Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels OPDUALAG 240mg / 80mg konzentrat zur herstellung einer infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Opdualag 240 mg/80 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 12 mg Nivolumab (nivolumab) und4 mg Relatlimab (relatlimab).
Eine Durchstechflasche mit 20 ml enthält 240 mg Nivolumab und 80 mg Relatlimab.
Nivolumab und Relatlimab sind humane Immunglobulin-G4-(IgG4) monoklonale Antikörper, diemittels rekombinanter DNA-Technologie aus Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters gewonnenwerden.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Klare bis opaleszierende, farblose bis leicht gelbe Flüssigkeit, die praktisch keine Schwebstoffeenthält.
Die Lösung hat einen pH-Wert von ca. 5,8 und eine Osmolalität von ca. 310 mOsm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Opdualag ist für die Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren odermetastasierten) Melanoms mit Tumorzell-PD-L1-Expression < 1 % bei Erwachsenen und
Jugendlichen im Alter ab 12 Jahren indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung muss von einem auf dem Gebiet der Krebsbehandlung erfahrenen Arzt eingeleitetund überwacht werden.
Patienten, die mit Opdualag behandelt werden, ist die Patientenkarte auszuhändigen und sie müssenüber die Risiken von Opdualag informiert werden (siehe Packungsbeilage).
PD-L1-TestungPatienten sollten basierend auf einer mittels validierten Tests bestätigten Tumor-PD-L1-Expression fürdie Behandlung mit Opdualag selektiert werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
DosierungDie empfohlene Dosis für Erwachsene und Jugendliche im Alter ab 12 Jahren beträgt 480 mg
Nivolumab und 160 mg Relatlimab alle 4 Wochen als intravenöse Infusion über 30 Minutenverabreicht. Diese Dosis ist für jugendliche Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg belegt(siehe Abschnitt 5.2)
Die Behandlung mit Opdualag sollte so lange fortgesetzt werden, wie ein klinischer Nutzen bestehtoder bis die Behandlung vom Patienten nicht mehr vertragen wird. Eine Dosissteigerung oder
- reduktion wird nicht empfohlen. Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit istmöglicherweise ein Aufschieben einer Dosis oder ein dauerhafter Abbruch der Behandlungerforderlich. Richtlinien zum dauerhaften Absetzen oder Aufschieben von Dosen werden in Tabelle 1beschrieben. Detaillierte Richtlinien zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen werden im
Abschnitt 4.4 beschrieben.
Tabelle 1: Empfohlene Behandlungsmodifikationen für Opdualag
Immunvermittelte Schweregrad Behandlungsmodifikation
Nebenwirkung
Pneumonitis Grad 2 Dosis(en) aufschieben bis sich die Symptome
Immunvermittelte zurückgebildet haben, radiologisch erkennbare
Pneumonitis Veränderungen sich gebessert haben und die
Behandlung mit Corticosteroiden beendet ist
Pneumonitis Grad 3 oder 4 Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
Diarrhö oder Kolitis Dosis(en) aufschieben bis sich die Symptome
Grad 2 oder 3 zurückgebildet haben und die Behandlung mit
Immunvermittelte Corticosteroiden, falls erforderlich, beendet ist
KolitisDiarrhö oder Kolitis Grad 4 Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
Erhöhung der
Aspartat-Aminotransferase(AST) oder
Alanin-Aminotransferase (ALT)auf das mehr als 3-Fache und Dosis(en) aufschieben bis die Laborwerte aufbis zu 5-Fache des oberen den Ausgangswert zurückgegangen sind und
Normalwertes (Upper Limit of die Behandlung mit Corticosteroiden, falls
Normal, ULN) erforderlich, beendet istoder
Erhöhung des Gesamtbilirubinsauf das mehr als 1,5-Fache undbis zu 3-Fache des ULN
Immunvermittelte
Hepatitis Erhöhung von AST oder ALTauf mehr als das 5-Fache des
ULN, unabhängig vom
Ausgangswertoder
Erhöhung des Gesamtbilirubinsauf mehr als das 3-Fache des Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
ULNoder
Gleichzeitige Erhöhung von
AST oder ALT auf mehr als das3-Fache des ULN und Erhöhungdes Gesamtbilirubins auf mehrals das 2-Fache des ULN
Immunvermittelte Kreatinin-Erhöhung Dosis(en) aufschieben bis das Kreatinin auf den
Nephritis und Grad 2 oder 3 Ausgangswert zurückgegangen ist und die
Nierenfunktionsstörung Behandlung mit Corticosteroiden beendet ist
Kreatinin-Erhöhung Grad 4 Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
Immunvermittelte Schweregrad Behandlungsmodifikation
Nebenwirkung
Symptomatische Grad 2 oder 3 Dosis(en) aufschieben bis sich die Symptome
Hypothyreose, Hyperthyreose, zurückgebildet haben und die Behandlung mit
Hypophysitis Corticosteroiden (falls nötig bei Symptomen
Grad 2 Nebenniereninsuffizienz akuter Entzündung) beendet ist. Die
Grad 3 Diabetes Behandlung mit Opdualag sollte begleitend zur
Immunvermittelte Hormonsubstitutionstherapiea fortgeführt
Endokrinopathien werden, sofern keine Symptome auftreten
Grad 4 Hypothyreose
Grad 4 Hyperthyreose
Grad 4 Hypophysitis
Grad 3 oder 4 Nebenniereninsuf Setzen Sie die Behandlung dauerhaft abfizienz
Grad 4 Diabetes
Ausschlag Grad 3 Dosis(en) aufschieben bis sich die Symptomezurückgebildet haben und die Behandlung mit
Corticosteroiden beendet ist
Immunvermittelte Verdacht auf Dosis(en) aufschieben
Nebenwirkungen der Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)
Haut oder toxische epidermale
Nekrolyse (TEN)
Ausschlag Grad 4 Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab (siehe
Bestätigter Fall von SJS/TEN Abschnitt 4.4)
Grad 2 Myokarditis Dosis(en) aufschieben bis sich die Symptome
Immunvermittelte zurückgebildet haben und die Behandlung mit
Myokarditis Corticosteroiden beendet istb
Grad 3 oder 4 Myokarditis Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
Grad 3 (erstes Auftreten) Dosis(en) aufschieben
Grad 4 oder wiederauftretender
Grad 3; persistierender Grad 2
Andere oder 3 trotzimmunvermittelte Behandlungsmodifikation;
Nebenwirkungen Fälle, in denen die Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab
Corticosteroiddosis nicht auf10 mg Prednison oder dasentsprechende Äquivalent pro
Tag reduziert werden kann
Hinweis: Toxizitätsgrade entsprechen den Kriterien des National Cancer Institute (National Cancer Institute Common
Terminology Criteria for Adverse Events), Version 5.0 (NCI-CTCAE v5).a Empfehlungen zur Anwendung von Hormonsubstitutionstherapie siehe Abschnitt 4.4.b Die Sicherheit einer Wiederaufnahme der Therapie mit Opdualag nach dem Auftreten einer immunvermittelten
Myokarditis ist unbekannt.
Spezielle PatientenpopulationenKinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Opdualag bei Kindern unter 12 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere MenschenBei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leichter oder mäßiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich(siehe Abschnitt 5.2). Die Daten von Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sind begrenzt undlassen keine Schlussfolgerungen für diese Population zu.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die Daten von Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sindbegrenzt und lassen keine Schlussfolgerungen für diese Population zu.
Art der AnwendungOpdualag ist nur zur intravenösen Anwendung vorgesehen. Es wird als intravenöse Infusion übereinen Zeitraum von 30 Minuten verabreicht.
Opdualag darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreicht werden.
Opdualag kann ohne Verdünnung angewendet werden oder kann mit einer
Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9 %) oder einer Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml(5 %) verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6).
Für Anweisungen zur Zubereitung und Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Beurteilung des PD-L1-StatusEs ist wichtig, für die Beurteilung des PD-L1-Tumorstatus eine gut validierte und robuste Methode zuverwenden.
Immunvermittelte NebenwirkungenUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab können immunvermittelte Nebenwirkungenauftreten, die ein geeignetes Management erfordern, einschließlich Einleitung einer
Corticosteroid-Behandlung und Behandlungsmodifikationen (siehe Abschnitt 4.2).
Immunvermittelte Nebenwirkungen, die mehr als ein Körpersystem betreffen, können gleichzeitigauftreten.
