QUTENZA 179mg hautpflaster merkblatt medikamente

N01BX04 Capsaicin • NERVENSYSTEM | ANÄSTHETIKA | LOKALANÄSTHETIKA | Andere Lokalanästhetika

Capsaicin ist ein aktiver Wirkstoff, der aus Chilischoten gewonnen wird und hauptsächlich zur Schmerzlinderung sowie in topischen Behandlungen für Erkrankungen wie Arthritis, diabetische Neuropathie und Muskelschmerzen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es Schmerzrezeptoren in der Haut desensibilisiert und so das Schmerzempfinden reduziert.

Capsaicin ist in Form von Cremes, Pflastern oder Salben erhältlich und sollte direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Es ist wichtig, den Kontakt mit Augen, Mund oder gereizter Haut zu vermeiden, da es ein starkes Brennen verursachen kann.

Die Behandlung mit Capsaicin erfordert möglicherweise eine regelmäßige Anwendung, um maximale Vorteile zu erzielen, und die Wirkung kann erst nach einigen Tagen konsequenter Anwendung spürbar werden. Es wird empfohlen, die Hände nach der Anwendung gründlich zu waschen, um eine versehentliche Übertragung der Substanz zu vermeiden.

Nebenwirkungen können ein Brennen, Rötungen oder Reizungen an der Anwendungsstelle umfassen. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten. Patienten sollten vor der Anwendung einen Arzt konsultieren, insbesondere wenn sie empfindliche Haut oder andere dermatologische Erkrankungen haben.

Allgemeine Daten zu QUTENZA 179mg

Substanz: Capsaicin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-07-2015

Handelsgesetzbuch: W54778001

Konzentration: 179mg

Pharmazeutisches Formblatt: hautpflaster

Quantität: 1

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: GP GRENZACH PRODUKTIONS GMBH - GERMANIA

Zulassungsinhaber: ASTELLAS PHARMA EUROPE B.V. - OLANDA

Zulassungsnummer: 524/2009/01

Haltbarkeit: 4 Jahre

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels QUTENZA 179mg hautpflaster

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Qutenza 179 mg kutanes Pflaster

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jedes kutane Pflaster mit einer Fläche von 280 cm2 enthält insgesamt 179 mg Capsaicin entsprechend640 Mikrogramm Capsaicin pro cm2 Pflaster.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede 50 g-Tube Reinigungsgel für Qutenza enthält 0,2 mg/g Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.) (E320).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Kutanes Pflaster.

Jedes Pflaster ist 14 cm x 20 cm (280 cm2) groß und setzt sich aus einer haftenden Seite, die den

Wirkstoff enthält, und einer äußeren Trägerschicht zusammen. Die haftende Seite ist mit einerabziehbaren, klaren, unbedruckten, diagonal eingeschnittenen Schutzfolie abgedeckt. Die Außenseiteder Trägerschicht trägt den Aufdruck 'capsaicin 8%“.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Qutenza wird zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenenangewendet. Qutenza kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur

Behandlung von Schmerzen angewendet werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Qutenza sollte von einem Arzt oder von medizinischem Fachpersonal unter der Aufsicht eines Arztesangewendet werden.

Dosierung

Das kutane Pflaster sollte auf den schmerzhaftesten Hautarealen (unter Verwendung von maximal4 Pflastern) angewendet werden. Das schmerzhafte Areal sollte vom Arzt oder medizinischen

Fachpersonal ermittelt und auf der Haut markiert werden. Qutenza darf nur auf unverletzter, nichtgereizter, trockener Haut angewendet werden. Es soll an den Füßen (z. B. bei HIV-assoziierter

Neuropathie, schmerzhafter diabetischer Neuropathie) 30 Minuten und an anderen Stellen (z. B. beipostherpetischer Neuralgie) 60 Minuten appliziert bleiben. Die Behandlung mit Qutenza kann alle90 Tage wiederholt werden, falls die Schmerzen persistieren oder wiederkehren.

