Warnhinweis während der Stillzeit
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Tivicay 10 mg Filmtabletten
Tivicay 25 mg Filmtabletten
Tivicay 50 mg Filmtabletten
Tivicay 10 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Dolutegravir-Natrium, entsprechend 10 mg Dolutegravir.
Tivicay 25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Dolutegravir-Natrium, entsprechend 25 mg Dolutegravir.
Tivicay 50 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Dolutegravir-Natrium, entsprechend 50 mg Dolutegravir.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Tivicay 10 mg Filmtabletten
Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von ungefähr 6 mm, die auf einer Seitemit der Prägung 'SV 572“ und auf der anderen Seite mit der Prägung '10“ versehen sind.
Tivicay 25 mg Filmtabletten
Hellgelbe, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von ungefähr 7 mm, die auf einer Seitemit der Prägung 'SV 572“ und auf der anderen Seite mit der Prägung '25“ versehen sind.
Tivicay 50 mg Filmtabletten
Gelbe, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von ungefähr 9 mm, die auf einer Seite mitder Prägung 'SV 572“ und auf der anderen Seite mit der Prägung '50“ versehen sind.
Tivicay ist angezeigt in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von
Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) bei Erwachsenen, Jugendlichen und
Kindern ab einem Alter von 6 Jahren, die mindestens 14 kg wiegen.
Tivicay sollte von einem Arzt verschrieben werden, der Erfahrung in der Behandlung der HIV-
Infektion besitzt.
DosierungPatienten, die mit HIV-1 ohne dokumentierte oder klinisch vermutete Integrase-Inhibitor-Resistenzinfiziert sind
Die empfohlene Dosis für die Einnahme von Dolutegravir beträgt 50 mg einmal täglich.
Dolutegravir sollte von dieser Patientengruppe zweimal täglich eingenommen werden, wenn esgleichzeitig mit bestimmten Arzneimitteln (z. B. Efavirenz, Nevirapin, Tipranavir/Ritonavir oder
Rifampicin) angewendet wird. Für weitere Informationen siehe Abschnitt 4.5.
Patienten, die mit HIV-1 mit einer Integrase-Inhibitor-Resistenz (dokumentiert oder klinisch vermutet)infiziert sind
Die empfohlene Dosis von Dolutegravir beträgt 50 mg zweimal täglich.
Bei Vorliegen einer dokumentierten Resistenz mit einer Mutation an der Position Q148 undmindestens zwei der Sekundärmutationen G140A/C/S, E138A/K/T, L74I deutet eine Modellierungdarauf hin, dass eine höhere Dosis für Patienten mit eingeschränkten Behandlungsoptionen (wenigerals 2 aktive Wirkstoffe) aufgrund einer fortgeschrittenen Mehrklassen-Resistenz in Betracht gezogenwerden kann (siehe Abschnitt 5.2).
Die Entscheidung, Dolutegravir bei diesen Patienten anzuwenden, sollte sich an dem Integrase-
Inhibitor-Resistenzmuster orientieren (siehe Abschnitt 5.1).
Jugendliche im Alter von 12 Jahren bis < 18 Jahren, die mindestens 20 kg wiegen
Bei HIV-1-infizierten Patienten ohne Integrase-Inhibitor-Resistenz beträgt die empfohlene Dosis von
Dolutegravir 50 mg einmal täglich. Alternativ können 25 mg zweimal täglich eingenommen werden(siehe Abschnitt 5.2). Für Jugendliche, die mit HIV-1 mit einer Integrase-Inhibitor-Resistenz infiziertsind, sind keine ausreichenden Daten verfügbar, um eine Dosis für Dolutegravir zu empfehlen.
Kinder im Alter von 6 Jahren bis < 12 Jahren, die mindestens 14 kg wiegen
Bei Patienten, die mit HIV-1 ohne Integrase-Inhibitor-Resistenz infiziert sind, wird die empfohlene
Dosis von Dolutegravir anhand des Körpergewichts des Kindes ermittelt (siehe Tabelle 1 und
Abschnitt 5.2).
Tabelle 1: Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche (Filmtabletten)
Körpergewicht (kg) Dosierung14 bis < 20 40 mg einmal täglich≥ 20 50 mg einmal täglich
Alternativ kann die Dosis zu gleichen Teilen auf zwei Einnahmen verteilt werden, wobei eine Dosisam Morgen und eine Dosis am Abend eingenommen werden soll (siehe Tabelle 2 und Abschnitt 5.2).
Tabelle 2: Alternative Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche (Filmtabletten)
Körpergewicht (kg) Dosierung14 bis < 20 20 mg zweimal täglich≥ 20 25 mg zweimal täglich
Für Kinder, die mit HIV-1 mit einer Integrase-Inhibitor-Resistenz infiziert sind, sind keineausreichenden Daten verfügbar, um eine Dosis für Dolutegravir zu empfehlen.
Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (dispergierbare Tabletten)
Tivicay ist in Form von Filmtabletten für Patienten ab einem Alter von 6 Jahren, die mindestens 14 kgwiegen, erhältlich. Tivicay ist auch in Form dispergierbarer Tabletten für Patienten ab einem Alter von4 Wochen, die mindestens 3 kg wiegen, oder für Patienten, für die Filmtabletten nicht geeignet sind,erhältlich. Patienten können zwischen Filmtabletten und dispergierbaren Tabletten wechseln. Jedochist die Bioverfügbarkeit von Filmtabletten und dispergierbaren Tabletten nicht vergleichbar unddeshalb nicht eins zu eins (auf Milligrammbasis) austauschbar (siehe Abschnitt 5.2). Beispielsweiseentspricht die empfohlene Dosis für Erwachsene von 50 mg in Form von Filmtabletten der Dosis von30 mg in Form dispergierbarer Tabletten. Patienten, die zwischen Filmtabletten und dispergierbaren
Tabletten wechseln, sollten den Dosierempfehlungen der jeweiligen Formulierung folgen.
Versäumte DosisWenn der Patient die Einnahme einer Dosis von Tivicay versäumt, sollte er diese so schnell wiemöglich nachholen, sofern die nächste Dosis nicht innerhalb der nächsten 4 Stunden fällig ist. Wenndie nächste Dosis innerhalb der nächsten 4 Stunden fällig ist, sollte der Patient die versäumte
Einnahme nicht nachholen und stattdessen mit dem gewohnten Einnahmeschema fortfahren.
Ältere PatientenZur Anwendung von Dolutegravir bei Patienten ab 65 Jahren liegen nur eingeschränkt Daten vor. Esgibt keine Hinweise darauf, dass bei älteren Patienten eine andere Dosierung als bei jüngeren
Erwachsenen erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter, mittelgradiger oder schwerer (ClKr < 30 ml/min, nicht unter Dialyse)
Nierenfunktionsstörung ist eine Anpassung der Dosierung nicht erforderlich. Zu Dialysepatientenliegen keine Daten vor; Abweichungen bezüglich Pharmakokinetik sind bei dieser Patientengruppejedoch nicht zu erwarten (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad A oder B) isteine Anpassung der Dosierung nicht erforderlich. Zu Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung(Child-Pugh-Grad C) liegen keine Daten vor; deshalb sollte Dolutegravir bei diesen Patienten mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDolutegravir ist auch in Form von Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen(dispergierbaren Tabletten) für Kinder ab 4 Wochen, die mindestens 3 kg wiegen, erhältlich. Die
Sicherheit und Wirksamkeit von Dolutegravir bei Kindern unter 4 Wochen bzw. mit einem Gewichtunter 3 kg ist bisher noch nicht erwiesen. Für Kinder und Jugendliche, die mit HIV-1 mit einer
Integrase-Inhibitor-Resistenz infiziert sind, sind keine ausreichenden Daten verfügbar, um eine Dosisfür Dolutegravir zu empfehlen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Tivicay kann mit oder unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Bei
Vorliegen einer Integrase-Inhibitor-Resistenz sollte Tivicay bevorzugt zusammen mit einer Mahlzeiteingenommen werden, um die Exposition zu erhöhen (insbesondere bei Patienten mit HIV mit einer
Q148-Mutation) (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten sollten nicht mehr als eine Tablette gleichzeitig schlucken, um die Gefahr sich zuverschlucken zu reduzieren. Kinder, die 14 kg bis < 20 kg wiegen, sollten vorzugsweise diedispergierbare Tablettenformulierung einnehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Arzneimittel, die enge therapeutische Fenster aufweisen und Substrate des organischen
Kationentransporters 2 (OCT2) sind; dies trifft einschließlich, aber nicht beschränkt auf Fampridin zu(auch als Dalfampridin bekannt; siehe Abschnitt 4.5).
Integrase-Inhibitor-Resistenz von besonderer Bedeutung
Bei der Entscheidung, Dolutegravir bei Vorliegen einer Integrase-Inhibitor-Resistenz anzuwenden,sollte berücksichtigt werden, dass die Aktivität von Dolutegravir beträchtlich eingeschränkt ist, wenndie Viruspopulation eine Mutation an der Position Q148 und ≥ 2 der Sekundärmutationen G140A/C/S,
E138A/K/T, L74I aufweist (siehe Abschnitt 5.1). In welchem Ausmaß Dolutegravir bei Vorliegeneiner solchen Integrase-Inhibitor-Resistenz eine zusätzliche Wirksamkeit bietet, ist nicht bekannt(siehe Abschnitt 5.2).
ÜberempfindlichkeitsreaktionenUnter Dolutegravir wurden Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, die durch Hautausschlag,
Allgemeinsymptome und in manchen Fällen Organdysfunktion einschließlich schwerer
Leberreaktionen gekennzeichnet waren. Bei Auftreten von Anzeichen oder Symptomen einer
Überempfindlichkeitsreaktion (u. a. schwerer Hautausschlag oder Hautausschlag, der mit einem
Anstieg an Leberenzymen einhergeht, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit,
Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasenbildung, orale Läsionen, Konjunktivitis, Gesichtsödem,
Eosinophilie, Angioödem) sollten Dolutegravir und andere dafür in Betracht kommende Arzneimittelsofort abgesetzt werden. Der klinische Zustand, einschließlich der Werte der Leber-Aminotransferasenund des Bilirubins, muss überwacht werden. Wird die Behandlung mit Dolutegravir bzw. anderen in
Betracht kommenden Arzneimitteln nach Einsetzen der Überempfindlichkeitsreaktion zu spätabgebrochen, kann dies zu einer lebensbedrohlichen allergischen Reaktion führen.
Immun-Rekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder zur
Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb derersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind CMV-
Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-
Pneumonie. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlungeinzuleiten. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und
Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der
Behandlung auftreten.
Bei einigen Patienten mit einer Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion wurden zu Beginn der
Behandlung mit Dolutegravir erhöhte Leberfunktionswerte beobachtet, die mit einem Immun-
Rekonstitutions-Syndrom vereinbar sind. Bei Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-
Koinfektion wird empfohlen, die klinisch-chemischen Leberwerte zu überwachen. Besondere Sorgfaltsollte bei der Einleitung bzw. bei der Fortführung einer wirksamen Therapie gegen Hepatitis B (unter
Beachtung der einschlägigen Behandlungsleitlinien) angewendet werden, wenn bei Patienten mit
Hepatitis-B-Koinfektion eine Behandlung mit Dolutegravir begonnen wird (siehe Abschnitt 4.8).
Opportunistische InfektionenDie Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass Dolutegravir oder eine andere antiretrovirale
Therapie nicht zu einer Heilung der HIV-Infektion führt und dass sie auch weiterhin opportunistische
Infektionen oder andere Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können. Daher sollten die
Patienten unter enger klinischer Überwachung durch Ärzte bleiben, die Erfahrung in der Behandlungderartiger HIV-assoziierter Erkrankungen besitzen.
ArzneimittelwechselwirkungenIm Falle einer Integrase-Inhibitor-Resistenz sollten Faktoren vermieden werden, die zu einer
Reduktion der Dolutegravir-Exposition führen. Dazu zählt die gleichzeitige Anwendung von
Arzneimitteln, die die Dolutegravir-Exposition reduzieren (z. B. magnesium- oder aluminiumhaltige
Antazida, eisen- und calciumhaltige Ergänzungsmittel, Multivitaminpräparate und Enzym-induzierende Mittel, Etravirin (ohne geboosterte Protease-Inhibitoren), Tipranavir/Ritonavir,
Rifampicin, Johanniskraut und bestimmte Antiepileptika) (siehe Abschnitt 4.5).
Wird Tivicay zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen, können Nahrungsergänzungsmittel oder
Multivitaminpräparate, die Calcium, Eisen oder Magnesium enthalten, gleichzeitig eingenommenwerden. Wenn Tivicay im nüchternen Zustand eingenommen wird, wird eine Einnahme von calcium-,eisen- oder magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Multivitaminpräparaten 2 Stundennach oder 6 Stunden vor der Einnahme von Tivicay empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Dolutegravir erhöht die Metformin-Konzentration. Zu Beginn und bei Beendigung der gleichzeitigen
Anwendung von Dolutegravir und Metformin sollte eine Anpassung der Metformin-Dosis in Betrachtgezogen werden, um die Einstellung des Blutzuckerspiegels aufrecht zu halten (siehe Abschnitt 4.5).
