Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels RASILEZ HCT 150mg / 25mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg FilmtablettenRasilez HCT 150 mg/25 mg FilmtablettenRasilez HCT 300 mg/12,5 mg FilmtablettenRasilez HCT 300 mg/25 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg FilmtablettenJede Filmtablette enthält 150 mg Aliskiren (als Hemifumarat) und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Jede Tablette enthält 25 mg Lactose (als Monohydrat) und 24,5 mg Weizenstärke.
Rasilez HCT 150 mg/25 mg FilmtablettenJede Filmtablette enthält 150 mg Aliskiren (als Hemifumarat) und 25 mg Hydrochlorothiazid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Jede Tablette enthält 50 mg Lactose (als Monohydrat) und 49 mg Weizenstärke.
Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg FilmtablettenJede Filmtablette enthält 300 mg Aliskiren (als Hemifumarat) und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Jede Tablette enthält 25 mg Lactose (als Monohydrat) und 24,5 mg Weizenstärke.
Rasilez HCT 300 mg/25 mg FilmtablettenJede Filmtablette enthält 300 mg Aliskiren (als Hemifumarat) und 25 mg Hydrochlorothiazid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Jede Tablette enthält 50 mg Lactose (als Monohydrat) und 49 mg Weizenstärke.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg FilmtablettenWeiße, bikonvexe, ovale Filmtablette mit dem Aufdruck 'LCI“ auf der einen und 'NVR“ auf deranderen Seite.
Rasilez HCT 150 mg/25 mg FilmtablettenBlassgelbe, bikonvexe, ovale Filmtablette mit dem Aufdruck 'CLL“ auf der einen und 'NVR“ auf deranderen Seite.
Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg FilmtablettenViolett-weiße, bikonvexe, ovale Filmtablette mit dem Aufdruck 'CVI“ auf der einen und 'NVR“ aufder anderen Seite.
Rasilez HCT 300 mg/25 mg FilmtablettenHellgelbe, bikonvexe, ovale Filmtablette mit dem Aufdruck 'CVV“ auf der einen und 'NVR“ auf deranderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen.
Rasilez HCT ist bei Patienten indiziert, deren Blutdruck mit Aliskiren oder Hydrochlorothiazid alleinenicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Rasilez HCT ist als Ersatztherapie bei Patienten indiziert, die mit der gleichzeitigen Gabe von
Aliskiren und Hydrochlorothiazid in der gleichen Dosierung wie in der Kombinationstabletteausreichend kontrolliert werden können.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis von Rasilez HCT beträgt 1 Filmtablette pro Tag.
Die blutdrucksenkende Wirkung zeigt sich im Wesentlichen innerhalb von einer Woche. Diemaximale blutdrucksenkende Wirkung wird im Allgemeinen innerhalb von 4 Wochen beobachtet.
Dosierung bei Patienten, die nicht ausreichend auf eine Monotherapie mit Aliskiren oder
Hydrochlorothiazid ansprechen
Eine individuelle schrittweise Dosiseinstellung mit den Einzelsubstanzen ist möglicherweiseempfehlenswert, ehe ein Wechsel auf die fixe Kombination erfolgt. Wenn es klinisch vertretbar ist,kann aber auch eine direkte Umstellung von der Monotherapie auf die fixe Kombination in Betrachtgezogen werden.
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg ist für Patienten geeignet, deren Blutdruck mit Aliskiren 150 mg oder
Hydrochlorothiazid 12,5 mg alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Rasilez HCT 150 mg/25 mg ist für Patienten geeignet, deren Blutdruck mit Aliskiren 150 mg oder
Hydrochlorothiazid 25 mg alleine oder mit Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg nicht ausreichendkontrolliert werden kann.
Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg ist für Patienten geeignet, deren Blutdruck mit Aliskiren 300 mg oder
Hydrochlorothiazid 12,5 mg alleine oder mit Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg nicht ausreichendkontrolliert werden kann.
Rasilez HCT 300 mg/25 mg ist für Patienten geeignet, deren Blutdruck mit Aliskiren 300 mg oder
Hydrochlorothiazid 25 mg alleine oder mit Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg bzw. Rasilez HCT150 mg/25 mg nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Wenn der Blutdruck nach einer Behandlungsdauer von 2 bis 4 Wochen nicht kontrolliert ist, kann die
Dosis bis zu einem Maximum von Rasilez HCT 300 mg/25 mg pro Tag erhöht werden. Die Dosissollte je nach Ansprechen des Patienten angepasst und individualisiert werden.
Dosierung bei ErsatztherapieDer Einfachheit halber können Patienten, die Aliskiren und Hydrochlorothiazid als separate Tablettenerhalten, auf eine Einzeltablette Rasilez HCT in der gleichen Dosierung der Wirkstoffe umgestelltwerden.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionWegen des Hydrochlorothiazid-Anteils ist Rasilez HCT für die Anwendung bei Patienten mit Anurieund bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (glomeruläre Filtrationsrate (GFR)< 30 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert. Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer
Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der Initialdosis erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und5.2).
Eingeschränkte LeberfunktionRasilez HCT ist für die Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziertund bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung oder Patienten mitprogressiver Lebererkrankung mit Vorsicht anzuwenden. Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer
Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung der Initialdosis erforderlich (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und5.2).
Ältere Patienten (über 65 Jahre)Die empfohlene Anfangsdosierung von Aliskiren bei älteren Patienten beträgt 150 mg. Bei der
Mehrzahl der älteren Patienten werden keine klinisch bedeutsamen zusätzlichen Blutdrucksenkungenbeobachtet, wenn die Dosierung auf 300 mg erhöht wird.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Rasilez HCT bei Kindern im Alter unter 18 Jahren ist bisher nochnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Rasilez HCT darf bei Kindern ab Geburt und bis unter 2 Jahren nicht angewendet werden und solltebei Kindern im Alter zwischen 2 und unter 6 Jahren nicht angewendet werden, da Bedenkenhinsichtlich der Sicherheit aufgrund einer potentiellen Aliskiren-Überexposition bestehen (siehe
Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4, pct. 5.2 und 5.3). Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rasilez HCT bei Kindern im
Alter von 6 bis 17 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in
Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben. Die Anwendung von Rasilez HCT wird bei dieser
Patientengruppe nicht empfohlen.
Art der AnwendungZum Einnehmen. Die Tabletten sollten unzerkaut mit etwas Wasser geschluckt werden. Rasilez HCTsollte einmal täglich immer mit oder immer ohne Nahrung und vorzugsweise jeden Tag zur selben
Zeit eingenommen werden. Die Patienten sollten einen passenden täglichen Rhythmus für die
Einnahme des Arzneimittels festlegen und einen konstanten, zeitlichen Zusammenhang mit der
Nahrungsaufnahme beibehalten. Die gleichzeitige Einnahme von Fruchtsäften und/oder Getränken,die Pflanzenextrakte enthalten (einschließlich Kräutertees), sollte vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.5).
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile oder gegen andere Sulfonamid-Derivate- Angioödem unter Aliskiren in der Vorgeschichte- Angeborenes oder idiopathisches Angioödem- Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitt 4.6)- Anurie- Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min/1,73 m2)- Hyponatriämie, Hyperkalzämie, symptomatische Hyperurikämie und therapieresistente
Hypokaliämie- Schwere Leberinsuffizienz- Die gleichzeitige Anwendung von Aliskiren mit Ciclosporin und Itraconazol, zweihochpotenten P-Glykoprotein-(P-gp-)Inhibitoren, und anderen potenten P-gp-Inhibitoren (z. B.
Chinidin) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
- Die gleichzeitige Anwendung von Rasilez HCT und Inhibitoren des Angiotensinkonvertierenden Enzyms (ACEI) oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern (ARB) ist bei
Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR< 60 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
− Kinder ab Geburt bis unter 2 Jahren (siehe Abschnitte 4.2 und 5.3).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nicht-melanozytärer HautkrebsIn zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurdeein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) [Basalzellkarzinom (BCC) und
Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ)beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSCbeitragen.
Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnengeraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen
Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlenwerden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber
Sonnenlicht und UV- Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen
Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf.einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein
NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden (siehe auch Abschnitt 4.8).
AllgemeinBei schwerer und anhaltender Diarrhö sollte Rasilez HCT abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.8).
Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)Bei Patienten mit entsprechender Prädisposition wurde über Hypotonie, Synkope, Schlaganfall,
Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens)berichtet, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die dieses Systembeeinflussen (siehe Abschnitt 5.1). Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige
Anwendung von Aliskiren mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker wirddeshalb nicht empfohlen. Wenn die duale Blockade für die Therapie als absolut notwendig erachtetwird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger
Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.
HerzinsuffizienzAliskiren sollte mit Vorsicht bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (New York Heart
Association (NYHA) Klasse III - IV) angewendet werden (siehe Abschnitt 5.1). Aufgrundeingeschränkter Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit sollte Rasilez HCT bei Patienten mit
Herzinsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden.
Aliskiren sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die mit
Furosemid oder Torasemid behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Risiko einer symptomatischen HypotonieNach Einleitung der Behandlung mit Rasilez HCT könnte in den folgenden Fällen einesymptomatische Hypotonie auftreten:
* Bei Patienten mit ausgeprägtem Volumenmangel oder bei Patienten mit Salzmangel (z. B.
Patienten, die hohe Diuretika-Dosen erhalten) oder
* bei gleichzeitiger Anwendung von Aliskiren mit anderen auf das RAAS wirkenden Substanzen.
Der Volumen- oder Salzmangel ist vor der Verabreichung von Rasilez HCT auszugleichen,andernfalls sollte die Behandlung unter engmaschiger medizinischer Überwachung begonnen werden.
Störungen des ElektrolythaushaltesDie Behandlung mit Rasilez HCT sollte nur nach Korrektur einer Hypokaliämie oder einerbestehenden Hypomagnesiämie erfolgen. Thiazid-Diuretika können ein erneutes Auftreten einer
Hypokaliämie bewirken oder eine bereits vorbestehende Hypokaliämie verschlechtern. Thiazid-
Diuretika sollten bei Patienten mit Zuständen, die mit erhöhtem Kaliumverlust einhergehen, zum
Beispiel Nephropathien mit Salzverlust und prärenale (kardiogene) Einschränkung der Nierenfunktion,mit Vorsicht angewendet werden. Entwickelt sich eine Hypokaliämie während einer
Hydrochlorothiazid-Therapie, sollte Rasilez HCT bis zur stabilen Korrektur des Kaliumgleichgewichtsabgesetzt werden. Obwohl während der Behandlung mit Thiazid-Diuretika eine Hypokaliämieauftreten kann, reduziert die gleichzeitige Therapie mit Aliskiren möglicherweise einediuretikumsbedingte Hypokaliämie. Das Hypokaliämierisiko ist höher bei Patienten mit Leberzirrhose,bei starker Diurese, unzureichender oraler Elektrolytzufuhr und bei Patienten, die gleichzeitig mit
Kortikosteroiden oder adrenokortikotropem Hormon (ACTH) behandelt werden (siehe
Abschnitte 4.5 und 4.8).
Umgekehrt wurden nach Markteinführung unter Aliskiren Anstiege des Serumkaliumspiegelsbeobachtet. Diese können bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen auf das RAAS wirkenden
Substanzen oder nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs) noch verstärkt werden.
Übereinstimmend mit der üblichen medizinischen Praxis wird eine regelmäßige Bestimmung der
Nierenfunktion einschließlich der Serumelektrolyte empfohlen, wenn eine gleichzeitige Anwendungfür notwendig erachtet wird (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).
Thiazid-Diuretika können ein erneutes Auftreten einer Hyponatriämie und hypochlorämischen
Alkalose herbeiführen oder eine bestehende Hyponatriämie verschlechtern. Es wurde Hyponatriämie,begleitet von neurologischen Symptomen (Übelkeit, fortschreitende Desorientierung, Apathie),beobachtet. Eine Behandlung mit Hydrochlorothiazid sollte nur nach Korrektur einer vorbestehenden
Hyponatriämie begonnen werden. Falls sich eine schwere oder schnell einsetzende Hyponatriämiewährend der Therapie mit Rasilez HCT entwickelt, sollte die Behandlung bis zur Normalisierung der
Natriämie unterbrochen werden.
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Rasilez HCT eine diuretikumsbedingte Hyponatriämie reduzierenoder verhindern könnte. Ein Chloridmangel ist gewöhnlich schwach ausgeprägt und bedarf keiner
Behandlung.Alle Patienten, die mit Thiazid-Diuretika behandelt werden, sollten regelmäßig hinsichtlich eines
Ungleichgewichts der Elektrolyte, speziell Kalium, Natrium und Magnesium, beobachtet werden.
Thiazide vermindern die Ausscheidung von Calcium über den Urin und können zu einerintermittierenden und leichten Erhöhung des Calciumspiegels im Serum führen, auch ohne dassbekannte Störungen des Calciumstoffwechsels vorliegen. Rasilez HCT ist bei Patienten mit
Hyperkalzämie kontraindiziert und sollte nur nach Korrektur einer bestehenden Hyperkalzämieangewendet werden. Rasilez HCT sollte abgesetzt werden, wenn sich während der Behandlung eine
Hyperkalzämie entwickelt. Der Serumcalciumspiegel sollte währende der Behandlung mit Thiazidenperiodisch überwacht werden. Eine ausgeprägte Hyperkalzämie kann ein Hinweis auf einenversteckten Hyperparathyreoidismus sein. Thiazide sollten vor der Durchführung von Funktionstestsder Nebenschilddrüse abgesetzt werden.
