Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels RECARBRIO 500mg / 500mg / 250mg pulver-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Recarbrio 500 mg/500 mg/250 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält Imipenem-Monohydrat entsprechend 500 mg Imipenem, Cilastatin-
Natrium entsprechend 500 mg Cilastatin und Relebactam-Monohydrat entsprechend 250 mg
Relebactam.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche enthält 37,5 mg Natrium (1,6 mmol).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißes bis hellgelbes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Recarbrio ist angezeigt zur:
* Behandlung der im Krankenhaus erworbenen Pneumonie (hospital-acquired pneumonia,
HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (ventilator-associated pneumonia,
VAP) bei Erwachsenen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
* Behandlung der Bakteriämie, für die ein Zusammenhang mit HAP oder VAP bei Erwachsenenbesteht oder vermutet wird.
* Behandlung von Infektionen mit aeroben Gram-negativen Erregern bei Erwachsenen mitbegrenzten Therapieoptionen (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.1).
Die offiziellen Leitlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zu berücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Recarbrio sollte zur Behandlung von Infektionen mit aeroben Gram-negativen Organismen beierwachsenen Patienten mit begrenzten Therapieoptionen nur nach Beratung durch einen auf dem
Gebiet der Infektiologie erfahrenen Facharzt angewendet werden.
DosierungTabelle 1 stellt die empfohlene intravenöse Dosierung für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance(CrCl) ≥ 90 ml/min dar (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Tabelle 1: Empfohlene intravenöse Dosierung für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance(CrCl) ≥ 90 ml/min1,2
Dosis von Recarbrio Anwendungs- Infusions- Behandlungs-
Art der Infektion (Imipenem/Cilastatin/ häufigkeit dauer dauer
Relebactam)
Im Krankenhauserworbene Pneumonie
Alle(HAP), einschließlich 500 mg/500 mg/250 mg 30 min 7 bis 14 Tage6 Stundenbeatmungsassoziierter
Pneumonie (VAP)2,3
Infektionen mitaeroben Gram- Dauernegativen Erregern bei Alle entsprechend500 mg/500 mg/250 mg 30 min
Patienten mit 6 Stunden desbegrenzten Infektionsortes4
Therapieoptionen21 Gemäß Cockcroft-Gault-Formel.2 Für HAP- oder VAP-Patienten mit einer CrCl > 250 ml/min, und für Patienten mit kompliziertenintraabdominellen Infektionen (complicated intra-abdominal infections [cIAI]) oder komplizierten
Harnwegsinfektionen (complicated urinary tract infections,[cUTI]), einschließlich Pyelonephritis, miteiner CrCl > 150 ml/min ist die empfohlene Dosierung von Recarbrio möglicherweise nichtausreichend (siehe Abschnitt 4.4).3 Einschließlich der Bakteriämie, für die ein Zusammenhang mit HAP oder VAP, besteht odervermutet wird.4 z. B. beträgt die empfohlene Behandlungsdauer bei cIAI und cUTI 5 bis 10 Tage; die Behandlungkann bis zu 14 Tage andauern.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungBei Patienten mit einer CrCl < 90 ml/min ist eine Dosisreduktion von Recarbrio erforderlich,angegeben in Tabelle 2. Bei Patienten mit schwankender Nierenfunktion ist die CrCl zu überwachen.
Tabelle 2: Empfohlene intravenöse Dosierung für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance(CrCl) < 90 ml/min
Empfohlene Dosierung von Recarbrio
Geschätzte Kreatinin-Clearance (ml/min)*(Imipenem/Cilastatin/Relebactam) (mg)†< 90 bis ≥ 60 400/400/200< 60 bis ≥ 30 300/300/150< 30 bis ≥ 15 200/200/100
Terminale Niereninsuffizienz (end stage renal 200/200/100disease, ESRD) mit Hämodialysepflicht‡
* CrCl berechnet nach Cockcroft-Gault-Formel.† Intravenöse Anwendung über 30 Minuten alle 6 Stunden.‡ Gabe im Anschluss an die Hämodialyse. Während der Hämodialyse werden Imipenem, Cilastatinund Relebactam aus dem Blutkreislauf entfernt.
Recarbrio ist als Kombinationspräparat in einer Einzeldosis-Durchstechflasche erhältlich; die
Dosierung der einzelnen Wirkstoffe wird bei der Zubereitung gleichermaßen angepasst (siehe
Abschnitt 6.6).
Patienten mit einer CrCl < 15 ml/min sollten Recarbrio nur erhalten, wenn innerhalb von 48 Stundeneine Hämodialyse durchgeführt wird. Derzeit liegen keine ausreichenden Daten vor, um die
Anwendung von Recarbrio bei peritonealdialysepflichtigen Patienten zu empfehlen.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Imipenem/Cilastatin/Relebactam bei Kindern und Jugendlichenunter 18 Jahren sind bis jetzt noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Recarbrio wird intravenös als Infusion über eine Dauer von 30 Minuten angewendet.
Recarbrio muss vor der intravenösen Infusion rekonstituiert werden (siehe Abschnitte 6.2, 6.3und 6.6).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Überempfindlichkeit gegen andere Carbapenem-Antibiotika.
Schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen jeglicheandere Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Cephalosporine oder Monobaktame) (siehe
Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenSchwerwiegende und mitunter tödlich verlaufende (anaphylaktische) Überempfindlichkeitsreaktionensind bei Patienten unter Therapie mit Beta-Laktam-Antibiotika beschrieben worden (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.8).
Diese Reaktionen treten mit höherer Wahrscheinlichkeit bei Menschen mit bekannter
Überempfindlichkeit gegenüber anamnestisch bekannten multiplen Allergenen auf. Vor
Therapiebeginn mit Recarbrio sind frühere Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbapeneme,
Penicilline, Cephalosporine, andere Beta-Laktam-Antibiotika und andere Allergene sorgfältigabzufragen.
Bei Auftreten einer allergischen Reaktion auf Recarbrio muss die Behandlung mit Recarbrio sofortabgebrochen werden. Bei schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen müssen sofort geeignete
Notfallmaßnahmen ergriffen werden.