Metformin wird renal ausgeschieden; deshalb ist es wichtig, bei einer gleichzeitigen Behandlung mit
Dolutegravir die Nierenfunktion zu überwachen. Diese Kombination könnte bei Patienten mitmittelgradiger Nierenfunktionsstörung (Stadium 3a, Kreatinin-Clearance [ClKr] 45-59 ml/min) das
Risiko für eine Laktatazidose erhöhen, und vorsichtiges Vorgehen ist daher geboten. Eine Reduktionder Metformin-Dosis sollte unbedingt in Betracht gezogen werden.
OsteonekroseObwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von
Kortikosteroiden, Bisphosphonaten, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-
Mass-Index), wurden Fälle von Osteonekrose bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankungund/oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei
Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei
Bewegungen, den Arzt aufzusuchen.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und
Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Behandlungseffektauf die Blutlipidwerte und das Gewicht belegt. Für die Überwachung der Blutlipid- und
Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen. Die Behandlung von
Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Lamivudin und Dolutegravir
Das Arzneimittelregime aus zwei antiretroviralen Wirkstoffen, bestehend aus Dolutegravir 50 mgeinmal täglich und Lamivudin 300 mg einmal täglich, wurde in zwei großen randomisierten undverblindeten Studien, GEMINI-1 und GEMINI-2, untersucht (siehe Abschnitt 5.1). Dieses Regimeeignet sich nur für die Behandlung von HIV-1-Infektionen, bei denen keine Resistenz gegen die
Klasse der Integrase-Inhibitoren oder gegen Lamivudin bekannt ist oder vermutet wird.
Sonstige BestandteileTivicay enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir
Im Falle einer Integrase-Inhibitor-Resistenz sollten alle Faktoren vermieden werden, die zu einer
Reduktion der Dolutegravir-Exposition führen.
Dolutegravir wird hauptsächlich über Metabolisierung via UGT1A1 eliminiert. Dolutegravir istaußerdem Substrat von UGT1A3, UGT1A9, CYP3A4, Pgp und BCRP; deshalb können Arzneimittel,die Induktoren dieser Enzyme sind, zu einer Abnahme der Dolutegravir-Plasmakonzentration und dertherapeutischen Wirksamkeit von Dolutegravir führen (siehe Tabelle 3). Die gleichzeitige Anwendungvon Dolutegravir und anderen Arzneimitteln, die diese Enzyme hemmen, kann zu einem Anstieg der
Dolutegravir-Plasmakonzentration führen (siehe Tabelle 3).
Die Resorption von Dolutegravir wird durch bestimmte Antazida reduziert (siehe Tabelle 3).
Einfluss von Dolutegravir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
In vivo hatte Dolutegravir keinen Einfluss auf das CYP3A4-Substrat Midazolam. Basierend auf denin vivo- und/oder in vitro-Daten ist nicht damit zu rechnen, dass Dolutegravir einen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Arzneimitteln ausübt, die Substrate der wichtigsten Enzyme oder Transporter,wie z. B. CYP3A4, CYP2C9 und P-gp, sind (für weitere Informationen siehe Abschnitt 5.2).
In vitro hemmt Dolutegravir den renalen Transporter für organische Kationen OCT2 und den
Multidrug- und Toxin-Extrusion-Transporter (MATE) 1. In vivo wurde bei Patienten ein Abfall der
Kreatinin-Clearance um 10-14 % beobachtet (der ausgeschiedene Anteil ist abhängig von dem
Transport durch OCT2 und MATE1). In vivo kann Dolutegravir die Plasmakonzentrationen von
Arzneimitteln mit OCT2- und/oder MATE1-abhängiger Ausscheidung erhöhen (z. B. Fampridin [auchals Dalfampridin bekannt], Metformin) (siehe Tabelle 3).
In vitro hemmt Dolutegravir die renalen Aufnahmetransporter für organische Anionen OAT1 und
OAT3. Aufgrund der fehlenden Wirkung auf die in vivo-Pharmakokinetik des OAT-Substrats
Tenofovir ist eine in vivo-Hemmung des OAT1 unwahrscheinlich. Die Hemmung des OAT3 wurdebisher nicht in vivo untersucht. Dolutegravir kann die Plasmakonzentration der Arzneimittel, deren
Ausscheidung von OAT3 abhängig ist, erhöhen.
Bekannte und theoretische Wechselwirkungen mit einer Auswahl antiretroviraler und nichtantiretroviraler Arzneimittel sind in Tabelle 3 aufgeführt.
WechselwirkungstabelleWechselwirkungen zwischen Dolutegravir und gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln sind in
Tabelle 3 aufgeführt, wobei '↑“ einen Anstieg bedeutet, '↓“ eine Abnahme, '↔“ keine Veränderung,'AUC“ Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve, 'Cmax“ maximale beobachtete Konzentration und'Cτ” die Konzentration am Ende des Dosierungsintervalls.
Tabelle 3: Arzneimittelwechselwirkungen
Arzneimittel nach Wechselwirkung Empfehlungen zur Komedikation
Anwendungsgebiete Änderung desn geometrischen
Mittelwertes (%)
HIV-1 Antivirale Arzneimittel
Nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren
Etravirin ohne Dolutegravir Etravirin ohne geboosterte Protease-geboosterte Protease- AUC 71 % Inhibitoren senkt die Plasmakonzentration
Inhibitoren Cmax 52 % von Dolutegravir. Die empfohlene Dosis von
Cτ 88 % Dolutegravir für Erwachsene beträgt zweimaltäglich 50 mg, wenn es zusammen mit
Etravirin Etravirin ohne geboosterte Protease-(Induktion der Enzyme Inhibitoren angewendet wird. Bei Kindern
UGT1A1 und CYP3A) und Jugendlichen sollte die gewichtsbasierteeinmal tägliche Dosis zweimal täglicheingenommen werden.
Bei Patienten mit Integrase-Inhibitor-resistenten Viren sollte Dolutegravir mit
Etravirin nicht ohne die gleichzeitige
Anwendung von Atazanavir/Ritonavir,
Darunavir/Ritonavir oder
Lopinavir/Ritonavir angewendet werden(siehe unten in der Tabelle).
Lopinavir/Ritonavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht+ Etravirin AUC 11 % erforderlich.
Cmax 7 %
Cτ 28 %
LPV
RTV
Darunavir/Ritonavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht+ Etravirin AUC 25 % erforderlich.
Cmax 12 %
Cτ 36 %
DRV
RTV
Efavirenz Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit Efavirenz
AUC 57 % beträgt die empfohlene Dosis von
Cmax 39 % Dolutegravir für Erwachsene zweimal täglich
Cτ 75 % 50 mg. Bei Kindern und Jugendlichen solltedie gewichtsbasierte einmal tägliche Dosis
Efavirenz (historische zweimal täglich eingenommen werden.
Kontrollen) Bei Integrase-Inhibitor-Resistenz sollten(Induktion der Enzyme andere Kombinationen ohne Efavirenz in
UGT1A1 und CYP3A) Betracht gezogen werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Nevirapin Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit Nevirapin(Nicht untersucht. beträgt die empfohlene Dosis von
Aufgrund der Induktion Dolutegravir für Erwachsene zweimal täglichwird eine Exposition 50 mg. Bei Kindern und Jugendlichen sollteerwartet, die mit der bei die gewichtsbasierte einmal tägliche Dosis
Efavirenz beobachteten zweimal täglich eingenommen werden.
vergleichbar ist). Bei Integrase-Inhibitor-Resistenz solltenandere Kombinationen ohne Nevirapin in
Betracht gezogen werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Rilpivirin Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 12 % erforderlich.
Cmax 13 %
Cτ 22 %
Rilpivirin
Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren
Tenofovir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 1 % erforderlich.
Cmax 3 %
Cτ 8 %
Tenofovir
Protease-Inhibitoren
Atazanavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 91 % erforderlich.
Cmax 50 %
Cτ 180 % In Kombination mit Atazanavir sollte Tivicaynicht höher als zweimal täglich 50 mg dosiert
Atazanavir (historische werden (siehe Abschnitt 5.2), da hierfür
Kontrollen) keine Daten vorliegen.
(Hemmung der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Atazanavir/Ritonavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 62 % erforderlich.
Cmax 34 %
Cτ 121 % In Kombination mit Atazanavir sollte Tivicaynicht höher als zweimal täglich 50 mg dosiert
Atazanavir werden (siehe Abschnitt 5.2), da hierfür
Ritonavir keine Daten vorliegen.
(Hemmung der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Tipranavir/Ritonavir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit(TPV+RTV) AUC 59 % Tipranavir/Ritonavir beträgt die empfohlene
Cmax 47 % Dosis von Dolutegravir für Erwachsene
Cτ 76 % zweimal täglich 50 mg. Bei Kindern und(Induktion der Enzyme Jugendlichen sollte die gewichtsbasierte
UGT1A1 und CYP3A) einmal tägliche Dosis zweimal täglicheingenommen werden.
Bei einer Integrase-Inhibitor-Resistenz solltediese Kombination vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Fosamprenavir/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Ritonavir AUC 35 % erforderlich, wenn keine Integrase-Inhibitor-(FPV+RTV) Cmax 24 % Resistenz vorliegt.
Cτ 49 % Bei einer Integrase-Inhibitor-Resistenz(Induktion der Enzyme sollten andere Kombinationen ohne
UGT1A1 und CYP3A) Fosamprenavir/Ritonavir in Betracht gezogenwerden.
Darunavir/Ritonavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 22 % erforderlich.
Cmax 11 %
C24 38 %(Induktion der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Lopinavir/Ritonavir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 4 % erforderlich.
Cmax 0 %
C24 6 %
Andere antivirale Arzneimittel
Daclatasvir Dolutegravir Daclatasvir veränderte die
AUC 33 % Plasmakonzentration von Dolutegravir nicht
Cmax 29 % in einem klinisch relevanten Ausmaß.
C 45 % Dolutegravir veränderte nicht die
Daclatasvir Plasmakonzentration von Daclatasvir. Eine
Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Andere ArzneimittelKaliumkanalblocker
Fampridin (auch als Fampridin Die gleichzeitige Anwendung von
Dalfampridin Dolutegravir kann zu Krampfanfällen führen,bekannt) da durch die Hemmung des OCT2-
Transporters erhöhte Fampridin-
Plasmakonzentrationen auftreten können; diegleichzeitige Anwendung wurde nichtuntersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Fampridin mit Dolutegravir istkontraindiziert.
AntiepileptikaCarbamazepin Dolutegravir Die empfohlene Dosis von Dolutegravir für
AUC 49 % Erwachsene beträgt zweimal täglich 50 mg,
Cmax 33 % wenn es zusammen mit Carbamazepin
C 73 % angewendet wird. Bei Kindern und
Jugendlichen sollte die gewichtsbasierteeinmal tägliche Dosis zweimal täglicheingenommen werden. Bei Patienten mit
Integrase-Inhibitor-resistenten Viren sollten,wenn möglich, Alternativen zu
Carbamazepin angewendet werden.
Oxcarbazepin Dolutegravir Die empfohlene Dosis von Dolutegravir für
Phenytoin (Nicht untersucht. Durch Erwachsene beträgt zweimal täglich 50 mg,
Phenobarbital die Induktion der Enzyme wenn es zusammen mit diesen Induktoren
UGT1A1 und CYP3A wird des Metabolismus angewendet wird. Beieine Abnahme erwartet. Kindern und Jugendlichen sollte die
Eine ähnliche Abnahme der gewichtsbasierte einmal tägliche Dosis
Exposition wie bei zweimal täglich eingenommen werden. Bei
Carbamazepin wird Patienten mit Integrase-Inhibitor-resistentenerwartet.) Viren sollten, wenn möglich, alternative
Kombinationen ohne diese Induktoren des
Metabolismus angewendet werden.
Azol-Antimykotika
Ketoconazol Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Fluconazol (nicht untersucht) erforderlich. Auf Basis von Daten anderer
Itraconazol CYP3A4-Hemmer wird kein merklicher
Posaconazol Anstieg erwartet.
Voriconazol
Phytopharmaka
Johanniskraut Dolutegravir Die empfohlene Dosis von Dolutegravir für(Nicht untersucht. Durch Erwachsene beträgt zweimal täglich 50 mg,die Induktion der Enzyme wenn es zusammen mit Johanniskraut
UGT1A1 und CYP3A wird angewendet wird. Bei Kindern undeine Abnahme erwartet. Jugendlichen sollte die gewichtsbasierte
Eine ähnliche Abnahme der einmal tägliche Dosis zweimal täglich
Exposition wie bei eingenommen werden. Bei Patienten mit
Carbamazepin wird Integrase-Inhibitor-resistenten Viren sollten,erwartet.) wenn möglich, alternative Kombinationenohne Johanniskraut angewendet werden.
Antazida und Ergänzungsmittel
Magnesium-/ Dolutegravir Magnesium- und aluminiumhaltige Antazidaaluminiumhaltige AUC 74 % sollten mit deutlichem zeitlichen Abstand zur
Antazida Cmax 72 % Einnahme von Dolutegravir genommen(Komplexbildung mit werden (mindestens 2 Stunden danach oderpolyvalenten Ionen) 6 Stunden davor).
Calciumhaltige Dolutegravir - Wird Tivicay zusammen mit einer Mahlzeit
Ergänzungsmittel AUC 39 % eingenommen, können(Einnahme im Cmax 37 % Nahrungsergänzungsmittel oder
Nüchternzustand) C24 39 % Multivitaminpräparate, die Calcium, Eisen(Komplexbildung mit oder Magnesium enthalten, gleichzeitigpolyvalenten Ionen) eingenommen werden.
