Angewendet bei: Prostatakrebs
Art der Anwendung: oral
Substanz: relugolix (GnRH-Antagonist)
ATC: L02BX04 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | HORMONANTAGONISTEN UND VERWANDTE MITTEL | Andere Hormonantagonisten und verwandte Mittel)
Relugolix ist ein Medikament, das zur Behandlung hormoneller Erkrankungen wie fortgeschrittenem Prostatakrebs oder Uterusmyomen eingesetzt wird. Es ist ein Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Rezeptorantagonist, der die Produktion von Testosteron oder Östrogen reduziert und so das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt.
Das Medikament wird oral, meist in Tablettenform, eingenommen und sollte gemäß den Anweisungen Ihres Arztes verwendet werden. Es ist wichtig, die vorgeschriebene Dosierung einzuhalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, um die Wirkung der Behandlung zu überwachen.
Nebenwirkungen können Hitzewallungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder eine verringerte Knochendichte umfassen. In seltenen Fällen können schwere Nebenwirkungen wie eine Beeinträchtigung der Leberfunktion auftreten, die sofortige medizinische Hilfe erfordern.
Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen wie Osteoporose oder Lebererkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Relugolix zu gewährleisten.
Orgovyx 120 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 120 mg Relugolix.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette.
Hellrote, mandelförmige Filmtablette (11 mm [Länge] × 8 mm [Breite]) mit 'R“ auf einer
Seite und '120“ auf der anderen Seite.
Orgovyx ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenemhormonsensitivem Prostatakarzinom.
Die Behandlung mit Orgovyx ist von einem in der medizinischen Behandlung von
Prostatakarzinom erfahrenen Facharzt einzuleiten und zu überwachen.
DosierungDie Behandlung mit Orgovyx sollte mit einer Aufsättigungsdosis von 360 mg (drei Tabletten)am ersten Tag eingeleitet werden, gefolgt von einer Dosis von 120 mg (eine Tablette), dieeinmal täglich etwa zur gleichen Zeit eingenommen wird.
Da Relugolix keinen Testosteronanstieg induziert, ist die zusätzliche Gabe eines Anti-
Androgens zu Beginn der Therapie zum Schutz vor Testosteronanstieg nicht erforderlich.
Dosisanpassung bei Anwendung mit P-gp-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Orgovyx mit oralen P-Glykoprotein (P-gp)-Inhibitorenwird nicht empfohlen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung notwendig ist, sollte Orgovyxzuerst eingenommen werden und die Einnahme mindestens 6 Stunden auseinander erfolgen(siehe Abschnitt 4.5). Die Behandlung mit Orgovyx darf für bis zu 2 Wochen unterbrochenwerden, wenn eine Kurzzeitbehandlung mit einem P-gp-Inhibitor erforderlich ist.
Dosisanpassung bei Anwendung mit kombinierten P-gp- und starken CYP3A-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung von Orgovyx mit kombinierten P-gp- und starken Cytochrom
P450 (CYP)3A-Induktoren wird nicht empfohlen. Wenn eine gleichzeitige Anwendungnotwendig ist, ist die Dosis von Orgovyx auf 240 mg einmal täglich zu erhöhen. Nach
Absetzen des kombinierten P-gp- und starken CYP3A-Induktors ist die Anwendung derempfohlenen Dosis von 120 mg Orgovyx einmal täglich weiterzuführen (siehe Abschnitt 4.5).
Ausgelassene DosenWird eine Dosis ausgelassen, muss Orgovyx eingenommen werden, sobald der Patient darandenkt. Wenn die Einnahme von Orgovyx um mehr als 12 Stunden versäumt wird, darf dieversäumte Dosis nicht nachgeholt werden und die reguläre Einnahme ist am nächsten Tagfortzusetzen.
Wenn die Behandlung mit Orgovyx für mehr als 7 Tage unterbrochen wird, ist Orgovyx miteiner Aufsättigungsdosis von 360 mg am ersten Tag erneut einzuleiten, gefolgt von einer
Dosis von 120 mg einmal täglich.
Besondere PatientengruppenEine Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Vorsicht ist bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörunggeboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet der Behandlung von fortgeschrittenem hormonsensitivem
Prostatakrebs keinen relevanten Nutzen von Orgovyx bei Kindern und Jugendlichen unter18 Jahren.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Orgovyx kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Die Tabletten sollten nach Bedarf mit etwas Flüssigkeit eingenommen und als Ganzesgeschluckt werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Auswirkung hinsichtlich einer Verlängerung des QT/QTc-Intervalls
Eine Androgendeprivationstherapie kann das QT-Intervall verlängern.
Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von oder Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung undbei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das QT-Intervall verlängern können(siehe Abschnitt 4.5), ist von den Ärzten vor der Einleitung der Behandlung mit Orgovyx das
Nutzen-Risiko-Verhältnis einschließlich des Potenzials für Torsade de Pointes zu bewerten.
Eine eingehende QT/QTc-Studie zeigte, dass keine intrinsische Auswirkung von Relugolixhinsichtlich einer Verlängerung des QTc-Intervalls besteht (siehe Abschnitt 4.8).
Herz-Kreislauf-Erkrankung
Über Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Myokardinfarkt und Schlaganfall wurde in dermedizinischen Fachliteratur bei Patienten unter Androgendeprivationstherapie berichtet.
Daher sind sämtliche kardiovaskulären Risikofaktoren zu berücksichtigen.
Veränderungen der Knochendichte
Die langfristige Suppression von Testosteron bei Männern, die sich einer Orchiektomieunterzogen haben oder die mit einem GnRH-Rezeptor-Agonisten oder GnRH-Antagonistenbehandelt wurden, geht mit einer verminderten Knochendichte einher. Eine verringerte
Knochendichte führt bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren möglicherweise zu
Osteoporose und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche.
