Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels REVATIO 20mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Revatio 20 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 20 mg Sildenafil (als Citrat).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Tablette enthält auch 0,7 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit der Kennzeichnung 'VLE“ auf der einen und 'RVT 20“auf der anderen Seite
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
ErwachseneBehandlung von erwachsenen Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) der WHO-
Funktionsklassen II und III zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Wirksamkeitkonnte nachgewiesen werden bei primärer PAH und bei pulmonaler Hypertonie in Verbindung miteiner Bindegewebskrankheit.
Kinder und JugendlicheBehandlung von pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis 17 Jahren mit pulmonaler arterieller
Hypertonie. Die Wirksamkeit konnte anhand der Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit oder derpulmonalen Hämodynamik nachgewiesen werden bei primärer PAH und bei pulmonaler Hypertonie in
Verbindung mit angeborenen Herzerkrankungen (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte nur durch einen Arzt eingeleitet und überwacht werden, der Erfahrung mit der
Behandlung von PAH hat. Im Falle einer klinischen Verschlechterung trotz einer Behandlung mit
Revatio sollten andere Formen der Behandlung in Erwägung gezogen werden.
DosierungErwachseneDie empfohlene Dosierung beträgt 20 mg dreimal täglich. Der Arzt sollte den Patienten, der eine
Einnahme von Revatio vergessen hat, anhalten, so bald wie möglich eine Dosis einzunehmen unddann mit der normalen Dosierung fortzufahren. Zum Ausgleichen einer vergessenen Einnahme solltendie Patienten keine doppelte Dosis einnehmen.
Kinder und Jugendliche (1 bis 17 Jahre)Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Jahr bis 17 Jahren beträgt die empfohlene Dosierung beieinem Körpergewicht ≤ 20 kg 10 mg dreimal täglich und bei einem Körpergewicht > 20 kg 20 mgdreimal täglich. Höhere als die empfohlenen Dosen sollten bei pädiatrischen Patienten mit PAH nichtangewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Die 20 mg-Tablette sollte nicht in Fällenangewendet werden, in denen 10 mg dreimal täglich bei jüngeren Patienten gegeben werden sollten.
Andere Darreichungsformen stehen für Patienten ≤ 20 kg und andere jüngere Patienten, die nicht inder Lage sind Tabletten zu schlucken, zur Verfügung.
Patienten, die zusätzlich weitere Arzneimittel anwendenGenerell sollte jede Dosisanpassung nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abschätzungvorgenommen werden. Wenn Sildenafil Patienten verabreicht wird, die bereits CYP3A4-Hemmer wie
Erythromycin oder Saquinavir erhalten, sollte eine Dosisreduktion auf zweimal täglich 20 mg erwogenwerden. Bei gleichzeitiger Gabe mit stärkeren CYP3A4-Hemmern wie Clarithromycin, Telithromycinund Nefazodon wird eine Dosisreduktion auf einmal täglich 20 mg empfohlen. Zur gleichzeitigen
Anwendung von Sildenafil mit den stärksten CYP3A4-Hemmern siehe Abschnitt 4.3. Beigleichzeitiger Gabe mit CYP3A4-Induktoren kann eine Dosisanpassung für Sildenafil notwendigwerden (siehe Abschnitt 4.5).
Spezielle PatientenpopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die anhand der 6-Minuten-Gehstreckegemessene klinische Wirksamkeit kann bei älteren Patienten verringert sein.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einschließlich solchen mit schwerer
Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist keine initiale Dosisanpassung erforderlich.
Nur wenn die Therapie nicht gut vertragen wird, sollte nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-
Bewertung eine Dosisreduktion auf 20 mg zweimal täglich erwogen werden.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klassen A und B) ist keine initiale
Dosisanpassung erforderlich. Nur wenn die Therapie nicht gut vertragen wird, sollte nach einersorgfältigen Nutzen-Risiko-Bewertung eine Dosisreduktion auf 20 mg zweimal täglich erwogenwerden.
Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) ist Revatiokontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Kinder und Jugendliche (Kinder unter 1 Jahr und Neugeborene)
Außerhalb der zugelassenen Indikationen darf Sildenafil nicht bei Neugeborenen mit persistierenderpulmonaler Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) angewendet werden, da das Risiko größer als der
Nutzen ist (siehe Abschnitt 5.1). Die Sicherheit und Wirksamkeit von Revatio bei Kindern unter 1 Jahrmit anderen Erkrankungen sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Absetzen der BehandlungAnhand bisheriger, limitierter Daten ist anzunehmen, dass ein plötzliches Absetzen von Revatiokeinen Rebound-Effekt mit einer Verschlechterung der PAH verursacht. Allerdings sollte zur
Vermeidung einer möglichen und plötzlichen klinischen Verschlechterung während des Absetzenseine allmähliche Dosisreduktion in Erwägung gezogen werden. Während des Absetzens wird eineengmaschigere Überwachung empfohlen.
Art der AnwendungRevatio ist nur zur oralen Anwendung bestimmt. Die Tabletten sollten in Abständen von etwa 6 bis8 Stunden mit oder unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
Gleichzeitige Gabe mit NO-Donatoren (wie Amylnitrit) oder Nitraten jeglicher Form aufgrund derhypotensiven Effekte von Nitraten (siehe Abschnitt 5.1)
Die Begleittherapie von PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie
Riociguat ist kontraindiziert, da es möglicherweise zu einer symptomatischen Hypotonie kommenkann (siehe Abschnitt 4.5).
Kombination mit den stärksten CYP3A4-Hemmern (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir) (siehe
Abschnitt 4.5)
Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie(NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, unabhängig davon, ob der Sehverlust miteiner vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhang stand oder nicht (siehe
Abschnitt 4.4)
Die Sicherheit von Sildenafil wurde bei folgenden Patientengruppen nicht untersucht und seine
Anwendung bei diesen Gruppen ist daher kontraindiziert:
- schwere Einschränkung der Leberfunktion
- kürzlich zurückliegender Schlaganfall oder Herzinfarkt
- ausgeprägte Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg) bei Behandlungsbeginn
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Wirksamkeit von Revatio bei Patienten mit schwerer PAH (Funktionsklasse IV) wurde bishernicht untersucht. Falls sich der klinische Zustand verschlechtert, sollten Therapien in Erwägunggezogen werden, die für ein schweres Stadium der Krankheit empfohlen werden (z. B. Epoprostenol)(siehe Abschnitt 4.2). Das Nutzen-Risiko-Profil von Sildenafil bei Patienten mit PAH der WHO-
Funktionsklasse I wurde nicht untersucht.
Studien mit Sildenafil wurden bei PAH in Verbindung mit primären (idiopathischen)
Bindegewebskrankheiten und mit angeborenen Herzerkrankungen durchgeführt (siehe Abschnitt 5.1).
Die Anwendung von Sildenafil bei anderen Formen der PAH wird nicht empfohlen.
In der pädiatrischen Langzeit-Anschlussstudie wurde bei Patienten, die höhere als die empfohlenen
Dosen erhielten, eine Zunahme von Todesfällen beobachtet. Deshalb sollten bei pädiatrischen
Patienten mit PAH höhere als die empfohlenen Dosen nicht angewendet werden (siehe auch
Abschnitte 4.2 und 5.1).
Retinitis pigmentosa
Die Sicherheit von Sildenafil wurde bei Patienten mit bekannter erblich bedingter degenerativer
Retinaerkrankung wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat einegenetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen) nicht untersucht und seine Anwendungkann daher nicht empfohlen werden.
Gefäßerweiternde Wirkung
Bei der Verordnung von Sildenafil sollen Ärzte sorgfältig abwägen, ob Patienten mit bestimmten
Grunderkrankungen durch die leichte bis mäßige gefäßerweiternde Wirkung von Sildenafilbeeinträchtigt werden könnten. Hierzu zählen beispielsweise Patienten mit Hypotonie, solche mit
Dehydratation, Patienten mit einer schweren Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts oderschwerer Einschränkung der autonomen Blutdruckkontrolle (siehe Abschnitt 4.4).
Kardiovaskuläre RisikofaktorenNach der Markteinführung von Sildenafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wurdenschwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, einschließlich Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris,plötzlichen Herztodes, ventrikulärer Arrhythmie, zerebrovaskulärer Blutung, transitorischerischämischer Attacke, Hypertonie und Hypotonie im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendungvon Sildenafil berichtet. Die meisten dieser Patienten hatten vorbestehende kardiovaskuläre
Risikofaktoren. Für viele Ereignisse wurde berichtet, dass sie während oder kurz nach dem
Geschlechtsverkehr auftraten, und für einige wenige, dass sie kurz nach der Anwendung von Sildenafilohne sexuelle Aktivität auftraten. Es ist nicht möglich zu beurteilen, ob diese Ereignisse direkt mit denkardiovaskulären Risikofaktoren oder mit anderen Faktoren in Zusammenhang stehen.
PriapismusEine Anwendung von Sildenafil bei Patienten mit anatomischen Penismissbildungen (wie etwa
Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa oder die Peyronie-Krankheit) sowie bei
Patienten mit für Priapismus prädisponierenden Erkrankungen (wie Sichelzellenanämie, Plasmozytom,
Leukämie) sollte mit entsprechender Vorsicht erfolgen.
Nach der Markteinführung wurden verlängerte Erektionen und Priapismus unter Sildenafil-
Behandlung berichtet. Falls eine Erektion länger als 4 Stunden anhält, sollte der Patient sofortmedizinische Hilfe suchen. Wird ein Priapismus nicht sofort behandelt, kann dies zu
Gewebeschädigung im Penis und dauerhaftem Potenzverlust führen (siehe Abschnitt 4.8).
