Angewendet bei: chronische spontane Urtikaria
Substanz: Remibrutinib (Bruton-Tyrosinkinase-(BTK)-Inhibitor)
ATC: L04AA60 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Selektive Immunsuppressiva)
Remibrutinib ist ein Arzneimittel für Erwachsene mit chronischer spontaner Urtikaria. Dabei treten wiederholt Quaddeln, Juckreiz und manchmal Schwellungen ohne klaren Auslöser auf und bestehen länger als sechs Wochen. Es wird eingesetzt, wenn H1-Antihistaminika die Beschwerden nicht ausreichend kontrollieren.
Der Wirkstoff blockiert die Bruton-Tyrosinkinase (BTK), ein Enzym, das an der Aktivierung von Zellen beteiligt ist, die Histamin und andere Entzündungsstoffe freisetzen. Dadurch können Juckreiz, Quaddeln und Schwellungen abnehmen. Remibrutinib ist kein Notfallmittel bei Anaphylaxie; bei schweren allergischen Reaktionen gilt der individuelle Notfallplan.
Remibrutinib wird als Tablette eingenommen, üblicherweise zweimal täglich. Die Behandlung kann länger dauern, aber der Arzt bewertet regelmäßig den Nutzen und kann sie beenden, wenn nach einigen Monaten keine ausreichende Besserung erreicht wird. Schlucken Sie die Tabletten wie verordnet und ändern Sie die Dosis nicht eigenständig.
Mögliche Nebenwirkungen sind Infektionen der oberen Atemwege, Erkältung oder grippeähnliche Beschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauch- oder Rückenschmerzen und Fieber. Blutergüsse, Blutungen und Herpesinfektionen können auftreten. Informieren Sie den Arzt bei Blutverdünnern, Leberproblemen, geplanter Operation, Schwangerschaftsplanung oder Stillzeit.
Rhapsido 25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 25 mg Remibrutinib.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette)
Hellgelbe, runde, gewölbte Filmtablette mit einem Durchmesser von 6,7 mm bis 7,6 mm, mit der
Prägung 'LV“ auf der einen Seite und dem Firmenlogo auf der anderen Seite.
Rhapsido wird angewendet zur Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria (csU) bei
Erwachsenen mit unzureichendem Ansprechen auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika.
Die Behandlung sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlungder chronischen spontanen Urtikaria haben.
DosierungDie empfohlene Dosis von Remibrutinib beträgt 25 mg oral zweimal täglich, einmal morgens undeinmal abends.
Wenn ein Patient die Einnahme einer oder mehrerer Dosen von Remibrutinib versäumt, soll der
Patient angewiesen werden, die nächste Dosis zum regulär geplanten Zeitpunkt einzunehmen.
Zusätzliche Dosen von Remibrutinib sollen nicht eingenommen werden, um die versäumte Dosis oderdie versäumten Dosen auszugleichen.
Die Notwendigkeit einer Fortführung der Therapie ist durch die verordnenden Ärzte in regelmäßigen
Abständen zu überprüfen. Es sollte in Erwägung gezogen werden, die Behandlung bei Patientenabzubrechen, die nach 24 Wochen auf die Behandlung der csU nicht angesprochen haben.
Unterbrechung der Behandlung
Abhängig von der Art der Operation und dem Blutungsrisiko wird empfohlen, die Einnahme von
Remibrutinib für 3 bis 7 Tage vor und für 3 bis 7 Tage nach einer Operation zu unterbrechen (siehe
Abschnitte 4.4, 4.5 and 4.8).
Besondere PatientengruppenBei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Esliegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Remibrutinib bei Patienten über 65 Jahren vor.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich. Remibrutinib wird nicht zur Anwendung bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheRhapsido sollte nicht bei Säuglingen und Kindern unter 6 Jahren angewendet werden, da die
Auswirkungen auf die Reifung der humoralen Immunität (z. B. Bildung von schützenden
Immunglobulinen und B-Gedächtniszellen) nicht bekannt sind.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Remibrutinib bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis18 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Remibrutinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Patienten sind anzuweisen, die
Tablette im Ganzen mit Wasser zu schlucken. Die Tabletten dürfen nicht zerteilt, zerstoßen oderzerkaut werden, um sicherzustellen, dass die gesamte Dosis korrekt verabreicht wird.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Risiko von Blutungen
Bei Patienten, die mit Remibrutinib behandelt wurden, sind leichte bis mittelschwere mukokutane
Blutungen aufgetreten. Die am häufigsten gemeldeten Ereignisse waren Blutergüsse, wie Petechienund Kontusionen (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten, die Antithrombotika zusammen mit Remibrutinib erhalten, kann ein erhöhtes
Blutungsrisiko bestehen. Die Risiken und der Nutzen bei gleichzeitiger Verabreichung von
Antithrombotika mit Remibrutinib müssen gegeneinander abgewogen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die Patienten sollten angewiesen werden, einen Arzt aufzusuchen, wenn Anzeichen und Symptomeauftreten, die auf eine signifikante Blutung hindeuten. Bei Verdacht auf signifikante Blutungen solltedie Behandlung mit Remibrutinib unterbrochen werden. Nach Abklingen der Blutung kann die
Behandlung wieder aufgenommen werden, wenn zu erwarten ist, dass der Nutzen das Risikoüberwiegt.