- Wenn Tivicay im nüchternen Zustandeingenommen wird, sollte die Einnahme vonderartigen Nahrungsergänzungsmitteln
Eisenhaltige Dolutegravir mindestens 2 Stunden nach oder 6 Stunden
Ergänzungsmittel AUC 54 % vor der Einnahme von Tivicay erfolgen.
(Einnahme im Cmax 57 %
Nüchternzustand) C24 56 % Die angegebene Abnahme der Dolutegravir-(Komplexbildung mit Exposition wurde bei der Einnahme vonpolyvalenten Ionen) Dolutegravir und diesen
Multivitaminpräparat Dolutegravir Nahrungsergänzungsmitteln ime, die Calcium, Eisen AUC 33 % Nüchternzustand beobachtet. Nach einerund Magnesium Cmax 35 % Mahlzeit wurden die Änderungenenthalten C24 32 % hinsichtlich der Exposition bei gleichzeitiger(Einnahme im (Komplexbildung mit Einnahme von calcium- oder eisenhaltigen
Nüchternzustand) polyvalenten Ionen) Nahrungsergänzungsmitteln durch die
Wechselwirkung mit der Nahrungmodifiziert; dies führte zu einer Exposition,die der von Dolutegravir bei Einnahme imnüchternen Zustand ähnelt.
KortikosteroidePrednison Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 11 % erforderlich.
Cmax 6 %
Cτ 17 %
Antidiabetika
Metformin Metformin Zu Beginn und bei Beendigung der
Bei gleichzeitiger gleichzeitigen Anwendung von Dolutegravir
Anwendung mit einmal und Metformin sollte eine Anpassung dertäglich 50 mg Dolutegravir: Metformin-Dosis in Betracht gezogen
Metformin werden, um die Einstellung des
AUC 79 % Blutzuckerspiegels aufrecht zu halten.
Cmax 66 % Bei Patienten mit mittelgradiger
Bei gleichzeitiger Nierenfunktionsstörung sollte bei einer
Anwendung mit zweimal gleichzeitigen Behandlung mit Dolutegravirtäglich 50 mg Dolutegravir: eine Anpassung der Metformin-Dosis in
Metformin Betracht gezogen werden, da bei diesen
AUC 145 % Patienten das Risiko für eine Laktatazidose
Cmax 111 % durch die erhöhte Metformin-Konzentrationerhöht ist (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel gegen Mykobakterien
Rifampicin Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung von
AUC 54 % Rifampicin beträgt die empfohlene Dosis von
Cmax 43 % Dolutegravir für Erwachsene zweimal täglich
Cτ 72 % 50 mg, wenn keine Integrase-Inhibitor-(Induktion der Enzyme Resistenz vorliegt. Bei Kindern und
UGT1A1 und CYP3A) Jugendlichen sollte die gewichtsbasierteeinmal tägliche Dosis zweimal täglicheingenommen werden.
Bei einer Integrase-Inhibitor-Resistenz solltediese Kombination vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Rifabutin Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 5 % erforderlich.
Cmax 16 %
Cτ 30 %(Induktion der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE) Dolutegravir Dolutegravir hat keinenund Norelgestromin EE pharmakodynamischen Effekt auf das(NGMN) AUC 3 % Luteinisierende Hormon (LH), das
Cmax 1 % Follikelstimulierende Hormon (FSH) und
Progesteron. Eine Dosisanpassung von oralen
NGMN Kontrazeptiva ist bei gleichzeitiger Einnahme
AUC 2 % von Dolutegravir nicht erforderlich.
Cmax 11 %
Analgetika
Methadon Dolutegravir Für beide Arzneimittel ist eine Anpassung
Methadon der Dosis nicht erforderlich.
AUC 2 %
Cmax 0 %
C 1 %
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Tivicay kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sichtnotwendig ist.
Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit
Exposition) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität hin.
Zwei große Beobachtungsstudien über Geburtsausgänge (mehr als 14.000 Schwangerschaftsausgänge)in Botswana (Tsepamo) und Eswatini sowie andere Quellen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für
Neuralrohrdefekte nach einer Dolutegravir-Exposition hin.
Die Inzidenz von Neuralrohrdefekten in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 0,5 - 1 Fall je1.000 Lebendgeburten (0,05 - 0,1 %).
Die Daten aus der Tsepamo-Studie zeigen keinen signifikanten Unterschied in der Prävalenz von
Neuralrohrdefekten (0,11 %) bei Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis
Dolutegravir einnahmen (mehr als 9.400 Expositionen), im Vergleich zu Säuglingen, deren Mütterzum Zeitpunkt der Empfängnis antiretrovirale Behandlungsschemata ohne Dolutegravir erhielten(0,11 %), oder im Vergleich zu Frauen ohne HIV (0,07 %).
Die Daten aus der Eswatini-Studie zeigen die gleiche Prävalenz von Neuralrohrdefekten (0,08 %) bei
Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis Dolutegravir einnahmen (mehr als4.800 Expositionen), wie bei Säuglingen von Frauen ohne HIV (0,08 %).
Die ausgewerteten Daten aus dem antiretroviralen Schwangerschaftsregister (Antiretroviral Pregnancy
Register, APR) von mehr als 1.000 Schwangerschaften mit einer Dolutegravir-Behandlung währenddes ersten Trimesters deuten nicht auf ein erhöhtes Risiko für schwere Geburtsfehler im Vergleich zur
Hintergrundrate oder zu Frauen mit HIV hin.
In tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität wurden keine unerwünschten Auswirkungenauf die Entwicklung, einschließlich Neuralrohrdefekte, festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
Dolutegravir passiert die Plazenta beim Menschen. Bei schwangeren Frauen, die mit HIV leben, wardie mediane Dolutegravirkonzentration in der fetalen Nabelschnur etwa 1,3-fach höher als immütterlichen peripheren Plasma.
Es liegen nur unzureichende Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborenevor.
StillzeitDolutegravir geht in geringen Mengen in die Muttermilch über (es wurde ein medianes Verhältnis von
Dolutegravir in der Muttermilch zum mütterlichen Plasma von 0,033 nachgewiesen). Es liegen nurunzureichende Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborene/Kinder vor.
Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das
Kind zu vermeiden.
FertilitätBisher liegen keine Daten über den Einfluss von Dolutegravir auf die männliche und weibliche
Fertilität bei Menschen vor. Tierstudien deuten nicht auf Effekte von Dolutegravir auf die männlicheoder weibliche Fertilität hin (siehe Abschnitt 5.3).
Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mit der Anwendung von
Dolutegravir über Schwindel berichtet wurde. Der klinische Zustand des Patienten und das
Nebenwirkungsprofil von Dolutegravir sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des Patienten, ein
Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, in Betracht gezogen werden.
Die schwerwiegendste Nebenwirkung, die bei einem einzigen Patienten auftrat, war eine
Überempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag und schwerer Leberbeteiligung (siehe Abschnitt 4.4).
Die am häufigsten bei der Behandlung aufgetretenen Nebenwirkungen waren Übelkeit (13 %),
Durchfall (18 %) und Kopfschmerzen (13 %).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen, die zumindest als möglicherweise im Zusammenhang mit der Anwendung von
Dolutegravir stehend eingestuft werden, sind nach Organsystem, Organklassen und absoluter
Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 4: Nebenwirkungen
Erkrankungen des Nicht Sideroblastenanämie1
Blutes und des bekannt
Lymphsystems
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeitsreaktion (siehe Abschnitt 4.4)
Immunsystems Gelegentlich Immun-Rekonstitutions-Syndrom (siehe
Abschnitt 4.4)2
Psychiatrische Häufig Schlafstörungen
Erkrankungen Häufig Anormale Träume
Häufig Depression
Häufig Angstzustände
Gelegentlich Panikattacke
Gelegentlich Suizidgedanken*, Suizidversuch*
* insbesondere bei Patienten mit einer Depressionoder einer psychiatrischen Erkrankung in der
Vorgeschichte
Selten Vollendeter Suizid*
* insbesondere bei Patienten mit einer Depressionoder einer psychiatrischen Erkrankung in der
Vorgeschichte
Erkrankungen des Sehr häufig Kopfschmerzen
Nervensystems Häufig Schwindel
Erkrankungen des Sehr häufig Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Sehr häufig Durchfall
Häufig Erbrechen
Häufig Blähungen
Häufig Schmerzen im Oberbauch
Häufig Abdominale Schmerzen
Häufig Abdominale Beschwerden
Leber- und Häufig Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT)
Gallenerkrankungen und/oder Aspartat-Aminotransferase (AST)
Gelegentlich Hepatitis
Selten Akutes Leberversagen, erhöhtes Bilirubin3
Erkrankungen der Häufig Hautausschlag
Haut und des Häufig Pruritus
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Gelegentlich Arthralgie
Bindegewebs- und Gelegentlich Myalgie
Knochenerkrankungen
Allgemeine Häufig Abgeschlagenheit
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabreichungsort
Untersuchungen Häufig Anstieg der Kreatin-Phosphokinase (CPK), erhöhtes
Gewicht1 Reversible Sideroblastenanämie wurde bei Dolutegravir-haltigen Regimen berichtet. Die
Rolle von Dolutegravir in diesen Fällen ist unklar.2 siehe unter Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen.3 in Kombination mit erhöhten Transaminasen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenInnerhalb der ersten Behandlungswoche mit Dolutegravir traten erhöhte Serum-Kreatininwerte auf, dieüber 48 Wochen stabil blieben. Nach 48 Behandlungswochen wurde eine mittlere Änderung von9,96 µmol/l gegenüber dem Ausgangswert festgestellt. Die Anstiege der Kreatininwerte waren bei denverschiedenen Hintergrundtherapien vergleichbar. Diese Änderungen werden als klinisch nichtrelevant erachtet, da sie nicht auf eine Änderung der glomerulären Filtrationsrate zurückgehen.
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion
In die Phase-III-Studien konnten Patienten mit einer Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektioneingeschlossen werden, sofern die Ausgangswerte der Leberfunktionstests nicht über dem Fünffachender oberen Normbereichsgrenze (ULN) lagen. Insgesamt war das Sicherheitsprofil bei Patienten mit
Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion vergleichbar mit jenem bei Patienten ohne Hepatitis-B-oder Hepatitis-C-Koinfektion, obwohl in der Untergruppe mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-
Koinfektion in allen Behandlungsarmen die Rate von AST- und ALT-Wertveränderungen höher war.
Erhöhte, mit einem Immun-Rekonstitutions-Syndrom vereinbare Leberfunktionswerte wurden beieinigen Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion zu Beginn der Behandlung mit
Dolutegravir beobachtet, insbesondere in Fällen, in denen die Therapie der Hepatitis B abgebrochenwurde (siehe Abschnitt 4.4).
Immun-Rekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt zum Zeitpunkt der Einleitung einer ARTkann sich eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische
Infektionen entwickeln. Auch über das Auftreten von Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus
Basedow und Autoimmunhepatitis) wurde berichtet; der Zeitpunkt des Auftretens ist jedoch variabler,und diese Ereignisse können erst viele Monate nach Behandlungsbeginn auftreten (siehe
Abschnitt 4.4).
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheAuf Basis der verfügbaren Daten aus den laufenden Studien P1093 (ING112578) und ODYSSEY(201296) bei 172 Säuglingen, Kindern und Jugendlichen (ab einem Alter von 4 Wochen bis< 18 Jahren und einem Mindestgewicht von 3 kg), die die empfohlene Dosis der Filmtabletten oderdispergierbaren Tabletten einmal täglich erhielten, traten keine Nebenwirkungen auf, die über die bei
Erwachsenen beobachteten Nebenwirkungen hinausgehen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Derzeit liegen nur begrenzte Erfahrungen mit einer Überdosierung von Dolutegravir vor.
Die begrenzten Erfahrungen mit höheren Einzeldosen (bis zu 250 mg bei gesunden Probanden) ließenkeine spezifischen Symptome oder Anzeichen erkennen, welche über die als Nebenwirkungenaufgeführten hinausgehen.
Das weitere Vorgehen sollte sich nach den klinischen Erfordernissen oder nach den Empfehlungen desjeweiligen nationalen Giftinformationszentrums richten, sofern vorhanden. Für eine Überdosierungvon Dolutegravir ist keine spezifische Behandlung verfügbar. Im Falle einer Überdosierung sollte der
Patient die jeweils geeignete unterstützende Behandlung erhalten und entsprechend überwacht werden.
Da Dolutegravir eine hohe Plasmaproteinbindung aufweist, ist es unwahrscheinlich, dass es durch
Dialyse in nennenswertem Maße entfernt wird.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, andere antivirale
Mittel, ATC-Code: J05AJ03
WirkmechanismusDolutegravir hemmt die HIV-Integrase, indem es an das aktive Zentrum der Integrase bindet und denfür den Replikationszyklus des HI-Virus essenziellen Strangtransfer und damit die Integration derretroviralen Desoxyribonukleinsäure (DNA) hemmt.
Pharmakodynamische WirkungenDer IC50-Wert für Dolutegravir lag für verschiedene Laborisolate bei mononukleären Blutzellen(PBMC) bei 0,5 nM und reichte bei MT-4-Zellen von 0,7 nM bis 2 nM. Ähnliche IC50-Werte wurdenbei klinischen Isolaten ermittelt, ohne größere Unterschiede zwischen den Subtypen; bei einer Reihevon 24 HIV-1-Isolaten (Clade A, B, C, D, E, F und G sowie Gruppe O) betrug der mittlere IC50-Wert0,2 nM (Bereich 0,02 bis 2,14). Die mittlere IC50 für 3 HIV-2-Isolate betrug 0,18 nM (Bereich 0,09 bis0,61).
