Angewendet bei: Diagnose parkinsonistischer Syndrome
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: Ioflupan Jod 123 (Diagnostikum)
ATC: V09AB03 (VARIA | ZENTRALES NERVENSYSTEM | [123I]Iodverbindungen)
Ioflupan Jod-123 ist ein Radiopharmazeutikum, das in der medizinischen Bildgebung zur Diagnose der Parkinson-Krankheit und anderer neurologischer Störungen verwendet wird. Es wird als intravenöse Injektion verabreicht und bindet an Dopamintransporter im Gehirn, wodurch diese mittels Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) sichtbar gemacht werden.
Das Medikament wird unter der Aufsicht eines Spezialisten für Nuklearmedizin verabreicht.
Zu den Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Reaktionen an der Injektionsstelle gehören. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen auftreten.
Patienten sollten ihren Arzt über andere Medikamente informieren, die sie einnehmen, und die vor dem Eingriff erhaltenen Anweisungen genau befolgen. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Anwendung einen Spezialisten konsultieren.
Striascan 74 MBq/ml Injektionslösung
Jeder ml Lösung enthält 74 MBq Ioflupan (123I) am Kalibriertermin (0,07 bis 0,13 μg Ioflupan/ml).
Jede Einzeldosis-Durchstechflasche mit 2,5 ml enthält 185 MBq Ioflupan (123I) (spezifische Aktivität2,5 bis 4,5 x 1014 Bq/mmol) am Kalibriertermin.
Jede Einzeldosis-Durchstechflasche mit 5 ml enthält 370 MBq Ioflupan (123I) (spezifische Aktivität 2,5bis 4,5 x 1014 Bq/mmol) am Kalibriertermin.
Iod-123 hat eine physikalische Halbwertszeit von 13,2 Stunden und zerfällt unter Emission von
Gammastrahlung mit einer Energie von überwiegend 159 keV und Röntgenstrahlung mit 27 keV.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung.
Klare, farblose Lösung
Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
Striascan wird angewendet zur Ermittlung des Verlusts funktionsfähiger dopaminerger
Neuronenendigungen im Striatum:
* von erwachsenen Patienten mit klinisch unklaren Parkinson-Syndromen, beispielsweise
Patienten mit ersten Symptomen, als unterstützende Maßnahme zur Differenzierung zwischenessentiellem Tremor und Parkinson-Syndromen, die auf die idiopathische Parkinson’sche
Krankheit, Multisystematrophie oder progressive supranukleäre Blicklähmung zurückzuführensind. Striascan kann nicht zwischen Parkinson’scher Krankheit und Multisystematrophie oderprogressiver supranukleärer Blicklähmung unterscheiden.
* von erwachsenen Patienten als unterstützende Maßnahme zur Differenzierung zwischen einerwahrscheinlichen Lewy-Körperchen-Demenz und der Alzheimer-Krankheit. Striascan kannnicht zwischen der Lewy-Körperchen-Demenz und Parkinson’scher Demenz unterscheiden.
Striascan sollte nur bei erwachsenen Patienten angewendet werden, die von Ärzten mit Erfahrung inder Behandlung von Bewegungsstörungen und/oder Demenz überwiesen werden.
Dieses Arzneimittel ist nur zur Anwendung in Krankenhäusern oder ausgewiesenennuklearmedizinischen Einrichtungen bestimmt.
DosierungDie klinische Wirksamkeit wurde bei Aktivitäten von 110 bis 185 MBq belegt. Es sollen nicht mehrals 185 MBq und nicht weniger als 110 MBq verabreicht werden.
Vor der Injektion muss bei Patienten eine angemessene Blockierung der Schilddrüse erfolgen, um die
Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse auf ein Minimum zu beschränken. Dazu werdenbeispielsweise 1 bis 4 Stunden vor der Striascan-Injektion circa 120 mg Kaliumiodid oral verabreicht.
Spezielle PatientengruppenBei Patienten mit erheblich eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurden keine formalen
Studien durchgeführt. Es liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 4.4).
Bei diesen Patienten ist eine sorgfältige Abwägung der zu verabreichenden Aktivität erforderlich, dabei diesen Patienten ein erhöhtes Strahlenexpositionsrisiko besteht.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Striascan bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis18 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungStriascan ist zur intravenösen Anwendung.