Eine Unterbrechung der Behandlung mit Remibrutinib wird für 3 bis 7 Tage vor und für 3 bis 7 Tagenach der Operation empfohlen, je nach Art der Operation und des Blutungsrisikos (siehe
Abschnitt 4.2).
ImpfungenDie Sicherheit von Remibrutinib in Verbindung mit Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten
Lebendimpfstoffen wurde nicht untersucht. Eine Impfung mit Lebend- oder abgeschwächten
Lebendimpfstoffen wird daher während der Behandlung mit Remibrutinib nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.5).
Die Sicherheit von Remibrutinib mit Nicht-Lebendimpfstoffen wurde untersucht, daher können Nicht-
Lebendimpfstoffe während der Behandlung mit Remibrutinib verabreicht werden. Um die
Immunantwort auf Nicht-Lebendimpfstoffe zu optimieren, sollte eine Unterbrechung der
Remibrutinib-Behandlung in Betracht gezogen werden (von 1 Woche vor der geplanten Impfung bis2 Wochen nach der Impfung) (siehe Abschnitt 4.5).
WechselwirkungenRemibrutinib ist ein Substrat des Enzyms Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4), daher besteht ein
Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die durch
CYP3A4 metabolisiert werden oder die Aktivität von CYP3A4 modulieren (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren erhöht die Remibrutinib-Expositionund kann folglich das Risiko für Nebenwirkungen von Remibrutinib erhöhen. Die gleichzeitige
Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren muss vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung mit mäßigen oder starken CYP3A4-Induktoren verringert die
Remibrutinib-Exposition und kann folglich die Wirksamkeit von Remibrutinib verringern. Diegleichzeitige Anwendung mit mäßigen oder starken CYP3A4-Induktoren muss vermieden werden(siehe Abschnitt 4.5).
Es wird empfohlen, Patienten häufiger auf mögliche Nebenwirkungen zu überwachen, wenn
Remibrutinib zusammen mit Substraten des P-Glykoproteins (P-gp) und des Breast Cancer Resistance
Proteins (BCRP) mit geringem therapeutischen Index angewendet wird (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Remibrutinib wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert.
Wirkstoffe, die die Blutkonzentration von Remibrutinib erhöhen können
CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung von Remibrutinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren muss vermiedenwerden. Die gleichzeitige Anwendung von Ritonavir, einem starken CYP3A4-/P-gp-Inhibitor, führtezu einem 4,3-fachen Anstieg der Area under the curve (AUC) und zu einem 3,3-fachen Anstieg der
Cmax von Remibrutinib.
Wirkstoffe, die die Blutkonzentration von Remibrutinib reduzieren können
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Anwendung von Remibrutinib mit starken oder mäßigen CYP3A4-Induktoren mussvermieden werden. Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin (starker bis mäßiger CYP3A4-
Induktor) reduzierte die Exposition von Remibrutinib im Blut um 74 % (Cmax) und 78 % (AUC).
Wirkstoffe, deren Plasmakonzentrationen durch Remibrutinib verändert werden können
Transporter-Substrate/Inhibitoren
Es wird empfohlen, die Patienten bei gleichzeitiger Anwendung von Remibrutinib und P-gp- sowie
BCRP-Substraten mit geringem therapeutischen Index häufiger auf mögliche Nebenwirkungen zuüberwachen, insbesondere wenn minimale Konzentrationsveränderungen zu Nebenwirkungen führenkönnen. Die gleichzeitige Anwendung von Digoxin (ein P-gp-Substrat mit geringem therapeutischen
Index) und Remibrutinib führte zu einem 1,4-fachen Anstieg der AUC und einem 2,1-fachen Anstiegder Cmax von Digoxin. Die gleichzeitige Anwendung von Rosuvastatin (einem BCRP-Substrat ohnegeringem therapeutischen Index) und Remibrutinib führte zu einem 1,7-fachen Anstieg der AUC undeinem 1,6-fachen Anstieg der Cmax von Rosuvastatin.
