Pharmakotherapeutische Gruppe: Impfstoffe, Pneumokokken-Impfstoffe, ATC-Code: J07AL52
Epidemiologische Daten
Die 10 Pneumokokken-Serotypen, die in diesem Impfstoff enthalten sind, verursachen am häufigstendurch Pneumokokken verursachte Erkrankungen in Europa. Ca. 56 % bis 90 % der invasiven
Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) bei Kindern unter 5 Jahren werden durch diese Serotypenverursacht. In dieser Altersgruppe sind die Serotypen 1, 5 und 7F für 3,3 % bis 24,1 % der invasiven
Pneumokokken-Erkrankungen verantwortlich (abhängig vom Land und des untersuchten Zeitraums).
Eine Pneumonie unterschiedlicher Ätiologie ist weltweit eine der Hauptursachen für Morbidität und
Mortalität in der Kindheit. In prospektiven Studien wurde geschätzt, dass Streptococcus pneumoniaefür 30 - 50 % der Pneumonie-Fälle verantwortlich ist.
Die akute Otitis media (AOM) ist eine häufig vorkommende Erkrankung des Kindesalters mitunterschiedlicher Ätiologie. Bakterien können für 60 - 70 % der klinischen AOM-Episodenverantwortlich sein. Streptococcus pneumoniae und nicht-typisierbarer Haemophilus influenzae(NTHi) verursachen weltweit am häufigsten eine bakterielle AOM.
Wirksamkeit und Effektivität in klinischen Studien
In einer großen, doppelblinden, Cluster-randomisierten, kontrollierten Phase III/IV-Studie in Finnland(FinIP) wurden die Kinder in 4 Gruppen entsprechend der beiden Impfschemata für Säuglinge (2
Dosen im Alter von 3 und 5 Monaten oder 3 Dosen im Alter von 3, 4 und 5 Monaten für die
Grundimmunisierung gefolgt von einer Auffrischimpfung ab einem Alter von 11 Monaten)randomisiert. Die Säuglinge erhielten entweder Synflorix (2/3 der Cluster) oder Hepatitis-Impfstoffeals Kontrolle (1/3 der Cluster). In den Catch-up-Kohorten erhielten die Kinder, die zum Zeitpunkt derersten Impfstoffdosis 7 bis 11 Monate alt waren, Synflorix oder einen Hepatitis-B-Impfstoff als
Kontrolle nach einem 2+1-Impfschema. Die Kinder, die zum Zeitpunkt der ersten Impfstoffdosis 12bis 18 Monate alt waren, erhielten 2 Dosen Synflorix oder 2 Dosen eines Hepatitis-A-Impfstoffes(Kontrolle). Die Kinder wurden über einen Zeitraum von durchschnittlich 24 bis 28 Monaten nach derersten Impfung bezüglich einer invasiven Erkrankung und einer im Krankenhaus diagnostizierten
Pneumonie nachbeobachtet. In einer in diese Studie eingebetteten Studie wurden die Kinder bis zueinem Alter von ungefähr 21 Monaten weiter beobachtet, um die Auswirkung auf die nasopharyngeale
Besiedlung und eine ärztlich diagnostizierte AOM, die durch Eltern berichtet wurde, zu untersuchen.
In einer großen randomisierten, doppelblinden klinischen Phase III-Studie (Clinical Otitis Media and
Pneumonia Studie - COMPAS), die in Argentinien, Panama und Kolumbien durchgeführt wurde,erhielten gesunde Säuglinge im Alter von 6 bis 16 Wochen entweder Synflorix oder einen Hepatitis-
B-Impfstoff als Kontrolle im Alter von 2, 4 und 6 Monaten, gefolgt von Synflorix oder einem
Hepatitis-A-Impfstoff als Kontrolle im Alter von 15 bis 18 Monaten.
Invasive Pneumokokken-Erkrankungen (einschließlich Sepsis, Meningitis, bakteriämische Pneumonieund Bakteriämie)
Wirksamkeit/Effektivität bei einer Säuglings-Kohorte im Alter von unter 7 Monaten zu Beginn der
Studie
Die Wirksamkeit oder Effektivität des Impfstoffes wurde gezeigt durch die Verhinderung einer durch
Bakterienkultur bestätigten IPD, die durch die im Impfstoff enthaltenen Serotypen verursacht wurde,nachdem Säuglingen in einem 2+1- oder 3+1-Impfschema in der FinIP-Studie bzw. in einem 3+1-
Impfschema in der COMPAS-Studie Synflorix verabreicht wurde (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Anzahl der IPD-Fälle, die durch die im Impfstoff enthaltenen Serotypen verursachtwurden, und Wirksamkeit (COMPAS) oder Effektivität (FinIP) des Impfstoffes bei Säuglingenim Alter von unter 7 Monaten, die mindestens eine Impfstoffdosis erhalten hatten (gesamtegeimpfte Säuglings-Kohorte)
FinIP COMPAS
Effektivität des Wirksam-
Anzahl der IPD-Fälle Impfstoffes Anzahl der IPD-Fälle keit des(95 % KI) Impfstoffes
IPD-Typ (95 % KI)
Synflorix Synflorix Kontrolle Synflorix3+1 Impf- 2+1 Impf- (2)schema schema 3+1 Impf- 2+1 Impf- 3+1 Impf- Kontrolleschema 3+1 Impf-
N N N schema schema N N schema10 273 10 054 10 200 11 798 11 799
Impfstoff- (3) (4) (5)
Serotyp 0 1 12 100 % 91,8 % 100 %
IPD(1) (82,8; 100) (58,3; 99,6) 0 18 (77,3; 100)
Serotyp 0 0 5 100 % 100 %6B IPD (54,9; 100) (54,5; 100) 0 2 -
Serotyp 14
IPD 0 0 4 100 % 100 % 100 %(39,6; 100) (43,3; 100) 0 9 (49,5; 100)
IPD Invasive Pneumokokken-Erkrankung
N Anzahl der Säuglinge pro Gruppe
KI Konfidenzintervall(1) Abgesehen von den Serotypen 6B und 14, gab es in der FinIP-Studie durch Serotyp 7F (1 Fall inden Synflorix 2+1 Clustern) sowie 18C, 19F und 23F (jeweils 1 Fall in den Kontroll-Clustern)verursachte, durch Bakterienkultur bestätigte IPD-Fälle. In der COMPAS-Studie wurden,zusätzlich zu den Serotypen 6B und 14, die Serotypen 5 (2 Fälle), 18C (4 Fälle) und 23F (1 Fall)in der Kontrollgruppe nachgewiesen.
(2) Die 2 Gruppen der Kontroll-Cluster wurden gepoolt.(3) p-Wert <0,0001(4) p-Wert = 0,0009(5) In der ATP-Kohorte betrug die Wirksamkeit 100 % (95 % KI: 74,3; 100; 0 versus 16 Fälle).
In der FinIP-Studie betrug die Gesamteffektivität gegen durch Bakterienkultur bestätigte IPD 100 %(95 % KI: 85,6; 100; 0 versus 14 Fälle) beim 3+1-Impfschema, 85,8 % (95 % KI: 49,1; 97,8; 2 versus14 Fälle) beim 2+1-Impfschema und 93,0 % (95 % KI: 74,9; 98,9; 2 versus 14 Fälle) ungeachtet des
Impfschemas zur Grundimmunisierung. In der COMPAS-Studie betrug die Gesamtwirksamkeit66,7 % (95 % KI: 21,8; 85,9; 7 versus 21 Fälle).
