Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ORSERDU 345mg filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ORSERDU 86 mg Filmtabletten
ORSERDU 345 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
ORSERDU 86 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Elacestrant-Dihydrochlorid entsprechend 86,3 mg Elacestrant.
ORSERDU 345 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Elacestrant-Dihydrochlorid entsprechend 345 mg Elacestrant.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
ORSERDU 86 mg Filmtabletten
Blaue bis hellblaue bikonvexe runde Filmtabletten mit der Prägung 'ME“ auf einer Seite und ohne
Prägung auf der anderen Seite. Ungefährer Durchmesser: 8,8 mm.
ORSERDU 345 mg Filmtabletten
Blaue bis hellblaue bikonvexe ovale Filmtabletten mit der Prägung 'MH“ auf einer Seite und ohne
Prägung auf der anderen Seite. Ungefähre Größe: 19,2 mm (Länge), 10,8 mm (Breite).
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
ORSERDU wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von postmenopausalen Frauen sowievon Männern mit Estrogenrezeptor (ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem odermetastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach mindestenseiner endokrinen Therapielinie, einschließlich eines CDK 4/6-Inhibitors, fortgeschritten ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit ORSERDU darf nur von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der
Anwendung von Krebstherapien hat.
Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs sollten für eine
Behandlung mit ORSERDU ausgewählt werden, wenn in den Plasmaproben eine aktivierende ESR1-
Mutation vorliegt, die mithilfe eines CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikums (IVD) mitentsprechendem Verwendungszweck nachgewiesen wurde. Wenn kein IVD mit CE-Kennzeichnungverfügbar ist, muss das Vorliegen einer aktivierenden ESR1-Mutation in den Plasmaproben durcheinen alternativen validierten Test nachgewiesen werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 345 mg (eine 345 mg-Filmtablette) einmal täglich.
Die empfohlene Höchstdosis ORSERDU pro Tag beträgt 345 mg.
Die Behandlung soll so lange fortgesetzt werden, wie ein klinischer Nutzen festzustellen ist oder biseine nicht akzeptable Toxizität auftritt.
Versäumte DosisWenn die Einnahme einer Dosis versäumt wurde, kann sie innerhalb von 6 Stunden nach dem üblichen
Einnahmezeitpunkt sofort nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, sollte die Dosis andiesem Tag ausgelassen werden. Am Folgetag ist ORSERDU zur üblichen Zeit einzunehmen.
ErbrechenFalls es nach der Einnahme von ORSERDU zu Erbrechen kommt, darf der Patient an diesem Tagkeine weitere Dosis einnehmen, sondern sollte die nächste Dosis am Folgetag zur üblichen Zeiteinnehmen.
DosisanpassungenDie empfohlenen Dosisanpassungen von Elacestrant bei Patienten mit Nebenwirkungen (siehe
Abschnitt 4.8) sind in Tabelle 1 und 2 aufgeführt:
Tabelle 1: Dosisreduktionen von ORSERDU bei Nebenwirkungen
ORSERDU Dosisstärke Dosis und Tablettenanzahl und -stärke
Einnahmeplan
Dosisreduktion 258 mg einmal täglich drei 86 mg-Tabletten
Wenn eine weitere Dosisreduktion unter 258 mg einmal täglich erforderlich ist, muss ORSERDUabgesetzt werden.
Tabelle 2: Hinweise für die Dosisanpassung von ORSERDU bei Nebenwirkungen
Schweregrad Dosisanpassung
Grad 2 Bis zur Besserung der Nebenwirkung zu Grad ≤ 1 oder bis zum
Ausgangswert eine Unterbrechung der ORSERDU-Behandlung in
Erwägung ziehen. Dann Wiederaufnahme der Behandlung mit
ORSERDU mit der gleichen Dosis.
Grad 3 Unterbrechung der Behandlung mit ORSERDU bis zur Besserung der
Nebenwirkung zu Grad ≤ 1 oder bis zum Ausgangswert. Bei der
Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis auf 258 mg reduziertwerden.
Bei Wiederauftreten einer Toxizität von Grad 3 ist die Behandlung mit
ORSERDU bis zur Besserung der Nebenwirkung zu Grad ≤ 1 oder biszum Ausgangswert zu unterbrechen. Die Behandlung mit derreduzierten Dosis von 258 mg kann wieder aufgenommen werden, wennder Patient nach Einschätzung des behandelnden Arztes von der
Behandlung profitiert. Bei Wiederauftreten einer Nebenwirkung, die
Grad 3 erreicht oder nicht tolerierbar ist, muss ORSERDU dauerhaftabgesetzt werden.
Schweregrad Dosisanpassung
Grad 4 Unterbrechung der Behandlung mit ORSERDU bis zur Besserung der
Nebenwirkung zu Grad ≤ 1 oder bis zum Ausgangswert. Bei der
Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis auf 258 mg reduziertwerden. Bei Wiederauftreten einer Nebenwirkung, die Grad 4 erreichtoder nicht tolerierbar ist, muss ORSERDU dauerhaft abgesetzt werden.
Anwendung von ORSERDU zusammen mit CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A4-Inhibitoren ist zu vermeiden undes ist ein alternatives Begleitmedikament in Betracht zu ziehen, das kein oder nur ein minimales
Potenzial zur Hemmung von CYP3A4 hat.
