Angewendet bei: Krebs
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: Nivolumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FF01 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Pd-1/pdl-1 (Programmed Cell Death Protein 1/Death Ligand 1)-Inhibitoren)
Nivolumabum ist ein Immuntherapeutikum, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten wie Melanom, Lungenkrebs und Nierenkrebs eingesetzt wird. Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der das PD-1-Protein blockiert und so dem Immunsystem ermöglicht, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen.
Das Medikament wird über eine intravenöse Infusion verabreicht und wird typischerweise in Fällen eingesetzt, in denen andere Behandlungen versagt haben. Nivolumabum kann die Überlebenszeit der Patienten verlängern und die Tumorgröße bei bestimmten Krebsarten reduzieren.
Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Hautausschlag, Durchfall und Übelkeit. In seltenen Fällen kann es zu schweren Autoimmunreaktionen kommen, die eine sofortige medizinische Behandlung erfordern.
Es ist wichtig, dass Patienten während der Behandlung engmaschig überwacht werden. Konsultieren Sie Ihren Arzt, um die Vorteile und Risiken der Anwendung von Nivolumabum zu besprechen.
OPDIVO 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Jeder ml des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 10 mg Nivolumab.
Eine 4-ml-Durchstechflasche enthält 40 mg Nivolumab.
Eine 10-ml-Durchstechflasche enthält 100 mg Nivolumab.
Eine 12-ml-Durchstechflasche enthält 120 mg Nivolumab.
Eine 24-ml-Durchstechflasche enthält 240 mg Nivolumab.
Nivolumab wird mittels rekombinanter DNA-Technologie aus Ovarialzellen des Chinesischen
Hamsters gewonnen.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJeder ml des Konzentrats enthält 0,1 mmol (oder 2,5 mg) Natrium.
Jede 4 ml-Durchstechflasche Konzentrat enthält 0,94 mg Polysorbat 80.
Jede 10 ml-Durchstechflasche Konzentrat enthält 2,14 mg Polysorbat 80.
Jede 12 ml-Durchstechflasche Konzentrat enthält 2,6 mg Polysorbat 80.
Jede 24 ml-Durchstechflasche Konzentrat enthält 5,0 mg Polysorbat 80.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Klare bis opaleszierende, farblose bis blassgelbe Flüssigkeit, die wenige helle Schwebstoffe enthaltenkann. Die Lösung hat einen pH-Wert von ca. 6,0 und eine Osmolalität von ca. 340 mOsm/kg.
OPDIVO ist als Monotherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zur adjuvanten
Behandlung des Melanoms im Stadium IIB oder IIC oder des Melanoms mit Lymphknotenbeteiligungoder Metastasierung nach vollständiger Resektion indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab bei Erwachsenen und
Jugendlichen ab 12 Jahren für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren odermetastasierten) Melanoms indiziert.
Im Vergleich zur Nivolumab Monotherapie wurde in der Kombination Nivolumab mit Ipilimumab nurbei Patienten mit niedriger Tumor-PD-L1-Expression ein Anstieg des progressionsfreien Überlebens(progression-free survival, PFS) und des Gesamtüberlebens (overall survival, OS) gezeigt (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1).
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC)OPDIVO ist in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie für die neoadjuvante Behandlung desresezierbaren nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % bei
Erwachsenen mit hohem Rezidivrisiko indiziert (Auswahlkriterien siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie für die neoadjuvante Behandlung,gefolgt von OPDIVO als Monotherapie für die adjuvante Behandlung des resezierbarennicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % bei Erwachsenen mithohem Rezidivrisiko indiziert (Auswahlkriterien siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab und 2 Zyklen platinbasierter Chemotherapie für die
Erstlinientherapie des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) bei
Erwachsenen, deren Tumoren keine sensitivierende EGFR-Mutation oder ALK-Translokationaufweisen, indiziert.
OPDIVO ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasiertennicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen indiziert.
Malignes Pleuramesotheliom (MPM)OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab für die Erstlinientherapie des nicht-resezierbarenmalignen Pleuramesothelioms bei Erwachsenen indiziert.
Nierenzellkarzinom (renal cell carcinoma, RCC)OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen
Nierenzellkarzinoms bei Erwachsenen mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil indiziert (siehe
Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist in Kombination mit Cabozantinib für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen
Nierenzellkarzinoms bei Erwachsenen indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist als Monotherapie bei Erwachsenen zur Behandlung des fortgeschrittenen
Nierenzellkarzinoms nach Vortherapie indiziert.
Klassisches Hodgkin-Lymphom (classical Hodgkin lymphoma, cHL)
OPDIVO ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen
Hodgkin-Lymphoms bei Erwachsenen nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und
Behandlung mit Brentuximab Vedotin indiziert.
OPDIVO in Kombination mit Brentuximab Vedotin ist für die Behandlung von Kindern ab 5 Jahren,
Jugendlichen und Erwachsenen bis zu einem Alter von 30 Jahren mit rezidiviertem oder refraktäremklassischem Hodgkin-Lymphom nach einer vorherigen Therapielinie indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs (squamous cell cancer of the head and neck, SCCHN)
OPDIVO ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierten oder metastasierten
Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Hals-Bereichs bei Erwachsenen mit einer Progression während odernach einer platinbasierten Therapie indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
Urothelkarzinom (urothelial carcinoma, UC)OPDIVO ist als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung des muskelinvasiven Urothelkarzinoms(muscle invasive urothelial carcinoma, MIUC) mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % bei
Erwachsenen mit hohem Rezidivrisiko nach radikaler Resektion des MIUC indiziert (siehe
Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin für die Erstlinientherapie des nichtresezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms bei Erwachsenen indiziert.
OPDIVO ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen nicht resezierbaren odermetastasierten Urothelkarzinoms bei Erwachsenen nach Versagen einer vorherigen platinhaltigen
Therapie indiziert.
Kolorektalkarzinom (colorectal cancer, CRC) mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (Mismatch repairdeficient, dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (microsatellite instability high, MSI-H)
OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab zur Behandlung des Kolorektalkarzinoms mit
Mismatch-Reparatur-Defizienz oder hoher Mikrosatelliteninstabilität bei Erwachsenen in denfolgenden Fällen indiziert:
- Erstlinientherapie des nicht resezierbaren oder metastasierten Kolorektalkarzinoms
- Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms nach vorherigerfluoropyrimidinbasierter Kombinationschemotherapie (siehe Abschnitt 5.1).
Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (esophageal squamous cell carcinoma, ESCC)OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab für die Erstlinienbehandlung des nicht resezierbarenfortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % bei Erwachsenen indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist in Kombination mit fluoropyrimidin- und platinbasierter Kombinationschemotherapie fürdie Erstlinienbehandlung des nicht resezierbaren fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten
Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % bei Erwachsenenindiziert (siehe Abschnitt 5.1).
OPDIVO ist als Monotherapie zur Behandlung des nicht resezierbaren fortgeschrittenen, rezidiviertenoder metastasierten Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus bei Erwachsenen nach vorherigerfluoropyrimidin- und platinbasierter Kombinationschemotherapie indiziert.
Adjuvante Behandlung der Karzinome des Ösophagus (esophageal cancer, EC) oder desgastroösophagealen Übergangs (gastro-esophageal junction cancer, GEJC)
OPDIVO ist als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder desgastroösophagealen Übergangs bei Erwachsenen mit pathologischer Resterkrankung nach vorherigerneoadjuvanter Chemoradiotherapie indiziert (siehe Abschnitt 5.1).
Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs (gastro-esophageal junction, GEJ)oder des Ösophagus
OPDIVO ist in Kombination mit fluoropyrimidin- und platinbasierter Kombinationschemotherapie fürdie Erstlinienbehandlung der HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinomedes Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus bei Erwachsenen indiziert, deren
Tumoren PD-L1 (Combined Positive Score [CPS] ≥ 5) exprimieren.
Hepatozelluläres Karzinom (hepatocellular carcinoma, HCC)OPDIVO ist in Kombination mit Ipilimumab für die Erstlinientherapie des nicht resezierbaren oderfortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms bei Erwachsenen indiziert.
Die Behandlung muss von einem auf dem Gebiet der Krebsbehandlung erfahrenen Arzt eingeleitetund überwacht werden.
PD-L1-TestungFalls im Anwendungsgebiet angegeben, sollen die Patienten für eine Behandlung mit OPDIVObasierend auf der durch einen Test mittels eines IVDs (In-vitro Diagnostikum) mit CE-Kennzeichnungbeurteilten Tumor-PD-L1-Expression selektiert werden. Wenn das IVD mit CE-Kennzeichnung nichtverfügbar ist, sollte ein alternativer validierter Test verwendet werden (siehe Abschnitte 4.1, pct. 4.4und 5.1).
MSI-/MMR-Testung
Falls im Anwendungsgebiet angegeben, sollen die Patienten für eine Behandlung mit OPDIVO mittelseines IVDs (In-vitro-Diagnostikum) mit CE-Kennzeichnung und entsprechendem Verwendungszweckbeurteilten MSI-H-/dMMR-Tumorstatus selektiert werden. Wenn das IVD mit CE-Kennzeichnungnicht verfügbar ist, sollte ein alternativer validierter Test verwendet werden (siehe Abschnitte 4.1, pct. 4.4und 5.1).
DosierungOPDIVO als Monotherapie
Die empfohlene Dosis OPDIVO beträgt entweder 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen oder 480 mg
Nivolumab alle 4 Wochen je nach Indikation und Patientengruppe (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2), wiein Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Empfohlene Dosis und Infusionszeit für die intravenöse Verabreichung von
Nivolumab-MonotherapieIndikation* Empfohlene Dosis und Infusionszeit
Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren und mit einem
Körpergewicht von mindestens 50 kg):240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder
Melanom (Behandlung des 480 mg alle 4 Wochen über 60 Minuten oder über 30 Minutenfortgeschrittenen Melanoms oder (adjuvantes Melanom, siehe Abschnitt 5.1)adjuvante** Behandlung) Jugendliche (ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht unter50 kg):3 mg/kg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder6 mg/kg alle 4 Wochen über 60 Minuten
NierenzellkarzinomMuskelinvasives Urothelkarzinom 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder(MIUC) (adjuvante** Behandlung) 480 mg alle 4 Wochen über 60 Minuten
Karzinome des Ösophagus oder des 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten odergastroösophagealen Übergangs 480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten in den ersten(adjuvante** Behandlung) 16 Wochen, gefolgt von 480 mg alle 4 Wochen über30 Minuten
Nicht-kleinzelliges
Lungenkarzinom
Klassisches Hodgkin-LymphomPlattenepithelkarzinom des
Kopf-Hals-Bereichs 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten
UrothelkarzinomPlattenepithelkarzinom des
Ösophagus
*Gemäß der Monotherapie-Indikation in Abschnitt 4.1.
**Für die adjuvante Behandlung beträgt die maximale Behandlungsdauer mit OPDIVO 12 Monate.
Falls Patienten mit Melanom, RCC, EC, GEJC oder MIUC (adjuvante Behandlung) von der2-wöchentlichen Gabe von 240 mg umgestellt werden sollen auf 480 mg alle 4 Wochen, soll die erste480 mg-Dosis zwei Wochen nach der letzten 240 mg-Dosis verabreicht werden. Dagegen soll ein
Patient, der von der 4-wöchentlichen Gabe von 480 mg umgestellt werden soll auf 240 mg alle2 Wochen, die erste 240 mg-Dosis vier Wochen nach der letzten 480 mg-Dosis verabreichtbekommen.
OPDIVO in Kombination mit Ipilimumab
MelanomTabelle 2: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gefolgt von Nivolumab als
Monotherapie für Melanom (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2)
Kombinationsphase, für4 Dosierungszyklen Monotherapiephase
Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren und mit einem
Körpergewicht von mindestens 50 kg):240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder480 mg alle 4 Wochen über 60 Minuten
Die erste Dosis soll verabreicht werden:
* 3 Wochen nach der letzten Dosis der Kombinationvon Nivolumab und Ipilimumab, wenn 240 mg alle2 Wochen gegeben werden; oder
* 6 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination
Erwachsene und Jugendliche von Nivolumab und Ipilimumab, wenn 480 mg alleab 12 Jahren: (unabhängig 4 Wochen gegeben werden.
Nivolumab vom Gewicht)1 mg/kg alle 3 Wochen über Jugendliche (ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht30 Minuten unter 50 kg):
3 mg/kg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder6 mg/kg alle 4 Wochen über 60 Minuten
Die erste Dosis soll verabreicht werden:
* 3 Wochen nach der letzten Dosis der Kombinationvon Nivolumab und Ipilimumab, wenn 3 mg/kg alle2 Wochen gegeben werden; oder
* 6 Wochen nach der letzten Dosis der Kombinationvon Nivolumab und Ipilimumab, wenn 6 mg/kg alle4 Wochen gegeben werden.
Erwachsene und Jugendlicheab 12 Jahren (unabhängig
Ipilimumab vom Gewicht): -3 mg/kg alle 3 Wochen über30 Minuten
Malignes Pleuramesotheliom (malignant pleural mesothelioma, MPM)
Tabelle 3: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab für MPM
Kombinationstherapie*
Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen über 30 Minuten
*Die Behandlung wird bei Patienten ohne Progression der Erkrankung bis zu 24 Monate fortgesetzt.
Nierenzellkarzinom (renal cell carcinoma, RCC)Tabelle 4: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gefolgt von Nivolumab als
Monotherapie für RCC
Kombinationsphase, für4 Dosierungszyklen Monotherapiephase240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder480 mg alle 4 Wochen über 60 Minuten
Die erste Dosis soll verabreicht werden:
Nivolumab 3 mg/kg alle 3 Wochen über * 3 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination30 Minuten von Nivolumab und Ipilimumab, wenn 240 mg alle2 Wochen gegeben werden; oder
* 6 Wochen nach der letzten Dosis der Kombinationvon Nivolumab und Ipilimumab, wenn 480 mg alle4 Wochen gegeben werden.
Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochen über30 Minuten -dMMR- oder MSI-H-Kolorektalkarzinom (colorectal cancer, CRC)
Tabelle 5: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gefolgt von Nivolumab als
Monotherapie für dMMR- oder MSI-H-Kolorektalkarzinom
Kombinationsphase,für bis zu Monotherapiephase4 Dosierungszyklen
Erstlinientherapie 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minutenoder480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten
Die erste Dosis soll 3 Wochen nach derletzten Dosis der Kombination von240 mg alle 3 Wochen Nivolumab und Ipilimumab verabreichtüber 30 Minuten werden.
Die Behandlung mit Nivolumab soll bis
Nivolumab zur Progression der Erkrankung, nichtakzeptabler Toxizität oder bis zu24 Monate bei Patienten ohne Progressionder Erkrankung fortgesetzt werden.
Behandlung nach 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minutenvorherigerfluoropyrimidin- 3 mg/kg alle 3 Wochen Die erste Dosis Nivolumab soll 3 Wochenbasierter Kombinations- über 30 Minuten nach der letzten Dosis der Kombinationchemotherapie von Nivolumab und Ipilimumabverabreicht werden.
Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochenüber 30 Minuten -
Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (esophageal squamous cell carcinoma, ESCC)Tabelle 6: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab für ESCC
Kombinationstherapie*
Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen über 30 Minuten
*Die Behandlung soll bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate bei Patientenohne Progression der Erkrankung fortgesetzt werden.
Hepatozelluläres Karzinom (hepatocellular carcinoma, HCC)Tabelle 7: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gefolgt von Nivolumab als
Monotherapie für HCC (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2)
Kombinationsphase, fürbis zu 4 Dosierungszyklen Monotherapiephase*240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten
Nivolumab 1 mg/kg alle 3 Wochen über30 Minuten Die erste Dosis soll 3 Wochen nach der letzten Dosis der
Kombination von Nivolumab und Ipilimumab verabreichtwerden.
Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen über30 Minuten -
*Es wird empfohlen, die Behandlung mit Nivolumab bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder biszu 24 Monate fortzusetzen.
OPDIVO in Kombination mit Cabozantinib
Nierenzellkarzinom (RCC)
Tabelle 8: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit der oralen Gabe von Cabozantinib für RCC
Kombinationstherapie*
Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder480 mg alle 4 Wochen über 60 Minuten
Cabozantinib 40 mg einmal täglich oral
*Für die Behandlung mit OPDIVO in Kombination mit Cabozantinib soll OPDIVO bis zur Progression der Erkrankung,nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate bei Patienten ohne Progression der Erkrankung gegeben werden. Die
Behandlung mit Cabozantinib soll bis zur Progression der Erkrankung oder nicht akzeptabler Toxizität fortgesetzt werden.
Lesen Sie die Fachinformation für Cabozantinib.
OPDIVO in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)Tabelle 9: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und platinbasierter
Chemotherapie gefolgt von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab für
NSCLC
Kombinationsphase für2 Zyklen platinbasierter Kombinationsphase mit Nivolumab plus
Chemotherapie Ipilimumab*
Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen über30 Minuten 360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen über30 Minuten 1 mg/kg alle 6 Wochen über 30 Minuten
Platinbasierte
Chemotherapie Alle 3 Wochen -
*Die Behandlung soll bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate bei Patientenohne Progression der Erkrankung fortgesetzt werden.
OPDIVO in Kombination mit Chemotherapie
Neoadjuvante Behandlung des NSCLC
Tabelle 10: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie für dieneoadjuvante Behandlung des NSCLC (siehe Abschnitt 5.1)
Kombinationstherapie für 3 Zyklen
Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten
Platinbasierte
Chemotherapie Alle 3 Wochen
Neoadjuvante und adjuvante Behandlung des NSCLC
Tabelle 11: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie für dieneoadjuvante Behandlung gefolgt von Nivolumab als Monotherapie für dieadjuvante Behandlung des NSCLC
Kombinationsphase Monotherapiephase*
Neoadjuvante Phase, für 4 Zyklen Adjuvante Phase
Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten 480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten
Platinbasierte -
Chemotherapie Alle 3 Wochen
*Die Behandlung soll bis zur Progression oder zum Rezidiv der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu13 Zyklen fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (ESCC)
Tabelle 12: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit fluoropyrimidin- und platinbasierter
Chemotherapie für ESCC (siehe Abschnitt 5.1)*
KombinationstherapieNivolumab 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten
Fluoropyrimidin- undplatinbasierte Chemotherapie Alle 4 Wochen
*Die Behandlung mit Nivolumab soll bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monatebei Patienten ohne Progression der Erkrankung fortgesetzt werden.
Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs (gastro-oesophageal junction,
GEJ) oder des Ösophagus
Tabelle 13: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit fluoropyrimidin- und platinbasierter
Chemotherapie für Adenokarzinome des Magens, des GEJ oder des Ösophagus(siehe Abschnitt 5.1)*
KombinationstherapieNivolumab 360 mg alle 3 Wochen über 30 Minuten oder240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten
Fluoropyrimidin- undplatinbasierte Chemotherapie Alle 2 Wochen oder alle 3 Wochen, in Abhängigkeit vom Regime
*Die Behandlung mit Nivolumab soll bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monatebei Patienten ohne Progression der Erkrankung fortgesetzt werden.
Urothelkarzinom (UC)
Tabelle 14: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten für die intravenöse Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin gefolgt von
Nivolumab als Monotherapie für UC (siehe Abschnitt 5.1)
Kombinationsphase, bis zu6 Zyklen Monotherapiephase*
Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen über 240 mg alle 2 Wochen über 30 Minuten oder30 Minuten 480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten
Cisplatin und
Gemcitabin Alle 3 Wochen -
*Die Behandlung mit Nivolumab soll bis zur Progression der Erkrankung, bis zu nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu24 Monate ab der ersten Dosis fortgesetzt werden, je nachdem, was zuerst eintritt.
OPDIVO in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Klassisches Hodgkin-Lymphom (cHL)
Tabelle 15: Empfohlene Dosierungen und Infusionszeiten zur intravenösen Verabreichungvon Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin für cHL
Kombinationstherapie*3 mg/kg alle 3 Wochen über 30 Minuten
Nivolumab Nur in Zyklus 1 soll Nivolumab an Tag 8 des Zyklus verabreicht werden. In den Zyklen 2-6soll Nivolumab 30 Minuten nach Abschluss der Verabreichung von Brentuximab Vedotin amselben Tag verabreicht werden.
Brentuximab
Vedotin 1,8 mg/kg bis maximal 180 mg, alle 3 Wochen über 30 Minuten
*Die Behandlung erfolgt risikobasiert und gemäß dem Ansprechen angepasst. Informationen zur Risikostratifizierung, siehe
Abschnitt 5.1. Die Patienten sollten nach jeweils 2 Zyklen einer Beurteilung ihres Tumors unterzogen werden und die
Behandlung im Falle einer Krankheitsprogression zu einem beliebigen Beurteilungszeitpunkt abbrechen:
* niedriges Rezidivrisiko: bis zu 6 Zyklen der Kombinationstherapie, dann bei Erreichen eines vollständigen
Ansprechens zur Konsolidierungstherapie übergehen
* Standard-Rezidivrisiko: bis zu 4 Zyklen der Kombinationstherapie, dann bei Erreichen eines vollständigen
Ansprechens zur Konsolidierungstherapie übergehen.
Im Falle eines suboptimalen Ansprechens auf 4 Zyklen der Kombinationstherapie sollten die Patienten eine
Intensivierungstherapie erhalten, bevor nach Erreichen eines vollständigen Ansprechens zur Konsolidierungstherapieübergegangen wird (siehe Abschnitt 5.1).
Dauer der BehandlungDie Behandlung mit OPDIVO, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab odermit anderen Arzneimitteln, soll so lange fortgesetzt werden, wie ein klinischer Nutzen besteht oder bisdie Behandlung vom Patienten nicht mehr vertragen wird (oder bis zur maximalen Therapiedauer,soweit diese für eine Indikation festgelegt ist).
Untypisches Ansprechen (d. h. eine initiale vorübergehende Zunahme der Tumorgröße oder kleine,neue Läsionen innerhalb der ersten Monate gefolgt von einer Schrumpfung des Tumors) wurdebeobachtet. Bei klinisch stabilen Patienten mit initialen Anzeichen einer Krankheitsprogression wirdempfohlen, die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabfortzusetzen, bis eine Krankheitsprogression bestätigt ist.
Eine Dosissteigerung oder -reduktion wird nicht empfohlen für OPDIVO als Monotherapie oder in
Kombination mit anderen Arzneimitteln. Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit istmöglicherweise ein Aufschieben einer Dosis oder ein dauerhafter Abbruch der Behandlungerforderlich. Richtlinien zum dauerhaften Absetzen oder Aufschieben von Dosen werden in Tabelle 16beschrieben. Detaillierte Richtlinien zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen werden im
Abschnitt 4.4 beschrieben. Bei einer Verabreichung von Nivolumab in Kombination mit anderen
Arzneimitteln lesen Sie die Fachinformationen der entsprechenden Kombinationsarzneimittelbezüglich Dosierung.
Tabelle 16: Empfohlene Behandlungsmodifikationen für OPDIVO oder OPDIVO in
Kombination
Immunvermittelte Schweregrad Behandlungsmodifikation
Nebenwirkung
Pneumonitis Grad 2 Dosis(en) aufschieben, bis sichdie Symptome zurückgebildethaben, radiologisch erkennbare
Veränderungen sich gebessert
Immunvermittelte haben und die Behandlung mit
Pneumonitis Corticosteroiden beendet ist
Pneumonitis Grad 3 oder 4 Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Immunvermittelte Schweregrad Behandlungsmodifikation
Nebenwirkung
Diarrhö oder Kolitis Grad 2 Dosis(en) aufschieben, bis sichdie Symptome zurückgebildethaben und die Behandlung mit
Corticosteroiden, fallserforderlich, beendet ist
Diarrhö oder Kolitis Grad 3
- OPDIVO-Monotherapie Dosis(en) aufschieben, bis sich
Immunvermittelte die Symptome zurückgebildet
Kolitis haben und die Behandlung mit
Corticosteroiden beendet ist
- OPDIVO + Ipilimumaba Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Diarrhö oder Kolitis Grad 4 Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Immunvermittelte Erhöhung der Aspartat-Aminotransferase Dosis(en) aufschieben, bis die
Hepatitis ohne HCC (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Laborwerte auf den Ausgangswert
Gesamtbilirubin Grad 2 zurückgegangen sind und die
HINWEIS: für Behandlung mit Corticosteroiden,
RCC-Patienten, falls erforderlich, beendet istbehandelt mit
OPDIVO in Erhöhung von AST, ALT, oder Setzen Sie die Behandlung
Kombination mit Gesamtbilirubin Grad 3 oder 4 dauerhaft ab
Cabozantinib, mit
Leberenzymerhöhun-gen, siehe die
Dosierungsrichtliniennach dieser Tabelle
Falls der AST-/ALT-Ausgangswert im Dosis(en) aufschieben, bis die
Normalbereich liegt und auf > 3- und ≤ 10- Laborwerte auf den Ausgangswertmal Obergrenze des Normbereichs (upper zurückgegangen sind und dielimit of normal, ULN) ansteigt Behandlung mit Corticosteroiden,oder falls erforderlich, beendet istder AST-/ALT-Ausgangswert > 1- und ≤ 3-mal ULN beträgt und auf > 5- und ≤ 10-mal
ULN ansteigt
Immunvermittelte oder
Hepatitis mit HCC der AST-/ALT-Ausgangswert > 3- und ≤ 5-mal ULN beträgt und auf > 8- und ≤ 10-mal
ULN ansteigt.
Erhöhung der AST/ALT auf > 10-mal ULN Setzen Sie die Behandlungoder dauerhaft ab
Erhöhung des Gesamtbilirubins auf > 3-mal
ULN
Kreatinin-Erhöhung Grad 2 oder 3 Dosis(en) aufschieben, bis das
Kreatinin auf den Ausgangswertzurückgegangen ist und die
Immunvermittelte Behandlung mit Corticosteroiden
Nephritis und beendet ist
NierenfunktionsstörungKreatinin-Erhöhung Grad 4 Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Immunvermittelte Schweregrad Behandlungsmodifikation
Nebenwirkung
Symptomatische Grad 2 oder 3 Hypothyreose, Dosis(en) aufschieben, bis sich
Hyperthyreose, Hypophysitis die Symptome zurückgebildet
Grad 2 Nebenniereninsuffizienz haben und die Behandlung mit
Grad 3 Diabetes Corticosteroiden (falls nötig bei
Symptomen akuter Entzündung)beendet ist. Die Behandlung mit
OPDIVO soll begleitend zur
Immunvermittelte Hormonsubstitutionstherapieb
Endokrinopathien fortgeführt werden, sofern keine
Symptome auftreten
Grad 4 Hypothyreose
Grad 4 Hyperthyreose
Grad 4 Hypophysitis Setzen Sie die Behandlung
Grad 3 oder 4 Nebenniereninsuffizienz dauerhaft ab
Grad 4 Diabetes
Ausschlag Grad 3 Dosis(en) aufschieben, bis sichdie Symptome zurückgebildethaben und die Behandlung mit
Corticosteroiden beendet ist
Immunvermittelte
Nebenwirkungen der
Haut Ausschlag Grad 4 Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Stevens-Johnson Syndrom (SJS) oder toxische Setzen Sie die Behandlungepidermale Nekrolyse (TEN) dauerhaft ab (siehe Abschnitt 4.4)
Grad 2 Myokarditis Dosis(en) aufschieben, bis sichdie Symptome zurückgebildethaben und die Behandlung mit
Immunvermittelte Corticosteroiden beendet istc
MyokarditisGrad 3 oder 4 Myokarditis Setzen Sie die Behandlungdauerhaft ab
Grad 3 (erstes Auftreten) Dosis(en) aufschieben
Andere Grad 4 oder wiederauftretender Grad 3;immunvermittelte persistierender Grad 2 oder 3 trotz
Nebenwirkungen Behandlungsmodifikation; Fälle, in denen die Setzen Sie die Behandlung
Corticosteroiddosis nicht auf 10 mg Prednison dauerhaft aboder das entsprechende Äquivalent pro Tagreduziert werden kann
Hinweis: Toxizitätsgrade entsprechen den Kriterien des National Cancer Institute (National Cancer Institute Common
Terminology Criteria for Adverse Events), Version 4.0 (NCI-CTCAE v4).a Setzen Sie die Behandlung dauerhaft ab, sollte eine Diarrhö oder Kolitis vom Grad 3 während der zweiten
Behandlungsphase (Nivolumab-Monotherapie) nach der Kombinationstherapie auftreten.b Empfehlungen zur Anwendung von Hormonsubstitutionstherapie siehe Abschnitt 4.4.c Die Sicherheit einer Wiederaufnahme der Therapie mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabnach dem Auftreten einer immunvermittelten Myokarditis ist unbekannt.
OPDIVO als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln muss dauerhaft abgesetztwerden bei:
* Grad 4 oder wieder auftretenden Grad 3 Nebenwirkungen,
* Grad 2 oder 3 Nebenwirkungen, die trotz Behandlung persistieren.
Patienten, die mit OPDIVO behandelt werden, ist die Patientenkarte auszuhändigen und sie müssenüber die Risiken von OPDIVO informiert werden (siehe auch Packungsbeilage).
Wenn OPDIVO in Kombination mit Ipilimumab angewendet wird, soll bei Aufschiebung des einen
Wirkstoffes auch die Gabe des anderen Wirkstoffs aufgeschoben werden. Wenn die Behandlung nacheiner Pause wieder aufgenommen wird, kann aufgrund der Beurteilung des individuellen Patientenentweder die Kombinationsbehandlung oder OPDIVO-Monotherapie wieder aufgenommen werden.
Wenn OPDIVO in Kombination mit Chemotherapie angewendet wird, lesen Sie die
Fachinformationen der entsprechenden Kombinationsarzneimittel bezüglich Dosierung. Bei
Aufschiebung eines Wirkstoffes können die anderen Wirkstoffe weiterhin verabreicht werden. Wenndie Behandlung nach einer Pause wieder aufgenommen wird, kann basierend auf der Beurteilung desindividuellen Patienten entweder die Kombinationstherapie, OPDIVO als Monotherapie oder die
Chemotherapie alleine wieder aufgenommen werden.
OPDIVO in Kombination mit Cabozantinib in RCC
Bei der Anwendung von OPDIVO in Kombination mit Cabozantinib gelten die oben genannten
Behandlungsmodifikationen aus Tabelle 16 auch für die OPDIVO-Komponente. Zusätzlich gilt beieiner Leberenzymerhöhung bei RCC-Patienten, welche mit OPDIVO in Kombination mit
Cabozantinib behandelt werden:
* Falls ALT oder AST > 3-mal ULN, aber ≤ 10-mal ULN, ohne gleichzeitigem Gesamtbilirubin≥ 2-mal ULN beträgt, soll sowohl die Behandlung mit OPDIVO als auch mit Cabozantinibaufgeschoben werden, bis diese Nebenwirkungen auf Grad 0-1 zurückgegangen sind. Die
Behandlung mit Corticosteroiden soll erwogen werden. Die Wiederaufnahme der Behandlungmit nur einem Arzneimittel oder mit beiden Arzneimitteln nach Eintritt einer Besserung kannerwogen werden. Bei einer Wiederaufnahme von Cabozantinib, lesen Sie die Fachinformationfür Cabozantinib.
* Falls ALT oder AST > 10-mal ULN oder > 3-mal ULN mit gleichzeitigem Gesamtbilirubin≥ 2-mal ULN beträgt, soll sowohl die Behandlung mit OPDIVO als auch mit Cabozantinibdauerhaft abgesetzt und eine Behandlung mit Corticosteroiden erwogen werden.
Spezielle PatientenpopulationenBei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionAuf der Grundlage von Daten zur Populations-Pharmakokinetik (PK) ist bei Patienten mit leichteroder mäßiger Niereninsuffizienz keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die Datenvon Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sind begrenzt und lassen keine Schlussfolgerungen fürdiese Population zu.
Eingeschränkte LeberfunktionAuf der Grundlage von Daten zur Populations-PK ist bei Patienten mit leicht oder mäßigeingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die Datenvon Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion sind begrenzt und lassen keine
Schlussfolgerungen für diese Population zu. OPDIVO muss bei Patienten mit stark eingeschränkter
Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 3 × ULN und beliebige AST) mit Vorsicht angewendet werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von OPDIVO bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen, außerbei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Melanom und bei pädiatrischen Patienten ab 5 Jahren mit cHL.
Zurzeit vorliegende Daten zu OPDIVO als Monotherapie, in Kombination mit Ipilimumab oder in
Kombination mit Brentuximab Vedotin werden in Abschnitt 4.2, pct. 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben.
Art der AnwendungOPDIVO ist nur zur intravenösen Anwendung vorgesehen. Es wird als intravenöse Infusion über einen
Zeitraum von 30 oder 60 Minuten je nach Dosierung (siehe Tabellen 1, 2, 3, 4 und 5) verabreicht. Die
Infusion muss über einen sterilen, pyrogenfreien In-Line-Filter mit geringer Proteinbindung und einer
Porengröße von 0,2 bis 1,2 µm verabreicht werden.
OPDIVO darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreicht werden.
Die erforderliche Gesamtdosis OPDIVO kann unverdünnt als Lösung mit 10 mg/ml oder mittels einer
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke oder Glucoselösung 50 mg/ml (5 %) für
Injektionszwecke verdünnt infundiert werden (siehe Abschnitt 6.6).
Wenn OPDIVO in Kombination mit Ipilimumab und/oder Chemotherapie angewendet wird, soll
OPDIVO zuerst gegeben werden, (gegebenenfalls) gefolgt von Ipilimumab, gefolgt von
Chemotherapie am gleichen Tag. Bei einer Anwendung in Kombination mit Brentuximab Vedotin soll
Brentuximab Vedotin an Tag 1 von Zyklus 1 angewendet werden, und OPDIVO an Tag 8. In den
Zyklen 2-6 soll OPDIVO mindestens 30 Minuten nach Abschluss der Infusion von Brentuximab
Vedotin am selben Tag gegeben werden. Für jede Infusion sind separate Infusionsbeutel und Filter zuverwenden.
Für Anweisungen zur Zubereitung und Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe
Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Beurteilung des PD-L1-StatusEs ist wichtig, für die Beurteilung des PD-L1-Status eine gut validierte und robuste Methode zuverwenden.
Beurteilung des MSI-/MMR-Status
Es ist wichtig, für die Beurteilung des MSI-H- und dMMR-Tumorstatus eine gut validierte undrobuste Methode zu verwenden.
Immunvermittelte NebenwirkungenWenn Nivolumab in Kombination angewendet wird, lesen Sie vor Behandlungsbeginn die
Fachinformationen der anderen Arzneimittel der Kombinationstherapie. Bei Anwendung von
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden höhere Häufigkeiten von immunvermittelten
Nebenwirkungen beobachtet als bei der Nivolumab-Monotherapie. Immunvermittelte
Nebenwirkungen sind in der Kombination OPDIVO mit Cabozantinib oder in Kombination mit
Brentuximab Vedotin vergleichbar häufig aufgetreten wie bei der Nivolumab-Monotherapie. Dahergilt die folgende Richtlinie bei immunvermittelten Nebenwirkungen für die OPDIVO-Komponente der
Kombination, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die meisten immunvermittelten
Nebenwirkungen verbesserten sich oder verschwanden bei geeignetem Nebenwirkungsmanagement,einschließlich Einleitung einer Corticosteroid-Behandlung und Behandlungsmodifikationen (siehe
Abschnitt 4.2).
Immunvermittelte Nebenwirkungen, die mehr als ein Körpersystem betreffen, können gleichzeitigauftreten.
Bei der Kombinationstherapie wurden auch kardiale und pulmonale Nebenwirkungen, einschließlich
Lungenembolie, berichtet. Patienten sollen fortlaufend auf kardiale und pulmonale Nebenwirkungenhin überwacht werden sowie vor und regelmäßig während der Behandlung auf klinische Anzeichenund Symptome und Laborwertabweichungen, die Störungen des Elektrolythaushalts und Dehydrierungerkennen lassen. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab muss bei lebensbedrohlichen oderschweren wiederauftretenden kardialen und pulmonalen Nebenwirkungen abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Patienten sollen engmaschig überwacht werden (mindestens bis zu 5 Monate nach der letzten Dosis),da Nebenwirkungen unter Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab jederzeitwährend oder nach der Behandlung auftreten können.
Bei vermuteten immunvermittelten Nebenwirkungen soll zur Bestätigung der Ätiologie oder zum
Ausschluss anderer Ursachen eine angemessene Abklärung durchgeführt werden. In Abhängigkeitvom Schweregrad der Nebenwirkung soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und die Patienten mit Corticosteroiden behandelt werden.
Wenn eine Immunsuppression mit Corticosteroiden zur Behandlung von Nebenwirkungen eingesetztwird, soll die Corticosteroidtherapie nach Besserung der Nebenwirkungen über mindestens einen
Monat ausgeschlichen werden. Ein zu schnelles Ausschleichen kann zur Verschlechterung oder
Wiederauftreten der Nebenwirkung führen. Wenn es trotz Corticosteroidanwendung zu einer
Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, sollen zusätzlich nicht-steroidale Immunsuppressivagegeben werden.
Bei Patienten mit einer bestehenden Autoimmunerkrankung (autoimmune disease, AID) deuten Datenaus Beobachtungsstudien darauf hin, dass das Risiko für immunvermittelte Nebenwirkungen nacheiner Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren im Vergleich zu Patienten ohne bestehende AIDerhöht sein kann. Darüber hinaus traten häufig Schübe der zugrundeliegenden AID auf, die jedochmeistens leicht und beherrschbar waren.
Die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab soll nicht fortgesetztwerden, solange der Patient immunsuppressive Dosen von Corticosteroiden oder andere
Immunsuppressiva erhält. Prophylaktisch sollen Antibiotika gegeben werden, um opportunistische
Infektionen bei Patienten zu verhindern, die immunsuppressiv behandelt werden.
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab muss bei jeder schwerenwiederauftretenden immunvermittelten Nebenwirkung und bei jeder lebensbedrohlichenimmunvermittelten Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte PneumonitisUnter Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden schwere
Pneumonitis oder interstitielle Lungenerkrankung, auch mit tödlichem Verlauf, beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen auf Anzeichen und Symptome einer Pneumonitis wiebeispielsweise radiologische Veränderungen (z. B. fokale milchglasartige Dichteanhebung, fleckige
Infiltrate), Dyspnoe und Hypoxie überwacht werden. Infektionen und krankheitsbedingte Ursachensollen ausgeschlossen werden.
Bei Pneumonitis Grad 3 oder 4 muss Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabdauerhaft abgesetzt und mit einer Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von2 bis 4 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden.
Bei (symptomatischer) Pneumonitis Grad 2 soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und mit einer Behandlung mit Corticosteroiden in einer
Dosierung von 1 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden. Bei einer Besserungkann die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nach dem
Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der Behandlung mit
Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, soll die
Corticosteroid-Dosis auf 2 bis 4 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab muss dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte KolitisUnter Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden schwere
Diarrhö oder Kolitis beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollen auf Diarrhö und weitere
Symptome einer Kolitis wie Abdominalschmerz und Schleim oder Blut im Stuhl überwacht werden.
Cytomegalievirus(CMV)-Infektion/ -Reaktivierung wurde bei Patienten mit Corticosteroid-refraktärerimmunvermittelter Kolitis berichtet. Infektionen und andere Ursachen der Diarrhö sind deshalb durchgeeignete Labortests und zusätzliche Untersuchungen auszuschließen. Falls sich die Diagnose der
Corticosteroid-refraktären immunvermittelten Kolitis bestätigt, soll zusätzlich zu dem Corticosteroidein anderes Immunsuppressivum oder ein Austausch der Corticosteroidtherapie in Betracht gezogenwerden.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 4 muss Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabdauerhaft abgesetzt und es soll eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 3 soll die Nivolumab-Monotherapie aufgeschoben und eine Behandlungmit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalentbegonnen werden. Bei einer Besserung kann die Nivolumab-Monotherapie nach dem Ausschleichender Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der Behandlung mit Corticosteroiden zu einer
Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, muss die Nivolumab-Monotherapie dauerhaftabgesetzt werden. Eine Diarrhö oder Kolitis Grad 3, die bei Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab auftritt, erfordert ein dauerhaftes Absetzen der Behandlung und die Initiierung von
Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent.
Bei Diarrhö oder Kolitis Grad 2 soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab aufgeschoben werden. Bei anhaltender Diarrhö oder Kolitis soll mit Corticosteroidenin einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent behandelt werden. Beieiner Besserung kann die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab nach dem Ausschleichen der Corticosteroide (sofern erforderlich) fortgesetzt werden.
Wenn es trotz der Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserungkommt, soll die Dosis auf 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden und
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab muss dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte HepatitisUnter Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurde schwere
Hepatitis beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollen auf Anzeichen und Symptome einer
Hepatitis wie ein Anstieg der Transaminasen und des Gesamtbilirubins überwacht werden. Infektionenund krankheitsbedingte Ursachen sind auszuschließen.
Bei Erhöhung der Transaminasen oder des Gesamtbilirubins Grad 3 oder 4 muss Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abgesetzt werden und es soll eine Behandlungmit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalentbegonnen werden.
Bei Erhöhung der Transaminasen oder des Gesamtbilirubins Grad 2 soll die Behandlung mit
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben werden. Bei anhaltenden
Erhöhungen dieser Laborwerte soll mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent behandelt werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nach dem Ausschleichen der
Corticosteroide (sofern erforderlich) fortgesetzt werden. Wenn es trotz der Behandlung mit
Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, soll die Dosis auf1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden, und Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab ist dauerhaft abzusetzen.
Immunvermittelte Nephritis und NierenfunktionsstörungUnter der Behandlung mit Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabwurden schwere Nephritis und Nierenfunktionsstörung beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patientensind auf Anzeichen und Symptome einer Nephritis oder Nierenfunktionsstörung zu überwachen. Beiden meisten Patienten tritt eine asymptomatische Kreatininerhöhung im Serum auf.
Krankheitsbedingte Ursachen sind auszuschließen.
Bei einer Kreatininerhöhung im Serum Grad 4 muss Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab dauerhaft abgesetzt und es soll mit einer Behandlung mit Corticosteroiden in einer
Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnen werden.
Bei einer Kreatininerhöhung im Serum Grad 2 oder 3 soll die Behandlung mit Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und mit einer Behandlung mit
Corticosteroiden in einer Dosierung von 0,5 bis 1 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent begonnenwerden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab nach dem Ausschleichen der Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn es trotz der
Behandlung mit Corticosteroiden zu einer Verschlechterung oder keiner Besserung kommt, soll die
Dosis auf 1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent erhöht werden, und Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab ist dauerhaft abzusetzen.
Immunvermittelte EndokrinopathienUnter Nivolumab-Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden schwere
Endokrinopathien, einschließlich Hypothyreose, Hyperthyreose, Nebenniereninsuffizienz(einschließlich sekundäre Nebenniereninsuffizienz), Hypophysitis (einschließlich
Hypophyseninsuffizienz), Diabetes mellitus und diabetische Ketoazidose beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8).
Patienten sollen hinsichtlich klinischer Anzeichen und Symptome von Endokrinopathien und
Hyperglykämie und Veränderungen der Schilddrüsenfunktion überwacht werden (zu Beginn der
Behandlung, regelmäßig während der Behandlung und wenn es nach klinischer Beurteilung angezeigtist). Patienten können mit Ermüdung/Fatigue, Kopfschmerzen, psychischen Veränderungen,
Abdominalschmerz, Veränderung der Stuhlgewohnheiten und Hypotonie oder unspezifischen
Symptomen vorstellig werden, die anderen Ursachen, wie etwa Gehirnmetastasen oder derzugrundeliegenden Erkrankung, ähneln können. Bis eine andere Ätiologie identifiziert worden ist,sollen Anzeichen oder Symptome von Endokrinopathien als immunvermittelt betrachtet werden.
Bei symptomatischer Hypothyreose soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und bei Bedarf mit einer
Schilddrüsenhormonsubstitutionstherapie begonnen werden. Bei symptomatischer Hyperthyreose solldie Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben undbei Bedarf mit einer Behandlung mit Thyreostatika begonnen werden. Bei Verdacht auf eine akute
Entzündung der Schilddrüse soll auch eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von1 bis 2 mg/kg/Tag Methylprednisolon-Äquivalent in Betracht gezogen werden. Bei einer Besserungkann die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nach dem
Ausschleichen der Corticosteroide (sofern erforderlich) fortgesetzt werden. Die Schilddrüsenfunktionsoll weiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dass die passende Hormonsubstitutionstherapieangewandt wird. Bei lebensbedrohlicher Hyperthyreose oder Hypothyreose muss Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abgesetzt werden.
Bei symptomatischer Nebenniereninsuffizienz Grad 2 soll die Behandlung mit Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und bei Bedarf mit einer physiologischen
Corticosteroid-Ersatztherapie begonnen werden. Bei schwerwiegender (Grad 3) oderlebensbedrohlicher (Grad 4) Nebenniereninsuffizienz muss Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abgesetzt werden. Die Nebennierenfunktion und
Hormonspiegel sollen weiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dass die passende
Corticosteroid-Ersatztherapie angewandt wird.
Bei symptomatischer Hypophysitis von Grad 2 oder 3 soll die Behandlung mit Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben und bei Bedarf mit einer
Hormonsubstitutionstherapie begonnen werden. Bei Verdacht auf akute Entzündung der Hypophysesoll auch eine Behandlung mit Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent in Betracht gezogen werden. Bei einer Besserung kann die Behandlungmit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nach dem Ausschleichen der
Corticosteroide (sofern erforderlich) fortgesetzt werden. Bei lebensbedrohlicher (Grad 4) Hypophysitismuss Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abgesetzt werden. Die
Hypophysenfunktion und Hormonspiegel sollen weiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dassdie passende Hormonsubstitutionstherapie angewandt wird.
Bei symptomatischem Diabetes soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab aufgeschoben und bei Bedarf mit einer Insulinersatztherapie begonnen werden. Der
Blutzuckerspiegel soll weiterhin überwacht werden, um sicherzustellen, dass die passende
Insulinersatztherapie angewandt wird. Bei lebensbedrohlichem Diabetes muss Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abgesetzt werden.
Immunvermittelte Nebenwirkungen der HautUnter Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und, weniger häufig, bei
Nivolumab-Monotherapie wurden schwere Ausschläge beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Die
Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab soll bei
Ausschlag Grad 3 aufgeschoben und bei Ausschlag Grad 4 abgesetzt werden. Schwerer Ausschlag sollmit hochdosierten Corticosteroiden in einer Dosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag
Methylprednisolon-Äquivalent behandelt werden.
In seltenen Fällen wurden SJS und TEN berichtet, darunter waren auch einige Todesfälle. Wenn
Symptome oder Anzeichen für SJS oder TEN auftreten, soll die Behandlung mit Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab abgesetzt und der Patient in eine spezialisierte Abteilungzur Beurteilung und Behandlung überwiesen werden. Wenn sich beim Patienten unter der Anwendungvon Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab SJS oder TEN entwickelt haben,wird die dauerhafte Absetzung der Behandlung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Vorsicht ist geboten, wenn für einen Patienten, der zuvor bei Behandlung mit anderenimmunstimulierenden Arzneimitteln gegen Krebs eine schwere oder lebensbedrohliche Hautreaktionerlitten hat, die Anwendung von Nivolumab erwogen wird.
Andere immunvermittelte NebenwirkungenFolgende immunvermittelte Nebenwirkungen wurden bei weniger als 1 % der in klinischen Studien(in verschiedenen Dosierungen und bei diversen Tumorarten) mit Nivolumab-Monotherapie oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelten Patienten berichtet: Pankreatitis, Uveitis,
Demyelinisierung, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und Abduzensparese),
Guillain-Barré-Syndrom, Myasthenia gravis, myasthenes Syndrom, aseptische Meningitis,
Enzephalitis, Gastritis, Sarkoidose, Duodenitis, Myositis, Myokarditis, Rhabdomyolyse und Myelitis.
Nach Markteinführung wurden Fälle von Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom, Hypoparathyreoidismusund nicht-infektiöser Zystitis berichtet (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).
Bei Verdacht auf immunvermittelte Nebenwirkungen soll eine adäquate Abklärung durchgeführtwerden, um die Ursache zu bestätigen oder andere Gründe auszuschließen. Je nach Schweregrad der
Nebenwirkung soll die Behandlung mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabaufgeschoben und Corticosteroide gegeben werden. Bei einer Besserung kann die Behandlung mit
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nach dem Ausschleichen der
Corticosteroide fortgesetzt werden. Wenn eine schwere immunvermittelte Nebenwirkung erneutauftritt, sowie bei einer lebensbedrohlichen immunvermittelten Nebenwirkung ist Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab dauerhaft abzusetzen.
Es wurden Fälle von Myotoxizität (Myositis, Myokarditis und Rhabdomyolyse) unter Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab berichtet, manche davon mit tödlichem Ausgang. Wennein Patient Anzeichen und Symptome einer Myotoxizität entwickelt, soll er engmaschig überwachtund unverzüglich an einen Spezialisten zur Beurteilung und Behandlung überwiesen werden. Je nach
Schweregrad der Myotoxizität soll Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabaufgeschoben oder abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2) und eine geeignete Behandlung eingeleitetwerden.
Die Diagnose einer Myokarditis erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Patienten mit kardialenoder kardiopulmonalen Symptomen sollen auf eine mögliche Myokarditis untersucht werden. Fallseine Myokarditis vermutet wird, soll unverzüglich eine Hochdosistherapie mit Steroiden (Prednison1 - 2 mg/kg/Tag oder Methylprednisolon 1 - 2 mg/kg/Tag) eingeleitet werden und unverzüglich einekardiologische Untersuchung mit umfassender Diagnostik nach aktuellen klinischen Leitlinienveranlasst werden. Sobald die Diagnose einer Myokarditis bestätigt wurde, soll Nivolumab oder
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab aufgeschoben oder dauerhaft abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Bei mit PD-1-Inhibitoren behandelten Patienten wurde im Postmarketing-Umfeld eine Abstoßung vonsoliden Organtransplantaten beobachtet. Die Behandlung mit Nivolumab kann das Abstoßungsrisikobei Empfängern solider Organtransplantate erhöhen. Bei diesen Patienten soll der Nutzen der
Behandlung mit Nivolumab gegen das Risiko einer möglichen Organabstoßung abgewogen werden.
Eine hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) wurde mit Nivolumab als Monotherapie und
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab beobachtet. Vorsicht ist geboten, wenn Nivolumab als
Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab gegeben wird. Wenn HLH bestätigt wird, soll die
Gabe von Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab abgebrochen und die
Behandlung von HLH eingeleitet werden.
InfusionsreaktionenIn klinischen Studien mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder mitanderen Arzneimitteln wurden Infusionsreaktionen, einschließlich schwerer Infusionsreaktionen,berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Falls eine schwere oder lebensbedrohliche Infusionsreaktion auftritt,muss die Nivolumab-Infusion bzw. die Infusion von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oderanderen Arzneimitteln abgesetzt und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden.
Patienten mit leichter oder mäßiger Infusionsreaktion können Nivolumab oder Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab oder anderen Arzneimitteln unter engmaschiger Überwachung und dem
Einsatz von Prämedikation gemäß lokalen Behandlungsrichtlinien zur Prophylaxe von Reaktionen im
Zusammenhang mit einer Infusion erhalten.