Antivirale Aktivität in Kombination mit anderen antiviralen Wirkstoffen
Mit Dolutegravir und anderen getesteten antiretroviralen Wirkstoffen wurden in vitro keineantagonistischen Effekte beobachtet: Stavudin, Abacavir, Efavirenz, Nevirapin, Lopinavir,
Amprenavir, Enfuvirtid, Maraviroc und Raltegravir. Außerdem wurde kein antagonistischer Effekt für
Dolutegravir und Adefovir gesehen, und Ribavirin hatte keinen erkennbaren Einfluss auf die
Wirksamkeit von Dolutegravir.
Wirkung von humanem Serum
In 100 % humanem Serum lag im Mittel eine proteinbedingte 75-fache Änderung der IC90 vor, was ineiner proteinkorrigierten IC90 von 0,064 µg/ml resultierte.
ResistenzResistenz in vitro
Die in vitro-Untersuchung der Resistenzentwicklung erfolgte mittels serieller Passage. Bei der Passagedes Laborstammes HIV-1 IIIB über 112 Tage traten die selektierten Mutationen langsam auf, mit
Substitutionen an Position S153Y und F, was zu einer maximal 4-fach (Bereich von 2-4) veränderten
Empfindlichkeit (Fold Change 4, FC 4) führte. Diese Mutationen wurden bei Patienten, die inklinischen Studien mit Dolutegravir behandelt wurden, nicht selektiert. Mit dem NL432-Stammwurden die Mutationen E92Q (FC 3) und G193E (auch FC 3) selektiert. Die Mutation E92Q wurdebei Patienten mit bereits vorhandener Raltegravir-Resistenz, die dann mit Dolutegravir behandeltwurden, selektiert (gelistet als Sekundärmutation für Dolutegravir).
In weiteren Selektions-Experimenten mit klinischen Isolaten des Subtyps B trat Mutation R263K beiallen fünf Isolaten (nach 20 Wochen und darüber hinaus) auf. Bei Isolaten der Subtypen C (n = 2) und
A/G (n = 2) wurde bei einem Isolat die Integrase-Substitution R263K und bei zwei Isolaten G118Rselektiert. Im klinischen Programm wurde R263K von zwei einzelnen ART-vorbehandelten, Integrase-
Inhibitor-naiven Patienten mit Subtyp B und C berichtet, was aber in vitro keine Auswirkung auf die
Empfindlichkeit von Dolutegravir hatte. G118R verringert die Empfindlichkeit von Dolutegravir inzielgerichteten Mutanten (FC 10), wurde aber bei Patienten, die im Phase-III-Programm Dolutegravirerhielten, nicht detektiert.
Primärmutationen gegen Raltegravir/Elvitegravir (Q148H/R/K, N155H, Y143R/H/C, E92Q und T66I)hatten als Einzelmutation keinen Effekt auf die in vitro-Empfindlichkeit von Dolutegravir. Wenn als
Integrase-Inhibitor-assoziiert gelistete Sekundärmutationen (gegen Raltegravir/Elvitegravir) zu diesen
Primärmutationen in Experimenten mit zielgerichteten Mutanten hinzukamen, war die
Empfindlichkeit von Dolutegravir weiterhin unverändert (FC < 2 gegenüber dem Wildtypvirus), außerim Falle von Q148-Mutationen, bei denen in Kombination mit bestimmten Sekundärmutationen ein
FC von 5-10 oder höher beobachtet wird. Die Auswirkung der Q148-Mutationen (H/R/K) wurde auchin Passage-Experimenten mit zielgerichteten Mutanten bestätigt. Wurde bei der seriellen Passage mitdem NL432-Stamm mit zielgerichteten Mutanten begonnen, die N155H oder E92Q enthalten, tratkeine weitere Resistenz-Selektion auf (FC unverändert um 1). Wurde jedoch mit Mutanten begonnen,die Q148H (FC 1) enthalten, traten verschiedene Sekundärmutationen und in Folge dessen ein Anstiegdes FC auf Werte > 10 auf.
Ein klinisch relevanter phänotypischer Schwellenwert (FC gegenüber Wildtyp-Virus) wurde nichtbestimmt; die genotypische Resistenz war ein besserer Prädiktor für das Ansprechen.
705 Raltegravir-resistente Isolate von Raltegravir-vorbehandelten Patienten wurden auf
Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir untersucht. Dolutegravir hat einen FC ≤ 10 gegen 94 % der705 klinischen Isolate.
Resistenz in vivo
Bei nicht vorbehandelten Patienten, die in Phase IIb und Phase III Dolutegravir + 2 NRTIs erhielten,zeigte sich keine Resistenzentwicklung gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren oder gegen die
Klasse der NRTIs (n = 1.118, Nachbeobachtung von 48-96 Wochen). Bei nicht vorbehandelten
Patienten, die in den GEMINI-Studien bis Woche 144 (n = 716) Dolutegravir + Lamivudin erhielten,zeigte sich keine Resistenzentwicklung gegenüber der Klasse der Integrase-Inhibitoren oder der
NRTIs.
Bei Patienten mit vorausgegangenem Therapieversagen, die aber Integrase-Inhibitor-naiv waren(SAILING-Studie), wurden Integrase-Inhibitor-Substitutionen bei HI-Viren von 4 der 354 Patienten,die mit Dolutegravir und einem vom Prüfarzt gewählten Hintergrundregime behandelt wurden,beobachtet (Nachbeobachtung von 48 Wochen). Zwei von diesen 4 Patienten wiesen Viren mit einerspezifischen R263K-Integrase-Substitution auf, mit einem maximalen FC von 1,93. Ein Patient wies
Viren mit einer polymorphen V151V/I-Integrase-Substitution auf, mit einem maximalen FC von 0,92,und ein Patient hatte HIV mit vorbestehenden Integrase-Mutationen, wobei davon ausgegangen wird,dass er Integrase-Inhibitor vorbehandelt war oder mit einem Integrase-Inhibitor-resistenten Virusinfiziert worden war. Die R263K-Mutation wurde auch in vitro selektiert (siehe Resistenz in vitro).
Bei bestehender Integrase-Inhibitor-Resistenz (VIKING-3-Studie) traten bei 32 Patienten mit
Protokoll-definiertem virologischen Versagen (PDVF) bis Woche 24 und mit gepaarten Genotypen
Viren mit folgenden Mutationen auf (alle wurden mit Dolutegravir 50 mg zweimal täglich +optimierter Hintergrundtherapie behandelt): L74L/M (n = 1), E92Q (n = 2), T97A (n = 9), E138K/A/T(n = 8), G140S (n = 2), Y143H (n = 1), S147G (n = 1), Q148H/K/R (n = 4), und N155H (n = 1) und
E157E/Q (n = 1). Behandlungsbedingte Integrase-Resistenz trat typischerweise bei Patienten mit
Viren mit einer bekannten Q148-Mutation (zu Studienbeginn oder in der Anamnese) auf. Bei fünfweiteren Patienten trat zwischen den Wochen 24 und 48 Protokoll-definiertes virologisches Versagenauf, und Viren von 2 dieser 5 Patienten wiesen behandlungsbedingte Mutationen auf. Diebeobachteten behandlungsbedingten Mutationen oder Mischungen aus Mutationen waren L74I (n = 1),
N155H (n = 2).
In der VIKING-4-Studie wurde Dolutegravir (plus optimierte Hintergrundtherapie) bei 30 Patientenuntersucht, die zum Zeitpunkt des Screenings HI-Viren mit einer primären genotypischen Integrase-
Inhibitor-Resistenz aufwiesen. Die beobachteten behandlungsbedingten Mutationen waren konsistentmit den in der VIKING-3-Studie beobachteten.
Bei Kindern und Jugendlichen mit vorherigem Therapieversagen, die jedoch naiv gegenüber der
Integraseklasse waren, wurde die Integraseinhibitorresistenz G118R bei 5/159 Patienten festgestellt,die mit Dolutegravir in Kombination mit einem vom Prüfarzt ausgewählten Hintergrundregimebehandelt wurden. Von diesen fünf hatten vier Patienten zusätzlich folgende Integrase-assoziierte
Substitutionen: L74M, E138E/K, E92E/Q und T66I. Für vier der fünf Patienten, bei denen G118Rauftrat, waren phänotypische Daten verfügbar. Der Dolutegravir-FC (fold change verglichen mit dem
Wildtyp-Virus) für diese vier Patienten reichte von 6- bis 25-fach.
Effekte auf das Elektrokardiogramm
Bei Überschreitung der klinischen Dosis um etwa das 3-Fache traten keine relevanten Effekte auf das
QTc-Intervall auf.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitNicht vorbehandelte Patienten
Der Nachweis der Wirksamkeit von Dolutegravir bei HIV-infizierten, nicht vorbehandelten Patientenbasiert auf der Analyse der 96-Wochen-Daten aus den zwei randomisierten, internationalen,doppelblinden, verumkontrollierten Studien SPRING-2 (ING113086) und SINGLE (ING114467).
Dies wird gestützt durch die 96-Wochen-Daten aus der offenen, randomisierten undverumkontrollierten Studie FLAMINGO (ING114915) und durch zusätzliche Daten aus der offenen
Phase der Studie SINGLE bis 144 Wochen. Der Nachweis der Wirksamkeit von Dolutegravir in
Kombination mit Lamivudin bei Erwachsenen wird gestützt durch die 144-Wochen-Daten aus zweiidentischen, randomisierten, multizentrischen, doppelblinden Nichtunterlegenheitsstudien GEMINI-1(204861) und GEMINI-2 (205543) über 148 Wochen.
In SPRING-2 wurden 822 Erwachsene randomisiert und erhielten mindestens eine Dosis Dolutegravir50 mg einmal täglich oder Raltegravir (RAL) 400 mg zweimal täglich, jeweils zusammen mitentweder ABC/3TC oder TDF/FTC. Zu Studienbeginn lag das Alter der Patienten im Median bei36 Jahren, 14 % waren weiblich, 15 % waren nicht-kaukasischer Abstammung, 11 % wiesen eine
Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion auf und 2 % gehörten der CDC-Klasse C an. Die
Behandlungsgruppen waren in Bezug auf diese Merkmale vergleichbar.
In SINGLE wurden 833 Patienten randomisiert und erhielten mindestens eine Dosis von entweder
Dolutegravir 50 mg einmal täglich mit einer Abacavir-Lamivudin-Fixkombination (Dolutegravir +
ABC/3TC) oder eine Dosis einer Fixkombination aus Efavirenz, Tenofovir und Emtricitabin(EFV/TDF/FTC). Zu Studienbeginn lag das Alter der Patienten im Median bei 35 Jahren, 16 % warenweiblich, 32 % waren nicht-kaukasischer Abstammung, 7 % wiesen eine Hepatitis-C-Koinfektion aufund 4 % gehörten der CDC-Klasse C an. Die Behandlungsgruppen waren in Bezug auf diese
Merkmale vergleichbar.
Der primäre Endpunkt und andere 48-Wochen-Ergebnisse für SPRING-2 und SINGLE (auchaufgeschlüsselt nach den wichtigsten Kovariablen zu Studienbeginn) sind in Tabelle 5zusammengefasst.
Tabelle 5: Ansprechen in SPRING-2 und SINGLE nach 48 Wochen (FDA Snapshot-
Algorithmus, < 50 Kopien/ml)
SPRING-2 SINGLE
Dolutegravir RAL 400 mg Dolutegravir EFV/TDF/FT50 mg einmal zweimal 50 mg + C einmaltäglich + 2 täglich + 2 ABC/3TC täglich
NRTI NRTI einmal täglich N = 419
N = 411 N = 411 N = 414
HIV-1-RNA 88 % 85 % 88 % 81 %< 50 Kopien/ml
Behandlungsunterschied* 2,5 % (95 % KI: -2,2 %; 7,1 %) 7,4 % (95 % KI: 2,5 %; 12,3 %)
Virologisches Nicht-† 5 % 8 % 5 % 6 %
Ansprechen
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml, nach Kovariablen zu Studienbeginn
Ausgangswert der
Viruslast (Kopien/ml) 100.000 267/297 264/295 253/280 238/288(90 %) (89 %) (90 %) (83 %)> 100.000 94/114 87/116 111/134 100/131(82 %) (75 %) (83 %) (76 %)
Ausgangswert der CD4+-
Zellzahl (Zellen/mm3)< 200 43/55 (78 %) 34/50 (68 %) 45/57 (79 %) 48/62 (77 %)200 bis < 350 128/144 118/139 143/163 126/159(89 %) (85 %) (88 %) (79 %) 350 190/212 199/222 176/194 164/198(90 %) (90 %) (91 %) (83 %)
NRTI-
Hintergrundtherapie
ABC/3TC 145/169 142/164 Nicht Nicht(86 %) (87 %) zutreffend zutreffend
TDF/FTC 216/242 209/247 Nicht Nicht(89 %) (85 %) zutreffend zutreffend
GeschlechtMännlich 308/348 305/355 307/347 291/356(89 %) (86 %) (88 %) (82 %)
Weiblich 53/63 (84 %) 46/56 (82 %) 57/67 (85 %) 47/63 (75 %)
Ethnische ZugehörigkeitKaukasische 306/346 301/352 255/284 238/285
Abstammung (88 %) (86 %) (90 %) (84 %)
Afroamerikanische/ 55/65 (85 %) 50/59 (85 %) 109/130 99/133 (74 %)
Afrikanische (84 %)
Abstammung, Andere
Alter (Jahre)< 50 324/370 312/365 319/361 302/375(88 %) (85 %) (88 %) (81 %) 50 37/41 (90 %) 39/46 (85 %) 45/53 (85 %) 36/44 (82 %)
Mittlere Zunahme vom230 230 246‡ 187‡
CD4+-Ausgangswert
* Adjustiert für Stratifizierungsfaktoren zu Studienbeginn.
