Nivolumab als Monotherapie (siehe Abschnitt 4.2)
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIm zusammengefassten Datensatz zu intravenös verabreichtem Nivolumab als Monotherapie über die
Tumorarten (n = 4646) mit einem minimalen Nachbeobachtungszeitraum von 2,3 bis 28 Monatenwaren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Ermüdung/Fatigue (44 %), Schmerzen des Muskel-und Skelettsystems (28 %), Diarrhö (26 %), Ausschlag (24 %), Husten (22 %), Übelkeit (22 %)
Pruritus (19 %), verringerter Appetit (17 %), Arthralgie (17 %), Obstipation (16 %), Dyspnoe (16 %),
Abdominalschmerz (15 %), Infektion der oberen Atemwege (15 %), Fieber (13 %),
Kopfschmerzen (13 %), Anämie (13 %) und Erbrechen (12 %). Die Mehrheit der Nebenwirkungenwar leicht bis mäßig (Grad 1 oder 2). Die Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen war 44 %, mit0,3 % tödlichen Nebenwirkungen, welche auf die Studienmedikation zurückzuführen sind. In einer
Nachbeobachtung von mindestens 63 Monaten bei NSCLC wurden keine neuen Sicherheitssignaleidentifiziert.
Das Sicherheitsprofil von subkutan verabreichtem Nivolumab war dem bekannten Sicherheitsprofilder intravenösen Formulierung von Nivolumab ähnlich, mit einer zusätzlichen Nebenwirkung in Formeiner Reaktion an der Injektionsstelle (7 % im Nivolumab-Arm mit subkutaner Verabreichung[n = 247] vs. 0 % im Nivolumab-Arm mit intravenöser Verabreichung [n = 245]).
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenIn Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die aus dem zusammengefassten Datensatz für diemit Nivolumab-Monotherapie behandelten Patienten (n = 4646) stammen. Die Nebenwirkungen sindnach Organklassen und Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehrhäufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100);selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 2: Nebenwirkungen unter Nivolumab-Monotherapie
Nivolumab-MonotherapieInfektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen Atemwege
Häufig Pneumoniea, Bronchitis
Selten Aseptische Meningitis
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Selten Histiozytäre nekrotisierende Lymphadenitis (Kikuchi-Lymphadenitis)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Lymphopenieb, Anämieb,i, Leukopenieb, Neutropeniea,b, Thrombozytopenieb
Gelegentlich Eosinophilie
Nicht bekannt Hämophagozytische Lymphohistiozytose
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion (einschließlich Zytokin-
Freisetzungssyndrom), Überempfindlichkeit (einschl. anaphylaktische Reaktion)
Gelegentlich Sarkoidose
Nicht bekannt Abstoßung eines soliden Organtransplantatsf
Endokrine ErkrankungenHäufig Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyroiditis
Gelegentlich Nebenniereninsuffizienzj, Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Diabetesmellitus
Selten Diabetische Ketoazidose, Hypoparathyreoidismus
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit, Hyperglykämieb
Häufig Dehydrierung, Gewichtsverlust, Hypoglykämieb
Gelegentlich Metabolische Azidose
Nicht bekannt Tumorlyse-Syndromg
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Periphere Neuropathie, Schwindelgefühl
Gelegentlich Polyneuropathie, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und
Abduzensparese)
Selten Guillain-Barré-Syndrom, Demyelinisierung, myasthenes Syndrom, Enzephalitisa, k,
Optikusneuritis
Nicht bekannt Myelitis (einschließlich transverse Myelitis)
AugenerkrankungenHäufig Verschwommenes Sehen, trockene Augen
Gelegentlich Uveitis
Nicht bekannt Vogt-Koyanagi-Harada-Syndromf
HerzerkrankungenHäufig Tachykardie, Vorhofflimmern
Gelegentlich Myokarditisa, Perikardiale Erkrankungenh, Arrhythmie (einschließlichventrikulärer Arrhythmie)
GefäßerkrankungenHäufig Hypertonie
Selten Vaskulitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Dyspnoea, Husten
Häufig Pneumonitisa, Pleuraerguss
Gelegentlich Lungeninfiltration
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Abdominalschmerz, Obstipation
Häufig Kolitisa, Stomatitis, trockener Mund
Gelegentlich Pankreatitis, Gastritis
Selten Zwölffingerdarmgeschwür, exokrine Pankreasinsuffizienz, Zöliakie
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich Hepatitis, Cholestase
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Ausschlagc, Pruritus
Häufig Vitiligo, trockene Haut, Erythem, Alopezie
Gelegentlich Psoriasis, Rosazea, Erythema multiforme, Urtikaria
Selten Toxische epidermale Nekrolysea,d, Stevens-Johnson-Syndroma
Nicht bekannt Lichen sclerosusg, andere Lichenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen des Muskel- und Skelettsystemse, Arthralgie
Häufig Arthritis
Gelegentlich Rheumatische Polymyalgie
Selten Sjögren-Syndrom, Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis)a,
Rhabdomyolysea,d
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Nierenversagen (einschließlich akuter Nierenschädigung)a
Selten Tubulointerstitielle Nephritis, nicht-infektiöse Zystitis
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue, Fieber
Häufig Schmerzen, Schmerzen in der Brust, Ödemel, Reaktion an der Injektionsstellem
Untersuchungenb
Sehr häufig AST-Anstieg, Hyponatriämie, Hypoalbuminämie, Anstieg der alkalischen
Phosphatase, Kreatinin-Anstieg, ALT-Anstieg, Lipase-Anstieg, Hyperkaliämie,
Amylase-Anstieg, Hypokalziämie, Hypomagnesiämie, Hypokaliämie,
Hyperkalziämie
Häufig Anstieg des Gesamtbilirubins, Hypernatriämie, Hypermagnesiämie
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen in Tabelle 2 sind möglicherweise nicht vollständig Nivolumab zuzuordnen, sondernkönnen auch Einflüsse der zugrundeliegenden Erkrankung beinhalten.a Todesfälle wurden in abgeschlossenen oder laufenden klinischen Studien berichtet.b Die Häufigkeitsangaben bei den Laborwerten entsprechen dem Anteil an Patienten, bei denen es zu einer
Verschlechterung gegenüber den Ausgangslaborwerten gekommen ist. Siehe unten ('Beschreibung einzelner
Nebenwirkungen; Laborwertanomalien“).
c Ausschlag ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet makulopapulösen Ausschlag, erythematösen Ausschlag,juckenden Ausschlag, follikularen Ausschlag, makularen Ausschlag, morbilliformen Ausschlag, papulösen
Ausschlag, pustulösen Ausschlag, vesikulären Ausschlag, exfoliativen Ausschlag, Dermatitis, Akne-ähnliche
Dermatitis, allergische Dermatitis, atopische Dermatitis, bullöse Dermatitis, exfoliative Dermatitis, psoriasiforme
Dermatitis, Arzneimittelexanthem und Pemphigoid.
d Auch berichtet in Studien außerhalb des zusammengefassten Datensatzes. Die Häufigkeitsangabe basiert auf der
Exposition innerhalb des gesamten Programms.
e Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems ist ein übergeordneter Begriff, der Folgendes einschließt:
Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, Beschwerden im Bewegungsapparat,
Myalgie, interkostale Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten und Wirbelsäulenschmerzen.
f Ereignis nach Markteinführung (siehe auch Abschnitt 4.4).g In klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet.h Perikardiale Erkrankungen ist ein übergeordneter Begriff, der Perikarditis, Perikarderguss, Herztamponade und das
Dressler-Syndrom umfasst.i Anämie ist ein übergeordneter Begriff, der unter anderen Formen auch hämolytische Anämie und autoimmune
Anämie, erniedrigtes Hämoglobin, Eisenmangelanämie und erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen umfasst.j Einschließlich Nebenniereninsuffizienz, akuter Nebennierenrindeninsuffizienz und sekundärer
Nebennierenrindeninsuffizienz.k Einschließlich Enzephalitis und limbischer Enzephalitis.l Ödem ist ein übergeordneter Begriff, der generalisiertes Ödem, peripheres Ödem, periphere Schwellung und
Schwellung beinhaltet.m Berichtet in einer Studie außerhalb des zusammengefassten Datensatzes (im Zusammenhang mit einer subkutanen
Injektion). Die Häufigkeitsangabe basiert auf der Exposition gegenüber der OPDIVO-Injektionslösung in CA20967Tund schließt Folgendes ein: Erythem an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Applikationsstelle, Ödem an der
Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Erythem an der Applikationsstelle, Ausschlag an der
Applikationsstelle, Verfärbung an der Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle und Jucken an der
Injektionsstelle.
Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.2)
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWenn Nivolumab in Kombination angewendet wird, lesen Sie für weitere Informationen zum
Sicherheitsprofil die Fachinformation der anderen Arzneimittel, bevor Sie mit der Behandlungbeginnen.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)
Im zusammengefassten Datensatz von Nivolumab, verabreicht in Kombination mit Ipilimumab (mitoder ohne Chemotherapie) über die Tumorarten (n = 2294) mit einer Mindest-Nachbeobachtungszeitvon 6 bis 47 Monaten, waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Ermüdung/Fatigue (49 %),
Diarrhö (37 %), Ausschlag (37 %), Übelkeit (30 %), Pruritus (29 %), Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems (27 %), Fieber (24 %), verminderter Appetit (23 %), Husten (22 %), Erbrechen (19 %),
Obstipation (19 %), Arthralgie (19 %), Abdominalschmerz (19 %), Dyspnoe (18 %), Hypothyreose(16 %), Kopfschmerzen (15 %), Infektion der oberen Atemwege (15 %), Ödeme (13 %) und
Schwindelgefühl (10 %). Die Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen war 67 % für Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie), mit 0,7 % tödlichen Nebenwirkungen,welche auf die Studienmedikation zurückzuführen sind. Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in
Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg behandelt wurden, wurden die folgenden Nebenwirkungen, im
Vergleich zu der Häufigkeitsrate, die im zusammengefassten Datensatz von Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) berichtet wurde, mit einer ≥ 10 %höheren Häufigkeitsrate berichtet: Ermüdung/Fatigue (62 %), Ausschlag (57 %), Diarrhö (52 %),
Übelkeit (42 %), Pruritus (40 %), Fieber (36 %) und Kopfschmerzen (26 %). Bei Patienten, die mit
Nivolumab 360 mg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg und Chemotherapie behandelt wurden,wurden die folgenden Nebenwirkungen, im Vergleich zu der Häufigkeitsrate, die imzusammengefassten Datensatz von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne
Chemotherapie) berichtet wurde, mit einer ≥ 10 % höheren Häufigkeitsrate berichtet: Anämie (32 %)und Neutropenie (15 %).
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie
Im zusammengefassten Datensatz von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle 3 Wochenin Kombination mit Chemotherapie über die Tumorarten (n = 1572) mit einer
Mindest-Nachbeobachtungszeit von 7,4 bis 20 Monaten bei Adenokarzinomen des Magens, desgastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus, bei ESCC oder Urothelkarzinomen oder nach3 Behandlungszyklen bei resezierbarem NSCLC waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %)
Übelkeit (51 %), Ermüdung/Fatigue (41 %), periphere Neuropathie (34 %), verminderter
Appetit (32 %), Obstipation (31 %), Diarrhö (30 %), Erbrechen (26 %), Stomatitis (19 %),
Abdominalschmerz (19 %), Ausschlag (19 %), Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (18 %),
Fieber (17 %), Ödeme (einschließlich periphere Ödeme) (13 %), Husten (12 %) und
Hypoalbuminämie (10 %). Die Häufigkeiten von Grad-3-5-Nebenwirkungen waren 72 % für
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie, mit 1,3 % tödlichen Nebenwirkungen, welche auf
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie zurückzuführen sind. Die mediane Behandlungsdauerwar 6,44 Monate (95 % CI: 5,95; 6,80) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie,4,34 Monate (95 % CI: 4,04; 4,70) für Chemotherapie bei Adenokarzinomen des Magens, desgastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus oder bei ESCC und 7,39 Monate(95 % CI: 7,06; 8,38) bei Urothelkarzinomen. Bei resezierbarem NSCLC erhieltendreiundneunzig Prozent (93 %) der Patienten 3 Zyklen Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie.
Nivolumab in Kombination mit CabozantinibIm Datensatz zur intravenösen Formulierung von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen in Kombinationmit Cabozantinib 40 mg einmal täglich bei RCC (n = 320), bei einer minimalen Nachbeobachtung von16,0 Monaten, waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Diarrhö (64,7 %),
Ermüdung/Fatigue (51,3 %), palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (40,0 %),
Stomatitis (38,8 %), Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (37,5 %), Hypertonie (37,2 %),
Ausschlag (36,3 %), Hypothyreose (35,6 %), verminderter Appetit (30,3 %), Übelkeit (28,8 %),
Abdominalschmerz (25,0 %), Dysgeusie (23,8 %), Infektionen der oberen Atemwege (20,6 %),
Husten (20,6 %), Pruritus (20,6 %), Arthralgie (19,4 %), Erbrechen (18,4 %), Dysphonie (17,8 %),
Kopfschmerzen (16,3 %), Dyspepsie (15,9 %), Schwindelgefühl (14,1 %), Obstipation (14,1 %),
Fieber (14,1 %), Ödeme (13,4 %), Muskelspasmen (12,2 %), Dyspnoe (11,6 %), Proteinurie (10,9 %)und Hyperthyreose (10,0 %). Die Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen war 78 %, mit 0,3 %tödlichen Nebenwirkungen, welche auf die Studienmedikation zurückzuführen sind.
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenIn Tabelle 3 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die aus dem zusammengefassten Datensatz für diemit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) (n = 2294),
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie (n = 1572) und Nivolumab in Kombination mit
Cabozantinib behandelten Patienten (n = 320) stammen. Die Nebenwirkungen sind nach Organklassenund Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 3: Nebenwirkungen unter Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie Cabozantinib
Chemotherapie)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen Infektion der oberen
Atemwege Atemwege
Häufig Pneumonie, Bronchitis, Infektion der oberen Pneumonie
Konjunktivitis Atemwege, Pneumoniea
Selten Aseptische Meningitis
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Anämieb,i, Neutropenieb, Anämieb,i, Anämieb,
Thrombozytopenieb, Leukopenieb, Lymphopenieb, Thrombozytopenieb,
Leukopenieb, Lymphopenieb, Thrombozytopenieb Leukopenieb, Lymphopenieb,
Neutropenieb Neutropenieb
Häufig Eosinophilie Febrile Neutropeniea Eosinophilie
Gelegentlich Febrile Neutropenie Eosinophilie
Nicht bekannt Hämophagozytische
Lymphohistiozytose
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie Cabozantinib
Chemotherapie)
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig Reaktion im Zusammenhang Überempfindlichkeit, Überempfindlichkeitmit einer Infusion Reaktion im Zusammenhang (einschließlich(einschließlich Zytokin- mit einer Infusion anaphylaktische Reaktion)
Freisetzungssyndrom), (einschließlich Zytokin-
Überempfindlichkeit Freisetzungssyndrom)
Gelegentlich Infusionsbedingte
Überempfindlichkeits-reaktion
Selten Sarkoidose
Nicht bekannt Abstoßung eines soliden
Organtransplantatsf
Endokrine ErkrankungenSehr häufig Hypothyreose Hypothyreose,
HyperthyreoseHäufig Hyperthyreose, Thyroiditis, Hypothyreose, Nebenniereninsuffizienz
Nebenniereninsuffizienz, Hyperthyreose, Diabetes
Hypophysitis, mellitus
Hypophyseninsuffizienz,
Diabetes mellitus
Gelegentlich Diabetische Ketoazidose Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Thyroiditis
Thyroiditis,
Hypophyseninsuffizienz,
Hypophysitis
Selten Hypoparathyreoidismus
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit, Verminderter Appetit, Verminderter Appetit,
Hyperglykämieb, Hypoalbuminämie, Hypoglykämieb,
Hypoglykämieb Hyperglykämieb, Hyperglykämieb,
Hypoglykämieb Gewichtsverlust
Häufig Dehydrierung, Hypophosphatämie Dehydrierung
Hypoalbuminämie,
Hypophosphatämie,
Gewichtsverlust
Gelegentlich Metabolische Azidose
Selten Tumorlyse-Syndrom
Nicht bekannt Tumorlyse-Syndromg
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie Cabozantinib
Chemotherapie)
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen, Periphere Neuropathie Dysgeusie,
Schwindelgefühl Schwindelgefühl,
KopfschmerzenHäufig Periphere Neuropathie Parästhesie, Periphere Neuropathie
Schwindelgefühl,
KopfschmerzenGelegentlich Polyneuropathie, autoimmune Enzephalitis,
Peroneuslähmung, Guillain-Barré-Syndrom,autoimmune Neuropathie myasthenes Syndrom(einschließlich Gesichtsnerv-und Abduzensparese),
Enzephalitis, Myastheniagravis
Selten Guillain-Barré-Syndrom, Guillain-Barré-Syndrom,
Neuritis, Myelitis Enzephalitis(einschließlich transverse
Myelitis), Optikusneuritis
Nicht bekannt Myelitis (einschließlichtransverse Myelitis),
Optikusneuritis
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig Tinnitus
AugenerkrankungenHäufig Verschwommenes Sehen, Trockene Augen, Trockene Augen,trockene Augen verschwommenes Sehen verschwommenes Sehen
Gelegentlich Uveitis, Episkleritis Uveitis Uveitis
Selten Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom
HerzerkrankungenHäufig Tachykardie, Tachykardie, Vorhofflimmern,
Vorhofflimmern Vorhofflimmern Tachykardie
Gelegentlich Myokarditisa, Arrhythmie Myokarditis Myokarditis(einschließlich ventrikulärer
Arrhythmie)a, Bradykardie
Nicht bekannt Perikardiale Erkrankungenh
GefäßerkrankungenSehr häufig Hypertonie
Häufig Hypertonie Thrombosea, j, Hypertonie, Thrombosej
Vaskulitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Husten, Dyspnoe Husten Dysphonie, Dyspnoe,
Husten
Häufig Pneumonitisa, Pneumonitisa, Dyspnoe Pneumonitis,
Lungenemboliea, Lungenembolie,
Pleuraerguss Pleuraerguss, Epistaxis
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie Cabozantinib
Chemotherapie)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Diarrhöa, Stomatitis, Diarrhö, Erbrechen,
Übelkeit, Erbrechen, Übelkeit, Übelkeit, Obstipation,
Abdominalschmerz, Abdominalschmerz, Stomatitis,
Obstipation Obstipation Abdominalschmerz,
Dyspepsie
Häufig Kolitisa, Pankreatitis, Kolitis, trockener Mund Kolitis, Gastritis,
Stomatitis, Gastritis, Mundschmerzen, trockenertrockener Mund Mund, Hämorrhoiden
Gelegentlich Duodenitis Pankreatitis Pankreatitis,
Dünndarmperforationa,
Glossodynie
Selten Darmperforationa, exokrine
Pankreasinsuffizienz,
Zöliakie
Nicht bekannt Exokrine Exokrine
Pankreasinsuffizienz, Pankreasinsuffizienz,
Zöliakie Zöliakie
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Hepatitis Hepatitis
Gelegentlich Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Ausschlagc, Pruritus Ausschlagc, Pruritus Palmar-plantares
Erythrodysästhesiesyndrom,
Ausschlagc, Pruritus
Häufig Alopezie, Vitiligo, Urtikaria, Palmar-plantares Alopezie, trockene Haut,trockene Haut, Erythem Erythrodysästhesiesyndrom, Erythem, Änderung der
Hauthyperpigmentierung, Haarfarbe
Alopezie, trockene Haut,
Erythem
Gelegentlich Stevens-Johnson-Syndrom, Psoriasis, Urtikaria
Erythema multiforme,
Psoriasis, andere
Lichenerkrankungen
Selten Toxische epidermale
Nekrolysea,d, Lichensclerosus
Nicht bekannt Lichen sclerosus, andere
Lichenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen des Muskel- und Schmerzen des Muskel- und Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystemse, Arthralgie Skelettsystemse Skelettsystemse, Arthralgie,
Muskelspasmen
Häufig Muskelspasmen, muskuläre Arthralgie, muskuläre Arthritis
Schwäche, Arthritis Schwäche
Gelegentlich Polymyalgia rheumatica, Myopathie, Osteonekrose
Myopathie, Myositis des Kiefers, Fistel(einschließlich
Polymyositis)a
Selten Spondyloarthropathie,
Sjögren‑Syndrom,
Rhabdomyolysea
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie Cabozantinib
Chemotherapie)
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSehr häufig Proteinurie
Häufig Nierenversagen Nierenversagena Nierenversagen, akute(einschließlich akuter Nierenschädigung
Nierenschädigung)a
Gelegentlich Tubulointerstitielle Nicht-infektiöse Zystitis, Nephritis
Nephritis, Nephritis Nephritis
Selten Nicht-infektiöse Zystitis Nicht-infektiöse Zystitisg
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue, Fieber, Ermüdung/Fatigue, Fieber, Ermüdung/Fatigue, Fieber,
Ödeme (einschließlich Ödeme (einschließlich Ödemeperipheres Ödem) peripheres Ödem)
Häufig Schmerzen in der Brust, Unwohlsein Schmerzen, Schmerzen in
Schmerzen, Schüttelfrost der Brust
Untersuchungen
Sehr häufig Anstieg der alkalischen Hypokalziämieb, Anstieg der alkalischen
Phosphataseb, AST-Anstiegb, AST-Anstiegb, Phosphataseb,
ALT-Anstiegb, Anstieg des ALT-Anstiegb, ALT-Anstiegb,
Gesamtbilirubinsb, Hyponatriämieb, AST-Anstiegb, Anstieg des
Kreatininanstiegb, Amylase-Anstiegb, Gesamtbilirubinsb,
Amylase-Anstiegb, Hypomagnesiämieb, Anstieg Kreatininanstiegb,
Lipase-Anstiegb, der alkalischen Amylase-Anstiegb,
Hyponatriämieb, Phosphataseb, Lipase-Anstiegb,
Hyperkaliämieb, Hypokaliämieb, Hypokaliämieb,
Hypokaliämieb, Kreatininanstiegb, Hypomagnesiämieb,
Hyperkalziämieb, Lipase-Anstiegb, Hyponatriämieb,
Hypokalziämieb Hyperkaliämieb, Anstieg des Hypokalziämieb,
Gesamtbilirubinsb Hyperkalziämieb,
Hypophosphatämieb,
Hyperkaliämieb,
Hypermagnesiämieb,
Hypernatriämieb
Häufig Hypernatriämieb, Hypernatriämieb, Cholesterin-Anstieg im Blut,
Hypermagnesiämieb, Anstieg Hyperkalziämieb, Hypertriglyzeridämiedes Hypermagnesiämieb
Schilddrüsen-stimulierenden
Hormons, Anstieg der
Gamma-Glutamyltransferase
Die in Tabelle 3 angegebenen Häufigkeiten der Nebenwirkungen sind möglicherweise nicht vollständig auf Nivolumab alleinoder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zurückzuführen, da auch die Grunderkrankung oder die in Kombinationverwendeten Arzneimittel dazu beitragen können.a Todesfälle wurden in abgeschlossenen oder laufenden klinischen Studien berichtet.b Die Häufigkeitsangaben bei den Laborwerten entsprechen dem Anteil an Patienten, bei denen es zu einer
Verschlechterung gegenüber den Ausgangslaborwerten gekommen ist. Siehe unten 'Beschreibung einzelner
Nebenwirkungen; Laborwertanomalien“.
c Ausschlag ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet makulopapulösen Ausschlag, erythematösen Ausschlag,juckenden Ausschlag, follikulären Ausschlag, makulösen Ausschlag, morbilliformen Ausschlag, papulösen
Ausschlag, pustulösen Ausschlag, papulösepithelialen Ausschlag, vesikulären Ausschlag, generalisierten Ausschlag,exfoliativen Ausschlag, Dermatitis, Akne-ähnliche Dermatitis, allergische Dermatitis, atopische Dermatitis, bullöse
Dermatitis, exfoliative Dermatitis, psoriasiforme Dermatitis, Arzneimittelexanthem, nodulären Ausschlag und
Pemphigoid.
d Auch berichtet in Studien außerhalb des zusammengefassten Datensatzes. Die Häufigkeitsangabe basiert auf der
Exposition innerhalb des gesamten Programms.
e Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems ist ein übergeordneter Begriff, der Folgendes einschließt:
Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, Beschwerden im Bewegungsapparat,
Myalgie, interkostale Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten und Wirbelsäulenschmerzen.
f Ereignis nach Markteinführung (siehe auch Abschnitt 4.4).
g In klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet.h Perikardiale Erkrankungen ist ein übergeordneter Begriff, der Perikarditis, Perikarderguss, Herztamponade und das
Dressler-Syndrom umfasst.i Anämie ist ein übergeordneter Begriff, der unter anderen Formen auch hämolytische Anämie und autoimmune
Anämie, erniedrigtes Hämoglobin, Eisenmangelanämie und erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen umfasst.j Thrombose ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet Pfortaderthrombose, Lungenvenenthrombose,
Lungenthrombose, Aortenthrombose, Arterienthrombose, tiefe Venenthrombose, Beckenvenenthrombose,
Thrombose der Vena cava, Venenthrombose, Venenthrombose der Extremitäten.
Beschreibung einzelner NebenwirkungenNivolumab oder Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln ist mit immunvermittelten
Nebenwirkungen assoziiert. Diese immunvermittelten Nebenwirkungen sind mit einer adäquatenmedizinischen Behandlung meist reversibel. Das dauerhafte Absetzen der Therapie war im
Allgemeinen bei Patienten, die Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln erhielten im
Vergleich zu Patienten, die Nivolumab als Monotherapie erhielten, häufiger nötig. Die Tabelle 4 zeigtden Prozentsatz an Patienten mit immunvermittelten Nebenwirkungen, bei welchen die Therapiedauerhaft abgesetzt werden musste, abhängig vom Dosierungsregime. Außerdem zeigt die Tabelle 4für die Patienten, bei welchen eine Nebenwirkung auftrat, den Prozentsatz an Patienten, der mithochdosierten Corticosteroiden (mindestens 40 mg Prednison-Äquivalent täglich) behandelt werdenmusste, abhängig vom Dosierungsregime. Die Behandlungsrichtlinien für diese Nebenwirkungenwerden im Abschnitt 4.4 beschrieben.
Tabelle 4: Immunvermittelte Nebenwirkungen, welche zum dauerhaften Absetzen der
Therapie führen oder welche eine Behandlung mit hochdosierten
Corticosteroiden erfordern, abhängig vom Dosierungsregime(Nivolumab‑Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mitoder ohne Chemotherapie), Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie oder
Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib)
Nivolumab-Mono- Nivolumab in Nivolumab in Nivolumab intherapie Kombination Kombination mit Kombination mit% mit Ipilimumab Chemotherapie Cabozantinib(mit oder ohne % %
Chemotherapie)%
Immunvermittelte Nebenwirkung, welche zum dauerhaften Absetzen der Therapie führt
Pneumonitis 1,4 2,4 1,8 2,5
Kolitis 1,2 6 1,8 2,5
Hepatitis 1,1 5 0,8 4,1
Nephritis und 0,3 1,2 3,3 0,6
NierenfunktionsstörungEndokrinopathien 0,5 2,3 0,6 1,3
Haut 0,8 1,0 1,0 2,2
Überempfindlichkeit/Reaktion 0,1 0,3 1,8 0im Zusammenhang mit einer
Infusion
Nivolumab-Mono- Nivolumab in Nivolumab in Nivolumab intherapie Kombination Kombination mit Kombination mit% mit Ipilimumab Chemotherapie Cabozantinib(mit oder ohne % %
Chemotherapie)%
Immunvermittelte Nebenwirkung, welche eine Behandlung mit hochdosierten Corticosteroidenerforderta,b
Pneumonitis 65 59 58 56
Kolitis 14 31 8 8
Hepatitis 21 36 8 23
Nephritis und 22 27 7 9
NierenfunktionsstörungEndokrinopathien 5 19 5 4,2
Haut 3,3 8 6 8
Überempfindlichkeit/Reaktion 18 16 22 0im Zusammenhang mit einer
Infusiona mindestens 40 mg Prednison-Äquivalent täglichb Häufigkeit basiert auf der Anzahl an Patienten, bei welchen immunvermittelte Nebenwirkungen auftraten
Immunvermittelte PneumonitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung und Lungeninfiltration,3,3 % (155/4646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei0,9 % (42/4646) oder Grad 2 bei 1,7 % (77/4646) angegeben. Fälle von Grad 3 bzw. 4 wurden bei0,7 % (33/4646) bzw. < 0,1 % (1/4646) der Patienten berichtet. Bei sechs Patienten (0,1 %) führte dieszum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 15,1 Wochen (Spanne: 0,7 - 85,1). Bei107 Patienten (69,0 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 6,7 Wochen(Spanne: 0,1+ - 109,1+); + kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen
Lungenerkrankung 6,5 % (150/2294). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 3,2 %(74/2294), 1,1 % (26/2294) bzw. 0,3 % (8/2294) der Patienten berichtet. Bei vier Patienten (0,2 %)führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 2,7 Monate (Spanne: 0,1 - 56,8). Bei124 Patienten (82,7 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 6,1 Wochen(Spanne: 0,1 - 149,3+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung, 4,3 % (67/1572).
Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 2,1 % (33/1572), 0,9 % (14/1572) bzw. 0,2 %(3/1572) der Patienten berichtet. Bei zwei Patienten (0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit biszum Auftreten betrug 25 Wochen (Spanne: 1,6 - 96,9). Bei 48 Patienten (71,6 %) kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 10,4 Wochen (Spanne: 0,3+ - 121,3+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung, 5,6 % (18/320).