Vaso-okklusive Krise bei Patienten mit SichelzellenanämieBei Patienten mit pulmonaler Hypertonie nach einer Sichelzellenanämie sollte Sildenafil nichtangewendet werden. In einer klinischen Studie wurden vaso-okklusive Krisen, die zu einer
Krankenhauseinweisung führten, bei den Patienten, die Revatio erhielten, häufiger berichtet als unter
Placebo, was zu einem vorzeitigen Abbruch dieser Studie führte.
SehstörungenIn Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern sind Fälle von
Sehstörungen spontan berichtet worden. Fälle von nicht arteriitischer anteriorer ischämischer
Optikusneuropathie, einer seltenen Erkrankung, sind in Zusammenhang mit der Einnahme von
Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern spontan und in einer Beobachtungsstudie berichtet worden(siehe Abschnitt 4.8). Im Falle jeglicher plötzlicher Sehstörungen sollte die Behandlung sofortabgebrochen und eine alternative Therapie in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.3).
AlphablockerWenn Patienten unter Alphablocker-Therapie Sildenafil erhalten, ist Vorsicht geboten, da einegleichzeitige Anwendung bei empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie führen kann(siehe Abschnitt 4.5). Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie möglichst gering zu halten,sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Behandlung mit Sildenafilhämodynamisch stabil eingestellt sein. Ärzte sollten die Patienten darüber aufklären, wie sie sich beim
Auftreten von Symptomen einer orthostatischen Hypotonie verhalten sollen.
BlutungsstörungenStudien an menschlichen Thrombozyten erbrachten Hinweise, dass Sildenafil die antiaggregatorische
Wirkung von Nitroprussid-Natrium in vitro verstärkt. Es liegen keine Daten über die Unbedenklichkeitder Anwendung von Sildenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzeravor. Daher sollte die Gabe von Sildenafil bei diesen Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-
Abwägung erfolgen.
Vitamin-K-AntagonistenBei Patienten mit PAH, insbesondere bei einer PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit,besteht bei Beginn einer Therapie mit Sildenafil unter laufender Behandlung mit einem Vitamin-K-
Antagonisten möglicherweise ein erhöhtes Blutungsrisiko.
VenenverschlusskrankheitFür die Anwendung von Sildenafil bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie in Verbindung mit einerpulmonalen Venenverschlusskrankheit liegen bisher keine Daten vor. Allerdings wurden für die
Anwendung von Vasodilatatoren (hauptsächlich Prostacyclin) bei solchen Patienten Fälle vonlebensbedrohlichen Lungenödemen beschrieben. Sollten daher bei der Anwendung von Sildenafil bei
Patienten mit pulmonaler Hypertonie Zeichen eines Lungenödems auftreten, ist an die Möglichkeiteiner Venenverschlusskrankheit zu denken.
Sonstige BestandteileDer Filmüberzug der Tabletten enthält Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären
Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten
Revatio nicht einnehmen.
Revatio 20 mg Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette. Patientenunter einer natriumarmen Diät können darüber informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu'natriumfrei“ ist.
Anwendung von Sildenafil zusammen mit BosentanDie Wirksamkeit von Sildenafil bei Patienten, die gleichzeitig Bosentan erhalten, wurde nichtabschließend nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Gleichzeitige Gabe von anderen PDE5-HemmernDie Sicherheit und Wirksamkeit von Sildenafil in Kombination mit anderen PDE5-Hemmern,einschließlich Viagra, sind bei PAH-Patienten nicht untersucht worden. Die Anwendung in dieser
Kombination wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkungen anderer Arzneimittel auf SildenafilIn-vitro-StudienDer Sildenafil-Metabolismus wird grundsätzlich durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4(Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitorendieser Isoenzyme herabgesetzt und durch Induktoren dieser Enzyme erhöht sein. Zu
Dosisempfehlungen siehe Abschnitte 4.2 und 4.3.
In-vivo-StudienDie gleichzeitige Gabe von oral appliziertem Sildenafil und intravenös appliziertem Epoprostenolwurde untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Die Wirksamkeit und Sicherheit bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil mit anderen Behandlungen der
PAH (z. B. Ambrisentan, Iloprost) wurden in kontrollierten klinischen Studien nicht untersucht. Daherist im Falle gleichzeitiger Gabe Vorsicht geboten.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sildenafil bei gleichzeitiger Gabe mit anderen PDE5-Inhibitorenwurden bei Patienten mit PAH nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.4).
Eine populationspharmakokinetische Analyse der Daten für alle Patientengruppen in klinischen
Studien bei PAH zeigte eine reduzierte Sildenafil-Clearance und/oder eine erhöhte orale
Bioverfügbarkeit von Sildenafil bei gemeinsamer Anwendung mit CYP3A4-Substraten und mit der
Kombination von CYP3A4-Substraten und Betablockern. Diese waren die einzigen Faktoren miteinem statistisch signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit PAH.
Die Plasma-AUC von Sildenafil war bei Patienten mit CYP3A4-Substraten und CYP3A4-Substratenplus Betablockern um 43 % bzw. 66 % höher als bei Patienten, die keine solchen Arzneimittelerhielten. Die Plasma-AUC von Sildenafil war bei einer Dosis von 80 mg dreimal täglich um das 5-
Fache höher als bei einer Dosis von 20 mg dreimal täglich. Dieser Konzentrationsbereich entsprichtder Erhöhung der Sildenafil-Exposition, die bei speziell konzipierten Interaktionsstudien mit
CYP3A4-Hemmern (mit Ausnahme der stärksten CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol,
Ritonavir) beobachtet wurden.
CYP3A4-Induktoren dürften einen erheblichen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sildenafil bei
Patienten mit PAH haben. Dies konnte in einer In-vivo-Interaktionsstudie mit dem CYP3A4-Induktor
Bosentan bestätigt werden.
Bei gesunden Freiwilligen führte die gleichzeitige Anwendung von zweimal täglich 125 mg Bosentan(einem mäßigen Induktor von CYP3A4, CYP2C9 und möglicherweise auch von CYP2C19) mitdreimal täglich 80 mg Sildenafil (im Steady State) über 6 Tage zu einer Verringerung der AUC von
Sildenafil um 63 %. Bei einer populationspharmakokinetischen Analyse von Sildenafil-Datenerwachsener PAH-Patienten in klinischen Studien, darunter eine 12-wöchige Studie zur Beurteilungder Wirksamkeit und Sicherheit von 20 mg Sildenafil oral dreimal täglich zusätzlich zu einer stabilen
Dosis von Bosentan (62,5 mg bis 125 mg zweimal täglich), zeigte sich eine Verminderung der
Sildenafil-Exposition unter der gleichzeitigen Gabe von Bosentan, ähnlich wie sie bei gesunden
Freiwilligen beobachtet wurde (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Bei Patienten, die gleichzeitig starke CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin, Phenytoin,
Phenobarbital, Johanniskraut und Rifampicin anwenden, muss die Wirksamkeit von Sildenafil genauüberwacht werden.
Die gleichzeitige Anwendung des HIV-Protease-Hemmers Ritonavir, eines hochpotenten P450-
Hemmstoffs, im Steady State (zweimal täglich 500 mg) mit Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkteeine 300%ige (4-fache) Steigerung der Cmax von Sildenafil und eine 1.000%ige (11-fache) Steigerungder Plasma-AUC von Sildenafil. Nach 24 Stunden betrugen die Sildenafil-Plasmaspiegel noch immeretwa 200 ng/ml im Vergleich zu etwa 5 ng/ml nach alleiniger Gabe von Sildenafil. Dies entspricht denausgeprägten Effekten von Ritonavir auf ein breites Spektrum von P450-Substraten. Aufgrund dieserpharmakokinetischen Ergebnisse ist die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil und Ritonavir bei
Patienten mit PAH kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung des HIV-Protease-Hemmers Saquinavir, eines CYP3A4-Hemmstoffs,im Steady State (dreimal täglich 1.200 mg) mit Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkte eine140%ige Steigerung der Cmax von Sildenafil und eine 210%ige Steigerung der Plasma-AUC von
Sildenafil. Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Saquinavir. Zu
Dosisempfehlungen siehe Abschnitt 4.2.
Bei Anwendung einer Einzeldosis von 100 mg Sildenafil gemeinsam mit Erythromycin, einemmäßigen CYP3A4-Hemmstoff, im Steady State (zweimal täglich 500 mg für 5 Tage) erhöhte sich diesystemische Sildenafil-Exposition (AUC) um 182 %. Zu Dosisempfehlungen siehe Abschnitt 4.2. Beigesunden männlichen Freiwilligen konnte kein Einfluss von Azithromycin (500 mg täglich über3 Tage) auf die AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder auf die sich daraus ergebende Halbwertszeitvon Sildenafil oder auf seinen Hauptmetaboliten im Kreislauf festgestellt werden. Eine
Dosisanpassung ist nicht notwendig. Cimetidin (800 mg), ein Cytochrom-P450-Hemmstoff und einunspezifischer CYP3A4-Hemmstoff, bewirkte eine 56%ige Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel,wenn es gesunden Freiwilligen gleichzeitig mit Sildenafil (50 mg) gegeben wurde. Eine
Dosisanpassung ist nicht notwendig.
Bei den stärksten CYP3A4-Hemmern wie beispielsweise Ketoconazol oder Itraconazol dürftenähnliche Effekte wie bei Ritonavir zu erwarten sein (siehe Abschnitt 4.3). Bei CYP3A4-Hemmern wiez. B. Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon wird erwartet, dass der Effekt zwischen dem von
Ritonavir und dem von CYP3A4-Hemmern wie z. B. Saquinavir oder Erythromycin liegt - manvermutet eine 7-fach höhere Exposition. Bei CYP3A4-Hemmern werden daher Dosisanpassungenempfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Eine populationspharmakokinetische Analyse der Daten für alle Patientengruppen mit PAH lässtvermuten, dass die gemeinsame Anwendung von Betablockern mit CYP3A4-Substraten zu einerzusätzlichen Erhöhung der Plasma-AUC von Sildenafil im Vergleich zu einer alleinigen Anwendungdes CYP3A4-Substrats führen könnte.