LeberfunktionDie Leberfunktion sollte während der Behandlung mit Recarbrio aufgrund des Risikos einer
Lebertoxizität (wie Erhöhung der Transaminasen, Leberversagen und fulminante Hepatitis)engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Anwendung bei Patienten mit Lebererkrankung: Bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankungsollte während der Behandlung mit Recarbrio die Leberfunktion überwacht werden. Es ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
Zentralnervensystem (ZNS)
Über zentralnervöse Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Verwirrtheitszustände und myoklonische
Aktivität wurde unter der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin (Bestandteile von Recarbrio) berichtet,insbesondere wenn die empfohlenen Dosierungen von Imipenem überschritten wurden. Diese
Nebenwirkungen wurden am häufigsten bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen (z. B. mit Hirnläsionenoder anamnestisch bekannten Krampfanfällen) und/oder mit einer eingeschränkten Nierenfunktionbeschrieben.
Erhöhtes Krampfanfall-Potenzial aufgrund der Wechselwirkungen mit Valproinsäure
Die gleichzeitige Anwendung von Recarbrio und Valproinsäure/Divalproex-Natrium wird nichtempfohlen. Bei Patienten, deren Krampfanfälle unter Valproinsäure oder Divalproex-Natrium gutkontrolliert sind, sollten andere Antibiotika als Carbapeneme für die Therapie von Infektionenerwogen werden. Wenn die Anwendung von Recarbrio erforderlich ist, sollte eine zusätzliche
Behandlung mit Antikonvulsiva in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD)
Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) wurde unter Recarbrio berichtet. Der Schweregradder CDAD kann von einer leichten Diarrhö bis zu einer tödlich verlaufenden Kolitis reichen. Eine
CDAD ist bei allen Patienten in Betracht zu ziehen, wenn bei ihnen Diarrhö während oder nach der
Anwendung von Recarbrio auftritt (siehe Abschnitt 4.8). Eine sorgfältige Anamnese ist erforderlich,da ein Auftreten der CDAD mehr als zwei Monate nach der Anwendung von Antibiotika berichtetwurde.
Bei einer vermuteten oder bestätigten CDAD ist das Absetzen der Behandlung mit Recarbrio und die
Anwendung einer spezifischen Behandlung gegen C. difficile in Betracht zu ziehen. Arzneimittel zur
Hemmung der Peristaltik sollten nicht angewendet werden.
Patienten mit CrCl ≥ 150 ml/min
Basierend auf pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen ist die empfohlene Dosis von
Recarbrio für Patienten mit einer CrCl von ≥ 90 ml/min möglicherweise nicht ausreichend für die
Behandlung der Patienten mit HAP oder VAP und einer CrCL > 250 ml/min, oder Patienten mit cIAIoder cUTI und einer CrCl > 150 ml/min. Für diese Patienten sollte eine Anwendung alternativer
Behandlungsstrategien in Betracht gezogen werden.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe
Abschnitt 4.2). Derzeit liegen keine ausreichenden Daten vor, um die Anwendung von Recarbrio beiperitonealdialyse-pflichtigen Patienten zu empfehlen.
Einschränkungen der klinischen Daten
Immungeschwächte Patienten, einschließlich derer mit Neutropenie, waren von den klinischen Studienausgeschlossen.
Im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie
In einer Einzelstudie zur im Krankenhaus erworbenen Pneumonie, einschließlichbeatmungsassoziierter Pneumonie, hatten 6,2 % (33/535) der Patienten zu Beginn eine Bakteriämie.
Patienten mit begrenzten Therapieoptionen
Die Anwendung von Recarbrio zur Behandlung von Patienten mit Infektionen mit aeroben Gram-negativen Erregern und begrenzten Therapieoptionen beruht auf der Erfahrung mit
Imipenem/Cilastatin, pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen für
Imipenem/Cilastatin/Relebactam und den limitierten Daten aus einer randomisierten klinischen Studie,in der 21 auswertbare Patienten mit Recarbrio und 10 auswertbare Patienten mit Colistin und
Imipenem/Cilastatin, aufgrund von Infektionen durch Imipenem-unempfindlichen Erregern, behandeltwurden.
Einschränkungen des antibakteriellen Wirkspektrums
Imipenem hat keine Wirksamkeit gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und
Staphylococcus epidermidis (MRSE) oder gegen Enterococcus faecium. Wenn diese Pathogenebekannt sind oder mutmaßlich zum Infektionsvorgang beitragen, sollten alternative oder zusätzliche
Antibiotika angewendet werden.
Das Inhibitionsspektrum von Relebactam umfasst die Klasse A-beta-Laktamasen (wie z. B. ESBLs,extended-spectrum-beta-lactamases, und KPC, Klebsiella pneumoniae-Carbapenemase) und Klasse C-beta-Laktamasen, einschließlich PDC (Pseudomonas induzierte (derived) Cephalosporinase).
Relebactam hemmt nicht Klasse D-Carbapenemasen wie OXA-48 (Oxacillinase) oder Klasse B-
Metallo-beta-Laktamasen wie z. B. NDM (New Delhi metallo-beta-lactamase) und VIM (Veronaintegron encoded metallo-beta-lactamase) (siehe Abschnitt 5.1).
Nicht-empfindliche Erreger
Die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam führt möglicherweise zur Überwucherungnicht-empfindlicher Bakterien, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere geeignete
Maßnahmen erfordern kann.
Antiglobulintest (Coombs-Test)-Serokonversion
Während der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam kann ein direkter oder indirekter
Antiglobulintest (Coombs-Test) positiv ausfallen (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten unter natriumarmer Diät
Dieses Arzneimittel enthält 37,5 mg Natrium (1,6 mmol) pro Durchstechflasche, entsprechend 1,9 %der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mitder Nahrung von 2 g. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter(natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
GanciclovirGeneralisierte Krampfanfälle sind bei Patienten berichtet worden, die Ganciclovir zeitgleich mit
Imipenem/Cilastatin, Bestandteile von Recarbrio, erhalten haben. Ganciclovir sollte nicht gleichzeitigmit Recarbrio angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen überwiegt die damitverbundenen Risiken.
