Merkblatt STRIASCAN 74 MBQ/ml injektionslösung


Angewendet bei: Diagnose parkinsonistischer Syndrome

Art der Anwendung: Injektion

Substanz: Ioflupan Jod 123 (Diagnostikum)

ATC: V09AB03 (VARIA | ZENTRALES NERVENSYSTEM | [123I]Iodverbindungen)

Ioflupan Jod-123 ist ein Radiopharmazeutikum, das in der medizinischen Bildgebung zur Diagnose der Parkinson-Krankheit und anderer neurologischer Störungen verwendet wird. Es wird als intravenöse Injektion verabreicht und bindet an Dopamintransporter im Gehirn, wodurch diese mittels Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) sichtbar gemacht werden.

Das Medikament wird unter der Aufsicht eines Spezialisten für Nuklearmedizin verabreicht.

Zu den Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Reaktionen an der Injektionsstelle gehören. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen auftreten.

Patienten sollten ihren Arzt über andere Medikamente informieren, die sie einnehmen, und die vor dem Eingriff erhaltenen Anweisungen genau befolgen. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Anwendung einen Spezialisten konsultieren.

Allgemeine Daten zu STRIASCAN 74 MBQ/ml

  • Substanz: Ioflupan Jod 123
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026
  • Handelsgesetzbuch: W70788002
  • Konzentration: 74MBq / ml
  • Pharmazeutisches Formblatt: injektionslösung
  • Quantität: 1
  • Produktart: generic
  • Preis: 3108.28 RON
  • Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: CIS BIO INTERNATIONAL - FRANTA
  • Zulassungsinhaber: CIS BIO INTERNATIONAL - FRANTA
  • Zulassungsnummer: 1372/2019/02
  • Haltbarkeit: 48h de la terminarea sintezei (20h de la data und ora de calibrare mentionata pe eticheta)

Verfügbare Konzentrationen für Ioflupan Jod 123

  • 74 MBq/ml
  • 74MBq/ml

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels STRIASCAN 74 MBQ/ml injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Striascan 74 MBq/ml Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Lösung enthält 74 MBq Ioflupan (123I) am Kalibriertermin (0,07 bis 0,13 μg Ioflupan/ml).

Jede Einzeldosis-Durchstechflasche mit 2,5 ml enthält 185 MBq Ioflupan (123I) (spezifische Aktivität2,5 bis 4,5 x 1014 Bq/mmol) am Kalibriertermin.

Jede Einzeldosis-Durchstechflasche mit 5 ml enthält 370 MBq Ioflupan (123I) (spezifische Aktivität 2,5bis 4,5 x 1014 Bq/mmol) am Kalibriertermin.

Iod-123 hat eine physikalische Halbwertszeit von 13,2 Stunden und zerfällt unter Emission von

Gammastrahlung mit einer Energie von überwiegend 159 keV und Röntgenstrahlung mit 27 keV.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare, farblose Lösung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.

Striascan wird angewendet zur Ermittlung des Verlusts funktionsfähiger dopaminerger

Neuronenendigungen im Striatum:

* von erwachsenen Patienten mit klinisch unklaren Parkinson-Syndromen, beispielsweise

Patienten mit ersten Symptomen, als unterstützende Maßnahme zur Differenzierung zwischenessentiellem Tremor und Parkinson-Syndromen, die auf die idiopathische Parkinson’sche

Krankheit, Multisystematrophie oder progressive supranukleäre Blicklähmung zurückzuführensind. Striascan kann nicht zwischen Parkinson’scher Krankheit und Multisystematrophie oderprogressiver supranukleärer Blicklähmung unterscheiden.

* von erwachsenen Patienten als unterstützende Maßnahme zur Differenzierung zwischen einerwahrscheinlichen Lewy-Körperchen-Demenz und der Alzheimer-Krankheit. Striascan kannnicht zwischen der Lewy-Körperchen-Demenz und Parkinson’scher Demenz unterscheiden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Striascan sollte nur bei erwachsenen Patienten angewendet werden, die von Ärzten mit Erfahrung inder Behandlung von Bewegungsstörungen und/oder Demenz überwiesen werden.

