Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels REFACTO AF 2000UI pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ReFacto AF 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ReFacto AF 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ReFacto AF 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ReFacto AF 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ReFacto AF 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
ReFacto AF 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
ReFacto AF 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
ReFacto AF 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
ReFacto AF 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
ReFacto AF 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 250 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 62,5 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 500 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 125 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 1.000 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 250 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 2.000 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 500 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält nominell 250 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 62,5 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält nominell 500 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 125 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält nominell 1.000 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 250 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält nominell 2.000 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 500 I.E. Moroctocog alfa.
ReFacto AF 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer
Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält nominell 3.000 I.E.* Moroctocog alfa**.
Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung etwa 750 I.E. Moroctocog alfa.
* Die Aktivität (Internationale Einheiten, I.E.) wird anhand des in der Europäischen Pharmakopoebeschriebenen chromogenen Assays bestimmt. Die spezifische Aktivität von ReFacto AF beträgt7.600-13.800 I.E./mg Protein.
** Humaner Gerinnungsfaktor VIII, der unter Verwendung rekombinanter DNA-Technologie in einer
Ovarial-Zelllinie des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) hergestellt wird. Moroctocog alfa ist ein
Glykoprotein mit 1.438 Aminosäuren mit einer Aminosäuresequenz, die der 90- und 80-kDa-Formvon Faktor VIII entspricht (d. h., die B-Domäne ist entfernt), und hat posttranslationale
Modifikationen, die denen des aus Plasma gewonnenen Moleküls ähnlich sind.
Der Herstellungsprozess von ReFacto wurde geändert, um jegliches exogene, vom Menschen oder
Tier stammende Protein im Zellkulturprozess, bei der Aufreinigung oder in der Endformulierung zueliminieren. Gleichzeitig wurde der Handelsname in ReFacto AF geändert.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungNach Rekonstitution 1,27 mmol (29 mg) Natrium pro Durchstechflasche oder Fertigspritze.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellungeiner Injektionslösung
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Weißer/ weißgrauer Pulverkuchen/ Pulver
Klares, farbloses Lösungsmittel
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze
Weißer/ weißgrauer Pulverkuchen/ Pulver in der oberen Kammer der Fertigspritze
Klares, farbloses Lösungsmittel in der unteren Kammer der Fertigspritze
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung und Prophylaxe von Blutungsepisoden bei Patienten mit Hämophilie A (angeborener
Mangel an Faktor VIII)
ReFacto AF ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern aller Altersstufen, einschließlich
Neugeborener, geeignet.
ReFacto AF enthält keinen Von-Willebrand-Faktor und ist folglich nicht für die Behandlung des
Von-Willebrand-Jürgens-Syndroms indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines in der Behandlung der Hämophilie A erfahrenen Arztesbegonnen werden.
Überwachung der BehandlungZur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeit werden im Verlauf der Behandlunggeeignete Bestimmungen der Faktor-VIII-Spiegel empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen
Patienten auf Faktor VIII kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und
Wiederfindungsraten (Recovery) zeigt. Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss für unter-oder übergewichtige Patienten unter Umständen angepasst werden. Insbesondere bei größerenchirurgischen Eingriffen ist eine genaue Überwachung der Substitutionstherapie mittels einer
Gerinnungsanalyse (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) unerlässlich.
Bei der Überwachung der Spiegel der Faktor-VIII-Aktivität während der Behandlung mit ReFacto AFwird die Verwendung des chromogenen Assays empfohlen. Bei Verwendung eines auf der
Thromboplastinzeit (aPTT) basierenden einstufigen In-vitro-Gerinnungstests zur Bestimmung der
Faktor-VIII-Aktivität in Blutproben der Patienten können die Ergebnisse der Faktor-VIII-Aktivität im
Plasma sowohl von der Art des verwendeten aPTT-Reagenz als auch vom verwendeten
Referenzstandard erheblich beeinflusst werden. Auch kann es zu erheblichen Abweichungenzwischen Testergebnissen des einstufigen aPTT-basierten Gerinnungstests und dem chromogenen
Assay kommen. Typischerweise sind die Ergebnisse des einstufigen Gerinnungstests 20-50 %niedriger als die des chromogenen Assays. Der ReFacto-AF-Laborstandard kann zur Korrektur dieser
Abweichung eingesetzt werden (siehe Abschnitt 5.2). Dies ist besonders dann wichtig, wenn das
Labor und/ oder die im Test verwendeten Reagenzien gewechselt werden.
DosierungDie Dosis und Dauer der Substitutionstherapie sind vom Schweregrad des Faktor-VIII-Mangels, Ortund Ausmaß der Blutung sowie vom klinischen Zustand des Patienten abhängig. Die applizierten
Dosen müssen entsprechend dem klinischen Ansprechen des Patienten angepasst werden. Bei
Vorhandensein eines Inhibitors kann eine höhere Dosierung oder eine entsprechende spezifische
Behandlung erforderlich werden.
