Angewendet bei: autoimmune entzündliche Erkrankungen
Substanz: Risankizumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L04AC18 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Interleukin-Inhibitoren)
Risankizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es Interleukin-23 (IL-23), ein an Entzündungen beteiligtes Protein, hemmt und so die Symptome der Psoriasis reduziert.
Das Medikament wird als subkutane Injektion verabreicht, wie von einem Arzt verordnet, in der Regel alle paar Wochen. Es ist wichtig, dass Patienten die Behandlung einhalten und den Arzt über ungewöhnliche Symptome informieren.
Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Reaktionen an der Injektionsstelle, Atemwegsinfektionen oder Kopfschmerzen bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.
Häufige Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle, Atemwegsinfektionen und Kopfschmerzen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie allergische Reaktionen oder schwere Infektionen auftreten. Patienten sollten vor der Verabreichung über diese Risiken informiert werden.
G31A (C1) - Chronisch entzündliche Darmerkrankung
Preis
Zuzahlung
Patient
10417.91 RON
10417.91 RON
0.00 RON
Skyrizi 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Patrone
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Skyrizi 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Jede Patrone enthält 360 mg Risankizumab in 2,4 ml Lösung.
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Patrone
Jede Patrone enthält 180 mg Risankizumab in 1,2 ml Lösung.
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 90 mg Risankizumab in 1 ml Lösung.
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 180 mg Risankizumab in 1,2 ml Lösung.
Risankizumab ist ein humanisierter monoklonaler Immunglobulin-G1(IgG1)-Antikörper, der mittelsrekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt wird.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungNur 180 mg und 360 mg Injektionslösung
Dieses Arzneimittel enthält 0,24 mg Polysorbat 20 pro 180-mg-Dosis und 0,48 mg Polysorbat 20 pro360-mg-Dosis.
Nur 90 mg Injektionslösung
Dieses Arzneimittel enthält 164 mg Sorbitol pro 360-mg-Dosis.
Dieses Arzneimittel enthält 0,8 mg Polysorbat 20 pro 360-mg-Dosis.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung (Injektion)
Skyrizi 180 mg und 360 mg Injektionslösung in einer Patrone und 180 mg Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Die Lösung ist farblos bis gelblich und klar bis leicht opalisierend.
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Die Lösung ist farblos bis leicht gelblich und klar bis leicht opalisierend.
Skyrizi wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bisschwerem aktivem Morbus Crohn, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologikatherapieunzureichend angesprochen, diese nicht vertragen haben oder nicht mehr darauf ansprechen.
Colitis ulcerosaSkyrizi wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwereraktiver Colitis ulcerosa, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologikatherapieunzureichend angesprochen, diese nicht vertragen haben oder nicht mehr darauf ansprechen.
Dieses Arzneimittel ist zur Anwendung unter Anleitung und Überwachung eines Arztes mit Erfahrungin der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen, für die Skyrizi indiziert ist, vorgesehen.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 600 mg als intravenöse Infusion in Woche 0, Woche 4 und Woche 8,gefolgt von 360 mg als subkutane Injektion in Woche 12 und danach alle 8 Wochen. Bei Patienten, dienach 24 Wochen keine Anzeichen eines therapeutischen Nutzens zeigen, ist ein Absetzen der
Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Die Dosierung des intravenösen Anfangsschemas ist Abschnitt 4.2 der Fachinformation zu Skyrizi600 mg, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, zu entnehmen.
Colitis ulcerosaDie empfohlene Induktionsdosis beträgt 1 200 mg als intravenöse Infusion in Woche 0, Woche 4 und
Woche 8. Ab Woche 12 und danach alle 8 Wochen basiert die empfohlene Erhaltungsdosis auf demindividuellen Ansprechen der Patienten:
* Eine Dosis von 180 mg als subkutane Injektion wird für Patienten empfohlen, bei denen nachder Induktion eine ausreichende Verbesserung der Krankheitsaktivität festgestellt wurde.
* Eine Dosis von 360 mg als subkutane Injektion wird für Patienten empfohlen, bei denen nachder Induktion keine ausreichende Verbesserung der Krankheitsaktivität festgestellt wurde.
Bei Patienten, die nach 24 Wochen keine Anzeichen eines therapeutischen Nutzens zeigen, ist ein
Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Die Dosierung des intravenösen Anfangsschemas ist Abschnitt 4.2 der Fachinformation zu Skyrizi600 mg, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, zu entnehmen.
Versäumte EinnahmeWenn eine Dosis versäumt wurde, sollte diese so schnell wie möglich verabreicht werden. Danachsollte die Behandlung zu den regulär vorgesehenen Zeitpunkten fortgeführt werden.
Besondere PatientengruppenEs ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen zu Patienten ≥ 65 Jahre vor.
Eingeschränkte Nieren- oder LeberfunktionEs wurden keine spezifischen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen einer eingeschränkten
Nieren- oder Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Skyrizi durchgeführt. Im Allgemeinen istnicht zu erwarten, dass diese Einschränkungen einen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetikmonoklonaler Antikörper haben, sodass keine Dosisanpassungen als notwendig erachtet werden (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Skyrizi bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17
Jahren zur Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind bisher noch nicht erwiesen. Dieaktuell verfügbaren Daten werden in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben, es kann jedoch keine
Dosierungsempfehlung abgegeben werden.
Übergewichtige Patienten
Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Art der AnwendungSkyrizi wird als subkutane Injektion verabreicht.
Die Injektion ist in den Oberschenkel oder Bauch zu injizieren. Schmerzempfindliche,blutunterlaufene, gerötete, verhärtete oder geschädigte Haut oder Stellen sind zu vermeiden.
Skyrizi 180 mg und 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Nach entsprechender Schulung zur subkutanen Injektionstechnik mit dem On-Body-Injektor können
Patienten Skyrizi selbst injizieren. Die Patienten sind anzuweisen, vor der Anwendung den Abschnitt 7'Wie Skyrizi gespritzt wird“ im letzten Teil der Packungsbeilage zu lesen.
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Dieses Arzneimittel muss von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.
Um die vollständige 360-mg-Dosis zu verabreichen, müssen vier Fertigspritzen injiziert werden. Dievier Injektionen sind an anatomisch unterschiedlichen Stellen zu verabreichen (siehe Hinweise zur
Verabreichung in der Packungsbeilage).
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Nach entsprechender Schulung zur subkutanen Injektionstechnik mit der Fertigspritze können
Patienten Skyrizi selbst injizieren. Die Patienten sind anzuweisen, vor der Anwendung den Abschnitt 7'Wie Skyrizi gespritzt wird“ im letzten Teil der Packungsbeilage zu lesen.
Um die 180-mg-Dosis zu verabreichen, muss eine Fertigspritze injiziert werden.
Um die 360-mg-Dosis zu verabreichen, müssen zwei Fertigspritzen injiziert werden. Die zwei
Injektionen sind an anatomisch unterschiedlichen Stellen zu verabreichen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Klinisch relevante aktive Infektionen (z. B. aktive Tuberkulose, siehe Abschnitt 4.4).
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
InfektionenRisankizumab kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Bei Patienten mit einer chronischen Infektion, einer rezidivierenden Infektion in der Anamnese odermit bekannten Risikofaktoren für eine Infektion sollte Risankizumab mit Vorsicht angewendetwerden. Bei Patienten mit einer klinisch relevanten aktiven Infektion sollte die Behandlung mit
Risankizumab nicht eingeleitet werden, bis die Infektion abgeklungen ist oder angemessen behandeltwird.
Mit Risankizumab behandelte Patienten sind anzuweisen, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichenoder Symptome einer klinisch bedeutsamen chronischen oder akuten Infektion auftreten. Wenn ein
Patient eine solche Infektion entwickelt oder auf eine Standardtherapie für die Infektion nichtanspricht, ist der Patient engmaschig zu überwachen und Risankizumab sollte bis zum Abklingen der
Infektion nicht verabreicht werden.
TuberkuloseVor Beginn der Behandlung mit Risankizumab sind die Patienten auf eine Tuberkulose(TB)-Infektionzu untersuchen. Patienten, die Risankizumab erhalten, müssen auf Anzeichen und Symptome eineraktiven TB überwacht werden. Bei Patienten mit latenter oder aktiver TB in der Anamnese, bei denennicht bestätigt werden kann, dass sie eine adäquate Behandlung erhalten haben, sollte vor
Behandlungsbeginn mit Risankizumab eine Anti-TB-Therapie in Erwägung gezogen werden.
ImpfungenVor Einleitung der Therapie mit Risankizumab sollte in Übereinstimmung mit den aktuellen
Impfempfehlungen die Durchführung aller vorgesehenen Impfungen erwogen werden. Wenn der
Patient mit einem viralen oder bakteriellen Lebendimpfstoff geimpft wurde, wird empfohlen,mindestens 4 Wochen mit dem Beginn der Behandlung mit Risankizumab zu warten. Patienten, diemit Risankizumab behandelt werden, sollten während der Behandlung und für mindestens 21 Wochennach der Behandlung keine Lebendimpfstoffe erhalten (siehe Abschnitt 5.2).
ÜberempfindlichkeitSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, wurden bei der Anwendungvon Risankizumab berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Im Falle des Auftretens einer schwerwiegenden
Überempfindlichkeitsreaktion muss die Anwendung von Risankizumab unverzüglich abgebrochen undeine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungSkyrizi 180 mg und 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Polysorbat
Dieses Arzneimittel enthält 0,24 mg Polysorbat 20 pro 180-mg-Dosis und 0,48 mg Polysorbat 20 pro360-mg-Dosis. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Patrone, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Polysorbat
Dieses Arzneimittel enthält 0,8 mg Polysorbat 20 pro 360-mg-Dosis. Polysorbate können allergische
Reaktionen hervorrufen.
