Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SONOVUE 8mcl / ml pulver + lösungsmittel gegen verzweiflung zur injektion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
SonoVue.8 Mikroliter/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Dispersion zur Injektion
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml der fertigen Dispersion enthält 8 µl Schwefelhexafluorid Mikrobläschen, entsprechend45 Mikrogramm.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Dispersion zur Injektion.
Weißes Pulver
Klares, farbloses Lösungsmittel
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
SonoVue ist zur Anwendung bei Ultraschalluntersuchungen bestimmt, um die Echogenität des Blutesoder von Flüssigkeit im Harntrakt zu erhöhen. Dadurch wird ein verbessertes
Signal-zu-Rausch-Verhältnis erreicht.
SonoVue soll nur bei Patienten angewendet werden, bei denen die Untersuchung ohne Kontrastmittelnicht aussagekräftig ist.
Echokardiographie
SonoVue ist ein transpulmonales Echokontrastmittel zur Anwendung bei erwachsenen Patienten mitvermuteter oder bekannter kardiovaskulärer Erkrankung zur Opazifizierung der Herzkammern undbesseren Abgrenzung der linksventrikulären Endokardgrenzen.
Doppler im Makrogefäßsystem
SonoVue erhöht die Nachweis- oder Ausschlussgenauigkeit für Abnormalitäten in zerebralen Arterienund der extrakraniellen Carotis sowie in peripheren Arterien bei erwachsenen Patienten, indem es das
Doppler-Signal-zu-Rausch-Verhältnis verbessert.
SonoVue erhöht die Qualität der Doppler-Fluss-Darstellung und die Zeitdauer der klinisch nutzbaren
Signalverstärkung bei der Beurteilung der Portalvene bei erwachsenen Patienten.
Doppler im Mikrogefäßsystem
SonoVue verbessert die Darstellung der Vaskularisierung von fokalen Läsionen der Leber und der
Brust im Rahmen der Dopplersonographie bei erwachsenen Patienten, und führt zu einerspezifischeren Charakterisierung der Läsion.
Ultraschalluntersuchung der ableitenden Harnwege
SonoVue ist angezeigt zur Anwendung bei Ultraschalluntersuchungen der ableitenden Harnwege zum
Nachweis eines vesikoureteralen Refluxes bei pädiatrischen Patienten, vom Neugeborenen bis zu18 Jahren. Zur Einschränkung der Interpretation eines negativen urologischen Ultraschalls, siehe
Abschnitt 4.4 und 5.1.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dieses Arzneimittel soll nur von Ärzten mit Erfahrung im diagnostischen Ultraschall angewendetwerden. Es muss für eine jederzeit einsatzbereite Notfallausrüstung sowie für entsprechend geschultes
Personal gesorgt werden.
DosierungIntravenöse Anwendung
* Die empfohlene Dosis von SonoVue bei Erwachsenen beträgt: B-mode-Untersuchung der
Herzkammern in Ruhe oder unter Stress: 2 ml
* Doppleruntersuchung der Gefäße: 2,4 ml
Während einer einzelnen Untersuchung kann eine zweite Injektion gegeben werden, wenn dies vom
Arzt für notwendig erachtet wird.
Ältere PatientenDie Dosisempfehlung zur intravenösen Anwendung gilt auch für ältere Patienten.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von SonoVue bei intravenöser Anwendung im Rahmen einer
Echokardiographie oder Doppleruntersuchung der Gefäße bei Patienten unter 18 Jahren ist bisher nichtbelegt worden.
Intravesikale Anwendung
* Bei Kindern und Jugendlichen beträgt die empfohlende Dosis von SonoVue 1 ml.
Art der AnwendungHinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Intravenöse Anwendung
SonoVue sollte unmittelbar nach Aufziehen in die Spritze durch Injektion in eine periphere Veneverabreicht werden. Nach jeder Injektion sollte mit 5 ml isotonischer Natriumchloridlösung zur
Injektion gespült werden.