LeberfunktionsstörungPatienten mit bekannten oder vermuteten Leberfunktionsstörungen wurden nicht in klinische
Langzeitstudien zu Relugolix eingeschlossen. Leichte, vorübergehende Erhöhungen der
Alanin-Aminotransferase (ALT) und der Aspartat-Aminotransferase (AST) wurden zwarbeobachtet, gingen jedoch nicht mit einem Anstieg des Bilirubins oder mit klinischen
Symptomen einher (siehe Abschnitt 4.8). Während der Behandlung wird eine Überwachungder Leberfunktion bei Patienten mit bekannten oder vermuteten Leberfunktionsstörungenempfohlen. Die Pharmakokinetik von Relugolix bei Patienten mit schweren
Leberfunktionsstörungen wurde nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
Schwere NierenfunktionsstörungDie Exposition gegenüber Relugolix ist bei Patienten mit schwer eingeschränkter
Nierenfunktion möglicherweise um das bis zu 2-Fache erhöht (siehe Abschnitt 5.2). Da keineniedrigere Dosis von Relugolix zur Verfügung steht, ist bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung bei der Anwendung einer einmal täglichen Dosis von 120 mg
Relugolix Vorsicht geboten. In welcher Menge Relugolix durch eine Hämodialyse entferntwird, ist nicht bekannt.
Überwachung des prostataspezifischen Antigens (PSA)
Die Wirkung von Orgovyx sollte anhand klinischer Parameter und der Spiegel desprostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum überwacht werden.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf die Exposition von Relugolix
Klinische Interaktionsstudien mit P-gp-Hemmern (Erythromycin und Azithromycin) undkombinierten P-gp- und starken CYP3A4-Induktoren (Rifampicin) haben gezeigt, dass sie die
Exposition von Relugolix in einem klinisch relevanten Ausmaß beeinflussen. Die
Auswirkungen der gleichzeitigen Verabreichung auf die Exposition gegenüber Relugolix unddie entsprechenden Dosierungsempfehlungen sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Diese Listeenthält auch die erwarteten Auswirkungen und Empfehlungen in Verbindung mit anderenpotenziell interagierenden Arzneimitteln.
P-gp-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Orgovyx und oralen P-gp-Inhibitoren wird nichtempfohlen. Relugolix ist ein P-gp-Substrat (siehe Abschnitt 5.2).
Wenn eine gleichzeitige Anwendung mit ein- oder zweimal täglich oral einzunehmenden
P-gp-Inhibitoren notwendig ist, ist Orgovyx zuerst einzunehmen, der P-gp-Inhibitor6 Stunden danach, und die Patienten sollten häufiger auf Nebenwirkungen überwacht werden.
Alternativ kann die Behandlung mit Orgovyx für bis zu 2 Wochen unterbrochen werden,wenn eine Kurzzeitbehandlung mit einem P-gp-Inhibitor (z. B. für bestimmte Makrolid-
Antibiotika) erforderlich ist. Wenn die Behandlung mit Orgovyx für mehr als 7 Tageunterbrochen wird, ist Orgovyx mit einer Aufsättigungsdosis von 360 mg am ersten Tagerneut einzuleiten, gefolgt von einer Dosis von 120 mg einmal täglich (siehe Abschnitt 4.2).
Kombinierte P-gp- und starke CYP3A-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung von Orgovyx mit kombinierten P-gp- und starken CYP3A-
Induktoren wird nicht empfohlen.
Ist die gleichzeitige Anwendung notwendig, ist die Orgovyx-Dosis zu erhöhen (siehe
Abschnitt 4.2). Nach Absetzen des kombinierten P-gp- und starken CYP3A-Induktors ist dieempfohlene Dosis Orgovyx einmal täglich weiterzuführen.
Sonstige Arzneimittel
Bei gleichzeitiger Anwendung von Relugolix mit säurereduzierenden Wirkstoffen wurdenkeine klinisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik von Relugolixfestgestellt.
Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige
Anwendung von Orgovyx mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängernoder Torsade de Pointes auslösen können, wie Arzneimittel der Klasse IA (z. B. Chinidin,
Disopyramid) oder der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid),
Antiarrhythmika, Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika usw. sorgfältig zu prüfen (siehe
Abschnitt 4.4).
Tabelle 1. Auswirkungen von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln auf die Relugolix-
Exposition (Cmax, AUC0-inf) und Empfehlungen
Dosierungssche Relugolix- Änderung Änderung Empfehlungma Dosierungssche der AUC0-inf der Cmax vonwechselwirkende ma von Relugolixr Arzneimittel Relugolix
Arzneimittel, die orale P-gp-Inhibitoren sind
Erythromycin 120 mg 3,5 -Fach ↑ 2,9 - Fach ↑ Die gleichzeitige
Einzeldosis Anwendung von500 mg viermal Orgovyx mittäglich, mehrere Erythromycin,
Dosen Azithromycin undanderen oralen P-gp-(P-gp- und Hemmern wird nichtmäßiger empfohlen.
CYP3A4-
Inhibitor) Wenn eine
Azithromycin 120 mg *1,5 -Fach↑ *1,6 -Fach↑ gleichzeitige
Einzeldosis Anwendung mit ein-500 mg oder zweimal täglich
Einzeldosis einzunehmendenoralen P-gp-Hemmern(P-gp-Inhibitor) (z. B. Azithromycin)
Azithromycin 1,4 - Fach ↑ 1,3 - Fach ↑ notwendig ist, nehmen
Sie Orgovyx zuerst500 mg ein, trennen Sie die
Einzeldosis 6 Einnahme des P-gp-
Stunden Hemmers umnach mindestens 6 Stunden
Verabreichung und überwachen Sievon Relugolix die Patienten häufigerauf Nebenwirkungen(P-gp-Inhibitor)
Zu den anderen Therapeutische Erwartet: ↑ Erwartet: ↑
Arzneimitteln, Dosis fürdie P-gp- Orgovyx Siehe auch Siehe auch
Hemmer sind, die diegehören unter Ergebnisse Ergebnisseanderem: klinischer klinischer
Studien mit Studien mit
Antiinfektiva: Erythromyc Erythromyci
Azithromycin, in und n und
Erythromycin, Azithromyc Azithromyci
Clarithromycin, in (siehe n (siehe
Gentamicin, oben). oben).