Valproinsäure
Fallberichte aus der Literatur haben gezeigt, dass die gleichzeitige Anwendung von Carbapenemeneinschließlich Imipenem/Cilastatin (Bestandteile von Recarbrio), bei Patienten unter Valproinsäureoder Divalproex-Natrium zu einer Verminderung der Valproinsäurekonzentration führt. Die
Valproinsäurekonzentration kann infolge dieser Wechselwirkung unter den therapeutischen Bereichfallen, wodurch sich das Risiko für Krampfanfälle erhöht. Zwar ist der Mechanismus dieser
Wechselwirkung unbekannt, jedoch deuten Daten aus In-vitro-Studien und Tier-Studien darauf hin,dass Carbapeneme die Hydrolyse des Valproinsäure-Glukuronidmetaboliten (VPA-g) zurück zu
Valproinsäure hemmen und so die Valproinsäure-Serumkonzentration verringern. Die gleichzeitige
Anwendung von Recarbrio und Valproinsäure/Divalproex-Natrium wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Orale Antikoagulanzien
Bei gleichzeitiger Anwendung von Antibiotika mit Warfarin kann dessen blutgerinnungshemmende
Wirkung verstärkt werden. Es wird empfohlen, dass die International Normalised Ratio (INR)während und kurz nach der gemeinsamen Anwendung von Antibiotika mit oralen Antikoagulanzienentsprechend überwacht werden soll.
Klinische Arzneimittelwechselwirkungsstudien
Eine klinische Studie zur Untersuchung der Arzneimittelwechselwirkungen zeigte, dass die
Expositionen von Imipenem und Relebactam bei zeitgleicher Anwendung von Recarbrio mit demprototypischen OAT-Inhibitor Probenecid nicht klinisch signifikant erhöht waren. Dies deutet daraufhin, dass es keine klinisch bedeutsamen OAT-vermittelten Arzneimittelwechselwirkungen gibt. Diegleichzeitige Anwendung von Imipenem/Cilastatin und Probenecid führte zu einer Erhöhung des
Plasmaspiegels und der Halbwertszeit von Cilastatin, jedoch in keinem klinisch relevanten Ausmaß.
Somit kann Recarbrio gemeinsam mit OAT-Inhibitoren verabreicht werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Imipenem, Cilastatinoder Relebactam bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien zu Imipenem/Cilastatin haben eine Reproduktionstoxizität bei Affengezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Tierexperimentelle Studien zu Relebactam ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirektegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Recarbrio sollte nur während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzendas potenzielle Risiko für den Foetus rechtfertigt.
StillzeitImipenem und Cilastatin werden in kleinen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.
Es ist nicht bekannt, ob Relebactam in die Muttermilch bei Menschen übergeht. Verfügbare Daten in
Tierexperimenten haben gezeigt, dass Relebactam bei Ratten in die Milch ausgeschieden wird (für
Details siehe Abschnitt 5.3).
Ein Risiko für das gestillte Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine
Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder die Behandlung mit
Recarbrio zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der
Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätEs sind keine Daten bei Menschen zu den potenziellen Auswirkungen von Imipenem/Cilastatin oder
Relebactam Behandlungen auf die weibliche oder männliche Fertilität verfügbar. Tierexperimentelle
Studien zeigen keine gesundheitsschädlichen Wirkungen von Imipenem/Cilastatin oder Relebactamauf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenRecarbrio hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Zentralnervöse Nebenwirkungen, wie z. B. Krämpfe, Verwirrtheitszustände undmyoklonische Aktivität, wurden während der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin, Bestandteile von
Recarbrio, berichtet; besonders wenn die empfohlenen Dosierungen von Imipenem überschrittenwurden (siehe Abschnitt 4.4). Daher ist beim Fahren oder Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten auftretende Nebenwirkung (≥ 2 %) bei den Patienten, die Imipenem/Cilastatin plus
Relebactam in gepoolten Phase-II-Studien zu komplizierten intraabdominellen Infektionen (cIAI) undkomplizierten Harnwegsinfektionen (cUTI), einschließlich Pyelonephritis (N = 431) erhielten, war
Diarrhoe. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen (≥ 2 %) bei Patienten unter einer
Behandlung mit Recarbrio in einer Phase-III-Studie zur im Krankenhaus erworbenen Pneumonie(HAP) oder beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) (N = 266) waren Diarrhoe, erhöhte Alanin-
Aminotransferase-Werte und erhöhte Aspartat-Aminotransferase-Werte.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen sind in den klinischen Phase-II- (mit Imipenem/Cilastatin plus
Relebactam bei 431 Patienten) und Phase-III-Studien (Recarbrio bei 266 Patienten) und in klinischen
Studien mit Imipenem/Cilastatin oder aus der Praxiserfahrung nach Markteinführung mit
Imipenem/Cilastatin berichtet worden (siehe Tabelle 3).
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit klassifiziert. Die
Häufigkeitskategorien sind gemäß den folgenden Konventionen abgeleitet: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten(< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 3: Häufigkeit von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse
Pseudomembranöse
Infektionen und
Kolitis*parasitäre Gastroenteritis*
Erkrankungen
Candidiasis*
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse
Panzytopenie*
Neutropenie*
Hämolytische
Erkrankungen des Anämie*
Leukopenie*
Blutes und des Eosinophilie* Agranulo-zytose*
Lymphsystems Knochenmark-
Thrombozyto-depression*penie*
Thrombo-zytose*
Erkrankungen des Anaphylak-tische
Immunsystems Reaktionen*
Krampfanfälle*
Halluzi-nationen*
Enzephalo-pathie*
Verwirrtheits- Verschlech-terung
Parästhesie*zustände* von Myasthenia Agitiertheit*
Erkrankungen desgravis*
Nervensystems Fokaltremor*
Myoklonische Dyskinesie*
Aktivität* Kopf-schmerzen*
Geschmacks-perversion*
Schwindel*
Somnolenz*
Erkrankungen des Schwindel*
Ohrs und des Gehörverlust*
Labyrinths Tinnitus*
Zyanose*
Herzerkrankungen Tachykardie*
Palpitationen*
Gefäßerkrankungen Thrombophlebitis* Hypotonie* Flush*
Dyspnoe*
Erkrankungen der
Atemwege, des Hyper-ventilation*
Brustraums und
Mediastinums Pharyngeal-schmerz*
Hämorrhagische
Kolitis*
Abdominal-schmerz*
Diarrhö†*
Erkrankungen des Sodbrennen*
Flecken auf Zähnen
Gastrointesti- Übelkeit†*und/oder Zunge*naltrakts Glossitis*
Erbrechen†*
Hypertrophie der
Zungen-papillen*
Erhöhte Speichel-bildung*
Anstieg Alanin-
Amino-transferase†* Leberversagen*
Leber- und Gallen- Fulminante
Ikterus*erkrankungen Hepatitis*
Anstieg Aspartat- Hepatitis*
Amino-transferase†*
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse
Toxischeepidermale
Nekrolyse*
Angioödem* Hyperhidrose*
Erkrankungen der
Hautausschlag Urtikaria*
Haut und des Stevens-Johnson-(z. B.
