SUGAMMADEX FRESENIUS KABI 100mg / ml injektionslösung merkblatt medikamente

V03AB35 sugamadex • VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Antidote

Sugammadex ist ein Umkehrmittel, das verwendet wird, um die Wirkung von neuromuskulären Blockern wie Rocuronium und Vecuronium nach chirurgischen Eingriffen aufzuheben. Es wirkt, indem es direkt an die neuromuskulären Blocker bindet und so die Wiederherstellung der Muskelfunktion erleichtert.

Das Medikament wird intravenös verabreicht, wie von einem Arzt verordnet, in der Regel am Ende der Operation. Es ist wichtig, dass die Verabreichung unter ärztlicher Aufsicht erfolgt.

Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Übelkeit, Hypotonie oder allergischen Reaktionen bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Hypotonie und Kopfschmerzen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie anaphylaktische Reaktionen auftreten. Patienten sollten vor der Verabreichung über diese Risiken informiert werden.

Allgemeine Daten zu SUGAMMADEX FRESENIUS KABI 100mg / ml

Substanz: sugamadex

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026

Handelsgesetzbuch: W69020002

Konzentration: 100mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: injektionslösung

Quantität: 10

Produktart: generic

Preis: 2617.55 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: LABESFAL - LABORATÓRIOS ALMIRO, S.A. - PORTUGALIA

Zulassungsinhaber: FRESENIUS KABI DEUTSCHLAND GMBH - GERMANIA

Zulassungsnummer: 1663/2022/02

Haltbarkeit: 3 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für sugamadex

Verfügbare Konzentrationen für sugamadex

100mg/ml, 10mg/ml, 50mg/ml

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SUGAMMADEX FRESENIUS KABI 100mg / ml injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Sugammadex Fresenius Kabi 100 mg/ml Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält Sugammadex-Natrium entsprechend 100 mg Sugammadex.

Jede Durchstechflasche mit 1 ml enthält Sugammadex-Natrium entsprechend 100 mg Sugammadex.

Jede Durchstechflasche mit 2 ml enthält Sugammadex-Natrium entsprechend 200 mg Sugammadex.

Jede Durchstechflasche mit 5 ml enthält Sugammadex-Natrium entsprechend 500 mg Sugammadex.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Enthält bis zu 9,7 mg/ml Natrium (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare, farblose bis leicht gelbe Lösung, frei von sichtbaren Partikeln.

Der pH-Wert liegt zwischen 7 und 8 und die Osmolalität zwischen 300 und 500 mOsm/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Aufhebung der durch Rocuronium oder Vecuronium induzierten neuromuskulären Blockade bei

Erwachsenen.

Kinder und Jugendliche: Sugammadex wird nur zur routinemäßigen Aufhebung einer Rocuroniuminduzierten Blockade bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahren empfohlen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Sugammadex sollte nur von einem Anästhesisten oder unter dessen Aufsicht verabreicht werden. Die

Anwendung einer geeigneten neuromuskulären Überwachungstechnik wird empfohlen, um die Erholungder neuromuskulären Blockade zu überwachen (siehe Abschnitt 4.4).

Die empfohlene Dosierung von Sugammadex hängt von der Tiefe der aufzuhebenden neuromuskulären

Blockade und nicht von der Art der Anästhesie ab.

Sugammadex kann zur Aufhebung verschiedener Tiefen einer Rocuronium- oder Vecuronium-induzierten neuromuskulären Blockade eingesetzt werden:

Erwachsene

Routinemäßige Aufhebung:

Eine Dosierung von 4 mg/kg Sugammadex wird empfohlen, wenn sich die Rocuronium- oder

Vecuronium-induzierte neuromuskuläre Blockade auf mindestens 1 - 2 Post-Tetanic Counts (PTC) erholthat. Die mittlere Dauer bis zur Erholung des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 beträgt etwa 3 Minuten (siehe

Abschnitt 5.1).

Eine Dosierung von 2 mg/kg Sugammadex wird empfohlen, wenn die Spontanerholung nach der

Rocuronium- oder Vecuronium-induzierten Blockade mindestens T2 erreicht hat. Die mittlere Dauer biszur Erholung des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 beträgt etwa 2 Minuten (siehe Abschnitt 5.1).

Die Anwendung der empfohlenen Dosierungen für die routinemäßige Aufhebung führt bei Rocuronium-induzierten im Vergleich zu Vecuronium-induzierten neuromuskulären Blockaden zu etwas kürzerenmittleren Erholungswerten des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 (siehe Abschnitt 5.1).

Sofortige Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade:

Falls nach Verabreichung von Rocuronium eine klinische Notwendigkeit zur sofortigen Aufhebungbesteht, wird eine Dosierung von 16 mg/kg Sugammadex empfohlen. Wenn 16 mg/kg Sugammadex3 Minuten nach einer Bolusgabe von 1,2 mg/kg Rocuroniumbromid verabreicht wird, kann eine mittlere

Erholungsdauer des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 in etwa 1,5 Minuten erwartet werden (siehe

Abschnitt 5.1).

Es liegen keine Daten zur Empfehlung der Anwendung von Sugammadex für eine sofortige Aufhebungeiner Vecuronium-induzierten Blockade vor.

Wiederholte Verabreichung von Sugammadex:

Für den seltenen Fall eines postoperativen Wiederauftretens einer neuromuskulären Blockade (siehe

Abschnitt 4.4) nach einer initialen Gabe von 2 mg/kg oder 4 mg/kg Sugammadex wird eine erneute Gabevon 4 mg/kg Sugammadex empfohlen. Nach einer zweiten Gabe von Sugammadex sollte der Patient engüberwacht werden, um eine dauerhafte Rückkehr der neuromuskulären Funktion sicherzustellen.

Wiederholte Verabreichung von Rocuronium oder Vecuronium nach Sugammadex:

Zu den Wartezeiten für eine wiederholte Verabreichung von Rocuronium oder Vecuronium nach

Aufhebung der neuromuskulären Blockade durch Sugammadex, siehe Abschnitt 4.4.

Weitere Informationen für spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten:

Die mediane Erholungsdauer des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 nach Verabreichung von Sugammadex zum

Zeitpunkt T2 im Anschluss an eine Rocuronium-induzierte Blockade betrug bei Erwachsenen(18 - 64 Jahre) 2,2 Minuten, bei älteren Erwachsenen (65 - 74 Jahre) 2,6 Minuten und bei sehr alten

Erwachsenen (75 Jahre und älter) 3,6 Minuten. Auch wenn die Erholungszeit bei Älteren tendenzielletwas länger erscheint, sollte den gleichen Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene gefolgt werden(siehe Abschnitt 4.4).