Intravesikale Anwendung
Ein steriler 6 Ch-8 Ch Blasenkatheter wird unter sterilen Bedingungen in die Harnblase eingeführt.
Die Harnblase wird entleert und mit isotonischer Natriumchlorilösung (normale sterile 0,9%
Natriumchloridlösung) zu etwa einem Drittel oder der Hälfte des berechneten Gesamtvolumens [(Alterin Jahren + 2) x 30] ml gefüllt. SonoVue wird über den Katheter in die Harnblase eingebracht. Die
Harnblase wird dann weiter mit isotonischer Natriumchloridlösung gefüllt, bis der Patient Harndrangverspürt oder der Anwender einen ersten leichten Gegendruck bei der Injektion bemerkt. Während des
Füllens und Entleerens wird eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase und Nieren durchgeführt.
Unmittelbar nach der ersten Entleerung kann die Harnblase für eine zweite Entleerung und
Ultraschalluntersuchung erneut mit Kochsalzlösung gefüllt werden, ohne dass SonoVue ein zweites
Mal gegeben werden muss. Für die Ultraschalluntersuchung des Harntraks mit Kontrastmittel wird einniedriger mechanischer Index (≤ 0.4) zur Bildgebung von Blase, Harnleiter und Niere empfohlen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Intravenös darf SonoVue bei Patienten mit bekanntem Rechts-Links-Shunt, schwerem pulmonalen
Hochdruck (pulmonalarterieller Druck > 90 mmHg), unkontrolliertem systemischen Hochdruck undbei Patienten mit akutem Atemnotsyndrom nicht angewendet werden.
SonoVue darf bei Patienten mit Zeichen einer kardiovaskulären Instabilität nicht zusammen mit
Dobutamin verwendet werden, da Dobutamin bei solchen Patienten kontraindiziert ist.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenEs wurden schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen während oder kurz nach der Anwendungvon SonoVue bei Patienten ohne vorherige Exposition gegenüber Arzneimitteln mit
Schwefelhexafluorid-Mikrobläschen beobachtet, einschließlich Patienten mit früheren
Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Macrogol, auch bekannt als Polyethylenglycol (PEG)(siehe Abschnitt 4.8).
SonoVue enthält Macrogol (PEG) (siehe Abschnitt 6.1). Bei Patienten mit früheren
Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber PEG kann das Risiko schwerwiegender Reaktionen erhöhtsein.
Es wird empfohlen, alle Patienten während und für mindestens 30 Minuten nach der Anwendung von
SonoVue engmaschig ärztlich zu kontrollieren, um das Risiko schwerwiegender
Überempfindlichkeitsreaktionen zu überwachen (siehe Abschnitt 4.2).
Die Behandlung einer Anaphylaxie mit Epinephrin sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten, die
Betablocker erhalten, da die Wirkung gering sein kann oder unerwünschte alpha-adrenergische undvagotone Reaktionen (Hypertension, Bradykardie) begünstigt werden können.
Intravenöse Anwendung
Kardiopulmonare Instabilität
Bei Hochrisikopatienten sollte, wenn klinisch angezeigt, eine EKG-Überwachung erfolgen und eswird eine engmaschige ärztliche Überwachung empfohlen.
Es muss mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden, wenn Sie die Anwendung von SonoVue bei
Patienten mit frischem akutem Koronarsyndrom oder klinisch instabiler ischämischer Herzkrankheit in
Erwägung ziehen; einschließlich bei Patienten mit: sich entwickelndem oder fortbestehendem
Myokardinfarkt, typischer Angina im Ruhezustand innerhalb der vorangegangenen 7 Tage,signifikanter Verschlechterung kardialer Symptome innerhalb der vorangegangen 7 Tage, kürzlichdurchgeführter Koronararterienintervention oder sonstigen Faktoren, die auf eine klinische Instabilitäthindeuten (z. B. unlängst eingetretene Verschlechterung der EKG-, Labor- oder klinischen Befunde),akutem Herzversagen, Herzinsuffizienz der Klasse III/IV oder schweren Rhythmusstörungen, da beidiesen Patienten allergieähnliche und/oder vasodilatorische Reaktionen zu lebensbedrohlichen
Zuständen führen können. SonoVue sollte bei diesen Patienten erst nach gründlicher Risiko-Nutzen-
Abwägung angewendet werden, unter sorgfältiger Überwachung der Vitalzeichen während und nachder Anwendung.