Effektivität des Impfstoffes nach einer Catch-up-Immunisierung
Unter den 15 447 Kindern in den Catch-up-Kohorten gab es in den Synflorix-Gruppen keinen Falleiner durch Bakterienkultur bestätigten IPD. In den Kontrollgruppen wurden 5 IPD-Fälle beobachtet,die durch im Impfstoff enthaltene Serotypen verursacht wurden (Serotypen 4, 6B, 7F, 14 und 19F).
Pneumonie
Die Wirksamkeit gegen Pneumonie wurde in der COMPAS-Studie untersucht. In der ATP-Kohortebetrug die mittlere Nachbeobachtungszeit beginnend 2 Wochen nach der dritten Dosis 23 Monate(Bereich von 0 bis 34 Monate) bei der Interimsanalyse und 30 Monate (Bereich von 0 bis 44 Monate)bei der Analyse am Studienende. Am Ende dieser Nachbeobachtungszeit betrug das mittlere Alter der
Kinder für die Interimsanalyse 29 Monate (Bereich von 4 bis 41 Monate) und für die Analyse am
Studienende 36 Monate (Bereich von 4 bis 50 Monate). In beiden Analysen war der Anteil der Kinder,die eine Auffrischimpfung in der ATP-Kohorte erhielten, 92,3 %.
Die Wirksamkeit von Synflorix gegen erste Episoden einer wahrscheinlich bakteriellen, ambulanterworbenen Pneumonie, die mindestens 2 Wochen nach der Verabreichung der dritten Dosis auftrat,wurde in der ATP-Kohorte in der Interimsanalyse (Ereignis-getrieben, primäres Studienziel) gezeigt(p-Wert ≥ 0,002).
Eine wahrscheinlich bakterielle, ambulant erworbene Pneumonie (B-CAP) wird definiert alsradiologisch bestätigter Fall einer ambulant erworbenen Pneumonie mit entweder einer alveolären
Konsolidierung/Pleuraerguss in der Thorax-Röntgenaufnahme oder mit nicht-alveolären Infiltraten,aber mit einem CRP (C-reaktives Protein)-Wert von ≥ 40 mg/l.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen eine wahrscheinlich bakterielle, ambulant erworbene
Pneumonie (B-CAP) in der Interimsanalyse wird in Tabelle 2 gezeigt.
Tabelle 2: Anzahl und Anteil der Kinder mit einer ersten Episode einer wahrscheinlichbakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonie (B-CAP), die mindestens 2 Wochen nach der
Verabreichung der dritten Dosis von Synflorix oder des Kontrollimpfstoffes auftrat, und
Wirksamkeit des Impfstoffes (ATP-Kohorte)
Synflorix Kontrollimpfstoff
N = 10 295 N = 10 201 Wirksamkeit desn % (n/N) n % (n/N) Impfstoffes240 2,3 % 304 3,0 % 22,0 %(95 % KI: 7,7; 34,2)
N Anzahl der Kinder pro Gruppen/% Anzahl/Anteil der Kinder, von denen eine erste Episode einer wahrscheinlich bakteriellen,ambulant erworbenen Pneumonie (B-CAP) mindestens 2 Wochen nach der Verabreichung derdritten Dosis berichtet wurde
KI Konfidenzintervall
In der Interimsanalyse (ATP-Kohorte) betrug die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen erste Episodeneiner ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) mit alveolärer Konsolidierung oder Pleuraerguss (C-
CAP, WHO-Definition) 25,7 % (95 % KI: 8,4; 39,6) und gegen erste Episoden einer klinischvermuteten CAP mit Überweisung zur Röntgendiagnostik 6,7 % (95 % KI: 0,7; 12,3).
In der Analyse zum Studienende (ATP-Kohorte) betrug die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen erste
Episoden einer B-CAP 18,2 % (95 % KI: 4,1; 30,3), einer C-CAP 22,4 % (95 % KI: 5,7; 36,1) undeiner klinisch vermuteten CAP mit Überweisung zur Röntgendiagnostik 7,3 % (95 % KI: 1,6; 12,6).
Die Wirksamkeit war 100 % (95 % KI: 41,9; 100) gegen eine bakteriämische
Pneumokokkenpneumonie oder ein Emphysem, die durch einen im Impfstoff enthaltenen Serotypverursacht wurden. Die Schutzwirkung gegen B-CAP vor der Auffrischimpfung und zum Zeitpunktoder nach der Auffrischimpfung betrug 13,6 % (95 % KI: -11,3; 33,0) bzw. 21,7 % (95 % KI: 3,4;36,5), gegen C-CAP 15,1 % (95 % KI: -15,5; 37,6) bzw. 26,3 % (95 % KI: 4,4; 43,2).
Die Reduktion des Auftretens von B-CAP und C-CAP war bei Kindern im Alter von unter 36
Monaten am höchsten (Wirksamkeit des Impfstoffes von 20,6 % (95 % KI: 6,5; 32,6) bzw. 24,2 %(95 % KI: 7,4; 38,0). Die Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffes bei Kindern im Alter von über 36
Monaten lassen eine abnehmende Schutzwirkung vermuten. Die Persistenz der Schutzwirkung gegen
B-CAP und C-CAP über ein Alter von 36 Monaten hinaus ist derzeit nicht bekannt.
Die Ergebnisse der COMPAS-Studie, die in Lateinamerika durchgeführt wurde, sind wegen dermöglichen Unterschiede in der Epidemiologie der Pneumonie in verschiedenen geographischen
Regionen mit Vorsicht zu interpretieren.
In der FinIP-Studie betrug die Effektivität des Impfstoffes bezüglich der Reduktion der im
Krankenhaus diagnostizierten Pneumoniefälle (Bestimmung basierend auf den ICD-10-Codes für
Pneumonie) 26,7 % (95 % KI: 4,9; 43,5) beim 3+1-Impfschema und 29,3 % (95 % KI: 7,5; 46,3) beim2+1-Impfschema für Säuglinge. Bei der Catch-up-Impfung betrug die Effektivität des Impfstoffes33,2 % (95 % KI: 3,0; 53,4) in der Alterskohorte 7 bis 11 Monate und 22,4 % (95 % KI: -8,7; 44,8) inder Alterskohorte 12 bis 18 Monate.
Akute Otitis media (AOM)
Es wurden zwei Wirksamkeitsstudien, COMPAS und POET (Pneumococcal Otitis Media Efficacy
Trial) mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoffen, die Protein D enthalten, durchgeführt: Synflorix bzw.ein 11-valenter Kandidat-Konjugatimpfstoff, der zusätzlich Serotyp 3 enthielt.
In die COMPAS-Studie wurden 7 214 Kinder (gesamte geimpfte Kohorte [TVC]) in die Analyse zur
Wirksamkeit gegen AOM aufgenommen, von denen 5 989 Kinder in der ATP-Kohorte waren (siehe
Tabelle 3).