Patienten sollten engmaschig überwacht werden (mindestens bis zu 5 Monate nach der letzten Dosis),da Nebenwirkungen unter Opdualag jederzeit während oder nach der Behandlung auftreten können.
Bei vermuteten immunvermittelten Nebenwirkungen sollte zur Bestätigung der Ätiologie oder zum
Ausschluss anderer Ursachen eine angemessene Abklärung durchgeführt werden. In Abhängigkeitvom Schweregrad der Nebenwirkung sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und den
Patienten Corticosteroide gegeben werden. Wenn eine Immunsuppression mit Corticosteroiden zur
Behandlung von Nebenwirkungen eingesetzt wird, sollte die Corticosteroidtherapie nach Besserungder Nebenwirkungen über mindestens einen Monat ausgeschlichen werden. Ein zu schnelles
Ausschleichen kann zur Verschlechterung oder Wiederauftreten der Nebenwirkung führen. Wenn estrotz Corticosteroidanwendung zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, solltenzusätzlich nicht-steroidale Immunsuppressiva gegeben werden.
Die Behandlung mit Opdualag sollte nicht fortgesetzt werden, solange der Patient immunsuppressive
Dosen von Corticosteroiden oder andere Immunsuppressiva erhält. Prophylaktisch können Antibiotikagegeben werden, um opportunistische Infektionen bei Patienten zu verhindern, die immunsuppressivbehandelt werden.
Opdualag muss bei jeder schweren wiederauftretenden immunvermittelten Nebenwirkung und beijeder lebensbedrohlichen immunvermittelten Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte PneumonitisUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere Pneumonitiden oder interstitielle
Lungenerkrankungen, einschließlich eines tödlichen Falls, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Die
Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer Pneumonitis wie beispielsweise radiologische
Veränderungen (z. B. fokale milchglasartige Dichteanhebung, fleckige Infiltrate), Dyspnoe und
Hypoxie überwacht werden. Infektiöse und krankheitsbedingte Ursachen sollten ausgeschlossenwerden.
Bei Pneumonitis Grad 3 oder 4 muss Opdualag dauerhaft abgesetzt und mit einer Behandlung mit
Corticosteroiden in einer Dosierung von 2 bis 4 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnenwerden.
Bei (symptomatischer) Pneumonitis Grad 2 sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und miteiner Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der
Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, sollte die
Corticosteroid-Dosis auf 2 bis 4 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Opdualag muss dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte KolitisUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere Diarrhö oder Kolitis beobachtet(siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten auf Diarrhö und weitere Symptome einer Kolitis wie
Abdominalschmerzen und Schleim und/oder Blut im Stuhl überwacht werden. Cytomegalievirus(CMV)-Infektion/-Reaktivierung wurde bei Patienten mit Corticosteroid-refraktärerimmunvermittelter Kolitis berichtet. Infektiöse und andere Ursachen der Diarrhö sind deshalb durchgeeignete Labortests und zusätzliche Untersuchungen auszuschließen. Falls sich die Diagnose der
Corticosteroid-refraktären Kolitis bestätigt, sollte zusätzlich zu dem Corticosteroid ein anderes
Immunsuppressivum oder ein Austausch der Corticosteroidtherapie in Betracht gezogen werden.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 4 muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden und es sollte eine
Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 3 sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und eine
Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der
Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, muss die
Behandlung mit Opdualag dauerhaft abgesetzt werden.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 2 sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben werden. Beianhaltenden Beschwerden sollte mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent behandelt werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide bei Bedarf fortgesetzt werden. Wenn es trotzder Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, solltedie Corticosteroid-Dosis auf 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Opdualag muss dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte HepatitisUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere Hepatitiden beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer Hepatitis wie ein Anstieg der
Transaminasen und des Gesamtbilirubins überwacht werden. Infektiöse und krankheitsbedingte
Ursachen sind auszuschließen.
Bei Erhöhung von AST oder ALT unabhängig vom Ausgangswert auf mehr als das 5-Fache des ULN,
Erhöhung des Gesamtbilirubins auf mehr als das 3-Fache des ULN oder gleichzeitiger Erhöhung von
AST oder ALT auf mehr als das 3-Fache des ULN und Erhöhung des Gesamtbilirubins auf mehr alsdas 2-Fache des ULN muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden und es sollte eine Behandlung mit
Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnenwerden.
Bei Erhöhung von AST/ALT auf das mehr als 3-Fache und das bis zu 5-Fache des ULN oder
Erhöhung des Gesamtbilirubins auf das mehr als 1,5-Fache und das bis zu 3-Fache des ULN sollte die
Behandlung mit Opdualag aufgeschoben werden. Bei anhaltenden Erhöhungen dieser Laborwertesollte mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalentbehandelt werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit Opdualag nach dem Ausschleichender Corticosteroide bei Bedarf fortgesetzt werden. Wenn es trotz der Behandlung mit Corticosteroidenzu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, sollte die Corticosteroid-Dosis auf1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und Opdualag muss dauerhaftabgesetzt werden.
Immunvermittelte Nephritis und NierenfunktionsstörungUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere Nephritiden und
Nierenfunktionsstörungen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind auf Anzeichen und
Symptome einer Nephritis oder Nierenfunktionsstörung zu überwachen. Bei den meisten Patienten tritteine asymptomatische Kreatininerhöhung im Serum auf. Krankheitsbedingte Ursachen sindauszuschließen.
Bei einer Kreatininerhöhung im Serum Grad 4 muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden und essollte eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden.
Bei einer Kreatininerhöhung im Serum Grad 2 oder 3 sollte die Behandlung mit Opdualagaufgeschoben und eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der
Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, sollte die
Corticosteroid-Dosis auf 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Opdualag muss dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte EndokrinopathienUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere Endokrinopathien, einschließlich
Hypothyreose, Hyperthyreose, Nebenniereninsuffizienz (einschließlich sekundärer
Nebennierenrindeninsuffizienz), Hypophysitis (einschließlich Hypophyseninsuffizienz) und Diabetesmellitus beobachtet. Unter Nivolumab-Monotherapie wurden Fälle von diabetischer Ketoazidosebeobachtet und könnten möglicherweise auch unter Nivolumab in Kombination mit Relatlimabauftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten sollten hinsichtlich klinischer Anzeichen und Symptome von Endokrinopathien und
Hyperglykämie und Veränderungen der Schilddrüsenfunktion überwacht werden (zu Beginn der
Behandlung, regelmäßig während der Behandlung und wenn es nach klinischer Beurteilung angezeigtist). Patienten können mit Ermüdung/Fatigue, Kopfschmerzen, psychischen Veränderungen,
Abdominalschmerzen, Veränderung der Stuhlgewohnheiten und Hypotonie oder unspezifischen
Symptomen vorstellig werden, die anderen Ursachen, wie etwa Gehirnmetastasen oder derzugrundeliegenden Erkrankung, ähneln können. Bis eine andere Ätiologie identifiziert worden ist,sollten Anzeichen oder Symptome von Endokrinopathien als immunvermittelt betrachtet werden.
Schilddrüsenfunktionsstörung
Bei symptomatischer Hypothyreose sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und bei Bedarfmit einer Hormonsubstitutionstherapie begonnen werden. Bei symptomatischer Hyperthyreose solltedie Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und bei Bedarf eine Behandlung mit Thyreostatikabegonnen werden. Bei Verdacht auf eine akute Entzündung der Schilddrüse sollte auch eine
Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent in Betracht gezogen werden. Bei einer Besserung kann die Behandlungmit Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide bei Bedarf fortgesetzt werden. Die
Schilddrüsenfunktion sollte weiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dass die passende
Hormonsubstitutionstherapie angewandt wird. Bei lebensbedrohlicher (Grad 4) Hyperthyreose oder
Hypothyreose muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden.
NebenniereninsuffizienzBei schwerwiegender (Grad 3) oder lebensbedrohlicher (Grad 4) Nebenniereninsuffizienz muss
Opdualag dauerhaft abgesetzt werden. Bei symptomatischer Nebenniereninsuffizienz Grad 2 sollte die
Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und bei Bedarf mit einer physiologischen
Corticosteroid-Ersatztherapie begonnen werden. Die Nebennierenfunktion und Hormonspiegel solltenweiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dass die passende Corticosteroid-Ersatztherapieangewandt wird.