† Umfasst Patienten, die bei der Hintergrundtherapie zu einer neuen Klasse wechselten oderentgegen der Bestimmungen im Prüfplan oder aufgrund mangelnder Wirksamkeit vor Woche 48ihre Hintergrundtherapie wechselten (nur in SPRING-2), ebenso Patienten, die aufgrundmangelnder oder fehlender Wirksamkeit vor Woche 48 die Behandlung abbrachen sowie
Patienten, die im 48-wöchigen Untersuchungsfenster 50 Kopien aufwiesen.
‡ Der angepasste mittlere Behandlungsunterschied war statistisch signifikant (p < 0,001).
Zu Woche 48 war Dolutegravir in der Studie SPRING-2 gegenüber Raltegravir nicht unterlegen, undin der Studie SINGLE war Dolutegravir + ABC/3TC gegenüber Efavirenz/TDF/FTC überlegen(p = 0,003), siehe Tabelle 5. In SINGLE war die Zeit bis zur Virussuppression im Median bei den mit
Dolutegravir behandelten Patienten kürzer (28 versus 84 Tagen, p < 0,0001, vordefinierte Analyse undadjustiert für Multiplizität).
Die Ergebnisse zu Woche 96 stimmten mit denen zu Woche 48 gezeigten Daten überein. In SPRING-2 war Dolutegravir gegenüber Raltegravir weiterhin nicht unterlegen (Virussuppression bei 81 %versus 76 % der Patienten), mit einem medianen Anstieg der CD4+-Zellzahl von 276 bzw.
264 Zellen/mm3. In SINGLE war Dolutegravir + ABC/3TC weiterhin gegenüber EFV/TDF/FTCüberlegen (Virussuppression bei 80 % versus 72 %, Therapieunterschied 8,0 % (2,3; 13,8), p = 0,006),mit einem adjustierten mittleren Anstieg der CD4+-Zellzahl von 325 bzw. 281 Zellen/mm3. Zu
Woche 144 der offenen Phase von SINGLE blieb die Virussuppression erhalten, der
Dolutegravir+ABC/3TC-Arm (71 %) war dem EFV/TDF/FTC-Arm (63 %) überlegen, der
Unterschied der Behandlungen betrug 8,3 % (2,0; 14,6).
In FLAMINGO (ING114815), einer offenen, randomisierten und verumkontrollierten Studie, erhielten484 HIV-1-infizierte, antiretroviral nicht vorbehandelte Erwachsene einmal täglich entweder 50 mg
Dolutegravir (n = 242) oder 800 mg/100 mg Darunavir/Ritonavir (DRV/r) (n = 242), jeweilszusammen mit entweder ABC/3TC oder TDF/FTC. Zu Studienbeginn waren die Patienten im Median34 Jahre alt, 15 % waren weiblich, 28 % nicht-kaukasischer Abstammung, 10 % wiesen eine
Hepatitis-B- und oder Hepatitis-C-Koinfektion auf und 3 % gehörten der CDC-Klasse C an. Die
Behandlungsarme waren in Bezug auf diese Merkmale vergleichbar. Zu Woche 48 war der
Dolutegravir-Arm (90 %) gegenüber dem DRV/r-Arm (83 %) hinsichtlich der Virussuppression (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) überlegen. Der adjustierte Therapieunterschied und das entsprechende 95 %-
Konfidenzintervall betrugen 7,1 % (0,9; 13,2), p = 0,025. Zu Woche 96 war der Dolutegravir-Arm(80 %) gegenüber dem DRV/r-Arm (68 %) hinsichtlich der Virussuppression überlegen (adjustierter
Unterschied der Behandlungen [Dolutegravir-(DRV+RTV)]: 12,4 %; 95 % KI: [4,7; 20,2]).
In GEMINI-1 (204861) und GEMINI-2 (205543), identische, randomisierte, doppelblinde Studienüber 148 Wochen, wurden 1433 HIV-1-infizierte antiretroviral nicht vorbehandelte erwachsene
Patienten entweder mit einem einmal täglichen Arzneimittelregime aus zwei antiretroviralen
Wirkstoffen bestehend aus Dolutegravir 50 mg plus Lamivudin 300 mg oder einem einmal täglichen
Dreifachregime aus Dolutegravir 50 mg plus der Fixdosiskombination TDF/FTC behandelt. Patientenmit Plasma HIV-1-RNA von 1000 Kopien/ml bis ≤ 500.000 Kopien/ml beim Screening wurdeneingeschlossen. In der gepoolten Analyse betrug das mediane Alter der Patienten zu Studienbeginn33 Jahre; 15 % waren weiblich, 31 % nicht-kaukasischer Abstammung, 6 % wiesen eine Hepatitis-C-
Koinfektion auf und 9 % gehörten dem CDC-Stadium 3 an. Ungefähr ein Drittel der Patienten war miteinem HIV non-B Subtyp infiziert. Die Behandlungsarme waren in Bezug auf diese Charakteristikaähnlich. Zu Woche 48 war der Dolutegravir plus Lamivudin-Arm gegenüber dem Dolutegravir plus
TDF/FTC-Arm hinsichtlich der Virussuppression (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) nicht-unterlegen, wiein Tabelle 6 dargestellt. Die Ergebnisse der gepoolten Analyse stimmten mit denen der einzelnen
Studien überein. Der primäre Endpunkt dieser Studien (Unterschied im Anteil an Patienten< 50 Kopien/ml Plasma-HIV-1-RNA zu Woche 48 basierend auf dem Snapshot-Algorithmus) wurdeerreicht. Der adjustierte Unterschied betrug -2,6 % (95 % KI: -6,7; 1,5) für GEMINI-1 und -0,7 %(95 % KI: -4,3; 2,9) für GEMINI-2 bei einer vordefinierten Nichtunterlegenheitsspanne von 10 %.
Tabelle 6: Ansprechen in GEMINI 1 + 2 zu Woche 48 (< 50 Kopien/ml, Snapshot), gepoolte
Daten
Dolutegravir + 3TC Dolutegravir +(N = 716) TDF/FTCn/N (%) (N = 717)n/N (%)
Alle Patienten 655/716 (91) 669/717 (93)
Adjustierter Unterschied -1,7 % (95 % KI: -4,4; 1,1)a
A usgangswert der HIV-1-RNA≤ 100.000 Kopien/ml 526/576 (91) 531/564 (94)> 100.000 Kopien/ml 129/140 (92) 138/153 (90)
A usgangswert der CD4+-Zellzahl≤ 200 Zellen/mm3 50/63 (79) 51/55 (93)> 200 Zellen/mm3 605/653 (93) 618/662 (93)
H IV-1-Subtyp
B 424/467 (91) 452/488 (93)
N on-B 231/249 (93) 217/229 (95)
Rebound bis zu Woche 48 b 6 (< 1) 4 (< 1)
Mittlere Veränderung der CD4+-
Zellzahl vom Ausgangswert zu 224 217
Woche 48, Zellen/mm3a Adjustiert für Baseline Stratifizierungsfaktoren: Plasma HIV-1-RNA (≤ 100.000 Kopien/ml vs.
> 100.000 Kopien/ml) und CD4+-Zellzahl (≤ 200 Zellen/mm3 vs. > 200 Zellen/mm3).b
Bestätigte Plasma HIV-1-RNA ≥ 200 Kopien/ml nach zuvor bestätigter Virussuppression bei< 200 Kopien/ml.
Zu Woche 96 und 144 der GEMINI-Studien war die untere Grenze des 95 %-Konfidenzintervalls fürden adjustierten Behandlungsunterschied bezüglich der Anteile der Patienten mit einer HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml (Snapshot) größer als die Nichtunterlegenheitsgrenze von -10 %, sowohl für dieindividuellen Studien als auch für die gepoolte Analyse, siehe Tabelle 7.
Tabelle 7: Virologisches Ansprechen (Snapshot-Algorithmus) in GEMINI 1+2, gepoolte Datenzu Woche 96 und 144
Gepoolte Daten aus GEMINI-1 und GEMINI-2*
DTG + DTG + DTG + DTG +3TC TDF/FTC 3TC TDF/FTC
N = 716 N = 717 N = 716 N = 717
Woche 96 Woche 144
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 86 % 90 % 82 % 84 %
Behandlungsunterschied†
- 3,4 % (-6,7; 0,0) -1,8 % (-5,8; 2,1)(95 %-Konfidenzintervall)
Virologisches Nicht-Ansprechen 3 % 2 % 3 % 3 %
Gründe
Daten im Untersuchungsfenster und < 1 % < 1 % < 1 % < 1 %≥ 50 Kopien/ml
Abbruch aufgrund fehlender Wirksamkeit 1 % < 1 % 1 % < 1 %
Abbruch aus anderen Gründen und < 1 % < 1 % < 1 % 2 %≥ 50 Kopien/ml
Wechsel der ART < 1 % < 1 % < 1 % < 1 %
Keine virologischen Daten im 11 % 9 % 15 % 14 %
Untersuchungsfenster zu
Woche 96/Woche 144
Gründe
Abbruch der Studie aufgrund von 3 % 3 % 4 % 4 %unerwünschtem Ereignis oder Tod
Abbruch der Studie aus anderen Gründen 8 % 5 % 11 % 9 %
Loss to Follow-up 3 % 1 % 3 % 3 %
Einverständniserklärung widerrufen 3 % 2 % 4 % 3 %
A bweichungen vom Protokoll 1 % 1 % 2 % 1 %
Entscheidung des Arztes 1 % < 1 % 2 % 1 %
Fehlende Daten im Untersuchungsfenster, 0 % < 1 % < 1 % < 1 %aber weiterhin in der Studie
DTG=Dolutegravir
* Die Ergebnisse der gepoolten Analyse stimmen mit denen der individuellen Studien überein.
† Basierend auf einer CMH-stratifizierten Analyse, die für die folgenden Baseline-Stratifizierungsfaktorenangepasst wurde: Plasma HIV-1-RNA (≤ 100.000 Zellen/ml vs. > 100.000 Zellen/ml) und CD4+-Zellzahl(≤ 200 Zellen/mm3 vs. > 200 Zellen/mm3); gepoolte Analyse auch nach Studien stratifiziert; bewertet unter
Verwendung einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 10 %.
N = Anzahl der Patienten im Behandlungsarm
Die mittlere Zunahme der CD4+-T-Zellzahlen zu Woche 144 betrug 302 Zellen/mm3 im Dolutegravir-plus Lamivudin-Arm und 300 Zellen/mm3 im Dolutegravir- plus Tenofovir/Emtricitabin-Arm.
Behandlungsbedingte Resistenz bei nicht vorbehandelten Patienten mit Therapieversagen
Über 96 Behandlungswochen in SPRING-2 und FLAMINGO sowie 144 Behandlungswochen in
SINGLE zeigten sich in den Behandlungsarmen mit Dolutegravir keine behandlungsbedingten
Primärresistenzen gegenüber der Klasse der Integrase-Inhibitoren oder NRTIs. In den
Vergleichsarmen traten bei Patienten, die in FLAMINGO mit Darunavir/r behandelt wurden, ebenfallskeine behandlungsbedingten Resistenzen auf. In SPRING-2 traten im RAL-Arm bei vier Patienten mit
Therapieversagen Hauptmutationen gegen NRTI und bei einem Patienten Resistenz gegen Raltegravirauf. In SINGLE traten im EFV/TDF/FTC-Arm bei sechs Patienten mit Therapieversagen NNRTI-
Resistenz-assoziierte Mutationen auf, und ein Patient entwickelte eine NRTI-Hauptmutation. In den
GEMINI-1- und GEMINI-2-Studien zeigte sich über 144 Wochen weder im Dolutegravir + 3TC-Armnoch im Dolutegravir + TDF/FTC-Vergleichsarm eine Resistenzentwicklung gegenüber der Klasse der
Integrase-Inhibitoren oder der NRTIs.
Patienten mit vorausgegangenem Therapieversagen, aber ohne Vorbehandlung mit Integrase-
Inhibitoren
In der internationalen, multizentrischen, doppelblinden SAILING-Studie (ING111762) wurden 719
HIV-1-infizierte, ART-vorbehandelte Erwachsene randomisiert und erhielten entweder Dolutegravir50 mg einmal täglich oder Raltegravir 400 mg zweimal täglich, zusammen mit einem vom Prüfarztausgewählten Hintergrundregime aus bis zu zwei Wirkstoffen (darunter mindestens eine vollwirksame Substanz). Zu Studienbeginn waren die Patienten im Median 43 Jahre alt, 32 % warenweiblich, 50 % waren nicht-kaukasischer Abstammung, 16 % wiesen eine Hepatitis-B- und/oder
Hepatitis-C-Koinfektion auf und 46 % gehörten der CDC-Klasse C an. Zu Studienbeginn wiesen alle
Patienten HI-Viren mit einer Resistenz in mindestens 2 ART-Klassen auf, bei 49 % der Patientenlagen Viren mit einer Resistenz in mindestens 3 ART-Klassen vor.