Grad 2 bzw. Grad 3 wurden für 1,9 % (6/320) bzw. 1,6 % (5/320) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten betrug 26,9 Wochen (Spanne: 12,3 - 74,3 Wochen). Bei 14 Patienten (77,8 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 7,5 Wochen(Spanne: 2,1 - 60,7+ Wochen).
Immunvermittelte KolitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Diarrhö,
Kolitis oder vermehrtem Stuhlgang 15,4 % (716/4646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fällewurde mit Grad 1 bei 9,9 % (462/4646) oder Grad 2 bei 4,0 % (186/4646) der Patienten angegeben.
Fälle mit Grad 3 und 4 wurden bei 1,4 % (67/4646) bzw. bei < 0,1 % (1/4646) der Patienten berichtet.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 8,3 Wochen (Spanne: 0,1 - 115,6). Bei 639 Patienten(90,3 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 2,9 Wochen(Spanne: 0,1 - 124,4+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Diarrhö oder Kolitis 27,3 % (626/2294). Fälle mit Grad 2,
Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 8,5 % (194/2294), 6,5 % (150/2294) bzw. 0,2 % (4/2294) der
Patienten berichtet. Bei einem Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 1,4 Monate (Spanne: 0,0 - 48,9). Bei 567 Patienten (91 %) kam es zu einer
Rückbildung in einer medianen Zeit von 2,7 Wochen (Spanne: 0,1 - 159,4+). Bei Patienten, die mit
Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg behandelt wurden, war die Häufigkeitvon Diarrhö oder Kolitis 46,7 %, einschließlich Grad 2 (13,6 %), Grad 3 (15,8 %) und Grad 4 (0,4 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Diarrhö oder Kolitis 24,0 % (377/1572). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurdenbei 7,3 % (115/1572), 3,2 % (51/1572) bzw. 0,4 % (6/1572) der Patienten berichtet. Bei einem
Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 4,4 Wochen(Spanne: 0,1 - 93,6). Bei 329 Patienten (87,7 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen
Zeit von 1,6 Wochen (Spanne: 0,1 - 212,3+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Diarrhö, Kolitis, häufigen Darmentleerungen oder Enteritis 59,1 % (189/320). Grad 2bzw. Grad 3, wurden bei 25,6 % (82/320) bzw. 6,3 % (20/320) der Patienten berichtet. Grad 4 wurdenbei 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 12,9 Wochen(Spanne: 0,3 - 110,9 Wochen). Bei 143 Patienten (76,1 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 12,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 139,7+ Wochen).
Immunvermittelte HepatitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalienbei Leberfunktionstests 8,0 % (371/4646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1bei 4,3 % (200/4646) oder Grad 2 bei 1,8 % (82/4646) angegeben. Fälle mit Grad 3 bzw. 4 wurden bei1,6 % (74/4646) bzw. 0,3 % (15/4646) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftretenbetrug 10,6 Wochen (Spanne: 0,1 - 132,0). Bei 298 Patienten (81,4 %) kam es zu einer Rückbildungnach einer medianen Zeit von 6,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 126,4+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 19,3 % (442/2294).
Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 4,5 % (104/2294), 7,5 % (171/2294) bzw. 1,1 %(25/2294) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 2 Monate(Spanne: 0,0 - 36,6). Bei 388 Patienten (88,2 %) kam es zu einer Rückbildung in einer medianen Zeitvon 5,4 Wochen (Spanne: 0,1 - 175,9+). Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombinationmit Ipilimumab 3 mg/kg behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalien bei
Leberfunktionstests 30,1 %, einschließlich Grad 2 (6,9 %), Grad 3 (15,8 %) und Grad 4 (1,8 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 18,6 % (293/1572). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw.
Grad 4 wurden bei 5,6 % (88/1572), 2,9 % (45/1572) bzw. < 0,1 % (1/1572) der Patienten berichtet.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 7,7 Wochen (Spanne: 0,1 - 99,0). Bei 231 Patienten(79,9 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 7,4 Wochen(Spanne: 0,4 - 240,0+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 41,6 % (133/320). Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4wurden bei 14,7 % (47/320), 10,3 % (33/320) bzw. 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten betrug 8,3 Wochen (Spanne: 0,1 - 107,9 Wochen). Bei 101 Patienten (75,9 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 9,6 Wochen(Spanne: 0,1 - 89,3+ Wochen).
Immunvermittelte Nephritis und NierenfunktionsstörungBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Nephritisoder Nierenfunktionsstörung 2,6 % (121/4646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit
Grad 1 bei 1,5 % (69/4646) oder Grad 2 bei 0,7 % (32/4646) angegeben. Fälle mit Grad 3 wurden bei0,4 % (18/4646) der Patienten und Fälle mit Grad 4 bei < 0,1 % (2/4646) der Patienten berichtet. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 12,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 79,1). Bei 80 Patienten (69,0 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 8,0 Wochen (Spanne: 0,3 - 79,1+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Nephritis oder Nierenfunktionsstörungen 5,9 % (135/2294).
Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 2,2 % (50/2294), 0,9 % (20/2294) bzw. 0,5 %(11/2294) der Patienten berichtet. Bei zwei Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeitbis zum Auftreten betrug 2,6 Monate (Spanne: 0,0 - 34,8). Bei 104 Patienten (75,8 %) kam es zu einer
Rückbildung in einer medianen Zeit von 6,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 172,1+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Nephritis oder Nierenfunktionsstörungen 10,8 % (170/1572). Fälle mit Grad 2, Grad 3bzw. Grad 4 wurden bei 4,1 % (64/1572), 1,5 % (24/1572) bzw. 0,1 % (2/1572) der Patientenberichtet. Bei zwei Patienten (0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug6,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 60,7). Bei 111 Patienten (65,3 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 11,6 Wochen (Spanne: 0,1 - 226,0+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Nephritis, immunvermittelter Nephritis, Nierenversagen, akuter Nierenschädigung,erhöhtem Kreatinin im Blut oder erhöhtem Blutharnstoff 10,0 % (32/320). Grad 2 bzw. Grad 3 wurdenbei 3,4 % (11/320) bzw. 1,3 % (4/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftretenbetrug 14,2 Wochen (Spanne: 2,1 - 87,1 Wochen). Bei 18 Patienten (58,1 %) kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 10,1 Wochen (Spanne: 0,6 - 90,9+ Wochen).
Immunvermittelte EndokrinopathienBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Schilddrüsenerkrankungen, einschließlich Hypothyreose oder Hyperthyreose, 13,0 % (603/4646). Dermehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei 6,6 % (305/4646) oder Grad 2 bei 6,2 %(290/4646) angegeben. Eine Grad-3-Schilddrüsenerkrankung wurde bei 0,2 % (8/4646) der Patientenberichtet. Hypophysitis (3 von Grad 1, 7 von Grad 2, 9 von Grad 3 und 1 von Grad 4),
Hypophyseninsuffizienz (6 von Grad 2 und 1 von Grad 3), Nebenniereninsuffizienz (einschließlichsekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz, akuter Nebennierenrindeninsuffizienz und erniedrigten
Corticotropins im Blut) (2 von Grad 1, 23 von Grad 2 und 11 von Grad 3), Diabetes mellitus(einschließlich Diabetes mellitus Typ 1 und diabetischer Ketoazidose) (1 von Grad 1, 3 von Grad 2, 8von Grad 3 und 2 von Grad 4) wurden berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser
Endokrinopathien betrug 11,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 126,7). Bei 323 Patienten (48,7 %) kam es zueiner Rückbildung. Die mediane Zeit bis zur Rückbildung betrug 48,6 Wochen(Spanne: 0,4 - 204,4+ Wochen).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 22,9 % (526/2294).
Schilddrüsenerkrankungen mit dem Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei 12,2 % (281/2294) bzw. 1,0 %(24/2294) der Patienten berichtet. Hypophysitis (einschließlich lymphozytische Hypophysitis) von
Grad 2 bzw. Grad 3 wurde bei 2,0 % (45/2294) bzw. 1,6 % (37/2294) der Patienten berichtet.
Hypophyseninsuffizienz von Grad 2 bzw. 3 trat bei 0,7 % (16/2294) bzw. 0,5 % (11/2294) der
Patienten auf. Nebenniereninsuffizienz (einschließlich sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz,akuter Nebennierenrindeninsuffizienz, Corticotropin im Blut erniedrigt und immunvermittelter
Nebenniereninsuffizienz) von Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurde bei 2,7 % (62/2294), 1,7 %(39/2294) bzw. 0,2 % (4/2294) der Patienten berichtet. Diabetes mellitus (einschließlich Diabetesmellitus Typ 1 und diabetischer Ketoazidose) vom Schweregrad 1, 2, 3 bzw. 4 wurde bei < 0,1 %(1/2294), 0,3 % (8/2294), 0,2 % (5/2294) bzw. 0,3 % (6/2294) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten dieser Endokrinopathien betrug 2,1 Monate (Spanne: 0,0 - 28,1). Bei254 Patienten (39,1 %) kam es zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Auftreten der Rückbildungbetrug 0,3 bis 257,1+ Wochen.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 12,7 % (199/1572). Schilddrüsenerkrankungen vom Grad 2wurden bei 6,2 % (97/1572) der Patienten berichtet. Hypophysitis vom Grad 3 trat bei 0,1 % (2/1572)der Patienten auf. Hypophyseninsuffizienz vom Grad 2 bzw. Grad 3 trat bei 0,2 % (3/1572) bzw.0,3 % (4/1572) der Patienten auf. Nebenniereninsuffizienz vom Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurde bei0,6 % (9/1572), 0,2 % (3/1572) bzw. < 0,1 % (1/1572) der Patienten berichtet. Diabetes mellitus,einschließlich Typ-1-Diabetes-mellitus, fulminanter Typ-1-Diabetes-mellitus und diabetische
Ketoazidose (3 von Grad 2, 2 von Grad 3 und 1 von Grad 4) wurde berichtet. Die mediane Zeit biszum Auftreten dieser Endokrinopathien betrug 14,7 Wochen (Spanne: 1,1 - 124,3). Bei 81 Patienten(37,2 %) kam es zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Eintreten der Rückbildung betrug0,4 bis 233,6+ Wochen.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 43,1 % (138/320). Schilddrüsenerkrankungen mit dem
Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei 23,1 % (74/320) bzw. 0,9 % (3/320) der Patienten berichtet.
Hypophysitis wurde bei 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet, alle vom Schweregrad 2.
Nebenniereninsuffizienz (einschließlich sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz) wurde bei 4,7 %(15/320) der Patienten berichtet. Nebenniereninsuffizienz mit dem Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei2,2 % (7/320) bzw. 1,9 % (6/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser
Endokrinopathien betrug 12,3 Wochen (Spanne: 2,0 - 89,7 Wochen). Bei 50 Patienten (35,2 %) kames zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Auftreten der Rückbildung betrug 0,9 bis 132,0+ Wochen.
Immunvermittelte Nebenwirkungen der HautBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag30,0 % (1396/4646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei 22,8 %(1060/4646) angegeben. Fälle mit Grad 2 wurden bei 5,9 % (274/4646) der Patienten und Fälle mit
Grad 3 bei 1,3 % (62/4646) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug6,7 Wochen (Spanne: 0,1 - 121,1). Bei 896 Patienten (64,6 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 20,1 Wochen (0,1-192,7+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag 45,2 % (1038/2294). Fälle mit Grad 2, Grad 3bzw. Grad 4 wurden bei 13,6 % (312/2294), 4,4 % (102/2294) bzw. < 0,1 % (2/2294) der Patientenberichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 0,8 Monate (Spanne: 0,0 - 33,8). Bei724 Patienten (70 %) kam es zu einer Rückbildung in einer medianen Zeit von 11,3 Wochen(Spanne: 0,1 - 268,7+). Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab3 mg/kg behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag 65,2 %, einschließlich Grad 2 (20,3 %)und Grad 3 (7,8 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Ausschlag 25,6 % (402/1572). Fälle von Grad 2 bzw. Grad 3 wurden bei 6,2 %(97/1572) bzw. 2,5 % (39/1572) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug7,0 Wochen (Spanne: 0,1 - 97,4). Bei 273 Patienten (68,1 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 12,3 Wochen (Spanne: 0,1 - 258,7+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Ausschlag 62,8 % (201/320). Grad 2 bzw. Grad 3 wurde bei 23,1 % (74/320) bzw.10,6 % (34/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 6,14 Wochen(Spanne: 0,1 - 104,4 Wochen). Bei 137 Patienten (68,2 %) kam es zu einer Rückbildung in einermedianen Zeit von 18,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 130,6+ Wochen).
Seltene Fälle von SJS und TEN wurden beobachtet, manche davon mit tödlichem Ausgang (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4).
Infusionsreaktionen (intravenöse Formulierung)
Bei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 4,0 % (188/4646), einschließlich9 Fälle mit Grad 3 und 3 Fälle mit Grad 4.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer
Infusion 4,8 % (110/2294). Fälle mit Grad 1, Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 2,0 % (47/2294),2,5 % (57/2294), 0,2 % (5/2294) bzw. < 0,1 % (1/2294) der Patienten berichtet. Bei Patienten mit
MPM, die mit Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg behandelt wurden, wardie Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 12 %.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 8,5 %(134/1572). Fälle von Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 4,8 % (76/1572), 1,1 % (18/1572) bzw.0,2 % (3/1572) der Patienten berichtet.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 2,5 % (8/320),hiervon waren alle Fälle vom Schweregrad 1 oder 2. Fälle mit Grad 2 wurden bei 0,3 % (1/320) der
Patienten berichtet.
Erhöhte Leberenzyme bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib bei RCC
In einer klinischen Studie bei zuvor unbehandelten RCC-Patienten wurde bei der Kombination
Nivolumab mit Cabozantinib eine höhere Häufigkeit von Grad-3- und -4-ALT-Anstieg (10,1 %) und
- AST-Anstieg (8,2 %) gegenüber der Nivolumab-Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem
RCC beobachtet. Bei Patienten mit Grad ≥ 2 erhöhten ALT oder AST (n = 85): Die mediane Zeit biszum Auftreten betrug 10,1 Wochen (Spanne: 2,0 - 106,6 Wochen), 26 % erhielten Corticosteroide füreine mediane Dauer von 1,4 Wochen (Spanne: 0,9 - 75,3). Bei 91 % der Patienten kam es zu einer
Rückbildung zu Grad 0 - 1 in einer medianen Zeit von 2,3 Wochen (Spanne: 0,4 - 108,1+ Wochen).
Bei 45 Patienten mit einem ALT- oder AST-Anstieg von Grad ≥ 2, bei welchen die Behandlung mit
Nivolumab (n = 10) oder Cabozantinib (n = 10) als Monotherapie oder Nivolumab plus Cabozantinibals Kombinationstherapie (n = 25) wieder aufgenommen wurde, traten bei 3 Patienten, die OPDIVOerhielten, bei 4 Patienten, die Cabozantinib erhielten, bzw. bei 8 Patienten, die sowohl OPDIVO alsauch Cabozantinib erhielten, erneut Grad ≥ 2 ALT- oder AST-Anstiege auf.
Laborwertanomalien
Der Anteil der Patienten, bei denen es unter der Nivolumab-Monotherapie zu einer
Laborwertanomalie Grad 3 oder 4 gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn kam, war 3,4 % für
Anämie (alle Grad 3), 0,7 % für Thrombozytopenie, 0,7 % für Leukopenie, 8,7 % für
Lymphozytopenie, 0,9 % für Neutropenie, 1,7 % für Anstieg der alkalischen Phosphatase, 2,6 % für
AST-Anstieg, 2,3 % für ALT-Anstieg, 0,8 % für Anstieg des Gesamtbilirubins, 0,7 % für
Kreatininanstieg, 2,0 % für Hyperglykämie, 0,7 % für Hypoglykämie, 3,8 % für Amylase-Anstieg,6,9 % für Lipase-Anstieg, 4,7 % für Hyponatriämie, 1,6 % für Hyperkaliämie, 1,3 % für
Hypokaliämie, 1,1 % für Hyperkalziämie, 0,6 % für Hypermagnesiämie, 0,4 % für Hypomagnesiämie,0,6 % für Hypokalziämie, 0,6 % für Hypoalbuminämie und < 0,1 % für Hypernatriämie.
Der Anteil der Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) zu einer Verschlechterung der Laborwerte gegenüber dem
Ausgangswert auf Grad 3 oder 4 kam, war 4,8 % für Anämie, 1,4 % für Thrombozytopenie, 2,1 % für
Leukopenie, 7,0 % für Lymphozytopenie, 3,2 % für Neutropenie, 2,8 % für Anstieg der alkalischen
Phosphatase, 7,0 % für AST-Anstieg, 8,1 % für ALT-Anstieg, 1,3 % für Anstieg des
Gesamtbilirubins, 1,7 % für Kreatininanstieg, 5,8 % für Hyperglykämie, 0,7 % für Hypoglykämie,8,2 % für Amylase-Anstieg, 16,3 % für Lipase-Anstieg, 0,7 % für Hypokalziämie, 0,2 % für
Hypernatriämie, 0,9 % für Hyperkalziämie, 1,9 % für Hyperkaliämie, 0,5 % für Hypermagnesiämie,0,4 % für Hypomagnesiämie, 3,2 % für Hypokaliämie und 9,2 % für Hyponatriämie.
Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg behandelt wurden,kam es bei einem höheren Anteil von Patienten zu einer Verschlechterung der ALT-Anstiege auf
Grad 3 oder 4 (15,3 %) gegenüber dem Ausgangswert.
Der Anteil an Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie zu einer Verschlechterung der Laborwerte auf Grad 3 oder 4 gegenüber dem
Ausgangswert kam, war 15,8 % für Anämie, 6,9 % für Thrombozytopenie, 12,2 % für Leukopenie,14,6 % für Lymphozytopenie, 27,6 % für Neutropenie, 2,4 % für Anstieg der alkalischen Phosphatase,3,4 % für AST-Anstieg, 2,6 % für ALT-Anstieg, 2,0 % für Anstieg des Gesamtbilirubins, 1,4 % für
Kreatininanstieg, 4,5 % für Amylase-Anstieg, 5,2 % für Lipase-Anstieg, 0,5 % für Hypernatriämie,8,8 % für Hyponatriämie, 1,9 % für Hyperkaliämie, 5,6 % für Hypokaliämie, 0,8 % für
Hyperkalziämie, 1,9 % für Hypokalziämie, 1,5 % für Hypermagnesiämie, 2,9 % für
Hypomagnesiämie, 3,5 % für Hyperglykämie und 0,7 % für Hypoglykämie.
Der Anteil an Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Cabozantinib zu einer Verschlechterung der Laborwerte auf Grad 3 oder 4 gegenüber dem
Ausgangswert kam, war 3,5 % für Anämie (alle Grad 3), 0,3 % für Thrombozytopenie, 0,3 % für
Leukopenie, 7,5 % für Lymphozytopenie, 3,5 % für Neutropenie, 3,2 % für Anstieg der alkalischen
Phosphatase, 8,2 % für AST-Anstieg, 10,1 % für ALT-Anstieg, 1,3 % für Anstieg des
Gesamtbilirubins, 1,3 % für Kreatininanstieg, 11,9 % für Amylase-Anstieg, 15,6 % für
Lipase-Anstieg, 3,5 % für Hyperglykämie, 0,8 % für Hypoglykämie, 2,2 % für Hypokalziämie, 0,3 %für Hyperkalziämie, 5,4 % für Hyperkaliämie, 4,2 % für Hypermagnesiämie, 1,9 % für
Hypomagnesiämie, 3,2 % für Hypokaliämie, 12,3 % für Hyponatriämie und 21,2 % für
Hypophosphatämie.
ImmunogenitätSubkutane Formulierung
Von den 202 Patienten, die mit Nivolumab-Injektionslösung behandelt wurden und deren Datenhinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpern auswertbar waren, wurdencirca 23 % (46/202) mittels eines Elektrochemilumineszenz(ECL)-Immunoassays positiv auf das
Vorliegen von während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen Nivolumab getestet. Bei1 % (2/202) der Patienten zeigten sich neutralisierende Antikörper gegen Nivolumab. Die Häufigkeitvon während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen rekombinante humane
Hyaluronidase PH20 (Anti-rHuPH20-Antikörper) bei Patienten, die mit Nivolumab-Injektionslösungbehandelt wurden, lag bei 8,8 % (19/215).
Intravenöse Formulierung
Von den 3529 Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie in einer Dosis von 3 mg/kg oder 240 mgalle 2 Wochen behandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen den Wirkstoffgerichteten Antikörpern auswertbar waren, wurden 328 Patienten (9,3 %) positiv auf das Vorliegenvon während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen den Wirkstoff getestet. Bei21 Patienten (0,6 %) zeigten sich neutralisierende Antikörper.
Die kombinierte Gabe mit Chemotherapie hatte keinen Einfluss auf die Immunogenität von
Nivolumab. Von den Patienten, die mit Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle 3 Wochenin Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens vongegen den Wirkstoff gerichteten Antikörpern auswertbar waren, wurden 7,5 % positiv auf das
Vorliegen von während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen den Wirkstoff getestet. Bei0,5 % der Patienten zeigten sich neutralisierende Antikörper.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt wurden und deren
Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpern auswertbar waren,betrug die Inzidenz der gegen Nivolumab gerichteten Antikörper 26,0 % bei Nivolumab 3 mg/kg und
Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochen, 24,9 % bei Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen und Ipilimumab1 mg/kg alle 6 Wochen, bzw. 37,8 % bei Nivolumab 1 mg/kg und Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen.
Die Inzidenz von neutralisierenden Antikörpern gegen Nivolumab betrug 0,8 % bei Nivolumab3 mg/kg und Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochen, 1,5 % bei Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen und
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen, bzw. 4,6 % bei Nivolumab 1 mg/kg und Ipilimumab 3 mg/kg alle3 Wochen. Bei Patienten, die hinsichtlich des Vorhandenseins von gegen Ipilimumab gerichteten
Antikörpern auswertbar waren, lag die Inzidenz von Anti-Ipilimumab Antikörpern zwischen 6,3 und13,7 % und die der neutralisierenden Antikörper gegen Ipilimumab zwischen 0 und 0,4 %.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie behandeltwurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpernoder neutralisierenden Antikörpern gegen Nivolumab auswertbar waren, betrug die Inzidenz vongegen Nivolumab gerichteten Antikörpern 33,8 % und die Inzidenz von neutralisierenden Antikörpern2,6 %. Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapiebehandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Ipilimumab gerichteten
Antikörpern oder neutralisierenden Antikörpern gegen Ipilimumab auswertbar waren, betrug die
Inzidenz von gegen Ipilimumab gerichteten Antikörpern 7,5 % und die Inzidenz von neutralisierenden
Antikörpern1,6 %.
Obwohl die Clearance von Nivolumab um 20 % erhöht war, wenn Anti-Nivolumab-Antikörperdetektiert wurden, ergaben pharmakokinetische sowie Exposure-Response-Analysen, dass dies sowohlbei Mono- wie auch bei Kombinationstherapie nicht mit einem Wirksamkeitsverlust oder einemveränderten Toxizitätsprofil verbunden war.
Ältere MenschenInsgesamt wurden in Bezug auf die Sicherheit keine Unterschiede zwischen älteren (≥ 65 Jahre) undjüngeren Patienten (< 65 Jahre) berichtet. Daten von Patienten ab 75 Jahren mit SCCHN, adjuvanter
Behandlung des Melanoms und adjuvanter Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder desgastroösophagealen Übergangs sind zu limitiert, um Schlussfolgerungen für diese Patientengruppeziehen zu können (siehe Abschnitt 5.1). Daten von dMMR- oder MSI-H-CRC-Patienten ab 75 Jahrensind limitiert (siehe Abschnitt 5.1).
Für Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, sind Daten von
RCC-Patienten ab 75 Jahren zu limitiert, um Schlussfolgerungen für diese Patientengruppe ziehen zukönnen (siehe Abschnitt 5.1).
Leber- oder Nierenfunktionsstörung
In der nicht-plattenepithelialen NSCLC-Studie (CA209057) war das Sicherheitsprofil der Patientenmit vorbestehender Nieren- oder Leberfunktionsstörung zu Studienbeginn mit der Gesamtpopulationvergleichbar. Aufgrund des geringen Stichprobenumfangs innerhalb der Subgruppen sollten diese
Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, PD-1/PDL-1 (Programmed Cell Death
Protein 1-Rezeptor/Death-Ligand 1)-Inhibitoren, ATC-Code: L01FF01.
OPDIVO-Injektionslösung enthält den Wirkstoff Nivolumab, der für die therapeutische Wirkungdieses Arzneimittels verantwortlich ist, sowie rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20), ein
Enzym, das bei subkutaner Verabreichung die Verteilung und Resorption der Stoffe in der Co-
Formulierung verbessert.
WirkmechanismusNivolumab ist ein humaner Immunoglobulin-G4-(IgG4) monoklonaler Antikörper (HuMAb), der anden 'Programmed Death'-1-(PD-1)-Rezeptor bindet und die Interaktion des Rezeptors mit den
Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Der PD-1-Rezeptor ist ein negativer Regulator der
T-Zellaktivität, der erwiesenermaßen an der Kontrolle der T-Zell-Immunantwortreaktionen beteiligtist. Die Bindung von PD-1 an die Liganden PD-L1 und PD-L2, die von Antigen-präsentierenden
Zellen exprimiert werden und von Tumoren oder anderen Zellen aus dem Mikromilieu des Tumorsexprimiert werden können, führt zur Hemmung der T-Zellproliferation und Zytokinausschüttung.
Nivolumab potenziert die T-Zellreaktionen, einschließlich der Tumorabwehrreaktion, durch Blockadeder Bindung von PD-1 an die PD-L1- und PD-L2-Liganden. In genidentischen Mausmodellen führteeine Blockade der PD-1-Aktivität zu einer Verringerung des Tumorwachstums.
Die Kombination einer Nivolumab (Anti-PD-1) und Ipilimumab (Anti-CTLA-4) - vermittelten
Hemmung resultiert in einer verbesserten Anti-Tumor-Aktivität beim metastasierten Melanom. Ingenidentischen Mausmodellen führte die duale Blockade von PD-1 und CTLA-4 zu synergistischer
Tumoraktivität.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitSubkutane Formulierung
Die Ergebnisse einer simulationsbasierten pharmakokinetischen Bridging-Analyse zeigten, dass überalle untersuchten soliden Tumorarten subkutane Nivolumab-Dosierungsregimes (600 mg alle2 Wochen und 1200 mg alle 4 Wochen) zu Expositionen führten, die denen der zugelassenenintravenösen Nivolumab-Dosierungsregimes (240 mg alle 2 Wochen und 480 mg alle 4 Wochen)nichtunterlegen waren (Quotient des geometrischen Mittels: > 1). Die geometrischen mittleren
Expositionen lagen auch unter denen von intravenös verabreichtem Nivolumab 10 mg/kg alle2 Wochen, einem Regime, das sich in klinischen Studien als sicher erwiesen hat.
Das klinische Sicherheitsprofil von subkutan verabreichtem Nivolumab war mit dem von intravenösverabreichtem Nivolumab vergleichbar.
MelanomBehandlung des fortgeschrittenen Melanoms
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Dacarbazin (CA209066)
Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab zur Behandlung des fortgeschrittenen (nichtresezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA209066) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen mit bestätigtem, behandlungsnaivem Melanom vom BRAF-Wildtyp im Stadium IIIoder IV und mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1. Patienten mit akuter
Autoimmunerkrankung, okulärem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen
Metastasen waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 418 Patienten entweder für Nivolumab (n = 210), das in einer Dosierung von3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde oder für
Dacarbazin (n = 208), das zu 1 000 mg/m2 Körperoberfläche alle 3 Wochen verabreicht wurde,randomisiert. Die Randomisierung wurde nach Tumor-PD-L1-Status und M-Stadium (M0/M1a/M1bversus M1c) stratifiziert. Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestandoder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Eine Behandlung nach Krankheitsprogressionwurde für Patienten zugelassen, die, nach Ermessen des Prüfarztes, klinisch profitierten und keineerheblichen Nebenwirkungen durch die Studienmedikation zeigten. Tumorbeurteilungen wurdengemäß der 'Response Evaluation Criteria in Solid Tumours“ (RECIST), Version 1.1, zum ersten Mal9 Wochen nach Randomisierung und dann im ersten Jahr alle 6 Wochen und anschließend alle12 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriterium war das Gesamtüberleben (Overall
Survival = OS). Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren das von den Prüfärzten bewertete PFS unddie objektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR).
Die Ausgangsmerkmale der Gruppen waren etwa gleich. Das mittlere Alter betrug 65 Jahre(Spanne: 18 - 87), 59 % waren männlich und 99,5 % waren weiß. Die meisten Patienten hatten einen
ECOG-Performance-Status von 0 (64 %) oder 1 (34 %). 61 % der Patienten hatten bei Studienbeginneinen Krankheitsstatus von M1c. 74 % der Patienten hatten ein kutanes Melanom und 11 % ein
Melanom der Schleimhaut; 35 % der Patienten hatten PD-L1-positives Melanom (≥ 5 %
Tumorzellmembranexpression). 16 % der Patienten hatten zuvor eine adjuvante Therapie erhalten; diehäufigste adjuvante Behandlung war Interferon (9 %). 4 % der Patienten hatten Hirnmetastasen in der
Vorgeschichte und 37 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen LDH-Ausgangsspiegel über demoberen Normbereich (ULN).