Die Anzahl der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten wird, auf Grundlage des derzeitigen WHO-
Standards für Faktor-VIII-Produkte, in internationalen Einheiten (I.E.) ausgedrückt. Die Faktor-VIII-
Aktivität im Plasma wird entweder als ein Prozentsatz (bezogen auf normales menschliches Plasma)oder in I.E. (bezogen auf einen internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben. Eine
I.E. der Faktor-VIII-Aktivität entspricht der Menge an Faktor VIII in einem Milliliter normalenmenschlichen Plasmas.
Ein anderes Moroctocog-alfa-Produkt, das zur Verwendung außerhalb Europas zugelassen wurde, istherstellerseits mit einer abweichenden Aktivität ausgewiesen, die mittels des einstufigen
Gerinnungstests gegen den internationalen WHO-Standard kalibriert wurde. Dieses Produkt hat den
Handelsnamen XYNTHA. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Methoden, die angewendetwerden, um die Aktivitäten von XYNTHA und ReFacto AF zu bestimmen, entspricht 1 I.E.
XYNTHA (kalibriert mit dem einstufigen Gerinnungstest) etwa 1,38 I.E. ReFacto AF (kalibriert mitdem chromogenen Assay). Wenn ein Patient, der normalerweise mit XYNTHA behandelt wird,
ReFacto AF verordnet bekommt, sollte der behandelnde Arzt auf der Basis der Messwerte der Faktor-
VIII-Recovery eine Anpassung der Dosierungsempfehlungen in Erwägung ziehen.
Personen mit Hämophilie A sollten auf der Basis ihres laufenden Behandlungsschemas angewiesenwerden, bei Reisen eine angemessene Menge des Faktor VIII-Produkts für vorauszusehende
Behandlungen mitzuführen. Die Patienten sollten angewiesen werden, sich vor Reisen mit ihrem Arztoder Apotheker zu beraten.
Bedarfsbehandlung
Die Berechnung der benötigten Dosis an Faktor VIII beruht auf dem Erfahrungswert, dass 1 I.E. von
Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um 2 I.E./dl erhöht. Dieerforderliche Dosis wird nach der folgenden Formel berechnet:
Erforderliche Einheiten (I.E.) = Körpergewicht (kg) x erwünschter Faktor-VIII-Anstieg (% oder
I.E./dl) x 0,5 (I.E./kg pro I.E./dl), wobei '0,5 I.E./kg pro I.E./dl“ den reziproken Wert der
Wiederfindung (Recovery) darstellt, die im Allgemeinen nach Infusionen von Faktor VIII beobachtetwird.
Die erforderliche Dosierung und Häufigkeit der Anwendung sollten sich stets an der klinischen
Wirksamkeit im Einzelfall orientieren.
Bei den nachfolgend aufgeführten Blutungsereignissen sollte die Faktor-VIII-Aktivität nicht unter dieangegebenen Plasmaspiegel (in % des Normbereichs oder in I.E./dl) im angegebenen
Behandlungszeitraum abfallen. Die Angaben in der nachstehenden Tabelle können als
Dosierungsrichtwerte bei Blutungsepisoden und chirurgischen Eingriffen verwendet werden:
Schweregrad der Erforderlicher Häufigkeit der Anwendung (Stunden)/
Blutung/ Art des Faktor-VIII- Dauer der Therapie (Tage)chirurgischen Spiegel (%
Eingriffs oder I.E./dl)
BlutungBeginnende 20-40 Wiederholung der Infusion alle 12-24 Stunden;
Hämarthrosen, mindestens 1 Tag, bis die Blutung, angezeigt durch
Blutungen im Muskel- Schmerzen, gestillt oder eine Wundheilung erreichtoder Mundbereich ist
Umfangreichere 30-60 Wiederholung der Infusion alle 12-24 Stunden über
Hämarthrosen, 3-4 Tage oder länger, bis die Schmerzen und akuten
Muskelblutungen oder Behinderungen aufhören.
Hämatome
Lebensbedrohliche 60-100 Wiederholung der Infusion alle 8-24 Stunden, bis
Blutungen der Patient außer Gefahr ist
OperationenKleinere Eingriffe 30-60 Wiederholung der Infusion alle 24 Stunden füreinschließlich mindestens 1 Tag bis eine Wundheilung erreicht ist
Zahnextraktion
Größere Eingriffe 80-100 Wiederholung der Infusion alle 8-24 Stunden bis zur(prä- und ausreichenden Wundheilung; anschließendpostoperativ) Weiterbehandlung für mindestens 7 weitere Tage zur
Aufrechterhaltung einer Faktor-VIII-Aktivität von30-60 % (I.E./dl)
ProphylaxeZur Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen dieüblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen. Ineinigen Fällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, können kürzere Verabreichungsintervalle oderhöhere Dosen erforderlich sein.