Eingeschränkte Nierenfunktion und NierentransplantationThiazid-Diuretika können eine Azotämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auslösen.
Wenn Rasilez HCT bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung angewendet wird, wird eine regelmäßige
Kontrolle der Serum-Elektrolyte einschließlich Kalium-, Kreatinin- und Harnsäurespiegel empfohlen.
Rasilez HCT ist bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder Anurie kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.2 und 4.3).
Es liegt keine Therapieerfahrung mit Rasilez HCT bei Patienten mit kürzlich durchgeführter
Nierentransplantation vor. Rasilez HCT sollte bei Patienten, die sich kürzlich einer
Nierentransplantation unterzogen haben, aufgrund von begrenzten klinischen Daten zur Wirksamkeitund Sicherheit mit Vorsicht angewendet werden.
Aliskiren sollte bei Zuständen, die das Entstehen von Nierenfunktionsstörungen begünstigen, wie
Volumenmangel (z. B. wegen Blutverlusts, schwerer oder anhaltender Diarrhö, anhaltendem
Erbrechen usw.), Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus mit Vorsichtangewendet werden. Ein nach Beendigung der Behandlung reversibles akutes Nierenversagen wurdenach Markteinführung bei Risikopatienten beobachtet, die Aliskiren erhielten. Für den Fall, dassirgendwelche Anzeichen eines akuten Nierenversagens auftreten, sollte Aliskiren unverzüglichabgesetzt werden.
Eingeschränkte LeberfunktionFür die Anwendung von Rasilez HCT bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine
Daten vor. Rasilez HCT ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert undsollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung nur mit
Vorsicht eingesetzt werden. Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung istkeine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich. (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
Aorten- und Mitralklappenstenose bzw. obstruktive hypertrophe KardiomyopathieRasilez HCT sollte bei Patienten mit Aorten- oder Mitralklappenstenose oder obstruktiverhypertropher Kardiomyopathie nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
Nierenarterienstenose und renovaskuläre HypertonieFür die Anwendung von Rasilez HCT bei Patienten mit unilateraler oder bilateraler
Nierenarterienstenose oder Stenose bei einer Einzelniere liegen keine Daten aus kontrolliertenklinischen Studien vor. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für eine Niereninsuffizienz,einschließlich akuten Nierenversagens, wenn Patienten mit einer Nierenarterienstenose mit Aliskirenbehandelt werden. Deshalb ist bei diesen Patienten Vorsicht geboten. Wenn ein Nierenversagenauftritt, sollte die Behandlung beendet werden.
Anaphylaktische Reaktionen und AngioödemeAnaphylaktische Reaktionen unter der Behandlung mit Aliskiren wurden nach Markteinführungbeobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten, die mit Aliskiren behandelt wurden, wurde über
Angioödeme oder Symptome, die auf Angioödeme hindeuten (Schwellungen des Gesichts, der
Lippen, des Rachens und/oder der Zunge), berichtet.
Einige dieser Patienten hatten in der Vorgeschichte Angioödeme oder Symptome, die auf
Angioödeme hinwiesen, in einigen Fällen nach Anwendung anderer Arzneimittel, die Angioödemeverursachen können, einschließlich RAAS-Inhibitoren (Inhibitoren des Angiotensin konvertierenden
Enzyms oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker) (siehe Abschnitt 4.8).
Nach Markteinführung wurden Angioödeme oder Angioödem-ähnliche Reaktionen berichtet, wenn
Aliskiren zusammen mit ACEIs und/oder ARBs angewendet wurde (siehe Abschnitt 4.8).
In einer nach der Zulassung durchgeführten Beobachtungsstudie wurde die gleichzeitige
Verabreichung von Aliskiren mit ACEIs oder ARBs mit einem erhöhten Risiko für Angioödeme in
Verbindung gebracht. Der Mechanismus dieses Effekts wurde noch nicht aufgeklärt. Im Allgemeinenwird eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von Aliskiren mit einem
ACEI oder ARB nicht empfohlen (siehe im vorherigen Abschnitt 'Duale Blockade des Renin-
Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)“ und in den Abschnitten 4.5 und 4.8).
Bei Patienten mit einer Prädisposition für Überempfindlichkeit ist besondere Vorsicht erforderlich.
Patienten mit Angioödemen in der Vorgeschichte haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, währendder Behandlung mit Aliskiren ein Angioödem zu entwickeln (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8). Daher istbei Verschreibung von Aliskiren für Patienten mit Angioödemen in der Vorgeschichte Vorsichtangezeigt. Diese Patienten sollten während der Behandlung, besonders zu Behandlungsbeginn,engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Wenn anaphylaktische Reaktionen oder ein Angioödem auftreten, muss Rasilez HCT unverzüglichabgesetzt und eine angemessene Therapie und Überwachung durchgeführt werden, bis diese
Anzeichen und Symptome vollständig und nachhaltig verschwunden sind. Die Patienten solltenangewiesen werden, dem Arzt jedes Anzeichen, das auf allergische Reaktionen hinweist, insbesondere
Atem- oder Schluckbeschwerden sowie Schwellungen des Gesichts, der Extremitäten, Augen, Lippenoder Zunge, zu berichten. Wenn Zunge, Glottis oder Kehlkopf betroffen sind, sollte Adrenalinverabreicht werden. Darüber hinaus sind Maßnahmen zu ergreifen, um die Atemwege offenzuhalten.
Systemischer Lupus erythematodesThiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, können einen systemischen Lupuserythematodes verschlechtern oder auslösen. Bei Anzeichen oder einem klinischem Verdacht aufsystemischen Lupus erythematodes (SLE) sollte Rasilez HCT unverzüglich abgesetzt werden und eineentsprechende Therapie und Überwachung bis zum vollständigen und nachhaltigen Abklingen der
Anzeichen und Symptome durchgeführt werden.
Metabolische und endokrine WirkungenThiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, können die Glukosetoleranz verändern und zueinem Anstieg der Serumspiegel von Cholesterin, Triglyzeriden und Harnsäure führen. Bei
Diabetikern kann eine Dosisanpassung von Insulin oder von oralen blutzuckersenkenden
Arzneimitteln erforderlich sein.
Wegen des Hydrochlorothiazid-Anteils ist Rasilez HCT bei symptomatischer Hyperurikämiekontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Hydrochlorothiazid kann aufgrund einer reduzierten
Harnsäureclearance zu einem Anstieg des Serumspiegels der Harnsäure führen und eine
Hyperurikämie auslösen oder verschlechtern sowie bei anfälligen Patienten Gicht auslösen.
Thiazide reduzieren die Calciumausscheidung über den Harn und können so eine vorübergehende undleichte Erhöhung des Serumcalciums bewirken, ohne dass bekannte Störungen des
Calciumstoffwechsels vorliegen. Rasilez HCT ist bei Patienten mit Hyperkalzämie kontraindiziert undsollte nur nach Korrektur einer vorbestehenden Hyperkalzämie eingesetzt werden. Rasilez HCT sollteabgesetzt werden, wenn sich während der Behandlung eine Hyperkalzämie entwickelt. Calciumwerteim Serum sollten während einer Behandlung mit Thiaziden regelmäßig überwacht werden. Eineausgeprägte Hyperkalzämie kann ein Hinweis auf einen zugrunde liegenden, verdeckten
Hyperparathyreoidismus sein. Thiazide sollten vor der Durchführung eines Funktionstests der
Nebenschilddrüse abgesetzt werden.
PhotosensibilitätUnter Thiazid-Diuretika wurde über Fälle von Photosensibilität berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Wennwährend der Behandlung mit Rasilez HCT eine Lichtempfindlichkeit auftritt, wird empfohlen, die
Behandlung abzubrechen. Wenn dann die erneute Gabe eines Diuretikums für notwendig erachtetwird, wird empfohlen, die dem Licht ausgesetzten Hautareale vor der Sonne oder vor künstlichen
UVA-Strahlen zu schützen.
Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres EngwinkelglaukomSulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem
Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, einer vorübergehenden Myopie und einem akuten
Engwinkelglaukom führen kann. Die Symptome schließen ein akutes Auftreten abnehmender
Sehschärfe oder Augenschmerzen ein und treten typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochennach dem Beginn der Behandlung mit dem Arzneimittel auf. Ein unbehandeltes akutes
Engwinkelglaukom kann zu einem permanenten Sehverlust führen. Die primäre Maßnahme ist, das
Arzneimittel so rasch als möglich abzusetzen. Es kann erforderlich sein, umgehende medizinischeoder operative Behandlungen in Betracht zu ziehen, sollte der intraokulare Druck nicht kontrolliertwerden können. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Engwinkelglaukoms können eine
Sulfonamid- oder Penicillinallergie in der Vorgeschichte sein.
AllgemeinesÜbermäßige Blutdrucksenkung bei Patienten mit ischämischer Kardiopathie oder ischämischerkardiovaskulärer Erkrankung könnte zu einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen.
Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Hydrochlorothiazid können bei Patienten auftreten, sindjedoch bei Patienten mit Allergien oder Asthma wahrscheinlicher.
Sonstige BestandteileRasilez HCT enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,vollständigem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittelnicht anwenden.
Rasilez HCT enthält Weizenstärke. Die Weizenstärke in diesem Arzneimittel enthält nur sehr geringe
Mengen Gluten (weniger als 100 ppm) und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie Probleme verursacht,wenn Sie unter Zöliakie leiden. Eine Dosiseinheit enthält nicht mehr als 100 Mikrogramm Gluten.
Wenn Sie eine Weizenallergie haben (nicht Zöliakie), dürfen Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.
Kinder und JugendlicheAliskiren ist ein P-Glykoprotein-(P-gp-)Substrat und daher besteht die Möglichkeit einer Aliskiren-
Überexposition bei Kindern mit einem unreifen P-gp-Transportsystem für Arzneimittel. Ab welchem
Alter das Transportsystem voll entwickelt ist, kann nicht bestimmt werden (siehe Abschnitte 5.2 und5.3). Daher ist Rasilez HCT bei Kindern ab Geburt bis unter 2 Jahren kontraindiziert und sollte bei
Kindern im Alter zwischen 2 und unter 6 Jahren nicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.3).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aliskiren bei Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Information zu Wechselwirkungen mit Rasilez HCTArzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel beeinflussenDie kaliumausschwemmende Wirkung von Hydrochlorothiazid wird durch die kaliumsparende
Wirkung von Aliskiren abgeschwächt. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass dieser Effekt von
Hydrochlorothiazid auf das Serumkalium durch andere Arzneimittel, die mit Kaliumverlust und
Hypokaliämie in Zusammenhang stehen (z. B. andere kaliuretische Diuretika, Kortikosteroide,
Laxanzien, adrenocortikotropes Hormon (ACTH), Amphotericin, Carbenoxolon, Penicillin G,
Salicylate), verstärkt wird. Umgekehrt kann die gleichzeitige Anwendung von anderen Substanzen, diedas RAAS beeinflussen, NSAIDs oder Substanzen, die den Serumkaliumspiegel erhöhen (z. B.kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, Heparin), zu einem
Anstieg des Serumkaliums führen. Sollte eine gleichzeitige Anwendung mit einer Substanz, die den
Serumkaliumspiegel beeinflusst, für notwendig erachtet werden, ist Vorsicht geboten (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1).
Arzneimittel, die durch eine Störung des Serumkaliums beeinflusst werdenEine regelmäßige Überwachung des Serumkaliums wird empfohlen, wenn Rasilez HCT zusammenmit Arzneimitteln angewendet wird, die durch Störungen des Serumkaliums beeinflusst werden (z. B.
Digitalis-Glykoside, Antiarrhythmika).
Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs), einschließlich selektive
Cyclooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer), Acetylsalicylsäure und nicht selektive NSAIDs
NSAIDs können auch die blutdrucksenkende Wirkung von Aliskiren verringern. NSAIDs könnenauch die diuretische und antihypertensive Wirkung von Hydrochlorothiazid abschwächen.
Bei einigen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (dehydrierte oder ältere Patienten) könntedie gleichzeitige Gabe von Aliskiren und Hydrochlorothiazid mit NSAIDs zu einer weiteren
Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, dasüblicherweise reversibel ist, führen. Deshalb ist vor allem bei älteren Patienten bei gleichzeitiger Gabevon Rasilez HCT und NSAIDs Vorsicht geboten.
Andere AntihypertensivaDie blutdrucksenkende Wirkung von Rasilez HCT kann bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen
Antihypertensiva verstärkt werden. Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen
Antihypertensiva Vorsicht geboten.