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Die Anwendung von Sugammadex bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion(einschließlich Dialyse-Patienten (CrCl < 30 ml/min)) wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Studien bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion liefern keine hinreichenden

Sicherheitsdaten, um die Anwendung von Sugammadex bei diesen Patienten zu stützen (siehe auch

Abschnitt 5.1).

Bei leicht bis mittelmäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30 und < 80 ml/min):

Die Dosierungsempfehlungen entsprechen denen für Erwachsene ohne Einschränkung der

Nierenfunktion.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Studien an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurden nicht durchgeführt. Daher sollten

Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion oder mit eingeschränkter Leberfunktion undgleichzeitiger Gerinnungsstörung mit Vorsicht behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion: Da Sugammadex vorwiegend renal ausgeschiedenwird, sind keine Dosierungsanpassungen erforderlich.

Übergewichtige Patienten:

Bei übergewichtigen Patienten, einschließlich krankhaft übergewichtigen Patienten (Body-Mass-Index≥ 40 kg/m2), sollte die Dosierung von Sugammadex auf dem tatsächlichen Körpergewicht basieren. Esgelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche (2 - 17 Jahre):

Sugammadex Fresenius Kabi 100 mg/ml kann auf 10 mg/ml verdünnt werden, um die

Dosiergenauigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu erhöhen (siehe Abschnitt 6.6).

Routinemäßige Aufhebung:

Eine Dosis von 4 mg/kg Sugammadex wird zur Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockadeempfohlen, wenn die Erholung mindestens 1 - 2 Post-Tetanic Counts (PTC) erreicht hat.

Eine Dosis von 2 mg/kg wird zur Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade nach

Wiedererlangung von T2 empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).

Sofortige Aufhebung:

Eine sofortige Aufhebung bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht untersucht.

Neugeborene und Kleinkinder (30 Tage bis 2 Jahre):

Zur Anwendung von Sugammadex bei Kleinkindern (30 Tage bis 2 Jahre) liegen nur begrenzte

Erfahrungen vor. Neugeborene (jünger als 30 Tage) wurden nicht untersucht. Die Anwendung von

Sugammadex bei Neugeborenen und Kleinkindern wird daher bis zum Vorliegen weiterer Daten nichtempfohlen.

Art der Anwendung

Sugammadex sollte intravenös als einmalige Bolusinjektion verabreicht werden. Die

Bolusinjektion sollte zügig, innerhalb von 10 Sekunden, über einen bestehenden intravenösen

Zugang verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6).

Sugammadex wurde in klinischen Studien nur als einmalige Bolusinjektion verabreicht.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Wie in der anästhesiologischen Praxis nach einer neuromuskulären Blockade üblich, wird empfohlen,

Patienten unmittelbar nach der Operation hinsichtlich Nebenwirkungen einschließlich eines

Wiederauftretens der neuromuskulären Blockade zu überwachen.

Überwachung der Atemfunktion während der Erholung:

Der Patient muss so lange künstlich beatmet werden, bis eine ausreichende Spontanatmung nach

Aufhebung der neuromuskulären Blockade wiederhergestellt ist. Auch wenn der Patient sich vollständigvon der neuromuskulären Blockade erholt hat, kann eine künstliche Beatmung nach wie vor erforderlichsein, da andere Arzneimittel, welche in der peri- und postoperativen Phase verwendet wurden, die

Atemfunktion einschränken können.

Sollte die neuromuskuläre Blockade nach Extubation erneut auftreten, muss für eine ausreichendekünstliche Beatmung gesorgt werden.

Wiederauftreten der neuromuskulären Blockade:

In klinischen Studien mit Patienten, die mit Rocuronium oder Vecuronium behandelt wurden, und die

Sugammadex in einer für die Tiefe der neuromuskulären Blockade empfohlenen Dosis erhielten, wurdeeine Inzidenz von 0,20 % für das Wiederauftreten einer neuromuskulären Blockade beobachtet(basierend auf neuromuskulärem Monitoring oder klinischen Anzeichen). Die Anwendung vongeringeren als den empfohlenen Dosen kann zu einem erhöhten Risiko für das Wiederauftreten einerneuromuskulären Blockade nach initialer Aufhebung führen und wird daher nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.2 und Abschnitt 4.8).

Auswirkung auf die Hämostase:

In einer Studie mit Probanden führten Dosierungen von 4 mg/kg und 16 mg/kg Sugammadex zu einermaximalen mittleren Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) um 17 bzw.22 % sowie der Prothrombinzeit (PT)/International Normalized Ratio (INR) um 11 bzw. 22 %. Diesebegrenzten Verlängerungen der mittleren aPTT und PT/INR waren von kurzer Dauer (≤ 30 Minuten).

Basierend auf der klinischen Datenbank (n = 3.519) und der Auswertung einer spezifischen Studie mit1.184 Patienten, die wegen einer Hüftfraktur operiert wurden oder bei denen ein großes Gelenk ersetztwerden musste, gab es keinen klinisch relevanten Effekt von Sugammadex 4 mg/kg allein oder in

Kombination mit Antikoagulantien auf die Inzidenz von peri- oder postoperativen

Blutungskomplikationen.

In In-vitro-Tests wurde eine pharmakodynamische Wechselwirkung (Verlängerung der aPTT und PT)mit Vitamin-K-Antagonisten, unfraktioniertem Heparin, niedermolekularen Heparinoiden, Rivaroxabanund Dabigatran beobachtet. Bei Patienten, die eine routinemäßige postoperative prophylaktische

Antikoagulation erhalten, ist diese pharmakodynamische Wechselwirkung klinisch nicht relevant.

Vorsicht ist geboten, wenn die Anwendung von Sugammadex bei Patienten in Betracht gezogen wird,die aufgrund eines anamnestisch bekannten oder aktuellen Krankheitszustandes eine therapeutische

Antikoagulation erhalten.

Ein erhöhtes Blutungsrisiko kann nicht ausgeschlossen werden bei Patienten:

* mit angeborenem Mangel an Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren;

* mit einer anamnestisch bekannten Koagulopathie;

* die Cumarin-Derivate erhalten und eine INR über 3,5 haben;

* die Antikoagulantien anwenden und eine Dosis von 16 mg/kg Sugammadex erhalten.

Wenn es medizinisch notwendig ist, diesen Patienten Sugammadex zu verabreichen, muss der

Anästhesist unter Berücksichtigung von Blutungsepisoden in der Vorgeschichte des Patienten und der

Art der geplanten Operation entscheiden, ob der Nutzen das mögliche Risiko für

Blutungskomplikationen überwiegt. Wenn Sugammadex diesen Patienten verabreicht wird, wird eine

Überwachung der Hämostase und der Gerinnungsparameter empfohlen.