Eine erneute Behandlung nach weniger als 90 Tagen kann für einzelne Patienten nur nach sorgfältiger

Beurteilung durch den Arzt in Betracht gezogen werden (siehe auch Abschnitt 5.1). Zwischen den

Behandlungen ist ein Mindestintervall von 60 Tagen einzuhalten.

Es wird empfohlen, ausreichend lange zu behandeln und die Wirksamkeit nach 3 Behandlungen von

Fall zu Fall neu zu beurteilen.

Das Behandlungsareal kann vor der Applikation von Qutenza mit einem topischen Anästhetikumbehandelt oder dem Patienten kann ein orales Analgetikum verabreicht werden, um eventuelleapplikationsbedingte Beschwerden zu reduzieren. Das topische Anästhetikum sollte auf das gesamtemit Qutenza zu behandelnde Areal und die umgebenden 1 bis 2 cm aufgetragen werden. Topische

Anästhetika müssen vor der Anwendung von Qutenza entfernt und die Haut gründlich gewaschen undabgetrocknet werden.

Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion

Bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Qutenza bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Nur zur Anwendung auf der Haut.

Schutzmaßnahmen vor der Handhabung bzw. der Anwendung des Arzneimittels

Es empfiehlt sich, die Behandlung mit Qutenza in einem gut belüfteten Raum durchzuführen.

Bei der Handhabung von Qutenza und beim Reinigen der behandelten Hautareale sollten immer

Nitrilhandschuhe getragen werden. Latexhandschuhe sollten NICHT verwendet werden, da sie keinenausreichenden Schutz bieten. Vor allem bei der Applikation und dem Entfernen des Pflasters wird der

Gebrauch eines Mundschutzes und einer Schutzbrille empfohlen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten getroffen werden, um einen unbeabsichtigten Kontakt mit den

Pflastern oder anderen Materialien, die mit den behandelten Hautarealen in Kontakt waren, zuvermeiden. Dieser kann zu vorübergehendem Erythem und Brennen (wobei die Schleimhäutebesonders empfindlich sind), Augenschmerzen, Augen- und Rachenirritationen und Husten führen.

Die Pflaster sollten nicht in Augen- oder Schleimhautnähe gelangen.

Falls erforderlich, sollten Haare an den betroffenen Arealen abgeschnitten werden, damit das Pflasterbesser haftet (die Haut nicht rasieren). Das/Die Behandlungsareal(e) sollte(n) vorsichtig mit Wasserund Seife gewaschen werden. Nach dem Entfernen der Haare und dem Waschen sollte die Hautgründlich abgetrocknet werden.

Anwendungshinweise

Qutenza ist ein Pflaster zur einmaligen Anwendung und kann auf die Größe und Form des

Behandlungsareals zugeschnitten werden. Das Pflaster sollte vor dem Entfernen der Schutzfoliezugeschnitten werden. Die Schutzfolie darf erst unmittelbar vor der Applikation entfernt werden.

Damit die Schutzfolie leichter abgezogen werden kann, ist sie diagonal eingeschnitten. Ein Teil der

Schutzfolie sollte abgezogen und umgeknickt werden und die haftende Seite des bedruckten Pflastersauf das Behandlungsareal aufgebracht werden. Der aufgeklebte Teil des Pflasters sollte festgehaltenund die Schutzfolie langsam und vorsichtig unter dem restlichen Pflaster hervorgezogen werden.

Dabei sollte das Pflaster gleichzeitig mit der anderen Hand glattgestrichen werden, um einenvollständigen Kontakt zwischen Pflaster und Haut ohne Blasenbildung und ohne Einschluss von

Feuchtigkeit sicherzustellen.

Bei der Behandlung der Füße können Fußrücken, -seiten und -sohle jedes einzelnen Fußes mit den

Qutenza-Pflastern umwickelt werden, um das Behandlungsareal vollständig abzudecken.