Tetracycline.
Antipilzmittel
Ketoconazol,
Itraconazol.
AntihypertensivaCarvedilol,
Verapamil.
Antiarrhythmika
Amiodaron,
Dronedaron,
Propafenon,
Chinidin.Antianginale
Mittel
Ranolazin
Immunsupressive
Mittel
Cyclosporin.
HIV- oder HCV-
Proteaseinhibitoren
Ritonavir,
Telaprevir.
Arzneimittel, die CYP3A4-Inhibitoren sind
Voriconazol 120 mg 12% ↑ 18% ↓ Bei gleichzeitiger
Einzeldosis Verabreichung von200 mg zweimal Relugolix undtäglich, mehrere CYP3A4-Inhibitoren
Dosen ohne P-gp-Hemmungwerden keine(starker Dosisänderungen
CYP3A4- empfohlen
Inhibitor)
Fluconazol 40 mg 19%↑ 44% ↑
Einzeldosis200 mg täglich,mehrere Dosen(mäßiger
CYP3A4-
Inhibitor)
Atorvastatin 40 mg 5%↓ 22%↓80 mg täglich, Einzeldosismehrere Dosen(schwacher
CYP3A4-
Inhibitor)
Arzneimittel, die gleichzeitig P-gp- und starke CYP3A4-Induktoren sind
Rifampicin 40 mg 55%↓ 23%↓ Die gleichzeitige
Einzeldosis Verabreichung von600 mg täglich, Orgovyx mitmehrere Dosen Rifampicin undanderen starken
CYP3A4- und P-gp-
Induktoren wird nichtempfohlen, da dies die
AUC und Cmax von
Relugolix verringernund somit dietherapeutische
Wirkung von Orgovyxreduzieren kann.
Wenn einegleichzeitige
Verabreichungerforderlich ist, wirdeine erhöhte Dosisempfohlen (siehe
Abschnitt 4.2).
Zu den Therapeutische Erwartet: ↓ Erwartet: ↓
Arzneimitteln, Dosis fürdie gleichzeitig P Orgovyx Siehe auch Siehe auchgp und starke die die
CYP3A4- Ergebnisse Ergebnisse
Induktoren sind, klinischer klinischergehören unter Studien mit Studien mitanderem: Erythromyc Erythromyciin und n und
Androgenrezepto Azithromyc Azithromycir-Hemmer in (siehe n (siehe
Apalutamid. oben). oben).
Antikonvulsiva
Carbamazepin,
Phenytoin,
Phenobarbital.
Antiinfektiva
Rifampicin,
Rifabutin.Heilpflanze
Johanniskraut(Hypericumperforatum).
HIV- oder HCV-
Proteaseinhibitoren
Ritonavir.Nichtnukleosidische
Reverse-
Transkriptase-
Hemmer
Efavirenz.Kombination mit anderen Medikamenten bei fortgeschrittenem hormonsensitivem
Prostatakrebs
Abirateron Therapeutische Erwartet: Erwartet: ↔ Abirateron und
Dosis für ↔ Docetaxel sind keine(kein Orgovyx bekannten
Inhibitor/Indukto Inhibitoren/Induktorenr von CYP3A4 von Enzymen undund/oder P-gp) Transportern, die zum
Docetaxel Therapeutische Erwartet: Erwartet: ↔ Metabolismus und
Dosis für ↔ Transport von(kein Orgovyx Relugolix beitragen.
Inhibitor/Induktor von CYP3A4 Es werden keineund/oder P-gp) klinisch bedeutsamen
Wechselwirkungenerwartet und es istkeine Dosisanpassungvon Orgovyxerforderlich.
Darolutamid Therapeutische Erwartet: Erwartet: ↔ Darolutamid ist ein
Dosis für ↔ schwacher Induktor(schwacher Orgovyx von CYP3A4. Es ist
Induktor von jedoch nicht zu
CYP3A4) erwarten, dass diemögliche Verringerungder Exposition klinischbedeutsam ist.
Eine Dosisanpassungvon Orgovyx ist nichterforderlich.
Enzalutamid Therapeutische Erwartet: Erwartet: ↔ Enzalutamid kann die
Dosis für ↔ Relugolix-Exposition(starker Orgovyx verringern (CYP3A4-
CYP3A4- Induktion) und/oder
Induktor und P- erhöhen (P-gp-gp-Inhibitor) Hemmung).
Basierend aufbegrenzten Daten(n=20) bei Männern,die in einer Phase-3-
Studie bis zu 266 Tagelang gleichzeitig eine120-mg-Dosis von
Relugolix und 80- bis160-mg-Dosen von
Enzalutamid erhielten,veränderten sich die
Talspiegelkonzentrationen im Plasma von
Relugolix nicht ineinem klinischsignifikanten Ausmaß,wenn Enzalutamid zur
Relugolix-
Monotherapiehinzugefügt wurde.
Daher werden für diegleichzeitige
Verabreichung von
Relugolix und
Enzalutamid keine
Dosisanpassungenempfohlen.
Apalutamid Therapeutische Erwartet: ↓ Erwartet: ↓ In einer klinischen(P-gp- und Dosis für Studie ergabenstarker CYP3A4- Orgovyx Orgovyx 120 mg
Induktor) einmal täglich (ohne
Apalutamid) und
Orgovyx 240 mgeinmal täglich (mit 240mg einmal täglich
Apalutamid) ähnliche
Ctrough-Werte.
Es wird empfohlen, die
Dosis von Orgovyx zuerhöhen, wenn diegleichzeitige
Verabreichung mit
Apalutamiderforderlich ist (siehe
Abschnitt 4.2).
Abkürzungen: HIV: Humanes Immundefizienz-Virus, HCV: Hepatitis-C-Virus.