Zur Vorbereitung der Patienten, siehe Abschnitt 4.4.
Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des ArzneimittelsStriascan ist unverdünnt anzuwenden. Um mögliche Schmerzen an der Injektionsstelle zu vermeiden,wird eine langsame (nicht weniger als 15 bis 20 Sekunden dauernde) intravenöse Injektion in eine
Armvene empfohlen.
Bildakquisition
Die SPECT-Untersuchung sollte drei bis sechs Stunden nach der Injektion durchgeführt werden.
Für die Bildakquisition ist eine Gammakamera mit hochauflösendem Kollimator zu verwenden, dieauf den 159-keV-Photopeak mit einem Energiefenster von ± 10 % kalibriert ist. Die Winkelabtastungsollte nicht weniger als 120 Projektionen über eine Rotation von 360 Grad ergeben.
Bei hochauflösenden Kollimatoren ist der Rotationsradius konstant zu halten und so klein wie möglicheinzustellen (typischerweise 11 bis 15 cm). Experimentelle Studien mit einem striatalen Phantomzeigen, dass bestmögliche Aufnahmen erzielt werden, wenn Matrixgröße und Zoom-Faktoren sogewählt werden, dass die Pixelgröße bei den derzeit verwendeten Systemen 3,5-4,5 mm beträgt. Füroptimale Darstellungen sollten mindestens 500.000 Counts akquiriert werden.
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).
Potenzial für Überempfindlichkeitsreaktionen oder anaphylaktische Reaktionen
Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen oder anaphylaktischen Reaktionen muss die
Verabreichung des Arzneimittels sofort abgebrochen werden. Falls erforderlich, ist eine intravenöse
Behandlung einzuleiten. Um sofortige Notfallmaßnahmen ergreifen zu können, müssen dieerforderlichen Arzneimittel sowie die entsprechende Notfallausrüstung (z. B. Endotrachealtubus und
Beatmungsgerät) griffbereit sein.
Individuelle Nutzen-Risiko-Abschätzung
Die Strahlenexposition muss bei jedem Patienten durch den erwarteten Nutzen gerechtfertigt sein. Diezu verabreichende Aktivität darf nicht höher bemessen werden als für den Erhalt der diagnostischen
Information erforderlich ist.
Eingeschränkte Nieren- und LeberfunktionBei Patienten mit signifikanter Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion wurden keineklinischen Studien durchgeführt. Da keine Daten vorliegen, wird Striascan nicht für die Anwendungbei Patienten mit mäßigen bis schweren Beeinträchtigungen der Nieren- oder Leberfunktionempfohlen.
Bei diesen Patienten ist eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich, daein erhöhtes Strahlenexpositionsrisiko vorliegen kann.
Patientenvorbereitung
Der Patient sollte vor und nach der Untersuchung ausreichend hydriert sein und angehalten werden,während der ersten 48 Stunden nach der Untersuchung so oft wie möglich die Blase zu entleeren, umdie Strahlenbelastung so weit wie möglich zu minimieren.
Auswertung von Striascan-Bildern
Striascan-Bilder werden basierend auf dem Aussehen der Striata visuell interpretiert.
Die optimale Darstellung der rekonstruierten Bilder zur visuellen Interpretation sind transaxiale
Schnitte parallel zur Linie anteriore Kommissur-posteriore Kommissur (AC-PC). Die Bestimmung, obein Bild normal oder abnormal ist, erfolgt durch Beurteilung der Ausdehnung (wie durch die Formangezeigt) und der Intensität (in Bezug auf den Hintergrund) des striatalen Signals.
Normale Bilder zeichnen sich durch zwei symmetrische halbmondförmige Bereiche gleicher Intensitätaus. Abnormale Bilder sind entweder asymmetrisch oder symmetrisch mit ungleicher oder verringerter
Intensität und/oder Verlust der Sichel-Form.
Als Ergänzung kann die visuelle Auswertung durch eine semi-quantitative Bewertung unter
Verwendung einer CE-gekennzeichneten Software unterstützt werden, bei der die Striascan-Aufnahmeim Striatum mit der Aufnahme in einer Referenzregion verglichen und die Ratios mit eineraltersangepassten Datenbank gesunder Probanden verglichen werden. Die Auswertung von
Verhältniszahlen wie der Striascan-Aufnahme (Symmetrie) vom linken zum rechten Striatum oder der
Aufnahme im Nucleus caudatus zum ipsilateralen Putamen kann zusätzlich bei der Bildauswertunghilfreich sein.
Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen sollten beachtet werden, wenn semi-quantitative Methodenangewendet werden:
* Die Semi-Quantifizierung sollte nur als Ergänzung zur visuellen Bewertung verwendetwerden.
* Es darf nur CE-gekennzeichnete Software verwendet werden.
* Benutzer sollten vom jeweiligen Hersteller in der Verwendung von CE-gekennzeichneter
Software geschult werden und die EANM-Richtlinien für die Bilderfassung, -rekonstruktionund -bewertung befolgen.
* Die Auswerter sollten den Scan visuell interpretieren und danach die semi-quantitative
Analyse gemäß den Anweisungen des Herstellers durchführen, einschließlich
Qualitätsprüfungen für den Quantifizierungsprozess:
o ROI/VOI-Techniken sollten verwendet werden, um die Aufnahme im Striatum mit der
Aufnahme in einer Referenzregion zu vergleichen.
o Ein Vergleich mit einer altersbereinigten Datenbank gesunder Probanden wirdempfohlen, um die altersbedingte Abnahme der striatalen Bindung zu berücksichtigen.
o Die verwendeten Rekonstruktions- und Filtereinstellungen (einschließlich
Schwächungskorrektur) können die semi-quantitativen Werte beeinflussen. Die vom
Hersteller der CE-gekennzeichneten Software empfohlenen Rekonstruktions- und
Filtereinstellungen sollten befolgt werden und mit denen übereinstimmen, die für die
Semi-Quantifizierung der Datenbank gesunder Probanden verwendet wurden.
o Die Intensität des striatalen Signals, gemessen durch SBR (striatale Bindungs-Ratio)und die Asymmetrie, sowie das Verhältnis von N. caudatus zu Putamen liefernobjektive numerische Werte, die die visuellen Bewertungsparameter unterstützen undkönnen in nicht eindeutigen Fällen hilfreich sein.
o Wenn die semi-quantitativen Werte nicht mit der visuellen Interpretationübereinstimmen, sollte der Scan auf eine angemessene Platzierung der ROIs/VOIs, diekorrekte Bildausrichtung und geeignete Parameter für die Bildaufnahme und
Schwächungskorrektur überprüft werden. Einige Softwarepakete können diese
Prozesse unterstützen, um die bedienerbedingte Variabilität zu verringern.
o Bei der abschließenden Beurteilung sollten immer sowohl das visuelle
Erscheinungsbild als auch die semi-quantitativen Ergebnisse berücksichtigt werden.
Besondere Warnhinweise
Dieses Arzneimittel enthält bis zu 197 mg Alkohol (Ethanol) in jeder Dosis, was 39,5 mg/ml (5 Vol.-%) entspricht. Die Menge in 5 ml dieses Arzneimittels entspricht 5 ml Bier oder 2 ml Wein. Diegeringe Menge an Alkohol in diesem Arzneimittel hat keine spürbaren Auswirkungen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
Hinweise zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt, siehe Abschnitt 6.6.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen am Menschen durchgeführt.
Ioflupan bindet an den Dopamintransporter. Wirkstoffe, die mit starker Affinität an den
Dopamintransporter binden, können daher die Diagnostik mit Striascan beeinträchtigen; hierzugehören z. B:
- Amphetamin,
- Bupropion,
- Kokain,
- Codein,
- Dexamphetamin,
- Methylphenidat,
- Modafinil,
- Phentermin
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Sertralin können die Bindung von Ioflupanan den Dopamintransporter erhöhen oder erniedrigen. Serotonin-Noradrenalin
Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie beispielsweise Venlafaxin können insbesondere bei Patientenmit höheren Dosen die Bindung von Ioflupan an den Dopamintransporter herabsetzen.
In klinischen Prüfungen wurden keine Wechselwirkungen u. a. mit folgenden Wirkstoffen festgestellt:
- Amantadin,
- Trihexyphenidyl,
- Budipin,
- Levodopa,
- Metoprolol,
- Primidon,
- Propranolol,
- Selegilin.