Kinder und JugendlicheWenn jüngere Kinder (im Alter unter 6 Jahren) mit ReFacto AF behandelt werden, sollte die
Notwendigkeit einer im Vergleich zu Erwachsenen und älteren Kindern erhöhten Dosis vorabberücksichtigt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere MenschenAn klinischen Studien nahmen keine Patienten ab 65 Jahren teil. Die Dosis sollte bei älteren Patientenim Allgemeinen individuell bestimmt werden.
Nieren- oder Leberfunktionsstörung
Eine Dosisanpassung für Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung wurde in klinischen
Studien nicht untersucht.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
ReFacto AF wird nach Rekonstitution des lyophilisierten Pulvers zur Herstellung einer
Injektionslösung mit der mitgelieferten Natriumchloridlösung zur Injektion (in einer Konzentrationvon 9 mg/ml bzw. 0,9 %) über mehrere Minuten als intravenöse Infusion verabreicht. Die
Applikationszeit sollte dabei so gewählt werden, wie es für den Patienten angenehm ist.
Wenn medizinische Laien das Produkt verabreichen, wird ein geeignetes Training empfohlen.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Bekannte allergische Reaktion gegen Hamsterprotein.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Die Patienten können eines der abziehbaren Etiketten, die sich auf der Durchstechflasche oder der
Fertigspritze befinden, in ihrem Patiententagebuch aufkleben, um die Chargennummer zudokumentieren oder um Nebenwirkungen zu berichten.
ÜberempfindlichkeitEs wurden im Zusammenhang mit ReFacto AF allergische Überempfindlichkeitsreaktionenbeobachtet. Das Produkt enthält Spuren von Hamsterproteinen. Wenn Symptome einer
Überempfindlichkeit auftreten, müssen die Patienten angewiesen werden, die Anwendung des
Arzneimittels unverzüglich zu beenden und ihren Arzt zu kontaktieren. Die Patienten müssen überfrühe Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion, einschließlich Nesselsucht, generalisierte
Urtikaria, Engegefühl im Brustkorb, keuchende Atmung, Hypotonie und Anaphylaxie, aufgeklärtwerden.
Im Falle eines Schocks sollte die medizinische Standardbehandlung gegen Schock eingeleitet werden.
Inhibitoren
Die Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte
Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind stets gegendie prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-Immunglobuline, die in
Bethesda-Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mittels eines modifizierten Assays quantifiziert werden. Das
Risiko, Inhibitoren zu entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der
Exposition gegenüber Faktor VIII. Dieses Risiko ist innerhalb der ersten 50 Expositionstage amgrößten, bleibt jedoch das ganze Leben lang bestehen, auch wenn eine Inhibitorentwicklung danachnur noch gelegentlich auftritt.
Die klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobeiniedrigtitrige Inhibitoren ein geringeres Risiko eines ungenügenden klinischen Ansprechensaufweisen als solche mit hohem Titer.
Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältigmittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von
Inhibitoren überwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die
Blutung nicht durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patientauf Faktor-VIII-Hemmkörper hin untersucht werden. Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kanndie Faktor-VIII-Therapie unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betrachtgezogen werden. Die Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit
Hämophilie und mit Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.
Berichte über mangelhafte Wirksamkeit
Während der klinischen Studien und nach Markteinführung von ReFacto wurde über einemangelhafte Wirksamkeit, besonders bei Patienten in der Prophylaxe, berichtet. Diese mangelhafte
Wirksamkeit von ReFacto wurde beschrieben als 'Blutung in die Zielgelenke“, 'Blutung in neue
Gelenke“ oder 'das subjektive Gefühl einer neuen Blutung“ beim Patienten. Bei einer Umstellung auf
ReFacto AF ist es wichtig, die Dosis individuell einzustellen und den Faktorenspiegel jedes Patientenzu überwachen, um ein adäquates Ansprechen auf die Therapie sicherzustellen (siehe Abschnitt 4.8).
Kardiovaskuläre Ereignisse
Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit
Faktor VIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
Katheter-assoziierte Komplikationen
Wenn ein zentraler Venenkatheter (CVAD = Central Venous Access Devices) erforderlich ist, solltedas Risiko CVAD-assoziieter Komplikationen, einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und
Thrombose an der Katheterstelle, berücksichtigt werden (siehe Abschnitt 4.8).