Um sicherzustellen, dass Qutenza während der gesamten Behandlungsdauer mit dem

Behandlungsareal in Kontakt bleibt, können elastische Socken oder Mullbinden verwendet werden.

Die Qutenza-Pflaster sollten langsam und vorsichtig entfernt werden, indem sie einwärts gerolltwerden, damit möglichst wenig Capsaicin freigesetzt wird. Nach dem Entfernen von Qutenza solltedas Reinigungsgel großzügig auf das Behandlungsareal aufgetragen werden und mindestens eine

Minute einwirken. Anschließend sollte das Reinigungsgel mit trockenem Verbandmull abgewischtwerden, um eventuelle Capsaicinreste von der Haut zu entfernen. Nach Abwischen des Reinigungsgelssollte das Behandlungsareal vorsichtig mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Patienten, bei denen während und nach der Applikation des Pflasters Schmerzen auftreten, sollten eineunterstützende Behandlung erhalten (siehe Abschnitt 4.4).

Hinweise zur Handhabung und Beseitigung der Behandlungsmaterialien, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Untersuchung der Haut

Qutenza darf nur auf trockener, unversehrter (unverletzter) Haut und nicht im Gesicht, über dem

Haaransatz der Kopfhaut und/oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden. Bei Patientenmit einer schmerzhaften diabetischen Neuropathie sollte vor jeder Applikation von Qutenza und beiden folgenden Arztbesuchen eine sorgfältige Untersuchung der Füße vorgenommen werden, um

Hautläsionen in Zusammenhang mit der zugrundeliegenden Neuropathie oder vaskulären Insuffizienzzu diagnostizieren.

Sensorische Funktion

Eine Verminderung der sensorischen Funktion wurde nach der Anwendung von Qutenza berichtet.

Diese Verminderung der sensorischen Funktion ist im Allgemeinen leicht und vorübergehend(einschließlich solcher auf thermische und stechende Stimuli), jedoch wurde ein einzelner Fall einerdauerhaften Hypoästhesie in klinischen Studien bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie berichtet.

Für diesen Fall konnte ein Zusammenhang mit Qutenza nicht ausgeschlossen werden. Bei Patientenmit beeinträchtiger Wahrnehmung in den Füßen und Patienten mit erhöhtem Risiko für derartige

Einschränkungen der sensorischen Funktion ist Vorsicht geboten. Alle Patienten mit vorherbestehender Beeinträchtigung der sensorischen Funktion sollten vor jeder Applikation von Qutenzaauf Anzeichen eines Verlustes der sensorischen Wahrnehmung hin klinisch untersucht werden. Fallseine Beeinträchtigung der sensorischen Funktion festgestellt wird oder diese sich verschlechtert, solltedie Behandlung mit Qutenza nochmals überdacht werden.

Beobachtung und Behandlung von Reaktionen an der Applikationsstelle

Vorübergehende lokale Reaktionen an der Applikationsstelle wie Brennen, Schmerzen, Rötung und

Juckreiz sind häufig oder sehr häufig. Darüber hinaus wurden Fälle von Verbrennungen, einschließlich

Verbrennungen zweiten und dritten Grades, bei Patienten, die mit Capsaicin-Pflastern behandeltwurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit starken Schmerzen sollte das Pflasterentfernt werden und die Haut auf Hinweise für eine Verbrennung untersucht werden.

Unbeabsichtigte Exposition

Eine unbeabsichtigte Exposition gegenüber Capsaicin kann bei Patienten und Angehörigen der

Gesundheitsberufe zu Reizungen der Augen, der Schleimhäute, der Atemwege und der Haut führen.

Angehörige von Gesundheitsberufen sollten sicherstellen, dass die empfohlenen Schutzmaßnahmengemäß Abschnitt 4.2 angemessen angewendet werden.

