Angewendet bei: Hyperphosphatämie
Art der Anwendung: oral
Substanz: Sevelamer (Phosphatbinder)
ATC: V03AE02 (VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und Hyperphosphatämie)
Sevelamer ist ein Medikament, das zur Kontrolle der Hyperphosphatämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung unter Dialyse eingesetzt wird. Es wirkt, indem es diätetische Phosphate im Magen-Darm-Trakt bindet und so deren Aufnahme und die Serumphosphatspiegel reduziert.
Das Medikament wird oral eingenommen, wie von einem Arzt verordnet, in der Regel zu den Mahlzeiten. Es ist wichtig, dass Patienten die Behandlung einhalten und eine phosphatarme Diät einhalten.
Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie gastrointestinalen Störungen, Übelkeit oder Verstopfung bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.
Häufige Nebenwirkungen sind gastrointestinale Störungen, Übelkeit und Verstopfung. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Darmverschluss oder gastrointestinale Perforation auftreten. Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über diese Risiken informiert werden.
NGP 10 (C2) - Ersatz der Nierenfunktion bei Patienten mit chronischem Nierenversagen
Preis
Zuzahlung
Patient
394.76 RON
394.76 RON
0.00 RON
Renagel 800 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 800 mg Sevelamerhydrochlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Weißliche, ovale Filmtablette, mit der Prägung 'RG800“ auf einer Seite.
Renagel ist indiziert zur Behandlung von Hyperphosphatämie bei erwachsenen Patienten, die eine
Hämodialyse oder eine Peritonealdialyse erhalten. Renagel sollte im Rahmen einer Mehrfachtherapieverwendet werden, die Kalziumzusätze, 1,25-Dihydroxyvitamin D3 oder ein Analogon desselben zur
Kontrolle der Entwicklung von renal bedingter Knochenerkrankung enthalten könnte.
Die empfohlene Anfangsdosis für Sevelamerhydrochlorid ist 2,4 g oder 4,8 g pro Tag in Abhängigkeitvom klinischen Bedarf und dem Serumphosphatspiegel. Renagel muss drei Mal täglich mit den
Mahlzeiten eingenommen werden.
Serumphosphatspiegel bei Patienten, die Anfangsdosis Renagel 800 mg Tablettenkeine Phosphatbinder einnehmen1,76-2,42 mmol/l (5,5-7,5 mg/dl) 1 Tablette, dreimal täglich> 2,42 mmol/l (> 7,5 mg/dl) 2 Tabletten, dreimal täglich
Patienten, die bereits mit Phosphatbindern behandelt wurden, sollten auf Renagel auf entsprechender
Grammbasis eingestellt werden und der Serumphosphatspiegel muss überwacht werden, um dieoptimale tägliche Dosis zu gewährleisten.
Titration und Erhaltungsdosis
Der Serumphosphatspiegel sollte eng überwacht und die Sevelamerhydrochlorid-Dosis mit 0,8 g dreimaltäglich (2,4 g/Tag) schrittweise titriert werden - wobei auf eine Absenkung des Serumphosphats auf1,76 mmol/l (5,5 mg/dl) oder darunter abgezielt wird. Der Serumphosphatspiegel sollte bis zum Erreicheneines stabilen Wertes alle zwei bis drei Wochen und danach in regelmäßigen Abständen kontrolliertwerden.
Die Dosis kann zwischen 1 und 5 Tabletten à 800 mg pro Mahlzeit variieren. Die durchschnittlichetatsächliche Tagesdosis in der chronischen Phase einer einjährigen klinischen Studie betrug 7 g
Sevelamer.Die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Arzneimittels bei Patienten unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
NiereninsuffizienzDie Sicherheit und Wirksamkeit dieses Arzneimittels ist bei Prädialysepatienten nicht erwiesen.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Patienten sollten Renagel mit den Mahlzeiten einnehmen und ihren vorgeschriebenen
Ernährungsplan einhalten. Die Tabletten müssen ganz geschluckt werden. Sie dürfen vor der
Einnahme nicht zerdrückt, zerkaut oder in Teile gebrochen werden.
