Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels THYROGEN 0.9mg pulver zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Thyrogen 0,9 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche Thyrogen enthält einen Nominalgehalt von 0,9 mg Thyrotropin alfa. Nach dem
Auflösen enthält jede Durchstechflasche Thyrogen 0,9 mg Thyrotropin alfa in 1,0 ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung.
Weißes bis weißliches, lyophilisiertes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Thyrogen (Thyrotropin alfa) ist für die Anwendung bei Serum-Thyreoglobulintests (Tg) mit oder ohne
Radiojod-Ganzkörperszintigraphie bestimmt, die durchgeführt werden, um Schilddrüsenreste und gutdifferenzierte Schilddrüsenkarzinome bei solchen Patienten festzustellen, die nach einer Thyreoidektomiemittels Schilddrüsenhormon-Suppressionstherapie (THST) behandelt werden.
Patienten mit niedrigem Gefährdungsgrad bei gut differenziertem Schilddrüsenkarzinom, bei denen währendeiner THST keine Tg-Konzentration und kein rhTSH-stimulierter Anstieg der Tg-Konzentration im Serumnachweisbar sind, können im Anschluss durch Bestimmung der rhTSH-stimulierten Tg-Spiegel überwachtwerden.
Thyrogen ist zur prätherapeutischen Stimulierung in Kombination mit 30 mCi (1,1 GBq) bis 100 mCi(3,7 GBq) Radiojod zur Ablation von restlichem Schilddrüsengewebe bei Patienten bestimmt, die wegeneines gut differenzierten Schilddrüsenkarzinoms einer fast totalen oder totalen Thyreoidektomie unterzogenwurden und bei denen keine Hinweise auf Fernmetastasen des Schilddrüsenkarzinoms vorliegen (siehe
Abschnitt 4.4).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie ist von einem in der Schilddrüsenkrebsbehandlung erfahrenen Arzt zu überwachen.
DosierungAls Dosierung werden zwei Dosen 0,9 mg Thyrotropin alfa in 24-stündigem Abstand bei ausschließlichintramuskulärer Verabreichung empfohlen.
Kinder und JugendlicheZur Anwendung von Thyrogen bei Kindern liegen noch keine Daten vor; Thyrogen daher Kindern nur in
Ausnahmefällen verabreichen.
Ältere PatientenDie Ergebnisse aus kontrollierten Studien weisen darauf hin, dass es in der Sicherheit und Wirksamkeit von
Thyrogen keinen Unterschied zwischen erwachsenen Patienten unter 65 Jahren und Patienten über 65 Jahrengibt, wenn Thyrogen für diagnostische Zwecke verwendet wird.
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit eingeschränkter Nieren-/Leberfunktion
Daten aus Umfragen nach der Markteinführung und aus Publikationen legen den Schluss nahe, dass die
Thyrogen-Elimination bei dialyseabhängigen Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium (ESRD)deutlich langsamer erfolgt und die Thyreotropin-(TSH)Konzentrationen daher noch mehrere Tage nach der
Behandlung erhöht sind. Dies kann zu verstärktem Auftreten von Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Esgibt keine Studien zu alternativen Dosierungsschemata mit Thyrogen bei ESRD-Patienten, die als Richtliniefür eine verringerte Dosierung in dieser Population dienen können.
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Aktivität von Radiojod sorgfältig vom
Radiologen/Nuklearmediziner festgelegt werden.
Bei der Verabreichung von Thyrogen an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind keine besonderen
Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
Art der AnwendungNach Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke werden 1,0 ml Lösung (0,9 mg Thyrotropin alfa) inden Gesäßmuskel injiziert. Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
Für bildgebende Diagnostik oder Ablation ist das Radiojod 24 Stunden nach der letzten Thyrogen-Injektionzu verabreichen. Eine Diagnoseszintigraphie sollte 48 bis 72 Stunden nach Radiojod-Gabe erfolgen. Eine
Szintigraphie nach Ablation kann darüber hinaus mit einigen Tagen Verzögerung erfolgen, damit die
Hintergrundaktivität abklingen kann.
Für einen diagnostischen Nachsorge-Serum-Thyreoglobulintest (Tg-Test) ist die Serumprobe 72 Stundennach der letzten Thyrogen-Injektion zu nehmen.