Zusätzliche Informationen zu Wechselwirkungen mit AliskirenKontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)
Potente P-gp-InhibitorenEine Interaktionsstudie mit Einzelgabe an gesunden Freiwilligen zeigte, dass Ciclosporin (200 mg und600 mg) die Cmax von Aliskiren 75 mg ungefähr um das ca. 2,5-Fache und die AUC ungefähr um dasca. 5-Fache erhöht. Die Zunahme könnte bei höheren Dosierungen von Aliskiren größer sein. Beigesunden Probanden erhöhte Itraconazol (100 mg) die AUC und die Cmax von Aliskiren (150 mg) umdas 6,5- bzw. 5,8-Fache. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Aliskiren und potenten P-gp-
Inhibitoren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.2)
Fruchtsäfte und Getränke, die Pflanzenextrakte enthaltenDie Gabe von Fruchtsäften zusammen mit Aliskiren führte zu einer Abnahme der AUC und der Cmaxvon Aliskiren. Die gleichzeitige Gabe von Grapefruitsaft mit Aliskiren 150 mg führte zu einer61%igen Abnahme der AUC von Aliskiren und die gleichzeitige Gabe von Aliskiren 300 mg zu einer38%igen Abnahme der AUC von Aliskiren. Die gleichzeitige Gabe von Orangen- bzw. Apfelsaft mit
Aliskiren 150 mg führte zu einer 62%igen bzw. 63%igen Abnahme der AUC von Aliskiren. Diese
Abnahme ist wahrscheinlich auf eine durch die Fruchtsaftbestandteile verursachte Hemmung der
Aufnahme von Aliskiren aus dem Gastrointestinaltrakt, die durch einen Polypeptid-vermittelten
Transport von organischen Anionen erfolgt, zurückzuführen. Daher sollte Rasilez HCT wegen des
Risikos eines Therapieversagens nicht zusammen mit Fruchtsäften eingenommen werden. Die
Wirkung von Getränken, die Pflanzenextrakte enthalten (einschließlich Kräutertees), auf die
Resorption von Aliskiren wurde nicht untersucht. Jedoch sind Verbindungen, die möglicherweise dieorganische Anionen transportierende Polypeptid-vermittelte Aufnahme von Aliskiren hemmen, in
Früchten, Gemüse und vielen anderen pflanzlichen Produkten weit verbreitet. Daher sollten Getränke,die Pflanzenextrakte enthalten, einschließlich Kräutertees, nicht zusammen mit Rasilez HCTeingenommen werden.
Duale Blockade des RAAS mit Aliskiren, ARBs oder ACEIsDaten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des RAAS durch gleichzeitige
Anwendung von ACEIs, ARBs oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz,die auf das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,
Schlaganfall, Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten
Nierenversagens) einher geht (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.1).
Vorsicht erforderlich bei gleichzeitiger AnwendungWechselwirkungen mit P-gpIn präklinischen Studien erwies sich MDR1/Mdr1a/1b (P-gp) als das wichtigste an der intestinalen
Aufnahme und biliären Ausscheidung von Aliskiren beteiligte Efflux-System (siehe Abschnitt 5.2). Ineiner klinischen Studie verringerte Rifampizin, ein Induktor von P-gp, die Bioverfügbarkeit von
Aliskiren um ungefähr 50%. Andere Induktoren von P-gp (Johanniskraut) könnten die
Bioverfügbarkeit von Aliskiren verringern. Obwohl nicht für Aliskiren untersucht, ist bekannt, dass P-gp auch die Aufnahme verschiedenster Substanzen in das Gewebe kontrolliert und dass P-gp-
Inhibitoren das Gewebe-zu-Plasma-Konzentrationsverhältnis erhöhen können. Deshalb könnten P-gp-
Inhibitoren die Gewebespiegel mehr als die Plasmaspiegel erhöhen. Das Potenzial von
Arzneimittelwechselwirkungen über P-gp hängt wahrscheinlich vom Ausmaß der Hemmung dieses
Transporters ab.
Moderate P-gp-InhibitorenDie gleichzeitige Gabe von Ketoconazol (200 mg) bzw. Verapamil (240 mg) und Aliskiren (300 mg)führte zu einer Zunahme der AUC von Aliskiren um 76% bzw. 97%. Die Veränderung der Aliskiren-
Plasmaspiegel bei Anwesenheit von Ketoconazol oder Verapamil liegt schätzungsweise in dem
Bereich, der bei Verdoppelung der Aliskiren-Dosis erreicht würde. Aliskiren-Dosen von bis zu600 mg, also das Doppelte der höchsten empfohlenen therapeutischen Dosis, erwiesen sich inkontrollierten klinischen Studien als gut verträglich. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass diegleichzeitige Gabe von Aliskiren und Ketoconazol die gastrointestinale Resorption von Aliskirenfördert und die biliäre Exkretion vermindert. Deshalb ist Vorsicht angebracht, wenn Aliskirenzusammen mit Ketoconazol, Verapamil oder anderen moderaten P-gp-Inhibitoren (Clarithromycin,
Telithromycin, Erythromycin, Amiodaron) angewendet wird.
Arzneimittel, die den Serumkaliumspiegel beeinflussenDie gleichzeitige Anwendung von anderen Substanzen, die das RAAS beeinflussen, NSAIDs oder
Substanzen, die den Serumkaliumspiegel erhöhen (z. B. kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate,kaliumhaltige Salzersatzmittel, Heparin), kann zu einem Anstieg des Serumkaliums führen. Sollte eine
Co-Medikation mit einer Substanz, die den Serumkaliumspiegel beeinflusst, für notwendig erachtetwerden, wird eine routinemäßige Kontrolle des Kaliumspiegels empfohlen.
Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs)NSAIDs können auch die blutdrucksenkende Wirkung von Aliskiren verringern. Bei einigen Patientenmit eingeschränkter Nierenfunktion (dehydrierte oder ältere Patienten) könnte die gleichzeitige Gabevon Aliskiren und NSAIDs zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlicheines möglichen akuten Nierenversagens, das üblicherweise reversibel ist, führen. Deshalb ist vorallem bei älteren Patienten bei gleichzeitiger Gabe von Aliskiren und NSAIDs Vorsicht geboten.
Furosemid und TorasemidDie gleichzeitige orale Gabe von Aliskiren und Furosemid hatte keine Auswirkung auf die
Pharmakokinetik von Aliskiren, reduzierte aber die Exposition gegenüber Furosemid um 20-30% (die
Auswirkung von Aliskiren auf intramuskulär oder intravenös verabreichtes Furosemid wurde nichtuntersucht). Mehrfache Gabe von Furosemid (60 mg/Tag) gemeinsam mit Aliskiren (300 mg/Tag) bei
Patienten mit Herzinsuffizienz führte während der ersten 4 Stunden zu einer Reduktion der
Natriumausscheidung über den Harn und des Harnvolumens um 31% bzw. 24% im Vergleich zu deralleinigen Gabe von Furosemid. Das durchschnittliche Körpergewicht von Patienten, die gleichzeitigmit Furosemid und 300 mg Aliskiren behandelt wurden (84,6 kg), war höher als das Gewicht der
Patienten, die nur mit Furosemid behandelt wurden (83,4 kg). Kleinere Veränderungen der
Pharmakokinetik und Wirksamkeit von Furosemid wurde mit Aliskiren 150 mg/Tag beobachtet.
Die verfügbaren klinischen Daten zeigten nicht, dass nach gleichzeitiger Gabe mit Aliskiren höhere
Dosen von Torasemid verwendet wurden. Es ist bekannt, dass die renale Ausscheidung von Torasemiddurch organische Anionen-Transporter (OATs) vermittelt wird. Die Aliskiren-Ausscheidung über die
Nieren ist minimal. Nach oraler Gabe wurden nur 0,6 % der Aliskiren-Dosis im Urin gefunden (siehe
Abschnitt 5.2). Da jedoch gezeigt wurde, dass Aliskiren ein Substrat des organische Anionentransportierenden Polypeptids 1A2 (OATP1A2) ist (siehe nachfolgenden Abschnitt'Wechselwirkungen mit Inhibitoren von organische Anionen transportierenden Polypeptiden(OATP)“), reduziert Aliskiren möglicherweise die Plasma-Exposition von Torasemid durch eine
Beeinflussung des Resorptionsprozesses.
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Aliskiren und oralem Furosemid oder Torasemid behandelt werden,wird daher empfohlen, bei Einleitung und Anpassung einer Therapie mit Furosemid, Torasemid oder
Aliskiren die Wirkung von Furosemid oder Torasemid zu überwachen, um Veränderungen desextrazellulären Flüssigkeitsvolumens und mögliche Zustände von Volumenüberlastung zu vermeiden(siehe Abschnitt 4.4).
WarfarinDie Auswirkungen von Aliskiren auf die Pharmakokinetik von Warfarin wurden nicht untersucht.
Wechselwirkungen mit NahrungsmittelnObwohl gezeigt wurde, dass Nahrungsmittel (fettarm oder fettreich) die Aufnahme von Aliskirendeutlich verringern, wurde belegt, dass die Wirksamkeit von Aliskiren bei Einnahme mit einer leichten
Mahlzeit oder ohne Mahlzeit ähnlich ist (siehe Abschnitt 4.2). Die verfügbaren klinischen Datendeuten nicht auf eine additive Wirkung verschiedener Arten von Nahrungsmitteln und/oder Getränkenhin, jedoch wurde die Möglichkeit einer verringerten Aliskiren-Bioverfügbarkeit aufgrund dieseradditiven Wirkung nicht untersucht und kann daher nicht ausgeschlossen werden. Die gleichzeitige
Gabe von Aliskiren mit Fruchtsäften oder Getränken, die Pflanzenextrakte enthalten, einschließlich
Kräutertees, sollte vermieden werden.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnDie in klinischen Pharmakokinetikstudien untersuchten Arzneistoffe umfassten Acenocoumarol,
Atenolol, Celecoxib, Pioglitazon, Allopurinol, Isosorbid-5-Mononitrat und Hydrochlorothiazid. Eswurden keine Wechselwirkungen festgestellt.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Aliskiren mit Metformin (↓28%), Amlodipin (↑29%) oder
Cimetidin (↑19%) änderte sich die Cmax oder AUC von Aliskiren um 20% bis 30%. Bei Verabreichungmit Atorvastatin stiegen AUC und Cmax von Aliskiren im Steady-State um 50%. Die gleichzeitige
Gabe von Aliskiren hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Atorvastatin,
Metformin oder Amlodipin. Daher ist weder für Aliskiren noch für diese gleichzeitig verabreichten
Arzneimittel eine Dosisanpassung erforderlich.
Die Bioverfügbarkeit von Digoxin und Verapamil kann durch Aliskiren leicht verringert werden.
Wechselwirkungen mit CYP450Aliskiren hemmt nicht die CYP450-Isoenzyme (CYP1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A).
Aliskiren führt nicht zur Induktion von CYP3A4. Deshalb kann angenommen werden, dass Aliskirendie systemische Exposition von Substanzen, die diese Enzyme hemmen, induzieren oder von ihnenabgebaut werden, nicht beeinflusst. Aliskiren wird nur geringfügig über Cytochrom-P450-Enzymemetabolisiert. Deshalb sind Wechselwirkungen aufgrund einer Hemmung oder Induktion von
CYP450-Isoenzymen nicht zu erwarten. Allerdings beeinflussen CYP3A4-Inhibitoren häufig auch P-gp. Deshalb kann eine erhöhte Exposition gegenüber Aliskiren erwartet werden, wenn gleichzeitig
CYP3A4-Inhibitoren gegeben werden, die auch P-gp hemmen (siehe andere P-gp-Hinweise im
Abschnitt 4.5).
Substrate oder schwache Inhibitoren von P-gpEs wurden keine relevanten Wechselwirkungen mit Atenolol, Digoxin, Amlodipin oder Cimetidinbeobachtet. Bei gleichzeitiger Gabe mit Atorvastatin (80 mg) erhöhten sich für Aliskiren (300 mg) im
Steady-State AUC und Cmax um 50%. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass P-gp eine wesentliche
Einflussgröße für die Bioverfügbarkeit von Aliskiren ist. Substanzen, die P-gp induzieren(Johanniskraut, Rifampicin), könnten daher die Bioverfügbarkeit von Aliskiren erniedrigen.
Inhibitoren von organische Anionen transportierenden Polypeptide (OATP)Präklinische Studien zeigen, dass Aliskiren ein Substrat von organischen Anionen transportierenden
Polypeptiden sein könnte. Deshalb besteht bei gleichzeitiger Verabreichung die Möglichkeit von
Interaktionen zwischen OATP-Inhibitoren und Aliskiren (siehe obigen Abschnitt 'Fruchtsäfte und
Getränke, die Pflanzenextrakte enthalten“).
Zusätzliche Informationen zu Wechselwirkungen mit HydrochlorothiazidBei gleichzeitiger Anwendung kann es zu einer Wechselwirkung zwischen den folgenden
Arzneimitteln und Thiazid-Diuretika kommen:
LithiumDie renale Ausscheidung von Lithium wird durch Thiazide verringert, so dass das Risiko einertoxischen Wirkung von Lithium durch Hydrochlorothiazid erhöht wird. Die gleichzeitige Gabe von
Lithium und Hydrochlorothiazid wird nicht empfohlen. Wenn diese Kombination erforderlich seinsollte, wird eine sorgfältige Überwachung des Serum-Lithium-Spiegels während der gleichzeitigen
Anwendung empfohlen.
