Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels PREGABALIN ZENTIVA 75mg kapseln
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Pregabalin Zentiva 25 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 50 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 75 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 100 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 150 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 200 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 225 mg Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 300 mg Hartkapseln
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Pregabalin Zentiva 25 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 25 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 47,57 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 50 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 50 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 5 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 75 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 75 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 7,5 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 100 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 100 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 10 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 150 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 150 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 15 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 200 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 200 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 20 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 225 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 225 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 22,5 mg Lactose-Monohydrat.
Pregabalin Zentiva 300 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 300 mg Pregabalin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Hartkapsel enthält 30 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapseln
Pregabalin Zentiva 25 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit hellgrauem Oberteil und hellgrauem Unterteil; ungefähr 15,9 mm lang, mitdem Aufdruck '25“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 50 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit hellgrauem Oberteil und hellgrauem Unterteil; ungefähr 14,3 mm lang, mitdem Aufdruck '50“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 75 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit rotem Oberteil und hellgrauem Unterteil; ungefähr 14,3 mm lang, mit dem
Aufdruck '75“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 100 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit rotem Oberteil und rotem Unterteil; ungefähr 15,9 mm lang, mit dem Aufdruck'100“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 150 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit hellgrauem Oberteil und hellgrauem Unterteil; ungefähr 18,0 mm lang, mitdem Aufdruck '150“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 200 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit fleischfarbenem, undurchsichtigem Oberteil und fleischfarbenem,undurchsichtigem Unterteil; ungefähr 19,4 mm lang, mit dem Aufdruck '200“; enthält ein fast weißes
Pulver.Pregabalin Zentiva 225 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit fleischfarbenem, undurchsichtigem Oberteil und hellgrauem Unterteil;ungefähr 19,4 mm lang, mit dem Aufdruck '225“; enthält ein fast weißes Pulver.
Pregabalin Zentiva 300 mg Hartkapseln
Hartgelatinekapsel mit rotem Oberteil und hellgrauem Unterteil; ungefähr 21,7 mm lang, mit dem
Aufdruck '300“; enthält ein fast weißes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Neuropathische SchmerzenPregabalin Zentiva wird angewendet zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen
Schmerzen im Erwachsenenalter.
EpilepsiePregabalin Zentiva wird angewendet zur Zusatztherapie von partiellen Anfällen mit und ohnesekundäre Generalisierung im Erwachsenenalter.
Generalisierte AngststörungenPregabalin Zentiva wird angewendet zur Behandlung von generalisierten Angststörungen bei
Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie Dosis liegt zwischen 150 und 600 mg täglich, eingenommen in 2 oder 3 Einzeldosen.
Neuropathische SchmerzenDie Pregabalin-Behandlung kann mit einer Tagesdosis von 150 mg, verabreicht in 2 oder3 Einzeldosen, begonnen werden. Abhängig vom Ansprechen und der individuellen Verträglichkeitkann die Dosis nach 3 bis 7 Tagen auf 300 mg täglich erhöht werden. Bei Bedarf kann die Dosis nachweiteren 7 Tagen auf eine Höchstdosis von 600 mg täglich gesteigert werden.
EpilepsieDie Pregabalin-Behandlung kann mit einer Tagesdosis von 150 mg, eingenommen in 2 oder3 Einzeldosen, begonnen werden. Abhängig vom Ansprechen und der individuellen Verträglichkeitkann die Dosis nach 1 Woche auf 300 mg täglich erhöht werden. Die Höchstdosis von 600 mg täglichkann nach einer weiteren Woche erreicht werden.
Generalisierte Angststörung
Die Dosis liegt zwischen 150 und 600 mg pro Tag, eingenommen in 2 oder 3 Einzeldosen. Die
Therapienotwendigkeit sollte regelmäßig überprüft werden. Die Pregabalin-Behandlung kann miteiner Tagesdosis von 150 mg begonnen werden. Abhängig vom klinischen Ansprechen und derindividuellen Verträglichkeit kann die Dosis nach 1 Woche auf 300 mg täglich erhöht werden. Nacheiner weiteren Woche kann die Dosis auf 450 mg täglich gesteigert werden. Die Höchstdosis von600 mg täglich kann nach einer weiteren Woche erreicht werden.
Absetzen von PregabalinIn Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis wird empfohlen, beim Absetzen von
Pregabalin unabhängig von der Indikation die Dosis ausschleichend über einen Zeitraum vonmindestens 1 Woche zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Eingeschränkte NierenfunktionPregabalin wird aus dem Blutkreislauf hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden. Dadie Pregabalin-Clearance direkt proportional zur Kreatinin-Clearance ist (siehe Abschnitt 5.2), mussdie Dosisreduzierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion individuell an die Kreatinin-
Clearance (CLcr) angepasst werden. Die in Tabelle 1 angegebenen Werte für die Kreatinin-Clearanceerrechnen sich nach der folgenden Formel:
CL (ml/min) = 1,23 × [140 − Alter (Jahre)] × Gewichtcr (für weibliche Patienten: x 0,85)(kg)
Pregabalin wird durch Hämodialyse wirksam aus dem Plasma eliminiert (50 % des Wirkstoffs in4 Stunden). Bei Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, sollte die tägliche Pregabalin-Dosisentsprechend der Nierenfunktion angepasst werden. Neben der Tagesdosis sollte eine Zusatzdosissofort nach jeder 4-stündigen Hämodialysebehandlung eingenommen werden (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Anpassung der Pregabalin-Dosis in Abhängigkeit von der Nierenfunktion
Kreatinin-Clearance (CLcr) Gesamttagesdosis von Pregabalin* Dosisaufteilung(ml/min)
Anfangsdosis Höchstdosis(mg/Tag) (mg/Tag)≥ 60 150 600 zwei- oder dreimaltäglich≥ 30 - < 60 75 300 zwei- oder dreimaltäglich≥ 15 - < 30 25 - 50 150 ein- oder zweimaltäglich< 15 25 75 einmal täglich
Zusatzdosis nach Hämodialyse (mg)25 100 als Einzeldosis+
* Die Gesamttagesdosis (mg/Tag) muss je nach der angegebenen Dosisaufteilung geteilt werden, ummg/Dosis zu erhalten.+ Zusatzdosis ist eine einzelne zusätzliche Dosis.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheSicherheit und Wirksamkeit von Pregabalin bei Kindern unter 12 Jahren und bei Jugendlichen (12 bis17 Jahre) wurden nicht nachgewiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Ältere PatientenBei älteren Patienten kann aufgrund einer verringerten Nierenfunktion die Reduzierung der
Pregabalin-Dosis notwendig werden (siehe Abschnitt 5.2).