Grapefruitsaft ist ein schwacher Hemmstoff des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand und kanneine geringe Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel bewirken. Eine Dosisanpassung ist nichtnotwendig, die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil mit Grapefruitsaft wird jedoch nicht empfohlen.
Durch die Einmalgabe eines Antazidums (Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) wurde die
Bioverfügbarkeit von Sildenafil nicht beeinflusst.
Die gleichzeitige Anwendung von oralen Kontrazeptiva (Ethinylestradiol 30 µg und Levonorgestrel150 µg) hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sildenafil.
Nicorandil ist ein Wirkstoff, der gleichzeitig die Kaliumkanäle aktiviert und als Nitrat wirkt. Aufgrundder Nitratkomponente besteht die Möglichkeit einer schwerwiegenden Wechselwirkung mit Sildenafil(siehe Abschnitt 4.3).
Wirkungen von Sildenafil auf andere ArzneimittelIn-vitro-StudienSildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und3A4 (IC50 > 150 µM).
Es liegen keine Daten hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Sildenafil und unspezifischen
Phosphodiesteraseinhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol vor.
In-vivo-StudienBei gleichzeitiger Anwendung von Sildenafil (50 mg) zeigten sich keine signifikanten
Wechselwirkungen mit Tolbutamid (250 mg) oder mit Warfarin (40 mg), die beide durch CYP2C9verstoffwechselt werden.
Sildenafil hatte keine signifikante Wirkung auf die Plasma-AUC von Atorvastatin (AUC um 11 %erhöht), was vermuten lässt, dass Sildenafil keinen klinisch relevanten Effekt auf CYP3A4 hat.
Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) und Acenocoumarolbeobachtet.
Die durch Acetylsalicylsäure (150 mg) bewirkte Verlängerung der Blutungszeit wurde durch
Sildenafil (50 mg) nicht gesteigert.
Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol (maximale Blutalkoholspiegel im Mittel 80 mg/dl)wurde bei gesunden Probanden durch Sildenafil (50 mg) nicht verstärkt.
In einer Studie an gesunden Freiwilligen führte Sildenafil im Steady State (80 mg dreimal täglich) zueiner Erhöhung der AUC von Bosentan (125 mg zweimal täglich) um 50 %. Einepopulationspharmakokinetische Analyse der Daten aus einer Studie mit erwachsenen PAH-Patientenmit einer bestehenden Bosentan-Therapie (62,5 mg bis 125 mg zweimal täglich) ergab beigleichzeitiger Gabe von Sildenafil im Steady State (20 mg dreimal täglich) eine Erhöhung (20 %[KI 95 %: 9,8 bis 30,8]) der AUC von Bosentan, die geringer war als die bei gesunden Freiwilligenmit gleichzeitiger Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal täglich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
In einer Interaktionsstudie erhielten Hypertoniker Sildenafil (100 mg) zusammen mit Amlodipin. Eszeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks im Liegen um 8 mmHg systolisch und um7 mmHg diastolisch. Das Ausmaß dieser zusätzlichen Blutdrucksenkung war ähnlich der
Blutdrucksenkung, die nach alleiniger Anwendung von Sildenafil an gesunden Probanden beobachtetwurde.
In drei spezifischen Arzneimittelinteraktionsstudien wurden der Alphablocker Doxazosin (4 mg und8 mg) und Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) gemeinsam an Patienten mit benigner
Prostatahyperplasie (BPH) angewendet, die eine Therapie mit Doxazosin in stabiler Dosis erhielten.
Bei diesen Studienpopulationen zeigten sich mittlere zusätzliche Senkungen des systolischen unddiastolischen Blutdrucks im Liegen um 7/7 mmHg, 9/5 mmHg bzw. 8/4 mmHg und mittlerezusätzliche Senkungen des systolischen und diastolischen Blutdrucks im Stehen um 6/6 mmHg,11/4 mmHg bzw. 4/5 mmHg. Bei gleichzeitiger Anwendung von Sildenafil und Doxazosin an
Patienten mit stabil eingestellter Doxazosin-Dosis gab es gelegentlich Berichte über einesymptomatische orthostatische Hypotonie. Gemeldet wurden dabei Schwindel und Benommenheit,jedoch keine Synkope. Eine gleichzeitige Anwendung von Sildenafil bei Patienten mit Alphablocker-
Therapie kann bei empfindlichen Personen zu orthostatischer Hypotonie führen (siehe Abschnitt 4.4).
Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) hatte keinen Einfluss auf die Steady-State-Pharmakokinetik des HIV-
Protease-Hemmstoffs Saquinavir, der ein CYP3A4-Substrat/Hemmer ist.
Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel(siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von
Nitraten verstärkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren oder jeglichen
Nitraten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
RiociguatPräklinische Studien zeigten einen additiven Effekt auf die Senkung des systemischen Blutdrucks,wenn PDE5-Inhibitoren mit Riociguat kombiniert wurden. In klinischen Studien zeigte sich, dass
Riociguat den hypotensiven Effekt von PDE5-Hemmern verstärkt. Es gab keinen Hinweis auf einenpositiven klinischen Effekt dieser Kombination in der untersuchten Studienpopulation. Diegleichzeitige Verwendung von Riociguat zusammen mit PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Sildenafil hatte keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Plasmaspiegel von oralen Kontrazeptiva(Ethinylestradiol 30 µg und Levonorgestrel 150 µg).
Die zusätzliche Gabe einer Einzeldosis Sildenafil zu Sacubitril/Valsartan im Steady-State bei Patientenmit Hypertonie war mit einer signifikant stärkeren Blutdrucksenkung verbunden als die Gabe von
Sacubitril/Valsartan allein. Daher ist Vorsicht geboten, wenn eine Behandlung mit Sildenafil bei
Patienten begonnen wird, die mit Sacubitril/Valsartan behandelt werden.
Kinder und JugendlicheInteraktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter und Kontrazeption bei Männern und Frauen
Wegen fehlender Daten zu den Auswirkungen von Revatio bei Schwangeren wird Revatio bei Frauenim gebärfähigen Alter nur dann empfohlen, wenn gleichzeitig ein wirksamer Empfängnisschutzangewandt wird.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten für die Anwendung von Sildenafil bei schwangeren Frauen vor. Tierstudienzeigen keine direkt oder indirekt schädlichen Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft undembryonale/fetale Entwicklung. Studien an Tieren zeigten eine Toxizität hinsichtlich der postnatalen
Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Aufgrund fehlender Daten sollte Revatio bei schwangeren Frauen nicht angewendet werden, es seidenn, eine Anwendung ist dringend erforderlich.
StillzeitEs liegen keine geeigneten und gut kontrollierten Studien an stillenden Frauen vor. Daten von einerstillenden Frau weisen darauf hin, dass Sildenafil und sein aktiver Metabolit N-Desmethylsildenafil insehr geringen Konzentrationen in die Muttermilch ausgeschieden werden. Es liegen keine klinischen
Daten dazu vor, ob Sildenafil nachteilige Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/ Kinder hat. Dieaufgenommenen Mengen lassen jedoch keine nachteiligen Auswirkungen erwarten. Verschreibende
Ärzte sollten den klinischen Bedarf der Mutter für eine Anwendung von Sildenafil und möglichenachteilige Auswirkungen auf den gestillten Säugling sorgfältig gegeneinander abwägen.
FertilitätAuf der Basis von Standarduntersuchungen zur Fertilität zeigten die präklinischen Daten keinebesonderen Risiken für den Menschen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenRevatio hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Da in klinischen Studien mit Sildenafil über Schwindel und Sehstörungen berichtet wurde, sollen die
Patienten darauf achten, wie sie auf die Einnahme von Revatio reagieren, bevor sie ein Fahrzeuglenken oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils
In der placebokontrollierten Zulassungsstudie mit Revatio bei pulmonaler arterieller Hypertoniewurden insgesamt 207 Patienten auf Revatio in einer Tagesdosis von 20 mg, 40 mg oder 80 mgdreimal täglich randomisiert und 70 Patienten auf Placebo. Die Behandlungsdauer betrug 12 Wochen.
Bei den mit 20 mg, 40 mg oder 80 mg Sildenafil dreimal täglich behandelten Patienten betrug die
Gesamtabbruchrate 2,9 %, 3,0 % oder 8,5 % im Vergleich zu 2,9 % unter Placebo. Von den277 Patienten, die in der Zulassungsstudie behandelt wurden, wurden 259 Patienten in eine Langzeit-
Fortsetzungsstudie aufgenommen, in der Dosen von bis zu 80 mg dreimal täglich (das 4-Fache derempfohlenen Dosis von 20 mg dreimal täglich) gegeben wurden. Nach 3 Jahren erhielten noch 87 %der 183 Patienten unter Studienmedikation 80 mg Revatio dreimal täglich.
In einer placebokontrollierten Studie mit Revatio als Begleitmedikation zu intravenös verabreichtem
Epoprostenol bei pulmonaler arterieller Hypertonie wurden insgesamt 134 Patienten mit Epoprostenolund Revatio (mit einer fixen Dosissteigerung von anfangs 20 mg, dann 40 mg und schließlich 80 mgjeweils dreimal täglich, entsprechend der Verträglichkeit) sowie 131 Patienten mit Epoprostenol und
Placebo behandelt. Die Behandlungsdauer betrug 16 Wochen. Die Häufigkeit von Therapieabbrüchenaufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen lag insgesamt unter Sildenafil/Epoprostenol bei5,2 %, im Vergleich zu 10,7 % unter Placebo/Epoprostenol. Zu den bis dahin nicht berichteten
Nebenwirkungen, die in der Sildenafil/Epoprostenol-Gruppe häufiger auftraten als mit
Placebo/Epoprostenol, zählten: okulare Hyperämie, verschwommenes Sehen,
Nasenschleimhautschwellung, nächtliche Schweißausbrüche, Rückenschmerzen und Mundtrockenheit.