Sorbitol
Dieses Arzneimittel enthält 164 mg Sorbitol pro 360-mg-Dosis.
Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose)-haltiger Arzneimittel und die
Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 360-mg-Dosis, d. h., es istnahezu 'natriumfrei“.
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Polysorbat
Dieses Arzneimittel enthält 0,24 mg Polysorbat 20 pro 180-mg-Dosis und 0,48 mg Polysorbat 20 pro360-mg-Dosis. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 180-mg-Dosis und 360-mg-
Dosis, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
Es ist nicht zu erwarten, dass Risankizumab durch Leberenzyme verstoffwechselt oder über die Niereausgeschieden wird. Wechselwirkungen zwischen Risankizumab und Inhibitoren, Induktoren oder
Substraten von Enzymen, die Arzneimittel verstoffwechseln, sind nicht zu erwarten und eine
Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Begleitende Immunsuppressivatherapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Risankizumab in Kombination mit Immunsuppressiva,einschließlich Biologika, wurden nicht untersucht.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens 21 Wochen nachder Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge)mit der Anwendung von Risankizumab bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien weisen nichtauf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen hinsichtlich der Reproduktionstoxizität hin. Als
Vorsichtsmaßnahme sollte eine Anwendung von Risankizumab während der Schwangerschaftvermieden werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Risankizumab in die Muttermilch übergeht. Da humane Immunglobulinebekanntermaßen in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergehen (kurz danach nurnoch in geringer Konzentration), kann ein Risiko für den gestillten Säugling während dieses kurzen
Zeitraums nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die
Behandlung mit Risankizumab unterbrochen bzw. abgesetzt wird. Dabei sind sowohl die Vorteile des
Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie mit Risankizumab für die Mutter zuberücksichtigen.
FertilitätDie Wirkung von Risankizumab auf die Fertilität des Menschen wurde nicht untersucht.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf die Fertilität.
Risankizumab hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit unddie Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Infektionen der oberen Atemwege (15,6 % bei
Morbus Crohn und 26,2 % bei Colitis ulcerosa).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen von Risankizumab aus klinischen Studien (Tabelle 1) sind nach MedDRA-
Systemorganklasse anhand folgender Häufigkeitskategorien gegliedert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 1. Auflistung von Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und Sehr häufig Infektionen der oberenparasitäre Atemwegea
Erkrankungen Häufig Tinea-Infektionenb
Gelegentlich Follikulitis
Erkrankungen des Selten Anaphylaktische
Immunsystems Reaktionen
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzc
Nervensystems
Erkrankung der Haut Häufig Pruritusund des Ausschlag
Unterhautgewebes Ekzem
Gelegentlich Urtikaria
Allgemeine Häufig Fatigue/Ermüdungd
Erkrankungen und Reaktionen an der
Beschwerden am Injektionsstellee
Verabreichungsorta Einschließlich Atemwegsinfektion (viral, bakteriell oder nicht näher spezifiziert),
Sinusitis (darunter akute Form), Rhinitis, Nasopharyngitis, Pharyngitis (daruntervirale Form), Tonsillitis, Laryngitis, Tracheitisb Einschließlich Tinea pedis, Tinea cruris, Tinea corporis, Tinea versicolor, Tineamanuum, Onychomykose, Tinea-Infektionc Einschließlich Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz, Sinuskopfschmerzend Einschließlich Fatigue/Ermüdung, Asthenie, Unwohlseine Einschließlich blauer Fleck an der Injektionsstelle, Erythem, Hämatom, Blutung,
Reizung, Schmerz, Pruritus, Reaktion, Schwellung, Verhärtung,
Überempfindlichkeit, Knoten, Ausschlag, Urtikaria, Bläschen, Erwärmung;
Erytheme an der Infusionsstelle, Extravasation, Reaktion, Schwellung
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜber das gesamte Psoriasis-Programm, einschließlich der Langzeitanwendung von Risankizumab lagdie Rate der Infektionen bei 75,5 Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Der Großteil der Fälle war nichtschwerwiegend, von leichtem bis moderatem Schweregrad und führte nicht zu einem Abbruch der
Behandlung mit Risankizumab. Die Rate an schwerwiegenden Infektionen betrug 1,7 Ereignisse pro100 Patientenjahre (siehe Abschnitt 4.4).
Morbus CrohnInsgesamt entsprach das Sicherheitsprofil bei Patienten mit Morbus Crohn unter Risankizumab dem
Sicherheitsprofil, das bei Patienten aller Indikationen beobachtet wurde.
InfektionenDie Infektionsrate in den gepoolten Daten aus den 12-wöchigen Induktionsstudien betrug83,3 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die mit Risankizumab 600 mg intravenösbehandelt wurden, im Vergleich zu 117,7 Ereignissen pro 100 Patientenjahre unter Placebo. Die Rateschwerwiegender Infektionen betrug 3,4 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die mit
Risankizumab 600 mg intravenös behandelt wurden, im Vergleich zu 16,7 Ereignissen pro100 Patientenjahre unter Placebo (siehe Abschnitt 4.4).
Die Infektionsrate in der 52-wöchigen Erhaltungsstudie betrug 57,7 Ereignisse pro 100 Patientenjahrebei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase mit Risankizumab 360 mg subkutanbehandelt wurden, im Vergleich zu 76,0 Ereignissen pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der
Risankizumab-Induktionsphase Placebo erhielten. Die Rate schwerwiegender Infektionen betrug6,0 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase mit
Risankizumab 360 mg subkutan behandelt wurden, im Vergleich zu 5,0 Ereignissen pro100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase Placebo erhielten (siehe
Abschnitt 4.4).
Colitis ulcerosaInsgesamt entsprach das Sicherheitsprofil bei Patienten mit Colitis ulcerosa unter Risankizumab dem
Sicherheitsprofil, das bei Patienten aller Indikationen beobachtet wurde.
InfektionenDie Infektionsrate in den gepoolten Daten aus der 12-wöchigen Induktionsstudie betrug78,3 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die mit Risankizumab 1 200 mg intravenösbehandelt wurden, im Vergleich zu 74,2 Ereignissen pro 100 Patientenjahre unter Placebo. Die Rateschwerwiegender Infektionen betrug 3,0 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die mit
Risankizumab 1 200 mg intravenös behandelt wurden, im Vergleich zu 5,4 Ereignissen pro100 Patientenjahre unter Placebo (siehe Abschnitt 4.4).
Die Infektionsrate in der 52-wöchigen Erhaltungsstudie betrug 67,4 Ereignisse pro 100 Patientenjahrebei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase mit Risankizumab 180 mg subkutanbehandelt wurden, und 56,5 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der
Risankizumab-Induktionsphase mit Risankizumab 360 mg subkutan behandelt wurden, im Vergleichzu 64,6 Ereignissen pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase
Placebo erhielten. Die Rate schwerwiegender Infektionen betrug 1,1 Ereignisse pro 100 Patientenjahrebei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase mit Risankizumab 180 mg subkutanbehandelt wurden, und 0,6 Ereignisse pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der
Risankizumab-Induktionsphase mit Risankizumab 360 mg subkutan behandelt wurden, im Vergleichzu 2,3 Ereignissen pro 100 Patientenjahre bei Patienten, die nach der Risankizumab-Induktionsphase
Placebo erhielten (siehe Abschnitt 4.4).
ImmunogenitätBei Patienten mit Morbus Crohn, die in klinischen Studien zu MC bis zu 64 Wochen Risankizumab inder empfohlenen intravenösen Induktions- und subkutanen Erhaltungsdosis erhielten, wurden bei3,4 % (2/58) bzw. bei 0 % (0/58) der beurteilten Patienten unter Behandlung auftretende Antikörpergegen den Wirkstoff und neutralisierende Antikörper nachgewiesen.
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa, die in klinischen Studien zu Colitis ulcerosa bis zu 64 Wochen
Risankizumab in der empfohlenen intravenösen Induktions- und subkutanen Erhaltungsdosis (180 mgoder 360 mg) erhielten, wurden unter 180 mg subkutan bei 8,9 % (8/90) bzw. 6,7 % (6/90) und unter360 mg subkutan bei 4,4 % (4/91) bzw. 2,2 % (2/91) der beurteilten Patienten unter Behandlungauftretende Antikörper gegen den Wirkstoff und neutralisierende Antikörper nachgewiesen.
Antikörper gegen Risankizumab, auch neutralisierende Antikörper, waren nicht mit Veränderungendes klinischen Ansprechens oder der Sicherheit assoziiert.
Ältere PatientenBisher liegen nur begrenzte Erfahrungen zu Patienten ≥ 65 Jahre vor.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf Anzeichen und Symptome von
Nebenwirkungen zu überwachen und umgehend eine geeignete symptomatische Behandlungeinzuleiten.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Interleukin-Inhibitoren, ATC-Code: L04AC18
WirkmechanismusRisankizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, der selektiv mit hoher Affinität andie p19-Untereinheit des humanen Interleukin 23 (IL-23) bindet, ohne an IL-12 zu binden, und dessen
Interaktion mit dem IL-23-Rezeptorkomplex hemmt. IL-23 ist ein Zytokin, das an Entzündungs- und
Immunreaktionen beteiligt ist. Durch die Hemmung der Bindung von IL-23 an seinen Rezeptor hemmt
Risankizumab die IL-23-abhängige Signaltransduktion und die Freisetzung proinflammatorischer
Zytokine.
Pharmakodynamische WirkungenIn einer Studie mit Psoriasis-Patienten war die Expression von Genen in der Haut, die mit der
IL-23/IL-17-Achse in Zusammenhang stehen, nach Einzeldosen von Risankizumab vermindert. Beiden psoriatischen Läsionen wurden auch eine Verringerung der Epidermisdicke, der Infiltration von
Entzündungszellen und der Expression psoriatischer Krankheitsmarker beobachtet.