Hypophysitis
Bei lebensbedrohlicher (Grad 4) Hypophysitis muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden Beisymptomatischer Hypophysitis Grad 2 oder 3 sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben undbei Bedarf mit einer Hormonsubstitutionstherapie begonnen werden. Bei Verdacht auf akute
Entzündung der Hypophyse sollte auch eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent in Betracht gezogen werden. Bei einer Besserungkann die Behandlung mit Opdualag nach dem Ausschleichen der Corticosteroide bei Bedarffortgesetzt werden. Die Hypophysenfunktion und Hormonspiegel sollten weiterhin überwacht werden,um sicherzustellen, dass die passende Hormonsubstitutionstherapie angewandt wird.
Diabetes mellitus
Bei symptomatischem Diabetes sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und bei Bedarf miteiner Insulinersatztherapie begonnen werden. Der Blutzuckerspiegel sollte weiterhin überwachtwerden, um sicherzustellen, dass die passende Insulinersatztherapie angewandt wird. Beilebensbedrohlichem Diabetes muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte Nebenwirkungen der HautUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwerer Ausschlag beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Die Behandlung mit Opdualag sollte bei Ausschlag Grad 3 aufgeschoben und bei
Ausschlag Grad 4 abgesetzt werden. Schwerer Ausschlag sollte mit hochdosiertem Corticosteroid ineiner Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent behandelt werden.
Seltene Fälle von SJS und TEN, manche davon mit tödlichem Ausgang, wurden bei einer
Nivolumab-Monotherapie beobachtet und könnten möglicherweise unter Nivolumab in Kombinationmit Relatlimab auftreten. Wenn ein Verdacht auf Symptome oder Anzeichen für SJS oder TENbesteht, sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und der Patient an eine spezialisierte
Abteilung zur Beurteilung und Behandlung überwiesen werden. Wenn sich beim Patienten unter der
Anwendung von Opdualag SJS oder TEN bestätigt haben, wird die dauerhafte Absetzung der
Behandlung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Vorsicht ist geboten, wenn für einen Patienten, der zuvor bei Behandlung mit anderenimmunstimulierenden Krebsmedikamenten eine schwere oder lebensbedrohliche Hautreaktion erlittenhat, die Anwendung von Opdualag erwogen wird.
Immunvermittelte MyokarditisUnter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurde schwere immunvermittelte Myokarditisbeobachtet. Die Diagnose einer Myokarditis erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Patientenmit kardialen oder kardiopulmonalen Symptomen sollten auf eine mögliche Myokarditis untersuchtwerden. Falls eine Myokarditis vermutet wird, sollte unverzüglich eine Hochdosistherapie mit
Steroiden (Prednison 1 bis 2 mg/kg/Tag oder Methylprednisolon 1 bis 2 mg/kg/Tag) eingeleitetwerden und unverzüglich eine kardiologische Untersuchung mit umfassender Diagnostik nachaktuellen klinischen Leitlinien veranlasst werden. Sobald die Diagnose einer Myokarditis gestelltwurde, sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben oder dauerhaft abgesetzt werden, wie untenbeschrieben.
Bei Myokarditis Grad 3 oder 4 muss Opdualag dauerhaft abgesetzt werden und es sollte eine
Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 2 bis 4 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Bei Myokarditis Grad 2 sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und eine Behandlung mit
Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnenwerden. Bei einer Besserung kann eine Fortsetzung der Behandlung mit Opdualag nach dem
Ausschleichen der Corticosteroide erwogen werden. Wenn es trotz der Behandlung mit
Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, sollte die
Corticosteroid-Dosis auf 2 bis 4 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Opdualag muss dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Andere immunvermittelte NebenwirkungenDie folgenden klinisch signifikanten immunvermittelten Nebenwirkungen wurden bei Patienten, diemit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab behandelt wurden, selten berichtet: Uveitis,
Pankreatitis, Guillain-Barré-Syndrom, Myositis/Rhabdomyolyse, Enzephalitis, hämolytische Anämie,
Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom (VKH).
Die folgenden zusätzlichen klinisch signifikanten immunvermittelten Nebenwirkungen wurden bei
Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit anderen zugelassenen Wirkstoffenselten berichtet: Demyelinisierung, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv‑ und
Abduzensparese), Myasthenia gravis, myasthenes Syndrom, aseptische Meningitis, Gastritis,
Sarkoidose, Duodenitis, Hypoparathyreoidismus und nicht-infektiöse Zystitis.
Bei vermuteten immunvermittelten Nebenwirkungen sollte zur Bestätigung der Ätiologie oder zum
Ausschluss anderer Ursachen eine angemessene Abklärung durchgeführt werden. In Abhängigkeitvom Schweregrad der Nebenwirkung sollte die Behandlung mit Opdualag aufgeschoben und den
Patienten Corticosteroide gegeben werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit Opdualagnach dem Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Opdualag muss bei jeder schwerenwiederauftretenden immunvermittelten Nebenwirkung und bei jeder lebensbedrohlichenimmunvermittelten Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt werden.
Weitere wichtige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich Klasseneffekten
Bei mit PD-1-Inhibitoren behandelten Patienten wurde nach Markteinführung eine Abstoßung vonsoliden Organtransplantaten berichtet. Die Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimabkann das Abstoßungsrisiko bei Empfängern solider Organtransplantate erhöhen. Bei diesen Patientensollte der Nutzen der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab gegen das Risikoeiner möglichen Organabstoßung abgewogen werden.
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) wurde unter Nivolumab als Monotherapie,
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und Nivolumab in Kombination mit anderen Wirkstoffenbeobachtet. Unter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurde ein Todesfall berichtet. Vorsichtist geboten, wenn Nivolumab in Kombination mit Relatlimab gegeben wird. Wenn HLH bestätigtwird, sollte die Gabe von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab abgebrochen und die
HLH-Behandlung begonnen werden.
Bei Patienten, die vor oder nach einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSZT)mit Nivolumab behandelt wurden, wurde über rasch einsetzende und schwere
Transplantat-Wirt-Reaktionen (Graft-versus-Host-Krankheit, Graft-versus-Host disease [GvHD]),einige davon mit tödlichem Ausgang, berichtet. Die Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit
Relatlimab kann das Risiko schwerer GvHD und Todesfälle bei Patienten erhöhen, die zuvor eineallogene HSZT hatten, vor allem bei Patienten mit GvHD in der Vorgeschichte. Bei diesen Patientensollte der Nutzen der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab gegen das mögliche
Risiko abgewogen werden.
InfusionsreaktionenIn klinischen Studien mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurden schwere
Infusionsreaktionen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Falls eine schwere oder lebensbedrohliche
Infusionsreaktion auftritt, muss die Infusion von Opdualag abgebrochen und eine geeignetemedizinische Behandlung eingeleitet werden. Patienten mit leichter oder mäßiger Infusionsreaktionkönnen Opdualag unter engmaschiger Überwachung und präventiver Behandlung gemäß lokaler
Richtlinien zur Prophylaxe von Infusionsreaktionen erhalten.
Patienten, die aus der pivotalen klinischen Studie bei fortgeschrittenem Melanom ausgeschlossenwaren
Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, mit Erkrankungen, die eine systemische Behandlung mitmittel- oder hochdosierten Corticosteroiden oder immunsuppressiven Arzneimitteln erfordern, mituvealem Melanom, aktiven oder unbehandelten Hirn- oder leptomeningealen Metastasen sowie
Patienten mit Myokarditis in der Vorgeschichte, mit auf das > 2-Fache des ULN erhöhten
Troponinwerten oder ECOG‑Performance‑Status ≥ 2 waren von der pivotalen klinischen Studie zu
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab ausgeschlossen. Ohne weitere Daten sollte Nivolumab in
Kombination mit Relatlimab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger
Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Patientenkarte
Jeder Arzt, der Opdualag verschreibt, muss die Risiken der Behandlung mit Opdualag mit dem
Patienten besprechen. Der Patient erhält die Patientenkarte und wird angewiesen, die Karte stets beisich zu tragen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Sowohl Nivolumab als auch Relatlimab sind humane monoklonale Antikörper und daher wurdenkeine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Da monoklonale Antikörper nicht von
Cytochrom-P450-Enzymen (CYPs) oder anderen Enzymen des Wirkstoffmetabolismus abgebautwerden, ist nicht zu erwarten, dass die Pharmakokinetik von Relatlimab oder Nivolumab durch die
Hemmung oder Induktion dieser Enzyme durch gleichzeitig verabreichte Arzneimittel beeinflusstwird.