In einer Studie zu Arzneimittelwechselwirkungen führte der Einfluss der Anwendung von
Remibrutinib (100 mg zweimal täglich) auf die Pharmakokinetik von Midazolam (einem sensitivem
CYP3A4-Substrat) zu einem Anstieg der AUC um 43 % und einem Anstieg der Cmax von Midazolamum 27 %. Die Wirkung der klinischen Dosis von Remibrutinib (25 mg zweimal täglich) wurde nichtuntersucht und könnte sich davon unterscheiden. Remibrutinib sollte nicht bei gleichzeitiger
Verabreichung von CYP3A4-Substraten mit geringen therapeutischen Indizes (z. B. Ciclosporin,
Tacrolimus, Digoxin, Warfarin, Carbamazepin) angewendet werden.
Orale KontrazeptivaBei der gleichzeitigen Anwendung von Remibrutinib mit oralen Kontrazeptiva, die Ethinylestradiolund Levonorgestrel (CYP3A4-Substrate) enthalten, wird kein negativer Einfluss auf die Wirksamkeitvon Kontrazeptiva erwartet, da deren Exposition bei gleichzeitiger Anwendung von Remibrutinib100 mg zweimal täglich nicht vermindert war (1,28- bzw. 1,36-fache Erhöhung der Cmax und 1,16-bzw. 1,39-fache Erhöhung der AUC).
Auswirkung von Remibrutinib auf die Immunantwort auf Impfstoffe
Es liegen keine Daten über die Wirkungen von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten
Lebendimpfstoffen bei Patienten vor, die Remibrutinib erhalten. Diese Impfstoffe sollten nichtgleichzeitig mit Remibrutinib angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Basierend auf einer Studie zur Immunantwort auf Impfungen an gesunden Probanden können Nicht-
Lebendimpfstoffe während der Behandlung mit Remibrutinib verabreicht werden. Um die
Immunantwort auf Nicht-Lebendimpfstoffe zu optimieren, sollte eine Unterbrechung der Behandlungmit Remibrutinib (1 Woche vor einer geplanten Impfung bis 2 Wochen nach der Impfung) in Betrachtgezogen werden.
Studie zur Immunantwort auf Impfungen
In einer placebokontrollierten Studie an gesunden Probanden, die Remibrutinib 100 mg zweimaltäglich erhielten, wurde die Immunantwort auf Nicht-Lebendimpfstoffe nicht signifikantbeeinträchtigt, wenn Remibrutinib für 1 Woche vor bis 2 Wochen nach der Impfung unterbrochenwurde. Die gleichzeitige Behandlung mit Remibrutinib war jedoch mit einer 60%igen Verringerungder Ansprechraten auf den T-Zell-unabhängigen Polysaccharid-Impfstoff PPV23, einer 21%igen
Verringerung der IgG-Antwort auf den Schlitzschnecken-Hämocyanin (keyhole limpet haemocyanin,
KLH)-Impfstoff (T-Zell-abhängiges Neoantigen), vergleichbaren Ansprechraten (1%ige bis 14%ige
Verringerung) für 3 der 4 Antigene im Influenza-Impfstoff (T-Zell-abhängig) und einer 27%igen
Verringerung für 1 der 4 Influenza-Antigene verbunden.
Auswirkung von Remibrutinib auf Antithrombotika
Es liegen keine Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Remibrutinib mit Antikoagulanzien vor. Die
Risiken und Vorteile einer gleichzeitigen Anwendung von Antithrombotika mit Remibrutinib müssenabgewogen werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 and 4.8).
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Sexuell aktive Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Remibrutinib undfür mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode (Methoden, beidenen die Schwangerschaftsrate unter 1 % liegt) anwenden. Frauen im gebärfähigen Alter sind daraufhinzuweisen, dass tierexperimentelle Studien gezeigt haben, dass Remibrutinib für den sichentwickelnden Fötus schädlich ist (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Remibrutinib bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Die
Anwendung von Rhapsido während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Remibrutinib/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit
Remibrutinib und für 1 Woche nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkung von Remibrutinib auf die Fertilität beim Menschen vor. Eswurden keine negativen Auswirkungen auf die Fertilität an männlichen und weiblichen Rattenbeobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Rhapsido hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Infektionen der oberen Atemwege (14,7 %) wie
Nasopharyngitis (6,6 %) und Influenza (2,5 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind entsprechend der MedDRA-Systemorganklasse aufgelistet. Innerhalb jeder
Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen entsprechend ihrer Häufigkeit aufgeführt, wobei die amhäufigsten vorkommenden Nebenwirkungen zuerst aufgeführt sind. Darüber hinaus wird die jeweilige
Häufigkeitskategorie für jede Nebenwirkung wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000);nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1 Nebenwirkungen*
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Infektionen der oberen Atemwege1 Sehr häufig
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHerpesvirus-Infektionen2 Häufig