In einer Phase-II-Studie mit MC-Patienten war die Expression von Genen, die mit der
IL-23/Th17-Achse assoziiert sind, im Darmgewebe nach Mehrfachgabe von Risankizumabvermindert. In Phase-III-Induktionsstudien bei Morbus Crohn wurde nach Mehrfachgabe auch eine
Verringerung von fäkalem Calprotectin (FCP), C-reaktivem Protein (CRP) und IL-22 beobachtet. Die
Verringerung von FCP, CRP und IL-22 im Serum wurde bis Woche 52 der Erhaltungsstudiebeibehalten.
In einer Phase-IIb/III-Studie mit Patienten mit Colitis ulcerosa wurde in Woche 12 der
Induktionsstudie eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verringerung der entzündlichen
Biomarker FCP und CRP sowie des mit dem IL-23-Signalweg assoziierten Biomarkers IL-22 im
Serum gegenüber Baseline beobachtet. Die Verringerung von FCP, CRP und IL-22 im Serum wurdebis Woche 52 der Erhaltungsstudie beibehalten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von Risankizumab wurden bei 1 419 Patienten mit mittelschwerembis schwerem aktivem Morbus Crohn in drei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Die aufgenommenen Studienteilnehmendenwaren mindestens 16 Jahre alt und wiesen einen Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) von 220 bis450, eine durchschnittliche tägliche Stuhlfrequenz (SF) von ≥ 4 und/oder einen durchschnittlichentäglichen Score für Bauchschmerzen (BS) von ≥ 2 sowie einen Simple Endoscopic Score for CD(SES-CD) von ≥ 6 (bzw. ≥ 4 bei isolierter Erkrankung des Ileums) auf, abgesehen von einervorliegenden Verengungskomponente und von einem zentralen Prüfer bestätigt.
Es gab zwei 12-wöchige intravenöse Induktionsstudien (ADVANCE und MOTIVATE), die eine12-wöchige Verlängerungsphase für Patienten umfassten, die in Woche 12 kein klinisches
SF/BS-Ansprechen erreichten (≥ 30%ige Verringerung der SF und/oder ≥ 30%ige Verringerung der
BS und beide nicht schlechter als bei Baseline). Auf ADVANCE und MOTIVATE folgte eine52-wöchige randomisierte Absetzstudie mit subkutaner Erhaltungstherapie (FORTIFY), in die
Patienten mit einem klinischen SF/BS-Ansprechen auf die intravenöse Induktionstherapieeingeschlossen wurden, die somit auf eine Behandlungsdauer von mindestens 64 Wochen kamen.
ADVANCE und MOTIVATE
In den Studien ADVANCE und MOTIVATE wurden die Studienteilnehmenden randomisiert underhielten in Woche 0, Woche 4 und Woche 8 entweder Risankizumab in einer Dosis von 600 mg(empfohlene Dosis) oder 1 200 mg oder Placebo.
In ADVANCE hatten 58 % (491/850) der Studienteilnehmenden nicht auf eine Behandlung mit einemoder mehreren Biologika angesprochen oder diese nicht vertragen (vorheriges Versagen der
Biologikatherapie) und 42 % (359/850) hatten nicht auf eine Behandlung mit konventionellen
Therapien, aber nicht mit Biologika (kein vorheriges Versagen der Biologikatherapie) angesprochenoder diese nicht vertragen. In ADVANCE waren von den Studienteilnehmenden ohne vorheriges
Versagen der Biologikatherapie 87 % (314/359) noch nicht mit einem Biologikum behandelt wordenund die restlichen 13 % hatten ein Biologikum erhalten, wiesen jedoch kein Behandlungsversagen undkeine Unverträglichkeit auf. Alle Patienten in MOTIVATE hatten ein vorheriges Versagen der
Biologikatherapie.
In beiden Studien erreichte ein größerer Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten in
Woche 12 die koprimären Endpunkte einer klinischen Remission und eines endoskopischen
Ansprechens als unter Placebo. Ein erweitertes klinisches SF/BS-Ansprechen und eine klinische
Remission waren bei den mit Risankizumab behandelten Patienten bereits in Woche 4 signifikant undverbesserten sich bis Woche 12 weiter (Tabelle 2).
Tabelle 2. Wirksamkeitsergebnisse in den Studien ADVANCE und MOTIVATE
ADVANCE MOTIVATE
Placebo Behandlungs- Placebo Behandlungs-
Risankizumab d Risankizumabintravenös unterschied intravenö unterschiedd600 mg 600 mg(n = 175) (95 %-CI) s (95 %-CI)intravenös intravenös% (n = 187)(n = 336) % (n = 191) %%
Koprimäre Endpunkte
Klinische22 % 15 %
Remission in 22 % 43 %a 19 % 35 %e [14 %, 30 %] [6 %, 24 %]b
Woche 12
Endoskopisches28 % 18 %
Ansprechen in 12 % 40 % 11 % 29 %f [21 %, 35 %]a [10 %, 25 %]a
Woche 12
Weitere Endpunkte
Erweitertesklinisches15 % 14 %
SF/BS- 31 % 46 % 32 % 45 %[6 %, 23 %]b [4 %, 23 %]c
Ansprechen in
Woche 4g
Erweitertesklinisches21 % 23 %
SF/BS- 42 % 63 %a 39 % 62 %[12 %, 30 %] [13 %, 33 %]a
Ansprechen in
Woche 12g
CDAI < 150 in 8 % 10 %10 % 18 % c 11 % 21 %
Woche 4 [1 %, 14 %] [2 %, 17 %]c
CDAI < 150 in 21 % 22 %25 % 45 % 20 % 42 %
Woche 12 [12 %, 29 %]a [13 %, 31 %]a
Mukosaheilung (n = 173) (n = 336) 14 % (n = 186) (n = 190) 9 %in Woche 12h 8 % 21 % [8 %, 19 %]a 4 % 14 % [4 %, 15 %]b
Endoskopische15 % 15 %
Remission in 9 % 24 %[9 %, 21 %]a 4 % 19 %[9 %, 21 %]a
Woche 12ia Statistisch signifikant unter Multiplizitätskontrolle für den Vergleich von Risankizumab mit Placebo(p < 0,001)b Statistisch signifikant unter Multiplizitätskontrolle für den Vergleich von Risankizumab mit Placebo(p ≤ 0,01)c Nominal p ≤ 0,05 Risankizumab im Vergleich zu Placebod Angepasster Behandlungsunterschiede Klinische Remission basierend auf SF/BS: durchschnittliche tägliche Stuhlfrequenz von ≤ 2,8 undnicht schlechter als bei Baseline und durchschnittlicher täglicher Score für Bauchschmerzen von ≤ 1und nicht schlechter als bei Baselinef Endoskopisches Ansprechen: Verringerung des SES-CD um mehr als 50 % gegenüber Baseline oder
Verringerung um mindestens 2 Punkte bei Patienten mit einem Baseline-Score von 4 und isolierter
Erkrankung des Ileumsg Erweitertes klinisches SF/BS-Ansprechen: ≥ 60%ige Verringerung der durchschnittlichen täglichen
Stuhlfrequenz und/oder ≥ 35%ige Verringerung des durchschnittlichen täglichen Scores für
Bauchschmerzen, beide nicht schlechter als bei Baseline, und/oder klinische Remissionh Mukosaheilung: SES-CD-Subscore für Geschwüre auf der Oberfläche von 0 bei Patienten mit einem
Subscore von ≥ 1 bei Baselinei Endoskopische Remission: SES-CD von ≤ 4 und mindestens 2 Punkte niedriger als bei Baseline undkein Subscore einer einzelnen Variable > 1.
In Woche 12 erreichte ein größerer Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten eine
Verringerung des CDAI um mindestens 100 Punkte gegenüber Baseline als unter Placebo(ADVANCE: Risankizumab = 60 %, Placebo = 37 %, p < 0,001; MOTIVATE: Risankizumab = 60 %,
Placebo = 30 %, p < 0,001).
In Woche 12 erreichte ein größerer Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten sowohl einerweitertes klinisches SF/BS-Ansprechen als auch ein endoskopisches Ansprechen als unter Placebo(ADVANCE: Risankizumab = 31 %, Placebo = 8 %, p < 0,001; MOTIVATE: Risankizumab = 21 %,
Placebo = 7 %, p < 0,001).
Die Ergebnisse für die koprimären Endpunkte für die Untergruppen (ohne Berücksichtigung von
Multiplizität) von Patienten mit und ohne vorheriges Versagen der Biologikatherapie sind in Tabelle 3dargestellt.
Tabelle 3. Wirksamkeitsergebnisse in Woche 12 in den Untergruppen von
Studienteilnehmenden mit vorherigem Versagen der Biologikatherapie und bei Patienten ohnevorheriges Versagen der Biologikatherapie in ADVANCE
ADVANCE
Risankizumab 600 mg Behandlungsunterschied
Placebo intravenös(95 %-CI)
Klinische Remission gemäß SF/BS-Score
Vorheriges Versagen 18 % [7 %, 29 %]23 % (n = 97) 41 % (n = 195)der Biologikatherapie
Kein vorheriges 27 % [15 %, 39 %]
Versagen der 21 % (n = 78) 48 % (n = 141)
Biologikatherapie
Endoskopisches Ansprechen
Vorheriges Versagen 21 % [12 %, 31 %]11 % (n = 97) 33 % (n = 195)der Biologikatherapie
Kein vorheriges 38 % [27 %, 49 %]
Versagen der 13 % (n = 78) 50 % (n = 141)
Biologikatherapie
In ADVANCE erreichte ein größerer Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten mit und ohnevorheriges Versagen einer Biologikatherapie einen CDAI < 150 als unter Placebo (mit vorherigem
Versagen der Biologikatherapie: Risankizumab = 42 %, Placebo = 26 %; kein vorheriges Versagen der
Biologikatherapie: Risankizumab = 49 %, Placebo = 23 %).
