Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels OVITRELLE 250mcg injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ovitrelle 250 Mikrogramm Injektionslösung in einem Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder Fertigpen enthält 250 Mikrogramm Choriogonadotropin alfa* (entspricht etwa 6.500 I.E.).
* rekombinantes humanes Choriogonadotropin (r-hCG), hergestellt in Ovarialzellen des chinesischen
Hamsters (CHO) mittels rekombinanter DNA-Technologie.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung in einem Fertigpen.
Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung.
Der pH der Lösung ist 7,0 ± 0,3. Die Osmolalität beträgt 250-400 mosm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Ovitrelle wird angewendet zur Behandlung von
* Erwachsenen Frauen, die sich einer Superovulation zur Vorbereitung auf assistierte
Reproduktionstechniken (ART) wie In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen: Ovitrelle wirdverabreicht, um die abschließende Follikelreifung und Luteinisierung nach der Stimulation des
Follikelwachstums auszulösen.
* Anovulatorischen oder oligo-ovulatorischen erwachsenen Frauen: Ovitrelle wird verabreicht,um die Ovulation und Luteinisierung bei anovulatorischen oder oligo-ovulatorischen Frauennach der Stimulation des Follikelwachstums auszulösen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Ovitrelle sollte unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen, der in der Behandlungvon Fertilitätsstörungen erfahren ist.
DosierungDie maximale Dosis beträgt 250 Mikrogramm. Folgende Dosierungsschemata sind anzuwenden:
* Frauen, die sich einer Superovulation zur Vorbereitung auf assistierte Reproduktionstechniken(ART) wie In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen:
Ein Fertigpen Ovitrelle (250 Mikrogramm) wird 24 bis 48 Stunden nach der letzten
Verabreichung eines follikelstimulierenden Hormon- (FSH-) oder humanen
Menopausengonadotropin- (hMG-)Präparates angewendet, wenn die optimale Stimulation des
Follikelwachstums erreicht ist.
* Anovulatorische oder oligo-ovulatorische Frauen:
Ein Fertigpen Ovitrelle (250 Mikrogramm) wird 24 bis 48 Stunden nach Erreichen deroptimalen Stimulation des Follikelwachstums angewendet. Der Patientin wird empfohlen, am
Tag der Injektion von Ovitrelle und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte Nieren- oder LeberfunktionDie Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Ovitrelle bei Patienten mit eingeschränkter
Nieren- oder Leberfunktion ist nicht erwiesen.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Ovitrelle bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungZur subkutanen Anwendung. Nur solche Patientinnen sollten sich Ovitrelle selbst verabreichen, dieentsprechend geschult wurden und die die Möglichkeit haben, ärztlichen Rat einzuholen.
Ovitrelle ist nur zum einmaligen Gebrauch.
Anweisungen zur Anwendung des Fertigpens siehe Abschnitt 6.6 und die im Umkarton mitgelieferten'Hinweise zur Anwendung“.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile,
* Tumoren des Hypothalamus oder der Hypophyse,
* Ovarvergrößerung oder Zysten, die nicht mit einem polyzystischen Ovarialsyndromzusammenhängen,
* gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache,
* Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom.
* aktiven thromboembolischen Erkrankungen,
Ovitrelle darf nicht bei Zuständen angewendet werden, bei denen kein wirksames Ansprechen erreichtwerden kann, wie z. B. bei
* primärer Ovarialinsuffizienz,
* Missbildungen der Sexualorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich machen,
* Uterus myomatosus, der eine Schwangerschaft unmöglich macht,
* Frauen nach der Menopause.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Allgemeine EmpfehlungenBevor mit einer Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen für die Infertilität des Paares undmögliche Kontraindikationen für eine Schwangerschaft genau abgeklärt sein. Insbesondere müssen die
Patientinnen auf Hypothyreose, Nebennierenrindeninsuffizienz, Hyperprolaktinämie und Tumoren der
Hypophyse und des Hypothalamus untersucht und entsprechend behandelt worden sein.
Bislang gibt es noch keine klinischen Erfahrungen zur Anwendung von Ovitrelle für die Behandlunganderer Erkrankungen (wie Corpus-luteum-Insuffizienz oder Erkrankungen beim Mann). Daher ist
Ovitrelle bei diesen Erkrankungen nicht angezeigt.
Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)
Ein gewisses Ausmaß einer Vergrößerung der Ovarien ist eine erwartete Auswirkung einerkontrollierten ovariellen Stimulation. Diese tritt häufiger bei Frauen mit polyzystischem
Ovarialsyndrom auf und bildet sich gewöhnlich ohne Behandlung zurück.