Von Dopamin-Agonisten und -Antagonisten, die an post-synaptische Dopamin-Rezeptoren binden,wird nicht erwartet, dass sie die Bildgebung mit Striascan beeinträchtigen. Sie können daher bei
Bedarf weiter verabreicht werden. Im Tierversuch wurde u. a. gezeigt, dass Pergolid die Bildgebungmit Striascan nicht beeinträchtigt.
Ist die Verabreichung eines Radiopharmakons an eine Frau im gebärfähigen Alter geplant, muss stetsfestgestellt werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Jede Frau, bei der eine Monatsblutungausgeblieben ist, muss bis zum Beweis des Gegenteils als schwanger angesehen werden.
Bestehen Zweifel hinsichtlich einer möglichen Schwangerschaft (falls eine Monatsblutungausgeblieben ist, falls die Blutungen sehr unregelmäßig sind usw.) müssen der Patientin alternative
Untersuchungsmethoden angeboten werden, bei denen keine ionisierende Strahlung angewendet wird(sofern es derartige Methoden gibt).
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität sind mit diesem Produkt nicht durchgeführtworden.
Nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren beinhalten immer auch eine
Strahlenexposition des Fetus. Die Verabreichung von 185 MBq Ioflupan (123I) ergibt eine im Uterusabsorbierte Dosis von 2,6 mGy. Striascan ist in der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Ioflupan (123I) in die Muttermilch ausgeschieden wird. Bevor ein
Radiopharmakon an eine stillende Mutter verabreicht wird, sollte die Möglichkeit des Verschiebensder Anwendung des Radionuklids auf einen Zeitpunkt nach der Stillzeit erwogen werden und es solltedas am besten geeignete Radiopharmakon unter Berücksichtigung der Ausscheidung von
Radioaktivität in die Muttermilch gewählt werden.
Falls die Anwendung unerlässlich ist, muss das Stillen 3 Tage lang unterbrochen und durch
Flaschennahrung ersetzt werden. Während dieses Zeitraums muss die Muttermilch regelmäßigabgepumpt werden, die abgepumpte Milch ist zu verwerfen.
FertilitätStudien zur Fertilität wurden nicht durchgeführt. Es liegen keine Daten vor.
Striascan hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden mit Ioflupan (123I) beobachtet.
Sehr häufig ( 1/10)
Häufig ( 1/100, < 1/10)
Gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100)
Selten ( 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
MedDRA-Systemorganklassen Nebenwirkungen Häufigkeit
Bevorzugte Bezeichnung
Erkrankungen des Überempfindlichkeit Nicht bekannt
Immunsystems
Stoffwechsel- und Appetitsteigerung Gelegentlich
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Kopfschmerzen Häufig
Nervensystems Schwindelgefühl, Ameisenlaufen Gelegentlich(Parästhesie), Dysgeusie
Erkrankungen des Ohrs und Vertigo Gelegentlichdes Labyrinths
Gefäßerkrankungen Blutdruck erniedrigt Nicht bekannt
Erkrankungen der Atemwege, Dyspnoe Nicht bekanntdes Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Übelkeit, Mundtrockenheit Gelegentlich
Gastrointestinaltrakts Erbrechen Nicht bekannt
Erkrankungen der Haut und Erythem, Pruritus, Ausschlag, Urtikaria, Nicht bekanntdes Unterhautzellgewebes Hyperhidrosis
Allgemeine Erkrankungen und Schmerzen an der Injektionsstelle (intensive Gelegentlich
Beschwerden am Schmerzempfindung oder brennendes
Verabreichungsort Gefühl nach Verabreichung in kleine
Venen)
Hitzegefühl Nicht bekannt
Die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen wird mit einer Induktion von Krebserkrankungen unddem Potenzial zur Entstehung von Erbschäden in Zusammenhang gebracht. Da die Effektivdosis4,6 mSv beträgt, wenn die maximal empfohlene Aktivität von 185 MBq verabreicht wird, werden dieseunerwünschten Ereignisse erwartungsgemäß mit geringer Wahrscheinlichkeit auftreten.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Falle einer Überdosierung der Radioaktivität sollten Patienten aufgefordert werden, häufig die
Blase und den Darm zu entleeren, um die Strahlenexposition auf ein Minimum zu reduzieren. Es istdarauf zu achten, dass Kontaminationen durch die vom Patienten ausgeschiedene Radioaktivitätvermieden werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika, zentrales Nervensystem,
ATC-Code: V09AB03.