Wird Thyrogen im Rahmen von Thyreoglobulintests (Tg) zur Überwachung von Patienten mit gutdifferenziertem Schilddrüsenkarzinom nach Thyreoidektomie angewendet, sollten die offiziellen Leitlinieneingehalten werden.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
* Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Thyrogen darf nicht intravenös verabreicht werden.
Bei der Anwendung als Alternative zu einem Absetzen von Schilddrüsenhormonen garantiert die
Kombination von Radiojod-Ganzkörperszintigraphie und Tg-Test nach der Thyrogenverabreichung diehöchste Empfindlichkeit hinsichtlich eines Nachweises von Schilddrüsenresten und Krebs. Auch unter
Thyrogen kann es zu falsch-negativen Ergebnissen kommen. Liegt weiterhin ein dringender Verdacht auf
Metastasierung vor, sind nach einem Absetzen der Schilddrüsenhormon-Suppressionstherapie einezusätzliche Radiojod-Ganzkörperszintigraphie und Tg-Tests zur Bestätigung in Betracht zu ziehen.
Bei 18-40% der Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom ist die Anwesenheit von Tg-
Autoantikörpern (TgAb) zu erwarten. Daraus können sich falsch-negative Tg-Serumwerte ergeben. Dahersind sowohl TgAb- wie auch Tg-Bestimmungen erforderlich.
Bei Verabreichung von Thyrogen an ältere Patienten mit erhöhtem Risiko durch eine Herzerkrankung (z.B.
Herzklappenfehler, Kardiomyopathie, koronare Herzkrankheit und frühere oder derzeit bestehende
Tachyarrhythmie, einschließlich Vorhofflimmern), die keiner Thyreoidektomie unterzogen wurden, mussdas Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig bestimmt werden.
Es ist bekannt, dass Thyrogen einen vorübergehenden, aber bedeutenden Anstieg der
Schilddrüsenhormonkonzentration im Serum verursacht, wenn es Patienten mit erheblichem
Schilddrüsenrestgewebe in situ verabreicht wird. Deshalb ist bei Patienten mit erheblichem
Schilddrüsenrestgewebe eine sorgfältige Bewertung des individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnisseserforderlich.
Auswirkung auf das Tumorwachstum und/oder die Tumorgröße
Bei Patienten mit Schilddrüsenkarzinom wurden mehrere Fälle berichtet, bei denen während des Absetzensvon Schilddrüsenhormonen für diagnostische Zwecke ein verstärktes Tumorwachstum festgestellt wurde,das auf das daraus resultierende längerfristig erhöhte TSH-Niveau zurückgeführt wurde.
Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass Thyrogen wie Schilddrüsenhormonentzug zu stimuliertem
Tumorwachstum führen kann. In klinischen Studien mit Thyrotropin alfa, das nur zu einem kurzfristigen
Anstieg des TSH-Niveaus im Serum führt, wurde kein Fall von Tumorwachstum festgestellt.
Durch Erhöhung der TSH-Spiegel nach Verabreichung von Thyrogen können bei Patienten mitmetastasierendem Schilddrüsenkarzinom, insbesondere in engen und begrenzten Arealen des Körpers wiedem Gehirn, dem Rückenmark und den Augenhöhlen oder bei Infiltrationen in den Hals, ein lokales Ödemoder eine fokale Hämorrhagie im Bereich dieser Metastasen auftreten, die zu erhöhter Tumorgröße führen.
Dies kann akute Symptome hervorrufen, die von der anatomischen Lage des Gewebes abhängen, z.B. kam esbei Patienten mit Metastasen im ZNS zu Hemiplegie, Hemiparese und Sehverlust. Nach Verabreichung von
Thyrogen wurden auch Larynxödem, eine Tracheotomie erfordernde Atemnot und Schmerzen an der
Metastasenstelle berichtet. Es wird empfohlen, bei Patienten, bei denen eine lokale Tumorexpansionlebenswichtige anatomische Strukturen beeinträchtigen kann, eine Vorbehandlung mit Kortikosteroiden in
Betracht zu ziehen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Injektion, d.h., es ist nahezu'natriumfrei”.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wechselwirkungen zwischen Thyrogen und anderen Arzneimitteln wurden nicht untersucht. In klinischen
Studien wurden bei gleichzeitiger Verabreichung keine Wechselwirkungen zwischen Thyrogen und den
Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) festgestellt.