Arzneimittel, die Torsades de Pointes auslösen könnenAufgrund des Risikos einer Hypokaliämie sollte Hydrochlorothiazid mit Vorsicht angewendet werdenmit Arzneimitteln, die Torsades des Pointes auslösen können, im Speziellen Klasse-Ia- und Klasse-III-
Antiarrhythmika und einige Antipsychotika.
Arzneimittel, die den Serum-Natrium-Spiegel beeinflussenDie hyponatriämisch Wirkung von Diuretika kann durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln wie
Antidepressiva, Antipsychotika, Antiepileptika etc. verstärkt werden. Bei einer Langzeitanwendungdieser Arzneimittel ist Vorsicht angezeigt.
Catecholamine (z. B. Noradrenalin, Adrenalin)Hydrochlorothiazid kann die Reaktion auf Catecholamine, wie Noradrenalin, verringern. Die klinische
Signifikanz dieser Wirkung ist unsicher und nicht ausreichend, um deren Anwendung auszuschließen.
Digoxin oder andere Digitalis-GlykosideEine durch Thiazide verursachte Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie kann als unerwünschter Effektauftreten und digitalisbedingte Arrhythmien begünstigen.
Vitamin D und CalciumsalzeBei gleichzeitiger Anwendung von Thiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, mit Vitamin
D oder Calciumsalzen kann es zu einem verstärkten Anstieg des Serum-Calcium-Spiegels kommen.
Die gleichzeitige Anwendung von thiazidartigen Diuretika kann durch den Anstieg der tubulären
Calcium-Reabsorption zu einer Hyperkalzämie in Patienten führen, die für eine Hyperkalzämieempfänglich sind (z.B. Hyperparathyreoidismus, Malignität oder Vitamin-D-vermittelte Konditionen).
Antidiabetika (z. B. Insulin und orale Antidiabetika)Thiazide können die Glukosetoleranz verändern. Eine Dosisanpassung der Antidiabetika kannerforderlich werden (siehe Abschnitt 4.4). Wegen des Risikos einer Laktatazidose, die wegen einermöglicherweise durch Hydrochlorothiazid verursachten Nierenfunktionsstörung auftreten kann, sollte
Metformin mit Vorsicht angewendet werden.
Beta-Blocker und DiazoxidEs besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Hyperglykämien bei gleichzeitiger Gabe von
Thiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, und Beta-Blockern. Thiazid-Diuretika,einschließlich Hydrochlorothiazid, können den hyperglykämischen Effekt von Diazoxid verstärken.
Arzneimittel, die zur Gichtbehandlung eingesetzt werdenEine Dosisanpassung der Urikosurika kann erforderlich sein, da Hydrochlorothiazid den Serum-
Harnsäure-Spiegel erhöhen kann. Eine Erhöhung der Probenecid- oder Sulfinpyrazon-Dosis kann sichals notwendig erweisen. Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika, einschließlich
Hydrochlorothiazid, kann die Häufigkeit des Auftretens von Überempfindlichkeitsreaktionen auf
Allopurinol erhöhen.
Anticholinergika und andere Arzneimittel mit Einfluss auf die Darmmotilität
Anticholinergika (z. B. Atropin, Biperiden) können die Bioverfügbarkeit von thiazidartigen Diuretikadurch eine Verringerung der Magen-Darm-Motilität und eine Verlangsamung der Magenentleerungerhöhen. Im Gegensatz dazu wird angenommen, dass prokinetische Substanzen wie Cisaprid die
Bioverfügbarkeit von thiazidartigen Diuretika verringern.
AmantadinThiazide, einschließlich Hydrochlorothiazid, können das Risiko von Nebenwirkungen durch
Amantadin erhöhen.
IonenaustauscherharzeDie Absorption von Thiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, wird durch Colestyraminoder Colestipol vermindert. Dies könnte in subtherapeutischen Effekten von Thiazid-Diuretikaresultieren. Jedoch kann eine Staffelung der Dosen von Hydrochlorothiazid und
Ionenaustauscherharzen bei Gabe von Hydrochlorothiazid mindestens 4 Stunden vor oder 4-6 Stundennach der Gabe von Ionenaustauscherharzen diese Interaktion potentiell verringern.
Zytotoxische SubstanzenThiazide, einschließlich Hydrochlorothiazid, können die renale Ausscheidung von zytotoxischen
Wirkstoffen (z. B. Cyclophosphamid, Methotrexat) verringern und deren myelosuppressive
Wirkungen verstärken.
Nicht depolarisierende MuskelrelaxantienThiazid-Diuretika, einschließlich Hydrochlorothiazid, verstärken die Wirkung von Muskelrelaxanzienvom Curare-Typ.
Alkohol, Barbiturate oder NarkotikaDie gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika mit Substanzen, die auch einen blutdrucksenkenden
Effekt besitzen (z.B. durch Reduktion der Aktivität des Sympathikus oder direkte Vasodilatation) kanneine orthostatische Hypotonie verstärken.
Methyldopa
Es liegen vereinzelte Berichte über das Auftreten von hämolytischer Anämie bei gleichzeitiger
Anwendung von Hydrochlorothiazid und Methyldopa vor.
Jodhaltige KontrastmittelIm Falle eines durch Diuretika ausgelösten Volumenmangels besteht ein erhöhtes Risiko für ein akutes
Nierenversagen, vor allem bei hohen Dosen jodierter Präparate. Ein Volumenmangel ist vor der Gabeauszugleichen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten über die Anwendung von Aliskiren bei Schwangeren vor. Aliskiren war bei
Ratten und Kaninchen nicht teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Andere Substanzen mit direkter Wirkungauf das RAAS wurden bei Anwendung im zweiten und dritten Trimenon mit schweren fetalen
Missbildungen und neonatalen Todesfällen in Verbindung gebracht. Es liegen nur begrenzte
Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vor, insbesonderewährend des ersten Trimesters. Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien vor.
Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von
Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu einer
Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus,
Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.
Hydrochlorothiazid sollte bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder
Präeklampsie wegen des Risikos eines Plasmavolumenmangels und einer plazentaren Hypoperfusionohne nützliche Wirkung auf den Verlauf der Erkrankungen nicht angewendet werden.
Hydrochlorothiazid sollte nicht zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Schwangerenangewendet werden, außer in Ausnahmefällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist.
Da zu dieser Kombination keine spezifischen klinischen Studien durchgeführt wurden, sollte Rasilez
HCT nicht während des ersten Schwangerschaftstrimesters oder von Frauen, die eine Schwangerschaftplanen, angewendet werden und ist während des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesterskontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Vor einer geplanten Schwangerschaft sollte rechtzeitig eine
Umstellung auf eine andere geeignete Behandlung erfolgen. Wenn während der Behandlung eine
Schwangerschaft festgestellt wird, sollte Rasilez HCT schnellstmöglich abgesetzt werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Aliskiren in die Muttermilch übergeht. Aliskiren wurde in die Milch vonstillenden Ratten abgegeben.
Hydrochlorothiazid tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazide, die in hohen Dosenstarke Diurese verursachen, können die Milchproduktion verhindern.
Die Anwendung von Rasilez HCT während der Stillzeit wird daher nicht empfohlen. Wenn Rasilez
HCT während der Stillzeit angewendet wird, sollte die Dosierung so gering wie möglich gehaltenwerden.
FertilitätEs liegen keine klinischen Daten zur Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenRasilez HCT hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Beim Lenken von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen sollte beachtetwerden, dass bei Anwendung von Rasilez HCT gelegentlich Schwindel oder Müdigkeit auftretenkönnen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Unbedenklichkeit von Rasilez HCT wurde bei mehr als 3.900 Patienten untersucht. In diesen
Studien wurden über 700 Patienten länger als 6 Monate und 190 Patienten länger als 1 Jahr behandelt.
Das Auftreten von Nebenwirkungen zeigte keine Abhängigkeit von Geschlecht, Alter, Body Mass
Index, Rasse oder ethnischer Zugehörigkeit. Die Behandlung mit Rasilez HCT führte zu einer
Gesamtinzidenz von Nebenwirkungen, die bis zu einer Dosierung von 300 mg/25 mg mit Placebovergleichbar war. Als häufigste Nebenwirkung beobachtet mit Rasilez HCT tritt Diarrhö auf.
Unerwünschte Wirkungen, die bereits früher für einen der einzelnen Bestandteile von Rasilez HCT(Aliskiren und Hydrochlorothiazid) berichtet wurden und in der tabellarischen Auflistung der
Nebenwirkungen aufgeführt sind, können auch unter Rasilez HCT auftreten.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen:Für die Häufigkeit der nachfolgend aufgeführten unerwünschten Wirkungen wird die folgende
Beschreibung verwendet: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000,< 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Nebenwirkungen, die unter
Rasilez HCT oder unter Monotherapie mit einem oder beiden Wirkstoffen beobachtet wurden, sind inder folgenden Tabelle aufgelistet. Bei Nebenwirkungen, die bei mehr als einem Wirkstoff in einerfesten Dosiskombination beobachtet wurden, wird in der nachfolgenden Tabelle die höchste
Häufigkeit aufgeführt.
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Nicht bekannt Nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und
Plattenepithelkarzinom)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSelten Thrombozytopenie, manchmal mit Purpurah
Sehr selten Agranulozytoseh, Knochenmarkdepressionh, hämolytische
Anämieh, Leukopenieh
Nicht bekannt Aplastische Anämieh
Erkrankungen des ImmunsystemsSelten Anaphylaktische Reaktionena,
Überempfindlichkeitsreaktionena,h
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Hypokaliämieh
Häufig Hyperurikämieh, Hypomagnesiämieh
Selten Hyperkalzämieh, Hyperglykämieh, Verschlechterung desdiabetischen metabolischen Statush
Sehr selten Hypochlorämische Alkaloseh
Psychiatrische ErkrankungenSelten Depressionh, Schlafstörungenh
Erkrankungen des NervensystemsSelten Kopfschmerzenh, Parästhesienh
AugenerkrankungenSelten Sehstörungenh
Nicht bekannt Akutes Engwinkelglaukomh, Aderhautergussh
Erkrankungen des Ohres und Labyrinths
Nicht bekannt Vertigoa
HerzerkrankungenHäufig Schwindela,h
Gelegentlich Palpitationena, periphere Ödemea
Selten Kardiale Arrhythmienh
GefäßerkrankungenHäufig Orthostatische Hypotonieh
Gelegentlich Hypotoniec,a
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsGelegentlich Hustena
Sehr selten Atemnot (einschließlich Pneumonitis und Lungenödem)h
Nicht bekannt Atemnota
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Diarrhöc,a,h, verminderter Appetith, Übelkeit und Erbrechena,h
Selten Abdominale Beschwerdenh, Verstopfungh
Sehr selten Pankreatitish
Leber- und GallenerkrankungenSelten Intrahepatische Cholestaseh, Ikterusa,h
Nicht bekannt Lebererkrankungena,*, Hepatitisa, Leberversagena,**
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufig Urtikaria und andere Formen von Ausschlaga,h
Gelegentlich Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) einschließlich
Stevens-Johnson-Syndroma, toxisch epidermaler Nekrolyse(TEN)a, Reaktionen der Mundschleimhauta, Juckreiza
Selten Angioödemea, Erythemea, Photosensibilitätsreaktionh
Sehr selten Kutane Lupus-erythematodes-ähnliche Reaktionenh,
Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodesh,nekrotisierende Vaskulitis und toxisch-epidermale
Nekrolyseh
Nicht bekannt Erythema multiformeh
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig Arthralgiea
Nicht bekannt Muskelkrämpfeh
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Akute Niereninsuffizienza,h, eingeschränkte Nierenfunktiona
Nicht bekannt Nierenfunktionsstörungenh
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseHäufig Impotenzh
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortNicht bekannt Asthenieh, Fieberh
Untersuchungen
Sehr häufig Anstieg von Cholesterin und Triglyzeridenh
Häufig Hyperkaliämiea, Hyponatriämiec,a,h
Gelegentlich Anstieg der Leberenzymea
Selten Abfall des Hämoglobinsa, Abfall des Hämatokritsa, Anstiegdes Blutkreatininsa, Glukosuriehc Unter Rasilez HCT beobachtete Nebenwirkungena Unter Monotherapie mit Aliskiren beobachtete Nebenwirkungenh Unter Monotherapie mit Hydrochlorothiazid beobachtete Nebenwirkungen
* Einzelfälle von Lebererkrankungen mit klinischen Symptomen und Labornachweisen einerausgeprägteren Leberfunktionsstörung.
** Einschließlich einem Fall von 'fulminantem Leberversagen“, der nach der Markteinführungberichtet wurde und bei dem ein kausaler Zusammenhang mit Aliskiren nicht ausgeschlossen werdenkann.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDiarrhöDiarrhö ist eine dosisabhängige Nebenwirkung von Aliskiren. In kontrollierten klinischen Studien lagdie Diarrhöinzidenz unter Rasilez HCT bei 1,3% im Vergleich zu 1,4% unter Aliskiren oder 1,9%unter Hydrochlorothiazid.