* Überempfindlichkeit gegen Sevelamer oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
* Hypophosphatämie
* Darmobstruktion
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Renagel wurde noch nicht untersucht bei Patienten mit:
* Schluckstörungen,
* aktiver entzündlicher Darmerkrankung,
* gastrointestinalen Motilitätsstörungen, einschließlich unbehandelter oder schwerer
Gastroparese, Divertikulose, Retention des Mageninhalts und abnormem oder unregelmäßigem
Stuhlgang,
* großen Magen-Darm-Operationen in der Anamnese.
Deshalb sollte die Anwendung von Renagel bei Patienten mit diesen Erkrankungen nur mit besonderer
Vorsicht erfolgen.
Darmobstruktion und Ileus/Subileus
In sehr seltenen Fällen wurden bei Patienten im Verlauf einer Behandlung mit Sevelamerhydrochlorid
Darmobstruktion und Ileus/Subileus beobachtet. Obstipation kann als Symptom vorausgehen.
Patienten mit Obstipation sollten während der Behandlung mit Sevelamerhydrochlorid sorgfältigüberwacht werden. Kommt es bei Patienten zu schwerer Obstipation oder anderen schwerengastrointestinalen Symptomen, sollte eine erneute Abwägung der Behandlung mit Renagel erfolgen.
Fettlösliche Vitamine
Je nach Nahrungsaufnahme und der Art des terminalen Nierenversagens können Dialysepatientenniedrige Vitamin-A-, -D-, -E- und -K-Werte entwickeln. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass inder aufgenommenen Nahrung enthaltene fettlösliche Vitamine durch Renagel gebunden werden.
Daher sollten bei Patienten, die diese Vitamine nicht einnehmen, die Vitamin-A-, -D- und -E-Wertegemessen und der Vitamin-K-Status durch Messung der Thromboplastinzeit festgestellt werden. Wennnötig, sollten die Vitamine ergänzt werden. Eine zusätzliche Überwachung der Vitamin- und
Folsäurewerte ist bei Patienten unter Peritonealdialyse empfehlenswert, weil in der klinischen Studiebei diesen Patienten keine Vitamin-A-, -D-, -E- und -K-Werte gemessen wurden.
Folatmangel
Die derzeit vorliegenden Daten reichen nicht aus, um bei langfristiger Behandlung mit Renagel einenmöglichen Folatmangel auszuschließen.
Hypokalzämie/Hyperkalzämie
Patienten mit Niereninsuffizienz können eine Hypokalzämie oder Hyperkalzämie entwickeln. Renagelenthält kein Kalzium. Der Serumkalziumspiegel sollte, wie bei der Nachsorge von Dialysepatientenüblich, kontrolliert werden. Bei Hypokalzämie sollte ergänzend ein Kalziumpräparat gegeben werden.
Metabolische Azidose
Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sind prädisponiert, eine metabolische Azidose zuentwickeln. Bei der Umstellung von anderen Phosphatbindern auf Sevelamer wurde in mehreren
Studien eine Verschlimmerung der Azidose berichtet. In diesen Studien wurden bei den mit Sevelamerbehandelten Patienten niedrigere Bicarbonatspiegel beobachtet als bei Patienten, die mit Bindern auf
Kalziumbasis behandelt worden waren. Deshalb wird eine engmaschigere Überwachung des
Serumbicarbonatspiegels empfohlen.
Peritonitis
Bei Dialysepatienten bestehen je nach Dialyseverfahren bestimmte Infektionsrisiken. Bei Patientenunter Peritonealdialyse (PD) ist Peritonitis eine bekannte Komplikation. In einer klinischen Studie mit
Renagel wurden mehrere Fälle von Peritonitis berichtet. Patienten unter Peritonealdialyse solltendeshalb engmaschig überwacht werden, um zu gewährleisten, dass angemessene aseptische Technikenzuverlässig angewendet und Anzeichen und Symptome einer Peritonitis sofort erkannt und behandeltwerden.