Die Verwendung von Thyrogen ermöglicht die Radiojod-Ganzkörperszintigraphie bei Patienten, die sich im
Verlauf einer Schilddrüsenhormon-Suppressionstherapie in einem euthyreoten Zustand befinden. Daten zur
Radiojod-Kinetik weisen darauf hin, dass die Radiojod-Clearance während des euthyreoten Zustandesungefähr 50% größer ist als im hypothyreoten Zustand mit einer eingeschränkten Nierenfunktion. Darausresultieren geringere Restmengen des Radiojods im Körper zum Zeitpunkt der Szintigraphie. Dieser Faktormuss bei der Bestimmung der Aktivität des Radiojods zur Verwendung bei einer Radiojod-
Ganzkörperszintigraphie berücksichtigt werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftReproduktionstoxikologische Untersuchungen mit Thyrogen am Tier wurden nicht durchgeführt.
Es ist nicht bekannt, ob Thyrogen bei Verabreichung an Schwangere den Fötus schädigen oder die
Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen kann.
Thyrogen in Kombination mit der diagnostischen Radiojod-Ganzkörperszintigraphie ist in der
Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3), da der Fötus durch die Folgebehandlung einer hohen
Dosis radioaktiven Materials ausgesetzt wird.
StillzeitEs ist unbekannt, ob Thyrotropin alfa/Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden. Ein Risiko fürden Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Thyrogen darf bei stillenden Patientinnen nicht angewendetwerden.
FertilitätEs ist nicht bekannt, ob sich Thyrogen auf die Fertilität des Menschen auswirken kann.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es ist davon auszugehen, dass Thyrogen zu Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit oder zur Einschränkung der
Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, führen kann, da von Schwindel und Kopfschmerzen berichtet wurde.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Übelkeit und Kopfschmerzen, die bei etwa 11% bzw.6% der Patienten auftraten.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in der Tabelle aufgeführten Nebenwirkungen sind solche, die in sechs prospektiven klinischen Studienberichtet wurden (n = 481), sowie Nebenwirkungen, die Sanofi nach der Zulassung von Thyrogen gemeldetworden sind.
Die Nebenwirkungen in jeder Häufigkeitsgruppe sind in der Reihenfolge des absteigenden Schweregradesangegeben. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000,<1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntnach MedDRA
Infektionen und Grippeparasitäre
Erkrankungen
Gutartige, bösartige Tumorschwellung,und unspezifische Metastasenschmerzen
Neubildungen(einschließlich Zystenund Polypen)
Erkrankungen des Schwindel, Geschmacksverlust, Schlaganfall, Tremor
Nervensystems Kopfschmerzen Geschmacksstörungen,
Parästhesien
Herzerkrankungen Palpitationen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntnach MedDRA
Gefäßerkrankungen Flushing
Dyspnoe
Erkrankungen der
Atemwege, des
Brustraums und des
Mediastinums
Erkrankungen des Übelkeit Erbrechen Durchfall
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Urtikaria, Exanthem Pruritus,
Haut und des Hyperhidrose
Unterhautzell-gewebes
Skelettmuskulatur-, Nackenschmerzen, Arthralgie, Myalgie
Bindegewebs- und Rückenschmerzen
Knochen-erkrankungen
Allgemeine Müdigkeit, Grippeähnliche Unwohlsein,
Erkrankungen und Asthenie Erkrankung, Pyrexie, Schmerzen, Pruritus,
Beschwerden am Schüttelfrost, Exanthem und
Verabreichungsort Hitzegefühl Urtikaria an der
Injektionsstelle
Untersuchungen TSH verringert
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn sehr seltenen Fällen wurde bei Verabreichung von 0,9 mg Thyrogen an Patienten, deren Schilddrüse nichtoder nicht vollständig entfernt wurde, eine Hyperthyreose oder Vorhofflimmern berichtet.
Sowohl in klinischen Studien als auch in Anwendungsbeobachtungen wurde gelegentlich über
Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Diese Reaktionen umfassten Urtikaria, Exanthem, Juckreiz, Flushund respiratorische Anzeichen und Symptome.
In klinischen Studien mit 481 Patienten hat kein Patient, weder nach einer einmaligen noch nachmehrmaliger (bei 27 Patienten) begrenzter Verabreichung des Arzneimittels, Antikörper gegen Thyrotropinalfa gebildet. Es wird nicht empfohlen, TSH-Messungen nach der Gabe von Thyrogen durchzuführen. Das
Auftreten von Antikörpern, die eine Bestimmung des endogenen TSH im Rahmen der regulären Nachsorgestören können, kann nicht ausgeschlossen werden.