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Häufig
Bluterguss Häufig
Petechien Häufig
Kontusion3 Häufig
Ekchymose Häufig
Purpura Gelegentlich
GefäßerkrankungenBlutung Häufig
Hämaturie Häufig
Epistaxis Gelegentlich
Bindehautblutung Gelegentlich
Zahnfleischbluten Gelegentlich
Übelkeit Häufig
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsAbdominalschmerzen Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und
Rückenschmerzen Häufig
Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und
Pyrexie Häufig
Beschwerden am Verabreichungsort
* 24-wöchige placebokontrollierte Phase-III-Studien in der csU1 Infektionen der oberen Atemwege umfassen bevorzugte Begriffe: Infektion der oberen Atemwege, akute
Sinusitis, chronische Sinusitis, H1N1-Influenza, Influenza, Laryngitis, Nasopharyngitis, Pharyngitis,
Streptokokken-Pharyngitis, Pharyngotonsillitis, Rhinitis, Sinusitis, Tonsillitis, bakterielle Tonsillitis,bakterielle Infektion der oberen Atemwege, virale Infektion der oberen Atemwege2 Herpesvirus-Infektionen umfassen die bevorzugten Begriffe: Herpes simplex, Herpes zoster, oraler Herpes3 Kontusion umfasst die bevorzugten Begriffe: Kontusion, erhöhte Neigung zu Blutergüssen, Hämatom
Das Sicherheitsprofil von Remibrutinib bei Patienten, die in REMIX-1 und REMIX-2 bis zu52 Wochen lang behandelt wurden, entsprach den in Tabelle 1 berichteten Nebenwirkungen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenMukokutane Blutungsereignisse
In der 24-wöchigen placebokontrollierten, doppelblinden Behandlungsphase des gepoolten
Datensatzes (Phase-III-Studien REMIX-1 und REMIX-2) traten mukokutane Blutungsereignisse(aufgelistet in Tabelle 1 unter Gefäßerkrankungen) bei 7,8 % der mit Remibrutinib behandelten
Patienten auf. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren im Zusammenhang mit
Blutergüssen: Petechien (3,8 %) und Kontusionen (2,3 %). Insgesamt waren bei Patienten, die mit
Remibrutinib behandelt wurden, 92,0 % dieser Nebenwirkungen leicht und 8,0 % mittelschwer. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 25 Tage und die mediane Dauer 22 Tage. Alle Fälle klangenspontan ohne zusätzliche Behandlung ab. Es wurde kein Zusammenhang zwischen mukokutanen
Blutungsereignissen und niedrigen Thrombozytenzahlen beobachtet. Die gleichzeitige Anwendungvon Remibrutinib mit Antikoagulanzien war in klinischen Studien nicht zulässig, aber diegleichzeitige Anwendung mit Thrombozytenaggregationshemmern (Acetylsalicylsäure[≤ 100 mg/Tag] oder Clopidogrel [≤ 75 mg/Tag]) war zulässig (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Bei Patienten, die mit Remibrutinib behandelten wurden, traten mukokutane Blutungen auf, die bei0,5 % zum Absetzen von Remibrutinib und bei 1,0 %, zur Unterbrechung der Behandlung mit
Remibrutinib führten (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.5).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In den klinischen Phase-I-Studien gab es bei Dosen von bis zu 600 mg Remibrutinib pro Tag keine
Hinweise auf dosislimitierende unerwünschte Ereignisse. Anzeichen und Symptome einer
Überdosierung von Remibrutinib wurden nicht festgestellt, und es gibt keine spezifische Behandlungfür eine Überdosierung von Remibrutinib.
Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient symptomatisch behandelt und bei Bedarfunterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, selektive Immunsuppressiva, ATC-Code:
L04AA60
WirkmechanismusRemibrutinib ist ein selektiver Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor, der eine kovalente Bindung miteinem Cysteinrest im aktiven Zentrum von BTK bildet. Dies führt zu einer dauerhaften Inaktivierungder BTK. Die therapeutische Wirkung von Remibrutinib bei csU wird durch die Hemmung der
Degranulation von Mastzellen und Basophilen erreicht, einschließlich der Freisetzung von Histaminund anderen proinflammatorischen Mediatoren, die durch pathogenes IgE oder IgG, das gegen FcεRIoder IgE gerichtet ist, vermittelt wird.
Pharmakodynamische WirkungenDie Auswirkungen von Remibrutinib auf die Verlängerung des QTc-Intervalls wurden mittels
Konzentrations-QTc-Analyse prognostiziert. Die obere Grenze des 90%-Konfidenzintervalls für dievorhergesagte mittlere Änderung des QTcF lag unter 10 ms bei der erwarteten Cmax beisupratherapeutischer Exposition. Daher ist bei therapeutischer Dosierung von Remibrutinib keineklinisch signifikante Verlängerung des QTcF-Intervalls zu erwarten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von Remibrutinib wurden in zwei identischen, multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien (REMIX-1 und REMIX-2) beierwachsenen Patienten mit csU untersucht, die trotz Behandlung mit H1-Antihistaminika der zweiten
Generation symptomatisch blieben.