MC-bedingte Hospitalisierungen
Die Raten der MC-bedingten Hospitalisierungen bis Woche 12 waren bei den mit Risankizumabbehandelten Studienteilnehmenden niedriger als unter Placebo (ADVANCE, Risankizumab = 3 %,
Placebo = 12 %, p < 0,001; MOTIVATE, Risankizumab = 3 %, Placebo = 11 %, p ≤ 0,01).
FORTIFY
In der Erhaltungsstudie FORTIFY wurden 462 Studienteilnehmende mit klinischem SF/BS-
Ansprechen auf eine 12-wöchige Induktionstherapie mit Risankizumab intravenös in den Studien
ADVANCE und MOTIVATE untersucht. Die Studienteilnehmenden wurden randomisiert underhielten entweder weiterhin ein Erhaltungsschema mit Risankizumab 360 mg subkutan (empfohlene
Dosis) oder Risankizumab 180 mg subkutan alle 8 Wochen oder sie setzten die Induktionstherapie mit
Risankizumab ab und erhielten bis zu 52 Wochen lang alle 8 Wochen Placebo subkutan.
Die koprimären Endpunkte waren die klinische Remission in Woche 52 und das endoskopische
Ansprechen in Woche 52. Koprimäre Endpunkte wurden auch bei Studienteilnehmenden mit und ohnevorheriges Versagen einer Biologikatherapie beurteilt (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4. Wirksamkeitsergebnisse in FORTIFY in Woche 52 (64 Wochen nach Einleitung der
Induktionsdosis)
FORTIFY
Induktion mit Induktion mit Behandlungsunterschied
Risankizumab Risankizumab (95 %-CI)intravenös/Placebo intravenös/Risankizumabsubkutanf 360 mg subkutan(n = 164) % (n = 141) %
Koprimäre Endpunkte
Klinische Remission 40 % 52 % 15 % [5 %, 25 %]a,g
Vorheriges Versagen der 34 % (n = 123) 48 % (n = 102) 14 % [1 %, 27 %]
Biologikatherapie
Kein vorheriges 56 % (n = 41) 62 % (n = 39) 5 % [-16 %, 27 %]
Versagen der
Biologikatherapie
Endoskopisches22 % 47 % 28 % [19 %, 37 %]b,g
Ansprechen
Vorheriges Versagen der 20 % (n = 123) 44 % (n = 102)23 % [11 %, 35 %]
Biologikatherapie
Kein vorheriges 27 % (n = 41) 54 % (n = 39)
Versagen der 27 % [6 %, 48 %]
Biologikatherapie
Weitere Endpunkte
Erweitertes klinisches49 % 59 % 13 % [2 %, 23 %]e,g
SF/BS-Ansprechen
Aufrechterhaltung der (n = 91) (n = 72) d,gh 21 % [6 %, 35 %]klinischen Remission 51 % 69 %
Endoskopische13 % 39 % 28 % [20 %, 37 %]c,g
Remission(n = 162) (n = 141)
Mukosaheilung c,g10 % 31 % 22 % [14 %, 30 %]a Statistisch signifikant unter Multiplizitätskontrolle für den Vergleich von Risankizumab mit
Placebo (p ≤ 0,01).b Statistisch signifikant unter Multiplizitätskontrolle für den Vergleich von Risankizumab mit
Placebo (p < 0,001).c Nominal p < 0,001 Risankizumab im Vergleich zu Placebo ohne allgemeine Typ-I-Fehlerkontrolle.d Nominal p ≤ 0,01 Risankizumab im Vergleich zu Placebo ohne allgemeine Typ-I-Fehlerkontrolle.
e Nominal p ≤ 0,05 Risankizumab im Vergleich zu Placebo ohne allgemeine Typ-I-Fehlerkontrolle.f Der Behandlungsarm, der nur die Induktionstherapie erhielt, bestand aus Studienteilnehmenden,die ein klinisches Ansprechen auf die Induktionstherapie mit Risankizumab erreichten und in der
Erhaltungsstudie (FORTIFY) zu Placebo randomisiert wurden.g Angepasster Behandlungsunterschiedh Aufrechterhaltung der klinischen Remission: klinische Remission in Woche 52 bei
Studienteilnehmenden mit klinischer Remission in Woche 0
Eine tiefe Remission (klinische Remission und endoskopische Remission) wurde in Woche 52 bei denmit Risankizumab intravenös/Risankizumab subkutan behandelten Studienteilnehmenden häufigerbeobachtet als bei Studienteilnehmenden, die Risankizumab intravenös/Placebo subkutan erhielten(28 % bzw. 10 %, nominal p < 0,001).
In Woche 52 erreichte ein größerer Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumab subkutanbehandelten Patienten einen CDAI < 150 als unter Risankizumab intravenös/Placebo subkutan (52 %bzw. 41 %, nominal p ≤ 0,01). Ein größerer Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumabsubkutan behandelten Studienteilnehmenden erreichte eine Verringerung des CDAI um mindestens100 Punkte gegenüber Baseline im Vergleich zu den mit Risankizumab intravenös/Placebo subkutanbehandelten Studienteilnehmenden (62 % bzw. 48 %, nominal p ≤ 0,01).
In den Studien ADVANCE und MOTIVATE erhielten 91 Patienten, die nach einer 12-wöchigen
Induktionstherapie mit Risankizumab kein klinisches SF/BS-Ansprechen zeigten, in Woche 12 und
Woche 20 eine Dosis Risankizumab 360 mg subkutan Von diesen Studienteilnehmenden erreichten64 % (58/91) in Woche 24 ein klinisches SF/BS-Ansprechen. 33 der Studienteilnehmenden, die einklinisches SF/BS-Ansprechen erreichten, wurden in FORTIFY aufgenommen und erhielten bis zu52 Wochen lang alle 8 Wochen Risankizumab 360 mg subkutan. Von diesen Studienteilnehmendenerreichten 55 % (18/33) in Woche 52 eine klinische Remission und 45 % (15/33) ein endoskopisches
Ansprechen.
Während FORTIFY hatten 30 Studienteilnehmende einen Verlust des Ansprechens auf die
Behandlung mit Risankizumab 360 mg subkutan und erhielten eine Notfallbehandlung mit
Risankizumab (eine Einmaldosis 1 200 mg intravenös, gefolgt von 360 mg subkutan alle 8 Wochen).
Von diesen Studienteilnehmenden erreichten 57 % (17/30) in Woche 52 ein klinisches SF/BS-
Ansprechen. Darüber hinaus erreichten 20 % (6/30) bzw. 34 % (10/29) der Studienteilnehmenden in
Woche 52 eine klinische Remission bzw. ein endoskopisches Ansprechen.
Ergebnisse zur (gesundheitsbezogenen) Lebensqualität
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde anhand des Inflammatory Bowel Disease
Questionnaire (IBDQ) und des SF-36-Fragebogens beurteilt. Die Verbesserung im Hinblick auf
Fatigue wurde anhand der Skala des Functional Assessment of Chronic Illness Therapy-Fatigue(FACIT-F) gemessen. Die Arbeitsproduktivität wurde anhand des Work Productivity and Activity
Impairment CD (WPAI-CD)-Fragebogens beurteilt.
In Woche 12 von ADVANCE und MOTIVATE erreichten die mit Risankizumab behandelten
Studienteilnehmenden im Vergleich zu Placebo klinisch bedeutsame Verbesserungen gegenüber
Baseline im Hinblick auf den IBDQ-Gesamtscore, alle IBDQ-Bereichsscores (Darmsymptome,systemische Funktion, emotionale Funktion und soziale Funktion), die körperlichen und psychischen
Komponenten des SF-36, FACIT-F und WPAI-CD. Für WPAI-CD wurden größere Reduzierung der
Beeinträchtigung während der Arbeit, der Beeinträchtigung der Arbeit insgesamt und der
Beeinträchtigung der Aktivität in ADVANCE gezeigt. Eine stärkere Reduzierung der
Beeinträchtigung der Aktivität wurde in MOTIVATE gezeigt. Diese Verbesserungen wurden bei denmit Risankizumab intravenös/Risankizumab subkutan behandelten Patienten in FORTIFY bis
Woche 52 aufrechterhalten.
Colitis ulcerosaDie Wirksamkeit und Sicherheit von Risankizumab wurden bei Patienten mit mittelschwerer bisschwerer aktiver Colitis ulcerosa in zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Die aufgenommenen Studienteilnehmendenwaren ≥ 18 und ≤ 80 Jahre alt und wiesen einen angepassten Mayo-Score (aMS) von 5 bis 9 (unter
Verwendung des Mayo-Scoring-Systems, ohne die allgemeine Beurteilung durch den Arzt[Physician’s Global Assessment, PGA]) mit einem Endoskopie-Subscore (ES) von 2 oder 3 beim
Screening auf, der durch ein zentrales Gutachten bestätigt wurde.
Die 12-wöchige intravenöse Induktionsstudie (INSPIRE) umfasste eine 12-wöchige Fortsetzungsphasefür Studienteilnehmende, die in Woche 12 kein klinisches Ansprechen erreichten (definiert als
Verringerung des aMS um ≥ 2 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baseline sowie Verringerung des
Subscores zur Darmblutung [rectal bleeding score, RBS] um ≥ 1 oder absoluter RBS von ≤ 1). Auf
INSPIRE folgte eine 52-wöchige randomisierte Absetzstudie mit subkutaner Erhaltungstherapie(COMMAND), in die Patienten mit einem klinischen Ansprechen auf die 12-wöchige intravenöse
Induktionstherapie mit Risankizumab eingeschlossen wurden, die somit auf eine Behandlungsdauervon mindestens 64 Wochen kamen.