SerumkaliumIn einer großen placebokontrollierten Studie glichen sich bei vielen Patienten die gegensätzlichen
Wirkungen von Aliskiren (150 mg oder 300 mg) und Hydrochlorothiazid (12,5 mg oder 25 mg) aufdas Serumkalium in etwa aus. Bei anderen Patienten kann der eine oder andere Effekt überwiegen. Bei
Risikopatienten sollten zur Feststellung möglicher Elektrolytungleichgewichte regelmäßige
Bestimmungen des Serumkaliums durchgeführt werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Zusätzliche Informationen zu den einzelnen BestandteilenNebenwirkungen, die bereits bei einem der Einzelbestandteile berichtet wurden, könnenmöglicherweise auch als Nebenwirkung von Rasilez HCT auftreten, selbst wenn diese nicht inklinischen Studien beobachtet wurden.
AliskirenWährend der Behandlung mit Aliskiren sind Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlichanaphylaktischer Reaktionen und Angioödeme aufgetreten.
In kontrollierten klinischen Studien traten während der Behandlung mit Aliskiren selten Angioödemeund Überempfindlichkeitsreaktionen auf, wobei die Rate vergleichbar mit derjenigen unter Placebooder Vergleichspräparat war.
Fälle von Angioödemen oder Symptome, die auf Angioödeme hindeuten (Schwellungen des Gesichts,der Lippen, des Rachens und/oder der Zunge), wurden auch nach Markteinführung berichtet. Einigedieser Patienten hatten in der Vorgeschichte Angioödeme oder Symptome, die auf Angioödemehinwiesen, in einigen Fällen nach Anwendung anderer Arzneimittel, die Angioödeme verursachenkönnen, einschließlich RAAS-Inhibitoren (ACEIs oder ARBs).
Nach Markteinführung wurden Fälle von Angioödemen oder Angioödem-ähnlichen Reaktionenberichtet, wenn Aliskiren zusammen mit ACEIs und/oder ARBs angewendet wurde.
Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer Reaktionen wurden auch nach
Markteinführung berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Falls Anzeichen auftreten, die auf eine Überempfindlichkeitsreaktion/Angioödem hinweisen(insbesondere Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria,
Schwellungen des Gesichts, der Extremitäten, Augen, Lippen und/oder Zunge, Schwindel), sollten die
Patienten die Behandlung abbrechen und den Arzt kontaktieren (siehe Abschnitt 4.4).
Arthralgien wurden nach Markteinführung beobachtet. In einigen Fällen traten sie als Teil einer
Überempfindlichkeitsreaktion auf.
Bei Risikopatienten wurde nach Markteinführung über Nierenfunktionsstörungen und über akutes
Nierenversagen berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Hämoglobin und HämatokritEs wurde ein geringgradiger Abfall von Hämoglobin und Hämatokrit (mittlerer Abfall um etwa0,05 mmol/l bzw. 0,16 Volumenprozent) beobachtet. Bei keinem Patienten wurde die Therapieaufgrund einer Anämie abgebrochen. Dieser Effekt wird auch bei anderen Substanzen beobachtet, dieauf das Renin-Angiotensin-System wirken, zum Beispiel bei ACEIs und ARBs.
SerumkaliumUnter Aliskiren wurden Anstiege des Serumkaliums beobachtet. Diese können bei gleichzeitiger
Anwendung von anderen Substanzen, die auf das RAAS wirken, oder von NSAIDs verstärkt werden.
Übereinstimmend mit der üblichen medizinischen Praxis wird eine regelmäßige Bestimmung der
Nierenfunktion einschließlich der Serumelektrolyte empfohlen, wenn eine gleichzeitige Anwendungfür notwendig erachtet wird.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit von Aliskiren wurde in einer randomisierten, doppelblinden, 8-wöchigen Studie mit267 hypertensiven, meist übergewichtigen/adipösen Patienten im Alter zwischen 6 und 17 Jahrengefolgt von der 52-wöchigen Extensionsstudie mit 208 Patienten untersucht. Darüber hinaus wurdeeine weitere 52- bis 104-wöchige, nichtinterventionelle, beobachtende Extensionsstudie mit106 Patienten (keine Verabreichung eines Prüfpräparats) durchgeführt. Das Ziel dieser Studie war die
Bewertung der langfristigen Sicherheit im Hinblick auf das Wachstum und die Entwicklung von
Kindern im Alter zwischen 6 und 17 Jahren, die in der Hauptstudie bei der Baseline hypertensiv(primär oder sekundär) waren und zuvor mit Aliskiren behandelt wurden.
Die Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern waren im Allgemeinen ähnlichwie die bei erwachsenen Hypertonikern. Basierend auf der körperlichen Entwicklung, die bei
Patienten mit primärer oder sekundärer Hypertonie beurteilt wurde, und auf der neurokognitiven
Entwicklung, die ausschließlich bei Patienten mit sekundärer Hypertonie (19 Patienten: 9 zuvor mit
Aliskiren behandelt und 10 zuvor mit Enalapril behandelt) untersucht wurde, wurde kein genereller,klinisch relevanter unerwünschter Einfluss bei pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahrennach einer Behandlung mit Aliskiren bis zu einem Jahr beobachtet. Siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.8, 5.1 und5.2 zu Informationen bei Kindern und Jugendlichen.
HydrochlorothiazidHydrochlorothiazid wurde über viele Jahre häufig verschrieben, oft in höheren Dosen, als in Rasilez
HCT enthalten. Über die Nebenwirkungen, die in der obigen Tabelle aufgelistet und mit der Referenz'h“ markiert sind, wurde bei Patienten berichtet, die mit Thiazid-Diuretika allein, einschließlich
Hydrochlorothiazid, behandelt wurden.
Nicht-melanozytärer HautkrebsAuf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein kumulativerdosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC festgestellt (siehe auch Abschnitt 4.4und 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDas wahrscheinlichste Anzeichen einer Überdosierung wäre ein Blutdruckabfall, bedingt durch denantihypertensiven Effekt von Aliskiren.
Eine Überdosierung mit Hydrochlorothiazid geht mit einer Elektrolytverarmung (Hypokaliämie,
Hypochlorämie, Hyponatriämie) und Dehydratation als Folge einer übermäßigen Diurese einher. Diehäufigsten Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit und Schläfrigkeit. Eine Hypokaliämie kann
Muskelkrämpfe verursachen und/oder Herzrhythmusstörungen in Verbindung mit dem gleichzeitigen
Gebrauch von Digitalis-Glykosiden oder bestimmten Antiarrhythmika verstärken.
BehandlungSollte eine symptomatische Hypotonie auftreten, ist eine supportive Behandlung einzuleiten.
In einer Studie an hämodialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD = End
Stage Renal Disease) war die Clearance von Aliskiren gering (< 2% der oralen Clearance). Daher istdie Dialyse nicht zur Behandlung einer Aliskiren-Überdosierung geeignet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System, Renin-
Inhibitoren, ATC-Code: C09XA52
Rasilez HCT ist eine Kombination zweier antihypertensiver Wirkstoffe zur Blutdruckkontrolle bei
Patienten mit essenzieller Hypertonie: Aliskiren gehört zu der Klasse der direkten Renin-Inhibitorenund Hydrochlorothiazid zu der Klasse der Thiazid-Diuretika. Die Kombination dieser Substanzen mitkomplementären Wirkungsmechanismen liefert einen additiven antihypertensiven Effekt, wodurchsich der Blutdruck stärker senken lässt als mit der jeweiligen Einzelsubstanz.
AliskirenAliskiren ist ein oral wirksamer, nicht peptidischer, potenter und selektiver direkter Inhibitor deshumanen Renins.
Durch Hemmung des Enzyms Renin blockiert Aliskiren das RAAS am Aktivierungspunkt. Dadurchwird die Umwandlung von Angiotensinogen in Angiotensin I blockiert, die Angiotensin-I- und
Angiotensin-II-Spiegel werden gesenkt. Während andere RAAS-Hemmer (ACE-Hemmer und
Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB)) einen kompensatorischen Anstieg der Plasmareninaktivität(PRA) verursachen, nimmt die PRA bei Bluthochdruckpatienten durch die Behandlung mit Aliskirenum etwa 50 bis 80% ab. Bei der Kombination von Aliskiren mit anderen Antihypertensiva wurdenähnliche Reduktionen gefunden. Die klinischen Implikationen der Wirkung auf die PRA sind derzeitnicht bekannt.
Bei Bluthochdruckpatienten senkte Aliskiren bei einmal täglicher Gabe in Dosierungen von 150 mgund 300 mg den systolischen und diastolischen Blutdruck. Diese Wirkung hielt über das gesamte
Dosierungsintervall von 24 Stunden an (die Wirkung bleibt am frühen Morgen erhalten). Bei einer
Dosierung von 300 mg betrug das durchschnittliche 'Peak-Trough“-Verhältnis für das diastolische
Ansprechen bis zu 98%. 85 bis 90% des maximalen blutdrucksenkenden Effekts wurden nach2 Wochen beobachtet. Die Blutdrucksenkung wurde während der Langzeitbehandlungaufrechterhalten (12 Monate) und war unabhängig von Alter, Geschlecht, Body Mass Index undethnischer Zugehörigkeit.
Es liegen Studien zur Kombinationstherapie vor, in denen Aliskiren zusätzlich mit dem Diuretikum
Hydrochlorothiazid, dem Calciumkanalblocker Amlodipin und dem Betablocker Atenolol gegebenwurde. Diese Kombinationen waren wirksam und wurden gut vertragen.
Die Wirksamkeit und Sicherheit der Aliskiren-basierten Therapie wurde mit einer Ramipril-basierten
Therapie in einer 9-monatigen Nicht-Unterlegenheitsstudie an 901 älteren Patienten (≥ 65 Jahre) mitessenzieller systolischer Hypertonie verglichen. Über 36 Wochen wurden 150 mg oder 300 mg
Aliskiren pro Tag bzw. 5 mg oder 10 mg Ramipril pro Tag verabreicht mit einer optionalen add-on-
Therapie mit Hydrochlorothiazid (12,5 mg oder 25 mg) in Woche 12, und Amlodipin (5 mg oder10 mg) in Woche 22. Über einen Zeitraum von 12 Wochen senkte die Aliskiren-Monotherapie densystolischen/diastolischen Blutdruck um 14,0/5,1 mmHg, verglichen mit 11,6/3,6 mmHg für Ramipril.
Dies bestätigt, dass Aliskiren bei den gewählten Dosierungen Ramipril nicht unterlegen ist. Die
Unterschiede beim systolischen und diastolischen Blutdruck waren statistisch signifikant. Die
Verträglichkeit war in beiden Behandlungsarmen vergleichbar, jedoch wurde Husten unter der
Ramipril-Behandlung häufiger berichtet als unter der Aliskiren-Behandlung (14,2% vs. 4,4%),während Diarrhö häufiger unter Aliskiren- als unter Ramipril-Behandlung berichtet wurde (6,6% vs.5,0%).
In einer 8-wöchigen Studie an 754 hypertensiven älteren (≥ 65 Jahre) und sehr alten (30% ≥ 75 Jahre)
Patienten ergab die Behandlung mit Aliskiren in Dosierungen von 75 mg, 150 mg und 300 mg einestatistisch signifikant überlegene Blutdrucksenkung (sowohl systolisch als auch diastolisch) im
Vergleich zu Placebo. Mit 300 mg Aliskiren wurden im Vergleich zu 150 mg Aliskiren keinezusätzlichen blutdrucksenkenden Wirkungen beobachtet. Alle drei Dosierungen wurden sowohl vonden älteren als auch den sehr alten Patienten gut vertragen. Eine zusammenfassende Analyse von
Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten aus klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu 12 Monatenzeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Blutdrucksenkung zwischen Aliskiren300 mg und Aliskiren 150 mg bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre).
Bei den Patienten, die in kontrollierten klinischen Studien behandelt wurden, gab es keine Hinweiseauf eine 'First-Dose“-Hypotonie und keinen Einfluss auf die Herzfrequenz. Nach Absetzen der
Behandlung kehrte der Blutdruck in einem Zeitraum von einigen Wochen schrittweise zum
Ausgangswert zurück. Es gab keine Hinweise auf einen Rebound-Effekt für Blutdruck oder PRA.
In einer 36-wöchigen Studie, in die 820 Patienten mit ischämischer linksventrikulärer Dysfunktioneingeschlossen waren, führte die zusätzliche Gabe von Aliskiren zur Standardtherapie verglichen mit
Placebo zu keinen Änderungen hinsichtlich des ventrikulären Remodellings, bewertet mittels deslinksventrikulären Volumens.
Die kombinierte Rate an kardiovaskulären Todesfällen, Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz,erneut auftretenden Herzinfarkten, Schlaganfällen und Wiederbelebung nach plötzlichem Tod war inder Aliskiren- und Placebogruppe vergleichbar. Jedoch war die Gabe von Aliskiren mit einersignifikant erhöhten Inzidenz einer Hyperkaliämie, Hypotonie und renalen Dysfunktion im Vergleichzur Placebogruppe verbunden.