In den Studien REMIX-1 und REMIX-2 wurden die Patienten im Verhältnis 2:1 randomisiert underhielten während der doppelblinden Behandlungsphase 24 Wochen lang entweder 25 mg
Remibrutinib oder Placebo zweimal täglich oral. Anschließend folgte eine 28-wöchige offene
Behandlungsphase, in der alle Patienten zweimal täglich 25 mg Remibrutinib erhielten.
In REMIX-1 und REMIX-2 wurden insgesamt 925 erwachsene csU-Patienten mit unzureichendem
Ansprechen trotz Behandlung mit einer Standarddosis eines H1-Antihistaminikums der zweiten
Generation aufgenommen, definiert durch das Vorhandensein von Juckreiz und Nesselsucht für ≥ 6aufeinanderfolgende Wochen. Alle Patienten mussten in den 7 Tagen vor der Randomisierung einenwöchentlichen Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS7) von ≥ 16 (Bereich 0 bis 42), einen wöchentlichen
Score für den Schweregrad des Juckreizes (ISS7) von ≥ 6 (Bereich 0 bis 21) und einen wöchentlichen
Score für den Schweregrad der Nesselsucht (HSS7) von ≥ 6 (Bereich 0 bis 21) aufweisen. Zusätzlichdurften alle Patienten, die eine stabile Dosis eines H1-Antihistaminikums der zweiten Generationerhielten (Hintergrundtherapie), bei Bedarf ein weiteres H1-Antihistaminikum der zweiten Generationin einer Dosierung bis zum 4-Fachen der Standarddosis einnehmen (Notfalltherapie). Patientenwurden von diesen Studien ausgeschlossen, wenn sie Anzeichen einer klinisch signifikanten Herz-
Kreislauf-Erkrankung, ein signifikantes Blutungsrisiko, Gerinnungsstörungen, eine anhaltende,chronische oder rezidivierende Infektion, eine chronische oder akute Lebererkrankung mit Anzeicheneiner anhaltenden Hepatitis C oder B, eine Nierenerkrankung in der Vorgeschichte, gastrointestinale
Blutungen in der Vorgeschichte oder eine maligne Erkrankung in der Vorgeschichte in den letzten5 Jahren hatten.
Die demografischen Daten und die Charakteristika zur Baseline waren im Allgemeinen zwischen allen
Gruppen ausgewogen. In REMIX-1 und REMIX-2 betrug das mediane Alter 45 Jahre (Spanne: 18-79 Jahre) bzw. 41 Jahre (Spanne: 18-81 Jahre), wobei 9,6 % bzw. 7,7 % ≥ 65 Jahre und 68,3 % bzw.
65,3 % der Patienten weiblich waren. Die Patienten hatten einen mittleren UAS7 von 30,28 bzw.
29,99, einen mittleren ISS7 von 14,59 bzw. 14,15 und einen mittleren HSS7 von 15,69 bzw. 15,84.
Zur Baseline hatten 63,4 % bzw. 59,1 % der Patienten eine schwere Erkrankung (UAS7 ≥ 28) und35,1 % bzw. 38,7 % hatten eine mittelschwere Erkrankung (UAS7 > 16 und < 28). 51,7 % bzw.
46,6 % der Patienten in REMIX-1 bzw. REMIX-2 hatten bereits zuvor ein Angioödem. 68,1 % bzw.
69,2 % der Patienten in REMIX-1 bzw. REMIX-2 hatten zuvor noch kein Anti-IgE-Biologikumerhalten. Das am häufigsten zuvor verwendete Anti-IgE-Biologikum war Omalizumab (19,5 % in
REMIX-1 und 19,0 % in REMIX-2).
Die mittlere berichtete Dauer der csU bei Aufnahme in die Studie betrug in allen Behandlungsgruppen6,6 bzw. 5,2 Jahre in REMIX-1 bzw. REMIX-2, wobei bei 39,4 % bzw. 29,5 % der Patienten die
Dauer der csU > 5 Jahre betragen hatte.
Der primäre Endpunkt der zulassungsrelevanten Studien war:
* absolute Veränderung des UAS7 gegenüber Baseline in Woche 12.