Die Kaplan-Meier-Kurven des OS sind in Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209066)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab210 185 150 105 45 8 0
Dacarbazin208 177 123 82 22 3 0
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 50/210), Median und 95 % CI = Confidence Interval (Konfidenzintervall): NA
- - -- - - Dacarbazin (Ereignisse: 96/208), Median und 95 % CI: 10,84 (9,33; 12,09)
Der beobachtete Gesamtüberlebensvorteil wurde durchgehend in verschiedenen
Patienten-Untergruppen nachgewiesen, einschließlich Ausgangs-ECOG-Performance-Status,
M-Stadium, Hirnmetastasen in der Vorgeschichte und Ausgangs-LDH-Werten. Der Überlebensvorteilwurde unabhängig davon beobachtet, ob die Tumoren der Patienten als PD-L1-negativ oder
PD-L1-positiv eingestuft wurden (Tumormembranexpressionsgrenze von 5 % oder 10 %).
Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Wirkung von Nivolumab mit Verzögerung einsetzt, so dass es2-3 Monate dauern kann bis der Vorteil von Nivolumab gegenüber Chemotherapie zum Tragenkommt.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse (CA209066)
Nivolumab Dacarbazin(n = 210) (n = 208)
Gesamtüberleben
Ereignisse 50 (23,8 %) 96 (46,2 %)
Hazard-Ratio 0,4299,79 % CI (0,25; 0,73)95 % CI (0,30; 0,60)p-Wert < 0,0001
Median (95 % CI) Nicht erreicht 10,8 (9,33; 12,09)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 84,1 (78,3; 88,5) 71,8 (64,9; 77,6)
Nach 12 Monaten 72,9 (65,5; 78,9) 42,1 (33,0; 50,9)
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab Dacarbazin(n = 210) (n = 208)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 108 (51,4 %) 163 (78,4 %)
Hazard-Ratio 0,4395 % CI (0,34; 0,56)p-Wert < 0,0001
Median (95 % CI) 5,1 (3,48; 10,81) 2,2 (2,10; 2,40)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 48,0 (40,8; 54,9) 18,5 (13,1; 24,6)
Nach 12 Monaten 41,8 (34,0; 49,3) NA
Objektives Ansprechen 84 (40,0 %) 29 (13,9 %)(95 % CI) (33,3; 47,0) (9,5; 19,4)
Odds Ratio (95 % CI) 4,06 (2,52; 6,54)p-Wert < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 16 (7,6 %) 2 (1,0 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 68 (32,4 %) 27 (13,0 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 35 (16,7 %) 46 (22,1 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht (0+ - 12,5+) 6,0 (1,1 - 10,0+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,2 - 7,6) 2,1 (1,8 - 3,6)'+“ kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Chemotherapie (CA209037)
Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab zur Behandlung des fortgeschrittenen (nichtresezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, offenen
Phase-III-Studie (CA209037) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen,bei denen es unter oder nach Ipilimumab und, bei positiver BRAF-V600-Mutation, auch unter odernach einer Behandlung mit einem BRAF-Kinase-Inhibitor zu einer Progression kam. Patienten mitakuter Autoimmunerkrankung, okulärem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen
Metastasen oder früheren unter Ipilimumab aufgetretenen schwerwiegenden (Grad 4 nach
CTCAE v4.0) Nebenwirkungen (ausgenommen zurückgebildete Übelkeit, Ermüdung/Fatigue,
Infusionsreaktionen oder Endokrinopathien) waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 405 Patienten entweder für Nivolumab (n = 272), das in einer Dosierung von3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde, oder für
Chemotherapie (n = 133) randomisiert. Die Chemotherapie erfolgte nach Ermessen des Prüfarztes mit
Dacarbazin (1 000 mg/m2 alle 3 Wochen) oder Carboplatin (AUC 6 alle 3 Wochen) und Paclitaxel(175 mg/m2 alle 3 Wochen). Die Randomisierung wurde nach BRAF- und Tumor-PD-L1-Status undbestem Ansprechen auf zuvor erhaltenes Ipilimumab stratifiziert.
Die koprimären Wirksamkeitskriterien waren bestätigtes ORR bei den ersten 120 Patienten, die mit
Nivolumab behandelt wurden, beurteilt nach RECIST, Version 1.1, durch ein unabhängigesradiologisches Bewertungskomitee (independent radiology review committee, IRRC) und Vergleichdes OS unter Nivolumab mit dem unter Chemotherapie. Weitere Wirksamkeitskriterien beinhalteten
Zeit bis zum Ansprechen und Dauer des Ansprechens.
Das mediane Alter betrug 60 Jahre (Spanne: 23 - 88). 64 % der Patienten waren männlich und 98 %weiß. Der ECOG-Performance-Status war 0 bei 61 % der Patienten und 1 bei 39 % der Patienten. Diemeisten (75 %) Patienten hatten bei Studienbeginn einen Krankheitsstatus von M1c. 73 % der
Patienten hatten ein kutanes Melanom, 10 % ein Melanom der Schleimhaut. 27 % der Patienten hatteneine systemische Vorbehandlung, 51 % 2 Vorbehandlungen und 21 %>2 Vorbehandlungen erhalten.22 % der Patienten hatten Tumoren, die positiv auf eine BRAF-Mutation getestet worden waren und50 % der Patienten hatten Tumoren, die als PD-L1-positiv betrachtet wurden. 64 % der Patientenhaben klinisch nicht von einer Vorbehandlung mit Ipilimumab profitiert (CR/PR oder SD). Die
Ausgangsmerkmale waren in den Gruppen etwa gleich, mit Ausnahme des Anteils von Patienten mit
Hirnmetastasen in der Vorgeschichte (19 % in der Nivolumab-Gruppe und 13 % in der
Chemotherapie-Gruppe) und Patienten mit einem LDH oberhalb des Normwertes zu Studienbeginn(51 % bzw. 35 %).
Zum Zeitpunkt dieser finalen ORR-Analyse wurden die Ergebnisse von 120 mit Nivolumab und 47mit Chemotherapie behandelten Patienten ausgewertet, die mindestens 6 Monate nachbeobachtetworden waren. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 6: Bestes Gesamtansprechen, Zeit bis zum Ansprechen und Dauer des Ansprechens(CA209037)
Nivolumab Chemotherapie(n = 120) (n = 47)
Bestätigtes objektives Ansprechen (IRRC) 38 (31,7 %) 5 (10,6 %)(95 % CI) (23,5; 40,8) (3,5; 23,1)
Vollständiges Ansprechen (Complete response = CR) 4 (3,3 %) 0
Teilweises Ansprechen (Partial Response = PR) 34 (28,3 %) 5 (10,6 %)
Stabile Erkrankung (Stable Disease = SD) 28 (23,3 %) 16 (34,0 %)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht 3,6 (Nicht vorhanden)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,6 - 7,4) 3,5 (2,1 - 6,1)
Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Wirkung von Nivolumab mit Verzögerung einsetzt, so dass es2 - 3 Monate dauern kann, bis der Vorteil von Nivolumab gegenüber Chemotherapie zum Tragenkommt.
Aktualisierte Analyse (24 Monate Nachverfolgung)
Die ORR unter allen randomisierten Patienten betrug in der Nivolumab-Gruppe 27,2 %(95 % CI: 22,0; 32,9) und 9,8 % (95 % CI: 5,3; 16,1) in der Chemotherapie-Gruppe. Die mediane
Dauer des Ansprechens war 31,9 Monate (Spanne: 1,4+ - 31,9) in der Nivolumab- und 12,8 Monate(Spanne: 1,3+ - 13,6+) in der Chemotherapie-Gruppe. Die PFS Hazard Ratio für Nivolumab vs.
Chemotherapie war 1,03 (95 % CI: 0,78; 1,36). ORR und PFS wurden vom IRRC nach RECIST
Version 1.1 beurteilt.
Bei der finalen OS-Analyse gab es zwischen Nivolumab und Chemotherapie keinen statistischsignifikanten Unterschied. Die primäre OS-Analyse war nicht für die Auswirkungen nachfolgender
Therapien adjustiert, wobei 54 (40,6 %) Patienten im Chemotherapie-Arm nachfolgend eine
Anti-PD1-Behandlung erhielten. OS kann durch Studienabbruch, Ungleichgewicht der Folgetherapienund Unterschiede bei den Charakteristika zu Beginn der Studie verzerrt sein. Im Nivolumab-Armhatten mehr Patienten schlechte prognostische Faktoren (erhöhtes LDH und Hirnmetastasen) als im
Chemotherapie-Arm.
Wirksamkeit in Abhängigkeit von BRAF-Status: Objektives Ansprechen auf Nivolumab (gemäß der
Definition des koprimären Endpunkts) wurde bei Patienten mit oder ohne positiver BRAF-Mutationdes Melanoms beobachtet. Die ORR in der Untergruppe mit BRAF-Mutation betrug17 % (95 % CI: 8,4; 29,0) für Nivolumab und 11 % (95 % CI: 2,4; 29,2) für Chemotherapie. In der
Untergruppe mit BRAF-Wildtyp war die ORR 30 % (95 % CI: 24,0; 36,7) für Nivolumab und 9 %(95 % CI: 4,6; 16,7) für Chemotherapie.
Die PFS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 1,58 (95 % CI: 0,87; 2,87) für
Patienten mit BRAF-Mutation und 0,82 (95 % CI: 0,60; 1,12) für Patienten mit BRAF-Wildtyp. Die
OS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie betrugen 1,32 (95 % CI: 0,75; 2,32) für Patientenmit BRAF-Mutation und 0,83 (95 % CI: 0,62; 1,11) für Patienten mit BRAF-Wildtyp.
Wirksamkeit in Abhängigkeit von Tumor-PD-L1-Expression: Objektives Ansprechen auf Nivolumabwurde unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression beobachtet. Die Rolle dieses Biomarkers(Tumor-PD-L1-Expression) ist jedoch nicht abschließend geklärt.
Bei Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % betrug die ORR 33,5 % für Nivolumab(n = 179; 95 % CI: 26,7; 40,9) und 13,5 % für Chemotherapie (n = 74; 95 % CI: 6,7; 23,5). Bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression < 1 % war die vom IRRC bestimmte ORR jeweils13,0 % (n = 69; 95 % CI: 6,1; 23,3) bzw. 12,0 % (n = 25; 95 % CI: 2,5; 31,2).
Die PFS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 0,76 (95 % CI: 0,54; 1,07) bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1 Expression ≥ 1 % und 1,92 (95 % CI: 1,05; 3,5) bei Patienten miteiner Tumor-PD-L1-Expression < 1 %.
Die OS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 0,69 (95 % CI: 0,49; 0,96) bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1 Expression ≥ 1 % und 1,52 (95 % CI: 0,89; 2,57) bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression < 1 %.
Diese Untergruppen-Analysen sollten aufgrund der kleinen Gruppengröße und des Fehlens einessignifikanten Unterschiedes im OS in der randomisierten Gesamtpopulation mit Vorsicht interpretiertwerden.
Intravenöse Formulierung
Offene Dosiseskalationsstudie der Phase I (MDX1106-03)
Sicherheit und Verträglichkeit von Nivolumab wurden in einer offenen Dosiseskalationsstudie der
Phase I bei verschiedenen Tumorarten (einschließlich malignes Melanom) untersucht. Von den306 vorbehandelten Patienten, die in die Studie eingeschlossen wurden, hatten 107 ein Melanom underhielten maximal 2 Jahre lang Nivolumab in einer Dosierung von 0,1 mg/kg, 0,3 mg/kg, 1 mg/kg,3 mg/kg oder 10 mg/kg. In dieser Patientengruppe wurde bei 33 Patienten (31 %) über ein objektives
Ansprechen mit einer medianen Ansprechdauer von 22,9 Monaten berichtet (95 % CI: 17,0; NR). Dasmediane PFS betrug 3,7 Monate (95 % CI: 1,9; 9,3). Das mediane OS war 17,3 Monate(95 % CI: 12,5; 37,8) und die berechneten OS-Raten waren 42 % (95 % CI: 32; 51) nach 3 Jahren,35 % (95 % CI: 26; 44) nach 4 Jahren und 34 % (95 % CI: 25; 43) nach 5 Jahren (Minimum45 Monate Nachverfolgung).
Intravenöse Formulierung
Einarmige Phase-II-Studie (CA209172)
Die Studie CA209172 war eine einarmige, offene Studie mit Nivolumab-Monotherapie bei Patientenmit Stadium-III- (nicht-resezierbarem) oder Stadium-IV- metastasiertem Melanom nach einervorherigen Therapie mit einem monoklonalen Anti-CTLA-4-Antikörper. Der primäre Endpunkt war
Sicherheit und ein sekundärer Endpunkt war Wirksamkeit. Von den 1008 behandelten Patienten hatten103 (10 %) ein okuläres/uveales Melanom, 66 (7 %) einen ECOG Performance Status von 2,165 (16 %) asymptomatische behandelte oder unbehandelte ZNS-Metastasen, 13 (1,3 %) behandelteleptomeningeale Metastasen, 25 (2 %) eine Autoimmunerkrankung und 84 (8 %) Grad 3-4immunvermittelte Nebenwirkungen unter vorheriger Anti-CTLA-4-Therapie. Es wurden keine neuen
Sicherheitssignale identifiziert und das Gesamtsicherheitsprofil von Nivolumab war über die
Subgruppen hinweg vergleichbar. Die Wirksamkeitsergebnisse, basierend auf den vom Prüfarztbewerteten Ansprechraten, in Woche 12 sind in Tabelle 7 dargestellt.
Tabelle 7: Ansprechrate in Woche 12 - Alle Patienten und Subgruppen mit auswertbarem
Ansprechen (CA209172)
Gesamtanzahl Okuläres/ ECOG PS 2 ZNS- Autoimmun- Grad 3 - 4uveales Metastasen erkrankungen irAEs unter
Melanom Anti -CTLA-4
N 161/588 4/61 4/20 20/73 3/16 13/46(%)a (27,4) (6,6) (20,0) (27,4) (18,8) (28,3)a Das Ansprechen wurde nach RECIST 1.1 für 588/1008 (58,3 %) Patienten ausgewertet, die bis Woche 12 behandeltwurden und einen Follow-up Scan in Woche 12 erhielten.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder Nivolumab als
Monotherapie im Vergleich gegen Ipilimumab als Monotherapie (CA209067)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kgoder Nivolumab 3 mg/kg vs. Ipilimumab-Monotherapie 3 mg/kg zur Behandlung des fortgeschrittenen(nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA209067) untersucht. Die Unterschiede zwischen den beiden
Nivolumab-enthaltenden Gruppen wurden deskriptiv untersucht. In die Studie wurden erwachsene
Patienten mit bestätigtem nicht resezierbaren Melanom im Stadium III oder IV eingeschlossen. Die
Patienten mussten einen ECOG-Performance-Status 0 oder 1 haben und durften keine systemischen
Vortherapien zur Behandlung des nicht resezierbaren oder metastatischen Melanoms erhalten haben.
Adjuvante oder neoadjuvante Vortherapie war erlaubt, wenn diese mindestens 6 Wochen vor
Einschluss in die Studie abgeschlossen worden war. Patienten mit akuter Autoimmunerkrankung,okulärem/uvealem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen waren vonder Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 945 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (n = 314),
Nivolumab als Monotherapie (n = 316) oder Ipilimumab als Monotherapie (n = 315) randomisiert.
Patienten im Kombinationsarm erhielten Nivolumab in einer Dosierung von 1 mg/kg Körpergewichtüber 60 Minuten und Ipilimumab in einer Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht über 90 Minutenjeweils als intravenös verabreichte Infusion alle 3 Wochen für die ersten vier Gaben, gefolgt von
Nivolumab in einer Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht als Monotherapie alle 2 Wochen. Patientenim Nivolumab-Monotherapie-Arm erhielten Nivolumab in einer Dosierung von 3 mg/kg
Körpergewicht alle 2 Wochen. Patienten im Vergleichsarm erhielten Ipilimumab in einer Dosierungvon 3 mg/kg Körpergewicht und Placebo für Nivolumab als intravenöse Infusion alle 3 Wochen für4 Gaben und anschließend Placebo alle 2 Wochen. Die Randomisierung wurde mittels
PD-L1-Expressionsstatus stratifiziert (≥ 5 % gegenüber ≤ 5 % Expression auf der
Tumorzellmembran), BRAF-Status und M-Stadium gemäß der Einstufung des American Joint
Committee on Cancer (AJCC). Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzenbestand oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden zum ersten
Mal 12 Wochen nach Randomisierung und dann im ersten Jahr alle 6 Wochen und anschließend alle12 Wochen durchgeführt. Die primären Wirksamkeitskriterien waren das progressionsfreie Überleben(Progression-Free Survival = PFS) sowie Gesamtüberleben (Overall Survival = OS). Die objektive
Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) und die Dauer des Ansprechens wurden ebenfallsbewertet.
Die Ausgangsmerkmale der drei Gruppen waren etwa gleich verteilt. Das mittlere Alter betrug61 Jahre (Spanne: 18 - 90), 65 % waren Männer und 97 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status war 0 bei 73 % der Patienten und 1 bei 27 % der Patienten. 93 % der
Patienten hatten einen Krankheitsstatus von IV gemäß AJCC, 58 % hatten einen Krankheitsstatus von
M1c bei Studienbeginn. 22 % der Patienten hatten eine adjuvante Vortherapie erhalten, 32 % der
Patienten hatten ein BRAF-Mutations-positives Melanom und 26,5 % der Patienten hatten eine
PD-L1-Expression in der Tumorzellmembran von ≥ 5 %. 4 % der Patienten hatten Hirnmetastasen inder Vorgeschichte und 36 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen LDH-Ausgangsspiegel überdem oberen Normbereich (ULN). Bei den Patienten mit quantifizierbarer Tumor-PD-L1-Expressionwar die Verteilung der Patienten zwischen den 3 Behandlungsgruppen ausgeglichen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mittels PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay ermittelt.
In der primären Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit 9 Monate) betrug das mediane PFS6,9 Monate in der Nivolumab-Gruppe verglichen mit 2,9 Monaten in der Ipilimumab-Gruppe(HR = 0,57; 99,5 % CI: 0,43; 0,76; p < 0,0001). Das mediane PFS betrug 11,5 Monate in der
Ipilimumab-in-Kombination-mit-Nivolumab-Gruppe verglichen mit 2,9 Monaten in der
Ipilimumab-Gruppe (HR = 0,42; 99,5 % CI: 0,31; 0,57; p < 0,0001).
Die PFS-Ergebnisse aus einer deskriptiven Analyse (mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von90 Monaten) sind in Abbildung 2 dargestellt (gesamte randomisierte Population), Abbildung 3 zeigteinen Tumor-PD-L1-5-%-Cut-off und Abbildung 4 einen Tumor-PD-L1-1-%-Cut-off.
Abbildung 2: Progressionsfreies Überleben (CA209067)
Progressionsfreies Überleben nach Einschätzung des Prüfarztes (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab314 175 138 126 112 103 99 93 87 84 78 76 70 66 57 33 1 -
Nivolumab316 151 120 106 97 84 78 73 69 66 62 57 54 50 44 21 0 -
Ipilimumab315 78 46 34 31 28 21 18 16 15 12 11 10 9 9 7 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 189/314), Median und 95 % CI: 11,50 (8,90; 20,04)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 49 % (44; 55), PFS-Rate nach 60 Monaten und95 % CI: 36 % (32; 42), PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 33 % (27; 39)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 208/316), Median und 95 % CI: 6,93 (5,13; 10,18)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 42 % (36; 47), PFS-Rate nach 60 Monaten und95 % CI: 29 % (24; 35), PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 27 % (22; 33)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 261/315), Median und 95 % CI: 2,86 (2,79; 3,09)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 18 % (14; 23), PFS-Rate nach 60 Monaten und95 % CI: 8 % (5; 12), PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 7 % (4; 11)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,35; 0,51);
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,53 (0,44; 0,64);
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,79 (0,65; 0,97)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 3: Progressionsfreies Überleben bei PD-L1-Expression: 5-%-Cut-off (CA209067)
PD-L1-Expression < 5 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab210 113 87 78 71 64 60 56 54 52 50 49 45 43 39 22 0 -
Nivolumab208 91 73 66 60 51 49 46 42 40 38 33 31 29 27 12 0 -
Ipilimumab202 45 26 19 18 16 14 13 11 10 7 6 5 4 4 3 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 127/210), Median und 95 % CI: 11,17 (7,98; 17,51)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 139/208), Median und 95 % CI: 5,39 (2,96; 7,13)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 171/202), Median und 95 % CI: 2,79 (2,76; 3,02)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,33; 0,53)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,54 (0,43; 0,68)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,77 (0,61; 0,98)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
PD-L1-Expression ≥ 5 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab68 45 37 35 30 29 29 27 24 23 20 19 17 15 13 8 1 -
Nivolumab80 52 41 36 33 29 26 24 24 23 21 21 20 18 14 7 0 -
Ipilimumab75 21 14 10 10 9 5 5 5 5 5 5 5 5 5 4 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 36/68), Median und 95 % CI: 22,11 (9,72; 82,07)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 48/80), Median und 95 % CI: 22,34 (9,46; 39,13)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 60/75), Median und 95 % CI: 3,94 (2,79; 4,21)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,38 (0,25; 0,58)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,43 (0,29; 0,64)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,89 (0,58; 1,35)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 4: Progressionsfreies Überleben bei PD-L1-Expression: 1-%-Cut-off (CA209067)
PD-L1-Expression < 1 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab123 65 51 46 41 38 36 33 31 29 29 28 25 24 21 13 0 -
Nivolumab117 44 35 33 30 26 24 21 19 17 15 11 11 9 9 5 0 -
Ipilimumab113 20 12 9 9 7 5 5 3 3 3 2 1 0 0 0 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:76/123), Median und 95 % CI: 11,17 (6,93; 22,18)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 85/117), Median und 95 % CI: 2,83 (2,76; 5,62)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 94/113), Median und 95 % CI: 2,73 (2,66; 2,83)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,39 (0,28; 0,53)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,59 (0,44; 0,79)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,66 (0,48; 0,90)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
PD-L1-Expression ≥ 1 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab155 93 73 67 60 55 53 50 47 46 41 40 37 34 31 17 1 -
Nivolumab171 99 79 69 63 54 51 49 47 46 44 43 40 38 32 14 0 -
Ipilimumab164 46 28 20 19 18 14 13 13 12 9 9 9 9 9 7 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:90/155), Median und 95 % CI: 16,13 (8,90; 45,08)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 102/171), Median und 95 % CI: 16,20 (8,11; 27,60)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 137/164), Median und 95 % CI: 3,48 (2,83; 4,17)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,32; 0,55)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,45 (0,35; 0,59)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,92 (0,69; 1,22)
Die finale (primäre) OS-Analyse wurde durchgeführt, nachdem alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 28 Monaten erreicht hatten. Nach 28 Monaten wurde das mediane OS inder Nivolumab-Gruppe nicht erreicht verglichen mit 19,98 Monaten in der Ipilimumab-Gruppe(HR = 0,63; 98 % CI: 0,48; 0,81; p-Wert: < 0,0001). Das mediane OS wurde in der Patientengruppe,die mit der Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab behandelt wurde, nicht erreicht. Im
Vergleich zur Ipilimumab-Gruppe beträgt die HR = 0,55 (98 % CI: 0,42; 0,72; p-Wert < 0,0001).
Die OS-Ergebnisse einer zusätzlichen deskriptiven Analyse nach einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 90 Monaten waren konsistent mit den Ergebnissen der ursprünglichenprimären Analyse. Die OS-Ergebnisse dieser Nachbeobachtungsanalyse sind in Abbildung 5 (allerandomisierten Populationen), Abbildungen 6 und 7 (Tumor-PD-L1-5-%-und-1-%-Cut-off)dargestellt.
Die OS-Analyse war nicht darauf ausgerichtet, die nachfolgend erhaltenen Therapien zu erfassen.
Anschließende systemische Therapien erhielten 36,0 % der Patienten, die die Kombination erhaltenhatten, 49,1 % der Nivolumab-Monotherapie-Patienten und 66,3 % der Ipilimumab-Patienten.
Anschließende Immuntherapien (einschließlich Anti-PD1-Therapie, Anti-CTLA-4-Antikörper oderandere Immuntherapien) erhielten 19,1 % der Patienten, die die Kombination erhalten hatten, 34,2 %der Nivolumab-Monotherapie-Patienten und 48,3 % der Ipilimumab-Patienten.
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 5: Gesamtüberleben (CA209067) - Minimale Nachbeobachtungszeit 90 Monate
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab314 265 227 210 199 187 179 169 163 158 156 153 147 144 141 129 7 -
Nivolumab316 266 231 201 181 171 158 145 141 137 134 130 126 123 120 107 4 -
Ipilimumab315 253 203 163 135 113 100 94 87 81 75 68 64 63 63 57 5 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 162/314), Median und 95 % CI: 72,08 (38,18; N.A.)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 73 % (68; 78), 24 Monaten: 64 % (59; 69); 36 Monaten:58 % (52; 63), 60 Monaten: 52 % (46; 57) und 90 Monaten: 48 % (42; 53)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 182/316), Median und 95 % CI: 36,93 Monate (28,25; 58,71)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 74 % (69; 79), 24 Monaten: 59 % (53; 64), 36 Monaten:52 % (46; 57), 60 Monaten: 44 % (39; 50) und 90 Monaten: 42 % (36; 47)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 235/315), Median und 95 % CI: 19,94 Monate (16,85; 24,61)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 67 % (61; 72), 24 Monaten: 45 % (39; 50); 36 Monaten:34 % (29; 39), 60 Monaten: 26 % (22; 31) und 90 Monaten: 22 % (18; 27)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,53 (0,44; 0,65)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,63 (0,52; 0,77)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,84 (0,68; 1,04)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Abbildung 6: Gesamtüberleben nach PD-L1-Expression: 5-%-Cut-off (CA209067) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 90 Monate
PD-L1-Expression < 5 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab21 17 14 13 13 12 11 10 10 10 10 10 98 96 96 88 6 -0 8 6 9 0 3 6 9 6 4 2 0
Nivolumab20 16 14 12 11 10 10 92 90 88 86 84 83 80 79 70 3 -8 9 4 3 2 8 2
Ipilimumab20 15 12 99 80 69 59 57 55 50 46 41 39 38 38 33 0 -2 8 4
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 109/210), Median und 95 % CI: 65,94 (32,72; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 121/208), Median und 95 % CI: 35,94 Monate (23,06; 60,91)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 157/202), Median und 95 % CI: 18,40 Monate (13,70; 22,51)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,51 (0,40; 0,66)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,62 (0,49; 0,79)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,83 (0,64; 1,07)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
PD-L1-Expression ≥ 5 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab68 56 52 45 45 43 43 41 40 37 37 36 33 32 30 27 1 -
Nivolumab80 76 69 61 57 53 47 44 43 41 41 40 38 38 36 33 1 -
Ipilimumab75 66 60 46 40 34 32 29 25 24 22 20 19 19 19 18 4 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 33/68), Median und 95 % CI: N.A. (39,06; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 41/80), Median und 95 % CI: 64,28 Monate (33,64; N.A.)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 51/75), Median und 95 % CI: 28,88 Monate (18,10; 44,16)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,61 (0,39; 0,94)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,61 (0,41; 0,93)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,99 (0,63; 1,57)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Abbildung 7: Gesamtüberleben nach PD-L1-Expression: 1-%-Cut-off (CA209067) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 90 Monate
PD-L1-Expression < 1 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab123 102 82 79 74 70 65 63 62 62 62 60 59 57 56 50 5 -
Nivolumab117 86 73 62 57 53 49 43 43 42 41 41 40 38 37 33 2 -
Ipilimumab113 87 71 57 44 36 33 32 31 28 27 22 22 22 22 18 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 66/123), Median und 95 % CI: 61,44 (26,45; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 76/117), Median und 95 % CI: 23,46 Monate (13,01; 36,53)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 87/113), Median und 95 % CI: 18,56 Monate (13,67; 23,20)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,55 (0,40; 0,76)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,77 (0,57; 1,05)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,71 (0,51; 0,99)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
PD-L1-Expression ≥ 1 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab155 132 116 105 101 96 94 87 84 79 79 77 74 72 70 65 2 -
Nivolumab171 159 140 122 112 108 100 93 90 87 86 83 81 80 78 70 2 -
Ipilimumab164 137 113 88 76 67 58 54 49 46 41 39 36 35 35 33 4 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 76/155), Median und 95 % CI: 82,30 (39,06; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 86/171), Median und 95 % CI: 85,09 Monate (39,00; N.A.)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 121/164), Median und 95 % CI: 21,49 Monate (16,85; 29,08)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,52 (0,39; 0,70)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,52 (0,39; 0,69)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 1,01 (0,74; 1,37)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Minimale Nachbeobachtungszeit für die ORR-Analyse waren 90 Monate. Das Ansprechen ist in
Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Objektives Ansprechen (CA209067)
Nivolumab +
Ipilimumab Nivolumab Ipilimumab(n = 314) (n = 316) (n = 315)
Objektives Ansprechen 183 (58 %) 142 (45 %) 60 (19 %)(95 % CI) (52,6; 63,8) (39,4; 50,6) (14,9; 23,8)
Odds Ratio (vs. Ipilimumab) 6,35 3,5(95 % CI) (4,38; 9,22) (2,49; 5,16)
Vollständiges Ansprechen(Complete Response = CR) 71 (23 %) 59 (19 %) 19 (6 %)
Teilweises Ansprechen (Partial
Response = PR) 112 (36 %) 83 (26 %) 41 (13 %)
Stabile Erkrankung (Stable
Disease = SD) 38 (12 %) 29 (9 %) 69 (22 %)
Ansprechdauer
Mediane Zeitspanne, Monate N.A. 90,8 19,3(69,1 - N.A.) (45,7 - N.A.) (8,8 - 47,4)
Anteil ≥ 12 Monate Ansprechdauer 68 % 73 % 44 %
Anteil ≥ 24 Monate Ansprechdauer 58 % 63 % 30 %
ORR (95 % CI) bei Tumor-PD-L1-Expression< 5 % 56 % (48,7; 62,5) 43 % (36; 49,8) 18 % (12,8; 23,8)n = 210 n = 208 n = 202≥ 5 % 72 % (59,9; 82,3) 59 % (47,2; 69,6) 21 % (12,7; 32,3)n = 68 n = 80 n = 75< 1 % 54 % (44,4; 62,7) 36 % (27,2; 45,3) 18 % (11,2; 26,0)n = 123 n = 117 n = 113≥ 1 % 65 % (56,4; 72) 55 % (47,2; 62,6) 20 % (13,7; 26,4)n = 155 n = 171 n = 164
Patienten in beiden Nivolumab-Armen zeigten einen signifikanten Nutzen bzgl. PFS und OS und eingrößeres ORR verglichen mit Ipilimumab-Monotherapie. Die Resultate bezüglich desprogressionsfreien Überlebens nach 18 Monaten Nachbeobachtungszeit und ORR- und OS-Ergebnissenach 28 Monaten Nachbeobachtungszeit waren in den verschiedenen Patienten-Subgruppenkonsistent, einschließlich bei Patienten mit unterschiedlichem ECOG-Status, BRAF-Mutationsstatus,
M-Stadium, Alter, Hirnmetastasen in der Anamnese und LDH-Ausgangsspiegel. Diese
Beobachtungen wurden auch mit den OS-Ergebnissen nach einer minimalen Nachbeobachtungszeitvon 90 Monaten beibehalten.