Art der AnwendungPregabalin Zentiva kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Pregabalin Zentiva ist nur zum Einnehmen vorgesehen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Diabetes-PatientenIn Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis kann es bei einigen Diabetes-Patienten, beidenen es unter einer Pregabalin-Therapie zu einer Gewichtszunahme kommt, notwendig werden, die
Hypoglykämie-Medikation entsprechend anzupassen.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenAus den Erfahrungen nach Markteinführung liegen Berichte über Überempfindlichkeitsreaktionen vor,die auch in Einzelfällen ein Angioödem einschließen. Beim Auftreten von Symptomen eines
Angioödems, wie z. B. Schwellungen im Gesicht, im Mundbereich oder der oberen Atemwege, muss
Pregabalin sofort abgesetzt werden.
Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktion
Es wurde über SCARs, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermaler
Nekrolyse (TEN), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, im Zusammenhang mit Pregabalin-
Behandlungen berichtet. Die Patienten sollten zum Zeitpunkt der Verschreibung auf die Anzeichenund Symptome der Hautreaktionen hingewiesen und engmaschig auf diese überwacht werden. Wenn
Anzeichen und Symptome, die auf diese Reaktionen hinweisen, auftreten, sollte die Behandlung mit
Pregabalin unverzüglich beendet und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Benommenheit, Schläfrigkeit, Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheit und geistige BeeinträchtigungBehandlung mit Pregabalin wurde mit dem Auftreten von Benommenheit und Schläfrigkeit in
Verbindung gebracht, was bei älteren Patienten zu häufigeren sturzbedingten Verletzungen führenkönnte. Nach Markteinführung wurden auch Fälle von Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheit undgeistigen Beeinträchtigungen berichtet. Die Patienten sollten daher angehalten werden, sich vorsichtigzu verhalten, bis sie mit den möglichen Auswirkungen des Arzneimittels vertraut sind.
SehbeeinträchtigungenIn kontrollierten Studien haben mehr Patienten unter Pregabalin über verschwommenes Sehenberichtet als Patienten, die Placebo erhielten. In der Mehrzahl der Fälle verschwand diese
Nebenwirkung wieder mit fortgesetzter Behandlung. In den klinischen Studien, in denen eineaugenärztliche Untersuchung durchgeführt wurde, war bei den mit Pregabalin behandelten Patientendie Häufigkeit von verringerter Sehschärfe und einer Veränderung des Gesichtsfelds höher als bei denmit Placebo behandelten Patienten. Bei den mit Placebo behandelten Patienten traten häufigerfundoskopische Veränderungen auf (siehe Abschnitt 5.1).
In den Erfahrungen nach Markteinführung wurde auch über Nebenwirkungen am Auge berichtet,einschließlich Verlust des Sehvermögens, verschwommenes Sehen oder andere Veränderungen der
Sehschärfe, von denen viele vorübergehend waren. Absetzen von Pregabalin kann hier zu einem
Verschwinden oder einer Verbesserung dieser visuellen Symptome führen.
NierenversagenEs wurden Fälle von Nierenversagen berichtet. Diese Nebenwirkung war jedoch in einigen Fällen bei
Absetzen von Pregabalin reversibel.
Absetzen antiepileptischer BegleitbehandlungEs liegen keine hinreichenden Daten über das Absetzen der antiepileptischen Begleitbehandlung zur
Erreichung einer Monotherapie mit Pregabalin vor, wenn unter Pregabalin als Zusatztherapie eine
Anfallskontrolle erreicht wurde.
HerzinsuffizienzNach Markteinführung gab es Berichte über Herzinsuffizienz bei einigen Patienten, die Pregabalinerhielten. Diese Reaktionen sind hauptsächlich bei älteren, kardiovaskulär beeinträchtigten Patientenwährend der Behandlung mit Pregabalin bei einer neuropathischen Indikation zu beobachten. Beidiesen Patienten ist Pregabalin mit Vorsicht anzuwenden. Nach Absetzen von Pregabalin ist diese
Reaktion möglicherweise reversibel.
Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrund einer RückenmarkverletzungBei der Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Rückenmarkverletzungwar die Häufigkeit von Nebenwirkungen im Allgemeinen, von zentralnervösen Nebenwirkungen undhier insbesondere der Schläfrigkeit erhöht. Das beruht möglicherweise auf einem additiven Effektaufgrund der benötigten Komedikation (z. B. Spasmolytika). Dies muss berücksichtigt werden, wennbei dieser Erkrankung Pregabalin verschrieben wird.
AtemdepressionÜber schwere Atemdepression wurde in Verbindung mit der Anwendung von Pregabalin berichtet.
Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion, Atemwegs- oder neurologischen Erkrankungen,
Niereninsuffizienz sowie Patienten, die gleichzeitig ZNS-dämpfende Arzneimittel anwenden, undältere Patienten könnten ein höheres Risiko für diese schwere Nebenwirkung haben. Für diese
Patienten muss die Dosis gegebenenfalls angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).
Suizidale Gedanken und suizidales VerhaltenÜber suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika inverschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das
Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser
Nebenwirkung ist nicht bekannt. Es wurden Fälle von suizidalen Gedanken und suizidalem Verhaltenbei Patienten, die mit Pregabalin behandelt wurden, nach Markteinführung beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). In einer epidemiologischen Studie mit einem selbstkontrollierten Studiendesign(Vergleich von Behandlungszeiträumen mit Nicht-Behandlungszeiträumen bei individuellen
Personen) zeigten sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten von suizidalem
Verhalten und Tod durch Suizid bei Patienten, die mit Pregabalin behandelt wurden.
Patienten (und deren betreuenden Personen) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn
Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten. Patienten sollten hinsichtlich
Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete
Behandlung in Erwägung gezogen werden. Das Beenden der Therapie mit Pregabalin sollte beim
Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten in Betracht gezogen werden
Verringerte Funktionalität des unteren GastrointestinaltraktsNach Markteinführung wurden Fälle von verringerter Funktionalität des unteren Gastrointestinaltraktsberichtet (z. B. Darmobstruktion, paralytischer Ileus, Obstipation), wenn Pregabalin zusammen mit
Medikamenten gegeben wurde, die wie Opioidanalgetika Obstipationen verursachen können. Wenn
Pregabalin und Opioide in Kombination angewendet werden, sollten Maßnahmen zur Vermeidung der
Verstopfung erwogen werden (insbesondere bei weiblichen und älteren Patienten).
Gleichzeitige Anwendung mit OpioidenBei einer gleichzeitigen Verordnung von Pregabalin zusammen mit Opioiden ist aufgrund des Risikoseiner ZNS-DepressionVorsicht geboten(siehe Abschnitt4.5). In einer Fall-Kontroll-Studiemit
Opioidanwendern bestand bei Patienten, die Pregabalin gleichzeitig mit einem Opioid einnahmen, einerhöhtes Risiko für opioidbedingte Todesfälle im Vergleich zu einer alleinigen Anwendung von
Opioiden (angepasstes Quotenverhältnis [adjusted odds ratio, aOR] 1,68 [95%-KI, 1,19bis2,36]).