Wenn ein starker CYP3A4-Inhibitor angewendet werden muss, ist die Dosis von Elacestrant untersorgfältiger Überwachung der Verträglichkeit auf 86 mg einmal täglich zu reduzieren. Wenn einmoderater CYP3A4-Inhibitor angewendet werden muss, ist die Dosis von Elacestrant untersorgfältiger Überwachung der Verträglichkeit auf 172 mg einmal täglich zu reduzieren. Bei moderaten
CYP3A4-Inhibitoren kann je nach Verträglichkeit eine anschließende Dosisreduktion auf 86 mgeinmal täglich in Betracht gezogen werden.
Wenn der CYP3A4-Hemmer abgesetzt wird, ist die Elacestrant-Dosis auf die Dosis zu erhöhen, dievor Beginn der CYP3A4-Inhibitor-Behandlung (nach 5 Halbwertszeiten des CYP3A4-Inhibitors)verwendet wurde (siehe Abschnitt 4.4, 4.5 und 5.2).
Bei gleichzeitiger Anwendung von ORSERDU mit schwachen CYP3A4-Inhibitoren sind keine
Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).
Anwendung von ORSERDU mit CYP3A4-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A4-Induktoren ist zu vermeiden undes ist ein alternatives Begleitmedikament in Betracht zu ziehen, das kein oder nur ein minimales
Potenzial zur Induktion von CYP3A4 hat.
Wenn ein starker oder moderater CYP3A4-Induktor für einen kurzen Zeitraum (d. h. ≤ 3 Tage) oderintermittierend (d. h. Behandlungszeiträume ≤ 3 Tage, mit einem Abstand von mindestens 2 Wochenoder 1 Woche + 5 Halbwertszeiten des CYP3A4-Induktors, je nachdem, welcher Zeitraum länger ist)angewendet werden muss, ist die Elacestrant-Behandlung ohne Dosissteigerung fortzusetzen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von ORSERDU mit schwachen CYP3A4-Induktoren sind keine
Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.2).
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEine Dosisanpassung auf Grund des Alters des Patienten ist nicht notwendig. Für Patienten ≥ 75 Jahreliegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) wird keine Dosisanpassungempfohlen. Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) muss die
ORSERDU-Dosis auf 258 mg reduziert werden. Elacestrant wurde nicht bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) untersucht, daher kann für Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung keine Dosisempfehlung gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung notwendig. Elacestrant wurdenicht bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung untersucht, daher kann für Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisempfehlung gegeben werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von ORSERDU bei Kindern ab der Geburt bis zum Alter von18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungORSERDU ist zum Einnehmen bestimmt.
Die Tabletten müssen im Ganzen geschluckt werden. Sie dürfen vor dem Schlucken nicht gekaut,zerdrückt oder geteilt werden. Die Dosis von ORSERDU ist jeden Tag zu ungefähr der gleichen
Tageszeit einzunehmen. ORSERDU ist zusammen mit einer leichten Mahlzeit einzunehmen. Die
Einnahme zusammen mit Nahrung kann auch Übelkeit und Erbrechen verringern (siehe
Abschnitt 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
LeberfunktionsstörungORSERDU wird in der Leber verstoffwechselt und eine Leberfunktionsstörung kann das Risiko für
Nebenwirkungen erhöhen. Daher muss ORSERDU bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen mit
Vorsicht angewendet werden und die Patienten sind regelmäßig und engmaschig auf Nebenwirkungenzu überwachen. Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung muss die Anwendung von
Elacestrant in einer Dosis von 258 mg einmal täglich mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.2). Dakeine klinischen Daten vorliegen, wird die Anwendung von Elacestrant bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Gleichzeitige Anwendung mit CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit starken CYP3A4-Inhibitoren wie u.a.
Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Ketoconazol, Lopinavir/Ritonavir, Nefazodon, Nelfinavir,
Posaconazol, Saquinavir, Telaprevir, Telithromycin, Voriconazol und Grapefruit oder Grapefruitsaft istzu vermeiden. Ein alternatives Begleitarzneimittel ist in Betracht zu ziehen, das kein oder nur einminimales Potenzial zur CYP3A4-Hemmung hat. Wenn die Anwendung eines starken CYP3A4-
Inhibitors nicht vermieden werden kann, ist die Dosis von ORSERDU anzupassen (siehe Abschnitt 4.2und 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit moderaten CYP3A4-Inhibitoren wie u.a.
Aprepitant, Ciprofloxacin, Conivaptan, Crizotinib, Cyclosporin, Diltiazem, Dronedaron,
Erythromycin, Fluconazol, Fluvoxamin, Grapefruitsaft, Imatinib, Isavuconazol, Tofisopam und
Verapamil ist zu vermeiden. Ein alternatives Begleitarzneimittel ist in Betracht zu ziehen, das keinoder nur ein minimales Potenzial zur CYP3A4-Hemmung hat. Wenn die Anwendung eines moderaten
CYP3A4-Inhibitors nicht vermieden werden kann, ist die Dosis von ORSERDU anzupassen (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.5).