Dieses Arzneimittel ist nur zur Anwendung in Krankenhäusern oder ausgewiesenennuklearmedizinischen Einrichtungen bestimmt.

Dosierung

Die klinische Wirksamkeit wurde bei Aktivitäten von 110 bis 185 MBq belegt. Es sollen nicht mehrals 185 MBq und nicht weniger als 110 MBq verabreicht werden.

Vor der Injektion muss bei Patienten eine angemessene Blockierung der Schilddrüse erfolgen, um die

Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse auf ein Minimum zu beschränken. Dazu werdenbeispielsweise 1 bis 4 Stunden vor der Striascan-Injektion circa 120 mg Kaliumiodid oral verabreicht.

Spezielle Patientengruppen
Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Bei Patienten mit erheblich eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurden keine formalen

Studien durchgeführt. Es liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 4.4).

Bei diesen Patienten ist eine sorgfältige Abwägung der zu verabreichenden Aktivität erforderlich, dabei diesen Patienten ein erhöhtes Strahlenexpositionsrisiko besteht.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Striascan bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis18 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Striascan ist zur intravenösen Anwendung.

Zur Vorbereitung der Patienten, siehe Abschnitt 4.4.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Striascan ist unverdünnt anzuwenden. Um mögliche Schmerzen an der Injektionsstelle zu vermeiden,wird eine langsame (nicht weniger als 15 bis 20 Sekunden dauernde) intravenöse Injektion in eine

Armvene empfohlen.

Bildakquisition

Die SPECT-Untersuchung sollte drei bis sechs Stunden nach der Injektion durchgeführt werden.

Für die Bildakquisition ist eine Gammakamera mit hochauflösendem Kollimator zu verwenden, dieauf den 159-keV-Photopeak mit einem Energiefenster von ± 10 % kalibriert ist. Die Winkelabtastungsollte nicht weniger als 120 Projektionen über eine Rotation von 360 Grad ergeben.

Bei hochauflösenden Kollimatoren ist der Rotationsradius konstant zu halten und so klein wie möglicheinzustellen (typischerweise 11 bis 15 cm). Experimentelle Studien mit einem striatalen Phantomzeigen, dass bestmögliche Aufnahmen erzielt werden, wenn Matrixgröße und Zoom-Faktoren sogewählt werden, dass die Pixelgröße bei den derzeit verwendeten Systemen 3,5-4,5 mm beträgt. Füroptimale Darstellungen sollten mindestens 500.000 Counts akquiriert werden.

4.3 Kontraindikationen

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

- Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Potenzial für Überempfindlichkeitsreaktionen oder anaphylaktische Reaktionen

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen oder anaphylaktischen Reaktionen muss die

Verabreichung des Arzneimittels sofort abgebrochen werden. Falls erforderlich, ist eine intravenöse

Behandlung einzuleiten. Um sofortige Notfallmaßnahmen ergreifen zu können, müssen dieerforderlichen Arzneimittel sowie die entsprechende Notfallausrüstung (z. B. Endotrachealtubus und

Beatmungsgerät) griffbereit sein.

Individuelle Nutzen-Risiko-Abschätzung

Die Strahlenexposition muss bei jedem Patienten durch den erwarteten Nutzen gerechtfertigt sein. Diezu verabreichende Aktivität darf nicht höher bemessen werden als für den Erhalt der diagnostischen

Information erforderlich ist.

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Bei Patienten mit signifikanter Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion wurden keineklinischen Studien durchgeführt. Da keine Daten vorliegen, wird Striascan nicht für die Anwendungbei Patienten mit mäßigen bis schweren Beeinträchtigungen der Nieren- oder Leberfunktionempfohlen.