Nach einer Behandlung mit Thyrogen kann es zu einer Vergrößerung von Schilddrüsengeweberesten oder
Metastasen kommen. Das kann akute Symptome verursachen, die von der anatomischen Lokalisation des
Gewebes abhängig sind. Beispielsweise kam es bei Patienten mit Metastasen im ZNS zu Hemiplegie,
Hemiparese oder dem Verlust des Sehvermögens. Nach Verabreichung von Thyrogen wurden auch
Larynxödem, eine Tracheotomie erfordernde Atemnot und Schmerzen an der Metastasenstelle berichtet. Eswird empfohlen, bei Patienten, bei denen eine lokale Tumorexpansion lebenswichtige anatomische
Strukturen beeinträchtigen kann, eine Vorbehandlung mit Kortikosteroiden in Betracht zu ziehen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in
Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Daten hinsichtlich einer Überdosierung sind auf klinische Studien und ein spezielles Therapieprogrammbegrenzt. Bei drei Patienten in klinischen Studien und bei einem Patienten im speziellen Therapieprogrammtraten nach Applikation höherer Thyrogen-Dosen als den empfohlenen Dosen Symptome auf. Nach eineri.m. applizierten Dosis von 2,7 mg kam es bei zwei Patienten zu Übelkeit und bei einem dieser Patientenging das Ereignis außerdem mit Schwächegefühl, Schwindel und Kopfschmerzen einher. Bei dem dritten
Patienten stellten sich Übelkeit, Erbrechen und Hitzewallungen im Anschluss an eine i.m. applizierte Dosisvon 3,6 mg ein. Im Rahmen des speziellen Therapieprogramms bildete sich bei einem 77 Jahre alten, nichtthyreoidektomierten Patienten mit metastasierendem Schilddrüsenkarzinom nach 4 Dosen Thyrogen, je 0,9mg über 6 Tage, Vorhofflimmern und kardiale Dekompensation aus und er erlitt 2 Tage später einentödlichen Myokardinfarkt.
Bei einem weiteren an einer klinischen Studie teilnehmenden Patienten traten Symptome nach einerintravenösen Verabreichung von Thyrogen auf. Dieser Patient erhielt 0,3 mg Thyrogen als einzelneintravenöse Bolusinjektion und bildete 15 Minuten später schwerwiegende Übelkeit, Erbrechen, Diaphorese,
Hypotonie und Tachykardie aus.
Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Flüssigkeitshaushalt wiederherzustellen und eventuell ein
Antiemetikum zu verabreichen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysen- und Hypothalamushormone,
Hypophysenvorderlappenhormone und Analoga,
ATC-Code für Thyrotropin alfa: H01AB01.
WirkmechanismusThyrotropin alfa (rekombinantes humanes schilddrüsenstimulierendes Hormon) ist ein heterodimeres
Glykoprotein, das mit rekombinanter DNS-Technologie hergestellt wurde. Es besteht aus zwei nicht-kovalent miteinander verbundenen Untereinheiten. Die cDNA kodiert für eine alpha-Untereinheit aus92 Aminosäureresten mit zwei N-Glykosylierungsstellen und eine beta-Untereinheit aus 118 Aminosäurenmit einer N-Glykosylierungsstelle. Thyrotropin alfa hat mit dem natürlichen humanenschilddrüsenstimulierenden Hormon (TSH) vergleichbare biochemische Eigenschaften. Durch die Bindungvon Thyrotropin alfa an TSH-Rezeptoren auf den Schilddrüsenepithelzellen werden die Aufnahme und die
Bindung von Jod sowie die Synthese und die Freisetzung von Thyreoglobulin, Trijodthyronin (T3) und
Thyroxin (T4) angeregt.
Bei Patienten mit gut differenziertem Schilddrüsenkarzinom wird die Schilddrüse fast vollständig odervollständig entfernt. Für eine optimale Diagnostik von Schilddrüsenrestgewebe oder Krebs mit der Radiojod-
Ganzkörperszintigraphie oder dem Thyreoglobulintest und für die Radiojod-Therapie von
Schilddrüsenrestgewebe ist ein erhöhter Serumspiegel an TSH notwendig, damit die Aufnahme von
Radiojod und/oder die Sekretion von Thyreoglobulin angeregt wird. Um erhöhte TSH-Spiegel zu erhalten,wird üblicherweise die Schilddrüsenhormon-Suppressionstherapie (THST) bei den Patienten abgesetzt.