Die sekundären Endpunkte für die zulassungsrelevanten Studien waren:
* absolute Veränderung des ISS7 und HSS7 gegenüber Baseline in Woche 12
* Anteil der Patienten mit gut kontrollierter Erkrankung (UAS7 ≤ 6) in Woche 2 und 12
* Anteil der Patienten mit vollständigem Fehlen von Juckreiz und Nesselsucht (UAS7 = 0) in
Woche 12
* Anteil der Patienten mit einem dermatologischen Lebensqualitätsindex (DLQI) Score = 0-1(ja/nein) in Woche 12
* Anzahl der Wochen mit anhaltender Kontrolle der Krankheitsaktivität (UAS7 ≤ 6) bis
Woche 12
* Anzahl der Angioödem-freien Wochen (wöchentlicher Angioödem-Aktivitäts-Score[AAS7] = 0) bis Woche 12
Klinisches AnsprechenSowohl in REMIX-1 als auch in REMIX-2 wurden die primären und alle sekundären Endpunkteerreicht und zeigten statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserungen der Juckreiz- und
Nesselsucht-Symptome bei Patienten, die mit Remibrutinib behandelt wurden, im Vergleich zu
Patienten, die Placebo erhielten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 und Abbildung 1 aufgeführt.
Tabelle 2 Wirksamkeitsergebnisse aus REMIX-1 und REMIX-2 in Woche 12a,b
REMIX-1 REMIX-2
Remibrutinib Placebo Remibrutinib Placebo(N = 309) (N = 153) (N = 297) (N = 153)
Veränderung des UAS7 in Woche 12 gegenüber Baseline
LS-Mittelwert (SE) CFB -20,02 (0,716) -13,79 (0,980) -19,41 (0,702) -11,73 (0,948)
LS-Mittelwert (SE) CFB--6,22 (1,136) -7,68 (1,136)
Differenz vs. Placebo95%-KI der Differenz -8,45; -4,00 -9,91; -5,46p-Wert < 0,001 < 0,001
Veränderung des ISS7 in Woche 12 gegenüber Baseline
LS-Mittelwert (SE) CFB -9,52 (0,343) -6,89 (0,470) -8,95 (0,335) -5,72 (0,454)
LS-Mittelwert (SE) CFB--2,63 (0,544) -3,23 (0,545)
Differenz vs. Placebo95%-KI der Differenz -3,70; -1,56 -4,29; -2,16p-Wert < 0,001 < 0,001
Veränderung des HSS7 in Woche 12 gegenüber Baseline
LS-Mittelwert (SE) CFB -10,47 (0,401) -6,86 (0,548) -10,47 (0,394) -6,00 (0,531)
LS-Mittelwert (SE) CFB--3,61 (0,635) -4,47 (0,634)
Differenz vs. Placebo95%-KI der Differenz -4,85; -2,36 -5,71; -3,23p-Wert < 0,001 < 0,001
Anteil der Patienten mit UAS7 ≤ 6 in Woche 2n (%) 104 (33,7) 5 (3,3) 89 (30,0) 9 (5,9)
Differenz Behandlungsarme vs.30,20 24,55
Placebo(95%-KI) 24,30; 36,10 18,31; 30,80p-Wert < 0,001 < 0,001
Anteil der Patienten mit UAS7 ≤ 6 in Woche 12n (%) 154 (49,8) 38 (24,8) 139 (46,8) 30 (19,6)
Differenz Behandlungsarme vs.25,44 27,61
Placebo(95%-KI) 16,48; 34,39 19,14; 36,08p-Wert < 0,001 < 0,001
Anteil der Patienten mit UAS7 = 0 in Woche 12n (%) 96 (31,1) 16 (10,5) 83 (27,9) 10 (6,5)
Differenz Behandlungsarme vs.20,55 21,60
Placebo(95%-KI) 13,35; 27,75 15,10; 28,10p-Wert < 0,001 < 0,001
Anteil der Patienten mit DLQI-Ansprechen = 0-1 in Woche 12n (%) 120 (39,0) 34 (22,2) 106 (35,7) 28 (18,3)
Differenz Behandlungsarme vs.17,65 18,21
Placebo(95%-KI) 9,14; 26,16 9,96; 26,45p-Wert < 0,001 < 0,001
Kumulative Anzahl der Wochen mit UAS7 ≤ 6 zwischen Baseline und Woche 12
LS-Mittelwert (SE) 5,17 (0,414) 1,92 (0,241) 4,50 (0,464) 1,38 (0,216)
Rate ratio 2,69 3,26(95%-KI) (2,01; 3,61) (2,26; 4,71)p-Wert < 0,001 < 0,001
REMIX-1 REMIX-2
Remibrutinib Placebo Remibrutinib Placebo(N = 309) (N = 153) (N = 297) (N = 153)
Kumulative Anzahl der Wochen mit AAS7 = 0 zwischen Baseline und Woche 12
LS-Mittelwert (SE) 8,43 (0,274) 6,72 (0,330) 8,81 (0,308) 6,68 (0,343)
Rate ratio 1,25 1,32(95%-KI) (1,12; 1,41) (1,17; 1,49)p-Wert < 0,001 < 0,001
LS-Mittelwert: Mittelwert der kleinsten Quadrate (Least Squares), SE: Standardfehler (standard error),
CFB: Veränderung gegenüber Baseline (change from baseline), KI: Konfidenzintervall, p-Wert: einseitiger p-
Wert, UAS7: wöchentlicher Urtikaria-Aktivitäts-Score, ISS7: wöchentlicher Score für den Schweregrad des
Juckreizes, HSS7: wöchentlicher Score für den Schweregrad der Nesselsucht, DLQI: Dermatologischer