Dieses erhöhte Risiko wurde bei niedrigen Dosen von Pregabalin beobachtet (≤300mg, aOR1,52[95%-KI, 1,04bis2,22]) und es gab ein tendenziell höheres Risiko bei hohen Dosen von Pregabalin(>300mg, aOR2,51 [95%-KI, 1,24bis5,06]).
Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, Missbrauchspotenzial oder AbhängigkeitPregabalin kann eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, die bei therapeutischen Dosen auftretenkann. Es wurde über Fälle von Missbrauch und nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch berichtet. Bei
Patienten mit Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte kann ein erhöhtes Risiko für nichtbestimmungsgemäßen Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit von Pregabalin bestehen. Daher sollte
Pregabalin bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Vor der Verschreibung von
Pregabalin sollte das Risiko des Patienten für einen nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch, einen
Missbrauch oder eine Abhängigkeit sorgfältig geprüft werden.
Patienten, die mit Pregabalin behandelt werden, sollten auf Anzeichen und Symptome eines nichtbestimmungsgemäßen Gebrauchs, eines Missbrauchs oder einer Abhängigkeit von Pregabalin, wiez.B. Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und wirkstoffsuchendes Verhalten, überwacht werden.
EntzugssymptomeNach Absetzen einer Kurzzeit- oder Langzeittherapie von Pregabalin Entzugssymptome beobachtet.
Die folgenden Symptome wurden berichtet: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst,
Durchfall, Grippesymptome, Nervosität, Depressionen, suizidale Gedanken, Schmerzen,
Konvulsionen, Hyperhidrose und Benommenheit. Das Auftreten von Entzugssymptomen nach dem
Absetzen von Pregabalin kann auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen (siehe Abschnitt 4.8). Der
Patient sollte zu Beginn der Behandlung hierüber informiert werden. Im Falle des Absetzens von
Pregabalin wird empfohlen, dies schrittweise über einen Zeitraum von mindestens 1 Woche zu tun,unabhängig von der Indikation (siehe Abschnitt 4.2).
Konvulsionen einschließlich Status epilepticus und Grand-Mal-Konvulsionen können während der
Anwendung oder kurz nach Beendigung der Anwendung von Pregabalin auftreten.
Nach Absetzen einer Langzeitbehandlung von Pregabalin deuten die Daten zu Häufigkeit und
Schweregrad der Entzugssymptome auf eine Dosisabhängigkeit hin.
EnzephalopathieFälle von Enzephalopathie wurden berichtet, meistens bei Patienten mit zugrunde liegenden
Bedingungen, die eine Enzephalopathie herbeiführen können.
Frauen im gebärfähigen Alter/ VerhütungDie Anwendung von Pregabalin Zentiva im ersten Schwangerschaftstrimester kann zu schweren
Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen. Pregabalin sollte während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risikofür den Fötus. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine wirksame
Empfängnisverhütung anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
LactosePregabalin Zentiva enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Pregabalin wird hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden und beim Menschenpraktisch nicht metabolisiert (< 2 % einer Dosis finden sich als Metaboliten im Urin wieder).
Pregabalin behindert in vitro nicht den Metabolismus von anderen Arzneimitteln und wird nicht an
Plasmaproteine gebunden. Daher ist es unwahrscheinlich, dass es pharmakokinetische
Wechselwirkungen hervorruft oder diesen unterliegt.
In-vivo-Studien und pharmakokinetische PopulationsanalysenDementsprechend wurden in In-vivo-Studien keine klinisch relevanten pharmakokinetischen
Wechselwirkungen zwischen Pregabalin und Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure, Lamotrigin,
Gabapentin, Lorazepam, Oxycodon oder Ethanol beobachtet. Pharmakokinetische
Populationsanalysen haben gezeigt, dass orale Antidiabetika, Diuretika, Insulin, Phenobarbital,
Tiagabin und Topiramat keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Clearance von Pregabalinhatten.
Orale Kontrazeptiva, Norethisteron und/oder EthinylestradiolDie gleichzeitige Anwendung von Pregabalin und oralen Norethisteron- und/oder Ethinylestradiol-haltigen Kontrazeptiva hat keinen Einfluss auf den Steady State dieser Substanzen.
Arzneimittel, die das Zentralnervensystem beeinflussenPregabalin kann die Wirkung von Ethanol und Lorazepam verstärken.
Nach Markteinführung wurden Fälle von respiratorischer Insuffizienz, Koma und Tod bei Patientenberichtet, die Pregabalin und Opioide und/oder andere das Zentralnervensystem (ZNS) dämpfende
Arzneimittel einnahmen. Eine durch Oxycodon hervorgerufene Beeinträchtigung der kognitiven undgrobmotorischen Funktionen scheint durch Pregabalin noch verstärkt zu werden.
Interaktionen und ältere PersonenBei älteren Probanden wurden keine spezifischen Interaktionsstudien zur Pharmakodynamikdurchgeführt. Interaktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/VerhütungFrauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine wirksame Empfängnisverhütunganwenden (siehe Abschnitt 4.4).
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Es wurde gezeigt, dass Pregabalin bei Ratten plazentagängig ist (siehe Abschnitt 5.2). Pregabalin kannbeim Menschen die Plazenta überwinden.
Schwere angeborene FehlbildungenDaten aus einer nordeuropäischen Beobachtungsstudie mit mehr als 2.700 Schwangerschaften, beidenen Pregabalin im ersten Schwangerschaftstrimester angewendet wurde, zeigten eine höhere
Prävalenz schwerer angeborener Fehlbildungen in der gegenüber Pregabalin exponierten pädiatrischen
Population (lebend- oder totgeboren) als in der nicht exponierten Population (5,9 % gegenüber 4,1 %).
Das Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen in der pädiatrischen Population mit Expositiongegenüber Pregabalin im ersten Schwangerschaftstrimester war im Vergleich zur nicht exponierten
Population (adjustierte Prävalenzrate und 95%-Konfidenzintervall: 1,14 [0,96-1,35]) und im
Vergleich zu den gegenüber Lamotrigin (1,29 [1,01-1,65]) oder Duloxetin (1,39 [1,07-1,82])exponierten Populationen geringfügig erhöht.
Die Analysen zu spezifischen Fehlbildungen zeigten höhere Risiken für Fehlbildungen des
Nervensystems, der Augen, der Harnwege, der Genitalien sowie orofaziale Spaltenbildungen, wobeidie Zahlen jedoch klein und die Schätzungen ungenau waren.
Pregabalin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutigerforderlich (wenn der Nutzen für die Mutter deutlich größer ist als ein mögliches Risiko für den
Fötus).
StillzeitPregabalin wird in die Muttermilch ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.2). Es ist nicht bekannt, ob
Pregabalin Auswirkungen auf Neugeborene/Säuglinge hat. Es muss eine Entscheidung darübergetroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Pregabalin zu unterbrechen ist. Dabei sollsowohl der Nutzen des Stillens für den Säugling als auch der Nutzen der Therapie für die Mutterberücksichtigt werden.