Krankheitsspezifische VorsichtsmaßnahmenFortgeschrittenes Melanom
Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen, Autoimmunerkrankung und Patienten, die vor Studienbeginnsystemische Immunsuppressiva erhalten hatten, waren von den pivotalen klinischen Studien mit
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5und 5.1). Patienten mit okulärem/uvealem Melanom waren von den pivotalen klinischen Studien zum
Melanom ausgeschlossen. Zusätzlich wurden bei der Studie CA209037 Patienten ausgeschlossen, dieeine Nebenwirkung vom Grad 4 hatten, die in Zusammenhang mit einer Anti-CTLA-4-Therapie stand(siehe Abschnitt 5.1). Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status von 2,behandelten leptomeningealen Metastasen, okulärem/uvealem Melanom, Autoimmunerkrankungenund Patienten, die eine Nebenwirkung vom Grad 3-4 hatten, die im Zusammenhang mit einervorherigen Anti-CTLA-4-Therapie stand, wurden in die Studie CA209172 eingeschlossen (siehe
Abschnitt 5.1). Ohne weitere Daten für Patienten, die vor Studienteilnahme systemische
Immunsuppresiva erhielten und für Patienten mit aktiven Hirnmetastasen oder leptomenigealen
Metastasen, soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger
Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Im Vergleich zur Nivolumab-Monotherapie wurde in der Kombination Nivolumab mit Ipilimumab nurbei Patienten mit niedriger Tumor-PD-L1-Expression ein Anstieg des progressionsfreien Überlebens(PFS) gezeigt. Die Verbesserung des Gesamtüberlebens bei Patienten mit hoher
Tumor-PD-L1-Expression (PD-L1 ≥ 1 %) war ähnlich bei der Behandlung mit Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab und der Behandlung mit Nivolumab als Monotherapie. Bevor eine
Behandlung mit der Kombination eingeleitet wird, wird den Ärzten empfohlen, die individuellen
Patienten- und Tumorcharakteristika sorgfältig unter Berücksichtigung des beobachteten Nutzens undder Toxizität der Kombination relativ zur Nivolumab-Monotherapie zu bewerten (siehe Abschnitte 4.8und 5.1).
Anwendung von Nivolumab bei Melanom-Patienten mit schnell fortschreitender Krankheit
Ärzte sollten das verzögerte Einsetzen der Wirkung von Nivolumab berücksichtigen, bevor sie eine
Behandlung bei Patienten mit schnell fortschreitender Krankheit beginnen (siehe Abschnitt 5.1).
Adjuvante Behandlung des MelanomsEs gibt keine Daten zur adjuvanten Behandlung bei Melanom-Patienten mit folgenden Risikofaktoren(siehe Abschnitte 4.5 und 5.1):
* Patienten mit vorheriger Autoimmunerkrankung und jeder Erkrankung, die eine systemische
Behandlung mit Corticosteroiden (≥ 10 mg Prednison oder -Äquivalent täglich) oder anderenimmunsuppressiven Arzneimitteln erfordert,
* Patienten mit vorheriger Melanomtherapie (außer Patienten mit Operation, adjuvanter
Strahlentherapie nach neurochirurgischer Resektion wegen Läsionen des Zentralnervensystemsund zuvor adjuvanter Behandlung mit Interferon, welche ≥ 6 Monate vor der Randomisierungabgeschlossen wurde),
* Patienten mit vorheriger Behandlung mit einem Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-,
Anti-CD137- oder Anti-CTLA-4-Antikörper (einschließlich Ipilimumab oder eines anderen
Antikörpers oder Arzneimittels, das spezifisch auf T-Zell-Co-Stimulation oder
Checkpoint-Wege abzielt),
* Patienten unter 18 Jahren.
Ohne weitere Daten soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger
Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Nicht-kleinzelliges LungenkarzinomErstlinientherapie des NSCLC
Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung, einer symptomatischen interstitiellen
Lungenerkrankung, mit Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapie erforderlichmachen, mit aktiven (unbehandelten) Hirnmetastasen sowie Patienten, die bereits zuvor einesystemische Behandlung für die fortgeschrittene Erkrankung erhalten haben oder die sensitivierende
EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen aufwiesen, waren von der pivotalen klinischen Studiezur Erstlinientherapie des NSCLC ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Die Daten vonälteren Patienten (≥ 75 Jahre) sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.1). Bei diesen Patienten soll Nivolumabin Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung despotenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Behandlung von NSCLC nach vorheriger Chemotherapie
Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, aktiven Hirnmetastasen oder einer
Autoimmunerkrankung, einer symptomatischen interstitiellen Lungenerkrankung und Patienten, dievor Studienbeginn eine systemische immunsuppressive Therapie erhalten hatten, waren von denpivotalen klinischen Studien bei NSCLC ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Patienten miteinem anfänglichen ECOG-Performance-Status von 2 wurden in die Studie CA209171 eingeschlossen(siehe Abschnitt 5.1). Ohne weitere Daten für Patienten mit Autoimmunerkrankungen,symptomatischen interstitiellen Lungenerkrankungen, aktiven Hirnmetastasen und Patienten, die vor
Studienteilnahme systemische Immunsuppressiva erhielten, soll Nivolumab bei diesen
Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos imindividuellen Einzelfall angewendet werden.
Ärzte sollten das verzögerte Einsetzen der Wirkung von Nivolumab berücksichtigen, bevor sie eine
Behandlung bei Patienten mit schlechteren prognostischen Merkmalen und/oder aggressivem
Krankheitsverlauf beginnen. Beim NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie wurde innerhalbder ersten 3 Monate bei den mit Nivolumab behandelten Patienten eine höhere Anzahl an Todesfällenbeobachtet verglichen mit den mit Docetaxel behandelten Patienten. Faktoren, die in Verbindung mitfrühen Todesfällen stehen, waren schlechtere prognostische Merkmale und/oder ein aggressiverer
Krankheitsverlauf in Kombination mit niedriger oder fehlender Tumor-PD-L1-Expression (siehe
Abschnitt 5.1).
Neoadjuvante Behandlung des NSCLC
Patienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, einer aktiven Autoimmunerkrankung, einersymptomatischen interstitiellen Lungenerkrankung, mit Erkrankungen, die eine systemischeimmunsuppressive Therapie erforderlich machen, mit einer nicht-resezierbaren oder metastasierten
Erkrankung, die bereits zuvor eine Krebstherapie für die resezierbare Erkrankung erhalten haben, odermit bekannten EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen, waren von der pivotalen klinischen
Studie zur neoadjuvanten Behandlung des resezierbaren NSCLC ausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.1).
Ohne weitere Daten soll Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie bei diesen
Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos imindividuellen Einzelfall angewendet werden.
Neoadjuvante und adjuvante Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms
Patienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, einer peripheren Neuropathie von Grad 2oder höher, einer aktiven Autoimmunerkrankung, einer symptomatischen interstitiellen
Lungenerkrankung, mit Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapie erforderlichmachen, mit einer nicht-resezierbaren oder metastasierten Erkrankung, die bereits zuvor eine
Krebstherapie für die resezierbare Erkrankung erhalten haben, mit EGFR-Mutationen oder mitbekannten ALK-Translokationen oder die Hirnmetastasen hatten, waren von der pivotalen klinischen
Studie zur neoadjuvanten und adjuvanten Behandlung des NSCLC ausgeschlossen (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten soll Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie beidiesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen
Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Malignes PleuramesotheliomPatienten mit primärem Mesotheliom des Peritoneums, Perikards oder der Tunica vaginalis testissowie Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung, aktiver Autoimmunerkrankung, Erkrankungen,die eine systemische Immunsuppression erfordern, und Patienten mit Hirnmetastasen (soweit nichtchirurgisch reseziert oder mit stereotaktischer Radiotherapie behandelt, und ohne Weiterentwicklunginnerhalb von 3 Monaten vor Einschluss in die Studie) waren von der pivotalen Studie zur
Erstlinientherapie des MPM ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten soll
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nachsorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendetwerden.
NierenzellkarzinomNivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab
Patienten wurden bei einer Vorgeschichte gleichzeitig aufgetretener Hirnmetastasen, bei aktiver
Autoimmunerkrankung oder bei Erkrankungen, die eine Behandlung mit einer systemischen
Immunsuppression erfordern, von klinischen Studien mit Nivolumab oder Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten sollten Nivolumaboder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nachsorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendetwerden.
Nivolumab in Kombination mit CabozantinibPatienten mit aktiven Gehirnmetastasen, Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erfordern, waren von den klinischen Studien mit Nivolumabin Kombination mit Cabozantinib ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Aufgrund derfehlenden Daten soll Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib bei diesen Patientenpopulationenmit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfallangewendet werden.
Im Vergleich zur Nivolumab-Monotherapie wurden unter der Kombination Nivolumab mit
Cabozantinib bei Patienten mit fortgeschrittenem RCC häufiger Grad 3 und 4 ALT- und
AST-Anstiege berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Leberenzyme sollen vor Beginn und regelmäßigwährend der Behandlung beobachtet werden. Den Richtlinien für das medizinische Management fürbeide Arzneimittel soll gefolgt werden (siehe Abschnitt 4.2 und lesen Sie die Fachinformation von
Cabozantinib).
Klassisches Hodgkin-LymphomPatienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung und symptomatischer interstitieller
Lungenkrankheit waren von den klinischen Studien zum cHL ausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.1).
Ohne weitere Daten soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger
Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung, mit nodulärem Lymphozyten-prädominantem HLund mit früherer Exposition gegenüber Anti-PD1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-, Anti-CD137- oder
Anti-CTLA-4-Antikörpern oder anderen Antikörpern oder Arzneimitteln, die speziell auf die T-Zell-
Kostimulations- oder -Checkpoint-Signalwege abzielen, wurden von der klinischen Studie zu
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin zur Behandlung von cHL ausgeschlossen (siehe
Abschnitt 5.1).
Komplikationen bei allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantationen (HSZT) bei klassischem
Hodgkin-Lymphom
In der Nachbeobachtungszeit von Patienten mit cHL, die nach der Behandlung mit Nivolumab eineallogene HSZT erhalten hatten, wurden Fälle von akuter Graft-versus-Host-Krankheit (GvHD,
Spender-gegen-Empfänger-Krankheit) und transplantatbezogener Mortalität (transplant relatedmortality, TRM) festgestellt. Die sorgfältige Abwägung des potenziellen Nutzens einer allogenen
HSZT und des möglicherweise erhöhten Risikos von transplantatbezogenen Komplikationen solleinzelfallbezogen erbracht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Nach Markteinführung wurden bei Patienten, die nach allogener HSZT mit Nivolumab behandeltwurden, rasch einsetzende und schwere Ausprägungen der GvHD, einige mit tödlichem Ausgang,berichtet. Die Behandlung mit Nivolumab kann das Risiko schwerer GvHD und Todesfälle bei
Patienten erhöhen, die zuvor eine allogene HSZT hatten, vor allem bei Patienten mit GvHD in der
Vorgeschichte. Der Nutzen einer Behandlung mit Nivolumab soll bei diesen Patienten gegenüber demmöglichen Risiko abgewogen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Kopf-Hals-Tumoren
Patienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen, aktiver Autoimmunerkrankung, Erkrankungen, die eine systemischeimmunsuppressive Therapie erfordern oder Karzinomen mit primärer Lokalisation im Nasopharynxoder in der Speicheldrüse waren von der klinischen Studie bei SCCHN ausgeschlossen (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit
Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfallangewendet werden.
Ärzte sollten das verzögerte Einsetzen der Wirkung von Nivolumab berücksichtigen, bevor sie eine
Behandlung bei Patienten mit schlechteren prognostischen Merkmalen und/oder aggressivem
Krankheitsverlauf beginnen. Bei Kopf-Hals-Tumoren wurde innerhalb der ersten 3 Monate bei denmit Nivolumab behandelten Patienten eine höhere Anzahl an Todesfällen beobachtet verglichen mitden mit Docetaxel behandelten Patienten. Faktoren, die in Verbindung mit frühen Todesfällen standen,waren ECOG-Performance-Status, schnelle Krankheitsprogression auf die vorherige Platintherapieund hohe Tumorlast.
UrothelkarzinomPatienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen, aktiver Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erfordern, waren von den klinischen Studien beim
Urothelkarzinom ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten soll Nivolumabbei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen
Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Adjuvante Behandlung des UrothelkarzinomsPatienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2 (ausgenommen Patienten mit einemanfänglichen Performance-Status von 2, die keine neoadjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapieerhalten haben und für eine adjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht geeignet sind),
Anzeichen der Erkrankung nach Operation, aktiver Autoimmunerkrankung, oder Erkrankungen, dieeine systemische Immunsuppression erfordern, wurden von der klinischen Studie zur adjuvanten
Behandlung des Urothelkarzinoms ausgeschlossen (siehe Abschnitt 4.5 und 5.1). Ohne weitere Datensoll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen
Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall mit Vorsicht angewendet werden.
dMMR- oder MSI-H-KolorektalkarzinomPatienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen, aktiver Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erfordern, waren von der klinischen Studie beimmetastasierten dMMR- oder MSI-H-Kolorektalkarzinom ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5und 5.1). Ohne weitere Daten soll Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei diesen
Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos imindividuellen Einzelfall angewendet werden.
Plattenepithelkarzinom des ÖsophagusErstlinientherapie des ESCC
Patienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, mit einer Vorgeschichte von gleichzeitigaufgetretenen Hirnmetastasen, mit aktiver Autoimmunerkrankung, mit Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erfordern, oder mit erhöhtem Risiko für Blutungen oder
Fisteln aufgrund von offensichtlicher Tumorinvasion in angrenzende Organe des ösophagealen
Tumors waren von der klinischen Studie bei ESCC ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Ohne weitere Daten soll Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder Chemotherapie bei diesen
Patientenpopulationen nach sorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen
Einzelfall mit Vorsicht angewendet werden.
In der ESCC-Erstlinienstudie wurde eine höhere Anzahl an Todesfällen innerhalb der ersten 4 Monatebei Patienten beobachtet, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt wurden,verglichen mit den mit Chemotherapie behandelten Patienten. Ärzte müssen das verzögerte Einsetzender Wirkung von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab berücksichtigen, bevor sie eine
Behandlung bei Patienten mit prognostisch ungünstigeren Faktoren und/oder einem aggressiven
Krankheitsverlauf beginnen (siehe Abschnitt 5.1).
Behandlung des ESCC nach vorheriger Erstlinien-Chemotherapie
Der Großteil der klinischen Daten, welche für das Plattenepithelkarzinom des Ösophagus zur
Verfügung stehen, ist von Patienten asiatischer Herkunft (siehe Abschnitt 5.1).
Patienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥ 2, mit symptomatischen oderbehandlungsbedürftigen Hirnmetastasen, Patienten mit offensichtlicher Tumorinvasion in angrenzende
Organe des Ösophagus (z. B. in die Aorta oder den Respirationstrakt), mit aktiver
Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapieerfordern, waren von der klinischen Studie bei ESCC ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Ohne weitere Daten soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht und nur nachsorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im Einzelfall angewendet werden.
Ärzte sollten das verzögerte Einsetzen der Wirkung von Nivolumab berücksichtigen, bevor sie eine
Behandlung bei Patienten mit ESCC beginnen. Eine höhere Anzahl an Todesfällen innerhalb derersten 2,5 Monate nach Randomisierung wurde bei Patienten beobachtet, die mit Nivolumab behandeltwurden, verglichen mit den mit Chemotherapie behandelten Patienten. Es konnten keine spezifischen
Faktoren im Zusammenhang mit den frühen Todesfällen identifiziert werden (siehe Abschnitt 5.1).
Adjuvante Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder des gastroösophagealen ÜbergangsPatienten mit einem anfänglichen Performance-Status ≥2, Patienten, die keine gleichzeitige
Chemoradiotherapie (CRT) vor der Operation erhalten hatten, Patienten mit Stadium IV resezierbarer
Erkrankung, aktiver Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die eine systemischeimmunsuppressive Therapie erfordern, waren von der klinischen Studie bei Karzinomen des
Ösophagus oder des gastroösophagealen Übergangs ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Ohne weitere Daten soll Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger
Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des ÖsophagusPatienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, unbehandelten Metastasen deszentralen Nervensystems, aktiver bekannter oder vermuteter Autoimmunerkrankung oder
Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapie erfordern, waren von der klinischen
Studie bei Adenokarzinomen des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagusausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1). Ohne weitere Daten soll Nivolumab in Kombinationmit Chemotherapie bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nach sorgfältiger Abwägung despotenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendet werden.
In der Studie CA209649 wurden Patienten mit bekanntem positiven HER2-Status ausgeschlossen.
Patienten mit unbekanntem Status waren in der Studie erlaubt und repräsentierten 40,3 % der
Patienten (siehe Abschnitt 5.1).
Hepatozelluläres Karzinom
Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, vorheriger Lebertransplantation,
Child-Pugh-C-Lebererkrankung, einer Vorgeschichte gleichzeitig aufgetretener Hirnmetastasen, einer
Vorgeschichte von hepatischer Enzephalopathie (innerhalb von 12 Monaten vor der Randomisierung),klinisch signifikantem Aszites, einer HIV-Infektion oder aktiver Koinfektion mit Hepatitis-B-Virus(HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) oder HBV und Hepatitis-D-Virus (HDV), aktiver
Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die eine systemische Immunsuppression erfordern,wurden von der klinischen Studie im HCC ausgeschlossen (siehe Abschnitt 4.5 und 5.1). Die Daten zu
HCC-Patienten mit Child-Pugh B sind begrenzt. Ohne weitere Daten muss Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab, gefolgt von Nivolumab bei diesen Patientenpopulationen mit Vorsicht nachsorgfältiger Abwägung des potenziellen Nutzen/Risikos im individuellen Einzelfall angewendetwerden.
Beim HCC wurde eine höhere Anzahl an Todesfällen innerhalb der ersten 6 Monate bei Patientenbeobachtet, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt wurden, verglichen mit denmit Lenvatinib oder Sorafenib behandelten Patienten. Mit prognostisch ungünstigen Faktoren kann einhöheres Sterberisiko assoziiert sein. Ärzte sollten dieses Risiko bei Patienten mit prognostischungünstigen Faktoren vor Beginn der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabberücksichtigen.
Patienten mit kontrollierter NatriumdiätJeder ml dieses Arzneimittels enthält 0,1 mmol (oder 2,5 mg) Natrium. Dieses Arzneimittel enthält10 mg Natrium pro 4-ml-Durchstechflasche, 25 mg Natrium pro 10-ml-Durchstechflasche, 30 mg
Natrium pro 12-ml-Durchstechflasche oder 60 mg Natrium pro 24-ml-Durchstechflasche,entsprechend 0,5 %, 1,25 %, 1,5 % oder 3 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenenmaximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g. Wenn Natriumchlorid als Lösungsmittel verwendetwird, könnte die Natriumaufnahme variieren.
OPDIVO enthält Polysorbat 80 (E 433)
Dieses Arzneimittel enthält 0,94 mg Polysorbat 80 pro 4-ml-Durchstechflasche, 2,14 mg
Polysorbat 80 pro 10-ml-Durchstechflasche, 2,6 mg Polysorbat 80 pro 12-mg-Durchstechflasche und5,0 mg Polysorbat 80 pro 24-ml-Durchstechflasche. Polysorbate können allergische Reaktionenhervorrufen.
Patientenkarte
Jeder Arzt, der OPDIVO verschreibt, muss sich mit der Fachinformation für Ärzte und den
Behandlungsrichtlinien vertraut machen und die Risiken der Behandlung mit OPDIVO mit dem
Patienten besprechen. Dem Patienten wird mit jeder Verschreibung eine Patientenkarte ausgehändigt.
Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper. Es wurden keine pharmakokinetischen
Wechselwirkungsstudien als solches durchgeführt. Da monoklonale Antikörper nicht von
Cytochrom-P450-Enzymen (CYPs) oder anderen Enzymen des Arzneimittelmetabolismus abgebautwerden, ist nicht zu erwarten, dass die Pharmakokinetik von Nivolumab durch die Hemmung oder
Induktion dieser Enzyme durch gleichzeitig verabreichte Arzneimittel beeinflusst wird.
Andere Arten von Wechselwirkungen
Systemische Immunsuppression
Vor Beginn der Nivolumab-Behandlung soll die Anwendung systemischer Corticosteroide undanderer Immunsuppressiva wegen der potenziellen Beeinflussung der pharmakodynamischen Aktivitätvermieden werden. Nach Beginn der Nivolumab-Behandlung jedoch können systemische
Corticosteroide und andere Immunsuppressiva zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungenangewendet werden. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung systemischer
Immunsuppressiva nach Beginn der Nivolumab-Behandlung ein Ansprechen auf Nivolumabanscheinend nicht ausschließt.
Über die Anwendung von Nivolumab bei Schwangeren liegen keine Daten vor. Beitierexperimentellen Studien wurde embryofötale Toxizität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Humanes
IgG4 passiert die Plazentaschranke und Nivolumab ist ein IgG4; daher kann Nivolumab potenziell vonder Mutter auf den wachsenden Fötus übertragen werden. Die Anwendung von Nivolumab wirdwährend der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht zuverlässig verhüten,nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Wirksame
Verhütungsmethoden sind für mindestens 5 Monate nach der letzten Gabe von Nivolumabanzuwenden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Nivolumab in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel, einschließlich
Antikörper, in die Muttermilch ausgeschieden werden, ist ein Risiko für Neugeborene/ Kleinkindernicht auszuschließen. Daher muss unter Abwägung des Nutzens des Stillens für das Kind und des
Nutzens der Behandlung für die Mutter eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillenoder die Behandlung mit Nivolumab unterbrochen werden soll.
FertilitätEs wurden keine Studien durchgeführt, um die Auswirkung von Nivolumab auf die Fertilität zuuntersuchen. Daher ist die Auswirkung von Nivolumab auf die männliche oder weibliche Fertilitätunbekannt.
Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder anderen Arzneimitteln hatmöglicherweise einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Aufgrund potenzieller Nebenwirkungen wie Ermüdung/Fatigue (siehe Abschnitt 4.8)sollen Patienten angewiesen werden, beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtigzu sein, bis sie sicher sind, nicht durch Nivolumab beeinträchtigt zu werden.
Nivolumab als Monotherapie (siehe Abschnitt 4.2)
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIm zusammengefassten Datensatz zu Nivolumab als Monotherapie über die Tumorarten (n = 4 646)mit einem minimalen Nachbeobachtungszeitraum von 2,3 bis 28 Monaten, waren die häufigsten
Nebenwirkungen (≥ 10 %) Ermüdung/Fatigue (44 %), Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems (28 %), Diarrhö (26 %), Ausschlag (24 %), Husten (22 %), Übelkeit (22 %)
Pruritus (19 %), verringerter Appetit (17 %), Arthralgie (17 %), Obstipation (16 %), Dyspnoe (16 %),
Abdominalschmerz (15 %), Infektion der oberen Atemwege (15 %), Fieber (13 %),
Kopfschmerzen (13 %), Anämie (13 %) und Erbrechen (12 %). Die Mehrheit der Nebenwirkungenwar leicht bis mäßig (Grad 1 oder 2). Die Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen war 44 %, mit0,3 % tödlichen Nebenwirkungen, welche auf die Studienmedikation zurückzuführen sind. In einer
Nachbeobachtung von mindestens 63 Monaten bei NSCLC wurden keine neuen Sicherheitssignaleidentifiziert.
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenIn Tabelle 17 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die aus dem zusammengefassten Datensatz für diemit Nivolumab-Monotherapie behandelten Patienten (n = 4 646) stammen. Die Nebenwirkungen sindnach Organklassen und Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehrhäufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100);selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 17: Nebenwirkungen unter Nivolumab-Monotherapie
Nivolumab-MonotherapieSehr häufig Infektion der oberen Atemwege
Häufig Pneumoniea, Bronchitis
Selten Aseptische Meningitis
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Selten Histiozytäre nekrotisierende Lymphadenitis (Kikuchi-Lymphadenitis)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Lymphopenieb, Anämieb,i, Leukopenieb, Neutropeniea,b, Thrombozytopenieb
Gelegentlich Eosinophilie
Nicht bekannt Hämophagozytische Lymphohistiozytose
Nivolumab-MonotherapieHäufig Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion (einschließlich Zytokin-
Freisetzungssyndrom), Überempfindlichkeit (einschl. anaphylaktische Reaktion)
Gelegentlich Sarkoidose
Nicht bekannt Abstoßung eines soliden Organtransplantatsf
Endokrine ErkrankungenHäufig Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyroiditis
Gelegentlich Nebenniereninsuffizienzj, Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Diabetesmellitus
Selten Diabetische Ketoazidose, Hypoparathyreoidismus
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit, Hyperglykämieb
Häufig Dehydrierung, Gewichtsverlust, Hypoglykämieb
Gelegentlich Metabolische Azidose
Nicht bekannt Tumorlyse-Syndromg
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Periphere Neuropathie, Schwindelgefühl
Gelegentlich Polyneuropathie, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und
Abduzensparese)
Selten Guillain-Barré-Syndrom, Demyelinisierung, myasthenes Syndrom,
Enzephalitisa,k, Optikusneuritis
Nicht bekannt Myelitis (einschließlich transverse Myelitis)
AugenerkrankungenHäufig Verschwommenes Sehen, trockene Augen
Gelegentlich Uveitis
Nicht bekannt Vogt-Koyanagi-Harada-Syndromf
HerzerkrankungenHäufig Tachykardie, Vorhofflimmern
Gelegentlich Myokarditisa, Perikardiale Erkrankungenh, Arrhythmie (einschließlichventrikulärer Arrhythmie)
GefäßerkrankungenHäufig Hypertonie
Selten Vaskulitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Dyspnoea, Husten
Häufig Pneumonitisa, Pleuraerguss
Gelegentlich Lungeninfiltration
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Abdominalschmerz, Obstipation
Häufig Kolitisa, Stomatitis, trockener Mund
Gelegentlich Pankreatitis, Gastritis
Selten Zwölffingerdarmgeschwür, exokrine Pankreasinsuffizienz, Zöliakie
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich Hepatitis, Cholestase
Nivolumab-MonotherapieSehr häufig Ausschlagc, Pruritus
Häufig Vitiligo, trockene Haut, Erythem, Alopezie
Gelegentlich Psoriasis, Rosazea, Erythema multiforme, Urtikaria
Selten Toxische epidermale Nekrolysea,d, Stevens-Johnson-Syndroma
Nicht bekannt Lichen sclerosusg, andere Lichenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen des Muskel- und Skelettsystemse, Arthralgie
Häufig Arthritis
Gelegentlich Rheumatische Polymyalgie
Selten Sjögren-Syndrom, Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis)a,
Rhabdomyolysea,d
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Nierenversagen (einschließlich akuter Nierenschädigung)a
Selten Tubulointerstitielle Nephritis, nicht-infektiöse Zystitis
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue, Fieber
Häufig Schmerzen, Schmerzen in der Brust, Ödemel
Untersuchungenb
Sehr häufig AST-Anstieg, Hyponatriämie, Hypoalbuminämie, Anstieg der alkalischen
Phosphatase, Kreatinin-Anstieg, ALT-Anstieg, Lipase-Anstieg, Hyperkaliämie,
Amylase-Anstieg, Hypokalziämie, Hypomagnesiämie, Hypokaliämie,
Hyperkalziämie
Häufig Anstieg des Gesamtbilirubins, Hypernatriämie, Hypermagnesiämie
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen in Tabelle 17 sind möglicherweise nicht vollständig Nivolumab zuzuordnen, sondernkönnen auch Einflüsse der zugrundeliegenden Erkrankung beinhalten.a Todesfälle wurden in abgeschlossenen oder laufenden klinischen Studien berichtet.b Die Häufigkeitsangaben bei den Laborwerten entsprechen dem Anteil an Patienten, bei denen es zu einer
Verschlechterung gegenüber den Ausgangslaborwerten gekommen ist. Siehe unten ('Beschreibung einzelner
Nebenwirkungen; Laborwertanomalien“).
c Ausschlag ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet makulopapulösen Ausschlag, erythematösen Ausschlag,juckenden Ausschlag, follikularen Ausschlag, makularen Ausschlag, morbilliformen Ausschlag, papulösen
Ausschlag, pustulösen Ausschlag, vesikulären Ausschlag, exfoliativen Ausschlag, Dermatitis, Akne-ähnliche
Dermatitis, allergische Dermatitis, atopische Dermatitis, bullöse Dermatitis, exfoliative Dermatitis, psoriasiforme
Dermatitis, Arzneimittelexanthem und Pemphigoid.
d Auch berichtet in Studien außerhalb des zusammengefassten Datensatzes. Die Häufigkeitsangabe basiert auf der
Exposition innerhalb des gesamten Programms.
e Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems ist ein übergeordneter Begriff, der Folgendes einschließt:
Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, Beschwerden im Bewegungsapparat,
Myalgie, interkostale Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten und Wirbelsäulenschmerzen.
f Ereignis nach Markteinführung (siehe auch Abschnitt 4.4).g In klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet.h Perikardiale Erkrankungen ist ein übergeordneter Begriff, der Perikarditis, Perikarderguss, Herztamponade und das
Dressler-Syndrom umfasst.i Anämie ist ein übergeordneter Begriff, der unter anderen Formen auch hämolytische Anämie und autoimmune
Anämie, erniedrigtes Hämoglobin, Eisenmangelanämie und erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen umfasst.j Einschließlich Nebenniereninsuffizienz, akuter Nebennierenrindeninsuffizienz und sekundärer
Nebennierenrindeninsuffizienz.k Einschließlich Enzephalitis und limbischer Enzephalitis.l Ödem ist ein übergeordneter Begriff, der generalisiertes Ödem, peripheres Ödem, periphere Schwellung und
Schwellung beinhaltet.
Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.2)
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWenn Nivolumab in Kombination angewendet wird, lesen Sie für weitere Informationen zum
Sicherheitsprofil die Fachinformation der anderen Arzneimittel, bevor Sie mit der Behandlungbeginnen.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)
Im zusammengefassten Datensatz von Nivolumab, verabreicht in Kombination mit Ipilimumab (mitoder ohne Chemotherapie) über die Tumorarten (n = 2 626) mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 6 bis 47 Monaten, waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %)
Ermüdung/Fatigue (47 %), Diarrhö (35 %), Ausschlag (37 %), Übelkeit (27 %), Pruritus (29 %),
Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (26 %), Fieber (23 %), verminderter Appetit (22 %),
Husten (21 %), Abdominalschmerz (18 %), Erbrechen (18 %), Obstipation (18 %), Arthralgie (18 %),
Dyspnoe (17 %), Hypothyreose (16 %), Kopfschmerzen (15 %), Infektion der oberen Atemwege(13 %), Ödeme (13 %) und Schwindelgefühl (10 %). Die Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungenwar 66 % für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie), mit 1,0 %tödlichen Nebenwirkungen, welche auf die Studienmedikation zurückzuführen sind. Bei Patienten, diemit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg für Melanom behandelt wurden,wurden die folgenden Nebenwirkungen, im Vergleich zu der Häufigkeitsrate, die imzusammengefassten Datensatz von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne
Chemotherapie) berichtet wurde, mit einer ≥ 10 % höheren Häufigkeitsrate berichtet:
Ermüdung/Fatigue (62 %), Ausschlag (57 %), Diarrhö (52 %), Übelkeit (42 %), Pruritus (40 %),
Fieber (36 %) und Kopfschmerzen (26 %). Bei Patienten, die mit Nivolumab 360 mg in Kombinationmit Ipilimumab 1 mg/kg und Chemotherapie für NSCLC behandelt wurden, wurden die folgenden
Nebenwirkungen, im Vergleich zu der Häufigkeitsrate, die im zusammengefassten Datensatz von
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) berichtet wurde, mit einer≥ 10 % höheren Häufigkeitsrate berichtet: Anämie (32 %) und Neutropenie (15 %).
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie
Im zusammengefassten Datensatz von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle 3 Wochenin Kombination mit Chemotherapie über die Tumorarten (n = 1 800) mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 7,4 bis 23,6 Monaten oder nach 3 Behandlungszyklen bei resezierbarem
NSCLC waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Übelkeit (48 %), Ermüdung/Fatigue (40 %),periphere Neuropathie (33 %), verminderter Appetit (31 %), Obstipation (31 %), Diarrhö (28 %),
Erbrechen (24 %), Ausschlag (19 %), Abdominalschmerz (18 %), Stomatitis (18 %), Schmerzen des
Muskel- und Skelettsystems (18 %), Fieber (16 %), Husten (13 %), Ödeme (einschließlich periphere
Ödeme) (12 %) und Pruritus (11 %). Die Häufigkeiten von Grad3-5-Nebenwirkungen waren 69 % für
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie, mit 1,2 % tödlichen Nebenwirkungen, welche auf
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie zurückzuführen sind. Die mediane Behandlungsdauerwar 6,14 Monate (95 % CI: 5,78; 6,60) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie. Beiresezierbarem NSCLC erhielten dreiundneunzig Prozent (93 %) der Patienten 3 Zyklen Nivolumab in
Kombination mit Chemotherapie.
Nivolumab in Kombination mit CabozantinibIm Datensatz zu Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen in Kombination mit Cabozantinib 40 mg einmaltäglich bei RCC (n = 320), bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 16,0 Monaten, waren diehäufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) Diarrhö (64,7 %), Ermüdung/Fatigue (51,3 %), palmar-plantares
Erythrodysästhesiesyndrom (40,0 %), Stomatitis (38,8 %), Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems (37,5 %), Hypertonie (37,2 %), Ausschlag (36,3 %), Hypothyreose (35,6 %),verminderter Appetit (30,3 %), Übelkeit (28,8 %), Abdominalschmerz (25,0 %), Dysgeusie (23,8 %),
Infektionen der oberen Atemwege (20,6 %), Husten (20,6 %), Pruritus (20,6 %), Arthralgie (19,4 %),
Erbrechen (18,4 %), Dysphonie (17,8 %), Kopfschmerzen (16,3 %), Dyspepsie (15,9 %),
Schwindelgefühl (14,1 %), Obstipation (14,1 %), Fieber (14,1 %), Ödeme (13,4 %),
Muskelspasmen (12,2 %), Dyspnoe (11,6 %), Proteinurie (10,9 %) und Hyperthyreose (10,0 %). Die
Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen war 78 %, mit 0,3 % tödlichen Nebenwirkungen, welcheauf die Studienmedikation zurückzuführen sind.
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Im Datensatz zu Nivolumab 3 mg/kg alle 3 Wochen in Kombination mit Brentuximab Vedotin1,8 mg/kg alle 3 Wochen bei allen behandelten Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem cHL(n = 72) mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 40,7 Monaten waren die häufigsten
Nebenwirkungen (≥ 10 %) Übelkeit (50,0 %), Ausschlag (29,2 %), Fieber (26,4 %), Kopfschmerzen(25,0 %), Diarrhö (25,0 %), Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (25,0 %), Abdominalschmerz(22,2 %), Überempfindlichkeit (20,8 %), Infusionsreaktion (18,1 %), Erbrechen (18,1% ),
Ermüdung/Fatigue (18,1 %), Transaminasen erhöht (13,9 %) und Obstipation (11,1 %). Die
Häufigkeit von Grad-3-5-Nebenwirkungen betrug 36,1 %. Es wurden keine tödlichenarzneimittelbedingten Nebenwirkungen berichtet.
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenIn Tabelle 18 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die aus dem zusammengefassten Datensatz für diemit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) (n = 2 626),
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie (n = 1 800) und Nivolumab in Kombination mit
Cabozantinib behandelten Patienten (n = 320) stammen. Die Nebenwirkungen sind nach Organklassenund Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 18: Nebenwirkungen unter Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder Chemotherapie Cabozantinibohne Chemotherapie)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen Infektion der oberen
Atemwege Atemwege
Häufig Pneumonie, Bronchitis, Infektion der oberen Pneumonie
Konjunktivitis Atemwege, Pneumoniea
Selten Aseptische Meningitis
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Anämieb,j, Neutropenieb, Anämieb,j, Anämieb, Thrombozytopenieb,
Thrombozytopenieb, Leukopenieb, Leukopenieb, Lymphopenieb,
Leukopenieb, Lymphopenieb, Neutropenieb
Lymphopenieb, Thrombozytopenieb
Neutropenieb
Häufig Eosinophilie Febrile Neutropeniea Eosinophilie
Gelegentlich Febrile Neutropenie Eosinophilie
Nicht bekannt Hämophagozytische
Lymphohistiozytose
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig Reaktion im Überempfindlichkeit, Überempfindlichkeit
Zusammenhang mit einer Reaktion im (einschließlich
Infusion (einschließlich Zusammenhang mit einer anaphylaktische Reaktion)
Zytokin- Infusion (einschließlich
Freisetzungssyndrom), Zytokin-
Überempfindlichkeit Freisetzungssyndrom)
Gelegentlich Infusionsbedingte
Überempfindlichkeitsreaktion
Selten Sarkoidose
Nicht bekannt Abstoßung eines soliden
Organtransplantatsg
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder Chemotherapie Cabozantinibohne Chemotherapie)
Endokrine ErkrankungenSehr häufig Hypothyreose Hypothyreose, Hyperthyreose
Häufig Hyperthyreose, Thyroiditis, Hypothyreose, Nebenniereninsuffizienz
Nebenniereninsuffizienz, Hyperthyreose, Diabetes
Hypophysitis, mellitus
Hypophyseninsuffizienz,
Diabetes mellitus
Gelegentlich Diabetische Ketoazidose Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Thyroiditis
Thyroiditis,
Hypophyseninsuffizienz,
Hypophysitis
Selten Hypoparathyreoidismus
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit, Verminderter Appetit, Verminderter Appetit,
Hyperglykämieb, Hyperglykämieb, Hypoglykämieb,
Hypoglykämieb Hypoglykämieb Hyperglykämieb,
Gewichtsverlust
Häufig Dehydrierung, Hypoalbuminämie, Dehydrierung
Hypoalbuminämie, Hypophosphatämie
Hypophosphatämie,
Gewichtsverlust
Gelegentlich Metabolische Azidose
Selten Tumorlyse-Syndrom
Nicht bekannt Tumorlyse-Syndromh
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen Periphere Neuropathie Dysgeusie, Schwindelgefühl,
KopfschmerzenHäufig Schwindelgefühl, periphere Parästhesie, Periphere Neuropathie
Neuropathie Schwindelgefühl,
KopfschmerzenGelegentlich Polyneuropathie, Guillain-Barré-Syndrom autoimmune Enzephalitis,
Peroneuslähmung, Guillain-Barré-Syndrom,autoimmune Neuropathie myasthenes Syndrom(einschließlich
Gesichtsnerv- und
Abduzensparese),
Enzephalitis, Myastheniagravis
Selten Guillain-Barré-Syndrom, Enzephalitis
Neuritis, Myelitis(einschließlich transverse
Myelitis), Optikusneuritis
Nicht bekannt Myelitis (einschließlichtransverse Myelitis),
Optikusneuritis
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig Tinnitus
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder Chemotherapie Cabozantinibohne Chemotherapie)
AugenerkrankungenHäufig Verschwommenes Sehen, Trockene Augen, Trockene Augen,trockene Augen verschwommenes Sehen verschwommenes Sehen
Gelegentlich Uveitis, Episkleritis Uveitis Uveitis
Selten Vogt-Koyanagi-Harada-
Syndrom
HerzerkrankungenHäufig Tachykardie, Tachykardie, Vorhofflimmern, Tachykardie
Vorhofflimmern Vorhofflimmern
Gelegentlich Myokarditisa, Arrhythmie Myokarditis Myokarditis(einschließlichventrikulärer Arrhythmie)a,
BradykardieNicht bekannt Perikardiale Erkrankungeni
GefäßerkrankungenSehr häufig Hypertonie
Häufig Hypertonie Thrombosea,k, Thrombosek
Hypertonie, Vaskulitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Husten, Dyspnoe Husten Dysphonie, Dyspnoe, Husten
Häufig Pneumonitisa, Pneumonitisa, Dyspnoe Pneumonitis, Lungenembolie,
Lungenemboliea, Pleuraerguss, Epistaxis
PleuraergussSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Diarrhöa, Stomatitis, Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit,
Übelkeit, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Stomatitis,
Abdominalschmerz, Abdominalschmerz, Abdominalschmerz,
Obstipation Obstipation Dyspepsie
Häufig Kolitisa, Pankreatitis, Kolitis, trockener Mund Kolitis, Gastritis,
Stomatitis, Gastritis, Mundschmerzen, trockenertrockener Mund Mund, Hämorrhoiden
Gelegentlich Duodenitis Pankreatitis Pankreatitis,
Dünndarmperforationa,
Glossodynie
Selten Darmperforationa, exokrine
Pankreasinsuffizienz,
Zöliakie
Nicht bekannt Exokrine Exokrine
Pankreasinsuffizienz, Pankreasinsuffizienz, Zöliakie
Zöliakie
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Hepatitis Hepatitis
Gelegentlich Hepatitis
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder Chemotherapie Cabozantinibohne Chemotherapie)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Ausschlagc, Pruritus Ausschlagc, Pruritus Palmar-plantares
Erythrodysästhesiesyndrom,
Ausschlagc, Pruritus
Häufig Alopezie, Vitiligo, Palmar-plantares Alopezie, trockene Haut,
Urtikaria, trockene Haut, Erythrodysästhesiesyndr Erythem, Änderung der
Erythem om, Haarfarbe
Hauthyperpigmentierung, Alopezie, trockene
Haut, Erythem
Gelegentlich Stevens-Johnson-Syndrom, Psoriasis, Urtikaria
Erythema multiforme,
Psoriasis, andere
Lichenerkrankungend
Selten Toxische epidermale
Nekrolysea,e, Lichensclerosus
Nicht bekannt Lichen sclerosus, andere
Lichenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen des Muskel- Schmerzen des Muskel- Schmerzen des Muskel- undund Skelettsystemsf, und Skelettsystemsf Skelettsystemsf, Arthralgie,
Arthralgie Muskelspasmen
Häufig Muskelspasmen, muskuläre Arthralgie, muskuläre Arthritis
Schwäche, Arthritis Schwäche
Gelegentlich Polymyalgia rheumatica, Myopathie, Osteonekrose des
Myopathie, Myositis Kiefers, Fistel(einschließlich
Polymyositis)a
Selten Spondyloarthropathie,
Sjögren‑Syndrom,
Rhabdomyolysea
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSehr häufig Proteinurie
Häufig Nierenversagen Nierenversagena Nierenversagen, akute(einschließlich akuter Nierenschädigung
Nierenschädigung)a
Gelegentlich Tubulointerstitielle Nicht-infektiöse Zystitis, Nephritis
Nephritis, Nephritis Nephritis
Selten Nicht-infektiöse Zystitis Nicht-infektiöse Zystitish
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue, Fieber, Ermüdung/Fatigue, Ermüdung/Fatigue, Fieber,
Ödeme (einschließlich Fieber, Ödeme Ödemeperipheres Ödem) (einschließlichperipheres Ödem)
Häufig Schmerzen in der Brust, Unwohlsein Schmerzen, Schmerzen in der
Schmerzen, Schüttelfrost Brust
Kombination mit Kombination mit Kombination mit
Ipilimumab (mit oder Chemotherapie Cabozantinibohne Chemotherapie)
Untersuchungen
Sehr häufig Anstieg der alkalischen Hypokalziämieb, Anstieg der alkalischen
Phosphataseb, AST-Anstiegb, Phosphataseb, ALT-Anstiegb,
AST-Anstiegb, ALT-Anstiegb, AST-Anstiegb, Anstieg des
ALT-Anstiegb, Anstieg des Hyponatriämieb, Gesamtbilirubinsb, Kreatinin-
Gesamtbilirubinsb, Amylase-Anstiegb, Anstiegb, Amylase-Anstiegb,
Kreatinin-Anstiegb, Hypomagnesiämieb, Lipase-Anstiegb,
Amylase-Anstiegb, Anstieg der alkalischen Hypokaliämieb,
Lipase-Anstiegb, Phosphataseb, Hypomagnesiämieb,
Hyponatriämieb, Hypokaliämieb, Hyponatriämieb,
Hyperkaliämieb, Kreatinin-Anstiegb, Hypokalziämieb,
Hypokaliämieb, Lipase-Anstiegb, Hyperkalziämieb,
Hyperkalziämieb, Hyperkaliämieb, Anstieg Hypophosphatämieb,
Hypokalziämieb, des Gesamtbilirubinsb Hyperkaliämieb,
Hypomagnesiämieb Hypermagnesiämieb,
Hypernatriämieb
Häufig Hypernatriämieb, Hypernatriämieb, Cholesterin-Anstieg im Blut,
Hypermagnesiämieb, Hyperkalziämieb, Hypertriglyzeridämie
Anstieg des Hypermagnesiämieb
Schilddrüsen-stimulieren-den Hormons, Anstieg der
Gamma-Glutamyltransfera-se
Die in Tabelle 18 angegebenen Häufigkeiten der Nebenwirkungen sind möglicherweise nicht vollständig auf Nivolumaballein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zurückzuführen, da auch die Grunderkrankung oder die in
Kombination verwendeten Arzneimittel dazu beitragen können.a Todesfälle wurden in abgeschlossenen oder laufenden klinischen Studien berichtet.b Die Häufigkeitsangaben bei den Laborwerten entsprechen dem Anteil an Patienten, bei denen es zu einer
Verschlechterung gegenüber den Ausgangslaborwerten gekommen ist. Siehe unten 'Beschreibung einzelner
Nebenwirkungen; Laborwertanomalien“.
c Ausschlag ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet makulopapulösen Ausschlag, erythematösen Ausschlag,juckenden Ausschlag, follikulären Ausschlag, makulösen Ausschlag, morbilliformen Ausschlag, papulösen
Ausschlag, pustulösen Ausschlag, papulösepithelialen Ausschlag, vesikulären Ausschlag, generalisierten Ausschlag,exfoliativen Ausschlag, Dermatitis, Akne-ähnliche Dermatitis, allergische Dermatitis, atopische Dermatitis, bullöse
Dermatitis, exfoliative Dermatitis, psoriasiforme Dermatitis, Arzneimittelexanthem, nodulären Ausschlag und
Pemphigoid.
d Lichenerkrankungen ist ein übergeordneter Begriff, der lichenoide Keratose und Lichen planus beinhaltet.e Auch berichtet in Studien außerhalb des zusammengefassten Datensatzes. Die Häufigkeitsangabe basiert auf der
Exposition innerhalb des gesamten Programms.f Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems ist ein übergeordneter Begriff, der Folgendes einschließt:
Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, Beschwerden im Bewegungsapparat,
Myalgie, interkostale Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten und Wirbelsäulenschmerzen.
g Ereignis nach Markteinführung (siehe auch Abschnitt 4.4).h In klinischen Studien und nach Markteinführung berichtet.i Perikardiale Erkrankungen ist ein übergeordneter Begriff, der Perikarditis, Perikarderguss, Herztamponade und das
Dressler-Syndrom umfasst.j Anämie ist ein übergeordneter Begriff, der unter anderen Formen auch hämolytische Anämie und autoimmune
Anämie, erniedrigtes Hämoglobin, Eisenmangelanämie und erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen umfasst.k Thrombose ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet Pfortaderthrombose, Lungenvenenthrombose,
Lungenthrombose, Aortenthrombose, Arterienthrombose, tiefe Venenthrombose, Beckenvenenthrombose,
Thrombose der Vena cava, Venenthrombose, Venenthrombose der Extremitäten.
In Tabelle 19 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die bei mit Nivolumab in Kombination mit
Brentuximab Vedotin behandelten Patienten (n = 72) dokumentiert wurden. Die Nebenwirkungen sindnach Systemorganklassen und Häufigkeit geordnet. Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehrhäufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10).
Tabelle 19: Nebenwirkungen unter Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen Atemwege
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHäufig Neutropenie, Anämie, Lymphopenie, febrile Neutropenie, Leukopenie,
ThrombozytopenieSehr häufig Überempfindlichkeita, Infusionsreaktion
Endokrine ErkrankungenHäufig Hyperthyreose, Hypothyreose
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Verminderter Appetit, Hyperglykämie, Hypokaliämie, Hypernatriämie
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Periphere Neuropathie, Schwindelgefühl
GefäßerkrankungenHäufig Thrombose
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Husten
Häufig Pneumonitis, Dyspnoe
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Abdominalschmerz, Obstipation
Häufig Stomatitis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Ausschlagb
Häufig Alopezie, Pruritus, trockene Haut, Erythem, Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Schmerzen des Muskel- und Skelettsystemsc
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Nierenversagen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Fieber, Ermüdung/Fatigue
Häufig Ödem
Untersuchungen
Sehr häufig Transaminasen-Anstiegd
Häufig Anstieg des Gesamtbilirubins, Amylase-Anstieg, Lipase-Anstieg
Die in Tabelle 19 angegebenen Häufigkeiten der Nebenwirkungen sind möglicherweise nicht vollständig auf Nivolumaballein oder in Kombination mit Brentuximab zurückzuführen, da auch die Grunderkrankung oder die in Kombinationverwendeten Arzneimittel dazu beitragen können.
a Überempfindlichkeit ist ein übergeordneter Begriff, der anaphylaktische Reaktion umfasst.b Ausschlag ist ein übergeordneter Begriff, er beinhaltet makulopapulösen Ausschlag, erythematösen Ausschlag,juckenden Ausschlag, papulösen Ausschlag, Akne-ähnliche Dermatitis und allergische Dermatitis.f Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems ist ein übergeordneter Begriff, der Folgendes einschließt:
Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzenin den Extremitäten, Wirbelsäulenschmerzen, Arthralgie und Kieferschmerzen.
d Transaminasen-Anstieg ist ein übergeordneter Begriff, der Alaninaminotransferase-Anstieg und
Aspartataminotransferase-Anstieg umfasst.
Beschreibung einzelner NebenwirkungenNivolumab oder Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln ist mit immunvermittelten
Nebenwirkungen assoziiert. Diese immunvermittelten Nebenwirkungen sind mit einer adäquatenmedizinischen Behandlung meist reversibel. Das dauerhafte Absetzen der Therapie war im
Allgemeinen bei Patienten, die Nivolumab in Kombination mit anderen Arzneimitteln erhielten im
Vergleich zu Patienten, die Nivolumab als Monotherapie erhielten, häufiger nötig. Die Tabelle 20zeigt den Prozentsatz an Patienten mit immunvermittelten Nebenwirkungen, bei welchen die Therapiedauerhaft abgesetzt werden musste, abhängig vom Dosierungsregime. Außerdem zeigt die Tabelle 20für die Patienten, bei welchen eine Nebenwirkung auftrat, den Prozentsatz an Patienten, der mithochdosierten Corticosteroiden (mindestens 40 mg Prednison-Äquivalent täglich) behandelt werdenmusste, abhängig vom Dosierungsregime. Die Behandlungsrichtlinien für diese Nebenwirkungenwerden im Abschnitt 4.4 beschrieben.
Tabelle 20: Immunvermittelte Nebenwirkungen, welche zum dauerhaften Absetzen der
Therapie führen oder welche eine Behandlung mit hochdosierten
Corticosteroiden erfordern, abhängig vom Dosierungsregime(Nivolumab‑Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mitoder ohne Chemotherapie), Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie oder
Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib)
Nivolumab-Mon Nivolumab in Nivolumab in Nivolumab ino-therapie Kombination mit Kombination mit Kombination mit% Ipilimumab (mit Chemotherapie Cabozantiniboder ohne % %
Chemotherapie)%
Immunvermittelte Nebenwirkung, welche zum dauerhaften Absetzen der Therapie führt
Pneumonitis 1,4 2,1 2,0 2,5
Kolitis 1,2 6 1,8 2,5
Hepatitis 1,1 5 0,7 4,1
Nephritis und 0,3 1,1 3,1 0,6
NierenfunktionsstörungEndokrinopathien 0,5 2,2 0,6 1,3
Haut 0,8 1,0 0,9 2,2
Überempfindlichkeit/Reaktion 0,1 0,3 1,7 0im Zusammenhang mit einer
Infusion
Immunvermittelte Nebenwirkung, welche eine Behandlung mit hochdosierten Corticosteroidenerforderta,b
Pneumonitis 65 59 59 56
Kolitis 14 32 9 8
Hepatitis 21 39 7 23
Nephritis und 22 27 9 9
NierenfunktionsstörungEndokrinopathien 5 18 4,3 4,2
Haut 3,3 8 6 8
Überempfindlichkeit/Reaktion 18 18 22 0im Zusammenhang mit einer
Infusiona mindestens 40 mg Prednison-Äquivalent täglichb Häufigkeit basiert auf der Anzahl an Patienten, bei welchen immunvermittelte Nebenwirkungen auftraten
Immunvermittelte PneumonitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung und Lungeninfiltration,3,3 % (155/4 646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei0,9 % (42/4 646) oder Grad 2 bei 1,7 % (77/4 646) der Patienten angegeben. Fälle von Grad 3 bzw. 4wurden bei 0,7 % (33/4 646) bzw. < 0,1 % (1/4 646) der Patienten berichtet. Bei sechs Patienten(0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 15,1 Wochen(Spanne: 0,7 - 85,1). Bei 107 Patienten (69,0 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen
Zeit von 6,7 Wochen (Spanne: 0,1+ - 109,1+); + kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen
Lungenerkrankung 6,0 % (157/2 626). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 3,0 %(78/2 626), 1,0 % (27/2 626) bzw. 0,3 % (8/2 626) der Patienten berichtet. Bei vier Patienten (0,2 %)führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 2,7 Monate (Spanne: 0,1 - 56,8). Bei129 Patienten (82,2 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 6,1 Wochen(Spanne: 0,1+ - 149,3+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung, 4,4 % (80/1 800).
Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 2,2 % (40/1 800), 0,9 % (17/1 800) bzw. 0,2 %(3/1 800) der Patienten berichtet. Bei drei Patienten (0,2 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit biszum Auftreten betrug 24,6 Wochen (Spanne: 0,6 - 96,9). Bei 58 Patienten (72,5 %) kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 10,4 Wochen (Spanne: 0,3+ - 171,4+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Pneumonitis, einschließlich einer interstitiellen Lungenerkrankung, 5,6 % (18/320).
Grad 2 bzw. Grad 3 wurden für 1,9 % (6/320) bzw. 1,6 % (5/320) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten betrug 26,9 Wochen (Spanne: 12,3 - 74,3 Wochen). Bei 14 Patienten (77,8 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 7,5 Wochen(Spanne: 2,1 - 60,7+ Wochen).
Immunvermittelte KolitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Diarrhö,
Kolitis oder vermehrtem Stuhlgang 15,4 % (716/4 646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fällewurde mit Grad 1 bei 9,9 % (462/4 646) oder Grad 2 bei 4,0 % (186/4 646) der Patienten angegeben.
Fälle mit Grad 3 und 4 wurden bei 1,4 % (67/4 646) bzw. bei < 0,1 % (1/4 646) der Patientenberichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 8,3 Wochen (Spanne: 0,1 - 115,6). Bei639 Patienten (90,3 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 2,9 Wochen(Spanne: 0,1 - 124,4+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Diarrhö oder Kolitis 26,0 % (682/2 626). Fälle mit Grad 2,
Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 8,1 % (212/2 626), 6,4 % (167/2 626) bzw. 0,2 % (4/2 626) der
Patienten berichtet. Bei zwei Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 1,4 Monate (Spanne: 0,0 - 48,9). Bei 618 Patienten (91 %) kam es zu einer
Rückbildung in einer medianen Zeit von 2,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 170,0+). Bei Patienten, die mit
Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg für Melanom behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Diarrhö oder Kolitis 46,7 %, einschließlich Grad 2 (13,6 %), Grad 3 (15,8 %) und
Grad 4 (0,4 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Diarrhö oder Kolitis 22,5 % (405/1 800). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurdenbei 7,2 % (130/1 800), 3,1 % (56/1 800) bzw. 0,3 % (6/1 800) der Patienten berichtet. Bei einem
Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 4,4 Wochen(Spanne: 0,1 - 93,6). Bei 357 Patienten (88,6 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen
Zeit von 1,6 Wochen (Spanne: 0,1 - 212,3+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Diarrhö, Kolitis, häufigen Darmentleerungen oder Enteritis 59,1 % (189/320). Grad 2bzw. Grad 3, wurden bei 25,6 % (82/320) bzw. 6,3 % (20/320) der Patienten berichtet. Grad 4 wurdenbei 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 12,9 Wochen(Spanne: 0,3 - 110,9 Wochen). Bei 143 Patienten (76,1 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 12,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 139,7+ Wochen).
Immunvermittelte HepatitisBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalienbei Leberfunktionstests 8,0 % (371/4 646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1bei 4,3 % (200/4 646) oder Grad 2 bei 1,8 % (82/4 646) angegeben. Fälle mit Grad 3 bzw. 4 wurdenbei 1,6 % (74/4 646) bzw. 0,3 % (15/4 646) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 10,6 Wochen (Spanne: 0,1 - 132,0). Bei 298 Patienten (81,4 %) kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 6,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 126,4+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 21,2 % (556/2 626).
Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 5,0 % (132/2 626), 8,3 % (218/2 626) bzw. 1,3 %(34/2 626) der Patienten berichtet. Bei sieben Patienten (0,3 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeitbis zum Auftreten betrug 1,5 Monate (Spanne: 0,0 - 36,6). Bei 482 Patienten (87,0 %) kam es zu einer
Rückbildung in einer medianen Zeit von 5,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 175,9+). Bei Patienten, die mit
Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg für Melanom behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 30,1 %, einschließlich Grad 2 (6,9 %), Grad 3(15,8 %) und Grad 4 (1,8 %). Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit
Ipilimumab 3 mg/kg für HCC behandelt wurden, war die Häufigkeit von Anomalien bei
Leberfunktionstests 34,3 %, einschließlich Grad 2 (8,4 %), Grad 3 (14,2 %) und Grad 4 (2,7 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 18 % (322/1 800). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw.
Grad 4 wurden bei 5,1 % (92/1 800), 2,6 % (47/1 800) bzw. < 0,1 % (1/1 800) der Patienten berichtet.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 7,0 Wochen (Spanne: 0,1 - 99,0). Bei 258 Patienten(81,1 %) kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 7,4 Wochen(Spanne: 0,4 - 240,0+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Anomalien bei Leberfunktionstests 41,6 % (133/320). Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4wurden bei 14,7 % (47/320), 10,3 % (33/320) bzw. 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten betrug 8,3 Wochen (Spanne: 0,1 - 107,9 Wochen). Bei 101 Patienten (75,9 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 9,6 Wochen(Spanne: 0,1 - 89,3+ Wochen).
Immunvermittelte Nephritis und NierenfunktionsstörungBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Nephritisoder Nierenfunktionsstörung 2,6 % (121/4 646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit
Grad 1 bei 1,5 % (69/4 646) oder Grad 2 bei 0,7 % (32/4 646) angegeben. Fälle mit Grad 3 wurden bei0,4 % (18/4 646) der Patienten und Fälle mit Grad 4 bei < 0,1 % (2/4 646) der Patienten berichtet. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 12,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 79,1). Bei 80 Patienten (69,0 %)kam es zu einer Rückbildung nach einer medianen Zeit von 8,0 Wochen (Spanne: 0,3 - 79,1+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Nephritis oder Nierenfunktionsstörungen5,4 % (141/2 626). Fälle mit Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 2,0 % (52/2 626), 0,8 %(21/2 626) bzw. 0,4 % (11/2 626) der Patienten berichtet. Bei zwei Patienten (< 0,1 %) führte dies zum
Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 2,6 Monate (Spanne: 0,0 - 34,8). Bei 110 Patienten(78,0 %) kam es zu einer Rückbildung in einer medianen Zeit von 5,9 Wochen (Spanne: 0,1 - 172,1+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Nephritis oder Nierenfunktionsstörungen 10,9 % (196/1 800). Fälle mit Grad 2, Grad 3bzw. Grad 4 wurden bei 3,7 % (66/1 800), 1,4 % (25/1 800) bzw. 0,2 % (3/1 800) der Patientenberichtet. Bei zwei Patienten (0,1 %) führte dies zum Tod. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug6,7 Wochen (Spanne: 0,1 - 60,7). Bei 133 Patienten (67,9 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 9,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 226,0+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Nephritis, immunvermittelter Nephritis, Nierenversagen, akuter Nierenschädigung,erhöhtem Kreatinin im Blut oder erhöhtem Blutharnstoff 10,0 % (32/320). Grad 2 bzw. Grad 3 wurdenbei 3,4 % (11/320) bzw. 1,3 % (4/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftretenbetrug 14,2 Wochen (Spanne: 2,1 - 87,1 Wochen). Bei 18 Patienten (58,1 %) kam es zu einer
Rückbildung nach einer medianen Zeit von 10,1 Wochen (Spanne: 0,6 - 90,9+ Wochen).
Immunvermittelte EndokrinopathienBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Schilddrüsenerkrankungen, einschließlich Hypothyreose oder Hyperthyreose, 13,0 % (603/4 646). Dermehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei 6,6 % (305/4 646) oder Grad 2 bei 6,2 %(290/4 646) angegeben. Eine Grad-3-Schilddrüsenerkrankung wurde bei 0,2 % (8/4 646) der Patientenberichtet. Hypophysitis (3 von Grad 1, 7 von Grad 2, 9 von Grad 3 und 1 von Grad 4),
Hypophyseninsuffizienz (6 von Grad 2 und 1 von Grad 3), Nebenniereninsuffizienz (einschließlichsekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz, akuter Nebennierenrindeninsuffizienz und erniedrigten
Corticotropins im Blut) (2 von Grad 1, 23 von Grad 2 und 11 von Grad 3), Diabetes mellitus(einschließlich Diabetes mellitus Typ 1 und diabetischer Ketoazidose) (1 von Grad 1, 3 von Grad 2, 8von Grad 3 und 2 von Grad 4) wurden berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser
Endokrinopathien betrug 11,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 126,7). Bei 323 Patienten (48,7 %) kam es zueiner Rückbildung. Die mediane Zeit bis zur Rückbildung betrug 48,6 Wochen(Spanne: 0,4 - 204,4+ Wochen).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 23,2 % (608/2 626).
Schilddrüsenerkrankungen mit dem Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei 12,7 % (333/2 626) bzw. 1,0 %(27/2 626) der Patienten berichtet. Hypophysitis (einschließlich lymphozytische Hypophysitis) von
Grad 2 bzw. Grad 3 wurde bei 1,9 % (49/2 626) bzw. 1,5 % (40/2 626) der Patienten berichtet.
Hypophyseninsuffizienz von Grad 2 bzw. 3 trat bei 0,6 % (16/2 626) bzw. 0,5 % (13/2 626) der
Patienten auf. Nebenniereninsuffizienz (einschließlich sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz,akuter Nebennierenrindeninsuffizienz, Corticotropin im Blut erniedrigt und immunvermittelter
Nebenniereninsuffizienz) von Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurde bei 2,7 % (72/2 626), 1,6 %(43/2 626) bzw. 0,2 % (4/2 626) der Patienten berichtet. Diabetes mellitus (einschließlich Diabetesmellitus Typ 1 und diabetischer Ketoazidose) vom Schweregrad 1, 2, 3 bzw. 4 wurde bei < 0,1 %(1/2 626), 0,3 % (8/2 626), 0,3 % (7/2 626) bzw. 0,2 % (6/2 626) der Patienten berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten dieser Endokrinopathien betrug 2,1 Monate (Spanne: 0,0 - 28,1). Bei297 Patienten (40,0 %) kam es zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Auftreten der Rückbildungbetrug 0,3 bis 257,1+ Wochen.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 12,8 % (230/1 800). Schilddrüsenerkrankungen vom
Grad 2 bzw. Grad 3 wurden bei 6,3 % (114/1 800) bzw. 0,1 % (2/1 800) der Patienten berichtet.
Hypophysitis vom Grad 3 trat bei 0,1 % (2/1 800) der Patienten auf. Hypophyseninsuffizienz vom
Grad 2 bzw. Grad 3 trat bei jeweils 0,2 % (4/1 800) der Patienten auf. Nebenniereninsuffizienz vom
Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurde bei 0,6 % (11/1 800), 0,2 % (3/1 800) bzw. < 0,1 % (1/1 800) der
Patienten berichtet. Bei einem Patienten (< 0,1 %) führte dies zum Tod aufgrund einer
Nebenniereninsuffizienz. Diabetes mellitus, einschließlich Typ-1-Diabetes-mellitus und fulminanter
Typ-1-Diabetes-mellitus (4 von Grad 2, 2 von Grad 3 und 1 von Grad 4) und diabetische Ketoazidose(1 von Grad 2 und 1 von Grad 4) wurden berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser
Endokrinopathien betrug 15,3 Wochen (Spanne: 1,1 - 124,3). Bei 101 Patienten (40,1 %) kam es zueiner Rückbildung. Die Zeit bis zum Eintreten der Rückbildung betrug 0,3+ bis 233,6+ Wochen.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen 43,1 % (138/320). Schilddrüsenerkrankungen mit dem
Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei 23,1 % (74/320) bzw. 0,9 % (3/320) der Patienten berichtet.
Hypophysitis wurde bei 0,6 % (2/320) der Patienten berichtet, alle vom Schweregrad 2.
Nebenniereninsuffizienz (einschließlich sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz) wurde bei 4,7 %(15/320) der Patienten berichtet. Nebenniereninsuffizienz mit dem Schweregrad 2 bzw. 3 wurden bei2,2 % (7/320) bzw. 1,9 % (6/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten dieser
Endokrinopathien betrug 12,3 Wochen (Spanne: 2,0 - 89,7 Wochen). Bei 50 Patienten (35,2 %) kames zu einer Rückbildung. Die Zeit bis zum Auftreten der Rückbildung betrug 0,9 bis 132,0+ Wochen.
Immunvermittelte Nebenwirkungen der HautBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag30,0 % (1396/4 646). Der mehrheitliche Schweregrad der Fälle wurde mit Grad 1 bei 22,8 %(1060/4 646) angegeben. Fälle mit Grad 2 wurden bei 5,9 % (274/4 646) der Patienten und Fälle mit
Grad 3 bei 1,3 % (62/4 646) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug6,7 Wochen (Spanne: 0,1 - 121,1). Bei 896 Patienten (64,6 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 20,1 Wochen (0,1-192,7+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag 46,1 % (1210/2 626). Fälle mit Grad 2, Grad 3bzw. Grad 4 wurden bei 14,3 % (375/2 626), 4,6 % (120/2 626) bzw. 0,1 % (3/2 626) der Patientenberichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 0,7 Monate (Spanne: 0,0 - 33,8). Bei843 Patienten (70 %) kam es zu einer Rückbildung in einer medianen Zeit von 12,1 Wochen(Spanne: 0,1 - 268,7+). Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab3 mg/kg für Melanom behandelt wurden, war die Häufigkeit von Ausschlag 65,2 %, einschließlich
Grad 2 (20,3 %) und Grad 3 (7,8 %).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Ausschlag 25,4 % (457/1 800). Fälle von Grad 2 bzw. Grad 3 wurden bei 6,2 %(111/1 800) bzw. 2,3 % (42/1 800) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug6,4 Wochen (Spanne: 0,1 - 97,4). Bei 320 Patienten (70,2 %) kam es zu einer Rückbildung nach einermedianen Zeit von 12,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 258,7+).
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Ausschlag 62,8 % (201/320). Grad 2 bzw. Grad 3 wurde bei 23,1 % (74/320) bzw.10,6 % (34/320) der Patienten berichtet. Die mediane Zeit bis zum Auftreten betrug 6,14 Wochen(Spanne: 0,1 - 104,4 Wochen). Bei 137 Patienten (68,2 %) kam es zu einer Rückbildung in einermedianen Zeit von 18,1 Wochen (Spanne: 0,1 - 130,6+ Wochen).
Seltene Fälle von SJS und TEN wurden beobachtet, manche davon mit tödlichem Ausgang (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4).
InfusionsreaktionenBei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, war die Häufigkeit von
Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 4,0 % (188/4 646), einschließlich9 Fälle mit Grad 3 und 3 Fälle mit Grad 4.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie)behandelt wurden, war die Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer
Infusion 4,5 % (118/2 626). Fälle mit Grad 1, Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 1,9 %(49/2 626), 2,4 % (62/2 626), 0,2 % (6/2 626) bzw. < 0,1 % (1/2 626) der Patienten berichtet. Bei
Patienten mit MPM, die mit Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg behandeltwurden, war die Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion12 %.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 8,2 %(148/1 800). Fälle von Grad 2, Grad 3 bzw. Grad 4 wurden bei 4,6 % (83/1 800), 1,1 % (20/1 800)bzw. 0,2 % (3/1 800) der Patienten berichtet.
Bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, war die
Häufigkeit von Überempfindlichkeit/Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion 2,5 % (8/320),hiervon waren alle Fälle vom Schweregrad 1 oder 2. Fälle mit Grad 2 wurden bei 0,3 % (1/320) der
Patienten berichtet.
Komplikationen bei allogener HSZT bei klassischem Hodgkin-Lymphom
Ein rascher Beginn der GvHD wurde bei Patienten berichtet, wenn vor oder nach der allogenen HSZTeine Nivolumab-Behandlung durchgeführt wurde (siehe Abschnitt 4.4).
Von 62 untersuchten Patienten aus zwei cHL-Studien zur Beurteilung von erwachsenen Patienten mitrezidiviertem oder refraktärem cHL nach ASCT, die eine allogene HSZT nach Abbruch der
Nivolumab-Monotherapie erhalten haben, wurde bei 17/62 Patienten (27,4 %) eine akute GvHD von
Grad 3 oder 4 berichtet. Hyperakute GvHD, definiert als akute GvHD, welche innerhalb von 14 Tagennach der Stammzellinfusion auftritt, wurde bei vier Patienten berichtet (6 %). Fiebersyndrom ohneidentifizierte infektiöse Ursache, welches den Einsatz von Glucocorticoiden erforderte, wurde beisechs Patienten (12 %) innerhalb der ersten 6 Wochen nach Transplantation berichtet. Vier Patientenwurden mit Steroiden behandelt und drei Patienten haben auf Steroide angesprochen. Eine venöseokklusive Leberkrankheit trat bei zwei Patienten auf, von denen einer an GvHD und
Multiorganversagen verstorben ist. Neunzehn der 62 Patienten (30,6 %) starben in Folge von
Komplikationen der allogenen HSZT nach Nivolumab. Die mediane Nachbeobachtungszeit der62 Patienten ab der anschließenden allogenen HSZT betrug 38,5 Monate (Spanne: 0 - 68 Monate).
Erhöhte Leberenzyme bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib bei RCC
In einer klinischen Studie bei zuvor unbehandelten RCC-Patienten wurde bei der Kombination
Nivolumab mit Cabozantinib eine höhere Häufigkeit von Grad-3- und -4-ALT-Anstieg (10,1 %) und
- AST-Anstieg (8,2 %) gegenüber der Nivolumab-Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem
RCC beobachtet. Bei Patienten mit Grad ≥ 2 erhöhten ALT oder AST (n = 85): Die mediane Zeit biszum Auftreten betrug 10,1 Wochen (Spanne: 2,0 - 106,6 Wochen), 26 % erhielten Corticosteroide füreine mediane Dauer von 1,4 Wochen (Spanne: 0,9 - 75,3). Bei 91 % der Patienten kam es zu einer
Rückbildung zu Grad 0 - 1 in einer medianen Zeit von 2,3 Wochen (Spanne: 0,4 - 108,1+ Wochen).
Bei 45 Patienten mit einem ALT- oder AST-Anstieg von Grad ≥ 2, bei welchen die Behandlung mit
Nivolumab (n = 10) oder Cabozantinib (n = 10) als Monotherapie oder Nivolumab plus Cabozantinibals Kombinationstherapie (n = 25) wieder aufgenommen wurde, traten bei 3 Patienten, die OPDIVOerhielten, bei 4 Patienten, die Cabozantinib erhielten, bzw. bei 8 Patienten, die sowohl OPDIVO alsauch Cabozantinib erhielten, erneut Grad ≥ 2 ALT- oder AST-Anstiege auf.
Laborwertanomalien
Der Anteil der Patienten, bei denen es unter der Nivolumab-Monotherapie zu einer
Laborwertanomalie Grad 3 oder 4 gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn kam, war 3,4 % für
Anämie (alle Grad 3), 0,7 % für Thrombozytopenie, 0,7 % für Leukopenie, 8,7 % für
Lymphozytopenie, 0,9 % für Neutropenie, 1,7 % für Anstieg der alkalischen Phosphatase, 2,6 % für
AST-Anstieg, 2,3 % für ALT-Anstieg, 0,8 % für Anstieg des Gesamtbilirubins, 0,7 % für Kreatinin-
Anstieg, 2,0 % für Hyperglykämie, 0,7 % für Hypoglykämie, 3,8 % für Amylase-Anstieg, 6,9 % für
Lipase-Anstieg, 4,7 % für Hyponatriämie, 1,6 % für Hyperkaliämie, 1,3 % für Hypokaliämie, 1,1 %für Hyperkalziämie, 0,6 % für Hypermagnesiämie, 0,4 % für Hypomagnesiämie, 0,6 % für
Hypokalziämie, 0,6 % für Hypoalbuminämie und < 0,1 % für Hypernatriämie.
Der Anteil der Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab (mit oder ohne Chemotherapie) zu einer Verschlechterung der Laborwerte gegenüber dem
Ausgangswert auf Grad 3 oder 4 kam, war 4,8 % für Anämie, 1,8 % für Thrombozytopenie, 2,2 % für
Leukopenie, 6,9 % für Lymphozytopenie, 3,3 % für Neutropenie, 2,7 % für Anstieg der alkalischen
Phosphatase, 9,8 % für AST-Anstieg, 9,3 % für ALT-Anstieg, 2,3 % für Anstieg des
Gesamtbilirubins, 1,8 % für Kreatinin-Anstieg, 1,4 % für Hypoalbuminämie, 7,1 % für
Hyperglykämie, 0,7 % für Hypoglykämie, 7,8 % für Amylase-Anstieg, 16,3 % für Lipase-Anstieg,0,8 % für Hypokalziämie, 0,2 % für Hypernatriämie, 0,8 % für Hyperkalziämie, 2,0 % für
Hyperkaliämie, 0,8 % für Hypermagnesiämie, 0,4 % für Hypomagnesiämie, 3,0 % für Hypokaliämieund 8,7 % für Hyponatriämie.
Bei Patienten, die mit Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg für Melanombehandelt wurden, kam es bei einem höheren Anteil von Patienten zu einer Verschlechterung der
ALT-Anstiege auf Grad 3 oder 4 (15,3 %) gegenüber dem Ausgangswert.
Der Anteil an Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie zu einer Verschlechterung der Laborwerte auf Grad 3 oder 4 gegenüber dem
Ausgangswert kam, war 14,7 % für Anämie, 6,2 % für Thrombozytopenie, 11,7 % für Leukopenie,13,6 % für Lymphozytopenie, 26,3 % für Neutropenie, 2,0 % für Anstieg der alkalischen Phosphatase,3,3 % für AST-Anstieg, 2,6 % für ALT Anstieg, 1,9 % für Anstieg des Gesamtbilirubins, 1,3 % für
Kreatinin-Anstieg, 4,5 % für Amylase-Anstieg, 5,2 % für Lipase-Anstieg, 0,4 % für Hypernatriämie,8,1 % für Hyponatriämie, 1,8 % für Hyperkaliämie, 5,1 % für Hypokaliämie, 0,7 % für
Hyperkalziämie, 1,8 % für Hypokalziämie, 1,5 % für Hypermagnesiämie, 2,9 % für
Hypomagnesiämie, 3,7 % für Hyperglykämie und 0,6 % für Hypoglykämie.
Der Anteil an Patienten, bei denen es unter der Therapie mit Nivolumab in Kombination mit
Cabozantinib zu einer Verschlechterung der Laborwerte auf Grad 3 oder 4 gegenüber dem
Ausgangswert kam, war 3,5 % für Anämie (alle Grad 3), 0,3 % für Thrombozytopenie, 0,3 % für
Leukopenie, 7,5 % für Lymphozytopenie, 3,5 % für Neutropenie, 3,2 % für Anstieg der alkalischen
Phosphatase, 8,2 % für AST-Anstieg, 10,1 % für ALT-Anstieg, 1,3 % für Anstieg des
Gesamtbilirubins, 1,3 % für Kreatinin-Anstieg, 11,9 % für Amylase-Anstieg, 15,6 % für
Lipase-Anstieg, 3,5 % für Hyperglykämie, 0,8 % für Hypoglykämie, 2,2 % für Hypokalziämie, 0,3 %für Hyperkalziämie, 5,4 % für Hyperkaliämie, 4,2 % für Hypermagnesiämie, 1,9 % für
Hypomagnesiämie, 3,2 % für Hypokaliämie, 12,3 % für Hyponatriämie und 21,2 % für
Hypophosphatämie.
ImmunogenitätVon den 3 529 Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie in einer Dosis von 3 mg/kg oder 240 mgalle 2 Wochen behandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen den Wirkstoffgerichteten Antikörpern auswertbar waren, wurden 328 Patienten (9,3 %) positiv auf das Vorliegenvon während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen den Wirkstoff getestet. Bei21 Patienten (0,6 %) zeigten sich neutralisierende Antikörper.
Die kombinierte Gabe mit Chemotherapie hatte keinen Einfluss auf die Immunogenität von
Nivolumab. Von den 1 407 Patienten, die mit Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle3 Wochen in Kombination mit Chemotherapie behandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des
Auftretens von gegen den Wirkstoff gerichteten Antikörpern auswertbar waren, wurden 7,2 % positivauf das Vorliegen von während der Behandlung aufgetretenen Antikörpern gegen den Wirkstoffgetestet. Bei 0,5 % der Patienten zeigten sich neutralisierende Antikörper.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt wurden und deren
Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpern auswertbar waren,betrug die Inzidenz der gegen Nivolumab gerichteten Antikörper 26,0 % bei Nivolumab 3 mg/kg und
Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochen, 24,9 % bei Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen und Ipilimumab1 mg/kg alle 6 Wochen, bzw. 37,8 % bei Nivolumab 1 mg/kg und Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 Wochen.
Die Inzidenz von neutralisierenden Antikörpern gegen Nivolumab betrug 0,8 % bei Nivolumab3 mg/kg und Ipilimumab 1 mg/kg alle 3 Wochen, 1,5 % bei Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen und
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen, bzw. 4,6 % bei Nivolumab 1 mg/kg und Ipilimumab 3 mg/kg alle3 Wochen. Bei Patienten, die hinsichtlich des Vorhandenseins von gegen Ipilimumab gerichteten
Antikörpern auswertbar waren, lag die Inzidenz von Anti-Ipilimumab Antikörpern zwischen 6,3 und13,7 % und die der neutralisierenden Antikörper gegen Ipilimumab zwischen 0 und 0,4 %.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie behandeltwurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpernoder neutralisierenden Antikörpern gegen Nivolumab auswertbar waren, betrug die Inzidenz vongegen Nivolumab gerichteten Antikörpern 33,8 % und die Inzidenz von neutralisierenden Antikörpern2,6 %. Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapiebehandelt wurden und deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Ipilimumab gerichteten
Antikörpern oder neutralisierenden Antikörpern gegen Ipilimumab auswertbar waren, betrug die
Inzidenz von gegen Ipilimumab gerichteten Antikörpern 7,5 % und die Inzidenz von neutralisierenden
Antikörpern1,6 %.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin behandelt wurdenund deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpern auswertbarwaren, betrugen die Inzidenzen von gegen Nivolumab gerichteten Antikörpern bei Patienten mitniedrigem Rezidivrisiko und bei Patienten mit Standard-Rezidivrisiko 36 % bzw. 12,5 %. Keiner der
Patienten wurde positiv auf neutralisierende Antikörper gegen Nivolumab getestet.
Von den Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin behandelt wurdenund deren Daten hinsichtlich des Auftretens von gegen Brentuximab Vedotin gerichteten Antikörpernauswertbar waren, betrugen die Inzidenzen von gegen Brentuximab Vedotin gerichteten Antikörpernbei Patienten mit niedrigem Rezidivrisiko und bei Patienten mit Standard-Rezidivrisiko 95,8 % bzw.58,5 %. Alle Patienten, die gegen Brentuximab Vedotin gerichtete Antikörper entwickelten, wurdenauch positiv auf neutralisierende Antikörper gegen Brentuximab Vedotin getestet.
Obwohl die Clearance von Nivolumab um 20 % erhöht war, wenn Anti-Nivolumab-Antikörperdetektiert wurden, ergaben pharmakokinetische sowie Exposure-Response-Analysen, dass dies sowohlbei Mono- wie auch bei Kombinationstherapie nicht mit einem Wirksamkeitsverlust oder einemveränderten Toxizitätsprofil verbunden war.
Kinder und JugendlicheNivolumab als Monotherapie oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab
Die Sicherheit von Nivolumab als Monotherapie (3 mg/kg alle 2 Wochen) und in Kombination mit
Ipilimumab (Nivolumab 1 mg/kg oder 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg alle3 Wochen für die ersten 4 Dosen, gefolgt von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie alle 2 Wochen)wurde bei 97 pädiatrischen Patienten im Alter von ≥ 1 Jahr bis < 18 Jahren (einschließlich53 Patienten von 12 bis < 18 Jahren) mit rezidivierenden oder refraktären soliden oderhämatologischen Tumoren, einschließlich fortgeschrittenem Melanom, in der klinischen
Studie CA209070 untersucht. Das Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten war im Allgemeinenähnlich dem bei Erwachsenen, die mit Nivolumab als Monotherapie oder in Kombination mit
Ipilimumab behandelt wurden. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Zur
Langzeitsicherheit der Anwendung von Nivolumab bei Jugendlichen ab 12 Jahren liegen keine Datenvor.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (berichtet bei mindestens 20 % der pädiatrischen
Patienten) der Nivolumab-Monotherapie waren Ermüdung/Fatigue (35,9 %) und verminderter Appetit(21,9 %). Die Mehrheit der gemeldeten Nebenwirkungen bei der Nivolumab-Monotherapie hatte einen
Schweregrad von 1 oder 2. Bei einundzwanzig Patienten (33 %) wurden eine oder mehrere
Nebenwirkungen vom Grad 3 bis 4 berichtet.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (berichtet bei mindestens 20 % der pädiatrischen
Patienten) der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab waren Ermüdung/Fatigue(33,3 %) und makulopapulöser Ausschlag (21,2 %). Die Mehrheit der gemeldeten Nebenwirkungenfür Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab hatte einen Schweregrad von 1 oder 2. Bei zehn
Patienten (30 %) wurden eine oder mehrere Nebenwirkungen vom Grad 3 bis 4 berichtet.
Die Sicherheit von Nivolumab als Monotherapie (3 mg/kg alle 2 Wochen) und in Kombination mit
Ipilimumab (3 mg/kg Nivolumab gefolgt von 1 mg/kg Ipilimumab alle 3 Wochen für 4 Dosen, gefolgtvon Nivolumab-Monotherapie 3 mg/kg alle 2 Wochen) wurde bei 151 pädiatrischen Patienten im
Alter von ≥ 6 Monaten bis < 18 Jahren mit hochgradig malignen primären Tumoren des
Zentralnervensystems (ZNS) untersucht. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale im Vergleich zuden Daten aus indikationsübergreifenden Studien mit Erwachsenen identifiziert (siehe Abschnitt 5.1).
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Die Sicherheit von Nivolumab (3 mg/kg alle 3 Wochen) in Kombination mit Brentuximab Vedotin(1,8 mg/kg alle 3 Wochen) wurde bei 49 pädiatrischen Patienten im Alter von ≥ 5 bis < 18 Jahren mitrezidiviertem oder refraktärem cHL in der klinischen Studie CA209744 untersucht. Es wurden keineneuen Sicherheitssignale identifiziert.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei mindestens 20 % der pädiatrischen Patienten, diemit Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin behandelt wurden, waren Übelkeit (57,1 %),
Fieber (30,6 %), Abdominalschmerz (26,5 %), Ausschlag (24,5 %), Kopfschmerzen (22,4 %),
Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (22,4 %), Diarrhö (20,4 %), Erbrechen (20,4 %),
Ermüdung/Fatigue (20,4 %), Infusionsreaktion (20,4 %) und Überempfindlichkeit (20,4 %). Die
Mehrheit der gemeldeten Nebenwirkungen für Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotinhatte einen Schweregrad von 1 oder 2. Bei 17 Patienten (34,7 %) wurden Nebenwirkungen von Grad 3oder 4 berichtet.
Ältere MenschenInsgesamt wurden in Bezug auf die Sicherheit keine Unterschiede zwischen älteren (≥ 65 Jahre) undjüngeren Patienten (< 65 Jahre) berichtet. Daten von Patienten ab 75 Jahren mit SCCHN, adjuvanter
Behandlung des Melanoms und adjuvanter Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder desgastroösophagealen Übergangs sind zu limitiert, um Schlussfolgerungen für diese Patientengruppeziehen zu können (siehe Abschnitt 5.1). Daten von dMMR- oder MSI-H-CRC-Patienten ab 75 Jahrensind limitiert (siehe Abschnitt 5.1). Daten von cHL-Patienten ab 65 Jahren sind zu limitiert, um
Schlussfolgerungen für diese Patientengruppe ziehen zu können (siehe Abschnitt 5.1).
Bei Patienten ab 75 Jahren mit MPM, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhalten hatten,trat eine höhere Rate an schwerwiegenden Nebenwirkungen und an Therapieabbrüchen aufgrund von
Nebenwirkungen auf (68 % bzw. 35 %) im Vergleich zu allen Patienten (54 % bzw. 28 %). Bei
Patienten ab 75 Jahren mit HCC traten höhere Raten an schwerwiegenden Nebenwirkungen und an
Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen auf (67 % bzw. 35 %) im Vergleich zu allen
Patienten, die Nivolumab mit Ipilimumab erhalten hatten (53 % bzw. 27 %).
Für Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib behandelt wurden, sind Daten von
RCC-Patienten ab 75 Jahren zu limitiert, um Schlussfolgerungen für diese Patientengruppe ziehen zukönnen (siehe Abschnitt 5.1).
Leber- oder Nierenfunktionsstörung
In der nicht-plattenepithelialen NSCLC-Studie (CA209057) war das Sicherheitsprofil der Patientenmit vorbestehender Nieren- oder Leberfunktionsstörung zu Studienbeginn mit der Gesamtpopulationvergleichbar. Aufgrund des geringen Stichprobenumfangs innerhalb der Subgruppen sollten diese
Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In klinischen Studien wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Bei Überdosierung müssen die
Patienten sorgfältig auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen beobachtet und es mussunverzüglich eine adäquate symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, PD-1/PDL-1 (Programmed Cell Death
Protein 1-Rezeptor/Death-Ligand 1)-Inhibitoren, ATC-Code: L01FF01.
WirkmechanismusNivolumab ist ein humaner Immunoglobulin-G4-(IgG4) monoklonaler Antikörper (HuMAb), der anden 'Programmed Death'-1-(PD-1)-Rezeptor bindet und die Interaktion des Rezeptors mit den
Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Der PD-1-Rezeptor ist ein negativer Regulator der
T-Zellaktivität, der erwiesenermaßen an der Kontrolle der T-Zell-Immunantwortreaktionen beteiligtist. Die Bindung von PD-1 an die Liganden PD-L1 und PD-L2, die von Antigen-präsentierenden
Zellen exprimiert werden und von Tumoren oder anderen Zellen aus dem Mikromilieu des Tumorsexprimiert werden können, führt zur Hemmung der T-Zellproliferation und Zytokinausschüttung.
Nivolumab potenziert die T-Zellreaktionen, einschließlich der Tumorabwehrreaktion, durch Blockadeder Bindung von PD-1 an die PD-L1- und PD-L2-Liganden. In genidentischen Mausmodellen führteeine Blockade der PD-1-Aktivität zu einer Verringerung des Tumorwachstums.
Die Kombination einer Nivolumab (Anti-PD-1) und Ipilimumab (Anti-CTLA-4) - vermittelten
Hemmung resultiert in einer verbesserten Anti-Tumor-Aktivität beim metastasierten Melanom. Ingenidentischen Mausmodellen führte die duale Blockade von PD-1 und CTLA-4 zu synergistischer
Tumoraktivität.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitBasierend auf dem Modelling der Dosis-Exposition im Zusammenhang mit Wirksamkeit und
Sicherheit konnten keine klinisch signifikanten Unterschiede in Wirksamkeit und Sicherheit zwischeneiner Nivolumab-Dosis von 240 mg alle 2 Wochen oder 3 mg/kg alle 2 Wochen festgestellt werden.
Außerdem konnten basierend auf diesen Zusammenhängen keine klinisch signifikanten Unterschiedezwischen einer Nivolumab-Dosis von 480 mg alle 4 Wochen oder 3 mg/kg alle 2 Wochen bei deradjuvanten Behandlung des Melanoms, beim fortgeschrittenen Melanom und beim fortgeschrittenen
RCC festgestellt werden.
MelanomRandomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab vs. Placebo (CA20976K)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 480 mg als Monotherapie zur Behandlung von
Patienten mit vollständig reseziertem Melanom wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA20976K) untersucht. In die Studie wurden Patienten mit einem
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 eingeschlossen, die gemäß der Einstufung des American
Joint Committee on Cancer (AJCC), 8. Ausgabe, ein histologisch bestätigtes Melanom im Stadium IIBoder IIC hatten, das vollständig chirurgisch reseziert wurde. Die Aufnahme erforderte einevollständige Resektion des primären Melanoms mit negativen Rändern und eine negative
Wächterlymphknotenbiopsie innerhalb von 12 Wochen vor Randomisierung. Der Einschluss von
Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studie ausgeschlossen waren
Patienten mit okulärem/uvealem Melanom oder Schleimhautmelanom, einer aktiven
Autoimmunerkrankung, jeder Erkrankung, die eine systemische Behandlung mit Corticosteroiden(≥ 10 mg Prednison oder -Äquivalent täglich) oder anderen immunsuppressiven Arzneimittelnerforderte, sowie Patienten mit vorheriger Melanomtherapie (ausgenommen chirurgische Eingriffe).
Insgesamt wurden 790 Patienten entweder für Nivolumab (n = 526), das in einer Dosierung von480 mg alle 4 Wochen über 30 Minuten intravenös verabreicht wurde, oder Placebo (n = 264) für biszu 1 Jahr oder bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität (2:1)randomisiert. Die Randomisierung wurde gemäß der T-Kategorie (T3b vs. T4a vs. T4b) des AJCC,8. Ausgabe, stratifiziert. Tumorbeurteilungen wurden in den Jahren 1-3 alle 26 Wochen und nach3 Jahren bis 5 Jahren alle 52 Wochen durchgeführt. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit wardas rezidivfreie Überleben (recurrence-free survival, RFS). Das vom Prüfarzt beurteilte RFS wurdedefiniert als die Zeit zwischen dem Datum der Randomisierung und dem Datum des ersten Rezidivs(lokale, regionale oder Fernmetastasen), neuer primärer Melanome oder Tod jeglicher Ursache, jenachdem, was zuerst auftrat. Die sekundären Endpunkte umfassten das OS und dasfernmetastasenfreie Überleben (distant metastatis-free survival, DMFS).
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 62 Jahre(Spanne: 19 - 92), 61 % der Patienten waren männlich und 98 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (94 %) oder 1 (6 %). 60 % hatten eine Erkrankungim Stadium IIB und 40 % im Stadium IIC.
Bei einer präspezifizierten primären Zwischenanalyse (minimale Nachbeobachtungszeit 7,8 Monate)wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des RFS mit Nivolumab im Vergleich zu Placebo miteiner HR von 0,42 (95 % CI: 0,30; 0,59; p < 0,0001) gezeigt. Bei einer aktualisierten deskriptiven
RFS-Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten) zeigte Nivolumab weiterhin eine
RFS-Verbesserung mit einer HR von 0,53 (95 % CI: 0,40; 0,71). Das OS war nicht ausgereift. Beieiner zusätzlichen deskriptiven RFS-Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit von 26,9 Monaten)zeigte Nivolumab weiterhin eine RFS-Verbesserung mit einer HR von 0,62 (95 % CI: 0,47-0,80). Diemediane Nachbeobachtungszeit betrug im Nivolumab-Arm 34,25 Monate und im Placebo-Arm33,92 Monate. Die Ergebnisse stimmten mit der formalen Zwischenanalyse überein. Die Ergebnisseder Analysen mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten sind in Tabelle 21 und
Abbildung 1 zusammengefasst.
Tabelle 21: Wirksamkeitsergebnisse (CA20976K)
Nivolumab Placebo(n = 526) (n = 264)
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten
Rezidivfreies Überleben
Ereignisse 102 (19,4 %) 84 (31,8 %)
Hazard-Ratioa 0,5395 % CI (0,40; 0,71)
Median (95 % CI) Monate NR 36,14 (24,77; NR)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatenb 88,8 (85,6; 91,2) 81,1 (75,7; 85,4)
Rate (95 % CI) nach 18 Monatenb 83,9 (80,3; 86,9) 70,7 (64,5; 76,1)a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
Der RFS-Vorteil war in allen wichtigen Untergruppen konsistent, einschließlich Erkrankungsstadium,
T-Kategorie und Alter.
Abbildung 1: Rezidivfreies Überleben (CA20976K)
Rezidivfreies Überleben nach Einschätzung des Prüfarztes (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab526 492 474 456 422 386 291 210 122 74 40 22 13 0
Placebo264 244 224 208 193 165 120 77 44 25 12 7 4 0 Nivolumab (Ereignisse: 102/526), Median und 95 % CI: NR
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 84/264), Median und 95 % CI: 36,14 (24,77; NR)
Nivolumab vs. Placebo - HR (95 % CI): 0,53 (0,40; 0,71)
Basierend auf Datenschnitt: 21. Februar 2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 15,6 Monaten
Daten zur Tumor-PD-L1-Expression lagen für 302/790 (38,2 %) randomisierte Patienten (36,3 % im
Nivolumab-Arm bzw. 42,0 % im Placebo-Arm) vor, da die PD-L1-Expression kein
Stratifizierungsfaktor für die Randomisierung war. Die explorativen RFS-Analysen nach
PD-L1-Expression zeigten für Nivolumab im Vergleich zu Placebo eine HR von 0,43 (95 % CI: 0,22;0,84) bei Patienten (N = 167) mit PD-L1-Expression ≥ 1 %, 0,82 (95 % CI: 0,44; 1,54) bei Patienten(N = 135) mit PD-L1-Expression < 1 % und 0,50 (95 % CI: 0,34; 0,73) bei Patienten (N = 488) mitunbestimmter/nicht gemeldeter/nicht auswertbarer PD-L1-Expression.
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab vs. Ipilimumab 10 mg/kg (CA209238)Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab als Einzelsubstanz zur Behandlung von Patientenmit vollständig reseziertem Melanom wurden in einer randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie(CA209238) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen, die einen
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, einen Krankheitsstatus von IIIB/C oder IV gemäß der
Einstufung des American Joint Committee on Cancer (AJCC), 7. Ausgabe, und ein histologischbestätigtes Melanom hatten, das vollständig chirurgisch reseziert wurde. Laut der 8. Ausgabe der
AJCC-Klassifikation entspricht dies Patienten mit Lymphknotenbeteiligung oder Metastasen. Der
Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studieausgeschlossen wurden Patienten mit vorheriger Autoimmunerkrankung und jeder Erkrankung, dieeine systemische Behandlung mit Corticosteroiden (≥ 10 mg Prednison oder -Äquivalent täglich) oderanderen immunsuppressiven Arzneimitteln erforderte, sowie Patienten mit vorheriger
Melanomtherapie (ausgenommen chirurgische Eingriffe, adjuvante Strahlentherapie nachneurochirurgischer Resektion von Läsionen des Zentralnervensystems und zuvor adjuvante
Behandlung mit Interferon, welche ≥ 6 Monate vor der Randomisierung abgeschlossen war),vorheriger Behandlung mit einem Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-, Anti-CD137- oder
Wahrscheinlichkeit des rezidivfreien Überlebens
Anti-CTLA-4-Antikörper (einschließlich Ipilimumab oder eines anderen Antikörpers oder
Arzneimittels, das spezifisch auf T-Zell-Co-Stimulation oder Checkpoint-Wege abzielt).
Insgesamt wurden 906 Patienten entweder für Nivolumab (n = 453) 3 mg/kg alle 2 Wochen oder für
Ipilimumab (n = 453) 10 mg/kg alle 3 Wochen für 4 Dosen, anschließend alle 12 Wochen beginnendab Woche 24 für bis zu 1 Jahr, randomisiert. Die Randomisierung wurde mittels
PD-L1-Expressionsstatus stratifiziert (≥ 5 % gegenüber ≤ 5 %/unbestimmt) und Krankheitsstadiumgemäß der AJCC-Klassifikation. Tumorbeurteilungen wurden in den ersten 2 Jahren alle 12 Wochen,anschließend alle 6 Monate durchgeführt. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie Überleben(RFS). Das vom Prüfarzt beurteilte RFS wurde definiert als die Zeit zwischen dem Datum der
Randomisierung und dem Datum des ersten Rezidivs (lokale, regionale oder Fernmetastasen), neuerprimärer Melanome oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst auftrat.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 55 Jahre(Spanne: 18 - 86), 58 % der Patienten waren männlich und 95 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (90 %) oder 1 (10 %). Die Mehrheit der Patientenentsprach gemäß AJCC dem Krankheitsstadium III (81 %) und 19 % dem Stadium IV. 48 % der
Patienten hatten makroskopische Lymphknoten und 32 % hatten Tumorgeschwüre. 42 % der Patientenwaren BRAF-V600-Mutation-positiv, 45 % waren BRAF-Wildtyp und bei 13 % war der BRAF-Statusunbekannt. Hinsichtlich der Tumor-PD-L1-Expression, die mit einem in dieser Studie durchgeführten
Test (clinical trial assay) bestimmt wurde, hatten 34 % der Patienten eine Tumor-PD-L1-Expressionvon ≥ 5 % und 62 % eine von < 5 %. Bei Patienten mit quantifizierbarer Tumor-PD-L1-Expressionwar die Verteilung der Patienten über die Behandlungsgruppen hinweg ausgeglichen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assaysbestimmt.
Bei einer präspezifizierten primären Zwischenanalyse (minimale Nachbeobachtungszeit 18 Monate)wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des rezidivfreien Überlebens (RFS) mit Nivolumabim Vergleich zu Ipilimumab mit einer HR von 0,65 (97,56 % CI: 0,51; 0,83; stratifizierter Log-
Rank p < 0,0001) gezeigt. Bei einer aktualisierten deskriptiven RFS-Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten wurde eine RFS-Verbesserung mit einer HR von0,66 (95 % CI: 0,54; 0,81; p < 0,0001) bestätigt, das Gesamtüberleben (Overall Survival = OS) warnicht ausgereift. Die Wirksamkeitsergebnisse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von36 Monaten (präspezifizierte finale RFS-Analyse) und 48 Monaten (präspezifizierte finale
OS-Analyse) sind in Tabelle 22 sowie in Abbildung 2 und 3 (alle randomisierten Populationen)dargestellt.
Tabelle 22: Wirksamkeitsergebnisse (CA209238)
Nivolumab Ipilimumab 10 mg/kg(n = 453) (n = 453)
Präspezifizierte finale Analyse
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten
Ereignisse 188 (41,5 %) 239 (52,8 %)
Hazard-Ratioa 0,6895 % CI (0,56; 0,82)p-Wert p < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate) NR (38,67; NR) 24,87 (16,62; 35,12)
Rezidivfreies Überleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten
Ereignisse 212 (46,8 %) 253 (55,8 %)
Hazard-Ratioa 0,7195 % CI (0,60; 0,86)
Nivolumab Ipilimumab 10 mg/kg(n = 453) (n = 453)
Median (95 % CI) Monate 52,37 (42,51; NR) 24,08 (16,56; 35,09)
Rate (95 % CI) 70,4 (65,9; 74,4) 60,0 (55,2; 64,5)nach 12 Monaten
Rate (95 % CI) 65,8 (61,2; 70,0) 53,0 (48,1; 57,6)nach 18 Monaten
Rate (95 % CI) 62,6 (57,9; 67,0) 50,2 (45,3; 54,8)nach 24 Monaten
Rate (95 % CI) 57,6 (52,8; 62,1) 44,4 (39,6; 49,1)nach 36 Monaten
Rate (95 % CI) 51,7 (46,8; 56,3) 41,2 (36,4; 45,9)nach 48 Monaten
Präspezifizierte finale Analyse
Gesamtüberleben mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten
Ereignisse 100 (22,1 %) 111 (24,5 %)
Hazard-Ratioa 0,8795,03 % CI (0,66; 1,14)p-Wert 0,3148
Median (95 % CI) (Monate) Nicht erreicht (Not Reached, NR) Nicht erreicht (Not Reached, NR)
Rate (95 % CI) nach 96,2 (93,9; 97,6) 95,3 (92,8; 96,9)12 Monaten
Rate (95 % CI) 91,9 (88,9; 94,1) 91,8 (88,8; 94,0)nach 18 Monaten
Rate (95 % CI) 88,0 (84,6; 90,7) 87,8 (84,4; 90,6)nach 24 Monaten
Rate (95 % CI) 81,7 (77,8; 85,1) 81,6 (77,6; 85,0)nach 36 Monaten
Rate (95 % CI) 77,9 (73,7; 81,5) 76,6 (72,2; 80,3)nach 48 Monatena Mit einem stratifizierten Modell für proportionale Hazards berechnet.
Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des RFS für Patienten, die in den Nivolumab-Arm randomisiert waren,gegenüber dem Ipilimumab-10-mg/kg-Arm. Der RFS-Vorteil wurde über alle Untergruppen hinwegkonsistent gezeigt, einschließlich der Tumor-PD-L1-Expression, des BRAF-Status und des Stadiumsder Erkrankung. Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten, dargestellt in
Abbildung 2, zeigt die Studie weiterhin einen RFS-Vorteil des Nivolumab-Arms gegenüber dem
Ipilimumab-Arm. Der RFS-Vorteil wurde über alle Untergruppen hinweg beibehalten.
Abbildung 2: Rezidivfreies Überleben (CA209238)
Rezidivfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab453 395 354 332 311 293 283 271 262 250 245 240 233 224 218 206 147 37 11 0
Ipilimumab453 366 316 273 253 234 220 208 201 191 185 177 171 168 163 154 113 32 10 0
- - -- - - Nivolumab Ipilimumab
Wahrscheinlichkeit des rezidivfreien Überlebens
Abbildung 3: Gesamtüberleben (CA209238)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab453 450 447 438 427 416 405 388 383 373 366 359 350 341 337 332 324 237 45 1 0
Ipilimumab453 447 442 430 416 407 395 382 373 363 350 345 340 333 322 316 315 218 40 0 0
- - -- - - Nivolumab Ipilimumab
Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 48 Monaten, dargestellt in Abbildung 3, wurde dasmediane OS in keiner Gruppe erreicht (HR = 0,87; 95,03 % CI: 0,66; 1,14; p-Wert: 0,3148). Die
Gesamtüberlebensdaten sind durch die Auswirkungen der anschließenden wirksamen Krebstherapienverzerrt. Eine anschließende systemische Therapie erhielten 33 % der Patienten im Nivolumab-Armbzw. 42 % im Ipilimumab-Arm. Eine anschließende Immuntherapie (einschließlich
Anti-PD1-Therapie, Anti-CTLA-4-Antikörper oder eine andere Immuntherapie) erhielten 23 % der
Patienten im Nivolumab-Arm bzw. 34 % im Ipilimumab-Arm.
Die Lebensqualität (Quality of life = QoL) mit Nivolumab blieb während der Behandlung stabil undnahe bei den Ausgangswerten, wie anhand valider und verlässlicher Skalen wie der QLQ-C30-Skalader Europäischen Organisation für Forschung und Behandlung von Krebs (European Organisation for
Research and Treatment of Cancer = EORTC) und dem EQ-5D Utility Index und der Visuellen
Analogskala (VAS) gezeigt werden konnte.
Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Dacarbazin (CA209066)
Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab zur Behandlung des fortgeschrittenen (nichtresezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA209066) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen mit bestätigtem, behandlungsnaivem Melanom vom BRAF-Wildtyp im Stadium III
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensoder IV und mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1. Patienten mit akuter
Autoimmunerkrankung, okulärem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen
Metastasen waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 418 Patienten entweder für Nivolumab (n = 210), das in einer Dosierung von3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde oder für
Dacarbazin (n = 208), das zu 1 000 mg/m2 Körperoberfläche alle 3 Wochen verabreicht wurde,randomisiert. Die Randomisierung wurde nach Tumor-PD-L1-Status und M-Stadium (M0/M1a/M1bversus M1c) stratifiziert. Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestandoder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Eine Behandlung nach Krankheitsprogressionwurde für Patienten zugelassen, die, nach Ermessen des Prüfarztes, klinisch profitierten und keineerheblichen Nebenwirkungen durch die Studienmedikation zeigten. Tumorbeurteilungen wurdengemäß den 'Response Evaluation Criteria in Solid Tumours' (RECIST), Version 1.1, zum ersten Mal9 Wochen nach Randomisierung und dann im ersten Jahr alle 6 Wochen und anschließend alle12 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriterium war das Gesamtüberleben (Overall
Survival = OS). Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren das von den Prüfärzten bewertete PFS unddie objektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR).