Schlucken und Schluckbeschwerden
Gelegentlich wurde über Beschwerden beim Schlucken der Renagel-Tabletten berichtet. Dabeihandelte es sich in vielen dieser Fälle um Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen, wie
Schluckbeschwerden oder Erkrankungen der Speiseröhre. Deshalb ist bei der Anwendung von
Renagel bei Patienten mit Schluckbeschwerden besondere Vorsicht geboten.
HypothyreoseBei Patienten mit Hypothyreose, die gleichzeitig Sevelamerhydrochlorid und Levothyroxin erhalten,wird eine engmaschigere Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Langfristige, chronische Behandlung
Da bisher keine Daten zur chronischen Anwendung von Sevelamer über einen Zeitraum von mehr alseinem Jahr vorliegen, kann eine potenzielle Resorption und Akkumulation von Sevelamer im Verlaufeiner langfristigen, chronischen Behandlung nicht völlig ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Hyperparathyreoidismus
Renagel allein ist nicht für die Behandlung von Hyperparathyreoidismus indiziert. Renagel sollte bei
Patienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus im Rahmen einer Mehrfachtherapie verwendetwerden, die zur Senkung des intakten Parathormon-(iPTH-)Spiegels Kalziumzusätze,1,25-Dihydroxyvitamin D3 oder ein Analogon desselben enthalten könnte.
Serumchlorid
Während der Behandlung mit Renagel kann es zu einer Erhöhung des Serumchloridspiegels kommen,da im Darmlumen Chlorid gegen Phosphat ausgetauscht werden kann. Obwohl während der klinischen
Studien keine klinisch signifikante Erhöhung des Serumchloridspiegels festgestellt wurde, sollte der
Serumchloridspiegel, wie bei der Nachsorge von Dialysepatienten üblich, kontrolliert werden. Ein
Gramm Renagel enthält ungefähr 180 mg (5,1 mmol) Chlorid.
Entzündliche gastrointestinale Erkrankungen
Es wurden Fälle von schwerwiegenden entzündlichen Erkrankungen verschiedener Abschnitte des
Gastrointestinaltrakts in Verbindung mit Sevelamerkristallen berichtet (einschließlichschwerwiegender Komplikationen wie Blutung, Perforation, Ulzeration, Nekrose, Kolitis und
Raumforderung im Kolon/Zäkum) (siehe Abschnitt 4.8). Entzündliche Erkrankungen können nachdem Absetzen von Sevelamer abklingen. Kommt es bei Patienten zu schweren gastrointestinalen
Symptomen, sollte eine erneute Abwägung der Behandlung mit Sevelamerhydrochlorid erfolgen.
Dialyse
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen bei Dialysepatienten durchgeführt.
Ciprofloxacin
In Wechselwirkungsstudien an Probanden verringerte Sevelamerhydrochlorid die Bioverfügbarkeitvon Ciprofloxacin um ca. 50 %, wenn das Arzneimittel in einer Einzeldosisstudie zusammen mit
Renagel gegeben wurde. Aus diesem Grund sollte Renagel nicht gleichzeitig mit Ciprofloxacineingenommen werden.
Antiarrhythmika und Antiepileptika
Patienten, die Antiarrhythmika zur Behandlung von Arrhythmien und Antiepileptika zur Behandlungvon epileptischen Anfällen einnehmen, wurden von der Teilnahme an klinischen Studienausgeschlossen. Vorsicht ist geboten, wenn Sevelamerhydrochlorid Patienten verschrieben wird, dieauch derartige Arzneimittel einnehmen.