Wartezeiten vor wiederholter Verabreichung neuromuskulär blockierender Substanzen nach Aufhebungder neuromuskulären Blockade mit Sugammadex:

Tabelle 1: Wiederholte Verabreichung von Rocuronium oder Vecuronium nachroutinemäßiger Aufhebung (bis zu 4 mg/kg Sugammadex):

Mindestwartezeit Neuromuskulär blockierende

Substanz und zu verabreichende

Dosis5 Minuten 1,2 mg/kg Rocuronium4 Stunden 0,6 mg/kg Rocuronium oder0,1 mg/kg Vecuronium

Nach erneuter Verabreichung von Rocuronium 1,2 mg/kg innerhalb von 30 Minuten nach der

Anwendung von Sugammadex, kann das Einsetzen der neuromuskulären Blockade bis zu ca. 4 Minutenverzögert und die Dauer der neuromuskulären Blockade auf bis zu ca. 15 Minuten verkürzt werden.

Für Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion wird auf Basis pharmakokinetischer

Modelle nach einer routinemäßigen Aufhebung der neuromuskulären Blockade mit Sugammadex eine

Wartezeit von 24 Stunden vor einer wiederholten Anwendung von 0,6 mg/kg Rocuronium oder0,1 mg/kg Vecuronium empfohlen. Ist eine kürzere Wartezeit erforderlich, sollte die Rocuronium-Dosisfür eine wiederholte neuromuskuläre Blockade 1,2 mg/kg betragen.

Wiederholte Verabreichung von Rocuronium oder Vecuronium nach sofortiger Aufhebung derneuromuskulären Blockade (16 mg/kg Sugammadex):

Für die sehr seltenen Fälle, in denen dies erforderlich sein könnte, wird eine Wartezeit von 24 Stundenvorgeschlagen.

Sollte eine erneute neuromuskuläre Blockade vor Ablauf der empfohlenen Wartezeit erforderlich sein, sowird die Gabe einer nicht steroidalen neuromuskulär blockierenden Substanz empfohlen. Die

Wirkung einer depolarisierenden neuromuskulär blockierenden Substanz könnte langsamer eintreten alserwartet, da ein erheblicher Anteil der postsynaptischen Nikotinrezeptoren noch immer durch dieneuromuskulär blockierende Substanz besetzt sein kann.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Sugammadex wird nicht zur Anwendung bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion oder

Dialysepflicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).

Flache Narkose:

Wurde die neuromuskuläre Blockade in klinischen Studien absichtlich inmitten einer Narkoseaufgehoben, so konnten gelegentlich Anzeichen einer flachen Narkose beobachtet werden (Bewegungen,

Husten, Grimassieren und Saugen am Endotrachealtubus).

Wird eine neuromuskuläre Blockade während einer Narkose aufgehoben, sollten zusätzliche Dosen eines

Anästhetikums und/oder eines Opioids verabreicht werden, falls dies klinisch erforderlich ist.

Ausgeprägte Bradykardie:

In seltenen Fällen wurde ausgeprägte Bradykardie innerhalb von Minuten nach der Anwendung von

Sugammadex zur Aufhebung der neuromuskulären Blockade beobachtet. Bradykardie kann gelegentlichzum Herzstillstand führen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten während und nach Aufhebung derneuromuskulären Blockade engmaschig auf hämodynamische Veränderungen hin überwacht werden. Siesollten mit Anticholinergika wie Atropin behandelt werden, wenn eine klinisch relevante Bradykardiebeobachtet wird.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Sugammadex wird von der Leber weder metabolisiert noch ausgeschieden. Daher wurden keinespeziellen Studien bei Patienten mit Leberinsuffizienz durchgeführt. Patienten mit schwereingeschränkter Leberfunktion sollten mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Ist die Einschränkungder Leberfunktion von einer Gerinnungsstörung begleitet, siehe die Informationen zur Auswirkung aufdie Hämostase.

Anwendung auf Intensivstation:

Sugammadex wurde nicht bei Patienten untersucht, die Rocuronium oder Vecuronium in derintensivmedizinischen Anwendung erhielten.

Anwendung zur Aufhebung anderer neuromuskulär blockierender Substanzen als Rocuronium oder

Vecuronium:

Sugammadex sollte nicht zur Aufhebung einer Blockade durch nicht steroidale neuromuskulärblockierende Substanzen wie z. B. Succinylcholin oder Benzylisochinoline eingesetzt werden.

Wegen fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit sollte Sugammadex nicht zur Aufhebung einer

Blockade durch andere steroidale neuromuskulär blockierende Substanzen als Rocuronium oder

Vecuronium eingesetzt werden. Es liegen begrenzt Daten zur Aufhebung einer Pancuronium-induzierten

Blockade vor, aber die Anwendung von Sugammadex hierfür wird nicht empfohlen.

Verlängerte Erholungszeit:

Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit einhergehen, wie z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen,hohes Alter (siehe Abschnitt 4.2 zur Dauer bis zur Erholung bei älteren Patienten) oder ödematöse

Zustände (z. B. schwere Leberfunktionseinschränkung), können zu einer verlängerten Erholungszeitführen.

Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen:

Ärzte sollten auf mögliche Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktische

Reaktionen) vorbereitet sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen (siehe Abschnitt 4.8).

Natrium:

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 9,7 mg Natrium pro ml, entsprechend 0,5 % der von der WHO füreinen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Angaben in diesem Abschnitt basieren auf der Bindungsaffinität zwischen Sugammadex undanderen Arzneimitteln, präklinischen Studien, klinischen Studien und Simulationen in einem Modell, indem die pharmakodynamischen Effekte von neuromuskulär blockierenden Substanzen und diepharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen neuromuskulär blockierenden Substanzen und

Sugammadex berücksichtigt werden. Basierend auf diesen Daten sind keine klinisch relevantenpharmakodynamischen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln außer den folgenden zu erwarten:

Bei Toremifen und Fusidinsäure können Wechselwirkungen durch Verdrängung nicht ausgeschlossenwerden (es werden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen durch Einkapselung erwartet).

Bei hormonellen Kontrazeptiva können klinisch relevante Wechselwirkungen durch Einkapselung nichtausgeschlossen werden (es werden keine Wechselwirkungen durch Verdrängung erwartet).

Wechselwirkungen, die möglicherweise die Wirksamkeit von Sugammadex beeinflussen(Wechselwirkungen durch Verdrängung):

Theoretisch können Rocuronium oder Vecuronium durch Verabreichung bestimmter Arzneimittel nachder Anwendung von Sugammadex aus Sugammadex verdrängt werden. Dies kann ein Wiederauftretender neuromuskulären Blockade zur Folge haben. In diesem Fall muss der Patient künstlich beatmetwerden. Falls das Arzneimittel, welches die Verdrängung ausgelöst hat, als Infusion verabreicht wurde,sollte diese gestoppt werden. In Situationen, in denen mögliche Wechselwirkungen durch Verdrängungzu erwarten sind, sollten Patienten nach parenteraler Verabreichung eines anderen Arzneimittels, dieinnerhalb von 7,5 Stunden nach Verabreichung von Sugammadex erfolgt, sorgfältig (für etwa15 Minuten) hinsichtlich Anzeichen eines Wiederauftretens der neuromuskulären Blockade überwachtwerden.