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mittlere Alter betrug 65 Jahre(Spanne: 18 - 87), 59 % waren männlich und 99,5 % waren weiß. Die meisten Patienten hatten einen
ECOG-Performance-Status von 0 (64 %) oder 1 (34 %). 61 % der Patienten hatten bei Studienbeginneinen Krankheitsstatus von M1c. 74 % der Patienten hatten ein kutanes Melanom und 11 % ein
Melanom der Schleimhaut; 35 % der Patienten hatten PD-L1-positives Melanom (≥ 5 %
Tumorzellmembranexpression). 16 % der Patienten hatten zuvor eine adjuvante Therapie erhalten; diehäufigste adjuvante Behandlung war Interferon (9 %). 4 % der Patienten hatten Hirnmetastasen in der
Vorgeschichte und 37 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen LDH-Ausgangsspiegel über demoberen Normbereich (ULN).
Die Kaplan-Meier-Kurven des OS sind in Abbildung 4 dargestellt.
Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209066)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab210 185 150 105 45 8 0
Dacarbazin208 177 123 82 22 3 0 Nivolumab (Ereignisse: 50/210), Median und 95 % CI = Confidence Interval(Konfidenzintervall): NA
- - -- - - Dacarbazin (Ereignisse: 96/208), Median und 95 % CI: 10,84 (9,33; 12,09)
Der beobachtete Gesamtüberlebensvorteil wurde durchgehend in verschiedenen
Patienten-Untergruppen nachgewiesen, einschließlich Ausgangs-ECOG-Performance-Status,
M-Stadium, Hirnmetastasen in der Vorgeschichte und Ausgangs-LDH-Werten. Der Überlebensvorteilwurde unabhängig davon beobachtet, ob die Tumoren der Patienten als PD-L1-negativ oder
PD-L1-positiv eingestuft wurden (Tumormembranexpressionsgrenze von 5 % oder 10 %).
Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Wirkung von Nivolumab mit Verzögerung einsetzt, so dass es2-3 Monate dauern kann bis der Vorteil von Nivolumab gegenüber Chemotherapie zum Tragenkommt.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 23 dargestellt.
Tabelle 23: Wirksamkeitsergebnisse (CA209066)
Nivolumab Dacarbazin(n = 210) (n = 208)
Gesamtüberleben
Ereignisse 50 (23,8 %) 96 (46,2 %)
Hazard-Ratio 0,4299,79 % CI (0,25; 0,73)95 % CI (0,30; 0,60)p-Wert < 0,0001
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab Dacarbazin(n = 210) (n = 208)
Median (95 % CI) Nicht erreicht 10,8 (9,33; 12,09)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 84,1 (78,3; 88,5) 71,8 (64,9; 77,6)
Nach 12 Monaten 72,9 (65,5; 78,9) 42,1 (33,0; 50,9)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 108 (51,4 %) 163 (78,4 %)
Hazard-Ratio 0,4395 % CI (0,34; 0,56)p-Wert < 0,0001
Median (95 % CI) 5,1 (3,48; 10,81) 2,2 (2,10; 2,40)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 48,0 (40,8; 54,9) 18,5 (13,1; 24,6)
Nach 12 Monaten 41,8 (34,0; 49,3) NA
Objektives Ansprechen 84 (40,0 %) 29 (13,9 %)(95 % CI) (33,3; 47,0) (9,5; 19,4)
Odds Ratio (95 % CI) 4,06 (2,52; 6,54)p-Wert < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 16 (7,6 %) 2 (1,0 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 68 (32,4 %) 27 (13,0 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 35 (16,7 %) 46 (22,1 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht (0+ - 12,5+) 6,0 (1,1 - 10,0+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,2 - 7,6) 2,1 (1,8 - 3,6)“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Randomisierte Phase-III-Studie vs. Chemotherapie (CA209037)
Sicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab zur Behandlung des fortgeschrittenen (nichtresezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, offenen
Phase-III-Studie (CA209037) untersucht. In die Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen,bei denen es unter oder nach Ipilimumab und, bei positiver BRAF-V600-Mutation, auch unter odernach einer Behandlung mit einem BRAF-Kinase-Inhibitor zu einer Progression kam. Patienten mitakuter Autoimmunerkrankung, okulärem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen
Metastasen oder früheren unter Ipilimumab aufgetretenen schwerwiegenden (Grad 4 nach
CTCAE v4.0) Nebenwirkungen (ausgenommen zurückgebildete Übelkeit, Ermüdung/Fatigue,
Infusionsreaktionen oder Endokrinopathien) waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 405 Patienten entweder für Nivolumab (n = 272), das in einer Dosierung von3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde, oder für
Chemotherapie (n = 133) randomisiert. Die Chemotherapie erfolgte nach Ermessen des Prüfarztes mit
Dacarbazin (1 000 mg/m2 alle 3 Wochen) oder Carboplatin (AUC 6 alle 3 Wochen) und Paclitaxel(175 mg/m2 alle 3 Wochen). Die Randomisierung wurde nach BRAF- und Tumor-PD-L1-Status undbestem Ansprechen auf zuvor erhaltenes Ipilimumab stratifiziert.
Die koprimären Wirksamkeitskriterien waren bestätigtes ORR bei den ersten 120 Patienten, die mit
Nivolumab behandelt wurden, beurteilt nach RECIST, Version 1.1 durch ein unabhängigesradiologisches Bewertungskomitee (independent radiology review committee, IRRC) und Vergleichdes OS unter Nivolumab mit dem unter Chemotherapie. Weitere Wirksamkeitskriterien beinhalteten
Zeit bis zum Ansprechen und Dauer des Ansprechens.
Das mediane Alter betrug 60 Jahre (Spanne: 23 - 88). 64 % der Patienten waren männlich und 98 %weiß. Der ECOG-Performance-Status war 0 bei 61 % der Patienten und 1 bei 39 % der Patienten. Diemeisten (75 %) Patienten hatten bei Studienbeginn einen Krankheitsstatus von M1c. 73 % der
Patienten hatten ein kutanes Melanom, 10 % ein Melanom der Schleimhaut. 27 % der Patienten hatteneine systemische Vorbehandlung, 51 % 2 Vorbehandlungen und 21 %>2 Vorbehandlungen erhalten.22 % der Patienten hatten Tumoren, die positiv auf eine BRAF-Mutation getestet worden waren und50 % der Patienten hatten Tumoren, die als PD-L1-positiv betrachtet wurden. 64 % der Patientenhaben klinisch nicht von einer Vorbehandlung mit Ipilimumab profitiert (CR/PR oder SD). Die
Ausgangsmerkmale waren in den Gruppen etwa gleich, mit Ausnahme des Anteils von Patienten mit
Hirnmetastasen in der Vorgeschichte (19 % in der Nivolumab-Gruppe und 13 % in der
Chemotherapie-Gruppe) und Patienten mit einem LDH oberhalb des Normwertes zu Studienbeginn(51 % bzw. 35 %).
Zum Zeitpunkt dieser finalen ORR-Analyse wurden die Ergebnisse von 120 mit Nivolumab und 47mit Chemotherapie behandelten Patienten ausgewertet, die mindestens 6 Monate nachbeobachtetworden waren. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 24 dargestellt.
Tabelle 24: Bestes Gesamtansprechen, Zeit bis zum Ansprechen und Dauer des Ansprechens(CA209037)
Nivolumab Chemotherapie(n = 120) (n = 47)
Bestätigtes objektives Ansprechen 38 (31,7 %) 5 (10,6 %)(IRRC)(95 % CI) (23,5; 40,8) (3,5; 23,1)
Vollständiges Ansprechen 4 (3,3 %) 0(Complete response = CR)
Teilweises Ansprechen 34 (28,3 %) 5 (10,6 %)(Partial response = PR)
Stabile Erkrankung 28 (23,3 %) 16 (34,0 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht 3,6 (Nicht vorhanden)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,6 - 7,4) 3,5 (2,1 - 6,1)
Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Wirkung von Nivolumab mit Verzögerung einsetzt, so dass es2-3 Monate dauern kann, bis der Vorteil von Nivolumab gegenüber Chemotherapie zum Tragenkommt.
Aktualisierte Analyse (24 Monate Nachverfolgung)
Die ORR unter allen randomisierten Patienten betrug in der Nivolumab-Gruppe 27,2 %(95 % CI: 22,0; 32,9) und 9,8 % (95 % CI: 5,3; 16,1) in der Chemotherapie-Gruppe. Die mediane
Dauer des Ansprechens war 31,9 Monate (Spanne: 1,4+ - 31,9) in der Nivolumab- und 12,8 Monate(Spanne: 1,3+ - 13,6+) in der Chemotherapie-Gruppe. Die PFS Hazard Ratio für Nivolumab vs.
Chemotherapie war 1,03 (95 % CI: 0,78; 1,36). ORR und PFS wurden vom IRRC nach RECIST
Version 1.1 beurteilt.
Bei der finalen OS-Analyse gab es zwischen Nivolumab und Chemotherapie keinen statistischsignifikanten Unterschied. Die primäre OS-Analyse war nicht für die Auswirkungen nachfolgender
Therapien adjustiert, wobei 54 (40,6 %) Patienten im Chemotherapie-Arm nachfolgend eine
Anti-PD1-Behandlung erhielten. OS kann durch Studienabbruch, Ungleichgewicht der Folgetherapienund Unterschiede bei den Charakteristika zu Beginn der Studie verzerrt sein. Im Nivolumab-Armhatten mehr Patienten schlechte prognostische Faktoren (erhöhtes LDH und Hirnmetastasen) als im
Chemotherapie-Arm.
Wirksamkeit in Abhängigkeit von BRAF-Status: Objektives Ansprechen auf Nivolumab (gemäß der
Definition des koprimären Endpunkts) wurde bei Patienten mit oder ohne positiver BRAF-Mutationdes Melanoms beobachtet. Die ORR in der Untergruppe mit BRAF-Mutation betrug17 % (95 % CI: 8,4; 29,0) für Nivolumab und 11 % (95 % CI: 2,4; 29,2) für Chemotherapie. In der
Untergruppe mit BRAF-Wildtyp war die ORR 30 % (95 % CI: 24,0; 36,7) für Nivolumab und 9 %(95 % CI: 4,6; 16,7) für Chemotherapie.
Die PFS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 1,58 (95 % CI: 0,87; 2,87) für
Patienten mit BRAF-Mutation und 0,82 (95 % CI: 0,60; 1,12) für Patienten mit BRAF-Wildtyp. Die
OS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie betrugen 1,32 (95 % CI: 0,75; 2,32) für Patientenmit BRAF-Mutation und 0,83 (95 % CI: 0,62; 1,11) für Patienten mit BRAF-Wildtyp.
Wirksamkeit in Abhängigkeit von Tumor-PD-L1-Expression: Objektives Ansprechen auf Nivolumabwurde unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression beobachtet. Die Rolle dieses Biomarkers(Tumor-PD-L1-Expression) ist jedoch nicht abschließend geklärt.
Bei Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % betrug die ORR 33,5 % für Nivolumab(n = 179; 95 % CI: 26,7; 40,9) und 13,5 % für Chemotherapie (n = 74; 95 % CI: 6,7; 23,5). Bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1-Expression < 1 % war die vom IRRC bestimmte ORR jeweils13,0 % (n = 69; 95 % CI: 6,1; 23,3) bzw. 12,0 % (n = 25; 95 % CI: 2,5; 31,2).
Die PFS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 0,76 (95 % CI: 0,54; 1,07) bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1 Expression ≥ 1 % und 1,92 (95 % CI: 1,05; 3,5) bei Patienten miteiner Tumor-PD-L1-Expression < 1 %.
Die OS Hazard Ratios für Nivolumab vs. Chemotherapie waren 0,69 (95 % CI: 0,49; 0,96) bei
Patienten mit einer Tumor-PD-L1 Expression ≥ 1 % und 1,52 (95 % CI: 0,89; 2,57) bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression < 1 %.
Diese Untergruppen-Analysen sollten aufgrund der kleinen Gruppengröße und des Fehlens einessignifikanten Unterschiedes im OS in der randomisierten Gesamtpopulation mit Vorsicht interpretiertwerden.
Offene Dosiseskalationsstudie der Phase I (MDX1106-03)
Sicherheit und Verträglichkeit von Nivolumab wurden in einer offenen Dosiseskalationsstudie der
Phase I bei verschiedenen Tumorarten (einschließlich malignes Melanom) untersucht. Von den306 vorbehandelten Patienten, die in die Studie eingeschlossen wurden, hatten 107 ein Melanom underhielten maximal 2 Jahre lang Nivolumab in einer Dosierung von 0,1 mg/kg, 0,3 mg/kg, 1 mg/kg,3 mg/kg oder 10 mg/kg. In dieser Patientengruppe wurde bei 33 Patienten (31 %) über ein objektives
Ansprechen mit einer medianen Ansprechdauer von 22,9 Monaten berichtet (95 % CI: 17,0; NR). Dasmediane PFS betrug 3,7 Monate (95 % CI: 1,9; 9,3). Das mediane OS war 17,3 Monate(95 % CI: 12,5; 37,8) und die berechneten OS-Raten waren 42 % (95 % CI: 32; 51) nach 3 Jahren,35 % (95 % CI: 26; 44) nach 4 Jahren und 34 % (95 % CI: 25; 43) nach 5 Jahren (Minimum45 Monate Nachverfolgung).
Einarmige Phase-II-Studie (CA209172)
Die Studie CA209172 war eine einarmige, offene Studie mit Nivolumab-Monotherapie bei Patientenmit Stadium-III- (nicht-resezierbarem) oder Stadium-IV- metastasiertem Melanom nach einervorherigen Therapie mit einem monoklonalen Anti-CTLA-4-Antikörper. Der primäre Endpunkt war
Sicherheit und ein sekundärer Endpunkt war Wirksamkeit. Von den 1 008 behandelten Patientenhatten 103 (10 %) ein okuläres/uveales Melanom, 66 (7 %) einen ECOG-Performance-Status von 2,165 (16 %) asymptomatische behandelte oder unbehandelte ZNS-Metastasen, 13 (1,3 %) behandelteleptomeningeale Metastasen, 25 (2 %) eine Autoimmunerkrankung und 84 (8 %) Grad 3-4immunvermittelte Nebenwirkungen unter vorheriger Anti-CTLA-4-Therapie. Es wurden keine neuen
Sicherheitssignale identifiziert und das Gesamtsicherheitsprofil von Nivolumab war über die
Subgruppen hinweg vergleichbar. Die Wirksamkeitsergebnisse, basierend auf den vom Prüfarztbewerteten Ansprechraten, in Woche 12 sind in Tabelle 25 dargestellt.
Tabelle 25: Ansprechrate in Woche 12 - Alle Patienten und Subgruppen mit auswertbarem
Ansprechen (CA209172)
Gesamtan- Okuläres/ ECOG PS 2 ZNS-Meta- Autoimmun- Grad 3 - 4zahl uveales stasen erkrankun- irAEs unter
Melanom gen Anti-CTLA-
N 161/588 4/61 4/20 20/73 3/16 13/46(%)a (27,4) (6,6) (20,0) (27,4) (18,8) (28,3)a Das Ansprechen wurde nach RECIST 1.1 für 588/1 008 (58,3 %) Patienten ausgewertet, die bis Woche 12 behandeltwurden und einen Follow-up Scan in Woche 12 erhielten.
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder Nivolumab als
Monotherapie im Vergleich gegen Ipilimumab als Monotherapie (CA209067)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kgoder Nivolumab 3 mg/kg vs. Ipilimumab-Monotherapie 3 mg/kg zur Behandlung des fortgeschrittenen(nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms wurden in einer randomisierten, doppelblinden
Phase-III-Studie (CA209067) untersucht. Die Unterschiede zwischen den beiden
Nivolumab-enthaltenden Gruppen wurden deskriptiv untersucht. In die Studie wurden erwachsene
Patienten mit bestätigtem nicht resezierbaren Melanom im Stadium III oder IV eingeschlossen. Die
Patienten mussten einen ECOG-Performance-Status 0 oder 1 haben und durften keine systemischen
Vortherapien zur Behandlung des nicht resezierbaren oder metastatischen Melanoms erhalten haben.
Adjuvante oder neoadjuvante Vortherapie war erlaubt, wenn diese mindestens 6 Wochen vor
Einschluss in die Studie abgeschlossen worden war. Patienten mit akuter Autoimmunerkrankung,okulärem/uvealem Melanom, aktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen waren vonder Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 945 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (n = 314),
Nivolumab als Monotherapie (n = 316) oder Ipilimumab als Monotherapie (n = 315) randomisiert.
Patienten im Kombinationsarm erhielten Nivolumab in einer Dosierung von 1 mg/kg Körpergewichtüber 60 Minuten und Ipilimumab in einer Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht über 90 Minutenjeweils als intravenös verabreichte Infusion alle 3 Wochen für die ersten vier Gaben, gefolgt von
Nivolumab in einer Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht als Monotherapie alle 2 Wochen. Patientenim Nivolumab-Monotherapie-Arm erhielten Nivolumab in einer Dosierung von 3 mg/kg
Körpergewicht alle 2 Wochen. Patienten im Vergleichsarm erhielten Ipilimumab in einer Dosierungvon 3 mg/kg Körpergewicht und Placebo für Nivolumab als intravenöse Infusion alle 3 Wochen für4 Gaben und anschließend Placebo alle 2 Wochen. Die Randomisierung wurde mittels
PD-L1-Expressionsstatus stratifiziert (≥ 5 % gegenüber ≤ 5 % Expression auf der
Tumorzellmembran), BRAF-Status und M-Stadium gemäß der Einstufung des American Joint
Committee on Cancer (AJCC). Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzenbestand oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden zum ersten
Mal 12 Wochen nach Randomisierung und dann im ersten Jahr alle 6 Wochen und anschließend alle12 Wochen durchgeführt. Die primären Wirksamkeitskriterien waren das progressionsfreie Überleben(Progression-Free Survival = PFS) sowie Gesamtüberleben (Overall Survival = OS). Die objektive
Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) und die Dauer des Ansprechens wurden ebenfallsbewertet.
Die Ausgangsmerkmale der drei Gruppen waren etwa gleich verteilt. Das mittlere Alter betrug61 Jahre (Spanne: 18 - 90), 65 % waren Männer und 97 % waren weiß. Der
ECOG-Performance-Status war 0 bei 73 % der Patienten und 1 bei 27 % der Patienten. 93 % der
Patienten hatten einen Krankheitsstatus von IV gemäß AJCC, 58 % hatten einen Krankheitsstatus von
M1c bei Studienbeginn. 22 % der Patienten hatten eine adjuvante Vortherapie erhalten, 32 % der
Patienten hatten ein BRAF-Mutations-positives Melanom und 26,5 % der Patienten hatten eine
PD-L1-Expression in der Tumorzellmembran von ≥ 5 %. 4 % der Patienten hatten Hirnmetastasen inder Vorgeschichte und 36 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen LDH-Ausgangsspiegel überdem oberen Normbereich (ULN). Bei den Patienten mit quantifizierbarer Tumor-PD-L1-Expressionwar die Verteilung der Patienten zwischen den 3 Behandlungsgruppen ausgeglichen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mittels PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay ermittelt.
In der primären Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit 9 Monate) betrug das mediane PFS6,9 Monate in der Nivolumab-Gruppe verglichen mit 2,9 Monaten in der Ipilimumab-Gruppe(HR = 0,57; 99,5 % CI: 0,43; 0,76; p < 0,0001). Das mediane PFS betrug 11,5 Monate in der
Ipilimumab-in-Kombination-mit-Nivolumab-Gruppe verglichen mit 2,9 Monaten in der
Ipilimumab-Gruppe (HR = 0,42; 99,5 % CI: 0,31; 0,57; p < 0,0001).
Die PFS-Ergebnisse aus einer deskriptiven Analyse (mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von90 Monaten) sind in Abbildung 5 dargestellt (gesamte randomisierte Population), Abbildung 6 zeigteinen Tumor-PD-L1-5-%-Cut-off und Abbildung 7 einen Tumor-PD-L1-1-%-Cut-off.
Abbildung 5: Progressionsfreies Überleben (CA209067)
Progressionsfreies Überleben nach Einschätzung des Prüfarztes (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab314 175 138 126 112 103 99 93 87 84 78 76 70 66 57 33 1 -
Nivolumab316 151 120 106 97 84 78 73 69 66 62 57 54 50 44 21 0 -
Ipilimumab315 78 46 34 31 28 21 18 16 15 12 11 10 9 9 7 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:189/314), Median und 95 % CI: 11,50 (8,90; 20,04)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 49 % (44; 55), PFS-Rate nach 60 Monaten und 95 % CI: 36 % (32;42), PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 33 % (27; 39) Nivolumab (Ereignisse: 208/316), Median und 95 % CI: 6,93 (5,13; 10,18)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 42 % (36; 47), PFS-Rate nach 60 Monaten und 95 % CI: 29 % (24;35), PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 27 % (22; 33)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 261/315), Median und 95 % CI: 2,86 (2,79; 3,09)
PFS-Rate nach 12 Monaten und 95 % CI: 18 % (14; 23), PFS-Rate nach 60 Monaten und 95 % CI: 8 % (5; 12),
PFS-Rate nach 90 Monaten und 95 % CI: 7 % (4; 11)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,35; 0,51);
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,53 (0,44; 0,64);
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,79 (0,65; 0,97)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 6: Progressionsfreies Überleben bei PD-L1-Expression: 5-%-Cut-off (CA209067)
PD-L1-Expression< 5 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab210 113 87 78 71 64 60 56 54 52 50 49 45 43 39 22 0 -
Nivolumab208 91 73 66 60 51 49 46 42 40 38 33 31 29 27 12 0 -
Ipilimumab202 45 26 19 18 16 14 13 11 10 7 6 5 4 4 3 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:127/210), Median und 95 % CI: 11,17 (7,98; 17,51) Nivolumab (Ereignisse: 139/208), Median und 95 % CI: 5,39 (2,96; 7,13)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 171/202), Median und 95 % CI: 2,79 (2,76; 3,02)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,33; 0,53)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,54 (0,43; 0,68)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,77 (0,61; 0,98)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
PD-L1-Expression ≥ 5 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab68 45 37 35 30 29 29 27 24 23 20 19 17 15 13 8 1 -
Nivolumab80 52 41 36 33 29 26 24 24 23 21 21 20 18 14 7 0 -
Ipilimumab75 21 14 10 10 9 5 5 5 5 5 5 5 5 5 4 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 36/68), Median und 95 % CI: 22,11 (9,72; 82,07)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 48/80), Median und 95 % CI: 22,34 (9,46; 39,13)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 60/75), Median und 95 % CI: 3,94 (2,79; 4,21)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,38 (0,25; 0,58)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,43 (0,29; 0,64)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,89 (0,58; 1,35)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 7: Progressionsfreies Überleben bei PD-L1-Expression: 1-%-Cut-off (CA209067)
PD-L1-Expression < 1 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab123 65 51 46 41 38 36 33 31 29 29 28 25 24 21 13 0 -
Nivolumab117 44 35 33 30 26 24 21 19 17 15 11 11 9 9 5 0 -
Ipilimumab113 20 12 9 9 7 5 5 3 3 3 2 1 0 0 0 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:76/123), Median und 95 % CI: 11,17 (6,93; 22,18) Nivolumab (Ereignisse: 85/117), Median und 95 % CI: 2,83 (2,76; 5,62)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 94/113), Median und 95 % CI: 2,73 (2,66; 2,83)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,39 (0,28; 0,53)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,59 (0,44; 0,79)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,66 (0,48; 0,90)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
PD-L1-Expression ≥ 1 %
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab155 93 73 67 60 55 53 50 47 46 41 40 37 34 31 17 1 -
Nivolumab171 99 79 69 63 54 51 49 47 46 44 43 40 38 32 14 0 -
Ipilimumab164 46 28 20 19 18 14 13 13 12 9 9 9 9 9 7 1 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse:90/155), Median und 95 % CI: 16,13 (8,90; 45,08)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 102/171), Median und 95 % CI: 16,20 (8,11; 27,60)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 137/164), Median und 95 % CI: 3,48 (2,83; 4,17)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,42 (0,32; 0,55)
Nivolumab vs. Ipilimumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,45 (0,35; 0,59)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - Hazard Ratio und 95 % CI: 0,92 (0,69; 1,22)
Die finale (primäre) OS-Analyse wurde durchgeführt, nachdem alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 28 Monaten erreicht hatten. Nach 28 Monaten wurde das mediane OS inder Nivolumab-Gruppe nicht erreicht verglichen mit 19,98 Monaten in der Ipilimumab-Gruppe(HR = 0,63; 98 % CI: 0,48; 0,81; p-Wert: < 0,0001). Das mediane OS wurde in der Patientengruppe,die mit der Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab behandelt wurde, nicht erreicht. Im
Vergleich zur Ipilimumab-Gruppe beträgt die HR = 0,55 (98 % CI: 0,42; 0,72; p-Wert < 0,0001).
Die OS-Ergebnisse einer zusätzlichen deskriptiven Analyse nach einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 90 Monaten waren konsistent mit den Ergebnissen der ursprünglichenprimären Analyse. Die OS-Ergebnisse dieser Nachbeobachtungsanalyse sind in Abbildung 8 (allerandomisierten Populationen), Abbildungen 9 und 10 (Tumor-PD-L1-5-%-und-1-%-Cut-off)dargestellt.
Die OS-Analyse war nicht darauf ausgerichtet, die nachfolgend erhaltenen Therapien zu erfassen.
Anschließende systemische Therapien erhielten 36,0 % der Patienten, die die Kombination erhaltenhatten, 49,1 % der Nivolumab-Monotherapie-Patienten und 66,3 % der Ipilimumab-Patienten.
Anschließende Immuntherapien (einschließlich Anti-PD1-Therapie, Anti-CTLA-4-Antikörper oderandere Immuntherapien) erhielten 19,1 % der Patienten, die die Kombination erhalten hatten, 34,2 %der Nivolumab-Monotherapie-Patienten und 48,3 % der Ipilimumab-Patienten.
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 8: Gesamtüberleben (CA209067) - Minimale Nachbeobachtungszeit 90 Monate
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab314 265 227 210 199 187 179 169 163 158 156 153 147 144 141 129 7 -
Nivolumab316 266 231 201 181 171 158 145 141 137 134 130 126 123 120 107 4 -
Ipilimumab315 253 203 163 135 113 100 94 87 81 75 68 64 63 63 57 5 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 162/314), Median und 95 % CI: 72,08 (38,18; N.A.)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 73 % (68; 78), 24 Monaten: 64 % (59; 69); 36 Monaten: 58 % (52;63), 60 Monaten: 52 % (46; 57) und 90 Monaten: 48 % (42; 53) Nivolumab (Ereignisse: 182/316), Median und 95 % CI: 36,93 Monate (28,25; 58,71)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 74 % (69; 79), 24 Monaten: 59 % (53; 64), 36 Monaten: 52 % (46; 57),60 Monaten: 44 % (39; 50) und 90 Monaten: 42 % (36; 47)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 235/315), Median und 95 % CI: 19,94 Monate (16,85; 24,61)
OS-Rate und 95 % CI nach 12 Monaten: 67 % (61; 72), 24 Monaten: 45 % (39; 50); 36 Monaten: 34 % (29;39), 60 Monaten: 26 % (22; 31) und 90 Monaten: 22 % (18; 27)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,53 (0,44; 0,65)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,63 (0,52; 0,77)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,84 (0,68; 1,04)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Abbildung 9: Gesamtüberleben nach PD-L1-Expression: 5-%-Cut-off (CA209067) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 90 Monate
PD-L1-Expression < 5 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab210 178 146 139 130 123 116 109 106 104 102 100 98 96 96 88 6 -
Nivolumab208 169 144 123 112 108 102 92 90 88 86 84 83 80 79 70 3 -
Ipilimumab202 158 124 99 80 69 59 57 55 50 46 41 39 38 38 33 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 109/210), Median und 95 % CI: 65,94 (32,72; N.A.) Nivolumab (Ereignisse: 121/208), Median und 95 % CI: 35,94 Monate (23,06; 60,91)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 157/202), Median und 95 % CI: 18,40 Monate (13,70; 22,51)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,51 (0,40; 0,66)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,62 (0,49; 0,79)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,83 (0,64; 1,07)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
PD-L1-Expression ≥ 5 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab68 56 52 45 45 43 43 41 40 37 37 36 33 32 30 27 1 -
Nivolumab80 76 69 61 57 53 47 44 43 41 41 40 38 38 36 33 1 -
Ipilimumab75 66 60 46 40 34 32 29 25 24 22 20 19 19 19 18 4 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 33/68), Median und 95 % CI: N.A. (39,06; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 41/80), Median und 95 % CI: 64,28 Monate (33,64; N.A.)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 51/75), Median und 95 % CI: 28,88 Monate (18,10; 44,16)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,61 (0,39; 0,94)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,61 (0,41; 0,93)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,99 (0,63; 1,57)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Abbildung 10: Gesamtüberleben nach PD-L1-Expression: 1-%-Cut-off (CA209067) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 90 Monate
PD-L1-Expression < 1 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab123 102 82 79 74 70 65 63 62 62 62 60 59 57 56 50 5 -
Nivolumab117 86 73 62 57 53 49 43 43 42 41 41 40 38 37 33 2 -
Ipilimumab113 87 71 57 44 36 33 32 31 28 27 22 22 22 22 18 0 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 66/123), Median und 95 % CI: 61,44 (26,45; N.A.) Nivolumab (Ereignisse: 76/117), Median und 95 % CI: 23,46 Monate (13,01; 36,53)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 87/113), Median und 95 % CI: 18,56 Monate (13,67; 23,20)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,55 (0,40; 0,76)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,77 (0,57; 1,05)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 0,71 (0,51; 0,99)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
PD-L1-Expression ≥ 1 %
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab155 132 116 105 101 96 94 87 84 79 79 77 74 72 70 65 2 -
Nivolumab171 159 140 122 112 108 100 93 90 87 86 83 81 80 78 70 2 -
Ipilimumab164 137 113 88 76 67 58 54 49 46 41 39 36 35 35 33 4 -
- - -- - - Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 76/155), Median und 95 % CI: 82,30 (39,06; N.A.)
- ------- Nivolumab (Ereignisse: 86/171), Median und 95 % CI: 85,09 Monate (39,00; N.A.)
- - -- - - Ipilimumab (Ereignisse: 121/164), Median und 95 % CI: 21,49 Monate (16,85; 29,08)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,52 (0,39; 0,70)
Nivolumab vs. Ipilimumab - HR (95 % CI): 0,52 (0,39; 0,69)
Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab - HR (95 % CI): 1,01 (0,74; 1,37)
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Minimale Nachbeobachtungszeit für die ORR-Analyse waren 90 Monate. Das Ansprechen ist in
Tabelle 26 zusammengefasst.
Tabelle 26: Objektives Ansprechen (CA209067)
Nivolumab +
Ipilimumab Nivolumab Ipilimumab(n = 314) (n = 316) (n = 315)
Objektives Ansprechen 183 (58 %) 142 (45 %) 60 (19 %)(95 % CI) (52,6; 63,8) (39,4; 50,6) (14,9; 23,8)
Odds Ratio (vs. Ipilimumab) 6,35 3,5(95 % CI) (4,38; 9,22) (2,49; 5,16)
Vollständiges Ansprechen(Complete Response = CR) 71 (23 %) 59 (19 %) 19 (6 %)
Teilweises Ansprechen(Partial Response = PR) 112 (36 %) 83 (26 %) 41 (13 %)
Stabile Erkrankung(Stable Disease = SD) 38 (12 %) 29 (9 %) 69 (22 %)
Ansprechdauer
Mediane Zeitspanne, Monate N.A. 90,8 19,3(69,1 - N.A.) (45,7 - N.A.) (8,8 - 47,4)
Anteil ≥ 12 Monate Ansprechdauer 68 % 73 % 44 %
Anteil ≥ 24 Monate Ansprechdauer 58 % 63 % 30 %
ORR (95 % CI) bei Tumor-PD-L1-Expression< 5 % 56 % (48,7; 62,5) 43 % (36; 49,8) 18 % (12,8; 23,8)n = 210 n = 208 n = 202≥ 5 % 72 % (59,9; 82,3) 59 % (47,2; 69,6) 21 % (12,7; 32,3)n = 68 n = 80 n = 75< 1 % 54 % (44,4; 62,7) 36 % (27,2; 45,3) 18 % (11,2; 26,0)n = 123 n = 117 n = 113≥ 1 % 65 % (56,4; 72) 55 % (47,2; 62,6) 20 % (13,7; 26,4)n = 155 n = 171 n = 164
Patienten in beiden Nivolumab-Armen zeigten einen signifikanten Nutzen bzgl. PFS und OS und eingrößeres ORR verglichen mit Ipilimumab Monotherapie. Die Resultate bezüglich desprogressionsfreien Überlebens nach 18 Monaten Nachbeobachtungszeit und ORR- und OS-Ergebnissenach 28 Monaten Nachbeobachtungszeit waren in den verschiedenen Patienten-Subgruppenkonsistent, einschließlich bei Patienten mit unterschiedlichem ECOG-Status, BRAF-Mutationsstatus,
M-Stadium, Alter, Hirnmetastasen in der Anamnese und LDH-Ausgangsspiegel. Diese
Beobachtungen wurden auch mit den OS-Ergebnissen nach einer minimalen Nachbeobachtungszeitvon 90 Monaten beibehalten.
Bei den 131 Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund von Nebenwirkungen nach 28 Monaten
Nachbeobachtungszeit abgebrochen haben, war die Ansprechrate 71 % (93/131). Von diesen 71 %erreichten 20 % (26/131) der Patienten ein vollständiges Ansprechen. Das mediane Gesamtüberlebenwurde nicht erreicht.
Patienten in beiden Nivolumab-Armen hatten ein größeres objektives Ansprechen als Patienten im
Ipilimumab-Arm, unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus. Nach 90 Monaten
Nachbeobachtungszeit war die objektive Ansprechrate für die Kombination aus Nivolumab und
Ipilimumab über alle Tumor-PD-L1-Expressionsgrade höher als für die Nivolumab-Monotherapie(siehe Tabelle 26), wobei die beste Gesamtansprechrate für das vollständige Ansprechen mit einerverbesserten Überlebensrate korrelierte.
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit betrug die mediane Ansprechdauer bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expressionsstatus ≥ 5 % 78,19 Monate im Kombinations-Arm (Spanne: 18,07 - N.A.)und 77,21 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 26,25 - N.A.). Sie betrug31,28 Monate (Spanne: 6,08 - N.A.) im Ipilimumab-Arm. Bei einer Tumor-PD-L1-Expression < 5 %wurde die mediane Ansprechdauer im Kombinations-Arm (Spanne: 61,93 - N.A.) nicht erreicht undbetrug 90,84 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 50,43 - N.A.). Sie betrug19,25 Monate im Ipilimumab-Monotherapie-Arm (Spanne: 5,32 - 47,44).
Bezüglich der relevanten Endpunkte Tumoransprechen, PFS und OS konnte kein klarer Grenzwert fürdie PD-L1-Expression verlässlich definiert werden. Ergebnisse von exploratorischen multivarianten
Analysen zeigten, dass auch andere Patienten- und Tumorcharakteristika (z. B. ECOG-Status,
M-Stadium, Ausgangs-LDH, BRAF-Mutationsstatus, PD-L1-Status und Geschlecht) zum
Überlebensresultat beitragen könnten.
Wirksamkeit bei BRAF-Status:
BRAF[V600]-Mutation-positive und BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zu Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab randomisiert wurden, hatten nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit ein medianes
PFS von 16,76 Monaten (95 % CI: 8,28; 32,0) bzw. 11,7 Monaten (95 % CI: 7,0; 19,32) während diein den Nivolumab-Monotherapie-Arm randomisierten Patienten ein medianes PFS von 5,62 Monaten(95 % CI: 2,79; 9,46) bzw. 8,18 Monaten (95 % CI: 5,13; 19,55) hatten.
BRAF[V600]-Mutations-positive bzw. BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zur
Ipilimumab-Monotherapie randomisiert wurden, hatten ein medianes PFS von 3,09 Monaten(95 % CI: 2,79; 5,19) bzw. 2,83 Monaten (95 % CI: 2,76; 3,06).
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit hatten BRAF[V600]-Mutations-positive bzw.
BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab randomisiertwurden, ein ORR von 67,0 % (95 % CI: 57,0; 75,9; n = 103) bzw. 54,0 % (95 % CI: 47,1; 60,9;n = 211) während die in den Nivolumab-Monotherapie-Arm randomisierten Patienten ein ORR von37,87 % (95 % CI: 28,2; 48,1; n = 98) bzw. 48,2 % (95 % CI: 41,4; 55,0; n = 218) hatten.
BRAF[V600]-Mutations-positive bzw. BRAF-Wildtyp-Patienten, welche zur
Ipilimumab-Monotherapie randomisiert wurden, hatten ein ORR von 23,0 % (95 % CI: 15,2; 32,5;n = 100) bzw. 17,2 % (95 % CI: 12,4; 22,9; n = 215).
Nach 90 Monaten Nachbeobachtungszeit wurde für BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten dasmediane OS im Kombinations-Arm nicht erreicht und betrug 45,5 Monate im
Nivolumab-Monotherapie-Arm. Das mediane OS für BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten im
Ipilimumab-Monotherapie-Arm betrug 24,6 Monate. Für BRAF-Wildtyp-Patienten betrug dasmediane OS 39,06 Monate im Kombinations-Arm, 34,37 Monate im Nivolumab-Monotherapie-Armund 18,5 Monate im Ipilimumab-Monotherapie-Arm. Die Hazard Ratios des Gesamtüberlebens warenim Nivolumab-in-Kombination-mit-Ipilimumab-Arm versus Nivolumab-Monotherapie-Arm für
BRAF[V600]-Mutations-positive Patienten 0,66 (95 % CI: 0,44; 0,98) und für
BRAF-Wildtyp-Patienten 0,95 (95 % CI: 0,74; 1,22).
Randomisierte Phase-II-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Ipilimumab(CA209069)
Die Studie CA209069 war eine randomisierte, doppelblinde Phase-II-Studie, in der Nivolumab mit
Ipilimumab im Vergleich zu Ipilimumab allein bei 142 Patienten mit fortgeschrittenem(nicht-resezierbarem oder metastasiertem) Melanom evaluiert wurde. Die Einschlusskriterien dieser
Studie waren denen der Studie CA209067 ähnlich und die primäre Analyse erfolgte bei Patienten mit
BRAF-Wildtyp-Melanom (77 % der Patienten). Die vom Prüfarzt bewertete Ansprechrate betrug61 % (95 % CI: 48,9; 72,4) im Kombinations-Arm (n = 72) versus 11 % (95 % CI: 3,0; 25,4) im
Ipilimumab-Monotherapie-Arm (n = 37). Die geschätzten OS-Raten nach 2 bzw. 3 Jahren betrugen68 % (95 % CI: 56; 78) bzw. 61 % (95 % CI: 49; 71) für die Kombination (n = 73) und 53 %(95 % CI: 36; 68) bzw. 44 % (95 % CI: 28; 60) für Ipilimumab-Monotherapie (n = 37).
Nicht-kleinzelliges LungenkarzinomNeoadjuvante Behandlung des NSCLC
Randomisierte, offene Phase-III-Studie zu Nivolumab in Kombination mit platinbasierter
Chemotherapie vs. platinbasierte Chemotherapie (CA209816)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapiefür 3 Zyklen wurde in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209816) untersucht. In die
Studie wurden Patienten mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, messbarer Erkrankung(gemäß RECIST Version 1.1), deren Tumoren resezierbar waren, und mit einem histologischbestätigten NSCLC des Stadiums IB (≥ 4 cm), II oder IIIA (gemäß 7. Auflage der Staging-Kriteriender AJCC/Union for International Cancer Control [UICC]) eingeschlossen.
Die folgenden Auswahlkriterien definieren Patienten mit hohem Rezidivrisiko, die in das
Anwendungsgebiet eingeschlossen sind und die eine Patientenpopulation mit einer Erkrankung des
Stadiums II bis IIIA gemäß der 7. Auflage der Staging-Kriterien der AJCC/UICC widerspiegeln: Alle
Patienten mit einer Tumorgröße ≥ 5 cm; alle Patienten mit N1- oder N2-Erkrankung (unabhängig vonder Größe des Primärtumors); Patienten mit multiplen Tumorknoten entweder im selben
Lungenlappen oder in verschiedenen ipsilateralen Lungenlappen; Patienten mit Tumoren, die invasivin thorakale Strukturen eindringen (direkte Invasion in viszerale Pleura, parietale Pleura, Brustwand,
Diaphragma, Nervus phrenicus, mediastinale Pleura, parietales Perikard, Mediastinum, Herz, große
Gefäße, Trachea, Nervus laryngeus recurrens, Ösophagus, Wirbelkörper, Carina); oder Tumoren, dieden Hauptbronchus befallen; oder Tumoren, die mit Atelektase oder obstruktiver Pneumonitisverbunden sind, die sich bis in die Hilusregion ausdehnt oder die gesamte Lunge betrifft.
In die Studie wurden keine Patienten mit N2-Status und Tumoren mit zusätzlicher Invasion in das
Mediastinum, Herz, große Gefäße, Luftröhre, Nervus laryngeus recurrens, Ösophagus, Wirbelkörper,
Carina oder mit separaten Tumorknoten in einem anderen ipsilateralen Lungenlappen eingeschlossen.
Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem NSCLC, bekannten EGFR-Mutationen oder
ALK-Translokationen (ein Test auf EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen war bei
Studienbeginn nicht obligatorisch), peripherer Neuropathie von Grad 2 oder höher, aktiver
Autoimmunerkrankung oder mit einer Erkrankung, die eine Behandlung mit einer systemischen
Immunsuppression erfordert, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach
Tumor-PD-L1-Expressionslevel (≥ 1 % vs. < 1 % oder nicht-quantifizierbar), Krankheitsstadium(IB/II vs. IIIA) und Geschlecht (männlich vs. weiblich) stratifiziert. Patienten wurden unabhängig vom
PD-L1-Status ihres Tumors eingeschlossen. Die Tumor-PD-L1-Expression wurde mithilfe des
PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Tests bestimmt.
Insgesamt wurden 358 Patienten entweder zu Nivolumab in Kombination mit platinbasierter
Chemotherapie (n = 179) oder zu platinbasierter Chemotherapie (n = 179) randomisiert. Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm erhielten Nivolumab 360 mg intravenös über 30 Minuten in
Kombination mit platinbasierter Chemotherapie alle 3 Wochen für bis zu 3 Zyklen. Patienten im
Chemotherapie-Arm erhielten eine platinbasierte Chemotherapie alle 3 Wochen für bis zu 3 Zyklen.
Die platinbasierte Chemotherapie bestand nach Wahl des Prüfarztes aus Paclitaxel 175 mg/m2 oder200 mg/m2 und Carboplatin AUC 5 oder AUC 6 (alle Histologien); Pemetrexed 500 mg/m2 und
Cisplatin 75 mg/m2 (nicht-plattenepitheliale Histologie); oder Gemcitabin 1 000 mg/m2 oder1 250 mg/m2 und Cisplatin 75 mg/m2 (plattenepitheliale Histologie). Im Chemotherapie-Armbestanden als zwei zusätzliche Therapieoptionen Vinorelbin 25 mg/m2 oder 30 mg/m2 und Cisplatin75 mg/m2; oder Docetaxel 60 mg/m2 oder 75 mg/m2 und Cisplatin 75 mg/m2 (alle Histologien).
Tumorbeurteilungen wurden bei Studienbeginn, innerhalb von 14 Tagen nach der Operation, 2 Jahrelang nach der Operation alle 12 Wochen, danach 3 Jahre lang alle 6 Monate und dann 5 Jahre langjährlich bis zum Rezidiv oder zur Progression der Erkrankung durchgeführt. Die primären
Wirksamkeitskriterien waren das ereignisfreie Überleben (Event-Free Survival = EFS) auf Basis der
BICR-Beurteilung und die pathologische Komplettremission (pathological Complete
Response = pCR) durch eine verblindete unabhängige pathologische Beurteilung(Blinded-Independent Pathology Review = BIPR). Das OS war ein wichtiges sekundäres
Wirksamkeitskriterium, und die explorativen Endpunkte umfassten die Durchführbarkeit der
Operation.
Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der Patienten waren im Allgemeinen über die
Behandlungsgruppen hinweg gleich verteilt. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (Spanne: 34 - 84);51 % der Patienten waren ≥ 65 Jahre und 7 % waren ≥ 75 Jahre, 50 % der Patienten waren Asiaten,47 % waren Kaukasier und 71 % waren männlich. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war0 (67 %) oder 1 (33 %); 50 % der Patienten hatten eine PD-L1-Expression ≥ 1 % und 43 % eine
PD-L1-Expression < 1 %; 5 % hatten eine Erkrankung im Stadium IB, 17 % im Stadium IIA, 13 % im
Stadium IIB und 64 % im Stadium IIIA; 51 % wiesen eine plattenepitheliale Histologie und 49 % einenicht-plattenepitheliale Histologie auf; 89 % waren früher oder sind derzeit Raucher. Eine definitive
Operation erfolgte bei 83 % der Patienten im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und bei 75 % der
Patienten im Chemotherapie-Arm. 14,8 % der Patienten im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Armerhielten eine adjuvante systemische Therapie und 25 % der Patienten im Chemotherapie-Arm.
Bei der finalen pCR-Analyse und der vordefinierten EFS-Zwischenanalyse (mit minimaler
Nachbeobachtungszeit von 21 Monaten) über alle randomisierten Patienten wurde im Vergleich zur
Chemotherapie allein eine statistisch signifikante Verbesserung von pCR und EFS bei Patientennachgewiesen, die zu Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie randomisiert wurden. DiepCR-Ansprechrate betrug 24 % im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 2,2 % im
Chemotherapie-Arm (Differenz des pCR 21,6; 99 % CI: 13,0; 30,3; Odds Ratio des pCR 13,9;99 % CI: 3,49; 55,75; stratifizierter p-Wert < 0,0001). Das mediane EFS war 31,6 Monate im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 20,8 Monate im Chemotherapie-Arm (HR = 0,63;97,38 % CI: 0,43; 0,91; Log-Rank-stratifizierter p-Wert 0,0052). Bei einer präspezifizierten
Zwischenanalyse war die HR für das OS (minimale Nachbeobachtungszeit von 21 Monaten) 0,57(99,67 % CI: 0,30; 1,07) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie.
Bei der finalen OS-Analyse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 59,9 Monaten war die HRfür OS 0,72 (95,18 % CI: 0,52; 1,00), mit einem statistisch signifikanten p-Wert von 0,0479(stratifizierter Log-Rank-Test) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie.
Explorative Subgruppenanalyse nach Tumor-PD-L1-Expression und Krankheitsstadium
Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für die Subgruppe von Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1% und Krankheitsstadium II-IIIA einer explorativen Analyse mit einerminimalen Nachbeobachtungszeit von 32,9 Monaten sind in Tabelle 27 zusammengefasst.
Tabelle 27: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumor PD-L1 ≥ 1% und
Krankheitsstadium II-IIIA* (CA209816)
Nivolumab + Chemotherapie Chemotherapie(n = 81) (n = 86)
Ereignisfreies Überleben nach BICR
Ereignisse 22 (27,2 %) 39 (45,3 %)
Hazard-Ratioa 0,49(95 % CI) (0,29; 0,83)
Median (Monate)b NR 26,71(95 % CI) (44,42; NR) (13,40; NR)
Pathologische Komplettremission nach BIPR
Ansprechen 26 (32,1 %) 2 (2,3 %)(95 % CI)c (22,2; 43,4) (0,3; 8,1)
Differenz des pCR (95 % CI)d 29,8 % (19,0; 40,7)a Mit einem nicht stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Kaplan-Meier-Schätzung.c Basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.
d Das zweiseitige Konfidenzintervall von 95 % für die ungewichtete Differenz wurde mit der Newcombe-Methodeberechnet
* 7. Auflage der Staging-Kriterien der AJCC/UICC.
Minimale Nachbeobachtungszeit für EFS war 32,9 Monate, Datenschnitt: 06-Sep-2022
Datenschnitt für pCR: 28-Jul-2020
Die Kaplan-Meier-Kurven für EFS bei der Subgruppe von Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression≥ 1% und Krankheitsstadium II-IIIA mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 32,9 Monatensind in Abbildung 11 dargestellt.
Abbildung 11: Kaplan-Meier-Kurven für EFS bei Patienten mit Tumor PD-L1 ≥ 1% und
Krankheitsstadium II-IIIA (CA209816)
Ereignisfreies Überleben nach BICR (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie81 69 62 59 58 55 53 51 51 50 47 37 32 21 10 5 1 1 0
Chemotherapie86 71 60 52 44 40 38 36 34 31 30 23 18 14 7 6 1 1 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 22/81), Median und 95 % CI: NR (44,42; NR)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 39/86), Median und 95 % CI: 26,71 (13,40; NR)
Basierend auf Datenschnitt: 06-Sep-2022, minimale Nachbeobachtungszeit von 32,9 Monaten
Zum Zeitpunkt der aktualisierten EFS-Analyse wurde eine Zwischenanalyse für das OS durchgeführt(minimale Nachbeobachtungszeit von 32,9 Monaten). Die explorative, deskriptive HR für OS bei
Patienten mit Tumor PD-L1-Expression ≥ 1% und Krankheitsstadium II-IIIA war0,43 (95 % CI: 0,22; 0,83) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie.
Bei der finalen Analyse (minimale Nachbeobachtungszeit von 59,9 Monaten) war die HR für OS bei
Patienten mit Tumor PD-L1-Expression ≥ 1% und Krankheitsstadium II-IIIA0,59 (95 % CI: 0,35; 0,98) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie. Diekorrespondierenden Kaplan-Meier-Kurven für OS sind in Abbildung 12 dargestellt.
Wahrscheinlichkeit des ereignisfreien Überlebens nach BICR
Abbildung 12: Kaplan-Meier-Kurven für OS bei Patienten mit Tumor PD-L1 ≥ 1% und
Krankheitsstadium II-IIIA (CA209816)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie81 80 76 76 74 73 71 69 69 69 68 68 67 66 64 63 61 61 61 59 59 48 35 23 12 7 3 1 0
Chemotherapie86 85 81 80 78 75 69 63 61 58 57 57 57 54 53 52 49 49 49 47 45 38 30 22 15 6 2 0 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 24/81), Median und 95 % CI: NR (71,59; NR)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 38/86), Median und 95 % CI: 73,72 (47,34; NR)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Jan-2025, minimale Nachbeobachtungszeit von 59,9 Monaten
Neoadjuvante und adjuvante Behandlung des NSCLC
Randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie zur neoadjuvanten Behandlung mit Nivolumab in
Kombination mit platinbasierter Chemotherapie vs. platinbasierte Chemotherapie und adjuvanter
Nivolumab‑Monotherapie vs. Placebo (CA20977T)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapiefür 4 Zyklen, gefolgt von einer Nivolumab‑Monotherapie wurden in einer randomisierten,doppelblinden Studie (CA20977T) untersucht. In die Studie wurden Patienten mit einem ECOG-
Performance-Status von 0 oder 1, deren Tumoren resezierbar waren, und mit einem vermuteten oderhistologisch bestätigtem NSCLC des Stadiums IIA (> 4 cm) bis IIIB (T3-T4 N2) eingeschlossen(gemäß der 8. Auflage des American Joint Committee on Cancer (AJCC) Staging Manual). Der
Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status.