Gleichzeitige Anwendung mit CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit starken CYP3A4-Induktoren wie u.a. Phenytoin,
Rifampicin, Carbamazepin und Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist zu vermeiden. Einalternatives Begleitarzneimittel ist in Betracht zu ziehen, das kein oder nur ein minimales Potenzialzur CYP3A4-Induktion hat. Wenn die Anwendung eines starken CYP3A4-Induktors nicht vermiedenwerden kann, ist die Dosis von ORSERDU anzupassen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit moderaten CYP3A4-Induktoren wie u.a. Bosentan,
Cenobamat, Dabrafenib, Efavirenz, Etravirin, Lorlatinib, Phenobarbital, Primidon und Sotorasib ist zuvermeiden. Ein alternatives Begleitarzneimittel ist in Betracht zu ziehen, das kein oder nur einminimales Potenzial zur CYP3A4-Induktion hat. Wenn der moderate CYP3A4-Induktor nichtvermieden werden kann, muss eine Dosisanpassung von ORSERDU vorgenommen werden (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.5)
Thromboembolische EreignisseThromboembolische Ereignisse werden häufig bei Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebsbeobachtet und wurden auch in klinischen Studien mit ORSERDU festgestellt (siehe Abschnitt 4.8).
Dies ist bei der Verschreibung von ORSERDU bei Risikopatienten zu berücksichtigen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
ORSERDU wird hauptsächlich durch CYP3A4 verstoffwechselt und ist ein Substrat des organischen
Anionen-Transport-Polypeptids 2B1 (OATP2B1). ORSERDU ist ein Inhibitor der Efflux-Transporter
P-Glykoprotein (P-gp) und Breast Cancer Resistance Protein (BCRP).
Wirkung anderer Arzneimittel auf ORSERDU
CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung des starken CYP3A4-Inhibitors Itraconazol (200 mg einmal täglich über7 Tage) mit ORSERDU (172 mg über 7 Tage) erhöhte die Elacestrant-Plasmaexposition (AUCinf) unddie Spitzenkonzentration (Cmax) bei gesunden Probanden um das 5,3- bzw. 4,4-Fache.
Physiologisch basierte pharmakokinetische (PBPK) Simulationen bei Krebspatienten deuteten daraufhin, dass die gleichzeitige Anwendung mehrerer Tagesdosen von 345 mg Elacestrant und 200 mg
Itraconalzol die Steady-State-AUC und Cmax von Elacestrant um das 5,5- bzw. 3,9-Fache erhöhenkann, wodurch das Nebenwirkungsrisiko steigen kann.
PBPK-Simulationen bei Krebspatienten ergaben, dass die gleichzeitige Gabe mehrerer Tagesdosenvon 345 mg Elacestrant mit moderaten CYP3A4-Inhibitoren die Steady-State-AUC und Cmax von
Elacestrant erhöhen kann, und zwar bei Fluconazol (200 mg einmal täglich) um das 2,3- bzw. 1,9-
Fache und bei Erythromycin (500 mg viermal täglich) um das 3,9- bzw. 3,0-Fache, wodurch das
Nebenwirkungsrisiko steigen kann.
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Gabe des starken CYP3A4-Induktors Rifampicin (600 mg einmal täglich über7 Tage) mit einer Einzeldosis ORSERDU 345 mg verringerte die Elacestrant-Plasmaexposition(AUCinf) und die Spitzenkonzentration (Cmax) bei gesunden Probanden um 86 % bzw. 73 %, wodurchdie Wirkung von Elacestrant verringert werden kann.
PBPK-Simulationen bei Krebspatienten deuteten darauf hin, dass die gleichzeitige Gabe mehrerer
Tagesdosen von Elacestrant 345 mg und Rifamcipin 600 mg die Steady-State-AUC und Cmax von
Elacestrant um 84 % bzw. 77 % senken kann, wodurch die Wirkung von Elacestrant verringert werdenkann.
PBPK-Simulationen bei Krebspatienten deuteten darauf hin, dass die gleichzeitige Gabe mehrerer
Tagesdosen von Elacestrant 345 mg und des moderaten CYP3A4-Induktors Efavienz (600 mg) die
Steady-State-AUC und Cmax von Elacestrant um 57 % bzw. 52 % senken kann, wodurch die Wirkungvon Elacestrant verringert werden kann.
OATP2B1-Inhibitoren
Elacestrant ist ein In-vitro-Substrat von OATP2B1. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass diegleichzeitige Anwendung von OATP2B1-Hemmern möglicherweise die Exposition gegenüber
Elacestrant erhöht, wodurch das Nebenwirkungsrisiko steigen kann, wird bei der gleichzeitigen
Anwendung von ORSERDU mit OATP2B1-Hemmern zur Vorsicht geraten.
Wirkung von ORSERDU auf andere Arzneimittel
P-gp-SubstrateDie gleichzeitige Anwendung von ORSERDU (345 mg, Einzeldosis) mit Digoxin (0,5 mg,
Einzeldosis) erhöhte die Exposition gegenüber Digoxin um 27 % in Bezug auf die Cmax und um 13 %in Bezug auf die AUC. Die Anwendung von Digoxin ist zu überwachen und die Dosis gegebenenfallszu reduzieren.
Die gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit anderen P-gp-Substraten kann deren
Konzentrationen erhöhen, wodurch die mit den P-gp-Substraten verbundenen Nebenwirkungenverstärkt werden können. Die Dosis der gleichzeitig angewendeten P-pg-Substrate ist entsprechend derjeweiligen Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) zu reduzieren.
BCRP-SubstrateDie gleichzeitige Anwendung von ORSERDU (345 mg, Einzeldosis) mit Rosuvastatin (20 mg,
Einzeldosis) erhöhte die Exposition gegenüber Rosuvastatin um 45 % in Bezug auf die Cmax und um23 % in Bezug auf die AUC. Die Anwendung von Rosuvastatin ist zu überwachen und die Dosisgegebenenfalls zu reduzieren.