Tabelle 3: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen AOM(1) in der COMPAS-Studie
Wirksamkeit des Impfstoffes
Typ oder Ursache der AOM (95 % KI)
ATP(2)
Klinische AOM 16,1 %(-1,1; 30,4)(3)
Jeglicher Pneumokokken-Serotyp 56,1 %(13,4; 77,8)10 Pneumokokken-Serotypen im Impfstoff 67,1 %(17,0; 86,9)
Nicht-typisierbarer Haemophilus influenzae 15,0 %(4)(NTHi) (-83,8; 60,7)
KI Konfidenzintervall(1) Erste Episode(2) Nachbeobachtung über maximal 40 Monate beginnend 2 Wochen nach der dritten Dosis der
Grundimmunisierung(3) Nicht statistisch signifikant durch vordefinierte Kriterien (einseitiger p-Wert = 0,032). Allerdingsbetrug die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die erste klinische Episode einer AOM in der
TVC-Kohorte 19 % (95 % KI: 4,4; 31,4).
(4) Statistisch nicht signifikant.
In einer anderen großen randomisierten, doppelblinden klinischen Studie (POET), die in der
Tschechischen Republik und in der Slowakei durchgeführt wurde, erhielten 4 907 Säuglinge/Kinder(ATP-Kohorte) entweder einen 11-valenten Kandidatimpfstoff (11 Pn-PD), der die 10 Serotypen von
Synflorix enthält (sowie zusätzlich Serotyp 3, für den keine Wirksamkeit gezeigt werden konnte) odereinen Kontroll-Impfstoff (Hepatitis-A-Impfstoff) entsprechend einem 3, 4, 5- und 12 - 15-Monate-
Impfschema.
Die Wirksamkeit des 11-valenten Impfstoffes (11-Pn-PD) gegen das erste Auftreten einer AOM-
Episode, die durch die im Impfstoff enthaltenen Serotypen verursacht wird, betrug 52,6 % (95 % KI:35,0; 65,5). Eine Serotypen-spezifische Wirksamkeit gegen eine erste AOM-Episode wurde für die
Serotypen 6B (86,5 %; 95 % KI: 54,9; 96,0), 14 (94,8 %; 95 % KI: 61,0; 99,3), 19F (43,3 %; 95 % KI:6,3; 65,4) und 23F (70,8 %; 95 % KI: 20,8; 89,2) gezeigt. Für die anderen Serotypen im Impfstoff wardie Anzahl der AOM-Fälle zu niedrig, um daraus auf die Wirksamkeit zu schließen. Die Wirksamkeitgegen jede durch einen Pneumokokken-Serotypen verursachte AOM-Episode betrug 51,5 % (95 %
KI: 36,8; 62,9). Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen eine durch NTHi verursachte erste AOM-
Episode betrug 31,1 % (95 % KI: -3,7; 54,2; nicht signifikant). Die Wirksamkeit gegen jede durch
NTHi verursachte AOM-Episode betrug 35,3 % (95 % KI: 1,8; 57,4). Die geschätzte Wirksamkeit des
Impfstoffes gegen jede klinische Episode einer akuten Otitis media, unabhängig von der Ätiologie,betrug 33,6 % (95 % KI: 20,8; 44,3).
Basierend auf einem immunologischen 'Bridging“ der funktionalen Immunantwort (OPA) von
Synflorix mit dem in der POET-Studie verwendeten 11-valenten Impfstoff wird erwartet, dass
Synflorix eine vergleichbare Schutzwirkung gegen durch Pneumokokken verursachte AOM aufweist.
In der COMPAS-Studie (basierend auf den wenigen berichteten Fällen) oder POET-Studie wurde keinvermehrtes Auftreten einer AOM, die durch andere bakterielle Erreger oder nicht im Impfstoffenthaltene/nicht Impfstoff-ähnliche Serotypen verursacht wird, beobachtet.
Die Effektivität gegen eine ärztlich-diagnostizierte AOM, die durch Eltern berichtet wurde, wurde inder in die FinIP-Studie eingebetteten Studie untersucht. Die Effektivität des Impfstoffes in dergeimpften Säuglingskohorte für diesen AOM-Endpunkt betrug 6,1 % (95 % KI: -2,7; 14,1) für das3+1-Impfschema und 7,4 % (95 % KI: -2,8; 16,6) für das 2+1-Impfschema.
Auswirkung auf die nasopharyngeale Besiedlung (NPC)
Der Effekt einer Impfung mit Synflorix auf die nasopharyngeale Besiedlung im Vergleich zu einernicht-aktiven Kontrolle wurde in zwei doppelblinden, randomisierten Studien untersucht, und zwar inder in die FinIP-Studie eingebetteten Studie in Finnland (5 023 Kinder) und in der COMPAS-Studie(1 700 Kinder).
In beiden Studien verringerte Synflorix die Besiedlung mit einem der im Impfstoff enthaltenen
Serotypen; gleichzeitig wurde ein offensichtlicher Anstieg der nicht im Impfstoff enthaltenen
Serotypen (ausgenommen die Impfstoff-ähnlichen Serotypen) nach der Auffrischimpfung beobachtet.
Die Ergebnisse waren in allen Analysen der COMPAS-Studie statistisch nicht signifikant. Allerdingsgab es zusammen genommen einen Trend für eine Abnahme der gesamten Pneumokokken-
Besiedlung.
In beiden Studien gab es eine signifikante Abnahme der Serotypen 6B und 19F. In der eingebettetenfinnischen Studie wurde auch eine signifikante Reduktion der Serotypen 14, 23F und, für das 3-
Dosen-Grundimmunisierungsschema, des kreuzreaktiven Serotyps 19A beobachtet.
Im Rahmen einer klinischen Studie wurde die nasopharyngale Besiedelung bei HIV-positiven
Säuglingen (N = 83) und HIV-negativen Säuglingen von HIV-positiven Müttern (N = 101) mit der bei
HIV-negativen Säuglingen von HIV-negativen Müttern (N = 100) verglichen. Es gab keine Hinweisedarauf, dass die HIV-Exposition oder -Infektion den Effekt von Synflorix auf die Besiedelung mit
Pneumokokken bis zu einem Alter von 24 bis 27 Monaten, also bis zu 15 Monate nach der
Auffrischimpfung, beeinflusst.
Effektivität während der Anwendung nach der Markteinführung
In Brasilien wurde Synflorix in das nationale Impfprogramm unter Verwendung eines 3+1-
Impfschemas für Säuglinge (Grundimmunisierung im Alter von 2, 4, 6 Monaten und eine
Auffrischimpfung im Alter von 12 Monaten) und einer Catch-up-Immunisierung bei Kindern bis zum
Alter von 2 Jahren aufgenommen. Fast 3 Jahre nach der Einführung von Synflorix wurde in einer Fall-
Kontroll-Studie mit paarweiser Zuordnung eine signifikante Abnahme der durch Kultur oder PCRbestätigten IPD, die durch die im Impfstoff enthaltenen Serotypen verursacht wurde, und einer durchdie einzelnen Serotypen 6B, 14 und 19A verursachten IPD berichtet (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4: Zusammenfassung der Effektivität von Synflorix gegen IPD in Brasilien
IPD-Typ(1) Adjustierte Effektivität(2)% (95 % KI)
IPD durch einen Impfstoff-Serotyp(3) 83,8 % (65,9; 92,3)
- Invasive Pneumonie oder Bakteriämie 81,3 % (46,9; 93,4)
- Meningitis 87,7 % (61,4; 96,1)
IPD durch einzelne Serotypen(4)
- 6B 82,8 % (23,8; 96,1)
- 14 87,7 % (60,8; 96,1)
- 19A 82,2 % (10,7; 96,4)(1) Durch Kultur oder PCR bestätigte IPD(2) Die adjustierte Effektivität stellt die Reduktion der IPD-Fälle in Prozent der mit Synflorixgeimpften im Vergleich zur ungeimpften Gruppe unter Kontrolle von verzerrenden Störfaktorendar.