Falls Qutenza mit Haut, die nicht behandelt werden soll, in Kontakt kommt, sollte Reinigungsgel füreine Minute aufgetragen werden und mit trockenem Verbandmull abgewischt werden, um eventuelle

Capsaicinreste von der Hautoberfläche zu entfernen. Nach Abwischen des Reinigungsgels sollte dasbetroffene Areal vorsichtig mit Wasser und Seife gewaschen werden. Wenn Capsaicin mit Augen oder

Schleimhäuten in Kontakt kommt, sollten diese mit kaltem Wasser aus- oder abgespült werden. Fallseine Reizung der Atemwege, Augen oder Schleimhäute auftritt, sollte die betroffene Person den

Qutenza-Behandlungsbereich verlassen. Falls sich Atemnot entwickelt, sollten entsprechendemedizinische Maßnahmen eingeleitet werden. Falls sich die Reizung der Atemwege (siehe auch

Abschnitt 4.8) verschlimmert oder nicht bessert, sollte die betroffene Person eine erneute Qutenza

Exposition sorgfältig abwägen.

Blutdruckanstieg

Infolge einer behandlungsbedingten Zunahme der Schmerzen kann es während und kurz nach der

Behandlung mit Qutenza zu einem vorübergehenden Blutdruckanstieg (um durchschnittlich< 8,0 mmHg) kommen. Der Blutdruck sollte während der Behandlung überwacht werden. Bei

Patienten mit instabiler oder schlecht eingestellter Hypertonie oder mit einer Vorgeschichte einerkardiovaskulären Erkrankung sollte das Risiko unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse durch denpotenziellen Stress des Behandlungsverfahrens bedacht werden, bevor die Behandlung mit Qutenzaeingeleitet wird. Diabetischen Patienten mit den Komorbiditäten koronare Herzerkrankung,

Hypertonie und kardiovaskuläre autonome Neuropathie sollte besondere Aufmerksamkeit geschenktwerden.

Behandlungsbedingte Beschwerden

Patienten, bei denen während und nach der Applikation des Pflasters Schmerzen auftreten, sollten eineunterstützende Behandlung wie z. B. lokale Kühlung (z. B. mittels einer kühlen Kompresse) oder orale

Analgetika erhalten.

Reinigungsgel

Das Reinigungsgel für Qutenza enthält Butylhydroxyanisol, das örtlich begrenzt Hautreizungen(z. B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und Schleimhäute hervorrufen kann.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine formalen Wechselwirkungsstudien mit anderen Arzneimitteln durchgeführt, da nureine vorübergehende geringfügige systemische Resorption während der Behandlung mit Qutenzafestgestellt wurde.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine bzw. wenige Daten über die Anwendung von Capsaicin bei Schwangeren vor.

Aufgrund der Humanpharmakokinetik, die eine vorübergehende geringfügige systemische Expositiongegenüber Capsaicin zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Qutenza das Risiko für

Entwicklungsanomalien erhöht, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird, sehr gering.

Dennoch ist bei der Anwendung in der Schwangerschaft Vorsicht geboten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Capsaicin bzw. seine Metaboliten über die Muttermilch ausgeschiedenwerden. Die verfügbaren pharmakodynamischen und toxikologischen Daten von Tieren zeigten eine

Ausscheidung von Capsaicin bzw. seinen Metaboliten über die Milch (nähere Angaben, siehe

Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für die Neugeborenen/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossen werden.

Das Stillen sollte während der Qutenza-Behandlung unterbrochen werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität bei Menschen vor. Eine reproduktionstoxikologische Studie an

Ratten zeigte eine verminderte Anzahl und einen verminderten Prozentsatz an beweglichen Spermienund eine verminderte Anzahl an Schwangerschaften (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Qutenza hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Brennen, Schmerzen, Erythem und Pruritus,die vorübergehend lokal an der Applikationsstelle auftraten.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der folgenden Tabelle 1 sind alle Nebenwirkungen, die häufiger als bei den Kontrollen und beimehr als einem Patienten in kontrollierten klinischen Studien an Patienten mit postherpetischer

Neuralgie (PHN), schmerzhafter Humaner Immundefizienzvirus-assoziierter Neuropathie (HIV-AN)und schmerzhafter diabetischer Neuropathie auftraten, nach Systemorganklassen und Häufigkeitaufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.