Bekannte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Erytheme, Gliederschmerzen und Ödeme wurdenhäufiger bei mit Sildenafil/Epoprostenol behandelten als bei mit Placebo/Epoprostenol behandelten
Patienten beobachtet. Von den Patienten, die diese initiale Studie abschlossen, wurden 242 Patientenin eine Langzeit-Fortsetzungsstudie aufgenommen. Dabei wurden Dosen bis zu 80 mg dreimal täglichgegeben, und nach 3 Jahren erhielten noch 68 % der 133 Patienten unter Studienmedikation 80 mg
Revatio dreimal täglich.
In den beiden placebokontrollierten Studien waren die Nebenwirkungen im Allgemeinen leichter bismäßiger Art. Die am häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen (Häufigkeit: 10 % oder größer) mit
Revatio im Vergleich zu Placebo waren Kopfschmerzen, Flush, Dyspepsie, Durchfall und
Gliederschmerzen.
In einer Studie zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Sildenafil-Dosierungen entsprachendie Sicherheitsdaten für Sildenafil 20 mg dreimal täglich (empfohlene Dosis) und für Sildenafil 80 mgdreimal täglich (das 4-Fache der empfohlenen Dosis) dem Sicherheitsprofil von Sildenafil in früheren
PAH-Studien an Erwachsenen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 1 zeigt die Nebenwirkungen, die bei mindestens 1 % der mit Revatio behandelten Patientenund häufiger (Unterschied > 1 %) als unter Placebo auftraten (Datenbasis ist die Zulassungsstudie zu
Revatio bzw. eine gemeinsame Auswertung der beiden placebokontrollierten Studien zu PAH mit
Dosierungen von 20, 40 oder 80 mg Sildenafil dreimal täglich). Die Nebenwirkungen sind nach
Organsystem und Häufigkeit gegliedert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Die Meldungen nach Markteinführung sind kursiv angegeben.
Tabelle 1: Nebenwirkungen aus placebokontrollierten Studien zu Sildenafil bei PAH und aus
Meldungen nach Markteinführung bei Erwachsenen
Systemorganklassen gemäß MedDRA (V. Nebenwirkung14.0)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHäufig Cellulitis, Grippe, Bronchitis, Sinusitis, Rhinitis,
Gastroenteritis
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems
Häufig Anämie
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Flüssigkeitsretention
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Schlaflosigkeit, Angst
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Migräne, Tremor, Parästhesie, Brennen,
Hypästhesie
AugenerkrankungenHäufig Retinablutungen, Sehstörungen,verschwommenes Sehen, Photophobie,
Chromopsie, Zyanopsie, Augenreizungen,okuläre Hyperämie
Gelegentlich verminderte Sehschärfe, Doppeltsehen,
Fremdkörpergefühl im Auge
Nicht bekannt nicht arteriitische anteriore ischämische
Optikusneuropathie (NAION)*, Verschluss von
Netzhautgefäßen*, Gesichtsfelddefekte*
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig Vertigo
Nicht bekannt plötzlicher Hörverlust
GefäßerkrankungenSehr häufig Flush
Nicht bekannt Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des
Brustraums und Mediastinums
Häufig Nasenbluten, Husten,
Nasenschleimhautschwellung
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Durchfall, Dyspepsie
Häufig Gastritis, gastroösophagealer Reflux,
Hämorrhoiden, abdominelles Spannungsgefühl,
Mundtrockenheit
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautzellgewebes
Häufig Alopezie, Erythem, nächtliche Schweißausbrüche
Nicht bekannt Ausschlag
Skelettmuskulatur- und
Bindegewebserkrankungen
Sehr häufig Gliederschmerzen
Häufig Myalgie, Rückenschmerzen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Hämaturie
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Gelegentlich Penisblutung, Hämatospermie, Gynäkomastie
Nicht bekannt Priapismus, vermehrte Erektionen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerdenam Verabreichungsort
Häufig Fieber
*Diese unerwünschten Ereignisse wurden bei Patienten, die PDE5-Hemmer zur Behandlung dererektilen Dysfunktion einnahmen, berichtet.
Kinder und JugendlicheIn der placebokontrollierten Revatio-Studie bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie im
Alter von 1 bis 17 Jahren wurden insgesamt 174 Patienten dreimal täglich mit niedrigen Dosen von
Revatio (10 mg bei Patienten > 20 kg; kein Patient ≤ 20 kg erhielt diese niedrige Dosis), mittleren
Dosen (10 mg bei Patienten ≥ 8 bis 20 kg; 20 mg bei Patienten ≥ 20 bis 45 kg; 40 mg bei Patienten> 45 kg) oder hohen Dosen (20 mg bei Patienten ≥ 8 bis 20 kg; 40 mg bei Patienten ≥ 20 bis 45 kg;80 mg bei Patienten > 45 kg) behandelt und 60 Patienten erhielten Placebo.
Das in der Studie bei Kindern beobachtete Nebenwirkungsprofil entsprach im Allgemeinen dem bei
Erwachsenen (siehe oben stehende Tabelle). Die häufigsten Nebenwirkungen (mit einer Häufigkeitvon ≥ 1 %), die bei mit Revatio behandelten Patienten (alle Dosierungen) auftraten, mit einer
Häufigkeit von > 1 % gegenüber der Placebo-Gruppe, waren Fieber, Infektionen der oberen
Atemwege (je 11,5 %), Erbrechen (10,9 %), vermehrte Erektionen (einschließlich spontaner Erektiondes Penis bei männlichen Individuen) (9,0 %), Übelkeit, Bronchitis (je 4,6 %), Pharyngitis (4,0 %),
Rhinorrhö (3,4 %) und Pneumonie, Rhinitis (je 2,9 %).
Von den 234 pädiatrischen Patienten, die in der placebokontrollierten Kurzzeit-Studie behandeltwurden, haben 220 Patienten an der Langzeit-Anschlussstudie teilgenommen. Teilnehmer, die eineaktive Sildenafil-Therapie erhalten hatten, haben die gleichen Dosierungsschemata fortgeführt,während die Teilnehmer aus der Placebo-Gruppe der Kurzzeit-Studie randomisiert einer Sildenafil-
Behandlung zugeordnet wurden.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die während der gesamten Dauer der Kurzzeit- und Langzeit-Studieberichtet wurden, waren im Allgemeinen den Nebenwirkungen ähnlich, die in der Kurzzeit-Studiebeobachtet wurden. Nebenwirkungen, die bei > 10 % der 229 mit Sildenafil behandelten Patienten(kombinierte Dosisgruppe, einschließlich 9 Patienten, die die Langzeit-Studie nicht fortgesetzt haben)auftraten, waren Infektion der oberen Atemwege (31 %), Kopfschmerz (26 %), Erbrechen (22 %),
Bronchitis (20 %), Pharyngitis (18 %), Fieber (17 %), Diarrhö (15 %) und Grippe, Epistaxis (jeweils12 %). Der Schweregrad der meisten dieser Nebenwirkungen wurde als leicht bis mäßig eingestuft.
Bei 94 (41 %) der 229 Patienten, die Sildenafil erhielten, wurden schwerwiegende Nebenwirkungenberichtet. Von diesen 94 Patienten, die eine schwerwiegende Nebenwirkung gemeldet haben, waren14/55 (25,5 %) in der Gruppe mit der geringen Sildenafil-Dosierung, 35/74 (47,3 %) in der Gruppe mitder mittleren Sildenafil-Dosierung und 45/100 (45 %) in der Gruppe mit der hohen Sildenafil-
Dosierung. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen, die mit einer Häufigkeit von ≥ 1 % bei
Sidenafil-Patienten (kombinierte Dosierungen) auftraten, waren Pneumonie (7,4 %), Herzversagen,pulmonare Hypertonie (je 5,2 %), Entzündungen der oberen Atemwege (3,1 %), Versagen der rechten
Herzkammer, Gastroenteritis (je 2,6 %), Synkope, Bronchitis, Bronchopneumonie, pulmonalearterielle Hypertonie (je 2,2 %), Brustschmerzen, Karies (je 1,7 %) und kardiogener Schock, virale
Gastroenteritis, Harnwegsinfektionen (je 1,3 %).
Die folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden als behandlungsbedingt bewertet,
Enterokolitis, Konvulsion, Hypersensitivität, Stridor, Hypoxie, neurosensorische Taubheit undventrikuläre Arrhythmie.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In Studien erhielten gesunde Probanden Einzeldosen bis zu 800 mg. Die hierbei beobachteten
Nebenwirkungen waren ähnlich wie die bei niedrigeren Dosen, lediglich Inzidenz und Schweregradwaren erhöht. Bei Einzeldosen von 200 mg war die Inzidenz der Nebenwirkungen (Kopfschmerz,
Flush, Schwindel, Dyspepsie, Verstopfung der Nase und Sehstörungen) erhöht.
In Fällen einer Überdosierung sollten je nach Bedarf die üblichen unterstützenden Maßnahmeneingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden ist und renal nichteliminiert wird, ist durch eine Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika, Mittel bei erektiler Dysfunktion
ATC-Code: G04BE03
WirkmechanismusSildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der für zyklisches Guanosinmonophosphat(cGMP) spezifischen Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5), dem Enzym, das für den Abbau von cGMPverantwortlich ist. Abgesehen von seinem Vorliegen im Corpus cavernosum des Penis findet sich
PDE5 auch in den Lungengefäßen. Sildenafil erhöht somit cGMP innerhalb der glatten Muskelzellender Lungengefäße und führt so zu einer Entspannung. Bei Patienten mit PAH kann dies zu einerselektiven Vasodilatation im pulmonalen Gefäßsystem und - in geringerem Ausmaß - zu einer
Vasodilatation im systemischen Kreislauf führen.