Bei diesen Patienten ist eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich, daein erhöhtes Strahlenexpositionsrisiko vorliegen kann.

Patientenvorbereitung

Der Patient sollte vor und nach der Untersuchung ausreichend hydriert sein und angehalten werden,während der ersten 48 Stunden nach der Untersuchung so oft wie möglich die Blase zu entleeren, umdie Strahlenbelastung so weit wie möglich zu minimieren.

Auswertung von Striascan-Bildern

Striascan-Bilder werden basierend auf dem Aussehen der Striata visuell interpretiert.

Die optimale Darstellung der rekonstruierten Bilder zur visuellen Interpretation sind transaxiale

Schnitte parallel zur Linie anteriore Kommissur-posteriore Kommissur (AC-PC). Die Bestimmung, obein Bild normal oder abnormal ist, erfolgt durch Beurteilung der Ausdehnung (wie durch die Formangezeigt) und der Intensität (in Bezug auf den Hintergrund) des striatalen Signals.

Normale Bilder zeichnen sich durch zwei symmetrische halbmondförmige Bereiche gleicher Intensitätaus. Abnormale Bilder sind entweder asymmetrisch oder symmetrisch mit ungleicher oder verringerter

Intensität und/oder Verlust der Sichel-Form.

Als Ergänzung kann die visuelle Auswertung durch eine semi-quantitative Bewertung unter

Verwendung einer CE-gekennzeichneten Software unterstützt werden, bei der die Striascan-Aufnahmeim Striatum mit der Aufnahme in einer Referenzregion verglichen und die Ratios mit eineraltersangepassten Datenbank gesunder Probanden verglichen werden. Die Auswertung von

Verhältniszahlen wie der Striascan-Aufnahme (Symmetrie) vom linken zum rechten Striatum oder der

Aufnahme im Nucleus caudatus zum ipsilateralen Putamen kann zusätzlich bei der Bildauswertunghilfreich sein.

Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen sollten beachtet werden, wenn semi-quantitative Methodenangewendet werden:

* Die Semi-Quantifizierung sollte nur als Ergänzung zur visuellen Bewertung verwendetwerden.

* Es darf nur CE-gekennzeichnete Software verwendet werden.

* Benutzer sollten vom jeweiligen Hersteller in der Verwendung von CE-gekennzeichneter

Software geschult werden und die EANM-Richtlinien für die Bilderfassung, -rekonstruktionund -bewertung befolgen.

* Die Auswerter sollten den Scan visuell interpretieren und danach die semi-quantitative

Analyse gemäß den Anweisungen des Herstellers durchführen, einschließlich

Qualitätsprüfungen für den Quantifizierungsprozess:

o ROI/VOI-Techniken sollten verwendet werden, um die Aufnahme im Striatum mit der

Aufnahme in einer Referenzregion zu vergleichen.

o Ein Vergleich mit einer altersbereinigten Datenbank gesunder Probanden wirdempfohlen, um die altersbedingte Abnahme der striatalen Bindung zu berücksichtigen.

o Die verwendeten Rekonstruktions- und Filtereinstellungen (einschließlich

Schwächungskorrektur) können die semi-quantitativen Werte beeinflussen. Die vom

Hersteller der CE-gekennzeichneten Software empfohlenen Rekonstruktions- und

Filtereinstellungen sollten befolgt werden und mit denen übereinstimmen, die für die

Semi-Quantifizierung der Datenbank gesunder Probanden verwendet wurden.

o Die Intensität des striatalen Signals, gemessen durch SBR (striatale Bindungs-Ratio)und die Asymmetrie, sowie das Verhältnis von N. caudatus zu Putamen liefernobjektive numerische Werte, die die visuellen Bewertungsparameter unterstützen undkönnen in nicht eindeutigen Fällen hilfreich sein.

o Wenn die semi-quantitativen Werte nicht mit der visuellen Interpretationübereinstimmen, sollte der Scan auf eine angemessene Platzierung der ROIs/VOIs, diekorrekte Bildausrichtung und geeignete Parameter für die Bildaufnahme und

Schwächungskorrektur überprüft werden. Einige Softwarepakete können diese

Prozesse unterstützen, um die bedienerbedingte Variabilität zu verringern.

o Bei der abschließenden Beurteilung sollten immer sowohl das visuelle

Erscheinungsbild als auch die semi-quantitativen Ergebnisse berücksichtigt werden.