Unterhaut- Syndrom*exanthematös)* Pruritus*zellgewebes Hautstruktur-
Erythema veränderungen*multiforme*
Exfoliative
Dermatitis*
Polyarthralgie*
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Schmerz in der
Knochenerkran- Thorakalwirbel-kungen säule*
Akutes Nieren-versagen*
Oligurie /Anurie*
Erkrankungen der Anstieg des
Polyurie*
Nieren und Kreatinins im
Harnwege Serum*
Urinverfärbung(harmlos und solltenicht mit Hämaturieverwechseltwerden)*
Erkrankungen der
Geschlechtsorgane Pruritus vulvae*und der Brustdrüse
Fieber*
Brustkorb-
Allgemeinebeschwerden*
Erkrankungen und Lokaler Schmerz
Beschwerden am und Verhärtung an
Asthenie/
Verabreichungsort der
Schwäche*
Injektionsstelle*
Coombs-Testpositiv*
Prothrombinzeitverlängert*
Erhöhungen der Hämoglobin Laktatdehydrogenasealkalischen
Untersuchungen erniedrigt* im Blut erhöht*
Phosphatase im
Serum* Bilirubin im Serumerhöht*
Anstieg der
Harnstoff-
Stickstoff-Werte im
Blut*
* Unter Imipenem/Cilastatin in klinischen Studien oder aus Praxiserfahrung nach Markteinführung mit Imipenem/Cilastatinbeschrieben† Unter Imipenem/Cilastatin plus Relebactam in Phase-II-Studien (N = 431) und in Phase-III-Studien (N = 266) beschrieben
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Falle einer Überdosierung ist Recarbrio abzusetzen; die Behandlung sollte symptomatisch erfolgenund allgemeine unterstützende Behandlungsmaßnahmen sollten eingeleitet werden. Imipenem,
Cilastatin und Relebactam können durch Hämodialyse entfernt werden. Es liegen keine klinischen
Informationen zur Behandlung einer Überdosierung mittels Hämodialyse vor.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Carbapeneme, ATC-
Code: J01DH56
WirkmechanismusDie bakterizide Aktivität von Imipenem beruht auf der Inhibition von Penicillin-bindenden Proteinen(PBP), was zur Hemmung der bakteriellen Peptidoglykan-Zellwandsynthese führt.
Cilastatin schränkt die renale Verstoffwechselung von Imipenem ein und hat keine antibakterielle
Aktivität.
Relebactam ist ein Nicht-beta-Laktam-Inhibitor der Ambler-Klassen A- und Klassen C-beta-
Laktamasen, inklusive der Klasse A-Klebsiella pneumoniae-Carbapenemase (KPC) und der
Breitspektrum-beta-Laktamasen (extended-spectrum-beta-lactamases ESBLs), sowie Klasse C-(AmpC-Typ)-beta-Laktamasen, einschließlich von Pseudomonas induzierte Cephalosporinase(Pseudomonas derived Cephalosporinase, PDC). Relebactam hemmt nicht die Klasse B-Enzyme(Metallo-beta-Laktamasen) oder die Klasse D-Carbapenemasen. Relebactam hat keine antibakterielle
Aktivität.
ResistenzDie Resistenzmechanismen Gram-negativer Bakterien gegenüber Imipenem/Relebactam schließen die
Produktion von Metallo-beta-Laktamasen oder Oxacillinasen mit Carbapenemasen-Aktivität ein.
Die Expression von bestimmten Allelen der Klasse A-beta-Laktamasen (Guiana-Breitband-beta-
Laktamase, GES) und die Überexpression der Pseudomonas induzierten Cephalosporinase, gekoppeltmit dem Verlust des Eintrittsporins OprD für Imipenem, kann zu einer Resistenz gegenüber
Imipenem/Relebactam bei P. aeruginosa führen. Die Expression von Effluxpumpen bei P. aeruginosahat keinen Einfluss, weder auf die Aktivität von Imipenem noch auf die von Relebactam. Bakterielle
Resistenzmechanismen, welche die antibakterielle Wirkung von Imipenem/Relebactam auf
Enterobacterales-Stämme verringern, umfassen Porin-Mutationen mit Beeinträchtigung der
Permeabilität der äußeren Zellmembran.
Antibakterielle Aktivität in Kombination mit anderen Antibiotika
In In-vitro-Studien wurde kein Antagonismus zwischen Imipenem/Relebactam und Amikacin,
Azithromycin, Aztreonam, Colistin, Gentamicin, Levofloxacin, Linezolid, Tigecyclin, Tobramycinoder Vancomycin gezeigt.
Grenzwerte der Empfindlichkeitsprüfung
Die MHK-Interpretationskriterien (minimale Hemmkonzentration) für die Empfindlichkeitsprüfungwurden vom Europäischen Ausschuss für die Untersuchung auf Antibiotikaempfindlichkeit(EUCAST) für Imipenem-Relebactam festgelegt und sind hier aufgeführt:https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeDie Zeitspanne, in der die Plasmakonzentration an ungebundenem Imipenem die MHK von
Imipenem/Relebactam übersteigt (%fT > MHK), korreliert nachweislich am besten mit der
Wirksamkeit. Der Quotient aus der 24 - Stunden-AUC der Plasmakonzentration an ungebundenem
Relebactam und der Imipenem/Relebactam-MHK (fAUC/MHK) hat sich als der Index gezeigt, derdie Aktivität von Relebactam am besten prognostiziert.