Es ist nicht zu erwarten, dass Nivolumab und Relatlimab die Pharmakokinetik anderer Wirkstoffebeeinflussen, die von CYP-Enzymen metabolisiert werden, da Nivolumab und Relatlimab keinesignifikante Modulation von Zytokinen bewirken und daher keine Auswirkungen auf die Expressionvon Cytochrom-P450-Enzymen haben.
Systemische Immunsuppression
Vor Beginn der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab sollte die Anwendungsystemischer Corticosteroide und anderer Immunsuppressiva wegen der potenziellen Beeinflussungder pharmakodynamischen Aktivität vermieden werden. Nach Beginn der Behandlung mit Nivolumabin Kombination mit Relatlimab können jedoch systemische Corticosteroide und andere
Immunsuppressiva zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen angewendet werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/VerhütungDie Anwendung von Opdualag bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nichtempfohlen, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Zuverlässige
Verhütungsmethoden sind für mindestens 5 Monate nach der letzten Gabe von Opdualag anzuwenden.
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Nivolumab in Kombination mit
Relatlimab bei Schwangeren vor. Basierend auf dem Wirkmechanismus und den Daten austierexperimentellen Studien kann Nivolumab in Kombination mit Relatlimab bei einer schwangeren
Frau den Fötus schädigen. Bei tierexperimentellen Reproduktionsstudien mit Nivolumab wurdeembryofetale Toxizität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Humanes IgG4 passiert die Plazentaschrankeund Nivolumab und Relatlimab sind IgG4; daher können Nivolumab und Relatlimab potenziell vonder Mutter auf den wachsenden Fetus übertragen werden. Die Anwendung von Opdualag während der
Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen, essei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Nivolumab und/oder Relatlimab in die Muttermilch übergehen. Es ist bekannt,dass Human-IgGs in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergehen; bald daraufnehmen diese auf niedrige Konzentrationen ab. Daher kann ein Risiko für den gestillten Säugling indiesem kurzen Zeitraum nicht ausgeschlossen werden. Anschließend kann Opdualag während der
Stillzeit angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist.
FertilitätEs wurden keine Studien durchgeführt, um die Auswirkung von Nivolumab und/oder Relatlimab aufdie Fertilität zu untersuchen. Daher ist die Auswirkung von Nivolumab und/oder Relatlimab auf diemännliche oder weibliche Fertilität unbekannt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenOpdualag hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Aufgrund potenzieller Nebenwirkungen wie Ermüdung/Fatigue und Schwindelgefühl(siehe Abschnitt 4.8) sollten Patienten angewiesen werden, beim Autofahren oder beim Bedienen von
Maschinen vorsichtig zu sein, bis sie sicher sind, nicht durch Opdualag beeinträchtigt zu werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsNivolumab in Kombination mit Relatlimab ist mit immunvermittelten Nebenwirkungen assoziiert(siehe unten 'Beschreibung einzelner Nebenwirkungen“). Die Behandlungsrichtlinien für diese
Nebenwirkungen werden im Abschnitt 4.4 beschrieben.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Ermüdung/Fatigue (41 %), Muskel- und Skelettschmerzen(32 %), Ausschlag (29 %), Arthralgie (26 %), Diarrhö (26 %), Pruritus (26 %), Kopfschmerzen(20 %), Übelkeit (19 %), Husten (16 %), verminderter Appetit (16 %), Hypothyreose (16 %),
Abdominalschmerzen (14 %), Vitiligo (13 %), Fieber (12 %), Obstipation (11 %), Harnwegsinfektion(11 %), Dyspnoe (10 %) und Erbrechen (10 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen sind Nebenniereninsuffizienz (1,4 %), Anämie(1,4 %), Rückenschmerzen (1,1 %), Kolitis (1,1 %), Diarrhö (1,1 %), Myokarditis (1,1 %), Pneumonie(1,1 %) und Harnwegsinfektion (1,1 %). Die Inzidenz von Grad-3-5-Nebenwirkungen bei Patientenmit fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Melanom betrug 43 % für mit
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und 35 % für mit Nivolumab behandelte Patienten.
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenDie Sicherheit von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab wurde bei 355 Patienten mitfortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Melanom untersucht (Studie CA224047).
In Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die im Datensatz für Patienten, die mit Nivolumabin Kombination mit Relatlimab behandelt wurden, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von19,94 Monaten berichtet wurden. Die oben und in Tabelle 2 aufgeführten Häufigkeiten basieren aufder Häufigkeit von Nebenwirkungen jeglicher Ursache. Diese Nebenwirkungen sind nach
Systemorganklassen und Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehrhäufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1 000, <1/100); selten (≥1/10 000, <1/1 000);sehr selten (<1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 2: Nebenwirkungen in klinischen Studien
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Harnwegsinfektion
Häufig Infektion der oberen Atemwege
Gelegentlich Follikulitis
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Anämiea, Lymphopeniea, Neutropeniea, Leukopeniea
Häufig Thrombozytopeniea, Eosinophilie
Gelegentlich Hämolytische Anämie
Endokrine ErkrankungenSehr häufig Hypothyreose
Häufig Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Hyperthyreose, Thyroiditis
Gelegentlich Hypophyseninsuffizienz, Hypogonadismus
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit
Häufig Diabetes mellitus, Hypoglykämiea, Gewichtsverlust, Hyperurikämie, Hypoalbuminämie,
DehydrierungPsychiatrische ErkrankungenHäufig Verwirrtheitszustand
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Periphere Neuropathie, Schwindelgefühl, Dysgeusie
Gelegentlich Enzephalitis, Guillain-Barré-Syndrom, Optikusneuritis
AugenerkrankungenHäufig Uveitis, Sehverschlechterung, trockene Augen, vermehrte Tränensekretion
Gelegentlich Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom, okuläre Hyperämie
HerzerkrankungenHäufig Myokarditis
Gelegentlich Perikarderguss
GefäßerkrankungenHäufig Phlebitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Dyspnoe, Husten
Häufig Pneumonitisb, Nasenverstopfung
Gelegentlich Asthma, Pleuraerguss
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Abdominalschmerzen, Obstipation
Häufig Kolitis, Pankreatitis, Gastritis, Dysphagie, Stomatitis, trockener Mund
Gelegentlich Ösophagitis
Selten Exokrine Pankreasinsuffizienz
Nicht bekannt Zöliakie
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Hepatitis
Gelegentlich Cholangitis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Ausschlag, Vitiligo, Pruritus
Häufig Alopezie, lichenoide Keratose, Lichtempfindlichkeitsreaktion, trockene Haut
Gelegentlich Pemphigoid, Psoriasis, Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Muskel- und Skelettschmerzen, Arthralgie
Häufig Arthritis, Muskelspasmen, muskuläre Schwäche
Gelegentlich Myositis, Sjögren-Syndrom, Polymyalgia rheumatica, rheumatoide Arthritis, systemischer
Lupus erythematodes
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Nierenversagen, Proteinurie
Gelegentlich Nephritis
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseGelegentlich Azoospermie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue, Fieber
Häufig Ödeme, grippeähnliche Erkrankungen, Schüttelfrost
Selten Serositis
Untersuchungen
Sehr häufig AST-Anstiega, ALT-Anstiega, Hyponatriämiea, Kreatinin-Anstiega, Anstieg der alkalischen
Phosphatasea, Hyperkaliämiea, Hypokalziämiea, Hypomagnesiämiea, Hyperkalziämiea,
Hypokaliämiea
Häufig Bilirubin-Anstiega, Hypernatriämiea, Hypermagnesiämiea, Troponin-Anstieg, Anstieg der
Gamma-Glutamyltransferase, Anstieg der Laktatdehydrogenase im Blut, Lipase-Anstieg,
Amylase-Anstieg
Gelegentlich Anstieg des C-reaktiven Proteins, Anstieg der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Häufig Infusionsbedingte Reaktiona Die Häufigkeitsangaben bei den Laborwerten entsprechen dem Anteil an Patienten, bei denen es zu einer
Verschlechterung gegenüber den Ausgangslaborwerten gekommen ist.
b Ein Todesfall wurde in der klinischen Studie berichtet.
