Angewendet bei: Krebs
Art der Anwendung: oral
Substanz: Entrectinib (Antineoplastikum)
ATC: L01EX14 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Proteinkinasehemmer | Andere Proteinkinase-Inhibitoren)
Entrectinib ist ein innovatives Medikament, das zur Behandlung bestimmter Krebsarten eingesetzt wird, insbesondere solider Tumoren mit seltenen genetischen Mutationen. Es wirkt, indem es spezifische Proteine blockiert, die am Wachstum und an der Ausbreitung von Krebszellen beteiligt sind. Entrectinib wird in der Regel in Tablettenform eingenommen, wie vom Onkologen verordnet.
Während der Behandlung mit Entrectinib ist eine sorgfältige Überwachung des Gesundheitszustands erforderlich, da Nebenwirkungen oder unerwartete Reaktionen auftreten können. Patienten sollten den Behandlungsplan strikt einhalten und dem Arzt neue Symptome melden.
Zu den Nebenwirkungen können Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, Verstopfung, Gewichtszunahme oder Geschmacksveränderungen gehören. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Herzfunktion auftreten.
Entrectinib ist eine wichtige Option für Patienten mit bestimmten Krebsarten, erfordert jedoch eine ständige medizinische Überwachung, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team ist für den Therapieerfolg entscheidend.
Rozlytrek 50 mg filmüberzogenes Granulat im Beutel
Jeder Beutel enthält 50 mg Entrectinib.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmüberzogenes Granulat.
Bräunlich-orangefarbenes oder gräulich-orangefarbenes überzogenes Granulat (ungefähr 2 mm im
Durchmesser) im Beutel.
Neurothrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion
Rozlytrek als Monotherapie wird zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten älterals 1 Monat mit soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion angewendet,
* bei denen eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung vorliegt oder eine
Erkrankung, bei der eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt,und
* die bisher keinen NTRK-Inhibitor erhalten haben
* für die keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen (siehe Abschnitte 4.4und 5.1).
ROS1-Genfusion
Rozlytrek als Monotherapie wird angewendet bei erwachsenen Patienten mit ROS1-positivem,fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die zuvor keine Behandlung mit
ROS1-Inhibitoren erhalten haben.
Die Behandlung mit Rozlytrek ist von einem in der Anwendung von antineoplastischen Arzneimittelnerfahrenen Arzt einzuleiten.
Patientenauswahl
NTRK-Genfusion
Ein validierter Test ist für die Auswahl der Patienten mit NTRK-Genfusions-positiven soliden
Tumoren erforderlich. Ein NTRK-Genfusions-positiver Status muss vor Einleitung der Therapie mit
Rozlytrek bestätigt werden (siehe Abschnitt 5.1).
ROS1-Genfusion
Ein validierter Test ist für die Auswahl der erwachsenen Patienten mit ROS1-positivem NSCLCerforderlich. Ein ROS1-positiver Status muss vor Einleitung der Therapie mit Rozlytrek bestätigtwerden (siehe Abschnitt 5.1).
DosierungRozlytrek ist als Hartkapsel oder filmüberzogenes Granulat erhältlich.
Der Arzt sollte die am besten geeignete Darreichungsform entsprechend der erforderlichen Dosis undden Bedürfnissen des Patienten verordnen.
* Rozlytrek filmüberzogenes Granulat wird für pädiatrische Patienten empfohlen, die
Schwierigkeiten haben oder nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, aber weiche Nahrungschlucken können und bei denen die erforderliche Dosis 50 mg oder ein Vielfaches von 50 mgbeträgt. Das filmüberzogene Granulat ist auf weiche Nahrung zu streuen.
* Patienten, die Schwierigkeiten haben oder nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, oder dieeine enterale Verabreichung (z. B. über eine Magen- bzw. transnasale Sonde) benötigen, könneneine Behandlung mit Rozlytrek Kapseln erhalten, die als Suspension zum Einnehmenverabreicht werden. Verschreibungsinformationen sind der Fachinformation für Rozlytrek
Hartkapseln zu entnehmen.
ErwachseneDie empfohlene Dosis bei Erwachsenen beträgt 600 mg Entrectinib einmal täglich.
Kinder und JugendlichePädiatrische Patienten im Alter von > 6 Monaten
Die empfohlene Dosis bei pädiatrischen Patienten im Alter von > 6 Monaten basiert auf der
Körperoberfläche (KOF) (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung bei pädiatrischen Patienten im Alter von > 6 Monaten
Körperoberfläche (KOF)* Einmal tägliche Dosis/Anzahl Beutel(Granulat)≤ 0,42 m2 250 mg/m2**0,43 m2 bis 0,50 m2 100 mg (2 Beutel)0,51 m2 bis 0,80 m2 200 mg (4 Beutel)0,81 m2 bis 1,10 m2 300 mg (6 Beutel)1,11 m2 bis 1,50 m2 400 mg (8 Beutel)≥ 1,51 m2 600 mg (12 Beutel)
*Die KOF-Kategorien und die empfohlene Dosierung in Tabelle 1 basieren auf Expositionen, die eng mit einer
Zieldosis von 300 mg/m2 übereinstimmen.
**Um Dosisschritte von 10 mg zu ermöglichen, können Kapseln, die als Suspension zum Einnehmen zubereitetwurden, verwendet werden. Verschreibungsinformationen sind der Fachinformation für Rozlytrek Hartkapselnzu entnehmen.
Pädiatrische Patienten im Alter von > 1 Monat bis ≤ 6 Monaten
Die empfohlene Dosis bei pädiatrischen Patienten im Alter von > 1 Monat bis ≤ 6 Monaten beträgt250 mg/m2 KOF Entrectinib einmal täglich unter Verwendung von Kapseln, die als Suspension zum
Einnehmen zubereitet wurden.
Kapseln, die als Suspension zum Einnehmen (orale oder enterale Anwendung) verabreicht werden,ermöglichen Dosisschritte von 10 mg. Die zu verabreichende Tagesdosis ist auf den nächstgelegenen10-mg-Schritt auf- oder abzurunden. Verschreibungsinformationen sind der Fachinformation für
Rozlytrek Hartkapseln zu entnehmen.
Dauer der BehandlungEs wird empfohlen, Patienten bis zur Krankheitsprogression oder dem Auftreten inakzeptabler
Toxizitäten mit Rozlytrek zu behandeln.
Verspätete oder versäumte DosenWenn die Einnahme einer geplanten Dosis von Rozlytrek versäumt wurde, können die Patienten diese
Dosis nachholen, es sei denn, die nächste Dosis muss innerhalb der nächsten 12 Stundeneingenommen werden.
Wenn Rozlytrek von anderen Personen als dem medizinischen Fachpersonal (z. B. Betreuungspersonoder Eltern) verabreicht wird und es unmittelbar nach der Einnahme einer verabreichten Dosis zumteilweisen oder vollständigen Erbrechen/Spucken kommt, haben die Betreuungspersonen dasmedizinische Fachpersonal bezüglich der nächsten Schritte zu konsultieren.
DosisanpassungenIm Fall von spezifischen Nebenwirkungen (siehe Tabelle 3) oder basierend auf der Beurteilung desverschreibenden Arztes hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit für den Patienten, kann die
Behandlung von Nebenwirkungen eine vorübergehende Unterbrechung, Dosisreduktion oder einen
Behandlungsabbruch mit Rozlytrek erforderlich machen.
ErwachseneBei Erwachsenen kann die Dosis von Rozlytrek bis zu zweimal reduziert werden, abhängig von der
Verträglichkeit (siehe Tabelle 2). Die Behandlung mit Rozlytrek ist dauerhaft abzubrechen, wenn
Patienten die Dosis von 200 mg einmal täglich nicht vertragen.
Kinder und JugendlicheBei pädiatrischen Patienten älter als 1 Monat kann die Dosis von Rozlytrek bis zu zweimal reduziertwerden, abhängig von der Verträglichkeit (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Dosisreduktionsschema für erwachsene und pädiatrische Patienten
Anfangsdosis Erste Dosisreduktion Zweite Dosisreduktion Bei Patienten, dieeinmal täglich Rozlytrek nachzwei250 mg/m2 Reduktion der einmal Reduktion der einmal Dosisreduktionentäglichen Dosis auf zwei täglichen Dosis auf ein nicht vertragen, ist
Drittel der Anfangsdosis* Drittel der Anfangsdosis* die Behandlung mit100 mg 50 mg oder 100 mg 50 mg einmal täglich Rozlytrek dauerhafteinmal täglich, nach abzubrechen.
Schema**200 mg 150 mg einmal täglich 100 mg einmal täglich300 mg 200 mg einmal täglich 100 mg einmal täglich400 mg 300 mg einmal täglich 200 mg einmal täglich600 mg 400 mg einmal täglich 200 mg einmal täglich
*Um Dosisschritte von 10 mg zu ermöglichen, können Kapseln, die als Suspension zum Einnehmenzubereitet wurden, verwendet werden. Verschreibungsinformationen sind der Fachinformation für Rozlytrek
Hartkapseln zu entnehmen.
**Montag (100 mg), Dienstag (50 mg), Mittwoch (100 mg), Donnerstag (50 mg), Freitag (100 mg), Samstag(50 mg) und Sonntag (100 mg).
Empfehlungen für Dosisanpassungen von Rozlytrek bei spezifischen Nebenwirkungen für erwachseneund pädiatrische Patienten sind in Tabelle 3 dargestellt (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Tabelle 3: Empfohlene Dosisanpassungen von Rozlytrek bei Nebenwirkungen fürerwachsene und pädiatrische Patienten
Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung
Symptomatisch bei leichter * Rozlytrek unterbrechen bis Besserungbis mäßiger Aktivität oder auf ≤ Grad 1
Anstrengung, einschließlich * Wiederaufnahme mit reduzierter Dosiswenn eine Intervention
Kongestive indiziert ist (Grade 2 oder 3)
Herzinsuffizienz Schwer mit Symptomen in
Ruhe, bei minimaler * Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
Aktivität oder Anstrengung auf ≤ Grad 1oder wenn eine Intervention * Wiederaufnahme mit reduzierter Dosisindiziert ist (Grad 4) oder Absetzen, wie klinisch angemessen
Nicht tolerierbare, mäßige * Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
Veränderungen, die die auf ≤ Grad 1 oder Ausgangszustand
Aktivitäten des täglichen * Wiederaufnahme mit gleicher oder
Lebens beeinträchtigen reduzierter Dosis, entsprechend der(Grad 2, nicht tolerierbar) klinischen Notwendigkeit
Kognitive Schwere Veränderungen, die * Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
Störungen die Aktivitäten des täglichen auf ≤ Grad 1 oder Ausgangszustand
Lebens einschränken * Wiederaufnahme mit reduzierter Dosis(Grad 3)
Dringende Intervention für * Bei anhaltenden, schweren oder nichtdas Ereignis indiziert tolerierbaren Ereignissen Rozlytrek(Grad 4) absetzen, wie klinisch angemessen
Hyperurikämie Symptomatisch oder Grad 4 * Therapie mit Urat-senkenden
Arzneimitteln einleiten
Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung
* Rozlytrek unterbrechen bis
Verbesserung der Anzeichen und
Symptome* Wiederaufnahme von Rozlytrek mitgleicher oder reduzierter Dosis
* Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
QTc 481 bis 500 ms auf Ausgangszustand
* Wiederaufnahme der Behandlung mitgleicher Dosis
* Rozlytrek unterbrechen bis Besserungdes QTc-Intervalls auf Ausgangszustand
* Wiederaufnahme mit gleicher Dosis,wenn die für die QT-Verlängerung
QT- QTc größer als 500 ms verantwortlichen Faktoren identifiziert
Intervallverläng- und behoben sinderung * Wiederaufnahme mit reduzierter Dosis,wenn andere Faktoren, die für eine QT-
Verlängerung verantwortlich seinkönnen, nicht identifiziert wurden
Torsade de pointes;polymorphe ventrikuläre
Tachykardie;
Anzeichen/Symptome * Rozlytrek dauerhaft absetzenschwerwiegender
Arrhythmie
* Rozlytrek unterbrechen bis Besserungauf ≤ Grad 1 oder Ausgangszustand
* Wiederaufnahme mit gleicher Dosis,falls ein Abklingen innerhalb von4 Wochen auftritt
Grad 3 * Rozlytrek dauerhaft absetzen, falls ein
Abklingen der Nebenwirkung nichtinnerhalb von 4 Wochen auftritt
* Wiederaufnahme mit reduzierter Dosisbei wiederkehrenden Ereignissen von
Grad 3, die innerhalb von 4 Wochenabklingen
* Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
Erhöhte Trans- auf ≤ Grad 1 oder Ausgangszustandaminasewerte * Wiederaufnahme mit reduzierter Dosis,falls ein Abklingen innerhalb von4 Wochen auftritt
Grad 4 * Rozlytrek dauerhaft absetzen, falls ein
Abklingen der Nebenwirkung nichtinnerhalb von 4 Wochen auftritt
* Rozlytrek dauerhaft absetzen beiwiederkehrenden Ereignissen von
Grad 4
ALT oder AST größer als3 x ULN mit gleichzeitigem
Gesamtbilirubin größer als2 x ULN (ohne Auftreten * Rozlytrek dauerhaft absetzenvon Cholestase oder
Hämolyse)
Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung
* Rozlytrek unterbrechen bis Besserung
Anämie oder auf ≤ Grad 2 oder Ausgangszustand
Neutropenie Grad 3 oder 4 * Wiederaufnahme mit gleicher oderreduzierter Dosis, entsprechend derklinischen Notwendigkeit
* Rozlytrek unterbrechen bis die
Nebenwirkung abklingt oder eine
Besserung auf Grad 1 oder
Ausgangszustand eintritt
* Wiederaufnahme mit gleicher oder
Andere klinisch reduzierter Dosis, falls ein Abklingenrelevante Grad 3 oder 4 innerhalb von 4 Wochen auftritt
Nebenwirkungen * Dauerhaftes Absetzen in Erwägungziehen, falls ein Abklingen der
Nebenwirkung nicht innerhalb von4 Wochen auftritt
* Rozlytrek dauerhaft absetzen beiwiederkehrenden Ereignissen von
Grad 4
* Schweregrad, wie durch die Common Terminology Criteria for Adverse Events des National Cancer
Instituts (NCI CTCAE) Version 4.0 definiert.