Toremifen:

Bei Toremifen, das eine relativ hohe Bindungsaffinität für Sugammadex besitzt, und bei dem eine relativhohe Plasmakonzentration auftreten kann, kann eine Verdrängung von Vecuronium oder Rocuroniumaus dem Komplex mit Sugammadex auftreten. Kliniker sollten deshalb wissen, dass die Erholung des

T4/T1-Verhältnisses auf 0,9 daher bei Patienten, die am Tag der Operation Toremifen erhalten haben,verzögert sein kann.

Intravenöse Verabreichung von Fusidinsäure:

Die Verabreichung von Fusidinsäure in der präoperativen Phase kann die Erholung des T4/T1-

Verhältnisses auf 0,9 verzögern. In der postoperativen Phase wird kein Wiederauftreten derneuromuskulären Blockade erwartet, da Fusidinsäure über mehrere Stunden infundiert wird und die

Blutspiegel über 2-3 Tage kumulieren. Zur erneuten Verabreichung von Sugammadex siehe

Abschnitt 4.2.

Wechselwirkungen, die möglicherweise die Wirksamkeit anderer Arzneimittel beeinflussen(Wechselwirkungen durch Einkapselung):

Durch Verabreichung von Sugammadex kann die Wirkung bestimmter Arzneimittel aufgrund der

Reduktion ihrer (freien) Plasmakonzentration abnehmen. In diesem Fall sollte der Kliniker die erneute

Verabreichung desselben Arzneimittels, die Verabreichung eines therapeutisch äquivalenten

Arzneimittels (möglichst aus einer anderen Wirkstoffklasse) und/oder nicht-pharmakologische

Maßnahmen in Betracht ziehen.

Hormonelle Kontrazeptiva:

Die zu erwartende Wechselwirkung zwischen 4 mg/kg Sugammadex und Gestagen besteht in einer

Reduktion der freien Gestagenspiegel (34 % der AUC), vergleichbar mit der Reduktion, die beobachtetwird, wenn eine Tagesdosis eines oralen Kontrazeptivums 12 Stunden zu spät eingenommen wird.

Dadurch kann es zu einer Wirksamkeitsabschwächung kommen. Bei Östrogenen ist der zu erwartende

Effekt geringer. Daher wird die Bolusgabe von Sugammadex äquivalent einer vergessenen Tagesdosiseines oralen Kontrazeptivums (entweder kombiniert oder nur Gestagen) angesehen. Wird Sugammadexam selben Tag angewendet, an dem ein orales Kontrazeptivum eingenommen wurde, wird auf die

Empfehlungen zum Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme in der Packungsbeilage des oralen

Kontrazeptivums verwiesen. Falls nicht orale hormonelle Kontrazeptiva angewendet werden, muss die

Patientin in den folgenden 7 Tagen eine zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmethode anwenden.

Zusätzlich soll auf die Angaben in der Packungsbeilage des Kontrazeptivums verwiesen werden.

Wechselwirkungen aufgrund der anhaltenden Wirkung von Rocuronium oder Vecuronium:

Falls postoperativ Arzneimittel angewendet werden, die eine neuromuskuläre Blockade verstärken, solltebesonders auf ein mögliches Wiederauftreten der neuromuskulären Blockade geachtet werden. Bittebeachten Sie die Gebrauchsinformation von Rocuronium und Vecuronium bezüglich einer Auflistungvon Arzneimitteln, welche die neuromuskuläre Blockade verstärken können. Im Falle des

Wiederauftretens einer neuromuskulären Blockade kann es erforderlich sein, den Patienten künstlich zubeatmen und erneut Sugammadex zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.2).

Beeinflussung von Labortests:

Im Allgemeinen beeinflusst Sugammadex Labortests nicht. Einzige Ausnahme könnte möglicherweiseder Serum-Gestagen-Test sein. Eine Beeinflussung dieses Labortests wird bei einer

Sugammadex-Plasmakonzentration von 100 Mikrogramm/ml (Plasmaspitzenspiegel nach Bolusinjektionvon 8 mg/kg) beobachtet.

In einer Studie mit Probanden führten Dosierungen von 4 mg/kg und 16 mg/kg Sugammadex zu einermaximalen mittleren Verlängerung der aPTT um 17 bzw. 22 % sowie der PT (INR) um 11 bzw. 22 %.

Diese begrenzten Verlängerungen der mittleren aPTT und PT (INR) waren von kurzer Dauer(≤ 30 Minuten).

In In-vitro-Tests wurde eine pharmakodynamische Wechselwirkung (Verlängerung der aPTT und PT)mit Vitamin-K-Antagonisten, unfraktioniertem Heparin, niedermolekularen Heparinoiden, Rivaroxabanund Dabigatran beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine speziellen Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Die oben genannten

Wechselwirkungen bei Erwachsenen und die Warnhinweise in Abschnitt 4.4 sollten auch beipädiatrischen Patienten beachtet werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Sugammadex liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf

Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen.

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Sugammadex in die Muttermilch ausgeschieden wird. Tierexperimentelle Studienzeigen eine Exkretion von Sugammadex in die Muttermilch. Die orale Resorption von Cyclodextrinen istim Allgemeinen gering, und nach einmaliger Anwendung in der Stillzeit ist keine Auswirkung auf dasgestillte Kind zu erwarten.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die

Behandlung mit Sugammadex verzichtet werden soll/die Behandlung mit Sugammadex zu unterbrechenist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frauberücksichtigt werden.

Fertilität

Die Wirkungen von Sugammadex auf die menschliche Fertilität wurden nicht untersucht. Tierstudien zur

Beurteilung der Fertilität ergaben keine schädigenden Wirkungen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Für Sugammadex Fresenius Kabi ist kein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen bekannt.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Sugammadex Fresenius Kabi wird zusammen mit neuromuskulär blockierenden Substanzen und

Anästhetika bei chirurgischen Patienten angewendet. Daher ist die Kausalität von unerwünschten

Ereignissen schwierig zu beurteilen.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei chirurgischen Patienten waren Husten,

Atemwegskomplikationen der Anästhesie, Narkosekomplikationen, prozedurale Hypotonie undprozedurale Komplikationen (häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)).