Beschreibung einzelner NebenwirkungenImmunvermittelte PneumonitisUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab trat bei 5,1 % der Patienten
Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung und Lungeninfiltration, auf. Die
Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug 0,8 %. Bei 0,28 % der Patienten traten Todesfälle auf. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 28 Wochen (Spanne: 3,6-94,4). Bei 83,3 % der Patienten kames zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 12,0 Wochen (Spanne: 2,1-29,7+). Bei 1,7 %der Patienten führte eine immunvermittelte Pneumonitis zu einem dauerhaften Absetzen von
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und bei 55,6 % der Patienten mit einer immunvermittelten
Pneumonitis waren hochdosierte Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder Äquivalent)erforderlich.
Immunvermittelte KolitisUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab traten bei 15,8 % der Patienten
Diarrhö, Kolitis oder vermehrter Stuhlgang auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug 2,0 %.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 14 Wochen (Spanne: 0,1-95,6). Bei 92,7 % der Patientenkam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 3,9 Wochen (Spanne: 0,1-136,9+). Bei2,0 % der Patienten führte eine immunvermittelte Kolitis zu einem dauerhaften Absetzen von
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und bei 33,9 % der Patienten mit einer immunvermittelten
Kolitis waren hochdosierte Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder Äquivalent) erforderlich.
Immunvermittelte HepatitisUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab traten bei 13,2 % der Patienten
Anomalien bei Leberfunktionstests auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug 3,9 %. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 11 Wochen (Spanne: 2,0-144,9). Bei 78,7 % der Patienten kames zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 6,1 Wochen (Spanne: 1,0-88,1+). Bei 2,0 % der
Patienten führte eine immunvermittelte Hepatitis zu einem dauerhaften Absetzen von Nivolumab in
Kombination mit Relatlimab und bei 38,3 % der Patienten mit einer immunvermittelten Hepatitiswaren hochdosierte Corticosteroide erforderlich.
Immunvermittelte Nephritis und NierenfunktionsstörungUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab trat bei 4,5 % der Patienten eine
Nephritis oder Nierenfunktionsstörung auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug 1,4 %. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 21 Wochen (Spanne: 1,9-127,9). Bei 81,3 % der Patienten kames zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 8,1 Wochen (Spanne: 0,9-91,6+). Bei 1,1 % der
Patienten führten eine immunvermittelte Nephritis und Nierenfunktionsstörung zum dauerhaften
Absetzen von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und bei 25,0 % der Patienten mit einerimmunvermittelten Nephritis und Nierenfunktionsstörung waren hochdosierte Corticosteroide(Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder Äquivalent) erforderlich.
Immunvermittelte EndokrinopathienUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab traten bei 26 % der Patienten
Endokrinopathien auf.
Schilddrüsenerkrankungen, einschließlich Hypothyreose oder Hyperthyreose, traten bei 20,8 % der
Patienten auf. Es traten keine Grad-3/4-Schilddrüsenerkrankungen auf. Nebenniereninsuffizienz(einschließlich akuter Nebennierenrindeninsuffizienz) wurde bei 4,8 % der Patienten berichtet. Die
Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen einer Nebenniereninsuffizienz war 1,4 %. Es trat keine
Grad-3/4-Hypophyseninsuffizienz auf. Hypophysitis trat bei 1,1 % der Patienten auf. Die Inzidenz von
Grad-3/4-Hypophysitis betrug 0,3 %. Diabetes mellitus (einschließlich Diabetes mellitus Typ 1) tratbei 0,3 % der Patienten auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Diabetes mellitus betrug 0,3 %.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser Endokrinopathien betrug 13 Wochen (Spanne: 1,0-73,0).
Bei 27,7 % der Patienten kam es zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zur Rückbildung betrug0,4 bis 176,0+ Wochen. Bei 1,1 % der Patienten führten immunvermittelte Endokrinopathien zumdauerhaften Absetzen von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und bei 7,4 % der Patienten mitimmunvermittelten Endokrinopathien waren hochdosierte Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tagoder Äquivalent) erforderlich.
Immunvermittelte Nebenwirkungen der HautUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab trat bei 45,1 % der Patienten
Ausschlag, einschließlich Pruritis und Vitiligo, auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug1,4 %. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 8 Wochen (Spanne: 0,1-116,4). Bei 47,5 % der
Patienten kam es zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Auftreten der Rückbildung betrug0,1-166,9+ Wochen. Bei 0,3 % der Patienten führten immunvermittelte Nebenwirkungen der Haut zueinem dauerhaften Absetzen von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab und bei 3,8 % der
Patienten mit immunvermittelten Nebenwirkungen der Haut waren hochdosierte Corticosteroide(Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder Äquivalent) erforderlich.
Immunvermittelte MyokarditisUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab trat bei 1,4 % der Patienten eine
Myokarditis auf. Die Inzidenz von Grad-3/4-Ereignissen betrug 0,6 %. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 4,14 Wochen (Spanne: 2,1-6,3). Bei 100 % der Patienten kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 3 Wochen (Spanne: 1,9-14,0). Bei 1,4 % der Patientenführte eine Myokarditis zum dauerhaften Absetzen von Nivolumab in Kombination mit Relatlimabund bei 100 % der Patienten mit einer immunvermittelten Myokarditis waren hochdosierte
Corticosteroide (Prednison ≥ 40 mg pro Tag oder Äquivalent) erforderlich.
Infusionsbedingte ReaktionenUnter der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab traten bei 6,8 % der Patienten
Überempfindlichkeits-/Infusionsreaktionen auf. Alle Ereignisse waren vom Grad 1/2.
Laborwertanomalien
Der Anteil der Patienten, bei denen es unter Nivolumab in Kombination mit Relatlimab zu einer
Veränderung der Laborwerte auf eine Grad-3- oder 4-Anomalie gegenüber dem Ausgangswert kam,war 3,6 % für Anämie 5,2 % für Lymphopenie, 0,3 % für Neutropenie, 0,6 % für Anstieg deralkalischen Phosphatase, 2,9 % für AST-Anstieg, 3,5 % für ALT-Anstieg, 0,3 % für Anstieg des
Gesamtbilirubins, 0,9 % für Kreatinin-Anstieg, 1,5 % für Hyponatriämie, 1,8 % für Hyperkaliämie,0,3 % für Hypokaliämie, 0,9 % für Hyperkalziämie, 0,6 % für Hypokalziämie, 0,9 % für
Hypermagnesiämie und 0,6 % für Hypomagnesiämie.
ImmunogenitätIn der Studie CA224047 lag bei den Patienten, deren Daten hinsichtlich des Auftretens von Anti-
Wirkstoff-Antikörpern auswertbar waren, die Inzidenz der während der Behandlung aufgetretenen
Antikörper gegen Relatlimab bzw. der neutralisierenden Antikörper gegen Relatlimab in der
Opdualag-Gruppe bei 5,6 % (17/301) bzw. 0,3 % (1/301). Die Inzidenz von während der Behandlungaufgetretenen Antikörpern gegen Nivolumab bzw. neutralisierenden Antikörpern gegen Nivolumab inder Opdualag-Gruppe betrug 4,0 % (12/299) bzw. 0,3 % (1/299), ähnlich den in der
Nivolumab-Gruppe beobachteten Inzidenzen von 6,7 % (19/283) bzw. 0,4 % (1/283). Es gab keine
Hinweise auf eine Veränderung von Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheitsprofil bei
Entstehung von Antikörpern gegen Nivolumab oder Relatlimab.
Spezielle PatientenpopulationenÄltere MenschenInsgesamt wurden in Bezug auf die Sicherheit keine Unterschiede zwischen älteren (≥ 65 Jahre) undjüngeren Patienten berichtet (siehe Abschnitt 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Bei Überdosierung müssen die Patienten sorgfältig auf Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen beobachtet und es muss unverzüglich eine adäquate symptomatische Behandlungeingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper,
ATC-Code: L01FY02.
WirkmechanismusOpdualag ist eine Fix-Dosis-Kombination (Fixed Dose Combination, FDC) aus Nivolumab, einem
Inhibitor des 'Programmed Cell Death“-1-(PD-1)-Rezeptors (Anti-PD-1) und Relatlimab, einem
Lymphozyten-Aktivierungsgen-3-Inhibitor (Anti-LAG-3).