Die gleichzeitige Anwendung von ORSERDU mit anderen BCRP-Substraten kann deren
Konzentrationen erhöhen, wodurch die mit BCRP-Substraten verbundenen Nebenwirkungen verstärktwerden können. Die Dosis der gleichzeitig angewendeten BCRP-Substrate ist entsprechend derjeweiligen Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) zu reduzieren.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Gebärfähige Frauen/Empfängnisverhütung bei Männern und FrauenORSERDU darf während der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nichtverhüten, nicht angewendet werden. Aufgrund des Wirkmechanismus von Elacestrant und der
Ergebnisse von Studien zur Reproduktionstoxizität bei Tieren kann ORSERDU den Fetus schädigen,wenn es Schwangeren gegeben wird. Frauen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass siewährend der Behandlung mit ORSERDU und für eine Woche nach der letzten Dosis eine wirksame
Empfängnisverhütung anwenden müssen.
SchwangerschaftEs liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Elacestrant bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
ORSERDU darf während der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nichtverhüten, nicht angewendet werden. Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Altermuss vor Beginn der Behandlung mit ORSERDU geprüft werden. Tritt während der Einnahme von
ORSERDU eine Schwangerschaft ein, muss die Patientin über die mögliche Gefährdung des Fetus unddas mögliche Risiko einer Fehlgeburt aufgeklärt werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Elacestrant/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Aufgrund dermöglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen bei gestillten Kindern dürfen Frauen während der
Behandlung mit ORSERDU und für eine Woche nach der letzten Dosis ORSERDU nicht stillen.
FertilitätAufgrund von Erfahrungen aus tierexperimentellen Studien (siehe Abschnitt 5.3) und aufgrund seines
Wirkmechanismus könnte ORSERDU die männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenORSERDU hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da jedoch bei einigen Patienten, die Elacestrant einnahmen,über Fatigue, Asthenie und Schlaflosigkeit berichtet wurde (siehe Abschnitt 4.8), sollten Patienten, beidenen diese Nebenwirkungen auftreten, beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von
Maschinen Vorsicht walten lassen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten (≥ 10 %) Nebenwirkungen von ORSERDU waren Übelkeit, erhöhte Triglyceride,erhöhtes Cholesterin, Erbrechen, Fatigue, Dyspepsie, Diarrhö, erniedrigtes Kalzium,
Rückenschmerzen, erhöhtes Kreatinin, Arthralgie, erniedrigtes Natrium, Obstipation, Kopfschmerzen,
Hitzewallungen, Abdominalschmerz, Anämie, erniedrigtes Kalium und erhöhte Alanin-
Aminotransferase. Die häufigsten Nebenwirkungen von Elacestrant von Grad ≥ 3 (≥ 2 %) waren
Übelkeit (2,7 %), erhöhte AST (2,7 %), erhöhte ALT (2,3 %), Anämie (2 %), Rückenschmerzen (2 %)und Knochenschmerzen (2 %).
Schwerwiegende Nebenwirkungen, die bei ≥ 1 % der Patienten gemeldet wurden, waren Übelkeit,
Dyspnoe und Thromboembolie (venös).
Nebenwirkungen, die bei ≥ 1 % der Patienten zum Abbruch der Behandlung führten, waren Übelkeitund verminderter Appetit.
Zu den Nebenwirkungen, die bei ≥ 1 % der Patienten zu einer Dosisreduktion führten, zählte Übelkeit.
Nebenwirkungen, die bei ≥ 1 % der Patienten mit einer Unterbrechung der Behandlung verbundenwaren, waren Übelkeit, abdomineller Schmerz, erhöhte Alanin-Aminotransferase, Erbrechen,
Ausschlag, Knochenschmerzen, verminderter Appetit, erhöhte Aspartat-Aminotransferase und
Diarrhö.Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in der nachstehenden Auflistung genannten Nebenwirkungen spiegeln die Exposition gegenüber
Elacestrant bei 301 Patienten mit Brustkrebs in drei offenen Studien (RAD1901-005, RAD1901-106und RAD1901-308) wider, in denen die Patienten 400 mg Elacestrant-Dihydrochlorid (345 mg
Elacestrant) einmal täglich als Einzelwirkstoff erhielten. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungenergeben sich aus den Häufigkeiten von unerwünschten Ereignissen aller Art, die bei Patientenfestgestellt wurden, welche Elacestrant in der empfohlenen Dosis für die Zielindikation erhielten,während die Häufigkeiten von Veränderungen der Laborparameter auf einer Verschlechterunggegenüber dem Ausgangswert um mindestens 1 Grad und Verschiebungen bis ≥ Grad 3 beruhen. Diemediane Behandlungsdauer betrug 85 Tage (Spanne 5 bis 1288 Tage).
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aus den klinischen Studien ergeben sich aus den Häufigkeitenvon unerwünschten Ereignissen aller Art, wobei die Ereignisse für eine Nebenwirkung teilweiseandere Ursachen als das Arzneimittel haben können, wie z. B. die Erkrankung, andere Arzneimitteloder nicht damit zusammenhängende Ursachen.