48-Wochen-Ergebnisse für SAILING (auch aufgeschlüsselt nach den wichtigsten Kovariablen zu
Studienbeginn) sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Ansprechen in SAILING nach 48 Wochen (FDA Snapshot-Algorithmus,< 50 Kopien/ml)
Dolutegravir 50 mg RAL 400 mgeinmal täglich + zweimal täglich +
Hintergrundregime Hintergrundregime
N = 354§ N = 361§
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 71 % 64 %
Adjustierter Unterschied zwischen 7,4 % (95 % KI: 0,7 %; 14,2 %)
Behandlungsgruppen‡
Virologisches Nicht-Ansprechen 20 % 28 %
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml, nach Kovariablen zu Studienbeginn
Ausgangswert der Viruslast (Kopien/ml) 50.000 Kopien/ml 186/249 (75 %) 180/254 (71 %)> 50.000 Kopien/ml 65/105 (62 %) 50/107 (47 %)
Ausgangswert der CD4+-Zellzahl (Zellen/mm3)< 50 33/62 (53 %) 30/59 (51 %)50 bis < 200 77/111 (69 %) 76/125 (61 %)200 bis < 350 64/82 (78 %) 53/79 (67 %) 350 77/99 (78 %) 71/98 (72 %)
Hintergrundtherapie
Genotypischer Empfindlichkeits-Score* < 2 155/216 (72 %) 129/192 (67 %)
Genotypischer Empfindlichkeits-Score* = 2 96/138 (70 %) 101/169 (60 %)
DRV-Anwendung im Hintergrundregime
Keine Anwendung von DRV 143/214 (67 %) 126/209 (60 %)
Anwendung von DRV, mit primärer PI- 58/68 (85 %) 50/75 (67 %)
Mutation
Anwendung von DRV, ohne primäre PI- 50/72 (69 %) 54/77 (70 %)
Mutation
GeschlechtMännlich 172/247 (70 %) 156/238 (66 %)
Weiblich 79/107 (74 %) 74/123 (60 %)
Ethnische ZugehörigkeitKaukasische Abstammung 133/178 (75 %) 125/175 (71 %)
Afroamerikanische/Afrikanische118/175 (67 %) 105/185 (57 %)
Abstammung/Andere
Alter (Jahre)< 50 196/269 (73 %) 172/277 (62 %) 50 55/85 (65 %) 58/84 (69 %)
HIV-Subtyp
Clade B 173/241 (72 %) 159/246 (65 %)
Clade C 34/55 (62 %) 29/48 (60 %)
Sonstige† 43/57 (75 %) 42/67 (63 %)
Mittlerer Anstieg der CD4+-Zellzahl (Zellen/mm3) 162 153‡ Adjustiert für Stratifizierungsfaktoren zu Studienbeginn.
§ 4 Patienten wurden wegen der Datenintegrität an einem Studienzentrum von der
Wirksamkeitsanalyse ausgeschlossen.
* Der genotypische Empfindlichkeits-Score (GSS) war definiert als Gesamtzahl der ARTs im
Hintergrundregime, gegenüber denen das Virusisolat eines Patienten zu Studienbeginn gemäßgenotypischen Resistenztests empfindlich war.
† Andere Subtypen umfassten: komplex (43), F1 (32), A1 (18), BF (14), alle anderen < 10.
In der SAILING-Studie wurde nach 48 Wochen im Tivicay-Arm eine statistisch überlegene
Virussuppression (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) von 71 % gegenüber 64 % im Raltegravir-Armerreicht (p = 0,03).
Unter Tivicay kam es statistisch seltener zu einem Therapieversagen aufgrund einerbehandlungsbedingten Integrase-Resistenz (4/354, 1 %) als unter Raltegravir (17/361, 5 %)(p = 0,003) (für Details siehe oben im Abschnitt 'Resistenz in vivo“).
Patienten mit vorausgegangenem Therapieversagen unter Anwendung eines Integrase-Inhibitors (und
Integrase-Inhibitor-Resistenz)
In der multizentrischen, unverblindeten, einarmigen VIKING-3-Studie (ING112574) erhielten HIV-1-infizierte, ART-vorbehandelte Erwachsene mit virologischem Versagen und aktuellem oderhistorischem Nachweis einer viralen Resistenz gegen Raltegravir und/oder Elvitegravir 7 Tage lang
Tivicay 50 mg zweimal täglich zusammen mit dem aktuell versagenden Hintergrundregime, jedochmit optimierter Hintergrund-ART ab Tag 8. In diese Studie wurden 183 Patienten eingeschlossen;davon wurde bei 133 Patienten beim Screening eine Integrase-Inhibitor-Resistenz der HI-Virenfestgestellt, bei 50 Patienten lagen Nachweise für eine Resistenz nur in der Anamnese vor (und nichtbeim Screening). Raltegravir/Elvitegravir war bei 98 der 183 Patienten Teil des versagenden Regimes(bei den anderen Patienten Teil der vorherigen, versagenden Therapie). Zu Studienbeginn waren die
Patienten im Median 48 Jahre alt, 23 % waren weiblich, 29 % waren nicht-kaukasischer Abstammungund 20 % wiesen eine Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion auf. Die CD4+-Zellzahl zu
Studienbeginn lag im Median bei 140 Zellen/mm3, die Dauer der vorausgegangenen ART betrug im
Median 14 Jahre und 56 % der Patienten gehörten der CDC-Klasse C an. Die Patienten wiesen zu
Studienbeginn Viren mit einer ART-Mehrklassen-Resistenz auf: 79 % wiesen 2 NRTI-, 75 % 1
NNRTI- und 71 % 2 PI-Hauptmutationen auf; bei 62 % lag ein nicht-R5-tropes Virus vor.
Die mittlere Änderung der HIV-RNA am Tag 8 gegenüber dem Wert zu Studienbeginn (primärer
Endpunkt) betrug -1,4 log10 Kopien/ml (95 % KI -1,3 bis -1,5 log10, p < 0,001). Das Ansprechen war,wie in Tabelle 9 gezeigt, mit dem Integrase-Inhibitor-Mutationsmuster zu Studienbeginn assoziiert.
Tabelle 9: Virologisches Ansprechen (Tag 8) nach 7 Tagen funktioneller Monotherapie bei
Patienten mit RAL/EVG als Teil des aktuell versagenden Regimes, VIKING 3
Ausgangs-Parameter Dolutegravir 50 mg zweimal täglich
N = 88*n Mittlere (SD) Plasma- Median
HIV-1-RNA log10 c/ml
Integrase-Mutationsmuster zu
Studienbeginn mit fortlaufender
RAL/EVG-Therapie
Andere Primärmutation als 48 -1,59 (0,47) -1,64
Q148H/K/Ra
Q148+1 Sekundärmutationb 26 -1,14 (0,61) -1,08
Q148+2 Sekundärmutationenb 14 -0,75 (0,84) -0,45
* Von 98 Patienten mit RAL/EVG als Teil des aktuell versagenden Regimes hatten 88
Patienten Viren mit nachweisbaren primären INI-Mutationen zu Therapiebeginn und eine an
Tag 8 auswertbare HIV-1-RNA-Bestimmunga Einschließlich der primären Integrase-Resistenzmutationen N155H, Y143C/H/R, T66A,
E92Qb Sekundär-Mutationen G140A/C/S, E138A/K/T, L74I.
Bei Patienten, deren HI-Viren zu Studienbeginn keine Primärmutation aufwiesen (n = 60) (d. h.
RAL/EVG ist nicht Teil der aktuellen versagenden Therapie) wurde eine Abnahme der Viruslast von1,63 log10 an Tag 8 ermittelt.
Nach der Phase mit funktioneller Monotherapie hatten die Patienten Gelegenheit, wenn möglich, ihr
Hintergrundregime zu optimieren. Die Gesamtansprechrate zu Woche 24 (69 %, 126/183) blieb im
Allgemeinen bis zu Woche 48 erhalten, mit 116/183 (63 %) Patienten mit HIV-1-RNA < 50
Kopien/ml (ITT-E, FDA Snapshot-Algorithmus). Nachdem die Patienten, die die Therapie aufgrundfehlender Wirksamkeit abgebrochen hatten, und die Patienten mit wesentlichen
Protokollabweichungen (inkorrekte Dolutegravir-Dosierung, Einnahme nicht erlaubter Komedikation)ausgeschlossen wurden, d. h. bei der sogenannten 'Virological Outcome (VO)-Population“, betrugendie entsprechenden Ansprechraten 75 % (120/161, Woche 24) und 69 % (111/160, Woche 48).
Das Ansprechen war geringer, wenn zu Studienbeginn die Q148-Mutation vorlag, insbesondere bei
Vorliegen von 2 zusätzlichen Sekundärmutationen (siehe Tabelle 10). Der Gesamt-
Empfindlichkeits-Score (OSS, Overall Susceptibility Score) für die optimierte Hintergrundtherapie(OBT) zeigte weder einen Zusammenhang mit dem Ansprechen zu Woche 24 noch mit dem
Ansprechen zu Woche 48.
Tabelle 10: Ansprechen nach Resistenz bei Studienbeginn, VIKING-3 VO-Population (HIV-1-
RNA < 50 Kopien/ml, FDA Snapshot-Algorithmus)
Woche 24 Woche 48(N = 161) (N = 160)
IN-Mutations-Gruppe OSS = 0 OSS = 1 OSS = 2 OSS > 2 Gesamt Gesamt
Keine Integrase-Primär- 45/55 38/551 2/2 (100 %) 15/20 (75 %) 19/21 (90 %) 9/12 (75 %)
Mutationen (82 %) (69 %)
Andere Primärmutationen 20/20 51/59 50/582/2 (100 %) 21/27 (78 %) 8/10 (80 %)als Q148H/K/R2 (100 %) (86 %) (86 %)
Q148 + 1 Sekundär- 20/31 19/313 2/2 (100 %) 8/12 (67 %) 10/17 (59 %) -
Mutation (65 %) (61 %)
Q148 + ≥2 Sekundär- 4/16 4/163 1/2 (50 %) 2/11 (18 %) 1/3 (33 %) -
Mutationen (25 %) (25 %)1 Nur historische oder phänotypische Evidenz für eine INI-Resistenz.2 N155H, Y143C/H/R, T66A, E92Q3 G140A/C/S, E138A/K/T, L74I
OSS (Gesamtempfindlichkeits-Score): kombinierte genotypische und phänotypische Resistenz(Monogram Biosciences Net Assessment)
In VIKING-3 betrug, basierend auf den beobachteten Daten, der mediane Anstieg der CD4+-Zellzahlgegenüber Studienbeginn 61 Zellen/mm3 zu Woche 24 und 110 Zellen/mm3 zu Woche 48.
In der doppelblinden, Placebo-kontrollierten VIKING-4-Studie (ING116529) wurden 30 HIV-1-infizierte, ART-vorbehandelte Erwachsene mit HI-Viren mit primärer genotypischer Integrase-
Inhibitor-Resistenz beim Screening randomisiert und erhielten zusammen mit dem aktuellversagenden Regime entweder 7 Tage lang zweimal täglich 50 mg Dolutegravir oder Placebo, gefolgtvon einer unverblindeten Phase, in der alle Patienten Dolutegravir erhielten. Zu Studienbeginn warendie Patienten im Median 49 Jahre alt, 20 % waren weiblich, 58 % waren nicht-kaukasischer
Abstammung und 23 % wiesen eine Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion auf. Die CD4+-
Zellzahl zu Studienbeginn lag im Median bei 160 Zellen/mm3, die Dauer der vorausgegangenen ARTbetrug im Median 13 Jahre und 63 % der Patienten gehörten der CDC-Klasse C an. Die Patientenwiesen zu Studienbeginn Viren mit einer ART-Resistenz gegen mehrere Klassen auf: 80 % hatten 2
NRTI-, 73 % 1 NNRTI- und 67 % 2 PI-Hauptmutationen; bei 83 % lag ein nicht-R5-tropes Virusvor. Sechzehn der 30 Patienten (53 %) wiesen zu Studienbeginn HI-Viren mit einer Mutation an der
Position Q148 auf. Der primäre Endpunkt an Tag 8 zeigte, dass zweimal täglich 50 mg Dolutegravirgegenüber Placebo überlegen war, mit einer adjustierten mittleren Behandlungsdifferenz für die
Veränderung der Plasma-HIV-1-RNA gegenüber Studienbeginn von -1,2 log10 Kopien/ml (95 % KI -1,5 bis -0,8 log10 Kopien/ml, p < 0,001). Das Ansprechen an Tag 8 in dieser Placebo-kontrollierten
Studie stimmte mit dem in VIKING-3 (nicht Placebo-kontrolliert) gezeigten überein, auchaufgeschlüsselt nach Integrase-Resistenz-Kategorien bei Studienbeginn. Zu Woche 48 wiesen 12 der30 Patienten (40 %) < 50 HIV-1-RNA-Kopien/ml auf (ITT-E, Snapshot-Algorithmus).