Besondere Warnhinweise

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 197 mg Alkohol (Ethanol) in jeder Dosis, was 39,5 mg/ml (5 Vol.-%) entspricht. Die Menge in 5 ml dieses Arzneimittels entspricht 5 ml Bier oder 2 ml Wein. Diegeringe Menge an Alkohol in diesem Arzneimittel hat keine spürbaren Auswirkungen.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.

Hinweise zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt, siehe Abschnitt 6.6.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen am Menschen durchgeführt.

Ioflupan bindet an den Dopamintransporter. Wirkstoffe, die mit starker Affinität an den

Dopamintransporter binden, können daher die Diagnostik mit Striascan beeinträchtigen; hierzugehören z. B:

- Amphetamin,

- Bupropion,

- Kokain,

- Codein,

- Dexamphetamin,

- Methylphenidat,

- Modafinil,

- Phentermin

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) wie Sertralin können die Bindung von Ioflupanan den Dopamintransporter erhöhen oder erniedrigen. Serotonin-Noradrenalin

Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie beispielsweise Venlafaxin können insbesondere bei Patientenmit höheren Dosen die Bindung von Ioflupan an den Dopamintransporter herabsetzen.

In klinischen Prüfungen wurden keine Wechselwirkungen u. a. mit folgenden Wirkstoffen festgestellt:

- Amantadin,

- Trihexyphenidyl,

- Budipin,

- Levodopa,

- Metoprolol,

- Primidon,

- Propranolol,

- Selegilin.

Von Dopamin-Agonisten und -Antagonisten, die an post-synaptische Dopamin-Rezeptoren binden,wird nicht erwartet, dass sie die Bildgebung mit Striascan beeinträchtigen. Sie können daher bei

Bedarf weiter verabreicht werden. Im Tierversuch wurde u. a. gezeigt, dass Pergolid die Bildgebungmit Striascan nicht beeinträchtigt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Ist die Verabreichung eines Radiopharmakons an eine Frau im gebärfähigen Alter geplant, muss stetsfestgestellt werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Jede Frau, bei der eine Monatsblutungausgeblieben ist, muss bis zum Beweis des Gegenteils als schwanger angesehen werden.

Bestehen Zweifel hinsichtlich einer möglichen Schwangerschaft (falls eine Monatsblutungausgeblieben ist, falls die Blutungen sehr unregelmäßig sind usw.) müssen der Patientin alternative

Untersuchungsmethoden angeboten werden, bei denen keine ionisierende Strahlung angewendet wird(sofern es derartige Methoden gibt).

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität sind mit diesem Produkt nicht durchgeführtworden.

Nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren beinhalten immer auch eine

Strahlenexposition des Fetus. Die Verabreichung von 185 MBq Ioflupan (123I) ergibt eine im Uterusabsorbierte Dosis von 2,6 mGy. Striascan ist in der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Ioflupan (123I) in die Muttermilch ausgeschieden wird. Bevor ein

Radiopharmakon an eine stillende Mutter verabreicht wird, sollte die Möglichkeit des Verschiebensder Anwendung des Radionuklids auf einen Zeitpunkt nach der Stillzeit erwogen werden und es solltedas am besten geeignete Radiopharmakon unter Berücksichtigung der Ausscheidung von

Radioaktivität in die Muttermilch gewählt werden.