Zur Klassifizierung der Häufigkeit einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) wird folgende
Konvention verwendet, die auf den Leitlinien des Council for International Organizations of Medical
Sciences (CIOMS) basiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000,< 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 3. Nebenwirkungen bei Patienten, die eine Monotherapie mit Elacestrant 345 mg zur
Behandlung von metastasiertem Brustkrebs erhielten
Elacestrant
N = 301
Infektionen und parasitäre Häufig Harnwegsinfektion
Erkrankungen
Erkrankungen des Blutes und des Sehr häufig Anämie
Lymphsystems Häufig Lymphozytenzahlerniedrigt
Stoffwechsel- und Sehr häufig Appetit vermindert
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Erkrankungen Häufig Schlaflosigkeit
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Schwindelgefühl, Synkope
Gefäßerkrankungen Sehr häufig Hitzewallung*
Gelegentlich Thromboembolie (venös)*
Erkrankungen der Atemwege, des Häufig Dyspnoe, Husten*
Brustraums und Mediastinums
Erkrankungen des Sehr häufig Übelkeit, Erbrechen,
Gastrointestinaltrakts Diarrhö, Obstipation,abdomineller Schmerz*,
Dyspepsie*
Häufig Stomatitis
Leber- und Gallenerkrankungen Gelegentlich Akutes Leberversagen
Erkrankungen der Haut und des Häufig Ausschlag*
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- Sehr häufig Arthralgie,und Knochenerkrankungen Rückenschmerzen
Häufig Schmerzen in den
Extremitäten,
Brustschmerzen die
Skelettmuskulaturbetreffend*,
KnochenschmerzenAllgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Fatigue
Beschwerden am Verabreichungsort Häufig Asthenie
Untersuchungen Sehr häufig Aspartat-Aminotransferaseerhöht, Triglyceride erhöht,
Cholesterin erhöht, Alanin-
Aminotransferase erhöht,
Kalzium erniedrigt,
Kreatinin erhöht, Natriumerniedrigt, Kaliumerniedrigt
Häufig Alkalische Phosphatase im
Blut erhöht
*Die Inzidenz stellt eine Gruppierung von ähnlichen Begriffen dar.
UAW aufgelistet nach Systemorganklasse und abnehmender Häufigkeit.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜbelkeit
Übelkeit wurde von 35 % der Patienten berichtet. Bei 2,5 % der Patienten wurde über Übelkeit von
Grad 3-4 berichtet. Übelkeit trat im Allgemeinen früh auf; die mediane Zeitspanne bis zum ersten
Auftreten betrug 14 Tage (Spanne: 1 bis 490 Tage). Übelkeit trat im ersten Zyklus häufiger auf, und ab
Zyklus 2 war die Inzidenz von Übelkeit in den nachfolgenden Zyklen (d. h. im Laufe der Zeit)generell niedriger. Eine prophylaktische Behandlung gegen Übelkeit wurde 12 (5 %) der Patienten inder Elacestrant-Gruppe verschrieben, und 28 (11,8 %) erhielten während des Behandlungszeitraumsein Antiemetikum zur Behandlung von Übelkeit.
Ältere PatientenIn der Studie RAD1901-308 waren 104 Patienten, die Elacestrant erhielten, ≥ 65 Jahre und40 Patienten ≥ 75 Jahre alt. Gastrointestinale Beschwerden wurden häufiger bei Patienten im Alter von≥ 75 Jahren gemeldet. Bei der Überwachung behandlungsbedingter Nebenwirkungen durch denbehandelnden Arzt sind das Alter des Patienten sowie Begleiterkrankungen zu berücksichtigen, wennindividuell abgestimmte Maßnahmen ergriffen werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die höchste in klinischen Studien angewendete Dosis von ORSERDU betrug 1 000 mg pro Tag. Dieunerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in Verbindung mit höheren als den empfohlenen Dosengemeldet wurden, entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil (siehe Abschnitt 4.8). Häufigkeit und
Schweregrad der gastrointestinalen Beschwerden (abdomineller Schmerz, Übelkeit, Dyspepsie und
Erbrechen) schienen dosisabhängig zu sein. Es gibt kein bekanntes Gegenmittel für eine
Überdosierung von ORSERDU. Die Patienten müssen engmaschig überwacht werden, und die
Behandlung einer Überdosierung sollte in einer unterstützenden Behandlung bestehen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, Antiestrogene, ATC-Code: L02BA04
WirkmechanismusElacestrant, eine Tetrahydronaphthalin-Verbindung, ist ein potenter, selektiver und oral wirksamer
Estrogenrezeptor-alpha (ERα)-Antagonist, der dessen Abbau bewirkt.
Pharmakodynamische WirkungenElacestrant hemmt das Estradiol-abhängige und unabhängige Wachstum von ERα-positiven
Brustkrebszellen, einschließlich Modellen mit Mutationen im Estrogenrezeptor-1-Gen (ESR1).
Elacestrant zeigte eine starke Antitumorwirkung in Xenotransplantatmodellen, die von Patienten mitmehreren endokrinen Vorbehandlungen abgeleitet waren und Wildtyp-ESR1 - oder ESR1-
Genmutationen in der Liganden-Bindungsdomäne aufwiesen.