Die folgenden Auswahlkriterien definieren Patienten mit hohem Rezidivrisiko, die in das
Anwendungsgebiet eingeschlossen sind und die eine Patientenpopulation mit einer Erkrankung des
Stadiums IIA bis IIIB gemäß der 8. Auflage der Staging-Kriterien der AJCC/UICC widerspiegeln:
Alle Patienten mit einer Tumorgröße > 4 cm; alle Patienten mit N1- oder N2-Erkrankung (unabhängigvon der Größe des Primärtumors); Patienten mit multiplen Tumorknoten entweder im selben
Lungenlappen oder in verschiedenen ipsilateralen Lungenlappen; Patienten mit Tumoren, die invasivin thorakale Strukturen eindringen (direkte Invasion in viszerale Pleura, parietale Pleura, Brustwand,
Diaphragma, Nervus phrenicus, mediastinale Pleura, parietales Perikard, Mediastinum, Herz, große
Gefäße, Trachea, Nervus laryngeus recurrens, Ösophagus, Wirbelkörper, Carina); oder Tumoren, die
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensden Hauptbronchus befallen; oder Tumoren, die mit Atelektase oder obstruktiver Pneumonitisverbunden sind, die sich bis in die Hilusregion ausdehnt oder die gesamte Lunge betrifft.
Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem NSCLC, EGFR-Mutationen oder bekannten
ALK-Translokationen (ein Test auf ALK-Translokationen war bei Studienbeginn nicht obligatorisch),
Hirnmetastasen, peripherer Neuropathie von Grad 2 oder höher, interstitieller Lungenerkrankung oderaktiver, nicht infektiöser Pneumonitis (symptomatisch und/oder Behandlung erforderlich), aktiver
Autoimmunerkrankung oder mit einer Erkrankung, die eine Behandlung mit einer systemischen
Immunsuppression erfordert, waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 461 Patienten entweder zu Nivolumab in Kombination mit platinbasierter
Chemotherapie gefolgt von einer Nivolumab‑Monotherapie (n = 229) oder zu platinbasierter
Chemotherapie gefolgt von Placebo (n = 232) randomisiert. In der neoadjuvanten Phase erhielten die
Patienten entweder 360 mg Nivolumab intravenös über 30 Minuten und eine platinbasierte
Kombinationschemotherapie alle 3 Wochen oder Placebo und eine platinbasierte
Kombinationschemotherapie alle 3 Wochen bis zur Progression der Erkrankung oder bis zu nichtakzeptabler Toxizität, für bis zu 4 Zyklen. Die Patienten in beiden Behandlungsarmen konnten einepostoperative Strahlentherapie (Post-Operative Radiation Therapy, PORT) als Behandlungsstandarderhalten. In der adjuvanten Phase erhielten die Patienten innerhalb von 90 Tagen nach der Operationentweder 480 mg Nivolumab intravenös über 30 Minuten alle 4 Wochen oder Placebo alle 4 Wochenbis zur Progression der Erkrankung, bis zum Rezidiv oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität, für bis zu13 Zyklen. Die platinbasierte Chemotherapie bestand aus Paclitaxel 175 mg/m2 oder 200 mg/m2 und
Carboplatin AUC 5 oder AUC 6 (alle Histologien); Pemetrexed 500 mg/m2 und Cisplatin 75 mg/m2oder Carboplatin AUC 5 oder AUC 6 (nicht-plattenepitheliale Histologie); oder Cisplatin 75 mg/m2und Docetaxel 75 mg/m2 (plattenepitheliale Histologie).
Stratifikationsfaktoren für die Randomisierung waren Tumor-PD-L1‑Expressionswerte (≥ 1 % vs.< 1 % vs. unbestimmt/nicht auswertbar), Krankheitsstadium (Stadium II vs. Stadium III) und
Tumorhistologie (plattenepithelial vs. nicht-plattenepithelial). Tumor-PD-L1-Expressionswertewurden mittels PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay beurteilt. Tumorbeurteilungen wurden bei
Studienbeginn, innerhalb von 14 Tagen nach der letzten Dosis der neoadjuvanten Behandlung und vorder Operation, innerhalb von 7 Tagen vor Beginn der adjuvanten Behandlung nach der Operation, alle12 Wochen nach der ersten Dosis der adjuvanten Behandlung für 2 Jahre, dann alle 24 Wochen für biszu 5 Jahre durchgeführt, bis ein Rezidiv oder die Progression der Erkrankung durch BICR bestätigtwurde.
Von den 442 Patienten in der Studie CA20977T hatten 256 (58 %) eine mittels
PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay ermittelte PD-L1-Expression ≥ 1 %. Das mediane Alter betrug66 Jahre (Spanne: 35 bis 86); 55 % der Patienten waren ≥ 65 Jahre und 7 % der Patienten waren≥ 75 Jahre, 69 % der Patienten waren Kaukasier, 28 % waren Asiaten, 2 % waren Schwarze und 75 %waren männlich. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (59 %) oder 1 (41 %); 36 % hatteneine Erkrankung im Stadium II und 63 % im Stadium III; 24 % waren N1 und 39 % N2; 25 % warenauf einem einzelnen Level und 14 % auf mehreren Leveln; 61 % wiesen Tumoren mitplattenepithelialer Histologie und 39 % mit nicht-plattenepithelialer Histologie auf; 91 % waren früheroder sind derzeit Raucher.
Achtundsiebzig Prozent der Patienten im Arm mit neoadjuvantem Nivolumab in Kombination mitplatinbasierter Kombinationschemotherapie gefolgt von adjuvantem Nivolumab hatten eine definitive
Operation im Vergleich zu 77 % der Patienten im Arm mit neoadjuvantem Placebo und platinbasierter
Kombinationschemotherapie gefolgt von Placebo. Etwa 5 % der Patienten in jedem Behandlungsarmerhielten eine PORT.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das ereignisfreie Überleben (Event-Free Survival = EFS) auf
Grundlage der BICR-Beurteilung. Zusätzliche Wirksamkeitsendpunkte umfassten das
Gesamtüberleben (Overall Survival = OS), die pathologische Komplettremission (pathologic
Complete Response = pCR) und das bedeutende pathologische Ansprechen durch eine verblindeteunabhängige pathologische Beurteilung (Blinded Independent Pathology Review = BIPR).
Bei einer präspezifizierten Zwischenanalyse mit allen randomisierten Patienten mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 25,4 Monaten (Bereich: 15,7 - 44,2 Monate) zeigte die Studie statistischsignifikante Verbesserungen im Bereich des EFS. Das mediane EFS wurde im Arm mit Nivolumab in
Kombination mit Chemotherapie/Nivolumab nicht erreicht (95 % CI: 28,94; NE) und betrug18,43 Monate (95 % CI: 13,63; 28,06) im Arm mit Placebo mit Chemotherapie/Placebo (HR = 0,58;97,36 % CI: 0,42; 0,81; Log-Rank-stratifizierter p-Wert 0,00025). In einer präspezifizierten
Zwischenanalyse mit allen randomisierten Patienten mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von41 Monaten (Bereich: 31,3 - 59,8 Monate) wurde das mediane OS sowohl im Arm mit Nivolumab in
Kombination mit Chemotherapie/Nivolumab als auch im Arm mit Placebo mit
Chemotherapie/Placebo nicht erreicht (HR = 0,85, 97,63 % CI: 0,58; 1,25).
Explorative Subgruppenanalyse nach Tumor-PD-L1-Expression
Das EFS für die Subgruppe der Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1% mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 41 Monaten (Bereich: 31,3 - 59,8 Monate) ist in Tabelle 28 und
Abbildung 13 dargestellt.
Tabelle 28: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumor-PD-L1 ≥ 1 % (CA20977T)
Nivolumab mit Placebo mit
Chemotherapie/Nivolumab Chemotherapie/Placebo(n = 128) (n = 128)
Ereignisfreies Überleben (EFS) nach BICR
Ereignisse (%) 47 (37 %) 70 (55 %)
Median (Monate)a 46,55 15,08(95 % CI) (35,81; NE) (9,33; 31,41)
Hazard Ratiob 0,53(95 % CI) (0,36; 0,76)
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
Minimale Nachbeobachtungszeit für EFS war 31,3 Monate, Datenschnitt: 11-Nov-2024.a Kaplan-Meier-Schätzung.b Mit einem nicht stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.
Abbildung 13: Kaplan-Meier-Kurven des EFS bei Patienten mit Tumor-PD-L1 ≥ 1 %(CA20977T)
Ereignisfreies Überleben nach BICR (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie/Nivolumab128 119 95 89 83 80 78 75 73 70 61 55 44 35 17 11 2 1 1 1 0
Placebo + Chemotherapie/Placebo128 110 87 68 57 54 46 44 42 42 40 36 23 20 9 8 2 1 0 0 0 Nivolumab + Chemotherapie/Nivolumab (Ereignisse: 47/128), Median und 95 % CI: 46,55(35,81; NE)
- - -- - - Placebo + Chemotherapie/Placebo (Ereignisse: 70/128), Median und 95 % CI: 15,08 (9,33;31,41)
Basierend auf Datenschnitt: 11-Nov-2024, minimale Nachbeobachtungszeit von 31,3 Monaten
Zum Zeitpunkt der aktualisierten EFS-Analyse wurde eine Zwischenanalyse für das OS durchgeführt(minimale Nachbeobachtungszeit von 31,3 Monaten). Die explorative, deskriptive HR für OS bei
Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1% war 0,61 (95 % CI: 0,39; 0,97) für den Arm mit
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie/Nivolumab vs. den Arm mit Placebo mit
Chemotherapie/Placebo. Die Kaplan-Meier-Kurven für das OS für die Subgruppe der Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % sind in Abbildung 14 dargestellt.
Wahrscheinlichkeit des ereignisfreien Überlebens nach BICR
Abbildung 14: Kaplan-Meier-Kurven des OS bei Patienten mit Tumor-PD-L1 ≥ 1 %(CA20977T)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie/Nivolumab128 123 114 108 103 99 96 94 92 90 90 80 67 55 42 26 15 4 2 1 0
Placebo + Chemotherapie/Placebo128 126 116 106 101 96 88 86 77 77 73 65 54 36 25 17 10 5 4 0 0 Nivolumab + Chemotherapie/Nivolumab (Ereignisse: 31/128), Median und 95 % CI: NR
- - -- - - Placebo + Chemotherapie/Placebo (Ereignisse: 46/128), Median und 95 % CI: NR (38,08; NE)
Basierend auf Datenschnitt: 11-Nov-2024, minimale Nachbeobachtungszeit von 31,3 Monaten
Erstlinientherapie des NSCLC
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und 2 Zyklenplatinbasierter Chemotherapie vs. 4 Zyklen platinbasierter Chemotherapie (CA2099LA)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen in Kombination mit
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen und 2 Zyklen platinbasierter Chemotherapie wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA2099LA) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab18 Jahren) mit histologisch bestätigtem nicht-plattenepithelialem oder plattenepithelialem Stadium-IV-oder rezidiviertem NSCLC (gemäß 7. Klassifikation der International Association for the Study of
Lung Cancer), ECOG-Performance-Status 0 oder 1, und ohne vorherige Krebstherapie (einschließlich
EGFR- und ALK-Inhibitoren) eingeschlossen. Patienten wurden unabhängig vom PD-L1-Status des
Tumors eingeschlossen.
Patienten mit sensitivierenden EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen, aktiven (unbehandelten)
Hirnmetastasen, karzinomatöser Meningitis, aktiver Autoimmunerkrankung oder mit einer
Erkrankung, die eine Behandlung mit einer systemischen Immunsuppression erfordert, waren von der
Studie ausgeschlossen. Patienten mit behandelten Hirnmetastasen konnten in die Studieeingeschlossen werden, wenn sich die neurologische Symptomatik mindestens 2 Wochen vor
Einschluss in die Studie auf den Ausgangsbefund zurückgebildet hatte und die Patienten entwederkeine Corticosteroide erhielten oder eine stabile oder abnehmende Dosierung von < 10 mg
Prednison-Äquivalent pro Tag. Die Randomisierung wurde nach Histologie (plattenepithelial vs.nicht-plattenepithelial), Tumor-PD-L1-Expressionsstatus (≥ 1 % vs. < 1 %) und Geschlecht (männlichvs. weiblich) stratifiziert.
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Insgesamt wurden 719 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab undplatinbasierter Chemotherapie (n = 361) oder für platinbasierte Chemotherapie (n = 358) randomisiert.
Patienten im Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und platinbasierter
Chemotherapie erhielten Nivolumab 360 mg intravenös über 30 Minuten alle 3 Wochen in
Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg intravenös über 30 Minuten alle 6 Wochen und platinbasierter
Chemotherapie alle 3 Wochen für 2 Zyklen. Patienten im Chemotherapie-Arm erhielten platinbasierte
Chemotherapie alle 3 Wochen über 4 Zyklen; Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologiekonnten eine Erhaltungstherapie mit Pemetrexed bekommen.
Platinbasierte Chemotherapie bestand aus Carboplatin (AUC 5 oder 6) und Pemetrexed 500 mg/m2,oder Cisplatin 75 mg/m2 und Pemetrexed 500 mg/m2 bei nicht-plattenepithelialem NSCLC, oder aus
Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel 200 mg/m2 bei plattenepithelialem NSCLC.
Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu24 Monate fortgesetzt. Die Behandlung konnte über die Progression hinaus fortgeführt werden, wennder Patient klinisch stabil war und nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der
Behandlung hatte. Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund einer Nebenwirkung, die
Ipilimumab zugeordnet wurde, abbrechen mussten, konnten mit Nivolumab-Monotherapie weiterbehandelt werden. Tumorbewertungen wurden in den ersten 12 Monaten alle 6 Wochen nach derersten Dosis der Studienmedikation und danach alle 12 Wochen bis zur Progression der Erkrankungoder bis zur Beendigung der Studienmedikation durchgeführt.
In der Studie CA2099LA waren die Ausgangsmerkmale in allen Behandlungsgruppen etwa gleich.
Das mediane Alter war 65 Jahre (Spanne: 26 - 86) mit 51 % ≥ 65 Jahre und 10 % ≥ 75 Jahre. Die
Mehrheit der Patienten war weiß (89 %) und männlich (70 %). Der
Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (31 %) oder 1 (68 %), 57 % der Patienten hatten
PD-L1 ≥ 1 % und 37 % eine PD-L1 < 1 %, 31 % hatten eine plattenepitheliale und 69 % einenicht-plattenepitheliale Histologie, 17 % hatten Hirnmetastasen und 86 % waren früher oder derzeit
Raucher. Kein Patient erhielt zuvor eine Immuntherapie.
Das primäre Wirksamkeitskriterium der Studie CA2099LA war das Gesamtüberleben (Overall
Survival = OS). Weitere Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben(Progression-Free Survival = PFS), die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) unddie Dauer des Ansprechens, bestimmt von einem unabhängigen zentralen Komitee (Blinded
Independent Central Review, BICR).
Die Studie zeigte zum Zeitpunkt der präspezifizierten Interimsanalyse nach 351 Ereignissen (87 % derfür die finale Analyse geplanten Anzahl Ereignisse) eine statistisch signifikante Verbesserung des OS,
PFS und ORR für Patienten, die in den Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabund platinbasierter Chemotherapie gegenüber platinbasierter Chemotherapie alleine randomisiertworden waren. Die minimale Nachbeobachtungszeit für OS betrug 8,1 Monate.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Abbildung 15 (aktualisierte OS-Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 12,7 Monaten) und Tabelle 29 (primäre Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 8,1 Monaten) dargestellt.
Eine aktualisierte Wirksamkeitsanalyse wurde durchgeführt, nachdem alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 12,7 Monaten erreicht hatten (siehe Abbildung 15). Zum Zeitpunkt dieser
Analyse betrug die Hazard-Ratio für OS 0,66 (95 % CI: 0,55; 0,80) und die Hazard-Ratio für PFS0,68 (95 % CI: 0,57; 0,82).
Abbildung 15: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA2099LA)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab + Chemotherapie361 326 292 250 227 153 86 33 10 1 0
Chemotherapie358 319 260 208 166 116 67 26 11 0 0 Nivolumab + Ipilimumab + Chemotherapie (Ereignisse: 190/361), Median und 95 % CI: 15,64(13,93; 19,98)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 242/358), Median und 95 % CI: 10,91 (9,46; 12,55)
Tabelle 29: Wirksamkeitsergebnisse (CA2099LA)
Nivolumab + Ipilimumab +
Chemotherapie Chemotherapie(n = 361) (n = 358)
Gesamtüberleben
Ereignisse 156 (43,2 %) 195 (54,5 %)
Hazard-Ratio 0,69(96,71 % CI)a (0,55; 0,87)
Log-Rank-stratifizierterp-Wertb 0,0006
Median (Monate) 14,1 10,7(95 % CI) (13,24; 16,16) (9,46; 12,45)
Rate (95 % CI) nach6 Monaten 80,9 (76,4; 84,6) 72,3 (67,4; 76,7)
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab + Ipilimumab +
Chemotherapie Chemotherapie(n = 361) (n = 358)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 232 (64,3 %) 249 (69,6 %)
Hazard-Ratio 0,70(97,48 % CI)a (0,57; 0,86)
Log-Rank-stratifizierterp-Wertc 0,0001
Median (Monate)d 6,83 4,96(95 % CI) (5,55; 7,66) (4,27; 5,55)
Rate (95 % CI) nach6 Monaten 51,7 (46,2; 56,8) 35,9 (30,5; 41,3)
Gesamtansprechene 136 (37,7 %) 90 (25,1 %)(95 % CI) (32,7; 42,9) (20,7; 30,0)
CMH-Test-stratifizierterp-Wertf 0,0003
Vollständiges Ansprechen(Complete Response = CR) 7 (1,9 %) 3 (0,8 %)
Teilweises Ansprechen(Partial Response = PR) 129 (35,7 %) 87 (24,3 %)
Ansprechdauer
Median (Monate) 10,02 5,09(95 % CI)d (8,21; 13,01) (4,34; 7,00)% mit einer Dauer ≥ 6 Monateg 74 41a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert wird für diese Zwischenanalyse mit dem zugewiesenen Alpha von 0,0329 verglichen.c Der p-Wert wird für diese Zwischenanalyse mit dem zugewiesenen Alpha von 0,0252 verglichen.d Kaplan-Meier-Schätzung.e Anteil mit vollständigem oder teilweisem Ansprechen; CI basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.f Der p-Wert wird für diese Zwischenanalyse mit dem zugewiesenen Alpha von 0,025 verglichen.g Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen der Ansprechdauer.
CMH = Cochran-Mantel-Haenszel
Systemische Folgetherapien erhielten jeweils 28,8 % und 41,1 % der Patienten im Kombinations- bzw.im Chemotherapie-Arm. Eine nachfolgende Immuntherapie (einschließlich Anti-PD-1, Anti-PD-L1und Anti-CTLA-4) erhielten jeweils 3,9 % und 27,9 % der Patienten im Kombinations- bzw. im
Chemotherapie-Arm.
Deskriptive Subgruppen-Analysen der Studie CA2099LA zeigten einen OS-Vorteil für die
Kombination Nivolumab mit Ipilimumab und Chemotherapie gegenüber der Chemotherapie sowohlbei Patienten mit plattenepithelialer Histologie (HR (95 % CI) 0,65 (0,46; 0,93), n = 227) als auch bei
Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie (HR (95 % CI) 0,72 (0,55; 0,93), n = 492).
Tabelle 30 fasst die Wirksamkeitsergebnisse von OS, PFS und ORR nach Tumor-PD-L1-Expressionin prädefinierten Subgruppen-Analysen zusammen.
Tabelle 30: Wirksamkeitsergebnisse nach Tumor-PD-L1-Expression (CA2099LA)
Nivolumab Nivolumab Nivolumab Nivolumab+ + + +
Ipilimumab Chemo- Ipilimumab Chemo- Ipilimumab Chemo- Ipilimumab Chemo-+ therapie + therapie + therapie + therapie
Chemothe- Chemothera- Chemothe- Chemothe-rapie pie rapie rapie
PD-L1 < 1 % PD-L1 ≥ 1 % PD-L1 ≥ 1 % bis 49% PD-L1 ≥ 50 %(n = 264) (n = 406) (n = 233) (n = 173)
OS
Hazard- 0,65 0,67 0,69 0,64
Ratio (0,46; 0,92) (0,51; 0,89) (0,48; 0,98) (0,41; 1,02)(95 % CI)a
PFS
Hazard- 0,77 0,67 0,71 0,59
Ratio (0,57; 1,03) (0,53; 0,85) (0,52; 0,97) (0,40; 0,86)(95 % CI)a
ORR % 31,1 20,9 41,9 27,6 37,8 24,5 48,7 30,9a Hazard-Ratio basierend auf einem nicht-stratifizierten proportionalen Cox-Hazard-Modell.
Es wurden insgesamt 70 NSCLC Patienten im Alter ≥ 75 Jahre in die Studie CA2099LAeingeschlossen (37 Patienten in den Arm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und
Chemotherapie und 33 Patienten in den Chemotherapie-Arm). Eine Hazard-Ratio von 1,36(95 % CI: 0,74; 2,52) für OS und eine Hazard-Ratio von 1,12 (95 % CI: 0,64; 1,96) für PFS wurden indieser Subgruppe für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie vs.
Chemotherapie beobachtet. Die ORR betrug 27,0 % im Arm Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab und Chemotherapie und 15,2 % im Chemotherapie-Arm. Dreiundvierzig Prozent der
Patienten im Alter ≥ 75 Jahre brachen die Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabund Chemotherapie ab. Die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Nivolumab in Kombinationmit Ipilimumab und Chemotherapie sind in dieser Patientenpopulation limitiert.
In einer Subgruppen-Analyse bei Patienten, die nie geraucht hatten, wurde ein geringerer Vorteil im
Gesamtüberleben für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Chemotherapie verglichen mit
Chemotherapie beobachtet. Aufgrund der kleinen Anzahl an Patienten können aus diesen Datenjedoch keine definitiven Schlussfolgerungen gezogen werden.
Behandlung des NSCLC nach vorheriger ChemotherapieSicherheit und Wirksamkeit von 3 mg/kg Nivolumab als Einzelsubstanz zur Behandlung desfortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit plattenepithelialer Histologie wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209017) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab18 Jahren) eingeschlossen, bei denen es während oder nach einer Vorbehandlung mit einerplatinbasierten Kombinationschemotherapie zu einer Progression kam und die einen
ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 hatten. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig vonihrem Tumor-PD-L1-Status. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, symptomatischerinterstitieller Lungenerkrankung oder aktiven Hirnmetastasen waren von der Studie ausgeschlossen.
Patienten mit behandelten Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich dieneurologische Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den
Ausgangsbefund zurückgebildet hatte und die Patienten entweder Corticosteroide abgesetzt hattenoder eine stabile oder abnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag erhielten.
Insgesamt wurden 272 Patienten entweder für Nivolumab, das in einer Dosierung von 3 mg/kg alle2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde (n = 135), oder für Docetaxel, das zu75 mg/m2 alle 3 Wochen verabreicht wurde (n = 137), randomisiert. Die Behandlung wurdefortgeführt, solange ein klinischer Nutzen ersichtlich war oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden gemäß den RECIST Version 1.1, 9 Wochen nach
Randomisierung und anschließend alle 6 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriteriumwar OS. Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren die von den Prüfärzten bewertete ORR und PFS.
Zusätzlich wurde die Verbesserung der Symptome und der allgemeine Gesundheitszustand anhand desdurchschnittlichen Symptombelastungsindex des 'Lung Cancer Symptom Score (LCSS)“ bzw. mit der'EQ-5D Visual Analogue Scale (EQ-VAS)“ bewertet.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren etwa gleich. Das mediane Alter war 63 Jahre(Spanne: 39-85), darunter 44 % ≥ 65 Jahre und 11 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patienten war weiß(93 %) und männlich (76 %). Bei 31 % wurde Krankheitsprogression als das beste Ansprechen aufihre letzte vorherige Behandlung berichtet und 45 % erhielten Nivolumab innerhalb von 3 Monatennach Abschluss ihrer letzten Vorbehandlung. Der ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war0 (24 %) oder 1 (76 %).
Die Kaplan-Meier-Kurven des OS sind in Abbildung 16 dargestellt.
Abbildung 16: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209017)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab 3 mg/kg135 113 86 69 52 31 15 7 0
Docetaxel137 103 68 45 30 14 7 2 0 Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 86/135), Median und 95 % CI: 9,23 (7,33; 13,27)
- - -- - - Docetaxel (Ereignisse: 113/137), Median und 95 % CI: 6,01 (5,13; 7,33)
Der beobachtete Gesamtüberlebensvorteil wurde durchgehend in verschiedenen
Patientenuntergruppen nachgewiesen. Der Überlebensvorteil wurde unabhängig davon beobachtet, obdie Patienten Tumoren hatten, die als PD-L1-negativ oder PD-L1-positiv bestimmt worden waren(Tumormembranexpressionsgrenze bei 1 %, 5 % oder 10 %). Die Rolle dieses Biomarkers(Tumor-PD-L1-Expression) konnte jedoch nicht vollständig aufgeklärt werden. In einer
Nachbeobachtung von mindestens 62,6 Monaten blieb der Überlebensvorteil durchweg in allen
Untergruppen erhalten.
In der Studie CA209017 wurde eine geringe Anzahl Patienten ≥ 75 Jahre eingeschlossen (11 in der
Nivolumab-Gruppe und 18 in der Docetaxel-Gruppe). Nivolumab zeigt hier numerisch weniger
Überlebenswahrscheinlichkeit
Einfluss auf OS (HR = 1,85; 95 % CI: 0,76; 4,51), PFS (HR=1,76; 95 % CI: 0,77; 4,05) und ORR(9,1 % vs. 16,7 %). Aufgrund der geringen Anzahl können aus diesen Daten keine endgültigen
Schlussfolgerungen gezogen werden.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 31 dargestellt.
Tabelle 31: Wirksamkeitsergebnisse (CA209017)
Nivolumab Docetaxel(n = 135) (n = 137)
Primäre Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 10,6 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 86 (63,7 %) 113 (82,5 %)
Hazard Ratio 0,5996,85 % CI (0,43; 0,81)p-Wert 0,0002
Median (95 % CI) (Monate) 9,23 (7,33; 13,27) 6,01 (5,13; 7,33)
Rate (95 % CI) nach 42,1 (33,7; 50,3) 23,7 (16,9; 31,1)12 Monaten
Bestätigtes objektives 27 (20,0 %) 12 (8,8 %)
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Odds Ratio (95 % CI) 2,64 (1,27; 5,49)p-Wert 0,0083
Vollständiges Ansprechen 1 (0,7 %) 0(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 26 (19,3 %) 12 (8,8 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 39 (28,9 %) 47 (34,3 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) Nicht erreicht (2,9 - 20,5+) 8,4 (1,4+ - 15,2+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,2 (1,6 - 11,8) 2,1 (1,8 - 9,5)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 105 (77,8 %) 122 (89,1 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,47; 0,81)p-Wert < 0,0004
Median (95 % CI) (Monate) 3,48 (2,14; 4,86) 2,83 (2,10; 3,52)
Rate (95 % CI) nach 20,8 (14,0; 28,4) 6,4 (2,9; 11,8)12 Monaten
Nivolumab Docetaxel(n = 135) (n = 137)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate
Gesamtüberlebena
Ereignisse 110 (81,4 %) 128 (93,4 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,47; 0,80)
Rate (95 % CI) nach 22,9 (16,2; 30,3) 8 (4,3; 13,3)24 Monaten
Bestätigtes objektives 20,0 % 8,8 %
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 25,2 (2,9 - 30,4) 8,4 (1,4+ - 18,0+)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 15,6 (9,7; 22,7) Alle Patienten hatten entweder24 Monaten eine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werden
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,6 Monate
Gesamtüberlebena
Ereignisse 118 (87,4 %) 133 (97,1 %)
Hazard Ratio 0,6295 % CI (0,48; 0,79)
Rate (95 % CI) nach 12,3 (7,4; 18,5) 3,6 (1,4; 7,8)60 Monaten
Bestätigtes objektives 20,0 % 8,8 %
Ansprechen(95 % CI) (13,6; 27,7) (4,6; 14,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 25,2 (2,9 - 70,6+) 7,5 (0,0+ - 18,0+)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 9,4 (4,8; 15,8) Alle Patienten hatten entweder60 Monaten eine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werdena Sechs Patienten (4 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.
“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung
Die Häufigkeit der Verbesserung von krankheitsbezogenen Symptomen, gemessen am LCSS, war beider Nivolumab-Gruppe (18,5 %) und der Docetaxel-Gruppe (21,2 %) ähnlich. Der durchschnittliche
EQ-VAS stieg in beiden Behandlungsgruppen mit der Zeit an, was auf einen besseren allgemeinen
Gesundheitszustand für Patienten hindeutet, die die Behandlung beibehalten.
Einarmige Phase-II-Studie (CA209063)Studie CA209063, eine einarmige, offene Studie, wurde bei 117 Patienten mit lokal fortgeschrittenemoder metastasiertem NSCLC mit plattenepithelialer Histologie nach zwei oder mehr Therapieliniendurchgeführt; ansonsten wurden ähnliche Einschlusskriterien wie in der Studie CA209017angewendet. Nivolumab 3 mg/kg zeigte ein Gesamtansprechen von 14,5 % (95 % CI: 8,7; 22,2), einmedianes OS von 8,21 Monaten (95 % CI: 6,05; 10,9) und ein medianes PFS von 1,87 Monaten(95 % CI 1,77; 3,15). Das PFS wurde anhand von RECIST Version 1.1 bestimmt. Die berechnete
Ein-Jahres-Überlebensrate war 41 %.
Einarmige Phase-II-Studie (CA209171)
Die Studie CA209171 war eine einarmige, offene Studie mit Nivolumab-Monotherapie bei Patientenmit zuvor behandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit plattenepithelialer
Histologie. Der primäre Endpunkt war Sicherheit und der sekundäre Endpunkt war Wirksamkeit. Vonden 811 behandelten Patienten hatten 103 (13 %) einen ECOG-Performance-Status von 2, 686 (85 %)waren < 75 Jahre alt und 125 (15 %) waren ≥ 75 Jahre alt. Es wurden bei allen behandelten Patientenkeine neuen Sicherheitssignale identifiziert und das Gesamtsicherheitsprofil von Nivolumab war überdie Subgruppen hinweg vergleichbar. Die Wirksamkeitsergebnisse, basierend auf dem vom Prüfarztbewerteten Gesamtansprechen, sind in Tabelle 32 dargestellt.
Tabelle 32: Gesamtansprechen (ORR) basierend auf den auswertbaren Patienten -
Gesamtanzahl und Subgruppen (CA209171)
Ergebnisse Gesamtanzahl ECOG-PS 2 < 75 Jahre ≥ 75 Jahre
N Responder/ N auswertbara 66/671 1/64 55/568 11/103(%) (9,8) (6,1) (9,7) (10,7)95 % CIb (7,7; 12,3) (0,0; 8,4) (7,4; 12,4) (5,5; 18,3)a beinhaltet bestätigtes und unbestätigtes Ansprechen, Scans waren nur in Woche 8/9 und Woche 52 obligatorisch.b CR+PR, Konfidenzintervall basierend auf der Clopper-and-Pearson-Methode
NSCLC mit nicht-plattenepithelialer HistologieRandomisierte Phase-III-Studie vs. Docetaxel (CA209057)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monopräparat zur Behandlung desfortgeschrittenen oder metastatischen NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie wurde in einerrandomisierten, offenen Phase-3-Studie untersucht (CA209057). In die Studie wurden Patienteneingeschlossen, bei denen es während oder nach einer Vorbehandlung mit einer platinbasierten
Kombinationschemotherapie, die eine Erhaltungstherapie beinhalten konnte, zu einer Progressionkam. Die Patienten waren 18 Jahre oder älter und hatten einen ECOG-Performance-Status von 0 oder1. Eine zusätzliche TKI-Behandlungslinie für Patienten mit bekannter EGFR-Mutation oder
ALK-Translokation war erlaubt. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-
PD-L1-Status. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, symptomatischer interstitieller
Lungenerkrankung oder aktiven Hirnmetastasen waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mitbehandelten Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich dieneurologische Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den
Ausgangsbefund zurückgebildet hatte und die Patienten entweder Corticosteroide abgesetzt hattenoder eine stabile oder abnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag erhielten.
Insgesamt wurden 582 Patienten entweder für Nivolumab, das in einer Dosierung von 3 mg/kg alle2 Wochen über 60 Minuten intravenös verabreicht wurde (n = 292), oder für Docetaxel, das zu75 mg/m2 alle 3 Wochen verabreicht wurde (n = 290), randomisiert. Die Behandlung wurdefortgeführt, solange ein klinischer Nutzen ersichtlich war oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 durchgeführt. Der primäre
Endpunkt für die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (Overall Survival = OS). Wichtige sekundäre
Wirksamkeitskriterien waren die vom Prüfarzt beurteilte objektive Ansprechrate (Objective Response
Rate = ORR) und das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival = PFS). Zusätzlicheprädefinierte Subgruppen-Analysen wurden durchgeführt, um die Wirksamkeit in Bezug auf eine
Tumor-PD-L1-Expression mit den prädefinierten Grenzwerten von 1 %, 5 % und 10 % zu bestimmen.
Die Beurteilung der einzelnen PD-L1-Expressionsintervalle wurde aufgrund der kleinen Fallzahleninnerhalb der Intervalle nicht in die präspezifizierte Analyse einbezogen.
Tumorgewebeproben vor Studienbeginn wurden systematisch vor der Randomisierung gesammelt, umvorgeplante Wirksamkeitsanalysen in Abhängigkeit von der Tumor-PD-L1-Expression durchzuführen.
Die Tumor-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assaysbestimmt.
Das mediane Alter war 62 Jahre (Bereich: 21 bis 85) mit 34 % ≥65 Jahre und 7 % ≥75 Jahre. Die
Mehrheit der Patienten war kaukasisch (92 %) und männlich (55 %). Der ECOG-Performance-Statuszu Studienbeginn war 0 (31 %) oder 1 (69 %). 79 % der Patienten waren frühere/derzeitige Raucher.
Die Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens sind in Abbildung 17 dargestellt.
Abbildung 17: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209057)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab 3 mg/kg292 232 194 169 146 123 62 32 9 0
Docetaxel290 244 194 150 111 88 34 10 5 0 Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 190/292), Median und 95 % CI: 12,19 (9,66; 14,98)
- - -- - - Docetaxel (Ereignisse: 223/290), Median und 95 % CI: 9,36 (8,05; 10,68)
Die Studie zeigte bei der planmäßigen Interimsanalyse nach 413 Ereignissen (93 % der vorgesehenen
Anzahl an Ereignissen für die Endauswertung) eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens bei den unter Nivolumab randomisierten Patienten verglichen mit denen unter
Docetaxel. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 33 dargestellt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 33: Wirksamkeitsergebnisse (CA209057)
Nivolumab Docetaxel(n = 292) (n = 290)
Präspezifizierte Zwischenanalyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 190 (65,1 %) 223 (76,9 %)
Hazard Ratioa 0,73(95,92 % CI) (0,59; 0,89)p-Wertb 0,0015
Median (95 % CI) Monate 12,19 (9,66; 14,98) 9,36 (8,05; 10,68)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 50,5 (44,6; 56,1) 39,0 (33,3; 44,6)
Bestätigtes objektives Ansprechen 56 (19,2 %) 36 (12,4 %)(95 % CI) (14,8; 24,2) (8,8; 16,8)
Odds Ratio (95 % CI) 1,68 (1,07; 2,64)p-Wert 0,0246
Vollständiges Ansprechen 4 (1,4 %) 1 (0,3 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 52 (17,8 %) 35 (12,1 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 74 (25,3 %) 122 (42,1 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,15 (1,8 - 22,6+) 5,55 (1,2+ - 15,2+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,10 (1,2 - 8,6) 2,61 (1,4 - 6,3)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 234 (80,1 %) 245 (84,5 %)
Hazard Ratio 0,9295 % CI (0,77; 1,11)p-Wert 0,3932
Median (95 % CI) (Monate) 2,33 (2,17; 3,32) 4,21 (3,45; 4,86)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 18,5 (14,1; 23,4) 8,1 (5,1; 12,0)
Nivolumab Docetaxel(n = 292) (n = 290)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate
Gesamtüberlebenc
Ereignisse 228 (78,1 %) 247 (85,1 %)
Hazard Ratioa 0,75(95 % CI) (0,63; 0,91)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 28,7 (23,6; 34,0) 15,8 (11,9; 20,3)
Bestätigtes objektives Ansprechen 19,2 % 12,4 %(95 % CI) (14,8; 24,2) (8,8; 16,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,2 (1,8 - 33,7+) 5,6 (1,2+ - 16,8)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 11,9 (8,3; 16,2) 1,0 (0,2; 3,3)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,7 Monate
Gesamtüberlebend
Ereignisse 250 (85,6 %) 279 (96,2 %)
Hazard Ratioa 0,70(95 % CI) (0,58; 0,83)
Rate (95 % CI) nach 60 Monaten 14,0 (10,2; 18,3) 2,1 (0,9; 4,4)
Bestätigtes objektives Ansprechen 19,5 % 12,4 %(95 % CI) (15,1; 24,5) (8,8; 16,8)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 17,2 (1,8 - 70,4+) 5,6 (0,0+ - 33,4)
Progressionsfreies Überleben
Rate (95 % CI) nach 60 Monaten 7,5 (4,5; 11,4) Alle Patienten hatten entwedereine Progression, wurden zensiertoder konnten nicht mehrnachbeobachtet werdena Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert stammt von einem nach vorheriger Erhaltungstherapie und Therapielinie stratifizierten Log-Rank-Test;die korrespondierende O’Brien-Fleming-Signifikanzgrenze liegt bei 0,0408.c Sechzehn Patienten (6 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.d Siebzehn Patienten (6 %), die auf Docetaxel randomisiert worden waren, haben zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine
Nivolumab-Behandlung gewechselt.“+” Kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
Eine quantifizierbare Tumor-PD-L1-Expression wurde bei 79 % der Patienten in der
Nivolumab-Gruppe und bei 77 % der Patienten der Docetaxel-Gruppe gemessen. Der Grad der
Tumor-PD-L1-Expression war zwischen den beiden Behandlungsarmen (Nivolumab vs. Docetaxel) inallen vordefinierten Tumor-PD-L1-Expressionsgraden von ≥ 1 % (53 % vs. 55 %), ≥ 5 % (41 % vs.38 %) oder ≥ 10 % (37 % vs. 35 %) ausgeglichen.
In der Nivolumab-Gruppe zeigten Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression bei allen vordefinierten
Expressionsgraden eine größere Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des Überlebens verglichenmit der Docetaxel-Gruppe. Dahingegen war das Überleben für Patienten mit niedriger oder fehlender
Tumor-PD-L1-Expression ähnlich im Vergleich zu Docetaxel. In Bezug auf das objektive Ansprechenwar eine höhere PD-L1-Expression mit einem höheren objektiven Ansprechen verbunden.
Vergleichbar zur Gesamtpopulation war die mediane Dauer des Ansprechens bei Nivolumab vs.
Docetaxel sowohl für Patienten ohne PD-L1-Expression erhöht (18,3 Monate vs. 5,6 Monate) als auchfür Patienten mit PD-L1-Expression (16,0 Monate vs. 5,6 Monate).
Tabelle 34 fasst die Ergebnisse des objektiven Ansprechens und des Gesamtüberlebens anhand der
Tumor-PD-L1-Expression zusammen.
Tabelle 34: Objektive Ansprechrate (ORR) und Gesamtüberleben (OS) anhand der
Tumor-PD-L1-Expression (CA209057)
PD-L1-Expression Nivolumab Docetaxel
ORR anhand der Tumor-PD-L1-Expression
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Odds Ratio(95 % CI)< 1 % 10/108 (9,3 %) 15/101 (14,9 %) 0,59 (0,22; 1,48)95 % CI: 4,5; 16,4 95 % CI: 8,6; 23,3≥ 1 % 38/123 (30,9 %) 15/123 (12,2 %) 3,22 (1,60; 6,71)95 % CI: 22,9; 39,9 95 % CI: 7,0; 19,3≥ 1 % bis < 10 %a 6/37 (16,2 %) 5/44 (11,4 %) 1,51 (0,35; 6,85)95 % CI: 6,2; 32,0 95 % CI: 3,8; 24,6≥ 10 % bis < 50 %a 5/20 (25,0 %) 7/33 (21,2 %) 1,24 (0,26; 5,48)95 % CI: 8,7; 49,1 95 % CI: 9,0; 38,9≥ 50 %a 27/66 (40,9 %) 3/46 (6,5 %) 9,92 (2,68; 54,09)95 % CI: 29,0; 53,7 95 % CI: 1,4; 17,9
OS anhand der Tumor-PD-L1-Expression
Minimale Nachbeobachtungszeit: 13,2 Monate
Anzahl der Ereignisse (Anzahl der Patienten) Unstratifiziertes
Hazard Ratio(95 % CI)< 1 % 77 (108) 75 (101) 0,90 (0,66; 1,24)≥ 1 % 68 (123) 93 (123) 0,59 (0,43; 0,82)≥ 1 % bis < 10 %a 27 (37) 30 (44) 1,33 (0,79; 2,24)≥ 10 % bis < 50 %a 11 (20) 26 (33) 0,61 (0,30; 1,23)≥ 50 %a 30 (66) 37 (46) 0,32 (0,20; 0,53)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 24,2 Monate< 1 % 91 (108) 86 (101) 0,91 (0,67; 1,22)≥ 1 % 87 (123) 103 (123) 0,62 (0,47; 0,83)
Aktualisierte Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 62,7 Monate< 1 % 100 (109) 96 (101) 0,87 (0,66; 1,16)≥ 1 % 96 (122) 119 (123) 0,55 (0,42; 0,73)a Post-hoc Analyse; aufgrund des geringen Stichprobenumfangs der Subgruppe sollten die Ergebnisse mit Vorsichtinterpretiert werden, zudem war der PD-L1-IHC-28-8-PharmDx-Assay zum Zeitpunkt der Analyse nicht für die
Expressionslevel 10 % oder 50 % analytisch validiert
Im Nivolumab-Arm verstarb eine größere Patientenanzahl (59/292; 20,2 %) innerhalb der ersten3 Monate im Vergleich zum Docetaxel-Arm (44/290; 15,2 %). Die Ergebnisse einer explorativen,multivariaten post-hoc-Analyse zeigten, dass mit Nivolumab behandelte Patienten, die prognostischungünstigere Faktoren und/oder einen aggressiven Krankheitsverlauf in Kombination mit einerniedrigen (z. B. < 50 %) oder fehlenden PD-L1-Expression aufweisen, ein höheres Risiko habenkönnen innerhalb der ersten 3 Monate zu versterben.
In Subgruppen-Analysen zeigte sich bei Patienten, die Nichtraucher waren oder deren Tumoren EGFRaktivierende Mutationen aufwiesen, kein Überlebensvorteil im Vergleich zu Docetaxel. Aufgrund dergeringen Patientenanzahl können allerdings keine definitiven Schlussfolgerungen aus diesen Datengezogen werden.
Malignes PleuramesotheliomRandomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapie(CA209743)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen in Kombination mit
Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen wurde in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie(CA209743) untersucht. Die Studie schloss Patienten (ab 18 Jahren) mit histologisch bestätigtem undzuvor unbehandeltem malignen Pleuramesotheliom mit epitheloider oder nicht-epitheloider
Histologie, einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, und ohne palliative Radiotherapieinnerhalb von 14 Tagen vor der ersten Studientherapie ein. Patienten wurden unabhängig vom
PD-L1-Status ihres Tumors eingeschlossen.
Patienten mit primärem Mesotheliom des Peritoneums, Perikards oder der Tunica vaginalis testis,
Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung, aktiver Autoimmunerkrankung, Erkrankungen, dieeine systemische Immunsuppression erfordern, und Patienten mit Hirnmetastasen (soweit nichtoperativ reseziert oder mit stereotaktischer Radiotherapie behandelt und ohne Weiterentwicklunginnerhalb von 3 Monaten vor Einschluss in die Studie) waren von der Studie ausgeschlossen. Die
Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Histologie (epitheloid vs. sarkomatoid oder gemischte
Histologie) und Geschlecht (männlich vs. weiblich).
Insgesamt wurden 605 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab (n = 303)oder Chemotherapie (n = 302) randomisiert. Patienten im Behandlungsarm Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab erhielten Nivolumab 3 mg/kg intravenös über 30 Minuten alle 2 Wochenin Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg intravenös über 30 Minuten alle 6 Wochen für bis zu 2 Jahre.
Patienten im Chemotherapie-Arm erhielten Chemotherapie für bis zu 6 Zyklen (ein Zyklus war21 Tage). Die Chemotherapie bestand aus Cisplatin 75 mg/m2 und Pemetrexed 500 mg/m2 oder
Carboplatin 5 AUC und Pemetrexed 500 mg/m2.
Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu24 Monate fortgesetzt. Die Behandlung konnte über die Progression hinaus fortgeführt werden, wennder Patient klinisch stabil war und nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der
Behandlung hatte. Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund einer Nebenwirkung, die
Ipilimumab zugeordnet wurde, abbrechen mussten, konnten mit Nivolumab-Monotherapie weiterbehandelt werden. Tumorbewertungen wurden in den ersten 12 Monaten alle 6 Wochen nach derersten Dosis der Studienmedikation und danach alle 12 Wochen bis zur Progression der Erkrankungoder bis zur Beendigung der Studienmedikation durchgeführt.
In der Studie CA209743 waren die Ausgangsmerkmale in allen Gruppen etwa gleich. Das mediane
Alter war 69 Jahre (Spanne: 25 - 89) mit 72 % ≥ 65 Jahre und 26 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der
Patienten war weiß (85 %) und männlich (77 %). Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war0 (40 %) oder 1 (60 %), 80 % der Patienten hatten PD-L1- ≥ 1 % und 20 % PD-L1- < 1 %, 75 %hatten eine epitheloide und 25 % eine nicht-epitheloide Histologie.
Das primäre Wirksamkeitskriterium der Studie CA209743 war das Gesamtüberleben (Overall
Survival = OS). Wichtige sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben(Progression-Free Survival = PFS), die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) unddie Dauer des Ansprechens, von einem unabhängigen zentralen Komitee (Blinded Independent
Central Review, BICR) anhand der modifizierten RECIST-Kriterien für das Pleuramesotheliom.
Deskriptive Analysen für diese sekundären Endpunkte sind in Tabelle 35 dargestellt.
Die Studie zeigte zum Zeitpunkt der präspezifizierten Interimsanalyse nach 419 Ereignissen (89 % derfür die finale Analyse geplanten Anzahl Ereignisse) eine statistisch signifikante Verbesserung des OSfür Patienten, die in den Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab randomisiertworden waren, gegenüber der Chemotherapie. Die minimale Nachbeobachtungszeit für OS betrug22 Monate.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Abbildung 18 und Tabelle 35 dargestellt.
Abbildung 18: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209743)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab303 273 251 226 200 173 143 124 101 65 30 11 2 0
Chemotherapie302 268 233 190 162 136 113 95 62 38 20 11 1 0 Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 200/303), Median und 95 % CI: 18,07 (16,82; 21,45)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 219/302), Median und 95 % CI: 14,09 (12,45; 16,23)
Tabelle 35: Wirksamkeitsergebnisse (CA209743)
Nivolumab + Ipilimumab Chemotherapie(n = 303) (n = 302)
Gesamtüberleben
Ereignisse 200 (66 %) 219 (73 %)
Hazard-Ratio 0,74(96,6 % CI)b (0,60; 0,91)
Log-Rank-stratifizierterp-Wertc 0,002
Median (Monate)c 18,1 14,1(95 % CI) (16,8; 21,5) (12,5; 16,2)
Rate (95 % CI) nach24 Monatenc 41 % (35,1; 46,5) 27 % (21,9; 32,4)
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab + Ipilimumab Chemotherapie(n = 303) (n = 302)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 218 (72 %) 209 (69 %)
Hazard-Ratio 1,0(95 % CI)a (0,82; 1,21)
Median (Monate)c 6,8 7,2(95 % CI) (5,6; 7,4) (6,9; 8,1)
Gesamtansprechen 40 % 43 %(95 % CI) (34,1; 45,4) (37,1; 48,5)
Vollständiges Ansprechen (CR) 1,7 % 0
Teilweises Ansprechen (PR) 38 % 43 %
Ansprechdauer
Median (Monate)c 11,0 6,7(95 % CI) (8,1; 16,5) (5,3; 7,1)a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert wird mit dem für diese Interimsanalyse zugewiesenen Alpha von 0,0345 verglichen.c Kaplan-Meier-Schätzung.
Systemische Folgetherapien erhielten jeweils 44,2 % bzw. 40,7 % der Patienten im Kombinations-bzw. im Chemotherapie-Arm. Eine nachfolgende Immuntherapie (einschließlich Anti-PD-1,
Anti-PD-L1 und Anti-CTLA-4) erhielten jeweils 3,3 % bzw. 20,2 % der Patienten im Kombinations-bzw. im Chemotherapie-Arm.
Tabelle 36 fasst die Wirksamkeitsergebnisse von OS, PFS und ORR nach Histologie inpräspezifizierten Subgruppen-Analysen zusammen.
Tabelle 36: Wirksamkeitsergebnisse nach Histologie (CA209743)
Epitheloid Nicht-epitheloid(n = 471) (n = 134)
Nivolumab Chemotherapie Nivolumab Chemotherapie+ (n = 235) + (n = 67)
Ipilimumab Ipilimumab(n = 236) (n = 67)
Gesamtüberleben
Ereignisse 157 164 43 55
Hazard-Ratio 0,85 0,46(95 % CI)a (0,68; 1,06) (0,31; 0,70)
Median (Monate) 18,73 16,23 16,89 8,80(95 % CI) (17,05; 21,72) (14,09; 19,15) (11,83; 25,20) (7,62; 11,76)
Rate (95 % CI) nach 41,2 31,8 39,5 9,724 Monaten (34,7; 47,6) (25,7; 38,1) (27,5; 51,2) (3,8; 18,9)
Progressionsfreies Überleben
Hazard-Ratio 1,14 0,58(95 % CI)a (0,92; 1,41) (0,38; 0,90)
Median (Monate) 6,18 7,66 8,31 5,59(95 % CI) (5,49; 7,03) (7,03; 8,31) (3,84; 11,01) (5,13; 7,16)
Epitheloid Nicht-epitheloid(n = 471) (n = 134)
Nivolumab Chemotherapie Nivolumab Chemotherapie+ (n = 235) + (n = 67)
Ipilimumab Ipilimumab(n = 236) (n = 67)
Gesamtansprechen 38,6 % 47,2 % 43,3 % 26,9 %(95 % CI)b (32,3; 45,1) (40,7; 53,8) (31,2; 56,0) (16,8; 39,1)
Ansprechdauer 8,44 6,83 24,02 4,21
Median (Monate)(95 % CI)c (7,16; 14,59) (5,59; 7,13) (8,31; N.A.) (2,79; 7,03)a Hazard-Ratio mit einem unstratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Konfidenzintervall basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.c Median berechnet mithilfe der Kaplan-Meier-Methode
Tabelle 37 fasst die Wirksamkeitsergebnisse von OS, PFS und ORR nach Tumor-PD-L1-Expressionzu Studienbeginn in präspezifizierten Subgruppen-Analysen zusammen.