Bei den für diagnostische Zwecke verwendeten chemischen Konzentrationen scheint Striascankeinerlei pharmakodynamische Wirkung zu haben.
WirkmechanismusIoflupan ist ein Kokain-Analogon. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Ioflupan mit hoher
Affinität an das präsynaptische Dopamin-Transportprotein bindet. Mit radioaktiv markiertem Ioflupan(123I) als Surrogat-Marker kann deshalb die Integrität der dopaminergen nigrostriatalen Neuroneuntersucht werden. Ioflupan bindet auch an Serotonin-Transportproteine der 5-HT-Neurone, jedochmit einer etwa 10-fach geringeren Bindungsaffinität.
Erfahrungen in Bezug auf andere Tremortypen außer dem essentiellen Tremor liegen nicht vor.
Klinische WirksamkeitKlinische Studien an Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz.
In einer klinischen Studie mit Auswertung von 288 Teilnehmern mit Lewy-Körperchen-Demenz(DLB) (144 Teilnehmer), Alzheimer-Krankheit (124 Teilnehmer), vaskulärer Demenz (9 Teilnehmer)oder anderen Erkrankungen (11 Teilnehmer) wurden die Ergebnisse einer unabhängigen, verblindetenvisuellen Beurteilung der Ioflupan (123I)-Bilder mit der klinischen Diagnose verglichen, die von Ärztenmit Erfahrung in der Behandlung und Diagnose von Demenzerkrankungen gestellt wurde. Dieklinische Einstufung in die entsprechende Demenzgruppe basierte auf einer umfassendenstandardisierten klinischen und neuropsychiatrischen Beurteilung. Die Werte für die Sensitivität von
Ioflupan (123I) bei der Feststellung einer wahrscheinlichen DLB im Gegensatz zu einer Nicht-DLBreichten von 75,0 % bis 80,2 % und für die Spezifizität von 88,6 % bis 91,4 %. Der positive
Vorhersagewert reichte von 78,9 % bis 84,4 % und der negative Vorhersagewert von 86,1 % bis88,7 %. Analysen, in denen sowohl Patienten mit möglicher als auch mit wahrscheinlicher DLB mit
Patienten mit Nicht-DLB-Demenz verglichen wurden, zeigten Werte für die Sensitivität von
Ioflupan (123I) zwischen 75,0 % und 80,2 % und eine Spezifizität zwischen 81,3 % und 83,9 %, wenn
Patienten mit möglicher DLB als Patienten mit Nicht-DLB eingeschlossen wurden. Die Sensitivitätreichte von 60,6 % bis 63,4 % und die Spezifizität von 88,6 % bis 91,4 %, wenn Patienten mitmöglicher DLB als Patienten mit DLB eingeschlossen wurden.
Klinische Studien, die den zusätzlichen Einsatz semi-quantitativer Informationen zur
Bildinterpretation belegen
Die Zuverlässigkeit der Verwendung semi-quantitativer Informationen als Ergänzung zur visuellen
Untersuchung wurde in vier klinischen Studien analysiert, in denen Sensitivität, Spezifität oder
Gesamtgenauigkeit zwischen den beiden Methoden der Bildinterpretation verglichen wurden. In denvier Studien (insgesamt n = 578) wurde eine CE-gekennzeichnete DaTSCAN-Semi-
Quantifizierungssoftware verwendet. Die Unterschiede (d. h. Verbesserungen durch Hinzufügen semi-quantitativer Informationen zur visuellen Untersuchung) in der Sensitivität lagen zwischen 0,1 % und5,5 %, in der Spezifität zwischen 0,0 % und 2,0 % und in der Gesamtgenauigkeit zwischen 0,0 % und12,0 %.