*: Bei gleichzeitiger Verabreichung von Azithromycin und Relugolix wurde in den ersten 3
Stunden nach der Verabreichung in den medianen Konzentrations-Zeit-Kurven ein Anstiegder Relugolix-Exposition um das bis zu 5-fache beobachtet. Nach einem Dosisabstand von 6
Stunden betrug der Anstieg der Relugolix-Exposition in den medianen Konzentrations-Zeit-
Kurven in den ersten 3 Stunden nach der Verabreichung maximal das 1,6-fache.
Möglicher Einfluss von Relugolix auf die Exposition von anderen Arzneimitteln
Relugolix ist ein schwacher Induktor des CYP3A-vermittelten Metabolismus und ein
Inhibitor von BCRP und P-gp in vitro. Die Auswirkungen der gleichzeitigen Verabreichungvon Relugolix auf die Exposition von Midazolam, Rosuvastatin und Dabigatran sowie dieentsprechenden Dosierungsempfehlungen sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Diese Listeenthält auch die erwarteten potenziellen Wechselwirkungen von Relugolix mit anderen
Arzneimitteln.
In-vitro-StudienCytochrom P450 (CYP)-Enzyme: Relugolix ist in klinisch relevanten Plasmakonzentrationenweder ein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 oder
CYP3A4, noch ein Induktor von CYP1A2 oder CYP2B6.
Transportersysteme: Relugolix ist in klinisch relevanten Plasmakonzentrationen kein Inhibitorvon OATP1B1, OATP1B3, OATP2B1, OAT1, OAT3, OCT2, MATE1, MATE2-K oder BSEP.
Tabelle 2. Auswirkungen von Relugolix auf die Exposition (Cmax, AUC0-inf) vongleichzeitig verabreichten Arzneimitteln und Empfehlungen
Relugolix- Medikamenten- Veränderung Veränderung Empfehlung
Dosierungsschem Dosierungsschem der AUC0-inf der Cmax desa a des Medikament
Medikament ss
Arzneimittel, die CYP3A-Substrate sind120 mg täglich, Midazolam 22% ↓ 14% ↓ Es ist keinemehrere Dosen Dosisanpassung5mg Einzeldosisvon Midazolam(empfindliches und anderen
CYP3A-Substrat) CYP3A-
Substratenerforderlich.
Klinischbedeutsame
Wechselwirkungen und mit anderen
CYP3A-
Substraten als
Midazolam sindnicht zu erwarten.
Falls eine
Abnahme dertherapeutischen
Wirkung auftritt,können
Arzneimittel (z. B.
Statine) so titriertwerden, dass diegewünschtetherapeutische
Wirkung erreichtwird.
Arzneimittel, die BCRP-Substrate sind120 mg täglich, Rosuvastatin 27% ↓ 34% ↓ Die Abnahme dermehrere Dosen 10mg Einzeldosis Expositiongegenüber(empfindliches Rosuvastatin wird
BCRP- und als klinisch nicht
OATP1B1- bedeutsam
Substrat) angesehen;
Rosuvastatin kannjedoch titriertwerden, um diegewünschtetherapeutische
Wirkung zuerzielen. Die
Wirkung von
Relugolix aufandere BCRP-
Substrate wurdenicht untersuchtund die Relevanzfür andere BCRP-
Substrate ist nichtbekannt.
Arzneimittel, die P-gp-Substrate sind120 mg Dabigatran- 17% ↑ 18% ↑ Der Anstieg der
Einzeldosis Exetilat Dabigatran-
Exposition wird150mgnicht als klinisch
Einzeldosisbedeutsam(P-gp-Substrat) angesehen. Dahersind klinischbedeutsame
Auswirkungeneiner 120-mg-
Dosis von
Relugolix aufandere P gp-
Substrate nicht zuerwarten.
In Anbetracht der
Tatsache, dass die360-mg-
Aufsättigungsdosis von Relugolixnicht getestetwurde, wirdempfohlen, die
Aufsättigungsdosis von Relugolixvon der
Verabreichunganderer P-gp-
Substrate zutrennen.
Kombination mit anderen Medikamenten bei fortgeschrittenem hormonsensitivem
Prostatakrebs
Therapeutische Abirateron Erwartet: ↔ Erwartet: ↔ Es werden keine
Dosis für klinisch(CYP3A4-
Orgovyx bedeutsamen
Substrat)
Änderungen der
Therapeutische Docetaxel Erwartet: ↔ Erwartet: ↔ Exposition
Dosis für erwartet und es(CYP3A-
Orgovyx sind keine
Substrat) Dosisanpassungen
Therapeutische Darolutamid Erwartet: ↔ Erwartet: ↔ für Abirateron,
Dosis für Enzalutamid,(CYP3A-, P-gp-
Orgovyx Apalutamid,und BCRP- Darolutamid oder
Substrat) Docetaxel
Therapeutische Enzalutamid Erwartet: ↔ Erwartet: ↔ erforderlich, wenn
Dosis für sie zusammen mit(CYP2C8- und
Orgovyx Relugolix
CYP3A4- verabreicht
Substrat) werden.
Therapeutische Apalutamid Erwartet: ↔ Erwartet: ↔
Dosis für(CYP2C8- und
Orgovyx
CYP3A4-
Substrat)
Dieses Arzneimittel ist nicht für Frauen im gebärfähigen Alter angezeigt. Es darf nicht bei
Frauen angewendet werden, die schwanger sind oder sein könnten oder die stillen (siehe
Abschnitt 4.1).
EmpfängnisverhütungEs ist nicht bekannt, ob Relugolix oder seine Metaboliten im Sperma enthalten sind.
Ausgehend von tierexperimentellen Befunden und dem Wirkmechanismus ist während der
Behandlung und bis zu 2 Wochen nach der letzten Orgovyx-Dosis eine zuverlässige
Verhütungsmethode erforderlich, wenn ein Patient mit einer Frau im gebärfähigen Alter
Geschlechtsverkehr hat.
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Relugolix bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass die Exposition gegenüber
Relugolix in der Frühphase der Schwangerschaft das Risiko für einen frühzeitigen Verlust der
Schwangerschaft erhöht (siehe Abschnitt 5.3). Auf Grundlage der pharmakologischen Effektekönnen unerwünschte Wirkungen auf die Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden.