(3) Durch Kultur oder PCR bestätigte und durch die Serotypen 4, 6B, 7F, 9V, 14, 18C, 19F oder 23Fverursachte Fälle sind in die Analyse eingegangen.
(4) Einzelne Serotypen, für die statistische Signifikanz in der Effektivitäts-Analyse unter Kontrollevon verzerrenden Störfaktoren erreicht wurde (es wurde keine Adjustierung bezüglich der
Multiplizität durchgeführt).
In Finnland wurde Synflorix in das nationale Impfprogramm mit einem 2+1-Impfschema für
Säuglinge (Grundimmunisierung im Alter von 3 und 5 Monaten und eine Auffrischimpfung im Altervon 12 Monaten) und ohne Catch-up-Immunisierung aufgenommen. Ein Vergleich vor und nach der
Einführung des Impfprogramms deutet auf eine signifikante Abnahme der Inzidenz einer durch Kulturbestätigten IPD, einer durch einen der Impfstoff-Serotypen verursachten IPD und einer durch den
Serotyp 19A verursachten IPD hin (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: IPD-Raten und die entsprechende Reduktion in Finnland
IPD Inzidenz pro 100 000 Personen-Jahre Relative Reduktion(1)% (95 % KI)
Vor Einführung des Nach
Impfprogramms Einführung des
Impfprogramms
Durch Kultur bestätigt 62,9 12,9 80 % (72; 85)
Durch einen Impfstoff-
Serotyp verursacht(2) 49,1 4,2 92 % (86; 95)
Durch Serotyp 19Averursacht 5,5 2,1 62 % (20; 85)(1) Die relative Reduktion zeigt, um wie viel die IPD-Inzidenz bei Kindern ≤ 5 Jahren in der
Synflorix-Kohorte (3 Jahre Beobachtungszeitraum nach der Einführung des Impfprogramms)reduziert wurde im Vergleich zu nicht-geimpften historischen Kohorten, die bezüglich Alter und
Saison paarweise zugeordnet wurden (jeweils 3 Jahre Beobachtungszeitraum vor der Einführungvon Synflorix in das nationale Impfprogramm).
(2) Durch Kultur bestätigte Fälle, die durch die Serotypen 1, 4, 6B, 7F, 9V, 14, 18C, 19F oder 23Fverursacht wurden, sind in die Analyse eingegangen.
In Quebec (Kanada) wurde Synflorix in das Impfprogramm für Säuglinge (2 Dosen zur
Grundimmunisierung im Alter von unter 6 Monaten und eine Auffrischimpfung im Alter von12 Monaten) aufgenommen, nachdem 4,5 Jahre Prevenar 7-valent verwendet wurde. 1,5 Jahre nachder Einführung von Synflorix mit einer über 90%igen Abdeckung in der impfrelevanten Altersgruppewurde eine Abnahme der Inzidenz von IPD-Fällen beobachtet, die durch die im Impfstoff enthaltenen
Serotypen verursacht wurden (im Wesentlichen durch Veränderungen der durch den Serotyp 7Fverursachten Erkrankungen). Dabei kam es nicht zu einer gleichzeitigen Zunahme der IPD-Fälle, diedurch nicht im Impfstoff enthaltene Serotypen verursacht wurden. Insgesamt betrug die Inzidenz für
IPD 35/100 000 Personen-Jahre in den Kohorten, die Synflorix erhielten, und 64/100 000 Personen-
Jahre in den Kohorten, die Prevenar 7-valent erhielten. Dies ist ein statistisch signifikanter
Unterschied (p = 0,03). Aus Beobachtungsstudien dieses Typs kann kein direkter ursächlicher
Zusammenhang abgeleitet werden.
Daten zur ImmunogenitätImmunologische Nicht-Unterlegenheit gegenüber Prevenar 7-valent
Wie von der WHO empfohlen, basierte die Bewertung der potentiellen Wirksamkeit gegen IPD vorder Zulassung auf einem Vergleich der Immunantwort auf die sieben Serotypen, die sowohl in
Synflorix enthalten sind als auch in einem anderen Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (Prevenar 7-valent), für den die Schutzwirkung bereits früher bewertet wurde. Die Immunantwort auf die dreizusätzlichen Serotypen in Synflorix wurde ebenfalls bestimmt.
In einer vergleichenden Head-to-Head-Studie mit Prevenar 7-valent wurde die Nicht-Unterlegenheitder Immunantwort von Synflorix (mit ELISA bestimmt) für alle Serotypen außer 6B und 23F gezeigt(die obere Grenze des 96,5%igen Konfidenzintervalls der Differenz zwischen den Gruppen war> 10 %) (siehe Tabelle 6). 65,9 % bzw. 81,4 % der Säuglinge, die im Alter von 2, 3 und 4 Monatenmit Synflorix geimpft wurden, erreichten einen Monat nach der dritten Dosis den Antikörper-
Grenzwert (d. h. 0,20 μg/ml) gegen die Serotypen 6B bzw. 23F. Die entsprechenden Werte nach drei
Dosen von Prevenar 7-valent betrugen 79,0 % bzw. 94,1 %. Die klinische Relevanz dieser
Unterschiede ist unklar, weil Synflorix in einer doppelblinden, Cluster-randomisierten, klinischen
Studie wirksam gegen eine durch Serotyp 6B verursachte IPD war (siehe Tabelle 1).
Der Anteil der geimpften Säuglinge, die den Antikörper-Grenzwert gegen die drei zusätzlichen
Serotypen in Synflorix (1, 5 und 7F) erreichten, betrug 97,3 %, 99,0 % bzw. 99,5 % und warmindestens genauso gut wie die aggregierte Immunantwort von Prevenar 7-valent gegen die siebengemeinsamen Serotypen (95,8 %).
Tabelle 6: Vergleichende Analyse zwischen Prevenar 7-valent und Synflorix: Anteil der
Säuglinge mit einer Antikörper-Konzentration ≥ 0,20 µg/ml einen Monat nach der dritten Dosis
Unterschiede in % ≥ 0,20 µg/ml
Antikörper Synflorix Prevenar 7-valent (Prevenar 7-valent minus
Synflorix)
N % N % % 96,5% KI
Anti-4 1 106 97,1 373 100 2,89 1,71 4,16
Anti-6B 1 100 65,9 372 79,0 13,12 7,53 18,28
Anti-9V 1 103 98,1 374 99,5 1,37 -0,28 2,56
Anti-14 1 100 99,5 374 99,5 -0,08 -1,66 0,71
Anti-18C 1 102 96,0 374 98,9 2,92 0,88 4,57
Anti-19F 1 104 95,4 375 99,2 3,83 1,87 5,50
Anti-23F 1 102 81,4 374 94,1 12,72 8,89 16,13
Im Vergleich zu Prevenar 7-valent waren nach der Grundimmunisierung die durch Synflorixinduzierten mittleren geometrischen Antikörper-Konzentrationen (GMCs) gegen die siebengemeinsamen Serotypen niedriger. Die GMCs vor der Auffrischimpfung (8 bis 12 Monate nach derletzten Dosis der Grundimmunisierung) waren vergleichbar für die beiden Impfstoffe. Nach der
Auffrischimpfung waren die durch Synflorix induzierten GMCs für die meisten gemeinsamen
Serotypen niedriger als durch Prevenar 7-valent.