Normalerweise führt dies bei den Patienten zu den Anzeichen und den Symptomen einer Hypothyreose. Mit
Thyrogen wird die für die Aufnahme von Radiojod und die Sekretion von Thyreoglobulin notwendige TSH-
Stimulation erreicht, während die Patienten im euthyreoten Zustand unter THST verbleiben. Dadurch wirddie mit der Hypothyreose verbundene Morbidität vermieden.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDiagnostische Verwendung
Die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit von Thyrogen für den Einsatz bei der Radiojod-
Ganzkörperszintigraphie in Kombination mit dem Serum-Thyreoglobulintest zur Diagnose von
Schilddrüsenresten und Krebs wurden in zwei Studien nachgewiesen. In einer der beiden Studien wurdenzwei Dosierungen untersucht: zweimalige intramuskuläre Injektion mit je 0,9 mg im Abstand von24 Stunden (0,9 mg x 2) sowie dreimalige intramuskuläre Injektion mit je 0,9 mg im Abstand von je72 Stunden (0,9 mg x 3). Beide Dosierungen waren wirksam und zeigten keine statistischen Unterschiede im
Vergleich zum Absetzen des Schilddrüsenhormons hinsichtlich der Aufnahme von Radiojod für die
Ganzkörperszintigraphie. Beide Dosierungen verbesserten die Sensitivität, die Genauigkeit und dennegativen Vorhersagewert von Thyrotropin-alfa-stimulierten Thyreoglobulinspiegeln allein oder in
Kombination mit der Radiojod-Ganzkörperszintigraphie, was der Vergleich mit Tests zeigt, die an Patientenunter Beibehaltung der Schilddrüsenhormon-Suppressionstherapie durchgeführt wurden.
In klinischen Studien wurde ein Thyreoglobulintest mit einer unteren Nachweisgrenze von 0,5 ng/ml zum
Nachweis von Schilddrüsenresten oder Krebs bei thyreoidektomierten Patienten verwendet. Dabeientsprachen die thyrogenstimulierten Thyreoglobulinspiegel von 3 ng/ml, 2 ng/ml und 1 ng/ml den
Thyreoglobulinspiegeln nach dem Absetzen von Schilddrüsenhormonen von 10 ng/ml, 5 ng/ml und 2 ng/ml.
In diesen Studien erwiesen sich Thyreoglobulintests unter Thyrogen als empfindlicher als
Thyreoglobulintests unter THST. Insbesondere in einer Phase-III-Studie mit 164 Patienten lag die
Nachweisrate für Schilddrüsengewebe nach einem Thyrogen-Thyreoglobulintest zwischen 73-87%, währenddieser Wert für dieselben Grenzwerte und vergleichbaren Referenzstandards bei Thyreoglobulintests unter
THST 42-62% betrug.
Durch Scans oder Lymphknotenbiopsie wurden in der Nachsorge Metastasen bei 35 Patienten nachgewiesen.
Bei allen 35 Patienten lagen die thyrogenstimulierten Thyreoglobulinspiegel bei über 2 ng/ml, während
Werte von über 2 ng/ml für Thyreoglobulin während einer THST bei 79% dieser Patienten ermittelt wurden.