Im Gegensatz zu der unproblematischen Vergrößerung der Ovarien ist OHSS eine Erkrankung, diesich in unterschiedlichen Schweregraden manifestieren kann. Sie umfasst eine deutliche Vergrößerungder Ovarien, hohe Sexualhormonspiegel im Serum und eine Zunahme der Gefäßpermeabilität, die zueiner Ansammlung von Flüssigkeit in Peritoneum, Pleurahöhle und in seltenen Fällen in der
Perikardhöhle führen kann.
Ein leichtes OHSS kann Unterleibsschmerzen, abdominale Beschwerden und Distension sowievergrößerte Ovarien umfassen. Mittelschweres OHSS kann zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, im
Ultraschall erkennbarer Ascites oder eine deutliche Vergrößerung der Ovarien verursachen.
Ein schwerwiegendes OHSS umfasst darüber hinaus Symptome wie z. B. eine starke Vergrößerungder Ovarien, Gewichtszunahme, Dyspnoe oder Oligurie. Eine klinische Untersuchung kann Symptomewie z. B. Hypovolämie, Hämokonzentration, Elektrolyt-Ungleichgewichte, Ascites, Pleuraergüsseoder akute Lungenprobleme aufzeigen. In sehr seltenen Fällen kann ein schwerwiegendes OHSSdurch Ovarialtorsion oder thromboembolische Ereignisse, wie z. B. Lungenembolie, ischämischer
Schlaganfall oder Herzinfarkt, kompliziert werden.
Unabhängige Risikofaktoren für die Entwicklung von OHSS sind u. a. junges Lebensalter, geringe
Körpermasse, polyzystisches Ovarialsyndrom, höhere Dosen exogener Gonadotropine, hohe absoluteoder schnell ansteigende Östradiolspiegel im Serum und frühere OHSS-Episoden, sowie eine hohe
Anzahl sich in ART-Zyklen entwickelnder Ovarialfollikel und Oozyten.
Die Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Ovitrelle und des empfohlenen Behandlungsschemaskann die Gefahr einer ovariellen Überstimulation minimieren. Eine sonographische Überwachung der
Stimulationszyklen sowie Messungen der Östradiolspiegel werden empfohlen, um Risikofaktorenfrühzeitig zu identifizieren.
Es gibt Hinweise dafür, dass hCG bei der Auslösung von OHSS eine wichtige Rolle spielt und dassdas Syndrom schwerwiegender und länger andauernd sein kann, wenn eine Schwangerschaft eintritt.
Bei Auftreten von Symptomen einer ovariellen Überstimulation wird daher empfohlen, kein hCG zugeben und die Patientin anzuweisen, für mindestens 4 Tage auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder
Barrieremethoden zur Verhütung anzuwenden.
Da sich ein OHSS schnell (innerhalb von 24 Stunden) oder über mehrere Tage zu einem ernstenmedizinischen Notfall entwickeln kann, sollten die Patientinnen für mindestens zwei Wochen nach derhCG-Gabe beobachtet werden.
Ein leichtes oder mittelschweres OHSS bildet sich gewöhnlich spontan zurück. Beim Auftreten einesschwerwiegenden OHSS wird empfohlen, die Behandlung mit Gonadotropin abzubrechen und die
Patientin in ein Krankenhaus einzuweisen und entsprechend zu behandeln.
Mehrlingsschwangerschaften
Bei Patientinnen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen, ist die Häufigkeit von
Mehrlingsschwangerschaften und -geburten im Vergleich zur natürlichen Konzeption erhöht. Den
Großteil der Mehrlingsschwangerschaften machen Zwillinge aus. Mehrlingsschwangerschaften,insbesondere höhergradige, können ein erhöhtes Risiko für die Mutter und ein erhöhtes Geburtsrisikodarstellen.
Um das Risiko einer höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren, wird eine sorgfältige
Überwachung der Ovarien empfohlen. Bei Patientinnen, die sich einer ART unterziehen, hängt das
Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft vorwiegend von der Anzahl der eingesetzten Embryos, deren
Qualität und vom Alter der Patientin ab.
Schwangerschaftsverlust
Die Inzidenz eines Schwangerschaftsverlustes durch Fehlgeburt oder Abort ist bei Patientinnen höher,die sich einer Stimulation des Follikelwachstums zur Einleitung der Ovulation oder einer ARTunterziehen, als nach einer natürlichen Empfängnis.