Tabelle 2: Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Sugammadex wurde auf Basis der Daten einer Sicherheits-Datenbank von3.519 Einzelpersonen aus gepoolten Phase-I-III-Studien bewertet. Die folgenden Nebenwirkungenwurden in Placebo-kontrollierten Studien bei Patienten gemeldet gemeldet, die eine Anästhesieund/oder neuromuskulär blockierende Substanzen erhielten (1078 Patienten unter Sugammadexim Vergleich zu 544 Personen unter Placebo):[Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100), selten(≥ 1/10 000 bis < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000)]

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen(Bevorzugte Bezeichnung)

Erkrankungen des Gelegentlich Arzneimittelüberempfindlich-

Immunsystems keitsreaktionen (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Häufig Husten

Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums

Verletzung, Vergiftung und Häufig Atemwegskomplikationdurch Eingriffe bedingte der Anästhesie

Komplikationen

Narkosekomplikationen(siehe Abschnitt 4.4)

Prozedurale Hypotonie

Prozedurale Komplikation

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen:

Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie sind bei einigen Patienten und Probandenaufgetreten (für Informationen zu Probanden siehe unten). In klinischen Studien mit Patienten mit einemoperativen Eingriff wurden diese Reaktionen gelegentlich berichtet, und für Berichte nach

Markteinführung ist die Häufigkeit unbekannt.

Diese Reaktionen reichten von lokalen Hautreaktionen bis hin zu schwerwiegenden systemischen

Reaktionen (d. h. Anaphylaxie, anaphylaktischer Schock) und sind bei Patienten aufgetreten, die bishernicht mit Sugammadex behandelt wurden.

Symptome, die mit diesen Reaktionen verbunden sind, können umfassen: Flush, Urtikaria, erythematöser

Hautausschlag, (schwerwiegende) Hypotonie, Tachykardie, Schwellung von Zunge, Schwellung des

Rachens, Bronchospasmus und obstruktive pulmonale Ereignisse. Schwerwiegende

Überempfindlichkeitsreaktionen können tödlich verlaufen.

Atemwegskomplikation der Anästhesie:

Zu den Atemwegskomplikationen der Anästhesie zählten u. a. Sträuben gegen den Endotrachealtubus,

Husten, leichte Abwehrreaktion, Weckreaktionen während der Operation, Husten während der

Anästhesie bzw. der Operation, oder mit der Anästhesie assoziiertes spontanes Atmen des Patienten.

Narkosekomplikationen:

Narkosekomplikationen, hinweisend auf ein Wiedereinsetzen der neuromuskulären Funktion, umfassen

Bewegung der Gliedmaßen oder des Körpers oder Husten während der Narkose oder während der

Operation, Grimassieren oder Saugen am Endotrachealtubus. Siehe Abschnitt 4.4, Flache Narkose.

Prozedurale Komplikationen:

Zu den prozeduralen Komplikationen zählten u.a. Husten, Tachykardie, Bradykardie, Bewegung underhöhte Herzfrequenz.

Ausgeprägte Bradykardie:

Nach Markteinführung wurden einzelne Fälle ausgeprägter Bradykardie und Bradykardie mit

Herzstillstand innerhalb von Minuten nach der Anwendung von Sugammadex beobachtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Wiederauftreten einer neuromuskulären Blockade:

In klinischen Studien mit Patienten, die mit Rocuronium oder Vecuronium behandelt wurden, und die

Sugammadex in einer für die Tiefe der neuromuskulären Blockade empfohlenen Dosis erhielten(n = 2.022), wurde eine Inzidenz von 0,20 % für das Wiederauftreten einer neuromuskulären Blockadebeobachtet (basierend auf neuromuskulärem Monitoring oder klinischen Anzeichen) (siehe

Abschnitt 4.4).

Informationen zu Probanden:

Die Inzidenz von Wirkstoffüberempfindlichkeitsreaktionen wurde in einer randomisierten,doppelblinden Studie untersucht, in der gesunde Probanden bis zu drei Dosen Placebo (n = 76),

Sugammadex 4 mg/kg (n = 151) oder Sugammadex 16 mg/kg (n = 148) erhielten. Die Berichte über den

Verdacht einer Überempfindlichkeit wurden durch ein verblindetes Gremium beurteilt. Die Inzidenzbestätigter Überempfindlichkeit lag unter Placebo bei 1,3 %, unter Sugammadex 4 mg/kg bei 6,6 % undunter Sugammadex 16 mg/kg bei 9,5 %. Es gab keine Berichte über Anaphylaxien nach Gabe von

Placebo oder Sugammadex 4 mg/kg. Es gab einen einzigen bestätigten Fall von Anaphylaxie nach Gabeder ersten Dosis Sugammadex 16 mg/kg (Inzidenz 0,7 %). Es gab keinen Hinweis auf eine erhöhte

Häufigkeit oder einen höheren Schweregrad von Überempfindlichkeit nach wiederholter Gabe von

Sugammadex.

In einer früheren Studie mit ähnlichem Design traten drei bestätigte Anaphylaxiefälle auf - alle unter

Sugammadex 16 mg/kg (Inzidenz 2,0 %).

In den gepoolten Daten aus Phase-I-Studien zählten zu den Nebenwirkungen, die als häufig (≥ 1/100 bis< 1/10) oder sehr häufig (≥ 1/10) eingestuft wurden und bei Personen unter der Behandlung mit

Sugammadex häufiger auftraten als unter Placebo: Dysgeusie (10,1 %), Kopfschmerzen (6,7 %),

Übelkeit (5,6 %), Urtikaria (1,7 %), Pruritus (1,7 %), Schwindelgefühl (1,6 %), Erbrechen (1,2 %) und

Abdominalschmerzen (1,0 %).

Zusätzliche Angaben zu besonderen Patientengruppen

Pulmonale Patienten:

Nach Markteinführung und in einer speziellen klinischen Studie an Patienten mit pulmonalen

Komplikationen in der Vorgeschichte wurde über Bronchospasmen als mögliche Nebenwirkungberichtet. Wie bei allen Patienten mit pulmonalen Komplikationen in der Vorgeschichte sollte sich der

Arzt über das mögliche Auftreten von Bronchospasmen bewusst sein.

Kinder und Jugendliche

In Studien mit pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 17 Jahren war das Sicherheitsprofil von

Sugammadex (bis zu 4 mg/kg) weitgehend vergleichbar mit dem bei Erwachsenen beobachteten Profil.

Krankhaft übergewichtige Patienten

In einer eigens angelegten klinischen Studie mit krankhaft übergewichtigen Patienten war das

Sicherheitsprofil weitgehend mit dem Profil bei erwachsenen Patienten aus den gepoolten Phase-I-III-

Studien vergleichbar (siehe Tabelle 2).