Lebensqualitätsindex, AAS7: wöchentlicher Angioödem-Aktivitäts-Score.a Alle Endpunkte mit nominalem einseitigem p < 0,001b Ein Endpunkt von Woche 2 (alle anderen Endpunkte beziehen sich auf Woche 12)
Abbildung 1 Mittlere Veränderung des UAS7-Werts gegenüber Baseline bis Woche 12 in
REMIX-1 und REMIX-2 (Beobachtungsdaten)
REMIX-1 REMIX-2
Wochen nach Baseline Wochen nach Baseline
Remibrutinib 25 mg b.i.d. (N = 309) Placebo (N = 153) Remibrutinib 25 mg b.i.d. (N = 297) Placebo (N = 153)b.i.d. = zweimal täglich
Subgruppenanalysen zeigten einen übereinstimmenden Behandlungsvorteil von Remibrutinibgegenüber Placebo über alle Subgruppen hinweg einschließlich vorheriger Anwendung von Anti-IgE-
Biologika und IgE-Gesamtspiegel.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Rhapsido eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in csUgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Remibrutinib wird schnell resorbiert und erreicht bei allen untersuchten Dosen (0,5 mg bis 600 mg)etwa 1 Stunde nach Dosisgabe die Cmax im Blut. Es wird von einer nahezu vollständigen Resorptionausgegangen (86,9 %). Die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 33,8 %.
Einfluss von NahrungsmittelnBei Einnahme von Remibrutinib mit einer fettreichen Mahlzeit im Vergleich zum Nüchternzustanderhöhte sich die AUC von Remibrutinib um 33 % und die Cmax verringerte sich um 5 %. Remibrutinibkann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Veränderung des UAS7 gegenüber Baseline(Mittelwert mit Standardfehlerbalken)
Veränderung des UAS7 gegenüber Baseline(Mittelwert mit Standardfehlerbalken)
VerteilungRemibrutinib wird mit einem Blut-Plasma-Verhältnis von 0,813 leicht an Blutzellen verteilt. Die
Plasmaproteinbindung beträgt 95,4 % und ist nicht konzentrationsabhängig. Basierend auf gepoolten
Daten aus populationspharmakokinetischen (PopPK) Analysen betrug das Verteilungsvolumen im
Steady State 58 Liter (zentrales Kompartiment) bzw. 1 180 Liter (peripheres Kompartiment).
BiotransformationRemibrutinib wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert, was zur Bildung von 18 inaktiven
Metaboliten führt, die alle in geringen Mengen im Blutkreislauf vorhanden sind. Remibrutinib war dieam häufigsten vorkommende Substanz im Blut (16,7 %).
In-vitro-StudienDer In-vitro-CYP-Metabolismus wird überwiegend durch CYP3A4 gesteuert. In-vitro-Daten zeigten,dass Remibrutinib ein P-gp-Substrat ist.
EliminationRemibrutinib hat eine mittlere Eliminationshalbwertszeit zwischen 1 und 2 Stunden im Steady State.
Die mittlere scheinbare orale Clearance im Steady State (CLss/F), die durch die PopPK-Analysebestimmt wurde, beträgt 160 Liter/h. Nach intravenöser Verabreichung von 100 mg [14C]-
Remibrutinib betrug die Ausscheidung von Radioaktivität (Remibrutinib und Metabolite) etwa 72,9 %der verabreichten Dosis im Stuhl und 27,1 % im Urin. Die renale Ausscheidung von unverändertem
Remibrutinib nach oraler Gabe betrug weniger als 1 % der Dosis.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik von Remibrutinib im Steady State war im Bereich der Tagesgesamtdosis von10 bis 200 mg annähernd linear.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeBasierend auf klinischen pharmakokinetischen und pharmakodynamischen (PK/PD) Daten wurde die
Bindung an BTK im Blut auf ≥ 96 % geschätzt, was mit einer Verabreichung von 25 mg Remibrutinibzweimal täglich während des gesamten Tages aufrechterhalten wurde.
Besondere PatientengruppenEine PopPK-Analyse zeigte, dass Alter (18 bis 80 Jahre), Geschlecht (63,5 % Frauen, 36,5 %
Männer), ethnische Zugehörigkeit (59,3 % Nicht-Asiaten, 8,8 % Festlandchinesen, 12,2 % Japaner,19,7 % andere Asiaten) und Körpergewicht (39 bis 162 kg, Mittelwert 74,8 kg) keine klinischrelevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Remibrutinib haben.