Starke oder moderate CYP3A-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren bei erwachsenen undpädiatrischen Patienten älter als 1 Monat ist zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Wenn bei Erwachsenen die gleichzeitige Anwendung unvermeidlich ist, ist die Anwendung vonstarken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren mit Rozlytrek auf 14 Tage zu beschränken und die Dosisvon Rozlytrek folgendermaßen zu verringern:
* 100 mg einmal täglich bei Anwendung mit starken CYP3A-Inhibitoren (siehe Abschnitt 4.5)
* 200 mg einmal täglich bei Anwendung mit moderaten CYP3A-Inhibitoren.
Nach Absetzen der starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren kann die Dosierung von Rozlytrek, dievor Beginn der gleichzeitigen Anwendung verabreicht wurde, wieder aufgenommen werden. Bei
CYP3A4-Inhibitoren mit einer langen Halbwertszeit kann eine Auswaschzeit erforderlich sein (siehe
Abschnitt 4.5).
Besondere PatientengruppenBei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter (Child-Pugh A), mäßiger (Child-Pugh B), oder schwerer (Child-Pugh C)
Leberfunktionsstörung wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe Abschnitt 5.2). Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung sind engmaschig auf ihre Leberfunktion und Nebenwirkungen zuüberwachen (siehe Tabelle 3).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wurde Entrectinib nicht untersucht (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Entrectinib bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Monat undjünger ist bisher nicht erwiesen. Derzeit verfügbare Daten sind in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2beschrieben, aber es kann keine Dosisempfehlung gegeben werden.
Art der AnwendungRozlytrek ist zum Einnehmen bestimmt.
Rozlytrek kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2),jedoch nicht zusammen mit Grapefruit, Grapefruitsaft oder Bitterorangen (siehe Abschnitt 4.5).
Das filmüberzogene Granulat ist auf einen oder mehrere Löffel einer weichen Nahrung (wie
Apfelmus, Joghurt oder Pudding) zu streuen und danach innerhalb von 20 Minuten einzunehmen.
Der Patient muss nach der Einnahme des filmüberzogenen Granulats Wasser trinken, umsicherzustellen, dass das Arzneimittel vollständig geschluckt wurde.
Die Patienten sind anzuweisen, das filmüberzogene Granulat nicht zu zerkleinern oder zu kauen, umeinen bitteren Geschmack zu vermeiden.
Den Inhalt eines Beutels filmüberzogenes Granulat nicht teilen, um eine geringere Dosis zuzubereiten.
Detaillierte Anweisungen zur Verabreichung des filmüberzogenen Granulats sind in der
Gebrauchsanweisung am Ende der Packungsbeilage enthalten.
Das filmüberzogene Granulat ist wegen der Möglichkeit einer Verstopfung der Sonde nicht für dieenterale Verabreichung geeignet. Für die enterale Verabreichung (z. B. über eine Magen- bzw.transnasale Sonde) ist die Fachinformation der Rozlytrek Hartkapseln zu beachten.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Wirksamkeit bei unterschiedlichen Tumorarten
Der Nutzen von Rozlytrek wurde in einarmigen Studien unter Einbeziehung einer relativ kleinen
Stichprobe von Patienten nachgewiesen, deren Tumoren eine NTRK-Genfusion aufwiesen. Positive
Wirkungen von Rozlytrek wurden basierend auf der Gesamtansprechrate und der Ansprechdauer beieiner begrenzten Anzahl an Tumorarten gezeigt. Die Wirkung kann sowohl in Abhängigkeit von
Tumorart als auch von weiteren genomischen Veränderungen quantitativ unterschiedlich sein (siehe
Abschnitt 5.1). Aus diesen Gründen ist Rozlytrek nur dann anzuwenden, wenn es keinezufriedenstellenden Behandlungsmöglichkeiten gibt (z. B., wenn kein klinischer Nutzen gezeigtwerden konnte oder wenn diese Behandlungsmöglichkeiten erschöpft sind).
Kognitive Störungen
Kognitive Störungen, einschließlich Verwirrtheit, verändertem Gemütszustand, eingeschränktes
Erinnerungsvermögen und Halluzinationen, wurden in klinischen Studien mit Rozlytrek berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten über 65 Jahre traten diese Ereignisse mit einer höheren Inzidenzals bei jüngeren Patienten auf. Die Patienten sind auf Anzeichen kognitiver Veränderungen zuüberwachen.
Basierend auf der Schwere der kognitiven Störungen ist die Behandlung mit Rozlytrek wie in
Tabelle 3 in Abschnitt 4.2 beschrieben anzupassen.
Die Patienten sind über die potenziellen kognitiven Veränderungen unter Behandlung mit Rozlytrekaufzuklären. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zubedienen bis die Symptome abklingen, wenn kognitive Störungen bei ihnen auftreten (siehe
Abschnitt 4.7).
Frakturen
Frakturen wurden bei 29,7 % (27/91) der pädiatrischen Patienten, die in klinischen Studien mit
Rozlytrek behandelt wurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Knochenfrakturen traten meistens beipädiatrischen Patienten unter 12 Jahren auf und betrafen die unteren Extremitäten (Prädilektionsstellenwaren Femur, Tibia, Fuß und Fibula). Sowohl bei erwachsenen als auch bei pädiatrischen Patiententraten einige Frakturen in Zusammenhang mit einem Sturz oder einem anderen Trauma im betroffenen
Bereich auf. Bei 14 pädiatrischen Patienten kam es zu mehr als einer Fraktur. Bei der Mehrzahl derpädiatrischen Patienten verheilten die Frakturen (siehe Abschnitt 4.8). Bei 5 pädiatrischen Patientenwurde die Behandlung mit Rozlytrek aufgrund einer Fraktur unterbrochen. Sechs pädiatrische
Patienten brachen die Behandlung aufgrund von Frakturen ab.
Patienten mit Anzeichen oder Symptomen von Frakturen (z. B. Schmerzen, anomaler Gang,
Veränderungen der Mobilität, Deformierung) sind umgehend zu untersuchen.
Hyperurikämie
Unter Behandlung mit Entrectinib wurde bei Patienten Hyperurikämie beobachtet. Vor Einleitung der
Behandlung mit Rozlytrek und regelmäßig während der Behandlung sind die Harnsäurespiegel im
Serum zu prüfen. Die Patienten sind auf Anzeichen und Symptome einer Hyperurikämie zuüberwachen. Eine Behandlung mit Urat-senkenden Arzneimitteln ist wie klinisch indiziert einzuleitenund Rozlytrek bei Anzeichen und Symptomen einer Hyperurikämie zu unterbrechen. Basierend aufdem Schweregrad ist die Dosis von Rozlytrek wie in Tabelle 3 in Abschnitt 4.2 beschriebenanzupassen.
Kongestive HerzinsuffizienzKongestive Herzinsuffizienz (KHI) wurde bei 5,4 % der Patienten in allen klinischen Studien mit
Rozlytrek berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Diese Reaktionen wurden bei Patienten mit oder ohne
Herzerkrankungen in der Vorgeschichte beobachtet und klangen bei 63,0 % der Patienten nach
Einführung einer angemessenen klinischen Behandlung und/oder Dosisreduktion/Dosisunterbrechungvon Rozlytrek ab.
Bei Patienten mit Symptomen oder bekannten Risikofaktoren einer KHI muss die linksventrikuläre
Ejektionsfraktion (LVEF) vor Einleitung einer Behandlung mit Rozlytrek überprüft werden. Patienten,die Rozlytrek erhalten, sind sorgfältig zu überwachen und diejenigen mit klinischen Anzeichen und
Symptomen einer KHI, einschließlich Kurzatmigkeit oder Ödem, sind zu untersuchen und wie klinischindiziert zu behandeln.
Basierend auf dem Schweregrad der KHI ist die Behandlung mit Rozlytrek anzupassen, wie in
Tabelle 3 in Abschnitt 4.2 beschrieben.
Verlängerung des QTc-IntervallsIn klinischen Studien mit Rozlytrek wurden bei den behandelten Patienten Fälle von Verlängerungendes QTc-Intervalls beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Die Anwendung von Rozlytrek ist bei Patienten mit einem QTc-Intervall von über 450 ms vor
Behandlungsbeginn, bei Patienten mit kongenitalem Long-QTc-Syndrom und bei Patienten, die
Arzneimittel anwenden, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern, zu vermeiden.
Rozlytrek sollte nicht bei Patienten mit Elektrolytstörungen oder schweren Herzerkrankungen,einschließlich kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt, kongestivem Herzversagen, instabiler Anginapectoris oder Bradyarrhythmien angewendet werden. Wenn nach Meinung des behandelnden Arztesder potenzielle Nutzen von Rozlytrek bei einem Patienten mit einer dieser Erkrankungen diepotenziellen Risiken überwiegt, ist eine zusätzliche Überwachung durchzuführen und einefachärztliche Beratung in Betracht zu ziehen.
Die Auswertung eines EKGs und der Elektrolyte zu Behandlungsbeginn und 1 Monat nach
Behandlung mit Rozlytrek wird empfohlen. Eine periodische Überprüfung des EKGs und der
Elektrolyte während der gesamten Behandlung mit Rozlytrek, sofern klinisch indiziert, wird ebenfallsempfohlen.
Basierend auf dem Schweregrad der QTc-Verlängerung ist die Behandlung mit Rozlytrek wie in
Tabelle 3 in Abschnitt 4.2 beschrieben anzupassen.
Frauen im gebärfähigen AlterRozlytrek kann bei Verabreichung an Schwangere den Fetus schädigen. Frauen im gebärfähigen Altermüssen während der Behandlung und bis zu 5 Wochen nach der letzten Dosis von Rozlytrekhochwirksame Verhütungsmethoden anwenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für3 Monate nach der letzten Dosis von Rozlytrek hochwirksame Verhütungsmethoden anwenden (siehe
Abschnitte 4.6 und 5.3).
ArzneimittelwechselwirkungenDie gleichzeitige Anwendung von Rozlytrek mit einem starken oder moderaten CYP3A-Inhibitorerhöht die Plasmakonzentrationen von Entrectinib (siehe Abschnitt 4.5), wodurch die Häufigkeit oderder Schweregrad von Nebenwirkungen erhöht sein kann. Die gleichzeitige Anwendung von Rozlytrekmit einem starken oder moderaten CYP3A-Inhibitor ist zu vermeiden. Wenn eine gleichzeitige
Anwendung bei erwachsenen Patienten nicht zu vermeiden ist, ist die Dosis von Rozlytrek zuverringern (siehe Abschnitt 4.2).
Während der Behandlung mit Rozlytrek ist der Verzehr von Grapefruits, Produkten, die Grapefruitenthalten und Bitterorangen zu vermeiden.