Die Bindung der PD-1-Liganden, PD-L1 und PD-L2, an den PD-1-Rezeptor, der sich auf T-Zellenbefindet, hemmt die T-Zellproliferation und Zytokinausschüttung. Bei einigen Tumoren tritt eine
Hochregulierung von PD-1-Liganden auf, und die Signalübertragung über diesen Signalweg kann zur
Hemmung der aktiven T-Zell-Immunüberwachung von Tumoren beitragen. Nivolumab ist einhumaner monoklonaler IgG4-Antikörper, der an den PD-1-Rezeptor bindet, die Interaktion mit seinen
Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert und die über den PD-1-Signalweg vermittelte Hemmung der
Immunantwort, einschließlich der Anti-Tumor-Immunantwort, reduziert. In genidentischen
Mausmodellen führte eine Blockade der PD-1-Aktivität zu einer Verringerung des Tumorwachstums.
Relatlimab ist ein humaner monoklonaler IgG4-Antikörper, der an den LAG-3-Rezeptor bindet, seine
Interaktion mit Liganden, einschließlich MHC II, blockiert und die über den LAG-3-Signalwegvermittelte Hemmung der Immunantwort reduziert. Die Antagonisierung dieses Signalwegs fördert die
T-Zellproliferation und Zytokinausschüttung.
Die Kombination von Nivolumab (Anti-PD-1) und Relatlimab (Anti-LAG-3) führt zu einer erhöhten
T-Zell-Aktivierung im Vergleich zur Aktivität eines der beiden Antikörper allein. In genidentischen
Mausmodellen verstärkt die LAG-3-Blockade die Anti-Tumoraktivität einer PD-1-Blockade undhemmt damit das Tumorwachstum und fördert die Tumorregression.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitRandomisierte Phase-II/III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab vs. Nivolumab bei
Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasiertem oder nicht resezierbarem Melanom (CA224047)
Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit Relatlimab zur Behandlung von
Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasiertem oder nicht resezierbarem Melanom wurden in einerrandomisierten, doppelblinden Phase-II/III-Studie (CA224047) untersucht. In die Studie wurden
Patienten mit einem ECOG‑Performance‑Status von 0 oder 1 und histologisch bestätigtem Melanomim Stadium III (nicht resezierbar) oder Stadium IV gemäß American Joint Committee on Cancer(AJCC) Klassifikation, Version 8, eingeschlossen. Die Patienten durften zuvor eine adjuvante oderneoadjuvante Melanomtherapie erhalten haben (Anti-PD-1-, Anti-CTLA-4- oder
BRAF-MEK-Therapie waren erlaubt, solange zwischen der letzten Dosis der Therapie und dem
Datum des Rezidivs mindestens 6 Monate vergangen waren; eine Interferontherapie war erlaubt,solange die letzte Dosis mindestens 6 Wochen vor der Randomisierung verabreicht wurde). Patientenmit aktiver Autoimmunerkrankung, mit Myokarditis in der Vorgeschichte, mit einem auf das> 2-Fache des ULN erhöhten Troponinwertes oder einem ECOG‑Performance‑Status ≥ 2, Patientenmit Erkrankungen, die eine systemische Behandlung mit mittel- oder hochdosierten Corticosteroidenoder immunsuppressiven Arzneimitteln erfordern, Patienten mit uvealem Melanom und aktiven oderunbehandelten Hirn- oder leptomeningealen Metastasen wurden aus der Studie ausgeschlossen (siehe
Abschnitt 4.4).
Insgesamt wurden 714 Patienten randomisiert und erhielten entweder Nivolumab in Kombination mit
Relatlimab (n = 355) oder Nivolumab (n = 359). Die Patienten im Kombinations-Arm erhielten480 mg Nivolumab/160 mg Relatlimab über 60 Minuten alle 4 Wochen. Die Patienten im
Nivolumab-Arm erhielten 480 mg Nivolumab alle 4 Wochen. Die Randomisierung wurde stratifiziertnach Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 % vs. < 1) unter Verwendung des PD-L1-IHC28-8 pharmDx-Assays und der LAG-3-Expression (≥ 1 % vs. < 1), bestimmt mithilfe eines analytischvalidierten LAG-3-IHC-Assays, dem BRAF-V600-Mutationsstatus sowie dem M-Stadium gemäß
Version 8 der AJCC-Klassifikation (M0/M1any[0] vs. M1any[1]). Die Patienten wurden bis zur
Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten nicht akzeptabler Toxizität behandelt.
Tumorbeurteilungen wurden gemäß der 'Response Evaluation Criteria in Solid Tumours“ (RECIST),
Version 1.1, zum ersten Mal 12 Wochen nach Randomisierung und dann bis zu 52 Wochen alle8 Wochen und anschließend alle 12 Wochen bis zur Progression der Erkrankung oder der Beendigungder Therapie, je nachdem, was später erfolgte, durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriterium wardas progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS), das von einem unabhängigenzentralen Komitee (Blinded Independent Central Review, BICR) bestimmt wurde. Die sekundären
Wirksamkeitskriterien waren das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) und die
Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) gemäß BICR. Die hierarchische Reihenfolge derstatistischen Tests war PFS, gefolgt von OS und dann ORR. Die primären und sekundären
Wirksamkeitskriterien wurden in der Gesamtpopulation (Intention to treat, ITT) beurteilt. Es wurdekeine formale Prüfung der ORR durchgeführt, da der formale Vergleich des OS statistisch nichtsignifikant war.
Die Ausgangsmerkmale der Gruppen waren in der ITT-Population etwa gleich. Das mediane Alter war63 Jahre (Spanne: 20-94), darunter 47 % ≥ 65 Jahre und 19 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patientenwar weiß (97 %) und männlich (58 %). Der ECOG-Performance-Status zu Beginn war 0 (67 %) oder1 (33 %). Die Mehrheit der Patienten hatte eine Erkrankung im Stadium IV gemäß AJCC (92 %);38,9 % hatten ein Stadium M1c, 2,4 % hatten eine Erkrankung im Stadium M1d, 8,7 % hattenvorherige systemische Therapien, 36 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen
LDH-Ausgangswert über dem ULN. 39 % der Patienten hatten ein BRAF-Mutations-positives
Melanom, 75 % hatten LAG-3 ≥ 1 % und 41 % der Patienten hatten eine PD-L1-Tumorzell-
Expression von ≥ 1 %. Die Patienten mit quantifizierbarer Tumor-PD-L1-Expression warengleichmäßig auf die zwei Behandlungsgruppen verteilt. Im Allgemeinen waren die demografischen
Daten und die medizinischen Ausgangsmerkmale bei Patienten mit PD-L1-Expression < 1 % in den
Behandlungsarmen vergleichbar.
Bei der Primäranalyse in der ITT-Population mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von13,21 Monaten (Spanne: 0-33,1 Monate) wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des PFSbeobachtet, mit einem medianen PFS von 10,12 Monaten in der Gruppe von Patienten, die mit
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab behandelt wurden, im Vergleich zu 4,63 Monaten in der
Nivolumab-Gruppe (HR = 0,75; 95 % CI: 0,62; 0,92; p = 0,0055). Zum Zeitpunkt der präspezifiziertenfinalen OS-Analyse in der ITT-Population mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von19,3 Monaten war das OS nicht statistisch signifikant (HR = 0,80; 95 % CI: 0,64; 1,01).
Präspezifizierte Subgruppenanalyse nach PD-L1-Expression < 1 %
Die Hauptwirksamkeitsergebnisse für die Subgruppe von Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression< 1 % aus einer explorativen Analyse mit medianer Nachbeobachtung von 17,78 Monaten (Spanne:0,26-40,64 Monate) sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression < 1 %(CA224047)
Nivolumab + Relatlimab Nivolumab(n = 209) (n = 212)
Progressionsfreies Überleben
Hazard-Ratio (95 % CI)a 0,68 (0,53; 0,86)
Median in Monaten 6,7 3,0(95 % CI) (4,7; 12,0) (2,8; 4,5)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 42,3 26,9(35,1; 49,4) (20,9; 33,3)
Gesamtüberlebenb
Hazard-Ratio (95 % CI)a 0,78 (0,59; 1,04)
Median in Monaten NR 27,0(95 % CI) (27,4; NR) (17,1; NR)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 73,9 67,4(67,4; 79,4) (60,6; 73,3)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 59,6 53,1(52,2; 66,2) (45,8; 59,9)
Gesamtansprechen (%) 36,4 24,1(95 % CI) (29,8; 43,3) (18,5; 30,4)
Vollständiges Ansprechen (%) 25 (12,0) 20 (9,4)
Teilweises Ansprechen (%) 51 (24,4) 31 (14,6)
Stabile Krankheit (%) 41 (19,6) 31 (14,6)a Hazard-Ratio mit einem unstratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Die OS-Ergebnisse sind noch nicht reif.