FertilitätEs liegen keine klinischen Daten zu den Wirkungen von Pregabalin auf die weibliche Fruchtbarkeitvor.
In einer klinischen Studie zur Bewertung des Effekts von Pregabalin auf die Spermienbeweglichkeiterhielten männliche Probanden Pregabalin-Dosen von 600 mg/Tag. Nach einer Behandlung von3 Monaten gab es keine Wirkungen auf die Spermienbeweglichkeit.
Eine Fertilitätsstudie bei weiblichen Ratten zeigte unerwünschte Reproduktionseffekte.
Fertilitätsstudien bei männlichen Ratten zeigten unerwünschte Reproduktions- und
Entwicklungseffekte. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPregabalin hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen. Pregabalin kann Benommenheit und Schläfrigkeit hervorrufen unddadurch die Fähigkeit beeinflussen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.
Deshalb wird Patienten empfohlen, weder ein Fahrzeug zu führen noch komplexe Maschinen zubedienen oder andere potenziell gefährliche Tätigkeiten auszuführen, solange nicht bekannt ist, ob ihre
Fähigkeit zur Ausübung solcher Tätigkeiten durch dieses Arzneimittel beeinträchtigt wird.
4.8 Nebenwirkungen
An dem klinischen Studienprogramm nahmen mehr als 8.900 Patienten teil, die Pregabalin erhielten.
Von diesen wurden mehr als 5.600 in doppelblinde, placebokontrollierte Studien aufgenommen. Dieam häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Benommenheit und Schläfrigkeit. Der Schweregradder Nebenwirkungen war in der Regel leicht bis mäßig. Bei allen kontrollierten Studien lag die
Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen bei 12 % bei Patienten unter Pregabalin und bei 5 % bei
Patienten unter Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen, die unter Pregabalin zu einem Abbruch der
Therapie führten, waren Benommenheit und Schläfrigkeit.
Die untenstehende Tabelle 2 zeigt alle Nebenwirkungen, die mit größerer Häufigkeit als unter Placebound bei mehr als einem Patienten auftraten, geordnet nach Organsystem und Häufigkeit (sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000),sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Die angeführten Nebenwirkungen können auch mit der Grunderkrankung und/oder gleichzeitigangewendeten Arzneimitteln zusammenhängen.
Bei der Behandlung von zentralen neuropathischen Schmerzen aufgrundeiner Rückenmarkverletzungwar die Häufigkeit von Nebenwirkungen im Allgemeinen, von zentralnervösen Nebenwirkungen undhier insbesondere der Schläfrigkeit, erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
Weitere Nebenwirkungen, die nach Markteinführung berichtet wurden, sind in der folgenden Listekursiv angegeben.
Tabelle 2. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Pregabalin
Organsystem Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHäufig Nasopharyngitis
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems
Gelegentlich Neutropenie
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Überempfindlichkeit
Selten Angioödem, allergische Reaktion
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Gesteigerter Appetit
Gelegentlich Anorexie, Hypoglykämie
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Euphorie, Verwirrung, Reizbarkeit,
Desorientierung, Schlaflosigkeit, verringerte Libido
Gelegentlich Halluzinationen, Panikattacken, Ruhelosigkeit,
Agitiertheit, Depression, Niedergeschlagenheit,gehobene Stimmungslage, Aggression,
Stimmungsschwankungen, Depersonalisation,
Wortfindungsstörungen, abnorme Träume,gesteigerte Libido, Anorgasmie, Apathie
Selten Enthemmung, suizidales Verhalten,
SuizidgedankenNicht bekannt Arzneimittelabhängigkeit
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen
Häufig Ataxie, Koordinationsstörungen, Tremor,
Dysarthrie, Amnesie, Gedächtnisstörungen,
Aufmerksamkeitsstörungen, Parästhesie,
Hypästhesie, Sedierung, Gleichgewichtsstörung,
Lethargie
Gelegentlich Synkopen, Stupor, Myoklonus, Verlust des
Bewusstseins, psychomotorische Hyperaktivität,
Dyskinesie, posturaler Schwindel, Intentionstremor,
Nystagmus, kognitive Störungen, geistige
Beeinträchtigungen, Sprachstörungen, verringerte
Reflexe, Hyperästhesie, brennendes Gefühl,
Geschmacksverlust, Unwohlsein
Selten Konvulsionen, Parosmie, Hypokinesie,
Schreibstörungen, Parkinsonismus
AugenerkrankungenHäufig Verschwommenes Sehen, Diplopie
Organsystem Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Gelegentlich 'Tunnelblick“, Sehstörungen, geschwollene Augen,
Gesichtsfeldeinengung, verringerte Sehschärfe,
Augenschmerzen, Schwachsichtigkeit, Photopsie,
Augentrockenheit, verstärkter Tränenfluss,
Augenreizung
Selten Verlust des Sehvermögens, Keratitis, Oszillopsie,verändertes räumliches Sehen, Mydriasis, Schielen,
LichtempfindlichkeitErkrankungen des Ohrs und des
Labyrinths
Häufig Vertigo
Gelegentlich Hyperakusis
HerzerkrankungenGelegentlich Tachykardie, AV-Block 1. Grades,
Sinusbradykardie, Herzinsuffizienz
Selten QT-Verlängerung, Sinustachykardie,
Sinusarrhythmie
GefäßerkrankungenGelegentlich Hypotonie, Hypertonie, Hautrötung mit
Wärmegefühl, Gesichtsrötung, kalte Extremitäten
Erkrankungen der Atemwege, des
Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich Dyspnoe, Nasenbluten, Husten, verstopfte Nase,
Rhinitis, Schnarchen, trockene Nase
Selten Lungenödem, Engegefühl im Hals
Nicht bekannt Atemdepression
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Diarrhö,
Flatulenz, aufgeblähter Bauch, Mundtrockenheit
Gelegentlich Gastroösophagealer Reflux, vermehrter
Speichelfluss, orale Hypästhesie
Selten Aszites, Pankreatitis, geschwollene Zunge,
Dysphagie
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich erhöhte Leberenzymwerte*
Selten Gelbsucht
Sehr selten Leberversagen, Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautzellgewebes
Gelegentlich Papulöser Ausschlag, Urtikaria, Hyperhidrose,
PruritusSelten toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-
Syndrom, kalter Schweiß
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Häufig Muskelkrämpfe, Arthralgie, Rückenschmerzen,
Schmerzen in den Extremitäten, zervikale Spasmen
Gelegentlich Gelenkschwellungen, Myalgie, Muskelzuckungen,
Nackenschmerzen, Steifigkeit der Muskulatur
Organsystem Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Selten Rhabdomyolyse
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Harninkontinenz, Dysurie
Selten Nierenversagen, Oligurie, Harnretention
Erkrankungen der Geschlechtsorgane undder Brustdrüse
Häufig Erektile Dysfunktion
Gelegentlich Störungen der Sexualfunktion, verzögerte
Ejakulation, Dysmenorrhö, Brustschmerzen
Selten Amenorrhö, Absonderungen aus der Brust,
Brustvergrößerung, Gynäkomastie
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig Periphere Ödeme, Ödeme, Gangstörungen, Stürze,
Trunkenheitsgefühl, Krankheitsgefühl,
Abgeschlagenheit
Gelegentlich Generalisierte Ödeme, Gesichtsödem, Engegefühlin der Brust, Schmerzen, Fieber, Durst, Frösteln,
Asthenie
Untersuchungen
Häufig Gewichtszunahme
Gelegentlich Erhöhung der Kreatinphosphokinase,
Hyperglykämie, Thrombozytenzahl erniedrigt,erhöhte Kreatininwerte, Hypokaliämie,
Gewichtsverlust
Selten Leukozytenzahl erniedrigt
* Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht
Nach Absetzen einer Kurzzeit- oder Langzeittherapie von Pregabalin wurden Entzugssymptomebeobachtet. Die folgenden Symptome wurden berichtet: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit,
Angst, Durchfall, Grippesymptome, Konvulsionen, Nervosität, Depressionen, suizidale Gedanken,
Schmerzen, Hyperhidrose und Benommenheit. Diese Symptome können auf eine
Arzneimittelabhängigkeit hinweisen. Der Patient sollte zu Beginn der Behandlung hierüber informiertwerden.