Die gleichzeitige Anwendung von Rozlytrek mit einem starken oder moderaten CYP3A- oder P-gp-
Induktor verringert die Plasmakonzentrationen von Entrectinib (siehe Abschnitt 4.5), was die
Wirksamkeit von Rozlytrek verringern kann und zu vermeiden ist.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 600-mg-Dosis, d. h., es istnahezu 'natriumfrei“.
Wirkung von Entrectinib auf andere Arzneimittel
Wirkung von Entrectinib auf CYP-Substrate
Entrectinib ist ein schwacher Inhibitor von CYP3A4. Die gleichzeitige Anwendung von Entrectinib600 mg einmal täglich zusammen mit oralem Midazolam (einem sensitiven CYP3A-Substrat) erhöhtedie AUC von Midazolam um 50 %, aber reduzierte die Midazolam Cmax um 21 %. Aufgrund deserhöhten Risikos für Nebenwirkungen ist Vorsicht geboten, wenn Entrectinib zusammen mitsensitiven CYP3A4-Substraten, die ein enges therapeutisches Fenster aufweisen, angewendet wird(z. B. Cisaprid, Ciclosporin, Ergotamin, Fentanyl, Pimozid, Chinidin, Tacrolimus, Alfentanil und
Sirolimus).
Wirkung von Entrectinib auf P-gp-Substrate
In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Entrectinib inhibitorisches Potenzial gegenüber P-Glykoprotein(P-gp) besitzt.
Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 600 mg Entrectinib mit Digoxin (einem sensitiven P-gp-
Substrat) erhöhte die Digoxin Cmax um 28 % und die AUC um 18 %. Die renale Clearance von
Digoxin war zwischen Behandlungen mit Digoxin allein und gleichzeitiger Gabe von Digoxin mit
Entrectinib vergleichbar, was auf eine minimale Wirkung von Entrectinib auf die renale Clearance von
Digoxin hinweist.
Die Wirkung von Entrectinib auf die Digoxin-Resorption wird als nicht klinisch relevant angesehen,es ist jedoch nicht bekannt, ob die Wirkung von Entrectinib auf sensitivere orale P-gp-Substrate(darunter Dabigatranetexilat) größer ist.
Wirkung von Entrectinib auf BCRP-Substrate
In In-vitro-Studien wurde eine Inhibierung von BCRP beobachtet.
Die klinische Relevanz dieser Inhibierung ist nicht bekannt, jedoch ist aufgrund des Risikos einererhöhten Resorption Vorsicht geboten, wenn sensitive orale BCRP-Substrate (z. B. Methotrexat,
Mitoxantron, Topotecan und Lapatinib) gleichzeitig mit Entrectinib angewendet werden.
Wirkung von Entrectinib auf andere Transporter-Substrate
In-vitro-Daten weisen darauf hin, dass Entrectinib ein schwaches inhibitorisches Potenzial gegenüber
Organo-Anion-Transportern (organic anion-transporting polypeptide - OATP)1B1 hat. Die klinische
Relevanz dieser Inhibierung ist nicht bekannt, jedoch ist aufgrund des Risikos einer erhöhten
Resorption Vorsicht geboten, wenn sensitive orale OATP1B1-Substrate (z. B. Atorvastatin,
Pravastatin, Rosuvastatinrepaglinid oder Bosentan) gleichzeitig mit Entrectinib angewendet werden.
Wirkung von Entrectinib auf Substrate von Enzymen, die über PXR reguliert werden
In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass Entrectinib Enzyme induzieren kann, die über den Pregnan-
X-Rezeptor (PXR) reguliert werden (z. B. CYP2C-Familie und UGT). Die gleichzeitige Anwendungvon Entrectinib mit CYP2C8-, CYP2C9- oder CYP2C19-Substraten (z. B. Repaglinid, Warfarin,
Tolbutamid oder Omeprazol) kann deren Exposition verringern.
Orale KontrazeptivaEs ist derzeit nicht bekannt, ob Entrectinib die Wirksamkeit von systemisch wirkenden hormonalen
Kontrazeptiva verringert. Deswegen wird Frauen, die systemisch wirkende hormonale Kontrazeptivaanwenden, geraten, zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Entrectinib
Basierend auf In-vitro-Daten ist CYP3A4 das primäre Enzym, das die Metabolisierung von
Entrectinib und die Bildung seines aktiven Hauptmetaboliten M5 katalysiert.
Wirkung von CYP3A- oder P-gp-Induktoren auf Entrectinib
Die gleichzeitige Gabe multipler oraler Dosen von Rifampicin, einem starken CYP3A-Induktor, miteiner oralen Einzeldosis von Entrectinib reduzierte die AUCinf von Entrectinib um 77 % und die Cmaxum 56 %.
Die gleichzeitige Gabe von Entrectinib zusammen mit CYP3A-/P-gp-Induktoren (einschließlich, abernicht beschränkt auf, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifabutin, Rifampicin, Johanniskraut[Hypericum perforatum], Apalutamid, Ritonavir, Dexamethason) ist zu vermeiden.
Wenn die gleichzeitige Gabe von Rozlytrek mit Dexamethason nicht vermieden werden kann, sind die
Empfehlungen für die Dexamethason-Dosis durch das medizinische Fachpersonal festzulegen.
Wirkung von CYP3A- oder P-gp-Inhibitoren auf Entrectinib
Die gleichzeitige Gabe von Itraconazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, zusammen mit einer oralen
Einzeldosis von Entrectinib erhöhte die AUCinf um 600 % und die Cmax um 173 %. Auf der Grundlageeiner Physiologie-basierten Pharmakokinetik(PBPK)-Modellierung ist bei Kindern ab 2 Jahren ein
Effekt ähnlichen Ausmaßes zu erwarten.
Die gleichzeitige Anwendung starker und moderater CYP3A-Inhibitoren (einschließlich, aber nichtbeschränkt auf Ritonavir, Saquinavir, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Grapefruitoder Bitterorange) ist zu vermeiden. Wenn eine gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten
CYP3A4-Inhibitoren nicht vermieden werden kann, ist eine Dosisanpassung von Entrectiniberforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
Obwohl keine starke Wirkung von inhibitorischen P-gp-Arzneimitteln auf die Pharmakokinetik von
Entrectinib erwartet wird, ist aufgrund des Risikos einer erhöhten Entrectinib-Exposition Vorsichtgeboten, wenn starke oder moderate P-gp-Inhibitoren (z. B. Verapamil, Nifedipin, Felodipin,
Fluvoxamin, Paroxetin) gleichzeitig mit Entrectinib angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2).
Wirkung von Arzneimitteln, die den gastrischen pH-Wert erhöhen, auf Entrectinib
Die gleichzeitige Gabe von Lansoprazol (ein Protonenpumpeninhibitor [PPI]), zusammen mit einer
Einzeldosis von 600 mg Entrectinib verringerte die AUC von Entrectinib um 25 % und die Cmax um23 %.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Entrectinib und PPIs oder anderen Arzneimitteln, die dengastrischen pH-Wert erhöhen (z. B. H2-Rezeptorantagonisten oder Antazida), sind keine
Dosisanpassungen erforderlich.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn der Behandlung mit Rozlytrek unter ärztlicher
Aufsicht einen Schwangerschaftstest durchführen.
Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens 5 Wochennach der letzten Dosis von Rozlytrek hochwirksame Verhütungsmethoden anwenden.
Es ist derzeit nicht bekannt, ob Entrectinib die Wirksamkeit von systemisch wirkenden hormonalen
Kontrazeptiva verringert (siehe Abschnitt 4.5). Deswegen wird Frauen, die systemisch wirkendehormonale Kontrazeptiva anwenden, geraten, zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und fürmindestens 3 Monate nach der letzten Dosis von Rozlytrek hochwirksame Verhütungsmethodenanwenden (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Entrectinib bei Schwangeren vor. Basierend auf
Tierstudien und des Wirkmechanismus kann Entrectinib bei Verabreichung an Schwangere den Fetusschädigen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.3).
Rozlytrek wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine
Kontrazeption durchführen, nicht zur Anwendung empfohlen.
Patientinnen, die Rozlytrek erhalten, sind über die potenziellen Schädigungen des Fetus aufzuklären.
Die Patientinnen sind darauf hinzuweisen, im Falle einer Schwangerschaft sofort ihren Arzt zubenachrichtigen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Entrectinib oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Ein Risiko für gestillte Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
Das Stillen soll während der Behandlung mit Rozlytrek unterbrochen werden.
FertilitätEs wurden keine tierexperimentellen Studien zur Fertilität durchgeführt, um die Wirkung von
Entrectinib zu untersuchen (siehe Abschnitt 5.3).
Rozlytrek hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zubedienen bis die Symptome abklingen, wenn bei ihnen während der Behandlung mit Rozlytrekkognitive Nebenwirkungen, eine Synkope, verschwommenes Sehen oder Schwindel auftreten (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8).
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20 %) waren Fatigue, Obstipation, Diarrhö, Schwindel, Dysgeusie,
Ödem, Gewichtszunahme, Anämie, erhöhtes Kreatinin im Blut, Übelkeit, Dysästhesie, Schmerzen,
Erbrechen, Fieber, Arthralgie, erhöhte Aspartataminotransferase, Dyspnoe, kognitive Störungen,
Husten und erhöhte Alanin-Aminotransferase. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen(≥ 2 %) waren Lungeninfektion (5,3 %), Frakturen (4,1 %), Dyspnoe (3,6 %), kognitive Störung(2,9 %), Pleuraerguss (2,5 %) und Fieber (2,5 %). Bei 6,0 % der Patienten kam es zu einemdauerhaften Absetzen aufgrund von Nebenwirkungen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 4 sind Nebenwirkungen zusammengefasst (ADRs), die bei 762 erwachsenen und91 pädiatrischen Patienten auftraten, die mit Rozlytrek in drei klinischen Studien bei Erwachsenen(ALKA, STARTRK-1 und STARTRK-2), einer klinischen Studie bei pädiatrischen Patienten(STARTRK-NG) und einer klinischen Studie bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten(TAPISTRY) behandelt wurden. Die mediane Expositionsdauer betrug 8,6 Monate.
Tabelle 5 enthält pädiatrische Patienten aus drei klinischen Studien STARTRK‑NG, STARTRK-2 und
TAPISTRY. Die mediane Expositionsdauer betrug 11,1 Monate. Die pädiatrischen Daten in der
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen spiegeln die Exposition gegenüber Rozlytrek in diesererweiterten pädiatrischen Sicherheitspopulation wider (n = 91). Das in der erweiterten pädiatrischen
Population beobachtete Sicherheitsprofil stimmte mit dem bekannten pädiatrischen Sicherheitsprofilder integrierten Sicherheitspopulation in Tabelle 4 überein.
Die Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA nach Systemorganklasse aufgelistet. Die folgenden
Häufigkeitskategorien wurden verwendet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000) und sehr selten (< 1/10 000). Die Nebenwirkungenwerden für jede Systemorganklasse in absteigender Reihenfolge der Häufigkeit dargestellt.