Falls die Anwendung unerlässlich ist, muss das Stillen 3 Tage lang unterbrochen und durch

Flaschennahrung ersetzt werden. Während dieses Zeitraums muss die Muttermilch regelmäßigabgepumpt werden, die abgepumpte Milch ist zu verwerfen.

Fertilität

Studien zur Fertilität wurden nicht durchgeführt. Es liegen keine Daten vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Striascan hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden mit Ioflupan (123I) beobachtet.

Sehr häufig ( 1/10)

Häufig ( 1/100, < 1/10)

Gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100)

Selten ( 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.

MedDRA-Systemorganklassen Nebenwirkungen Häufigkeit

Bevorzugte Bezeichnung

Erkrankungen des Überempfindlichkeit Nicht bekannt

Immunsystems

Stoffwechsel- und Appetitsteigerung Gelegentlich

Ernährungsstörungen

Erkrankungen des Kopfschmerzen Häufig

Nervensystems Schwindelgefühl, Ameisenlaufen Gelegentlich(Parästhesie), Dysgeusie

Erkrankungen des Ohrs und Vertigo Gelegentlichdes Labyrinths

Gefäßerkrankungen Blutdruck erniedrigt Nicht bekannt

Erkrankungen der Atemwege, Dyspnoe Nicht bekanntdes Brustraums und

Mediastinums

Erkrankungen des Übelkeit, Mundtrockenheit Gelegentlich

Gastrointestinaltrakts Erbrechen Nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und Erythem, Pruritus, Ausschlag, Urtikaria, Nicht bekanntdes Unterhautzellgewebes Hyperhidrosis

Allgemeine Erkrankungen und Schmerzen an der Injektionsstelle (intensive Gelegentlich

Beschwerden am Schmerzempfindung oder brennendes

Verabreichungsort Gefühl nach Verabreichung in kleine

Venen)

Hitzegefühl Nicht bekannt

Die Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen wird mit einer Induktion von Krebserkrankungen unddem Potenzial zur Entstehung von Erbschäden in Zusammenhang gebracht. Da die Effektivdosis4,6 mSv beträgt, wenn die maximal empfohlene Aktivität von 185 MBq verabreicht wird, werden dieseunerwünschten Ereignisse erwartungsgemäß mit geringer Wahrscheinlichkeit auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung der Radioaktivität sollten Patienten aufgefordert werden, häufig die

Blase und den Darm zu entleeren, um die Strahlenexposition auf ein Minimum zu reduzieren. Es istdarauf zu achten, dass Kontaminationen durch die vom Patienten ausgeschiedene Radioaktivitätvermieden werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika, zentrales Nervensystem,

ATC-Code: V09AB03.

Bei den für diagnostische Zwecke verwendeten chemischen Konzentrationen scheint Striascankeinerlei pharmakodynamische Wirkung zu haben.

Wirkmechanismus

Ioflupan ist ein Kokain-Analogon. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Ioflupan mit hoher

Affinität an das präsynaptische Dopamin-Transportprotein bindet. Mit radioaktiv markiertem Ioflupan(123I) als Surrogat-Marker kann deshalb die Integrität der dopaminergen nigrostriatalen Neuroneuntersucht werden. Ioflupan bindet auch an Serotonin-Transportproteine der 5-HT-Neurone, jedochmit einer etwa 10-fach geringeren Bindungsaffinität.

Erfahrungen in Bezug auf andere Tremortypen außer dem essentiellen Tremor liegen nicht vor.

Klinische Wirksamkeit

Klinische Studien an Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz.