INSPIRE
In der Studie INSPIRE wurden 975 Studienteilnehmende randomisiert und erhielten in Woche 0,
Woche 4 und Woche 8 entweder Risankizumab 1 200 mg oder Placebo.
In der INSPIRE-Studie zeigten 52 % (503/975) der Studienteilnehmenden ein Versagen(unzureichendes Ansprechen oder Unverträglichkeit) auf eine oder mehrere Biologikatherapien,
JAK-Inhibitoren und/oder S1P-Rezeptormodulatoren. Von diesen 503 Studienteilnehmenden zeigten488 (97 %) ein Versagen der Behandlung bei Biologika und 90 (18 %) bei JAK-Inhibitoren.
In die Studie aufgenommenen Patienten war es gestattet, eine stabile Dosis oraler Corticosteroide (biszu 20 mg/Tag Prednison oder Äquivalent), Immunsuppressiva und Aminosalizylate anzuwenden. Bei
Baseline der INSPIRE-Studie erhielten 36 % der Studienteilnehmenden Corticosteroide, 17 %
Immunmodulatoren und 73 % Aminosalizylate. Die Krankheitsaktivität war bei 58 % der
Studienteilnehmenden mittelschwer (aMS ≤ 7) und bei 42 % schwer (aMS > 7).
In der INSPIRE-Studie erreichte in Woche 12 im Vergleich zu Placebo ein signifikant größerer Anteilder mit Skyrizi behandelten Patienten den primären Endpunkt einer klinischen Remission gemäß aMS(definiert als Subscore zur Stuhlfrequenz [SFS] ≤ 1 und nicht höher als bei Baseline, RBS = 0 und ES≤ 1 ohne Hinweise auf Friabilität, Tabelle 5). Die Ergebnisse zum primären Endpunkt und zu denwichtigsten sekundären Endpunkten sind in Tabelle 5 aufgeführt.
Tabelle 5. Wirksamkeitsergebnisse in INSPIRE in Woche 12
Placebo Risankizumab Behandlungs-intravenös 1 200 mg unterschied
Endpunkt (n = 325) intravenös (95 %-CI)% (n = 650)%
Krankheitsaktivität und CU-Symptome14 %f
Klinische Remissiona,b 6 % 20 %[10 %, 18 %]
Mit Versagen von Biologika und/oder JAK- 7 %4 % (n = 170) 11 % (n = 333)
Inhibitoren [3 %, 12 %]
Ohne Versagen von Biologika und/oder JAK- 21 %8 % (n = 155) 30 % (n = 317)
Inhibitoren [15 %, 28 %]c 29 %f
Klinisches Ansprechen 36 % 64 %[22 %, 35 %]
Mit Versagen von Biologika und/oder JAK- 24 %31 % (n = 170) 55 % (n = 333)
Inhibitoren [15 %, 33 %]
Ohne Versagen von Biologika und/oder JAK- 33 %41 % (n = 155) 74 % (n = 317)
Inhibitoren [24 %, 42 %]
Endoskopische und histologische Untersuchung24 %f
Mukosaheilungd 12 % 37 %[19 %, 29 %]
Mit Versagen von Biologika und/oder JAK- 16 %10 % (n = 170) 26 % (n = 333)
Inhibitoren [9 %, 22 %]
Ohne Versagen von Biologika und/oder JAK- 33 %14 % (n = 155) 48 % (n = 317)
Inhibitoren [26 %, 41 %]
Histologisch-endoskopische 17 %f8 % 24 %
Mukosaheilunge [12 %, 21 %]
Mit Versagen von Biologika und/oder JAK- 9 %7 % (n = 170) 16 % (n = 333)
Inhibitoren [3 %, 14 %]
Ohne Versagen von Biologika und/oder JAK- 25 %8 % (n = 155) 33 % (n = 317)
Inhibitoren [18 %, 32 %]a Primärer Endpunktb Klinische Remission gemäß aMS: SFS ≤ 1 und nicht höher als bei Baseline, RBS = 0 und ES ≤ 1ohne Hinweise auf Friabilitätc Klinisches Ansprechen gemäß aMS: Verringerung um ≥ 2 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baselineund Verringerung des RBS um ≥ 1 oder absoluter RBS von ≤ 1d ES ≤ 1 ohne Hinweise auf Friabilitäte ES ≤ 1 ohne Hinweise auf Friabilität und Geboes-Score ≤ 3,1 (weist auf eine
Neutrophileninfiltration in < 5 % der Krypten hin, keine Zerstörung der Krypten und keine
Erosionen, Ulzerationen oder Granulationsgewebe)f p < 0,00001, angepasster Behandlungsunterschied (95 %-CI)
Klinische Krankheitsaktivität und Symptome
Der partielle adaptierte Mayo-Score (paMS) setzt sich aus SFS und RBS zusammen. Klinisches
Ansprechen gemäß paMS wird definiert als Verringerung um ≥ 1 Punkt und ≥ 30 % gegenüber
Baseline und eine Verringerung des RBS um ≥ 1 oder ein absoluter RBS von ≤ 1. Die Ergebnisse zumklinischen Ansprechen gemäß paMS im Zeitverlauf in der INSPIRE-Studie sind in Abbildung 1dargestellt. Die Wirksamkeit trat schnell ein, wobei ein größerer Anteil der mit Risankizumabbehandelten Studienteilnehmenden bereits in Woche 4 ein klinisches Ansprechen erreichte als unter
Placebo (52 % vs. 31 %, p < 0,00001).
Abbildung 1. Anteil der Patienten mit klinischem Ansprechen gemäß paMS im Zeitverlauf inder Induktionsstudie INSPIRE
Wochen
Placebo intravenös (n = 325)
Risankizumab 1 200 mg intravenös (n = 650)
Ein signifikant größerer Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten hatte in Woche 12 im
Vergleich zu Placebo keine Bauchschmerzen (36 % vs. 26 %, p < 0,01) und keinen Stuhldrang (44 %vs. 28 %, p < 0,00001).
Weitere CU-Symptome
Die Anzahl der Stuhlinkontinenzepisoden pro Woche war in Woche 12 bei mit Risankizumabbehandelten Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant stärker reduziert (Veränderung gegenüber
Baseline bei Risankizumab = -3,8, Placebo = -2,2, p = 0,00003).
Ansprechrate (%) und 95 %-CI
Der Anteil der Patienten, die in Woche 12 keinen nächtlichen Stuhlgang hatten, war unter
Risankizumab im Vergleich zu Placebo signifikant höher (67 % vs. 43 %, p < 0,00001).
Der Anteil der Patienten, die in Woche 12 keinen Tenesmus aufwiesen, war unter Risankizumab im
Vergleich zu Placebo signifikant höher (49 % vs. 30 %, p < 0,00001).
Die Anzahl der Tage pro Woche mit Schlafstörungen aufgrund von CU-Symptomen war in Woche 12bei den mit Risankizumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant stärker reduziert(Veränderung gegenüber Baseline bei Risankizumab = -2,5, Placebo = -1,5, p < 0,00001).
CU-bedingte Hospitalisierung
Die Raten der CU-bedingten Hospitalisierungen bis Woche 12 waren bei den mit Risankizumabbehandelten Patienten signifikant niedriger als unter Placebo (1 % vs. 6 %, p < 0,00001).
Fortgesetzte Behandlung bei Non-Respondern in Woche 12
Insgesamt 141 Studienteilnehmende, die in Woche 12 der Risankizumab-Induktionsphase in der
INSPIRE-Studie kein klinisches Ansprechen aufwiesen, erhielten in Woche 12 und Woche 20subkutan entweder eine 180-mg- oder 360-mg-Dosis Risankizumab. Von den71 Studienteilnehmenden, die Risankizumab 180 mg subkutan erhielten, bzw. von den 70, die 360 mgsubkutan erhielten, erreichten in Woche 24 56 % bzw. 57 % ein klinisches Ansprechen.
COMMAND
In der Erhaltungsstudie COMMAND wurden 548 Studienteilnehmende mit klinischem Ansprechennach 12-wöchiger Induktionstherapie mit Risankizumab intravenös in der Studie INSPIRE untersucht.
Die Studienteilnehmenden wurden randomisiert und erhielten ein Erhaltungsschema mit
Risankizumab 180 mg subkutan oder 360 mg subkutan alle 8 Wochen oder sie setzten die
Induktionstherapie mit Risankizumab ab und erhielten bis zu 52 Wochen lang alle 8 Wochen Placebosubkutan.
In der Studie COMMAND zeigten 75 % (411/548) der Studienteilnehmenden vor Beginn der
Induktionstherapie ein Versagen (unzureichendes Ansprechen oder Unverträglichkeit) auf eine odermehrere Biologikatherapien, JAK-Inhibitoren und/oder S1P-Rezeptormodulatoren. Von diesen411 Studienteilnehmenden zeigten 407 (99 %) ein Versagen bei Biologika und 78 (19 %) bei
JAK-Inhibitoren.
In der Studie COMMAND erreichte in Woche 52 ein signifikant größerer Anteil der oben genannten548 mit Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumab 360 mg subkutan behandelten
Studienteilnehmenden den primären Endpunkt der klinischen Remission gemäß aMS als unter Placebo(siehe Tabelle 6). Die Ergebnisse zum primären Endpunkt und zu den wichtigsten sekundären
Endpunkten sind in Tabelle 6 aufgeführt.