Klinische Wirksamkeit bei bestimmten Erregern
Die Wirksamkeit gegen die unter jeder Indikation aufgeführten Krankheitserreger, die in vitroempfindlich gegen Imipenem und Relebactam waren, wurde in klinischen Studien nachgewiesen:
Im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie
Gram-negative Mikroorganismen
* Escherichia coli
* Haemophilus influenzae
* Klebsiella pneumoniae
* Pseudomonas aeruginosa
* Serratia marcescens
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass die folgenden Pathogene empfindlich gegenüber Imipenemund Relebactam sind, sofern keine erworbenen Resistenzmechanismen vorliegen.
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
* Acinetobacter calcoaceticus-baumannii-Komplex
* Citrobacter spp. (einschließlich C. freundii und C. koseri)
* Enterobacter spp. (einschließlich E. asburiae und E. cloacae)
* Escherichia coli
* Klebsiella spp. (einschließlich K. aerogenes, K. oxytoca und K. pneumoniae)
* Pseudomonas aeruginosa
* Serratia marcescens
Anaerobe Gram-negative Mikroorganismen
* Bacteroides spp. (einschließlich B. fragilis)
* Fusobacterium spp. (einschließlich F. nucleatum und F. necrophorum)
* Prevotella spp. (einschließlich P. melaninogenica, P. bivia und P. buccae)
Aerobe Gram-positive Mikroorganismen
* Enterococcus faecalis
* Staphylococcus aureus (nur Methicillin-sensible Isolate)
* Streptokokken der Viridans-Gruppe (einschließlich S. anginosus und S. constellatus)
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass die folgenden Arten nicht empfindlich gegenüber Imipenemund Relebactam sind:
Aerobe Gram-negative Mikroorganismen
* Legionella spp.
* Stenotrophomonas maltophilia
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Recarbrio eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung Gram-negativer bakterieller Infektionen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Allgemeine Einleitung
Die pharmakokinetischen Parameter von Imipenem, Cilastatin und Relebactam im Steady State beigesunden Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion (CrCl ≥ 90 ml/min), nach mehreren 30-minütigen intravenösen Infusionen von 500 mg Imipenem/500 mg Cilastatin plus 250 mg Relebactamalle 6 Stunden, sind in Tabelle 4 aufgeführt. Die pharmakokinetischen Parameter von Imipenem und
Relebactam im Steady State bei Patienten mit cIAI oder cUTI und HAP oder VAP mit normaler
Nierenfunktion (90 ml/min ≤ CrCl < 150 ml/min), nach mehreren 30-minütigen intravenösen
Infusionen von 500 mg Imipenem/500 mg Cilastatin plus 250 mg Relebactam alle 6 Stunden, sind inden Tabellen 5 und 6 aufgeführt. Die pharmakokinetischen Parameter der Einzel- und der
Mehrfachdosisanwendung waren aufgrund der geringen Kumulation vergleichbar.
Die C max und AUC von Imipenem, Cilastatin und Relebactam steigen dosisproportional an. Die
Eliminationshalbwertzeiten (t ½) von Imipenem, Cilastatin und Relebactam sind dosisunabhängig.
Tabelle 4: Geometrische Mittelwerte im Steady State (prozentuale geometrische
Variationskoeffizienten) der pharmakokinetischen Plasmaparameter von Imipenem, Cilastatinund Relebactam nach mehreren 30-minütigen intravenösen Infusionen von 500 mg Imipenem/500 mg Cilastatin + 250 mg Relebactam alle 6 Stunden bei gesunden Erwachsenen
Imipenem (n = 6) Cilastatin (n = 6) Relebactam (n = 6)
AUC 0 - 6 h (μM-h) 138,0 (17,8) 98,0 (17,0) 81,6 (17,8)
C max (μM) 106,0 (26,8) 96,4 (21,8) 48,3 (24,9)
Cl (l/h) 12,0 (17,8) 14,2 (17,0) 8,8 (17,8)t½ (h)* 1,1 (± 0,1) 1,0 (± 0,1) 1,7 (± 0,2)
*Bei t½ Angaben als arithmetischer Mittelwert (Standardabweichung).
AUC0 -6 h: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve von 0 bis 6 Stunden; Cmax: Höchstkonzentration;
Cl: Plasma-Clearance; t½: Eliminationshalbwertzeit.
Tabelle 5: Geometrische Mittelwerte im Steady State auf Grundlage eines populations-pharmakokinetischen Models (prozentuale geometrische Variationskoeffizienten) derpharmakokinetischen Plasmaparameter von Imipenem und Relebactam nach mehreren 30-minütigen intravenösen Infusionen von Recarbrio (500 mg Imipenem/ 500 mg Cilastatin/ 250 mg
Relebactam) alle 6 Stunden bei cIAI- oder cUTI-Patienten mit CrCl ≥ 90 ml/min
Imipenem Relebactam
AUC 0 - 24 h (μM-h) 500,0 (56,3) 390,5 (44,5)
C max (μM) 88,9 (62,1) 58,5 (44,9)
Cl (l/h) 13,4 (56,3) 7,4 (44,5)t½ (h)* 1,0 (± 0,5) 1,2 (± 0,7)
*Bei t½ Angaben als arithmetischer Mittelwert (Standardabweichung).
AUC0 - 24 h: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve von 0 bis 24 Stunden; Cmax: Höchstkonzentration;
Cl: Plasma-Clearance; t½: Eliminationshalbwertzeit.