In der selben Studie wurde gezeigt, dass Synflorix funktionale Antikörper gegen alle im Impfstoffenthaltenen Serotypen induziert. Für jeden der sieben gemeinsamen Serotypen erreichten 87,7 % bis100 % der mit Synflorix geimpften Säuglinge und 92,1 % bis 100 % der mit Prevenar 7-valentgeimpften Säuglinge einen OPA-Titer ≥ 8 einen Monat nach der dritten Dosis. Der Unterschiedzwischen beiden Impfstoffen hinsichtlich des Anteils der Säuglinge mit OPA-Titern ≥ 8 war < 5 % füralle gemeinsamen Serotypen, einschließlich 6B und 23F. Nach der Grundimmunisierung und nach der
Auffrischimpfung waren die mittleren geometrischen OPA-Antikörpertiter (GMTs) für die siebengemeinsamen Serotypen, außer für Serotyp 19F, bei Synflorix niedriger als bei Prevenar 7-valent.
Für die Serotypen 1, 5 und 7F betrug der Anteil der mit Synflorix geimpften Säuglinge/Kinder, dieeinen OPA-Titer ≥ 8 erreichten, 65,7 %, 90,9 % bzw. 99,6 % nach der Grundimmunisierung und91,0 %, 96,3 % bzw. 100 % nach der Auffrischimpfung. Die Höhe der OPA-Antikörperantwort aufdie Serotypen 1 und 5 war niedriger als die Antwort auf jeden der anderen Serotypen. Die
Auswirkungen dieser Ergebnisse auf die Schutzwirkung sind nicht bekannt. Die Immunantwort auf
Serotyp 7F war im selben Bereich wie die gegen die sieben in beiden Impfstoffen enthaltenen
Serotypen.
Es wurde auch gezeigt, dass Synflorix eine Immunantwort gegen den kreuzreaktiven Serotyp 19Ainduziert. Einen Monat nach der Auffrischimpfung erreichten 48,8 % (95 % KI: 42,9; 54,7) dergeimpften Kinder einen OPA-Titer ≥ 8.
Die Verabreichung einer vierten Dosis (Auffrischimpfung) im zweiten Lebensjahr induzierte eineanamnestische Immunantwort auf die im Impfstoff enthaltenen Serotypen und auf den kreuzreaktiven
Serotyp 19A (mit ELISA und OPA gemessen). Dies zeigt, dass nach der 3-Dosen-
Grundimmunisierung ein immunologisches Gedächtnis induziert wird.
Zusätzliche Daten zur Immunogenität
Säuglinge im Alter von 6 Wochen bis 6 Monaten
Grundimmunisierung mit 3 Dosen
In klinischen Studien wurde die Immunogenität von Synflorix nach der Grundimmunisierung mit 3
Dosen unter Anwendung verschiedener Impfschemata (Impfungen in den Lebenswochen 6+10+14bzw. in den Lebensmonaten 2+3+4, 3+4+5 oder 2+4+6) (6 941 Säuglinge) und nach einer
Auffrischimpfung (vierte Dosis) (5 645 Kinder) untersucht. Die Auffrischimpfung wurde im Abstandvon mindestens 6 Monaten nach der letzten Dosis der Grundimmunisierung und frühestens ab einem
Alter von 9 Monaten verabreicht. Im Allgemeinen wurde für die verschiedenen Impfschemata einevergleichbare Immunantwort beobachtet, jedoch wurde für das 2+4+6-Monate-Impfschema eine leichthöhere Immunantwort festgestellt.
Grundimmunisierung mit 2 Dosen
In klinischen Studien wurde die Immunogenität von Synflorix nach der Grundimmunisierung mit 2
Dosen unter Anwendung verschiedener Impfschemata (Impfungen in den Lebenswochen 6+14 bzw. inden Lebensmonaten 2+4 oder 3+5) (470 Säuglinge) und nach einer Auffrischimpfung (dritte Dosis)(470 Kinder) untersucht. Die Auffrischimpfung wurde im Abstand von mindestens 6 Monaten nachder letzten Dosis der Grundimmunisierung und frühestens ab einem Alter von 9 Monaten verabreicht.
Die Immunogenität von Synflorix nach einer 2-Dosen- oder einer 3-Dosen-Grundimmunisierungwurde in einer klinischen Studie in vier europäischen Ländern untersucht. Obwohl es keinesignifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich des Anteils der Säuglinge mit
Antikörper-Konzentrationen ≥ 0,20 μg/ml (ELISA) gab, war diesbezüglich der Anteil der Säuglingefür die Serotypen 6B und 23F niedriger als für die anderen Impfstoff-Serotypen (siehe Tabellen 7 und8). Bei der Anwendung eines 2-Dosen-Grundimmunisierungsschemas erreichten im Vergleich zum 3-
Dosen-Grundimmunisierungsschema weniger Säuglinge einen OPA-Titer ≥ 8 für die Serotypen 6B,18C und 23F (74,4 %, 82,8 %, 86,3 % beim 2-Dosen-Impfschema bzw. 88,9 %, 96,2 %, 97,7 % beim3-Dosen-Impfschema). Insgesamt war die Persistenz der Immunantwort bis zur Auffrischimpfung im
Alter von 11 Monaten in der Gruppe mit dem 2-Dosen-Grundimmunisierungsschema niedriger. Beibeiden Dosierungsschemata wurde eine Booster-Antwort auf alle Impfstoff-Serotypen beobachtet(siehe Tabellen 7 und 8). Dies zeigt, dass ein immunologisches Priming stattgefunden hat. Nach der
Auffrischimpfung war bei Anwendung des 2-Dosen-Impfschemas der Anteil der Kinder mit OPA-
Titern ≥ 8 kleiner für die Serotypen 5 (87,2 % versus 97,5 % bei Anwendung des 3-Dosen-
Impfschemas) und 6B (81,1 % versus 90,3 %). Die Immunantwort gegen alle anderen Serotypen warvergleichbar.