Tabelle 37: Wirksamkeitsergebnisse nach Tumor-PD-L1-Expression (CA209743)
PD-L1 < 1 % PD-L1 ≥ 1 %(n = 135) (n = 451)
Nivolumab Chemothera- Nivolumab Chemotherapie+ pie + (n = 219)
Ipilimumab (n = 78) Ipilimumab(n = 57) (n = 232)
Gesamtüberleben
Ereignisse 40 58 150 157
Hazard-Ratio 0,94 0,69(95 % CI)a (0,62; 1,40) (0,55; 0,87)
Median (Monate) 17,3 16,5 18,0 13,3(95 % CI)b (10,1; 24,3) (13,4; 20,5) (16,8; 21,5) (11,6; 15,4)
Rate (95 % CI) nach 38,7 24,6 40,8 28,324 Monaten (25,9; 51,3) (15,5; 35,0) (34,3; 47,2) (22,1; 34,7)
Progressionsfreies Überleben
Hazard-Ratio 1,79 0,81(95 % CI)a (1,21; 2,64) (0,64; 1,01)
Median (Monate) 4,1 8,3 7,0 7,1(95 % CI)b (2,7; 5,6) (7,0; 11,1) (5,8; 8,5) (6,2; 7,6)
Gesamtansprechen 21,1 % 38,5 % 43,5 % 44,3 %(95 % CI)c (11,4; 33,9) (27,7; 50,2) (37,1; 50,2) (37,6; 51,1)a Hazard-Ratio mit einem unstratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.b Median berechnet mithilfe der Kaplan-Meier-Methode.c Konfidenzintervall basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.
Es wurden insgesamt 157 MPM-Patienten im Alter ≥ 75 Jahre in die Studie CA209743 eingeschlossen(78 Patienten in den Arm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und 79 Patienten in den
Chemotherapie-Arm). Eine Hazard-Ratio von 1,02 (95 % CI: 0,70; 1,48) für OS wurde in dieser
Subgruppe für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapie beobachtet. Im
Verhältnis zu allen Patienten, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhielten, zeigten sichfür Patienten im Alter ≥ 75 Jahre höhere Raten an schwerwiegenden Nebenwirkungen und an
Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8). Aufgrund des explorativen
Charakters dieser Subgruppenanalyse können jedoch keine definitiven Schlussfolgerungen gezogenwerden.
Nierenzellkarzinom (RCC)
Randomisierte Phase-III-Studie mit Ipilimumab in Kombination mit Nivolumab vs. Sunitinib(CA209214)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg zur
Behandlung des fortgeschrittenen/metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC) wurden in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209214) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab18 Jahren) mit nicht vorbehandeltem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom mitklarzelliger Komponente eingeschlossen. Die primäre Population zur Untersuchung der Wirksamkeitbestand aus Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil mit mindestens 1 oder mehr von6 prognostischen Risikofaktoren nach den International-Metastatic-RCC-Database-Consortium-(IMDC)-Kriterien (weniger als ein Jahr seit dem Zeitpunkt der initialen Nierenzellkarzinom-Diagnosebis zur Randomisierung, Karnofsky-Performance-Status < 80 %, Hämoglobin geringer als die untere
Normgrenze, korrigierter Calciumwert größer als 10 mg/dl, Anzahl der Blutplättchen größer als dieobere Normgrenze und absolute Anzahl an Neutrophilen größer als die obere Normgrenze). Diese
Studie schloss Patienten unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status ein. Patienten mit einem
Karnofsky-Performance-Status < 70 %, aktiven Gehirnmetastasen oder Gehirnmetastasen in der
Vorgeschichte, aktiver Autoimmunerkrankung oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine
Behandlung mit einer systemischen Immunsuppression erfordert, waren von der Studieausgeschlossen. Die Patienten wurden nach IMDC-Prognostic-Score und Region stratifiziert.
Insgesamt wurden 1 096 Patienten in dieser Studie randomisiert, von denen 847 Patienten ein RCC mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil aufwiesen und entweder für 4 Dosiszyklen alle 3 Wochen3 mg/kg Nivolumab (n = 425) intravenös über 60 Minuten in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumabintravenös über 30 Minuten verabreicht bekamen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit3 mg/kg alle 2 Wochen oder über 4 Wochen mit Sunitinib (n = 422) 50 mg täglich peroral behandeltwurden, gefolgt von einer 2-wöchigen Einnahmepause in jedem Behandlungszyklus. Die Behandlungwurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestand oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Die erste Tumorbewertung fand 12 Wochen nach Randomisierung statt und wurdeim ersten Jahr alle 6 Wochen und danach alle 12 Wochen bis zum Fortschreiten der Erkrankung oderdem Behandlungsende, je nachdem, was später eintrat, wiederholt. Eine Weiterbehandlung nach einerdurch den Prüfarzt festgestellten Progression gemäß RECIST, Version 1.1 war erlaubt, wenn der
Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die Studienmedikationtolerierte. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren OS, ORR und PFS bei Patienten mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil, welche durch ein Blinded Independent Central Review(BICR) bestimmt wurden.
Die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen etwa gleich verteilt. Das mediane Alter war61 Jahre (Spanne: 21 - 85) mit 38 % ≥ 65 Jahre und 8 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patienten warmännlich (73 %) und kaukasisch (87 %) und 31 % bzw. 69 % der Patienten hatten einen
Ausgangs-KPS von 70 bis 80 % bzw. 90 bis 100 %. Die mediane Zeit von der initialen Diagnose biszur Randomisierung betrug 0,4 Jahre sowohl in der Nivolumab-3 mg/kg-in-Kombination-mit-
Ipilimumab-1 mg/kg- als auch in der Sunitinib-Gruppe. Die mediane Behandlungszeit betrug7,9 Monate (Spanne: 1 Tag - 21,4+ Monate) bei Nivolumab mit Ipilimumab behandelten Patienten und7,8 Monate (Spanne: 1 Tag - 20,2+ Monate) bei mit Sunitinib behandelten Patienten. 29 % der
Patienten wurden mit Nivolumab mit Ipilimumab über eine Progression hinaus weiterbehandelt.
Die Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil sind in
Tabelle 38 dargestellt (primäre Analyse mit minimaler Nachbeobachtungszeit von 17,5 Monaten undmit minimaler Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten) und in Abbildung 19 (minimale
Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten).
Die OS-Ergebnisse einer zusätzlichen deskriptiven Analyse, mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten, zeigen Resultate, die mit der ursprünglichen primären
Analyse übereinstimmen.
Tabelle 38: Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit intermediärem/ungünstigem
Risikoprofil (CA209214)
Nivolumab + Ipilimumab Sunitinib(n = 425) (n = 422)
Primäre Analyse
Minimale Nachbeobachtungszeit: 17,5 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 140 (33 %) 188 (45 %)
Hazard-Ratioa 0,6399,8 % CI (0,44; 0,89)p-Wertb, c < 0,0001
Median (95 % CI) NE (28,2; NE) 25,9 (22,1; NE)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 89,5 (86,1; 92,1) 86,2 (82,4; 89,1)
Nach 12 Monaten 80,1 (75,9; 83,6) 72,1 (67,4; 76,2)
Progressionsfreiers Überleben
Ereignisse 228 (53,6 %) 228 (54,0 %)
Hazard-Ratioa 0,8299,1 % CI (0,64; 1,05)p-Wertb,h 0,0331
Median (95 % CI) 11,6 (8,71; 15,51) 8,4 (7,03; 10,81)
Bestätigtes objektives 177 (41,6 %) 112 (26,5 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI) (36,9; 46,5) (22,4; 31,0)
Differenz des ORR (95 % CI)d 16,0 (9,8; 22,2)p-Werte,f < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 40 (9,4 %) 5 (1,2 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 137 (32,2 %) 107 (25,4 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 133 (31,3 %) 188 (44,5 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauerg
Monate (Spanne) NE (1,4+ - 25,5+) 18,17 (1,3+ - 23,6+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (0,9 - 11,3) 3,0 (0,6 - 15,0)
Nivolumab + Ipilimumab Sunitinib(n = 425) (n = 422)
Aktualisierte Analyse*
Minimale Nachbeobachtungszeit: 60 Monate
Gesamtüberleben
Ereignisse 242 (57 %) 282 (67 %)
Hazard Ratioa 0,6895 % CI (0,58; 0,81)
Median (95 % CI) 46,95 (35,35; 57,43) 26,64 (22,08; 33,54)
Rate (95 % CI)
Nach 24 Monaten 66,3 (61,5; 70,6) 52,4 (47,4; 57,1)
Nach 36 Monaten 54,6 (49,7; 59,3) 43,7 (38,7; 48,5)
Nach 48 Monaten 49,9 (44,9; 54,6) 35,8 (31,1; 40,5)
Nach 60 Monaten 43,0 (38,1; 47,7) 31,3 (26,8; 35,9)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 245 (57,6 %) 253 (60,0 %)
Hazard Ratioa 0,7395 % CI) (0,61; 0,87)
Median (95 % CI) 11,6 (8,44; 16,63) 8,3 (7,03; 10,41)
Bestätigtes objektives 179 (42,1 %) 113 (26,8 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI) (37,4; 47,0) (22,6; 31,3)
Differenz des ORR (95 % CI)d,e 16,2 (10,0; 22,5)
Vollständiges Ansprechen 48 (11,3 %) 9 (2,1 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 131 (30,8 %) 104 (24,6 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 131 (30,8 %) 187 (44,3 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauerg
Monate (Spanne) NE (50,89 - NE) 19,38 (15,38 - 25,10)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (0,9 - 35,0) 3,1 (0,6 - 23,6)a Basierend auf einem stratifizierten proportionalen Hazard-Modell.b Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.c Der p-Wert wird mit alpha 0,002 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.d Nach Strata adjustierte Differenz.e Basierend auf dem stratifizierten DerSimonian-Laird-Test.f Der p-Wert wird mit alpha 0,001 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.g Berechnet nach der Kaplan-Meier-Methode.h Der p-Wert wird mit alpha 0,009 verglichen, um statistische Signifikanz zu erreichen.“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
* Deskriptive Analyse basierend auf dem Datenschnitt 26. Februar 2021.
Abbildung 19: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens bei Patienten mitintermediärem/ungünstigem Risikoprofil (CA209214) - Minimale
Nachbeobachtungszeit 60 Monate
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab425 372 332 306 270 241 220 207 196 181 163 79 2 0
Sunitinib422 353 291 237 206 184 169 151 137 125 112 58 3 0 Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 242/425), Median und 95,0 % CI: 46,95 (35,35; 57,43)
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 282/422), Median und 95,0 % CI: 26,64 (22,08; 33,54)
Eine deskriptive aktualisierte OS-Analyse wurde durchgeführt, als alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten erreicht hatten. Zum Zeitpunkt der Analyse betrug das Hazard
Ratio 0,66 (99,8 % CI 0,48-0,91) mit 166/425 Ereignissen im Kombinations-Arm und 209/422
Ereignissen im Sunitinib-Arm. Bei Patienten mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil wurde ein
Überlebensvorteil für den Nivolumab-in-Kombination-mit-Ipilimumab-Arm im Vergleich zum
Sunitinib-Arm unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression beobachtet. Das mediane OS bei
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % wurde für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nicht erreichtund betrug im Sunitinib-Arm 19,61 Monate (HR = 0,52; 95 % CI: 0,34; 0,78). Das mediane OS bei
Tumor-PD-L1-Expression < 1 % betrug 34,7 Monate für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabund betrug 32,2 Monate im Sunitinib-Arm (HR = 0,70; 95 % CI: 0,54; 0,92).
In CA209214 wurden auch 249 Patienten mit günstigem Risikoprofil nach IMDC-Kriterien im
Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm (n = 125) oder Sunitinib-Arm (n = 124) eingeschlossen. Diese
Patienten waren nicht Teil der ausgewerteten primären Population zur Untersuchung der Wirksamkeit.
Patienten mit günstigem Risikoprofil zeigten bei minimaler Nachbeobachtungszeit von 24 Monatenunter Nivolumab plus Ipilimumab im Vergleich zu Sunitinib eine OS-Hazard-Ratio von 1,13(95 % CI: 0,64; 1,99, p = 0,6710). Bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten betrugdie OS-Hazard-Ratio 0,94 (95 % CI: 0,65; 1,37).
Überlebenswahrscheinlichkeit
Es liegen keine Daten zur Erstlinientherapie beim RCC mit Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab bei Patienten mit ausschließlich nicht-klarzelliger Histologie vor.
Der Anteil von Patienten ≥ 75 Jahre stellte 8 % der Patienten mit intermediärem/ungünstigem
Risikoprofil in CA209214 dar. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab zeigte in dieser Subgruppegegenüber der Gesamtpopulation numerisch einen geringeren Effekt auf OS (HR 0,97; 95 % CI: 0,48;1,95) bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 17,5 Monaten. Aufgrund der geringen Größedieser Subgruppe, lassen sich daraus keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen.
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib vs. Sunitinib(CA2099ER)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg in Kombination mit Cabozantinib 40 mg zur
Erstlinientherapie des fortgeschrittenen/metastasierten RCC wurden in einer randomisierten, offenen
Phase-III-Studie (CA2099ER) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mitfortgeschrittenem oder metastasiertem RCC mit klarzelliger Komponente,
Karnofsky-Performance-Status (KPS) ≥ 70 % und messbarer Erkrankung gemäß RECIST Version 1.1eingeschlossen, unabhängig von deren PD-L1-Status oder dem Risikoprofil nach IMDC-Kriterien.
Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder mit einer Erkrankung, die eine Behandlung mit einersystemischen Immunsuppression erfordert, Patienten, die mit einer Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-,
Anti-PD-L2-, Anti-CD137- oder Anti-CTLA-4-Antikörper-Therapie vortherapiert waren, mit einerschlecht kontrollierten Hypertonie trotz blutdrucksenkender Therapie, aktiven Hirnmetastasen oderunkontrollierter Nebenniereninsuffizienz waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten wurdennach IMDC-Prognostic-Score, PD-L1-Tumorexoression und Region stratifiziert.
Insgesamt wurden 651 Patienten in dieser Studie randomisiert. Sie bekamen entweder
Nivolumab 240 mg (n = 323) intravenös alle 2 Wochen in Kombination mit Cabozantinib 40 mgtäglich peroral oder Sunitinib (n = 328) 50 mg täglich peroral für 4 Wochen, gefolgt von einer2-wöchigen Einnahmepause. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung oder nichtakzeptabler Toxizität fortgesetzt, wobei Nivolumab bis zu 24 Monate verabreicht wurde. Eine
Weiterbehandlung nach einer durch den Prüfarzt festgestellten Progession gemäß RECIST Version 1.1war erlaubt, wenn der Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die
Studienmedikation tolerierte. Die erste Tumorbewertung nach Baseline fand 12 Wochen (± 7 Tage)nach Randomisierung statt. Die nachfolgenden Tumorbewertungen wurden bis Woche 60alle 6 Wochen (± 7 Tage) und dann alle 12 Wochen (± 14 Tage) bis zur radiologischen Progression,bestätigt durch BICR, durchgeführt. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war PFS, bestimmt durch ein
BICR. Zusätzliche Wirksamkeitsmessungen umfassten OS und ORR als sekundäre Endpunkte.
Die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen etwa gleich verteilt. Das mediane Alter war61 Jahre (Spanne: 28 - 90) mit 38,4 % ≥ 65 Jahre und 9,5 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrheit der Patientenwar männlich (73,9 %) und kaukasisch (81,9 %). Der Anteil der asiatischen Patienten belief sich auf8 %, und 23,2 % bzw. 76,5 % der Patienten hatten einen Ausgangs-KPS von 70 bis 80 % bzw. 90 bis100 %. Nach IMDC-Kriterien hatten 22,6 % der Patienten ein günstiges, 57,6 % ein intermediäres und19,7 % ein ungünstiges Risikoprofil. Nach der PD-L1-Tumorexpression hatten 72,5 % der Patienteneine PD-L1-Expression < 1 % oder unbestimmt und 24,9 % der Patienten eine
PD-L1-Expression ≥ 1 %. Bei 11,5 % der Patienten hatten die Tumore sarkomatoide Merkmale. Diemediane Behandlungszeit betrug 14,26 Monate (Spanne: 0,2 - 27,3) bei Nivolumab mit Cabozantinibbehandelten Patienten und 9,23 Monate (Spanne: 0,8 - 27,6 Monate) bei mit Sunitinib behandelten
Patienten.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS, OS und ORR für Patienten, die inden Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib gegenüber Sunitinib randomisiertworden waren. Die Wirksamkeitsergebnisse aus der primären Analyse (minimale
Nachbeobachtungszeit 10,6 Monate; mediane Nachbeobachtungszeit 18,1 Monate) sind in Tabelle 39dargestellt.
Tabelle 39: Wirksamkeitsergebnisse (CA2099ER)
Nivolumab + Cabozantinib Sunitinib(n = 323) (n = 328)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 144 (44,6 %) 191 (58,2 %)
Hazard-Ratioa 0,5195 % CI (0,41; 0,64)p-Wertb,c < 0,0001
Median (95 % CI) 16,59 (12,45; 24,94) 8,31 (6,97; 9,69)
Gesamtüberleben
Ereignisse 67 (20,7 %) 99 (30,2 %)
Hazard-Ratioa 0,6098,89 % CI (0,40; 0,89)p-Wertb,c,e 0,0010
Median (95 % CI) N.E. N.E. (22,6; N.E.)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 93,1 (89,7; 95,4) 86,2 (81,9; 89,5)
Bestätigtes objektives 180 (55,7 %) 89 (27,1 %)
Ansprechen (BICR)(95 % CI)f (50,1; 61,2) (22,4; 32,3)
Differenz des ORR (95 % CI)g 28,6 (21,7; 35,6)p-Werth < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 26 (8,0 %) 15 (4,6 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen 154 (47,7 %) 74 (22,6 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 104 (32,2 %) 138 (42,1 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Ansprechdauerd
Monate (Spanne) 20,17 (17,31; N.E.) 11,47 (8,31; 18,43)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,83 (1,0 - 19,4) 4,17 (1,7 - 12,3)a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet. Die Hazard Ratio ist Nivolumab und
Cabozantinib gegenüber Sunitinib.b Stratifizierter Log-Rank-Test nach IMDC Prognostic Score (0, 1-2, 3-6), PD L1-Tumorexpression (> 1 % vs. < 1 %oder unbestimmt) und Region (USA/Kanada/Westeuropa/Nordeuropa/Rest der Welt), eingegeben in IRT.c Zweiseitiger p-Wert aus dem regulär stratifizierten Log-Rank-Test.d Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.e Statistische Signifikanzgrenze p-Wert < 0,0111.f CI basierend auf der Clopper-und-Pearson-Methode.g Strata-berichtigter Unterschied der objektiven Ansprechrate (Nivolumab + Cabozantinib - Sunitinib) basierend auf
DerSimonian und Laird.h Zweiseitiger p-Wert aus dem CMH-Test.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
Die primäre PFS-Analyse beinhaltete eine Zensierung für neue Krebsbehandlungen (Tabelle 39).
PFS-Ergebnisse mit und ohne Zensierung für neue Krebsbehandlungen waren konsistent.
Es wurde ein PFS-Vorteil, unabhängig von der IMDC-Risikokategorie, im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm gegenüber Sunitinib beobachtet. Für die Gruppemit günstigem Risikoprofil wurde bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib das mediane PFSnicht erreicht und betrug im Sunitinib-Arm 12,81 Monate (HR = 0,60; 95 % CI: 0,37; 0,98). Für die
Gruppe mit intermediärem Risikoprofil war das mediane PFS 17,71 Monate bei Nivolumab in
Kombination mit Cabozantinib und betrug im Sunitinib-Arm 8,38 Monate (HR = 0,54;95 % CI: 0,41; 0,73). Für die Gruppe mit ungünstigem Risikoprofil war das mediane PFS12,29 Monate bei Nivolumab in Kombination mit Cabozantinib und betrug im Sunitinib-Arm4,21 Monate (HR = 0,36; 95 % CI: 0,23; 0,58).
Ein PFS-Vorteil wurde, unabhängig von der Tumor-PD-L1-Expression, im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm vs Sunitinib beobachtet. Bei einer
Tumor-PD-L1-Expression ≥1 % lag das mediane PFS bei 13,08 Monaten im
Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm und bei 4,67 Monaten im
Sunitinib-Arm (HR = 0,45; 95 % CI: 0,29; 0,68). Bei einer Tumor-PD-L1-Expression < 1 % lag dasmediane PFS bei 19,84 Monaten im Nivolumab-in-Kombination-mit-Cabozantinib-Arm und bei9,26 Monaten im Sunitinib-Arm (HR = 0,50; 95 % CI: 0,38; 0,65).
Eine aktualisierte PFS- und OS-Analyse wurde durchgeführt, als alle Patienten eine minimale
Nachbeobachtungszeit von 16,0 Monaten und eine mediane Nachbeobachtungszeit von 23,5 Monatenerreicht hatten (siehe Abbildungen 20 und 21). Die PFS-Hazard-Ratio war 0,52 (95 % CI: 0,43, 0,64).
Die OS-Hazard-Ratio war 0,66 (95 % CI: 0,50, 0,87). Aktualisierte Wirksamkeitsdaten (PFS und OS)in den Subgruppen entsprechend den IMDC-Risikokategorien und PD-L1-Expressionslevel bestätigendie ursprünglichen Ergebnisse. Mit der aktualisierten Analyse wurde das mediane PFS für die Gruppemit dem günstigen Risikoprofil erreicht.
Abbildung 20: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (CA2099ER)
Progressionsfreies Überleben nach BICR (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Cabozantinib323 280 236 201 166 145 102 56 26 5 2 0
Sunitinib328 230 160 122 87 61 37 17 7 2 1 0 Nivolumab + Cabozantinib (Ereignisse: 175/323), Median und 95,0 % CI: 16,95 (12,58; 19,38)
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 206/328), Median und 95,0 % CI: 8,31 (6,93; 9,69)
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Abbildung 21: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA2099ER)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Cabozantinib323 308 295 283 269 255 220 147 84 40 10 0
Sunitinib328 295 272 254 236 217 189 118 62 22 4 0 Nivolumab + Cabozantinib (Ereignisse: 86/323), Median und 95 % CI: NE
- - -- - - Sunitinib (Ereignisse: 116/328), Median und 95 % CI: 29,47 (28,35; NE)
NierenzellkarzinomRandomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab-Monotherapie vs. Everolimus (CA209025)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung vonfortgeschrittenem Nierenzellkarzinom mit klarzelliger Histologie wurde in einer randomisierten,offenen Phase-III-Studie (CA209025) untersucht. Die Studie hat Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen, bei denen es innerhalb oder nach 1 oder 2 vorangegangenen anti-angiogenen
Therapien und nicht mehr als insgesamt 3 systemischen Vortherapien, zu einer Krankheitsprogressionkam. Die Patienten mussten einen Karnofsky-Performance-Status (KPS) von ≥ 70 % aufweisen. Der
Einschluss von Patienten erfolgte unabhängig von ihrem Tumor-PD-L1-Status. Von der Studieausgeschlossen wurden Patienten mit aktuellen Hirnmetastasen oder Hirnmetastasen in der
Vorgeschichte, Patienten mit vorangegangener Behandlung mit einem mTOR (mammalian target ofrapamycin) Inhibitor, aktiver Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine systemische
Immunsuppression erfordert.
Insgesamt wurden 821 Patienten randomisiert um entweder Nivolumab 3 mg/kg (n = 410) intravenösüber 60 Minuten alle 2 Wochen oder Everolimus (n=411) 10 mg täglich peroral zu erhalten. Die
Behandlung wurde fortgesetzt, solange ein klinischer Nutzen beobachtet wurde oder die Behandlungnicht länger vom Patienten vertragen wurde. Die ersten Tumorbeurteilungen wurden 8 Wochen nachder Randomisierung durchgeführt. Anschließend wurde die Beurteilung im ersten Jahr alle 8 Wochenund danach alle 12 Wochen bis zum Progress oder bis zum Abbrechen der Behandlung durchgeführt,je nachdem, was später auftrat. Bei Patienten, die die Behandlung aus einem anderen Grund als
Überlebenswahrscheinlichkeit
Fortschreiten der Erkrankung abbrechen mussten, wurde die Tumorbeurteilung nach Abbrechen der
Behandlung weiter fortgeführt. Eine Weiterbehandlung nach einer durch den Prüfarzt festgestellten
Progression gemäß RECIST, Version 1.1 war erlaubt, wenn der Patient nach Einschätzung des
Prüfarztes einen klinischen Nutzen hatte und die Studienmedikation tolerierte. Der primäre Endpunktfür die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (Overall Survival = OS). Die sekundären Endpunkteder Wirksamkeit beinhalteten die vom Prüfer beurteilte objektive Ansprechrate (Objective Response
Rate = ORR) und das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival = PFS).
Die grundlegenden Patientenmerkmale waren zu Studienbeginn zwischen beiden Gruppenausgeglichen. Das mediane Alter betrug 62 Jahre (Spanne: 18 - 88) mit 40 % ≥ 65 Jahre und9 % ≥ 75 Jahre. Die Mehrzahl der Patienten war männlich (75 %) und kaukasisch (88 %), alle
Memorial-Sloan-Kettering-Cancer-Center (MSKCC)-Risikogruppen waren vertreten, 34 % der
Patienten hatten einen Ausgangs-Karnofsky-Status (KPS) von 70 bis 80 % und 66 % der Patientenhatten einen Ausgangs-KPS von 90 bis 100 %. Die Mehrheit der Patienten (72 %) hatte 1 Regimeeiner anti-angiogenen Vortherapie erhalten. Die mediane Zeit von der initialen Diagnose bis zur
Randomisierung betrug 2,6 Jahre in beiden Gruppen, Nivolumab und Everolimus. Diedurchschnittliche Behandlungszeit betrug bei den mit Nivolumab behandelten Patienten 5,5 Monate(Spanne: 0 - 29,6+ Monate) und 3,7 Monate (Spanne: 6 Tage - 25,7+ Monate) bei den mit Everolimusbehandelten Patienten.
44 % der Patienten wurden mit Nivolumab über eine Progression hinaus weiterbehandelt.
Die Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens sind in Abbildung 22 dargestellt.
Abbildung 22: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209025)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab410 389 359 337 305 275 213 139 73 29 3 0
Everolimus411 366 324 287 265 241 187 115 61 20 2 0 Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 183/410), Median und 95 % CI: 25,00 (21,75; N.A.)
- - -- - - Everolimus 10 mg (Ereignisse: 215/411), Median und 95 % CI: 19,55 (17,64; 23,06)
Die Studie zeigte bei der planmäßigen Interimsanalyse nach 398 Ereignissen (70 % der vorgesehenen
Anzahl an Ereignissen für die Endauswertung) eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens bei den unter Nivolumab randomisierten Patienten verglichen mit denen unter
Überlebenswahrscheinlichkeit
Everolimus (Tabelle 40 und Abbildung 22). Die Verbesserung des Gesamtüberlebens wurdeunabhängig vom PD-L1-Expressionsgrad beobachtet.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 40 dargestellt.
Tabelle 40: Wirksamkeitsergebnisse (CA209025)
Nivolumab Everolimus(n = 410) (n = 411)
Gesamtüberleben
Ereignisse 183 (45 %) 215 (52 %)
Hazard-Ratio 0,7398,52 % CI (0,57; 0,93)p-Wert 0,0018
Median (95 % CI) 25,0 (21,7; NE) 19,6 (17,6; 23,1)
Rate (95 % CI)
Nach 6 Monaten 89,2 (85,7; 91,8) 81,2 (77,0; 84,7)
Nach 12 Monaten 76,0 (71,5; 79,9) 66,7 (61,8; 71,0)
Objektives Ansprechen 103 (25,1 %) 22 (5,4 %)(95 % CI) (21,0; 29,6) (3,4; 8,0)
Odds Ratio (95 % CI) 5,98 (3,68; 9,72)p-Wert < 0,0001
Vollständiges Ansprechen 4 (1,0 %) 2 (0,5 %)(Complete Response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial 99 (24,1 %) 20 (4,9 %)
Response = PR)
Stabile Erkrankung (Stable 141 (34,4 %) 227 (55,2 %)
Disease = SD)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 11,99 (0,0 - 27,6+) 11,99 (0,0+ - 22,2+)
Mediane Zeit bis zum
Ansprechen
Monate (Spanne) 3,5 (1,4 - 24,8) 3,7 (1,5-11,2)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 318 (77,6 %) 322 (78,3 %)
Hazard-Ratio 0,8895 % CI (0,75; 1,03)p-Wert 0,1135
Median (95 % CI) 4,6 (3,71; 5,39) 4,4 (3,71; 5,52)“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.
NE = nicht abschätzbar (non-estimable)
Nach Beginn der Nivolumab-Behandlung betrug die mediane Zeit bis zum Beginn des objektiven
Ansprechens 3,5 Monate (Spanne: 1,4 - 24,8 Monate). 49 Responder (47,6 %) zeigten ein anhaltendes
Ansprechen über eine Dauer von 0,0-27,6+ Monaten.
Das Gesamtüberleben konnte mit einer Verbesserung der krankheitsbedingten Symptome undnicht-krankheitsspezifischer Lebensqualität (quality of life = QoL) im Verlauf in Verbindung gebrachtwerden. Diese wurden durch den Gebrauch der validierten und zuverlässigen Fragebögen des
Functional Assessment of Cancer Therapy - Kidney Symptom Index - Disease Related Symptoms(FKSI-DRS) und des EuroQoL EQ-5D beurteilt. Die offensichtlich aussagekräftige Verbesserung der
Symptome (MID = 2 Punkte Unterschied im FKSI-DRS-Status; p < 0,001) und Zeit zur Verbesserung(HR = 1,66 (1,33; 2,08) p < 0,001) waren bei Patienten im Nivolumab-Arm signifikant besser.
Obwohl beide Studienarme eine aktive Therapie erhalten haben, sollten die QoL-Daten im Kontexteines offenen Studiendesigns interpretiert und daher mit Vorsicht betrachtet werden.
Phase-IIIb/IV-Sicherheitsstudie (CA209374)
Zusätzliche Sicherheitsdaten und deskriptive Wirksamkeitsdaten sind aus der Studie CA209374verfügbar. Dabei handelt es sich um eine offene Phase IIIb/IV Sicherheitsstudie mit
Nivolumab-Monotherapie (240 mg alle 2 Wochen) zur Behandlung von Patienten mitfortgeschrittenem oder metastasiertem RCC (n = 142), einschließlich 44 Patienten mitnicht-klarzelliger Histologie.
Bei Patienten mit nicht-klarzelliger Histologie betrugen die ORR und die mediane Dauer des
Ansprechens 13,6 % bzw. 10,2 Monate nach einem minimalen Nachbeobachtungszeitraum von etwa16,7 Monaten. Die klinische Aktivität wurde unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus des Tumorsbeobachtet.
Klassisches Hodgkin-LymphomOffene Phase-II-Studie (CA209205) und offene Phase-Ib-Studie (CA209039) mit Nivolumab-
MonotherapieDie Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung desrezidivierendem oder refraktärem cHL bei Patienten nach ASCT wurde in zwei multizentrischen,offenen, einarmigen Studien (CA209205 und CA209039) untersucht.
CA209205 ist eine offene, einarmige, Multi-Kohorten-Phase-II-Studie von Nivolumab bei cHL. Essind 243 Patienten eingeschlossen, die vorher eine ASCT erhalten haben. In Kohorte A wurden63 Patienten eingeschlossen (26 %), die Brentuximab-Vedotin-naiv waren, in Kohorte B wurden80 Patienten eingeschlossen (33 %), die Brentuximab-Vedotin nach ASCT-Versagen erhalten habenund in Kohorte C wurden 100 Patienten eingeschlossen (41 %), die Brentuximab-Vedotin vorund/oder nach ASCT erhalten haben. 33 Patienten (14 %) aus Kohorte C hatten Brentuximab-Vedotinausschließlich vor der ASCT erhalten. Alle Patienten haben Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapieintravenös über 60 Minuten alle 2 Wochen erhalten. Die ersten Tumorbeurteilungen wurden 9 Wochennach Beginn der Therapie durchgeführt. Anschließend wurde die Beurteilung bis zum Progress oderbis zum Abbrechen der Behandlung durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriterium war dieobjektive Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) wie von einem IRRC (Independent
Radiologic Review Committee) festgelegt. Weitere Wirksamkeitskriterien beinhalteten die
Ansprechdauer, PFS und OS.
CA209039 ist eine offene, multizentrische Phase-Ib-Dosis-Eskalations- und Multidosisstudie mit
Nivolumab bei rezidivierenden/refraktären hämatologischen Malignitäten, in welche 23 Patienten mitcHL eingeschlossen waren, die mit Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie behandelt wurden. Von den23 eingeschlossenen Patienten hatten 15 Patienten eine vorherige Behandlung mit Brentuximab-
Vedotin als Salvage-Therapie nach einer autologen Stammzelltherapie (Autologuos Stem Cell
Transplant Therapy, ASCT) erhalten, ähnlich der Kohorte B in Studie CA209205. Die ersten
Tumorbeurteilungen wurden 4 Wochen nach Beginn der Therapie durchgeführt. Anschließend wurdedie Beurteilung bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Abbruch der Behandlungdurchgeführt. Die Wirksamkeitskriterien beinhalteten die vom Prüfarzt beurteilte objektive
Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR), welche retrospektiv von einem IRRC beurteiltwurde, sowie die Ansprechdauer.
Die Daten von den 80 Patienten der Kohorte B aus der Studie CA209205 und den 15 Patienten aus der
Studie CA209039, welche eine vorherige Behandlung mit Brentuximab-Vedotin nach ASCT erhaltenhatten, wurden integriert. Zusätzlich sind die Daten der 100 Patienten aus Kohorte C der Studie
CA209205, die Brentuximab Vedotin vor und/oder nach ASCT erhalten haben, dargestellt. Die
Ausgangsmerkmale der Gruppen waren in beiden Studien und Kohorten vergleichbar (siehe
Tabelle 41, unten).
Tabelle 41: Patientencharakteristische Ausgangsmerkmale in CA209205 Kohorte B,
Kohorte C und CA209039
CA209205 CA209205 CA209039 CA209205
Kohorte B und Kohorte Ba Kohorte Cb
CA209039(n = 95) (n = 80) (n = 15) (n = 100)
Medianes Alter, Jahre (Spanne) 37,0 (18 - 72) 37,0 (18 - 72) 40,0 (24 - 54) 32,0 (19 - 69)
Geschlecht 61 (64 %) M 51 (64 %) M 10 (67 %) M 56 (56 %) M34 (36 %) W 29 (36 %) W 5 (33 %) W 44 (44 %) W
ECOG-Status0 49 (52 %) 42 (52,5 %) 7 (47 %) 50 (50 %)1 46 (48 %) 38 (47,5 %) 8 (53 %) 50 (50 %)≥ 5 vorherige systemische 49 (52 %) 39 (49 %) 10 (67 %) 30 (30 %)
Therapielinien
Vorherige Strahlentherapie 72 (76 %) 59 (74 %) 13 (87 %) 69 (69 %)
Vorherige ASCT1 87 (92 %) 74 (92,5 %) 13 (87 %) 100 (100 %)≥ 2 8 (8 %) 6 (7,5 %) 2 (13 %) 0 (0 %)
Jahre von der letzten 3,5 (0,2 - 19,0) 3,4 (0,2 - 19,0) 5,6 (0,5 - 15,0) 1,7 (0,2 - 17,0)
Transplantation bis zur ersten
Dosis der Studienmedikation,
Median (min. - max.)a 18/80 (22,5 %) der Patienten in CA209205 Kohorte B zeigten B-Symptomatiken als Ausgangsmerkmal.b 25/100 (25 %) der Patienten in CA209205 Kohorte C zeigten B-Symptomatiken als Ausgangsmerkmal.
Die Wirksamkeit der Therapie in beiden Studien wurde vom gleichen IRRC beurteilt. Die Ergebnissesind in Tabelle 42 dargestellt.
Tabelle 42: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit rezidivierendem/refraktäremklassischem Hodgkin Lymphom
CA209205 CA209205 Kohorte Ba CA209039
Kohorte Ba und
CA209039
Anzahl (n)/ minimale (n = 95/12,0) (n = 80/12,0) (n = 15/12,0)
Nachbeobachtungsdauer (Monate)
Objektives Ansprechen, n (%); (95 % CI) 63 (66 %); (56; 76) 54 (68 %); (56; 78) 9 (60 %); (32;84)
Vollständige Remission (CR = Complete 6 (6 %); (2; 13) 6 (8 %); (3; 16) 0 (0 %); (0; 22)
Remission), n (%); (95 % CI)
Teilweise Remission (PR = Partial 57 (60 %); (49; 70) 48 (60 %); (48; 71) 9 (60 %); (32;
Remission), n (%); (95 % CI) 84)
Stabile Erkrankung (Stable Disease), n (%) 22 (23) 17 (21) 5 (33)
Ansprechdauer (Monate)b
Median (95 % CI) 13,1 (9,5; NE) 13,1 (8,7; NE) 12,0 (1,8; NE)
Spanne 0,0+ - 23,1+ 0,0+ - 14,2+ 1,8 - 23,1+
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,0 (0,7 - 11,1) 2,1 (1,6 - 11,1) 0,8 (0,7 - 4,1)
Mediane Nachbeobachtungsdauer
Monate (Spanne) 15,8 (1,9 - 27,6) 15,4 (1,9 - 18,5) 21,9 (11,2 - 27,6)
CA209205 CA209205 Kohorte Ba CA209039
Kohorte Ba und
CA209039
Anzahl (n)/ minimale (n = 95/12,0) (n = 80/12,0) (n = 15/12,0)
Nachbeobachtungsdauer (Monate)
Progressionsfreies Überleben
Spanne (95 % CI) nach 12 Monaten 57 (45; 68) 55 (41; 66) 69 (37; 88)“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.a Die Nachbeobachtung dauerte zum Zeitpunkt der Dateneinreichung noch an.b Daten instabil aufgrund limitierter Ansprechdauer in Kohorte B infolge von Zensierung.
NE = nicht-abschätzbar (non-estimable)
Aktualisierte Wirksamkeitsergebnisse aus den längeren Nachbeobachtungszeiträumen der Kohorte B(Minimum 68,7 Monate) und der Kohorte C (Minimum 61,9 Monate) der Studie CA209205 sind in
Tabelle 43 dargestellt.
Tabelle 43: Aktualisierte Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mitrezidivierendem/refraktärem klassischem Hodgkin Lymphom von einer längeren
Nachbeobachtung der Studie CA209205
CA209205 Kohorte B CA209205 Kohorte C
Anzahl (n)/ minimale (n = 80/68,7) (n = 100/61,9)a
Nachbeobachtungsdauer (Monate)
Objektives Ansprechen, n (%); (95 % CI) 57 (71 %); (60; 81) 75 (75 %); (65; 83)
Vollständige Remission (CR = complete 11 (14 %); (7; 23) 21 (21 %); (14; 30)
Remission), n (%); (95 % CI)
Teilweise Remission (PR = partial 46 (58 %); (46; 69) 54 (54 %); (44; 64)remission), n (%); (95 % CI)
Stabile Erkrankung (Stable Disease), n (%) 14 (18 %) 12 (12 %)
Ansprechdauer bei allen Respondern (Monate)b
Median (95 % CI) 16,6 (9,3; 25,7) 18,2 (11,6; 30,9)
Spanne 0,0+ - 71,0+ 0,0+; 59,8+
Ansprechdauer bei CR (Monate)
Median (95 % CI) 30,3 (2,4; NE) 26,4 (7,1; NE)
Spanne 0,7+ - 50,0+ 0,0+; 55,7+
Ansprechdauer bei PR (Monate)
Median (95 % CI) 10,6 (7,5; 25,3) 14,7 (9,4; 30,4)
Spanne 0,0+ - 67,9+ 0,0+; 55,9+
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,2 (1,6 - 11,1) 2,1 (0,8; 17,9)
Mediane Nachbeobachtungsdauer
Monate (Spanne) 58,5 (1,9 - 74,3) 53,5 (1,4; 70,4)
Progressionsfreies Überleben
Median (95 % CI) 14,8 (11,0; 19,8) 15,1 (11,1; 19,1)
Spanne (95 % CI) nach 12 Monaten 52 (39; 63) 53 (42; 64)
Spanne (95 % CI) nach 24 Monaten 36 (24; 48) 37 (25; 48)
Spanne (95 % CI) nach 60 Monaten 16 (6; 29) 15 (6; 28)
CA209205 Kohorte B CA209205 Kohorte C
Anzahl (n)/ minimale (n = 80/68,7) (n = 100/61,9)a
Nachbeobachtungsdauer (Monate)
Gesamtüberleben
Median Nicht erreicht Nicht erreicht
Spanne (95 % CI) nach 12 Monaten 95 (87; 98) 90 (82; 94)
Spanne (95 % CI) nach 24 Monaten 87 (77; 93) 86 (77; 91)
Spanne (95 % CI) nach 60 Monaten 72 (60; 81) 67 (56; 75)“+” kennzeichnet eine zensierte Beobachtung.a Patienten der Kohorte C (n = 33), die Brentuximab-Vedotin ausschließlich vor der ASCT erhalten haben, zeigten eine
ORR von 73 % (95 % CI: 55; 87), eine CR von 21 % (95 % CI: 9; 39), eine PR von 52 % (95 % CI: 34; 69). Diemediane Ansprechdauer betrug 13,5 Monate (95 % CI: 9,4; 30,9)b Festgelegt für Patienten mit CR oder PR
NE = nicht-abschätzbar (non-estimable)
B-Symptomatik als Ausgangsmerkmal zeigte sich bei 22 % (53/243) der Patienten in Studie
CA209205. Die Behandlung mit Nivolumab zeigte ein schnelles Abklingen der B-Symptomatik bei88,7 % (47/53) der Patienten mit einer medianen Dauer von 1,9 Monaten bis zum Abklingen.
In einer Post-hoc-Analyse der 80 Patienten der Kohorte B der Studie CA209205 haben 37 Patientennicht auf die vorherige Brentuximab-Vedotin-Behandlung angesprochen. Die Behandlung dieser37 Patienten mit Nivolumab resultierte in einer objektiven Ansprechrate (ORR) von 62,2 % (23/37).
Für die 23 Patienten, die ein Ansprechen auf Nivolumab zeigten, jedoch nicht auf eine vorherige
Brentuximab-Vedotin-Behandlung angesprochen haben, beträgt die mediane Ansprechdauer25,6 Monate (10,6; 56,5).
Offene Phase-II-Studie von Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin (CA209744)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Brentuximab Vedotin1,8 mg/kg zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären cHL nach einer vorherigen Therapieliniewurden in einer risikobasierten, offenen Phase-II-Studie mit an das Therapieansprechen adaptierter
Behandlung untersucht. Kohorte R1 umfasste 28 Patienten mit niedrigem Rezidivrisiko, und
Kohorte R2 umfasste 44 Patienten mit Standard-Rezidivrisiko. Die Risikostratifizierung basierte aufdem Stadium bei der initialen Diagnose, der Zeit bis zum Rezidiv (ab Ende der Therapie), der B-
Symptomatik oder dem Vorliegen einer extranodalen Erkrankung zum Zeitpunkt des Rezidivs, dem
Vorliegen einer ausgedehnten Erkrankung, bei der zum Zeitpunkt des Rezidivs eine Strahlentherapiekontraindiziert war, oder dem Vorliegen eines Rezidivs eines zuvor bestrahlten Areals, wie in
Tabelle 44 gezeigt. Die CD30-Expression wurde vor Einschluss in die Studie nicht gemessen.
Tabelle 44: Risikostratifizierungsalgorithmus für Studie CA209744
B-Symptomatik oder extranodale
Erkrankung zum Zeitpunkt des
Rezidivs, ausgedehnte Erkrankung,bei der zum Zeitpunkt des Rezidivs
Stadium bei Zeit bis zum Rezidiv eine Strahlentherapie kontraindiziertder initialen (ab Ende der war, oder Rezidiv in einem zuvor
Diagnose Therapie) bestrahlten Areal Rezidivrisikokategorie≥ 12 Monate Nein
IA, IIA 3-12 Monate(≤ 3 Zyklen und keine Nein Kohorte R1
Strahlentherapie) Niedriges Risiko
IB, IIB, IIIA > 12 Monate Nein
Alle anderen Kohorte R2
Standardrisiko
Die ersten Tumorbeurteilungen wurden 6 Wochen nach Beginn der Therapie durchgeführt.
Anschließend wurde die Beurteilung bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Abschluss oder
Abbrechen der Behandlung durchgeführt. Die beiden primären Wirksamkeitsendpunkte in Kohorte R1waren vollständiges metabolisches Ansprechen (complete metabolic response, CMR) gemäß BICR zueinem beliebigen Zeitpunkt vor der Strahlentherapie und Rate des ereignisfreien Überlebens(event-free survival, EFS) gemäß BICR nach 3 Jahren. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt in
Kohorte R2 war die CMR-Rate gemäß BICR zu irgendeinem Zeitpunkt vor der Hochdosis-
Chemotherapie (HDCT/ASCT). Zusätzliche Wirksamkeitsendpunkte umfassten ORR gemäß BICRnach 4 Zyklen Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin und PFS-Rate gemäß BICR nach3 Jahren. Patienten mit früherer Exposition gegenüber einer Anti-PD(L)-1/2-Therapie oder gegenüber
Brentuximab Vedotin waren von der Studie ausgeschlossen.
Alle Patienten traten in die Induktionsphase ein und erhielten eine Behandlung mit Nivolumab in
Kombination mit Brentuximab Vedotin. Bei Patienten mit einer Tumorprogression gemäß Beurteilungdurch den Prüfarzt nach zwei Zyklen wurde die Behandlung abgesetzt. Patienten, die nach 4 Zyklen
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin kein CMR erreichten, gingen zur
Intensivierungsphase über und erhielten 2 Zyklen (Kohorte R1) oder 2-4 Zyklen (Kohorte R2)
Brentuximab Vedotin zusammen mit 90 mg/m²/Tag Bendamustin, um das Erreichen eines CMR zuunterstützen. Patienten in Kohorte R1, die nach 4 Zyklen Nivolumab in Kombination mit Brentuximab
Vedotin ein CMR erreichten, erhielten vor der Konsolidierungsphase 2 zusätzliche Zyklen Nivolumabin Kombination mit Brentuximab Vedotin. Patienten, die nach der Induktion oder der Intensivierungein CMR erreichten, gingen zur Konsolidierungsphase über, in der sie eine Strahlentherapie(Kohorte R1) oder eine HDCT/ASCT (Kohorte R2) erhielten.
Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der Patienten waren über die Behandlungsgruppenhinweg gleichmäßig verteilt. Sowohl in der Kohorte R1 als auch in der Kohorte R2 gehörten diemeisten Patienten der Altersgruppe ≥ 5 Jahre bis < 18 Jahre an (64,3 % bzw. 70,5 %) an. In
Kohorte R1 wurden 3 Kinder (5-11 Jahre), 15 Jugendliche (12-17 Jahre) und 10 Erwachsene(18-30 Jahre) und in Kohorte R2 4 Kinder (5-11 Jahre), 27 Jugendliche (12-17 Jahre) und13 Erwachsene (18-30 Jahre) behandelt. In Kohorte R1 waren 64,3 % weiblich, während in
Kohorte R2 65,9 % männlich waren. In Kohorte R1 hatten 64,3 % bei Studieneintritt eine Erkrankungim Stadium IIA, während in Kohorte R2 25 %, 22,7 % bzw. 25 % bei Studieneintritt eine Erkrankungim Stadium IIA, IIB bzw. IVA hatten. Der mittlere Karnofsky- und Lansky-Performance-Status betrugin beiden Kohorten > 95 %. In Kohorte R1 betrug bei 82,1 % die Zeit vom Ende der vorherigen
Therapie bis zum Rezidiv ≥ 12 Monate. In Kohorte R2 betrug bei 36,4 % die Zeit vom Ende dervorherigen Therapie bis zum Rezidiv < 3 Monate, während bei 40,9 % die Zeit vom Ende dervorherigen Therapie bis zum Rezidiv ≥ 3 Monate bis < 12 Monate betrug. 96,4 % der Patienten in
Kohorte R1 hatten nach der vorherigen Therapielinie ein Rezidiv erlitten, während in Kohorte R2 im
Allgemeinen die Patienten, die nach der vorherigen Therapielinie ein Rezidiv erlitten hatten (45,5 %)und jene, die gegenüber dieser refraktär waren (54,5 %), gleichmäßig verteilt waren.
Alle Patienten in den Kohorten R1 und R2 hatten zuvor eine Krebstherapie erhalten. Die häufigstevorherige Krebstherapie war sowohl in Kohorte R1 (42,9 %) als auch in Kohorte R2 (45,5 %)
OEPA/COPDAC.
Die Ausgangsmerkmale und die vorherigen Krebstherapien der behandelten pädiatrischen Patientenstimmten mit denen der Gesamtpopulation der behandelten Patienten in CA209744 überein.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 45 dargestellt.
Tabelle 45: Wirksamkeitsergebnisse (CA209744)
Kohorte R1 Kohorte R2
Niedriges Rezidivrisiko Standard-Rezidivrisiko
Behandelte
Alle behandelten pädiatrische Alle behandelten Behandelte
Patienten Patienten Patienten pädiatrische Patienten(n = 28) (n = 18) (n = 44) (n = 31)
Vollständiges metabolisches Ansprechen vor Konsolidierung a,bn (%) 26 (92,9) 16 (88,9) 39 (88,6) 28 (90,3)95 % CI (76,5; 99,1) (65,3; 98,6) (75,4; 96,2) (74,2; 98,0)
Gesamtansprechrate nach 4 Zyklen Induktionstherapiecn (%) 27 (96,4) 17 (94,4) 41 (93,2) 29 (93,5)95 % CI (81,7; 99,9) (72,7; 99,9) (81,3; 98,6) (78,6; 99,2)
Vollständiges metabolisches Ansprechen, n (%)23 (82,1) 13 (72,2) 33 (75,0) 23 (74,2)
Teilweises metabolisches Ansprechen, n (%)4 (14,3) 4 (22,2) 8 (18,2) 6 (19,4)a Der Nenner ist die Anzahl der im Hinblick auf das Ansprechen auswertbaren Patienten. Alle behandelten
Patienten/behandelten pädiatrischen Patienten waren im Hinblick auf das Ansprechen auswertbar.
Sechs Patienten in Kohorte R1 und 11 Patienten in Kohorte R2 erhielten vor der Konsolidierung Brentuximab
Vedotin in Kombination mit Bendamustin als Intensivierungs-Chemotherapie, da sie nach 4 Zyklen
Induktionstherapie mit Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin kein CMR erreicht hatten.
b In Kohorte R1 gingen 22 Patienten während der Studie zur Konsolidierung mittels Strahlentherapie über. In
Kohorte R2 unterzogen sich 41 Patienten einer Hochdosis-Chemotherapie + autologe Stammzelltransplantation als
Konsolidierung (32 während der Studie und 9 außerhalb der Studie nach Ermessen des Prüfarztes).
c Der Nenner ist die Anzahl der Patienten, die nach 4 Zyklen Nivolumab + Brentuximab Vedotin auswertbar waren.
Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-BereichsDie Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung desmetastasierten oder rezidivierten SCCHN wurden in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie(CA209141) untersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit histologisch bestätigtemrezidiviertem oder metastasiertem SCCHN (Mundhöhle, Rachenraum, Kehlkopf) des Stadiums III/IVund nicht zugänglich für eine lokale kurative Behandlung (Operation oder Strahlentherapie mit oderohne Chemotherapie) eingeschlossen, bei denen es während oder innerhalb von 6 Monaten nach Erhalteiner platinbasierten Therapie zu einer Progression kam, und die einen ECOG-Performance-Status von0 oder 1 hatten. Die platinbasierte Vortherapie wurde in der adjuvanten, neo-adjuvanten, primären,rezidivierten oder metastasierten Situation gegeben. Der Einschluss von Patienten erfolgte unabhängigvon ihrem Tumor-PD-L1-Status oder ihrem humanen Papilloma-Virus (HPV)-Status. Patienten mitaktiver Autoimmunerkrankung, mit Erkrankungen, die eine immunsuppressive Therapie erforderten,mit rezidivierten oder metastasierten Karzinomen des Nasopharynx, mit plattenepithelialen
Karzinomen mit unbekanntem Primarius, mit Karzinomen der Speicheldrüse oder mit Karzinomennicht-plattenepithelialer Histologie (z. B. Schleimhautmelanomen) oder aktiven Hirnmetastasen oderleptomeningealen Metastasen waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit behandelten
Hirnmetastasen konnten in die Studie eingeschlossen werden, wenn sich die neurologische
Symptomatik mindestens 2 Wochen vor Einschluss in die Studie auf den Ausgangsbefundzurückgebildet hatte und die Patienten entweder keine Corticosteroide erhielten oder eine stabile oderabnehmende Dosierung von < 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag.