Tabelle 1: Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Systemorganklasse und

Nebenwirkung

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Gelegentlich Herpes zoster

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig Brennen

Gelegentlich Dysgeusie, Hypästhesie

Augenerkrankungen

Gelegentlich Augenreizung

Herzerkrankungen

Atrioventrikulärer Block (AV-Block) ersten Grades, Tachykardie,

Gelegentlich

Palpitationen
Gefäßerkrankungen

Häufig Hypertonie

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums

Häufig Husten

Gelegentlich Rachenreizung

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig Übelkeit

Erkrankungen der Haut unddes Unterhautzellgewebes

Häufig Pruritus

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig Schmerzen in Extremität, Muskelkrämpfe

Allgemeine Erkrankungenund Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig Schmerzen an der Applikationsstelle, Erythem an der Applikationsstelle

Pruritus an der Applikationsstelle, Papeln an der Applikationsstelle,

Bläschen an der Applikationsstelle, Ödem an der Applikationsstelle,

Häufig

Schwellung an der Applikationsstelle, Trockenheit an der Applikationsstelle,peripheres Ödem

Urtikaria an der Applikationsstelle, Parästhesie an der Applikationsstelle,

Dermatitis an der Applikationsstelle, Hyperästhesie an der

Gelegentlich Applikationsstelle, Entzündung an der Applikationsstelle, Reaktion an der

Applikationsstelle, Reizung an der Applikationsstelle, Bluterguss an der

Applikationsstelle

Untersuchungen

Häufig Erhöhter Blutdruck

Verletzung, Vergiftung und

Anwendungsfehler

Verbrennungen an der Applikationsstelle (einschließlich Verbrennungen

Nicht bekannt zweiten und dritten Grades), versehentliche Exposition (einschließlich

Augenschmerzen, Augen- und Rachenirritationen und Husten)

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Aufgetretene Nebenwirkungen waren vorübergehend, selbstlimitierend und in der Regel von leichterbis mäßiger Intensität. In kontrollierten Studien betrug die Abbruchrate aufgrund von

Nebenwirkungen 2,0% für Patienten, die mit Qutenza behandelt wurden, und 0,9% für Patienten, diemit dem Kontrollpräparat behandelt wurden.

In klinischen Studien an gesunden Probanden wurden vorübergehende leichte Veränderungen der

Wärmewahrnehmung (1 °C bis 2 °C) und stechende Empfindungen festgestellt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Appendix V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Qutenza muss von einem Arzt oder unter der

Aufsicht eines Arztes angewendet werden. Deshalb ist eine Überdosierung unwahrscheinlich. Eine

Überdosierung kann mit schweren Reaktionen an der Applikationsstelle, z. B. Schmerzen an der

Applikationsstelle, Erythem an der Applikationsstelle, Pruritus an der Applikationsstelle, verbundensein. Bei Verdacht auf Überdosierung sollten die Pflaster vorsichtig entfernt, Reinigungsgel für eine

Minute aufgetragen und mit trockenem Verbandmull abgewischt werden. Anschließend sollte das

Areal vorsichtig mit Wasser und Seife gewaschen werden. Falls klinisch erforderlich, sind weitereunterstützende Maßnahmen zu treffen. Es gibt kein Antidot gegen Capsaicin.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanästhetika, andere Lokalanästhetika, ATC-Code: N01BX04