Levothyroxin
Aus den Erfahrungen nach der Markteinführung wurden bei Patienten, die gleichzeitig
Sevelamerhydrochlorid und Levothyroxin erhielten, in sehr seltenen Fällen erhöhte Thyroidea-stimulierendes-Hormon-(TSH-)Spiegel berichtet. Bei Patienten, die beide Arzneimittel einnehmen,wird daher eine engmaschigere Überwachung des TSH-Spiegels empfohlen.
Ciclosporin, Mycophenolatmofetil und Tacrolimus bei transplantierten Patienten
Bei Transplantationspatienten wurden reduzierte Ciclosporin-, Mycophenolatmofetil- und
Tacrolimuswerte ohne klinische Folgeerscheinungen (z. B. Transplantatabstoßung) beobachtet, wenndiese Arzneimittel zusammen mit Sevelamerhydrochlorid gegeben wurden. Die Möglichkeit einer
Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Eine engmaschige Überwachung der
Konzentration von Mycophenolatmofetil, Ciclosporin und Tacrolimus im Blut sollte im Verlauf der
Anwendung der Kombination und nach deren Absetzen in Erwägung gezogen werden.
Digoxin, Warfarin, Enalapril oder Metoprolol
In Wechselwirkungsstudien an Probanden zeigte Renagel keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeitvon Digoxin, Warfarin, Enalapril oder Metoprolol.
Protonenpumpeninhibitoren
Aus den Erfahrungen nach der Markteinführung wurden sehr seltene Fälle von erhöhten
Phosphatspiegeln bei Patienten berichtet, die Protonenpumpeninhibitoren zusammen mit
Sevelamerhydrochlorid genommen haben.
Bioverfügbarkeit
Renagel wird nicht resorbiert und kann die Bioverfügbarkeit anderer Arzneimittel beeinflussen. In
Fällen, in denen bei der Gabe eines Arzneimittels eine Reduktion der Bioverfügbarkeit eine klinischsignifikante Wirkung auf die Sicherheit oder Wirksamkeit haben könnte, sollte dieses Arzneimittelmindestens eine Stunde vor bzw. drei Stunden nach Renagel gegeben oder eine Überwachung der
Blutspiegel durch den behandelnden Arzt erwogen werden.
Die Sicherheit von Sevelamerhydrochlorid bei schwangeren Frauen ist nicht erwiesen. In
Tierversuchen ergaben sich keine Hinweise auf von Sevelamer verursachte embryofötale Toxizität.
Renagel sollte Schwangeren nur dann gegeben werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist undsowohl für die Mutter als auch für den Fetus eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführtwurde (siehe Abschnitt 5.3).
StillzeitDie Sicherheit von Sevelamerhydrochlorid wurde bei stillenden Frauen nicht erwiesen. Renagel darfstillenden Frauen nur gegeben werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist und zuvor eine sorgfältige
Risiko-Nutzen-Analyse sowohl für die Mutter als auch für den Säugling durchgeführt wurde (siehe
Abschnitt 5.3).
FertilitätÜber die Auswirkungen von Sevelamer auf die menschliche Fertilität liegen keine Daten vor.
Basierend auf einem Vergleich der relativen Körperoberfläche haben tierexperimentelle Studiengezeigt, dass Sevelamer die Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten nach Expositionen, die als
Äquivalentdosis beim Menschen der doppelten maximalen Dosis bei klinischen Studien von 13 g/Tagentsprechen, nicht beeinträchtigt.
Sevelamer hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 5 % der Patienten) lassen sich alle in die Systemorganklasse der
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts einordnen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenEs wurden Parallel-Design-Studien an 244 Hämodialysepatienten mit einer Behandlungsdauer von biszu 54 Wochen und 97 Peritonealdialysepatienten mit einer Behandlungsdauer von 12 Wochendurchgeführt.