NatriumgehaltDas Arzneimittel enthält nach Rekonstitution 1,27 mmol (29 mg) Natrium je Durchstechflasche oder
Fertigspritze, entsprechend 1,5 % der von der WHO für einen Erwachsenen maximal empfohlenentäglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g. Abhängig vom Körpergewicht des Patientenund der Dosierung von ReFacto AF können Patienten mehrere Durchstechflaschen oder Fertigspritzenerhalten. Dies ist zu berücksichtigen, wenn der Patient eine natriumarme Diät einhalten soll.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungen rekombinanter Gerinnungsfaktor-VIII-Produkte mit anderen
Arzneimitteln berichtet.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Mit Faktor VIII wurden keine Reproduktionsstudien an Tieren durchgeführt, sodass keine Daten zur
Fertilität vorliegen. Da Hämophilie A nur in seltenen Fällen bei Frauen auftritt, liegen keine
Erfahrungswerte zur Anwendung von Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.
Daher sollte Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger
Indikationsstellung angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenReFacto AF hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsÜberempfindlichkeit oder allergische Reaktionen (zu denen Angioödeme, Brennen und Stechen ander Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria, Kopfschmerzen, Nesselsucht,
Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Engegefühl im Brustkorb, Kribbeln, Erbrechensowie keuchende Atmung zählen können) wurden unter ReFacto sporadisch beobachtet und könnensich in einigen Fällen zu einer schweren Anaphylaxie, einschließlich Schock, entwickeln (siehe
Abschnitt 4.4)
In ReFacto AF können Spuren von Hamsterprotein enthalten sein. Sehr selten wurde die Entwicklungvon Antikörpern gegen Hamsterprotein beobachtet, ohne dass dies klinische Folgen gehabt hätte. Ineiner Studie mit ReFacto zeigten 20 von 113 (18 %) vorbehandelten Patienten (PTPs) einen Anstiegder Anti-CHO-Antikörper-Titer, jedoch ohne irgendwelche sichtbaren klinischen Auswirkungen.
Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich ReFacto AF, behandelt werden,können sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln. Bei Auftreten solcher Inhibitorenkann sich dies in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit äußern. In diesem Fall wirdempfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nachfolgende Tabelle entspricht der MedDRA-Systemorganklassifizierung (SOC und Preferred
Term-Level). Die Häufigkeiten wurden gemäß der folgenden Konvention bewertet: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) und gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100). In der Tabelle sind
Nebenwirkungen aufgeführt, die in den klinischen Studien mit ReFacto oder ReFacto AF gemeldetwurden. Die Häufigkeitsangaben basieren auf Nebenwirkungen jeglicher Ursache, die in gepooltenklinischen Studien mit 765 Teilnehmern bei der Behandlung auftraten.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradaufgeführt.
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich≥ 1/10 ≥ 1/100 bis < 1/10 ≥ 1/1.000 bis < 1/100
Erkrankungen des FVIII-Inhibition FVIII-Inhibition (PTPs)*
Blutes und des (PUPs)*
Lymphsystems
Erkrankungen des anaphylaktische Reaktion
Immunsystems
Stoffwechsel- und verminderter Appetit
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Kopfschmerzen Schwindel Neuropathie (peripher),
Nervensystems Somnolenz, Störungendes Geschmackssinns
Herzerkrankungen Angina pectoris,
Tachykardie,
Herzklopfen
Gefäßerkrankungen Hämorrhagie, Hämatom niedriger Blutdruck,
Thrombophlebitis,
Hitzegefühl
Erkrankungen der Husten Atemnot
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Durchfall, Erbrechen,
Gastrointestinaltrakts abdominale Schmerzen,
Übelkeit
Erkrankungen der Urtikaria, Ausschlag, Hyperhidrose
Haut und des Hautjucken
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Arthralgie Myalgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Allgemeine Pyrexie Schüttelfrost, Asthenie, Reaktion an der
Erkrankungen und katheterbedingte Injektionsstelle, Schmerz
Beschwerden am Reaktion an der Injektionsstelle,
Verabreichungsort Entzündung an der
Injektionsstelle
Untersuchungen Antikörpertest positiv, Aspartat-
Anti-Faktor-VIII- Aminotransferase erhöht,
Antikörpertest positiv Alanin-Aminotransferaseerhöht, Blutbilirubinerhöht,
Blutkreatinphospho-kinase erhöht
* Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen Faktor VIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer
Hämophilie A gehörten. PTPs = vorbehandelte Patienten, PUPs = zuvor unbehandelte Patienten
Kinder und JugendlicheFür einen Fall einer Zystenbildung bei einem 11-jährigen Patienten und einen Fall von Verwirrung beieinem 13-jährigen Patienten wurde ein möglicher kausaler Zusammenhang mit der ReFacto AF-
Behandlung beschrieben.
Die Sicherheit von ReFacto AF wurde in Studien sowohl an vorbehandelten Erwachsenen als auch anvorbehandelten Kindern und Jugendlichen (n = 18, Alter: 12-16 Jahre in einer Studie und n = 49,
Alter: 7-16 Jahre in einer supportiven Studie) untersucht, mit einer Tendenz hin zu höheren
Nebenwirkungsraten bei Kindern im Alter von 7-16 Jahren im Vergleich zu Erwachsenen.