Tabelle 4: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien bei erwachsenen und pädiatrischen
Patienten unter Behandlung mit Rozlytrek aufgetreten sind (n = 853)
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Häufigkeitskategorie Grad(%) (alle Grade) ≥ 3 (%)
Infektionen und Harnwegsinfektion 15,7 Sehr häufig 2,7parasitäre
Erkrankungen Lungeninfektion1 14,4 Sehr häufig 6,1*
Erkrankungen des Anämie 33,4 Sehr häufig 9,7
Blutes und des
Lymphsystems Neutropenie2 15,8 Sehr häufig 6,1
Gewichtszunahme 34,1 Sehr häufig 10,6
Stoffwechsel- und Hyperurikämie 16,4 Sehr häufig 2,3
Ernährungsstörungen Verminderter Appetit 13,0 Sehr häufig 0,7
Dehydratation 6,6 Häufig 1,1
Tumorlysesyndrom 0,2 Gelegentlich 0,2*
Schwindel3 36,5 Sehr häufig 1,9
Dysgeusie 35,8 Sehr häufig 0,2
Dysästhesie4 24,9 Sehr häufig 0,4
Kognitive Störungen5 23,3 Sehr häufig 3,6
Erkrankungen des Periphere sensorische
Nervensystems Neuropathie6 16,2 Sehr häufig 1,1
Kopfschmerzen 16,1 Sehr häufig 0,6
Ataxie7 15,1 Sehr häufig 1,5
Schlafstörungen8 12,8 Sehr häufig 0,4
Affektive Störungen9 9,4 Häufig 0,6
Synkope 5,0 Häufig 3,5
Augenerkrankungen Verschwommenes
Sehen10 11,7 Sehr häufig 0,2
Kongestive *
Herzinsuffizienz11 5,4 Häufig 2,5
Herzerkrankungen QTc-Verlängerung im
Elektrokardiogramm 3,6 Häufig 0,9
Myokarditis 0,2 Gelegentlich 0,1
Gefäßerkrankungen Hypotonie12 15,9 Sehr häufig 2,3
Erkrankungen der Dyspnoe 23,8 Sehr häufig 4,9*
Atemwege, des Husten 21,1 Sehr häufig 0,4
Brustraums und
Mediastinums Pleuraerguss 6,0 Häufig 2,2
Obstipation 42,3 Sehr häufig 0,4
Diarrhö 37,9 Sehr häufig 2,2
Erkrankungen des Übelkeit 30,0 Sehr häufig 0,6
Gastrointestinaltrakts Erbrechen 25,1 Sehr häufig 1,1
Bauchschmerzen 11,6 Sehr häufig 0,6
Dysphagie 10,7 Sehr häufig 0,6
Leber- und Erhöhte AST 21,1 Sehr häufig 2,9
Gallenerkrankungen Erhöhte ALT 20,2 Sehr häufig 3,2
Erkrankungen der Ausschlag13 13,4 Sehr häufig 1,2
Haut und des Photosensitivitätsreak-
Unterhautgewebes tion 1,9 Häufig 0
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Häufigkeitskategorie Grad(%) (alle Grade) ≥ 3 (%)
Skelettmuskulatur-, Arthralgie 21,0 Sehr häufig 0,7
Bindegewebs- und Myalgie 19,7 Sehr häufig 0,8
Knochenerkrankungen Frakturen14 11,3 Sehr häufig 3,4
Muskelschwäche 10,4 Sehr häufig 1,3
Erkrankungen der Erhöhtes Kreatinin im 31,5 Sehr häufig 1,2
Nieren und Harnwege Blut
Harnretention15 10,4 Sehr häufig 0,6
Allgemeine Fatigue16 43,5 Sehr häufig 5,0
Erkrankungen und Ödem17 34,3 Sehr häufig 1,8
Beschwerden am Schmerzen18 25,6 Sehr häufig 1,5
Verabreichungsort Fieber 23,8 Sehr häufig 0,9
* Grade 3 - 5, einschließlich tödlicher Nebenwirkungen (einschließlich 4 Pneumonien, 3 Dyspnoe,1 Herzinsuffizienz und 1 Tumorlysesyndrom)1 Lungeninfektion (Bronchitis, Entzündung der unteren Atemwege, Lungenentzündung, Pneumonie,
Entzündung der Atemwege, Entzündung der oberen Atemwege)2 Neutropenie (Neutropenie, verringerter Neutrophilenwert)3 Schwindel (Schwindel, Vertigo, posturaler Schwindel)4 Dysästhesie (Parästhesie, Hyperästhesie, Hypoästhesie, Dysästhesie)5 Kognitive Störungen (kognitive Störung, Verwirrtheitszustand, eingeschränktes Erinnerungsvermögen,
Aufmerksamkeitsstörung, Amnesie, veränderter Gemütszustand, Halluzinationen, Delirium, Desorientiertheit,
Brain Fog [u.a. Konzentrationsstörungen, vermehrte Vergesslichkeit], Aufmerksamkeitsdefizit-
Hyperaktivitätsstörung, ‘visuelle Halluzinationen’, ‘akustische Halluzinationen’, geistige Beeinträchtigungen,mentale Störung)6 Periphere sensorische Neuropathie (Neuralgie, periphere Neuropathie, periphere motorische Neuropathie,periphere sensorische Neuropathie)7 Ataxie (Ataxie, Gleichgewichtsstörung, Unsicherheit beim Gehen)8 Schlafstörungen (Hypersomnie, Insomnie, Schlafstörung, Somnolenz)9 Affektive Störungen (Angst, Affektlabilität, Affekterkrankung, Agitiertheit, depressive Verstimmung,euphorische Stimmung, Stimmungsänderung, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression,persistierende Depression, psychomotorische Verlangsamung)10 Verschwommenes Sehen (Diplopie, verschwommenes Sehen, Sehstörung)11 Kongestive Herzinsuffizienz (akutes rechtsventrikuläres Versagen, Herzinsuffizienz, kongestive
Herzinsuffizienz, chronisches rechtsventrikuläres Versagen, verminderte Auswurffraktion, Lungenödem)12 Hypotonie (Hypotonie, orthostatische Hypotonie)13 Ausschlag (Ausschlag, makulopapulöser Ausschlag, juckender Ausschlag, erythematöser Ausschlag,papulöser Ausschlag)14 Frakturen (Acetabulumfraktur, Knöchelfraktur, Avulsionsfraktur, Bursitis, Knorpelverletzung, Fraktur des
Schlüsselbeins, Kompressionsfraktur, Oberschenkelhalsfraktur, Femurfraktur, Fibulafraktur, Fußfraktur,
Fraktur, Kreuzbeinfraktur, Fraktur der Hand, Fraktur der Hüfte, Humerusfraktur, Iliumfraktur, Kieferfraktur,
Gelenksverletzung, Gliedmaßenfraktur, Fraktur einer unteren Extremität, Fraktur eines Lendenwirbels,
Osteoporosefraktur, pathologische Fraktur, Beckenfraktur, Rippenfraktur, Wirbelsäulenkompressionsfraktur,
Wirbelfraktur, Spondylolisthesis, Fraktur des Brustbeins, Stressfraktur, Ruptur der Synovialis, Fraktur eines
Brustwirbels, Tibiafraktur, Ulnafraktur, Handgelenkfraktur)15 Harnretention (Harnretention, Harninkontinenz, Harnverhaltung, Störungen bei der Entleerung der Harnblase,
Harndrang)16 Fatigue (Fatigue, Asthenie)17 Ödem (Gesichtsödem, Flüssigkeitsansammlung, generalisiertes Ödem, lokales Ödem, Ödem, peripheres
Ödem, periphere Schwellung)18 Schmerzen (Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schmerzen in der Brust, Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems, Schmerzen in den Extremitäten)
Tabelle 5: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien bei pädiatrischen Patienten unter
Behandlung mit Rozlytrek aufgetreten sind (n = 91)
Säuglinge Kinder2 Jugendliche3 Alle
Systemorgan- Häufigkeit und (n = 55) (n = 15) pädiatrischenklasse Kleinkinder1 Patienten(n = 21) (n = 91)
Lungen- Harnwegs- Harnwegs-infektion infektion infektion(28,6 %), (23,6 %), (19,8 %),
Infektionen und Sehr häufig Harnwegs- Lungen- Lungen-parasitäre infektion infektion infektion
Erkrankungen (23,8 %) (16,4 %) (17,6 %)
Lungen-
Häufig infektion(6,7 %)
Erkrankungen Anämie Anämie Anämie Anämiedes Blutes und Sehr häufig (61,9 %), (34,5 %), (33,3 %), (40,7 %),des Neutropenie Neutropenie Neutropenie Neutropenie
Lymphsystems (47,6 %) (27,3 %) (33,3 %) (33,0 %)
Gewichts- Gewichts- Gewichts- Gewichts-zunahme zunahme zunahme zunahme(23,8 %), (38,5 %), (53,3 %), (38,5 %),verminderter verminderter verminderter verminderter
Sehr häufig Appetit Appetit Appetit Appetit
Stoffwechsel- (14,3 %) (29,1 %), (13,3 %), (23,1 %)und Dehydratation Hyper-
Ernährungs- (12,7 %) urikämiestörungen (13,3 %)
Dehydratation Hyper- Dehydratation(4,8 %), urikämie (8,8 %),
Häufig Hyper- (3,6 %) Hyperurikämieurikämie (5,5 %)(4,8 %)
Säuglinge Kinder2 Jugendliche3 Alle
Systemorgan- Häufigkeit und (n = 55) (n = 15) pädiatrischenklasse Kleinkinder1 Patienten(n = 21) (n = 91)
Kopf- Dysgeusie Kopfschmerzenschmerzen (20 %), (20,9 %),(32,7 %), affektive affektiveaffektive Störungen Störungen
Störungen (13,3 %), (14,3 %),(16,4 %), kognitive Schlafstörungen
Sehr häufig Schlaf- Störungen (13,2 %)störungen (13,3 %),(16,4 %), Dysästhesie
Schwindel (13,3 %)(14,5 %),
Ataxie(10,9 %)
Erkrankungen Affektive Kognitive Kopf- Kognitivedes Störungen Störungen schmerzen Störungen
Nervensystems (9,5 %), (9,1 %), (6,7 %), (9,9 %),
Schlaf- Dysgeusie Schlaf- Schwindelstörungen (9,1 %), störungen (8,8 %),(9,5 %), Dysästhesie (6,7 %), Dysgeusiekognitive (5,5 %), periphere (8,8 %); Ataxie
Störungen Synkope sensorische (7,7 %),
Häufig (9,5 %), (5,5 %), Neuropathie Dysästhesie
Ataxie periphere (6,7 %), (5,5 %),(4,8 %), sensorische Synkope periphereperiphere Neuropathie (6,7 %) sensorischesensorische (5,5 %) Neuropathie
Neuropathie (5,5 %),(4,8 %), Synkope
Synkope (5,5 %)(4,8 %)
Augen- Ver- Verschwom- Ver-erkrankungen Häufig schwommenes menes Sehen schwommenes
Sehen (7,3 %) (6,7 %) Sehen (5,5 %)
Kongestive Kongestive Kongestive
Herz- Herz- Herzinsuffizienzinsuffizienz insuffizienz (5,5 %), QT-
Herz- (9,5 %), (5,5 %), Verlängerungerkrankungen Häufig QT‑Verlänge- QT‑Verlänge- imrung im rung im Elektrokardio-
Elektro- Elektro- gramm (5,5 %)kardiogramm kardiogramm(9,5 %) (5,5 %)
Gefäßerkran- Hypotonie Hypotonie Hypotonie Hypotoniekungen Häufig (9,5 %) (7,3 %) (6,7 %) (7,7 %)
Säuglinge Kinder2 Jugendliche3 Alle
Systemorgan- Häufigkeit und (n = 55) (n = 15) pädiatrischenklasse Kleinkinder1 Patienten(n = 21) (n = 91)
Husten Husten (40 %) Husten Husten (37,4 %)
Erkrankungen Sehr häufig (42,9 %) (20 %),der Atemwege, Dyspnoedes Brustraums (13,3 %)und Dyspnoe Dyspnoe Pleuraerguss Dyspnoe
Mediastinums Häufig (4,8 %) (9,1 %), (6,7 %) (8,8 %),
Pleuraerguss Pleuraerguss(5,5 %) (4,4 %)
Erbrechen Erbrechen Übelkeit Erbrechen(47,6 %), (43,6 %), (40 %), (40,7 %),
Diarrhö Diarrhö Obstipation Diarrhö(42,9 %), (43,6 %), (33,3 %), (39,6 %),
Obstipation Obstipation Erbrechen Obstipation
Sehr häufig (42,9 %) (36,4 %), (20 %), (37,4 %),
Erkrankungen Übelkeit Diarrhö Übelkeitdes (34,5 %), (20 %), (28,6 %),
Gastrointestinal- Bauch- Bauch- Bauch-trakts schmerzen schmerzen schmerzen(25,5 %) (13,3 %) (19,8 %)
Bauch-schmerzen
Häufig (9,5 %),
Übelkeit(4,8 %)
Leber- und Erhöhte ALT Erhöhte AST Erhöhte AST Erhöhte AST
Gallenerkran- Sehr häufig (47,6 %), (29,1 %), (53,3 %), (36,3 %),kungen erhöhte AST erhöhte ALT erhöhte ALT erhöhte ALT(42,9 %) (25,5 %) (46,7 %) (34,1 %)
Erkrankungen Ausschlag Ausschlag Ausschlagder Haut und Sehr häufig (38,1 %) (21,8 %) (22 %)des Unterhaut-gewebes
Frakturen Frakturen Frakturen(40 %), (20 %), (29,7 %),
Arthralgie Muskel- Arthralgie
Skelett- Sehr häufig (16,4 %) schwäche (11,0 %)muskulatur-, (13,3 %),
Bindegewebs- Myalgieund Knochen- (13,3 %)erkrankungen Frakturen Muskel- Arthralgie Muskel-(9,5 %) schwäche (6,7 %) schwäche