Pharmakodynamische WirkungenIn-vitro-Studien zeigten, dass Sildenafil für PDE5 selektiv ist. Es wirkt stärker auf PDE5 als aufandere bekannte Phosphodiesterasen. Die Selektivität von Sildenafil für PDE5 ist um das 10-Fachehöher als für PDE6, die am Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist. Es zeigte sich eine80-fach höhere Selektivität für PDE5 als für PDE1 und eine um mehr als das 700-Fache höhere
Selektivität für PDE5 als für PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11. Insbesondere hat Sildenafil eine mehr als4000-fach höhere Selektivität für PDE5 im Vergleich zu PDE3, dem an der Steuerung der kardialen
Kontraktilität beteiligten cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.
Sildenafil bewirkt eine geringe und vorübergehende Reduktion des Blutdrucks, die in den meisten
Fällen keine klinisch relevanten Effekte zur Folge hat.
Nach Langzeitapplikation von 80 mg dreimal täglich an Patienten mit systemischer Hypertonie wardie mittlere Veränderung des systolischen und des diastolischen Blutdrucks eine Senkung von9,4 mmHg bzw. 9,1 mmHg gegenüber dem Ausgangswert.
Nach Langzeitapplikation von 80 mg dreimal täglich an Patienten mit PAH wurden geringere Effekteauf die Blutdrucksenkung beobachtet (eine Senkung von jeweils 2 mmHg systolisch und diastolisch).
Bei der empfohlenen Dosierung von dreimal täglich 20 mg wurde keine Senkung des systolischenoder diastolischen Blutdrucks beobachtet. Die einmalige orale Gabe von bis zu 100 mg Sildenafilergab bei gesunden Freiwilligen keine Auswirkung auf das EKG. In der Langzeitanwendung vondreimal täglich 80 mg Sildenafil bei Patienten mit PAH wurden keine signifikanten Veränderungendes EKG beobachtet.
In einer Studie zu den hämodynamischen Effekten einer oralen Einmalgabe von 100 mg Sildenafil bei14 Patienten mit schwerer (> 70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) koronarer
Herzkrankheit (KHK) nahmen der mittlere systolische und der mittlere diastolische Blutdruck in Ruheim Vergleich zum Ausgangswert um 7 % bzw. 6 % ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdrucknahm um 9 % ab. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen, noch beeinträchtigte es die
Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.
Leichte und vorübergehende Veränderungen des Farbsehens (Blau/Grün) wurden bei einigen
Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test 1 Stunde nach Einnahme von100 mg beobachtet, 2 Stunden nach Einnahme waren diese Veränderungen nicht mehr nachweisbar.
Der vermutete Mechanismus für diese Veränderung des Farbsehens bezieht sich auf die Hemmung der
PDE6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil übt keinen
Einfluss auf die Sehschärfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen, placebokontrollierten
Untersuchung bei 9 Patienten mit dokumentierter altersbedingter Makuladegeneration im Frühstadiumzeigte Sildenafil als 100-mg-Einmaldosis in den durchgeführten Sehtests (Sehschärfe, Amsler-Gitter,
Lichtertest, Humphrey-Perimeter und Photostress-Test) keine signifikanten Veränderungen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitWirksamkeit bei erwachsenen Patienten mit PAH
Es wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie bei 278 Patienten mit primärer
PAH, PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit und PAH nach chirurgischer Korrektureines angeborenen Herzfehlers durchgeführt. Die Patienten wurden für eine von4 Behandlungsgruppen randomisiert: Placebo, Sildenafil 20 mg, Sildenafil 40 mg oder Sildenafil80 mg, je dreimal täglich. Von den 278 randomisierten Patienten erhielten 277 zumindest 1 Dosis der
Studienmedikation. Die Studienpopulation umfasste 68 (25 %) Männer und 209 (75 %) Frauen miteinem mittleren Alter von 49 Jahren (Altersbereich: 18 bis 81 Jahre) und einer 6-Minuten-Gehstreckezwischen 100 und 450 Meter (Mittelwert: 344 Meter) bei Studienbeginn. 175 Patienten (63 %) hatteneine Diagnose mit primärer pulmonaler Hypertonie, 84 (30 %) eine Diagnose mit PAH in Verbindungmit einer Bindegewebskrankheit und 18 (7 %) eine Diagnose mit PAH nach einer chirurgischen
Korrektur eines angeborenen Herzfehlers. Die meisten Patienten gehörten bei Studienbeginn in die
WHO-Funktionsklasse II (107/277; 39 %) oder III (160/277; 58 %) und wiesen eine durchschnittliche6-Minuten-Gehstrecke von 378 Meter bzw. 326 Meter auf, weniger Patienten in die Funktionsklasse I(1/277; 0,4 %) oder IV (9/277; 3 %). Patienten mit einer linksventrikulären Auswurffraktion < 45 %oder mit linksventrikulärer Verkürzungsfraktion < 0,2 % waren von einer Teilnahme ausgeschlossen.
Sildenafil (oder Placebo) wurde zusätzlich zur bestehenden Therapie der Patienten verabreicht, dieeine Kombination von Antikoagulanzien, Digoxin, Calciumantagonisten, Diuretika oder Sauerstoffumfassen konnte. Die Anwendung von Prostacyclin, Prostacyclinanaloga oder Endothelinantagonistenals Zusatzbehandlung war ebenso wenig gestattet wie eine Argininsupplementation. Patienten, diezuvor auf eine Therapie mit Bosentan nicht angesprochen hatten, waren von einer Teilnahme an der
Studie ausgeschlossen.
Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war die Veränderung der 6-Minuten-Gehstrecke in
Woche 12 gegenüber dem Ausgangswert. Für alle drei Sildenafil-Dosis-Gruppen zeigte sich im
Vergleich zu den Patienten mit Placebo eine statistisch signifikante Erhöhung der 6-Minuten-
Gehstrecke. Die relative Erhöhung der 6-Minuten-Gehstrecke gegenüber Placebo betrug 45 Meter(p < 0,0001), 46 Meter (p < 0,0001) bzw. 50 Meter (p < 0,001) für Sildenafil 20 mg, 40 mg bzw.80 mg dreimal täglich. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Wirkung zwischen deneinzelnen Dosen von Sildenafil. Bei Patienten mit einem Ausgangwert der 6-Minuten-Gehstreckeunter 325 Meter wurde eine verbesserte Wirksamkeit bei den höheren Dosen beobachtet (die
Verbesserung gegenüber Placebo betrug 58 Meter, 65 Meter bzw. 87 Meter für 20 mg, 40 mg bzw.80 mg dreimal täglich).
Unter Berücksichtigung der WHO-Funktionsklassen konnte in der 20-mg-Dosis-Gruppe einestatistisch signifikante Erhöhung der 6-Minuten-Gehstrecke beobachtet werden: Für die
Funktionsklassen II und III wurden gegenüber Placebo Erhöhungen um 49 Meter (p = 0,0007) und45 Meter (p = 0,0031) gemessen.
Die Verbesserung der 6-Minuten-Gehstrecke war bereits nach 4 Wochen Behandlung eindeutigfeststellbar und konnte auch über 8 und 12 Wochen aufrechterhalten werden. Die Therapieeffektewaren bei den verschiedenen Subgruppen vergleichbar, wobei die Subgruppen nach der Ätiologie(primäre PAH und pulmonale Hypertonie in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit), denverschiedenen WHO-Funktionsklassen, Geschlecht, Rasse, den geographischen Regionen, demmittleren Pulmonalarteriendruck und dem pulmonalen Gefäßwiderstand definiert waren.
Bei allen Dosierungen von Sildenafil zeigten die Patienten eine statistisch signifikante Reduktion desmittleren Pulmonalarteriendrucks (mPAP) und des pulmonalen Gefäßwiderstands (PVR) im Vergleichzu denen mit Placebo. Die placebokorrigierten Behandlungseffekte auf den mPAPbetrugen -2,7 mmHg (p = 0,04), -3,0 mmHg (p = 0,01) bzw. -5,1 mmHg (p < 0,0001) für dreimaltäglich 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Sildenafil. Die gegenüber Placebo relativen Behandlungseffekte aufden PVR betrugen -178 dyn.sec/cm5 (p = 0,0051), -195 dyn.sec/cm5 (p = 0,0017) bzw. -320 dyn.sec/cm5 (p < 0,0001) für dreimal täglich 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Sildenafil. Nach12 Wochen mit dreimal täglich 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Sildenafil war die prozentuale Senkung des
PVR proportional größer (11,2 %, 12,9 % bzw. 23,3 %) als die Reduktion für den systemischen
Gefäßwiderstand (7,2 %, 5,9 % bzw. 14,4 %). Der Einfluss von Sildenafil auf die Mortalität ist nichtbekannt.
Bei allen Sildenafil-Dosierungen ergab sich in Woche 12 bei einem größeren Prozentsatz der Patienten(nämlich bei 28 %, 36 % bzw. 42 % der Personen unter dreimal täglich 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg)eine Verbesserung um mindestens 1 WHO-Funktionsklasse im Vergleich zu 7 % unter Placebo. Diejeweilige Odds-Ratio betrug 2,92 (p = 0,0087), 4,32 (p = 0,0004) bzw. 5,75 (p < 0,0001).
Langzeit-Überlebensdaten bei nicht vorbehandelten Patienten
Die Patienten der Zulassungsstudie konnten als Fortsetzung an einer offenen Langzeitstudieteilnehmen. Nach 3 Jahren erhielten 87 % der Patienten eine Dosierung von dreimal täglich 80 mg. Inder Zulassungsstudie wurden insgesamt 207 Patienten mit Revatio behandelt, und ihre Langzeit-
Überlebensrate wurde über mindestens 3 Jahre verfolgt. In dieser Patientenpopulation betrug die
Kaplan-Meier-Schätzung für die 1-Jahres-, 2-Jahres- und 3-Jahres-Überlebensrate 96 %, 91 % und82 %. Bei Patienten mit einer WHO-Funktionsklasse II zu Studienbeginn betrug die Überlebensratenach 1, 2 und 3 Jahren 99 %, 91 % und 84 % und bei Patienten mit einer WHO-Funktionsklasse III zu
Studienbeginn 94 %, 90 % und 81 %.