Bei den 131 Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund von Nebenwirkungen nach 28 Monaten
Nachbeobachtungszeit abgebrochen haben, war die Ansprechrate 71 % (93/131). Von diesen 71 %erreichten 20 % (26/131) der Patienten ein vollständiges Ansprechen. Das mediane Gesamtüberlebenwurde nicht erreicht.
Patienten in beiden Nivolumab-Armen hatten ein größeres objektives Ansprechen als Patienten im
Ipilimumab-Arm, unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus. Nach 90 Monaten
Nachbeobachtungszeit war die objektive Ansprechrate für die Kombination aus Nivolumab und
Ipilimumab über alle Tumor-PD-L1-Expressionsgrade höher als für die Nivolumab-Monotherapie(siehe Tabelle 8), wobei die beste Gesamtansprechrate für das vollständige Ansprechen mit einerverbesserten Überlebensrate korrelierte.
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit betrug die mediane Ansprechdauer bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expressionsstatus ≥ 5 % 78,19 Monate im Kombinations-Arm (Spanne: 18,07 - N.A.)und 77,21 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 26,25 - N.A.). Sie betrug31,28 Monate (Spanne: 6,08 - N.A.) im Ipilimumab-Arm. Bei einer Tumor-PD-L1-Expression < 5 %wurde die mediane Ansprechdauer im Kombinations-Arm (Spanne: 61,93 - N.A.) nicht erreicht undbetrug 90,84 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 50,43 - N.A.). Sie betrug19,25 Monate im Ipilimumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 5,32 - 47,44).
Bezüglich der relevanten Endpunkte Tumoransprechen, PFS und OS konnte kein klarer Grenzwert fürdie PD-L1-Expression verlässlich definiert werden. Ergebnisse von exploratorischen multivarianten
Analysen zeigten, dass auch andere Patienten- und Tumorcharakteristika (z. B. ECOG-Status,
M-Stadium, Ausgangs-LDH, BRAF-Mutationsstatus, PD-L1-Status und Geschlecht) zum
Überlebensresultat beitragen könnten.
Wirksamkeit bei BRAF-Status:
BRAF[V600]-Mutation-positive und BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zu Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab randomisiert wurden, hatten nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit ein medianes
PFS von 16,76 Monaten (95 % CI: 8,28; 32,0) bzw. 11,7 Monaten (95 % CI: 7,0; 19,32) während diein den Nivolumab-Monotherapie-Arm randomisierten Patienten ein medianes PFS von 5,62 Monaten(95 % CI: 2,79; 9,46) bzw. 8,18 Monaten (95 % CI: 5,13; 19,55) hatten.
BRAF[V600]-Mutations-positive bzw. BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zur
Ipilimumab-Monotherapie randomisiert wurden, hatten ein medianes PFS von 3,09 Monaten(95 % CI: 2,79; 5,19) bzw. 2,83 Monaten (95 % CI: 2,76; 3,06).
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit hatten BRAF[V600]-Mutations-positive bzw.
BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab randomisiertwurden, ein ORR von 67,0 % (95 % CI: 57,0; 75,9; n = 103) bzw. 54,0 % (95 % CI: 47,1; 60,9;n = 211) während die in den Nivolumab-Monotherapie-Arm randomisierten Patienten ein ORR von37,87 % (95 % CI: 28,2; 48,1; n = 98) bzw. 48,2 % (95 % CI: 41,4; 55,0; n = 218) hatten.
BRAF[V600]-Mutations-positive bzw. BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zur
Ipilimumab-Monotherapie randomisiert wurden, hatten ein ORR von 23,0 % (95 % CI: 15,2; 32,5;n = 100) bzw. 17,2 % (95 % CI: 12,4; 22,9; n = 215).
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit wurde für BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten dasmediane OS im Kombinations-Arm nicht erreicht und betrug 45,5 Monate im
Nivolumab-Monotherapie-Arm. Das mediane OS für BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten im
Ipilimumab-Monotherapie-Arm betrug 24,6 Monate. Für BRAF-Wildtyp-Patienten betrug dasmediane OS 39,06 Monate im Kombinations-Arm, 34,37 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Armund 18,5 Monate im Ipilimumab-Monotherapie-Arm. Die Hazard Ratios des Gesamtüberlebens warenim Nivolumab-in-Kombination-mit-Ipilimumab-Arm versus Nivolumab-Monotherapie-Arm für
BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten 0,66 (95 % CI: 0,44; 0,98) und für
BRAF-Wildtyp-Patienten 0,95 (95 % CI: 0,74; 1,22).
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-II-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Ipilimumab(CA209069)
Die Studie CA209069 war eine randomisierte, doppelblinde Phase-II-Studie, in der Nivolumab mit
Ipilimumab im Vergleich zu Ipilimumab allein bei 142 Patienten mit fortgeschrittenem(nicht-resezierbarem oder metastasiertem) Melanom evaluiert wurde. Die Einschlusskriterien dieser
Studie waren denen der Studie CA209067 ähnlich und die primäre Analyse erfolgte bei Patienten mit
BRAF-Wildtyp-Melanom (77 % der Patienten). Die vom Prüfarzt bewertete Ansprechrate betrug61 % (95 % CI: 48,9; 72,4) im Kombinations-Arm (n = 72) versus 11 % (95 % CI: 3,0; 25,4) im
Ipilimumab-Monotherapie-Arm (n = 37). Die geschätzten OS-Raten nach 2 bzw. 3 Jahren betrugen68 % (95 % CI: 56; 78) bzw. 61 % (95 % CI: 49; 71) für die Kombination (n = 73) und 53 %(95 % CI: 36; 68) bzw. 44 % (95 % CI: 28; 60) für Ipilimumab-Monotherapie (n = 37).
Adjuvante Behandlung des MelanomsIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab vs. Placebo (CA20976K)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 480 mg als Monotherapie zur Behandlung von
Patienten mit vollständig reseziertem Melanom wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA20976K) untersucht. In die Studie wurden Patienten mit einem
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 eingeschlossen, die gemäß der Einstufung des American
Joint Committee on Cancer (AJCC), 8. Ausgabe, ein histologisch bestätigtes Melanom im Stadium IIBoder IIC hatten, das vollständig chirurgisch reseziert wurde. Die Aufnahme erforderte einevollständige Resektion des primären Melanoms mit negativen Rändern und eine negative
Wächterlymphknotenbiopsie innerhalb von 12 Wochen vor Randomisierung. Der Einschluss von
Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studie ausgeschlossen waren
Patienten mit okulärem/uvealem Melanom oder Schleimhautmelanom, einer aktiven
Autoimmunerkrankung, jeder Erkrankung, die eine systemische Behandlung mit Corticosteroiden(≥ 10 mg Prednison oder -Äquivalent täglich) oder anderen immunsuppressiven Arzneimittelnerforderte, sowie Patienten mit vorheriger Melanomtherapie (ausgenommen chirurgische Eingriffe).
Insgesamt wurden 790 Patienten entweder für Nivolumab (n = 526), das in einer Dosierung von480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten intravenös verabreicht wurde, oder Placebo (n = 264) für biszu 1 Jahr oder bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität (2:1)randomisiert. Die Randomisierung wurde gemäß der T-Kategorie (T3b vs. T4a vs. T4b) des AJCC,8. Ausgabe, stratifiziert. Tumorbeurteilungen wurden in den Jahren 1-3 alle 26 Wochen und nach3 Jahren bis 5 Jahren alle 52 Wochen durchgeführt. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit wardas rezidivfreie Überleben (recurrence-free survival, RFS). Das vom Prüfarzt beurteilte RFS wurdedefiniert als die Zeit zwischen dem Datum der Randomisierung und dem Datum des ersten Rezidivs(lokale, regionale oder Fernmetastasen), neuer primärer Melanome oder Tod jeglicher Ursache, jenachdem, was zuerst auftrat. Die sekundären Endpunkte umfassten das OS und dasfernmetastasenfreie Überleben (distant metastatis-free survival, DMFS).
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 62 Jahre(Spanne: 19 - 92), 61 % der Patienten waren männlich und 98 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (94 %) oder 1 (6 %). 60 % hatten eine Erkrankungim Stadium IIB und 40 % im Stadium IIC.
Bei einer präspezifizierten primären Zwischenanalyse (minimale Nachbeobachtungszeit 7,8 Monate)wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des RFS mit Nivolumab im Vergleich zu Placebo miteiner HR von 0,42 (95 % CI: 0,30; 0,59; p < 0,0001) gezeigt. Bei einer aktualisierten deskriptiven
RFS-Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten) zeigte Nivolumab weiterhin eine
RFS-Verbesserung mit einer HR von 0,53 (95 % CI: 0,40; 0,71). Das OS war nicht ausgereift. Die
Ergebnisse der Analysen mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten sind in
Tabelle 9 und Abbildung 8 zusammengefasst.
Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse (CA20976K)
Nivolumab Placebo(n = 526) (n = 264)
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten
Rezidivfreies Überleben
Ereignisse 102 (19,4 %) 84 (31,8 %)
Hazard Ratioa 0,5395 % CI (0,40; 0,71)
Nivolumab Placebo(n = 526) (n = 264)
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten
Rezidivfreies Überleben
Median (95 % CI) Monate NR 36,14 (24,77; NR)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatenb 88,8 (85,6; 91,2) 81,1 (75,7; 85,4)
Rate (95 % CI) nach 18 Monatenb 83,9 (80,3; 86,9) 70,7 (64,5; 76,1)a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
Der RFS-Vorteil war in allen wichtigen Untergruppen konsistent, einschließlich Erkrankungsstadium,
T-Kategorie und Alter.
Abbildung 8: Rezidivfreies Überleben (CA20976K)
Rezidivfreies Überleben nach Einschätzung des Prüfarztes (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab526 492 474 456 422 386 291 210 122 74 40 22 13 0
Placebo264 244 224 208 193 165 120 77 44 25 12 7 4 0
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 102/526), Median und 95 % CI: NR
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 84/264), Median und 95 % CI: 36,14 (24,77; NR)
Nivolumab vs. Placebo - HR (95 % CI): 0,53 (0,40; 0,71)
Basierend auf Datenschnitt: 21-Februar-2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten
Daten zur Tumor-PD-L1-Expression lagen für 302/790 (38,2 %) randomisierte Patienten (36,3 % im
Nivolumab-Arm bzw. 42,0 % im Placebo-Arm) vor, da die PD-L1-Expression kein
Stratifizierungsfaktor für die Randomisierung war. Die explorativen RFS-Analysen nach
PD-L1-Expression zeigten für Nivolumab im Vergleich zu Placebo eine HR von 0,43 (95 % CI: 0,22;0,84) bei Patienten (N = 167) mit PD-L1-Expression ≥ 1 %, 0,82 (95 % CI: 0,44; 1,54) bei Patienten(N = 135) mit PD-L1-Expression < 1 % und 0,50 (95 % CI: 0,34; 0,73) bei Patienten (N = 488) mitunbestimmter/nicht gemeldeter/nicht auswertbarer PD-L1-Expression.
Wahrscheinlichkeit des rezidivfreien Überlebens
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab vs. Ipilimumab 10 mg/kg (CA209238)Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab als Einzelsubstanz zur Behandlung von Patientenmit vollständig reseziertem Melanom wurden in einer randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie(CA209238) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen, die einen
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, einen Krankheitsstatus von IIIB/C oder IV gemäß der
Einstufung des American Joint Committee on Cancer (AJCC), 7. Ausgabe, und ein histologischbestätigtes Melanom hatten, das vollständig chirurgisch reseziert wurde. Laut der 8. Ausgabe der
AJCC-Klassifikation entspricht dies Patienten mit Lymphknotenbeteiligung oder Metastasen. Der
Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studieausgeschlossen wurden Patienten mit vorheriger Autoimmunerkrankung und jeder Erkrankung, dieeine systemische Behandlung mit Corticosteroiden (≥ 10 mg Prednison oder -Äquivalent täglich) oderanderen immunsuppressiven Arzneimitteln erforderte, sowie Patienten mit vorheriger
Melanomtherapie (ausgenommen chirurgische Eingriffe, adjuvante Strahlentherapie nachneurochirurgischer Resektion von Läsionen des Zentralnervensystems und zuvor adjuvante
Behandlung mit Interferon, welche ≥ 6 Monate vor der Randomisierung abgeschlossen war),vorheriger Behandlung mit einem Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-, Anti-CD137- oder
Anti-CTLA-4-Antikörper (einschließlich Ipilimumab oder eines anderen Antikörpers oder
Arzneimittels, das spezifisch auf T-Zell-Co-Stimulation oder Checkpoint-Wege abzielt).
Insgesamt wurden 906 Patienten entweder für Nivolumab (n = 453) 3 mg/kg alle 2 Wochen oder für
Ipilimumab (n = 453) 10 mg/kg alle 3 Wochen für 4 Dosen, anschließend alle 12 Wochen beginnendab Woche 24 für bis zu 1 Jahr, randomisiert. Die Randomisierung wurde mittels
PD-L1-Expressionsstatus stratifiziert (≥ 5 % gegenüber ≤ 5 %/unbestimmt) und Krankheitsstadiumgemäß der AJCC-Klassifikation. Tumorbeurteilungen wurden in den ersten 2 Jahren alle 12 Wochen,anschließend alle 6 Monate durchgeführt. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie Überleben(RFS). Das vom Prüfarzt beurteilte RFS wurde definiert als die Zeit zwischen dem Datum der
Randomisierung und dem Datum des ersten Rezidivs (lokale, regionale oder Fernmetastasen), neuerprimärer Melanome oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst auftrat.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 55 Jahre(Spanne: 18 - 86), 58 % der Patienten waren männlich und 95 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (90 %) oder 1 (10 %). Die Mehrheit der Patientenentsprach gemäß AJCC dem Krankheitsstadium III (81 %) und 19 % dem Stadium IV. 48 % der
Patienten hatten makroskopische Lymphknoten und 32 % hatten Tumorgeschwüre. 42 % der Patientenwaren BRAF-V600-Mutation-positiv, 45 % waren BRAF-Wildtyp und bei 13 % war der BRAF-Statusunbekannt. Hinsichtlich der Tumor-PD-L1-Expression, die mit einem in dieser Studie durchgeführten
Test (clinical trial assay) bestimmt wurde, hatten 34 % der Patienten eine Tumor-PD-L1-Expressionvon ≥ 5 % und 62 % eine von < 5 %. Bei Patienten mit quantifizierbarer Tumor-PD-L1-Expressionwar die Verteilung der Patienten über die Behandlungsgruppen hinweg ausgeglichen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assaysbestimmt.
Bei einer präspezifizierten primären Zwischenanalyse (minimale Nachbeobachtungszeit 18 Monate)wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des rezidivfreien Überlebens (RFS) mit Nivolumabim Vergleich zu Ipilimumab mit einer HR von 0,65 (97,56 % CI: 0,51; 0,83; stratifizierter
Log-Rank p < 0,0001) gezeigt. Bei einer aktualisierten deskriptiven RFS-Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten wurde eine RFS-Verbesserung mit einer HR von0,66 (95 % CI: 0,54; 0,81; p < 0,0001) bestätigt, das Gesamtüberleben (Overall Survival = OS) warnicht ausgereift. Die Wirksamkeitsergebnisse mit einer Mindestnachbeobachtungszeit von 36 Monaten(präspezifizierte finale RFS-Analyse) und 48 Monaten (präspezifizierte finale OS-Analyse) sind in
Tabelle 10 sowie in Abbildung 9 und 10 (alle randomisierten Populationen) dargestellt.
Tabelle 10: Wirksamkeitsergebnisse (CA209238)
Nivolumab Ipilimumab 10 mg/kg(n = 453) (n = 453)
Präspezifizierte finale Analyse
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten
Ereignisse 188 (41,5 %) 239 (52,8 %)
Hazard Ratioa 0,6895 % CI (0,56; 0,82)p-Wert p < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate) NR (38,67; NR) 24,87 (16,62; 35,12)
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten
Ereignisse 212 (46,8 %) 253 (55,8 %)
Hazard Ratioa 0,7195 % CI (0,60; 0,86)
Median (95 % CI) Monate 52,37 (42,51; NR) 24,08 (16,56; 35,09)
Rate (95 % CI) nach 70,4 (65,9; 74,4) 60,0 (55,2; 64,5)12 Monaten
Rate (95 % CI) nach 65,8 (61,2; 70,0) 53,0 (48,1; 57,6)18 Monaten
Rate (95 % CI) nach 62,6 (57,9; 67,0) 50,2 (45,3; 54,8)24 Monaten
Rate (95 % CI) nach 57,6 (52,8; 62,1) 44,4 (39,6; 49,1)36 Monaten
Rate (95 % CI) nach 51,7 (46,8; 56,3) 41,2 (36,4; 45,9)48 Monaten
Präspezifizierte finale Analyse
Gesamtüberleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten
Ereignisse 100 (22,1 %) 111 (24,5 %)
Hazard Ratioa 0,8795,03 % CI (0,66; 1,14)p-Wert 0,3148
Median (95 % CI) (Monate) NR NR
Rate (95 % CI) nach 96,2 (93,9; 97,6) 95,3 (92,8; 96,9)12 Monaten
Rate (95 % CI) nach 91,9 (88,9; 94,1) 91,8 (88,8; 94,0)18 Monaten
Rate (95 % CI) nach 88,0 (84,6; 90,7) 87,8 (84,4; 90,6)24 Monaten
Rate (95 % CI) nach 81,7 (77,8; 85,1) 81,6 (77,6; 85,0)36 Monaten
Rate (95 % CI) nach 77,9 (73,7; 81,5) 76,6 (72,2; 80,3)48 Monatena Mit einem stratifizierten Modell für proportionale Hazards berechnet.
Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des RFS für Patienten, die in den Nivolumab-Arm randomisiert waren,gegenüber dem Ipilimumab-10-mg/kg-Arm. Der RFS-Vorteil wurde über alle Untergruppen hinwegkonsistent gezeigt, einschließlich der Tumor-PD-L1-Expression, des BRAF-Status und des Stadiumsder Erkrankung. Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten, dargestellt in
Abbildung 9, zeigt die Studie weiterhin einen RFS-Vorteil des Nivolumab-Arms gegenüber dem
Ipilimumab-Arm. Der RFS-Vorteil wurde über alle Untergruppen hinweg beibehalten.
Abbildung 9: Rezidivfreies Überleben (CA209238)
Rezidivfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab453 395 354 332 311 293 283 271 262 250 245 240 233 224 218 206 147 37 11 0
Ipilimumab453 366 316 273 253 234 220 208 201 191 185 177 171 168 163 154 113 32 10 0
- - -- - - Nivolumab ------- Ipilimumab
Wahrscheinlichkeit des rezidivfreien Überlebens
Abbildung 10: Gesamtüberleben (CA209238)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab453 450 447 438 427 416 405 388 383 373 366 359 350 341 337 332 324 237 45 1 0
Ipilimumab453 447 442 430 416 407 395 382 373 363 350 345 340 333 322 316 315 218 40 0 0
- - -- - - Nivolumab ------- Ipilimumab
Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten, dargestellt in Abbildung 10, wurde dasmediane OS in keiner Gruppe erreicht (HR = 0,87; 95,03 % CI: 0,66; 1,14; p-Wert: 0,3148). Die
Gesamtüberlebensdaten sind durch die Auswirkungen der anschließenden wirksamen Krebstherapienverzerrt. Eine anschließende systemische Therapie erhielten 33 % der Patienten im Nivolumab-Armbzw. 42 % im Ipilimumab-Arm. Eine anschließende Immuntherapie (einschließlich
Anti-PD1-Therapie, Anti-CTLA-4-Antikörper oder eine andere Immuntherapie) erhielten 23 % der
Patienten im Nivolumab-Arm bzw. 34 % im Ipilimumab-Arm.
Die Lebensqualität (Quality of life = QoL) mit Nivolumab blieb während der Behandlung stabil undnahe bei den Ausgangswerten, wie anhand valider und verlässlicher Skalen wie der QLQ-C30-Skalader Europäischen Organisation für Forschung und Behandlung von Krebs (European Organisation for
Research and Treatment of Cancer = EORTC) und dem EQ-5D Utility Index und der Visuellen
Analogskala (VAS) gezeigt werden konnte.
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Nicht-kleinzelliges LungenkarzinomBehandlung des NSCLC nach vorheriger ChemotherapieNSCLC mit plattenepithelialer HistologieIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Docetaxel (CA209017)Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab als Einzelsubstanz zur Behandlung desfortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit plattenepithelialer Histologie wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209017) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab18 Jahren) eingeschlossen, bei denen es während oder nach einer Vorbehandlung mit einerplatinbasierten Kombinationschemotherapie zu einer Progression kam und die einen
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 hatten. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig vonihrem Tumor-PD-L1-Status. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, symptomatischerinterstitieller Lungenerkrankung oder aktiven Hirnmetastasen waren von der Studie ausgeschlossen.
Patienten mit behandelten Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich dieneurologische Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den
Ausgangsbefund zurückgebildet hatte und die Patienten entweder Corticosteroide abgesetzt hattenoder eine stabile oder abnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag erhielten.
Insgesamt wurden 272 Patienten entweder für Nivolumab, das in einer Dosierung von 3 mg/kg alle2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde (n = 135), oder für Docetaxel, das zu75 mg/m2 alle 3 Wochen verabreicht wurde (n = 137), randomisiert. Die Behandlung wurdefortgeführt, solange ein klinischer Nutzen ersichtlich war oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden gemäß der RECIST Version 1.1, 9 Wochen nach
Randomisierung und anschließend alle 6 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriteriumwar OS. Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren die von den Prüfärzten bewertete ORR und PFS.
Zusätzlich wurden die Verbesserung der Symptome und der allgemeine Gesundheitszustand anhanddes durchschnittlichen Symptombelastungsindex des 'Lung Cancer Symptom Score (LCSS)“ bzw. mitder 'EQ-5D Visual Analogue Scale (EQ-VAS)“ bewertet.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 63 Jahre(Spanne: 39-85), darunter 44 % ≥ 65 Jahre und 11 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patienten war weiß(93 %) und männlich (76 %). Bei 31 % wurde Krankheitsprogression als das beste Ansprechen aufihre letzte vorherige Behandlung berichtet und 45 % erhielten Nivolumab innerhalb von 3 Monatennach Abschluss ihrer letzten Vorbehandlung. Der ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war0 (24 %) oder 1 (76 %).
Die Kaplan-Meier-Kurven des OS sind in Abbildung 11 dargestellt.
Abbildung 11: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209017)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab 3 mg/kg135 113 86 69 52 31 15 7 0
Docetaxel137 103 68 45 30 14 7 2 0
- ------- Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 86/135), Median und 95 % CI: 9,23 (7,33; 13,27)
- - -- - - Docetaxel (Ereignisse: 113/137), Median und 95 % CI: 6,01 (5,13; 7,33)
Der beobachtete Gesamtüberlebensvorteil wurde durchgehend in verschiedenen
Patientenuntergruppen nachgewiesen. Der Überlebensvorteil wurde unabhängig davon beobachtet, obdie Patienten Tumoren hatten, die als PD-L1-negativ oder PD-L1-positiv bestimmt worden waren(Tumormembranexpressionsgrenze bei 1 %, 5 % oder 10 %). Die Rolle dieses Biomarkers(Tumor-PD-L1-Expression) konnte jedoch nicht vollständig aufgeklärt werden. In einer
Nachbeobachtung von mindestens 62,6 Monaten blieb der Überlebensvorteil durchweg in allen
Untergruppen erhalten.
In der Studie CA209017 wurde eine geringe Anzahl Patienten ≥ 75 Jahre eingeschlossen (11 in der
Nivolumab-Gruppe und 18 in der Docetaxel-Gruppe). Nivolumab zeigt hier numerisch weniger
Einfluss auf OS (HR = 1,85; 95 % CI: 0,76; 4,51), PFS (HR=1,76; 95 % CI: 0,77; 4,05) und ORR(9,1 % vs. 16,7 %). Aufgrund der geringen Anzahl können aus diesen Daten keine endgültigen
Schlussfolgerungen gezogen werden.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 11 dargestellt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse (CA209017)
Nivolumab Docetaxel(n = 135) (n = 137)
Primäre Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 10,6 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 86 (63,7 %) 113 (82,5 %)
Hazard Ratio 0,5996,85 % CI (0,43; 0,81)p-Wert 0,0002
Median (95 % CI) (Monate) 9,23 (7,33; 13,27) 6,01 (5,13; 7,33)
Rate (95 % CI) nach 42,1 (33,7; 50,3) 23,7 (16,9; 31,1)12 Monaten
Bestätigtes objektives 27 (20,0 %) 12 (8,8 %)
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Odds Ratio (95 % CI) 2,64 (1,27; 5,49)p-Wert 0,0083
Vollständiges Ansprechen 1 (0,7 %) 0(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 26 (19,3 %) 12 (8,8 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 39 (28,9 %) 47 (34,3 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht (2,9 - 20,5+) 8,4 (1,4+ - 15,2+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,2 (1,6 - 11,8) 2,1 (1,8 - 9,5)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 105 (77,8 %) 122 (89,1 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,47; 0,81)p-Wert < 0,0004
Median (95 % CI) (Monate) 3,48 (2,14; 4,86) 2,83 (2,10; 3,52)
Rate (95 % CI) nach 20,8 (14,0; 28,4) 6,4 (2,9; 11,8)12 Monaten
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate
Gesamtüberlebena
Ereignisse 110 (81,4 %) 128 (93,4 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,47; 0,80)
Rate (95 % CI) nach 22,9 (16,2; 30,3) 8 (4,3; 13,3)24 Monaten
Nivolumab Docetaxel(n = 135) (n = 137)
Bestätigtes objektives 20,0 % 8,8 %
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 25,2 (2,9 - 30,4) 8,4 (1,4+ - 18,0+)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 15,6 (9,7; 22,7) Alle Patienten hatten entweder24 Monaten eine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werden
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,6 Monate
Gesamtüberlebena
Ereignisse 118 (87,4 %) 133 (97,1 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,48; 0,79)
Rate (95 % CI) nach 12,3 (7,4; 18,5) 3,6 (1,4; 7,8)60 Monaten
Bestätigtes objektives 20,0 % 8,8 %
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 25,2 (2,9 - 70,6+) 7,5 (0,0+ - 18,0+)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 9,4 (4,8; 15,8) Alle Patienten hatten entweder60 Monaten eine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werdena Sechs Patienten (4 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.
“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung
Die Häufigkeit der Verbesserung von krankheitsbezogenen Symptomen, gemessen am LCSS, war beider Nivolumab-Gruppe (18,5 %) und der Docetaxel-Gruppe (21,2 %) ähnlich. Der durchschnittliche
EQ-VAS stieg in beiden Behandlungsgruppen mit der Zeit an, was auf einen besseren allgemeinen
Gesundheitszustand für Patienten hindeutet, die die Behandlung beibehalten.
Intravenöse Formulierung
Einarmige Phase-II-Studie (CA209063)Studie CA209063, eine einarmige, offene Studie, wurde bei 117 Patienten mit lokal fortgeschrittenemoder metastasiertem NSCLC mit plattenepithelialer Histologie nach zwei oder mehr Therapieliniendurchgeführt; ansonsten wurden ähnliche Einschlusskriterien wie in der Studie CA209017angewendet. Nivolumab 3 mg/kg zeigte ein Gesamtansprechen von 14,5 % (95 % CI: 8,7; 22,2 %), einmedianes OS von 8,21 Monaten (95 % CI: 6,05; 10,9) und ein medianes PFS von 1,87 Monaten(95 % CI 1,77; 3,15). Das PFS wurde anhand von RECIST Version 1.1 bestimmt. Die berechnete
Ein-Jahres-Überlebensrate war 41 %.