Die größte dieser vier Studien bewertete retrospektiv insgesamt 304 DaTSCAN-Untersuchungen auszuvor durchgeführten Phase 3- oder 4-Studien, darunter waren Teilnehmer mit einer klinischen
Diagnose von Parkinson-Syndrom (PS), Nicht-Parkinson-Syndrom (hauptsächlich Essentieller Tremor(ET)), wahrscheinlicher Lewy-Körperchen-Demenz (DLB) und Nicht- Lewy-Körperchen-Demenz(hauptsächlich Alzheimer Demenz (AD)). Fünf Nuklearmediziner, die nur begrenzte Erfahrung mitder DaTSCAN-Interpretation hatten, bewerteten die Bilder in zwei Beurteilungen (allein undkombiniert mit semi-quantitativen Daten der DaTQUANT 4.0-Software) im Abstand von mindestenseinem Monat. Diese Ergebnisse wurden mit der 1- bis 3-Jahres-Follow-up-Diagnose der Teilnehmerverglichen, um die diagnostische Genauigkeit zu bestimmen. Die Verbesserungen der Sensitivität und
Spezifität (mit 95 % -Konfidenzintervallen) betrugen 0,1 % (-6,2 %, 6,4 %) und 2,0 % (-3,0 %,7,0 %). Auch die Ergebnisse der kombinierten Auswertung waren mit einer Erhöhung des Vertrauensin die Auswertung verbunden.
Ioflupan (123I) wird nach intravenöser Injektion schnell aus dem Blut eliminiert; nur 5 % derverabreichten Radioaktivität verbleiben 5 Minuten nach der Injektion im Blut.
Aufnahme in die Organe
Die Aufnahme in das Gehirn erfolgt rasch; 10 Minuten nach der Injektion beträgt die aufgenommene
Aktivität ca. 7 % der injizierten Aktivität; nach 5 Stunden ist sie auf 3 % abgesunken. Ca. 30 % dergesamten Aktivität im Gehirn sind auf die Aufnahme in das Striatum zurückzuführen.
EliminationInnerhalb von 48 Stunden nach der Injektion werden ungefähr 60 % der injizierten Radioaktivität renalausgeschieden; die Exkretion über die Fäzes wurde auf ca. 14 % errechnet.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei einmaligerund wiederholter Gabe und zur Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen.
Es wurden keine Studien zur Reproduktionstoxizität und zur Bewertung des kanzerogenen Potenzialsvon Ioflupan durchgeführt.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])Nach Gebrauch sind alle Materialien, die in Zusammenhang mit der Präparation und Anwendung desradioaktiven Arzneimittels verwendet wurden, einschließlich nicht aufgebrauchter Reste des
Fertigarzneimittels und des Behältnisses, zu dekontaminieren oder als radioaktive Reststoffe zubehandeln und gemäß den gesetzlichen Vorschriften und Auflagen der örtlich zuständigen
Aufsichtsbehörde zu entsorgen. Kontaminiertes Material muss als radioaktiver Abfall auf gesetzlichzulässige Art und Weise entsorgt werden.
Essigsäure 99 % (E 260)
Natriumacetat-Trihydrat (E 262)
Ethanol (E 1510)
Phosphorsäure 85 % (E 338)
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Durchstechflasche mit 2,5 ml:
35 Stunden ab dem Ende der Synthese (7 Stunden ab dem auf dem Etikett angegebenen
Kalibriertermin).
Durchstechflasche mit 5 ml:
48 Stunden ab dem Ende der Synthese (20 Stunden ab dem auf dem Etikett angegebenen
Kalibriertermin).
Nicht über 25 ºC lagern. Nicht einfrieren.
In der Originalabschirmung aufbewahren.
Radioaktive Arzneimittel sind entsprechend den nationalen Anforderungen für radioaktive Materialienaufzubewahren.
15-ml-Durchstechflasche aus bernsteinfarbenem Glas, verschlossen mit einem Gummistopfen undeiner Bördelkappe aus Metall.
Die Durchstechflasche befindet sich zur Abschirmung in einem Bleibehältnis und ist in eine
Metallschachtel verpackt.
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche mit 2,5 ml oder 5 ml Lösung.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Allgemeine Warnhinweise
Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmtenklinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Die
Entgegennahme, Lagerung, Anwendung sowie der Transport und die Entsorgung unterliegen dengesetzlichen Bestimmungen und/oder den entsprechenden Genehmigungen der zuständigen
Aufsichtsbehörde.
Radiopharmaka sind in einer Art und Weise zuzubereiten, welche den Anforderungen in Bezug auf
Strahlenschutz und pharmazeutische Qualität entspricht. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur
Einhaltung steriler Bedingungen sind zu treffen.