In einer klinischen Studie mit Auswertung von 288 Teilnehmern mit Lewy-Körperchen-Demenz(DLB) (144 Teilnehmer), Alzheimer-Krankheit (124 Teilnehmer), vaskulärer Demenz (9 Teilnehmer)oder anderen Erkrankungen (11 Teilnehmer) wurden die Ergebnisse einer unabhängigen, verblindetenvisuellen Beurteilung der Ioflupan (123I)-Bilder mit der klinischen Diagnose verglichen, die von Ärztenmit Erfahrung in der Behandlung und Diagnose von Demenzerkrankungen gestellt wurde. Dieklinische Einstufung in die entsprechende Demenzgruppe basierte auf einer umfassendenstandardisierten klinischen und neuropsychiatrischen Beurteilung. Die Werte für die Sensitivität von

Ioflupan (123I) bei der Feststellung einer wahrscheinlichen DLB im Gegensatz zu einer Nicht-DLBreichten von 75,0 % bis 80,2 % und für die Spezifizität von 88,6 % bis 91,4 %. Der positive

Vorhersagewert reichte von 78,9 % bis 84,4 % und der negative Vorhersagewert von 86,1 % bis88,7 %. Analysen, in denen sowohl Patienten mit möglicher als auch mit wahrscheinlicher DLB mit

Patienten mit Nicht-DLB-Demenz verglichen wurden, zeigten Werte für die Sensitivität von

Ioflupan (123I) zwischen 75,0 % und 80,2 % und eine Spezifizität zwischen 81,3 % und 83,9 %, wenn

Patienten mit möglicher DLB als Patienten mit Nicht-DLB eingeschlossen wurden. Die Sensitivitätreichte von 60,6 % bis 63,4 % und die Spezifizität von 88,6 % bis 91,4 %, wenn Patienten mitmöglicher DLB als Patienten mit DLB eingeschlossen wurden.

Klinische Studien, die den zusätzlichen Einsatz semi-quantitativer Informationen zur

Bildinterpretation belegen

Die Zuverlässigkeit der Verwendung semi-quantitativer Informationen als Ergänzung zur visuellen

Untersuchung wurde in vier klinischen Studien analysiert, in denen Sensitivität, Spezifität oder

Gesamtgenauigkeit zwischen den beiden Methoden der Bildinterpretation verglichen wurden. In denvier Studien (insgesamt n = 578) wurde eine CE-gekennzeichnete DaTSCAN-Semi-

Quantifizierungssoftware verwendet. Die Unterschiede (d. h. Verbesserungen durch Hinzufügen semi-quantitativer Informationen zur visuellen Untersuchung) in der Sensitivität lagen zwischen 0,1 % und5,5 %, in der Spezifität zwischen 0,0 % und 2,0 % und in der Gesamtgenauigkeit zwischen 0,0 % und12,0 %.

Die größte dieser vier Studien bewertete retrospektiv insgesamt 304 DaTSCAN-Untersuchungen auszuvor durchgeführten Phase 3- oder 4-Studien, darunter waren Teilnehmer mit einer klinischen

Diagnose von Parkinson-Syndrom (PS), Nicht-Parkinson-Syndrom (hauptsächlich Essentieller Tremor(ET)), wahrscheinlicher Lewy-Körperchen-Demenz (DLB) und Nicht- Lewy-Körperchen-Demenz(hauptsächlich Alzheimer Demenz (AD)). Fünf Nuklearmediziner, die nur begrenzte Erfahrung mitder DaTSCAN-Interpretation hatten, bewerteten die Bilder in zwei Beurteilungen (allein undkombiniert mit semi-quantitativen Daten der DaTQUANT 4.0-Software) im Abstand von mindestenseinem Monat. Diese Ergebnisse wurden mit der 1- bis 3-Jahres-Follow-up-Diagnose der Teilnehmerverglichen, um die diagnostische Genauigkeit zu bestimmen. Die Verbesserungen der Sensitivität und

Spezifität (mit 95 % -Konfidenzintervallen) betrugen 0,1 % (-6,2 %, 6,4 %) und 2,0 % (-3,0 %,7,0 %). Auch die Ergebnisse der kombinierten Auswertung waren mit einer Erhöhung des Vertrauensin die Auswertung verbunden.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Ioflupan (123I) wird nach intravenöser Injektion schnell aus dem Blut eliminiert; nur 5 % derverabreichten Radioaktivität verbleiben 5 Minuten nach der Injektion im Blut.