NierenfunktionsstörungDie Auswirkungen einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Remibrutinib wurdenin keiner speziellen klinischen Studie untersucht. In einer PopPK-Analyse wurde kein klinischbedeutsamer Zusammenhang zwischen Nierenfunktionstests und der Pharmakokinetik von
Remibrutinib beobachtet. In der PopPK-Analyse gab es 19,3 %, 2,2 % bzw. 0,1 % der Probanden mitleichter, mittelschwerer bzw. schwerer Nierenfunktionsstörung.
LeberfunktionsstörungDie Cmax und die AUC von Remibrutinib im Steady State stiegen um das 1,85- bzw. das 2,15-Fachebei Probanden mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A), um das 1,65- bzw. das 2,07-
Fache bei Probanden mit moderater Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) und um das 1,99-bzw. 3,12-Fache bei Probanden mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) im
Vergleich zu Probanden mit normaler Leberfunktion nach einer oralen Dosis von 25 mg Remibrutinibzweimal täglich an. Es gab keine Veränderung in der Proteinbindung von Remibrutinib bei Patientenmit eingeschränkter Leberfunktion im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion (siehe
Abschnitt 4.2).
Kinder und JugendlicheEs wurden keine pharmakokinetischen Studien mit Remibrutinib bei Patienten unter 18 Jahrendurchgeführt.
Remibrutinib hemmte die primären Antikörperreaktionen in pharmakologischen Studien an
Nagetieren und verlängerte die Blutungszeit am Rattenschwanz bei hämostatischen Untersuchungen.
Diese Beobachtungen, die bei pharmakologisch und klinisch relevanten Expositionen auftraten,wurden in Betracht gezogen, mit den Wirkungen von Remibrutinib auf spezifische B-Zell- bzw.
Thrombozytenfunktionen zusammenzuhängen. Basierend auf den konventionellen Studien zur
Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, zum kanzerogenen
Potenzial und Phototoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den
Menschen erkennen.
ReproduktionstoxizitätIn Studien zur embryofetalen Entwicklung (Embryo-foetal development, EFD) an trächtigen
Kaninchen traten vermehrte äußere Missbildungen des Fötus (offene/eingetrübte Augen, kleiner
Kiefer, Hyperflexion der Vordergliedmaßen) und maternale Toxizität (vorübergehende reduzierte
Nahrungsaufnahme und unerwünschte klinische Symptome) bei etwa dem 141-Fachen derempfohlenen Höchstdosis für den Menschen (Maximum recommended human dose, MRHD) von25 mg zweimal täglich mit einer NOAEL(No Observed Adverse Effect Level)-basierten
Sicherheitsmarge von dem 23-Fachen der MRHD von 25 mg zweimal täglich auf Basis der AUC auf.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Befunde beim Fötus sekundär auf eine maternale Toxizitätzurückzuführen sind. Bei Ratten wurde kein Effekt auf EFD beobachtet, wobei die NOAEL-basierte
Sicherheitsmarge das 126-Fache in Bezug auf die Steady-State-AUC im Vergleich zur Exposition des
Menschen bei der MRHD betrug.
In einer Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung (Pre- and postnatal development, PPND) an
Ratten verursachte Remibrutinib unerwünschte Wirkungen bei Muttertieren (Sterblichkeit undklinische Anzeichen von Toxizität, leicht verlängerte Trächtigkeitsdauer) und Nachkommen bis zum
Laktationstag 1 (geringfügig höhere mittlere Anzahl totgeborener, toter oder nicht mehr auffindbarer
Jungtiere und kleinere mittlere Wurfgröße), mit einer NOAEL-basierten Sicherheitsmarge für
Muttertiere und Nachkommen von etwa dem 67-Fachen der MRHD von 25 mg zweimal täglichbasierend auf der AUC. Es wurden keine nachteiligen Auswirkungen auf die überlebenden
Nachkommen festgestellt, die sich bis ins Erwachsenenalter entwickelten.
In einer Fertilitätsstudie an Ratten hatte Remibrutinib keinen Einfluss auf die Fertilität bei weiblichenoder männlichen Ratten bis zu den maximal erreichbaren Expositionen, die 79- und 15-mal höherwaren als die MRHD von 25 mg zweimal täglich, basierend auf der AUC.
Mannitol (Ph.Eur.)
Mikrokristalline Cellulose
Copovidon
Croscarmellose-Natrium
Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)
Natriumdodecylsulfat
FilmüberzugPoly(vinylalkohol)
Macrogol 4000
Talkum
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Nicht zutreffend.
2 Jahre
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Rhapsido wird in Blistern aus PA/Al/PVC/Al (Polyamid/Aluminium/Polyvinylchlorid/Aluminium)mit Aluminiumfolie geliefert und ist in Packungen mit 30, 60 oder 180 Filmtabletten erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
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EU/1/26/2024/001-003
ZULASSUNG
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.