Tabelle 6: Geometrische Mittelwerte im Steady-State auf Grundlage eines populations-pharmakokinetischen Models (prozentuale geometrische Variationskoeffizienten) derpharmakokinetischen Plasmaparameter von Imipenem und Relebactam nach mehreren 30-minütigen intravenösen Infusionen von Recarbrio (500 mg Imipenem/ 500 mg Cilastatin plus250 mg Relebactam) alle 6 Stunden bei HAP- oder VAP-Patienten mit CrCl ≥ 90 ml/min
Imipenem Relebactam
AUC0 - 24 h (μM-h) 812,2 (59,4) 655,2 (47,9)
Cmax (μM) 159,1 (62,3) 87,6 (43,8)
Cl (l/h) 8,2 (59,4) 4,4 (47,9)
AUC0 - 24 h: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve von 0 bis 24 Stunden; Cmax: Höchstkonzentration;
Cl: Plasma-Clearance
VerteilungDie Bindung an humane Plasmaproteine beträgt bei Imipenem ca. 20 % und bei Cilastatin ca. 40 %.
Bei Relebactam beträgt die Bindung an humane Plasmaproteine ca. 22 % und istkonzentrationsunabhängig.
Das Verteilungsvolumen von Imipenem, Cilastatin bzw. Relebactam im Steady State bei
Prüfungsteilnehmern nach Mehrfachdosen, die alle 6 Stunden über 30 Minuten infundiert wurden,beträgt 24,3 l; 13,8 l bzw. 19,0 l.
Die Penetration in die pulmonale epitheliale Schleimhautflüssigkeit (epithelial lining fluid, ELF), dieals Expositionsrate des gesamten ELF-zu-ungebundenen Plasma ausgedrückt wird, betrug 55 % für
Imipenem bzw. 54 % für Relebactam.
BiotransformationBei alleiniger Anwendung wird Imipenem in der Niere durch die Dehydropeptidase I verstoffwechselt,weshalb Imipenem nur in niedrigen Konzentrationen (durchschnittlich 15-20 % der Dosis) aus demhumanen Urin zurückgewonnen werden kann. Cilastatin, ein Hemmer dieses Enzyms, verhinderteffektiv die renale Verstoffwechselung, so dass bei zeitgleicher Anwendung von Imipenem und
Cilastatin ausreichende Imipenem-Spiegel im Urin (ca. 70 % der Dosis) erreicht werden, um eineantibakterielle Aktivität zu ermöglichen.
Cilastatin wird hauptsächlich als unveränderte Muttersubstanz (ca. 70-80 % der Dosis) über den Harneliminiert, wobei 10 % der Dosis als N-Acetyl-Metabolit, der eine mit der Muttersubstanzvergleichbare inhibitorische Aktivität gegen Dehydropeptidase I aufweist, zurückgewonnen werdenkönnen.
Relebactam wird hauptsächlich durch renale Exkretion als unveränderte Muttersubstanz eliminiert(> 90 % der Dosis) und minimal verstoffwechselt. Unverändertes Relebactam war der einzigewirkstoffbezogene Bestandteil, der in Humanplasma nachgewiesen wurde.
EliminationImipenem, Cilastatin und Relebactam werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
Nach der Mehrfachdosisanwendung von 500 mg Imipenem, 500 mg Cilastatin und 250 mg
Relebactam bei gesunden männlichen Probanden werden ca. 63 % der Imipenem-Dosis und 77 % der
Cilastatin-Dosis als unveränderte Muttersubstanz aus dem Harn zurückgewonnen. Die renale
Exkretion von Imipenem und Cilastatin umfasst sowohl glomeruläre Filtration als auch aktive tubuläre
Sekretion. Mehr als 90 % der verabreichten Relebactam-Dosis wurde beim Menschen unverändert inden Harn ausgeschieden. Die mittlere renale Clearance von Relebactam beträgt 135 ml/min und liegtnahe an der Plasma-Clearance (148 ml/min), was darauf hindeutet, dass Relebactam nahezuvollständig renal eliminiert wird. Die ungebundene renale Clearance von Relebactam ist höher als dieglomeruläre Filtrationsrate, was darauf hindeutet, dass neben der glomerulären Filtration auch dieaktive tubuläre Sekretion an der renalen Elimination beteiligt ist und ca. 30 % der Gesamt-Clearanceausmacht.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik von Relebactam verhält sich linear im untersuchten Einzeldosisspektrum von25 mg bis 1150 mg i.v. und im untersuchten Mehrfachdosisspektrum von 50 mg bis 625 mg i.v. alle6 Stunden über bis zu 7 Tage. Es wurde eine minimale Kumulation von Imipenem, Cilastatin bzw.
Relebactam nach mehreren 30-minütigen intravenösen Infusionen von Relebactam (50 - 625 mg)zusammen mit 500 mg Imipenem/500 mg Cilastatin alle 6 Stunden über bis zu 7 Tage bei gesundenerwachsenen Männern mit normaler Nierenfunktion beobachtet.
Wirkstoff-metabolisierende Enzyme
Studien hinsichtlich des Interaktionspotentials für Imipenem oder Cilastatin mit CYP450-Enzymen,wurden nicht durchgeführt.
Relebactam hemmt in vitro bei humanen Lebermikrosomen in klinisch relevanten Konzentrationennicht CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 oder CYP3A4. Relebactam zeigtein vitro bei humanen Hepatozyten kein Potential für die Induktion von CYP1A2, CYP2B6 und
CYP3A4. Folglich ist es unwahrscheinlich, dass Relebactam klinische Arzneimittelwechselwirkungenüber CYP-vermittelte Stoffwechselwege auslöst.
Imipenem, Cilastatin und Relebactam werden primär unverändert über die renale Exkretionausgeschieden; die Metabolisierung spielt eine untergeordnete Rolle bei der Elimination. Folglich istes unwahrscheinlich, dass Recarbrio Arzneimittelwechselwirkungen unterliegt, wenn es mit CYP-
Inhibitoren oder CYP-Induktoren gleichzeitig angewendet wird.
Membrantransporter
Relebactam hemmt in vitro in klinisch relevanten Konzentrationen nicht die folgenden hepatischenund renalen Transporter: OATP1B1, OATP1B3, OAT1, OAT3, OCT2, P-gp, BCRP, MATE1,
MATE2K oder BSEP.