Wirksamkeit bei erwachsenen Patienten mit PAH (bei Kombination mit Epoprostenol)
Es wurde eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 267 PAH-Patientendurchgeführt, die mit intravenös verabreichtem Epoprostenol eingestellt waren. Die Studienpopulationbestand sowohl aus Patienten mit primärer pulmonaler arterieller Hypertonie (212/267, 79 %) als auchaus Patienten mit PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit (55/267, 21 %). Die meisten
Patienten entfielen zu Studienbeginn auf die WHO-Funktionsklassen II (68/267, 26 %) und III(175/267, 66 %), weniger Patienten waren der Funktionsklasse I (3/267, 1 %) oder IV (16/267, 6 %)zugeordnet, und bei einigen Patienten (5/267, 2 %) war die WHO-Funktionsklasse unbekannt. Die
Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert: intravenös verabreichtes Epoprostenol plus Placebooder plus Sildenafil (bei einer fixen Dosissteigerung von anfangs 20 mg, dann 40 mg und schließlich80 mg jeweils dreimal täglich, entsprechend der Verträglichkeit).
Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war die Veränderung der 6-Minuten-Gehstrecke in
Woche 16 gegenüber dem Ausgangswert. Mit Sildenafil zeigte sich im Vergleich zu Placebo einestatistisch signifikante Erhöhung der 6-Minuten-Gehstrecke. Die mittlere placebokorrigierte
Verlängerung der Gehstrecke unter Sildenafil betrug 26 Meter (95%-KI: 10,8 bis 41,2; p = 0,0009).
Bei Patienten mit einer Gehstrecke von ≥ 325 Metern zu Studienbeginn war der Behandlungseffekt38,4 Meter zugunsten von Sildenafil; bei Patienten mit einer Gehstrecke von < 325 Metern zu
Studienbeginn war der Behandlungseffekt 2,3 Meter zugunsten von Placebo. Bei Patienten mitprimärer PAH war der Behandlungseffekt 31,1 Meter im Vergleich zu 7,7 Metern bei Patienten mit
PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit. Aufgrund der geringen Fallzahlen in deneinzelnen randomisierten Untergruppen könnten diese Unterschiede auch zufällig sein.
Im Vergleich zu Placebo wurde bei den Patienten unter Sildenafil eine statistisch signifikante Senkungdes mittleren Pulmonalarteriendrucks (mPAP) erreicht. Dabei war Sildenafil überlegen mit einermittleren placebokorrigierten Senkung von -3,9 mmHg (95%-KI: -5,7 bis -2,1; p = 0,00003). Einsekundärer Endpunkt war die Zeit bis zum Eintreten einer klinischen Verschlechterung, die als die
Zeitspanne von der Randomisierung bis zum ersten Auftreten eines die Erkrankung verschlechternden
Ereignisses definiert war (Tod, Lungentransplantation, Beginn einer Bosentan-Therapie oder eineklinische Verschlechterung, die eine Veränderung der Epoprostenol-Therapie notwendig machte). Im
Vergleich zu Placebo führte die Behandlung mit Sildenafil zu einer signifikanten Verlängerung der
Zeit bis zum Eintreten einer klinischen Verschlechterung der PAH (p = 0,0074). In der Placebo-
Gruppe kam es bei 23 Personen zum Auftreten von die Erkrankung verschlechternden Ereignissen(17,6 %) im Vergleich zu 8 Personen in der Sildenafil-Gruppe (6,0 %).
Langzeit-Überlebensdaten aus der Studie bei bestehender Epoprostenol-Therapie
Die an der Studie mit bestehender Epoprostenol-Therapie eingeschlossenen Patienten konnten als
Fortsetzung an einer offenen Langzeitstudie teilnehmen. Nach 3 Jahren erhielten 68 % der Patienteneine Dosierung von dreimal täglich 80 mg. Zu Studienbeginn wurden insgesamt 134 Patienten mit
Revatio behandelt, und ihre Langzeit-Überlebensdaten wurden über mindestens 3 Jahre verfolgt. Indieser Patientenpopulation betrugen die Kaplan-Meier-Schätzwerte der 1-, 2- und 3-Jahres-
Überlebensrate 92 %, 81 % und 74 %.
Wirksamkeit und Sicherheit bei erwachsenen Patienten mit PAH (bei gleichzeitiger Anwendung von
Bosentan)
Es wurde eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 103 klinisch stabilen PAH-
Patienten (WHO FK II und III) durchgeführt, die seit mindestens 3 Monaten eine Bosentan-Therapieerhalten hatten. Darunter waren Patienten mit primärer PAH und solche mit PAH in Verbindung miteiner Bindegewebskrankheit. Die Patienten wurden randomisiert einer Behandlung mit Placebo oder
Sildenafil (20 mg dreimal täglich) in Kombination mit Bosentan (62,5 bis 125 mg zweimal täglich)zugeordnet. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war eine Veränderung der 6-Minuten-
Gehstrecke in Woche 12 gegenüber dem Ausgangswert. Die Ergebnisse zeigen, dass kein signifikanter
Unterschied in der mittleren Veränderung der 6-Minuten-Gehstrecke gegenüber dem Ausgangswertzwischen Sildenafil 20 mg dreimal täglich (13,62 Meter [KI 95 %: -3,89 bis +31,12]) und Placebo(14,08 Meter [KI 95 %: -1,78 bis +29,95]) zu beobachten ist.
Unterschiede bei der 6-Minuten-Gehstrecke wurden beobachtet zwischen Patienten mit primärer PAHund PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit. Bei Patienten mit primärer PAH(67 Teilnehmer) betrug die mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert 26,39 Meter(KI 95 %: 10,70 bis 42,08) in der Sildenafil-Gruppe und 11,84 Meter (KI 95 %: -8,83 bis 32,52) in der
Placebo-Gruppe. Bei Patienten mit PAH in Verbindung mit einer Bindegewebskrankheit(36 Teilnehmer) betrug die mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert jedoch -18,32 Meter(KI 95 %: -65,66 bis 29,02) in der Sildenafil-Gruppe und 17,50 Meter (KI 95 %: -9,41 bis 44,41) inder Placebo-Gruppe.
Insgesamt waren die Nebenwirkungen in den beiden Behandlungsgruppen (Sildenafil plus Bosentangegenüber Bosentan alleine) grundsätzlich ähnlich und entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofilvon Sildenafil als Monotherapie (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Auswirkungen auf die Mortalität bei Erwachsenen mit PAH
Nachdem bei Kindern und Jugendlichen nach der Einnahme einer hohen Dosis Sildenafil dreimaltäglich, bezogen auf das Körpergewicht, ein höheres Mortalitätsrisiko beobachtet worden war als bei
Kindern und Jugendlichen, die in der Langzeit-Anschlussstudie der pädiatrischen klinischen Studieeine niedrigere Dosis erhielten, wurde eine Studie zur Untersuchung der Auswirkungen verschiedener
Dosierungen von Sildenafil auf die Mortalität bei Erwachsenen mit PAH durchgeführt (siehe untenunter 'Kinder und Jugendliche - Pulmonale arterielle Hypertonie“ und 'Daten der Langzeit-
Anschlussstudie“).
Es handelte sich um eine randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie an 385 Erwachsenen mit
PAH. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis von 1:1:1 einer von drei
Dosisgruppen zugewiesen (5 mg dreimal täglich [4-mal niedriger als die empfohlene Dosis], 20 mgdreimal täglich [empfohlene Dosis] und 80 mg dreimal täglich [4-Fache der empfohlenen Dosis]).
Insgesamt war die PAH bei den meisten Teilnehmern zuvor noch nicht behandelt worden (83,4 %).
Bei den meisten Teilnehmern lag eine idiopathische PAH vor (71,7 %). Die häufigste WHO-
Funktionsklasse war die Klasse III (57,7 % der Teilnehmer). Alle drei Behandlungsgruppen waren in
Bezug auf die demografischen Merkmale der Teilnehmer wie Vorgeschichte mit PAH-Therapie,
Ätiologie der PAH sowie WHO-Funktionsklassen gut ausgewogen.
Die Mortalitätsrate betrug 26,4 % (n = 34) für die Dosis mit 5 mg dreimal täglich, 19,5 % (n = 25) fürdie Dosis mit 20 mg dreimal täglich und 14,8 % (n = 19) für die Dosis mit 80 mg dreimal täglich.
Kinder und JugendlichePulmonale arterielle HypertonieIn einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, parallelen Multizenterstudie mitverschiedenen Dosierungen wurden insgesamt 234 Personen im Alter von 1 bis 17 Jahren behandelt.
Die Teilnehmer (38 % männlich und 62 % weiblich) hatten ein Körpergewicht ≥ 8 kg und litten zu33 % an primärer pulmonaler Hypertonie (PPH) oder einer PAH in Verbindung mit angeborenen
Herzerkrankungen (systemisch-pulmonale Shunts 37 %, chirurgische Reposition 30 %). 63 der234 Patienten (27 %) in dieser Studie waren jünger als 7 Jahre (niedrige Sildenafil-Dosis: n = 2;mittlere Sildenafil-Dosis: n = 17; hohe Sildenafil-Dosis: n = 28; Placebo: n = 16), und 171 der234 Patienten (73 %) waren 7 Jahre oder älter (niedrige Sildenafil-Dosis: n = 40; mittlere Sildenafil-
Dosis: n = 38; hohe Sildenafil-Dosis: n = 49; Placebo: n = 44). Die meisten Personen waren als
Ausgangwert in der WHO-Funktionsklasse I (75/234, 32 %) oder II (120/234, 51 %). Weniger
Patienten waren Funktionsklasse III (35/234, 15 %) oder IV (1/234, 0,4 %). Bei einigen wenigen
Patienten (3/234, 1,3 %) war die WHO-Funktionsklasse nicht bekannt.