Insgesamt wurden 361 Patienten entweder auf Nivolumab 3 mg/kg, intravenös verabreicht alle2 Wochen über 60 Minuten (n = 240), oder auf eine Behandlung nach Wahl des Prüfarztesrandomisiert. Die Behandlung nach Wahl des Prüfarztes war entweder Cetuximab (n = 15) mit einer
Anfangsdosis von 400 mg/m2 gefolgt von einer wöchentlichen Dosis von 250 mg/m2 oder Methotrexat(n = 52) in einer wöchentlichen Dosierung von 40 bis 60 mg/m2 oder Docetaxel (n = 54) in einerwöchentlichen Dosierung von 30 bis 40 mg/m2. Die Randomisierung wurde nach Vorbehandlung mit
Cetuximab stratifiziert. Die Behandlung wurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen beobachtetwerden konnte oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Tumorbeurteilungen wurdengemäß RECIST, Version 1.1, 9 Wochen nach Randomisierung und anschließend alle 6 Wochendurchgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt gemäß Definition nach RECIST,
Version 1.1, festgestellten Progression hinaus war für Patienten, die Nivolumab erhielten, erlaubt,wenn der Patient nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatteund die Therapie vertragen wurde. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war das
Gesamtüberleben. Wichtige sekundäre Endpunkte der Wirksamkeit waren vom Prüfarzt beurteiltesprogressionsfreies Überleben und Ansprechrate. Zusätzliche vorspezifizierte Untergruppen-Analysenwurden durchgeführt, um die Wirksamkeit nach Tumor-PD-L1-Expression bei den vordefinierten
Grenzwerten von 1 %, 5 % und 10 % zu untersuchen.
Tumorgewebeproben vor Studienbeginn wurden systematisch vor Randomisierung gesammelt, um im
Voraus geplante Wirksamkeitsanalysen nach Tumor-PD-L1-Expression durchzuführen. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mithilfe des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Tests bestimmt.
Die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen waren im Allgemeinen ausgewogen. Das mediane Alterbetrug 60 Jahre (Spanne: 28 - 83), wobei 31 % ≥ 65 Jahre und 5 % ≥ 75 Jahre waren; 83 % waren
Männer und 83 % waren weiß. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (20 %) oder 1 (78 %),77 % waren früher oder derzeit Raucher, 90 % hatten eine Stadium-IV-Erkrankung, 66 % hatten zweioder mehr Läsionen; 45 % hatten eine, 34 % hatten 2 und 20 % hatten 3 oder mehr Vortherapienerhalten; 25 % waren HPV-16-positiv.
Mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 11,4 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens für Patienten, die auf Nivolumab randomisiertwaren, im Vergleich zu Patienten, die auf Therapie nach Wahl des Prüfarztes randomisiert waren. Die
Kaplan-Meier-Kurven für das Gesamtüberleben sind in Abbildung 23 dargestellt. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 46 dargestellt.
Abbildung 23: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209141)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab240 169 132 98 76 45 27 12 3
Wahl des Prüfarztes121 88 51 32 22 9 4 3 0 Nivolumab 3 mg/kg (Ereignisse: 184/240), Median und 95 % CI: 7,72 (5,68; 8,77)
- - -- - - Therapie nach Wahl des Prüfarztes (Ereignisse: 105/121), Median und 95 % CI: 5,06 (4,04; 6,24)
Tabelle 46: Wirksamkeitsergebnisse (CA209141)
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 240) (n = 121)
Gesamtüberleben
Ereignisse 184 (76,7 %) 105 (86,8 %)
Hazard Ratioa 0,71(95 % CI) (0,55; 0,90)p-Wertb 0,0048
Median (95 % CI) (Monate) 7,72 (5,68; 8,77) 5,06 (4,04; 6,24)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 56,5 (49,9; 62,5) 43,0 (34,0; 51,7)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 34,0 (28,0; 40,1) 19,7 (13,0; 27,3)
Rate (95 % CI) nach 18 Monaten 21,5 (16,2; 27,4) 8,3 (3,6; 15,7)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 204 (85,0 %) 104 (86,0 %)
Hazard Ratio 0,8795 % CI (0,69; 1,11)p-Wert 0,2597
Median (95 % CI) (Monate) 2,04 (1,91; 2,14) 2,33 (1,97; 3,12)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 21,0 (15,9; 26,6) 11,1 (5,9; 18,3)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 9,5 (6,0; 13,9) 2,5 (0,5; 7,8)
Überlebenswahrscheinlichkeit
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 240) (n = 121)
Bestätigtes objektives Ansprechenc 32 (13,3 %) 7 (5,8 %)(95 % CI) (9,3; 18,3) (2,4; 11,6)
Odds Ratio (95 % CI) 2,49 (1,07; 5,82)
Vollständiges Ansprechen(Complete Response = CR) 6 (2,5 %) 1 (0,8 %)
Teilweises Ansprechen 26 (10,8 %) 6 (5,0 %)(Partial Response = PR)
Stabile Erkrankung 55 (22,9 %) 43 (35,5 %)(Stable Disease = SD)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,1 (1,8 - 7,4) 2,0 (1,9 - 4,6)
Mediane Ansprechdauer
Monate (Spanne) 9,7 (2,8 - 20,3+) 4,0 (1,5+ - 8,5+)a Von einem stratifizierten Modell für proportionale Hazards berechnet.b Der p-Wert stammt von einem nach vorheriger Cetuximab-Behandlung stratifizierten Log-Rank-Test, diekorrespondierende O´Brien-Fleming-Signifikanzgrenze liegt bei 0,0227.c In der Nivolumab-Gruppe waren zwei Patienten mit vollständigem Ansprechen und sieben mit teilweisem
Ansprechen, die eine PD-L1-Tumorexpression von < 1 % hatten.
Eine quantifizierbare Tumor-PD-L1-Expression wurde bei 67 % der Patienten in der
Nivolumab-Gruppe und bei 82 % der Patienten in der Gruppe Therapie nach Wahl des Prüfarztesgemessen. Der Grad der Tumor-PD-L1-Expression war zwischen den beiden Behandlungsarmen(Nivolumab vs. Therapie nach Wahl des Prüfarztes) in allen vordefinierten
Tumor-PD-L1-Expressionsgraden von ≥ 1 % (55 % vs. 62 %), ≥ 5 % (34 % vs. 43 %), oder ≥ 10 %(27 % vs. 34 %) ausgeglichen.
In der Nivolumab-Gruppe zeigten Patienten mit Tumor-PD-L1-Expression bei allen vordefinierten
Expressionsgraden eine größere Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des Überlebens verglichenmit der Gruppe Therapie nach Wahl des Prüfarztes. Das Ausmaß der Verbesserung des
Gesamtüberlebens war konsistent für die Tumor-PD-L1-Expressionsgrade ≥ 1 %, ≥ 5 % oder ≥ 10 %(siehe Tabelle 47).
Tabelle 47: Gesamtüberleben in Abhängigkeit der Tumor-PD-L1-Expression (CA209141)
PD-L1 Expression Nivolumab Wahl des Prüfarztes
Gesamtüberleben nach Tumor-PD-L1-Expression
Anzahl der Ereignisse (Patientenanzahl) Unstratifiziertes Hazard
Ratio (95 % CI)< 1 % 56 (73) 32 (38) 0,83 (0,54; 1,29)≥ 1 % 66 (88) 55 (61) 0,53 (0,37; 0,77)≥ 5 % 39 (54) 40 (43) 0,51 (0,32; 0,80)≥ 10 % 30 (43) 31 (34) 0,57 (0,34; 0,95)
In einer explorativen post-hoc-Analyse wurde die PD-L1-Expression auf Tumorzellen und auf
Tumor-assoziierten Immunzellen (Tumor-Associated Immune Cells = TAICs) mithilfe einesnicht-validierten Tests in Bezug auf das Ausmaß des Behandlungseffektes von Nivolumab im
Vergleich zur Therapie nach Wahl des Prüfarztes untersucht. Die Analyse zeigte, dass nicht nur die
PD-L1-Expression auf Tumorzellen, sondern auch die PD-L1-Expression auf TAICs mit einem
Nutzen der Nivolumab-Therapie im Vergleich zur Therapie nach Wahl des Prüfarztes verbunden zusein scheint (siehe Tabelle 48). Aufgrund der geringen Patientenzahlen in den Subgruppen und desexplorativen Charakters der Analyse können keine definitiven Schlussfolgerungen aus diesen Datengezogen werden.
Tabelle 48: Wirksamkeit anhand der Tumorzell- und TAIC-PD-L1-Expression (CA209141)
Medianes Gesamtüberlebena Medianes Gesamt-Ansprechrate (%)(Monate) progressionsfreies
Überlebena (Monate)
HRb (95 % CI) HRb (95 % CI) (95 % CI)c
Nivolumab Therapie nach Nivolumab Therapie Nivolumab Therapie nach
Wahl des nach Wahl Wahl des
Prüfarztes des Prüfarztes
Prüfarztes
PD-L1 ≥ 1 %, 9,10 4,60 3,19 1,97 19,7 0
PD-L1+ TAIC 0,43 (0,28; 0,67) 0,48 (0,31; 0,75) (10,6; 31,8) (0; 7,5)hochd(61 Nivolumab,47 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 ≥ 1 %, 6,67 4,93 1,99 2,04 11,1 7,1
PD-L1+ TAIC 0,89 (0,44; 1,80) 0,93 (0,46; 1,88) (2,4; 29,2) (0,2; 33,9)seltend(27 Nivolumab,14 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 < 1 %, 11,73 6,51 2,10 2,73 18,6 12,0
PD-L1+ TAIC 0,67 (0,38; 1,18) 0,96 (0,55; 1,67) (8,4; 33,4) (2,5; 31,2)hochd(43 Nivolumab,25 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)
PD-L1 < 1 %, 3,71 4,85 1,84 2,12 3,7 10,0
PD-L1+ TAIC 1,09 (0,50; 2,36) 1,91 (0,84; 4,36) (< 0,1; 19,0) (0,3; 44,5)seltend(27 Nivolumab,10 Therapienach Wahl des
Prüfarztes)a Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreies Überleben (PFS) wurden anhand der Kaplan-Meier-Methodebestimmt.b Die Hazard Ratio wurde für jede Subgruppe anhand eines proportionalen Cox-Hazard-Modells abgeleitet, mit der
Behandlung als einzige Kovariate.c Das Konfidenzintervall für ORR wurde anhand der Clopper-Pearson-Methode berechnet.d PD-L1+ TAIC wurden im Tumormikromilieu qualitativ untersucht und von Pathologen als “zahlreich”, “mittel” und“selten” eingestuft. Die Gruppen “zahlreich” und “mittel” wurden zusammengefasst und bilden die Gruppe “hoch'.
Patienten, bei denen, nach Beurteilung des Prüfarztes, die primäre Lokalisation des Tumors im
Bereich des Oropharynx lag, wurden auf HPV untersucht (bestimmt über p16-Immunhistochemie[IHC]). Eine Verbesserung des Gesamtüberlebens wurde unabhängig vom HPV-Status beobachtet(HPV-positiv: HR = 0,63; 95 % CI: 0,38, 1,04, HPV-negativ: HR = 0,64; 95 % CI: 0,40; 1,03 und
HPV-unbekannt: HR = 0,78; 95 % CI: 0,55, 1,10).
Die Patienten-bezogenen Endpunkte (Patient-reported Outcomes [PROs]) wurden mithilfe des
EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-H&N35 und des 3-stufigen EQ-5D beurteilt. Mit Nivolumabbehandelte Patienten zeigten über einen Zeitraum von 15 Wochen stabile PROs, während Patienten,die mit einer Therapie nach Wahl des Prüfarztes behandelt wurden, deutliche Verschlechterungen in
Bezug auf Funktionen (z. B. physische, soziale, Rollen-Funktion) und Gesundheitsstatus zeigten sowieeine erhöhte Symptomatik (z. B. Ermüdung/Fatigue, Dyspnoe, Appetitverlust, Schmerz, sensorische
Probleme, soziale Kontaktprobleme) aufwiesen. Die PRO-Daten sollten im Kontext des offenen
Studiendesigns gesehen und deswegen mit Vorsicht bewertet werden.
Fortgeschrittenes Urothelkarzinom
Adjuvante Behandlung des UrothelkarzinomsRandomisierte Phase-III-Studie von adjuvantem Nivolumab vs. Placebo (CA209274)
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Nivolumab-Monotherapie bei der adjuvanten Behandlung des
Urothelkarzinoms wurde in einer multizentrischen, randomisierten, Placebo-kontrollierten,doppelblinden Phase-III-Studie untersucht (CA209274). In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren)eingeschlossen, die sich einer vollständigen Resektion eines muskelinvasiven Urothelkarzinoms(MIUC) unterzogen hatten, das in der Harnblase oder im oberen Urogenitaltrakt (Nierenbecken oder
Harnleiter) angesiedelt war und bei denen ein hohes Rezidivrisiko bestand. Die pathologischen
MIUC-Einstufungskriterien zur Definition der Hochrisikopatienten waren ypT2-ypT4a oder ypN+ beierwachsenen Patienten, die neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie erhalten hatten, und pT3-pT4a oderpN+ bei erwachsenen Patienten, die keine neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie erhalten hatten undfür die eine adjuvante Cisplatin-Chemotherapie nicht geeignet war oder die diese ablehnten. In die
Studie wurden Patienten, unabhängig von ihrem Tumorzell-PD-L1-Status, mit einem
ECOG-Performance-Status 0 oder 1 eingeschlossen (ein ECOG-Performance-Status 2 war bei
Patienten erlaubt, die für eine neoadjuvante Cisplatin-Chemotherapie nicht geeignet waren). Die
Tumorzell-PD-L1-Expression wurde unter Verwendung des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assaysbestimmt. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit aktiven, bekannten oder vermuteten
Autoimmunerkrankungen und Patienten, die innerhalb von 28 Tagen vor Behandlungsbeginn mit der
Studienmedikation eine Chemotherapie, Radiotherapie, biologische Krebstherapie, intravesikale
Therapie oder investigative Behandlung erhalten hatten.
Insgesamt wurden 709 Patienten entweder für eine Behandlung mit Nivolumab 240 mg (n = 353) alle2 Wochen oder Placebo (n = 356) alle 2 Wochen randomisiert. Die Behandlung wurde bis zum
Wiederauftreten oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität für eine Maximaldauer von 1 Jahrdurchgeführt. Darunter befanden sich 282 Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %; 140 im
Nivolumab-Arm und 142 im Placebo-Arm. Die Randomisierung wurde stratifiziert anhand despathologischen Nodalstatus (N+ vs. N0/x mit < 10 Knoten entfernt vs. N0 mit ≥ 10 Knoten entfernt),des Tumorzell-PD-L1-Expressionsstatus (≥ 1 % vs. < 1 %/unbestimmt) und der Anwendung vonneoadjuvanter Cisplatin-Chemotherapie. Tumorbeurteilungen anhand von bildgebenden Verfahrenwurden nach Anwendung der ersten Dosis bis Woche 96 alle 12 Wochen durchgeführt, von Woche 96bis Woche 160 alle 16 Wochen und danach alle 24 Wochen bis zum Wiederauftreten eines Rezidivsaußerhalb des ableitenden Harntrakts oder Behandlungsabbruch (je nachdem, was später eintrat) fürmaximal 5 Jahre. Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das krankheitsfreie Überleben(disease-free survival = DFS) bei allen randomisierten Patienten und DFS bei randomisierten
Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. DFS wurde definiert als der Zeitraum zwischendem Datum der Randomisierung und dem Datum des ersten dokumentierten Wiederauftretens nach
Einschätzung des Prüfarztes (Lokalrezidiv innerhalb des ableitenden Harntrakts, Rezidiv außerhalbdes ableitenden Harntrakts oder Fernmetastase) oder des Todes (jeglicher Ursache), je nachdem, waszuerst eintrat. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten das Gesamtüberleben (overallsurvival = OS).
Die Ausgangsmerkmale waren im Allgemeinen über die Behandlungsgruppen hinweg ausgeglichen.
Bei den Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % war das mediane Alter 66 Jahre(Spanne: 34 - 92 Jahre), 76 % waren Männer und 76 % waren Weiße. 82 % hatten ein muskelinvasives
Harnblasenkarzinom (MIBC), 18 % hatten ein Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (upper tracturothelial carcinoma, UTUC) (Nierenbecken und Harnleiter), 42 % der Patienten hatten vorher
Cisplatin im neoadjuvanten Setting erhalten, 45 % der Patienten hatten positive Lymphknoten (N+)nach vollständiger Tumorresektion. Der ECOG-Performance-Status der Patienten war 0 (61 %),1 (37 %) oder 2 (2 %) und 7 % der Patienten hatten einen Hämoglobinwert < 10 g/dl.
Bei der primären präspezifizierten Zwischenauswertung von Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % (minimale Nachbeobachtungszeit 6,3 Monate und mediane
Nachbeobachtungszeit 22,1 Monate im Nivolumab-Arm), wurde eine signifikante Verbesserung des
DFS bei den zu Nivolumab randomisierten Patienten im Vergleich zu Placebo gezeigt. Das medianeund vom Prüfarzt bestimmte DFS wurde für Nivolumab nicht erreicht (95 % CI: 21,19; NR) versus8,41 Monate (95 % CI: 5,59; 21,19) für Placebo, HR 0,55 (98,72 % CI: 0,35; 0,85), p-Wert = 0,0005.
Die primäre Analyse des DFS beinhaltete die Zensierung für eine neue Krebstherapie. Die Ergebnissefür DFS mit und ohne Zensierung für eine neue Krebstherapie waren konsistent.
In einer aktualisierten deskriptiven DFS-Analyse bei Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % (minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate und mediane
Nachbeobachtungszeit 25,5 Monate im Nivolumab-Arm) wurde die Verbesserung des DFS bestätigt.
Die Wirksamkeitsergebnisse dieser deskriptiven aktualisierten Analyse sind in Tabelle 49 und
Abbildung 24 dargestellt.
Tabelle 49: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 % (CA209274)
Nivolumab Placebo(n = 140) (n = 142)
Krankheitsfreies Überleben (DFS) Minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate
Ergebnisse (%) 56 (40,0) 85 (59,9)
Hazard Ratio (95 % CI)a 0,53 (0,38; 0,75)
Median (95 % CI) (Monate)b NR (22,11; NE) 8,41 (5,59; 20,04)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 74,5 (66,2; 81,1) 55,7 (46,8; 63,6)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 67,6 (59,0; 74,9) 46,3 (37,6; 54,5)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 58,6 (49,3; 66,9) 37,4 (29,0; 45,8)
NR = nicht erreicht (not reached), NE = nicht abschätzbar (non-estimable).a Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet. Hazard-Ratio ist Nivolumab gegenüber
Placebo.b Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
Abbildung 24: Kaplan-Meier-Kurven des DFS bei Patienten mit
Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % (CA209274)
Krankheitsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Placebo142 90 74 62 57 53 49 44 36 29 23 21 18 14 9 5 3 2 1 0
Nivolumab140 113 99 96 85 75 67 58 50 38 33 30 29 22 19 8 3 1 0 0
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 85/142), Median und 95 % CI: 8,41 (5,59; 20,04) Nivolumab (Ereignisse: 56/140), Median und 95 % CI: N.A. (22,11; N.A.)
Minimale Nachbeobachtungszeit 11,4 Monate
Es wurden explorative, präspezifizierte, deskriptive Subgruppenanalysen durchgeführt, basierend auf
Patienten, die im neoadjuvanten Setting zuvor mit Cisplatin behandelt wurden.
In der Subgruppe von Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, die zuvor mit Cisplatin imneoadjuvanten Setting behandelt wurden (n = 118), betrug die DFS-HR 0,37 (95 % CI: 0,22; 0,64) mitnicht erreichtem medianen DFS für den Nivolumab- und 8,41 Monate für den Placebo-Arm. In der
Patienten-Subgruppe mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, die zuvor kein Cisplatin imneoadjuvanten Setting erhalten hatten (n = 164), betrug die DFS-HR 0,69 (95 % CI: 0,44; 1,08) mitmedianem DFS 29,67 Monate für den Nivolumab- und 11,37 Monate für den Placebo-Arm.
Randomisierte Phase-III-Studie von Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie(CA209901)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin,gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie wurden in der randomisierten offenen Studie CA209901mit Cisplatin-geeigneten Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinomuntersucht. In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit histologischem oder zytologischem
Nachweis eines metastasierten oder chirurgisch nicht resezierbaren Urothelkarzinoms (transitionalcell carcinoma, TCC) in Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre eingeschlossen, die für
Cisplatin und Gemcitabin geeignet sind. Geringe histologische Abweichungen (< 50 % insgesamt)
Wahrscheinlichkeit des krankheitsfreien Überlebens (DFS)waren akzeptabel (TCC musste die dominante Histologie sein). Alle Patienten mussten laut
Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eine messbare Erkrankunggemäß RECIST 1.1 Kriterien haben. Eine vorherige systemische Therapie zur Behandlung einesmetastasierten oder chirurgisch nicht resezierbaren Urothelkarzinoms war nicht erlaubt. Einevorherige neoadjuvante Chemotherapie oder eine vorherige adjuvante platinbasierte Chemotherapienach einer radikalen Zystektomie waren erlaubt, solange das Rezidiv der Erkrankung ≥ 12 Monatenach Abschluss der Therapie auftrat. Eine vorherige intravesikale Therapie war erlaubt, wenn siemindestens 4 Wochen vor Beginn der Studienbehandlung abgeschlossen war. Eine kurative
Strahlentherapie (mit oder ohne Chemotherapie) war erlaubt, wenn die Behandlung ≥ 12 Monate vorder Aufnahme abgeschlossen war. Eine palliative Strahlentherapie war erlaubt, solange sie mindestens2 Wochen vor der Behandlung abgeschlossen war.
Insgesamt wurden 608 Patienten entweder für Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und
Gemcitabin (n = 304) oder für Cisplatin und Gemcitabin (n = 304) randomisiert. Die Randomisierungwurde nach Tumor-PD-L1-Status (≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt) und Lebermetastasen (ja vs.nein) stratifiziert. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (Spanne: 32 - 86); 51 % der Patienten waren≥ 65 Jahre und 12 % waren ≥ 75 Jahre, 23 % der Patienten waren Asiaten, 72 % waren Kaukasier,0,3 % waren Schwarze; 77 % waren männlich, 23 % waren weiblich. Der ECOG-Performance-Statusbei Einschluss in die Studie war 0 (53 %) oder 1 (46 %). Patienten im Behandlungsarm Nivolumab in
Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin wurden mit Nivolumab 360 mg alle drei Wochen, in
Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin für bis zu 6 Zyklen behandelt. Danach erhielten die
Patienten eine Monotherapie mit Nivolumab 480 mg alle 4 Wochen für insgesamt bis zu 24 Monate.
Die Patienten erhielten Gemcitabin in einer Dosis von 1 000 mg/m2 i.v. über 30 Minuten an den
Tagen 1 und 8 des 3-wöchigen Behandlungszyklus und Cisplatin in einer Dosis von 70 mg/m2 i.v.über 30 bis 120 Minuten an Tag 1 des 3-wöchigen Behandlungszyklus. Insgesamt 92 Patienten (49 im
Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin und 43 im
Behandlungsarm Cisplatin und Gemcitabin) wurden nach mindestens einem Cisplatin-Zyklus von
Cisplatin auf Carboplatin umgestellt.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und PFS für Patienten, die in den
Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin randomisiert wordenwaren im Vergleich zu Cisplatin und Gemcitabin allein. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 50 und Abbildungen 25 und 26 dargestellt.
Tabelle 50: Wirksamkeitsergebnisse (CA209901)
Nivolumab und Cisplatin- Cisplatin-Gemcitabin-
Gemcitabin-Chemotherapie Chemotherapie(n = 304) (n = 304)
Gesamtüberlebena
Ereignisse 172 (56,6) 193 (63,5)
Median (Monate) 21,7 18,9(95 % CI) (18,6; 26,4) (14,7; 22,4)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,78(0,63; 0,96)p-Wertc 0,0171
Progressionsfreies Überlebena
Ereignisse 211 (69,4) 191 (62,8)
Median (Monate) 7,92 7,56(95 % CI) (7,62; 9,49) (6,05; 7,75)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,72(0,59; 0,88)p-Wertc 0,0012
Nivolumab und Cisplatin- Cisplatin-Gemcitabin-
Gemcitabin-Chemotherapie Chemotherapie(n = 304) (n = 304)
Objektives Ansprechen
Responder 175 (57,6) 131 (43,1)(95 % CI) (51,8; 63,2) (37,5; 48,9)a Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.b Mit einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards berechnet.c Zweiseitiger p-Wert aus dem stratifizierten Log-Rank-Test.
Abbildung 25: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (CA209901)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 286 264 228 196 167 142 119 97 84 69 58 48 36 25 20 15 12 7 4 2 0
Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 277 242 208 166 140 122 102 82 65 49 39 33 24 17 16 13 9 4 4 1 0- Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 172/304), Median und 95 % CI:
21,72 (18,63; 26,38)
- - -- - - Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 193/304), Median und 95 % CI: 18,85 (14,72;22,44)
Basierend auf Datenschnitt: 09. Mai 2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 7,4 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 26: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens (CA209901)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 253 179 116 82 65 57 49 41 36 31 26 19 14 11 10 10 6 5 1 0
Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie304 223 119 63 35 25 17 12 12 10 9 8 6 5 2 1 1 0 0 0 0 Nivolumab + Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 211/304), Median und 95 % CI:
7,92 (7,62; 9,49)
- - -- - - Gemcitabin-Cisplatin-Chemotherapie (Ereignisse: 191/304), Median und 95 % CI: 7,56 (6,05;7,75)
Basierend auf Datenschnitt: 09. Mai 2023, minimale Nachbeobachtungszeit von 7,4 Monaten
Die primäre PFS-Analyse beinhaltete eine Zensierung für neue Krebsbehandlungen vor
Krankheitsprogression (Tabelle 50). PFS-Ergebnisse mit und ohne Zensierung für neue
Krebsbehandlungen vor Krankheitsprogression waren konsistent.
Offene Phase II Studie (CA209275)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg als Monotherapie zur Behandlung von
Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom wurde in einermultizentrischen, offenen, einarmigen Phase-II-Studie untersucht (CA209275).
In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) eingeschlossen, die einen Progress während oder nacheiner platinbasierten Chemotherapie bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung oder eine
Progression innerhalb von 12 Monaten nach einer neoadjuvanten oder adjuvanten Behandlung miteiner platinbasierten Chemotherapie hatten. Die Patienten wiesen einen ECOG-Performance-Statusvon 0 oder 1 auf und wurden unabhängig vom Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen. Patienten mitaktiven Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen, mit aktiver Autoimmunerkrankung odermit Erkrankungen, die eine immunsuppressive Therapie erforderten, waren von der Studieausgeschlossen. Patienten mit Lebermetastasen, die mehr als 2 vorausgehende Chemotherapienerhalten hatten, waren ausgeschlossen.
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Insgesamt waren 270 Patienten, die Nivolumab 3 mg/kg intravenös über 60 Minuten alle 2 Wochenerhielten, für die Beurteilung der Wirksamkeit mit einer minimalen Beobachtungszeit von8,3 Monaten verfügbar. Die Behandlung wurde so lange fortgesetzt, wie ein klinischer Nutzenbeobachtet wurde oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde. Die erste Beurteilung des
Tumors wurde 8 Wochen nach Beginn der Behandlung und danach alle 8 Wochen für bis zu48 Wochen durchgeführt, danach alle 12 Wochen bis zum Progress der Erkrankung oder der
Beendigung der Therapie, je nachdem, was später erfolgte. Die Beurteilung des Tumors wurde bei
Patienten, die die Therapie nicht aufgrund einer Progression beendet hatten, nach Beendigung der
Therapie fortgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt gemäß Definition nach
RECIST, Version 1.1, festgestellte Progression hinaus war erlaubt, wenn der Patient nach
Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatte, keine schnellfortschreitende Progression hatte und die Therapie vertrug. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeitwar die objektive Ansprechrate (ORR), bestimmt von einem unabhängigen zentralen Komitee(Blinded Independent Central Review, BICR). Weitere Wirksamkeitsparameter waren die Dauer des
Ansprechens, das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS).
Das mediane Alter war 66 Jahre (Spanne: 38 bis 90), wobei 55 % ≥65 Jahre und 14 % ≥75 Jahre altwaren. Die Mehrheit der Patienten war weiß (86 %) und männlich (78 %). Der ECOG-Performance-
Status war zu Beginn 0 (54 %) oder 1 (46 %).
Tabelle 51: Wirksamkeitsergebnisse (CA209275)a
Nivolumab(n = 270)
Bestätigtes Ansprechen 54 (20,0 %)(95 % CI) (15,4; 25,3)
Vollständiges Ansprechen (Complete 8 (3,0 %)response = CR)
Teilweises Ansprechen (Partial response = PR) 46 (17,0 %)
Stabile Erkrankung (Stable Disease = SD) 60 (22,2 %)
Mediane Dauer des Ansprechensb
Monate (Spanne) 10,4 (1,9+ - 12,0+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 1,9 (1,6; 7,2)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse (%) 216 (80)
Median (95 % CI) Monate 2,0 (1,9; 2,6)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 26,1 (20,9; 31,5)
Gesamtüberlebenc
Ereignisse (%) 154 (57)
Median (95 % CI) Monate 8,6 (6,05; 11,27)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 41,0 (34,8; 47,1)
Nivolumab(n = 270)
Tumor-PD-L1 Expressionslevel< 1 % ≥ 1 %
Bestätigtes Ansprechen(95 % CI)16 % (10,3; 22,7) 25 % (17,7; 33,6)n = 146 n = 124
Mediane Dauer des Ansprechens
Monate (Spanne)10,4 (3,7; 12,0+) Nicht erreicht (1,9+; 12,0+)
Progressionsfreies Überleben
Median (95 % CI) Monate 1,9 (1,8; 2,0) 3,6 (1,9; 3,7)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 22,0 (15,6; 29,2) 30,8 (22,7; 39,3)
Gesamtüberleben
Median (95 % CI) Monate 5,9 (4,37; 8,08) 11,6 (9,10; NE)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 34,0 (26,1; 42,1) 49,2 (39,6; 58,1)“+” stellt eine zensierte Beobachtung dara mediane Nachbeobachtung von 11,5 Monaten.b Daten instabil wegen begrenzter Dauer des Ansprechens.c beinhaltete 4 Todesfälle in Zusammenhang mit der Therapie: 1 Pneumonitis, 1 akuter Atemstillstand,1 Atemstillstand und 1 Herzversagen.
NE: nicht abschätzbar (non-estimable)
Ergebnisse einer explorativen post-hoc-Analyse zeigen, dass bei Patienten mit einer niedrigen (z. B.< 1 %) oder fehlender Tumor-PD-L1-Expression andere Patienten-Charakteristika (z. B.
Lebermetastasen, viszerale Metastasen, anfängliches Hämoglobin < 10g/dl und
ECOG-Performance-Status = 1) das klinische Ergebnis beeinflussen können.
Offene Phase-I/II-Studie (CA209032)
CA209032 war eine offene Phase-I/II-Multi-Kohorten-Studie mit einer Kohorte von 78 Patienten mit
Urothelkarzinom, die, nach ähnlichen Einschlusskriterien wie in der Studie CA209275 mit
Nivolumab-Monotherapie 3 mg/kg behandelt wurden (18 Patienten wechselten entsprechend des
Prüfplans zu einer Therapie mit Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg über).
Nach einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 9 Monaten betrug die vom Prüfarzt festgestellte
ORR 24,4 % (95 % CI: 15,3; 35,4). Die mediane Dauer des Ansprechens wurde nicht erreicht(Spanne: 4,4 - 16,6+ Monate). Das mediane OS betrug 9,7 Monate (95 % CI: 7,26; 16,16) und diegeschätzten OS-Raten waren 69,2 % (CI: 57,7; 78,2) nach 6 Monaten und 45,6 % (CI: 34,2; 56,3)nach 12 Monaten.
dMMR- oder MSI-H-KolorektalkarzinomOffene Studie zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapie bei Patienten mitdMMR- oder MSI-H-Kolorektalkarzinom, die im metastasierten Setting nicht vorbehandelt wordensind
Die Sicherheit und Wirksamkeit von 240 mg Nivolumab in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumab alle3 Wochen für maximal 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle4 Wochen für die Erstlinienbehandlung des nicht resezierbaren oder metastasierten
Kolorektalkarzinoms mit bekanntem MSI-H- oder dMMR-Status wurden in einer randomisierten,mehrarmigen, offenen Phase-III-Studie (CA2098HW) untersucht. Die Studienbehandlungsarmeumfassten eine Nivolumab-Monotherapie, Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab oder eine
Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. Der MSI-H- bzw. dMMR-Tumorstatus wurde gemäßlokalem Behandlungsstandard mittels PCR, NGS bzw. IHC-Assays bestimmt. Die zentrale
Beurteilung des MSI-H-Status mittels PCR (Idylla MSI)-Test und des dMMR-Status mittels IHC(Omnis MMR)-Test wurde retrospektiv an Tumorproben der Patienten durchgeführt, die für die
Bestimmung des lokalen MSI-H-/dMMR-Status verwendet worden waren. Die primäre Population zur
Untersuchung der Wirksamkeit bestand aus Patienten mit durch zentrale Testung bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Status. Patienten mit symptomatischen Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung, Patienten, die systemische Corticosteroide oder Immunsuppressivaeinnahmen oder mit Checkpoint-Inhibitoren vorbehandelt worden waren, waren von der Studieausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Lage des Tumors (rechts vs. links) stratifiziert. Dieauf den Chemotherapie-Arm randomisierten Patienten konnten bei Krankheitsprogression nach BICR-
Beurteilung eine Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab erhalten.
Insgesamt wurden 303 nicht vorbehandelte Patienten im metastasierten Setting in der Studierandomisiert, wobei 202 Patienten der Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab und101 Patienten der Chemotherapie-Gruppe zugewiesen wurden. Hiervon hatten 255 Patienten einendurch zentrale Beurteilung bestätigten MSI-H-/dMMR-Status, 171 im Nivolumab-plus-Ipilimumab-
Kombinations-Arm und 84 im Chemotherapie-Arm. Die Patienten im Nivolumab-plus-Ipilimumab-
Arm erhielten 240 mg Nivolumab alle 3 Wochen in Kombination mit 1 mg/kg Ipilimumab alle3 Wochen für maximal 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle4 Wochen. Die Patienten im Chemotherapie-Arm erhielten: mFOLFOX6 (Oxaliplatin, Leucovorin und
Fluorouracil) mit oder ohne entweder Bevacizumab oder Cetuximab: Bolus-Regime mit Oxaliplatin85 mg/m2, Leucovorin 400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2, gefolgt von Fluorouracil 2 400 mg/m2über 46 Stunden alle 2 Wochen. Bevacizumab 5 mg/kg oder Cetuximab 500 mg/m2, verabreicht vormFOLFOX6 alle 2 Wochen; oder FOLFIRI (Irinotecan, Leucovorin und Fluorouracil) mit oder ohneentweder Bevacizumab oder Cetuximab: Bolus-Regime mit Irinotecan 180 mg/m2, Leucovorin400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2 und Fluorouracil 2 400 mg/m2 über 46 Stunden alle2 Wochen. Bevacizumab 5 mg/kg oder Cetuximab 500 mg/m2, verabreicht vor FOLFIRI alle2 Wochen. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizitätoder bei der Kombinationstherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab bis zu 24 Monate fortgesetzt.
Patienten, die die Kombinationstherapie aufgrund einer Nebenwirkung, die Ipilimumab zugeordnetwurde, abbrechen mussten, konnten mit Nivolumab als Monotherapie weiterbehandelt werden.
Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 während der ersten 24 Wochen alle6 Wochen, dann alle 8 Wochen bis Woche 96, anschließend alle 16 Wochen bis Woche 146 unddanach alle 24 Wochen durchgeführt.
Die Ausgangsmerkmale aller randomisierten, zuvor nicht aufgrund einer metastasierten Erkrankungbehandelten Patienten waren wie folgt: Das mediane Alter betrug 63 Jahre (Spanne: 21 bis 87) mit46 % ≥ 65 Jahre und 18 % ≥ 75 Jahre; 46 % der Patienten waren männlich und 86 % waren Kaukasier.
Der ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (54 %) oder ≥ 1 (46 %); die Lage des Tumorswar bei 68 % der Patienten rechts- und bei 32 % linksseitig; und 39 Patienten der 223 Patienten mitbekanntem Status hatten ein bestätigtes Lynch-Syndrom. Die Ausgangsmerkmale der zuvor nichtaufgrund einer metastasierten Erkrankung behandelten Patienten mit zentral bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Status waren konsistent mit denen aller randomisierten, nicht vorbehandelten
Patienten. Von den 101 auf den Chemotherapie-Arm randomisierten Patienten erhielten 88 eine
Chemotherapie gemäß Protokoll, einschließlich Oxaliplatin-basierter (58 %) und Irinotecan-basierter(42 %) Behandlungsschemata. Darüber hinaus erhielten 66 Patienten entweder Bevacizumab (64 %)oder Cetuximab (11 %) als zielgerichtete Therapie.
Ein primärer Wirksamkeitsendpunkt der Studie war das durch ein BICR gemäß RECIST 1.1-Kriterienbestätigte progressionsfreie Überleben (PFS). Weitere Wirksamkeitsendpunkte umfassten objektive
Ansprechrate (ORR) nach BICR, Gesamtüberleben (OS) und Dauer des Ansprechens.
Die Studie erreichte den primären Endpunkt bei der geplanten Zwischenanalyse und zeigte einestatistisch signifikante Verbesserung des PFS nach BICR bei Patienten mit zentral bestätigtem MSI-H-/dMMR-Status im Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm im Vergleich zum Chemotherapie-Arm. Die
Ergebnisse bezüglich des progressionsfreien Überlebens, basierend auf der BICR-Beurteilung, sind in
Tabelle 52 und Abbildung 27 dargestellt. Zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse waren die anderen
Endpunkte, einschließlich der Daten aus dem Nivolumab-Monotherapie-Arm, aufgrund der
Testhierarchie noch nicht getestet.
Tabelle 52: Wirksamkeitsergebnisse der Erstlinienbehandlung bei zentral bestätigtem
MSI-H-/dMMR-Kolorektalkarzinom (CA2098HW)a
Nivolumab + Ipilimumab Chemotherapie(n = 171) (n = 84)
Progressionsfreies Überleben
Ereignisse 48 (28 %) 52 (62 %)
Hazard Ratio 0,2195 % CI (0,14; 0,32)p-Wertb < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate) NR (38,4; NR) 5,9 (4,4; 7,8)a Mediane Nachbeobachtungsdauer 31,5 Monate (Spanne: 6,1 bis 48,4 Monate).b Basierend auf einem stratifizierten zweiseitigen Log-Rank-Test
Abbildung 27: Kaplan-Meier-Kurven des PFS in der Erstlinie bei Patienten mit zentralbestätigtem MSI-H-/dMMR-Kolorektalkarzinom (CA2098HW)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab171 144 132 122 108 95 92 77 64 53 42 37 22 10 9 1 0
Chemotherapie84 53 29 20 10 6 5 5 3 2 0 0 0 0 0 0 0 Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 48/171), Median und 95 % CI: N.A. (38,44; N.A.)
- - - - - - Chemotherapie (Ereignisse: 52/84), Median und 95 % CI: 5,85 (4,37; 7,79)
Offene Studie zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei Patienten mit bestätigtem dMMR-oder MSI-H-Kolorektalkarzinom, die zuvor eine fluoropyrimidinbasierte Kombinationschemotherapieerhalten hatten
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 3 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg zur
Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR)oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) wurde in einer multizentrischen, offenen, einarmigen
Phase-II-Studie untersucht (CA209142).
In die Studie wurden Patienten (ab 18 Jahren) mit lokal bestimmtem dMMR- oder MSI-H-Statuseingeschlossen, die einen Progress während oder nach einer Therapie mit Fluoropyrimidin und
Oxaliplatin oder Irinotecan hatten, oder die gegen eine dieser Therapien intolerant waren. Patienten,deren letzte Vortherapie im adjuvanten Setting durchgeführt wurde, sollten mit oder innerhalb von6 Monaten nach Abschluss der adjuvanten Chemotherapie progredient geworden sein. Die Patienten
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien
Überlebenswiesen einen ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 auf und wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen. Patienten mit aktiven Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die eine systemische immunsuppressive Therapieerfordern, waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 119 Patienten behandelt und erhielten Nivolumab 3 mg/kg intravenös über60 Minuten in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg intravenös über 90 Minuten alle 3 Wochen für4 Dosen gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 3 mg/kg alle 2 Wochen. Die Behandlungwurde fortgeführt, solange ein klinischer Nutzen bestand oder bis die Behandlung nicht mehrvertragen wurde. Untersuchungen des Tumors nach RECIST Version 1.1 wurden alle 6 Wochen fürdie ersten 24 Wochen und dann alle 12 Wochen durchgeführt. Das primäre Wirksamkeitskriteriumwar das von den Prüfärzten bewertete ORR. Sekundäre Wirksamkeitskriterien waren ORR, bestätigtdurch BICR, und die Krankheitskontrollrate. Die ORR-Analyse beinhaltete die Ansprechdauer und die
Zeit bis zum Ansprechen. Explorative Wirksamkeitskriterien schlossen PFS und OS mit ein.
Das mediane Alter war 58 Jahre (Spanne: 21 - 88) wobei 32 % ≥ 65 und 9 % ≥ 75 Jahre alt waren,59 % waren männlich und 92 % waren weiß. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status betrug0 (45 %) oder 1 (55 %), 25 % der Patienten hatten BRAF-Mutationen, 37 % hatten KRAS-Mutationenund bei 12 % war der Mutationsstatus unbekannt. Von den 119 behandelten Patienten, hatten 109vorher eine fluoropyrimidinbasierte Chemotherapie im metastasierten und 9 im adjuvanten Settingerhalten. Vor Einschluss in die Studie hatten von den 119 behandelten Patienten bereits 118 (99 %)
Fluorouracil, 111 (93 %) Oxaliplatin und 87 (73 %) Irinotecan als Bestandteil von vorherigen
Therapieregimen erhalten; 82 Patienten (69 %) hatten eine Vortherapie mit Fluoropyrimidin,
Oxaliplatin und Irinotecan erhalten. 23 %, 36 %, 24 % und 16 % haben 1, 2, 3 bzw. 4 oder mehr
Vortherapien erhalten und 29 % der Patienten hatten einen EGFR-Inhibitor erhalten.
Die Wirksamkeitsergebnisse (minimale Nachbeobachtungszeit 46,9 Monate; mediane
Nachbeobachtungszeit 51,1 Monate) sind in Tabelle 53 dargestellt.
Tabelle 53: Wirksamkeitsergebnisse (CA209142)*
Nivolumab + Ipilimumab(n = 119)
Bestätigtes objektives Ansprechen, n (%) 77 (64,7)(95 % CI) (55,4; 73,2)
Vollständiges Ansprechen 15 (12,6)(Complete Response = CR), n (%)
Teilweises Ansprechen 62 (52,1)(Partial Response = PR), n (%)
Stabile Erkrankung 25 (21,0)(Stable Disease = SD), n (%)
Mediane Ansprechdauer
Median (Spanne) Monate NR (1,4; 58,0+)
Mediane Zeit bis zum Ansprechen
Monate (Spanne) 2,8 (1,1; 37,1)
* nach Beurteilung des Prüfarztes“+” stellt eine zensierte Beobachtung dar
NR = nicht erreicht (not reached)
Das ORR, bestätigt durch BICR, war 61,3 % (95 % CI: 52,0; 70,1), einschließlich einer CR-Rate von20,2 % (95 % CI: 13,4; 28,5), PR-Rate von 41,2 % (95 % CI: 32,2; 50,6) und mit einer stabilen
Krankheit, die bei 22,7 % berichtet wurde. Die Beurteilung nach BICR war im Allgemeinen konsistentmit der Beurteilung durch die Prüfärzte. Ein bestätigtes Ansprechen wurde unabhängig vom BRAF-oder KRAS-Mutationsstatus und des Tumor-PD-L1-Expressionslevels beobachtet.
Von den 119 Patienten waren 11 (9,2 %) Patienten ≥ 75 Jahre. Das durch die Prüfärzte beurteilte ORRbetrug bei den Patienten ≥ 75 Jahren 45,5 % (95 % CI: 16,7; 76,6).
Plattenepithelkarzinom des ÖsophagusRandomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Chemotherapieund Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. Chemotherapie als Erstlinientherapie(CA209648)
Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und Nivolumab in
Kombination mit Chemotherapie wurden in einer randomisierten, aktiv-kontrollierten, offenen Studieuntersucht (CA209648). In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 18 Jahren) mit nichtvorbehandeltem, nicht resezierbarem fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten
Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (ESCC) eingeschlossen. Patienten wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Status eingeschlossen und die Tumorzell-PD-L1-Expression wurde mithilfe des
PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt. Die Patienten mussten ein Plattenepithelkarzinom oderein adenosquamöses Karzinom des Ösophagus aufweisen und nicht geeignet sein für eine
Chemo-Strahlentherapie und/oder Operation. Vorangegangene adjuvante, neoadjuvante oder definitive
Chemo-, Strahlen- oder Chemoradiotherapie war zulässig, wenn sie als Teil einer kurativen
Behandlung vor Beginn der Studie gegeben wurde. Patienten mit einem anfänglichen
ECOG-Performance-Status ≥ 2, mit symptomatischen Hirnmetastasen, mit aktiver
Autoimmunerkrankung, Patienten, die systemische Corticosteroide oder Immunsuppressivaeinnahmen, oder Patienten mit einem erhöhten Risiko für Blutungen und Fisteln aufgrund vonoffensichtlicher Tumorinvasion in angrenzende Organe des ösophagealen Tumors waren von derklinischen Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Tumorzell-PD-L1-Status(≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt), Region (Ostasien vs. übriges Asien vs. Rest der Welt),
ECOG-Performance-Status (0 vs. 1) und Anzahl der Organe mit Metastasen (≤ 1 vs. ≥ 2) stratifiziert.
Insgesamt wurden 970 Patienten randomisiert und erhielten entweder Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab (n = 325), Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie (n = 321) oder Chemotherapie(n = 324). Davon hatten 473 Patienten eine Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %, 158 im
Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm, 158 im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 157 im
Chemotherapie-Arm. Patienten im Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm erhielten 3 mg/kg Nivolumaballe 2 Wochen in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen und Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm erhielten 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen an den Tagen 1und 15, Fluorouracil 800 mg/m2/Tag intravenös von Tag 1 bis Tag 5 (für 5 Tage) und Cisplatin80 mg/m2 intravenös an Tag 1 (eines vierwöchigen Zyklus). Patienten im Chemotherapie-Armerhielten Fluorouracil 800 mg/m2/Tag intravenös von Tag 1 bis Tag 5 (für 5 Tage) und Cisplatin80 mg/m2 intravenös an Tag 1 (eines vierwöchigen Zyklus). Die Behandlung wurde bis zur
Progression der Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate fortgesetzt. Patientenim Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm, welche die Kombinationstherapie aufgrund einer
Nebenwirkung, die Ipilimumab zugeordnet wurde, abbrechen mussten, konnten mit der
Nivolumab-Monotherapie weiter behandelt werden. Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm, bei welchen entweder die Fluorouracil- und/oder
Cisplatinbehandlung abgebrochen wurde, konnten mit anderen Komponenten des Therapieregimesweiter behandelt werden.
Die Basischarakteristika der Behandlungsgruppen waren im Allgemeinen ausgewogen. Bei Patientenmit einer Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % betrug das mediane Alter 63 Jahre (Spanne: 26 - 85),8,2 % waren ≥ 75 Jahre, 81,8 % waren männlich, 73,1 % waren Asiaten und 23,3 % waren weiß.
Patienten hatten histologisch bestätigte Plattenepithelkarzinome (98,9 %) oder adenosquamöse
Karzinome (1,1 %) des Ösophagus. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (45,2 %) oder1 (54,8 %).
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. ChemotherapieDie primäre Erfassung der Wirksamkeit erfolgte durch die Erhebung der Endpunkte PFS (durch
BICR) und OS, beurteilt bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Sekundäre Endpunktegemäß der vordefinierten hierarchischen Testung enthielten OS, PFS (durch BICR) und ORR (durch
BICR) bei allen randomisierten Patienten. Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1alle 6 Wochen bis zu und einschließlich Woche 48, danach alle 12 Wochen durchgeführt.
Bei der primären, präspezifizierten Analyse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von13,1 Monaten zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS für Patienten miteiner Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 54 dargestellt.
Tabelle 54: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 % (CA209648)
Nivolumab + Ipilimumab Chemotherapiea(n = 158) (n = 157)
Gesamtüberleben
Ereignisse 106 (67,1 %) 121 (77,1 %)
Hazard-Ratio (98,6 % CI)b 0,64 (0,46; 0,90)p-Wertc 0,0010
Median (95 % CI) (Monate)d 13,70 (11,24; 17,02) 9,07 (7,69; 9,95)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 57,1 (49,0; 64,4) 37,1 (29,2; 44,9)
Progressionsfreies Überlebene
Ereignisse 123 (77,8 %) 100 (63,7 %)
Hazard-Ratio (98,5 % CI)b 1,02 (0,73; 1,43)p-Wertc 0,8958
Median (95 % CI) (Monate)d 4,04 (2,40; 4,93) 4,44 (2,89; 5,82)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 26,4 (19,5; 33,9) 10,5 (4,7; 18,8)
Gesamtansprechen, n (%)e 56 (35,4) 31 (19,7)(95 % CI) (28,0; 43,4) (13,8; 26,8)
Vollständiges Ansprechen 28 (17,7) 8 (5,1)
Teilweises Ansprechen 28 (17,7) 23 (14,6)
Ansprechdauere
Median (95 % CI) (Monate)d 11,83 (7,10; 27,43) 5,68 (4,40; 8,67)
Spanne 1,4+; 34,5+ 1,4+; 31,8+a Fluorouracil und Cisplatin.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Basierend auf einem stratifizierten zweiseitigen Log-Rank-Test.d Berechnet nach der Kaplan-Meier-Methode.e Beurteilt durch BICR.
Bei einer aktualisierten deskriptiven Auswertung mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von20 Monaten waren die Verbesserungen des OS konsistent mit der primären Analyse. Das mediane OSbetrug 13,70 Monate (95 % CI: 11,24; 17,41) für Nivolumab plus Ipilimumab vs. 9,07 Monate(95 % CI: 7,69; 10,02) für Chemotherapie (HR = 0,63; 95 % CI: 0,49; 0,82). Das mediane PFS betrug4,04 Monate (95 % CI: 2,40; 4,93) für Nivolumab plus Ipilimumab vs. 4,44 Monate (95 % CI: 2,89;5,82) für Chemotherapie (HR = 1,02; 95 % CI: 0,77; 1,34). Die ORR betrug 35,4 % (95 % CI:28,0; 43,4) für Nivolumab plus Ipilimumab vs. 19,7 % (95 % CI: 13,8; 26,8) für Chemotherapie.
Die Kaplan-Meier-Kurven für das OS mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 20 Monatensind in Abbildung 28 dargestellt.
Abbildung 28: Kaplan-Meier-Kurven des OS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 %(CA209648)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab158 136 116 98 89 72 63 55 43 31 20 16 10 9 4 2 0
Chemotherapie157 137 107 73 53 40 30 21 15 12 8 6 3 2 1 0 0 Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 119/158), Median und 95 % CI: 13,70 (11,24; 17,41)
- - - - - - Chemotherapie (Ereignisse: 130/157), Median und 95 % CI: 9,07 (7,69; 10,02)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Aug-2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. ChemotherapieDie primären Wirksamkeitskriterien waren PFS (durch BICR) und OS bei Patienten mit
Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Sekundäre Endpunkte gemäß der vordefinierten hierarchischen
Testung enthielten OS, PFS (durch BICR) und ORR (durch BICR) bei allen randomisierten Patienten.