In einer doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Studie mit 8.606 Patienten mit Typ-2-
Diabetes und chronischer Nierenerkrankung (nachgewiesen durch Proteinurie und/oder GFR< 60 ml/min/1,73 m2) mit kardiovaskulärer oder ohne kardiovaskuläre Erkrankung wurde Aliskirenhinsichtlich seines kardiovaskulären und/oder renalen Nutzens untersucht. Bei den meisten Patientenwar der arterielle Blutdruck bei Studienbeginn gut kontrolliert. Der primäre Endpunkt war einzusammengesetzter Endpunkt aus kardiovaskulären und renalen Komplikationen.
In dieser Studie wurde die Gabe von Aliskiren 300 mg verglichen mit der Gabe von Placebo zusätzlichzur Standardtherapie, die entweder einen Hemmer des Angiotensin konvertierenden Enzyms odereinen Angiotensin-Rezeptor-Blocker beinhaltete. Die Studie wurde vorzeitig beendet, da esunwahrscheinlich war, dass die Studienpatienten von der Behandlung mit Aliskiren profitieren. Diefinalen Studienergebnisse zeigten für den primären Endpunkt eine Hazard-Ratio von 1,097 zugunstendes Placebos (95,4% Konfidenzintervall: 0,987, 1,218, zweiseitiges p=0,0787). Zusätzlich wurde im
Vergleich zu Placebo unter Aliskiren eine erhöhte Inzidenz von unerwünschten Ereignissen beobachtet(38,2% versus 30,3%). Insbesondere gab es eine erhöhte Inzidenz von Nierenfunktionsstörungen(14,5% versus 12,4%), Hyperkaliämien (39,1% versus 29,0%), Hypotonie-bedingten Ereignissen(19,9% versus 16,3%) und adjudizierten Schlaganfall-Endpunkten (3,4% versus 2,7%). Die erhöhte
Inzidenz von Schlaganfällen war größer bei Patienten mit Niereninsuffizienz.
Aliskiren 150 mg (Erhöhung auf 300 mg, falls verträglich) wurde als Zusatz zu einer konventionellen
Therapie in einer doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Studie an 1.639 Patienten mitreduzierter Ejektionsfraktion untersucht, die wegen einer Episode einer akuten Herzinsuffizienz(NYHA-Klasse III-IV) hospitalisiert wurden und zu Studienbeginn hämodynamisch stabil waren.
Primärer Endpunkt war kardiovaskulärer Tod oder erneute Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienzinnerhalb von 6 Monaten; sekundäre Endpunkte wurden innerhalb von 12 Monaten beurteilt.
In der Studie zeigte sich kein Nutzen von Aliskiren bei zusätzlicher Gabe zur Standardtherapie derakuten Herzinsuffizienz, und bei Patienten mit Diabetes mellitus war das Risiko kardiovaskulärer
Ereignisse erhöht. Die Studienergebnisse erbrachten einen nicht-signifikanten Effekt von Aliskiren miteiner Hazard Ratio von 0,92 (95%-Konfidenzintervall: 0,76-1,12; p=0,41, Aliskiren vs. Placebo).
Andere Behandlungseffekte von Aliskiren zeigten sich hinsichtlich der Gesamtmortalität innerhalbvon 12 Monaten in Abhängigkeit vom Diabetes-mellitus-Status. In der Subgruppe von Patienten mit
Diabetes mellitus lag die Hazard Ratio bei 1,64 zugunsten von Placebo (95%-Konfidenzintervall:1,15-2,33), während die Hazard Ratio in der Subgruppe von Patienten ohne Diabetes 0,69 zugunstenvon Aliskiren betrug (95%-Konfidenzintervall: 0,50-0,94); p-Wert für Interaktion = 0,0003. In der
Aliskiren-Gruppe wurde eine höhere Inzidenz von Hyperkaliämie (20,9% versus 17,5%),
Nierenfunktionsstörung/Nierenversagen (16,6% versus 12,1%) und Hypotonie (17,1% versus 12,6%)gegenüber Placebo verzeichnet, wobei die Inzidenz bei Patienten mit Diabetes höher ausfiel.
Im Rahmen einer doppelblinden, aktiv kontrollierten, randomisierten Studie wurde der Nutzen von
Aliskiren bezüglich der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei 7.064 Patienten mitchronischer Herzinsuffizienz und reduzierter linksventrikulärer Auswurffraktion untersucht, vondenen 62% eine Hypertonie-Vorgeschichte aufwiesen. Der primäre Endpunkt setzte sich auskardiovaskulärem Tod und der ersten Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz zusammen.
In dieser Studie wurde Aliskiren (Zieldosis 300 mg) verglichen mit Enalapril (Zieldosis 20 mg) bei
Gabe jeweils zusätzlich zur Standardtherapie, die einen Betablocker (und einen Mineralkortikoid-
Rezeptor-Antagonisten bei 37% der Patienten) und bei Bedarf ein Diuretikum umfasste. Die Studieuntersuchte auch die Kombination von Aliskiren und Enalapril. Die durchschnittliche Dauer der
Nachuntersuchung betrug 3,5 Jahre. Das Endergebnis der Studie konnte statistisch nicht belegen, dass
Aliskiren bezüglich des primären Endpunkts Enalapril nicht unterlegen ist. Im Wesentlichen gab esjedoch keinen Unterschied in den beobachteten Inzidenz-Raten zwischen Aliskiren und Enalapril(Hazard-Ratio von 0,99 mit 95% Konfidenzintervall: 0,90-1,10). Die Gabe von Aliskiren zusätzlich zu
Enalapril zeigte keinen signifikanten Nutzen (primärer Endpunkt: Hazard-Ratio von 0,93 mit 95%
Konfidenzintervall: 0,85-1,03; p=0,1724, Kombination versus Enalapril). Die Behandlungseffektewaren bei Diabetes-Patienten und bei Patienten mit Niereninsuffizienz ähnlich. Die Inzidenz vonadjudizierten Schlaganfällen wies keine signifikanten Unterschiede zwischen den Aliskiren- und
Enalapril-Gruppen (4,4% versus 4,0%; HR 1,12, 95% KI 0,848, 1,485) oder zwischen den
Kombination- und Enalapril-Gruppen auf (3,7% versus 4,0%; HR 0,93, 95% KI 0,697, 1,251). Die
Inzidenz von unerwünschten Ereignissen war tendenziell höher bei Patienten mit Diabetes oder einer
GFR <60 ml/min/1,73 m², oder einem Alter ≥ 65 Jahre, jedoch gab es keine Unterschiede zwischen
Aliskiren-behandelten und Enalapril-behandelten Patienten.
Die Häufigkeit bestimmter unerwünschter Ereignisse war ähnlich zwischen den Alsikiren- und
Enalapril-Gruppen, während es eine erhöhte Inzidenz für unerwünschte Ereignisse bei der
Kombination von Aliskiren und Enalapril gab: Hyperkaliämie (21,4%, 13,2% und 15,9% für die
Kombination, bzw. für Aliskiren und Enalapril); Nierenfunktionsstörung/ Nierenversagen (23,2%,17,4% und 18,7%) und Hypotonie-bedingte Ereignisse (27,0%, 22,3% und 22,4%).
Die Inzidenz von Synkopen war statistisch signifikant erhöht bei der Kombination von Aliskiren und
Enalapril im Vergleich zu Enalapril in der Gesamtpopulation (4,2% versus 2,8%; RR 1,51; 95% KI1,11-2,05) und in der zusammengefassten Subgruppe der NYHA I/II Patienten (4,8% versus 3,0%; RR1,62; 95% KI 1,14-2,29).
Die Inzidenz von Vorhofflimmern betrug 11,1%, 13,3% und 11,0% in der Kombination, bzw. für die
Aliskiren- und Enalapril-Gruppen.
Die Inzidenz von Herzinsuffizienz und ischämischem Schlaganfall war für Alsikiren bei NYHA-I/II-
Patienten mit Hypertonie im Vergleich zu Enalapril statistisch signifikant erhöht, ebenso wie das
Auftreten von chronischer Herzinsuffizienz und ventrikulären Extrasystolen bei NYHA-III/IV-
Patienten mit Hypertonie. Die Kombination aus Aliskiren und Enalapril zeigte statistisch signifikante
Unterschiede in der Rate von instabiler Angina verglichen zu Enalapril.
Es gab keine klinisch relevanten Unterschiede bezüglich Wirksamkeit oder Sicherheit in der
Subpopulation der älteren Patienten mit einer Hypertonie-Vorgeschichte und chronischer
Herzinsuffizienz der Klasse I-II verglichen mit der gesamten Studienpopulation.
HydrochlorothiazidDer hauptsächliche Wirkort von Thiazid-Diuretika ist der frühdistale Tubulus. Es konnte gezeigtwerden, dass sich in der Nierenrinde ein Rezeptor mit hoher Affinität befindet, der die primäre
Bindungsstelle und den Wirkort von Thiazid-Diuretika, die den Na+Cl--Transport im frühdistalen
Tubulus hemmen, darstellt. Die Wirkungsweise der Thiazide beruht auf einer Hemmung des Na+Cl--
Symports durch eine kompetitive Besetzung der Cl--Bindungsstelle, wodurch die
Elektrolytresorptionsmechanismen beeinflusst werden. Dadurch kommt es direkt zu einer Zunahmeder Ausscheidung von Natrium und Chlorid in annähernd äquivalenten Mengen. Indirekt kommt es zueiner Reduzierung des Plasmavolumens mit anschließender Zunahme von Plasmareninaktivität und
Aldosteronsekretion sowie einer verstärkten Ausscheidung von Kalium und einer verminderten
Kaliumkonzentration im Serum.
Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen
Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSCbeobachtet. Eine Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71 533 Fällen von BCC und 8 629 Fällenvon SCC mit Kontrollgruppen von 1 430 833 bzw. 172 462 Personen. Eine hohe HCTZ-Dosierung(≥ 50 000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29 (95%
Konfidenzintervall: 1,23-1,35) für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68-4;31) für SCC.
Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehungermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen Zusammenhang zwischen Lippenkrebs (SCC)und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von Lippenkrebs wurden mittels einesrisikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63 067 Personen abgeglichen.
Es wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-Ratio von 2,1 (95%
Konfidenzintervall: 1,7-2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition (~ 25 000 mg) auf eine Odds-
Ratio von 3,9 (3,0-4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis (~ 100,000 mg) auf eine Odds-Ratiovon 7,7 (5,7-10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).
Aliskiren/HydrochlorothiazidIn klinischen Studien erhielten mehr als 3.900 Bluthochdruckpatienten einmal täglich Rasilez HCT.
Bei Bluthochdruckpatienten führte die einmal tägliche Gabe von Rasilez HCT zu einerdosisabhängigen Senkung sowohl des systolischen als auch diastolischen Blutdrucks, die über dasgesamte Dosierungsintervall von 24 Stunden anhielt. Die blutdrucksenkende Wirkung zeigte sich im
Wesentlichen innerhalb von einer Woche und die maximale Wirkung wurde im Allgemeineninnerhalb von 4 Wochen beobachtet. Die blutdrucksenkende Wirkung hielt auch während der
Langzeitbehandlung an und war von Alter, Geschlecht, Body Mass Index und ethnischer
Zugehörigkeit unabhängig. Die blutdrucksenkende Wirkung einer Einzeldosis der Kombination hieltüber 24 Stunden lang an. Nach Absetzen der Behandlung mit Aliskiren (Aliskiren mit oder ohne
Hydrochlorothiazid) kehrten die Blutdruckwerte allmählich (über 3-4 Wochen) zu den
Ausgangswerten zurück, wobei kein Rebound-Effekt beobachtet wurde.
Rasilez HCT wurde in einer placebokontrollierten Studie mit 2.762 Bluthochdruckpatienten mit einemdiastolischen Blutdruck ≥ 95 mmHg und < 110 mmHg (mittlerer Blutdruck zu Studienbeginn153,6/99,2 mmHg) untersucht. In dieser Studie führte Rasilez HCT in einer Dosierung von150 mg/12,5 mg bis 300 mg/25 mg zu einer dosisabhängigen Blutdrucksenkung(systolisch/diastolisch) um 17,6/11,9 mmHg bzw. 21,2/14.3 mmHg im Vergleich zu 7,5/6,9 mmHgunter Placebo. Die Blutdrucksenkung bei diesen Dosierungen war auch signifikant stärker als bei derjeweiligen Dosis von Aliskiren und Hydrochlorothiazid als Monotherapie. Die Kombination aus
Aliskiren und Hydrochlorothiazid neutralisierte den durch Hydrochlorothiazid verursachten reaktiven
Anstieg der PRA.