Tabelle 7: Anteil an Säuglingen mit Antikörper-Konzentrationen ≥ 0,20 µg/ml einen Monat nachder Grundimmunisierung (2-Dosen-Impfschema) und einen Monat nach der Auffrischimpfung≥ 0,20 µg/ml (ELISA)
Antikörper Nach der Grundimmunisierung Nach der Auffrischimpfung% 95 % KI % 95 % KI
Anti-1 97,4 93,4 99,3 99,4 96,5 100
Anti-4 98,0 94,4 99,6 100 97,6 100
Anti-5 96,1 91,6 98,5 100 97,6 100≥ 0,20 µg/ml (ELISA)
Antikörper Nach der Grundimmunisierung Nach der Auffrischimpfung% 95 % KI % 95 % KI
Anti-6B 55,7 47,3 63,8 88,5 82,4 93,0
Anti-7F 96,7 92,5 98,9 100 97,7 100
Anti-9V 93,4 88,2 96,8 99,4 96,5 100
Anti-14 96,1 91,6 98,5 99,4 96,5 100
Anti-18C 96,1 91,6 98,5 100 97,7 100
Anti-19F 92,8 87,4 96,3 96,2 91,8 98,6
Anti-23F 69,3 61,3 76,5 96,1 91,7 98,6
Tabelle 8: Anteil an Säuglingen mit Antikörper-Konzentrationen ≥ 0,20 µg/ml einen Monat nachder Grundimmunisierung (3-Dosen-Impfschema) und einen Monat nach der Auffrischimpfung≥ 0,20 µg/ml (ELISA)
Antikörper Nach der Grundimmunisierung Nach der Auffrischimpfung% 95 % KI % 95 % KI
Anti-1 98,7 95,3 99,8 100 97,5 100
Anti-4 99,3 96,4 100 100 97,5 100
Anti-5 100 97,6 100 100 97,5 100
Anti-6B 63,1 54,8 70,8 96,6 92,2 98,9
Anti-7F 99,3 96,4 100 100 97,5 100
Anti-9V 99,3 96,4 100 100 97,5 100
Anti-14 100 97,6 100 98,6 95,2 99,8
Anti-18C 99,3 96,4 100 99,3 96,3 100
Anti-19F 96,1 91,6 98,5 98,0 94,2 99,6
Anti-23F 77,6 70,2 84,0 95,9 91,3 98,5
Für den kreuzreaktiven Serotyp 19A wurden nach der Grundimmunisierung und nach der
Auffrischimpfung vergleichbare Antikörper-GMCs (ELISA) mit dem 2-Dosen- wie mit dem 3-Dosen-
Impfschema beobachtet (2-Dosen-Impfschema: 0,14 µg/ml [95 % KI: 0,12; 0,17] und 0,73 µg/ml[95 % KI: 0,58; 0,92]; 3-Dosen-Impfschema: 0,19 µg/ml [95 % KI: 0,16; 0,24] und 0,87 µg/ml [95 %
KI: 0,69; 1,11]). Der Anteil der Kinder mit OPA-Titern ≥ 8 und die GMTs nach der
Grundimmunisierung und nach der Auffrischimpfung waren mit dem 2-Dosen-Impfschema niedrigerals mit dem 3-Dosen-Impfschema. Bei beiden Impfschemata wurde eine Booster-Antwort auf die
Auffrischimpfung beobachtet, was auf ein immunologisches Priming hinweist.
Die klinischen Konsequenzen einer niedrigeren Immunantwort nach der Grundimmunisierung undnach der Auffrischimpfung mit einem 2-Dosen-Grundimmunisierungsschema sind nicht bekannt.
Eine in Südafrika durchgeführte Studie untersuchte die Immunogenität von Synflorix nach einer 3-
Dosen-Grundimmunisierung (in den Lebenswochen 6+10+14) oder einer 2-Dosen-
Grundimmunisierung (in den Lebenswochen 6+14) mit anschließender Auffrischimpfung im Altervon 9 bis 10 Monaten. Nach der Grundimmunisierung war der Anteil an Säuglingen, die den
Antikörper-Grenzwert gegen die im Impfstoff enthaltenen Serotypen erreichten und OPA-Titer ≥ 8aufwiesen, in beiden Gruppen vergleichbar. Eine Ausnahme bildete der OPA-Titer gegen Serotyp 14,welcher nach der 2-Dosen-Grundimmunisierung niedriger war als nach der 3-Dosen-
Grundimmunisierung. Die Antikörper-GMCs und OPA-GMTs waren für die meisten Serotypen nachder 2-Dosen-Grundimmunisierung geringer als nach der 3-Dosen-Grundimmunisierung.
Für den kreuzreaktiven Serotypen 19A war der Anteil an Säuglingen, die den Antikörper-Grenzwerterreichten sowie einen OPA-Titer ≥ 8 aufwiesen, in beiden Gruppen nach der Grundimmunisierungvergleichbar. Auch die nachgewiesenen Antikörper-GMCs und OPA-GMTs waren nach der
Grundimmunisierung für den kreuzreaktiven Serotypen 19A in den beiden Gruppen vergleichbar.
Allgemein war die Persistenz der Immunantwort für die meisten im Impfstoff enthaltenen Serotypennach der 2-Dosen-Grundimmunisierung geringer als nach der 3-Dosen-Grundimmunisierung und für
Serotyp 19A nach beiden Impfschemata vergleichbar.
Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 10 Monaten
Bei der in Südafrika durchgeführten Studie führte die Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 10
Monaten sowohl bei Kindern, die mit 2 Dosen grundimmunisiert wurden, als auch bei Kindern, diezur Grundimmunisierung 3 Dosen erhalten hatten, zu einem beträchtlichen Anstieg der Antikörper
GMCs und OPA-GMTs für alle im Impfstoff enthaltenen Serotypen sowie den Serotyp 19A, was aufein immunologisches Priming hinweist.
Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 12 Monaten gegenüber Auffrischimpfung im Alter von 15 bis 18
Monaten
In Indien wurde eine klinische Studie durchgeführt, bei der nach Grundimmunisierung in den
Lebenswochen 6, 10 und 14 eine Auffrischimpfung bei 66 Kindern im Alter von 9 bis 12 Monatenbzw. bei 71 Kindern im Alter von 15 bis 18 Monaten untersucht wurde. Es zeigten sich keine
Unterschiede zwischen den Antikörper-GMCs der beiden Gruppen. In der Gruppe, in der die Kinderdie Auffrischimpfung im Alter von 15 bis 18 Monaten erhalten hatte, wurden höhere OPA-GMTs fürdie im Impfstoff enthaltenen Serotypen sowie den Serotyp 19A beobachtet. Die klinische Relevanzdieser Beobachtung ist jedoch nicht bekannt.
Immungedächtnis
In der Nachbeobachtungsphase der europäischen Studie zur Auswertung des 2- und 3-Dosen-
Grundimmunisierungsschemas wurde eine Persistenz der Antikörper bei Kindern im Alter von 36 bis46 Monaten gezeigt, die eine 2-Dosen-Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung erhalten hatten.
Mindestens 83,7 % der Kinder blieben für die im Impfstoff enthaltenen Serotypen und denkreuzreaktiven Serotyp 19A seropositiv. Von den Kindern, die eine 3-Dosen-Grundimmunisierungplus Auffrischimpfung erhalten hatten, blieben mindestens 96,5 % der Kinder für die im Impfstoffenthaltenen Serotypen und 86,4 % der Kinder für Serotyp 19A seropositiv. Nach einer Einzeldosis
Synflorix, die im 4. Lebensjahr als 'Challenge“-Dosis verabreicht wurde, war der relative Anstieg der
Antikörper-GMCs (ELISA) und OPA-GMTs bei Kindern, die nach dem 2-Dosen- oder dem 3-Dosen-
Grundimmunisierungsschema geimpft worden waren, vergleichbar. Diese Ergebnisse zeigen, dass beigrundimmunisierten Kindern ein immunologisches Gedächtnis für alle Impfstoff-Serotypen und denkreuzreaktiven Serotyp 19A besteht.
Nicht geimpfte Säuglinge und Kinder ab einem Alter von 7 Monaten
Die Immunantwort durch Synflorix bei zuvor nicht geimpften älteren Kindern wurde in drei klinischen
Studien untersucht.