Patienten mit schwerer Allgemeinerkrankung

In einer Studie an Patienten, die als American Society of Anesthesiologists (ASA) Klasse 3 oder 4eingestuft wurden (Patienten mit schwerer Allgemeinerkrankung oder Patienten mit schwerer

Allgemeinerkrankung, die eine ständige Lebensbedrohung darstellt), war das Nebenwirkungsprofil beidiesen Patienten der ASA-Klassen 3 und 4 weitgehend mit dem bei erwachsenen Patienten aus dengepoolten Phase-I-III-Studien vergleichbar (siehe Tabelle 2). Siehe Abschnitt 5.1.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über dasin Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

In klinischen Studien wurde ein Fall einer versehentlichen Überdosierung mit 40 mg/kg ohnesignifikante Nebenwirkungen berichtet. In einer humanen Verträglichkeitsstudie wurden Dosierungenvon bis zu 96 mg/kg verabreicht. Es wurden weder dosisabhängige noch schwerwiegende

Nebenwirkungen beobachtet.

Sugammadex kann durch Hämodialyse mit einem High-Flux-Filter eliminiert werden, aber nicht miteinem Low-Flux-Filter. Klinischen Studien zufolge kann die Plasmakonzentration von Sugammadexdurch eine 3- bis 6-stündige Dialysesitzung um bis zu 70 % gesenkt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel, Antidote,

ATC-Code: V03AB35

Wirkmechanismus:

Sugammadex ist ein modifiziertes Gamma-Cyclodextrin, bei dem es sich um eine selektiv Relaxanz-bindende Substanz handelt. Es bildet mit den neuromuskulär blockierenden Substanzen Rocuroniumoder Vecuronium im Plasma einen Komplex, wodurch die Menge der für die Bindung an dennikotinergen Rezeptoren in der neuromuskulären Endplatte zur Verfügung stehenden neuromuskulärblockierenden Substanz reduziert wird. Dies führt zu einer Aufhebung der Rocuronium- oder

Vecuronium-induzierten Blockade.

Pharmakodynamische Wirkungen:

In Dosis-Wirkungsstudien wurde Sugammadex in Dosierungen von 0,5 mg/kg bis 16 mg/kg zur

Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade (0,6, 0,9, 1,0 und 1,2 mg/kg Rocuroniumbromid mitund ohne Erhaltungsdosis) und einer Vecuronium-induzierten Blockade (0,1 mg/kg Vecuroniumbromidmit und ohne Erhaltungsdosis) zu verschiedenen Zeitpunkten/Tiefen der Blockade eingesetzt. In diesen

Studien konnte eine eindeutige Dosis-Wirkungsbeziehung beobachtet werden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit:

Sugammadex kann zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Verabreichung von Rocuronium- oder

Vecuroniumbromid angewendet werden:

Routinemäßige Aufhebung - tiefe neuromuskuläre Blockade:

In einer pivotalen Studie wurden Patienten randomisiert der Rocuronium- oder Vecuronium-Gruppezugeteilt. Nach der letzten Dosis von Rocuronium oder Vecuronium wurde bei 1 - 2 PTC inrandomisierter Form 4 mg/kg Sugammadex oder 70 Mikrogramm/kg Neostigmin verabreicht. Die Dauervon Beginn der Verabreichung von Sugammadex oder Neostigmin bis zur Erholung des T4/T1-

Verhältnisses auf 0,9 betrug:

Tabelle 3: Dauer (Minuten) von der Verabreichung von Sugammadex oder Neostigmin beitiefer neuromuskulärer Blockade (1 - 2 PTCs) nach Rocuronium oder Vecuronium bis zur

Erholung des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9

Neuromuskulär blockierende Behandlungsart

Substanz Sugammadex (4 mg/kg) Neostigmin (70

Mikrogramm/kg)

Rocuronium

N 37 37

Median (Minuten) 2,7 49,0

Bereich 1,2 - 16,1 13,3 - 145,7

Vecuronium

N 47 36

Median (Minuten) 3,3 49,9

Bereich 1,4 - 68,4 46,0 - 312,7

Routinemäßige Aufhebung - moderate neuromuskuläre Blockade:

In einer anderen pivotalen Studie wurden Patienten randomisiert der Rocuronium- oder Vecuronium-

Gruppe zugeteilt. Nach der letzten Dosis von Rocuronium oder Vecuronium wurden bei Wiederauftretenvon T2 in randomisierter Form 2 mg/kg Sugammadex oder 50 Mikrogramm/kg Neostigmin verabreicht.

Die Dauer vom Beginn der Gabe von Sugammadex oder Neostigmin bis zur Erholung des T4/T1-

Verhältnisses auf 0,9 betrug:

Tabelle 4: Dauer (Minuten) von der Verabreichung von Sugammadex oder Neostigmin bei

Wiederauftreten von T2 nach Rocuronium oder Vecuronium bis zur Erholung des T4/T1-

Verhältnisses auf 0,9

Neuromuskulär blockierende Behandlungsart

Substanz Sugammadex (2 mg/kg) Neostigmin (50

Mikrogramm/kg)

Rocuronium

N 48 48

Median (Minuten) 1,4 17,6

Bereich 0,9 - 5,4 3,7 - 106,9

Vecuronium

N 48 45

Median (Minuten) 2,1 18,9

Bereich 1,2 - 64,2 2,9 - 76,2

Die Aufhebung der Rocuronium-induzierten neuromuskulären Blockade mit Sugammadex wurde mitder Aufhebung einer Cis-Atracurium-induzierten neuromuskulären Blockade mit Neostigminverglichen. Bei Wiederauftreten von T2 wurde eine Dosis von 2 mg/kg Sugammadex oder50 Mikrogramm/kg Neostigmin verabreicht. Sugammadex führte zu einer schnelleren Aufhebung der

Rocuronium-induzierten neuromuskulären Blockade verglichen mit der Aufhebung der Cis-

Atracurium-induzierten neuromuskulären Blockade durch Neostigmin:

Tabelle 5: Dauer (Minuten) von der Verabreichung von Sugammadex oder Neostigmin bei

Wiederauftreten von T2 nach Rocuronium oder Cis-Atracurium bis zur Erholung des T4-/T1-

Verhältnisses auf 0,9

Neuromuskulär blockierende Behandlungsart

Substanz Rocuronium und Sugammadex Cis-Atracurium und Neostigmin(2 mg/kg) (50 Mikrogramm/kg)

N 34 39

Median (Minuten) 1,9 7,2

Bereich 0,7 - 6,4 4,2 - 28,2

Für die sofortige Aufhebung:

Es wurde die Erholungsdauer einer Succinylcholin-induzierten neuromuskulären Blockade (1 mg/kg) mitder Sugammadex-induzierten Erholung (16 mg/kg, nach 3 Minuten) aus einer Rocuronium-induziertenneuromuskulären Blockade (1,2 mg/kg) verglichen.

