit ß-Agonistbehandelten Frauen (n=20, 5,8%) auf.

Die Wahrscheinlichkeit, dass keine Geburt erfolgt und dass keine alternative Tokolyse innerhalb von 7

Tagen nach Beginn der Behandlung benötigt wird, war in den CAP-001 Studien für die in der 24.-28.

Schwangerschaftswoche mit Atosiban bzw. mit Beta-Sympathomimetika behandelten Frauenvergleichbar. Dennoch basieren diese Ergebnisse auf einer sehr geringen Patientenzahl(n=129 Patientinnen).

Sekundäre Endpunkte: Die Nebenzielkriterien beinhalteten den Anteil an Frauen, bei denen keine

Geburt innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Behandlung erfolgte. Es bestand kein Unterschiedzwischen der Atosiban- und der ß-Sympathomimetika-Gruppe hinsichtlich dieses Endpunktes. Diemittlere (SD) Schwangerschaftswoche bei Geburt war bei beiden Gruppen gleich: 35,6 (3,9) bzw. 35,3(4,2) Wochen in der Atosiban- bzw. der β-Agonist-Gruppe (p = 0,37). Die Häufigkeit der Einweisungin eine Neugeborenen-Intensivstation war bei beiden Gruppen gleich (ca. 30%), ebenso die Dauer des

Aufenthalts und der Ventilationstherapie. Das mittlere (SD) Geburtsgewicht betrug 2.491 (813) g inder Atosiban-Gruppe und 2.461 (831) g in der β-Agonist-Gruppe (p = 0,58).

Die Ergebnisse für den Fetus und die Mutter schienen sich zwischen der Atosiban- und der ß-

Agonisten-Gruppe nicht zu unterscheiden, doch die Aussagekraft der klinischen Studien war nichtausreichend, um einen möglichen Unterschied auszuschließen.

Von den 361 Patientinnen, an denen in den Studien der Phase III eine Behandlung mit Atosibandurchgeführt wurde, wurde die Behandlung bei 73 mindestens einmal, bei 8 mindestens zweimal undbei 2 dreimal wiederholt (siehe Abschnitt 4.4).

Da die Sicherheit und Wirksamkeit von Atosiban bei Frauen vor der 24. vollendeten

Schwangerschaftswoche nicht durch kontrollierte, randomisierte Studien gesichert sind, wird die

Anwendung von Atosiban bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.3).

In einer Placebo-kontrollierten Studie traten 5/295 (1,7 %) fetale Todesfälle bzw. Todesfälle bei

Neugeborenen in der Placebo-Gruppe auf. In der Atosiban-Gruppe waren 15/288 (5,2 %) fetale

Todesfälle bzw. Todesfälle bei Neugeborenen, von denen zwei im Alter von fünf und acht Monatenauftraten. Elf der 15 Todesfälle in der Atosiban-Gruppe traten in der 20. bis 24.

Schwangerschaftswoche auf, obwohl die Patientenverteilung in dieser Untergruppe ungleichmäßigwar (19 Frauen in der Atosiban-Gruppe, vier in der Placebo-Gruppe). Bei Frauen ab der 24.

Schwangerschaftswoche gab es keine Unterschiede in der Mortalitätsrate (1,7% in der Placebo-Gruppeund 1,5% in der Atosiban-Gruppe).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Gesunde, nicht schwangere Probandinnen, denen Atosiban-Infusionen (10 bis 300 µg/min über 12

Stunden) verabreicht wurden, zeigten einen dosisabhängigen Anstieg der Steady-state-

Plasmakonzentrationen.

Clearance, Verteilungsvolumen und Halbwertzeit waren nicht dosisabhängig.

Frauen mit vorzeitiger Wehentätigkeit, denen Atosiban als Infusion (300 µg/min für 6 bis 12 Stunden)verabreicht wurde, erreichten die Steady-state-Plasmakonzentrationen innerhalb von einer Stunde nachdem Beginn der Infusion (Mittelwert 442 ± 73 ng/ml, Bereich 298 bis 533 ng/ml).

Nach Beendigung der Infusion nahm die Plasmakonzentration mit einer initialen Halbwertzeit (tα) undeiner terminalen Halbwertzeit (tβ) von 0,21 ± 0,01 bzw. 1,7 ± 0,3 Stunden rasch ab. Der Mittelwert der

Clearance betrug 41,8 ± 8,2 l/h, und das mittlere Distributionsvolumen betrug 18,3 ± 6,8 l.

Die Plasmaproteinbindung von Atosiban beträgt bei Schwangeren 46 bis 48%. Es ist nicht bekannt, obsich der freie Anteil zwischen Mutter und Fetus substantiell unterscheidet. Atosiban geht nicht in dieroten Blutkörperchen über.

Atosiban ist placentagängig. Nach Infusion von 300 µg/min bei gesunden Schwangeren am Terminergab sich ein Atosiban-Konzentrationsverhältnis von 0,12 zwischen Fetus und Mutter.