Eileiterschwangerschaft
Bei Frauen mit einer Tubenerkrankung in der Vorgeschichte besteht ein erhöhtes Risiko einer
Eileiterschwangerschaft, unabhängig davon, ob die Schwangerschaft auf eine spontane Empfängnisoder Fertilitätsbehandlungen zurückzuführen ist. Die Prävalenz einer Eileiterschwangerschaft nach
ART war Berichten zufolge in dieser Population höher als in der Allgemeinbevölkerung.
Kongenitale Missbildungen
Die Prävalenz kongenitaler Missbildungen kann nach einer ART etwas höher ausfallen als nach einerspontanen Empfängnis. Dies wird auf Unterschiede bei den Merkmalen der Eltern (z. B. Alter der
Mutter, Eigenschaften der Spermien) und die höhere Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaftenzurückgeführt.
Thromboembolische EreignisseBei Frauen mit kürzlich aufgetretenen thromboembolischen Erkrankungen oder Frauen mit allgemeinanerkannten Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse, wie persönliche oder
Familienanamnese, kann eine Behandlung mit Gonadotropinen das Risiko für eine Verschlechterungoder das Auftreten solcher Ereignisse weiter erhöhen. Bei diesen Frauen ist der Nutzen einer
Behandlung mit Gonadotropinen gegen die Risiken abzuwägen. Es ist jedoch zu beachten, dasssowohl eine Schwangerschaft selbst als auch ein OHSS ein erhöhtes Risiko für thromboembolische
Ereignisse mit sich bringen.
Tumoren der Geschlechtsorgane
Es liegen Berichte sowohl über gut- als auch bösartige Ovarial- und andere Tumoren der
Geschlechtsorgane bei Frauen vor, die sich mehrfachen Infertilitätsbehandlungen unterzogen haben.
Es steht noch nicht fest, ob eine Behandlung mit Gonadotropinen das Risiko für diese Tumoren beiunfruchtbaren Frauen erhöht.
Beeinträchtigung von Serum- oder Urintests
Nach der Anwendung von Ovitrelle kann bis zu 10 Tage lang die immunologische Bestimmung vonhCG im Serum oder Urin beeinträchtigt sein und möglicherweise zu einem falsch positiven
Schwangerschaftstest führen.
Die Patientinnen sollten darauf aufmerksam gemacht werden.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen von Ovitrelle zusammen mit anderen
Arzneimitteln durchgeführt, jedoch wurden keine klinisch signifikanten
Arzneimittelwechselwirkungen während der Behandlung mit hCG berichtet.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs gibt keine Indikation für die Anwendung von Ovitrelle während der Schwangerschaft. Erfahrungenmit einer begrenzten Anzahl von exponierten Schwangeren deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisikooder eine fetale/neonatale Toxizität hin. Es wurden keine Reproduktionsstudien mit
Choriogonadotropin alfa bei Tieren durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den
Menschen ist nicht bekannt.
StillzeitOvitrelle ist während der Stillzeit nicht angezeigt. Es liegen keine Daten darüber vor, ob
Choriogonadotropin alfa in die Muttermilch übergeht.
FertilitätOvitrelle ist zur Anwendung bei Infertilität indiziert (siehe Abschnitt 4.1).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenOvitrelle hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Vergleichsstudien mit verschiedenen Dosierungen von Ovitrelle wurde ein OHSS mit
Ovitrelle dosisabhängig in Verbindung gebracht. Ein OHSS trat bei etwa 4% der mit Ovitrellebehandelten Patientinnen auf. Ein schwerwiegendes OHSS wurde bei weniger als 0,5% der
Patientinnen beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Auflistung der Nebenwirkungen
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt: sehrhäufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000,< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar).
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr selten: Leichte bis schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautausschlag,anaphylaktischer Reaktionen und Schock
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerzen
GefäßerkrankungenSehr selten: Thromboembolien (sowohl in Zusammenhang mit als auch unabhängig von einem
OHSS)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Unterleibsschmerzen, aufgeblähter Bauch, , Übelkeit, Erbrechen
Gelegentlich: Abdominale Beschwerden, Diarrhö
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseHäufig: OHSS leichten oder mittleren Schweregrades
Gelegentlich: Schwerwiegendes OHSS
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig: Reaktionen an der Injektionsstelle.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Auswirkungen einer Überdosierung von Ovitrelle sind nicht bekannt. Es besteht jedoch die
Möglichkeit, dass eine Überdosis Ovitrelle ein OHSS auslösen kann (siehe Abschnitt 4.4).