Tabelle 6: Dauer (Minuten) von der Verabreichung von Rocuronium und Sugammadex oder

Succinylcholin bis zur Erholung auf einen T1-Wert von 10 %

Neuromuskulär blockierende Behandlungsart

Substanz Rocuronium und Sugammadex Succinylcholin(16 mg/kg) (1 mg/kg)

N 55 55

Median (Minuten) 4,2 7,1

Bereich 3,5 - 7,7 3,7 - 10,5

Eine Auswertung gepoolter Daten hat die folgenden Erholungszeiten bei Gabe von 16 mg/kg

Sugammadex nach 1,2 mg/kg Rocuronium ergeben:

Tabelle 7: Dauer (Minuten) von der Verabreichung von Sugammadex 3 Minuten nach

Rocuronium bis zur Erholung des T4/T1-Verhältnisses auf 0,9, 0,8 oder 0,7

T4/T1 auf 0,9 T4/T1 auf 0,8 T4/T1 auf 0,7

N 65 65 65

Median 1,5 1,3 1,1(Protokoll)

Bereich 0,5 - 14,3 0,5 - 6,2 0,5 - 3,3

Eingeschränkte Nierenfunktion:

In zwei offenen Studien wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Sugammadex bei Patienten mit undohne schwere Einschränkung der Nierenfunktion verglichen, die einen operativen Eingriff hatten. Ineiner Studie wurde Sugammadex nach einer Rocuronium-induzierten Blockade bei 1 - 2 PTC (4 mg/kg;n = 68) verabreicht, in der anderen Studie wurde Sugammadex mit Wiedererlangung von T2 (2 mg/kg;n = 30) gegeben. Die Erholung nach Blockade dauerte bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung geringfügig länger als bei Patienten ohne Nierenfunktionsstörung. In diesen

Studien gab es bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung keine Berichte über eineneuromuskuläre Restblockade oder ein Wiederauftreten einer neuromuskulären Blockade.

Krankhaft übergewichtige Patienten:

Eine Studie mit 188 Patienten, die als krankhaft übergewichtig diagnostiziert waren, untersuchte die Zeitbis zur Erholung aus moderater oder tiefer, durch Rocuronium oder Vecuronium induzierterneuromuskulärer Blockade. Die Patienten erhielten entsprechend der Tiefe der Blockade 2 mg/kg oder4 mg/kg Sugammadex, randomisiert doppelblind entweder gemäß tatsächlichem oder idealisiertem

Körpergewicht dosiert. Über die Tiefe der Blockade und die neuromuskulär blockierende Substanzgepoolt, war die mediane Zeit bis zur Erholung auf ein Train-of-four-(TOF)-Verhältnis ≥ 0,9 bei

Patienten, bei denen nach tatsächlichem Körpergewicht dosiert wurde (1,8 Minuten), statistischsignifikant (p < 0,0001) kürzer als bei Patienten, bei denen nach idealisiertem Körpergewicht dosiertwurde (3,3 Minuten).

Kinder und Jugendliche:

Eine Studie mit 288 Patienten im Alter von 2 bis < 17 Jahren untersuchte die Sicherheit und Wirksamkeitvon Sugammadex im Vergleich zu Neostigmin als Mittel zur Aufhebung einer, durch Rocuronium oder

Vecuronium induzierten, neuromuskulären Blockade. Die Erholung aus einer moderaten Blockade aufein Train-of-four-(TOF)-Verhältnis ≥ 0,9 war bei der Gruppe mit Sugammadex 2 mg/kg signifikantschneller als bei der Gruppe mit Neostigmin (geometrisches Mittel von 1,6 Minuten bei Sugammadex2 mg/kg und 7,5 Minuten bei Neostigmin; Verhältnis der geometrischen Mittel 0,22; 95 %

Konfidenzintervall 0,16 - 0,32; p < 0,0001). Sugammadex 4 mg/kg erreichte die Aufhebung einer tiefen

Blockade mit einem geometrischen Mittel von 2,0 Minuten, vergleichbar mit den Ergebnissen bei

Erwachsenen. Diese Effekte waren über alle beobachteten Altersklassen (2 bis < 6; 6 bis < 12; 12 bis< 17 Jahre) sowie für Rocuronium und Vecuronium konsistent. Siehe Abschnitt 4.2.

Patienten mit schwerer Allgemeinerkrankung:

Eine Studie mit 331 Patienten, die als ASA-Klasse 3 oder 4 eingestuft wurden, untersuchte die Inzidenzvon behandlungsbedingten Arrhythmien (Sinusbradykardie, Sinustachykardie oder andere

Herzrhythmusstörungen) nach Verabreichung von Sugammadex.

Bei Patienten, die Sugammadex (2 mg/kg, 4 mg/kg oder 16 mg/kg) erhielten, war die Inzidenzbehandlungsbedingter Arrhythmien weitgehend mit dem bei Neostigmin (50 µg/kg bis zu 5 mg

Maximaldosis) + Glycopyrrolat (10 µg/kg bis zu 1 mg Maximaldosis) vergleichbar. Das

Nebenwirkungsprofil bei Patienten der ASA-Klassen 3 und 4 war weitgehend mit dem bei erwachsenen

Patienten aus den gepoolten Phase-I-III-Studien vergleichbar. Daher ist keine Dosisanpassungerforderlich. Siehe Abschnitt 4.8.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter von Sugammadex wurden anhand der Gesamtsumme der

Konzentrationen von nicht im Komplex gebundenem und im Komplex gebundenem Sugammadexberechnet. Es wird angenommen, dass die pharmakokinetischen Parameter wie Clearance und

Verteilungsvolumen für nicht im Komplex gebundenes und im Komplex gebundenes Sugammadex beianästhesierten Patienten identisch sind.

Verteilung:

Das ermittelte Steady-State-Verteilungsvolumen von Sugammadex beträgt bei erwachsenen Patientenmit normaler Nierenfunktion etwa 11 bis 14 Liter (basierend auf konventioneller, nichtkompartimentierter pharmakokinetischer Analyse). In-vitro-Studien mit menschlichem Plasma und

Vollblut von Männern zeigten, dass weder Sugammadex noch der Komplex aus Sugammadex und

Rocuronium an Plasmaproteine oder Erythrozyten bindet. Sugammadex besitzt bei Verabreichung alsi.v. Bolus in Dosierungen von 1 bis 16 mg/kg eine lineare Kinetik.

Biotransformation:

In präklinischen und klinischen Studien wurde nur die renale Exkretion der unveränderten Substanz als

Eliminationsweg festgestellt; Metaboliten von Sugammadex wurden nicht beobachtet.

Elimination:

Die Eliminations-Halbwertszeit (t1/2) von Sugammadex beträgt bei anästhesierten erwachsenen Patientenmit normaler Nierenfunktion etwa 2 Stunden und die geschätzte Plasma-Clearance etwa 88 ml/min. Eine

Mengenbilanzstudie zeigte, dass > 90 % der Dosis innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden wird. 96 %der Dosis wird über den Urin ausgeschieden, davon mindestens 95 % unverändert. Über die Fäzes oderdie Ausatemluft wurden weniger als 0,02 % der Dosis ausgeschieden. Die Verabreichung von

Sugammadex an gesunde Probanden ergab eine erhöhte renale Elimination des komplexierten

Rocuroniums.