Zusätzliche Daten zur Sicherheit bei Kindern wurden in Studien sowohl an vorbehandelten (n = 18,
Alter: < 6 Jahre und n = 19, Alter: 6 bis < 12 Jahre) als auch an nicht vorbehandelten Patienten(n = 23, Alter: < 6 Jahre) gesammelt, aus denen sich ein Sicherheitsprofil ähnlich wie beierwachsenen Patienten ergab.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Symptome von Überdosierung im Zusammenhang mit rekombinanten
Gerinnungsfaktor-VIII-Produkten berichtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Blutgerinnungsfaktor VIII; ATC-Code:
B02BD02
ReFacto AF enthält einen B-Domänen-deletierten rekombinanten Gerinnungsfaktor VIII (Moroctocogalfa). Dieser ist ein Glykoprotein mit einer Molekülmasse von ca. 170.000 Da, das aus1.438 Aminosäuren besteht. Die Wirkungsweise von ReFacto AF ist mit der des endogenen
Faktor VIII vergleichbar. Da die Aktivität des Faktor VIII bei Hämophilie A stark vermindert ist, isteine Substitutionstherapie erforderlich.
Nach Infusion bindet Faktor VIII an den Von-Willebrand-Faktor, der im Blutkreislauf des hämophilen
Patienten vorhanden ist.
Aktivierter Faktor VIII beschleunigt als Co-Faktor von aktiviertem Faktor IX die Umwandlung von
Faktor X in aktivierten Faktor X. Der aktivierte Faktor X wandelt Prothrombin in Thrombin um.
Thrombin setzt schließlich Fibrinogen in Fibrin um, wodurch sich ein Gerinnsel bildet. Hämophilie Aist eine angeborene, geschlechtsspezifische Störung der Blutgerinnung, bedingt durch erniedrigte
Faktor-VIII:C-Spiegel, und führt zu ausgeprägten Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren
Organen, entweder spontan oder infolge eines durch Verletzung oder Operation hervorgerufenen
Traumas. Durch die Substitutionstherapie werden die Faktor-VIII-Spiegel erhöht, wodurch der Faktor-
VIII-Mangel und die Blutungsneigung vorübergehend korrigiert werden können.
Klinische WirksamkeitDie Daten in der folgenden Tabelle beziehen sich auf PUPs und PTPs aus Studien zu ReFacto AF an
Patienten < 12 Jahren.
Faktor-Verbrauch und Wirksamkeitsergebnisse bei Kindern und Jugendlichen
PTPs PTPs PUPs< 6 Jahre 6 bis < 6 Jahre< 12 Jahre
Dosis nach Gewicht (IE/kg) pro n = 14 n = 13 n = 22
Prophylaxe-Infusiona 36 IE/kg 32 IE/kg 46 IE/kg
Median (min, max) (28, 51) (21, 49) (17, 161)
Gesamt-ABR aller Teilnehmerb n = 23
Median (min, max) -- -- 3,17(0,0, 39,5)
Gesamt-ABR bei Teilnehmern mitn = 5 n = 9
Angabe einer Bedarfsbehandlung41,47 25,22 --bei Studienbeginn (Baseline)(1,6, 50,6) (0,0, 46,6)
Median (min, max)
Gesamt-ABR bei Teilnehmern mitn = 13 n = 9
Angabe einer Prophylaxe-1,99 5,55 --
Behandlung bei Baselinec(0,0, 11,2) (0,0, 13,0)
Median (min, max)
Dosis nach Gewicht (IU/kg) pron = 13 n = 14 n = 21
Blutungsepisode bei35 IE/kg 33 IE/kg 55 IE/kg
Blutungsbehandlung(28, 86) (17, 229) (11, 221)
Median (min, max)% der mit ≤ 2 Infusionen98,7 % 98,8 % 96,7 %erfolgreich behandelten Blutungena Die verordnete Dosis und Frequenz von ReFacto AF während der Studie lag im Ermessendes Prüfarztes gemäß lokalem Behandlungsstandard.b Teilnehmer der PUP-Studie mussten kein regelmäßiges, kontinuierliches Prophylaxe-Regimeeinhalten. Mit der Ausnahme eines Teilnehmers (mit Behandlung bei Bedarf) erhielten jedochdie meisten Teilnehmer regelmäßige Infusionen zur Prophylaxe. Mehrere Teilnehmerbegannen mit Infusionen bei Bedarf, wurden jedoch während der Studienteilnahme auf eineprophylaktische Behandlung umgestellt. Manche Teilnehmer erhielten nur sporadisch
Infusionen zur Prophylaxe.c Teilnehmer der PTP-Studie gaben bei Studienbeginn (Baseline) an, ob sie eine FVIII-
Behandlung als Prophylaxe oder bei Bedarf erhielten. Eine Einhaltung des jeweiligen
Behandlungsschemas war keine Voraussetzung für die Studienteilnahme. Die verordnete
Dosis und Frequenz von ReFacto AF während der Studie lag im Ermessen des Prüfarztesgemäß lokalem Behandlungsstandard.