Aufnahme in die Organe

Die Aufnahme in das Gehirn erfolgt rasch; 10 Minuten nach der Injektion beträgt die aufgenommene

Aktivität ca. 7 % der injizierten Aktivität; nach 5 Stunden ist sie auf 3 % abgesunken. Ca. 30 % dergesamten Aktivität im Gehirn sind auf die Aufnahme in das Striatum zurückzuführen.

Elimination

Innerhalb von 48 Stunden nach der Injektion werden ungefähr 60 % der injizierten Radioaktivität renalausgeschieden; die Exkretion über die Fäzes wurde auf ca. 14 % errechnet.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei einmaligerund wiederholter Gabe und zur Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen

Gefahren für den Menschen erkennen.

Es wurden keine Studien zur Reproduktionstoxizität und zur Bewertung des kanzerogenen Potenzialsvon Ioflupan durchgeführt.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])

Nach Gebrauch sind alle Materialien, die in Zusammenhang mit der Präparation und Anwendung desradioaktiven Arzneimittels verwendet wurden, einschließlich nicht aufgebrauchter Reste des

Fertigarzneimittels und des Behältnisses, zu dekontaminieren oder als radioaktive Reststoffe zubehandeln und gemäß den gesetzlichen Vorschriften und Auflagen der örtlich zuständigen

Aufsichtsbehörde zu entsorgen. Kontaminiertes Material muss als radioaktiver Abfall auf gesetzlichzulässige Art und Weise entsorgt werden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Essigsäure 99 % (E 260)

Natriumacetat-Trihydrat (E 262)

Ethanol (E 1510)

Phosphorsäure 85 % (E 338)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Durchstechflasche mit 2,5 ml:

35 Stunden ab dem Ende der Synthese (7 Stunden ab dem auf dem Etikett angegebenen

Kalibriertermin).

Durchstechflasche mit 5 ml:

48 Stunden ab dem Ende der Synthese (20 Stunden ab dem auf dem Etikett angegebenen

Kalibriertermin).

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 ºC lagern. Nicht einfrieren.

In der Originalabschirmung aufbewahren.

Radioaktive Arzneimittel sind entsprechend den nationalen Anforderungen für radioaktive Materialienaufzubewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

15-ml-Durchstechflasche aus bernsteinfarbenem Glas, verschlossen mit einem Gummistopfen undeiner Bördelkappe aus Metall.

Die Durchstechflasche befindet sich zur Abschirmung in einem Bleibehältnis und ist in eine

Metallschachtel verpackt.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche mit 2,5 ml oder 5 ml Lösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Allgemeine Warnhinweise

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmtenklinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Die

Entgegennahme, Lagerung, Anwendung sowie der Transport und die Entsorgung unterliegen dengesetzlichen Bestimmungen und/oder den entsprechenden Genehmigungen der zuständigen

Aufsichtsbehörde.

Radiopharmaka sind in einer Art und Weise zuzubereiten, welche den Anforderungen in Bezug auf

Strahlenschutz und pharmazeutische Qualität entspricht. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur

Einhaltung steriler Bedingungen sind zu treffen.

Falls die Integrität dieser Durchstechflasche zu irgendeinem Zeitpunkt während der Zubereitungdieses Arzneimittels nicht gewährleistet ist, darf sie nicht verwendet werden.

Die Verabreichung ist so durchzuführen, dass das Risiko einer Kontamination durch das Arzneimittelund einer Strahlenexposition der Anwender so gering wie möglich bleibt. Eine geeignete

Abschirmung ist zwingend erforderlich.