Prätherapeutische Stimulierung
In einer vergleichenden Studie an 60 thyreoidektomierten Patienten mit Schilddrüsenkarzinom vonniedrigem Gefährdungsgrad waren die Raten einer erfolgreichen Ablation von Schilddrüsenrestgewebe mit100 mCi/3,7 GBq (±10 %) Radiojod bei den Patienten, die nach Absetzen der Schilddrüsenhormoneabladiert worden waren, und den Patienten, die nach Verabreichung von Thyrogen abladiert worden waren,vergleichbar. Bei den untersuchten Patienten handelte es sich um Erwachsene (> 18 Jahre) mit neudiagnostiziertem differenziertem papillärem oder follikulärem Schilddrüsenkarzinom, einschließlich derpapillär-follikulären Variante, vorwiegend (54 von 60 Patienten) im Stadium T1-T2, N0-N1, M0 (TNM-
Klassifikation). Der Erfolg der Ablation von Restgewebe wurde mittels Radiojod-Ganzkörperszintigraphieund Serum-Thyreoglobulintest 8 ± 1 Monate nach der Behandlung beurteilt. Alle 28 Patienten (100%), dienach Absetzen der THST behandelt worden waren, und alle 32 Patienten (100%), die nach Verabreichungvon Thyrogen behandelt worden waren, zeigten entweder keine sichtbare Aufnahme von Radiojod im
Schilddrüsenbett oder die Aufnahme im Schilddrüsenbett lag, sofern sie sichtbar war, bei < 0,1% derverabreichten Radiojod-Aktivität. Der Erfolg der Ablation von Schilddrüsenrestgewebe wurde auch anhanddes Kriteriums des durch thyrogenstimulierten Tg-Serumspiegels von < 2 ng/ml 8 Monate nach der Ablationuntersucht, aber nur bei Patienten, die keine störenden Anti-Tg-Antikörper aufwiesen. Anhand des Tg-
Kriteriums konnte gezeigt werden, dass bei 18/21 Patienten (86%) in der Gruppe mit Absetzen der THSTbzw. bei 23/24 Patienten (96%) in der Gruppe mit Thyrogen-Behandlung Schilddrüsenrestgewebe durch
Ablation erfolgreich entfernt wurde.
Nach dem Absetzen des Schilddrüsenhormons war die Lebensqualität signifikant verringert, dagegen wurdesie jedoch bei beiden Thyrotropin-alfa-Dosierungen bei beiden Indikationen stabil gehalten.
An Patienten, die bereits die erste Studie beendet hatten, wurde eine Verlaufskontrollstudie durchgeführt.
Daten für 51 Patienten liegen vor. Hauptziel der Verlaufskontrollstudie war die Bestätigung des Status der
Ablation von Schilddrüsenrestgewebe durch statische Radiojod-Halsszintigraphie mit Thyrogen-Stimulationnach einer medianen Beobachtungszeit von 3,7 Jahren (Bereich 3,4 bis 4,4 Jahre) nach der Radiojod-
Ablation. Darüber hinaus wurde ein Thyreoglobulintest mit Thyrogen-Stimulation durchgeführt.
Die Patienten waren noch erfolgreich abladiert, wenn das Szintigramm keine sichtbare
Schilddrüsenbettaufnahme zeigte oder wenn eine sichtbare Aufnahme unter 0,1% lag. Bei allen Patienten,die in der ersten Studie als abladiert galten, wurde die Ablation in der Verlaufskontrollstudie bestätigt.
Darüber hinaus trat bei keinem Patienten innerhalb der Beobachtungszeit von 3,7 Jahren ein definitives
Rezidiv auf. Insgesamt zeigten 48 von 51 Patienten (94%) keine Hinweise auf ein Krebsrezidiv, ein Patienthatte ein mögliches Krebsrezidiv (wobei aber unklar war, ob dieser Patient ein echtes Rezidiv hatte oder obes sich um einen persistierenden Tumor der regionalen Erkrankung, die zu Beginn der Originalstudiefestgestellt wurde, handelte) und bei 2 Patienten war keine Beurteilung möglich.
Zusammenfassend war Thyrogen in der Pivotalstudie und in der Verlaufskontrollstudie dem Absetzen von
Schilddrüsenhormonen bei der Erhöhung der TSH-Spiegel zur prätherapeutischen Stimulierung in
Kombination mit Radiojod zur postoperativen Ablation von Schilddrüsenrestgewebe nicht unterlegen.