StillzeitErgebnisse präklinischer Studien weisen darauf hin, dass Relugolix in die Milch laktierender
Ratten übergeht (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Daten zum Vorliegen von Relugolixoder seiner Metaboliten in der Muttermilch oder seinen Auswirkungen auf den gestillten
Säugling vor. Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind können nicht ausgeschlossenwerden.
FertilitätAusgehend von tierexperimentellen Befunden und dem Wirkmechanismus kann Orgovyx die
Fertilität bei Männern im fortpflanzungsfähigen Alter beeinträchtigen (siehe Abschnitt 5.3).
Orgovyx hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Ermüdung und Schwindelgefühl sind sehrhäufige (Ermüdung) und häufige (Schwindel) Nebenwirkungen, die die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen möglicherweise beeinträchtigen.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen während der Therapie mit Relugolix sindphysiologische Auswirkungen einer Testosteronsuppression, einschließlich Hitzewallungen(54 %), Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (30 %) und Ermüdung (26 %). Weiteresehr häufige Nebenwirkungen sind Diarrhoe und Obstipation (jeweils 12 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in Tabelle 2 aufgelisteten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklasseklassifiziert. Die Nebenwirkungen sind innerhalb der einzelnen Häufigkeitsgruppen nachabsteigendem Schweregrad dargestellt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 3. In klinischen Studien und nach der Markteinführung gemeldete
Nebenwirkungen
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHäufig Anämie
Endokrine ErkrankungenHäufig Gynäkomastie
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Schlaflosigkeit
DepressionHäufig Schwindelgefühl
KopfschmerzenGelegentlich Myokardinfarkt
Unbekannt QT verlängert (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.)
GefäßerkrankungenSehr häufig Hitzewallung
Häufig Hypertonie
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhoea
ObstipationHäufig Übelkeit
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufig Hyperhidrosis
Ausschlag
Gelegentlich Urtikaria
AngioödemSehr häufig Schmerzen des Muskel- und Skelettsystemsb
Gelegentlich Osteoporose/Osteopenie
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseHäufig Libido vermindert
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdungc
Untersuchungen
Häufig Gewicht erhöht
Glukose erhöhtd
Triglyzerid erhöhtd
Cholesterin im Blut erhöhte
Gelegentlich Aspartat-Aminotransferase erhöht
Alanin-Aminotransferase erhöhtda Umfasst Diarrhoe und Kolitisb Umfasst Arthralgie, Rückenschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems, Myalgie, Knochenschmerzen, Nackenschmerzen, Arthritis, muskuloskelettale Steifigkeit,
Thoraxschmerz nicht kardialen Ursprungs, Wirbelsäulenschmerz und muskuloskelettale Beschwerdenc Umfasst Ermüdung und Asthenied Erhöhungen Grad 3/4, die durch die Überwachung mittels klinischer Laboruntersuchungen festgestellt wurden(siehe unten)e Es wurden keine Cholesterinerhöhungen > Grad 2 gemeldet
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVeränderungen der Laborwerte, die während der bis zu einjährigen Behandlung in der
Phase-III-Studie (N = 622) beobachtet wurden, lagen bei Orgovyx und einem GnRH-
Agonisten (Leuprorelin), der als aktives Vergleichspräparat verwendet wurde, im selben
Bereich. ALT- und/oder AST-Konzentrationen > 3 x obere Normgrenze (ONG) wurden bei1,4 % der Patienten, die vor der Behandlung normale Werte aufwiesen, nach der Behandlungmit Orgovyx festgestellt. Ein Anstieg des ALT-Wertes auf Grad 3/4 wurde bei 0,3 % und des
AST-Wertes auf Grad 3/4 bei 0 % der mit Orgovyx behandelten Patienten beobachtet. Keine
Ereignisse waren mit erhöhtem Bilirubin assoziiert.
Die Hämoglobinkonzentration sank während einer Behandlungsdauer von bis zu 1 Jahr um10 g/l. Eine deutliche Abnahme des Hämoglobins (≤ 105 g/l) wurde bei 4,8 % der mit
Orgovyx behandelten Patienten festgestellt, wobei bei 0,5 % eine Abnahme auf Grad 3/4 zuverzeichnen war. Die Glukose stieg bei 2,9 % und die Triglyzeride bei 2,0 % der beobachteten
Patienten auf Grad 3/4 an.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer
Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-
Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden
Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystemanzuzeigen.