In der ersten klinischen Studie wurde die Immunantwort auf die im Impfstoff enthaltenen Serotypenund den kreuzreaktiven Serotyp 19A bei Säuglingen im Alter von 7 bis 11 Monaten, bei Kindern im
Alter von 12 bis 23 Monaten und bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren untersucht:
* Kinder im Alter von 7 bis 11 Monaten erhielten 2 Dosen zur Grundimmunisierung gefolgt voneiner Auffrischimpfung im zweiten Lebensjahr. Die Immunantwort nach der Auffrischimpfungwar in dieser Altersgruppe vergleichbar mit der Immunantwort bei Säuglingen im Alter von unter6 Monaten, die 3 Dosen zur Grundimmunisierung erhalten hatten.
* Bei Kindern im Alter von 12 bis 23 Monaten war die Immunantwort nach Verabreichung von 2
Dosen mit der Antwort vergleichbar, die bei Säuglingen im Alter von unter 6 Monaten nach der
Verabreichung von 3 Dosen erreicht wurde. Eine Ausnahme waren die Impfstoff-Serotypen 18Cund 19F sowie Serotyp 19A, für die eine höhere Immunantwort in der Altersgruppe 12 bis 23
Monate beschrieben wurde.
* Bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren, die 1 Dosis erhielten, waren die Antikörper-GMCs(ELISA) für 6 der im Impfstoff enthaltenen Serotypen sowie für Serotyp 19A vergleichbar mitdenen, die bei Säuglingen im Alter von unter 6 Monaten mit einem 3-Dosen-Impfschema erreichtwurden. Für 4 der im Impfstoff enthaltenen Serotypen (1, 5, 14 und 23F) waren sie dagegenniedriger als bei den Säuglingen. Die OPA-GMTs waren nach Verabreichung einer Dosisvergleichbar oder höher als die bei Säuglingen im Alter von unter 6 Monaten nach der
Grundimmunisierung mit 3 Dosen, außer für Serotyp 5.
In der zweiten klinischen Studie induzierte eine weitere Dosis, die vier Monate nach zwei Catch-up-
Dosen im Alter von 12 bis 20 Monaten verabreicht wurde, einen deutlichen Anstieg der Antikörper-
GMCs (ELISA) und OPA-GMTs (wenn die Immunantwort vor und nach der letzten Dosis verglichenwurde). Dies zeigt, dass mit zwei Catch-up-Dosen eine ausreichende Grundimmunisierung erreichtwird.
Die dritte Studie zeigte, dass durch die Verabreichung von 2 Dosen im Abstand von 2 Monaten,beginnend im Alter von 36 bis 46 Monaten, höhere Antikörper-GMCs (ELISA) und OPA-GMTs fürjeden Impfstoff-Serotyp und den kreuzreaktiven Serotyp 19A erzielt wurden als einen Monat nach der
Grundimmunisierung von Säuglingen mit 3 Dosen. Der Anteil der Kinder mit einer Antikörper-
Konzentration ≥ 0,20 μg/ml (ELISA) oder einem OPA-Titer von ≥ 8 war für jeden Impfstoff-Serotypin der Catch-up-Gruppe vergleichbar oder höher als bei Säuglingen nach der Grundimmunisierung mit3 Dosen.
Die Langzeit-Persistenz der Antikörper bei Säuglingen nach der Grundimmunisierungsserie plus
Auffrischimpfung oder bei älteren Kindern nach einem 2-Dosen-Grundimmunisierungsschema wurdenicht untersucht.
In einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass Synflorix zur Auffrischimpfung an Kinder im zweiten
Lebensjahr, die mit 3 Dosen Prevenar 7-valent grundimmunisiert wurden, sicher verabreicht werdenkann. Diese Studie hat gezeigt, dass die Immunantwort gegen die sieben gemeinsamen Serotypen nacheiner Auffrischimpfung mit Synflorix oder Prevenar 7-valent vergleichbar war. Jedoch werden die
Kinder, die Prevenar 7-valent zur Grundimmunisierung erhalten, nicht gegen die zusätzlich in
Synflorix enthaltenen Serotypen (1, 5 und 7F) immunisiert. Daher kann die Schutzrate und -dauergegen invasive Pneumokokken-Erkrankungen und Otitis media, die durch diese 3 Serotypenverursacht werden, bei Kindern in dieser Altersgruppe nach einer Dosis Synflorix nicht vorhergesagtwerden.
Immunogenitätsdaten bei Frühgeborenen
Die Immunogenität von Synflorix wurde bei sehr frühgeborenen (27. bis 30. Schwangerschaftswoche)(N = 42), frühgeborenen (31. bis 36. Schwangerschaftswoche) (N = 82) und reifgeborenen Säuglingen(ab der 37. Schwangerschaftswoche) (N = 132) nach Verabreichung von 3 Dosen zur
Grundimmunisierung (Impfung im Alter von 2, 4 und 6 Monaten) untersucht. Bei 44 sehrfrühgeborenen, 69 frühgeborenen und 127 reifgeborenen Säuglingen wurde die Immunogenität nach
Verabreichung einer vierten Dosis (Auffrischimpfung) im Alter von 15 bis 18 Monaten untersucht.
Einen Monat nach der Grundimmunisierung (d. h. nach der dritten Dosis) erreichten mindestens92,7 % der Säuglinge Antikörper-Konzentrationen ≥ 0,20 μg/ml (ELISA) für jeden Impfstoff-Serotyp.
Mindestens 81,7 % der Säuglinge erreichten OPA-Titer ≥ 8, mit Ausnahme von Serotyp 1 (mindestens58,8 % mit OPA-Titern ≥ 8). Für alle Säuglinge wurden vergleichbare Antikörper-GMCs und OPA-
GMTs beobachtet, mit Ausnahme der Serotypen 4, 5, 9V und des kreuzreaktiven Serotyps 19A(niedrigere Antikörper-GMCs bei sehr frühgeborenen Säuglingen), bzw. 9V (niedrigere Antikörper-
GMCs bei frühgeborenen Säuglingen). Für Serotyp 5 wurden niedrigere OPA-GMTs bei sehrfrühgeborenen Säuglingen beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Unterschiede ist nicht bekannt.
Einen Monat nach der Auffrischimpfung stiegen die Antikörper-GMCs (ELISA) und OPA-GMTs fürjeden Impfstoff-Serotyp und den kreuzreaktiven Serotyp 19A. Dies zeigt, dass ein Immungedächtnisvorhanden ist. Für alle Säuglinge wurden vergleichbare Antikörper-GMCs und OPA-GMTsbeobachtet, mit Ausnahme niedrigerer OPA-GMTs für Serotyp 5 bei sehr frühgeborenen Säuglingen.
Insgesamt erreichten mindestens 97,6 % der Säuglinge Antikörper-Konzentrationen ≥ 0,20 μg/ml(ELISA) und mindestens 91,9 % erreichten OPA-Titer ≥ 8 für jeden Impfstoff-Serotyp.