Nach Absetzen einer Langzeitbehandlung mit Pregabalin deuten die Daten darauf hin, dass das
Auftreten und der Schweregrad der Entzugssymptome dosisabhängig sein können (siehe Abschnitte4.2 und 4.4).
Kinder und JugendlicheDas Sicherheitsprofil von Pregabalin, das in fünf pädiatrischen Studien an Patienten mit partiellen
Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung (12-wöchige Studie zur Wirksamkeit und Sicherheitan Patienten im Alter von 4bis 16Jahren, n = 295; 14-tägige Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit an
Patienten im Alter von 1 Monat bis unter 4 Jahren, n=175; Studie zur Pharmakokinetik und
Verträglichkeit, n= 65; und zwei 1-jährige unverblindete Folgestudien zur Sicherheit, n= 54 undn = 431) beobachtet wurde, war jenem, das in den Studien bei erwachsenen Patienten mit Epilepsiebeobachtet wurde, ähnlich. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in der 12-wöchigen Studieunter der Behandlung mit Pregabalin beobachtet wurden, waren Somnolenz, Fieber, Infektionen deroberen Atemwege, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme und Nasopharyngitis. Die häufigstenunerwünschten Ereignisse, die in der 14-tägigen Studie unter der Behandlung mit Pregabalinbeobachtet wurden, waren Somnolenz, Infektionen der oberen Atemwege und Fieber (siehe
Abschnitte 4.2, 5.1 und 5.2).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkunge
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zu den nach Markteinführung am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Überdosierung von
Pregabalin gehörten Somnolenz, Verwirrtheitszustand, Agitiertheit und Unruhe. Über Krampfanfällewurde ebenfalls berichtet.
Selten wurden Fälle von Koma berichtet.
Die Behandlung von Pregabalin-Überdosierungen sollte generelle unterstützende Maßnahmen,einschließlich bei Bedarf auch Hämodialyse, beinhalten (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 1).
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, andere Analgetika und Antipyretika,
ATC-Code: N02BF02.
Der Wirkstoff Pregabalin ist ein Gamma-Aminobuttersäure-Analogon mit der chemischen
Bezeichnung (S)-3-(aminomethyl)-5-methylhexan-Säure.
WirkmechanismusPregabalin bindet an eine auxiliare Untereinheit (α2-δ-Protein) von spannungsabhängigen
Calciumkanälen im ZNS.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitNeuropathische SchmerzenDie Wirksamkeit konnte in Studien bei diabetischer Neuropathie, postherpetischer Neuralgie und nach
Rückenmarkverletzung gezeigt werden. In anderen Modellen zum neuropathischen Schmerz wurdedie Wirksamkeit nicht untersucht.
Pregabalin wurde in 10 kontrollierten klinischen Studien untersucht, bei zweimal täglicher Gabe bis zu13 Wochen und bei dreimal täglicher Gabe bis zu 8 Wochen. Insgesamt waren die Sicherheits- und
Wirksamkeitsprofile bei zweimaliger und bei dreimaliger Gabe ähnlich.
In klinischen Studien über bis zu 12 Wochen wurde sowohl bei peripheren als auch zentralenneuropathischen Schmerzen eine Schmerzverringerung innerhalb der 1.Woche festgestellt und bliebwährend der gesamten Behandlungsperiode erhalten.
In kontrollierten klinischen Studien bei peripheren neuropathischen Schmerzen kam es bei 35 % dermit Pregabalin behandelten Patienten und bei 18 % der Patienten unter Placebo zu einer 50 %igen
Verbesserung des Schmerzscores. Unter den Patienten, bei denen es nicht zu Schläfrigkeit kam, kames bei 33 % der mit Pregabalin behandelten Patienten zu einer derartigen Verbesserung und bei 18 %der Patienten unter Placebo. Bei den Patienten, bei denen es zu Schläfrigkeit kam, betrugen die
Responder-Raten unter Pregabalin 48 % und 16 % unter Placebo.
In der kontrollierten klinischen Studie bei zentralen neuropathischen Schmerzen kam es bei 22 % dermit Pregabalin behandelten Patienten und 7 % der Patienten unter Placebo zu einer 50 %igen
Verbesserung des Schmerzscores.
EpilepsieZusatztherapiePregabalin wurde in 3 kontrollierten klinischen Studien sowohl bei zweimal täglicher als auch beidreimal täglicher Gabe über jeweils 12 Wochen untersucht. Insgesamt war das Verträglichkeits- und
Wirksamkeitsprofil bei zweimal und bei dreimal täglicher Gabe ähnlich.
Eine Reduktion der Anfallshäufigkeit wurde innerhalb der 1. Woche beobachtet.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von Pregabalin als Zusatztherapie von Epilepsie wurden beipädiatrischen Patienten unter 12 Jahren und Jugendlichen nicht nachgewiesen. Die Nebenwirkungen,die in einer Studie zur Pharmakokinetik und Verträglichkeit unter Beteiligung von Patienten ab einem
Alter von 3 Monaten bis 16 Jahren (n = 65) mit partiellen Anfällen beobachtet wurden, waren jenen,die bei Erwachsenen beobachtet wurden, ähnlich. Die Ergebnisse einer 12-wöchigen,placebokontrollierten Studie an 295 pädiatrischen Patienten im Alter von 4 bis 16 Jahren und einer 14
- tägigen placebokontrollierten Studie an 175 pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Monat bis unter4 Jahren zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Pregabalin als Zusatztherapie zur
Behandlung von partiellen Anfällen sowie zwei 1-jähriger unverblindeter Sicherheitsstudien unter
Beteiligung von jeweils 54 bzw. 431 pädiatrischen Epilepsie-Patienten ab einem Alter von 3 Monatenbis 16 Jahren zeigen, dass die Nebenwirkungen Fieber und Infektionen der oberen Atemwege häufigerals in Studien bei erwachsenen Patienten mit Epilepsie beobachtet wurden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.8und 5.2).