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems,
Gonadotropine, ATC-Code: G03GA08
WirkmechanismusOvitrelle ist ein Arzneimittel das Choriogonadotropin alfa enthält, welches durch rekombinante DNA-
Technologie hergestellt wird. Es hat die gleiche Aminosäuresequenz wie urinäres hCG.
Choriogonadotropin bindet in ovariellen Thekazellen (und Granulosazellen) an den transmembranen
LH/CG-Rezeptor, an den auch Luteinisierendes Hormon bindet.
Pharmakodynamische WirkungenDie pharmakodynamische Hauptwirkung bei Frauen ist die Fortsetzung der Meiose der Oozyten,
Auslösung des Follikelsprunges (Ovulation), Bildung des Corpus luteum und die Produktion von
Progesteron und Estradiol durch das Corpus luteum.
Bei Frauen wirkt Choriogonadotropin als Ersatz für den endogenen Peak des luteinisierenden
Hormons, welcher die Ovulation auslöst.
Ovitrelle wird angewendet um die abschließende Follikelreifung und frühe Luteinisierung nach der
Anwendung von Arzneimitteln, die das Follikelwachstum stimulieren, auszulösen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn klinischen Vergleichsstudien erwies sich für die Induktion der abschließenden Follikelreifung undfrühen Luteinisierung bei assistierten Reproduktionstechniken die Verabreichung einer Dosis von250 Mikrogramm Ovitrelle als genauso wirksam wie 5.000 I.E. und 10.000 I.E. urinäres hCG. Für die
Ovulationsinduktion war eine Dosis von 250 Mikrogramm Ovitrelle genauso wirksam wie 5.000 I.E.
urinäres hCG.
Bislang fanden sich keine Anzeichen von Antikörperbildung auf Ovitrelle beim Menschen. Einewiederholte Ovitrelle-Exposition wurde nur bei männlichen Patienten untersucht. Die klinischen
Untersuchungen bei Frauen für die Indikation der ART und Anovulation waren auf einen
Behandlungszyklus beschränkt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach intravenöser Anwendung wird Choriogonadotropin alfa mit einer Verteilungshalbwertszeit von4,5 Stunden im Extrazellularraum verteilt. Das Verteilungsvolumen im Steady State liegt bei 6 Litern.
Die Gesamtclearance beträgt 0,2 l/h. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Choriogonadotropin alfaanders metabolisiert oder ausgeschieden wird als endogenes hCG.
Nach subkutaner Anwendung wird Choriogonadotropin alfa mit einer terminalen Halbwertszeit vonetwa 30 Stunden aus dem Körper eliminiert. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 40%.
Eine Vergleichsstudie zwischen der Darreichungsform als gefriergetrocknetes Pulver und der
Darreichungsform als Injektionslösung wies Bioäquivalenz beider Darreichungsformen nach.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen. Studien zum kanzerogenen Potenzial wurden nicht durchgeführt. Dies ist vertretbar in
Anbetracht der Proteinnatur des Wirkstoffs und des negativen Testergebnisses bei Untersuchungen zur
Genotoxizität.Es wurden keine Reproduktionsstudien an Tieren durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol
Methionin
Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat
Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O
Poloxamer 188
Phosphorsäure (zur Anpassung des pH-Werts)
Natriumhydroxid (zur Anpassung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Nach dem Öffnen sollte das Arzneimittel sofort angewendet werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
3-ml-Patrone (Typ I Glas mit einem Gummistopfen aus Bromobutyl-Gummi und einer
Aluminiumbördelkappe mit Bromobutyl-Gummi), vormontiert in einem Fertigpen.
Ein Fertigpen enthält 0,5 ml Injektionslösung.
Packung mit 1 Fertigpen und 2 Injektionsnadeln (eine Ersatznadel).
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungSiehe die im Umkarton mitgelieferten 'Hinweise zur Anwendung“.
Nur klare, partikelfreie Lösung darf appliziert werden. Jede Nadel und jeder Pen darf nur einmalverwendet werden.
Nur solche Patientinnen sollten sich Ovitrelle selbst verabreichen, die entsprechend geschult wurdenund die die Möglichkeit haben, ärztlichen Rat einzuholen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Merck Europe B.V.
Gustav Mahlerplein 1021082 MA Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 02. Februar 2001
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. Februar 2006
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.