Mediane Nachbeobachtungszeit: 17,78 Monate.
NR = nicht erreicht (not reached).
Die Kaplan-Meier-Kurven des PFS und OS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression < 1 %sind in den Abbildungen 1 bzw. 2 dargestellt.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurven des PFS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression< 1 % (CA224047)
Progressionsfreies Überleben nach BICR (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab/Relatlimab209 122 99 80 65 53 44 36 33 30 27 9 2 0
Nivolumab212 98 71 57 41 34 27 24 22 20 14 8 2 0 Nivolumab/Relatlimab (Ereignisse: 124/209), Median (95 % CI): 6,67 Monate (4,67; 11,99)
- - -- - - Nivolumab (Ereignisse: 155/212), Median (95 % CI): 2,96 Monate (2,79; 4,50)
Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebensnach BICR
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurven des OS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression< 1 % (CA224047)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab/Relatlimab209 195 177 164 147 128 114 98 85 83 80 68 29 6 0
Nivolumab212 189 168 155 132 106 94 82 72 68 63 56 27 6 0 Nivolumab/Relatlimab (Ereignisse: 89/209), Median (95 % CI): NR (27,43; NR)
- - -- - - Nivolumab (Ereignisse: 104/212), Median (95 % CI): 27,04 Monate (17,12; NR)
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik (PK) von Relatlimab nach der Verabreichung von Nivolumab in Kombinationmit Relatlimab wurde bei Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen charakterisiert, die
Relatlimab-Dosen von 20 bis 800 mg alle 2 Wochen und 160 bis 1440 mg alle 4 Wochen entweder als
Monotherapie oder in Kombination mit Nivolumab-Dosen von 80 oder 240 mg alle 2 Wochen oder480 mg alle 4 Wochen erhielten.
Steady-State Konzentrationen von Relatlimab wurden nach 16 Wochen mit 4-wöchentlichem
Behandlungsregime erreicht, und die systemische Akkumulation betrug das 1,9-Fache. Diedurchschnittliche Relatlimab-Konzentration (Cavg) nach der ersten Dosis stieg bei Dosen ≥ 160 mg alle4 Wochen proportional zur Dosis an.
Tabelle 4: Geometrischer Mittelwert (CV %) der Steady-State-Expositionen von Nivolumabund Relatlimab nach einer Fix-Dosiskombination von 480 mg Nivolumab und160 mg Relatlimab alle 4 Wochen
Cmax (μg/ml) Cmin (μg/ml) Cavg (μg/ml)
Relatlimab 62,2 (30,1) 15,3 (64,3) 28,8 (44,8)
Nivolumab 187 (32,9) 59,7 (58,6) 94,4 (43,3)
Basierend auf Populations-PK-Analysen wurde prognostiziert, dass eine Infusionsdauer von 30 minund 60 min der Nivolumab- und Relatlimab-FDC zu ähnlichen (< 1 % abweichenden) Expositionenvon Nivolumab und Relatlimab führt.
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
In der Studie CA224047 war der geometrische Mittelwert Cmin für Nivolumab im Steady-State im
Behandlungsarm mit Nivolumab in Kombination mit Relatlimab mit einem geometrischen Mittelwert-
Verhältnis von 0,931 (95 % CI: 0,855-1,013) ähnlich wie im Nivolumab-Arm.
VerteilungDer geometrische Mittelwert (CV %) für das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt für
Nivolumab 6,65 l (19,2 %) und für Relatlimab 6,65 l (19,8 %).
BiotransformationNivolumab und Relatlimab sind therapeutische monoklonale IgG4 Antikörper, die voraussichtlichdurch Lysosomen oder Rezeptor-vermittelte Endozytose zu kleinen Peptiden, Aminosäuren undkleinen Kohlenhydraten katabolisiert werden.
EliminationDie Nivolumab-Clearance ist im Steady-State um 21,1 % niedriger [geometrischer Mittelwert (CV %),7,57 ml/h (40,1 %)] als nach der ersten Dosis [9,59 ml/h (40,3 %)] und die terminale Halbwertszeit(t1/2) beträgt 26,5 Tage (36,4 %).
Die Relatlimab-Clearance ist im Steady-State um 9,7 % niedriger [geometrischer Mittelwert (CV %),5,48 ml/h (41,3 %)] als nach der ersten Dosis [6,06 ml/h (38,9 %)]. Nach Verabreichung von
Relatlimab 160 mg und Nivolumab 480 mg alle 4 Wochen beträgt der geometrische Mittelwert(CV %) der effektiven Halbwertszeit (t1/2) von Relatlimab 26,2 Tage (37 %).
Spezielle PatientenpopulationenEine Populations-PK-Analyse ergab, dass die folgenden Faktoren keinen klinisch relevanten Einflussauf die Clearance von Nivolumab und Relatlimab hatten: Alter (Spanne: 17 bis 92 Jahre), Geschlecht,[männlich (1056) und weiblich (657)] oder ethnische Herkunft [kaukasisch (1655), afroamerikanisch(167) und asiatisch (41)]. Das Körpergewicht (Spanne: 37 bis 170 kg) war eine signifikante Kovariatefür die Nivolumab- und Relatlimab-PK. Es gibt jedoch keine klinisch relevanten Auswirkungen aufdie Expositions-Wirkungs-Analyse.
Kinder und JugendlicheBegrenzte Daten legen nahe, dass die Clearance und das Verteilungsvolumen von Nivolumab beijugendlichen Patienten mit soliden Tumoren um 36 % bzw. 16 % geringer waren als bei erwachsenen
Referenzpatienten. Es ist nicht bekannt, ob das Gleiche für Melanompatienten gilt und ob die
Clearance und das Verteilungsvolumen von Relatlimab bei Jugendlichen hier ebenfalls geringer sindals bei Erwachsenen. Bei gleicher empfohlener Dosis wird jedoch basierend auf
Populations-PK-Simulationen erwartet, dass die Nivolumab- und Relatlimab-Exposition bei
Jugendlichen mit einem Gewicht von mindestens 30 kg zu einer ähnlichen Sicherheit und
Wirksamkeit wie bei Erwachsenen führt.
Eingeschränkte NierenfunktionDie Auswirkung einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die Clearance von Nivolumab und
Relatlimab wurde in einer Populations-PK-Analyse bei Patienten mit leichter oder mäßiger
Niereninsuffizienz im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion untersucht. Es wurdenkeine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Clearance von Nivolumab oder Relatlimab zwischen
Patienten mit Niereninsuffizienz und Patienten mit normaler Nierenfunktion festgestellt.
Eingeschränkte LeberfunktionDie Auswirkung einer eingeschränkten Leberfunktion auf die Clearance von Nivolumab und
Relatlimab wurde in einer Populations-PK-Analyse bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin [total bilirubin, TB] kleiner oder gleich dem oberen Normalwert [upper limit ofnormal, ULN] und AST größer als ULN oder TB größer als das 1- bis 1,5-Fache des ULN undbeliebige AST) oder mäßiger Leberfunktionsstörung (TB größer als das 1,5- bis 3-Fache des ULN undbeliebige AST) im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion untersucht. Es wurden keineklinisch bedeutsamen Unterschiede in der Clearance von Nivolumab oder Relatlimab zwischen
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion und Patienten mit normaler Leberfunktion festgestellt.
ImmunogenitätDie beobachtete niedrige Inzidenzrate des Auftretens behandlungsbedingter
Anti-Nivolumab-Antikörper und behandlungsbedingter Anti-Relatlimab-Antikörper hatte keine
Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Nivolumab und Relatlimab.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Nivolumab in Kombination mit Relatlimab
Es wurden keine tierexperimentellen Studien zu Nivolumab in Kombination mit Relatlimabdurchgeführt, um das kanzerogene Potential, die Genotoxizität oder Reproduktions- und
Entwicklungstoxizität zu beurteilen.
In einer 1-monatigen Studie an Affen, die mit Nivolumab und Relatlimab behandelt wurden, wurden
Entzündungen im zentralen Nervensystem (Plexus choroideus, Gefäßsystem, Hirnhäute, Rückenmark)und im Reproduktionstrakt (Nebenhoden, Samenblasen und Hoden) beobachtet. Obwohl für diese
Auswirkungen mit der Kombination keine Sicherheitsgrenzen festgelegt wurden, traten sie bei Dosenauf, die signifikant höhere Expositionen (13-fach für Nivolumab und 97-fach für Relatlimab) alsdasjenige annehmen, was bei Patienten erreicht wird.