Intravenöse Formulierung
Einarmige Phase-II-Studie (CA209171)
Die Studie CA209171 war eine einarmige, offene Studie mit Nivolumab-Monotherapie bei Patientenmit zuvor behandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit plattenepithelialer
Histologie. Der primäre Endpunkt war Sicherheit und der sekundäre Endpunkt war Wirksamkeit. Vonden 811 behandelten Patienten hatten 103 (13 %) einen ECOG-Performance-Status von 2, 686 (85 %)waren < 75 Jahre alt und 125 (15 %) waren ≥ 75 Jahre alt. Es wurden bei allen behandelten Patientenkeine neuen Sicherheitssignale identifiziert und das Gesamtsicherheitsprofil von Nivolumab war überdie Subgruppen hinweg vergleichbar. Die Wirksamkeitsergebnisse, basierend auf dem vom Prüfarztbewerteten Gesamtansprechen, sind in Tabelle 12 dargestellt.
Tabelle 12: Gesamtansprechen (ORR) basierend auf den auswertbaren Patienten -
Gesamtanzahl und Subgruppen (CA209171)
Ergebnisse Gesamtanzahl ECOG-PS 2 < 75 Jahre ≥ 75 Jahre
N Responder/ N auswertbara 66/671 1/64 55/568 11/103(%) (9,8) (6,1) (9,7) (10,7)95 % CIb (7,7; 12,3) (0,0; 8,4) (7,4; 12,4) (5,5; 18,3)a beinhaltet bestätigtes und unbestätigtes Ansprechen, Scans waren nur in Woche 8/9 und Woche 52 obligatorisch.b CR+PR, Konfidenzintervall basierend auf der Clopper-and-Pearson-Methode
NSCLC mit nicht-plattenepithelialer HistologieIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Docetaxel (CA209057)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monopräparat zur Behandlung desfortgeschrittenen oder metastatischen NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie wurde in einerrandomisierten, offenen Phase-3-Studie untersucht (CA209057). In die Studie wurden Patienteneingeschlossen, bei denen es während oder nach einer Vorbehandlung mit einer platinbasierten
Kombinationschemotherapie, die eine Erhaltungstherapie beinhalten konnte, zu einer Progressionkam. Die Patienten waren 18 Jahre oder älter und hatten einen ECOG-Performance-Status von 0 oder1. Eine zusätzliche TKI-Behandlungslinie für Patienten mit bekannter EGFR-Mutation oder
ALK-Translokation war erlaubt. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-
PD-L1-Status. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, symptomatischer interstitieller
Lungenerkrankung oder aktiven Hirnmetastasen waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mitbehandelten Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich dieneurologische Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den
Ausgangsbefund zurückgebildet hatte und die Patienten entweder Corticosteroide abgesetzt hattenoder eine stabile oder abnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag erhielten.
Insgesamt wurden 582 Patienten entweder für Nivolumab, das in einer Dosierung von 3 mg/kg alle2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde (n = 292), oder für Docetaxel, das zu75 mg/m2 alle 3 Wochen verabreicht wurde (n = 290), randomisiert. Die Behandlung wurdefortgeführt, solange ein klinischer Nutzen ersichtlich war oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 durchgeführt. Der primäre
Endpunkt für die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (Overall Survival = OS). Wichtige sekundäre
Endpunkte für die Wirksamkeit waren die vom Prüfarzt beurteilte objektive Ansprechrate (Objective
Response Rate = ORR) und das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival = PFS).
Zusätzliche prädefinierte Subgruppen-Analysen wurden durchgeführt, um die Wirksamkeit in Bezugauf eine Tumor-PD-L1-Expression mit den prädefinierten Grenzwerten von 1 %, 5 % und 10 % zubestimmen. Die Beurteilung der einzelnen PD-L1-Expressionsintervalle wurde aufgrund der kleinen
Fallzahlen innerhalb der Intervalle nicht in die präspezifizierte Analyse einbezogen.
Tumorgewebeproben vor Studienbeginn wurden systematisch vor der Randomisierung gesammelt, umvorgeplante Wirksamkeitsanalysen in Abhängigkeit von der Tumor-PD-L1-Expression durchzuführen.
Die Tumor-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assaysbestimmt.
Das mediane Alter war 62 Jahre (Bereich: 21 bis 85) mit 34 % ≥65 Jahre und 7 % ≥75 Jahre. Die
Mehrheit der Patienten war kaukasisch (92 %) und männlich (55 %). Der ECOG-Performance-Statuszu Studienbeginn war 0 (31 %) oder 1 (69 %). 79 % der Patienten waren frühere/derzeitige Raucher.
Die Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens sind in Abbildung 12 dargestellt.
Abbildung 12: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209057)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab 3 mg/kg292 232 194 169 146 123 62 32 9 0
Docetaxel290 244 194 150 111 88 34 10 5 0
- ------- Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 190/292), Median und 95 % CI: 12,19 (9,66; 14,98)
- - -- - - Docetaxel (Ereignisse: 223/290), Median und 95 % CI: 9,36 (8,05; 10,68)
Die Studie zeigte bei der planmäßigen Interimsanalyse nach 413 Ereignissen (93 % der vorgesehenen
Anzahl an Ereignissen für die Endauswertung) eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens bei den unter Nivolumab randomisierten Patienten verglichen mit denen unter
Docetaxel. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 13 dargestellt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 13: Wirksamkeitsergebnisse (CA209057)
Nivolumab Docetaxel(n = 292) (n = 290)
Präspezifizierte Zwischenanalyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 190 (65,1 %) 223 (76,9 %)
Hazard Ratioa 0,73(95,92 % CI) (0,59; 0,89)p-Wertb 0,0015
Median (95 % CI) Monate 12,19 (9,66; 14,98) 9,36 (8,05; 10,68)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 50,5 (44,6; 56,1) 39,0 (33,3; 44,6)
Bestätigtes objektives Ansprechen 56 (19,2 %) 36 (12,4 %)(95 % CI) (14,8; 24,2) (8,8; 16,8)
Odds Ratio (95 % CI) 1,68 (1,07; 2,64)p-Wert 0,0246
Vollständiges Ansprechen (Complete 4 (1,4 %) 1 (0,3 %)
Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 52 (17,8 %) 35 (12,1 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 74 (25,3 %) 122 (42,1 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,15 (1,8 - 22,6+) 5,55 (1,2+ - 15,2+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,10 (1,2 - 8,6) 2,61 (1,4 - 6,3)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 234 (80,1 %) 245 (84,5 %)
Hazard Ratio 0,9295 % CI (0,77; 1,11)p-Wert 0,3932
Median (95 % CI) (Monate) 2,33 (2,17; 3,32) 4,21 (3,45; 4,86)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 18,5 (14,1; 23,4) 8,1 (5,1; 12,0)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate
Gesamtüberlebenc
Ereignisse 228 (78,1 %) 247 (85,1 %)
Hazard Ratioa 0,75(95 % CI) (0,63; 0,91)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 28,7 (23,6; 34,0) 15,8 (11,9; 20,3)
Bestätigtes objektives Ansprechen 19,2 % 12,4 %(95 % CI) (14,8; 24,2) (8,8; 16,8)
Nivolumab Docetaxel(n = 292) (n = 290)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,2 (1,8 - 33,7+) 5,6 (1,2+ - 16,8)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 11,9 (8,3; 16,2) 1,0 (0,2; 3,3)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,7 Monate
Gesamtüberlebend
Ereignisse 250 (85,6 %) 279 (96,2 %)
Hazard Ratioa 0,70(95 % CI) (0,58; 0,83)
Rate (95 % CI) nach 60 Monaten 14,0 (10,2; 18,3) 2,1 (0,9; 4,4)
Bestätigtes objektives Ansprechen 19,5 % 12,4 %(95 % CI) (15,1; 24,5) (8,8; 16,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,2 (1,8 - 70,4+) 5,6 (0,0+ - 33,4)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 60 Monaten 7,5 (4,5; 11,4) Alle Patienten hatten entwedereine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werden.
a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert stammt von einem nach vorheriger Erhaltungstherapie und Therapielinie stratifizierten Log-Rank-Test;die korrespondierende O’Brien-Fleming-Signifikanzgrenze liegt bei 0,0408.c Sechzehn Patienten (6 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.d Siebzehn Patienten (6 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.“+” Kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Eine quantifizierbare Tumor-PD-L1-Expression wurde bei 79 % der Patienten in der
Nivolumab-Gruppe und bei 77 % der Patienten der Docetaxel-Gruppe gemessen. Der Grad der
Tumor-PD-L1-Expression war zwischen den beiden Behandlungsarmen (Nivolumab vs. Docetaxel) inallen vordefinierten Tumor-PD-L1-Expressionsgraden von ≥ 1 % (53 % vs. 55 %), ≥ 5 % (41 % vs.38 %) oder ≥ 10 % (37 % vs. 35 %) ausgeglichen.
In der Nivolumab-Gruppe zeigten Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression bei allen vordefinierten
Expressionsgraden eine größere Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des Überlebens verglichenmit der Docetaxel-Gruppe. Dahingegen war das Überleben für Patienten mit niedriger oder fehlender
Tumor-PD-L1-Expression ähnlich im Vergleich zu Docetaxel. In Bezug auf das objektive Ansprechenwar eine höhere PD-L1-Expression mit einem höheren objektiven Ansprechen verbunden.
Vergleichbar zur Gesamtpopulation war die mediane Dauer des Ansprechens bei Nivolumab vs.
Docetaxel sowohl für Patienten ohne PD-L1-Expression erhöht (18,3 Monate vs. 5,6 Monate) als auchfür Patienten mit PD-L1-Expression (16,0 Monate vs. 5,6 Monate).
Tabelle 14 fasst die Ergebnisse des objektiven Ansprechens und des Gesamtüberlebens anhand der
Tumor-PD-L1-Expression zusammen.
Tabelle 14: Objektive Ansprechrate (ORR) und Gesamtüberleben (OS) anhand der
Tumor-PD-L1-Expression (CA209057)
PD-L1-Expression Nivolumab Docetaxel
ORR anhand der Tumor-PD-L1-Expression
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Odds Ratio(95 % CI)< 1 % 10/108 (9,3 %) 15/101 (14,9 %) 0,59 (0,22; 1,48)95 % CI: 4,5; 16,4 95 % CI: 8,6; 23,3≥ 1 % 38/123 (30,9 %) 15/123 (12,2 %) 3,22 (1,60; 6,71)95 % CI: 22,9; 39,9 95 % CI: 7,0; 19,3≥ 1 % bis < 10 %a 6/37 (16,2 %) 5/44 (11,4 %) 1,51 (0,35; 6,85)95 % CI: 6,2; 32,0 95 % CI: 3,8; 24,6≥ 10 % bis < 50 %a 5/20 (25,0 %) 7/33 (21,2 %) 1,24 (0,26; 5,48)95 % CI: 8,7; 49,1 95 % CI: 9,0; 38,9≥ 50 %a 27/66 (40,9 %) 3/46 (6,5 %) 9,92 (2,68; 54,09)95 % CI: 29,0; 53,7 95 % CI: 1,4; 17,9
OS anhand der Tumor-PD-L1-Expression
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Anzahl der Ereignisse (Anzahl der Patienten) Unstratifiziertes
Hazard Ratio(95 % CI)< 1 % 77 (108) 75 (101) 0,90 (0,66; 1,24)≥ 1 % 68 (123) 93 (123) 0,59 (0,43; 0,82)≥ 1 % bis < 10 %a 27 (37) 30 (44) 1,33 (0,79; 2,24)≥ 10 % bis < 50 %a 11 (20) 26 (33) 0,61 (0,30; 1,23)≥ 50 %a 30 (66) 37 (46) 0,32 (0,20; 0,53)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate< 1 % 91 (108) 86 (101) 0,91 (0,67; 1,22)≥ 1 % 87 (123) 103 (123) 0,62 (0,47; 0,83)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,7 Monate< 1 % 100 (109) 96 (101) 0,87 (0,66; 1,16)≥ 1 % 96 (122) 119 (123) 0,55 (0,42; 0,73)a Post-hoc Analyse; aufgrund des geringen Stichprobenumfangs der Subgruppe sollten die Ergebnisse mit Vorsichtinterpretiert werden, zudem war der PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay zum Zeitpunkt der Analyse nicht für die
Expressionslevel 10 % oder 50 % analytisch validiert
Im Nivolumab-Arm verstarb eine größere Patientenanzahl (59/292; 20,2 %) innerhalb der ersten3 Monate im Vergleich zum Docetaxel-Arm (44/290; 15,2 %). Die Ergebnisse einer explorativen,multivariaten Post-hoc-Analyse zeigten, dass mit Nivolumab behandelte Patienten, die prognostischungünstigere Faktoren und/oder einen aggressiven Krankheitsverlauf in Kombination mit einerniedrigen (z. B. < 50 %) oder fehlenden PD-L1-Expression aufweisen, ein höheres Risiko habenkönnen innerhalb der ersten 3 Monate zu versterben.
In Subgruppen-Analysen zeigte sich bei Patienten, die Nichtraucher waren oder deren Tumoren EGFRaktivierende Mutationen aufwiesen, kein Überlebensvorteil im Vergleich zu Docetaxel. Aufgrund dergeringen Patientenanzahl können allerdings keine definitiven Schlussfolgerungen aus diesen Datengezogen werden.
Nierenzellkarzinom (renal cell carcinoma, RCC)Subkutane Formulierung
Randomisierte, offene Phase-III-Studie vs. intravenös verabreichtes Nivolumab (CA20967T)
Die Sicherheit und Wirksamkeit der subkutanen Formulierung von Nivolumab wurden in einermultizentrischen, randomisierten, offenen Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem odermetastasiertem klarzelligen RCC untersucht (CA20967T). Patienten ab 18 Jahren mit histologischbestätigtem fortgeschrittenen oder metastasierten RCC mit klarzelliger Komponente, einschließlich
Tumoren mit sarkomatoiden Merkmalen, die nicht mehr als 2 systemische Vortherapien erhaltenhatten, wurden randomisiert Nivolumab 1200 mg alle 4 Wochen subkutan oder Nivolumab 3 mg/kgalle 2 Wochen intravenös zu erhalten. Patienten mit unbehandelten, symptomatischen ZNS-
Metastasen, leptomeningealen Metastasen, gleichzeitig aufgetretenen behandlungspflichtigen
Malignomen oder einem Malignom innerhalb der letzten 2 Jahre in der Vorgeschichte, einer aktiven,bekannten oder vermuteten Autoimmunerkrankung oder Patienten, die eine vorherige Behandlung miteinem Checkpoint-Inhibitor erhalten hatten, waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mitasymptomatischen, stabilen ZNS-Metastasen, die keine sofortige Behandlung erforderten, konnten indie Studie eingeschlossen werden, wenn es innerhalb von 28 Tagen vor Verabreichung der ersten
Dosis der Studienmedikation keine Nachweise für eine Progression gab.
Stratifikationsfaktoren für die Randomisierung waren das Körpergewicht (< 80 kg vs. ≥ 80 kg) und die
Risikoklassifizierung gemäß dem International Metastatic Renal Cell Carcinoma Database
Consortium (IMDC) (günstiges vs. intermediäres vs. ungünstiges Risiko).
Das primäre Ziel der Studie war der Nachweis der Nichtunterlegenheit des Nivolumab-Serumspiegels
Cavgd28 und Cminss bei der subkutanen Verabreichung von Nivolumab im Vergleich zur intravenösen
Verabreichung von Nivolumab (siehe Abschnitt 5.2). Das wichtigste sekundäre Ziel der Studie warder Nachweis der Nichtunterlegenheit der objektiven Ansprechrate bei der subkutanen Verabreichungvon Nivolumab im Vergleich zur intravenösen Verabreichung von Nivolumab, bestimmt von einemunabhängigen zentralen Komitee (Blinded Independent Central Review, BICR). Weitere sekundäre
Ziele beinhalteten die Bewertung der Ansprechdauer (duration of response, DOR), desprogressionsfreien Überlebens (progression-free survival, PFS) und des Gesamtüberlebens (overallsurvival, OS).
Insgesamt wurden 495 Patienten randomisiert entweder subkutan verabreichtes Nivolumab (n = 248)oder intravenös verabreichtes Nivolumab (n = 247) zu erhalten. Das mediane Alter war 65 Jahre(Spanne: 20 - 93), wobei 51 % ≥ 65 und 14 % ≥ 75 Jahre alt waren, 85 % waren weiß, 0,8 % warenasiatisch, 0,4 % waren schwarz und 68 % waren männlich. Siebenundfünfzig Prozent der Patientenwogen < 80 kg und 43 % ≥ 80 kg. Der Karnofsky-Performance-Status bei Einschluss in die Studie war70 (7 %), 80 (20 %), 90 (34 %) oder 100 (39 %). Nach IMDC-Risikokategorien hatten 21 % der
Patienten ein günstiges, 62 % ein intermediäres und 17 % ein ungünstiges Risikoprofil.
Die Studie zeigte die Nichtunterlegenheit von subkutan verabreichtem Nivolumab 1200 mg im
Vergleich zu intravenös verabreichtem Nivolumab 3 mg/kg (siehe Abschnitt 5.2). Bei der primären
Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit 8 Monate) betrug die ORR 24,2 % (95 % CI: 19,0; 30,0) fürsubkutanes Nivolumab und 18,2 % (95 % CI: 13,6; 23,6) für intravenöses Nivolumab. Der Schätzerfür das Relative Risiko des objektiven Ansprechens betrug 1,33 (95% CI: 0,94; 1,88). Zum Nachweisder Nichtunterlegenheit musste die untere Konfidenzgrenze des zweiseitigen 95% CI des relativen
Risikos des objektiven Ansprechens ≥ 0,60 sein. Die aktualisierten Wirksamkeitsergebnisse mit einer
Mindestnachbeobachtungszeit von 14,9 Monaten (Datenschnitt 21. Februar 2024) sind in Tabelle 15dargestellt.
T abelle 15: Wirksamkeitsergebnisse - CA20967T
Subkutan verabreichtes Intravenös verabreichtes
Nivolumab Nivolumab
ORRa nach BICR % (n/N) 26,6 % (66/248) 20,6 % (51/247)95 % CIb(21,2; 32,6) (15,8; 26,2)
Schätzer für das relative Risiko 1,28 (0,93; 1,77)des objektiven Ansprechens(95 % CI)c, d
DORa nach BICR
Median, Monate (95 % CI)e 13,57 (8,57; NE) NR (15,7; NE)
NR = nicht erreicht (not reached), NE = nicht abschätzbar (non-estimable)a Deskriptive Analyse.b Konfidenzintervall basierend auf der Clopper-and-Pearson-Methode.c Stratifiziert nach Körpergewicht (< 80 kg vs. ≥ 80 kg) und IMDC-Risikokategorie (günstig vs. intermediär vs.
ungünstig).d Nach Strata adjustiertes relatives Risiko (subkutanes Nivolumab gegenüber intravenösem Nivolumab) gemäß Mantel-
Haenszel-Methode.e Median berechnet mithilfe der Kaplan-Meier-Methode.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab-Monotherapie vs. Everolimus (CA209025)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung vonfortgeschrittenem Nierenzellkarzinom mit klarzelliger Histologie wurden in einer randomisierten,offenen Phase-III-Studie (CA209025) untersucht. Die Studie hat Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen, bei denen es innerhalb oder nach 1 oder 2 vorangegangenen anti-angiogenen
Therapien und nicht mehr als insgesamt 3 systemischen Vortherapien, zu einer Krankheitsprogressionkam. Die Patienten mussten einen Karnofsky-Performance-Status (KPS) von ≥ 70 % aufweisen. Der
Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studieausgeschlossen wurden Patienten mit aktuellen Hirnmetastasen oder Hirnmetastasen in der
Vorgeschichte, Patienten mit vorangegangener Behandlung mit einem mTOR(mammalian target ofrapamycin)-Inhibitor, aktiver Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine systemische
Immunsuppression erfordert.
Insgesamt wurden 821 Patienten randomisiert, um entweder Nivolumab 3 mg/kg (n = 410) intravenösüber 60 Minuten alle 2 Wochen oder Everolimus (n = 411) 10 mg täglich peroral zu erhalten. Die
Behandlung wurde fortgesetzt, solange ein klinischer Nutzen beobachtet wurde oder die Behandlungnicht länger vom Patienten vertragen wurde. Die ersten Tumorbeurteilungen wurden 8 Wochen nachder Randomisierung durchgeführt. Anschließend wurde die Beurteilung im ersten Jahr alle 8 Wochenund danach alle 12 Wochen bis zum Progress oder bis zum Abbrechen der Behandlung durchgeführt,je nachdem, was später auftrat. Bei Patienten, die die Behandlung aus einem anderen Grund als
Fortschreiten der Erkrankung abbrechen mussten, wurde die Tumorbeurteilung nach Abbrechen der
Behandlung weiter fortgeführt. Eine Weiterbehandlung nach einer durch den Prüfarzt festgestellten
Progression gemäß RECIST, Version 1.1 war erlaubt, wenn der Patient nach Einschätzung des
Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die Studienmedikation tolerierte. Der primäre Endpunktfür die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (OS). Die sekundären Endpunkte der Wirksamkeitbeinhalteten die vom Prüfer beurteilte objektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) unddas progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival = PFS).
Die grundlegenden Patientenmerkmale waren zu Studienbeginn zwischen beiden Gruppenausgeglichen. Das mediane Alter betrug 62 Jahre (Spanne: 18 - 88) mit 40 % ≥ 65 Jahre und9 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrzahl der Patienten war männlich (75 %) und kaukasisch (88 %), alle
Memorial-Sloan-Kettering-Cancer-Center(MSKCC)-Risikogruppen waren vertreten, 34 % der
Patienten hatten einen Ausgangs-Karnofsky-Status (KPS) von 70 bis 80 % und 66 % der Patientenhatten einen Ausgangs-KPS von 90 bis 100 %. Die Mehrheit der Patienten (72 %) hatte 1 Regimeeiner anti-angiogenen Vortherapie erhalten. Die mediane Zeit von der initialen Diagnose bis zur
Randomisierung betrug 2,6 Jahre in beiden Gruppen, Nivolumab und Everolimus. Diedurchschnittliche Behandlungszeit betrug bei den mit Nivolumab behandelten Patienten 5,5 Monate(Spanne: 0 - 29,6+ Monate) und 3,7 Monate (Spanne: 6 Tage - 25,7+ Monate) bei den mit Everolimusbehandelten Patienten.
44 % der Patienten wurden mit Nivolumab über eine Progression hinaus weiterbehandelt.
Die Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens sind in Abbildung 13 dargestellt.
Abbildung 13: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209025)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab410 389 359 337 305 275 213 139 73 29 3 0
Everolimus411 366 324 287 265 241 187 115 61 20 2 0
- ------- Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 183/410), Median und 95 % CI: 25,00 (21,75; N.A.)
- - -- - - Everolimus 10 mg (Ereignisse: 215/411), Median und 95 % CI: 19,55 (17,64; 23,06)
Die Studie zeigte bei der planmäßigen Interimsanalyse nach 398 Ereignissen (70 % der vorgesehenen
Anzahl an Ereignissen für die Endauswertung) eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens bei den unter Nivolumab randomisierten Patienten verglichen mit denen unter
Everolimus (Tabelle 16 und Abbildung 13). Die Verbesserung des Gesamtüberlebens wurdeunabhängig vom PD-L1-Expressionsgrad beobachtet.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 16 dargestellt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 16: Wirksamkeitsergebnisse (CA209025)
Nivolumab Everolimus(n = 410) (n = 411)
Gesamtüberleben
Ereignisse 183 (45 %) 215 (52 %)
Hazard Ratio 0,7398,52 % CI (0,57; 0,93)p-Wert 0,0018
Median (95 % CI) 25,0 (21,7; NE) 19,6 (17,6; 23,1)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 89,2 (85,7; 91,8) 81,2 (77,0; 84,7)
Nach 12 Monaten 76,0 (71,5; 79,9) 66,7 (61,8; 71,0)
Objektives Ansprechen 103 (25,1 %) 22 (5,4 %)(95 % CI) (21,0; 29,6) (3,4; 8,0)
Odds Ratio (95 % CI) 5,98 (3,68; 9,72)p-Wert < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 4 (1,0 %) 2 (0,5 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 99 (24,1 %) 20 (4,9 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 141 (34,4 %) 227 (55,2 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 11,99 (0,0 - 27,6+) 11,99 (0,0+ - 22,2+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 3,5 (1,4 - 24,8) 3,7 (1,5 - 11,2)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 318 (77,6 %) 322 (78,3 %)
Hazard Ratio 0,8895 % CI (0,75; 1,03)p-Wert 0,1135
Median (95 % CI) 4,6 (3,71; 5,39) 4,4 (3,71; 5,52)'+“ kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
Nach Beginn der Nivolumab-Behandlung betrug die mediane Zeit bis zum Beginn des objektiven
Ansprechens 3,5 Monate (Spanne: 1,4 - 24,8 Monate). 49 Responder (47,6 %) zeigten ein anhaltendes
Ansprechen über eine Dauer von 0,0-27,6+ Monaten.
Das Gesamtüberleben konnte mit einer Verbesserung der krankheitsbedingten Symptome undnicht-krankheitsspezifischer Lebensqualität (quality of life = QoL) im Verlauf in Verbindung gebrachtwerden. Diese wurden durch den Gebrauch der validierten und zuverlässigen Fragebögen des
Functional Assessment of Cancer Therapy - Kidney Symptom Index - Disease Related Symptoms(FKSI-DRS) und des EuroQoL EQ-5D beurteilt. Die offensichtlich aussagekräftige Verbesserung der
Symptome (MID = 2 Punkte Unterschied im FKSI-DRS-Status; p < 0,001) und Zeit zur Verbesserung(HR = 1,66 (1,33; 2,08) p < 0,001) waren bei Patienten im Nivolumab-Arm signifikant besser.
Obwohl beide Studienarme eine aktive Therapie erhalten haben, sollten die QoL-Daten im Kontexteines offenen Studiendesigns interpretiert und daher mit Vorsicht betrachtet werden.
Intravenöse Formulierung
Phase-IIIb/IV-Sicherheitsstudie (CA209374)
Zusätzliche Sicherheitsdaten und deskriptive Wirksamkeitsdaten sind aus der Studie CA209374verfügbar. Dabei handelt es sich um eine offene Phase IIIb/IV Sicherheitsstudie mit
Nivolumab-Monotherapie (240 mg alle 2 Wochen) zur Behandlung von Patienten mitfortgeschrittenem oder metastasiertem RCC (n = 142), einschließlich 44 Patienten mitnicht-klarzelliger Histologie.
Bei Patienten mit nicht-klarzelliger Histologie betrugen die ORR und die mediane Dauer des
Ansprechens 13,6 % bzw. 10,2 Monate nach einem minimalen Nachbeobachtungszeitraum von etwa16,7 Monaten. Die klinische Aktivität wurde unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus des Tumorsbeobachtet.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Ipilimumab in Kombination mit Nivolumab vs. Sunitinib(CA209214)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg zur
Behandlung des fortgeschrittenen/metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC) wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209214) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab18 Jahren) mit nicht vorbehandeltem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom mitklarzelliger Komponente eingeschlossen. Die primäre Population zur Untersuchung der Wirksamkeitbestand aus Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil mit mindestens 1 oder mehr von6 prognostischen Risikofaktoren nach den International-Metastatic-RCC-Database-
Consortium(IMDC)-Kriterien (weniger als ein Jahr seit dem Zeitpunkt der initialen
Nierenzellkarzinom Diagnose bis zur Randomisierung, Karnofsky Performance Status < 80 %,
Hämoglobin geringer als die untere Normgrenze, korrigierter Calciumwert größer als 10 mg/dl,
Anzahl der Blutplättchen größer als die obere Normgrenze und absolute Anzahl an Neutrophilengrößer als die obere Normgrenze). Diese Studie schloss Patienten unabhängig von ihrem
Tumor-PD-L1-Status ein. Patienten mit einem Karnofsky-Performance-Status < 70 %, aktiven
Gehirnmetastasen oder Gehirnmetastasen in der Vorgeschichte, aktiver Autoimmunerkrankung oder
Patienten mit einer Erkrankung, die eine Behandlung mit einer systemischen Immunsuppressionerfordert, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten wurden nach IMDC-Prognostic-Scoreund Region stratifiziert.
Insgesamt wurden 1096 Patienten in dieser Studie randomisiert, von denen 847 Patienten ein RCC mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil aufwiesen und entweder für 4 Dosiszyklen alle 3 Wochen3 mg/kg Nivolumab (n = 425) intravenös über 60 Minuten in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumabintravenös über 30 Minuten verabreicht bekamen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit3 mg/kg alle 2 Wochen oder über 4 Wochen mit Sunitinib (n = 422) 50 mg täglich peroral behandeltwurden, gefolgt von einer 2-wöchigen Einnahmepause in jedem Behandlungszyklus. Die Behandlungwurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestand oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Die erste Tumorbewertung fand 12 Wochen nach Randomisierung statt und wurdeim ersten Jahr alle 6 Wochen und danach alle 12 Wochen bis zum Fortschreiten der Erkrankung oderdem Behandlungsende, je nachdem, was später eintrat, wiederholt. Eine Weiterbehandlung nach einerdurch den Prüfarzt festgestellten Progression gemäß RECIST, Version 1.1 war erlaubt, wenn der
Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die Studienmedikationtolerierte. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren OS, ORR und PFS bei Patienten mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil, welche durch ein Blinded Independent Central Review(BICR) bestimmt wurden.
Die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen etwa gleich verteilt. Das mediane Alter war61 Jahre (Spanne: 21 - 85) mit 38 % ≥ 65 Jahre und 8 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patienten warmännlich (73 %) und kaukasisch (87 %) und 31 % bzw. 69 % der Patienten hatten einen
Ausgangs-KPS von 70 bis 80 % bzw. 90 bis 100 %. Die mediane Zeit von der initialen Diagnose biszur Randomisierung betrug 0,4 Jahre sowohl in der Nivolumab-3 mg/kg-in-Kombination-mit-
Ipilimumab-1 mg/kg- als auch in der Sunitinib-Gruppe. Die mediane Behandlungszeit betrug7,9 Monate (Spanne: 1 Tag - 21,4+ Monate) bei mit Nivolumab mit Ipilimumab behandelten Patientenund 7,8 Monate (Spanne: 1 Tag - 20,2+ Monate) bei mit Sunitinib behandelten Patienten. 29 % der
Patienten wurden mit Nivolumab mit Ipilimumab über eine Progression hinaus weiterbehandelt.