Abkürzungen: ABR = errechnete jährliche Blutungsrate (annualised bleeding rate)
Zu beachten ist, dass die errechnete jährliche Blutungsrate (annualised bleeding rate, ABR) zwischenverschiedenen Faktor-Konzentraten und zwischen verschiedenen klinischen Studien nichtvergleichbar ist.
ImmuntoleranzinduktionDie Daten zur Immuntoleranzinduktion (ITI) wurden an Hämophilie-A-Patienten erhoben, die
Inhibitoren gegen den Faktor VIII entwickelt hatten. Als Teil der pivotalen Studie mit ReFacto an
PUPs wurden ITI-Daten von 25 Patienten überprüft (15 mit hohen Titern, 10 mit niedrigen Titern).
Von diesen 25 Patienten wiesen 20 eine Abnahme des Inhibitortiters auf < 0,6 B.E./ml auf. 11 vonihnen gehörten zu den 15 Patienten, die anfänglich hohe Titer hatten (≥ 5 B.E./ml) und 9 gehörten zuden 10 Patienten, die anfänglich niedrige Titer hatten. Von den 6 Patienten, die niedrige Inhibitortiterentwickelten aber keine ITI erhielten, wiesen 5 eine ähnliche Abnahme des Titers auf. Es liegen keine
Langzeitergebnisse vor.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von ReFacto, die sich unter Verwendung des chromogenen
Assays (siehe Abschnitt 4.2) aus einer Cross-over-Studie von ReFacto mit einem plasmatischen
F-VIII-Konzentrat an 18 vorbehandelten Patienten herleiten, sind in der nachstehenden Tabelleaufgeführt.
Abschätzungen der pharmakokinetischen Parameterfür ReFacto bei zuvor behandelten Patienten mit Hämophilie A
PK-Parameter Mittelwert SD Median
AUCt (I.E.·h/ml) 19,9 4,9 19,9t1/2 (h) 14,8 5,6 12,7
CL (ml/h·kg) 2,4 0,75 2,3
MRT (h) 20,2 7,4 18,0
Recovery 2,4 0,38 2,5(I.E./dl Anstieg von FVIII:C je I.E./kgverabreichten FVIII)
Abkürzungen: AUCt = Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve von Zeitpunkt '0“ bis 'letzte messbare
Konzentration“; t1/2 = Halbwertszeit; CL = Clearance; FVIII:C = FVIII-Aktivität, MRT = mittlere Verweildauer(mean residence time)
In einer Studie, in der die Aktivitäten von ReFacto AF, von ReFacto und die Aktivität von FVIII unter
Verwendung des chromogenen Assays im Plasma von Patienten gemessen wurden, wurde gezeigt,dass ReFacto AF zu ReFacto bioäquivalent ist. Basierend auf der Methode der kleinsten Quadrate wardas Verhältnis der geometrischen Mittelwerte von ReFacto AF zu ReFacto für die Recovery 100,6 %,für AUCt 99,5 % und für AUC∞ (Fläche unter der Kurve [area under the curve, AUC] von Zeitpunkt'0“ bis 'unendlich“) 98,1 %. Die entsprechenden 90-%-Konfidenzintervalle für die Verhältnissezwischen den geometrischen Mittelwerten von ReFacto AF und ReFacto lagen innerhalb des
Bioäquivalenzfensters von 80 % bis 125 %, was die Bioäquivalenz von ReFacto AF zu ReFacto zeigt.
In einer Studie mit Cross-over-Design zur Pharmakokinetik wurden die pharmakokinetischen
Parameter für ReFacto AF bei 25 vorbehandelten Patienten (≥ 12 Jahre) zum Studienbeginn(Baseline) und nach wiederholter Anwendung über 6 Monate bestimmt. Basierend auf der Methodeder kleinsten Quadrate war das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte vom Wert 'Monat 6“ zu
Studienbeginn (Baseline) für die Recovery 107 %, für AUCt 100 % und für AUC∞ 104,0 %. Dieentsprechenden 90-%-Konfidenzintervalle für die Verhältnisse zwischen 'Monat 6“ zu Studienbeginn(Baseline) der oben genannten pharmakokinetischen Parameter lagen innerhalb des
Bioäquivalenzfensters von 80 % bis 125 %. Dies zeigt, dass keine zeitabhängigen Veränderungen derpharmakokinetischen Eigenschaften von ReFacto AF auftreten.