Wirkmechanismus

Capsaicin bzw. 6-Nonenamid, N-[(4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)methyl]-8-methyl, (6E) ist ein hochselektiver Agonist für den TRPV1-Rezeptor (transient receptor potential vanilloid 1). Der Ersteffektvon Capsaicin ist die Aktivierung von TRPV1-exprimierenden kutanen Nozizeptoren, was zu Stechenund Erythem durch Freisetzung von vasoaktiven Neuropeptiden führt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Nach der Capsaicin-Exposition werden die kutanen Nozizeptoren weniger empfindlich fürverschiedene Reize. Diese späteren Wirkungsstadien von Capsaicin werden häufig als'Desensibilisierung“ bezeichnet und liegen vermutlich der Schmerzlinderung zugrunde. Es wirderwartet, dass Wahrnehmungen von nicht-TRPV1-exprimierenden Hautnerven unverändert bleiben,einschließlich der Fähigkeit, mechanische Reize und Vibrationsreize wahrzunehmen. Die durch

Capsaicin induzierten Veränderungen in den kutanen Nozizeptoren sind reversibel, und es ist berichtetund beobachtet worden, dass die normale Funktion (die Wahrnehmung von schädlichen

Empfindungen) bei gesunden Probanden innerhalb weniger Wochen wiederkehrt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit einer einzelnen 30-minütigen Applikation von Qutenza an den Füßen wurde inkontrollierten klinischen Studien von 12 Wochen Dauer an Patienten mit schmerzhafter Humaner

Immundefizienzvirus-assoziierter Neuropathie (HIV-AN) und schmerzhafter diabetischer

Neuropathie (pDPN) nachgewiesen. Die Wirksamkeit einer einzelnen 60-minütigen Applikation von

Qutenza an anderen Körperstellen wurde in kontrollierten klinischen Studien von 12 Wochen Dauer an

Patienten mit postherpetischer Neuralgie (PHN) gezeigt. Die durchschnittliche Schmerzreduktion in

Woche 2 bis 12 nach einmaliger Anwendung von Qutenza im Vergleich zum Ausgangswert lag in denpivotalen Studien zwischen -22,8% und -32,3%, im Vergleich zu einer Spanne von -10,7% bis -25,0%für die Kontrollpflaster. Die Responder-Raten (Ansprechen/Response) definiert als 30% ige Abnahmedes durchschnittlichen Schmerz-Scores gegenüber dem Ausgangswert) lagen zwischen 34% und 47%im Vergleich zu einer Spanne von 18% bis 36% für die Kontrollpflaster. Diese Ergebnisse warenstatistisch signifikant gegenüber niedrig dosiertem Capsaicin (PHN und HIV-AN) oder Placebo(pDPN).

Eine Schmerzlinderung wurde in der 1. Woche bei PHN, in der 2. Woche bei HIV-AN und in der3. Woche bei pDPN beobachtet. Bei allen drei Ätiologien hielt die Wirkung während des 12-wöchigen

Studienzeitraums an.

In zwei klinischen Studien (STRIDE und PACE) wurden bei wiederholten Behandlungen über einen

Zeitraum von 52 Wochen eine konsistente und reproduzierbare Wirksamkeit und Verträglichkeitnachgewiesen. Bei diesen zwei Studien, eine bei pDPN Patienten (PACE) und eine bei Patienten mit

HIV-AN, posttraumatischer Nervenverletzung (PNI) und PHN (STRIDE), betrug die mittlere Zeit(Standardabweichung) bis zur erneuten Behandlung 68,4 (23,31) bzw. 107 (43,58) Tage. In diesen

Studien erhielten 25% der Patienten eine erneute Behandlung in weniger als 61,5 bzw. 78,8 Tagen und25% der Patienten erhielten eine erneute Behandlung in mehr als 64,6 bzw. 118,7 Tagen. Bei

Patienten, die bereits vorfrüher als nach 90 Tagen mit Qutenza erneut behandelt wurden, wurde eineerhöhte Häufigkeit von etwa 5% für der das Auftreten bekannter Reaktionen an der Applikationsstelle,wie Schmerzen und Brennen, berichtet.

Das Sicherheitsprofil von Qutenza bei diabetischen Patienten stimmte mit dem, das bei der nicht-diabetischen Population beobachtet wurde, überein.