Für eine Überdosierung mit Orgovyx ist kein spezifisches Antidot bekannt. Im Falle einer
Überdosierung ist Orgovyx abzusetzen und es sind allgemeine supportive Maßnahmeneinzuleiten, bis die klinische Toxizität abnimmt oder abklingt, wobei die Halbwertszeit von61,5 Stunden zu berücksichtigen ist. Nebenwirkungen im Falle einer Überdosierung wurdenbisher nicht beobachtet; es ist zu erwarten, dass derartige Reaktionen den in Abschnitt 4.8aufgeführten Nebenwirkungen ähneln würden. Es ist nicht bekannt, ob Relugolix durch
Hämodialyse aus dem Körper entfernt wird.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, andere Hormonantagonisten undverwandte Mittel, ATC-Code: L02BX04
WirkmechanismusRelugolix ist ein nicht-peptidischer GnRH-Rezeptorantagonist, der kompetitiv an GnRH-
Rezeptoren in der anterioren Hypophyse bindet und dadurch die Bindung von nativem GnRHverhindert und den Signalweg der Sekretion von luteinisierendem Hormon (LH) undfollikelstimulierendem Hormon (FSH) unterbricht. Infolgedessen wird die Testosteronbildungin den Hoden reduziert. Beim Menschen sinken die FSH- und LH-Konzentrationen zu Beginnder Behandlung mit Orgovyx rasch ab, und die Testosteronkonzentrationen werden auf Werteunterhalb der physiologischen Konzentrationen gesenkt. Die Behandlung ist nicht mit denanfänglichen Erhöhungen der FSH- und LH-Konzentrationen und des daraus folgenden
Testosteronanstiegs ('potenzieller symptomatischer Schub“) assoziiert, die bei einer
Behandlungseinleitung mit einem GnRH-Analogon beobachtet werden. Nach Absetzen der
Behandlung kehren die Hypophysen- und Gonadenhormonspiegel auf physiologische
Konzentrationen zurück.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und die Wirksamkeit von Orgovyx wurden in der HERO-Studie untersucht,einer randomisierten, offenen Studie bei erwachsenen Männern mit androgensensitivemfortgeschrittenem Prostatakarzinom, die eine mindestenseinjährige Androgendeprivationstherapie benötigten und keine Kandidaten für eine operativeoder Strahlentherapie mit kurativer Absicht waren. Geeignete Patienten wiesen entweder einbiochemisches (PSA) oder ein klinisches Rezidiv nach einer lokalen Primärintervention mitkurativer Absicht auf und kamen nicht für eine erhaltende Operation infrage, hatten eine neudiagnostizierte androgensensitive metastasierende Erkrankung oder hatten einefortgeschrittene lokalisierte Erkrankung, die durch eine Primärintervention mit Operation oder
Bestrahlung voraussichtlich nicht geheilt werden konnte. Geeignete Patienten mussten einen
ECOG-Index (Eastern Cooperative Oncology Group) von 0 oder 1 aufweisen. Patienten miteiner Tumorprogression während des Behandlungszeitraums wurden zum Verbleib in der
Studie angehalten und konnten, falls angezeigt, eine vom Prüfarzt verordnete Strahlentherapieerhalten. Bei einem Anstieg der PSA-Werte konnten die Patienten nach der Bestätigung der
PSA-Progression während der Studie Enzalutamid oder Docetaxel erhalten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die medizinische Kastrationsrate, definiert als das
Erreichen und Aufrechterhalten einer Serumtestosteronsuppression im Serum auf
Kastrationsniveau (< 50 ng/dl) an Tag 29 über 48 Behandlungswochen; außerdem wurde die
Nichtunterlegenheit von Relugolix im Vergleich zu Leuprorelin bewertet (siehe Tabelle 3).
Weitere wichtige sekundäre Endpunkte waren die Kastrationsraten an Tag 4 und 15, die
Kastrationsraten mit Testosteron < 20 ng/dl an Tag 15 und die PSA-Ansprechrate an Tag 15(siehe Tabelle 4).
Insgesamt wurden 934 Patienten in einem Verhältnis von 2:1 in randomisierter Weise der Anwendungvon Orgovyx oder Leuprorelin über 48 Wochen zugewiesen:
a) Orgovyx in einer Aufsättigungsdosis von 360 mg am ersten Tag, gefolgt vontäglichen oralen Dosen von 120 mg.
b) Leuprorelin 22,5 mg (bzw. 11,25 mg in Japan, Taiwan und China) als subkutane
Injektion alle 3 Monate.
Die Population (N = 930) in beiden Behandlungsgruppen hatte ein medianes Alter von71 Jahren (Bereich 47 bis 97 Jahre). Die ethnische Verteilung setzte sich aus 68 % Weißen,21 % Asiaten, 4,9 % Schwarzen und 5 % Sonstigen zusammen. Das Krankheitsstadiumverteilte sich wie folgt: 32 % metastasiert (M1), 31 % lokal fortgeschritten (T3/4 NX M0 oderbeliebiges T N1 M0), 28 % lokalisiert (T1 oder T2 N0 M0) und 10 % nicht klassifizierbar.
Die primären Wirksamkeitsergebnisse von Orgovyx im Vergleich zu Leuprorelin in Bezug aufdas Erreichen und Aufrechterhalten von Testosteronwerten im Serum auf Kastrationsniveau(T < 50 ng/dl) sind in Tabelle 3 und Abbildung 1 dargestellt. Die Testosteronwerte bei
Baseline und der zeitliche Verlauf der Testosteronsuppression durch Orgovyx und Leuprorelinwährend des 48-wöchigen Behandlungszeitraums sind in Abbildung 2 dargestellt.
Tabelle 4. Medikamentöse Kastrationsraten (Testosteronkonzentrationen < 50 ng/dl) von
Woche 5, Tag 1 (Tag 29) bis Woche 49, Tag 1 (Tag 337) in der HERO-Studie
Orgovyx Leuprorelin 22,5 mg360/120 mg oder 11,25 mga
Anz. behandelt 622b 308b
Ansprechrate (95 %-KI)c 96,7 % 88,8 %(94,9 %, 97,9 %) (84,6 %, 91,8 %)
Unterschied zu Leuprorelin (95 %-KI) 7,9 %(4,1 %, 11,8 %)dp-Wert < 0,0001a Anwendung von 22,5 mg in Europa und Nordamerika; Anwendung von 11,25 mg in Asien.
Die Kastrationsrate der Patientenuntergruppe, die Leuprorelin 22,5 mg erhielt (n = 264),betrug 88,0 % (95 %-KI: 83,4 %, 91,4 %).b Zwei Patienten in jeder Gruppe erhielten die Studienbehandlung nicht und wurden nichteinbezogen.c Kaplan-Meier-Schätzungen innerhalb der Gruppe.d Die Nichtunterlegenheit wurde mit einer Schwankungsbreite von -10 % geprüft.