Bei Patienten mit ER-positivem fortgeschrittenem Brustkrebs mit im Median 2,5 früheren endokrinen
Therapielinien, die mit 400 mg Elacestrant-Dihydrochlorid (345 mg Elacestrant) täglich behandeltwurden, betrug die mediane Reduktion der Aufnahme von 16α-[18F]-Fluor-17β-Estradiol (FES) in den
Tumor 88,7 % von Baseline bis Tag 14, was eine verringerte ER-Verfügbarkeit und eine mittels FES-
PET/CT gemessene antitumorale Wirkung bei Patienten mit vorangegangenen endokrinen Therapienbelegt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von ORSERDU bei Patienten mit fortgeschrittenem ER+/HER2-
Brustkrebs nach vorangegangenen endokrinen Therapien in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitorwurde in Studie RAD1901-308 untersucht, einer randomisierten, offenen, aktiv kontrollierten,multizentrischen klinischen Prüfung, in der ORSERDU mit der Standardbehandlung (Fulvestrant für
Patienten, die im metastasierten Stadium mit Aromatasehemmern vorbehandelt waren, oder
Aromatasehemmer für Patienten, die im metastasierten Stadium Fulvestrant erhalten hatten)verglichen wurde. Geeignete Patienten waren postmenopausale Frauen und Männer, deren Krankheitnach mindestens einer und höchstens zwei früheren endokrinen Therapielinien wieder aufgetreten oderfortgeschritten war. Alle Patienten mussten einen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)
Leistungsstatus von 0 oder 1 und auswertbare Läsionen gemäß den Response Evaluation Criteria in
Solid Tumors (RECIST) Version 1.1 aufweisen, d. h. eine messbare Erkrankung oder eine Erkrankung,die nur die Knochen betrifft, mit auswertbaren Läsionen. Die endokrine Vorbehandlung musste eine
Kombination mit einer CDK4/6-Inhibitor-Therapie und nicht mehr als eine frühere Therapielinie miteiner zytotoxischen Chemotherapie zur Behandlung von metastasiertem Brustkrebs umfasst haben.
Die Patienten mussten geeignete Kandidaten für eine endokrine Monotherapie sein. Patienten miteiner symptomatischen metastasierenden viszeralen Erkrankung, Patienten mit kardialen
Begleiterkrankungen sowie Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen waren ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 478 Patienten im Verhältnis 1:1 zur täglichen oralen Einnahme von 400 mg
Elacestrant-Dihydrochlorid (345 mg Elacestrant) oder zur Standardbehandlung (SOC) randomisiert(239 zu Elacestrant und 239 zur SOC), darunter insgesamt 228 Patienten (47,7 %) mit ESR1-
Mutationen bei Studienbeginn (115 Patienten wurden zu Elacestrant und 113 Patienten zur SOCrandomisiert). Von den 239 zum SOC-Arm randomisierten Patienten erhielten 166 Fulvestrant und 73einen Aromatasehemmer, darunter Anastrozol, Letrozol oder Exemestan. Die Randomisierung wurdenach ESR1-Mutationsstatus (ESR1-mut vs. ESR1-mut-nd [keine ESR1-Mutationen nachgewiesen]),
Vorbehandlung mit Fulvestrant (ja vs. nein) und viszeraler Metastasierung (ja vs. nein) stratifiziert.
Der ESR1-Mutationsstatus wurde anhand von zirkulierender Tumor-Desoxyribonukleinsäure (ctDNA)im Blut mithilfe des Guardant360 CDx-Assays bestimmt und war auf ESR1-Missense-Mutationen inder Ligandenbindungsdomäne (zwischen den Kodonen 310 bis 547) beschränkt.
Das mediane Alter der Patienten (ORSERDU vs. Standardbehandlung) zu Studienbeginn betrug63,0 Jahre (Spanne: 24-89 Jahre) vs. 63,0 Jahre (Spanne: 32-83 Jahre) und 45,0 % waren über65 Jahre alt (43,5 vs. 46,4). Die meisten Patienten waren Frauen (97,5 % vs. 99,6 %) und weißhäutig(88,4 % vs. 87,2 %), gefolgt von Patienten asiatischer Abstammung (8,4 % vs. 8,2 %), dunkelhäutigenoder Afroamerikanern (2,6 % vs. 4,1 %) und Patienten anderer/unbekannter Abstammung (0,5 % vs.0,5 %). Der ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (59,8 % vs. 56,5 %), 1 (40,2 % vs.43,1 %) oder > 1 (0 % vs. 0,4 %). Die demografischen Daten der Patienten mit Tumoren und ESR1-
Mutation waren im Allgemeinen repräsentativ für die breitere Studienpopulation. Die mediane Dauerder Exposition gegenüber ORSERDU betrug 2,8 Monate (Spanne: 0,4 bis 24,8 Monate).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), das vomunabhängigen Prüfungsausschuss (IRC, Independent Review Committee) bei allen Patienten,einschließlich Patienten mit einer ESR1-Mutation, und bei Patienten mit ESR1-Mutationen bewertetwurde. Bei allen Patienten wurde ein statistisch signifikanter Vorteil in Bezug auf das PFS beobachtet,mit einem medianen PFS von 2,79 Monaten in der Orserdu-Gruppe im Vergleich zu 1,91 Monaten inder Standardbehandlungsgruppe (HR= 0,70; 95%-KI: 0,55; 0,88). Die Wirksamkeitsergebnisse von
Patienten mit ESR1-Mutationen sind in Tabelle 4 und Abbildung 1 dargestellt.