Häufig (7,3 %), (6,6 %),
Myalgie Myalgie (6,6 %)(7,3 %)
Erhöhtes Erhöhtes Erhöhtes Erhöhtes
Kreatinin im Kreatinin im Kreatinin im Kreatinin im
Erkrankungen Sehr häufig Blut (19 %) Blut (34,5 %), Blut (46,7 %) Blut (33 %),der Nieren und Harnretention Harnretention
Harnwege (18,2 %) (14,3 %)
Häufig Harnretention Harnretention(9,5 %) (6,7 %)
Säuglinge Kinder2 Jugendliche3 Alle
Systemorgan- und (n = 55) (n = 15) pädiatrischenklasse Häufigkeit Kleinkinder1 Patienten(n = 21) (n = 91)
Fieber Fieber Schmerzen Fatigue(61,9 %) (50,9 %), (33,3 %), (28,6 %),
Fatigue Fieber Schmerzen
Allgemeine Sehr häufig (40 %), (33,3 %), (26,4 %),
Erkrankungen Schmerzen Fatigue Fieber (50,5 %),und (30,9 %), (20 %) Ödem (11 %)
Beschwerden am Ödem
Verabreichungs- (14,5 %)ort Schmerzen(9,5 %), Ödem
Häufig (9,5 %),
Fatigue(4,8 %)% beziehen sich auf alle Grade1 Säuglinge/Kleinkinder (≥ 28 Tage bis < 24 Monate): Nebenwirkungen von Grad ≥ 3, die berichtet wurden, waren
Neutropenie, Gewichtszunahme, Lungeninfektion, Anämie, erhöhte AST, Bauchschmerzen und Harnwegsinfektion2 Kinder (≥ 24 Monate bis < 12 Jahre): Nebenwirkungen von Grad ≥ 3, die berichtet wurden, waren Neutropenie,
Gewichtszunahme, Frakturen, Lungeninfektion, Anämie, erhöhte ALT, Synkope, erhöhte AST, Ataxie, Dyspnoe,
Bauchschmerzen, kongestive Herzinsuffizienz, Fatigue, Kopfschmerzen, Schmerzen, Fieber, Harnwegsinfektion,
Arthralgie, kognitive Störungen, Obstipation, Husten, verminderter Appetit, Dehydratation, Hypotonie,
Muskelschwäche, Ödem und Erbrechen3 Jugendliche (≥ 12 bis < 18 Jahre): Nebenwirkungen von Grad ≥ 3, die berichtet wurden, waren Neutropenie,
Gewichtszunahme, Fraktur, Lungeninfektion und Kopfschmerzen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenKognitive Störungen
Eine Vielzahl kognitiver Symptome wurde in allen klinischen Studien berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Diese schließen Ereignisse ein, die als kognitive Störungen (6,4 %), Verwirrtheitszustand (6,2 %),eingeschränktes Erinnerungsvermögen (4,9 %), Aufmerksamkeitsstörung (4,1 %), Amnesie (2,3 %),veränderter Gemütszustand (0,9 %), Halluzinationen (0,8 %), Delirium (0,8 %), Desorientiertheit(0,5 %), Brain Fog (0,4 %), Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (0,2 %), visuelle
Halluzinationen (0,2 %), akustische Halluzinationen (0,1 %), geistige Beeinträchtigungen (0,1 %) undmentale Störungen (0,1 %) berichtet wurden. Bei 3,6 % der Patienten wurden kognitive Störungen von
Grad 3 berichtet. Bei erwachsenen Patienten, die zu Behandlungsbeginn eine Erkrankung deszentralen Nervensystems (ZNS) hatten, traten derartige Nebenwirkungen mit einer größeren
Häufigkeit auf (30 %) als bei Patienten ohne Erkrankung des ZNS (22,6 %). Die mediane Zeit bis zum
Auftreten kognitiver Störungen betrug 0,95 Monate. In der pädiatrischen Population trat bei 2,2 %(2/91) der Patienten eine Aufmerksamkeitsstörung des Schweregrads 1 und bei 2,2 % (2/91) der
Patienten eine Aufmerksamkeitsstörung des Schweregrads 2 auf.
Frakturen
Frakturen traten bei 9,1 % (69/762) der erwachsenen Patienten und bei 29,7 % (27/91) derpädiatrischen Patienten auf. Insgesamt war die Beurteilung bezüglich einer Tumorbeteiligung an der
Frakturstelle unzureichend. Dennoch wurden bei manchen erwachsenen Patienten radiologische
Auffälligkeiten berichtet, die möglicherweise auf einen Zusammenhang zwischen Tumor und Frakturhinwiesen. Sowohl bei erwachsenen als auch bei pädiatrischen Patienten waren die meisten Frakturenan der Hüfte oder andere Frakturen der unteren Extremitäten (z. B. Femur- oder Tibiaschaft) undeinige Frakturen traten in Zusammenhang mit einem Sturz oder einem anderen Trauma auf.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Frakturen betrug bei Erwachsenen 8,11 Monate (Bereich:0,26 Monate bis 45,34 Monate). Die Anwendung von Rozlytrek wurde bei 26,1 % der Erwachsenen,bei denen Frakturen auftraten, unterbrochen. Bei 18 erwachsenen Patienten wurde die Behandlung mit
Rozlytrek unterbrochen und 2 erwachsene Patienten brachen die Behandlung aufgrund von Frakturenab. Die Dosis von Rozlytrek wurde bei 2 erwachsenen Patienten aufgrund von Frakturen reduziert.
Bei 27 pädiatrischen Patienten wurden insgesamt 52 Frakturen als Ereignisse berichtet, davon trat bei14 Patienten mehr als eine Fraktur auf. Bei pädiatrischen Patienten traten die meisten Frakturen bei
Patienten unter 12 Jahren auf. Die Frakturen verheilten bei 85,2 % (23/27) der pädiatrischen Patienten.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Frakturen betrug bei pädiatrischen Patienten 4,3 Monate(Bereich: 2,0 Monate bis 28,65 Monate). Bei 12 Patienten traten Frakturen von Grad 2 und bei10 Patienten Frakturen von Grad 3 auf. Sieben der Frakturen von Grad 3 waren schwerwiegend. Die
Anwendung von Rozlytrek wurde bei 18,5 % (5/27) der pädiatrischen Patienten, bei denen Frakturenauftraten, unterbrochen. Sechs pädiatrische Patienten brachen die Behandlung mit Rozlytrek aufgrundvon Frakturen ab. Die Dosis von Rozlytrek wurde bei 1 pädiatrischen Patienten aufgrund von
Frakturen reduziert.
Ataxie
Ataxie (einschließlich Fällen von Ataxie, Gleichgewichtsstörung und Unsicherheit beim Gehen)wurde bei 15,1 % der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von Ataxie betrug0,5 Monate (Bereich: 0,03 Monate bis 65,48 Monate) und die mediane Dauer betrug 0,7 Monate(Bereich: 0,03 Monate bis 11,99 Monate). Die Mehrzahl (55,8 %) der Patienten erholte sich von der
Ataxie. Mit Ataxie verbundene Nebenwirkungen wurden häufiger bei älteren Patienten (24,2 %) im
Vergleich zu Patienten < 65 Jahren (11,8 %) beobachtet.
Synkope
Synkopen wurden bei 5,0 % der Patienten berichtet. Bei manchen Patienten wurde über gleichzeitigauftretende Hypotonie, Dehydratation oder QTc-Verlängerung berichtet. Bei anderen Patientenwurden keine anderen gleichzeitig auftretenden und im Zusammenhang stehenden Zustände berichtet.
Verlängerung des QTc-IntervallsUnter den 853 Patienten, die Entrectinib in klinischen Studien erhielten, kam es bei 47 (7,2 %)
Patienten mit mindestens einer EKG-Auswertung nach Behandlungsbeginn zu einer Verlängerung des
QTcF-Intervalls von > 60 ms nach Beginn der Behandlung mit Entrectinib und 27 (4,1 %) Patientenhatten ein QTcF-Intervall von > 500 ms (siehe Abschnitt 4.4).
Periphere sensorische Neuropathie
Eine periphere sensorische Neuropathie wurde bei 16,2 % der Patienten berichtet. Die mediane Zeitbis zum Auftreten betrug 0,71 Monate (Bereich: 0,03 Monate bis 81,97 Monate) und die mediane
Dauer betrug 0,9 Monate (Bereich: 0,07 Monate bis 41 Monate). 48,6 % der Patienten erholte sich vonder peripheren Neuropathie.
AugenerkrankungenAugenerkrankungen, die in klinischen Studien berichtet wurden, schlossen verschwommenes Sehen(9 %), Sehstörung (1,9 %) und Diplopie (1,8 %) ein. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der
Augenerkrankungen betrug 1,9 Monate (Bereich: 0,03 Monate bis 49,61 Monate). Die mediane Dauerder Augenerkrankungen betrug 1,2 Monate (Bereich: 0,03 Monate bis 14,98 Monate). 54 % der
Patienten erholte sich von den Augenerkrankungen.
Kinder und JugendlicheDas Gesamtsicherheitsprofil von Rozlytrek in der pädiatrischen Population ähnelt im Allgemeinendem Sicherheitsprofil bei Erwachsenen.
Die Sicherheit von Rozlytrek bei pädiatrischen Patienten basiert auf Daten von 91 pädiatrischen
Patienten aus drei klinischen Studien (STARTRK-NG, STARTRK-2 und TAPISTRY). Von diesenwaren 21 Patienten 28 Tage bis < 2 Jahre alt, 55 Patienten waren ≥ 2 bis < 12 Jahre alt und15 Patienten waren ≥ 12 bis < 18 Jahre alt.
Nebenwirkungen und Laboranomalien des Schweregrades 3 oder 4, die bei pädiatrischen Patienten im
Vergleich zu erwachsenen Patienten häufiger auftraten (Inzidenz um mindestens 5 % erhöht), waren
Neutropenie (19,8 % vs. 4,5 %), Gewichtszunahme (18,7 % vs. 9,6 %), Knochenfrakturen (11 % vs.2,5 %) und Lungeninfektion (11 % vs. 5,5 %). Bei den 91 Patienten in der erweiterten pädiatrischen
Sicherheitspopulation wurden keine Ereignisse von Grad 5 beobachtet. Ereignisse der Grade 3 bis 4,die mit einer Häufigkeit von ≥ 5 % auftraten, waren Neutropenie (19,8 %), Gewichtszunahme(18,7 %), Frakturen (11 %), Lungeninfektion (11 %) und Anämie (8,8 %).
Das Sicherheitsprofil in jeder Altersgruppe (Säuglinge und Kleinkinder, Kinder und Jugendliche) istvergleichbar mit dem Gesamtsicherheitsprofil von Rozlytrek bei pädiatrischen Patienten.
Ältere PatientenVon den 853 Patienten, die Entrectinib in klinischen Studien erhalten haben, waren 227 (26,6 %)
Patienten ≥ 65 Jahre und 53 (6,2 %) waren ≥ 75 Jahre. Das Gesamtsicherheitsprofil von Entrectinib istbei älteren Patienten vergleichbar zu dem Sicherheitsprofil bei Patienten unter 65 Jahre.
Nebenwirkungen, die bei älteren Patienten häufiger auftraten als bei Patienten unter 65 Jahre (Inzidenzum mindestens 5 % erhöht), waren Schwindel (44,9 % vs. 33,4 %), erhöhter Kreatininwert im Blut(35,7 % vs. 30 %), Hypotonie (19,8 % vs. 14,5 %) und Ataxie (24,2 % vs. 11,8 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Patienten, bei denen es zu einer Überdosierung gekommen ist, sind engmaschig zu überwachen undunterstützende Maßnahmen sind einzuleiten. Es gibt kein spezifisches Antidot für Entrectinib.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01EX14
WirkmechanismusEntrectinib ist ein Inhibitor der Tropomyosin-Rezeptor-Tyrosinkinasen TRKA, TRKB und TRKC(codiert jeweils von den neurotrophen Tyrosinrezeptorkinase[NTRK]-Genen NTRK1, NTRK2 bzw.
NTRK3), der proto-onkogenen Tyrosin-Proteinkinase ROS (ROS1) und der anaplastischen Lymphom-
Kinase (ALK), mit IC50-Werten von 0,1 bis 2 nM. Der aktive Hauptmetabolit von Entrectinib M5,zeigte in vitro vergleichbare Potenz und Aktivität gegen TRK, ROS1 und ALK.