Die Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil sind in
Tabelle 17 dargestellt (primäre Analyse mit minimaler Nachbeobachtungszeit von 17,5 Monaten undmit minimaler Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten) und in Abbildung 14 (minimale
Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten).
Die OS-Ergebnisse einer zusätzlichen deskriptiven Analyse, mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten, zeigen Resultate, die mit der ursprünglichen primären
Analyse übereinstimmen.
Tabelle 17: Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit intermediärem/ungünstigem
Risikoprofil (CA209214)
Nivolumab + Ipilimumab Sunitinib(n = 425) (n = 422)
Primäre Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 17,5 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 140 (33 %) 188 (45 %)
Hazard Ratioa 0,6399,8 % CI (0,44; 0,89)p-Wertb, c < 0,0001
Median (95 % CI) NE (28,2; NE) 25,9 (22,1; NE)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 89,5 (86,1; 92,1) 86,2 (82,4; 89,1)
Nach 12 Monaten 80,1 (75,9; 83,6) 72,1 (67,4; 76,2)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 228 (53,6 %) 228 (54,0 %)
Hazard Ratioa 0,8299,1 % CI (0,64; 1,05)p-Wertb,h 0,0331
Median (95 % CI) 11,6 (8,71; 15,51) 8,4 (7,03; 10,81)
Bestätigtes objektives 177 (41,6 %) 112 (26,5 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI) (36,9; 46,5) (22,4; 31,0)
Differenz des ORR (95 % CI)d 16,0 (9,8; 22,2)p-Werte,f < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 40 (9,4 %) 5 (1,2 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 137 (32,2 %) 107 (25,4 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 133 (31,3 %) 188 (44,5 %)
Disease = SD)
Nivolumab + Ipilimumab Sunitinib(n = 425) (n = 422)
Mediane Ansprechdauerg
Monate (Spanne) NE (1,4+ - 25,5+) 18,17 (1,3+ - 23,6+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (0,9 - 11,3) 3,0 (0,6 - 15,0)
Aktualisierte Analyse*
Minimale Nachbeobachtungszeit: 60 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 242 (57 %) 282 (67 %)
Hazard Ratioa 0,6895 % CI (0,58; 0,81)
Median (95 % CI) 46,95 (35,35; 57,43) 26,64 (22,08; 33,54)
Rate (95 % CI)
Nach 24 Monaten 66,3 (61,5; 70,6) 52,4 (47,4; 57,1)
Nach 36 Monaten 54,6 (49,7; 59,3) 43,7 (38,7; 48,5)
Nach 48 Monaten 49,9 (44,9; 54,6) 35,8 (31,1; 40,5)
Nach 60 Monaten 43,0 (38,1; 47,7) 31,3 (26,8; 35,9)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 245 (57,6 %) 253 (60,0 %)
Hazard Ratioa 0,7395 % CI (0,61; 0,87)
Median (95 % CI) 11,6 (8,44; 16,63) 8,3 (7,03; 10,41)
Bestätigtes objektives 179 (42,1 %) 113 (26,8 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI) (37,4; 47,0) (22,6; 31,3)
Differenz des ORR (95 % CI)d,e 16,2 (10,0; 22,5)
Vollständiges Ansprechen 48 (11,3 %) 9 (2,1 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 131 (30,8 %) 104 (24,6 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 131 (30,8 %) 187 (44,3 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauerg
Monate (Spanne) NE (50,89 - NE) 19,38 (15,38 - 25,10)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (0,9 - 35,0) 3,1 (0,6 - 23,6)a Basierend auf einem stratifizierten proportionalen Hazard-Modell.b Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.c Der p-Wert wird mit alpha 0,002 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.d Nach Strata adjustierte Differenz.e Basierend auf dem stratifizierten DerSimonian-Laird-Test.f Der p-Wert wird mit alpha 0,001 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.g Berechnet nach der Kaplan-Meier-Methode.h Der p-Wert wird mit alpha 0,009 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.'+“ kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
* Deskriptive Analyse basierend auf Datenschnitt 26. Februar 2021.
Abbildung 14: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens bei Patienten mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil (CA209214) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 60 Monate
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab425 372 332 306 270 241 220 207 196 181 163 79 2 0
Sunitinib422 353 291 237 206 184 169 151 137 125 112 58 3 0
- ------- Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 242/425), Median und 95,0 % CI: 46,95 (35,35; 57,43)
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 282/422), Median und 95,0 % CI: 26,64 (22,08; 33,54)
Eine deskriptive aktualisierte OS-Analyse wurde durchgeführt, als alle Patienten ein minimales
Follow-up von 24 Monaten erreicht hatten. Zum Zeitpunkt der Analyse betrug das Hazard Ratio 0,66(99,8 % CI 0,48-0,91) mit 166/425 Ereignissen im Kombinations-Arm und 209/422 Ereignissen im
Sunitinib-Arm. Bei Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil wurde ein
Überlebensvorteil für den Nivolumab-in-Kombination-mit-Ipilimumab-Arm im Vergleich zum
Sunitinib-Arm unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression beobachtet. Das mediane OS bei
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % wurde für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nicht erreichtund betrug im Sunitinib-Arm 19,61 Monate (HR = 0,52; 95 % CI: 0,34; 0,78). Das mediane OS bei
Tumor-PD-L1-Expression < 1 % betrug 34,7 Monate für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabund betrug 32,2 Monate im Sunitinib-Arm (HR = 0,70; 95 % CI: 0,54; 0,92).
In CA209214 wurden auch 249 Patienten mit günstigem Risikoprofil nach IMDC-Kriterien im
Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm (n = 125) oder Sunitinib-Arm (n = 124) eingeschlossen. Diese
Patienten waren nicht Teil der ausgewerteten primären Population zur Untersuchung der Wirksamkeit.
Patienten mit günstigem Risikoprofil zeigten bei minimaler Nachbeobachtungszeit von 24 Monatenunter Nivolumab plus Ipilimumab im Vergleich zu Sunitinib eine OS-Hazard-Ratio von 1,13(95 % CI: 0,64; 1,99, p = 0,6710). Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten betrugdie OS-Hazard-Ratio 0,94 (95 % CI: 0,65; 1,37).
Überlebenswahrscheinlichkeit
Es liegen keine Daten zur Erstlinientherapie beim RCC mit Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab bei Patienten mit ausschließlich nicht-klarzelliger Histologie vor.
Der Anteil von Patienten ≥ 75 Jahre stellte 8 % der Patienten mit intermediärem/ungünstigem
Risikoprofil in CA209214 dar. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab zeigte in dieser Subgruppegegenüber der Gesamtpopulation numerisch einen geringeren Effekt auf OS (HR 0,97; 95 % CI: 0,48;1,95) bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 17,5 Monaten. Aufgrund der geringen Größedieser Subgruppe, lassen sich daraus keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib vs. Sunitinib(CA2099ER)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg in Kombination mit Cabozantinib 40 mg zur
Erstlinientherapie des fortgeschrittenen/metastasierten RCC wurden in einer randomisierten, offenen
Phase-III-Studie (CA2099ER) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mitfortgeschrittenem oder metastasiertem RCC mit klarzelliger Komponente,
Karnofsky-Performance-Status (KPS) ≥ 70 % und messbarer Erkrankung gemäß RECIST Version 1.1eingeschlossen, unabhängig von deren PD-L1-Status oder dem Risikoprofil nach IMDC-Kriterien.
Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder mit einer Erkrankung, die eine Behandlung mit einersystemischen Immunsuppression erfordert, Patienten, die mit einer Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-,
Anti-PD-L2-, Anti-CD137- oder Anti-CTLA-4-Antikörper-Therapie vortherapiert waren, mit einerschlecht kontrollierten Hypertonie trotz blutdrucksenkender Therapie, aktiven Hirnmetastasen oderunkontrollierter Nebenniereninsuffizienz waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten wurdennach IMDC-Prognostic-Score, PD-L1-Tumorexoression und Region stratifiziert.
Insgesamt wurden 651 Patienten in dieser Studie randomisiert. Sie bekamen entweder
Nivolumab 240 mg (n = 323) intravenös alle 2 Wochen in Kombination mit Cabozantinib 40 mgtäglich peroral oder Sunitinib (n = 328) 50 mg täglich peroral für 4 Wochen, gefolgt von einer2-wöchigen Einnahmepause. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung oder nichtakzeptabler Toxizität fortgesetzt, wobei Nivolumab bis zu 24 Monate verabreicht wurde. Eine
Weiterbehandlung nach einer durch den Prüfarzt festgestellten Progession gemäß RECIST Version 1.1war erlaubt, wenn der Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die
Studienmedikation tolerierte. Die erste Tumorbewertung nach Baseline fand 12 Wochen (± 7 Tage)nach Randomisierung statt. Die nachfolgenden Tumorbewertungen wurden bis Woche 60alle 6 Wochen (± 7 Tage) und dann alle 12 Wochen (± 14 Tage) bis zur radiologischen Progression,bestätigt durch BICR, durchgeführt. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war PFS, bestimmt durch ein
BICR. Zusätzliche Wirksamkeitsmessungen umfassten OS und ORR als sekundäre Endpunkte.
Die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen etwa gleich verteilt. Das mediane Alter war61 Jahre (Spanne: 28 - 90) mit 38,4 % ≥ 65 Jahre und 9,5 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patientenwar männlich (73,9 %) und kaukasisch (81,9 %). Der Anteil der asiatischen Patienten belief sich auf8 %, und 23,2 % bzw. 76,5 % der Patienten hatten einen Ausgangs-KPS von 70 bis 80 % bzw. 90 bis100 %. Nach IMDC-Kriterien hatten 22,6 % der Patienten ein günstiges, 57,6 % ein intermediäres und19,7 % ein ungünstiges Risikoprofil. Nach der PD-L1-Tumorexpression hatten 72,5 % der Patienteneine PD-L1-Expression < 1 % oder unbestimmt und 24,9 % der Patienten eine
PD-L1-Expression ≥ 1 %. Bei 11,5 % der Patienten hatten die Tumore sarkomatoide Merkmale. Diemediane Behandlungszeit betrug 14,26 Monate (Spanne: 0,2 - 27,3) bei mit Nivolumab mit
Cabozantinib behandelten Patienten und 9,23 Monate (Spanne: 0,8 - 27,6 Monate) bei mit Sunitinibbehandelten Patienten.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS, OS und ORR für Patienten, die inden Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib gegenüber Sunitinib randomisiertworden waren. Die Wirksamkeitsergebnisse aus der primären Analyse (minimale
Nachbeobachtungszeit 10,6 Monate; mediane Nachbeobachtungszeit 18,1 Monate) sind in Tabelle 18dargestellt.
Tabelle 18: Wirksamkeitsergebnisse (CA2099ER)
Nivolumab + Cabozantinib Sunitinib(n = 323) (n = 328)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 144 (44,6 %) 191 (58,2 %)
Hazard Ratioa 0,5195 % CI (0,41; 0,64)p-Wertb, c < 0,0001
Median (95 % CI) 16,59 (12,45; 24,94) 8,31 (6,97; 9,69)
Gesamtüberleben
Ereignisse 67 (20,7 %) 99 (30,2 %)
Hazard Ratioa 0,6098,89 % CI (0,40; 0,89)p-Wertb,c,e 0,0010
Median (95 % CI) N.E. N.E. (22,6; N.E.)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 93,1 (89,7; 95,4) 86,2 (81,9; 89,5)
Bestätigtes objektives 180 (55,7 %) 89 (27,1 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI)f (50,1; 61,2) (22,4; 32,3)
Differenz des ORR (95 % CI)g 28,6 (21,7; 35,6)p-Werth < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 26 (8,0 %) 15 (4,6 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 154 (47,7 %) 74 (22,6 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 104 (32,2 %) 138 (42,1 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauerd
Monate (Spanne) 20,17 (17,31; N.E.) 11,47 (8,31; 18,43)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,83 (1,0 - 19,4) 4,17 (1,7 - 12,3)a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet. Die Hazard Ratio ist Nivolumab und
Cabozantinib gegenüber Sunitinib.b Stratifizierter Log-Rank-Test nach IMDC Prognostic Score (0, 1-2, 3-6), PD-L1-Tumorexpression (≥ 1 % vs. < 1 %oder unbestimmt) und Region (USA/Kanada/Westeuropa/Nordeuropa/Rest der Welt), eingegeben in IRT.c Zweiseitiger p-Wert aus dem regulär stratifizierten Log-Rank-Test.d Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.e Statistische Signifikanzgrenze p-Wert < 0,0111.f CI basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.g Strata-berichtigter Unterschied der objektiven Ansprechrate (Nivolumab + Cabozantinib - Sunitinib) basierend auf
DerSimonian und Laird.h Zweiseitiger p-Wert aus dem CMH-Test.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
Die primäre PFS-Analyse beinhaltete eine Zensierung für neue Krebsbehandlungen (Tabelle 18).
PFS-Ergebnisse mit und ohne Zensierung für neue Krebsbehandlungen waren konsistent.
Es wurde ein PFS-Vorteil, unabhängig von der IMDC-Risikokategorie, im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm gegenüber Sunitinib beobachtet. Für die Gruppemit günstigem Risikoprofil wurde bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib das mediane PFSnicht erreicht und betrug im Sunitinib-Arm 12,81 Monate (HR = 0,60; 95 % CI: 0,37; 0,98). Für die
Gruppe mit intermediärem Risikoprofil war das mediane PFS 17,71 Monate bei Nivolumab in
Kombination mit Cabozantinib und betrug im Sunitinib-Arm 8,38 Monate (HR = 0,54;95 % CI: 0,41; 0,73). Für die Gruppe mit ungünstigem Risikoprofil war das mediane PFS12,29 Monate bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib und betrug im Sunitinib-Arm4,21 Monate (HR = 0,36; 95 % CI: 0,23; 0,58).
Ein PFS-Vorteil wurde, unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression, im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm vs. Sunitinib beobachtet. Bei einer
Tumor-PD-L1-Expression ≥1 % lag das mediane PFS bei 13,08 Monaten im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm und bei 4,67 Monaten im
Sunitinib-Arm (HR = 0,45; 95 % CI: 0,29; 0,68). Bei einer Tumor-PD-L1-Expression < 1 % lag dasmediane PFS bei 19,84 Monaten im Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm und bei9,26 Monaten im Sunitinib-Arm (HR = 0,50; 95 % CI: 0,38; 0,65).
Eine aktualisierte PFS- und OS-Analyse wurde durchgeführt, als alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 16,0 Monaten und eine mediane Nachbeobachtungszeit von 23,5 Monatenerreicht hatten (siehe Abbildungen 15 und 16). Die PFS-Hazard-Ratio war 0,52 (95 % CI: 0,43, 0,64).
Die OS-Hazard-Ratio war 0,66 (95 % CI: 0,50, 0,87). Aktualisierte Wirksamkeitsdaten (PFS und OS)in den Subgruppen entsprechend den IMDC-Risikokategorien und PD-L1-Expressionslevel bestätigendie ursprünglichen Ergebnisse. Mit der aktualisierten Analyse wurde das mediane PFS für die Gruppemit dem günstigen Risikoprofil erreicht.
Abbildung 15: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (CA2099ER)
Progressionsfreies Überleben nach BICR (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Cabozantinib323 280 236 201 166 145 102 56 26 5 2 0
Sunitinib328 230 160 122 87 61 37 17 7 2 1 0
- ------- Nivolumab + Cabozantinib (Ereignisse: 175/323), Median und 95,0 % CI: 16,95 (12,58; 19,38)
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 206/328), Median und 95,0 % CI: 8,31 (6,93; 9,69)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 16: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA2099ER)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Cabozantinib323 308 295 283 269 255 220 147 84 40 10 0
Sunitinib328 295 272 254 236 217 189 118 62 22 4 0
- ------- Nivolumab + Cabozantinib (Ereignisse: 86/323), Median und 95 % CI: NE
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 116/328), Median und 95 % CI: 29,47 (28,35; NE)
Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-BereichsIntravenöse Formulierung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung desmetastasierten oder rezidivierten SCCHN wurden in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie(CA209141) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit histologisch bestätigtemrezidiviertem oder metastasiertem SCCHN (Mundhöhle, Rachenraum, Kehlkopf) des Stadiums III/IVund nicht zugänglich für eine lokale kurative Behandlung (Operation oder Strahlentherapie mit oderohne Chemotherapie) eingeschlossen, bei denen es während oder innerhalb von 6 Monaten nach Erhalteiner platinbasierten Therapie zu einer Progression kam, und die einen ECOG-Performance-Status von0 oder 1 hatten. Die platinbasierte Vortherapie wurde in der adjuvanten, neo-adjuvanten, primären,rezidivierten oder metastasierten Situation gegeben. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängigvon ihrem Tumor-PD-L1-Status oder ihrem humanen Papilloma-Virus (HPV)-Status. Patienten mitaktiver Autoimmunerkrankung, mit Erkrankungen, die eine immunsuppressive Therapie erforderten,mit rezidivierten oder metastasierten Karzinomen des Nasopharynx, mit plattenepithelialen
Karzinomen mit unbekanntem Primarius, mit Karzinomen der Speicheldrüse oder mit Karzinomennicht-plattenepithelialer Histologie (z. B. Schleimhautmelanomen) oder aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit behandelten
Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich die neurologische
Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den Ausgangsbefundzurückgebildet hatte und die Patienten entweder keine Corticosteroide erhielten oder eine stabile oderabnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Insgesamt wurden 361 Patienten entweder auf Nivolumab 3 mg/kg, intravenös verabreicht alle2 Wochen über 60 Minuten (n = 240), oder auf eine Behandlung nach Wahl des Prüfarztesrandomisiert. Die Behandlung nach Wahl des Prüfarztes war entweder Cetuximab (n = 15) mit einer
Anfangsdosis von 400 mg/m2 gefolgt von einer wöchentlichen Dosis von 250 mg/m2 oder Methotrexat(n = 52) in einer wöchentlichen Dosierung von 40 bis 60 mg/m2 oder Docetaxel (n = 54) in einerwöchentlichen Dosierung von 30 bis 40 mg/m2. Die Randomisierung wurde nach Vorbehandlung mit
Cetuximab stratifiziert. Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen beobachtetwerden konnte oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurdengemäß RECIST, Version 1.1, 9 Wochen nach Randomisierung und anschließend alle 6 Wochendurchgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt gemäß Definition nach RECIST,
Version 1.1, festgestellten Progression hinaus war für Patienten, die Nivolumab erhielten, erlaubt,wenn der Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatteund die Therapie vertragen wurde. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war das
Gesamtüberleben. Wichtige sekundäre Endpunkte der Wirksamkeit waren vom Prüfarzt beurteiltesprogressionsfreies Überleben und Ansprechrate. Zusätzliche vorspezifizierte Untergruppen-Analysenwurden durchgeführt, um die Wirksamkeit nach Tumor-PD-L1-Expression bei den vordefinierten
Grenzwerten von 1 %, 5 % und 10 % zu untersuchen.
Tumorgewebeproben vor Studienbeginn wurden systematisch vor Randomisierung gesammelt, um im
Voraus geplante Wirksamkeitsanalysen nach Tumor-PD-L1-Expression durchzuführen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mithilfe des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Tests bestimmt.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren im Allgemeinen ausgewogen. Das mediane Alterbetrug 60 Jahre (Spanne: 28 - 83), wobei 31 % ≥ 65 Jahre und 5 % ≥ 75 Jahre waren; 83 % waren
Männer und 83 % waren weiß. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (20 %) oder 1 (78 %),77 % waren früher oder derzeit Raucher, 90 % hatten eine Stadium-IV-Erkrankung, 66 % hatten zweioder mehr Läsionen; 45 % hatten eine, 34 % hatten 2 und 20 % hatten 3 oder mehr Vortherapienerhalten; 25 % waren HPV-16-positiv.
Mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 11,4 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens für Patienten, die auf Nivolumab randomisiertwaren, im Vergleich zu Patienten, die auf Therapie nach Wahl des Prüfarztes randomisiert waren. Die
Kaplan-Meier-Kurven für das Gesamtüberleben sind in Abbildung 17 dargestellt. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 19 dargestellt.
Abbildung 17: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209141)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab240 169 132 98 76 45 27 12 3
Wahl des Prüfarztes121 88 51 32 22 9 4 3 0 Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 184/240), Median und 95 % CI: 7,72 (5,68; 8,77)
- - -- - - Therapie nach Wahl des Prüfarztes (Ereignisse: 105/121), Median und 95 % CI: 5,06 (4,04; 6,24)
Tabelle 19: Wirksamkeitsergebnisse (CA209141)
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 240) (n = 121)
Gesamtüberleben
Ereignisse 184 (76,7 %) 105 (86,8 %)
Hazard Ratioa 0,71(95 % CI) (0,55; 0,90)p-Wertb 0,0048
Median (95 % CI) (Monate) 7,72 (5,68; 8,77) 5,06 (4,04; 6,24)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 56,5 (49,9; 62,5) 43,0 (34,0; 51,7)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 34,0 (28,0; 40,1) 19,7 (13,0; 27,3)
Rate (95 % CI) nach 18 Monaten 21,5 (16,2; 27,4) 8,3 (3,6; 15,7)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 204 (85,0 %) 104 (86,0 %)
Hazard Ratio 0,8795 % CI (0,69; 1,11)p-Wert 0,2597
Median (95 % CI) (Monate) 2,04 (1,91; 2,14) 2,33 (1,97; 3,12)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 21,0 (15,9; 26,6) 11,1 (5,9; 18,3)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 9,5 (6,0; 13,9) 2,5 (0,5; 7,8)
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 240) (n = 121)
Bestätigtes objektives Ansprechenc 32 (13,3 %) 7 (5,8 %)(95 % CI) (9,3; 18,3) (2,4; 11,6)
Odds Ratio (95 % CI) 2,49 (1,07; 5,82)
Vollständiges Ansprechen (Complete
Response = CR) 6 (2,5 %) 1 (0,8 %)
Teilweises Ansprechen (Partial 26 (10,8 %) 6 (5,0 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 55 (22,9 %) 43 (35,5 %)
Disease = SD)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,8 - 7,4) 2,0 (1,9 - 4,6)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 9,7 (2,8 - 20,3+) 4,0 (1,5+ - 8,5+)a Von einem stratifizierten Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert stammt von einem nach vorheriger Cetuximab-Behandlung stratifizierten Log-Rank-Test, diekorrespondierende O´Brien-Fleming-Signifikanzgrenze liegt bei 0,0227.c In der Nivolumab-Gruppe waren zwei Patienten mit vollständigem Ansprechen und sieben mit teilweisem
Ansprechen, die eine PD-L1-Tumorexpression von < 1 % hatten.
Eine quantifizierbare Tumor-PD-L1-Expression wurde bei 67 % der Patienten in der
Nivolumab-Gruppe und bei 82 % der Patienten in der Gruppe Therapie nach Wahl des Prüfarztesgemessen. Der Grad der Tumor-PD-L1-Expression war zwischen den beiden Behandlungsarmen(Nivolumab vs. Therapie nach Wahl des Prüfarztes) in allen vordefinierten
Tumor-PD-L1-Expressionsgraden von ≥ 1 % (55 % vs. 62 %), ≥ 5 % (34 % vs. 43 %), oder ≥ 10 %(27 % vs. 34 %) ausgeglichen.
In der Nivolumab-Gruppe zeigten Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression bei allen vordefinierten
Expressionsgraden eine größere Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des Überlebens verglichenmit der Gruppe Therapie nach Wahl des Prüfarztes. Das Ausmaß der Verbesserung des
Gesamtüberlebens war konsistent für die Tumor-PD-L1-Expressionsgrade ≥ 1 %, ≥ 5 % oder ≥ 10 %(siehe Tabelle 20).
Tabelle 20: Gesamtüberleben in Abhängigkeit der Tumor-PD-L1-Expression (CA209141)
PD-L1 Expression Nivolumab Wahl des Prüfarztes
Gesamtüberleben nach Tumor-PD-L1-Expression
Anzahl der Ereignisse (Patientenanzahl) Unstratifiziertes Hazard
Ratio (95 % CI)< 1 % 56 (73) 32 (38) 0,83 (0,54; 1,29)≥ 1 % 66 (88) 55 (61) 0,53 (0,37; 0,77)≥ 5 % 39 (54) 40 (43) 0,51 (0,32; 0,80)≥ 10 % 30 (43) 31 (34) 0,57 (0,34; 0,95)
In einer explorativen Post-hoc-Analyse wurde die PD-L1-Expression auf Tumorzellen und auf
Tumor-assoziierten Immunzellen (Tumor-Associated Immune Cells = TAICs) mithilfe einesnicht-validierten Tests in Bezug auf das Ausmaß des Behandlungseffektes von Nivolumab im
Vergleich zur Therapie nach Wahl des Prüfarztes untersucht. Die Analyse zeigte, dass nicht nur die
PD-L1-Expression auf Tumorzellen, sondern auch die PD-L1-Expression auf TAICs mit einem
Nutzen der Nivolumab-Therapie im Vergleich zur Therapie nach Wahl des Prüfarztes verbunden zusein scheint (siehe Tabelle 21). Aufgrund der geringen Patientenzahlen in den Subgruppen und desexplorativen Charakters der Analyse können keine definitiven Schlussfolgerungen aus diesen Datengezogen werden.
Tabelle 21: Wirksamkeit anhand der Tumorzell- und TAIC-PD-L1-Expression (CA209141)
Medianes Gesamtüberlebena Medianes Gesamt-Ansprechrate (%)(Monate) progressionsfreies
Überlebena (Monate)
HRb (95 % CI) HRb (95 % CI) (95 % CI)c
Nivolumab Therapie nach Nivolumab Therapie nach Nivolumab Therapie nach
Wahl des Wahl des Wahl des
Prüfarztes Prüfarztes Prüfarztes
PD-L1 ≥ 1 %, 9,10 4,60 3,19 1,97 19,7 0
PD-L1+ TAIC 0,43 (0,28; 0,67) 0,48 (0,31; 0,75) (10,6; 31,8) (0; 7,5)hochd(61 Nivolumab,47 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 ≥ 1 %, 6,67 4,93 1,99 2,04 11,1 7,1
PD-L1+ TAIC 0,89 (0,44; 1,80) 0,93 (0,46; 1,88) (2,4; 29,2) (0,2; 33,9)seltend(27 Nivolumab,14 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 <1 %, 11,73 6,51 2,10 2,73 18,6 12,0
PD-L1+ TAIC 0,67 (0,38; 1,18) 0,96 (0,55; 1,67) (8,4; 33,4) (2,5; 31,2)hochd(43 Nivolumab,25 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 < 1 %, 3,71 4,85 1,84 2,12 3,7 10,0
PD-L1+ TAIC 1,09 (0,50; 2,36) 1,91 (0,84; 4,36) (< 0,1; 19,0) (0,3; 44,5)seltend(27 Nivolumab,10 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)a Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreies Überleben (PFS) wurden anhand der Kaplan-Meier-Methodebestimmt.b Die Hazard Ratio wurde für jede Subgruppe anhand eines proportionalen Cox-Hazard-Modells abgeleitet, mit der
Behandlung als einzige Kovariate.c Das Konfidenzintervall für ORR wurde anhand der Clopper-Pearson-Methode berechnet.d PD-L1+ TAIC wurden im Tumormikromilieu qualitativ untersucht und von Pathologen als 'zahlreich“, 'mittel“ und'selten“ eingestuft. Die Gruppen 'zahlreich“ und 'mittel“ wurden zusammengefasst und bilden die Gruppe 'hoch“.
Patienten, bei denen, nach Beurteilung des Prüfarztes, die primäre Lokalisation des Tumors im
Bereich des Oropharynx lag, wurden auf HPV untersucht (bestimmt über p16-Immunhistochemie[IHC]). Eine Verbesserung des Gesamtüberlebens wurde unabhängig vom HPV-Status beobachtet(HPV-positiv: HR = 0,63; 95 % CI: 0,38, 1,04, HPV-negativ: HR = 0,64; 95 % CI: 0,40; 1,03 und
HPV-unbekannt: HR = 0,78; 95 % CI: 0,55, 1,10).
Die Patienten-bezogenen Endpunkte (Patient-reported Outcomes [PROs]) wurden mithilfe des
EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-H&N35 und des 3-stufigen EQ-5D beurteilt. Mit Nivolumabbehandelte Patienten zeigten über einen Zeitraum von 15 Wochen stabile PROs, während Patienten,die mit einer Therapie nach Wahl des Prüfarztes behandelt wurden, deutliche Verschlechterungen in
Bezug auf Funktionen (z. B. physische, soziale, Rollen-Funktion) und Gesundheitsstatus zeigten sowieeine erhöhte Symptomatik (z. B. Ermüdung/Fatigue, Dyspnoe, Appetitverlust, Schmerz, sensorische
Probleme, soziale Kontaktprobleme) aufwiesen. Die PRO-Daten sollten im Kontext des offenen
Studiendesigns gesehen und deswegen mit Vorsicht bewertet werden.