Abbildung 1: Kumulative Inzidenz von Testosteronkonzentrationen < 50 ng/dl in der
HERO-Studie
Abbildung 2: Testosteronkonzentrationen von Baseline bis Woche 49 (Mittelwert und 95 %-KI)in der HERO-Studie
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zu den wichtigsten sekundären Endpunkten ist in
Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 5. Zusammenfassung der wichtigsten sekundären Endpunkte
Orgovyx Leuprorelin
Sekundärer Endpunkt (N = 622) (N = 308) p-Wert
Kumulative Wahrscheinlichkeit einer 56,0 0,0 < 0,0001
Testosteronsuppression auf < 50 ng/dl vor der
Anwendung an Tag 4
Kumulative Wahrscheinlichkeit einer 98,7 12,1 < 0,0001
Testosteronsuppression auf < 50 ng/dl vor der
Anwendung an Tag 15
Anteil der Patienten mit PSA-Ansprechen an 79,4 19,8 < 0,0001
Tag 15, gefolgt von einer Bestätigung an Tag 29
Kumulative Wahrscheinlichkeit einer 78,4 1,0 < 0,0001
Testosteronsuppression auf < 20 ng/dl vor der
Anwendung an Tag 15
Abkürzungen: PSA = prostataspezifisches Antigen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Orgovyx eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen inder Behandlung von fortgeschrittenem hormonsensitivem Prostatakarzinom gewährt (siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Nach oraler Anwendung einer einmaligen Aufsättigungsdosis von 360 mg betrugen der
Mittelwert (± Standardabweichung [±SD]) von AUC0-24 und Cmax von Relugolix985 (± 742) ng.h/ml bzw. 215 (± 184) ng/ml. Nach Anwendung einer Dosis von 120 mgeinmal täglich betrugen der Mittelwert (± SD), Cmax, Cavg (durchschnittliche
Plasmakonzentration über das 24-Stunden-Dosierungsintervall) und Ctrough von Relugolix im
Steady State 70 (± 65) ng/ml, 17,0 (± 7) ng/ml bzw. 10,7 (± 4) ng/ml.
Die Akkumulation der Exposition gegenüber Relugolix bei einmal täglicher Anwendung einer120-mg-Dosis Relugolix beträgt etwa das 2-Fache. Nach einmal täglicher Anwendung von
Relugolix im Anschluss an eine Aufsättigungsdosis von 360 mg am ersten Tag der
Anwendung wird der Steady State von Relugolix an Tag 7 erreicht.
ResorptionDie Resorption von Relugolix nach oraler Anwendung wird hauptsächlich durch dasintestinale P-gp vermittelt, für das Relugolix ein Substrat ist. Nach oraler Anwendung wird
Relugolix rasch resorbiert und erreicht 0,5 Stunden nach der Anwendung eine quantifizierbare
Konzentration, gefolgt von einer oder mehreren anschließenden Resorptionsspitzen. Der
Median (Spanne) der Zeit bis zur Cmax (tmax) von Relugolix beträgt 2,25 Stunden (0,5 bis5,0 Stunden). Die absolute Bioverfügbarkeit von Relugolix beträgt 11,6 %.
Nach Anwendung einer Einzeldosis Relugolix 120 mg nach dem Verzehr einerhochkalorischen, fettreichen Mahlzeit (etwa 800 bis 1 000 Kalorien, davon 500, 220 bzw.124 Kalorien aus Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß) waren die AUC0-∞ und Cmax um 19 %bzw. 21 % verringert. Die Abnahme der Exposition gegenüber Relugolix nach einer Mahlzeitwird nicht als klinisch bedeutsam erachtet, daher kann Orgovyx unabhängig von den
Mahlzeiten angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungRelugolix ist zu 68 bis 71 % an Plasmaproteine gebunden, hauptsächlich an Albumin und ingeringerem Ausmaß an α1-saures Glykoprotein. Das mittlere Blut-Plasma-Verhältnis beträgt0,78. Basierend auf dem scheinbaren Verteilungsvolumen (Vz) verteilt sich Relugolixweitgehend in Geweben. Das geschätzte Verteilungsvolumen im Steady State (Vss) beträgt3 900 l.
BiotransformationIn-vitro-Studien weisen darauf hin, dass es sich bei den CYP-Enzymen, die primär an derhepatisch-oxidativen Metabolisierung von Relugolix beteiligt sind, um CYP3A4/5(45 %) > CYP2C8 (37 %) > CYP2C19 (< 1 %) handelt, wobei die oxidativen Metaboliten,
Metabolit-A und Metabolit-B, von CYP3A4/5 bzw. CYP2C8 gebildet werden.
EliminationNach der Resorption werden etwa 19 % von Relugolix als unveränderter Wirkstoff mit dem
Urin ausgeschieden, und etwa 80 % werden über mehrere Biotransformationswege,einschließlich CYP3A und CYP2C8 und verschiedene andere Nebenstoffwechselwege,ausgeschieden, mit einem geringen Beitrag der biliären Sekretion von unverändertem
Arzneimittel und/oder Metaboliten. Ca. 38 % der angewendeten Dosis werden als Metaboliten(mit Ausnahme von Metabolit-C) über die Fäzes und den Urin ausgeschieden. Metabolit-Cwird von der intestinalen Mikroflora gebildet und ist der primär in den Fäzes vorliegende
Metabolit (51 %) und spiegelt somit nochmals das nicht resorbierte Arzneimittel wider.
Linearität/Nicht-LinearitätBei Dosen unterhalb von etwa 80 mg steigt die Exposition gegenüber Relugolix stärker alsdosisproportional an. Dies steht im Einklang mit der dosisabhängigen Sättigung desintestinalen P-gp und dem entsprechend abnehmenden Beitrag des intestinalen P-gp-Effluxeszur oralen Bioverfügbarkeit von Relugolix, wenn die Dosis erhöht wird. Nach der Sättigungdes intestinalen P-gp wird ein größerer Teil der Resorption von Relugolix durch passive
Diffusion gesteuert, und die Exposition gegenüber Relugolix steigt innerhalb des
Dosisbereichs von 80 bis 360 mg proportional zur Dosis. Die Sättigung des intestinalen P-gpbei höheren Dosen von Relugolix wird durch die dosisabhängige Zunahme der Expositiongegenüber Relugolix in Verbindung mit Erythromycin, einem starken P-gp-Inhibitor (undmäßigen CYP3A-Inhibitor), belegt, wobei die Zunahme der Exposition bei einer Dosis von120 mg geringer war als bei niedrigeren Dosen von Relugolix (20 oder 40 mg) (siehe
Abschnitt 4.5).