Tabelle 6. Wirksamkeitsergebnisse in COMMAND in Woche 52 (64 Wochen nach Einleitungder Induktionsdosis)
Induktion mit Induktion mit Induktion mit Behandlungsunterschied
Risankizumab Risankizumab Risankizumab (95 %-CI)++intravenös/ intravenös/ intravenös/
Placebo Risankizumab Risankizumab Induktion mit Induktion mit
Endpunkt + Risankizumab Risankizumabsubkutan 180 mg 360 mgintravenös/ intravenös/(n = 183) % subkutan subkutan
Risankizumab Risankizumab(n = 179) % (n = 186) %180 mg 360 mgsubkutan subkutan
Krankheitsaktivität und CU-Symptome16 %h 14 %h
Klinische Remissiona,b 25 % 40 % 38 %[6 %, 27 %] [4 %, 24 %]
Mit Versagen von37 % 13 % 6 %
Biologika und/oder 23 % (n = 138) 29 % (n = 139)(n = 134) [1 %, 26 %] [-6 %, 18 %]
JAK-Inhibitoren
Ohne Versagen von20 % 31 %
Biologika und/oder 31 % (n = 45) 51 % (n = 45) 62 % (n = 47)[-3 %, 43 %] [8 %, 53 %]
JAK-Inhibitoren
Aufrechterhaltung der 29 %h 13 %kc 40 % (n = 53) 70 % (n = 44) 50 % (n = 40)klinischen Remission [7 %, 51 %] [-11 %, 36 %]
Mit Versagen von28 % 7 %
Biologika und/oder 37 % (n = 35) 65 % (n = 26) 44 % (n = 25)[0 %, 56 %] [-22 %, 36 %]
JAK-Inhibitoren
Ohne Versagen von33 % 16 %
Biologika und/oder 44 % (n = 18) 77 % (n = 18) 60 % (n = 15)[-2 %, 67 %] [-23 %, 54 %]
JAK-Inhibitoren
Corticosteroidfreie 16 %h 14 %hd 25 % 40 % 37 %klinische Remission [6 %, 26 %] [3 %, 24 %]
Mit Versagen von36 % 13 % 6 %
Biologika und/oder 23 % (n = 138) 29 % (n = 139)(n = 134) [0 %, 25 %] [-6 %, 18 %]
JAK-Inhibitoren
Ohne Versagen von20 % 28 %
Biologika und/oder 31 % (n = 45) 51 % (n = 45) 60 % (n = 47)[-3 %, 43 %] [6 %, 51 %]
JAK-Inhibitorene 17 %i 11 %j
Klinisches Ansprechen 52 % 68 % 62 %[6 %, 28 %] [0 %, 23 %]
Mit Versagen von63 % 18 % 11 %
Biologika und/oder JAK- 46 % (n = 138) 57 % (n = 139)(n = 134) [4 %, 31 %] [-2 %, 25 %]
Inhibitoren
Ohne Versagen von11 % 8 %
Biologika und/oder JAK- 71 % (n = 45) 82 % (n = 45) 79 % (n = 47)[-9 %, 31 %] [-13 %, 28 %]
Inhibitoren
Endoskopische und histologische Untersuchung20 %h 17 %h
Mukosaheilungf 32 % 51 % 48 %[9 %, 31 %] [7 %, 28 %]
Mit Versagen von48 % 17 % 8 %
Biologika und/oder JAK- 30 % (n = 138) 39 % (n = 139)(n = 134) [4 %, 30 %] [-4 %, 21 %]
Inhibitoren
Ohne Versagen von24 % 41 %
Biologika und/oder JAK- 36 % (n = 45) 60 % (n = 45) 76 % (n = 47)[1 %, 47 %] [19 %, 62 %]
Inhibitoren
Histologisch-20 %h 20 %hendoskopische 23 % 43 % 42 %g [10 %, 31 %] [10 %, 30 %]
Mukosaheilung
Mit Versagen von39 % 17 % 11 %
Biologika und/oder 22 % (n = 138) 33 % (n = 139)(n = 134) [5 %, 29 %] [-1 %, 23 %]
JAK-Inhibitoren
Ohne Versagen von26 % 40 %
Biologika und/oder JAK- 29 % (n = 45) 55 % (n = 45) 69 % (n = 47)[3 %, 49 %] [19 %, 62 %]
Inhibitoren+ Der Behandlungsarm, der nur die Induktionstherapie erhielt, bestand aus Studienteilnehmenden, dieein klinisches Ansprechen auf die Induktionstherapie mit Risankizumab erreichten und in der
Erhaltungsstudie (COMMAND) zu Placebo randomisiert wurden.++ Angepasster Unterschied für den Behandlungsunterschied insgesamta Primärer Endpunktb Klinische Remission gemäß aMS: SFS ≤ 1 und nicht höher als bei Baseline, RBS = 0 und ES ≤ 1ohne Hinweise auf Friabilitätc Klinische Remission gemäß aMS in Woche 52 bei Studienteilnehmenden mit klinischer Remissionam Ende der Induktionstherapied Klinische Remission gemäß aMS in Woche 52 und Corticosteroidfreiheit für ≥ 90 Tagee Klinisches Ansprechen gemäß aMS: Verringerung um ≥ 2 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baselineund Verringerung des RBS um ≥ 1 oder absoluter RBS von ≤ 1f ES ≤ 1 ohne Hinweise auf Friabilitätg ES ≤ 1 ohne Hinweise auf Friabilität und Geboes-Score ≤ 3,1 (weist auf eine Neutrophileninfiltrationin < 5 % der Krypten hin, keine Zerstörung der Krypten und keine Erosionen, Ulzerationen oder
Granulationsgewebe)h Statistisch signifikant unter Multiplizitätskontrolle für den Vergleich von Risankizumab mit Placebo(p ≤ 0,01)i Nominal p ≤ 0,01 Risankizumab im Vergleich zu Placeboj Nominal p ≤ 0,05 Risankizumab im Vergleich zu Placebok p = 0,2234
Klinische Krankheitsaktivität und Symptome
Ein signifikant größerer Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumab 180 mg subkutanbehandelten Patienten hatte in Woche 52 im Vergleich zu Risankizumab intravenös/Placebo keine
Bauchschmerzen (47 % vs. 30 %, p < 0,001) und keinen Stuhldrang (54 % vs. 31 %, p < 0,00001). Eingrößerer Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mg subkutan behandelten
Patienten hatte in Woche 52 im Vergleich zu Risankizumab intravenös/Placebo keinen Stuhldrang(49 % vs. 31 %, p < 0,001) und ein numerisch höherer Anteil keine Bauchschmerzen (38 % vs. 30 %,p = 0,0895).
Weitere CU-Symptome
Der Anteil der Patienten, die in Woche 52 keinen nächtlichen Stuhlgang hatten, war unter
Risankizumab intravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumabintravenös/Risankizumab 360 mg subkutan im Vergleich zu Risankizumab intravenös/Placebo höher(42 % bzw. 43 % vs. 30 %, p < 0,01 bzw. p < 0,001).
Der Anteil der Patienten, die in Woche 52 keinen Tenesmus hatten, war unter Risankizumabintravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mgsubkutan im Vergleich zu Risankizumab intravenös/Placebo höher (37 % bzw. 37 % vs. 23 %,p < 0,01).
CU-bedingte Hospitalisierung
Die Häufigkeit CU-bedingter Hospitalisierungen bis Woche 52 war unter Risankizumabintravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mgsubkutan numerisch geringer als bei Studienteilnehmenden unter Risankizumab intravenös/Placebo(0,6 bzw. 1,2 pro 100 Patientenjahre vs. 3,1 pro 100 Patientenjahre, p = 0,0949 bzw. p = 0,2531).
Endoskopische und histologische Untersuchung
Die endoskopische Remission (Normalisierung des endoskopischen Erscheinungsbilds der Mukosa)wurde definiert als ES von 0. In Woche 12 der INSPIRE-Studie erreichte ein signifikant größerer
Anteil der mit Risankizumab behandelten Patienten eine endoskopische Remission als unter Placebo(11 % vs. 3 %, p < 0,00001). In Woche 52 der COMMAND-Studie erreichte ein signifikant größerer
Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumabintravenös/Risankizumab 360 mg subkutan behandelten Patienten eine endoskopische Remission alsunter Risankizumab intravenös/Placebo (23 % bzw. 24 % vs. 15 %, p < 0,05).
Tiefe Mukosaheilung wurde definiert als ES von 0 und Geboes-Score < 2,0 (weist darauf hin, dasskeine Neutrophilen in Krypten oder der Lamina propria vorliegen und die Eosinophilen nicht erhöhtsind, keine Zerstörung der Krypten und keine Erosionen, Ulzerationen oder Granulationsgewebe). In
Woche 12 der INSPIRE-Studie erreichte ein signifikant größerer Anteil der mit Risankizumabbehandelten Patienten eine tiefe Mukosaheilung als unter Placebo (6 % vs. 1 %, p < 0,00001). In
Woche 52 der COMMAND-Studie erreichte ein numerisch höherer Anteil der mit Risankizumabintravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mgsubkutan behandelten Patienten eine tiefe Mukosaheilung als unter Risankizumab intravenös/Placebo(13 % bzw. 16 % vs. 10 %, p = 0,2062 bzw. p = 0,0618).
In der COMMAND-Studie wurde die Aufrechterhaltung der Mukosaheilung in Woche 52 (ES ≤ 1ohne Friabilität) bei den Patienten, die am Ende der Induktionsphase eine Mukosaheilung erreichten,bei einem höheren Anteil der mit Risankizumab intravenös/Risankizumab 180 mg subkutan bzw. dermit Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mg subkutan behandelten Patienten beobachtet alsunter Risankizumab intravenös/Placebo (74 % bzw. 54 % vs. 47 %, p < 0,01 bzw. p = 0,5629).