In zwei großen prospektiven, randomisierten Studien (HiLo-Studie (Mallick et al. 2012) und ESTIMABL1-
Studie (Schlumberger et al. 2012)) wurden Methoden zur Ablation von Schilddrüsenrestgewebe beithyreoidektomierten Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom verglichen. In beiden Studienwurden die Patienten in eine der vier Behandlungsgruppen randomisiert: Thyrogen + 30 mCi 131I, Thyrogen+ 100 mCi 131I, Absetzen der Schilddrüsenhormone + 30 mCi 131I oder Absetzen der Schilddrüsenhormone+ 100 mCi 131I. Die Patienten wurden circa 8 Monate später beurteilt. Für die HiLo-Studie wurden438 Patienten (Tumorstadien T1-T3, Nx, N0 und N1, M0) in 29 Zentren randomisiert. Die Beurteilung durch
Radiojod-Ganzkörperszintigraphie und stimulierte Tg-Spiegel (n = 421) ergab Raten einer erfolgreichen
Ablation von ca. 86% in allen vier Behandlungsgruppen. Alle 95%- Konfidenzintervalle der Unterschiedeliegen innerhalb ±10%, was insbesondere auf die Nicht-Unterlegenheit der niedrigen zur hohen
Radiojodaktivität hinweist. Untersuchungen von T3- und N1-Patienten zeigten, dass die Rate einererfolgreichen Ablation in diesen Untergruppen gleichermaßen gut ist wie bei Patienten mit geringerem
Risiko. Für die ESTIMABL1-Studie wurden 752 Patienten mit einem Schilddrüsenkarzinom mit geringerem
Gefährdungsgrad (Tumorstadien pT1 < 1 cm und N1 oder Nx, pT1 > 1 - 2 cm und alle N-Stadien oder pT2
N0, alle M0-Patienten) in 24 Zentren randomisiert. Basierend auf 684 auswertbaren Patienten betrug diedurch Halsultraschall und stimulierte Tg-Spiegel ermittelte Rate einer erfolgreichen Ablation 92%, ohnestatistische Unterschiede zwischen den vier Gruppen.
In der ESTIMABL1-Studie wurden 726 (97 %) der ursprünglichen 752 Patienten auf ein Wiederauftreten der
Erkrankung nachbeobachtet. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 5,4 Jahre (0,5 bis 9,2 Jahre).
Die nachfolgenden Tabellen enthalten Langzeitdaten aus der Nachbeobachtungsphase der ESTIMABL1- und
HiLo-Studien.
Tabelle 1. Rezidivraten in der ESTIMABL1-Studie bei Patienten, die niedrig oder hoch dosiertes RAI(radioaktives Jod) erhalten haben und zur Vorbereitung Thyrogen verabreicht bekamen oder
Schilddrüsenhormone absetzten (thyroid hormone withdrawal, THW)
Thyrogen (n = 374) THW (n = 378)
Gesamtzahl Patienten mit Rezidiv (5,4 Jahre) 7 (1,9 %) 4 (1,1 %)
RAI mit niedriger Aktivität (1,1 GBq) 5 (1,3 %) 1 (0,3 %)
RAI mit hoher Aktivität (3,7 GBq) 2 (0,5 %) 3 (0,8 %)
In der HiLo-Studie wurden 434 (99 %) der ursprünglichen 438 Patienten auf ein Wiederauftreten der
Erkrankung nachbeobachtet. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 6,5 Jahre (4,5 bis 7,6 Jahre).
Tabelle 2. Rezidivraten in der HiLo-Studie bei Patienten, die RAI mit niedriger oder hoher Aktivitäterhalten haben
RAI mit niedriger Aktivität RAI mit hoher Aktivität(1,1 GBq) (3,7 GBq)
Gesamtzahl Patienten mit Rezidiv 11 10
Rezidivrate (3 Jahre) 1,5 % 2,1 %
Rezidivrate (5 Jahre) 2,1 % 2,7 %
Rezidivrate (7 Jahre) 5,9 % 7,3 %
HR: 1,10 (95 %-KI 0,47 - 2,59); p = 0,83
Tabelle 3. Rezidivraten in der HiLo-Studie bei Patienten, die zur Vorbereitung einer Ablation
Thyrogen verabreicht bekamen oder Schilddrüsenhormone absetzten
Thyrogen Absetzen der Schilddrüsenhormone(THW)
Gesamtzahl Patienten mit Rezidiv 13 8
Rezidivrate (3 Jahre) 1,5 % 2,1 %
Rezidivrate (5 Jahre) 2,1 % 2,7 %
Rezidivrate (7 Jahre) 8,3 % 5,0 %
HR: 1,62 (95 %-KI 0,67 - 3,91), p = 0,28
Die Langzeitdaten aus der Nachbeobachtungsphase der ESTIMABL1- und HiLo-Studien bestätigtenvergleichbare Ergebnisse für Patienten in allen vier Behandlungsgruppen.