In derselben Studie mit 30 vorbehandelten Patienten (≥ 12 Jahre), in der die F-VIII-Aktivität von
ReFacto AF und eines rekombinanten Volllängen-Faktor VIII (FLrFVIII) als Vergleichspräparat in
Plasmaproben von Patienten in einem zentralen Labor unter Verwendung des gleichen einstufigen
Gerinnungstests bestimmt wurde, wurde gezeigt, dass ReFacto AF im Vergleich mit dem FLrFVIIIunter Verwendung des Standardansatzes zur Bioäquivalenz diesem pharmakokinetisch äquivalent ist.
Bei PUPs wurden die pharmakokinetischen Parameter von ReFacto mit dem chromogenen Assayermittelt. Diese Patienten (n = 59; medianes Alter: 10 ± 8,3 Monate) hatten eine mittlere Recoveryvon ReFacto in der Woche '0“ von 1,5 0,6 I.E./dl pro I.E./kg (Spanne: 0,2-2,8 I.E./dl pro I.E./kg),was niedriger war als bei PTPs, die mit ReFacto behandelt worden waren. Diese hatten in der Woche'0“ eine mittlere Recovery von 2,4 0,4 I.E./dl pro I.E./kg (Spanne: 1,1-3,8 I.E./dl pro I.E./kg). Diemittlere Recovery war bei PUPs über die Zeit stabil (5 Besuche während einer Zeit von 2 Jahren) undreichte von 1,5 I.E. bis 1,8 I.E./dl je I.E./kg. Die Berechnung eines pharmakokinetischen Modells fürdie Population auf der Basis der Daten von 44 PUPs führte zu einer mittleren geschätzten
Halbwertszeit von 8,0 ± 2,2 Stunden.
In einer Studie zu ReFacto AF an 19 PUPs lag die Recovery zu Beginn der Studie bei den 17 Kindernim Alter von 28 Tagen bis unter 2 Jahren bei 1,32 ± 0,65 IE/dl pro IE/kg und bei den 2 Kindernzwischen 2 und < 6 Jahren bei 1,7 und 1,8 IE/dl pro IE/kg. Außer in den Fällen mit Nachweis von
Inhibitoren war die mittlere Recovery im Zeitverlauf stabil (6 Termine in 2 Jahren), und dieindividuellen Werte lagen zwischen 0 (bei Nachweis von Inhibitoren) bis 2,7 IE/dl pro IE/kg.
Die folgende Tabelle zeigt die pharmakokinetischen Parameter für ReFacto AF, die in einer Studie an37 pädiatrischen PTPs nach einer Dosis von 50 IE/kg beobachtet wurden.
Mittelwert SD pharmakokinetischer Parameter von FVIII nach Einzeldosis mit 50 IE/kg beipädiatrischen PTPs
PK-Parameter Anzahl Teilnehmer Meana SD
Recovery, IE/dl pro IE/kg
Alter: < 6 Jahre 17 1,7 ± 0,4
Alter: 6 bis < 12 Jahre 19 2,1 ± 0,8
Cmax, IE/mlb 19 0,9 (45)
AUC binf, IE∙h/ml 14 9,9 (41)t b½, h 14 9,1 ± 1,9
CL, ml/h/kgb 14 4,4 (30)
V bss, ml/kg 14 56,4 (15)a Geometrisches Mittel (geometrischer CV%) für alle, außer arithmetisches Mittel ± SD für inkrementelle
Recovery und t½.b Nur Patienten zwischen 6 und < 12 Jahren.
Abkürzungen: Cmax = maximale beobachtete Plasmakonzentration; CV = Variationskoeffizient (coefficient ofvariation); AUCinf = Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve von Zeitpunkt '0“ mit Extrapolation bis'unendlich“ (area under the curve); t½ = terminale Halbwertszeit; CL = Clearance; Vss = Steady-State-Volumender Verteilung.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität beiwiederholter Gabe und zur Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahrenfür den Menschen erkennen.
Es wurden keine Untersuchungen zum kanzerogenen Potenzial oder zur
Reproduktionstoxikologie durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverSucroseCalciumchlorid-Dihydrat
L-Histidin
Polysorbat 80
Natriumchlorid
LösungsmittelNatriumchlorid
Wasser zur Injektion
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden, einschließlich anderer Infusionslösungen.
Es ist ausschließlich das mitgelieferte Infusionsset zu verwenden, da es zu einem
Behandlungsmisserfolg aufgrund der Adsorption von menschlichem Gerinnungsfaktor VIII an dieinneren Oberflächen einiger Infusionshilfsmittel kommen kann.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre.
Das Produkt darf einmalig aus der Kühlung entnommen und max. 3 Monate bei Raumtemperatur(nicht über 25 °C) gelagert werden. Am Ende dieser Aufbewahrungszeit bei Raumtemperatur darf das
Produkt nicht mehr in die Kühlung zurückgestellt werden, sondern muss verwendet oder entsorgtwerden.