Rescue-Therapie
Während der COMMAND-Studie erhielten Studienteilnehmende mit einem Verlust des Ansprechensauf die Behandlung mit Risankizumab subkutan eine Notfallbehandlung mit Risankizumab (eineeinzelne Induktionsdosis intravenös, gefolgt von 360 mg subkutan alle 8 Wochen). Von diesen
Studienteilnehmenden erreichten in Woche 52 im Behandlungsarm mit Risankizumab 180 mgsubkutan 85 % (17/20) und im Behandlungsarm mit Risankizumab 360 mg subkutan 74 % (26/35) einklinisches Ansprechen. Darüber hinaus erreichten unter Risankizumab 180 mg subkutan bzw.
Risankizumab 360 mg subkutan 24 % (6/25) bzw. 35 % (13/37) der Studienteilnehmenden in
Woche 52 eine klinische Remission gemäß aMS und 38 % (10/26) bzw. 45 % (17/38) eineendoskopische Verbesserung.
Responder in Woche 24
Insgesamt 100 Studienteilnehmende zeigten nach 12-wöchiger Induktionstherapie kein klinisches
Ansprechen, erhielten entweder eine subkutane Dosis Risankizumab 180 mg (n = 56) oder 360 mg(n = 44) in Woche 12 und Woche 20, zeigten in Woche 24 ein klinisches Ansprechen und setzten die
Behandlung mit Risankizumab 180 mg bzw. 360 mg subkutan alle 8 Wochen bis zu 52 Wochen langin der COMMAND-Studie fort. Von diesen Studienteilnehmenden erreichten unter Risankizumab180 mg bzw. 360 mg subkutan 46 % bzw. 45 % in Woche 52 ein klinisches Ansprechen gemäß aMSund 18 % bzw. 23 % in Woche 52 eine klinische Remission gemäß aMS.
Ergebnisse zur (gesundheitsbezogenen) Lebensqualität
Patienten, die mit Risankizumab behandelt wurden, erreichten im Vergleich zu Placebo seit Beginnder Behandlung (Baseline) klinisch bedeutsame Verbesserungen beim Inflammatory Bowel Disease
Questionnaire (IBDQ) (Darmsymptome, systemische Funktion, emotionale Funktion und soziale
Funktion). Veränderungen des IBDQ-Gesamtscores gegenüber Baseline betrugen in Woche 12 unter
Risankizumab 42,6 gegenüber 24,3 unter Placebo. Veränderungen des IBDQ-Gesamtscores gegenüber
Baseline betrugen in Woche 52 bei Patienten unter Risankizumab intravenös/Risankizumab 180 mgsubkutan, Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mg subkutan und Risankizumabintravenös/Placebo 52,6, 50,3 bzw. 35,0.
In Woche 12 verzeichneten Patienten unter Risankizumab im Vergleich zu Patienten unter Placeboeine signifikant größere Verbesserung der Fatigue gegenüber Baseline, gemessen anhand des
FACIT-F-Scores. Veränderungen des FACIT-F‐Scores gegenüber Baseline betrugen in Woche 12unter Risankizumab 7,9 gegenüber 3,3 unter Placebo. Veränderungen des FACIT-F-Gesamtscoresgegenüber Baseline betrugen in Woche 52 bei Patienten unter Risankizumab intravenös/Risankizumab180 mg subkutan, Risankizumab intravenös/Risankizumab 360 mg subkutan und Risankizumabintravenös/Placebo 10,9, 10,3 bzw. 7,0.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Skyrizi eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zur
Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die Pharmakokinetik von Risankizumab war vergleichbar zwischen Patienten mit Plaque-Psoriasisund Patienten mit Psoriasis-Arthritis sowie zwischen Patienten mit Morbus Crohn und Patienten mit
Colitis ulcerosa.Risankizumab zeigte eine lineare Pharmakokinetik mit dosisproportionalem Anstieg bei Expositionüber den Dosisbereich von 18 bis 360 mg und 0,25 bis 1 mg/kg subkutan sowie 200 bis 1 800 mg und0,01 bis 5 mg/kg intravenös.
Nach subkutaner Gabe von Risankizumab wurde die maximale Plasmakonzentration 3-14 Tage nachder Anwendung erreicht, mit einer geschätzten absoluten Bioverfügbarkeit von 74-89 %. Bei einer
Dosierung von 150 mg in Woche 0, Woche 4 und danach alle 12 Wochen beträgt die geschätztemaximale Plasmakonzentration im Steady State 12 µg/ml und der Talspiegel 2 µg/ml.
Bei Studienteilnehmenden mit Morbus Crohn, die mit einer Induktionsdosis von 600 mg intravenös in
Woche 0, 4 und 8, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 360 mg subkutan in Woche 12 und danachalle 8 Wochen behandelt wurden, werden die maximalen Peak- und Talkonzentrationen im Medianwährend der Induktionsphase (Woche 8-12) auf 156 bzw. 38,8 µg/ml und die Peak- und
Talkonzentrationen im Median im Steady State während der Erhaltungsphase (Woche 40-48) auf 28,0bzw. 8,13 µg/ml geschätzt.
Bei Studienteilnehmenden mit Colitis ulcerosa, die mit einer Induktionsdosis von 1 200 mg intravenösin Woche 0, 4, und 8 gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 180 mg oder 360 mg subkutan in
Woche 12 und danach alle 8 Wochen behandelt wurden, werden die maximalen Peak- und
Talkonzentrationen im Median während der Induktionsphase (Woche 8-12) auf 350 bzw. 87,7 μg/mlund die Peak- und Talkonzentrationen im Median im Steady State während der Erhaltungsphase(Woche 40-48) auf 19,6 bzw. 4,64 μg/ml für die Dosis 180 mg subkutan und 39,2 bzw. 9,29 μg/ml fürdie Dosis 360 mg subkutan geschätzt.
VerteilungDas mittlere Verteilungsvolumen (± Standardabweichung) im Steady State (Vss) von Risankizumabbetrug in Phase-III-Studien bei Patienten mit Psoriasis 11,4 (± 2,7) l. Dies deutet darauf hin, dass die
Verteilung von Risankizumab hauptsächlich auf den vaskulären und den interstitiellen Raumbeschränkt ist. Bei einem typischen Morbus-Crohn-Patienten mit einem Körpergewicht von 70 kg lagdas Vss bei 7,68 l.
BiotransformationTherapeutische monoklonale IgG-Antikörper werden in der Regel analog zu endogenen IgGs überkatabole Wege zu kleinen Peptiden und Aminosäuren abgebaut. Es ist nicht zu erwarten, dass
Risankizumab durch Cytochrom-P450-Enzyme verstoffwechselt wird.
EliminationDie mittlere (± Standardabweichung) systemische Clearance (CL) von Risankizumab betrug in
Phase-III-Studien bei Patienten mit Psoriasis 0,3 (± 0,1) l/Tag. Die mittlere terminale
Eliminationshalbwertszeit von Risankizumab lag in Phase-III-Studien bei Studienteilnehmenden mit
Psoriasis zwischen 28 und 29 Tagen. Bei einem typischen Morbus-Crohn-Patienten mit einem
Körpergewicht von 70 kg betrug die CL 0,30 l/Tag und die terminale Eliminationshalbwertszeit21 Tage.
Es ist nicht zu erwarten, dass Risankizumab als monoklonaler IgG1-Antikörper durch glomeruläre
Filtration in den Nieren filtriert oder als intaktes Molekül im Urin ausgeschieden wird.
Linearität/Nicht-LinearitätRisankizumab wies bei gesunden Probanden oder Studienteilnehmenden mit Psoriasis, Morbus Crohnoder Colitis ulcerosa eine lineare Pharmakokinetik mit annähernd dosisproportionalem Anstieg dersystemischen Exposition (Cmax und area under the curve, AUC) im untersuchten Dosisbereich von 18bis 360 mg bzw. 0,25 bis 1 mg/kg bei subkutaner Anwendung und 200 bis 1 800 mg bzw. 0,01 bis5 mg/kg bei intravenöser Anwendung auf.
WechselwirkungenEs wurden Studien zu Wechselwirkungen bei Studienteilnehmenden mit Plaque-Psoriasis, Morbus
Crohn und Colitis ulcerosa durchgeführt, um die Wirkung einer wiederholten Anwendung von
Risankizumab auf die Pharmakokinetik von Cytochrom-P450(CYP)-sensitiven Prüfsubstraten zuuntersuchen. Die Exposition von Koffein (CYP1A2-Substrat), Warfarin (CYP2C9-Substrat),
Omeprazol (CYP2C19-Substrat), Metoprolol (CYP2D6-Substrat) und Midazolam (CYP3A-Substrat)nach Behandlung mit Risankizumab war mit deren Exposition vor der Behandlung mit Risankizumabvergleichbar. Dies deutet auf keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen durch diese Enzyme hin.
In populationspharmakokinetischen Analysen zeigte sich, dass die Risankizumab-Exposition nichtdurch Begleitmedikationen, die einige Patienten mit Plaque-Psoriasis während der klinischen Studienanwendeten, beeinflusst wurde. Ein ähnlicher fehlender Effekt durch Begleitmedikationen wurde auchbei populationspharmakokinetischen Analysen bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beobachtet.
Besondere PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Risankizumab bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren wurde nichtuntersucht. 12 der 1 574 Studienteilnehmenden mit Morbus Crohn, die mit Risankizumab behandeltwurden, waren 16 bis 17 Jahre alt. Die Risankizumab-Exposition war bei 16- bis 17-jährigen Patientenmit Morbus Crohn mit der von erwachsenen Patienten vergleichbar. Basierend auf denpopulationspharmakokinetischen Analysen wurde kein signifikanter Einfluss des Alters auf die
Risankizumab-Exposition festgestellt.