In der 12-wöchigen placebokontrollierten Studie wurden pädiatrische Patienten (4 bis 16 Jahre) einer
Behandlung mit Pregabalin 2,5 mg/kg/Tag (Höchstdosis 150 mg/Tag), Pregabalin 10 mg/kg/Tag(Höchstdosis 600 mg/Tag) oder Placebo zugeordnet. Eine Verringerung der partiellen Anfälle ummindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert wurde bei 40,6 % der Patienten, die mit Pregabalin 10mg/kg/Tag behandelt wurden (p = 0,0068 gegenüber Placebo), bei 29,1 % der Patienten, die mit
Pregabalin 2,5 mg/kg/Tag behandelt wurden (p = 0,2600 gegenüber Placebo), und bei 22,6 % der
Patienten, die Placebo erhielten, nachgewiesen.
In der 14-tägigen placebokontrollierten Studie wurden pädiatrische Patienten (1 Monat bis unter4 Jahre) einer Behandlung mit Pregabalin 7 mg/kg/Tag, Pregabalin 14 mg/kg/Tag oder Placebozugeordnet. Die medianen Anfallshäufigkeiten innerhalb von 24 Stunden zu Studienbeginn bzw. beimletzten Besuchstermin betrugen 4,7 bzw. 3,8 bei Pregabalin 7 mg/kg/Tag, 5,4 bzw. 1,4 bei Pregabalin14 mg/kg/Tag und 2,9 bzw. 2,3 bei Placebo. Bei Pregabalin 14 mg/kg/Tag war eine signifikante
Verringerung der logarithmisch transformierten, partiellen Anfallshäufigkeit im Vergleich zu Placebo(p = 0,0223) zu beobachten; bei Pregabalin 7 mg/kg/Tag zeigte sich keine Besserung gegenüber
Placebo.
In einer 12-wöchigen placebokontrollierten Studie an Patienten mit primären generalisiertentonischklonischen (primary generalized tonic-clonic, PGTC) Anfällen wurden 219 Patienten (Alter 5bis 65 Jahre, davon 66 im Alter von 5 bis 16 Jahren) mit Pregabalin 5 mg/kg/Tag (Höchstdosis 300mg/Tag), 10 mg/kg/Tag (Höchstdosis 600 mg/Tag) oder Placebo als Zusatztherapie behandelt. Der
Prozentsatz der Patienten mit einer Verringerung der PGTC-Anfallsrate um mindestens 50 % betrugjeweils 41,3 %, 38,9 % bzw. 41,7 % für Pregabalin 5 mg/kg/Tag, Pregabalin 10 mg/kg/Tag und
Placebo.
Monotherapie (neu diagnostizierte Patienten)In einer kontrollierten klinischen Studie über 56 Wochen wurde Pregabalin bei zweimal täglicher
Gabe untersucht. Bezogen auf den Endpunkt einer 6-monatigen Anfallsfreiheit zeigte Pregabalin im
Vergleich zu Lamotrigin keine Nicht-Unterlegenheit. Pregabalin und Lamotrigin waren gleichermaßensicher und gut verträglich.
Generalisierte AngststörungenPregabalin wurde in 6 kontrollierten Studien über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen sowie in einer8-wöchigen Studie mit älteren Patienten und in einer Langzeitstudie zur Rückfallprävention mit einerdoppelblinden Rückfallpräventionsphase von 6 Monaten untersucht.
Eine Besserung der Symptome von generalisierten Angststörungen gemäß der Hamilton-Anxiety-
Rating-Skala (HAM-A) wurde innerhalb der 1. Woche beobachtet.
In kontrollierten klinischen Studien über 4 bis 8 Wochen zeigten 52 % der mit Pregabalin behandelten
Patienten und 38 % der Patienten unter Placebo eine im Vergleich zu den Ausgangswerten mindestens50%ige Verbesserung des HAM-A-Gesamt-Scores.
Bei kontrollierten Studien haben mehr Patienten unter Pregabalin über verschwommenes Sehenberichtet als Patienten, die Placebo erhielten. In der Mehrzahl der Fälle verschwand diese
Nebenwirkung mit fortgesetzter Behandlung wieder.
In kontrollierten klinischen Studien wurden bei mehr als 3.600 Patienten augenärztliche
Untersuchungen durchgeführt (einschließlich Untersuchungen der Sehschärfe und des Gesichtsfeldssowie ausführliche Fundoskopie). Unter diesen Patienten war die Sehschärfe bei 6,5 % der mit
Pregabalin behandelten Patienten verringert, im Vergleich zu 4,8 % bei den mit Placebo behandelten
Patienten. Bei den mit Pregabalin behandelten Patienten wurde eine Veränderung des Gesichtsfelds in12,4 % und bei den mit Placebo behandelten Patienten in 11,7 % festgestellt. Zu fundoskopischen
Veränderungen kam es bei 1,7 % der mit Pregabalin behandelten Patienten und bei 2,1 % der mit
Placebo behandelten Patienten.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Bei gesunden Probanden, Epilepsie-Patienten unter Antiepileptika und bei Patienten mit chronischen
Schmerzen ist die Pharmakokinetik von Pregabalin im Steady State vergleichbar.
ResorptionBei Verabreichung an nüchterne Patienten wird Pregabalin rasch resorbiert. Sowohl nach Einmal- alsauch nach Mehrfachanwendung werden maximale Plasmakonzentrationen innerhalb von 1 Stundeerreicht. Die orale Bioverfügbarkeit von Pregabalin wird auf ≥ 90 % geschätzt und istdosisunabhängig. Nach wiederholter Anwendung wird der Steady State innerhalb von 24 bis48 Stunden erreicht. Bei Einnahme während der Mahlzeiten wird die Resorptionsrate von Pregabalinverringert, was zu einer Verringerung der Cmax um ca. 25 bis 30 % sowie zu einer Verzögerung der tmaxauf ca. 2,5 Stunden führt. Die Verabreichung von Pregabalin mit den Mahlzeiten hat jedoch keineklinisch signifikante Auswirkung auf die Resorptionsrate von Pregabalin.
VerteilungPräklinische Studien haben gezeigt, dass Pregabalin die Blut-Hirn-Schranke bei Mäusen, Ratten und
Affen überwindet. Pregabalin geht bei Ratten in die Plazenta über und ist in der Milch von säugenden
Ratten nachweisbar. Beim Menschen beträgt das Verteilungsvolumen nach oraler Anwendung ca.0,56 l/kg. Pregabalin wird nicht an Plasmaproteine gebunden.