Nach RekonstitutionDie chemische und physikalische Stabilität bei der Anwendung wurde für 3 Stunden bei
Temperaturen bis zu 25 °C gezeigt.
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellungeiner Injektionslösung
Das Produkt enthält kein Konservierungsmittel, und das aufgelöste Produkt sollte unmittelbar nachdem Auflösen oder innerhalb von 3 Stunden verwendet werden. Andere Aufbewahrungszeiten und
Bedingungen während der Anwendung unterliegen der Verantwortung des Anwenders.
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze
Das Produkt enthält kein Konservierungsmittel. Das aufgelöste Produkt sollte unmittelbar nach dem
Auflösen oder innerhalb von 3 Stunden nach Auflösen oder Entfernen der grauen Spritzenkappeverwendet werden. Andere Aufbewahrungszeiten und Bedingungen während der Anwendungunterliegen der Verantwortung des Anwenders.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellungeiner Injektionslösung
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze
Kühl lagern und transportieren (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.
Arzneimittel im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellungeiner Injektionslösung250 I.E., 500 I.E., 1.000 I.E., 2.000 I.E. Pulver in einer 10-ml-Durchstechflasche (Typ-I-Glas) mit
Gummistopfen (Butyl) und 'Flip-off“-Kappe (Aluminium) und 4 ml Lösungsmittel in einer
Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Verschlussstopfen für den Kolben (Butyl), einer Spritzenkappe(Butyl) und einem sterilen Adapter für die Durchstechflasche als Hilfsmittel zur Rekonstitution, einsteriles Infusionsset, Alkoholtupfer, ein Heftpflaster und eine Mullkompresse.
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze250 I.E., 500 I.E., 1.000 I.E., 2.000 I.E. oder 3.000 I.E. lyophilisiertes Pulver in der oberen Kammerund 4 ml Lösungsmittel in der unteren Kammer der Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit Kolben und
Verschluss aus Butylgummi, ein Spritzenkolben zum Zusammensetzen, eine belüftete sterile
Spritzenkappe aus Polypropylen, ein steriles Infusionsset, Alkoholtupfer, ein Heftpflaster und eine
Mullkompresse.
Abgepackt als Einzelpackung
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellungeiner Injektionslösung
Der Inhalt der Durchstechflasche mit dem lyophilisierten Produktpulver zur Herstellung einer
Injektionslösung muss unter Verwendung des sterilen Adapters als Hilfsmittel zur Rekonstitution mitdem mitgelieferten Lösungsmittel (Natriumchloridlösung zur Injektion in einer Konzentration von9 mg/ml bzw. 0,9 %) aus der Fertigspritze rekonstituiert werden. Die Durchstechflasche sollte leichtgeschwenkt werden, bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hat. Bitte beachten Sie auch in der
Packungsbeilage Abschnitt 3 mit weiteren Informationen zur Rekonstitution und Verabreichung.
Nach dem Auflösen ist die Lösung wieder in die Fertigspritze aufzuziehen. Die Lösung wird klar oderetwas schillernd und farblos sein. Wenn Schwebepartikel sichtbar sind oder bei Verfärbung ist die
Lösung zu verwerfen.
ReFacto AF 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze
Das lyophilisierte Pulver in der oberen Kammer der Fertigspritze muss mit dem Lösungsmittel(Natriumchloridlösung zur Injektion in einer Konzentration von 9 mg/ml bzw. 0,9 %) in der unteren
Kammer der Fertigspritze rekonstituiert werden. Die Fertigspritze sollte leicht geschwenkt werden,bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hat. Bitte beachten Sie auch in der Packungsbeilage
Abschnitt 3 mit weiteren Informationen zur Rekonstitution und Verabreichung.
Die Lösung wird nach der Rekonstitution klar oder etwas schillernd und farblos sein. Wenn
Schwebepartikel sichtbar sind oder bei einer Verfärbung, ist die Lösung zu verwerfen.
Nach dem Auflösen enthält das Produkt Polysorbat 80, das bekanntermaßen die Extraktionsrate von
Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) aus Polyvinylchlorid (PVC) erhöht. Dies muss bei der Zubereitungund Anwendung des Produkts, einschließlich der Aufbewahrungszeit, die in einem PVC-Behälternach Rekonstitution verstrichen ist, beachtet werden. Es ist wichtig, dass die Empfehlungen in
Abschnitt 6.3 genau befolgt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/99/103/001
EU/1/99/103/002
EU/1/99/103/003
EU/1/99/103/004
EU/1/99/103/009
EU/1/99/103/006
EU/1/99/103/007
EU/1/99/103/008
EU/1/99/103/005
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. April 1999
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. April 2014
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.