UrothelkarzinomBehandlung des fortgeschrittenen UrothelkarzinomsIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie(CA209901)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin,gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie wurden in der randomisierten offenen Studie CA209901mit Cisplatin-geeigneten Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinomuntersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit histologischem oder zytologischem
Nachweis eines metastasierten oder chirurgisch nicht resezierbaren Urothelkarzinoms (transitionalcell carcinoma, TCC) in Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre eingeschlossen, die für
Cisplatin und Gemcitabin geeignet sind. Geringe histologische Abweichungen (< 50 % insgesamt)waren akzeptabel (TCC musste die dominante Histologie sein). Alle Patienten mussten laut
Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eine messbare Erkrankunggemäß RECIST-1.1-Kriterien haben. Eine vorherige systemische Therapie zur Behandlung einesmetastasierten oder chirurgisch nicht resezierbaren Urothelkarzinoms war nicht erlaubt. Einevorherige neoadjuvante Chemotherapie oder eine vorherige adjuvante platinbasierte Chemotherapienach einer radikalen Zystektomie waren erlaubt, solange das Rezidiv der Erkrankung ≥ 12 Monatenach Abschluss der Therapie auftrat. Eine vorherige intravesikale Therapie war erlaubt, wenn siemindestens 4 Wochen vor Beginn der Studienbehandlung abgeschlossen war. Eine kurative
Strahlentherapie (mit oder ohne Chemotherapie) war erlaubt, wenn die Behandlung ≥ 12 Monate vorder Aufnahme abgeschlossen war. Eine palliative Strahlentherapie war erlaubt, solange sie mindestens2 Wochen vor der Behandlung abgeschlossen war.
Insgesamt wurden 608 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und
Gemcitabin (n = 304) oder für Cisplatin und Gemcitabin (n = 304) randomisiert. Die Randomisierungwurde nach Tumor-PD-L1-Status (≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt) und Lebermetastasen (ja vs.nein) stratifiziert. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (Spanne: 32 - 86); 51 % der Patienten waren≥ 65 Jahre und 12 % waren ≥ 75 Jahre, 23 % der Patienten waren Asiaten, 72 % waren Kaukasier,0,3 % waren Schwarze; 77 % waren männlich, 23 % waren weiblich. Der ECOG-Performance-Statusbei Einschluss in die Studie war 0 (53 %) oder 1 (46 %). Patienten im Behandlungsarm Nivolumab in
Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin wurden mit Nivolumab 360 mg alle drei Wochen, in
Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin für bis zu 6 Zyklen behandelt. Danach erhielten die
Patienten eine Monotherapie mit Nivolumab 480 mg alle 4 Wochen für insgesamt bis zu 24 Monate.
Die Patienten erhielten Gemcitabin in einer Dosis von 1 000 mg/m2 i.v. über 30 Minuten an den
Tagen 1 und 8 des 3-wöchigen Behandlungszyklus und Cisplatin in einer Dosis von 70 mg/m2 i.v.über 30 bis 120 Minuten an Tag 1 des 3-wöchigen Behandlungszyklus. Insgesamt 92 Patienten (49 im
Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin und 43 im
Behandlungsarm Cisplatin und Gemcitabin) wurden nach mindestens einem Cisplatin-Zyklus von
Cisplatin auf Carboplatin umgestellt.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und PFS für Patienten, die in den
Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin randomisiert wordenwaren im Vergleich zu Cisplatin und Gemcitabin allein. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 22 und Abbildungen 18 und 19 dargestellt.
Tabelle 22: Wirksamkeitsergebnisse (CA209901)
Nivolumab und Cisplatin- Cisplatin-Gemcitabin-
Gemcitabin-Chemotherapie Chemotherapie(n = 304) (n = 304)
Gesamtüberlebena
Ereignisse 172 (56,6) 193 (63,5)
Median (Monate) 21,7 18,9(95 % CI) (18,6; 26,4) (14,7; 22,4)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,78(0,63; 0,96)p-Wertc 0,0171
Progressionsfreies Überlebena
Ereignisse 211 (69,4) 191 (62,8)
Median (Monate) 7,92 7,56(95 % CI) (7,62; 9,49) (6,05; 7,75)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,72(0,59; 0,88)p-Wertc 0,0012
Objektives Ansprechen
Responder 175 (57,6) 131 (43,1)(95 % CI) (51,8; 63,2) (37,5; 48,9)a Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.b Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.c Zweiseitiger p-Wert aus dem stratifizierten Log-Rank-Test.
Abbildung 18: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209901)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 286 264 228 196 167 142 119 97 84 69 58 48 36 25 20 15 12 7 4 2 0
Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 277 242 208 166 140 122 102 82 65 49 39 33 24 17 16 13 9 4 4 1 0
- - -- - - Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 172/304), Median und 95 % CI: 21,72 (18,63; 26,38)
- - -- - - Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 193/304), Median und 95 % CI: 18,85 (14,72; 22,44)
Basierend auf Datenschnitt: 09. Mai 2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 7,4 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 19: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (CA209901)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 253 179 116 82 65 57 49 41 36 31 26 19 14 11 10 10 6 5 1 0
Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 223 119 63 35 25 17 12 12 10 9 8 6 5 2 1 1 0 0 0 0
- - -- - - Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 211/304), Median und 95 % CI: 7,92 (7,62; 9,49)
- - -- - - Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 191/304), Median und 95 % CI: 7,56 (6,05; 7,75)
Basierend auf Datenschnitt: 09. Mai 2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 7,4 Monaten
Die primäre PFS-Analyse beinhaltete eine Zensierung für neue Krebsbehandlungen vor
Krankheitsprogression (Tabelle 22). PFS-Ergebnisse mit und ohne Zensierung für neue
Krebsbehandlungen vor Krankheitsprogression waren konsistent.
Intravenöse Formulierung
Offene Phase-II-Studie (CA209275)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung von
Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom wurde in einermultizentrischen, offenen, einarmigen Phase-II-Studie untersucht (CA209275).
In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) eingeschlossen, die einen Progress während oder nacheiner platinbasierten Chemotherapie bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung oder eine
Progression innerhalb von 12 Monaten nach einer neoadjuvanten oder adjuvanten Behandlung miteiner platinbasierten Chemotherapie hatten. Die Patienten wiesen einen ECOG-Performance-Statusvon 0 oder 1 auf und wurden unabhängig vom Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen. Patienten mitaktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen, mit aktiver Autoimmunerkrankung odermit Erkrankungen, die eine immunsuppressive Therapie erforderten, waren von der Studieausgeschlossen. Patienten mit Lebermetastasen, die mehr als 2 vorausgehende Chemotherapienerhalten hatten, waren ausgeschlossen.
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Insgesamt waren 270 Patienten, die Nivolumab 3 mg/kg intravenös über 60 Minuten alle 2 Wochenerhielten, für die Beurteilung der Wirksamkeit mit einer minimalen Beobachtungszeit von8,3 Monaten verfügbar. Die Behandlung wurde so lange fortgesetzt, wie ein klinischer Nutzenbeobachtet wurde oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Die erste Beurteilung des
Tumors wurde 8 Wochen nach Beginn der Behandlung und danach alle 8 Wochen für bis zu48 Wochen durchgeführt, danach alle 12 Wochen bis zum Progress der Erkrankung oder der
Beendigung der Therapie, je nachdem, was später erfolgte. Die Beurteilung des Tumors wurde bei
Patienten, die die Therapie nicht aufgrund einer Progression beendet hatten, nach Beendigung der
Therapie fortgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt gemäß Definition nach
RECIST, Version 1.1, festgestellte Progression hinaus war erlaubt, wenn der Patient nach
Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatte, keine schnellfortschreitende Progression hatte und die Therapie vertrug. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeitwar die objektive Ansprechrate (ORR), bestimmt von einem unabhängigen zentralen Komitee(Blinded Independent Central Review, BICR). Weitere Wirksamkeitsparameter waren die Dauer des
Ansprechens, das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).
Das mediane Alter war 66 Jahre (Spanne: 38 bis 90), wobei 55 % ≥65 Jahre und 14 % ≥75 Jahre altwaren. Die Mehrheit der Patienten war weiß (86 %) und männlich (78 %). Der ECOG-Performance-
Status war zu Beginn 0 (54 %) oder 1 (46 %).
Tabelle 23: Wirksamkeitsergebnisse (CA209275)a
Nivolumab(n = 270)
Bestätigtes objektives Ansprechen 54 (20,0 %)(95 % CI) (15,4; 25,3)
Vollständiges Ansprechen (Complete 8 (3,0 %)
Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial Response = PR) 46 (17,0 %)
Stabile Erkrankung (Stable Disease = SD) 60 (22,2 %)
Mediane Dauer des Ansprechensb
Monate (Spanne) 10,4 (1,9+ - 12,0+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 1,9 (1,6; 7,2)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse (%) 216 (80)
Median (95 % CI) Monate 2,0 (1,9; 2,6)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 26,1 (20,9; 31,5)
Gesamtüberlebenc
Ereignisse (%) 154 (57)
Median (95 % CI) Monate 8,6 (6,05; 11,27)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 41,0 (34,8; 47,1)
Nivolumab(n = 270)
Tumor-PD-L1-Expressionslevel< 1 % ≥ 1 %
Bestätigtes objektives Ansprechen(95 % CI)16 % (10,3; 22,7) 25 % (17,7; 33,6)n = 146 n = 124
Mediane Dauer des Ansprechens
Monate (Spanne)10,4 (3,7; 12,0+) Nicht erreicht (1,9+; 12,0+)
Progressionsfreies Überleben
Median (95 % CI) Monate 1,9 (1,8; 2,0) 3,6 (1,9; 3,7)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 22,0 (15,6; 29,2) 30,8 (22,7; 39,3)
Gesamtüberleben
Median (95 % CI) Monate 5,9 (4,37; 8,08) 11,6 (9,10; NE)
Rate (95 % CI) 34,0 (26,1; 42,1) 49,2 (39,6; 58,1)nach 12 Monaten“+” stellt eine zensierte Beobachtung dara mediane Nachbeobachtung von 11,5 Monaten.b Daten instabil wegen begrenzter Dauer des Ansprechens.c beinhaltete 4 Todesfälle in Zusammenhang mit der Therapie: 1 Pneumonitis, 1 akuter Atemstillstand,1 Atemstillstand und 1 Herzversagen.
NE: nicht abschätzbar (non-estimable)
Ergebnisse einer explorativen Post-hoc-Analyse zeigen, dass bei Patienten mit einer niedrigen (z. B.< 1 %) oder fehlender Tumor-PD-L1-Expression andere Patienten-Charakteristika (z. B.
Lebermetastasen, viszerale Metastasen, anfängliches Hämoglobin < 10 g/dl und
ECOG-Performance-Status = 1) das klinische Ergebnis beeinflussen können.
Intravenöse Formulierung
Offene Phase-I/II-Studie (CA209032)
CA209032 war eine offene Phase-I/II-Multi-Kohorten-Studie mit einer Kohorte von 78 Patienten mit
Urothelkarzinom, die, nach ähnlichen Einschlusskriterien wie in der Studie CA209275 mit
Nivolumab-Monotherapie 3 mg/kg behandelt wurden (18 Patienten wechselten entsprechend des
Prüfplans zu einer Therapie mit Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg über).
Nach einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 9 Monaten betrug die vom Prüfarzt festgestellte
ORR 24,4 % (95 % CI: 15,3; 35,4). Die mediane Dauer des Ansprechens wurde nicht erreicht(Spanne: 4,4 - 16,6+ Monate). Das mediane OS betrug 9,7 Monate (95 % CI: 7,26; 16,16) und diegeschätzten OS-Raten waren 69,2 % (CI: 57,7; 78,2) nach 6 Monaten und 45,6 % (CI: 34,2; 56,3)nach 12 Monaten.
Adjuvante Behandlung des UrothelkarzinomsIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie von adjuvantem Nivolumab vs. Placebo (CA209274)
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Nivolumab-Monotherapie bei der adjuvanten Behandlung des
Urothelkarzinoms wurde in einer multizentrischen, randomisierten, Placebo-kontrollierten,doppelblinden Phase-III-Studie untersucht (CA209274). In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen, die sich einer vollständigen Resektion eines muskelinvasiven Urothelkarzinoms(MIUC) unterzogen hatten, das in der Harnblase oder im oberen Urogenitaltrakt (Nierenbecken oder
Harnleiter) angesiedelt war und bei denen ein hohes Rezidivrisiko bestand. Die pathologischen
MIUC-Einstufungskriterien zur Definition der Hochrisikopatienten waren ypT2-ypT4a oder ypN+ beierwachsenen Patienten, die neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie erhalten hatten, und pT3-pT4a oderpN+ bei erwachsenen Patienten, die keine neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie erhalten hatten undfür die eine adjuvante Cisplatin-Chemotherapie nicht geeignet war oder die diese ablehnten. In die
Studie wurden Patienten, unabhängig von ihrem Tumorzell-PD-L1-Status, mit einem
ECOG-Performance-Status 0 oder 1 eingeschlossen (ein ECOG-Performance-Status 2 war bei
Patienten erlaubt, die für eine neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie nicht geeignet waren). Die
Tumorzell-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assaysbestimmt. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit aktiven, bekannten oder vermuteten
Autoimmunerkrankungen und Patienten, die innerhalb von 28 Tagen vor Behandlungsbeginn mit der
Studienmedikation eine Chemotherapie, Radiotherapie, biologische Krebstherapie, intravesikale
Therapie oder investigative Behandlung erhalten hatten.
Insgesamt wurden 709 Patienten entweder für eine Behandlung mit Nivolumab 240 mg (n = 353) alle2 Wochen oder Placebo (n = 356) alle 2 Wochen randomisiert. Die Behandlung wurde bis zum
Wiederauftreten oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität für eine Maximaldauer von 1 Jahrdurchgeführt. Darunter befanden sich 282 Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %; 140 im
Nivolumab-Arm und 142 im Placebo-Arm. Die Randomisierung wurde stratifiziert anhand despathologischen Nodalstatus (N+ vs. N0/x mit < 10 Knoten entfernt vs. N0 mit ≥ 10 Knoten entfernt),des Tumorzell-PD-L1-Expressionsstatus (≥ 1 % vs. < 1 %/unbestimmt) und der Anwendung vonneoadjuvanter Cisplatin-Chemotherapie. Tumorbeurteilungen anhand von bildgebenden Verfahrenwurden nach Anwendung der ersten Dosis bis Woche 96 alle 12 Wochen durchgeführt, von Woche 96bis Woche 160 alle 16 Wochen und danach alle 24 Wochen bis zum Wiederauftreten eines Rezidivsaußerhalb des ableitenden Harntrakts oder Behandlungsabbruch (je nachdem, was später eintrat) fürmaximal 5 Jahre. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das krankheitsfreie Überleben(disease-free survival = DFS) bei allen randomisierten Patienten und DFS bei randomisierten
Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. DFS wurde definiert als der Zeitraum zwischendem Datum der Randomisierung und dem Datum des ersten dokumentierten Wiederauftretens nach
Einschätzung des Prüfarztes (Lokalrezidiv innerhalb des ableitenden Harntrakts, Rezidiv außerhalbdes ableitenden Harntrakts oder Fernmetastase) oder des Todes (jeglicher Ursache), je nachdem, waszuerst eintrat. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten das Gesamtüberleben (overallsurvival = OS).
Die Ausgangsmerkmale waren im Allgemeinen über die Behandlungsgruppen hinweg ausgeglichen.
Bei den Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % war das mediane Alter 66 Jahre(Spanne: 34 - 92 Jahre), 76 % waren Männer und 76 % waren Weiße. 82 % hatten ein muskelinvasives
Harnblasenkarzinom (MIBC), 18 % hatten ein Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (upper tracturothelial carcinoma, UTUC) (Nierenbecken und Harnleiter), 42 % der Patienten hatten vorher
Cisplatin im neoadjuvanten Setting erhalten, 45 % der Patienten hatten positive Lymphknoten (N+)nach vollständiger Tumorresektion. Der ECOG-Performance-Status der Patienten war 0 (61 %),1 (37 %) oder 2 (2 %) und 7 % der Patienten hatten einen Hämoglobinwert < 10 g/dl.
Bei der primären präspezifizierten Zwischenauswertung von Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % (minimale Nachbeobachtungszeit 6,3 Monate und mediane
Nachbeobachtungszeit 22,1 Monate im Nivolumab-Arm), wurde eine signifikante Verbesserung des
DFS bei den zu Nivolumab randomisierten Patienten im Vergleich zu Placebo gezeigt. Das medianeund vom Prüfarzt bestimmte DFS wurde für Nivolumab nicht erreicht (95 % CI: 21,19; NR) versus8,41 Monate (95 % CI: 5,59; 21,19) für Placebo, HR 0,55 (98,72 % CI: 0,35; 0,85), p-Wert = 0,0005.
Die primäre Analyse des DFS beinhaltete die Zensierung für eine neue Krebstherapie. Die Ergebnissefür DFS mit und ohne Zensierung für eine neue Krebstherapie waren konsistent.
In einer aktualisierten deskriptiven DFS-Analyse bei Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % (minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate und mediane
Nachbeobachtungszeit 25,5 Monate im Nivolumab-Arm) wurde die Verbesserung des DFS bestätigt.
Die Wirksamkeitsergebnisse dieser deskriptiven aktualisierten Analyse sind in Tabelle 24 und
Abbildung 20 dargestellt.
Tabelle 24: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 % (CA209274)
Nivolumab Placebo(n = 140) (n = 142)
Krankheitsfreies Überleben (DFS) Minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate
Ergebnisse (%) 56 (40,0) 85 (59,9)
Hazard Ratio (95 % CI)a 0,53 (0,38; 0,75)
Median (95 % CI) (Monate)b NR (22,11; NE) 8,41 (5,59; 20,04)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 74,5 (66,2; 81,1) 55,7 (46,8; 63,6)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 67,6 (59,0; 74,9) 46,3 (37,6; 54,5)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 58,6 (49,3; 66,9) 37,4 (29,0; 45,8)
NR = nicht erreicht (not reached), NE = nicht abschätzbar (non-estimable).a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet. Hazard-Ratio ist Nivolumab gegenüber
Placebo.b Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
Abbildung 20: Kaplan-Meier-Kurven des DFS bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % (CA209274)
Krankheitsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Placebo142 90 74 62 57 53 49 44 36 29 23 21 18 14 9 5 3 2 1 0
Nivolumab140 113 99 96 85 75 67 58 50 38 33 30 29 22 19 8 3 1 0 0
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 85/142), Median und 95 % CI: 8,41 (5,59; 20,04) Nivolumab (Ereignisse: 56/140), Median und 95 % CI: N.A. (22,11; N.A.)
Minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate
Es wurden explorative, präspezifizierte, deskriptive Subgruppenanalysen durchgeführt, basierend auf
Patienten, die im neoadjuvanten Setting zuvor mit Cisplatin behandelt wurden.
Wahrscheinlichkeit krankheitsfreien Überlebens
In der Subgruppe von Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, die zuvor mit Cisplatin imneoadjuvanten Setting behandelt wurden (n = 118), betrug die DFS-HR 0,37 (95 % CI: 0,22; 0,64) mitnicht erreichtem medianen DFS für den Nivolumab- und 8,41 Monate für den Placebo-Arm. In der
Patienten-Subgruppe mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, die zuvor kein Cisplatin imneoadjuvanten Setting erhalten hatten (n = 164), betrug die DFS-HR 0,69 (95 % CI: 0,44; 1,08) mitmedianem DFS 29,67 Monate für den Nivolumab- und 11,37 Monate für den Placebo-Arm.
dMMR- oder MSI-H-KolorektalkarzinomIntravenöse Formulierung
Offene Studie zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapie bei Patienten mitdMMR- oder MSI-H-Kolorektalkarzinom, die im metastasierten Setting nicht vorbehandelt wordensind
Die Sicherheit und Wirksamkeit von 240 mg Nivolumab in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumab alle3 Wochen für maximal 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle4 Wochen für die Erstlinienbehandlung des nicht resezierbaren oder metastasierten
Kolorektalkarzinoms mit bekanntem MSI-H- oder dMMR-Status wurden in einer randomisierten,mehrarmigen, offenen Phase-III-Studie (CA2098HW) untersucht. Die Studienbehandlungsarmeumfassten eine Nivolumab-Monotherapie, Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder eine
Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. Der MSI-H- bzw. dMMR-Tumorstatus wurde gemäßlokalem Behandlungsstandard mittels PCR, NGS bzw. IHC-Assays bestimmt. Die zentrale
Beurteilung des MSI-H-Status mittels PCR (Idylla MSI)-Test und des dMMR-Status mittels IHC(Omnis MMR)-Test wurde retrospektiv an Tumorproben der Patienten durchgeführt, die für die
Bestimmung des lokalen MSI-H-/dMMR-Status verwendet worden waren. Die primäre Population zur
Untersuchung der Wirksamkeit bestand aus Patienten mit durch zentrale Testung bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Status. Patienten mit symptomatischen Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung, Patienten, die systemische Corticosteroide oder Immunsuppressivaeinnahmen oder mit Checkpoint-Inhibitoren vorbehandelt worden waren, waren von der Studieausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Lage des Tumors (rechts vs. links) stratifiziert. Dieauf den Chemotherapie-Arm randomisierten Patienten konnten bei Krankheitsprogression nach BICR-
Beurteilung eine Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab erhalten.
Insgesamt wurden 303 nicht vorbehandelte Patienten im metastasierten Setting in der Studierandomisiert, wobei 202 Patienten der Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab und101 Patienten der Chemotherapie-Gruppe zugewiesen wurden. Hiervon hatten 255 Patienten einendurch zentrale Beurteilung bestätigten MSI-H-/dMMR-Status, 171 im Nivolumab-plus-Ipilimumab-
Kombinations-Arm und 84 im Chemotherapie-Arm. Die Patienten im Nivolumab-plus-Ipilimumab-
Arm erhielten 240 mg Nivolumab alle 3 Wochen in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumab alle3 Wochen für maximal 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle4 Wochen. Die Patienten im Chemotherapie-Arm erhielten: mFOLFOX6 (Oxaliplatin, Leucovorin und
Fluorouracil) mit oder ohne entweder Bevacizumab oder Cetuximab: Bolus-Regime mit Oxaliplatin85 mg/m2, Leucovorin 400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2, gefolgt von Fluorouracil 2 400 mg/m2über 46 Stunden alle 2 Wochen. Bevacizumab 5 mg/kg oder Cetuximab 500 mg/m2, verabreicht vormFOLFOX6 alle 2 Wochen; oder FOLFIRI (Irinotecan, Leucovorin und Fluorouracil) mit oder ohneentweder Bevacizumab oder Cetuximab: Bolus-Regime mit Irinotecan 180 mg/m2, Leucovorin400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2 und Fluorouracil 2 400 mg/m2 über 46 Stunden alle2 Wochen. Bevacizumab 5 mg/kg oder Cetuximab 500 mg/m2, verabreicht vor FOLFIRI alle2 Wochen. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizitätoder bei der Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab bis zu 24 Monate fortgesetzt.
Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund einer Nebenwirkung, die Ipilimumab zugeordnetwurde, abbrechen mussten, konnten mit Nivolumab als Monotherapie weiterbehandelt werden.
Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 während der ersten 24 Wochen alle6 Wochen, dann alle 8 Wochen bis Woche 96, anschließend alle 16 Wochen bis Woche 146 unddanach alle 24 Wochen durchgeführt.
Die Ausgangsmerkmale aller randomisierten, zuvor nicht aufgrund einer metastasierten Erkrankungbehandelten Patienten waren wie folgt: Das mediane Alter betrug 63 Jahre (Spanne: 21 bis 87) mit46 % ≥ 65 Jahre und 18 % ≥ 75 Jahre; 46 % der Patienten waren männlich und 86 % waren Kaukasier.
Der ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (54 %) oder ≥ 1 (46 %); die Lage des Tumorswar bei 68 % der Patienten rechts- und bei 32 % linksseitig; und 39 Patienten der 223 Patienten mitbekanntem Status hatten ein bestätigtes Lynch-Syndrom. Die Ausgangsmerkmale der zuvor nichtaufgrund einer metastasierten Erkrankung behandelten Patienten mit zentral bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Status waren konsistent mit denen aller randomisierten, nicht vorbehandelten
Patienten. Von den 101 auf den Chemotherapie-Arm randomisierten Patienten erhielten 88 eine
Chemotherapie gemäß Protokoll, einschließlich Oxaliplatin-basierter (58 %) und Irinotecan-basierter(42 %) Behandlungsschemata. Darüber hinaus erhielten 66 Patienten entweder Bevacizumab (64 %)oder Cetuximab (11 %) als zielgerichtete Therapie.
Ein primärer Wirksamkeitsendpunkt der Studie war das durch ein BICR gemäß RECIST 1.1-Kriterienbestätigte progressionsfreie Überleben (PFS). Weitere Wirksamkeitsendpunkte umfassten objektive
Ansprechrate (ORR) nach BICR, Gesamtüberleben (OS) und Dauer des Ansprechens.
Die Studie erreichte den primären Endpunkt bei der geplanten Zwischenanalyse und zeigte einestatistisch signifikante Verbesserung des PFS nach BICR bei Patienten mit zentral bestätigtem MSI-H-/dMMR-Status im Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm im Vergleich zum Chemotherapie-Arm. Die
Ergebnisse bezüglich des progressionsfreien Überlebens, basierend auf der BICR-Beurteilung, sind in
Tabelle 25 und Abbildung 21 dargestellt. Zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse waren die anderen
Endpunkte, einschließlich der Daten aus dem Nivolumab-Monotherapie-Arm, aufgrund der
Testhierarchie noch nicht getestet.
Tabelle 25: Wirksamkeitsergebnisse der Erstlinienbehandlung bei zentral bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Kolorektalkarzinom (CA2098HW)a
Nivolumab + Ipilimumab Chemotherapie(n = 171) (n = 84)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 48 (28 %) 52 (62 %)
Hazard Ratio 0,2195 % CI (0,14; 0,32)p-Wertb < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate) NR (38,4; NR) 5,9 (4,4; 7,8)a Mediane Nachbeobachtungsdauer 31,5 Monate (Spanne: 6,1 bis 48,4 Monate).b Basierend auf einem stratifizierten zweiseitigen Log-Rank-Test.
Abbildung 21: Kaplan-Meier-Kurven des PFS in der Erstlinie bei Patienten mit zentralbestätigtem MSI-H-/dMMR-Kolorektalkarzinom (CA2098HW)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab171 144 132 122 108 95 92 77 64 53 42 37 22 10 9 1 0
Chemotherapie84 53 29 20 10 6 5 5 3 2 0 0 0 0 0 0 0 Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 48/171), Median und 95 % CI: N.A. (38,44; N.A.)
- - -- - Chemotherapie (Ereignisse: 52/84), Median und 95 % CI: 5,85 (4,37; 7,79)
Offene Studie zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei Patienten mit bestätigtem dMMR-oder MSI-H-Kolorektalkarzinom, die zuvor eine fluoropyrimidinbasierte Kombinationschemotherapieerhalten hatten
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg zur
Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR)oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) wurden in einer multizentrischen, offenen, einarmigen
Phase-II-Studie untersucht (CA209142).
In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit lokal bestimmtem dMMR- oder MSI-H-Statuseingeschlossen, die einen Progress während oder nach einer Therapie mit Fluoropyrimidin und
Oxaliplatin oder Irinotecan hatten, oder die gegen eine dieser Therapien intolerant waren. Patienten,deren letzte Vortherapie im adjuvanten Setting durchgeführt wurde, sollten mit oder innerhalb von6 Monaten nach Abschluss der adjuvanten Chemotherapie progredient geworden sein. Die Patientenwiesen einen ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 auf und wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen. Patienten mit aktiven Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapieerfordern, waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 119 Patienten behandelt und erhielten Nivolumab 3 mg/kg intravenös über60 Minuten in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg intravenös über 90 Minuten alle 3 Wochen für4 Dosen gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 3 mg/kg alle 2 Wochen. Die Behandlungwurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestand oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Untersuchungen des Tumors nach RECIST Version 1.1 wurden alle 6 Wochen fürdie ersten 24 Wochen und dann alle 12 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriteriumwar das von den Prüfärzten bewertete ORR. Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren ORR, bestätigt
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebensdurch BICR, und die Krankheitskontrollrate. Die ORR-Analyse beinhaltete die Ansprechdauer und die
Zeit bis zum Ansprechen. Explorative Wirksamkeitskriterien schlossen PFS und OS mit ein.
Das mediane Alter war 58 Jahre (Spanne: 21 - 88) wobei 32 % ≥ 65 und 9 % ≥ 75 Jahre alt waren,59 % waren männlich und 92 % waren weiß. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status betrug0 (45 %) oder 1 (55 %), 25 % der Patienten hatten BRAF-Mutationen, 37 % hatten KRAS-Mutationenund bei 12 % war der Mutationsstatus unbekannt. Von den 119 behandelten Patienten, hatten 109vorher eine fluoropyrimidinbasierte Chemotherapie im metastasierten und 9 im adjuvanten Settingerhalten. Vor Einschluss in die Studie hatten von den 119 behandelten Patienten bereits 118 (99 %)
Fluorouracil, 111 (93 %) Oxaliplatin und 87 (73 %) Irinotecan als Bestandteil von vorherigen
Therapieregimen erhalten; 82 Patienten (69 %) hatten eine Vortherapie mit Fluoropyrimidin,
Oxaliplatin und Irinotecan erhalten. 23 %, 36 %, 24 % und 16 % haben 1, 2, 3 bzw. 4 oder mehr
Vortherapien erhalten und 29 % der Patienten hatten einen EGFR-Inhibitor erhalten.
Die Wirksamkeitsergebnisse (minimale Nachbeobachtungszeit 46,9 Monate; mediane
Nachbeobachtungszeit 51,1 Monate) sind in Tabelle 26 dargestellt.