Spezielle Patientengruppen:

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und ältere Patienten:

In einer Pharmakokinetikstudie, in der Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung mit Patienten mitnormaler Nierenfunktion verglichen wurden, waren die Plasma-Konzentrationen von Sugammadex inder ersten Stunde nach Verabreichung vergleichbar; danach sank die Konzentration bei der

Kontrollgruppe schneller ab. Die Sugammadex-Gesamtexposition war verlängert, was bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung zu einer 17fach höheren Exposition führte. Bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz sind geringe Konzentrationen von Sugammadex noch mindestens 48 Stunden nach

Verabreichung nachweisbar.

In einer zweiten Studie wurden Patienten mit mäßig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion und

Patienten mit normaler Nierenfunktion verglichen; dabei kam es mit fortschreitender

Nierenfunktionseinschränkung zu einer zunehmenden Verringerung der Clearance von Sugammadex undzu einer zunehmenden Verlängerung der t1/2. Die Exposition war bei Teilnehmern mit mäßigeingeschränkter Nierenfunktion 2-fach und mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion 5-fach erhöht.

Die Konzentrationen von Sugammadex lagen bei Teilnehmern mit schwer eingeschränkter

Nierenfunktion sieben Tage nach Gabe unter der Nachweisgrenze.

Tabelle 8: Eine Zusammenfassung der pharmakokinetischen Parameter für Sugammadex,nach Altersgruppe und Nierenfunktionsstatus ist im Folgenden dargestellt:

Ausgewählte Patientenmerkmale Mittlere zu erwartende PK-Parameter(CV*%)

Demo- Nierenfunktion Clearance Verteilungs- Eliminations-graphische Kreatinin-Clearance (ml/min) volumen im halbwertszeit

Angaben (ml/min) Steady State (l) (h)

Alter
Körpergewicht

Erwachsene Normal 100 84 (24) 13 2 (22)40 Jahre Einge- Leicht 50 47 (25) 14 4 (22)schränkt75 kg Mäßig 30 28 (24) 14 7 (23)

Schwer 10 8 (25) 15 24 (25)

Ältere Normal 80 70 (24) 13 3 (21)

Patienten75 Jahre Einge- Leicht 50 46 (25) 14 4 (23)schränkt75 kg Mäßig 30 28 (25) 14 7 (23)

Schwer 10 8 (25) 15 24 (24)

Jugendliche Normal 95 72 (25) 10 2 (21)15 Jahre Einge- Leicht 48 40 (24) 11 4 (23)schränkt56 kg Mäßig 29 24 (24) 11 6 (24)

Schwer 10 7 (25) 11 22 (25)

Kinder Normal 60 40 (24) 5 2 (22)9 Jahre Einge- Leicht 30 21 (24) 6 4 (22)29 kg schränkt Mäßig 18 12 (25) 6 7 (24)

Schwer 6 3 (26) 6 25 (25)

Kleinkinder Normal 39 24 (25) 3 2 (22)4 Jahre Einge- Leicht 19 11 (25) 3 4 (23)16 kg schränkt Mäßig 12 6 (25) 3 7 (24)

Schwer 4 2 (25) 3 28 (26)

*CV=Variationskoeffizient

Geschlecht:

Es wurden keine geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt.

Ethnische Herkunft:

In einer Studie mit gesunden japanischen und kaukasischen Probanden wurden keine klinisch relevanten

Unterschiede der pharmakokinetischen Parameter beobachtet. Begrenzte Daten lassen nicht auf

Unterschiede der pharmakokinetischen Parameter von Schwarzen Menschen oder Afroamerikanernschließen.

Körpergewicht:

Eine Populations-Pharmakokinetik-Analyse mit Erwachsenen und älteren Patienten zeigte keinenklinisch relevanten Zusammenhang zwischen der Clearance, dem Verteilungsvolumen und dem

Körpergewicht.

Übergewicht:

In einer Studie mit krankhaft übergewichtigen Patienten, wurden 2 mg/kg und 4 mg/kg Sugammadexentweder gemäß tatsächlichem (n = 76) oder idealisiertem Körpergewicht (n = 74) dosiert. Die

Sugammadex-Exposition stieg nach Gabe gemäß tatsächlichem oder idealisiertem Körpergewicht indosisabhängiger, linearer Weise. Es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede derpharmakokinetischen Parameter zwischen krankhaft übergewichtigen Patienten und der

Allgemeinbevölkerung beobachtet.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, Reproduktionstoxizität, lokalen Verträglichkeit oder Blutverträglichkeit lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Sugammadex wird bei den in präklinischen Studien untersuchten Spezies rasch eliminiert, allerdingswurden Rückstände in den Knochen und Zähnen heranwachsender Ratten gefunden. Präklinische

Untersuchungen an jungen erwachsenen und vollentwickelten Ratten zeigen, dass Sugammadex die

Zahnfarbe oder die Knochenqualität sowie deren Struktur oder Stoffwechsel nicht nachteilig beeinflusst.

Sugammadex hat keine Wirkung auf die Frakturheilung oder die Knochenneubildung.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es wurde über physikalische Inkompatibilität mit Verapamil, Ondansetron und Ranitidin berichtet.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Anbruch und Verdünnung wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen

Zubereitung für 48 Stunden bei 2 °C bis 25 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollteverdünnte Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die verdünnte Zubereitung nicht sofort eingesetztwird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die

Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diegebrauchsfertige Zubereitung nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerbedingungen erforderlich.

Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 ml, 2 ml und 5 ml Lösung in Durchstechflaschen aus (Glas Typ I), verschlossen mit grauem

Chlorobutylgummi Stopfen mit Aluminium-Flip-Off-Kappe.

Packungsgrößen: 10 Durchstechflaschen mit 1 ml, 2 ml und 5 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Sugammadex Fresenius Kabi kann in den intravenösen Anschluss einer laufenden Infusion mit denfolgenden Infusionslösungen injiziert werden: Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %), Glucose 50 mg/ml(5 %), Natriumchlorid 4,5 mg/ml (0,45 %) und Glucose 25 mg/ml (2,5 %), Ringer-Laktat-Lösung,

Ringer-Lösung, Glucose 50 mg/ml (5 %) in Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %).

Der Infusionsschlauch soll zwischen der Verabreichung von Sugammadex Fresenius Kabi und der vonanderen Arzneimitteln ausreichend gespült werden (z. B. mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)).

Anwendung bei pädiatrischen Patienten

Bei pädiatrischen Patienten kann Sugammadex Fresenius Kabi mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) aufeine Konzentration von 10 mg/ml verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.3).

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

Else-Kröner-Straße 161352 Bad Homburg v.d.Höhe

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/22/1663/001

EU/1/22/1663/002

EU/1/22/1663/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.