BiotransformationPregabalin wird beim Menschen nicht nennenswert metabolisiert. Nach einer Gabe von radioaktivmarkiertem Pregabalin wurden ca. 98 % unverändertes Pregabalin im Urin wiedergefunden.
Das N-Methyl-Derivat, der Hauptmetabolit von Pregabalin, macht 0,9 % der Dosis im Urin aus. Inpräklinischen Studien ergaben sich keine Hinweise auf eine Racemisierung des S-Enantiomers in das
R-Enantiomer von Pregabalin.
EliminationPregabalin wird unverändert hauptsächlich renal ausgeschieden. Die mittlere
Eliminationshalbwertszeit von Pregabalin beträgt 6,3 Stunden. Die Plasmaclearance und renale
Clearance von Pregabalin sind direkt proportional zur Kreatinin-Clearance (siehe Abschnitt 5.2'Eingeschränkte Nierenfunktion“).
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Patienten, die sich einer Hämodialyseunterziehen, ist eine Anpassung der Pregabalin-Dosis notwendig (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 1).
Linearität/Nicht-LinearitätIm empfohlenen täglichen Dosisbereich ist die Pharmakokinetik von Pregabalin linear. Dieinterindividuelle pharmakokinetische Variabilität von Pregabalin ist gering (< 20 %). Die
Pharmakokinetik nach Mehrfachanwendung lässt sich von den Einzeldosis-Daten ableiten. Es bestehtdeshalb keine Notwendigkeit für eine routinemäßige Kontrolle der Pregabalin-Plasmaspiegel.
GeschlechtKlinische Studien haben gezeigt, dass das Geschlecht keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die
Plasmakonzentration von Pregabalin hat.
Eingeschränkte NierenfunktionDie Pregabalin-Clearance verhält sich zur Kreatinin-Clearance direkt proportional. Weiterhin kann
Pregabalin effektiv (nach einer 4-stündigen Hämodialyse reduzieren sich die Plasmakonzentrationenvon Pregabalin um ca. 50 %) hämodialysiert werden. Da die renale Elimination den hauptsächlichen
Ausscheidungsweg darstellt, ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisreduktionund nach einer Hämodialyse eine Dosisergänzung notwendig (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 1).
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurden keine speziellen Pharmakokinetikstudiendurchgeführt. Nachdem Pregabalin jedoch keiner ausgeprägten Metabolisierung unterliegt undhauptsächlich als unveränderte Substanz im Urin ausgeschieden wird, erscheint es unwahrscheinlich,dass sich die Plasmakonzentrationen von Pregabalin bei eingeschränkter Leberfunktion signifikantverändern.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Pregabalin wurde in einer Studie zur Pharmakokinetik und Verträglichkeitbei pädiatrischen Patienten mit Epilepsie (Altersgruppen 1 bis 23 Monate, 2 bis 6 Jahre, 7 bis 11 Jahreund 12 bis 16 Jahre) in Dosierungen von 2,5, 5, 10 und 15 mg/kg/Tag bewertet.
Nach oraler Verabreichung von Pregabalin bei pädiatrischen Patienten im Nüchternzustand war die
Zeit bis zur Erreichung maximaler Plasmakonzentrationen im Allgemeinen in allen Altersgruppenähnlich und betrug ab Dosisgabe 0,5 bis 2 Stunden.
Die Parameter für Cmax und AUC von Pregabalin stiegen in allen Altersgruppen linear zur Erhöhungder Dosis an. Die AUC war bei Patienten mit einem Gewicht von unter 30 kg aufgrund einer beidiesen Patienten um 43 % erhöhten körpergewichtsbezogenen Clearance im Vergleich zu Patientenmit einem Gewicht von ≥30 kg insgesamt 30 % niedriger.
Die terminale Halbwertszeit von Pregabalin betrug bei pädiatrischen Patienten im Alter von bis zu6 Jahren durchschnittlich 3 bis 4 Stunden und bei Patienten im Alter ab 7 Jahren durchschnittlich4 bis 6 Stunden.
Analysen der Populationspharmakokinetik ergaben, dass die Kreatinin-Clearance eine signifikante
Kovariate der oralen Clearance von Pregabalin und das Körpergewicht eine signifikante Kovariate desscheinbaren Verteilungsvolumens bei oraler Gabe von Pregabalin war und diese Zusammenhänge inpädiatrischen und erwachsenen Patienten ähnlich waren.
Die Pharmakokinetik von Pregabalin wurde bei Patienten im Alter von unter 3 Monaten nichtuntersucht (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.8 und 5.1).
Ältere PatientenDie Pregabalin-Clearance hat die Tendenz, mit zunehmendem Alter des Patienten abzunehmen. Diese
Abnahme der oralen Pregabalin-Clearance entspricht der Abnahme der Kreatinin-Clearance mitzunehmendem Alter. Bei Patienten mit altersbedingter Einschränkung der Nierenfunktion kann eine
Reduktion der Pregabalin-Dosis notwendig sein (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 1).
Stillende MütterDie Pharmakokinetik von Pregabalin bei einer Gabe von 150 mg alle 12 Stunden (Tagesdosis 300 mg)wurde bei 10 laktierenden Frauen zu einem Zeitpunkt von mindestens 12 Wochen nach der
Entbindung untersucht. Die Laktation hatte nur einen geringen bis keinen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Pregabalin. Pregabalin wurde in die Muttermilch ausgeschieden mit einerdurchschnittlichen Steady-State-Konzentration von etwa 76 % der mütterlichen Plasmakonzentration.
Bei Frauen, welche 300 mg/Tag bzw. die Maximaldosis von 600 mg/Tag erhalten, würde die durch die
Muttermilch aufgenommene Pregabalin-Dosis eines Säuglings (bei einer durchschnittlichen
Milchaufnahme von 150 ml/kg/Tag) geschätzt 0,31 bzw. 0,62 mg/kg/Tag betragen. Diese geschätzten
Dosen entsprechen auf mg/kg-Basis etwa 7 % der täglichen Gesamtdosis der Mutter.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In den konventionellen Tierstudien zur Sicherheitspharmakologie wurde Pregabalin in klinischrelevanten Dosen gut vertragen. Bei Toxizitätsstudien an Ratten und Affen wurden bei wiederholter
Gabe Auswirkungen auf das ZNS einschließlich Hypoaktivität, Hyperaktivität und Ataxie beobachtet.
Bei Anwendung von mehr als dem 5-Fachen der beim Menschen empfohlenen Maximaldosis kam esin Langzeitversuchen an Albinoratten zu einer erhöhten Inzidenz von Retinaatrophien, die bei älteren
Tieren häufig beobachtet wurden.
Pregabalin war nicht teratogen bei Mäusen, Ratten oder Kaninchen. Nur bei Dosen, die deutlich überder Humandosis lagen, kam es bei Ratten und Kaninchen zu Fetotoxizität. In Studien zur prä-/postnatalen Toxizität an Ratten verursachte Pregabalin ab der 2-fachen maximal empfohlenen
Humandosis entwicklungstoxische Störungen bei den Nachkommen.