Nebenwirkungen aus diesen Studien (299 Patienten), aus unkontrollierten klinischen Studien(384 Patienten) und Spontanberichte aus Erfahrungen nach der Markteinführung werden in dernachfolgenden Tabelle nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeit der Berichte wird wie folgtklassifiziert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100),selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlageder verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
MedDRA- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Sehr selten Nicht bekannt
Systemorgan-klassen
Erkrankungen Überempfind-des lichkeit*
Immunsystems
Stoffwechsel- Azidose,und Ernährungs- erhöhtestörungen Serumchlorid-spiegel
MedDRA- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Sehr selten Nicht bekannt
Systemorgan-klassen
Erkrankungen Übelkeit, Diarrhö, Abdominal-des Erbrechen Dyspepsie, schmerz, Darm-
Gastrointestinal- Flatulenz, obstruktion,trakts Schmerzen Ileus/Subileus,im Divertikulitis,
Oberbauch, Darm-
Obstipation perforation1,
Gastrointestinal-blutung*1,intestinale
Ulzeration*1,gastrointestinale
Nekrose*1,
Kolitis*1,
Raumforderungim Intestinum*1
Erkrankungen Pruritus,der Haut und Ausschlagdes
Unterhautzell-gewebes
Untersuchungen Intestinale
Kristallablage-rung*1
*Erfahrungen nach der Markteinführung.1Siehe Warnhinweis bezüglich entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen in Abschnitt 4.4.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Renagel wurde Probanden in Dosierungen von bis zu 14 g/Tag, entsprechend 17 800-mg-Tabletten,über einen Zeitraum von acht Tagen gegeben, ohne dass Nebenwirkungen festgestellt wurden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Behandlung von Hyperphosphatämie. ATC-Code: V03A E02.
Renagel enthält Sevelamer, ein nicht resorbierbares, phosphatbindendes
Poly(allylaminhydrochlorid)polymer, das weder Metall noch Kalzium enthält. Sevelamer enthältzahlreiche Aminogruppen, die jeweils durch ein Kohlenstoffatom vom Polymergerüst getrennt sind.
Diese Amine werden teilweise im Darm protoniert und interagieren mit Phosphatmolekülen durch
Ionen- und Wasserstoffbrückenbindung. Über die Bindung von Phosphat im Magen-Darm-Traktreduziert Sevelamer den Serumphosphatspiegel.
In klinischen Studien erwies sich Sevelamer als wirksam zur Senkung des Serumphosphatspiegels bei
Patienten, die eine Hämodialyse oder eine Peritonealdialyse erhalten.
Sevelamer senkt die Inzidenz hyperkalzämischer Episoden im Vergleich zu Patienten, die nurkalziumbasierte Phosphatbinder erhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach geschieht dies, weil das
Präparat selbst kein Kalzium enthält. Die Wirkungen auf Phosphat und Kalzium wurden während desgesamten Verlaufs einer Studie mit einjähriger Verlaufskontrolle nachweislich aufrechterhalten.
In In-vitro- und In-vivo-Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Sevelamer Gallensäuren bindet. Die
Gallensäurebindung durch Ionenaustauschharze ist ein anerkanntes Verfahren zur Senkung des
Cholesterinspiegels im Blut. In klinischen Studien sanken die mittleren Werte für Gesamtcholesterinund LDL-Cholesterin um 15-31 %. Diese Wirkung wurde nach zwei Wochen beobachtet und wirddurch Langzeitbehandlung aufrechterhalten. Triglyzeride, HDL-Cholesterin und Albumin bliebenunverändert.
In klinischen Studien mit Hämodialysepatienten zeigte Sevelamer allein keine durchgängige undklinisch signifikante Wirkung auf das intakte Parathormon (iPTH) im Serum. In einer 12-wöchigen
Studie mit Peritonealdialysepatienten wurde allerdings eine ähnliche Reduktion des iPTH-Wertesbeobachtet wie bei Patienten, die Calciumacetat erhielten. Renagel sollte bei Patienten mit sekundärem
Hyperparathyreoidismus im Rahmen einer Mehrfachtherapie verwendet werden, die zur Senkung desintakten Parathormon-(iPTH-)Spiegels Kalziumzusätze, 1,25-Dihydroxyvitamin D3 oder ein Analogondesselben enthalten könnte.