Ältere PatientenVon den 2 234 Studienteilnehmenden mit Plaque-Psoriasis, die Risankizumab erhielten, waren243 ≥ 65 Jahre und 24 ≥ 75 Jahre alt. Von den 1 574 Studienteilnehmenden mit Morbus Crohn, die
Risankizumab erhielten, waren 72 ≥ 65 Jahre und 5 ≥ 75 Jahre alt. Von den1 512 Studienteilnehmenden mit Colitis ulcerosa, die Risankizumab erhielten, waren 103 ≥ 65 Jahrealt und 8 ≥ 75 Jahre alt. Zwischen den älteren und den jüngeren Studienteilnehmenden, die
Risankizumab erhielten, wurden insgesamt keine Unterschiede hinsichtlich der Risankizumab-
Exposition beobachtet.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Es wurden keine spezifischen Studien zur Ermittlung der Auswirkungen einer eingeschränkten Nieren-oder Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Risankizumab durchgeführt. Auf Basispopulationspharmakokinetischer Analysen hatten der Serumkreatininspiegel, die Kreatinin-Clearanceoder die Leberfunktionsmarker (ALT/AST/Bilirubin) bei Studienteilnehmenden mit Psoriasis, Morbus
Crohn oder Colitis ulcerosa keinen bedeutsamen Einfluss auf die Risankizumab-Clearance.
Als monoklonaler IgG1-Antikörper erfolgt die Elimination von Risankizumab hauptsächlich über denintrazellulären Katabolismus und es ist nicht zu erwarten, dass Risankizumab durch hepatische
Cytochrom-P450-Enzyme verstoffwechselt oder durch renale Elimination ausgeschieden wird.
KörpergewichtClearance und Verteilungsvolumen von Risankizumab steigen mit zunehmendem Körpergewicht. Dieskann bei Studienteilnehmenden mit einem hohen Körpergewicht (> 130 kg) zu einer verringerten
Wirksamkeit führen. Allerdings beruht diese Beobachtung auf einer begrenzten Anzahl an
Studienteilnehmenden mit Plaque-Psoriasis. Das Körpergewicht hatte bei Psoriasis-Arthritis, Morbus
Crohn oder Colitis ulcerosa keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Exposition oder
Wirksamkeit von Risankizumab. Daher wird momentan eine Dosisanpassung aufgrund des
Körpergewichts nicht empfohlen.
Geschlecht und ethnische ZugehörigkeitBei erwachsenen Patienten mit Plaque-Psoriasis, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hatte das
Geschlecht oder die ethnische Abstammung keine bedeutenden Auswirkungen auf die Clearance von
Risankizumab. In klinischen Studien zur Pharmakokinetik mit gesunden Probanden wurden zwischenchinesischen oder japanischen Probanden und kaukasischen Probanden keine klinisch bedeutsamen
Unterschiede hinsichtlich der Risankizumab-Exposition beobachtet.
Basierend auf den Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, einschließlichsicherheitspharmakologischer Untersuchungen und einer erweiterten Studie zur prä- und postnatalen
Entwicklungstoxizität an Javaneraffen mit Dosen von bis zu 50 mg/kg/Woche, entsprechend einer
Exposition in Höhe des 10-Fachen der klinischen Exposition während der Induktionsphase (600 mgintravenös alle 4 Wochen) und des 39-Fachen der klinischen Exposition in der Erhaltungsphase(360 mg subkutan alle 8 Wochen) für Morbus Crohn, ließen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen. Bei Colitis ulcerosa entsprachen diese Expositionen dem5-Fachen der klinischen Expositionen während der Induktionsphase mit einer Dosis von 1 200 mgintravenös alle 4 Wochen und dem 65- bzw. 32-Fachen der klinischen Expositionen für die
Erhaltungsphase mit einer Dosis von 180 mg bzw. 360 mg subkutan alle 8 Wochen.
Es wurden keine Studien zur Mutagenität oder Kanzerogenität von Risankizumab durchgeführt. Ineiner 26-wöchigen Studie zur chronischen Toxikologie an Javaneraffen wurden bei Dosierungen vonbis zu 50 mg/kg/Woche (das 7-Fache der klinischen Exposition während der Induktionsphase (600 mgintravenös alle 4 Wochen) und das 28-Fache der klinischen Exposition in der Erhaltungsphase(360 mg subkutan alle 8 Wochen) für Morbus Crohn und das 3-Fache der klinischen Expositionwährend der Induktionsphase (1 200 mg intravenös alle 4 Wochen) und das 45- bzw. 23-Fache derklinischen Exposition während der Erhaltungsphase (180 mg bzw. 360 mg subkutan alle 8 Wochen)für Colitis ulcerosa)) keine präneoplastischen oder neoplastischen Läsionen und keine unerwünschtenimmuntoxischen oder kardiovaskulären Wirkungen beobachtet.
Skyrizi 180 mg und 360 mg Injektionslösung in einer Patrone und Skyrizi 180 mg Injektionslösung ineiner Fertigspritze
Natriumacetat-Trihydrat (E 262)
Essigsäure (E 260)
Trehalose-Dihydrat (Ph. Eur.)
Polysorbat 20 (E 432)
Wasser für Injektionszwecke
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Natriumsuccinat 6 H2O
Polysorbat 20 (E 432)
Sorbitol (E 420)
Bernsteinsäure (E 363)
Wasser für Injektionszwecke
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
2 Jahre
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.
Die Patrone oder Fertigspritze(n) kann (können) bis zu 24 Stunden außerhalb des Kühlschranks (beibis zu maximal 25 °C) aufbewahrt werden.
Die Patrone bzw. die Fertigspritze(n) im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Skyrizi 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Eine 360-mg-Lösung in einer Einwegpatrone aus zyklischem Olefinharz mit beschichtetem
Chlorbutyl-Gummitrennstück und beschichtetem Chlorbutyl-Gummikolben als produktberührende
Materialien und einer Kappe aus Harz. Der Patronenmontagesatz ist mit einem On-Body-Injektor(Applikationsgerät) zusammen verpackt. Der Flüssigkeitsweg im On-Body-Injektor besteht aus einem
Polyvinylchloridrohr und einer 29-Gauge-Nadel aus Edelstahl. Der On-Body-Injektor enthält
Silberoxid-Zink-Batterien und ein Klebepflaster aus Polyester mit einem Acrylkleber. Das
Applikationsgerät ist für die Verwendung mit der mitgelieferten 360-mg-Patrone vorgesehen.
Skyrizi 360 mg ist in Packungen mit jeweils 1 Patrone und 1 On-Body-Injektor erhältlich.
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Patrone
Eine 180-mg-Lösung in einer Einwegpatrone aus zyklischem Olefinharz mit beschichtetem
Chlorbutyl-Gummitrennstück und mit beschichtetem Chlorbutyl-Gummikolben als produktberührende
Materialien und einer Kappe aus Harz. Der Patronenmontagesatz ist mit einem On-Body-Injektor(Applikationsgerät) zusammen verpackt. Der Flüssigkeitsweg im On-Body-Injektor besteht aus einem
Polyvinylchloridrohr und einer 29-Gauge-Nadel aus Edelstahl. Der On-Body-Injektor enthält
Silberoxid-Zink-Batterien und ein Klebepflaster aus Polyester mit einem Acrylkleber. Das
Applikationsgerät ist für die Verwendung mit der mitgelieferten 180-mg-Patrone vorgesehen.
Skyrizi 180 mg ist in Packungen mit jeweils 1 Patrone und 1 On-Body-Injektor erhältlich.
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Fertigspritze aus Glas mit fester Nadel und Nadelkappe, versehen mit einem automatischen
Nadelschutz.
Skyrizi 90 mg ist in Packungen mit 4 Fertigspritzen erhältlich.
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Fertigspritze aus Glas mit fester Nadel und Nadelkappe, versehen mit einem automatischen
Nadelschutz.
Skyrizi 180 mg ist in Packungen mit 1 und 2 Fertigspritzen erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Skyrizi 180 mg und 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
Vor der Injektion ist der Umkarton aus dem Kühlschrank zu nehmen und 45 bis 90 Minuten bei
Raumtemperatur ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen zu lassen, ohne die Patrone aus dem
Umkarton zu entnehmen.
Vor der Verwendung wird eine visuelle Prüfung der Patrone empfohlen. Die Lösung ist frei von
Fremdpartikeln und praktisch frei von produktbezogenen Partikeln. Skyrizi darf nicht angewendetwerden, wenn die Lösung trüb oder verfärbt ist oder große Partikel enthält. Die Patrone darf nichtgeschüttelt werden.
Die Lösung muss farblos bis gelblich und klar bis leicht opalisierend sein.
Skyrizi 90 mg und 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Vor der Injektion ist der Umkarton aus dem Kühlschrank zu nehmen und 15 bis 30 Minuten bei
Raumtemperatur ohne direkte Sonneneinstrahlung liegen zu lassen, ohne die Fertigspritzen aus dem
Umkarton zu entnehmen.
Vor der Anwendung der Fertigspritze empfiehlt es sich, diese visuell zu prüfen. Es können sichwenige durchscheinende bis weiße produktbezogene Partikel in der Lösung befinden. Skyrizi darfnicht angewendet werden, wenn die Lösung trüb oder verfärbt ist oder große Partikel enthält. Die
Fertigspritze darf nicht geschüttelt werden.
Die 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze muss farblos bis leicht gelblich und klar bis leichtopalisierend sein.
Die 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze muss farblos bis gelb und klar bis leichtopalisierend sein.
Generelle Vorsichtsmaßnahmen
Ausführliche Anweisungen zur Verabreichung sind in der Packungsbeilage enthalten.
Jeder On-Body-Injektor mit Patrone bzw. jede Fertigspritze ist nur zum einmaligen Gebrauchbestimmt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Knollstraße67061 Ludwigshafen
Deutschland
Skyrizi 360 mg Injektionslösung in einer Patrone
EU/1/19/1361/005
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Patrone
EU/1/19/1361/007
Skyrizi 90 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/19/1361/006
Skyrizi 180 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/19/1361/008
EU/1/19/1361/009
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. April 2019
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 05. Januar 2024
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.