Es ist zu beachten, dass eine Stress-Echokardiographie nicht nur eine ischämische Episodehervorrufen kann, sondern die Stressfaktoren selbst vorhersehbare, dosisabhängige Effekte auf daskardiovaskuläre System auslösen können (z.B. Erhöhung des Herzschlags, Blutdrucks und derventrikulären ektopischen Aktivität bei Dobutamin, bzw. Absenkung des Blutdrucks bei Adenosin und
Dipyridamol), ebenso wie unvorhersehbare Überempfindlichkeitsreaktionen.
Sollte die Anwendung von SonoVue in Zusammenhang mit einer Stress-Echokardiographie erfolgen,so muss daher der Zustand der Patienten stabil sein; verifiziert durch die Abwesenheit von
Brustschmerzen bzw. EKG-Veränderungen während der vorangegangenen zwei Tage. Außerdemsollten SonoVue-verstärkte echokardiographische Untersuchungen unter pharmakologischem Stress(z.B. mit Dobutamin) unter EKG-Überwachung und Blutdruck-Kontrolle erfolgen.
Andere Begleiterkrankungen
Vorsicht ist bei der Anwendung von SonoVue bei folgenden Patienten geboten: Patienten mit akuter
Endokarditis, künstlichen Herzklappen, akuten systemischen Entzündungen und/oder Sepsis,überaktivem Koagulationsstatus und/oder vor kurzem erlittenen Thromboembolien sowie Nieren- oder
Lebererkrankungen im Endstadium, da die Anzahl an Patienten mit solchen Erkrankungen im Rahmenvon klinischen Studien mit SonoVue begrenzt waren.
Interpretation von urologischem Ultraschall mit SonoVue und Einschränkungen der Nutzung
Bei Ultraschall mit SonoVue können falsch-negative Fälle auftreten und diese nicht abgeklärt wurden(siehe Abschnitt 5.1).
Technische Empfehlung
Im Tierversuch hat die Anwendung von Echokontrastmitteln infolge von Wechselwirkungen mit dem
Ultraschallstrahl zu biologischen Nebenwirkungen geführt (z.B. Schädigung der Endothelzellen,
Ruptur der Kapillargefäße). Wenngleich diese biologischen Nebenwirkungen beim Menschen nichtgemeldet wurden, wird die Anwendung eines niedrigen mechanischen Index empfohlen.
Sonstige BestandteileDas Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) per Dosis, d.h. es ist nahezu'natriumfrei'.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle Studien lassennicht auf schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oderpostnatale Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit). Als
Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung von SonoVue während der Schwangerschaft vermiedenwerden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Schwefelhexafluorid in die Muttermilch ausgeschieden wird. Aufgrund seinerraschen Elimination aus dem Körper durch die ausgeatmete Luft geht man jedoch davon aus, dass das
Stillen zwei bis drei Stunden nach der Anwendung von SonoVue wieder aufgenommen werden kann.
FertilitätEs liegen keine klinischen Daten vor. Tierexperimentelle Studien weisen nicht auf schädliche
Wirkungen auf die Fertilität hin.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenSonoVue hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Intravenöse Anwendung bei Erwachsenen
Die Sicherheit von SonoVue nach intravenöser Anwendung wurde anhand von 4.653 erwachsenen
Patienten bewertet, die an 58 klinischen Studien teilgenommen haben. Nebenwirkungen nachintravenöser Verabreichung von SonoVue waren im Allgemeinen nicht schwerwiegend,vorübergehend und bildeten sich spontan zurück. In klinischen Studien wurde nach intravenöser Gabeam häufigsten über folgende Nebenwirkungen berichtet: Kopfschmerzen, Reaktionen an der
Injektionsstelle und Übelkeit.
Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und den folgenden Häufigkeitskategorieneingeteilt: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig(≥ 1/100, < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten(≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Systemorganklasse Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Häufigkeitskategorie
Nicht bekannt
Gelegentlich Selten (Häufigkeit auf( 1/1.000, < 1/100) (≥ 1/10.000, Grundlage der≥ < 1/1.000) verfügbaren Datennicht abschätzbar)
Erkrankungen des Überempfindlich-
Immunsystems keit*
Erkrankungen des Kopfschmerzen, Parästhesie,
Nervensystems Schwindel, Vasovagale
Geschmacksstörung Reaktion
Augenerkrankungen Verschwommenes
Sehen
Myokardinfarkt**
Herzerkrankungen Myokardischämie**
Kounis-
Syndrom***
Gefäßerkrankungen Hautrötung Hypotonie
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts Übelkeit, Bauchschmerzen Erbrechen
Erkrankungen der Hautund des Hautausschlag Pruritus
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Rückenschmerzen
Knochenerkrankungen
Allgemeine
Erkrankungen und Unwohlsein in der Brust, Brustschmerzen,
Beschwerden am Reaktionen an der Schmerzen,
Verabreichungsort Injektionsstelle, Hitzegefühl Erschöpfung
* Reaktionen, die auf eine Überempfindlichkeit hindeuten, können u.a. sein: Hauterythem, Bradykardie,
Hypotension, Dyspnoe, Bewusstseinsverlust, Herzstillstand/Herz-Kreislauf-Stillstand, anaphylaktische
Reaktion, anaphylaktischer Schock.
** In einigen der Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten mit einer zugrunde liegendenkoronaren Herzkrankheit wurden auch Fälle von Myokardischämie und/oder Myokardinfarkt gemeldet.
*** Akutes allergisches Koronarsyndrom
In sehr seltenen Fällen wurde über Reaktionen mit tödlichem Ausgang berichtet, die in zeitlichem
Zusammenhang mit der Anwendung von SonoVue standen. Bei den meisten dieser Patienten bestandein hohes Grundrisiko schwerer kardialer Komplikationen, auf das der tödliche Ausgangzurückzuführen sein könnte.
Intravesikale Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Die Sicherheit von SonoVue nach intravesikaler Anwendung wurde anhand von mehr als 6.000pädiatrischen Patienten (im Alter zwischen 2 Tagen und 18 Jahren) bewertet. Nebenwirkungenwurden nicht berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Da bis heute keine Fälle von Überdosierung berichtet wurden, sind weder Anzeichen noch Symptomevon Überdosierung bekannt. In einer Phase-I-Studie wurden gesunden Probanden bis zu 52 ml
SonoVue verabreicht, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet wurden. Im Falle einer
Überdosierung sollte der Patient beobachtet und symptomatisch behandelt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ultraschall-Kontrastmittel, ATC Code: VO8DA05
Schwefelhexafluorid ist ein inertes, ungiftiges Gas, welches in wässriger Lösung schwer löslich ist. Inder Literatur wird die Verwendung dieses Gases zur Untersuchung der Atemfunktion und zurpneumatischen Retinopexie beschrieben. Die Zugabe von 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung zur
Injektion zu dem lyophilisierten Pulver gefolgt von kräftigem Schütteln führt zur Bildung der
Mikrobläschen aus Schwefelhexafluorid. Die Mikrobläschen haben einen mittleren Durchmesser vonetwa 2,5 µm, wobei 90% einen Durchmesser < 6 µm und 99% einen Durchmesser < 11 µm haben.
Jeder Milliliter SonoVue enthält 8 µl der Mikrobläschen. Der Reflexionsgrad hängt von der
Konzentration der Mikrobläschen und der Frequenz des Ultraschallstrahls ab. Die Grenzflächezwischen dem Schwefelhexafluoridbläschen und dem wässrigen Medium wirkt als Reflektor des
Ultraschallstrahls und führt so zu einer Verstärkung der Blutechogenität und erhöht den Kontrastzwischen dem Blut und dem umgebenden Gewebe.