Fusionsproteine, die TRK-, ROS1- oder ALK-Kinase-Domänen enthalten, treiben das tumorigene
Potenzial durch Hyperaktivierung der nachgelagerten Signalwege, was zu einer unkontrollierten
Zellproliferation führt. Entrectinib zeigte in vitro und in vivo eine Inhibierung der Krebszelllinien, dieaus verschiedenen Tumorarten entstanden sind, darunter subkutane und intrakranielle Tumoren, die
NTRK-, ROS1- und ALK-Fusionsgene exprimierten.
Vorherige Behandlungen mit anderen Arzneimitteln, die die gleichen Kinasen inhibieren, können eine
Resistenz gegenüber Entrectinib begünstigen. Resistenzmutationen in der TRK-Kinase-Domäne, dienach Absetzen von Entrectinib identifiziert wurden, schließen NTRK1 (G595R, G667C) und NTRK3(G623R, G623E und G623K) ein. Resistenzmutationen in der ROS1-Kinase-Domäne, die nach
Abbruch einer Behandlung mit Entrectinib identifiziert wurden, schließen G2032R, F2004C und
F2004I ein.
Die molekularen Ursachen für die primäre Resistenz gegenüber Entrectinib sind nicht bekannt. Daherist nicht bekannt, ob das gleichzeitige Vorhandensein eines onkogenen Treibers zusätzlich zu einer
NTRK-Genfusion die Wirksamkeit der TRK-Inhibierung beeinträchtigt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitNTRK-Genfusions-positive solide Tumoren
Wirksamkeit bei erwachsenen Patienten
Die Wirksamkeit von Rozlytrek wurde evaluiert in einer gepoolten Subgruppe erwachsener Patientenmit nicht resezierbaren oder metastasierten soliden Tumoren mit einer NTRK-Genfusion, die in einervon drei multizentrischen, einarmigen, offenen klinischen Studien (ALKA, STARTRK-1 und
STARTRK-2) oder der offenen, multizentrischen multi-Kohorten-Studie TAPISTRY eingeschlossenwaren. Um in die gepoolte Subgruppe eingeschlossen werden zu können, mussten die Patientenbestätigte NTRK-Genfusions-positive solide Tumoren, ein messbares Krankheitsstadium mittels
Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) v1.1, mindestens 12 Monate
Nachbeobachtung nach der ersten Beurteilung des Tumors nach Behandlungsbeginn und keinevorangegangene Behandlung mit einem TRK-Inhibitor aufweisen (Patienten mit gleichzeitigen
Treiber-Mutationen, wenn bekannt, wurden ausgeschlossen). Patienten mit primären ZNS-Tumorenwurden mittels der Response Assessment in Neuro-Oncology Kriterien (RANO) separat beurteilt. Die
Patienten erhielten Rozlytrek 600 mg oral einmal täglich bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizitätenoder einer Krankheitsprogression. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren die objektive
Ansprechrate (ORR) und die Dauer des Ansprechens (DOR), bewertet durch eine verblindete,unabhängige, zentrale Analyse (blinded independent central review - BICR) gemäß RECIST v1.1.
Die Wirksamkeit wurde bei 242 erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren mit NTRK-Genfusionbewertet, die in diese klinischen Studien eingeschlossen waren. Die Charakteristika bezüglich
Demographie und Krankheitsbild bei Behandlungsbeginn waren: 47,5 % männlich, medianes Altervon 58 Jahren (Bereich: 19 Jahre bis 92 Jahre), 37,2 % bzw. 9,9 % waren 65 Jahre oder älter bzw.75 Jahre oder älter, 49,4 % hellhäutige Kaukasier, 36,5 % Asiaten, 3,3 % Hispano- oder
Lateinamerikaner und 61,9 % lebenslange Nichtraucher. Der ECOG-(Eastern Cooperative Oncology
Group)Performance-Status lag bei den Patienten zu Behandlungsbeginn bei 0 (42,1 %), 1 (50 %) oder2 (7,9 %). Die meisten Patienten (95,5 %) hatten eine metastasierte Erkrankung (die am häufigstenbefallenen Lokalisationen waren die Lunge [62,8 %], die Lymphknoten [49,2 %], Leber [33,1 %],
Knochen [31 %] und das Gehirn [16,5 %]), 4,5 % der Patienten hatten eine lokal fortgeschrittene
Erkrankung. 76,9 % und 52,5 % der Patienten hatten jeweils zuvor einen operativen Eingriff und
Bestrahlung zur Behandlung ihrer Erkrankung erhalten. 71,5 % der Patienten hatten eine vorherigesystemische Therapie gegen ihren Krebs erhalten, einschließlich Chemotherapie (61,6 %) und 37,2 %der Patienten hatten keine vorherigen systemischen Therapien zur Behandlung ihrer metastasierten
Erkrankung erhalten. Die häufigsten Krebsarten waren Lungenkarzinom (24,8 %), Sarkom (19 %),
Speicheldrüsentumore (15,7 %), Schilddrüsenkrebs (13,6 %), Kolorektalkarzinom (7 %) und
Brustkrebs (7 %). Die gesamte mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug 35,1 Monate.
Wirksamkeitsergebnisse der Patienten mit NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren sind in
Tabelle 6 zusammengefasst.
Tabelle 6: Gesamtwirksamkeit durch BICR bei Erwachsenen mit NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren
Wirksamkeitsendpunkt Rozlytrekn = 242
Primäre Endpunkte (BICR-bewertet; RECIST 1.1)
Objektive Ansprechrate
Anzahl Ansprechen 152/242
ORR % (95-%-KI*) 62,8 % (56,4; 68,9)
Vollständiges Ansprechen, n (%) 41 (16,9 %)
Partielles Ansprechen, n (%) 111 (45,9 %)
Dauer des Ansprechens**
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignis 86/152 (56,6 %)
Median, Monate (95-%-KI) 22 (16,6; 30,4)
Dauerhaftes Ansprechen über 6 Monate % (95-%-KI) 85 % (80; 91)
Dauerhaftes Ansprechen über 9 Monate % (95-%-KI) 78 % (71; 84)
Dauerhaftes Ansprechen über 12 Monate % (95-%-KI) 69 % (62; 77)
*Konfidenzintervalle (KI) nach Clopper-Pearson-Methode berechnet.
**Median und ereignisfreie Raten basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
Die objektive Ansprechrate und Dauer des Ansprechens nach Tumorart bei erwachsenen Patienten mit
NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren ist in Tabelle 7 dargestellt.
Tabelle 7: Wirksamkeit nach Tumorart bei Erwachsenen mit NTRK-Genfusions-positivensoliden Tumoren
ORR DOR
Tumorart Patienten(n = 242) n (%) 95-%-KI Bereich(Monate)
Sarkom 46 29 (63) (47,6; 76,8) 2,8; 68,6*
Nicht-kleinzelliges 60 38 (63,3) (49,9; 75,4) 3,1; 71,6
Lungenkarzinom
Speicheldrüsenkarzinom (MASC) 38 32 (84,2) (68,8; 94) 2,8; 73,5*
Brustkrebs (sekretorisch) 12 10 (83,3) (51,6; 97,9) 5,5; 69,9*
Brustkrebs (nicht sekretorisch) 2 NE, PR, NA 4,2
Brustkrebs (nicht weiter 2 NE, NE NA NAspezifiziert)
Brustkrebs (duktal) 1 PD NA NA
Schilddrüsenkrebs 33 20 (60,6) (42,1; 77,1) 5,6; 60,7
Kolorektalkarzinom 17 6 (35,3) (14,2; 61,7) 5,6*; 24*
Neuroendokrine Tumoren 8 5 (62,5) (24,5; 91,5) 7,4; 31,1
Kopf-Hals-Tumoren 5 3 (60,0) (14,7; 94,7) 4,0; 56,5*
Bauchspeicheldrüsenkrebs 6 4 (66,7) (22,3; 95,7) 5,6*; 12,9
Unbekannter Primärtumor 3 1 (33,3) (0,8; 90,6) 9,1
Ovarialkarzinom 1 Nicht- NA NA
CR/PD
Endometriumkarzinom 1 PR NA 38,2
Cholangiokarzinom 1 PR NA 9,3
Gastrointestinalkarzinom 1 CR NA 30,4(sonstige)
Gastrointestinalkarzinom 1 PD NA NA(nicht KRK)
Neuroblastom 1 NE NA NA
Prostatakarzinom 1 PD NA NA
Peniskarzinom 1 PD NA NA
Nebennierenkarzinom 1 PD NA NA
*zensiert
ORR: Objektive Ansprechrate (Objective Response Rate); DOR: Dauer des Ansprechens (Duration of
Response); MASC: mammary analogue secretory carcinoma; NA: nicht anwendbar aufgrund von zu geringer
Anzahl oder fehlendem Ansprechen, KRK: Kolorektalkarzinom, CR: vollständiges Ansprechen (completeresponse); PR: partielles Ansprechen (partial response); PD: progressive Erkrankung (progressive disease);
NE = nicht schätzbar (not estimable).
Aufgrund der Seltenheit von NTRK-Genfusions-positiven Tumoren wurden die Patienten mitverschiedenen Tumorarten zusammen ausgewertet, wobei bei manchen Tumorarten nur eine begrenzte
Anzahl an Patienten eingeschlossen war, was zu einer Unsicherheit bezüglich der ORR-Schätzung pro
Tumorart führt. Die ORR der Gesamtpopulation spiegelt womöglich nicht das erwartete Ansprechenbei einer bestimmten Tumorart wider.
Die ORR bei 122 Patienten, bei denen vor der Behandlung mit Rozlytrek eine umfassende molekulare
Charakterisierung gemacht wurde, betrug 59,8 % (95-%-KI: 50,6; 68,6). Die ORR bei 97 dieser
Patienten, die zusätzlich zur NTRK-Genfusion noch andere genomische Veränderungen aufwiesen,betrug 55,7 % (95-%-KI: 45,2; 65,8) und die ORR bei 25 Patienten ohne andere genomische
Veränderungen betrug 76 % (95-%-KI: 54,9; 90,6).
Intrakranielles Ansprechen
Eine BICR-Bewertung ergab eine Subgruppe von 36 erwachsenen Patienten mit ZNS-Metastasen zu
Behandlungsbeginn, einschließlich 20 Patienten mit messbaren ZNS-Läsionen. Intrakranielles (IC)-
Ansprechen bewertet durch BICR gemäß RECIST v1.1 wurde bei 14 dieser 20 Patienten berichtet(7 CR und 7 PR), bei einer ORR von 70 % (95-%-KI: 45,7; 88,1) und einer medianen DOR von19,7 Monaten (95-%-KI: 7,4; 26,6). Fünf dieser 20 Patienten hatten eine intrakranielle
Strahlentherapie des Gehirns innerhalb von 2 Monaten vor Beginn der Behandlung mit Rozlytrekerhalten.
Primärer ZNS-Tumor
In den 3 klinischen Studien wurden insgesamt 16 erwachsene Patienten mit primären ZNS-Tumorenmit Rozlytrek mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 12 Monaten behandelt. Bei 2 dieser16 erwachsenen Patienten kam es zu einem objektiven Ansprechen, durch BICR gemäß RANObewertet.
Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen
Die Wirksamkeit von Rozlytrek wurde bei 44 pädiatrischen Patienten mit soliden Tumoren mit NTRK-
Genfusion beurteilt, die in die Studien STARTRK-NG oder TAPISTRY eingeschlossen waren.
Um in die Analyse einbezogen zu werden, mussten die Patienten bestätigte NTRK-Genfusions-positivesolide Tumoren, mindestens 6 Monate Nachbeobachtung, keine vorherige Behandlung mit einem
TRK-Inhibitor, mindestens eine Entrectinib-Dosis erhalten haben und vor Behandlungsbeginn einemessbare oder auswertbare Erkrankung aufweisen. Die Patienten erhielten Rozlytrek in Dosen von20 mg bis 600 mg einmal täglich. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die bestätigte ORR,bewertet durch BICR gemäß RECIST v1.1 für extrakranielle Tumoren und gemäß RANO für primäre
ZNS-Tumoren. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte umfassten die Dauer des bestätigten
Ansprechens, bewertet durch BICR, und die Zeit bis zum ersten bestätigten objektiven Ansprechen(CR oder PR).