Unerwünschte Effekte auf die Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten wurden nur bei
Expositionen beobachtet, die deutlich höher lagen als die therapeutisch notwendige Exposition.
Unerwünschte Effekte auf die männlichen Reproduktionsorgane und Spermienparameter warenreversibel und traten nur bei Expositionen auf, die ausreichend über der therapeutischen Expositionlagen, oder sie waren mit spontanen Degenerationsprozessen in den männlichen
Reproduktionsorganen in der Ratte assoziiert. Daher wurden die Effekte als gering bis klinisch nichtrelevant erachtet.
Wie sich in einer Vielzahl von In-vitro- und In-vivo-Tests zeigte, ist Pregabalin nicht genotoxisch.
Mit Pregabalin wurden an Ratten und Mäusen Karzinogenitätsstudien über 2 Jahre durchgeführt. Bei
Expositionen, die dem 24-Fachen der beim Menschen empfohlenen klinischen Maximaldosis von600 mg/Tag entsprechen, wurden bei den Ratten keine Tumoren beobachtet. Bei Mäusen wurde bei
Expositionen, die denen unter durchschnittlicher Dosierung beim Menschen entsprachen, keineerhöhte Tumorhäufigkeit beobachtet. Bei höheren Expositionen kam es jedoch zu einem häufigeren
Auftreten von Hämangiosarkomen. Der nicht genotoxische Mechanismus der Tumorbildung bei
Mäusen schließt Veränderungen der Thrombozyten und, im Zusammenhang damit, eine endotheliale
Zellproliferation ein. Derartige Veränderungen der Thrombozyten wurden bei Ratten oder anhandklinischer Daten zur Kurzzeittherapie und, in begrenztem Umfang, zur Langzeittherapie beim
Menschen nicht beobachtet. Es gibt keine Hinweise auf ein derartiges Risiko für den Menschen.
Bei Ratten unterscheidet sich die Toxizität bei Jungtieren qualitativ nicht von der bei den adulten
Tieren. Die Jungtiere weisen jedoch eine erhöhte Empfindlichkeit auf. Bei therapeutischen Dosen gabes Hinweise auf die ZNS-Effekte Hyperaktivität und Bruxismus sowie Wachstumsstörungen(vorübergehende Hemmung der Gewichtszunahme). Auswirkungen auf die weibliche Fertilität wurdenbeim 5-Fachen der therapeutischen Humandosis beobachtet. Eine reduzierte Schreckreaktion aufakustische Reize wurde bei Überschreiten der 2-fachen therapeutischen Humandosis bei jungen Rattennach 1 bis 2 Wochen beobachtet. Nach 9 Wochen war dieser Effekt nicht mehr zu beobachten.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
KapselinhaltLactose-Monohydrat
Vorverkleisterte Stärke (Mais)
Talkum
KapselhüllePregabalin Zentiva 25 mg, 50 mg, 150 mg Hartkapseln
Kapselober- und -unterteil− Eisen(II, III)-oxid (E 172)− Titandioxid (E 171)− Gelatine
Drucktinte− Schellack− Eisen(II, III)-oxid (E 172)− Propylenglycol− Konzentrierte Ammoniaklösung− Kaliumhydroxid
Pregabalin Zentiva 75 mg, 225 mg, 300 mg Hartkapseln
Kapseloberteil− Eisen(III)-oxid (E 172)− Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)− Titandioxid (E 171)− Gelatine
Kapselunterteil− Eisen(II,III)-oxid (E 172)− Titandioxid (E 171)− Gelatine
Drucktinte− Schellack− Eisen(II, III)-oxid (E 172)− Propylenglycol− Konzentrierte Ammoniaklösung− Kaliumhydroxid
Pregabalin Zentiva 100 mg, 200 mg Hartkapseln
Kapselober- und -unterteil− Eisen(III)-oxid (E 172)− Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)− Titandioxid (E 171)− Gelatine
Drucktinte− Schellack− Eisen(II, III)-oxid (E 172)− Propylenglycol− Konzentrierte Ammoniaklösung− Kaliumhydroxid
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Pregabalin Zentiva 25 mg Hartkapseln sind verpackt in Al//Al (OPA/Al/PVC//Al)- oder
PVC/PVDC/Al-Blisterpackungen als Primärpackmittel.
Pregabalin Zentiva 50 mg, 75 mg, 100 mg, 150 mg, 200 mg, 225 mg und 300 mg Hartkapseln sindverpackt in PVC//Al-Blisterpackungen als Primärpackmittel.
Pregabalin Zentiva 25 mg und 50 mg sind erhältlich in Packungen mit 14, 21, 56, 84, 98 und100 Hartkapseln.
Pregabalin Zentiva 75 mg, 150 mg und 300 mg sind erhältlich in Packungen mit 14, 56, 84, 98, 100und 112 Hartkapseln.
Pregabalin Zentiva 100 mg und 200 mg sind erhältlich in Packungen mit 21, 84, 98 und100 Hartkapseln.
Pregabalin Zentiva 225 mg ist erhältlich in Packungen mit 14, 56, 98 und 100 Hartkapseln.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Zentiva, k.s.
U Kabelovny 130102 37 Prag 10
Tschechische Republik
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Pregabalin Zentiva 25 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/001
EU/1/15/1021/002
EU/1/15/1021/003
EU/1/15/1021/004
EU/1/15/1021/029
EU/1/15/1021/005
EU/1/15/1021/037
EU/1/15/1021/038
EU/1/15/1021/039
EU/1/15/1021/040
EU/1/15/1021/041
EU/1/15/1021/042
Pregabalin Zentiva 50 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/006
EU/1/15/1021/007
EU/1/15/1021/008
EU/1/15/1021/009
EU/1/15/1021/030
EU/1/15/1021/010
Pregabalin Zentiva 75 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/011
EU/1/15/1021/012
EU/1/15/1021/031
EU/1/15/1021/013
EU/1/15/1021/043
EU/1/15/1021/044
Pregabalin Zentiva 100 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/014
EU/1/15/1021/015
EU/1/15/1021/032
EU/1/15/1021/016
Pregabalin Zentiva 150 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/017
EU/1/15/1021/018
EU/1/15/1021/033
EU/1/15/1021/019
EU/1/15/1021/045
EU/1/15/1021/046
Pregabalin Zentiva 200 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/020
EU/1/15/1021/021
EU/1/15/1021/034
EU/1/15/1021/022
Pregabalin Zentiva 225 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/023
EU/1/15/1021/024
EU/1/15/1021/035
EU/1/15/1021/025
Pregabalin Zentiva 300 mg Hartkapseln:
EU/1/15/1021/026
EU/1/15/1021/027
EU/1/15/1021/036
EU/1/15/1021/028
EU/1/15/1021/047
EU/1/15/1021/048
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Juli 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 31. Mai 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.