Falls die Integrität dieser Durchstechflasche zu irgendeinem Zeitpunkt während der Zubereitungdieses Arzneimittels nicht gewährleistet ist, darf sie nicht verwendet werden.
Die Verabreichung ist so durchzuführen, dass das Risiko einer Kontamination durch das Arzneimittelund einer Strahlenexposition der Anwender so gering wie möglich bleibt. Eine geeignete
Abschirmung ist zwingend erforderlich.
Die Anwendung von radioaktiven Arzneimitteln setzt andere Personen einem Risiko durch externe
Strahlung oder Kontamination durch Urin, Erbrochenes usw. aus. Daher müssen
Strahlenschutzmaßnahmen gemäß nationalen Bestimmungen eingehalten werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
CIS bio international
RN 306 - Saclay
B.P. 32
F-91192 Gif-sur-Yvette Cedex
EU/1/19/1372/001 (2,5 ml)
EU/1/19/1372/002 (5 ml)
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Juni 2019
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11 März 2024
Gemäß dem in Veröffentlichung 128 der ICRP (Internationale Strahlenschutzkommission, 2015)angeführten biokinetischen Modell für Ioflupan (123I) wird davon ausgegangen, dass 31 % derverabreichten Aktivität in der Leber, 11 % in der Lunge und 4 % im Gehirn aufgenommen werden.
Die restliche Aktivität wird vermutlich gleichmäßig über die anderen Organe und Gewebe verteilt. Eswird angenommen, dass 80 % der Aktivität in allen Organen und Geweben mit einer biologischen
Halbwertszeit von 58 h und 20 % mit einer Halbwertszeit von 1,6 h ausgeschieden werden. Es wirdweiter angenommen, dass 60 % der injizierten Aktivität aus allen Organen und Geweben in den Urinund 40 % in den Gastrointestinaltrakt ausgeschieden werden. Die Aktivität in der Leber wird gemäßdem in Veröffentlichung 53 vorgestellten Gallenblasenmodell (ICRP, 1987) ausgeschieden, nach dem30 % über die Gallenblase eliminiert und der Rest direkt in den Dünndarm abgegeben wird.
Die geschätzte Strahlenabsorption eines durchschnittlichen erwachsenen Patienten (70 kg) nachintravenöser Injektion von Ioflupan (123I) gemäß ICRP 128 ist nachstehend aufgeführt.
Bei der Berechnung der absorbierten Strahlendosen wurde von einer Blasenentleerung in Abständenvon 4,8 Stunden und einer angemessenen Schilddrüsenblockade ausgegangen (Iod-123 ist einbekannter Auger-Elektronen-Emitter).
Organ Absorbierte StrahlendosisµGy/MBq
Nebennieren 17
Knochenoberfläche 15
Gehirn 16
Mammae 7,3
Gallenblasenwand 44
Gastrointestinaltrakt
Magenwand 12
Dünndarmwand 26
Dickdarmwand 59(Obere Dickdarmwand) 57(Untere Dickdarmwand) 62
Herzwand 32
Nieren 13
Leber 85
Lunge 42
Muskulatur 8,9
Speiseröhre 9,4
Ovarien 18,0
Pankreas 17,0
Rotes Knochenmark 9,3
Speicheldrüsen 41,0
Haut 5,2
Milz 26,0
Hoden 6,3
Thymus 9,4
Schilddrüse 6,7
Harnblasenwand 35,0
Uterus 14,0
Übrige Organe 10,0
Effektive Dosis 25,0 μSv/MBq
Die effektive Dosis (E), die sich nach Injektion von 185 MBq Striascan ergibt, beträgt 4,6 mSv füreinen Erwachsenen mit 70 kg Körpergewicht. Die obigen Daten gelten bei normalerpharmakokinetischer Verteilung. Bei beeinträchtigter Nieren- oder Leberfunktion können die effektive
Dosis und die von den Organen absorbierten Strahlendosen erhöht sein.
Bei einer verabreichten Aktivität von185 MBq beträgt die typische Strahlendosis im Zielorgan(Gehirn) 3 mGy und die typischen Strahlendosen in den kritischen Organen Leber und Dickdarmwand16 mGy bzw. 11 mGy.
Nicht zutreffend.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.