In einer kombinierten Analyse der VIKING-3- und der VIKING-4-Studie (n = 186, VO-Population)betrug zu Woche 48 der Anteil an Patienten mit < 50 HIV-RNA-Kopien/ml 123 von 186 (66 %). Der
Anteil an Patienten mit < 50 HIV-RNA-Kopien/ml betrug 96 von 126 (76 %), wenn keine Q148-
Mutationen vorlagen, sie betrug 22 von 41 (54 %) bei Vorliegen einer Q148-Mutation + 1
Sekundärmutation und betrug 5 von 19 (26 %) bei Vorliegen einer Q148-Mutation + ≥ 2
Sekundärmutationen.
Kinder und JugendlicheIn einer laufenden 48-wöchigen, multizentrischen, unverblindeten Phase-I/II-Studie(P1093/ING112578) wurden die pharmakokinetischen Parameter, Sicherheit, Verträglichkeit und
Wirksamkeit von Dolutegravir in Form von Filmtabletten und dispergierbaren Tabletten bei einmaltäglicher Dosierung in Kombinationsregimen bei HIV-1-infizierten Säuglingen, Kindern und
Jugendlichen im Alter von ≥ 4 Wochen bis < 18 Jahren untersucht. Die Mehrheit der Patienten warvorbehandelt.
Die Wirksamkeitsergebnisse (Tabelle 11) schließen Patienten ein, die entweder die empfohlene Dosisvon Filmtabletten oder dispergierbaren Tabletten einmal täglich erhielten.
Tabelle 11: Antivirale und immunologische Aktivität zu Woche 24 und Woche 48 bei Kindernund Jugendlichen
Woche 24 Woche 48
N = 75 N = 66n/N % (95 % KI) n/N % (95 % KI)
Anteil der Teilnehmer mit einer 56 65,2
HIV RNA < 50 Kopien/mla, b 42/75 43/66(44,1; 67,5) (52,4; 76,5)
Anteil der Teilnehmer mit einer 82,7 80,3b 62/75 53/66
HIV RNA < 400 Kopien/ml (72,2; 90,4) (68,7; 89,1)
Median (n) (Q1, Q3) Median (n) (Q1, Q3)
Änderung der CD4+-Zellzahl3 145 (72) (-64; 489) 184 (62) (-179; 665)gegenüber Baseline (Zellen/mm )
Prozentuale Änderung der CD4+-6 (72) (2,5; 10) 8 (62) (0,4; 11)
Zellzahl gegenüber Baseline
Q1, Q3 = 1. beziehungsweise 3.Quartil.a Ergebnisse < 200 Kopien/ml bei der Bestimmung der HIV-1-RNA (wobei ein LLOD von 200 Kopien/mlverwendet wurde) wurden in dieser Analyse als > 50 Kopien/ml angegebenb Snapshot-Algorithmus wurde in dieser Analyse verwendet
Bei Patienten mit virologischem Versagen erwarben 5/36 die Integraseinhibitor-Substitution G118R.
Von diesen fünf wurden bei vier Patienten zusätzlich folgende Integrase-assoziierte Substitutionenberichtet: L74M, E138E/K, E92E/Q und T66I. Für vier der fünf Patienten, bei denen G118R auftrat,waren phänotypische Daten verfügbar. Der Dolutegravir FC (fold change verglichen mit dem Wildtyp-
Virus) für die HI-Viren dieser vier Patienten reichte von 6- bis 25-fach.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tivicay eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei HIV-infizierten pädiatrischen Patienten im Alter von4 Wochen bis < 6 Jahren gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Es liegen keine Daten zur Anwendung von Dolutegravir plus Lamivudin als ein Arzneimittelregimeaus zwei antiretroviralen Wirkstoffen bei Kindern und Jugendlichen vor.
Dolutegravir zeigt bei gesunden Probanden und bei HIV-infizierten Patienten eine ähnliche
Pharmakokinetik. Die Variabilität der Pharmakokinetik ist niedrig bis moderat. In Phase-I-Studien beigesunden Probanden lag die interindividuelle Variabilität (CVb%) für AUC und Cmax zwischen ca. 20bis 40 % und für C zwischen 30 bis 65 % über die Studien hinweg. Bei HIV-infizierten Patienten wardie interindividuelle Variabilität der pharmakokinetischen Parameter von Dolutegravir größer als beigesunden Probanden. Die intraindividuelle Variabilität (CVw%) ist geringer als die interindividuelle
Variabilität.
Filmtabletten und dispergierbare Tabletten haben nicht dieselbe Bioverfügbarkeit. Die relative
Bioverfügbarkeit dispergierbarer Tabletten ist verglichen mit den Fimtabletten ungefähr um das 1,6-
Fache höher. Daher hat eine 50 mg-Dolutegravir-Dosis angewendet in Form von Filmtablette(n) einevergleichbare Exposition wie eine 30 mg-Dolutegravir-Dosis angewendet in Form von 6 x 5 mgdispergierbare Tabletten. Gleichermaßen wird eine 40 mg-Dolutegravir-Dosis angewendet in Formvon 4 x 10 mg Filmtabletten eine vergleichbare Exposition erreichen wie eine 25 mg-Dolutegravir-
Dosis angewendet in Form von 5 x 5 mg dispergierbare Tabletten.
ResorptionDolutegravir wird nach oraler Anwendung rasch resorbiert, mit einem medianen Tmax von 1 bis3 Stunden nach der Einnahme einer Filmtablette oder einer Tablette zur Herstellung einer Suspensionzum Einnehmen.
Nahrungsmittel führten zu einer höheren und verzögerten Resorption von Dolutegravir. Die
Bioverfügbarkeit von Dolutegravir ist von der Zusammensetzung der Mahlzeit abhängig: Mahlzeitenmit niedrigem, mittlerem oder hohem Fettgehalt erhöhten bei Filmtabletten die AUC(0-) von
Dolutegravir um 33 %, 41 %, bzw. 66 %, erhöhten die Cmax um 46 %, 52 % bzw. 67 % undverlängerten Tmax von 2 Stunden bei Anwendung im Nüchternzustand auf 3, 4 bzw. 5 Stunden. Diese
Anstiege können bei bestimmten Integrase-Inhibitor-Resistenzen klinisch relevant sein. Als
Vorsichtsmaßnahme wird deshalb empfohlen, dass Patienten, die mit einem HI-Virus mit Integrase-
Inhibitor-Resistenz infiziert sind, Tivicay zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen (siehe
Abschnitt 4.2).
Die absolute Bioverfügbarkeit von Dolutegravir wurde nicht untersucht.
VerteilungBasierend auf in vitro-Daten weist Dolutegravir eine hohe Plasmaproteinbindung auf (> 99 %). Gemäßeiner populationspharmakokinetischen Analyse beträgt das scheinbare Verteilungsvolumen bei HIV-infizierten Patienten 17 l bis 20 l. Die Bindung von Dolutegravir an Plasmaproteine ist unabhängigvon der Dolutegravir-Konzentration. Das Konzentrationsverhältnis Gesamtblut zu Plasma der
Arzneistoff-bezogenen Radioaktivität lag im Mittel zwischen 0,441 und 0,535, was darauf hinweist,dass die Bindung der Radioaktivität an zelluläre Blutbestandteile minimal ist. Die ungebundene
Fraktion von Dolutegravir im Plasma ist bei niedrigen Serumalbuminkonzentrationen (< 35 g/l), wiebei Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung gezeigt, erhöht.
Dolutegravir ist in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) nachweisbar. Bei 13 nicht vorbehandelten
Patienten mit einem Therapieschema aus Dolutegravir und Abacavir/Lamivudin lag die mittlere
Dolutegravir-Konzentration bei 18 ng/ml (vergleichbar mit der Plasmakonzentration desungebundenen Wirkstoffs, und über der IC50).
Dolutegravir ist im weiblichen und männlichen Genitaltrakt nachweisbar. Die AUC in der Zervikal-und Vaginalflüssigkeit, dem Zervikalgewebe und dem Vaginalgewebe entsprach 6-10 % der Plasma-
AUC im Steady-State. Im Sperma betrug die AUC 7 % und im Rektalgewebe 17 % der Plasma-AUCim Steady-State.
BiotransformationDolutegravir wird hauptsächlich durch Glucuronidierung über UGT1A1 und in geringem Maße über
CYP3A metabolisiert. Dolutegravir ist die im Plasma überwiegend zirkulierende Verbindung; dierenale Ausscheidung in unveränderter Form ist gering (< 1 % der Dosis). 53 % der gesamten oralen
Dosis werden unverändert im Stuhl ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob dies vollständig oderteilweise über nicht adsorbierten Wirkstoff oder biliäre Ausscheidung des Glucuronidat-Konjugats,das im Darmlumen weiter zur Ausgangsverbindung abgebaut werden kann, erfolgt. 32 % der gesamtenoralen Dosis werden in Form des Ether-Glucuronid von Dolutegravir (18,9 % der Gesamtdosis), des
N-dealkylierten Metaboliten (3,6 % der Gesamtdosis) und einem Metaboliten, der durch Oxidation am
Benzyl-Kohlenstoff gebildet wird (3,0 % der Gesamtdosis), über den Urin ausgeschieden.
ArzneimittelwechselwirkungenIn vitro zeigte Dolutegravir keine direkte oder nur eine schwache Hemmung (IC50 > 50 µM) der
Cytochrom-P450-Enzyme (CYP)1A2, CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6,
CYP3A, Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT)1A1 oder UGT2B7 bzw. der Transporter P-gp, BCRP, BSEP, OATP1B1, OATP1B3, OCT1, MATE2-K, MRP2 oder MRP4. In vitro bewirkte
Dolutegravir keine Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4. Basierend auf diesen Daten istnicht damit zu rechnen, dass Dolutegravir einen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneimittelnausübt, die Substrate der wichtigsten Enzyme oder Transporter sind (siehe Abschnitt 4.5).
In vitro war Dolutegravir kein Substrat der humanen Transportsysteme OATP1B1, OATP1B3 oder
OCT1.
EliminationDolutegravir hat eine terminale Halbwertzeit von ca. 14 Stunden. Basierend auf einerpopulationspharmakokinetischen Analyse beträgt die scheinbare orale Clearance (CL/F) bei HIV-infizierten Patienten etwa 1 l/h.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Linearität der Pharmakokinetik von Dolutegravir ist abhängig von Dosis und Darreichungsform.
Nach oraler Anwendung von Dolutegravir in Form von Filmtabletten zeigte Dolutegravir im
Allgemeinen eine nichtlineare Pharmakokinetik mit einem unterproportionalen Anstieg der
Plasmaspiegel im Dosisbereich zwischen 2 und 100 mg; jedoch scheint der Anstieg der Dolutegravir-
Plasmaspiegel im Bereich von 25 mg bis 50 mg bei der Darreichungsform in Form von Filmtablettendosisproportional zu sein. Mit 50 mg Filmtabletten zweimal täglich hat sich im Vergleich zu 50 mg
Filmtabletten einmal täglich die Exposition über 24 Stunden ungefähr verdoppelt.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeIn einer randomisierten Dosisfindungsstudie (ING111521) zeigten HIV-1-infizierte Patienten, die miteiner Dolutegravir-Monotherapie behandelt wurden, eine schnelle und dosisabhängige antivirale
Aktivität, mit einer mittleren Abnahme des HIV-1-RNA-Werts um 2,5 log10 an Tag 11 für die 50 mg-
Dosis. Dieses antivirale Ansprechen blieb in der 50 mg-Gruppe, die die Filmtabletten erhielten, für 3bis 4 Tage nach der letzten Dosis erhalten.
Eine PK/PD-Modellierung unter Verwendung gepoolter Daten aus klinischen Studien bei Patientenmit Integrase-Inhibitor-resistenten Viren deutet darauf hin, dass eine Erhöhung der Dosis von zweimaltäglich 50 mg Filmtabletten auf zweimal täglich 100 mg Filmtabletten die Wirksamkeit von
Dolutegravir bei Patienten mit Integrase-Inhibitor-resistenten Viren und eingeschränkten
Behandlungsoptionen aufgrund einer fortgeschrittenen Mehrklassen-Resistenz erhöhen könnte.
Bezüglich der Ansprechrate (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) zu Woche 24 wurde bei Patienten mit
Viren, die eine Mutation an der Position Q148 und ≥ 2 der Sekundärmutationen G140A/C/S,
E138A/K/T, L74I aufweisen, ein Anstieg von 4-18 % prognostiziert. Obwohl diese simulierten
Ergebnisse bisher nicht in klinischen Studien bestätigt wurden, könnte diese hohe Dosis bei Vorliegeneiner Q148-Mutation + ≥ 2 der Sekundärmutationen G140A/C/S, E138A/K/T, L74I bei Patienten mitinsgesamt eingeschränkten Behandlungsoptionen aufgrund einer fortgeschrittenen Mehrklassen-
Resistenz in Betracht gezogen werden. Es liegen keine klinischen Daten zur Sicherheit und
Wirksamkeit der Dosierung von zweimal täglich 100 mg Filmtabletten vor. Die gleichzeitige
Behandlung mit Atazanavir erhöht die Exposition von Dolutegravir deutlich und sollte nicht in
Kombination mit dieser hohen Dosis verwendet werden, da die Sicherheit der resultierenden
Dolutegravir-Exposition nicht erwiesen ist.
Besondere PatientengruppenDie Pharmakokinetik einer einmal täglichen Gabe von Dolutegravir in Form von Filmtabletten unddispergierbaren Tabletten bei HIV-1-infizierten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Alter von≥ 4 Wochen bis < 18 Jahren wurde in zwei laufenden Studien (P1093/ING112578 und
ODYSSEY/201296) untersucht. Die simulierten Steady-State Plasmakonzentrationen bei einmaltäglicher Dosierung sind in Tabelle 12 für die verschiedenen Gewichtsbänder zusammengefasst.