Intravenöse Anwendung
Es konnte gezeigt werden, dass SonoVue in den vorgeschlagenen klinischen Dosierungen zurintravenösen Anwendung zu einer ausgeprägten Erhöhung der Signalintensität führt mit einer Dauervon mehr als 2 Minuten bei der B-Mode-Untersuchung in der Echokardiographie und von 3 bis8 Minuten bei der Doppleruntersuchung der Makrogefäße sowie des Mikrogefäßsystems.
Intravesikale Anwendung
Bei der intravesikalen Anwendung im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen der ableitenden
Harnwege bei Kindern und Jugendlichen erhöht SonoVue die Signalintensität von Flüssigkeiten in
Harnröhre, Harnblase, Harnleitern und Nierenbecken und erleichtert so den Nachweis eines
Rückflusses von Harn aus der Harnblase in die Harnleiter. Die Wirksamkeit von SonoVue zum
Nachweis oder Ausschluss eines vesikouretralen Refluxes wurde in zwei publizierten 'open-label“monozentrischen Studien belegt. Die An- oder Abwesenheit eines vesikourethralen Refluxes wurdezwischen SonoVue Ultraschall und einem Standardröntgenverfahren verglichen. In einer Studie mit183 Patienten (366 Nieren-Harnleiter Anwendungen) zeigte der SonoVue Ultraschall bei 89 von103 Anwendungen bei Anwesenheit eines Refluxes korrekt-positive Ergebnisse und bei 226 von263 Anwendungen bei Abwesenheit eines Refluxes korrekt negative Ergebnisse. In einer zweiten
Studie mit 228 Patienten (463 Nieren-Harnleiter Anwendungen), zeigte der SonoVue Ultraschall bei57 von 71 Anwendungen mit Reflux korrekt-positive und bei 302 von 392 Anwendungen ohne Refluxkorrekt negative Ergebnisse.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die mit einer klinischen Dosis verabreichte Gesamtmenge an Schwefelhexafluorid ist äußerst gering(die in einer Dosis von 2 ml verabreichten Mikrobläschen enthalten 16 µl Gas). Schwefelhexafluoridlöst sich im Blut und wird anschließend abgeatmet.
Nach intravenöser Einzelinjektion von 0,03 beziehungsweise 0,3 ml SonoVue pro kg (etwa das ein-beziehungsweise zehnfache der maximalen klinischen Dosis) an gesunde Probanden wurde das
Schwefelhexafluorid rasch wieder ausgeschieden. Die mittlere Halbwertszeit betrug 12 min (Bereich2 bis 33 min). Mehr als 80% des verabreichten Schwefelhexafluorids wurde innerhalb von 2 min und100% innerhalb von 15 min nach Injektion in der ausgeatmeten Luft wiedergefunden.
Bei Patienten mit diffuser interstitieller pulmonaler Fibrose wurde durchschnittlich 100% derverabreichten Dosis in der ausgeatmeten Luft wiedergefunden und die Halbwertszeit war ähnlich wiebei den gesunden Probanden.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität, und zur
Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen. In einigen Studien mitwiederholter Gabe an Ratten, aber nicht an Affen, wurden Läsionenim Blinddarm beobachtet, die jedoch unter normalen Dosierungsbedingungen für Menschen nichtrelevant sind.
Die lokale intravesikale Verträglichkeit von SonoVue wurde ebenfalls untersucht. In einer Studie mit
Einmalgabe und einer Studie mit wiederholter Gabe an weiblichen Ratten, beide Studien mit einemanschließenden behandlungsfreien Intervall, wurde die lokale Toxizität durch makroskopische undhistopathologische Untersuchung beider Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre bestimmt.