Tabelle 26: Wirksamkeitsergebnisse (CA209142)*
Nivolumab + Ipilimumab(n = 119)
Bestätigtes objektives Ansprechen, n (%) 77 (64,7)(95 % CI) (55,4; 73,2)
Vollständiges Ansprechen 15 (12,6)(Complete Response = CR), n (%)
Teilweises Ansprechen 62 (52,1)(Partial Response = PR), n (%)
Stabile Erkrankung 25 (21,0)(Stable Disease = SD), n (%)
Mediane Ansprechdauer
Median (Spanne) Monate NR (1,4; 58,0+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (1,1; 37,1)
* nach Beurteilung des Prüfarztes“+” stellt eine zensierte Beobachtung dar
NR = nicht erreicht (not reached)
Das ORR, bestätigt durch BICR, war 61,3 % (95 % CI: 52,0; 70,1), einschließlich einer CR-Rate von20,2 % (95 % CI: 13,4; 28,5), PR-Rate von 41,2 % (95 % CI: 32,2; 50,6) und mit einer stabilen
Krankheit, die bei 22,7 % berichtet wurde. Die Beurteilung nach BICR war im Allgemeinen konsistentmit der Beurteilung durch die Prüfärzte. Ein bestätigtes Ansprechen wurde unabhängig vom BRAF-oder KRAS-Mutationsstatus und des Tumor-PD-L1-Expressionslevels beobachtet.
Von den 119 Patienten waren 11 (9,2 %) Patienten ≥ 75 Jahre. Das durch die Prüfärzte beurteilte ORRbetrug bei den Patienten ≥ 75 Jahren 45,5 % (95 % CI: 16,7; 76,6).
Plattenepithelkarzinom des ÖsophagusIntravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab-Monotherapie in vorbehandelten Patienten(ONO-4538-24/ CA209473)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg als Monotherapie zur Behandlung desnicht-resezierbaren fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinoms des
Ösophagus (ESCC) wurde in einer aktiv kontrollierten, offenen Phase-III-Studie untersucht(ONO-4538-24/CA209473). In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 20 Jahren)eingeschlossen, die gegenüber mindestens einem fluoropyrimidin- und platinbasierten
Kombinationsregime refraktär oder intolerant waren. Patienten wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Expressionslevel eingeschlossen. Patienten, die gegenüber einer Taxan-Therapierefraktär oder intolerant waren, Patienten mit symptomatischen oder behandlungsbedürftigen
Hirnmetastasen, Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erforderten, und Patienten mit offensichtlicher
Tumorinvasion in angrenzende Organe des Ösophagus (z. B. in die Aorta oder den Respirationstrakt)waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 419 Patienten 1:1 randomisiert und erhielten entweder Nivolumab 240 mgintravenös über 30 Minuten alle 2 Wochen (n = 210) oder eine Taxan-haltige Chemotherapie nach
Wahl des Prüfarztes: entweder Docetaxel (n = 65) 75 mg/m2 intravenös alle 3 Wochen oder Paclitaxel(n = 144) 100 mg/m2 intravenös einmal wöchentlich für 6 Wochen, gefolgt von 1 Woche Pause. Die
Randomisierung wurde nach Region (Japan vs. Rest der Welt), Anzahl der Organe mit Metastasen(≤ 1 vs. ≥ 2) und Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt) stratifiziert. Die
Behandlung wurde bis zum Progress der Erkrankung, beurteilt vom Prüfarzt gemäß Definition nach
RECIST, Version 1.1, oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde fortgeführt.
Untersuchungen des Tumors wurden alle 6 Wochen für 1 Jahr und danach alle 12 Wochendurchgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt festgestellte Progression hinaus warerlaubt, wenn der Patient, der Nivolumab bekam, keine schnell fortschreitende Progression aufwies,nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatte, die Therapievertrug, einen stabilen Performance-Status aufwies und wenn die Behandlung über den Progresshinaus nicht zu einer Verzögerung einer dringenden Intervention zur Verhinderung von schweren
Komplikationen im Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Erkrankung führte (z. B.
Hirnmetastasen). Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (OS).
Wichtige sekundäre Endpunkte für die Wirksamkeit waren die objektive Ansprechrate (ORR) und dasprogressionsfreie Überleben (PFS), beurteilt vom Prüfarzt. Zusätzliche, präspezifizierte
Subgruppen-Analysen wurden durchgeführt, um die Wirksamkeit in Abhängigkeit der
Tumor-PD-L1-Expression mit der zuvor festgelegten Schwelle von 1 % zu evaluieren. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mithilfe des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt.
Die Patientencharakteristika zu Beginn der Studie waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen denzwei Gruppen. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (Spanne: 33 - 87), 53 % waren ≥ 65 Jahre, 10 %waren ≥ 75 Jahre, 87 % waren männlich, 96 % waren Asiaten und 4 % waren Kaukasier. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (50 %) oder 1 (50 %).
Nach einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 17,6 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens für Patienten, die für Nivolumab randomisiertwurden, verglichen mit einer Taxan-haltige Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 27 und Abbildung 22 dargestellt.
In den ersten 2,5 Monaten traten bei einem höheren Anteil von Patienten im Nivolumab-Arm
Todesfälle auf (32/210; 15,2 %) verglichen mit Patienten im Chemotherapie-Arm (15/209; 7,2 %). Eskonnten keine spezifischen Faktoren im Zusammenhang mit den frühen Todesfällen identifiziertwerden.
Tabelle 27: Wirksamkeitsergebnisse (ONO-4538-24/CA209473)
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 210) (n = 209)
Gesamtüberlebena
Ereignisse 160 (76 %) 173 (83 %)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,77 (0,62; 0,96)p-Wertc 0,0189
Median (95 % CI) (Monate) 10,9 (9,2; 13,3) 8,4 (7,2; 9,9)
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 210) (n = 209)
Objektives Ansprechend;e 33 (19,3 %) 34 (21,5 %)(95 % CI) (13,7; 26,0) (15,4; 28,8)
Vollständiges Ansprechen(Complete Response = CR) 1 (0,6 %) 2 (1,3 %)
Teilweises Ansprechen(Partial Response = PR) 32 (18,7 %) 32 (20,3 %)
Stabile Erkrankung(Stable Disease = SD) 31 (18,1 %) 65 (41,1 %)
Mediane Dauer des Ansprechens(95 % CI) (Monate) 6,9 (5,4; 11,1) 3,9 (2,8; 4,2)
Progressionsfreies Überlebena
Ereignisse 187 (89 %) 176 (84 %)
Median (95 % CI) (Monate) 1,7 (1,5; 2,7) 3,4 (3,0; 4,2)
Hazard Ratio (95 % CI)b 1,1 (0,9; 1,3)a Basierend auf der ITT-Analyse.b Basierend auf einem stratifizierten proportionalen Hazard-Modell.c Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.d Basierend auf der Analyse nach dem Response-Evaluable-Set (RES), n = 171 in der Nivolumab-Gruppe und n = 158in der Gruppe mit Therapie nach Wahl des Prüfarztes.e nicht signifikant, p-Wert 0,6323.
Abbildung 22: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (ONO-4538-24/CA209473)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab210 182 167 147 126 111 95 82 70 60 43 25 17 13 7 4 3 0 0
Therapie nach Wahl des Prüfarztes209 196 169 126 105 84 68 57 49 40 27 17 12 6 2 1 1 1 0 Nivolumab - - - - - - Therapie nach Wahl des Prüfarztes
Eine Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % wurde bei 48 % der 419 Patienten gemessen. Die restlichen52 % der Patienten wiesen eine Tumor-PD-L1-Expression < 1 % auf. Die Hazard Ratio (HR) für OS
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens (%)in der Tumor-PD-L1-positiven Subgruppe war 0,69 (95 % CI: 0,51; 0,94) mit einem medianen
Gesamtüberleben von 10,9 bzw. 8,1 Monaten für Nivolumab bzw. Taxan-haltige Chemotherapie nach
Wahl des Prüfarztes. In der Tumor-PD-L1-negativen ESCC-Subgruppe lag die HR für OS bei 0,84(95 % CI: 0,62; 1,14) mit einem medianen Gesamtüberleben von 10,9 bzw. 9,3 Monaten für
Nivolumab bzw. Chemotherapie.
Intravenöse Formulierung
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapieund Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie als Erstlinientherapie(CA209648)
Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Nivolumab in
Kombination mit Chemotherapie wurden in einer randomisierten, aktiv-kontrollierten, offenen Studieuntersucht (CA209648). In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 18 Jahren) mit nichtvorbehandeltem, nicht resezierbarem fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten
Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (ESCC) eingeschlossen. Patienten wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen und die Tumorzell-PD-L1-Expression wurde mithilfe des
PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt. Die Patienten mussten ein Plattenepithelkarzinom oderein adenosquamöses Karzinom des Ösophagus aufweisen und nicht geeignet sein für eine
Chemo-Strahlentherapie und/oder Operation. Vorangegangene adjuvante, neoadjuvante oder definitive
Chemo-, Strahlen- oder Chemoradiotherapie war zulässig, wenn sie als Teil einer kurativen
Behandlung vor Beginn der Studie gegeben wurde. Patienten mit einem anfänglichen
ECOG-Performance-Status ≥ 2, mit symptomatischen Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung, Patienten, die systemische Corticosteroide oder Immunsuppressivaeinnahmen, oder Patienten mit einem erhöhten Risiko für Blutungen und Fisteln aufgrund vonoffensichtlicher Tumorinvasion in angrenzende Organe des ösophagealen Tumors waren von derklinischen Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Tumorzell-PD-L1-Status(≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt), Region (Ostasien vs. übriges Asien vs. Rest der Welt),
ECOG-Performance-Status (0 vs. 1) und Anzahl der Organe mit Metastasen (≤ 1 vs. ≥ 2) stratifiziert.
Insgesamt wurden 970 Patienten randomisiert und erhielten entweder Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab (n = 325), Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie (n = 321) oder Chemotherapie(n = 324). Davon hatten 473 Patienten eine Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, 158 im
Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm, 158 im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 157 im
Chemotherapie-Arm. Patienten im Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm erhielten 3 mg/kg Nivolumaballe 2 Wochen in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen und Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm erhielten 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen an den Tagen 1und 15, Fluorouracil 800 mg/m2/Tag intravenös von Tag 1 bis Tag 5 (für 5 Tage) und Cisplatin80 mg/m2 intravenös an Tag 1 (eines vierwöchigen Zyklus). Patienten im Chemotherapie-Armerhielten Fluorouracil 800 mg/m2/Tag intravenös von Tag 1 bis Tag 5 (für 5 Tage) und Cisplatin80 mg/m2 intravenös an Tag 1 (eines vierwöchigen Zyklus). Die Behandlung wurde bis zur
Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate fortgesetzt. Patientenim Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm, welche die Kombinationstherapie aufgrund einer
Nebenwirkung, die Ipilimumab zugeordnet wurde, abbrechen mussten, konnten mit der
Nivolumab-Monotherapie weiter behandelt werden. Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm, bei welchen entweder die Fluorouracil- und/oder
Cisplatinbehandlung abgebrochen wurde, konnten mit anderen Komponenten des Therapieregimesweiter behandelt werden.
Die Basischarakteristika der Behandlungsgruppen waren im Allgemeinen ausgewogen. Bei Patientenmit einer Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % betrug das mediane Alter 63 Jahre (Spanne: 26 - 85),8,2 % waren ≥ 75 Jahre, 81,8 % waren männlich, 73,1 % waren Asiaten und 23,3 % waren weiß.
Patienten hatten histologisch bestätigte Plattenepithelkarzinome (98,9 %) oder adenosquamöse
Karzinome (1,1 %) des Ösophagus. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (45,2 %) oder1 (54,8 %).
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. ChemotherapieDie primären Wirksamkeitskriterien waren PFS (durch BICR) und OS bei Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Sekundäre Endpunkte gemäß der vordefinierten hierarchischen
Testung enthielten OS, PFS (durch BICR) und ORR (durch BICR) bei allen randomisierten Patienten.
Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 alle 6 Wochen bis zu und einschließlich
Woche 48, danach alle 12 Wochen durchgeführt.
Bei der primären, präspezifizierten Analyse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von12,9 Monaten zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und PFS für
Patienten mit einer Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 28 dargestellt.
Tabelle 28: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 % (CA209648)
Nivolumab + Chemotherapie Chemotherapiea(n = 158) (n = 157)
Gesamtüberleben
Ereignisse 98 (62,0 %) 121 (77,1 %)
Hazard-Ratio (99,5 % CI)b 0,54 (0,37; 0,80)p-Wertc < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate)d 15,44 (11,93; 19,52) 9,07 (7,69; 9,95)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 58,0 (49,8; 65,3) 37,1 (29,2; 44,9)
Progressionsfreies Überlebene
Ereignisse 117 (74,1 %) 100 (63,7 %)
Hazard-Ratio (98,5 % CI)b 0,65 (0,46; 0,92)p-Wertc 0,0023
Median (95 % CI) (Monate)d 6,93 (5,68; 8,34) 4,44 (2,89; 5,82)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 25,4 (18,2; 33,2) 10,5 (4,7; 18,8)
Gesamtansprechen, n (%)e 84 (53,2) 31 (19,7)(95 % CI) (45,1; 61,1) (13,8; 26,8)
Vollständiges Ansprechen 26 (16,5) 8 (5,1)
Teilweises Ansprechen 58 (36,7) 23 (14,6)
Ansprechdauere
Median (95 % CI) (Monate)d 8,38 (6,90; 12,35) 5,68 (4,40; 8,67)
Spanne 1,4+; 34,6 1,4+; 31,8+a Fluorouracil und Cisplatin.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Basierend auf einem stratifizierten zweiseitigen Log-Rank-Test.d Berechnet nach der Kaplan-Meier-Methode.e Beurteilt durch BICR.
Bei einer aktualisierten deskriptiven Auswertung mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von20 Monaten waren die Verbesserungen des OS konsistent mit der primären Analyse. Das mediane OSbetrug 15,05 Monate (95 % CI: 11,93; 18,63) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 9,07 Monate(95 % CI: 7,69; 10,02) für Chemotherapie (HR = 0,59; 95 % CI: 0,46; 0,76). Das mediane PFS betrug6,93 Monate (95 % CI: 5,68; 8,35) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 4,44 Monate (95 % CI:2,89; 5,82) für Chemotherapie (HR = 0,66; 95 % CI: 0,50; 0,87). Die ORR betrug 53,2 % (95 % CI:45,1; 61,1) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 19,7 % (95 % CI: 13,8; 26,8) für Chemotherapie.
Die Kaplan-Meier-Kurven für OS und PFS mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von20 Monaten sind in den Abbildungen 23 und 24 dargestellt.
Abbildung 23: Kaplan-Meier-Kurven des OS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 %(CA209648)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie158 143 129 105 88 76 66 52 38 32 19 15 5 1 0 0
Chemotherapie157 137 107 73 53 40 30 21 15 12 8 6 3 2 1 0
- - -- - - Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 118/158), Median und 95 % CI: 15,05 (11,93; 18,63)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 130/157), Median und 95 % CI: 9,07 (7,69; 10,02)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Aug-2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 24: Kaplan-Meier-Kurven des PFS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 %(CA209648)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie158 107 75 47 30 22 16 10 10 7 6 4 0 0 0
Chemotherapie157 68 36 17 5 1 1 1 1 1 1 1 1 1 0
- - -- - - Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 123/158), Median und 95 % CI: 6,93 (5,65; 8,35)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 101/157), Median und 95 % CI: 4,44 (2,89; 5,82)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Aug-2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten
Adjuvante Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder des gastroösophagealen ÜbergangsIntravenöse Formulierung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung der
Karzinome des Ösophagus oder des gastroösophagealen Übergangs wurden in einer multizentrischen,randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie untersucht (CA209577). In die
Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen, die eine CRT, gefolgt von einer operativen
Komplettresektion des Karzinoms innerhalb von 16 Wochen vor Randomisierung erhalten hatten, unddie, nach Beurteilung des Prüfarztes, eine pathologische Resterkrankung mit mindestens ypN1 oderypT1 aufwiesen. Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, Patienten, diekeine gleichzeitige CRT vor der Operation erhalten hatten, Patienten mit Stadium IV resezierbarer
Erkrankung, aktiver Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die eine systemischeimmunsuppressive Therapie erfordern, waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten wurdenunabhängig vom Tumor-PD-L1-Expressionslevel eingeschlossen.
Insgesamt wurden 794 Patienten 2:1 randomisiert und erhielten entweder Nivolumab 240 mg(n = 532) oder Placebo (n = 262). Die Patienten erhielten Nivolumab intravenös über 30 Minuten alle2 Wochen für 16 Wochen, gefolgt von 480 mg infundiert über 30 Minuten alle 4 Wochen, beginnendin Woche 17. Patienten erhielten Placebo über 30 Minuten nach dem gleichen Dosierungsschema wie
Nivolumab. Die Randomisierung wurde nach Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 % vs. < 1 % oderunbestimmt oder nicht bewertbar), pathologischem Lymphknotenstatus (positiv ≥ ypN1 vs. negativypN0) und Histologie (Plattenepithel- vs. Adenokarzinom) stratifiziert. Die Behandlung wurde biszum Wiederauftreten der Erkrankung, bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde oder bis zueiner Gesamtdauer von 1 Jahr fortgeführt. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war daskrankheitsfreie Überleben (disease free survival, DFS), beurteilt vom Prüfarzt, definiert als die Zeit
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebenszwischen dem Zeitpunkt der Randomisierung und dem Zeitpunkt des ersten Wiederauftretens (lokal,regional oder entfernt von der primär resezierten Lokalisation) oder Tod jeglicher Ursache, jenachdem, was zuerst eintrat. Die behandelten Patienten wurden mithilfe von Bildgebung bezüglicheines Wiederauftretens des Tumors in den ersten 2 Jahren alle 12 Wochen und in den Jahren 3 bis 5mindestens einmal alle 6 bis 12 Monate untersucht.
Die Patientencharakteristika zu Beginn der Studie waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen denzwei Gruppen. Das mediane Alter betrug 62 Jahre (Spanne: 26 bis 86 Jahre), wobei 36 % ≥ 65 Jahreund 5 % ≥ 75 Jahre waren. Die Mehrheit der Patienten war weiß (82 %) und männlich (85 %). Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (58 %) oder 1 (42 %).
Bei der primären, präspezifizierten Interimsanalyse (minimale Nachbeobachtung 6,2 Monate undmediane Nachbeobachtung 24,4 Monate), zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserungdes DFS für Patienten, die in den Nivolumab-Arm randomisiert wurden im Vergleich zu Placebo. Dasmediane DFS, beurteilt vom Prüfarzt, war 22,41 Monate (95 % CI: 16,62; 34,00) für Nivolumabversus 11,04 Monate (95 % CI: 8,34; 14,32) für Placebo, HR 0,69 (96,4 % CI: 0,56; 0,86),p-Wert < 0,0003. Die primäre Analyse des DFS beinhaltete die Zensierung für eine neue
Krebstherapie. Die Ergebnisse für DFS mit und ohne Zensierung für eine neue Krebstherapie warenkonsistent. In einer aktualisierten, deskriptiven DFS-Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 32,2 Monatenwurde die Verbesserung des DFS bestätigt. Die Wirksamkeitsergebnisse dieser deskriptiven zweiten
Analyse sind in Tabelle 29 und Abbildung 25 dargestellt.
Tabelle 29: Wirksamkeitsergebnisse (CA209577)
Nivolumab Placebo(n = 532) (n = 262)
Krankheitsfreies Überleben (disease-free survival, DFS)a mit minimaler Nachbeobachtung von14 Monatenc
Ereignisse (%) 268 (50) 171 (65)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,67 (0,55; 0,81)
Median (95 % CI) (Monate) 22,4 (17,0; 33,6) 10,4 (8,3; 13,9)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 72,6 (68,5; 76,3) 61,5 (55,3; 67,1)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 61,8 (57,4; 65,8) 45,5 (39,3; 51,4)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 48,3 (43,7; 52,8) 36,0 (29,9; 42,0)a Basierend auf allen randomisierten Patienten.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Deskriptive Analyse basierend auf dem Datenschnitt: 18. Februar 2021.
Abbildung 25: Kaplan-Meier-Kurven des krankheitsfreien Überlebens (DFS) (CA209577)
Krankheitsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab532 433 371 342 307 272 228 194 160 137 106 84 57 34 19 4 4 0
Placebo262 211 158 134 114 107 88 73 62 50 33 30 18 11 5 3 1 0 Nivolumab (Ereignisse: 268/532), Median und 95 % CI: 22,41 (16,95; 33,64)
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 171/262), Median und 95 % CI: 10,35 (8,31; 13,93)
Basierend auf Datenschnitt: 18. Februar 2021, minimales Follow-up von 14 Monaten
Der Vorteil im krankheitsfreien Überleben wurde unabhängig von der Histologie und der
PD-L1-Expression beobachtet.
Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des ÖsophagusIntravenöse Formulierung
Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle 3 Wochen in
Kombination mit Chemotherapie (Dosierung und Behandlungsschema von Nivolumab wurden in
Abhängigkeit vom verwendeten Chemotherapieregime ausgewählt, siehe unten) wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209649) untersucht. In die Studie wurden erwachsene
Patienten (ab 18 Jahren) mit bis dahin unbehandelten fortgeschrittenen oder metastasierten
Adenokarzinomen des Magens, des gastroösophagealen Übergangs (gastro-esophageal junction, GEJ)oder des Ösophagus eingeschlossen, die keine vorherige systemische Behandlung (einschließlich
HER2-Inhibitoren) erhalten hatten und einen ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 aufwiesen.
Patienten wurden unabhängig ihres PD-L1-Expressions Status auf Tumorzellen eingeschlossen unddie PD-L1-Expression der Tumorzellen wurde unter Verwendung des
PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt. Eine retrospektive Neubewertung des
Tumor-PD-L1-Status eines Patienten unter Verwendung des CPS-Status wurde anhand der
PD-L1-gefärbten Tumorproben durchgeführt, die zur Randomisierung verwendet worden waren.
Patienten mit bekannten HER2-positiven Tumoren, mit einem
Wahrscheinlichkeit des krankheitsfreien Überlebens (DFS)
Ausgangs-ECOG-Performance-Status ≥ 2, mit unbehandelten Metastasen im zentralen Nervensystem,oder mit einer aktiven, bekannten oder vermuteten Autoimmunerkrankung, oder deren Zustand einesystemische Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Insgesamt wurden643 Patienten mit einem unbekannten HER2-Status (40,3 % der Studienpopulation) in die Studieeingeschlossen. Die Randomisierung wurde anhand des PD-L1-Expressionsstatus der Tumorzellenstratifiziert (≥1 % vs. < 1 % oder unbestimmt), anhand der Region (Asien vs. US vs. Rest der Welt),des ECOG-Performance-Status (0 vs. 1) und des Chemotherapieregimes. Die Chemotherapie war
FOLFOX (Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin) oder CapeOX (Capecitabin und Oxaliplatin).
Insgesamt wurden 1581 Patienten randomisiert und erhielten entweder Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie oder Chemotherapie. Darunter befanden sich 955 Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5; 473davon im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 482 im Chemotherapie-Arm. Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm erhielten entweder Nivolumab 240 mg durch intravenöse
Infusion über 30 Minuten in Kombination mit FOLFOX (Oxaliplatin 85 mg/m2, Leucovorin400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2 intravenös am Tag 1 und Fluorouracil 1200 mg/m2 intravenösdurch eine Dauerinfusion über 24 Stunden täglich oder per lokalem Standard am Tag 1 und 2) alle2 Wochen, oder Nivolumab 360 mg durch intravenöse Infusion über 30 Minuten in Kombination mit
CapeOX (Oxaliplatin 130 mg/m2 intravenös am Tag 1 und Capecitabin 1 000 mg/m2 oral zweimaltäglich an den Tagen 1-14) alle 3 Wochen. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Krankheit,bis zum Auftreten nicht-akzeptabler Toxizitäten oder, nur bei Nivolumab, 24 Monate lang fortgeführt.
Den Patienten, die Nivolumab plus Chemotherapie erhielten und bei denen die Chemotherapie beendetwurde, war es erlaubt, Nivolumab-Monotherapie mit 240 mg alle 2 Wochen, 360 mg alle 3 Wochenoder 480 mg alle 4 Wochen bis zu 24 Monate lang nach Behandlungsbeginn zu erhalten.
Tumorbeurteilungen erfolgten alle 6 Wochen bis zur und einschließlich Woche 48, danach alle12 Wochen.
Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der Patienten waren im Allgemeinen über die
Behandlungsgruppen hinweg gleich verteilt. Bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5 war das mediane Alter62 Jahre (Bereich: 18-90), 11 % waren ≥ 75 Jahre, 71 % waren Männer, 25 % waren Asiaten und 69 %waren Weiße. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (42 %) oder 1 (58 %). Die Verteilungder Lage des Tumors war Magen (70 %), GEJ (18 %) und Ösophagus (12 %).
Die primären Wirksamkeitskriterien waren PFS (durch BICR) und OS, beurteilt bei Patienten mit
PD-L1-CPS ≥ 5 basierend auf dem PD-L1-IHC-28-8-pharmDX-Test. Sekundäre Endpunkte gemäßder vordefinierten hierarchischen Testung waren OS bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 1 und bei allenrandomisierten Patienten; weitere Endpunkte beinhalteten ORR (BICR) bei PD-L1-CPS ≥ 5 und beiallen randomisierten Patienten. Bei der primären vordefinierten Auswertung mit
Mindest-Nachbeobachtungszeit von 12,1 Monaten zeigte die Studie eine statistisch signifikante
Verbesserung von OS und PFS bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5. Das mediane OS war 14,4 Monate(95 % CI: 13,1; 16,2) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. 11,1 Monate (95 % CI:10,0; 12,1) für Chemotherapie (HR = 0,71; 98,4 % CI: 0,59; 0,86; p-Wert < 0,0001). Das mediane PFSwar 7,69 Monate (95 % CI: 7,03; 9,17) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs.6,05 Monate (95 % CI: 5,55; 6,90) für Chemotherapie (HR = 0,68; 98 % CI: 0,56; 0,81;p-Wert < 0,0001). Das ORR war 60 % (95 % CI: 55; 65) für Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie vs. 45 % (95 % CI: 40; 50) für Chemotherapie.
Bei der aktualisierten deskriptiven Auswertung mit einer Mindest-Nachbeobachtungszeit von19,4 Monaten, waren die Verbesserungen des OS konsistent mit der primären Auswertung. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 30 und Abbildungen 26 und 27 dargestellt.
Tabelle 30: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5 (CA209649)
Nivolumab + Chemotherapie Chemotherapie(n = 473) (n = 482)
Mindest-Nachbeobachtungszeit 19,4 Monatea
Gesamtüberleben
Ereignisse 344 (73 %) 397 (82 %)
Hazard-Ratio (95 % CI)b 0,69 (0,60; 0,81)
Median (95 % CI) (Monate)c 14,4 (13,1; 16,3) 11,1 (10,0; 12,1)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 57,3 (52,6; 61,6) 46,4 (41,8; 50,8)
Progressionsfreies Überlebend
Ereignisse 342 (72,3 %) 366 (75,9 %)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,68 (0,59; 0,79)
Median (95 % CI) (Monate)c 8,31 (7,03; 9,26) 6,05 (5,55; 6,90)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 36,3 (31,7; 41,0) 21,9 (17,8; 26,1)
Gesamtansprechen, nd,e 227/378 (60 %) 176/390 (45 %)(95 % CI) (54,9; 65,0) (40,1; 50,2)
Vollständiges Ansprechen 12,2 % 6,7 %
Teilweises Ansprechen 47,9 % 38,5 %
Ansprechdauerd,e
Median (95 % CI) (Monate)c 9,69 (8,25; 12,22) 6,97 (5,62; 7,85)a Deskriptive Analyse basierend auf Datenschnitt: 04. Januar 2021.b Basierend auf einem stratifizierten Long-Cox-Modell für proportionale Hazards.c Kaplan-Meier-Schätzung.d Bestätigt durch BICR.e Basierend auf Patienten mit messbarer Krankheit bei Studienbeginn
Abbildung 26: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5(CA209649)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie473 439 378 314 263 223 187 155 118 78 56 37 23 13 4 0
Chemotherapie482 421 350 272 213 152 122 92 68 44 28 16 8 2 0 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 344/473), Median und 95 % CI: 14,42 (13,14; 16,26)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 397/482), Median und 95 % CI: 11,10 (10,02; 12,09)
Mindest-Nachbeobachtungszeit von 19,4 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 27: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit
PD-L1-CPS ≥ 5 (CA209649)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie473 386 259 186 143 115 88 67 47 31 20 11 4 1 0
Chemotherapie482 328 202 114 81 58 46 30 20 16 12 7 3 0 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 342/473), Median und 95 % CI: 8,31 (7,03; 9,26)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 397/482), Median und 95 % CI: 6,05 (5,55; 6,90)
Mindest-Nachbeobachtungszeit von 19,4 Monaten
Kinder und JugendlicheSubkutane Formulierung
Es wurden keine speziellen Studien mit OPDIVO-Injektionslösung bei Kindern und Jugendlichendurchgeführt.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für OPDIVO-Injektionslösung zur subkutanen Anwendungeine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen
Altersklassen in der Behandlung von bösartigen Neubildungen (außer Neubildungen des
Zentralnervensystems sowie hämatopoetischen und lymphoiden Neubildungen mit Ausnahme des
Hodgkin-Lymphoms) gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
Sicherheit und Wirksamkeit bei älteren PatientenEs wurden insgesamt keine Unterschiede bei Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen älteren(≥ 65 Jahre) und jüngeren Patienten (< 65 Jahre) berichtet. Die Daten von Patienten mit SCCHN,adjuvanter Behandlung des Melanoms, und adjuvanter Behandlung der Karzinome des Ösophagus
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebensoder des gastroösophagealen Übergangs ab 75 Jahren sind begrenzt und lassen keine
Schlussfolgerungen für diese Population zu.