Relebactam wird aktiv in den Urin sezerniert. Es ist kein Substrat von OAT1, OCT2, P-gp, BCRP,
MRP2 oder MRP4 Membrantransportern, jedoch ist es ein Substrat von OAT3, OAT4, MATE1 und
MATE2K Transportern. Die aktive tubuläre Sekretion trägt nur zu annähernd 30 % der Gesamt-
Clearance von Relebactam bei. Folglich wird erwartet, dass das Ausmaß der
Arzneimittelwechselwirkung durch die Hemmung der tubulären Transporter von minimaler klinischer
Bedeutung ist, was in einer klinischen Arzneimittelwechselwirkungsstudie mit Probenecid und
Recarbrio bestätigt wurde (siehe Abschnitt 4.5).
Spezielle PatientengruppenNierenfunktionsstörungIn einer klinischen Pharmakokinetik-Studie und einer Populationspharmakokinetik-Auswertungwurden auf dem Grad der Nierenfunktionsstörung beruhende, klinisch relevante Unterschiede bei der
Exposition (AUC) gegenüber Imipenem, Cilastatin und Relebactam beobachtet.
In der klinischen Studie waren die geometrischen Mittelwerte der AUC von Imipenem bei Patientenmit leichter, mittelschwerer bzw. schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu gesunden
Probanden mit normaler Nierenfunktion um das 1,4-, 1,5- bzw. 2,5- Fache erhöht. Die entsprechendengeometrischen Mittelwerte der AUC von Cilastatin waren um das 1,6-, 1,9- bzw. 5,6- Fache erhöht.
Die geometrischen Mittelwerte der AUC von Relebactam bei Patienten mit leichter, mittelschwererbzw. schwerer Nierenfunktionsstörung waren im Vergleich zu gesunden Probanden mit normaler
Nierenfunktion um das 1,6-, 2,2- bzw. 4,9- Fache erhöht. Bei hämodialysepflichtigen Patienten mitterminaler Niereninsuffizienz wurden Imipenem, Cilastatin und Relebactam durch die Hämodialyseeffizient eliminiert.
Um vergleichbare systemische Expositionen wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion zuerhalten, wird für Patienten mit Nierenfunktionsstörung eine Dosisanpassung empfohlen.
Hämodialysepflichtige Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollten Recarbrio im Anschluss andie Hämodialyse erhalten (siehe Abschnitt 4.2.).
LeberfunktionsstörungImipenem, Cilastatin und Relebactam werden hauptsächlich renal eliminiert; daher ist esunwahrscheinlich, dass eine Einschränkung der Leberfunktion Auswirkungen auf die Expositiongegenüber Recarbrio hat (siehe Abschnitt 4.2).
Ältere Patienten/Geschlecht
In einer Studie zu geriatrischen Patienten/zum Geschlecht und einer Populationspharmakokinetik-
Studie wurden keine klinisch relevanten alters- oder geschlechtsabhängigen Unterschiede bei der
Imipenem-, Cilastatin- und Relebactam-Exposition (AUC), abgesehen von den Effekten der renalen
Funktion, beobachtet (siehe Abschnitt 4.2).
Hautfarbe/ethnische Abstammung
In den klinischen Studien war nur eine geringe Anzahl nicht weißer Patienten eingeschlossen, aber eswerden keine größeren Auswirkungen aufgrund der Hautfarbe/ethnischen Abstammung auf die
Pharmakokinetik von Imipenem, Cilastatin und Relebactam erwartet.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Imipenem/Cilastatin
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Tierstudien zeigten, dass die Toxizität durch Imipenem als Einzelsubstanz auf die Niere beschränktwar. Die Kombination von Imipenem mit Cilastatin im Verhältnis 1:1 verhinderte die nephrotoxischen
Wirkungen von Imipenem bei Kaninchen und Affen. Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass
Cilastatin die Nephrotoxizität dadurch verhindert, indem es einen Eintritt von Imipenem in die
Tubuluszellen verhindert.
Eine Teratologiestudie an trächtigen Javaner-Affen, die Imipenem/Cilastatin-Natrium in Dosen von40 mg/40 mg/kg/Tag als intravenöse Bolusinjektion erhielten, führte zu maternaler Toxizitäteinschließlich Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall, Abort sowie einigen letalen
Fällen. Bei Dosierungen von Imipenem/Cilastatin-Natrium von ca. 100 mg/100 mg/kg/Tag oder ca.dem 3-Fachen der empfohlenen Humandosis pro Tag mit einer Infusionsrate, die der klinischen
Anwendung beim Menschen nachempfunden war, kam es nur zu geringer maternaler Intoleranz(gelegentliches Erbrechen), keinen maternalen Todesfällen, keinen Hinweisen auf Teratogenität, aberzu einem Anstieg der Verluste an Embryos im Vergleich zu den Kontrollgruppen (siehe
Abschnitt 4.6).
Es wurden keine Langzeit-Kanzerogenitätsstudien zu Imipenem/Cilastatin bei Tieren durchgeführt.
Relebactam
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktionstoxizität und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Risiken für den Menschen erkennen.
Es wurden keine Kanzerogenitätsstudien zu Relebactam durchgeführt.
Intravenös an laktierende Ratten verabreichtes Relebactam in Dosen von 450 mg/kg/Tag(Gestationstag 6 bis Laktationstag 14) ging in einer Konzentration, die circa 5 % der des maternalen
Plasmas entspricht, in die Milch über.
Tierstudien zeigen, dass Relebactam, als Einzeldosis verabreicht, bei Affen zu einer renalen tubulären
Degeneration führte. Dabei entsprach deren AUC-Exposition dem 7-Fachen der humanen AUC-
Exposition bei der maximalen empfohlenen Humandosis (maximum recommended human dose,
MRHD). Die renale tubuläre Degeneration hat sich nach Abbruch der Gabe als reversibel erwiesen. Esgab kein Anzeichen für eine Nephrotoxizität bei einer AUC-Exposition, die kleiner als oder gleichgroß wie das 3-Fache der humanen AUC-Exposition mit der maximalen empfohlenen Humandosis(MRHD) ist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten nicht mit anderen Arzneimittelngemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Trockenes Pulver30 Monate.