Zusammenfassend stützen diese Studien die Wirksamkeit niedriger Aktivität von Radiojod in Kombinationmit Thyrotropin alfa (mit reduzierter Strahlenexposition). Thyrotropin alfa war dem
Schilddrüsenhormonentzug zur prätherapeutischen Stimulierung in Kombination mit Radiojod zurpostoperativen Ablation von Schilddrüsenrestgewebe nicht unterlegen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Thyrogen wurden an Patienten mit gut differenziertem
Schilddrüsenkarzinom nach einer einmaligen intramuskulären Injektion von 0,9 mg untersucht. Nach der
Injektion betrug der durchschnittliche Höchstwert (Cmax) 116 ± 38 mU/l und trat ungefähr 13 ± 8 Stundennach der Verabreichung ein. Die Halbwertszeit betrug 22 ± 9 Stunden. Es wird angenommen, dass
Thyrotropin alfa hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden und in geringem Maße über die Lebereliminiert wird.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die nichtklinischen Daten sind limitiert, deuten aber auf kein spezielles Gefährdungspotenzial für den
Menschen durch die Verabreichung von Thyrogen hin.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol
Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O
Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O
Natriumchlorid
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht zusammen mit anderen
Arzneimitteln in derselben Injektion verabreicht werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflaschen3 Jahre
Haltbarkeit nach Rekonstitution
Es wird empfohlen, die Thyrogen-Lösung innerhalb von drei Stunden zu injizieren.
Die rekonstituierte Lösung kann bis zu 24 Stunden im Kühlschrank (2°C - 8°C), vor Licht geschützt,gelagert werden. Dabei ist eine mikrobielle Kontamination zu vermeiden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2ºC - 8ºC).
Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
5-ml-Durchstechflaschen aus klarem Glas (Typ I). Der Verschluss besteht aus einem silikonisierten
Butylstopfen mit Flip-off-Sicherheitskappe. Jede Durchstechflasche enthält 1,1 mg Thyrotropin alfa. Nachder Rekonstitution mit 1,2 ml Wasser für Injektionszwecke wird 1,0 ml Lösung (entsprechend 0,9 mg
Thyrogen) entnommen und dem Patienten verabreicht.
Um genügend Volumen für eine genaue Entnahme zur Verfügung zu stellen, enthält jede Durchstechflascheein Mehrvolumen von 0,2 ml.
Packungsgrößen: 1 oder 2 Durchstechflaschen pro Umkarton.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Das Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung muss in Wasser für Injektionszwecke aufgelöst werden.
Pro Injektion ist nur eine Durchstechflasche Thyrogen erforderlich. Jede Durchstechflasche Thyrogen ist nurzum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Aseptische Technik anwenden.
Der Inhalt einer Durchstechflasche Thyrogen wird in 1,2 ml Wasser für Injektionszwecke aufgelöst. Die
Lösung in der Durchstechflasche vorsichtig mischen, bis sich der Inhalt vollständig aufgelöst hat. Die
Lösung nicht schütteln. Wenn das Pulver aufgelöst ist, beträgt das Lösungsvolumen in der Durchstechflasche1,2 ml. Der pH-Wert der Thyrogen-Lösung liegt bei etwa 7,0.
Die Thyrogen-Lösung in der Durchstechflasche visuell auf Fremdpartikel und Verfärbung prüfen. Die
Thyrogen-Lösung soll eine klare, farblose Lösung sein. Durchstechflaschen, die Fremdpartikel enthalten,getrübt oder verfärbt sind, dürfen nicht verwendet werden.
1,0 ml der Thyrogen-Lösung aus der Durchstechflasche entnehmen. Dies entspricht 0,9 mg Thyrotropin alfazur Injektion.
Thyrogen enthält keine Konservierungsmittel. Nicht verbrauchte Lösungen müssen umgehend entsorgtwerden.Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Die Thyrogen-Lösung sollte innerhalb von drei Stunden verabreicht werden. Sie bleibt jedoch bis zu24 Stunden chemisch stabil, wenn sie bei einer Temperatur zwischen 2°C und 8°C im Kühlschrank gelagertwird. Wichtiger Hinweis: Die mikrobiologische Sicherheit hängt von den aseptischen Bedingungen währendder Zubereitung der Lösung ab.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sanofi Winthrop Industrie82 Avenue Raspail94250 Gentilly
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/99/122/001
EU/1/99/122/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der ersten Erteilung der Zulassung: 09. März 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. Januar 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur (http://www.ema.europa.eu) verfügbar.