In einer einjährigen klinischen Studie zeigte Renagel im Vergleich zu Calciumcarbonat keineunerwünschten Wirkungen auf den Knochenumsatz oder die Knochenmineralisierung.
Renagel wird gemäß einer pharmakokinetischen Studie mit einer Einmaldosis von Probanden nichtaus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Bei Patienten mit Nierenversagen wurden noch keinepharmakokinetischen Untersuchungen durchgeführt (siehe Abschnitt 4.4).
In präklinischen Untersuchungen an Ratten und Hunden senkte Renagel ab einer Dosierung, die dem
Zehnfachen der maximalen Humandosis entspricht, die Resorption der fettlöslichen Vitamine D, Eund K sowie von Folsäure.
In einer Studie an Ratten, in der Sevelamer in einer Dosierung angewendet wurde, die dem15-30-Fachen der menschlichen Dosierung entspricht, wurde ein Anstieg der Serumkupferwertefestgestellt. Dies wurde weder in einer Studie an Hunden noch in klinischen Prüfungen bestätigt.
Derzeit liegen keine offiziellen Kanzerogenitätsdaten vor. In-vitro- und In-vivo-Studien deuten jedochdarauf hin, dass Renagel kein genotoxisches Potenzial hat. Das Arzneimittel wird auch nicht im
Gastrointestinaltrakt resorbiert.
In Reproduktionsstudien wurden für die untersuchten Dosen (bis zu 1 g/kg/Tag bei Kaninchen und biszu 4,5 g/kg/Tag bei Ratten) keine Anzeichen dafür festgestellt, dass Sevelamer zu Embryoletalität,
Fötotoxizität oder Teratogenität führt. In den Föten weiblicher Ratten, denen die 8-20-fache Dosis dermaximalen Humandosis von 200 mg/kg verabreicht worden war, wurden an verschiedenen Stellen
Defizite in der Skelettknochenbildung festgestellt. Dabei könnte es sich bei diesen hohen Dosen um
Sekundäreffekte einer Verarmung an Vitamin D und/oder Vitamin K handeln.
Hochdisperses Siliciumdioxid
Stearinsäure
Filmüberzug:Hypromellose (E 464)
Glycerol(mono/di)acetatmonoalkanoat (C16-C18)
Nicht zutreffend.
3 Jahre.
Nicht über 25 ºC lagern.
Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Flaschen aus HDPE mit kindergesichertem Verschluss aus Polypropylen und Folien-Induktionssiegel.
Packungsgrößen:1 Flasche mit 100 Filmtabletten1 Flasche mit 180 Filmtabletten
Bündelpackungen mit 180 Filmtabletten (6 Flaschen mit 30 Tabletten)
Bündelpackungen mit 360 Filmtabletten (2 Flaschen mit 180 Tabletten)
Bündelpackungen mit 540 Filmtabletten (3 Flaschen mit 180 Tabletten)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Sanofi Winthrop Industrie, 82 Avenue Raspail, 94250 Gentilly, Frankreich
EU/1/99/123/008 1 Flasche mit 180 Filmtabletten
EU/1/99/123/009 Bündelpackungen mit 360 Filmtabletten (2 Flaschen mit 180 Tabletten)
EU/1/99/123/010 Bündelpackungen mit 540 Filmtabletten (3 Flaschen mit 180 Tabletten)
EU/1/99/123/011 1 Flasche mit 100 Filmtabletten
EU/1/99/123/012 1 Flasche mit 180 Filmtabletten ohne Umkarton
EU/1/99/123/013 Bündelpackungen mit 180 Filmtabletten (6 Flaschen mit 30 Tabletten)
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Januar 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. November 2014
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.