In humanen Urin- und Plasmaproben wurden zwei Metaboliten identifiziert. Das Verhältnis des

Hauptmetaboliten M1 (des-(Orn8, Gly-NH 92 )-[Mpa1, D-Tyr(Et)2, Thr4]-Oxytocin) zu den Atosiban-

Konzentrationen im Plasma betrug 1,4 und 2,8 in der zweiten Stunde bzw. bei Infusionsende. Es istnicht bekannt, ob M1 im Gewebe akkumuliert. Atosiban findet sich nur in geringen Mengen im Urin,die Konzentration im Urin ist ca. 50 mal niedriger als die von M1. Der Anteil mit den Faecesausgeschiedenem Atosiban ist nicht bekannt. Der Hauptmetabolit M1 hat auf die in vitro Hemmung

Oxytocin-induzierter Wehentätigkeit eine ca. 10mal geringere Wirkung als Atosiban. Der Metabolit

M1 wird mit der Muttermilch ausgeschieden (siehe Abschnitt 4.6).

Zur Behandlung mit Atosiban bei Patientinnen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion liegenkeine Erfahrungen vor. Eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion ist wahrscheinlichnicht erforderlich, da Atosiban nur in geringen Mengen mit dem Urin ausgeschieden wird. Bei

Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion sollte Atosiban mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Es ist unwahrscheinlich, dass Atosiban hepatische Cytochrom P 450 Isoformen beim Menschenhemmt (siehe Abschnitt 4.5).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Zweiwöchige intravenöse Toxizitätsstudien (in Ratten und Hunden) mit Dosen, die etwa 10mal höherwaren als die therapeutische Humandosis, sowie dreimonatige Toxizitätsstudien an Ratten und

Hunden (bis zu 20 mg/kg/Tag s.c.) ergaben keine toxischen systemischen Wirkungen. Die höchstesubkutane Atosiban-Dosis, nach der es zu keinen Nebenwirkungen kam, betrug ca. das Doppelte dertherapeutischen Humandosis.

Es wurden keine Studien durchgeführt, die die Fertilität und die frühe embryonale Entwicklungabdeckten. Studien zur Reproduktionstoxizität mit Atosiban-Gaben von der Implantation bis zur

Spätschwangerschaft zeigten keine Wirkungen auf die Muttertiere und Feten. Der Rattenfetus wurdeeiner ungefähr 4mal höheren Dosis ausgesetzt als der menschliche Fetus während der Verabreichungder intravenösen Infusion an die Mutter. Untersuchungen am Tier zeigten eine Hemmung des

Stillvermögens, wie aufgrund der Hemmung der Oxytocinwirkung zu erwarten ist..

In In-vitro- und in In-vivo-Untersuchungen war Atosiban weder onkogen noch mutagen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol

Salzsäure 1M

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

4 Jahre.

Nach dem Öffnen der Durchstechflasche muss die Verdünnung sofort zubereitet werden.

Die verdünnte Lösung zur intravenösen Verabreichung muss innerhalb von 24 Stunden nach ihrer

Zubereitung verbraucht werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch und Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Eine Durchstechflasche mit Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 5 ml Lösung,entsprechend 37,5 mg Atosiban.

Farblose Durchstechflaschen aus Glas, klares Borosilikatglas (Typ I), versiegelt mit grauemsilikonisiertem Brombutyl-Gummistopfen, Typ I, und aufklappbarem Deckel aus Polypropylen und

Aluminium.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Die Durchstechflaschen müssen vor der Anwendung visuell auf Feststoffpartikel und

Farbveränderungen geprüft werden.

Vorbereitung der Infusionslösung:

Zur intravenösen Infusion wird nach Gabe der Bolusdosis Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung in einer der folgenden Lösungen verdünnt:

- Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9%) für Injektionszwecke

- Ringerlaktatlösung

- 5%ige isotonische Glukoselösung

Entnehmen Sie 10 ml Lösung aus einem 100 ml Infusionsbehältnis und verwerfen Sie diese. Ersetzen

Sie sie durch 10 ml Tractocile 37,5 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung auszwei Durchstechflaschen mit je 5 ml, so dass sich eine Konzentration von 75 mg Atosiban pro 100 mlergibt.

Das rekonstituierte Produkt ist eine klare, farblose Lösung ohne Partikel.

Die Sättigungsinfusion wird durch Infundieren von 24 ml/Stunde (d.h. 18 mg/Stunde) einer wie obenzubereiteten Lösung über einen Zeitraum von 3 Stunden verabreicht unter entsprechender ärztlicher

Aufsicht in einer Entbindungsstation. Nach drei Stunden wird die Infusionsrate auf 8 ml/Stundeverringert.

Bereiten Sie wie beschrieben neue 100 ml-Behältnisse zu, mit denen die Infusion fortgesetzt werdenkann. Wird ein Infusionsbehältnis mit einem anderen Volumen verwendet, muss die Zubereitungentsprechend neu berechnet werden.

Um eine genaue Dosierung zu erzielen, wird eine gesteuerte Infusionsvorrichtung empfohlen, mit derdie Durchflussgeschwindigkeit in Tropfen/Minute eingestellt werden kann. Eine Mikrotropfkammerfür intravenöse Verabreichung kann unterschiedliche geeignete Infusionsraten innerhalb der für

Tractocile empfohlenen Dosierungen bieten.

Sollten andere Medikamente gleichzeitig intravenös verabreicht werden, kann die intravenöse Kanülegemeinsam verwendet werden oder es wird eine andere Stelle für die intravenöse Gabe gewählt. Dieserlaubt die kontinuierliche Kontrolle der Infusionsrate.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Ferring Pharmaceuticals A/S

Amager Strandvej 4052770 Kastrup

Dänemark

Tel: +45 88 33 88 34

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

GEMEINSCHAFT

EU/1/99/124/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Januar 2000

Datum der letzten Verlängerung: 20. Januar 2010

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.