Immunogenität bei besonderen Personengruppen
HIV-positive (HIV +/+) Säuglinge und HIV-negative Säuglinge von HIV-positiven Müttern (HIV +/-)
Bei einer in Südafrika durchgeführten Studie wurde die Immunogenität von Synflorix nach einer 3-
Dosen-Grundimmunisierung (in Lebenswoche 6, 10 und 14) mit anschließender Auffrischimpfung (im
Alter von 9 bis 10 Monaten) bei 70 HIV-positiven (HIV +/+) Säuglingen, 91 HIV-negativen
Säuglingen von HIV-positiven Müttern (HIV +/-) und 93 HIV-negativen Säuglingen von HIV-negativen Müttern (HIV -/-) untersucht. Es wurden nur HIV +/+ Säuglinge in die Studie einbezogen,die sich gemäß WHO-Klassifizierung in Stadium 1 (asymptomatisch) oder Stadium 2 (milde
Symptome) befanden.
Für die meisten im Impfstoff enthaltenen Serotypen zeigten sich bei Gegenüberstellung der HIV +/+
Gruppe mit der HIV -/- Gruppe sowie der HIV +/- Gruppe mit der HIV -/- Gruppe nach der
Grundimmunisierung keine Unterschiede in der Immunantwort. Eine Ausnahme bildete ein Trend zugeringeren Anteilen an Säuglingen mit OPA-Titern ≥ 8 sowie geringere OPA-GMTs in der HIV +/+
Gruppe. Die klinische Relevanz dieser geringeren OPA-Antwort nach der Grundimmunisierung istnicht bekannt. Für den kreuzreaktiven Serotypen 19A wurden bei den ELISA-Antikörper-GMCs undden OPA-GMTs keine Unterschiede zwischen den Gruppen beobachtet.
Die Auffrischimpfung mit Synflorix führte bei HIV +/+ und HIV +/- Säuglingen zu einem starken
Anstieg der ELISA-Antikörper-GMCs und OPA-GMTs für alle im Impfstoff enthaltenen Serotypenund den Serotyp 19A, was auf ein immunologisches Priming hinweist. Für die meisten im Impfstoffenthaltenen Serotypen und für Serotyp 19A zeigten sich bei Gegenüberstellung der HIV +/+ Gruppemit der HIV -/- Gruppe sowie der HIV +/- Gruppe mit der HIV -/- Gruppe nach der Auffrischimpfungkeine Unterschiede in Bezug auf die ELISA-Antikörper-GMCs und OPA-GMTs.
Die Ergebnisse zu Protein D deuteten auf vergleichbare Immunantworten zwischen den Gruppensowohl nach der Grundimmunisierung als auch nach der Auffrischimpfung hin.
Für alle Gruppen wurde die Persistenz der Immunantwort im Alter von 24 bis 27 Monaten, das heißtbis zu 15 Monate nach der Auffrischimpfung, beobachtet.
Kinder mit Sichelzellanämie
Eine in Burkina Faso durchgeführte klinische Studie verglich die Immunogenität von Synflorix bei146 Kindern mit Sichelzellanämie (Hämoglobin-SS-Krankheit, Hämoglobin-SC-Krankheit oder β-
Thalassämie) mit der Immunogenität bei 143 gleichaltrigen Kindern ohne Sichelzellanämie. 48
Kindern mit Sichelzellanämie im Alter von unter 6 Monaten wurden in Lebenswoche 8, 12 und 16drei Dosen zur Grundimmunisierung und anschließend im Alter von 9 bis 10 Monaten eine
Auffrischimpfung verabreicht. 50 Kinder im Alter von 7 bis 11 Monaten und 48 Kinder im Alter von12 bis 23 Monaten erhielten entsprechend ihres Alters eine Nachholimpfung. Die Immunantwort auf
Synflorix schien für alle im Impfstoff enthaltenen Serotypen und Serotyp 19A sowie für Protein Dnicht durch die Sichelzellanämie beeinflusst zu sein.
Kinder mit Funktionsstörungen der Milz
Die Immunogenität und Sicherheit von Synflorix wurde bei einer begrenzten Anzahl angrundimmunisierten oder nicht grundimmunisierten Kindern mit angeborener oder erworbener
Asplenie, Funktionsstörung der Milz oder Komplementdefekten untersucht: 6 Kinder im Alter von 2bis 5 Jahren und 40 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren (Synflorix ist bis zum Alter von 5 Jahrenindiziert). Es wurde gezeigt, dass Synflorix immunogen ist, und es wurden in dieser Studie keineneuen Sicherheitsrisiken beobachtet.
Immunogenität von Synflorix mit Konservierungsmittel 2-Phenoxyethanol (2-PE)
Die Immunogenität von Synflorix, das das Konservierungsmittel 2-PE (in einem 4-Dosenbehältnis)enthielt, wurde bei gesunden Säuglingen durch Impfung im Alter von 6, 10 und 18 Wochen untersuchtund mit der Immunogenität bei Kindern verglichen, die Synflorix ohne Konservierungsmittel erhielten(160 eingeschlossene Probanden pro Gruppe).
Die Immunantworten wurden unter Verwendung von Kriterien der Nicht-Unterlegenheit in Bezug aufdas Antikörper-GMC-Verhältnis (GMC der Gruppe von Säuglingen, die Synflorix ohne 2-PE erhaltenhatten, gegenüber GMC der Gruppe von Säuglingen, die Synflorix mit 2-PE erhalten hatten) für jedender 10 im Impfstoff enthaltenen Serotypen und den kreuzreaktiven Serotypen 19A verglichen.
Die Nicht-Unterlegenheit wurde gezeigt, da der obere Grenzwert für das zweiseitige 95 %-KI des
Antikörper-GMC-Verhältnisses für jeden der 10 im Impfstoff enthaltenen Serotypen und Serotyp 19Aunter 2 lag. Darüber hinaus lagen die OPA-GMTs in beiden Gruppen in der gleichen Größenordnung.
Anwendung von Synflorix und einem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV13) im
Rahmen der Immunisierung eines Einzelnen
Die Anwendung von Synflorix und PCV13 im Rahmen der Immunisierung eines Einzelnen(Austauschbarkeit) wurde in einer in Mexiko durchgeführten klinischen Studie untersucht. Es wurden
Säuglinge entweder mit 2 Dosen PCV13 (86 Säuglinge) oder mit 1 Dosis PCV13 und 1 Dosis
Synflorix (89 Säuglinge) grundimmunisiert, gefolgt von einer Auffrischimpfung mit Synflorix im
Alter von 12 bis 15 Monaten, und mit Säuglingen verglichen, die mit dem 2+1-Synflorix-Impfschemageimpft wurden.
Bei den meisten der 10 gemeinsamen Serotypen war 1 Monat nach der Grundimmunisierung bzw.nach der Auffrischimpfung bei Säuglingen, die sowohl Synflorix als auch PCV13 erhielten, derbeobachtete Anteil der Säuglinge, die Antikörperkonzentrationen ≥ 0,2 µg/ml und OPA-Titer über den
Grenzwerten erreichten, hoch: ≥ 97,7 % für 8 von 10 Serotypen für Antikörperkonzentrationen ≥ 0,2µg/ml und ≥ 92,0 % für 7 von 10 Serotypen für OPA-Titer oberhalb der Grenzwerte. Für denkreuzreaktiven Serotyp 19A betrugen diese Anteile mindestens 86,5 % bzw. 88,0 %.
Es wurden keine Sicherheitsbedenken bei einem Wechsel des Impfstoffes von PCV13 auf Synflorixzum Zeitpunkt der Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung festgestellt.