Die Anwendung von radioaktiven Arzneimitteln setzt andere Personen einem Risiko durch externe

Strahlung oder Kontamination durch Urin, Erbrochenes usw. aus. Daher müssen

Strahlenschutzmaßnahmen gemäß nationalen Bestimmungen eingehalten werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

CIS bio international

RN 306 - Saclay

B.P. 32

F-91192 Gif-sur-Yvette Cedex

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/19/1372/001 (2,5 ml)

EU/1/19/1372/002 (5 ml)

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Juni 2019

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11 März 2024

11. DOSIMETRIE

Gemäß dem in Veröffentlichung 128 der ICRP (Internationale Strahlenschutzkommission, 2015)angeführten biokinetischen Modell für Ioflupan (123I) wird davon ausgegangen, dass 31 % derverabreichten Aktivität in der Leber, 11 % in der Lunge und 4 % im Gehirn aufgenommen werden.

Die restliche Aktivität wird vermutlich gleichmäßig über die anderen Organe und Gewebe verteilt. Eswird angenommen, dass 80 % der Aktivität in allen Organen und Geweben mit einer biologischen

Halbwertszeit von 58 h und 20 % mit einer Halbwertszeit von 1,6 h ausgeschieden werden. Es wirdweiter angenommen, dass 60 % der injizierten Aktivität aus allen Organen und Geweben in den Urinund 40 % in den Gastrointestinaltrakt ausgeschieden werden. Die Aktivität in der Leber wird gemäßdem in Veröffentlichung 53 vorgestellten Gallenblasenmodell (ICRP, 1987) ausgeschieden, nach dem30 % über die Gallenblase eliminiert und der Rest direkt in den Dünndarm abgegeben wird.

Die geschätzte Strahlenabsorption eines durchschnittlichen erwachsenen Patienten (70 kg) nachintravenöser Injektion von Ioflupan (123I) gemäß ICRP 128 ist nachstehend aufgeführt.

Bei der Berechnung der absorbierten Strahlendosen wurde von einer Blasenentleerung in Abständenvon 4,8 Stunden und einer angemessenen Schilddrüsenblockade ausgegangen (Iod-123 ist einbekannter Auger-Elektronen-Emitter).

Organ Absorbierte StrahlendosisµGy/MBq

Nebennieren 17

Knochenoberfläche 15

Gehirn 16

Mammae 7,3

Gallenblasenwand 44

Gastrointestinaltrakt

Magenwand 12

Dünndarmwand 26

Dickdarmwand 59(Obere Dickdarmwand) 57(Untere Dickdarmwand) 62

Herzwand 32

Nieren 13

Leber 85

Lunge 42

Muskulatur 8,9

Speiseröhre 9,4

Ovarien 18,0

Pankreas 17,0

Rotes Knochenmark 9,3

Speicheldrüsen 41,0

Haut 5,2

Milz 26,0

Hoden 6,3

Thymus 9,4

Schilddrüse 6,7

Harnblasenwand 35,0

Uterus 14,0

Übrige Organe 10,0

Effektive Dosis 25,0 μSv/MBq

Die effektive Dosis (E), die sich nach Injektion von 185 MBq Striascan ergibt, beträgt 4,6 mSv füreinen Erwachsenen mit 70 kg Körpergewicht. Die obigen Daten gelten bei normalerpharmakokinetischer Verteilung. Bei beeinträchtigter Nieren- oder Leberfunktion können die effektive

Dosis und die von den Organen absorbierten Strahlendosen erhöht sein.

Bei einer verabreichten Aktivität von185 MBq beträgt die typische Strahlendosis im Zielorgan(Gehirn) 3 mGy und die typischen Strahlendosen in den kritischen Organen Leber und Dickdarmwand16 mGy bzw. 11 mGy.

12. ANWEISUNGEN FÜR DIE ZUBEREITUNG VON RADIOPHARMAZEUTISCHEN ARZNEIMITTELN

Nicht zutreffend.

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.