Qutenza hat sich allein oder in Kombination mit systemischen Arzneimitteln gegen neuropathische

Schmerzen als wirksam erwiesen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Das in Qutenza enthaltene Capsaicin ist zur Abgabe in die Haut bestimmt. In-vitro-Daten (Prüfungender Freisetzung und der Hautpermeation des Wirkstoffs) zeigen, dass die Freisetzungsgeschwindigkeitvon Capsaicin aus Qutenza während der Applikationsdauer linear ist. Auf der Grundlage von

In-vitro-Studien wird geschätzt, dass im Laufe von einstündigen Applikationen etwa 1 % des

Capsaicins in die Epidermis und die Dermis der Haut resorbiert wird. Da die Menge an Capsaicin, diepro Stunde aus dem Pflaster freigesetzt wird, proportional zur Oberfläche der Applikation ist, ergibtdies eine geschätzte maximale mögliche Gesamtdosis von etwa 7 mg für eine Applikationsfläche von1 000 cm2. Wenn 1 000 cm2 Pflasterfläche etwa 1 % Capsaicin aus dem Pflaster an eine Person mit60 kg abgeben, beträgt die maximale potenzielle Exposition gegenüber Capsaicin etwa 0,12 mg/kg alle3 Monate.

Nach Angaben des Wissenschaftlichen Ausschusses für Lebensmittel der Europäischen Kommissionbeträgt die durchschnittliche orale Aufnahme von Capsaicin in Europa 1,5 mg/Tag (0,025 mg/kg/Tagfür eine 60-kg-Person), und die höchste ernährungsbedingte Exposition beträgt 25 bis 200 mg/Tag (biszu 3,3 mg/kg/Tag für eine 60-kg-Person).

Pharmakokinetische Daten bei Menschen zeigten eine vorübergehende geringfügige (< 5 ng/ml)systemische Exposition gegenüber Capsaicin bei etwa einem Drittel der Patienten mit postherpetischer

Neuralgie (PHN), bei 3 % der Patienten mit schmerzhafter diabetischer Neuropathie (PDN) und beikeinem Patienten mit HIV-assoziierter Neuropathie nach 60-minütiger Applikation von Qutenza. Fürdie Exposition nach 30-minütigen Behandlungen liegen keine Daten vor. Der Anteil der PHN-

Patienten mit systemischer Exposition gegenüber Capsaicin stieg im Allgemeinen mit zunehmender

Größe des Behandlungsareals und zunehmender Behandlungsdauer. Die höchste Konzentration von

Capsaicin, die bei Patienten nach 60-minütiger Behandlung gemessen wurde, betrug 4,6 ng/mlunmittelbar nach Entfernen des Qutenza-Pflasters. Die meisten quantifizierbaren Mengen wurden zum

Zeitpunkt des Entfernens des Pflasters beobachtet. Es zeigte sich ein klarer Trend zum Verschwindenaus dem systemischen Kreislauf 3 bis 6 Stunden nach Entfernen von Qutenza. Bei keinem Patientenwurden nachweisbare Konzentrationen von Metaboliten beobachtet.

Eine populationspharmakokinetische Analyse von Patienten, die für 60 und 90 Minuten behandeltwurden, zeigte, dass die Capsaicin-Spiegel im Plasma etwa 20 Minuten nach dem Entfernen von

Qutenza ihren Gipfel erreichten und mit einer mittleren Eliminationshalbwertszeit von etwa130 Minuten sehr rasch abnahmen.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei einmaliger

Gabe und Toxizität bei wiederholter Gabe lassen die nichtklinischen Daten keine besonderen Gefahrenfür den Menschen erkennen.

Die mit Capsaicin durchgeführten Genotoxizitätsstudien zeigen eine schwache mutagene Reaktion im

Maus-Lymphom-Test und negative Reaktionen im Ames-Test, Maus-Mikrokerntest und im

Chromosomenaberrationstest an menschlichen Lymphozyten aus peripherem Blut.