Die Patienten waren nicht mit einer spezifischen PAH-Therapie vorbehandelt und die Anwendung von
Prostacyclin, Prostacyclinanaloga sowie Endothelinrezeptor-Antagonisten waren in der Studie nichterlaubt, ebenso wenig wie Argininsupplementierung, Nitrate, Alphablocker und starke CYP450-3A4-
Hemmer.
Das primäre Ziel der Studie war, die Wirksamkeit von oralem Sildenafil auf die Verbesserung derkörperlichen Belastbarkeit bei Kindern in der Dauertherapie über 16 Wochen anhand des
Cardiopulmonary-Exercise-Tests (CPET) bei den Teilnehmern, die von ihrer Entwicklung her dazuimstande waren (n = 115) zu prüfen. Die sekundären Endpunkte schlossen u. a. ein hämodynamisches
Monitoring, Erfassung der Symptome, die WHO-Funktionsklasse, Veränderung der Begleitmedikationund die Erfassung der Lebensqualität mit ein.
Die Teilnehmer wurden entweder einer der drei Sildenafil-Gruppen zugeteilt (niedrige [10 mg],mittlere [10 bis 40 mg] oder hohe [20 bis 80 mg] Revatio-Dosen dreimal täglich) oder auf die Placebo-
Gruppe. Die innerhalb einer Gruppe tatsächlich gegebene Dosis orientierte sich am Körpergewicht(siehe Abschnitt 4.8). Der Anteil der Teilnehmer, die zu Beginn eine unterstützende Therapie(Antikoagulanzien, Digoxin, Calciumkanalblocker, Diuretika und/oder Sauerstoff) erhielten, war inder kombinierten Sildenafil-Gruppe (47,7 %) und in der Placebo-Gruppe (41,7 %) vergleichbar.
Der primäre Endpunkt war die durch CPET in den kombinierten Sildenafil-Gruppen erhobene,placebokorrigierte prozentuale Veränderung des max. VO2 in Woche 16 gegenüber dem
Ausgangswert (siehe Tabelle 2). Insgesamt waren 106 von den 234 Teilnehmern (45 %) mittels CPETauswertbar. Es handelte sich hierbei um die Kinder, die 7 Jahre und älter und von ihrer Entwicklungher imstande waren, den Test durchzuführen. Bei den Kindern unter 7 Jahren (kombinierte Sildenafil-
Gruppe: n = 47; Placebo-Gruppe: n = 16) konnten nur die sekundären Endpunkte erhoben werden. Diedurchschnittlichen Ausgangswerte für die max. Sauerstoffaufnahme waren innerhalb der Sildenafil-
Gruppen vergleichbar (17,37 bis 18,03 ml/kg/min) und in der Placebo-Gruppe geringfügig höher(20,02 ml/kg/min). Die Ergebnisse der Gesamtauswertung (kombinierte Dosis-Gruppe vs. Placebo)unterschieden sich nicht signifikant (p = 0,056; siehe Tabelle 2). Zwischen der mittleren Sildenafil-
Dosis und Placebo betrug der berechnete Unterschied 11,33 % (95%-KI: 1,72 bis 20,94; siehe
Tabelle 2).
Tabelle 2: Placebokorrigierte prozentuale Veränderung des Peak-VO2 gegenüber dem
Ausgangswert in den aktiven Behandlungsgruppen.
Behandlungsgruppe Berechneter Unterschied 95%-Konfidenzintervall
Niedrige Dosis (n = 24) 3,81 -6,11 bis 13,73
Mittlere Dosis (n = 26) 11,33 1,72 bis 20,94
Hohe Dosis (n = 27) 7,98 -1,64 bis 17,60
Kombinierte Dosen (n = 77) 7,71 (p = 0,056) -0,19 bis 15,60
Placebo-Gruppe: n = 29
Schätzwerte beruhend auf ANCOVA mit den Kovariablen Ausgangswert der max. VO2, Ätiologie und
Gewichtsgruppe
Dosisabhängige Verbesserungen wurden beim pulmonalen Gefäßwiderstands-Index (PVRI) und demdurchschnittlichen pulmonalen arteriellen Druck (mPAP) beobachtet. Mit -18 % (95%-KI: 2 % bis32 %) und -27 % (95%-KI: 14 % bis 39 %) gegenüber der Placebo-Gruppe ergab sich in den
Sildenafil-Gruppen mit mittlerer und hoher Dosis eine Verringerung des PVRI. Die Gruppe mit derniedrigen Dosis zeigte keine signifikanten Unterschiede gegenüber der Placebo-Gruppe (Unterschied:2 %). Mit -3,5 mmHg (95%-KI: -8,9 bis 1,9) und -7,3 mmHg (95%-KI: -12,4 bis -2,1) gegenüber dem
Ausgangswert ergab sich in den Sildenafil-Gruppen mit mittlerer und hoher Dosis eine Veränderungdes mPAP im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die Gruppe mit der niedrigen Dosis zeigte nur kleine
Unterschiede gegenüber Placebo (Unterschied: 1,6 mmHg). Alle drei Sildenafil-Gruppen zeigtengegenüber Placebo eine Verbesserung des Herzindex von 10 %, 4 % und 15 % jeweils für die Gruppemit niedriger, mittlerer und hoher Dosis.
Gegenüber Placebo zeigte sich lediglich bei den Teilnehmern mit der hohen Sildenafil-Dosis einesignifikante Verbesserung der Funktionsklasse. Im Vergleich zu Placebo betrug die Odds-Ratio in den
Sildenafil-Gruppen mit niedriger, mittlerer und hoher Dosis 0,6 (95%-KI: 0,18 bis 2,01), 2,25 (95%-
KI: 0,75 bis 6,69) und 4,52 (95%-KI: 1,56 bis 13,10).
Daten der Langzeit-Anschlussstudie
Von den 234 pädiatrischen Patienten, die in der placebokontrollierten Kurzzeit-Studie behandeltwurden, haben 220 Patienten an der Langzeit-Anschlussstudie teilgenommen. Dabei wurden
Teilnehmer aus der Placebo-Gruppe der Kurzzeit-Studie randomisiert einer Sildenafil-Behandlungzugeordnet; Patienten mit einem Gewicht ≤ 20 kg wurden in die Gruppen mit mittlerer oder hoher
Dosis (1:1) aufgenommen, während Patienten mit einem Gewicht > 20 kg in die niedrige, mittlereoder hohe Dosisgruppe (1:1:1) aufgenommen wurden. Von den insgesamt 229 Patienten, die Sildenafilerhielten, waren 55, 74 und 100 Patienten in den Gruppen mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Dosis.
Die Gesamtbehandlungsdauer während der Kurzzeit- und Langzeit-Studien, beginnend mit der
Doppelverblindung für die einzelnen Patienten, lag zwischen 3 und 3.129 Tagen. In der Gruppe mit
Sildenafil-Behandlung betrug die mittlere Dauer der Sildenafil-Behandlung 1.696 Tage (darin nichtenthalten die 5 Patienten, die in der doppelblinden Phase Placebo erhielten und nicht in der Langzeit-
Anschlussstudie behandelt wurden).
In den Gruppen mit niedriger, mittlerer und hoher Dosis betrugen die Kaplan-Meier-Schätzwerte der3-Jahres-Überlebensrate für die Patienten mit einem Gewicht > 20 kg bei Studienbeginn 94 %, 93 %und 85 %. In den Gruppen mit mittlerer und hoher Dosis betrugen die Schätzwerte der Überlebensratefür die Patienten mit einem Gewicht ≤ 20 kg bei Studienbeginn 94 % und 93 % (siehe Abschnitte 4.4und 4.8).
Während der Studiendurchführung wurden insgesamt 42 Todesfälle gemeldet, entweder im Verlaufder Behandlung oder während der Nachbeobachtung des Überlebens. 37 Todesfälle traten auf, bevordas Datenüberwachungskomitees (Data Monitoring Committee) die Entscheidung gefällt hatte, die
Dosis der Patienten auf eine niedrigere Dosierung zu reduzieren. Diese Entscheidung basierte aufeinem beobachteten Ungleichgewicht der Sterblichkeit mit zunehmenden Sildenafil-Dosen. Vondiesen 37 Todesfällen betrug die Anzahl (%) in der Gruppe mit niedriger Sildenafil-Dosis 5/55(9,1 %), mit mittlerer Sildenafil-Dosis 10/74 (13,5 %) und mit hoher Sildenafil-Dosis 22/100 (22 %).
Im Anschluss wurden 5 weitere Todesfälle gemeldet. Die Todesursachen wurden mit der PAH in
Verbindung gebracht. Höhere als die empfohlenen Dosen dürfen bei pädiatrischen Patienten mit PAHnicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
1 Jahr nach Beginn der placebokontrollierten Studie wurde die max. VO2 bestimmt. Von den mit
Sildenafil behandelten Personen, die von ihrer Entwicklung her imstande waren, den CPETdurchzuführen, zeigte sich bei 59/114 Personen (52 %) gegenüber dem Zeitpunkt zu Beginn der
Sildenafil-Behandlung keinerlei Verschlechterung der max. VO2. In ähnlicher Weise hatte sich die
WHO-Funktionsklasse bei 191 von 229 Personen (83 %), die Sildenafil erhalten hatten, bei der
Beurteilung nach 1 Jahr unverändert erhalten oder verbessert.
Persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen
Eine randomisierte, doppelblinde, zweiarmige, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie wurde bei59 Neugeborenen mit persistierender pulmonaler Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) oder mithypoxischer Ateminsuffizienz und mit Risiko für eine PPHN mit Oxigenierungsindex (OI) > 15 und< 60 durchgeführt. Das primäre Ziel war die Wirksamkeit und Sicherheit von i. v. Sildenafil zuuntersuchen, wenn es zusammen mit inhalativem Stickstoffmonoxid (iNO) im Vergleich zu iNOalleine gegeben wurde.