Die Charakteristika bezüglich Demographie und Krankheitsbild bei Behandlungsbeginn waren:45,5 % männlich, medianes Alter von 4 Jahren (Bereich: 2 Monate bis 15 Jahre), 52,3 % hellhäutige
Kaukasier, 34,1 % Asiaten und 9,1 % Hispano- oder Lateinamerikaner, mit einer medianen KOF von0,73 m2 (Bereich: 0,2 ‑ 1,9 m2). Bei Behandlungsbeginn hatten 23,8 % der Patienten eine metastasierte
Erkrankung, 76,2 % der Patienten eine lokal fortgeschrittene Erkrankung und 43,2 % der Patientenhatten zuvor keine systemischen Krebstherapien erhalten. Die Mehrzahl der Patienten hatte eine
Krebsbehandlung erhalten, einschließlich Operation (n = 24), Strahlentherapie (n = 8) und/odersystemischer Therapie (n = 25). Die Orte der Metastasen waren sonstige (4 Patienten), Gehirn(3 Patienten) und Lunge (3 Patienten). 45,5 % der Patienten hatten primäre ZNS-Tumoren. Diegesamte mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug 24,2 Monate.
Die Wirksamkeitsergebnisse von Patienten mit NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren sind in
Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Gesamtwirksamkeit durch BICR bei pädiatrischen Patienten mit NTRK-
Genfusions-positiven soliden Tumoren
Wirksamkeitsendpunkte Rozlytrekn = 44
Primäre Endpunkte**
Objektive Ansprechrate
Anzahl Ansprechen 32/44
ORR % (95-%-KI***) 72,7 % (57,21; 85,04)
Vollständiges Ansprechen, n (%) 20 (45,5 %)
Partielles Ansprechen, n (%) 12 (27,3 %)
Sekundäre Endpunkte**
DOR*
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 6/32 (18,8 %)
Median, Monate (95-%-KI) NE (25,4; NE)
Dauerhaftes Ansprechen über 6 Monate % (95-%-KI) 97 % (90; 100)
Dauerhaftes Ansprechen über 9 Monate % (95-%-KI) 97 % (90; 100)
Dauerhaftes Ansprechen über 12 Monate % (95-%-KI) 84 % (70; 99)
NE = nicht schätzbar (not estimable)
*Median und ereignisfreie Raten basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
**Umfasst Patienten mit messbarer oder auswertbarer Erkrankung. BICR-Analyse gemäß RECISTv1.1 für solide Tumoren (24 Patienten) und nach RANO-Kriterien für primäre ZNS-Tumoren(20 Patienten).
***Konfidenzintervalle (KI) nach Clopper-Pearson-Methode berechnet.
Die objektive Ansprechrate und die Dauer des Ansprechens nach Tumorart bei pädiatrischen Patientenmit NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren sind in Tabelle 9 dargestellt.
Tabelle 9: Wirksamkeit nach Tumorart bei pädiatrischen Patienten mit NTRK-Genfusions-positiven soliden Tumoren
ORR DOR
Tumorart Patienten(n = 44) n (%) 95-%-KI Bereich(Monate)
Primärer ZNS-Tumor 20 10 (50) (27,2; 72,8) 5,5; 42,3*
Infantiles Fibrosarkom 11 10 (90,9) (58,7; 99,8) 5,7*; 24*
Spindelzellkarzinom 8 8 (100,0) (63,1; 100) 5,4*; 23*
Sarkom (sonstige) 2 PR; Nicht NA 3,7*
CR/Nicht PD
Melanom 1 CR NA 42,4*
Nierenkrebs 1 PR NA 9,2*
Schilddrüsenkrebs 1 CR NA 11,1*
*zensiert
ORR: objektive Ansprechrate (objective response rate); DOR: Dauer des Ansprechens (duration ofresponse); NA: nicht anwendbar aufgrund von zu geringer Anzahl oder fehlendem Ansprechen; CR:vollständiges Ansprechen (complete response); PR: partielles Ansprechen (partial response); PD: progressive
Erkrankung (progressive disease)
Aufgrund der Seltenheit von NTRK-Genfusions-positiven Tumoren wurden die Patienten mitverschiedenen Tumorarten zusammen ausgewertet, wobei bei manchen Tumorarten nur eine begrenzte
Anzahl an Patienten eingeschlossen war, was zu einer Unsicherheit bezüglich der ORR-Schätzung pro
Tumorart führt. Die ORR der Gesamtpopulation spiegelt womöglich nicht das erwartete Ansprechenbei einer bestimmten Tumorart wider.
ROS1-positives NSCLC
Die Wirksamkeit von Rozlytrek wurde in einer gepoolten Subgruppe mit Patienten mit ROS1-positivem metastasiertem NSCLC, die Rozlytrek 600 mg oral einmal täglich erhielten und in eine derdrei einarmigen, offenen klinischen Studien (ALKA, STARTRK-1 und STARTRK-2) eingeschlossenwaren, bewertet. Um in die gepoolte Subgruppe eingeschlossen zu werden, mussten die Patienten einhistologisch bestätigtes, rezidivierendes oder metastasierendes ROS1-positives NSCLC, einen ECOG-
Performance-Status ≤ 2, einen messbaren Krankheitsstatus gemäß RECIST v1.1, ≥ 6 Monate
Nachbeobachtung und keine vorangegangene Behandlung mit einem ROS1-Inhibitor aufweisen. Alle
Patienten wurden bei Behandlungsbeginn auf ZNS-Läsionen untersucht.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren ORR und DOR, bewertet durch BICR gemäß RECISTv1.1. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte schlossen PFS, OS und bei Patienten mit ZNS-
Metastasen bei Behandlungsbeginn IC-ORR und IC-DOR ein (ebenso bewertet durch BICR gemäß
RECIST v1.1).
Die Wirksamkeit wurde bei 161 Patienten mit ROS1-positivem NSCLC bewertet. Die Charakteristikabezüglich Demographie und Krankheitsbild bei Behandlungsbeginn waren: 35,4 % männlich,medianes Alter 54 Jahre (Bereich: 20 Jahre bis 86 Jahre), 24,2 % bzw. 4,3 % waren älter als 65 Jahrebzw. 75 Jahre, 44,1 % hellhäutige Kaukasier, 45,3 % Asiaten, 4,3 % Schwarze, 2,6 % Hispano- oder
Lateinamerikaner und 62,7 % lebenslange Nichtraucher. Der ECOG-(Eastern Cooperative Oncology
Group) Performance-Status lag bei den Patienten zu Behandlungsbeginn bei 0 (41 %), 1 (49,1 %) oder2 (9,9 %). Die meisten Patienten (98,1 %) hatten eine metastasierte Erkrankung (die häufigsten
Lokalisationen waren Lymphknoten [69,6 %], Lunge [50,3 %] und Gehirn [32,9 %]), 1,9 % der
Patienten hatten eine lokal fortgeschrittene Erkrankung und 37,3 % der Patienten hatten keinevorherigen systemischen Therapien zur Behandlung ihrer metastasierten Erkrankung. Eine ROS1-
Positivität wurde mittels NGS bei 83 % der Patienten, mittels FISH bei 9 % der Patienten und mittels
RT-PCR bei 8 % der Patienten festgestellt. Die gesamte mediane Dauer der Nachbeobachtung ab
Erhalt der ersten Dosis betrug 15,8 Monate.
Wirksamkeitsergebnisse von Patienten mit ROS1-positivem NSCLC sind in Tabelle 10zusammengefasst.
Tabelle 10: Gesamtwirksamkeit durch BICR bei Patienten mit ROS1-positivem NSCLC
Wirksamkeitsendpunkt Rozlytrekn = 161
Primäre Endpunkte (BICR-bewertet, RECIST 1.1)
Objektive Ansprechrate
Anzahl der Ansprechen 108/161
ORR % (95-%-KI***) 67,1 % (59,25; 74,27)
Vollständiges Ansprechen, n (%) 14 (8,7 %)
Partielles Ansprechen, n (%) 94 (58,4 %)
Dauer des Ansprechens*
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignis 48/108 (44,4 %)
Bereich (Monate) 1,8**; 42,3**
Dauerhaftes Ansprechen über 6 Monate % (95-%-KI) 83 % (76; 90)
Dauerhaftes Ansprechen über 9 Monate % (95-%-KI) 75 % (67; 84)
Dauerhaftes Ansprechen über 12 Monate % (95-%-KI) 63 % (53; 73)
Sekundäre Endpunkte (BICR-bewertet, RECIST 1.1)
PFS*
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignis 82/161 (50,9 %)6-Monats-PFS % (95-%-KI) 77 % (70; 84)9-Monats-PFS % (95-%-KI) 66 % (58; 74)12-Monats-PFS % (95-%-KI) 55 % (47; 64)
Gesamtüberleben*
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 38/161 (23,6 %)6-Monats-OS % (95-%-KI) 91 % (87; 96)9-Monats-OS % (95-%-KI) 86 % (81; 92)12-Monats-OS % (95-%-KI) 81 % (74; 87)
*Ereignisfreie Raten basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
**zensiert
***Konfidenzintervalle (KI) nach Clopper-Pearson-Methode berechnet.
Bei ROS1-positiven, hinsichtlich Wirksamkeit auswertbaren NSCLC-Patienten mit einer
Nachbeobachtung von ≥ 12 Monaten (n = 94), betrug die ORR 73,4 % (95-%-KI: 63,3; 82), diemediane DOR betrug 16,5 Monate (95-%-KI: 14,6; 28,6) und das mediane PFS betrug 16,8 Monate(95-%-KI: 12; 21,4).
Intrakranielles Ansprechen
Eine BICR-Bewertung ergab eine Subgruppe von 46 ROS1-positiven NSCLC-Patienten mit ZNS-
Metastasen bei Behandlungsbeginn, darunter 24 Patienten mit messbaren ZNS-Läsionen.
Intrakranielles Ansprechen bewertet durch BICR gemäß RECIST v1.1 wurde bei 19 dieser24 Patienten berichtet (3 CR und 16 PR), bei einer ORR von 79,2 % (95-%-KI: 57,8; 92,9). Der
Prozentsatz an Patienten (95-%-KI) mit einer DOR ≥ 6 Monate, ≥ 9 Monate und ≥ 12 Monate betrugjeweils 76 % (56; 97), 62 % (38; 86) bzw. 55 % (29; 80) (Kaplan-Meier-Schätzungen). Neun dieser24 Patienten hatten eine intrakranielle Strahlentherapie des Gehirns innerhalb von 2 Monaten vor
Beginn der Behandlung mit Rozlytrek erhalten.
Zulassung unter besonderen BedingungenDieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere
Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestensjährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittelsaktualisiert werden.
Die pharmakokinetischen Parameter von Entrectinib und dessen aktivem Hauptmetaboliten (M5)wurden bei Patienten mit NRTK-Genfusions-positiven soliden Tumoren, mit ROS1-positivem NSCLCund bei gesunden Probanden charakterisiert. Die Pharmakokinetik von Entrectinib und M5 ist linearund nicht dosis- oder zeitabhängig. Steady-State wird bei Entrectinib innerhalb von einer Woche undbei M5 innerhalb von zwei Wochen nach täglicher Anwendung von Rozlytrek erreicht.
Basierend auf In-vitro-Daten ist Entrectinib ein schwaches P-gp-Substrat. Die genaue In-vivo-
Beteiligung von P-gp ist nicht bekannt. M5 ist ein P-gp-Substrat. Entrectinib ist kein BCRP-Substrat,aber M5 ist ein BCRP-Substrat. Entrectinib und M5 sind keine OATP1B1- oder OATP1B3-Substrate.
ResorptionNach der Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 600 mg Rozlytrek an Patienten mit NTRK-
Genfusions-positiven und ROS1-positivem NSCLC zusammen mit Nahrungsmitteln wurde Entrectinibschnell resorbiert, wobei die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (Tmax) nach ca. 4 bis6 Stunden erreicht wurde. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse wurde der
Steady-State mit Entrectinib 600 mg einmal täglich innerhalb von 5 Tagen erreicht.
Es wurde keine klinisch signifikante Wirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Entrectinibbeobachtet.
Bei gesunden erwachsenen Probanden waren die AUC und Cmax von Rozlytrek in der
Darreichungsform des filmüberzogenen Granulats ähnlich wie die der Kapseln. Rozlytrek Kapseln, dieals Suspension in Wasser oder Milch oral oder über eine Magensonde bzw. transnasale Sondeverabreicht werden, ergeben eine ähnliche AUC und Cmax wie Kapseln, die im Ganzen geschlucktwerden.
VerteilungEntrectinib und sein aktiver Hauptmetabolit M5 werden unabhängig von der
Arzneimittelkonzentration stark an menschliche Plasmaproteine gebunden. Im menschlichen Plasmahatten Entrectinib und M5 in klinisch relevanter Konzentration mit > 99 % eine vergleichbare
Proteinbindung.