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse von Patienten mit ESR1-Mutationen (ausgewertet von einemverblindeten Prüfungsausschuss für Bildgebungsverfahren)
ORSERDU Standardbehandlung
Progressionsfreies Überleben (PFS) N = 115 N = 113
Anzahl der PFS-Ereignisse, n (%) 62 (53,9) 78 (69,0)
Medianes PFS Monate* (95% KI) 3,78 (2,17; 7,26) 1,87 (1,87; 2,14)
Hazard Ratio** (95% KI) 0,546 (0,387; 0,768)p-Wert (stratifiziertes Log-Rank- 0,0005
Verfahren)
Gesamtüberleben (OS) N = 115 N = 113
Anzahl OS-Ereignisse, n (%) 61 (53) 60 (53,1)
Medianes OS Monate* (95%-KI) 24,18 (20,53; 28,71) 23,49 (15,64; 29,90)
Hazard Ratio** (95% KI) 0,903 (0,629; 1,298)
KI = Konfidenzintervall; ESR1 = Estrogenrezeptor 1; PFS = progressionsfreies Überleben.
*Kaplan-Meier-Schätzung; 95%-KI berechnet nach der Brookmeyer-Crowley-Methode unter
Verwendung einer linearen Transformation.
**Von einem proportionalen Hazards-Modell nach Cox, das nach Vorbehandlung mit Fulvestrant (javs. nein) und viszeraler Metastasierung (ja vs. nein) stratifiziert war.
Datenstichtage sind der 06.September 2021 für das PFS und der 02. September 2022 für das OS.
Abbildung 1: PFS bei Patienten mit ESR1-Mutation (ausgewertet von einem verblindeten
Prüfungsausschuss für Bildgebungsverfahren)1: ORSERDU 2: Standardbehandlung
Zeit (Monate)1: ORSERDU2: Standardbehandlung
Wahrscheinlichkeit eines progressionsfreien Überlebens (%)
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für ORSERDU eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Brustkrebs gewährt (siehe
Abschnitt 4.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Bioverfügbarkeit von Elacestrant nach oraler Anwendung beträgt ungefähr 10 %. Der Steady-
State wird bei einmal täglicher Einnahme an Tag 6 erreicht. Die Cmax und AUC steigen bei Dosen≥ 50 mg (Salzform) etwas mehr als proportional zur Dosis an.
ResorptionNach oraler Anwendung wurde Elacestrant rasch resorbiert und erreichte die Cmax innerhalb von1-4 Stunden. Der geometrische Mittelwert der Cmax nach Gabe einer Einzeldosis von 345 mg
Elacestrant nach Nahrungsaufnahme betrug 52,86 ng/ml (35,2 % Variationskoeffizient [% CV]) unddie AUCinf war 1566 ng*h/ml (38,4 % CV). Im Steady-State werden eine mediane [Min., Max.]
Plasmakonzentration 4 Stunden nach Gabe (C4h) von 108 ng/ml [27,5 - 351] und eine AUC von2190 ng*h/ml [461 - 8470] erwartet.
Einfluss von NahrungDie Gabe einer 345 mg-Tablette Elacestrant zusammen mit einer fettreichen, kalorienreichen Mahlzeiterhöhte die Cmax und die AUC um 40 % bzw. 20 % im Vergleich zur Anwendung unter
Nüchternbedingungen. Bei Einnahme der Tablette zusammen mit einer leichten Mahlzeit stiegen die
Cmax und AUC in vergleichbarer Weise an, d. h. um 30 % bzw. 20 %. Die Einnahme in Verbindung miteiner Mahlzeit kann die gastrointestinalen Nebenwirkungen verringern.
Einfluss des P-gp-Transporters auf Elacestrant
Elacestrant ist ein P-gp-Substrat. Der Transport ist bei Dosierungen von 258 mg und 345 mg gesättigt.
Da keine klinischen Daten für die gleichzeitige Verabreichung niedrigerer Elacestrant-Dosen von86 mg und 172 mg mit einem P-gp-Inhibitor vorliegen, kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossenwerden, dass die gleichzeitige Verabreichung mit einem P-gp-Inhibitor die Resorption bei niedrigeren
Elacestrant-Dosen erhöht.
VerteilungDie Plasmaproteinbindung von Elacestrant liegt bei > 99 % und ist unabhängig von der Konzentrationund dem Leberstatus. Elacestrant passiert die Blut-Hirn-Schranke in dosisabhängiger Weise. Nacheinmal täglicher Gabe von Elacestrant an 7 aufeinanderfolgenden Tagen betrugen die medianen
Konzentrationen von Elacestrant im Liquor 0,0966 ng/ml und 0,155 ng/ml bei Dosen von 200 mg bzw.500 mg.
Ausgehend von einer populationspharmakokinetischen Analyse kommt es zu einer umfassenden
Verteilung von Elacestrant in den Geweben, mit einem scheinbaren peripheren Verteilungsvolumenvon 5411 l. Das scheinbare zentrale Verteilungsvolumen von Elacestrant im Steady-State beträgt 422 l.
BiotransformationElacestrant war ein geringer Bestandteil (< 10 % der Plasmaradioaktivität) im menschlichen Plasma.4-[2-(Ethylamino)ethyl]benzoesäure (EAEBA)-Glucuronid war ein Hauptmetabolit im menschlichen
Plasma (etwa 41 % der Plasma-Radioaktivität). Elacestrant wird in erster Linie durch CYP3A4metabolisiert, wobei CYP2A6 und CYP2C9 möglicherweise einen kleinen Beitrag leisten.