Diese Untersuchung zeigte weder in der Studie mit Einmalgabe noch in der Studie mit wiederholter
Gabe in den untersuchten Organen, insbesondere in der Harnblase, Läsionen durch die Testsubstanz.
Daraus wurde geschlossen, dass SonoVue bei der Anwendung im Harntrakt der Ratte gut verträglichist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Pulver:Macrogol 4000
Colfoscerilstearat1-(1,2-Dipalmitoyl-3-sn-phosphatidyl)glycerol-Natriumsalz
Palmitinsäure
Lösungsmittel:9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung zur Injektion
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Nach Rekonstitution wurde eine chemische und physikalische Stabilität für 6 Stunden nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Bei nicht sofortiger
Verwendung liegt die Verantwortung für die Lagerzeit während der Anwendung und die
Lagerbedingungen vor der Anwendung beim Anwender.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Farblose Durchstechflasche aus Glas Typ I, die mit einem grauen Gummistopfen und einer Flipp-off
Aluminiumkappe verschlossen ist und 25 mg trockenes, lyophilisiertes Pulver unter einer Atmosphärevon Schwefelhexafluorid enthält. Ein separates Transfersystem (MiniSpike).
Fertigspritze aus Klarglas Typ I mit 5 ml 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung zur Injektion.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Vor der Anwendung sollte das Produkt überprüft werden, um sicherzustellen, dass das Behältnis undder Verschluss nicht beschädigt sind.
SonoVue muss vor der Verwendung zubereitet werden, indem 5 ml 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösungzur Injektion durch den Gummistopfen in den Inhalt der Durchstechflaschen injiziert werden. Die
Durchstechflasche muss dann für 20 Sekunden kräftig geschüttelt werden, wonach das gewünschte
Volumen der Dispersion wie nachfolgend beschrieben in eine Spritze aufgezogen werden kann:
1 2 34 56 7 8v1.0-08/2000 ©BRG 20001. Befestigen Sie die Kolbenstange an der Spritze durch Einschrauben im Uhrzeigersinn.2. Öffnen Sie die Blisterpackung des MiniSpike Transfersystems und entfernen Sie die
Spitzen-Abdeckung der Spritze.3. Entfernen Sie die Abdeckung des Transfersystems und verbinden Sie die Spritze durch
Einschrauben im Uhrzeigersinn mit dem Transfersystem.4. Entfernen Sie die Schutzkappe von der Durchstechflasche. Führen Sie die Durchstechflasche indie durchsichtige Hülle des Transfersystems ein und drücken Sie beide Teile fest zusammen.5. Entleeren Sie den Inhalt der Spritze in die Durchstechflasche, indem Sie die Kolbenstangeherunterdrücken.
6. Schütteln Sie kräftig 20 Sekunden lang, um den Inhalt der Durchstechflasche zu mischen, damiteine milchig weiße homogene Flüssigkeit entsteht.
7. Drehen Sie das System auf den Kopf und ziehen Sie vorsichtig SonoVue in die Spritze auf.8. Schrauben Sie die Spritze vom Transfersystem ab.
Nicht verwenden, wenn die entstandene Flüssigkeit klar ist und/oder feste Bestandteile des
Lyophilisates in der Suspension sichtbar sind.
SonoVue sollte sofort mittels Injektion in eine periphere Vene im Rahmen einer Echokardiographieoder Doppleruntersuchung der Gefäße bei Erwachsenen oder mittels intravesikaler Anwendung im
Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der ableitenden Harnwege bei Kindern und Jugendlichenverabreicht werden.
Falls SonoVue nicht sofort nach Rekonstitution verwendet wird, sollte die Mikrobläschensuspensionvor dem Aufziehen in die Spritze nochmals geschüttelt werden. Die chemische und physikalische
Stabilität der Mikrobläschensuspension wurde für einen Zeitraum von 6 Stunden belegt.
Die Durchstechflasche ist nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Nicht verwendetes
Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Bracco International B.V.
Strawinskylaan 3051
NL - 1077 ZX Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26 März 2001
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24 April 2006
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.