Tabelle 12: Zusammenfassung der simulierten Dolutegravir PK Parameter bei einmal täglicher
Dosierung nach Gewichtsband bei HIV-1-infizierten Kindern und Jugendlichen
Einmal PK Parameter
Gewichtsba
Dolutegravir tägliche Geometrischer Mittelwert (90 % KI)nd
Darreichungsforma Dosierung(kg) Cmax AUC0-24h C24h(mg) (g/ml) (g*h/ml) (ng/ml)4,02 49,4 10703 bis < 6 DT 5(2,12; 7,96) (21,6; 115) (247; 3830)5,90 67,4 12406 bis < 10b DT 10(3,23; 10,9) (30,4; 151) (257; 4580)c 6,67 68,4 9646 bis < 10 DT 15(3,75; 12,1) (30,6; 154) (158; 4150)6,61 63,1 71910 bis < 14 DT 20(3,80; 11,5) (28,9; 136) (102; 3340)7,17 69,5 824
DT 25(4,10; 12,6) (32,1; 151) (122; 3780)14 bis < 206,96 72,6 972
FCT 40(3,83; 12,5) (33,7; 156) (150; 4260)7,37 72,0 881
DT 30(4,24; 12,9) (33,3;156) (137; 3960)20 bis < 257,43 78,6 1080
FCT 50(4,13; 13,3) (36,8; 171) (178; 4690)6,74 71,4 99725 bis < 30 FCT 50(3,73; 12,1) (33,2; 154) (162; 4250)6,20 66,6 94430 bis < 35 FCT 50(3,45; 11,1) (30,5; 141) (154; 4020)4,93 54,0 814≥ 35 FCT 50(2,66; 9,08) (24,4; 118) (142; 3310)46 995
Ziel: Geometrischer Mittelwert(37 - 134) (697 - 2260)
DT = dispergierbare Tablette
FCT = Filmtablette
a. Die Bioverfügbarkeit von Dolutegravir DT ist ~1,6-fach höher als die der Dolutegravir FCT.
b. < 6 Monate alt
c. ≥ 6 Monate alt
Die simulierte Steady-State Plasmakonzentrationen bei der alternativ empfohlenen zweimal täglichen
Dosierung sind in Tabelle 13 für die verschiedenen Gewichtsbänder zusammengefasst. Im Gegensatzzur einmal täglichen Dosierung wurden die simulierten Daten für die alternative zweimal tägliche
Dosierung nicht in klinischen Studien bestätigt.
Tabelle 13: Zusammenfassung der simulierten Dolutegravir PK Parameter bei alternativerzweimal täglicher Dosierung nach Gewichtsband bei HIV-1-infizierten Kindern und
Jugendlichen
Zweimal PK Parameter
Dolutegravir
Gewichtsband tägliche Geometrischer Mittelwert (90 % KI)
Darreichungsfo(kg) a Dosierungrm Cmax AUC0-12h C12h(mg) (g/ml) (g*h/mL) (ng/mL)4,28 31,6 17606 bis < 10b DT 5(2,10; 9,01) (14,6; 71,4) (509; 5330)c 6,19 43,6 21906 bis < 10 DT 10(3,15; 12,6) (19,4; 96,9) (565; 6960)4,40 30,0 140010 bis < 14 DT 10(2,27; 8,68) (13,5; 66,0) (351; 4480)5,78 39,6 1890
DT 15(2,97; 11,4) (17,6; 86,3) (482; 6070)14 bis < 204,98 35,9 1840
FCT 20(2,55; 9,96) (16,5; 77,4) (496; 5650)5,01 34,7 1690
DT 15(2,61; 9,99) (15,8; 76,5) (455; 5360)20 bis < 255,38 39,2 2040
FCT 25(2,73; 10,8) (18,1; 85,4) (567; 6250)4,57 32,0 1580
DT 15(2,37; 9,05) (14,6; 69,1) (414; 4930)25 bis< 304,93 35,9 1910
FCT 25(2,50; 9,85) (16,4; 77,4) (530; 5760)4,54 33,3 177030 bis < 35 FCT 25(2,31; 9,10) (15,3; 72,4) (494; 5400)3,59 26,8 1470≥ 35 FCT 25(1,76; 7,36) (12,1; 58,3) (425; 4400)
DT = dispergierbare Tablette
FCT = Filmtablette
a. Die Bioverfügbarkeit von Dolutegravir DT ist ~1,6-fach höher als die der Dolutegravir FCT.
b. < 6 Monate alt
c. ≥ 6 Monate alt
Ältere PatientenEine populationspharmakokinetische Analyse von Dolutegravir, bei der Daten von HIV-1-infizierten
Erwachsenen herangezogen wurden, zeigte keinen klinisch relevanten Effekt des Alters auf die
Dolutegravir-Exposition.
Zu Patienten, die älter als 65 Jahre sind, liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor.
NierenfunktionsstörungDie renale Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff spielt für Dolutegravir eine untergeordnete
Rolle. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) wurdeeine Studie zur Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 50 mg-Dolutegravir-Filmtabletten durchgeführtund mit Kontrolldaten von nierengesunden Patienten verglichen. Die Dolutegravir-Exposition war bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung um ca. 40 % verringert. Der Mechanismus für diese
Verminderung ist nicht bekannt. Für Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der
Dosierung erforderlich. Tivicay wurde nicht bei Dialyse-Patienten untersucht.
LeberfunktionsstörungDolutegravir wird in erster Linie über die Leber metabolisiert und ausgeschieden. Eine Einzeldosisvon 50 mg Dolutegravir-Filmtabletten wurde bei 8 Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung(Child-Pugh-Grad B) und 8 gesunden Fallkontroll-Probanden angewendet. Während die Gesamt-
Plasmakonzentration von Dolutegravir ähnlich war, wurde ein 1,5- bis 2-facher Anstieg der Expositionvon ungebundenem Dolutegravir bei Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung im Vergleichzur gesunden Kontrollgruppe beobachtet. Bei Patienten mit einer leichten bis mittelgradigen
Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich. Die Auswirkung einerschweren Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Tivicay wurde nicht untersucht.
Polymorphismen Arzneimittel-metabolisierender Enzyme
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass häufig auftretende Polymorphismen Arzneimittel-metabolisierender Enzyme die Pharmakokinetik von Dolutegravir in einem klinisch bedeutsamen
Ausmaß verändern. In einer Meta-Analyse mit pharmakogenomischen Daten, die in klinischen Studienbei gesunden Probanden gesammelt wurden, hatten Patienten mit UGT1A1-Genotypen, die zu einemverzögerten Dolutegravir-Metabolismus führen (n = 7), eine um 32 % geringere Dolutegravir-
Clearance und eine um 46 % höhere AUC als Patienten mit Genotypen, die mit einem normalen
Metabolismus via UGT1A1 assoziiert sind (n = 41).
GeschlechtPopulationspharmakokinetische Analysen, bei denen gepoolte pharmakokinetische Daten aus Phase-
IIb- und Phase-III-Studien an Erwachsenen herangezogen wurden, ließen keine klinisch relevantengeschlechtsspezifischen Effekte auf die systemische Verfügbarkeit von Dolutegravir erkennen.
Ethnische ZugehörigkeitPopulationspharmakokinetische Analysen, bei denen gepoolte pharmakokinetische Daten aus Phase-
IIb- und Phase-III-Studien an Erwachsenen herangezogen wurden, ließen keine klinisch relevanten
Effekte der ethnischen Zugehörigkeit auf die systemische Verfügbarkeit von Dolutegravir erkennen.
Die Pharmakokinetik von Dolutegravir nach oraler Anwendung einer Einzeldosis bei japanischen
Patienten schien vergleichbar mit den Parametern, die bei westlichen (USA) Patienten beobachtetwurden.
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion
Eine populationspharmakokinetische Analyse deutete darauf hin, dass eine Hepatitis-C-Koinfektionkeinen klinisch relevanten Effekt auf die systemische Verfügbarkeit von Dolutegravir hat. Für
Patienten mit einer Hepatitis-B-Koinfektion sind nur begrenzte Daten verfügbar.
Dolutegravir hat sich in in vitro-Tests an Bakterien und Säugerzellkulturen sowie in vivo im
Mikronukleustest an Nagetieren als nicht mutagen oder klastogen erwiesen. In Langzeitstudien an der
Maus und der Ratte hat sich Dolutegravir als nicht karzinogen erwiesen.
Dolutegravir hatte bei Ratten bei Dosierungen bis zu 1.000 mg/kg/Tag, der höchsten untersuchten
Dosis (entspricht, bezogen auf die AUC, dem 24-Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer
Dosis von 50 mg zweimal täglich), keinen Einfluss auf die männliche oder weibliche Fertilität.
In Tierstudien zur Reproduktionstoxizität wurde nachgewiesen, dass Dolutegravir die Plazentapassiert.
Bei oraler Verabreichung von Dolutegravir an trächtige Ratten von Tag 6 bis Tag 17 der Gestation in
Dosierungen bis zu 1.000 mg/kg (entspricht, bezogen auf die AUC, dem 27-Fachen der humanenklinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg zweimal täglich) wurde keine maternale Toxizität,
Entwicklungstoxizität oder Teratogenität beobachtet.
Bei oraler Verabreichung von Dolutegravir an trächtige Kaninchen von Tag 6 bis Tag 18 der Gestationin Dosierungen bis zu 1.000 mg/kg/Tag (entspricht, bezogen auf die AUC, dem 0,40-Fachen derhumanen klinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg zweimal täglich) wurde keine
Entwicklungstoxizität oder Teratogenität beobachtet. Beim Kaninchen wurde bei 1.000 mg/kg(entspricht, bezogen auf die AUC, dem 0,40-Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer
Dosis von 50 mg zweimal täglich) maternale Toxizität beobachtet (verminderte Futteraufnahme,verminderte/keine Ausscheidung von Fäzes/Harn, verminderte Gewichtszunahme).
In einer Toxizitätsstudie an jungen Ratten resultierte die Gabe von Dolutegravir bei 75 mg/kg/Tag inzwei Todesfällen während der Säugezeit. In dieser Gruppe nahm die mittlere Körpergewichtszunahmewährend der Säugezeit unter Behandlung ab und die Abnahme blieb bei weiblichen Tieren nach der
Säugezeit über die gesamte Studiendauer bestehen. Die systemische Exposition bei dieser Dosis(basierend auf der AUC) von Dolutegravir war ca. 17- bis 20-fach höher als beim Menschen bei derempfohlenen humanen pädiatrischen Exposition. Bei Jungtieren wurden im Vergleich zu erwachsenen
Tieren keine neuen Zielorgane identifiziert. In einer Studie an Ratten zur prä- bzw. postnatalen
Entwicklung wurde während der Säugezeit bei einer maternal toxischen Dosis (ca. das 27-Fache derhumanen Exposition bei empfohlener Höchstdosis für Menschen) ein verringertes Körpergewicht dersich entwickelnden Jungtiere beobachtet.
Die Auswirkung einer Langzeitbehandlung mit täglichen hohen Dosen Dolutegravir wurde im
Rahmen von Toxizitätsstudien mit wiederholter oraler Verabreichung bei Ratten (bis zu 26 Wochen)und bei Affen (bis zu 38 Wochen) untersucht. Der primäre Effekt von Dolutegravir war einegastrointestinale Unverträglichkeit oder Reizung bei Ratten und Affen bei Dosierungen, die, bezogenauf die AUC, zu systemischen Expositionen von ca. dem 21-Fachen bzw. dem 0,82-Fachen derhumanen klinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg zweimal täglich führen. Da diegastrointestinale (GI) Unverträglichkeit vermutlich auf die lokale Verabreichung des Wirkstoffszurückzuführen ist, bilden die Messgrößen mg/kg oder mg/m2 angemessene Sicherheitsdeterminantenim Hinblick auf diese Form der Toxizität. Die gastrointestinale Unverträglichkeit bei Affen trat bei
Dosen auf, die dem 15-Fachen der mg/kg-äquivalenten humanen Dosis (ausgehend von einer Personmit 50 kg) und dem 5-Fachen der mg/m2-äquivalenten humanen Dosis bei einer klinischen Dosis von50 mg zweimal täglich entsprach.
Mannitol (E 421)
Mikrokristalline Cellulose
Povidon
Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz
Natriumstearylfumarat
FilmüberzugPoly(vinylalkohol)
Titandioxid (E 171)
Macrogol
Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172) (für 25 mg- und 50 mg-Tabletten)
Nicht zutreffend.
Tivicay 10 mg Filmtabletten5 Jahre
Tivicay 25 mg Filmtabletten4 Jahre
Tivicay 50 mg Filmtabletten5 Jahre
Tivicay 10 mg Filmtabletten
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Flasche festverschlossen halten. Das Trockenmittel nicht entfernen. Das Trockenmittel nicht schlucken.
Tivicay 25 mg und 50 mg Filmtabletten
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit einem kindergesicherten Polypropylen-
Schraubverschluss und mit einem Heißsiegelverschluss mit Polyethylen-Oberfläche. Die Flaschenenthalten 30 oder 90 Filmtabletten.
Tivicay 10 mg Filmtabletten
Jede Flasche enthält ein Trockenmittel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.
NGP 1.A (C2) - Menschen mit HIV / AIDS und Behandlung nach Exposition