Relatlimab
Es liegen keine Daten aus tierexperimentellen Studien zur Wirkung von Relatlimab auf die
Schwangerschaft und Reproduktion vor. In einer Studie zur embryofötalen Toxizität bei Mäusen unter
Verwendung von murinen Anti-LAG3-Antikörpern wurden keine Wirkungen auf die Mütter oder die
Entwicklung beobachtet. Die Auswirkungen von Relatlimab auf die pränatale und postnatale
Entwicklung wurden nicht untersucht; basierend auf dem Wirkmechanismus kann die Blockade von
LAG-3 durch Relatlimab jedoch eine ähnlich negative Wirkung auf die Schwangerschaft haben wie
Nivolumab. Fertilitätsstudien wurden mit Relatlimab nicht durchgeführt.
Nivolumab
In Mausmodellen zur Schwangerschaft wurde gezeigt, dass durch eine Blockade des
PD-1/PD-L1-Signalwegs die Toleranz gegenüber dem Fötus gestört wird und die Abortrate steigt. Die
Wirkungen von Nivolumab auf die prä- und postnatale Entwicklung wurden in einer Studie an Affenuntersucht, die Nivolumab nach Einsetzen der Organogenese im ersten Trimester bis zur Geburtzweimal wöchentlich in 8- oder 35-facher Exposition desjenigen erhielten, was mit der klinischen
Dosierung von 3 mg/kg Nivolumab beobachtet wird (AUC). Mit Beginn des dritten Trimesters trateine dosisabhängige Steigerung der Abortrate und der neonatalen Sterblichkeit auf.
Die anderen Nachkommen der mit Nivolumab behandelten Weibchen überlebten bis zur geplanten
Termination ohne mit der Behandlung in Zusammenhang stehende klinische Symptome,
Abweichungen von der normalen Entwicklung, Auswirkung auf das Organgewicht oder makro- odermikroskopische pathologische Veränderungen. Die Ergebnisse für Wachstumsindizes sowieteratogene, verhaltensneurologische, immunologische und klinisch-pathologische Parameter waren imgesamten postnatalen Zeitraum von 6 Monaten mit denen der Kontrollgruppe vergleichbar. Basierendauf dem Wirkmechanismus könnte eine Exposition des Fötus mit Nivolumab und ähnlich mit
Relatlimab jedoch das Risiko für die Entwicklung immunvermittelter Erkrankungen erhöhen oder dienormale Immunantwort verändern. Bei PD-1- und PD-1/LAG-3-Knockout-Mäusen sindimmunvermittelte Erkrankungen berichtet worden. Fertilitätsstudien wurden für Nivolumab nichtdurchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
SaccharoseDiethylentriaminpentaessigsäure (Pentetsäure)
Polysorbat 80 (E 433)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden. Opdualag sollte nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln überdieselbe intravenöse Infusionsleitung infundiert werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Nach der Zubereitung der InfusionDie chemische und physikalische Haltbarkeit der gebrauchsfertigen Lösung ab dem Zeitpunkt der
Zubereitung hat sich folgendermaßen dargestellt (die Zeiten verstehen sich inklusive der
Anwendungsdauer):
Chemische und physikalische Haltbarkeit der gebrauchsfertigen
Lösung
Zubereitung der Infusion Lichtgeschützte Aufbewahrung bei Raumtemperatur
Aufbewahrung bei 2 °C (≤25 °C) und Raumbeleuchtungbis 8 °C
Unverdünnt oder verdünnt mit
Natriumchlorid-Injektionslösung 30 Tage 24 Stunden (von insgesamt 30 Tagen9 mg/ml (0,9 %) Aufbewahrung)
Verdünnt mit
Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml 7 Tage 24 Stunden (von insgesamt 7 Tagen(5 %) Aufbewahrung)
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die zubereitete Infusionslösung, unabhängig vom
Verdünnungsmittel, sofort verwendet werden. Hinsichtlich einer nicht sofortigen Anwendung liegt die
Verantwortung über die Aufbewahrungsdauer und die Aufbewahrungsbedingungen dergebrauchsfertigen Lösung beim Anwender und sollte 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten,es sei denn, die Zubereitung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungendurchgeführt (siehe Abschnitt 6.6).
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die ungeöffneten Durchstechflaschen können bis zu 72 Stunden bei kontrollierter Raumtemperatur(bis zu 25 °C) gelagert werden.
Aufbewahrungsbedingungen nach Zubereitung der Infusion, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Packung mit einer 25-ml-Durchstechflasche (Glas Typ 1), mit einem Stopfen (beschichtetes
Butylgummi) und gelbem Flip-Off-Verschluss aus Aluminium. Jedes Fläschchen ist mit 21,3 ml
Lösung gefüllt, was eine Überfüllung von 1,3 ml umfasst.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungOpdualag wird als Einzeldosis-Durchstechflasche geliefert und enthält keine Konservierungsmittel.
Die Zubereitung muss von geschultem Personal nach den Regeln bewährter Verfahren, insbesonderehinsichtlich Asepsis, durchgeführt werden.
Opdualag kann für die intravenöse Verabreichung verwendet werden, entweder: ohne Verdünnung, nach der Überführung in ein Infusionsbehältnis mittels einer geeignetensterilen Spritze; oder nach Verdünnung gemäß der nachfolgenden Anleitung:
Die Endkonzentration der Infusion sollte zwischen 3 mg/ml Nivolumab und 1 mg/ml
Relatlimab und bis zu 12 mg/ml Nivolumab und 4 mg/ml Relatlimab liegen.
Das Gesamtvolumen der Infusion darf 160 ml nicht übersteigen. Für Patienten, dieweniger als 40 kg wiegen, darf das Gesamtvolumen der Infusion 4 ml pro Kilogramm
Körpergewicht des Patienten nicht übersteigen.
Um das Opdualag-Konzentrat zu verdünnen, verwenden Sie entweder: Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9 %); oder Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml (5 %).
Zubereitung der Infusion: Untersuchen Sie das Opdualag-Konzentrat auf Schwebstoffteilchen oder Verfärbung.
Durchstechflasche nicht schütteln. Opdualag ist eine klare bis opaleszierende, farblose bis leichtgelbe Lösung. Verwerfen Sie die Durchstechflasche, wenn die Lösung trüb ist, Verfärbungenaufweist oder Fremdschwebstoffe enthält.
Entnehmen Sie die benötigte Menge Opdualag-Konzentrat mit einer geeigneten sterilen Spritzeund überführen Sie das Konzentrat in einen sterilen Behälter zur intravenösen Gabe(Ethylvinylacetat [EVA], Polyvinylchlorid [PVC] oder Polyolefin).
Verdünnen Sie die Opdualag-Lösung gegebenenfalls mit der benötigten Menge
Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9 %) oder Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml(5 %). Um das Zubereiten der Infusionslösung zu erleichtern, kann das Konzentrat auch direktin einen vorgefüllten Infusionsbeutel, der die entsprechende Menge
Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9 %) oder Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml(5 %) enthält, gegeben werden.
Infusion vorsichtig durch manuelle Drehung mischen. Nicht schütteln.
AnwendungDie Opdualag-Infusion darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreicht werden.
Verabreichen Sie die Opdualag-Infusion intravenös über einen Zeitraum von 30 Minuten.
Die Verwendung eines Infusionssets und eines sterilen, pyrogenfreien In-Line- oder Zusatzfilters mitgeringer Proteinbindung (Porengröße: 0,2 bis 1,2 μm) wird empfohlen.
Die Opdualag-Infusion ist kompatibel mit EVA-, PVC- und Polyolefin-Behältern, PVC-Infusionssetsund In-Line-Filtern mit Polyethersulfon (PES)-, Nylon- und Polyvinylidenfluorid (PVDF)-Membranenmit einer Porengröße von 0,2 bis 1,2 μm.
Andere Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig über dieselbe Infusionsleitung verabreicht werden.
Spülen Sie die Infusionsleitung am Ende der Opdualag-Infusion mit Natriumchlorid-Injektionslösung9 mg/ml (0,9 %) oder Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml (5 %).
EntsorgungVerbliebene Restmengen der Infusionslösung nicht zur weiteren Verwendung aufheben. Nichtverwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG
Plaza 254
Blanchardstown Corporate Park 2
Dublin 15, D15 T867
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. September 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.