Nach Rekonstitution und VerdünnungVerdünnte Lösungen sind unmittelbar zu verwenden. Die Zeitspanne zwischen dem Beginn der
Rekonstitution und dem Ende der intravenösen Infusion sollte 2 Stunden nicht überschreiten.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind hinsichtlich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
Die Durchstechflaschen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
20-ml-Durchstechflasche aus Glas, mit 20-mm-Gummistopfen und Aluminiumbördelkappe.
Dieses Arzneimittel ist in Packungen mit 25 Durchstechflaschen erhältlich.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungRecarbrio ist als trockenes Pulver in Durchstechflaschen als Einzeldosis erhältlich und muss vor derintravenösen Anwendung unter Einhaltung aseptischer Bedingungen, wie unten beschrieben,rekonstituiert und verdünnt werden:
* Zur Zubereitung der Infusionslösung ist der Inhalt der Durchstechflasche in 100 ml einesgeeigneten Lösungsmittels in einem Infusionsbeutel zu überführen (siehe Abschnitte 6.2 und6.3): 9 mg/ml (0,9 %-ige) Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke. In Ausnahmefällen,wenn die 9 mg/ml (0,9 %-ige) Natriumchlorid-Lösung aus medizinischen Gründen nichtgeeignet ist, kann stattdessen 50 mg/ml (5 %-ige) Glucose-Lösung für Injektionszweckeangewendet werden.
* Es sind 20 ml (2 × 10 ml) Lösungsmittel aus dem geeigneten Infusionsbeutel zu entnehmen undder Inhalt der Durchstechflasche mit 10 ml des Lösungsmittels zu rekonstituieren. Dierekonstituierte Suspension darf nicht direkt als intravenöse Infusion angewendet werden.
* Die Durchstechflasche nach der Rekonstitution gut schütteln und die hierdurch entstandene
Suspension zu den übrigen 80 ml im Infusionsbeutel hinzugeben.
* Weitere 10 ml des Lösungsmittels in die Durchstechflasche geben und diese gut schütteln, umsicherzustellen, dass der gesamte Inhalt der Durchstechflasche überführt wird; die hierdurchentstandene Suspension erneut in die Infusionslösung im Infusionsbeutel überführen, bevordiese angewendet wird. Die entstandene Mischung ist so lange zu schütteln, bis die Lösung klarist.
* Rekonstituierte Lösungen von Recarbrio sind farblos bis gelb. Abweichungen innerhalb dieses
Farbspektrums haben keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Arzneimittels.
* Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist, wie in Tabelle 7 dargelegt, eine gemäß der
Kreatininclearance des Patienten verminderte Dosis von Recarbrio anzuwenden. Hierfür sind100 ml Infusionslösung, wie oben beschrieben, zuzubereiten. Es ist das erforderliche Volumen(ml) der vorbereiteten Infusionslösung für die jeweils geeignete Dosis von Recarbrio, wie in
Tabelle 7 beschrieben, auszuwählen.
Parenterale Arzneimittel sind vor der Anwendung auf sichtbare Partikel und Verfärbungen zu prüfen,sofern Lösung und Behältnis dies zulassen. Bei Verfärbungen oder sichtbaren Partikeln ist das
Arzneimittel zu verwerfen.
Tabelle 7: Zubereitung der Dosen von Recarbrio
Volumen (ml) der Volumen (ml) der
Dosierung von Recarbrio
Kreatinin-Clearance zubereiteten Lösung, Infusionslösung, das(Imipenem/Cilastatin/Relebactam)(ml/min) das zu entnehmen final für die Dosierung(mg)und zu verwerfen ist benötigt wird≥ 90 500/500/250 n. z. 100< 90 bis ≥ 60 400/400/200 20 80< 60 bis ≥ 30 300/300/150 40 60< 30 bis ≥ 15 oder beidialysepflichtigerterminaler 200/200/100 60 40
Niereninsuffizienz(ESRD)
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Kompatible Arzneimittel
Die physikalische Kompatibilität von Recarbrio mit ausgewählten injizierbaren Arzneimitteln wurdefür zwei häufig erhältliche Lösungsmittel bei einem Y-Infusionsbesteck untersucht. Die kompatiblen
Arzneimittel sind zusammen mit dem zugehörigen kompatiblen Lösungsmittel (d. h. 5 %-ige Glucose-
Lösung für Injektionszwecke oder 0,9 %-ige Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke) untenaufgelistet. Recarbrio ist nicht zusammen mit anderen als den unten aufgelisteten Arzneimitteln überdenselben Infusionsschlauch (oder dieselbe Kanüle) anzuwenden, da keine Kompatibilitätsdaten zur
Verfügung stehen. Zur Bestätigung der Kompatibilität der zeitgleichen gemeinsamen Anwendungbeachten Sie bitte die jeweilige Fachinformation des/der zusammen angewendeten Arzneimittel(s).
Dieses Arzneimittel darf nur mit den unten genannten Arzneimitteln kombiniert werden.
Liste der kompatiblen injizierbaren Arzneimittel zur Anwendung mit 5 %-iger Glucose-Lösung für
Injektionszwecke oder mit 0,9 %-iger Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke als Lösungsmittel
* Dexmedetomidin
* Dopamin
* Adrenalin (Epinephrin)
* Fentanyl
* Heparin
* Midazolam
* Noradrenalin (Norepinephrin)
* Phenylephrin
Kompatible Infusionsbeutel und kompatible Infusionsbesteckmaterialien
Recarbrio ist kompatibel mit den folgenden Infusionsbeuteln und Infusionsbesteckmaterialien.
Infusionsbeutel oder Infusionsbesteckmaterialien, die nicht unten aufgelistet sind, sind nicht zuverwenden.
Infusionsbeutelmaterialien
Polyvinylchlorid (PVC) und Polyolefin (Polypropylen und Polyethylen)
Infusionsbesteckmaterialien (samt Schläuchen)
PVC + Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) und polyethylenbeschichtetes (PE-beschichtetes) PVC
Inkompatible Arzneimittel
Recarbrio Infusionslösung ist physikalisch nicht kompatibel mit Propofol in 5 %-iger Dextrose- bzw.
Glucose- oder 0,9 %-iger Natriumchlorid-Lösung für Injektionszwecke.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Merck Sharp & Dohme B.V.
Waarderweg 392031 BN Haarlem
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Februar 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.