EliminationDie Halbwertszeit von Elacestrant wird auf etwa 30 Stunden geschätzt. Nach einer Einzeldosis betrugdie mittlere (% CV) Clearance von Elacestrant 220,3 l/h (38,4 %). Im Steady-State wird die mittlere(% CV) Clearance von Elacestrant auf 186 l/h (43,5 %) geschätzt.
Nach einer oralen Einzeldosis von 345 mg radioaktiv markiertem Elacestrant wurden 81,5 %(überwiegend in unveränderter Form) in den Fäzes und 7,53 % (Spuren in unveränderter Form) im
Urin wiedergefunden. Die renale Clearance von Elacestrant ist sehr gering (≤ 2,3 ml/min) und die
Elimination erfolgte durch oxidativen Stoffwechsel und fäkale Ausscheidung.
Besondere PatientengruppenEinfluss von Alter, Körpergewicht und Geschlecht
Analysen populationspharmakokinetischer Daten von Krebspatienten haben ergeben, dass keine
Dosisanpassung aufgrund von Körpergewicht, Alter und Geschlecht erforderlich ist.
LeberfunktionsstörungDie Cmax- und AUC-Werte nach Verabreichung einer Einzeldosis von 176 mg Elacestrant warenzwischen den Patienten in der Gruppe mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) und der
Gruppe mit normaler Leberfunktion vergleichbar. Die AUC0-t und die AUC0-∞ waren in der Gruppe mitmittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) im Vergleich zur Gruppe mit normaler
Leberfunktion mit 76 % bzw. 83 % deutlich erhöht. Die Cmax-Werte waren in der Gruppe mit normaler
Leberfunktion und in der Gruppe mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung ähnlich.
Die geometrische mittlere Eliminationshalbwertszeit (t1/2) nahm mit zunehmender Schwere der
Leberfunktionsstörung tendenziell zu. Elacestrant wurde bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) nicht untersucht.
Im PBPK-Simulationsmodell von Elacestrant mit einer Dosis von 345 mg wurde bei Patienten mitmittelschwerer Leberfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion ein
Anstieg der Steady-State-AUC und der Cmax um das 2,14- bzw. 1,92-Fache vorhergesagt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Elacestrant zeigte nur eine geringe akute Toxizität. In Studien zur Toxizität nach Mehrfachgabe an
Ratten und Affen war die antiestrogene Aktivität von Elacestrant für die beobachteten Wirkungenverantwortlich, insbesondere im weiblichen Fortpflanzungssystem, aber auch in anderenhormonsensitiven Organen wie Brustdrüse, Hypophyse und Hoden. Bei Affen wurden sporadisch
Erbrechen und Durchfall festgestellt. Darüber hinaus wurden in Langzeitstudien (26 Wochen bei
Ratten und 39 Wochen bei Cynomolgus-Affen) eine verstärkte Vakuolisierung des
Schleimhautepithels des Vormagens bei Ratten und vakuolisierte Makrophageninfiltrate im Dünndarmsowohl bei Ratten als auch bei Affen festgestellt. Bei Affen trat diese Wirkung bei einer systemischen
Exposition von etwa 70 % der menschlichen Exposition auf.
Elacestrant zeigte kein genotoxisches Potenzial im Ames-Test und keine Chromosomenaberrationen inmenschlichen Lymphozyten oder im Mikronukleustest bei Ratten.
Es wurden keine Fertilitätsstudien an Tieren durchgeführt. In Studien zur Toxizität nach Mehrfachgabewurden bei weiblichen Ratten und Affen mit der Fruchtbarkeit zusammenhängende Wirkungen im
Fortpflanzungstrakt beobachtet; diese Wirkungen traten unter der MRHD (empfohlenen Höchstdosis)und unterhalb der Expositionen des Menschen auf. Bei Expositionen, die 2,7 Mal höher waren alsbeim Menschen, wurde auch eine verringerte Zellularität der Leydig-Zellen in den Hoden von Rattenbeobachtet.
In Studien zur embryofetalen Entwicklung bei Ratten führte die orale Gabe von Elacestrant zumaternaler Toxizität (Gewichtsverlust, geringe Futteraufnahme, roter Ausfluss aus der Vulva) und zuvermehrten Resorptionen, höheren Postimplantationsverlusten und einer verringerten Anzahl lebender
Feten sowie zu fetalen Anomalien und Missbildungen, die unter der MRHD und unterhalb dermenschlichen Expositionen auftraten.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose [E460]
Mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-beschichtet
Crospovidon [E1202]
Magnesiumstearat [E470b]
Kolloidales Siliciumdioxid [E551]
FilmüberzugOpadry II blau 85F105080 mit Poly(vinylalkohol) [E1203], Titandioxid [E171], Macrogol [E1521],
Talkum [E553b] und Brillantblau FCF Aluminiumsalz [E133]
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
ORSERDU ist in Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen in einem Umkarton verpackt.
ORSERDU 86 mg Filmtabletten
Packung zu 28 Filmtabletten: 4 Blisterpackungen mit jeweils 7 Tabletten
ORSERDU 345 mg Filmtabletten
Packung zu 28 Filmtabletten: 4 Blisterpackungen mit jeweils 7 Tabletten
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Stemline Therapeutics B.V.
Basisweg 101043 AP Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/23/1757/001
EU/1/23/1757/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. September 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.