Bei Patienten mit deutlich erhöhtem Blutdruck (systolischer Blutdruck ≥ 160 mmHg und/oderdiastolischer Blutdruck ≥ 100 mmHg), zeigte Rasilez HCT in Dosierungen von 150 mg/12,5 mg bis300 mg/25 mg, ohne Hochtitration von der Monotherapie, einen signifikant höheren Anteil mitsystolischer/diastolischer Blutdruckkontrolle (< 140/90 mmHg) als die jeweilige Monotherapie. Indieser Population führte Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg bis 300 mg/25 mg zu einer dosisabhängigen
Senkung des systolischen/diastolischen Blutdrucks von 20,6/12,4 mmHg bis 24,8/14,5 mmHg, die derjeweiligen Monotherapie signifikant überlegen war. Die Sicherheit der Kombinationstherapie war mitden jeweiligen Monotherapien vergleichbar, unabhängig vom Schweregrad der Hypertonie oder einesvorhandenen oder nicht vorhandenen zusätzlichen kardiovaskulären Risikos. Hypotonie und damit in
Zusammenhang stehende unerwünschte Ereignisse wurden gelegentlich bei der Kombinationstherapiebeobachtet; bei älteren Patienten war die Inzidenz nicht erhöht.
In einer Studie mit 880 randomisierten Patienten, die unzureichend auf die Behandlung mit Aliskiren300 mg ansprachen, führte die Kombination aus Aliskiren/Hydrochlorothiazid 300 mg/25 mg zu einer
Senkung des systolischen/diastolischen Blutdrucks um 15,8/11,0 mmHg. Diese war signifikant größerals bei der Monotherapie mit Aliskiren 300 mg. In einer Studie mit 722 randomisierten Patienten, dieunzureichend auf eine Behandlung mit Hydrochlorothiazid 25 mg ansprachen, führte die Kombinationaus Aliskiren/Hydrochlorothiazid 300 mg/25 mg zu einer Senkung des systolischen/diastolischen
Blutdrucks um 16,78/10,7 mmHg. Diese war signifikant größer als bei der Monotherapie mit
Hydrochlorothiazid 25 mg.
In einer weiteren klinischen Studie wurde die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Rasilez HCTauch bei 489 adipösen Bluthochdruckpatienten untersucht, die nicht auf Hydrochlorothiazid 25 mgansprachen (systolischer/diastolischer Blutdruck zu Studienbeginn 149,4/96,8 mmHg). In dieserschwer behandelbaren Population führte Rasilez HCT zu einer Blutdrucksenkung(systolisch/diastolisch) um 15,8/11,9 mmHg, verglichen mit 15,4/11,3 mmHg bei
Irbesartan/Hydrochlorothiazid, 13,6/10,3 mmHg bei Amlodipin/Hydrochlorothiazid und8,6/7,9 mmHg bei einer Hydrochlorothiazid-Monotherapie, wobei das Sicherheitsprofil mit der
Hydrochlorothiazid-Monotherapie vergleichbar war.
In einer Studie mit 183 randomisierten Patienten mit schwerer Hypertonie (mittlerer im Sitzengemessener diastolischer Blutdruck ≥ 105 und < 120 mmHg) erwies sich das Behandlungsregime mit
Aliskiren und optionaler Ergänzung durch Hydrochlorothiazid 25 mg als sicher und wirksam zur
Reduzierung des Blutdrucks.
Kinder und JugendlicheIn einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, 8-wöchigen Studie mit einer Aliskiren-
Monotherapie (3 Dosisgruppen nach Gewicht [≥20 kg bis <50 kg; ≥50 kg bis <80 kg; ≥80 kg bis≤150 kg]: geringe 6,25/12,5/25 mg [0,13-0,31 mg/kg], mittlere 37,5/75/150 mg [0,75-1,88 mg/kg] undhohe Dosis 150/300/600 mg [3,0-7,5 mg/kg] mit einem weiten Dosierungsverhältnis zwischen dengeringen, mittleren und hohen Dosisgruppen [1:6:24]) bei 267 pädiatrischen, hypertensiven, meistübergewichtigen/adipösen Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren senkte Aliskiren den in der
Arztpraxis und ambulant gemessenen Blutdruck dosisabhängig während der initialen 4-wöchigen
Dosisfindungsphase der Studie (Phase 1). Jedoch überlappte bei der folgenden 4-wöchigenrandomisierten Auswaschphase der Studie (Phase 2) die Wirkung von Aliskiren mit der Wirkung, diebei Patienten aller Dosisgruppen (geringe, p=0,8894; mittlere, p=0,9511; hohe, p=0,0563) beobachtetwurde, die auf Placebo umgestellt wurden. Die durchschnittlichen Unterschiede zwischen Aliskirenund Placebo betrugen für die gering dosierte Gruppe und die Gruppe mit mittlerer Dosierung<0,2 mmHg. Die Behandlung mit Aliskiren wurde in dieser Studie gut vertragen.
Diese Studie wurde um eine 52-wöchige, doppelblinde, randomisierte Studie verlängert, um die
Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Aliskiren im Vergleich zu Enalapril bei208 pädiatrischen, hypertensiven Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren (bei Baseline in dervorangegangenen Studie) zu beurteilen. Die Anfangsdosis in jeder Gruppe wurde abhängig vom
Gewicht bestimmt, mit den drei Gruppen: ≥20 kg bis <50 kg; ≥50 kg bis <80 kg; ≥80 kg bis ≤150 kg.
Die Anfangsdosis von Aliskiren betrug 37,5/75/150 mg in der niedrigen, mittleren bzw. hohen
Gewichtsgruppe. Die Anfangsdosis von Enalapril betrug 2,5/5/10 mg in der niedrigen, mittleren bzw.hohen Gewichtsgruppe. Eine optionale Dosistitration der jeweiligen Studienmedikamente auf dasnächsthöhere, gewichtsbasierte Dosisniveau war verfügbar, indem die Dosis der beiden erlaubten
Dosistitrationen verdoppelt wurde: bis zu 600 mg (höchste untersuchte Dosis bei Erwachsenen) für
Aliskiren und 40 mg für Enalapril in der ≥80 kg bis ≤150 kg Gewichtsgruppe; wenn medizinischnotwendig, um den mittleren systolischen Blutdruck im Sitzen unter Kontrolle zu halten (d. h. msSBPsollte kleiner als die 90. Perzentile für Alter, Geschlecht und Größe sein). Insgesamt betrug das
Durchschnittsalter der Patienten 11,8 Jahre wobei 48,6% der Patienten in der Altersgruppe von 6-11 Jahren und 51,4% in der von 12-17 Jahren waren. Das Durchschnittsgewicht betrug 68,0 kg, wobei57,7% der Patienten einen BMI größer als oder entsprechend der 95. Perzentile für das Alter und das
Geschlecht hatten. Am Ende dieser Verlängerungsstudie waren im vollständigen Gesamtdatensatz die
Veränderungen im msSBP bezogen auf den Ausgangswert bei Aliskiren im Vergleich zu Enalapril (-7,63 mmHg vs. -7,94 mmHg) ähnlich. Allerdings blieb die Signifikanz der
Nichtunterlegenheitsprüfung nicht erhalten, wenn die Analyse nur die gemäß Protokoll behandelten
Patienten einbezog. In dieser Gruppe betrug die Veränderung des Mittelwerts der kleinsten Quadratedes msSBP bezogen auf den Ausgangswert -7,84 mmHg bei Aliskiren und -9,04 mmHg bei Enalapril.
Darüber hinaus kann aufgrund der Möglichkeit der Auftitration, wenn medizinisch notwendig, um denmsSBP zu kontrollieren, keine Schlussfolgerung auf die entsprechende Dosierung von Aliskiren bei
Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren gezogen werden.
Im Anschluss an die ersten 52 Wochen der Extensionsstudie wurden geeignete männliche oderweibliche, pädiatrische Patienten im Alter zwischen 6 und 17 Jahren mit einer primären odersekundären Hypertonie in eine 52- bis 104-wöchige, nicht-interventionelle, beobachtende
Extensionsstudie ohne Therapie aufgenommen. Diese Studie dient der Bewertung des langfristigen
Wachstums und der langfristigen Entwicklung anhand von Messungen des Körpergewichts und der -größe. Darüber hinaus wurden auch im Rahmen der Maßnahmen zur Nachbeobachtung dieneurokognitive und die renale Funktion ausschließlich bei Patienten mit sekundärer Hypertonie(19 Patienten: 9 zuvor mit Aliskiren und 10 zuvor mit Enalapril behandelt) bewertet.
Bei den durchschnittlichen Veränderungen der Körpergröße, des Körpergewichts oder des BMI gab eszwischen den Behandlungsgruppen von der Baseline bis zum Besuchstermin 18 zur
Langzeitbeobachtung (Woche 104) keine statistisch signifikanten Unterschiede (primäre Analyse).
In beiden Behandlungsgruppen gab es nach 104 Wochen (beim Besuchstermin 19 zur
Langzeitbeobachtung [Woche 156]) Patienten, bei denen für das Körpergewicht und den BMIgegenüber der Baseline langfristige durchschnittliche Verringerungen beobachtet wurden, mit einergeringfügig stärkeren Abnahme bei den mit Aliskiren behandelten Patienten im Vergleich zu den mit
Enalapril behandelten Patienten.
Es gab eine größere mittlere Zunahme der Körpergröße nach 104 Wochen gegenüber der
Ausgangslage (beim Besuchstermin 19 zur Langzeitbeobachtung [Woche 156], Patienten mitsekundärer Hypertonie) im Vergleich zu dem nach 52 Wochen beobachteten Anstieg (beim
Besuchstermin 18 zur Langzeitbeobachtung [Woche 104], Patienten mit primärer Hypertonie), was beidiesen noch wachsenden pädiatrischen Patienten den Erwartungen entspricht.
Die Ergebnisse der neurokognitiven Beurteilungen ergaben leichte Verbesserungen bei den meisten
Testwerten, ohne bedeutsame Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Rasilez HCT eine Freistellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in essenzieller
Hypertonie gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
AliskirenResorptionNach oraler Resorption von Aliskiren werden die Spitzenkonzentrationen im Plasma nach 1-3 Stundenerreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Aliskiren beträgt etwa 2-3%. Sehr fettreiche Nahrungverringert die Cmax um 85% und die AUC um 70%. Im Steady-State verringert fettarme Nahrung beihypertensiven Patienten die Cmax um 76% und die AUC0-tau um 67%. Jedoch war die Wirksamkeit von
Aliskiren bei Einnahme mit einer leichten Mahlzeit oder im nüchternen Zustand ähnlich. Steady-State-
Plasmakonzentrationen werden bei einmal täglicher Verabreichung innerhalb von 5 bis 7 Tagenerreicht und sind etwa doppelt so hoch wie die Werte nach der Initialdosis.
TransporterIn präklinischen Studien erwies sich MDR1/Mdr1a/1b (P-gp) als das wichtigste an der intestinalen
Aufnahme und biliären Ausscheidung von Aliskiren beteiligte Efflux-System.
VerteilungNach intravenöser Verabreichung beträgt das durchschnittliche Verteilungsvolumen im Steady-Stateetwa 135 Liter, was darauf hindeutet, dass sich Aliskiren weitgehend im extravaskulären Raumverteilt. Die Bindung von Aliskiren an Plasmaproteine ist mittelstark (47-51%) undkonzentrationsunabhängig.
Biotransformation und EliminationDie mittlere Halbwertszeit beträgt etwa 40 Stunden (Bereich von 34-41 Stunden). Der größte Teil von
Aliskiren wird unverändert in den Fäzes ausgeschieden (Ausscheidung der oral verabreichtenradioaktiven Dosis = 91%). Etwa 1,4% der oralen Gesamtdosis werden metabolisiert. Das für den
Metabolismus verantwortliche Enzym ist CYP3A4. Etwa 0,6% der Dosis werden nach oraler
Verabreichung im Urin gefunden. Die durchschnittliche Plasma-Clearance nach intravenöser
Verabreichung beträgt etwa 9 l/h.
LinearitätDie Aliskiren-Exposition stieg mit zunehmender Dosis leicht überproportional an. Nach Einmalgabegilt im Dosisbereich von 75 bis 600 mg, dass eine Verdopplung der Dosis einen ca. 2,3- bzw. 2,6-fachen Anstieg der AUC und Cmax bewirkt. Für die Abweichung von der Dosisproportionalitätverantwortliche Mechanismen wurden nicht identifiziert. Ein möglicher Mechanismus ist die
Sättigung von Transportern am Ort der Resorption oder der hepatobiliären Ausscheidung.
Kinder und JugendlicheIn einer pharmakokinetischen Studie von Aliskiren in 39 pädiatrischen hypertensiven Patientenzwischen 6-17 Jahren, bei der Aliskiren als tägliche Dosis von 2 mg/kg oder 6 mg/kg als Granulat(3,125 mg/Tablette) gegeben wurde, waren die pharmakokinetischen Parameter ähnlich zu denen von
Erwachsenen. Die Ergebnisse dieser Studie wiesen nicht darauf hin, dass Alter, Körpergewicht oder
Geschlecht einen signifikanten Effekt auf die systemische Exposition von Aliskiren haben (siehe
Abschnitt 4.2).