Nach einer oralen Einzeldosis von Entrectinib betrug das mittlere geometrische Verteilungsvolumen(Vz/F) 600 l, was auf eine extensive Verteilung des Arzneimittels hinweist. Entrectinib wies beimehreren Tierarten (Mäuse, Ratten und Hunde) bei klinisch relevanter systemischer Exposition
Steady-State-Gehirn-Plasma-Konzentrationskoeffizienten von 0,4 - 2,2 auf.
BiotransformationEntrectinib wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert (~76 %). Geringe Beteiligungen vonmehreren anderen CYPs und UGT1A4 wurden auf insgesamt < 25 % geschätzt. Der aktive Metabolit
M5 (durch CYP3A4 gebildet) und das direkte N-Glucuronid-Konjugat M11 (durch UGT1A4 gebildet)sind die beiden identifizierten wesentlichen, zirkulierenden Metabolite.
EliminationDie im populationspharmakokinetischen Modell nach Verabreichung von 600 mg Entrectinib einmaltäglich bestimmte mittlere Akkumulation im Steady-State betrug 1,89 (± 0,381) und 2,01 (± 0,437) für
M5. Nach Verabreichung einer Einzeldosis von [14C]-markiertem Entrectinib wurde 83 % der
Radioaktivität mit den Fäzes (36 % der Dosis als unverändertes Entrectinib und 22 % als M5) und eineminimale Menge mit dem Urin (3 %) ausgeschieden.
Entrectinib und M5 sind für ca. 73 % der Radioaktivität in der systemischen Zirkulation bei Cmax undca. die Hälfte der gesamten Radioaktivität für AUCinf verantwortlich.
Die populationspharmakokinetische Analyse schätzte eine scheinbare Clearance CL/F von 19,6 l/hund 52,4 l/h für Entrectinib bzw. M5. Die Eliminationshalbwertszeiten von Entrectinib und M5wurden auf 20 Stunden bzw. 40 Stunden geschätzt.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik von Entrectinib ist in einem Dosierungsbereich von 100 mg bis 600 mg linear.
Pharmakokinetik bei besonderen PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Entrectinib wurde bei 78 pädiatrischen Patienten im Alter von über einem
Monat untersucht. Bei Patienten von > 1 Monat bis ≤ 6 Monaten betrug die verabreichte Dosis250 mg/m2; bei Patienten > 6 Monaten betrug die verabreichte Dosis 300 mg/m2 auf der Grundlagevon fünf KOF-Kategorien, mit einer Höchstdosis von 600 mg für Kinder mit ≥ 1,51 m2
Körperoberfläche (KOF).
Daten aus populationspharmakokinetischen Analysen zeigen, dass bei pädiatrischen Patienten ab6 Jahren eine einmal täglich verabreichte Dosis von 300 mg Rozlytrek bei einer KOF im Bereich von0,81 m2 bis 1,10 m2, eine einmal täglich verabreichte Dosis von 400 mg Rozlytrek bei einer KOF im
Bereich von 1,11 m2 bis 1,50 m2 und eine einmal täglich verabreichte Dosis von 600 mg Rozlytrek beieiner KOF im Bereich von ≥ 1,51 m2 zu einer vergleichbaren systemischen Exposition wie bei
Erwachsenen führt, die mit 600 mg Rozlytrek einmal täglich behandelt wurden.
Daten aus nicht-kompartimentellen Analysen bei Patienten im Alter von 1 Monat bis < 6 Jahrenzeigten, dass die systemische Exposition der Summe von Entrectinib und M5 bei pädiatrischen
Patienten, die einmal täglich 250 mg/m2 oder 300 mg/m2 Rozlytrek erhielten, im Allgemeinenniedriger war als die mittlere systemische Exposition erwachsener Patienten, die mit 600 mg Rozlytrekeinmal täglich behandelt wurden. Die empfohlene Dosis in dieser Altersgruppe basiert auf denverfügbaren Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit.
Ältere PatientenBasierend auf pharmakokinetischen Analysen wurden bei Patienten über 65 Jahre und jüngeren
Erwachsenen keine Unterschiede in der Entrectinib-Exposition gefunden.
NierenfunktionsstörungZu vernachlässigende Mengen von Entrectinib und des aktiven Metaboliten M5 werden unverändertmit dem Urin ausgeschieden (~3 % der Dosis), was darauf hinweist, dass die renale Clearance eineuntergeordnete Rolle bei der Elimination von Entrectinib spielt. Basierend aufpopulationspharmakokinetischen Analysen kann angenommen werden, dass die Pharmakokinetik von
Entrectinib durch eine Nierenfunktionsstörung nicht signifikant beeinflusst wird. Die Auswirkungeiner schweren Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Entrectinib ist nicht bekannt.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Entrectinib wurde bei Studienteilnehmern mit leichter (Child-Pugh A),mäßiger (Child-Pugh B) und schwerer (Child-Pugh C) Leberfunktionsstörung im Vergleich zu
Studienteilnehmern mit normaler Leberfunktion untersucht. Nach Verabreichung einer oralen
Einzeldosis von 100 mg Entrectinib zeigte die kombinierte AUClast von Entrectinib und M5 keinerelevante Veränderung in den Gruppen mit Leberfunktionsstörungen im Vergleich zur Gruppe mitnormaler Leberfunktion. Der Quotient aus den geometrischen Mittelwerten der AUClast (90-%-KI)betrug für die Gruppe mit leichter Leberfunktionsstörung 1,30 (0,889; 1,89), für die Gruppe mitmäßiger Leberfunktionsstörung 1,24 (0,886; 1,73) und für die Gruppe mit schwerer
Leberfunktionsstörung 1,39 (0,988; 1,95) im Vergleich zur Gruppe mit normaler Leberfunktion. Fürungebundenes Entrectinib und M5 betrug der Quotient aus den geometrischen Mittelwerten der
AUClast (fu) (90-%-KI) für die Gruppe mit leichter Leberfunktionsstörung 1,91 (1,21; 3,02), für die
Gruppe mit mäßiger Leberfunktionsstörung 1,57 (1,06; 2,31) und für die Gruppe mit schwerer
Leberfunktionsstörung 2,34 (1,57; 3,48) im Vergleich zur Gruppe mit normaler Leberfunktion.
Obwohl die Wirkung einer Leberfunktionsstörung auf die ungebundenen PK-Parameter grundsätzlichvergleichbar mit der Wirkung auf die PK-Gesamtparameter war, sollten die Ergebnisse aufgrund derhohen unspezifischen Bindung im Puffer und der hohen Variabilität mit Vorsicht interpretiert werden.
Zusätzlich wurde festgestellt, dass die Variabilität der systemischen Exposition hoch war und sich diebeobachteten Expositionen in allen Studiengruppen überschnitten (siehe Abschnitt 4.2).
Auswirkungen von Gewicht, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht
In Abhängigkeit von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit (Asiaten, Schwarze und Weiße) und
Gewicht (4 kg bis 130 kg) wurden keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetikvon Entrectinib beobachtet.
Es wurden keine Karzinogenitätsstudien durchgeführt, um das karzinogene Potenzial von Entrectinibzu bestimmen.
GenotoxizitätEntrectinib war in vitro im bakteriellen Rückmutationstest (Ames-Test) nicht mutagen, zeigte aber beikultivierten humanen peripheren Blutlymphozyten ein Potenzial für abnormale
Chromosomensegregation (Aneugenität). Entrectinib war beim In-vivo-Micronukleustest mit Rattennicht klastogen oder aneugen und führte beim Comet-Test mit Ratten nicht zu Schädigungen der
DNA.
FertilitätsstörungEs wurden keine speziellen tierexperimentellen Studien zur Fertilität durchgeführt, um die Wirkungvon Entrectinib zu untersuchen. In Toxikologiestudien an Ratten und Hunden mit wiederholter Gabevon ca. der 2,4-fachen bzw. 0,6-fachen Menge der menschlichen Exposition gemessen anhand der
AUC bei der für den Menschen empfohlenen Dosis, wurden keine unerwünschten Wirkungen von
Entrectinib auf die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane beobachtet.
ReproduktionstoxizitätIn einer embryofetalen Entwicklungsstudie an Ratten wurden bei einer Dosis von 200 mg/kg/Tag
Entrectinib, was in etwa der 2-fachen menschlichen Exposition gemessen an der AUC bei derempfohlenen Dosis entspricht, Toxizität beim Muttertier (verringerte Gewichtszunahme und
Nahrungsaufnahme) und fetale Missbildungen (einschließlich Defekte beim Schließen der
Körperhöhlen und Missbildungen der Wirbelsäule und der Rippen) beobachtet. Eine dosisabhängige
Verringerung des fetalen Gewichts (niedrige, mittlere und hohe Dosis) und eine verringerte
Ossifikation des Skeletts (mittlere und hohe Dosis) wurden bei Expositionen entsprechend dem < 2-
Fachen der menschlichen Exposition, gemessen anhand der AUC bei der empfohlenen Dosis,beobachtet.
Studien zur Toxizität bei wiederholter GabeEntrectinib-vermittelte Toxizitäten im zentralen Nervensystem (ZNS) wurden bei Studien mitwiederholter Gabe an ausgewachsenen Ratten und Hunden und juvenilen Ratten beobachtet(Konvulsionen, anomaler Gang, Tremor) bei einem Faktor ≥ 0,2 der humanen Exposition, gemessenanhand der Cmax-Werte bei der empfohlenen Dosis. Hautreaktionen (Wundschorf/Wunden) undverringerte Erythrozyten-Parameter wurden beobachtet bei einem Faktor ≥ 0,1 der humanen
Exposition, gemessen anhand der AUC bei der empfohlenen Dosis. Bei ausgewachsenen Ratten und
Hunden wurden Wirkungen auf die Leber beobachtet (erhöhte ALT und hepatozelluläre Nekrose) bei≥ 0,6-mal der humanen Exposition, gemessen anhand der AUC bei der empfohlenen Dosis. Bei
Hunden wurde ebenfalls Diarrhö bei einem Faktor ≥ 0,1 der humanen Exposition, gemessen anhandder AUC bei der empfohlenen Dosis beobachtet. QT/QTc-Intervallverlängerungen wurden bei einem
Faktor ≥ 0,1 der humanen Exposition, gemessen anhand der Cmax-Werte bei der empfohlenen Dosis,beobachtet.
Toxikologiestudie mit juvenilen Ratten
In einer 13-wöchigen Toxikologiestudie erhielten juvenile Ratten ab dem 7. bis zum 97. postnatalen
Tag (etwa äquivalent beim Menschen von Neugeborenen bis zum Erwachsenen) tägliche Dosen von
Entrectinib. Zusätzlich zu Wirkungen auf das ZNS, Ptose und Wirkungen auf die Haut wurdenwährend der Dosierungs- und der Regenerationsphasen verringerte Erythrozyten (RBC)-Parameterund Wirkungen auf Wachstum und Entwicklung beobachtet, darunter verminderte Gewichtszunahmeund verzögerte sexuelle Reife (bei ≥ 4 mg/kg/Tag, etwa 0,1-mal der menschlichen Exposition,gemessen anhand der AUC bei der empfohlenen Dosis). Defizite in neurologischen
Verhaltensuntersuchungen, einschließlich Functional Observational Battery (FOB), (verminderte
Fußspreizung beim Landen, verminderte Greifkraft der Vorder- und Hintergliedmaßen, die sich späterim Alter zu manifestieren schien) sowie Lernen und Gedächtnis (bei ≥ 8 mg/kg/Tag, etwa 0,2-mal dermenschlichen Exposition, gemessen anhand der AUC bei der empfohlenen Dosis) und verringerte
Femurlänge (bei ≥ 16 mg/kg/Tag, etwa 0,3-mal der menschlichen Exposition, gemessen anhand der
AUC bei der empfohlenen Dosis) wurden beobachtet.
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Weinsäure (E334)
Hochdisperses Siliciumdioxid (E551)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Natriumstearylfumarat
Mannitol (E421)
Magnesiumstearat (E470b)
FilmüberzugTitandioxid (E171)
Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(II,III)-oxid (E172)
Polyethylenglycol 3350
Polyvinylalkohol (partiell hydrolysiert)
Nicht zutreffend.
2 Jahre
Nicht über 30 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Rozlytrek filmüberzogenes Granulat ist in einem Beutel aus einer PET/Alu/PE-Laminatfolie verpackt.
Jede Packung enthält 42 Beutel.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
EU/1/20/1460/003
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 31. Juli 2020
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Mai 2024
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.