Besondere PatientengruppenPopulations-PK- (PopPK) und PopPK/PD-Analysen deuten darauf hin, dass keine klinischbedeutsamen Unterschiede in Bezug auf die Exposition gegenüber Relugolix oder den
Testosteronkonzentrationen in Abhängigkeit von Alter, Hautfarbe oder ethnischer
Zugehörigkeit, Körpergröße (Körpergewicht oder Body-Mass-Index) oder Krebsstadiumbestehen.
NierenfunktionsstörungBasierend auf den speziellen Studien zu Nierenfunktionsstörungen mit 40 mg Relugolix wardie Exposition gegenüber Relugolix (AUC0-t) bei Patienten mit mittelschwerer
Nierenfunktion um das 1,5-Fache und bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung umdas bis zu 2,0-Fache im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion erhöht. Die
Erhöhungen bei Patienten mit mittelschwerer Nierenfunktionsstörung werden nicht alsklinisch bedeutsam erachtet. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung ist bei einmaltäglicher Anwendung einer 120-mg-Dosis Relugolix Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).
Die Auswirkungen einer terminalen Niereninsuffizienz (mit oder ohne Hämodialyse) auf die
Pharmakokinetik von Relugolix wurden nicht untersucht. In welcher Menge Relugolix durch
Hämodialyse eliminiert wird, ist nicht bekannt.
LeberfunktionsstörungNach Anwendung einer Einzeldosis von Relugolix 40 mg bei Patienten mit leichter odermittelschwerer Leberfunktionsstörung war die Gesamtexposition gegenüber Relugolix(AUC0-∞) im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion um 31 % vermindert bzw.vergleichbar. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Relugolix bei Patienten mit leichteroder mittelschwerer Leberfunktionsstörung und bei gesunden Kontrollprobanden warvergleichbar.
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung von Orgovyx erforderlich (siehe Abschnitt 4.2). Die Auswirkungen einerschweren Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Relugolix wurden nichtuntersucht.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität beiwiederholter Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen, die über die unten genanntenhinausgehen.
Bei männlichen Mäusen mit humanem GnRH-Rezeptor-Knock-in verringerte die orale
Anwendung von Relugolix das Gewicht der Prostata und der Samenbläschen nach Gabe von
Dosen ≥ 3 mg/kg zweimal täglich über 28 Tage. Die Effekte von Relugolix waren reversibel,mit Ausnahme des Hodengewichts, welches sich innerhalb von 28 Tagen nach Absetzen des
Arzneimittels nicht vollständig wiederherstellte. Diese Effekte bei männlichen Knock-in-
Mäusen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Pharmakodynamik von Relugolix;die Relevanz dieser Ergebnisse für den Menschen ist jedoch nicht bekannt. In einer 39-wöchigen Toxizitätsstudie mit wiederholter Gabe an Affen wurden bei oralen Relugolix-
Dosen von bis zu 50 mg/kg/Tag (etwa das 36-Fache der Humanexposition bei derempfohlenen Dosis von 120 mg täglich auf der Grundlage der AUC) keine signifikanten
Auswirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane festgestellt. Relugolix (in Dosen von≥ 1 mg/kg) bewirkte eine Suppression der LH-Konzentration bei kastrierten männlichen
Cynomolgus-Affen; der suppressive Effekt von Relugolix auf die LH-Konzentration und die
Sexualhormone wurde jedoch in der 39-wöchigen Toxizitätsstudie an gesunden Affen nichtuntersucht. Daher ist die Relevanz der fehlenden Wirkung auf die Fortpflanzungsorgane beigesunden männlichen Affen für den Menschen nicht bekannt.
Bei trächtigen Kaninchen, denen Relugolix während des Zeitraums der Organogenese oralgegeben wurde, kam es bei Expositionswerten (AUC), die unter der für den Menschenempfohlenen Dosis von 120 mg/Tag lagen, zu Spontanaborten und dem Verlust des gesamten
Wurfs. Bei Ratten wurden keine Effekte auf die embryofetale Entwicklung beobachtet;allerdings interagiert Relugolix nicht wesentlich mit den GnRH-Rezeptoren bei dieser
Spezies.
Bei laktierenden Ratten, denen eine Einzeldosis von radioaktiv markiertem Relugolix von30 mg/kg an Tag 14 post partum oral gegeben wurde, lagen Relugolix und/oder seine
Metaboliten in einer Konzentration in der Milch vor, die 10-fach höher als die
Plasmakonzentration 2 Stunden nach der Gabe war, und sanken 48 Stunden nach der Gabe aufniedrige Werte. Der Großteil der Relugolix-bedingten Radioaktivität in der Milch bestand ausunverändertem Relugolix.
Studien zur Beurteilung der Risiken für die Umwelt haben gezeigt, dass Relugolixmöglicherweise ein Risiko für den aquatischen Bereich darstellt (siehe Abschnitt 6.6).
Mannitol (E421)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Hydroxypropylcellulose (E463)
Magnesiumstearat (E572)
Hypromellose (E464)
Titandioxid (E171)
Eisen(III)-oxid (E172)
Carnaubawachs (E903)
Nicht zutreffend.
4 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Orgovyx-Filmtabletten sind in einer Flasche verpackt. Eine Flasche aus High-Density-
Polyethylen (HDPE) mit Trockenmittel und einer induktionsversiegelten kindergesicherten
Polypropylen (PP)- Schutzkappe enthält 30, 33, 90 oder 95 Filmtabletten.
Packungsgröße mit 30, 33, 90 (3 Flaschen zu 30 oder eine Flasche zu 90) und 95
Filmtabletten.
Orgovyx-Filmtabletten werden auch in Alu/Alu Blisterpackungen, die 30 oder 90
Filmtabletten enthalten, geliefert.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Dieses Arzneimittel stellt möglicherweise eine Gefährdung für die Umwelt dar (siehe
Abschnitt 5.3). Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend dennationalen Anforderungen zu beseitigen.
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EU/1/22/1642/006
EU/1/22/1642/007
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 29. April 2022
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.