In einer 8-wöchigen randomisierten Doppelblindstudie mit einer Aliskiren-Monotherapie mit 267pädiatrischen, hypertensiven, meist übergewichtigen/adipösen Patienten im Alter zwischen 6 und17 Jahren waren am Tag 28 die Aliskiren-Konzentrationen im nüchternen Zustand vergleichbar mitdenen, die in anderen Studien bei Erwachsenen und Kindern beobachtet wurden, in denenvergleichbare Aliskiren-Dosierungen eingesetzt wurden.
Die Ergebnisse einer In-vitro-MDR1-Studie an menschlichem Gewebe deuten auf ein alters- undgewebeabhängiges Muster der MDR1-(P-gp-)Transporterreifung hin. Eine hohe interindividuelle
Variabilität der mRNA-Expressionsspiegel wurde beobachtet (bis zu 600-fach). Die hepatische
MDR1-mRNA-Expression war statistisch signifikant niedriger in Proben von Föten, Neugeborenenund Kleinkindern bis zu 23 Monaten.
Ab welchem Alter das Transportsystem voll entwickelt ist, kann nicht bestimmt werden. Es besteht die
Möglichkeit einer Aliskiren-Überexposition bei Kindern mit einem unreifen MDR1-(P-gp-)System(siehe obigen Abschnitt 'Transporter“ und Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.3).
HydrochlorothiazidResorptionNach oraler Gabe wird Hydrochlorothiazid schnell resorbiert (tmax ca. 2 Stunden). Innerhalb destherapeutischen Bereichs ist die Zunahme der mittleren AUC linear und dosisproportional.
Die gleichzeitige Einnahme von Nahrung hat, wenn überhaupt, wenig klinische Bedeutung. Dieabsolute Bioverfügbarkeit von Hydrochlorothiazid beträgt 70% nach oraler Gabe.
VerteilungDas apparente Verteilungsvolumen beträgt 4-8 l/kg. Zirkulierendes Hydrochlorothiazid wird an
Serumproteine gebunden (40-70%), hauptsächlich an Serumalbumin. Im Verhältnis von ungefähr 3zum Wert des Plasmaspiegels akkumuliert Hydrochlorothiazid auch in Erythrozyten.
Biotransformation und EliminationHydrochlorothiazid wird überwiegend als unveränderte Substanz ausgeschieden. Hydrochlorothiazidwird aus dem Plasma mit einer durchschnittlichen Halbwertszeit von 6 bis 15 Stunden in derterminalen Eliminationsphase ausgeschieden. Die Kinetik von Hydrochlorothiazid ist bei wiederholter
Dosierung unverändert und die Akkumulation ist bei einmal täglicher Gabe minimal. Mehr als 95%der resorbierten Dosis werden als unveränderte Substanz über den Urin ausgeschieden. Die renale
Clearance von Hydrochlorothiazid erfolgt sowohl durch passive Filtration als auch durch aktive
Sekretion in den Tubulus.
Aliskiren/HydrochlorothiazidNach oraler Gabe von Rasilez HCT Tabletten wurden die mittleren Spitzenkonzentrationen im Plasmainnerhalb von 1 Stunde bei Aliskiren und 2,5 Stunden bei Hydrochlorothiazid erreicht.
Resorptionsgeschwindigkeit und -menge von Rasilez HCT entsprechen der Bioverfügbarkeit von
Aliskiren und Hydrochlorothiazid als Monotherapie. Für Rasilez HCT wurden ähnliche Wirkungen beigleichzeitiger Einnahme von Nahrung beobachtet wie bei den jeweiligen Monotherapien.
PatientencharakteristikaRasilez HCT ist ein wirksames Antihypertensivum für die einmal tägliche Anwendung beierwachsenen Patienten, unabhängig von Geschlecht, Alter, Body Mass Index und ethnischer
Zugehörigkeit.
Die Pharmakokinetik von Aliskiren war bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz nichtsignifikant beeinflusst. Daher ist bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz keine
Anpassung der Initialdosis von Rasilez HCT erforderlich. Es liegen keine Daten für mit Rasilez HCTbehandelte Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz vor. Jedoch ist Rasilez HCT bei Patienten mitschwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der
Initialdosis erforderlich (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4). Bei Niereninsuffizienz sind die mittleren
Plasmaspiegel und die AUC von Hydrochlorothiazid erhöht und die Exkretionsrate in den Harn istverringert. Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung wurde ein 3-facher
Anstieg der AUC von Hydrochlorothiazid beobachtet. Bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung wurde ein 8-facher Anstieg der AUC von Hydrochlorothiazid beobachtet.
Die Pharmakokinetik von Aliskiren wurde auch an hämodialysepflichtigen Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz untersucht. Die Gabe einer Einzeldosis von 300 mg Aliskiren führte im Vergleichzu entsprechenden gesunden Probanden zu sehr geringen Änderungen in der Pharmakokinetik von
Aliskiren (Änderung der Cmax weniger als 1,2-fach; Anstieg der AUC um bis zu 1,6-fach). Der
Zeitpunkt der Hämodialyse änderte die Pharmakokinetik von Aliskiren bei den Patienten mit ESRDnicht signifikant. Daher ist bei hämodialysepflichtigen Patienten mit ESRD, bei denen eine
Anwendung von Aliskiren als notwendig erachtet wird, keine Dosisanpassung erforderlich. Jedochwird die Anwendung von Aliskiren bei Patienten mit schwerer Nierenerkrankung nicht empfohlen(siehe Abschnitt 4.4).
Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Initialdosis von Rasilez HCT erforderlich. Begrenzte
Daten lassen den Schluss zu, dass die systemische Clearance von Hydrochlorothiazid sowohl beiälteren Gesunden als auch bei älteren Hypertonikern im Vergleich zu jungen, gesunden Freiwilligenreduziert ist.
Es liegen keine pharmakokinetischen Daten zu Rasilez HCT zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen vor.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Sicherheitspharmakologische Studien mit Aliskiren zeigten keine ungünstigen Effekte aufzentralnervöse, respiratorische oder kardiovaskuläre Funktionen. Die Befunde in Tierstudien zur
Toxizität bei wiederholter Gabe standen in Übereinstimmung mit dem bekannten lokalen(Gastrointestinaltrakt) Irritationspotenzial oder den erwarteten pharmakologischen Effekten von
Aliskiren.In einer 2-jährigen Studie an Ratten und einer 6-monatigen Studie an transgenen Mäusen wurde keinkarzinogenes Potenzial für Aliskiren festgestellt. Ein Dickdarm-Adenom und ein Adenokarzinom im
Blinddarm, die bei einer Dosis von 1.500 mg/kg/Tag bei Ratten aufgetreten waren, waren statistischnicht signifikant.
Obwohl Aliskiren bekanntermaßen ein lokales (Gastrointestinaltrakt) Irritationspotenzial aufweist,wurde die Sicherheitsgrenze, die für den Menschen im Lauf einer Studie an gesunden Freiwilligen miteiner Dosis von 300 mg ermittelt wurde als ausreichend bewertet und zwar im Vergleich zu einer 9 bis11fach höheren Konzentration im Stuhl oder der 6fach höheren Schleimhautkonzentration, die beieiner Dosis von 250 mg/kg/Tag in der Kanzerogenitätsstudie an Ratten ermittelt wurde.
In-vitro- und In-vivo-Studien zur Mutagenität von Aliskiren zeigten keinerlei mutagenes Potenzial.
In Studien zur Reproduktionstoxizität von Aliskiren traten unter einer Dosierung bis zu600 mg/kg/Tag bei Ratten oder 100 mg/kg/Tag bei Kaninchen keine Hinweise auf eine embryofetale
Toxizität oder Teratogenität auf. Die Fertilität sowie die prä- und postnatale Entwicklung wurden bei
Ratten unter einer Dosierung bis zu 250 mg/kg/Tag nicht beeinträchtigt. Die Dosierung bei Ratten und
Kaninchen führte zu systemischen Belastungen, die 1- bis 4- bzw. 5-mal höher waren als diemaximale empfohlene Dosis für den Menschen (300 mg).
Präklinische Untersuchungen, die die Verabreichung von Hydrochlorothiazid beim Menschen stützen,umfassten In-vitro-Tests zur Genotoxizität sowie Studien zur Reproduktionstoxizität und zumkanzerogenen Potential bei Nagern. Zu Hydrochlorothiazid sind umfassende klinische Datenverfügbar, die in den jeweiligen Abschnitten wiedergegeben werden.
Die Befunde in den toxikologischen Studien über 2 und 13 Wochen stehen in Übereinstimmung mitdenjenigen, die bereits unter Monotherapie mit Aliskiren oder Hydrochlorothiazid beobachtet wurden.
Es gab keine neuen oder unerwarteten Ereignisse, die für die Anwendung am Menschen von
Bedeutung wären. Eine erhöhte zelluläre Vakuolisation der 'zona glomerulosa“ der Nebenniere wurdewährend der 13-Wochen-Studie bei Ratten beobachtet. Dieser Befund wurde bei Tieren beobachtet,die Hydrochlorothiazid erhielten, aber nicht bei Tieren, die Aliskiren alleine oder ein Vehikelerhielten. Es gibt keine Hinweise, dass dieser Befund unter der Kombination
Aliskiren/Hydrochlorothiazid verstärkt auftritt, weil er nur mit geringem Schweregrad bei allen Tierenvorhanden war.
Studien mit JungtierenEine juvenile Toxizitätsstudie bei 8 Tage alten Ratten mit 100 mg/kg/Tag und 300 mg/kg/Tag
Aliskiren (dem 2,3-fachen und 6,8-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen) war miteiner hohen Sterblichkeit und schweren Morbidität verbunden. Eine weitere juvenile Toxizitätsstudiebei 14 Tage alten Ratten mit 300 mg/kg/Tag Aliskiren (dem 8,5-fachen der maximal empfohlenen
Dosis beim Menschen) war mit einer verzögerten Sterblichkeit verbunden. Die systemische Expositiongegenüber Aliskiren bei 8 Tage alten Ratten war > 400-fach höher im Vergleich zu erwachsenen
Ratten. Ergebnisse einer mechanistischen Studie zeigten, dass die MDR1-(P-gp)-Genexpression beijungen Ratten im Vergleich zu erwachsenen Ratten signifikant niedriger war. Die erhöhte Expositiongegenüber Aliskiren bei jungen Ratten scheint hauptsächlich auf die fehlende Reifung von P-gp im
Gastrointestinaltrakt zurückzuführen zu sein. Es besteht daher ein Potenzial für eine Aliskiren-
Überexposition bei pädiatrischen Patienten mit unreifem MDR1-Effluxsystem (siehe Abschnitte 4.2,4.3 und 5.2).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg FilmtablettenTablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon Typ A
Lactose-Monohydrat
Weizenstärke
Povidon K-30
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Talkum
Filmüberzug:Talkum
Hypromellose (Substitutionstyp 2910; 3 mPa·s)
Macrogol 4000
Titandioxid (E 171)
Rasilez HCT 150 mg/25 mg FilmtablettenTablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon Typ A
Lactose-Monohydrat
Weizenstärke
Povidon, K-30
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Talkum
Filmüberzug:Talkum
Hypromellose (Substitutionstyp 2910; 3 mPa·s)
Macrogol 4000
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-oxid (E 172, rot)
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172, gelb)
Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg FilmtablettenTablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon Typ A
Lactose-Monohydrat
Weizenstärke
Povidon, K-30
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Talkum
Filmüberzug:Talkum
Hypromellose (Substitutionstyp 2910; 3 mPa·s)
Macrogol 4000
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-oxid (E 172, rot)
Eisen(II, III)-oxid (E 172, schwarz)
Rasilez HCT 300 mg/25 mg FilmtablettenTablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon Typ A
Lactose-Monohydrat
Weizenstärke
Povidon, K-30
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Talkum
Filmüberzug:Talkum
Hypromellose (Substitutionstyp 2910; 3 mPa·s)
Macrogol 4000
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-oxid (E 172, rot)
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172, gelb)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PA/Alu/PVC-Alu Blisterpackungen:
Einzelpackungen mit 7, 14, 28, 30, 50 oder 56 Tabletten.
Mehrfachpackungen mit 90 (3 Packungen zu 30), 98 (2 Packungen zu 49) oder 280 (20 Packungen zu14) Tabletten.
PVC/Polychlortrifluorethylen (PCTFE)-Alu-Blisterpackungen:
Einzelpackungen mit 7, 14, 28, 30, 50, 56, 90 oder 98 Tabletten.
Einzelpackungen (perforierte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen) mit 56 x 1 Tabletten.
Mehrfachpackungen mit 280 (20 Packungen zu 14) Tabletten.
Mehrfachpackungen (perforierte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen) mit 98 (2 Packungenzu 49 x 1) Tabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen oder Stärken in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Noden Pharma DAC
D'Olier Chambers16A D'Olier Street
Dublin 2
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Rasilez HCT 150 mg/12,5 mg FilmtablettenEU/1/08/491/001-020
Rasilez HCT 150 mg/25 mg FilmtablettenEU/1/08/491/021-040
Rasilez HCT 300 mg/12,5 mg FilmtablettenEU/1/08/491/041-060
Rasilez HCT 300 mg/25 mg FilmtablettenEU/1/08/491/061-080
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Januar 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 27. August 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.