Eine Karzinogenitätsstudie an Mäusen deutet darauf hin, dass Capsaicin nicht karzinogen ist.

Eine Reproduktionsstudie an Ratten zeigte eine statistisch signifikante Reduktion der Anzahl und desprozentualen Anteils der beweglichen Spermien bei Ratten, die 28 Tage vor der Kohabitation, am Tagder Kohabitation und bis zum Tag vor der Tötung jeweils 3 Stunden/Tag behandelt wurden. Der

Fertilitätsindex und die Anzahl der Trächtigkeiten pro Anzahl an Ratten in Kohabitation waren in allenmit Capsaicin behandelten Gruppen verringert, auch wenn dies weder statistisch signifikant nochdosisabhängig war.

Eine Teratogenitätsstudie an Kaninchen zeigte kein Potenzial für eine embryofetale Toxizität. In einer

Teratogenitätsstudie an Ratten wurden bei Dosen, die höher als die therapeutischen Dosen beim

Menschen waren, Verzögerungen der Skelettverknöcherung (Reduktion der verknöcherten

Metatarsalia) beobachtet. Die Bedeutung dieses Befundes für Menschen ist unklar. Peri- undpostnatale Toxizitätsstudien an Ratten zeigen kein Potenzial für eine Reproduktionstoxizität.

Laktierende Ratten, die täglich für 3 Stunden Qutenza ausgesetzt waren, zeigten messbare Spiegel von

Capsaicin in der Muttermilch.

In einer Hautsensibilisierungsstudie an Meerschweinchen wurde eine leichte Sensibilisierungbeobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pflaster

Matrix:

Silikonklebstoffe

Diethylenglycolmonoethylether (Ph.Eur.)

Dimeticon 12500 cSt

Ethylcellulose N50 (E462)

Trägerschicht

Poly(ethylenterephthalat) (PET) -Film, Innenseite siliconisiert

Drucktinte mit Pigmentweiß 6

Abziehbare Schutzfolie

Polyesterfilm, Fluorpolymer-beschichtet

Reinigungsgel

Macrogol 300

Carbomer 1382

Gereinigtes Wasser

Natriumhydroxid (E524)

Natriumedetat (Ph.Eur.)

Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.) (E320)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

4 Jahre

Nach Öffnen des Beutels: Qutenza innerhalb von 2 Stunden anwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Qutenza kutanes Pflaster: Flach liegend im Originalbeutel und Umkarton aufbewahren. Nicht über25 °C lagern.

Reinigungsgel: Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Das kutane Pflaster ist in einem Beutel aus Papier-Polyethylen Terephthalat-Aluminiumfolie mit einer

Schicht aus Cycloolefin Copolymer-Extrudat verpackt.

Das Reinigungsgel wird in einer Tube aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE)- mit einem

Polypropylenverschluss geliefert.

Qutenza ist in Packungen mit einem oder zwei einzeln in Beuteln versiegelten kutanen Pflastern undeiner 50 g-Tube Reinigungsgel erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Bei der Handhabung der Pflaster und der Reinigung der Behandlungsstellen sollte das medizinische

Fachpersonal Nitrilhandschuhe tragen. Der Gebrauch eines Mundschutzes und einer Schutzbrille wirdempfohlen, siehe Abschnitt 4.2.

Gebrauchte und ungebrauchte Pflaster und alle sonstigen Materialien, die mit der behandelten

Hautstelle in Kontakt waren, sollten unmittelbar nach Gebrauch in einem Polyethylenbeutel fürmedizinische Abfälle versiegelt und in einem geeigneten Behälter für medizinischen Abfall entsorgtwerden.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Grünenthal GmbH

Zieglerstraße 652078 Aachen

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/09/524/001-002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Mai 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. März 2019

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen

Arzneimittel-Agentur (EMA) http://www.ema.europa.eu verfügbar.