Die Co-primären Endpunkte waren die Therapieversagensrate, definiert als Notwendigkeitzusätzlicher Therapiemaßnahmen gegen PPHN, Notwendigkeit einer extrakorporalen
Membranoxygenierung (ECMO) oder Tod während der Studie, sowie die Zeit mit iNO-Therapie nach
Initiierung der i. v. Studienmedikation für Patienten ohne Therapieversagen. Die Unterschiede in der
Rate an Therapieversagern zwischen den beiden Behandlungsgruppen war statistisch nicht signifikant(27,6 % bzw. 20,0 % in der iNO- + i. v. Sildenafil-Gruppe bzw. iNO- + Placebo-Gruppe). Für
Patienten ohne Therapieversagen war die mittlere Zeit unter iNO-Behandlung nach Initiierung der i. v.
Studienmedikation mit etwa 4,1 Tagen in beiden Behandlungsgruppen die gleiche.
Therapiebedingte bzw. schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden bei 22 (75,9 %) bzw.7 (24,1 %) Teilnehmern in der iNO- + i. v. Sildenafil-Behandlungsgruppe und bei 19 (63,3 %) bzw.2 (6,7 %) Teilnehmern in der iNO- + Placebo-Gruppe beobachtet. Die häufigsten therapiebedingtenunerwünschten Ereignisse waren Hypotonie (8 [27,6 %] Teilnehmer), Hypokaliämie(7 [24,1 %] Teilnehmer), Anämie und Entzugssymptome (jeweils 4 [13,8 %] Teilnehmer) und
Bradykardie (3 [10,3 %] Teilnehmer) in der iNO- + i. v. Sildenafil-Behandlungsgruppe und
Pneumothorax (4 [13,3 %] Teilnehmer), Anämie, Ödeme, Hyperbilirubinämie, erhöhtes C-reaktives
Protein und Hypotonie (jeweils 3 [10 %] Teilnehmer) in der iNO- + Placebo-Behandlungsgruppe(siehe Abschnitt 4.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionSildenafil wird rasch resorbiert. Die maximalen Plasmaspiegel werden innerhalb von 30 bis120 Minuten (Median: 60 Minuten) nach oraler Gabe im nüchternen Zustand erreicht. Die mittlereabsolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 41 % (Streubreite: 25 bis 63 %). Nach dreimal täglicher oraler
Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional über den Dosisbereich von 20 bis40 mg zu. Nach oralen Dosen von 80 mg dreimal täglich wurde ein höherer als dosisproportionaler
Anstieg der Plasmaspiegel von Sildenafil beobachtet. Bei Patienten mit PAH war die orale
Bioverfügbarkeit von Sildenafil nach einer Dosis von 80 mg dreimal täglich durchschnittlich 43 %(90%-KI: 27 % bis 60 %) höher als mit den niedrigeren Dosen.
Bei Einnahme von Sildenafil zusammen mit einer Mahlzeit ist die Resorptionsrate reduziert, die tmaxverzögert sich im Mittel um 60 Minuten, während die Cmax im Mittel um 29 % verringert ist; allerdingswar das Ausmaß der Resorption nicht signifikant beeinträchtigt (AUC verringerte sich um 11 %).
VerteilungDas mittlere Verteilungsvolumen im Steady State (Vss) von Sildenafil beträgt 105 l, was auf eine
Verteilung in die Gewebe hinweist. Nach oraler Gabe einer 20-mg-Dosis dreimal täglich beträgt diemittlere maximale Gesamtplasmakonzentration von Sildenafil ca. 113 ng/ml. Sildenafil und seinwichtigster im Blutkreislauf zirkulierender, N-demethylierter Metabolit sind zu etwa 96 % an
Plasmaproteine gebunden. Die Proteinbindung ist unabhängig von der Gesamtkonzentration des
Arzneimittels.
BiotransformationSildenafil wird überwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und
CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus der N-
Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität dieses Metaboliten istähnlich jenem von Sildenafil, und er zeigt eine In-vitro-Hemmwirkung für PDE5, die rund 50 %derjenigen der Stammsubstanz beträgt. Der N-Demethyl-Metabolit wird weiter verstoffwechselt, dieterminale Halbwertszeit beträgt rund 4 Stunden. Bei Patienten mit PAH betragen die Plasmaspiegeldes N-Demethyl-Metaboliten nach einer Gabe von 20 mg dreimal täglich etwa 72 % jener von
Sildenafil (was einem Beitrag von 36 % zu den pharmakologischen Wirkungen von Sildenafilentspricht). Der weitere Effekt auf die Wirksamkeit ist nicht bekannt.
EliminationDie gesamte Clearance von Sildenafil beträgt 41 l/h mit einer daraus resultierenden terminalen
Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenöser Applikation wird Sildenafil nach
Metabolisierung hauptsächlich über die Fäzes (rund 80 % der verabreichten oralen Dosis) und ingeringerem Maße renal (rund 13 % der verabreichten oralen Dosis) ausgeschieden.
Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen
Ältere PatientenGesunde ältere Freiwillige (65 Jahre oder älter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobeidie Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Demethyl-Metaboliten ungefähr 90 % höher lagenals bei jüngeren gesunden Freiwilligen (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhängigen Unterschiedein der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel von freiem Sildenafilbei rund 40 %.
Patienten mit NierenfunktionsstörungenBei Probanden mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30 bis80 ml/min) war die Pharmakokinetik nach einer oralen Sildenafil-Einzeldosis von 50 mg unverändert.
Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) war die
Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC und Cmax um 100 %bzw. 88 % im Vergleich zu Probanden gleichen Alters ohne eingeschränkte Nierenfunktion.
Zusätzlich waren die AUC und Cmax des N-Demethyl-Metaboliten bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Probanden mit normaler Nierenfunktion signifikant um200 % bzw. 79 % erhöht.
Patienten mit LeberfunktionsstörungenBei Probanden mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh-Klassen A und B) war die
Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (85 %) und Cmax (47 %) führte,im Vergleich zu Probanden gleichen Alters ohne eingeschränkte Leberfunktion. Zusätzlich waren
AUC und Cmax für den N-Demethyl-Metaboliten bei Probanden mit Leberzirrhose im Vergleich zu
Probanden mit normaler Leberfunktion signifikant um 154 % bzw. 87 % erhöht. Die Pharmakokinetikvon Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde nicht untersucht.
Pharmakokinetik bei verschiedenen Patientengruppen
Bei Patienten mit PAH waren die durchschnittlichen Plasmaspiegel im Steady State über denuntersuchten Dosisbereich von 20 bis 80 mg dreimal täglich um 20 bis 50 % höher als bei gesunden
Freiwilligen. Es zeigte sich eine Verdoppelung der Cmin im Vergleich zu gesunden Freiwilligen. Diesebeiden Befunde lassen eine geringere Clearance und/oder eine höhere orale Bioverfügbarkeit von
Sildenafil bei Patienten mit PAH im Vergleich zu gesunden Freiwilligen vermuten.
Kinder und JugendlicheDie Analyse des pharmakokinetischen Profils von Sildenafil bei den in klinische Studien mit Kinderneingeschlossenen Patienten zeigte, dass das Körpergewicht eine gute Vorhersage der
Arzneimittelexposition bei Kindern erlaubt. Bei einem Körpergewicht von 10 bis 70 kg beträgt die
Plasmahalbwertzeit von Sildenafil 4,2 bis 4,4 Stunden und zeigt dabei keine Unterschiede, die man alsklinisch relevant einstufen könnte. Bei Patienten mit einem Gewicht von 70, 20 und 10 kg betrug die
Cmax nach einer oralen Einzeldosis von 20 mg Sildenafil 49, 104 und 165 ng/ml. Bei Patienten miteinem Gewicht von 70, 20 und 10 kg betrug die Cmax nach einer oralen Einzeldosis von 10 mg
Sildenafil 24, 53 und 85 ng/ml. Die tmax betrug etwa 1 Stunde und war nahezu unabhängig vom
Körpergewicht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial sowie zur Reproduktions- und zur
Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Bei Jungtieren von Ratten, die prä- und postnatal mit 60 mg/kg Sildenafil behandelt worden waren,zeigten sich bei einer Exposition, die etwa dem 50-Fachen der erwarteten Exposition beim Menschenbei einer Dosis von 20 mg dreimal täglich entsprach, eine verminderte Wurfgröße, ein geringeres
Gewicht der Jungtiere an Tag 1 und ein vermindertes Überleben bis zum Tag 4. Effekte inpräklinischen Studien wurden bei einer Exposition beobachtet, die so weit über der maximalen Dosisbeim Menschen lagen, dass sie als für den klinischen Einsatz nicht relevant erachtet wurden.
Im Tiermodell wurden bei klinisch relevanten Konzentrationen keine Nebenwirkungen mit möglichen
Auswirkungen auf die klinische Anwendung beobachtet, die nicht ebenfalls in klinischen Studienaufgetreten sind.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:mikrokristalline Cellulose
Calciumhydrogenphosphat
Croscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat
Filmüberzug:Hypromellose
Titandioxid (E 171)
Lactose-Monohydrat
Triacetin
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zuschützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/Aluminium-Blisterpackungen mit 90 Filmtabletten
Packungsgröße mit 90 Tabletten in einer Faltschachtel90 x 1 Tabletten in perforierten PVC/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen
PVC/Aluminium-Blisterpackungen mit 300 Filmtabletten
Packungsgröße mit 300 Tabletten in einer Faltschachtel
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKeine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Upjohn EESV
Rivium Westlaan 1422909 LD Capelle aan den IJssel
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/05/318/001
EU/1/05/318/004
EU/1/05/318/005
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Oktober 2005
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. September 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.