Tumorbeurteilungen wurden gemäß RECIST Version 1.1 alle 6 Wochen bis zu und einschließlich
Woche 48, danach alle 12 Wochen durchgeführt.
Bei der primären, präspezifizierten Analyse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von12,9 Monaten zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und PFS für
Patienten mit einer Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 55 dargestellt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Tabelle 55: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 % (CA209648)
Nivolumab + Chemotherapie Chemotherapiea(n = 158) (n = 157)
Gesamtüberleben
Ereignisse 98 (62,0 %) 121 (77,1 %)
Hazard-Ratio (99,5 % CI)b 0,54 (0,37; 0,80)p-Wertc < 0,0001
Median (95 % CI) (Monate)d 15,44 (11,93; 19,52) 9,07 (7,69; 9,95)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 58,0 (49,8; 65,3) 37,1 (29,2; 44,9)
Progressionsfreies Überlebene
Ereignisse 117 (74,1 %) 100 (63,7 %)
Hazard-Ratio (98,5 % CI)b 0,65 (0,46; 0,92)p-Wertc 0,0023
Median (95 % CI) (Monate)d 6,93 (5,68; 8,34) 4,44 (2,89; 5,82)
Rate (95 % CI) nach 12 Monatend 25,4 (18,2; 33,2) 10,5 (4,7; 18,8)
Gesamtansprechen, n (%)e 84 (53,2) 31 (19,7)(95 % CI) (45,1; 61,1) (13,8; 26,8)
Vollständiges Ansprechen 26 (16,5) 8 (5,1)
Teilweises Ansprechen 58 (36,7) 23 (14,6)
Ansprechdauere
Median (95 % CI) (Monate)d 8,38 (6,90; 12,35) 5,68 (4,40; 8,67)
Spanne 1,4+; 34,6 1,4+; 31,8+a Fluorouracil und Cisplatin.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Basierend auf einem stratifizierten zweiseitigen Log-Rank-Test.d Berechnet nach der Kaplan-Meier-Methode.e Beurteilt durch BICR.
Bei einer aktualisierten deskriptiven Auswertung mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von20 Monaten, waren die Verbesserungen des OS konsistent mit der primären Analyse. Das mediane OSbetrug 15,05 Monate (95 % CI: 11,93; 18,63) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 9,07 Monate(95 % CI: 7,69; 10,02) für Chemotherapie (HR = 0,59; 95 % CI: 0,46; 0,76). Das mediane PFS betrug6,93 Monate (95 % CI: 5,68; 8,35) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 4,44 Monate (95 % CI:2,89; 5,82) für Chemotherapie (HR = 0,66; 95 % CI: 0,50; 0,87). Die ORR betrug 53,2 % (95 % CI:45,1; 61,1) für Nivolumab plus Chemotherapie vs. 19,7 % (95 % CI: 13,8; 26,8) für Chemotherapie.
Die Kaplan-Meier-Kurven für OS und PFS mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von20 Monaten sind in den Abbildungen 29 und 30 dargestellt.
Abbildung 29: Kaplan-Meier-Kurven des OS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 %(CA209648)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie158 143 129 105 88 76 66 52 38 32 19 15 5 1 0 0
Chemotherapie157 137 107 73 53 40 30 21 15 12 8 6 3 2 1 0
- - -- - - Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 118/158), Median und 95 % CI: 15,05 (11,93; 18,63)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 130/157), Median und 95 % CI: 9,07 (7,69; 10,02)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Aug-2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 30: Kaplan-Meier-Kurven des PFS bei Patienten mit Tumorzell-PD-L1 ≥ 1 %(CA209648)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie158 107 75 47 30 22 16 10 10 7 6 4 0 0 0
Chemotherapie157 68 36 17 5 1 1 1 1 1 1 1 1 1 0
- - -- - - Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 123/158), Median und 95 % CI: 6,93 (5,65; 8,35)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 101/157), Median und 95 % CI: 4,44 (2,89; 5,82)
Basierend auf Datenschnitt: 23-Aug-2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten
Randomisierte Phase-III-Studie mit Nivolumab-Monotherapie in vorbehandelten Patienten(ONO-4538-24/ CA209473)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg als Monotherapie zur Behandlung desnicht-resezierbaren fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinoms des
Ösophagus (ESCC) wurde in einer aktiv kontrollierten, offenen Phase-III-Studie untersucht(ONO-4538-24/CA209473). In die Studie wurden erwachsene Patienten (ab 20 Jahren)eingeschlossen, die gegenüber mindestens einem fluoropyrimidin- und platinbasierten
Kombinationsregime refraktär oder intolerant waren. Patienten wurden unabhängig vom
Tumor-PD-L1-Expressionslevel eingeschlossen. Patienten, die gegenüber einer Taxan-Therapierefraktär oder intolerant waren, Patienten mit symptomatischen oder behandlungsbedürftigen
Hirnmetastasen, Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung oder mit Erkrankungen, die einesystemische immunsuppressive Therapie erforderten, und Patienten mit offensichtlicher
Tumorinvasion in angrenzende Organe des Ösophagus (z. B. in die Aorta oder den Respirationstrakt)waren von der Studie ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 419 Patienten 1:1 randomisiert und erhielten entweder Nivolumab 240 mgintravenös über 30 Minuten alle 2 Wochen (n = 210) oder eine Taxan-haltige Chemotherapie nach
Wahl des Prüfarztes: entweder Docetaxel (n = 65) 75 mg/m2 intravenös alle 3 Wochen oder Paclitaxel(n = 144) 100 mg/m2 intravenös einmal wöchentlich für 6 Wochen, gefolgt von 1 Woche Pause. Die
Randomisierung wurde nach Region (Japan vs. Rest der Welt), Anzahl der Organe mit Metastasen(≤ 1 vs. ≥ 2) und Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 % vs. < 1 % oder unbestimmt) stratifiziert. Die
Behandlung wurde bis zum Progress der Erkrankung, beurteilt vom Prüfarzt gemäß Definition nach
RECIST, Version 1.1, oder bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde fortgeführt.
Untersuchungen des Tumors wurden alle 6 Wochen für 1 Jahr und danach alle 12 Wochen
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebensdurchgeführt. Eine Behandlung über die anfänglich vom Prüfarzt festgestellte Progression hinaus warerlaubt, wenn der Patient, der Nivolumab bekam, keine schnell fortschreitende Progression aufwies,nach Einschätzung des Prüfarztes einen klinischen Nutzen von der Behandlung hatte, die Therapievertrug, einen stabilen Performance-Status aufwies und wenn die Behandlung über den Progresshinaus nicht zu einer Verzögerung einer dringenden Intervention zur Verhinderung von schweren
Komplikationen im Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Erkrankung führte (z. B.
Hirnmetastasen). Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war das Gesamtüberleben (OS).
Wichtige sekundäre Endpunkte für die Wirksamkeit waren die objektive Ansprechrate (ORR) und dasprogressionsfreie Überleben (PFS), beurteilt vom Prüfarzt. Zusätzliche, präspezifizierte
Subgruppen-Analysen wurden durchgeführt, um die Wirksamkeit in Abhängigkeit der
Tumor-PD-L1-Expression mit der zuvor festgelegten Schwelle von 1 % zu evaluieren. Die
Tumor-PD-L1-Expression wurde mithilfe des PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt.
Die Patientencharakteristika zu Beginn der Studie waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen denzwei Gruppen. Das mediane Alter betrug 65 Jahre (Spanne: 33 - 87), 53 % waren ≥ 65 Jahre, 10 %waren ≥ 75 Jahre, 87 % waren männlich, 96 % waren Asiaten und 4 % waren Kaukasier. Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (50 %) oder 1 (50 %).
Nach einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 17,6 Monaten zeigte die Studie eine statistischsignifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens für Patienten, die für Nivolumab randomisiertwurden, verglichen mit einer Taxan-haltige Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 56 und Abbildung 31 dargestellt.
In den ersten 2,5 Monaten traten bei einem höheren Anteil von Patienten im Nivolumab-Arm
Todesfälle auf (32/210; 15,2 %) verglichen mit Patienten im Chemotherapie-Arm (15/209; 7,2 %). Eskonnten keine spezifischen Faktoren im Zusammenhang mit den frühen Todesfällen identifiziertwerden.
Tabelle 56: Wirksamkeitsergebnisse (ONO-4538-24/CA209473)
Nivolumab Wahl des Prüfarztes(n = 210) (n = 209)
Gesamtüberlebena
Ereignisse 160 (76 %) 173 (83 %)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,77 (0,62; 0,96)p-Wertc 0,0189
Median (95 % CI) (Monate) 10,9 (9,2; 13,3) 8,4 (7,2; 9,9)
Objektives Ansprechend;e 33 (19,3 %) 34 (21,5 %)(95 % CI) (13,7; 26,0) (15,4; 28,8)
Vollständiges Ansprechen (Complete
Response = CR) 1 (0,6 %) 2 (1,3 %)
Teilweises Ansprechen (Partial Response = PR) 32 (18,7 %) 32 (20,3 %)
Stabile Erkrankung(Stable Disease = SD) 31 (18,1 %) 65 (41,1 %)
Mediane Dauer des Ansprechens(95 % CI) (Monate) 6,9 (5,4; 11,1) 3,9 (2,8; 4,2)
Progressionsfreies Überlebena
Ereignisse 187 (89 %) 176 (84 %)
Median (95 % CI) (Monate) 1,7 (1,5; 2,7) 3,4 (3,0; 4,2)
Hazard Ratio (95 % CI)b 1,1 (0,9; 1,3)a Basierend auf der ITT-Analyse.b Basierend auf einem stratifizierten proportionalen Hazard-Modell.c Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.d Basierend auf der Analyse nach dem Response-Evaluable-Set (RES), n = 171 in der Nivolumab-Gruppe und n = 158in der Gruppe mit Therapie nach Wahl des Prüfarztes.e nicht signifikant, p-Wert 0,6323.
Abbildung 31: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (ONO-4538-24/CA209473)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab210 182 167 147 126 111 95 82 70 60 43 25 17 13 7 4 3 0 0
Therapie nach Wahl des Prüfarztes209 196 169 126 105 84 68 57 49 40 27 17 12 6 2 1 1 1 0 Nivolumab - - - - - - Therapie nach Wahl des Prüfarztes
Eine Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 % wurde bei 48 % der 419 Patienten gemessen. Die restlichen52 % der Patienten wiesen eine Tumor-PD-L1-Expression < 1 % auf. Die Hazard Ratio (HR) für OSin der Tumor-PD-L1-positiven Subgruppe war 0,69 (95 % CI: 0,51; 0,94) mit einem medianen
Gesamtüberleben von 10,9 bzw. 8,1 Monaten für Nivolumab bzw. Taxan-haltige Chemotherapie nach
Wahl des Prüfarztes. In der Tumor-PD-L1-negativen ESCC-Subgruppe lag die HR für OS bei 0,84(95 % CI: 0,62; 1,14) mit einem medianen Gesamtüberleben von 10,9 bzw. 9,3 Monaten für
Nivolumab bzw. Chemotherapie.
Adjuvante Behandlung der Karzinome des Ösophagus oder des gastroösophagealen ÜbergangsDie Sicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung der
Karzinome des Ösophagus oder des gastroösophagealen Übergangs wurde in einer multizentrischen,randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie untersucht (CA209577). In die
Studie wurden erwachsene Patienten eingeschlossen, die eine CRT, gefolgt von einer operativen
Komplettresektion des Karzinoms innerhalb von 16 Wochen vor Randomisierung erhalten hatten, unddie, nach Beurteilung des Prüfarztes, eine pathologische Resterkrankung mit mindestens ypN1 oderypT1 aufwiesen. Patienten mit einem anfänglichen ECOG-Performance-Status ≥ 2, Patienten, diekeine gleichzeitige CRT vor der Operation erhalten hatten, Patienten mit Stadium IV resezierbarer
Erkrankung, aktiver Autoimmunerkrankung oder Erkrankungen, die eine systemischeimmunsuppressive Therapie erfordern, waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten wurdenunabhängig vom Tumor-PD-L1-Expressionslevel eingeschlossen.
Insgesamt wurden 794 Patienten 2:1 randomisiert und erhielten entweder Nivolumab 240 mg(n = 532) oder Placebo (n = 262). Die Patienten erhielten Nivolumab intravenös über 30 Minuten alle
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens (%)2 Wochen für 16 Wochen, gefolgt von 480 mg infundiert über 30 Minuten alle 4 Wochen, beginnendin Woche 17. Patienten erhielten Placebo über 30 Minuten nach dem gleichen Dosierungsschema wie
Nivolumab. Die Randomisierung wurde nach Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 % vs. < 1 % oderunbestimmt oder nicht bewertbar), pathologischem Lymphknotenstatus (positiv ≥ ypN1 vs. negativypN0) und Histologie (Plattenepithel- vs. Adenokarzinom) stratifiziert. Die Behandlung wurde biszum Wiederauftreten der Erkrankung, bis die Behandlung nicht mehr vertragen wurde oder bis zueiner Gesamtdauer von 1 Jahr fortgeführt. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war daskrankheitsfreie Überleben (disease free survival, DFS), beurteilt vom Prüfarzt, definiert als die Zeitzwischen dem Zeitpunkt der Randomisierung und dem Zeitpunkt des ersten Wiederauftretens (lokal,regional oder entfernt von der primär resezierten Lokalisation) oder Tod jeglicher Ursache, jenachdem, was zuerst eintrat. Die behandelten Patienten wurden mithilfe von Bildgebung bezüglicheines Wiederauftretens des Tumors in den ersten 2 Jahren alle 12 Wochen und in den Jahren 3 bis 5mindestens einmal alle 6 bis 12 Monate untersucht.
Die Patientencharakteristika zu Beginn der Studie waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen denzwei Gruppen. Das mediane Alter betrug 62 Jahre (Spanne: 26 bis 86 Jahre), wobei 36 % ≥ 65 Jahreund 5 % ≥ 75 Jahre waren. Die Mehrheit der Patienten war weiß (82 %) und männlich (85 %). Der
ECOG-Performance-Status zu Studienbeginn war 0 (58 %) oder 1 (42 %).
Bei der primären, präspezifizierten Interimsanalyse (minimale Nachbeobachtung 6,2 Monate undmediane Nachbeobachtung 24,4 Monate), zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserungdes DFS für Patienten, die in den Nivolumab-Arm randomisiert wurden im Vergleich zu Placebo. Dasmediane DFS, beurteilt vom Prüfarzt, war 22,41 Monate (95 % CI: 16,62; 34,00) für Nivolumabversus 11,04 Monate (95 % CI: 8,34; 14,32) für Placebo, HR 0,69 (96,4 % CI: 0,56; 0,86),p-Wert < 0,0003. Die primäre Analyse des DFS beinhaltete die Zensierung für eine neue
Krebstherapie. Die Ergebnisse für DFS mit und ohne Zensierung für eine neue Krebstherapie warenkonsistent. In einer aktualisierten, deskriptiven DFS-Analyse mit einer minimalen
Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 32,2 Monatenwurde die Verbesserung des DFS bestätigt. Die Wirksamkeitsergebnisse dieser deskriptiven zweiten
Analyse sind in Tabelle 57 und Abbildung 32 dargestellt.
Tabelle 57: Wirksamkeitsergebnisse (CA209577)
Nivolumab Placebo(n = 532) (n = 262)
Krankheitsfreies Überleben (disease-free survival, DFS)a mit minimaler Nachbeobachtung von14 Monaten
Ereignisse (%) 268 (50) 171 (65)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,67 (0,55; 0,81)
Median (95 % CI) (Monate) 22,4 (17,0; 33,6) 10,4 (8,3; 13,9)
Rate (95 % CI) nach 6 Monaten 72,6 (68,5; 76,3) 61,5 (55,3; 67,1)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 61,8 (57,4; 65,8) 45,5 (39,3; 51,4)
Rate (95 % CI) nach 24 Monaten 48,3 (43,7; 52,8) 36,0 (29,9; 42,0)a Basierend auf allen randomisierten Patienten.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Deskriptive Analyse basierend auf Datenschnitt:18. Februar 2021.
Abbildung 32: Kaplan-Meier-Kurven des krankheitsfreien Überlebens (DFS) (CA209577)
Krankheitsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab532 433 371 342 307 272 228 194 160 137 106 84 57 34 19 4 4 0
Placebo262 211 158 134 114 107 88 73 62 50 33 30 18 11 5 3 1 0 Nivolumab (Ereignisse: 268/532), Median und 95 % CI: 22,41 (16,95; 33,64)
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 171/262), Median und 95 % CI: 10,35 (8,31; 13,93)
Basierend auf Datenschnitt:18. Februar 2021, minimale Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten
Bei der finalen OS-Analyse mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten betrug die
HR für OS 0,85 (95,87 % CI: 0,70; 1,04), p-Wert = 0,1064. Das mediane OS war 51,71 (95 % CI:41,03; 61,63) Monate im Nivolumab-Arm gegenüber 35,25 (95 % CI: 30,72; 48,76) Monate im
Placebo-Arm. Die Kaplan-Meier-Kurven für das OS mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von60 Monaten sind in Abbildung 33 dargestellt.
Wahrscheinlichkeit des krankheitsfreien Überlebens (DFS)
Abbildung 33: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens (OS) (CA209577)
Gesamtüberleben (Monate)
Nivolumab532 501 460 402 354 325 292 278 261 244 230 185 150 111 59 22 1 0
Placebo262 239 217 195 168 146 127 117 112 105 101 80 64 46 26 8 1 0 Nivolumab (Ereignisse: 299/532), Median und 95 % CI: 51,71 (41,03; 61,63)
- - -- - - Placebo (Ereignisse: 162/262), Median und 95 % CI: 35,25 (30,72; 48,76)
Basierend auf Datenschnitt: 17. Dez. 2024, minimale Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten
Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des ÖsophagusSicherheit und Wirksamkeit von Nivolumab 240 mg alle 2 Wochen oder 360 mg alle 3 Wochen in
Kombination mit Chemotherapie (Dosierung und Behandlungsschema von Nivolumab wurde in
Abhängigkeit vom verwendeten Chemotherapieregime ausgewählt, siehe unten) wurde in einerrandomisierten, offenen Phase-III-Studie (CA209649) untersucht. In die Studie wurden erwachsene
Patienten (ab 18 Jahren) mit bis dahin unbehandelten fortgeschrittenen oder metastasierten
Adenokarzinomen des Magens, des gastroösophagealen Übergangs (gastro-esophageal junction, GEJ)oder des Ösophagus eingeschlossen, die keine vorherige systemische Behandlung (einschließlich
HER2-Inhibitoren) erhalten hatten und einen ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 aufwiesen.
Patienten wurden unabhängig ihres PD-L1-Expressions Status auf Tumorzellen eingeschlossen unddie PD-L1-Expression der Tumorzellen wurde unter Verwendung des
PD-L1-IHC-28-8-pharmDx-Assays bestimmt. Eine retrospektive Neubewertung des
Tumor-PD-L1-Status eines Patienten unter Verwendung des CPS-Status wurde anhand der
PD-L1-gefärbten Tumorproben durchgeführt, die zur Randomisierung verwendet worden waren.
Patienten mit bekannten HER2-positiven Tumoren, mit einem
Ausgangs-ECOG-Performance-Status ≥ 2, mit unbehandelten Metastasen im zentralen Nervensystem,oder mit einer aktiven, bekannten oder vermuteten Autoimmunerkrankung, oder deren Zustand einesystemische Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Insgesamt wurden643 Patienten mit einem unbekannten HER2-Status (40,3 % der Studienpopulation) in die Studieeingeschlossen. Die Randomisierung wurde anhand des PD-L1-Expressionsstatus der Tumorzellen
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensstratifiziert (≥1 % vs. < 1 % oder unbestimmt), anhand der Region (Asien vs. US vs. Rest der Welt),des ECOG-Performance-Status (0 vs. 1) und des Chemotherapieregimes. Die Chemotherapie war
FOLFOX (Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin) oder CapeOX (Capecitabin und Oxaliplatin).
Insgesamt wurden 1 581 Patienten randomisiert und erhielten entweder Nivolumab in Kombinationmit Chemotherapie oder Chemotherapie. Darunter befanden sich 955 Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5;473 davon im Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm und 482 im Chemotherapie-Arm. Patienten im
Nivolumab-plus-Chemotherapie-Arm erhielten entweder Nivolumab 240 mg durch intravenöse
Infusion über 30 Minuten in Kombination mit FOLFOX (Oxaliplatin 85 mg/m2, Leucovorin400 mg/m2 und Fluorouracil 400 mg/m2 intravenös am Tag 1 und Fluorouracil 1 200 mg/m2 intravenösdurch eine Dauerinfusion über 24 Stunden täglich oder per lokalem Standard am Tag 1 und 2) alle2 Wochen, oder Nivolumab 360 mg durch intravenöse Infusion über 30 Minuten in Kombination mit
CapeOX (Oxaliplatin 130 mg/m2 intravenös am Tag 1 und Capecitabin 1 000 mg/m2 oral zweimaltäglich an den Tagen 1-14) alle 3 Wochen. Die Behandlung wurde bis zur Progression der Krankheit,bis zum Auftreten nicht-akzeptabler Toxizitäten oder, nur bei Nivolumab, 24 Monate lang fortgeführt.
Den Patienten, die Nivolumab plus Chemotherapie erhielten und bei denen die Chemotherapie beendetwurde, war es erlaubt, Nivolumab-Monotherapie mit 240 mg alle 2 Wochen, 360 mg alle 3 Wochenoder 480 mg alle 4 Wochen bis zu 24 Monate lang nach Behandlungsbeginn zu erhalten.
Tumorbeurteilungen erfolgten alle 6 Wochen bis zur und einschließlich Woche 48, danach alle12 Wochen.
Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der Patienten waren im Allgemeinen über die
Behandlungsgruppen hinweg gleich verteilt. Bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5 war das mediane Alter62 Jahre (Bereich: 18-90), 11 % waren ≥ 75 Jahre, 71 % waren Männer, 25 % waren Asiaten und 69 %waren Weiße. Der Ausgangs-ECOG-Performance-Status war 0 (42 %) oder 1 (58 %). Die Verteilungder Lage des Tumors war Magen (70 %), GEJ (18 %) und Ösophagus (12 %).
Die primären Wirksamkeitskriterien waren PFS (durch BICR) und OS, beurteilt bei Patienten mit
PD-L1-CPS ≥ 5 basierend auf dem PD-L1-IHC-28-8-pharmDX-Test. Sekundäre Endpunkte gemäßder vordefinierten hierarchischen Testung waren OS bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 1 und bei allenrandomisierten Patienten; weitere Endpunkte beinhalteten ORR (BICR) bei PD-L1-CPS ≥ 5 und beiallen randomisierten Patienten. Bei der primären vordefinierten Auswertung mit minimaler
Nachbeobachtungszeit von 12,1 Monaten zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserungvon OS und PFS bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5. Das mediane OS war 14,4 Monate (95 % CI: 13,1;16,2) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs. 11,1 Monate (95 % CI: 10,0; 12,1) für
Chemotherapie (HR = 0,71; 98,4 % CI: 0,59; 0,86; p-Wert < 0,0001). Das mediane PFSwar 7,69 Monate (95 % CI: 7,03; 9,17) für Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie vs.6,05 Monate (95 % CI: 5,55; 6,90) für Chemotherapie (HR = 0,68; 98 % CI: 0,56; 0,81;p-Wert < 0,0001). Das ORR war 60 % (95 % CI: 55; 65) für Nivolumab in Kombination mit
Chemotherapie vs. 45 % (95 % CI: 40; 50) für Chemotherapie.
Bei der aktualisierten deskriptiven Auswertung mit einer minimalen Nachbeobachtungszeit von19,4 Monaten, waren die Verbesserungen des OS konsistent mit der primären Auswertung. Die
Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 58 und Abbildungen 34 und 35 dargestellt.
Tabelle 58: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5 (CA209649)
Nivolumab + Chemothera-pie Chemotherapie(n = 473) (n = 482)
Minimale Nachbeobachtungszeit 19,4 Monatea
Gesamtüberleben
Ereignisse 344 (73 %) 397 (82 %)
Hazard-Ratio (95 % CI)b 0,69 (0,60; 0,81)
Median (95 % CI) (Monate)c 14,4 (13,1; 16,3) 11,1 (10,0; 12,1)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 57,3 (52,6; 61,6) 46,4 (41,8; 50,8)
Nivolumab + Chemothera-pie Chemotherapie(n = 473) (n = 482)
Progressionsfreies Überlebend
Ereignisse 342 (72,3 %) 366 (75,9 %)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,68 (0,59; 0,79)
Median (95 % CI) (Monate)c 8,31 (7,03; 9,26) 6,05 (5,55; 6,90)
Rate (95 % CI) nach 12 Monaten 36,3 (31,7; 41,0) 21,9 (17,8; 26,1)
Gesamtansprechen, nd,e 227/378 (60 %) 176/390 (45 %)(95 % CI) (54,9; 65,0) (40,1; 50,2)
Vollständiges Ansprechen 12,2 % 6,7 %
Teilweises Ansprechen 47,9 % 38,5 %
Ansprechdauerd,e
Median (95 % CI) (Monate)c 9,69 (8,25; 12,22) 6,97 (5,62; 7,85)a Deskriptive Analyse basierend auf dem Datenschnitt: 04. Januar 2021.b Basierend auf einem stratifizierten Long-Cox-Modell für proportionale Hazards.c Kaplan-Meier-Schätzung.d Bestätigt durch BICR.e Basierend auf Patienten mit messbarer Krankheit bei Studienbeginn
Abbildung 34: Kaplan-Meier-Kurven des Gesamtüberlebens bei Patienten mit PD-L1-CPS ≥ 5(CA209649)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie473 439 378 314 263 223 187 155 118 78 56 37 23 13 4 0
Chemotherapie482 421 350 272 213 152 122 92 68 44 28 16 8 2 0 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 344/473), Median und 95 % CI: 14,42 (13,14; 16,26)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 397/482), Median und 95 % CI: 11,10 (10,02; 12,09)
Minimale Nachbeobachtungszeit von 19,4 Monaten
Überlebenswahrscheinlichkeit
Abbildung 35: Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit
PD-L1-CPS ≥ 5 (CA209649)
Progressionsfreies Überleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Chemotherapie473 386 259 186 143 115 88 67 47 31 20 11 4 1 0
Chemotherapie482 328 202 114 81 58 46 30 20 16 12 7 3 0 0 Nivolumab + Chemotherapie (Ereignisse: 342/473), Median und 95 % CI: 8,31 (7,03; 9,26)
- - -- - - Chemotherapie (Ereignisse: 397/482), Median und 95 % CI: 6,05 (5,55; 6,90)
Minimale Nachbeobachtungszeit von 19,4 Monaten
Hepatozelluläres Karzinom
Die Sicherheit und Wirksamkeit von 1 mg/kg Nivolumab in Kombination mit 3 mg/kg Ipilimumaballe 3 Wochen für maximal 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle4 Wochen für die Erstlinienbehandlung des nicht resezierbaren oder fortgeschrittenen hepatozellulären
Karzinoms (HCC) wurden in einer randomisierten, aktiv kontrollierten, offenen Phase-III-Studie(CA2099DW) untersucht. In die Studie eingeschlossen wurden erwachsene Patienten (ab 18 Jahren)mit histologisch bestätigtem HCC, Child-Pugh-Klassifikation A, ECOG-Performance-Status 0 oder 1,die keine vorherige systemische Therapie für die fortgeschrittene Erkrankung erhalten hatten. Eine
Ösophagogastroduodenoskopie war vor der Aufnahme in die Studie nicht vorgeschrieben. In die
Studie wurden Erwachsene eingeschlossen, deren Erkrankung nicht durch einen operativen Eingriffund/oder lokoregionäre Therapien behandelt werden konnte oder danach fortgeschritten ist. Einevorausgegangene neoadjuvante oder adjuvante systemische Therapie war zulässig. Patienten mitaktiver Autoimmunerkrankung, Hirnmetastasen oder leptomeningealen Metastasen, vorheriger
Lebertransplantation, einer Vorgeschichte von hepatischer Enzephalopathie (innerhalb von12 Monaten vor der Randomisierung), klinisch signifikantem Aszites, Erkrankungen, die einesystemische Immunsuppression erfordern, einer HIV-Infektion oder aktiver Koinfektion mit Hepatitis-
B-Virus (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) oder HBV und Hepatitis-D-Virus (HDV) waren von der
Wahrscheinlichkeit progressionsfreien Überlebens
Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Ätiologie (HBV vs. HCV vs. nicht-viral),makrovaskulärer Invasion und/oder extrahepatischer Manifestation (vorhanden oder nicht vorhanden)und Alpha-Fetoprotein-Werten (≥ 400 oder < 400 ng/ml) stratifiziert.
Insgesamt wurden 668 Patienten randomisiert und erhielten Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab (n = 335) oder eine Behandlung mit Lenvatinib oder Sorafenib nach Wahl des Prüfarztes(n = 333). In dem Arm, der eine durch den Prüfarzt ausgewählte Behandlung vorsah, erhielten 85 %der behandelten Patienten Lenvatinib und 15 % Sorafenib. Die Patienten im
Nivolumab-plus-Ipilimumab-Arm erhielten 1 mg/kg Nivolumab alle 3 Wochen in Kombination mit3 mg/kg Ipilimumab alle 3 Wochen für bis zu maximal 4 Dosen, gefolgt von einer
Nivolumab-Monotherapie mit 480 mg alle 4 Wochen. Patienten in dem Arm, der eine durch den
Prüfarzt ausgewählte Behandlung vorsah, erhielten entweder 8 mg Lenvatinib täglich peroral (beieinem Körpergewicht von < 60 kg) oder 12 mg täglich peroral (bei einem Körpergewicht von ≥ 60 kg)oder Sorafenib 400 mg zweimal täglich peroral. Die Behandlung wurde bis zur Progression der
Erkrankung, nicht akzeptabler Toxizität oder bis zu 24 Monate fortgesetzt. Patienten, die die
Kombinationstherapie aufgrund einer Nebenwirkung, die Ipilimumab zugeordnet wurde, abbrechenmussten, konnten mit Nivolumab als Monotherapie weiterbehandelt werden. Tumorbeurteilungenwurden bei Studienbeginn, nach Randomisierung in Woche 9 und Woche 16, dann alle 8 Wochen biszu 48 Wochen und anschließend alle 12 Wochen bis zum Progress der Erkrankung, dem Abbruch der
Behandlung oder Einleitung der nachfolgenden Therapie durchgeführt.
Die bei Studieneintritt vorliegenden Merkmale der Patienten waren im Allgemeinen über die
Behandlungsgruppen hinweg gleichmäßig verteilt. Das mediane Alter betrug 66 Jahre(Spanne: 20 bis 89); 53 % der Patienten waren ≥ 65 Jahre und 16 % waren ≥ 75 Jahre, 53 % der
Patienten waren Kaukasier, 44 % waren Asiaten, 2,2 % waren Schwarze und 82 % waren männlich.
Der ECOG-Performance-Status bei Einschluss in die Studie war 0 (71 %) oder 1 (29 %).
Vierunddreißig Prozent (34 %) der Patienten hatten eine HBV-Infektion, 28 % eine HCV-Infektionund bei 36 % gab es keine Nachweise für eine HBV- oder HCV-Infektion. Neunzehn Prozent (19 %)der Patienten hatten eine alkoholbedingte Lebererkrankung und 11 % eine nichtalkoholische
Fettlebererkrankung. Die Mehrheit der Patienten wies bei Studieneintritt BCLC-Stadium C (73 %) auf,19 % Stadium B und 6 % Stadium A. Der Anteil der Patienten mit Child-Pugh-Scores von 5, 6 und ≥ 7betrug 77 %, 20 % bzw. 3 %. Bei insgesamt 54 % der Patienten lag eine extrahepatische Ausbreitungvor, 25 % hatten eine makrovaskuläre Invasion und 33 % wiesen AFP-Werte ≥ 400 µg/l auf.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und der ORR für Patienten, die inden Behandlungsarm Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab randomisiert worden waren, im
Vergleich zu Lenvatinib oder Sorafenib nach Wahl des Prüfarztes. Die Wirksamkeitsergebnisse sindin Tabelle 59 und Abbildung 36 dargestellt.
Tabelle 59: Wirksamkeitsergebnisse bei HCC in der Erstlinie (CA2099DW)a
Nivolumab + Ipilimumab Lenvatinib oder Sorafenib(n = 335) (n = 333)
Gesamtüberleben
Ereignisse 194 (58 %) 228 (68 %)
Median (Monate) 23,7 20,6(95 % CI) (18,8; 29,4) (17,5; 22,5)
Hazard Ratio (95 % CI)b 0,79 (0,65; 0,96)p-Wertc 0,0180
Gesamtansprechen, n (%)d 121 (36,1) 44 (13,2)(95 % CI) (31,0; 41,5) (9,8; 17,3)p-Werte < 0,0001
Vollständiges Ansprechen (%) 23 (6,9) 6 (1,8)
Teilweises Ansprechen (%) 98 (29,3) 38 (11,4)
Nivolumab + Ipilimumab Lenvatinib oder Sorafenib(n = 335) (n = 333)
Ansprechdauer (Monate)d
Median 30,4 12,9(95 % CI) (21,2; N.A.) (10,2; 31,2)a Minimale Nachbeobachtungszeit: 26,8 Monate. Mediane Nachbeobachtungszeit: 35,2 Monate.b Basierend auf einem stratifizierten Cox-Modell für proportionale Hazards.c Basierend auf einem zweiseitigen stratifizierten Log-Rank-Test. Statistische Signifikanzgrenze: p-Wert ≤ 0,0257.d Bewertet mittels BICR gemäß RECIST 1.1‑Kriterien.e Basierend auf einem zweiseitigen stratifizierten Cochran-Mantel-Haenszel-Test. Statistische Signifikanzgrenze:
p-Wert ≤ 0,025.
Abbildung 36: Kaplan-Meier-Kurven des OS in der Erstlinie bei Patienten mit HCC(CA2099DW)
Gesamtüberleben (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Nivolumab + Ipilimumab335 300 264 239 220 206 179 162 150 137 104 71 42 24 11 8 0 0
Wahl des Prüfarztes333 310 280 245 216 194 164 144 116 106 76 44 34 20 4 3 1 0--+---- Nivolumab + Ipilimumab (Ereignisse: 194/335), Median und 95 % CI: 23,66 (18,33; 29,44)
- - -+- - - Lenvatinib oder Sorafenib (Ereignisse: 228/333), Median und 95 % CI: 20,63 (17,48; 22,54)
Kinder und JugendlicheOffene Phase-I/II-Studie (CA209070)
Die Studie CA209070 war eine offene, einarmige Phase-I/II-Studie mit Dosisbestätigung und
Dosiserweiterung zu Nivolumab als Monotherapie und in Kombination mit Ipilimumab beipädiatrischen und jungen erwachsenen Patienten mit rezidivierenden oder refraktären soliden oderhämatologischen Tumoren, einschließlich Neuroblastom, Osteosarkom, Rhabdomyosarkom,
Ewing-Sarkom, fortgeschrittenes Melanom, cHL und Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Von den126 behandelten Patienten waren 97 pädiatrische Patienten im Alter von 12 Monaten bis < 18 Jahren.
Von den 97 pädiatrischen Patienten wurden 64 mit Nivolumab-Monotherapie (3 mg/kg intravenösüber 60 Minuten alle 2 Wochen verabreicht) und 33 mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab(Nivolumab 1 mg/kg oder 3 mg/kg intravenös über 60 Minuten verabreicht in Kombination mit
Ipilimumab 1 mg/kg intravenös über 90 Minuten verabreicht alle 3 Wochen für die ersten 4 Gaben,
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensgefolgt von Nivolumab in einer Dosierung von 3 mg/kg als Monotherapie alle 2 Wochen) behandelt.
Die Patienten erhielten entweder Nivolumab als Monotherapie für im Median 2 Dosen (Spanne: 1; 89)oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab für im Median 2 Dosen (Spanne: 1; 24). Diewichtigsten primären Wirksamkeitskriterien waren Sicherheit, Verträglichkeit und Antitumoraktivität,beurteilt anhand der deskriptiven ORR und des OS.
Unter den 64 pädiatrischen Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, waren60 Patienten mit auswertbarem Ansprechen (Melanom n = 1, solide Tumoren n = 47 undhämatologische Tumoren n = 12). Bei den 48 Patienten mit auswertbarem Ansprechen mit Melanomoder soliden Tumoren wurde kein objektives Ansprechen beobachtet. Bei den 12 pädiatrischen
Patienten mit auswertbarem Ansprechen mit hämatologischen Tumoren betrug die ORR 25,0 %(95 % CI: 5,5; 57,2), darunter 1-mal vollständiges Ansprechen mit cHL und 2-mal teilweises
Ansprechen, eines mit cHL und eines mit NHL. In den deskriptiven Analysen für die 64 pädiatrischen
Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, betrug das mediane OS 6,67 Monate(95 % CI: 5,98; N.A.); bei Patienten mit Melanom oder soliden Tumoren 6,14 Monate (95 % CI: 5,39;24,67); bei Patienten mit hämatologischen Tumoren wurde es nicht erreicht.
Von den 30 pädiatrischen Patienten mit auswertbarem Ansprechen, die mit Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab (ausschließlich solide Tumoren, die keine Melanome waren) behandeltwurden, wurde kein objektives Ansprechen beobachtet. Bei den 33 pädiatrischen Patienten, die mit
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt wurden, lag das mediane OS in einerdeskriptiven Analyse bei 8,25 Monaten (95 % CI: 5,45; 16,95).
Offene Phase-Ib/II-Studie (CA209908)
Bei der Studie CA209908 handelt es sich um eine offene, sequenzielle klinische Studie der Phase Ib/IImit Nivolumab-Monotherapie und Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei pädiatrischen undheranwachsenden Patienten mit hochgradig malignen primären Tumoren des ZNS, einschließlichdiffusem intrinsischen Ponsgliom (DIPG), hochmalignem Gliom, Medulloblastom, Ependymom undanderen rezidivierenden Subtypen von hochgradig malignen ZNS-Erkrankungen (z.B. Pineoblastom,atypische teratoide/rhabdoide Tumoren und embryonalen ZNS-Tumoren). Von den 151 pädiatrischen
Patienten (im Alter von ≥ 6 Monaten bis < 18 Jahren), die in die Studie eingeschlossen wurden,wurden 77 mit Nivolumab-Monotherapie (3 mg/kg alle 2 Wochen) und 74 mit Nivolumab in
Kombination mit Ipilimumab (3 mg/kg Nivolumab gefolgt von 1 mg/kg Ipilimumab, alle 3 Wochenfür 4 Dosen, gefolgt von einer Nivolumab-Monotherapie 3 mg/kg alle 2 Wochen) behandelt. Dasprimäre Wirksamkeitskriterium in der DIPG-Kohorte war das Gesamtüberleben (Overall
Survival = OS). Für alle anderen Tumorarten war das primäre Wirksamkeitskriterium das vom
Prüfarzt bewertete progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival = PFS), basierend auf den
RANO-Kriterien. Das mediane OS in der DIPG-Kohorte betrug 10,97 Monate (80 % CI: 9,92; 12,16)bei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden, und 10,50 Monate(80 % CI: 9,10; 12,32) bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandeltwurden. Bei allen anderen untersuchten pädiatrischen ZNS-Tumorarten lag das mediane PFS zwischen1,23 und 2,35 Monaten bei Patienten, die mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurden undzwischen 1,45 und 3,09 Monaten bei Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumabbehandelt wurden. In der Studie wurde kein objektives Ansprechen beobachtet, mit Ausnahme eines
Ependymom-Patienten, der mit Nivolumab-Monotherapie behandelt wurde und ein teilweises
Ansprechen zeigte. Die in der Studie CA209908 beobachteten Ergebnisse bezüglich OS, PFS und
Objektiver Ansprechrate (Objective Response Rate = ORR) deuten nicht auf einen klinischbedeutsamen Nutzen hin, der über die zu erwartenden Beobachtungen in dieser Patientenpopulationhinausgeht.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Nivolumab eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung vonmalignen Neoplasien des lymphatischen Gewebes gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Sicherheit und Wirksamkeit bei älteren PatientenEs wurden insgesamt keine Unterschiede bei Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen älteren(≥ 65 Jahre) und jüngeren Patienten (< 65 Jahre) berichtet. Die Daten von Patienten mit SCCHN,adjuvanter Behandlung des Melanoms, und adjuvanter Behandlung der Karzinome des Ösophagusoder des gastroösophagealen Übergangs ab 75 Jahren sind begrenzt und lassen keine
Schlussfolgerungen für diese Population zu. Die Daten von cHL-Patienten ab 65 Jahren sind begrenzt,so dass keine Schlussfolgerungen für diese Population gemacht werden können. Die Daten von
MPM-Patienten zeigten höhere Raten an schwerwiegenden Nebenwirkungen und an
Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen für Patienten im Alter ≥ 75 Jahre (68 % bzw.35 %) im Verhältnis zu allen Patienten, die Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab erhielten(54 % bzw. 28 %).
Die Pharmakokinetik (PK) von Nivolumab ist im Dosisbereich von 0,1 bis 10 mg/kg linear. Bei einer
Populations-PK-Analyse betrug die mittlere geometrische Clearance (CL) 7,9 ml/h, die terminale
Halbwertszeit 25,0 Tage und die durchschnittliche Exposition im Steady-State von Nivolumab3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen 86,6 μg/ml.
Die Clearance (CL) von Nivolumab bei Patienten mit klassischem Hodgkin Lymphom (cHL) warcirca 32 % niedriger als bei NSCLC. Die anfängliche Clearance von Nivolumab war bei Patienten mitadjuvanter Melanombehandlung circa 40 % geringer und die Steady-State-CL circa 20 % niedriger alsbei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Mit den verfügbaren Sicherheitsdaten waren diese
CL-Abweichungen klinisch nicht bedeutsam.
Der Stoffwechselweg von Nivolumab wurde nicht charakterisiert. Es ist zu erwarten, dass Nivolumabüber katabole Stoffwechselwege auf gleiche Weise wie endogene IgG in kleine Peptide und
Aminosäuren aufgespalten wird.
Nivolumab in Kombination mit IpilimumabWenn Nivolumab 1 mg/kg in Kombination mit Ipilimumab 3 mg/kg verabreicht wurde, stieg die CLvon Nivolumab um 29 % und die von Ipilimumab um 9 % an. Wenn Nivolumab 3 mg/kg in
Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg verabreicht wurde, stieg die CL von Nivolumab um 1 % an undsank bei Ipilimumab um 1,5 %, was als nicht klinisch relevant betrachtet wurde.
Die CL von Nivolumab stieg bei der Gabe in Kombination mit Ipilimumab um 20 % an, wenn
Anti-Nivolumab-Antikörper präsent waren. Die CL von Ipilimumab stieg um 5,7 % an, wenn
Anti-Ipilimumab-Antikörper präsent waren. Diese Veränderungen wurden als nicht klinisch relevanterachtet.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und ChemotherapieWenn Nivolumab 360 mg alle 3 Wochen in Kombination mit Ipilimumab 1 mg/kg alle 6 Wochen undmit 2 Zyklen Chemotherapie verabreicht wurde, sank die CL von Nivolumab um circa 10 % und die
CL von Ipilimumab stieg um circa 22 % an, was als nicht klinisch relevant betrachtet wurde.
Spezielle PatientenpopulationenEine Populations-PK-Analyse ergab keine Hinweise auf eine Beeinflussung der CL von Nivolumabdurch Alter, Geschlecht, Rasse, Art des soliden Tumors, Tumorgröße und eingeschränkte
Leberfunktion. Obwohl der ECOG-Status, die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) zu Studienbeginn,
Albumin, Körpergewicht und leicht eingeschränkte Leberfunktion eine Auswirkung auf die
Nivolumab-CL hatte, war diese klinisch nicht relevant.
Kinder und JugendlicheFür die Nivolumab-Monotherapie wird erwartet, dass die Nivolumab-Exposition bei Jugendlichen ab12 Jahren, die mindestens 50 kg wiegen, bei Anwendung der empfohlenen Dosis mit der Expositionbei Erwachsenen vergleichbar ist. Eine Dosierung auf Basis des Körpergewichts wird für Jugendlicheab 12 Jahren empfohlen, die weniger als 50 kg wiegen.
Für Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wird erwartet, dass die Nivolumab- und
Ipilimumab-Expositionen bei Jugendlichen ab 12 Jahren bei Anwendung der empfohlenen Dosis mitden Expositionen bei Erwachsenen vergleichbar sind.
Ähnlich wie bei der Population der Erwachsenen war die CL von Nivolumab bei pädiatrischen cHL-
Patienten im Vergleich zu der von Patienten mit soliden Tumoren niedriger. Das Ausmaß der
Abnahme der CL war bei pädiatrischen und erwachsenen cHL-Patienten vergleichbar. Die Expositiongegenüber Nivolumab war bei pädiatrischen Patienten mit cHL, die Nivolumab 3 mg/kg i.v. alle3 Wochen erhielten, und bei erwachsenen Patienten mit cHL, die Nivolumab 3 mg/kg i.v. alle3 Wochen erhielten oder erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren, die Nivolumab 3 mg/kg i.v. alle2 Wochen erhielten, vergleichbar (< 20 % Unterschied beim geometrischen Mittel).
Eingeschränkte NierenfunktionDie Auswirkung einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die CL von Nivolumab wurde in einer
Populations-PK-Analyse bei Patienten mit leichter (GFR < 90 und ≥ 60 ml/min/1,73 m2; n=379),mäßiger (GFR < 60 und ≥30 ml/min/1,73 m2; n = 179) oder schwerer(GFR < 30 und ≥ 15 ml/min/1,73 m2; n=2) Niereninsuffizienz im Vergleich zu Patienten mit normaler
Nierenfunktion (GFR ≥ 90 ml/min/1,73 m2; n = 342) untersucht. Es wurden keine klinischbedeutsamen Unterschiede der CL von Nivolumab zwischen Patienten mit leicht oder mäßigeingeschränkter und Patienten mit normaler Nierenfunktion festgestellt. Die Daten von Patienten mitschwer eingeschränkter Nierenfunktion sind zu begrenzt, als dass sich daraus Schlüsse für diese
Population ableiten lassen (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte LeberfunktionDie Auswirkung einer eingeschränkten Leberfunktion auf die CL von Nivolumab wurde in einer
Populations-PK-Analyse bei Patienten mit verschiedenen Tumorarten (NSCLC, SCLC, Melanom,
RCC, SCCHN, UC, GC und cHL) mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin1,0 × bis 1,5 × ULN oder AST > ULN gemäß der Definition der Kriterien des National Cancer
Institute zur Leberfunktionsstörung; n = 351) und bei Patienten mit mäßig eingeschränkter
Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1,5 × bis 3 × ULN und beliebige AST; n = 10) im Vergleich zu
Patienten mit normaler Leberfunktion (Gesamtbilirubin und AST ≤ ULN; n = 3096) untersucht. Eswurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede der CL von Nivolumab zwischen Patienten mitleicht oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion und Patienten mit normaler Leberfunktionfestgestellt. Ähnliche Ergebnisse wurden bei Patienten mit HCC beobachtet (leicht eingeschränkte
Leberfunktion: n = 152; mäßig eingeschränkte Leberfunktion: n = 13). Nivolumab wurde bei Patientenmit schwer eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 3 × ULN und beliebige AST) nichtuntersucht (siehe Abschnitt 4.2).
In Mausmodellen zur Schwangerschaft wurde gezeigt, dass durch eine Blockade des
PD-L1-Signals die Toleranz gegenüber dem Fötus gestört wird und die Abortrate steigt. Die
Wirkungen von Nivolumab auf die prä- und postnatale Entwicklung wurden in einer Studie an Affenuntersucht, die Nivolumab nach Einsetzen der Organogenese im ersten Trimester bis zur Geburtzweimal wöchentlich mit Expositionen des 8- oder 35-fachen derjenigen erhielten, die mit derklinischen Dosierung von 3 mg/kg Nivolumab beobachtet werden (basierend auf AUC). Mit Beginndes dritten Trimesters traten dosisabhängig eine höhere Abortrate und eine höhere Jungensterblichkeitauf.
Die anderen Nachkommen der mit Nivolumab behandelten Weibchen überlebten bis zur geplanten
Termination ohne mit der Behandlung in Zusammenhang stehende klinische Symptome,
Abweichungen von der normalen Entwicklung, Auswirkung auf das Organgewicht oder makro- odermikroskopische pathologische Veränderungen. Die Ergebnisse für Wachstumsindizes sowieteratogene, immunologische und klinisch-pathologische Parameter sowie neurologisch bedingtes
Verhalten waren im gesamten postnatalen Zeitraum von 6 Monaten mit denen der Kontrollgruppevergleichbar. Basierend auf dem Wirkmechanismus könnte eine Exposition des Fötus mit Nivolumabjedoch das Risiko für die Entwicklung einer immunvermittelten Erkrankung erhöhen oder die normale
Immunantwort verändern und bei PD-1-Knockout-Mäusen sind immunvermittelte Erkrankungenberichtet worden.
Fertilitätsstudien wurden für Nivolumab nicht durchgeführt.
Natriumcitratdihydrat
Natriumchlorid
Mannitol (E 421)
Diethylentriaminpentaessigsäure (Pentetsäure)
Polysorbat 80 (E 433)
Natriumhydroxid (zum Einstellen des pH-Werts)
Salzsäure (zum Einstellen des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden. OPDIVO soll nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln überdieselbe intravenöse Infusionsleitung infundiert werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Nach der Zubereitung der InfusionDie chemische und physikalische Haltbarkeit der gebrauchsfertigen Lösung ab dem Zeitpunkt der
Zubereitung hat sich folgendermaßen dargestellt (die Zeiten verstehen sich inklusive der
Anwendungsdauer):
Chemische und physikalische Haltbarkeit dergebrauchsfertigen Lösung
Zubereitung der Infusion Lichtgeschützte Aufbewahrung bei
Aufbewahrung bei Raumtemperatur (≤ 25 °C) und2 ºC bis 8 ºC Raumbeleuchtung
Unverdünnt oder verdünnt mit 24 Stunden
Natriumchloridlösung 9 mg/ml 30 Tage (von insgesamt 30 Tagen(0,9 %) für Injektionszwecke Aufbewahrung)
Verdünnt mit Glucoselösung 8 Stunden50 mg/ml (5 %) für 7 Tage (von insgesamt 7 Tagen
Injektionszwecke Aufbewahrung)
Aus mikrobiologischer Sicht soll die zubereitete Infusionslösung, unabhängig vom
Verdünnungsmittel, sofort verwendet werden. Hinsichtlich einer nicht sofortigen Anwendung liegt die
Verantwortung über die Aufbewahrungsdauer und die Aufbewahrungsbedingungen dergebrauchsfertigen Lösung beim Anwender und soll 7 Tage bei 2 ºC bis 8 ºC oder 8 Stunden (voninsgesamt 7 Tagen Aufbewahrung) bei Raumtemperatur (≤ 25 °C) nicht überschreiten. Bei der
Zubereitung der Infusion ist auf eine aseptische Handhabung zu achten (siehe Abschnitt 6.6).
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die ungeöffnete Durchstechflasche kann bis zu 48 Stunden bei kontrollierter Raumtemperatur von biszu 25 °C und bei Raumbeleuchtung gelagert werden.
Aufbewahrungsbedingungen nach Zubereitung der Infusion, siehe Abschnitt 6.3.
4 ml Konzentrat in einer 10-ml-Durchstechflasche (Glas Typ 1) mit einem Stopfen (beschichtetes
Butylgummi) und dunkelblauem Flip-Off-Verschluss (Aluminium). Packungsgröße1 Durchstechflasche.10 ml Konzentrat in einer 10-ml-Durchstechflasche (Glas Typ 1) mit einem Stopfen (beschichtetes
Butylgummi) und grauem Flip-Off-Verschluss (Aluminium). Packungsgröße 1 Durchstechflasche.12 ml Konzentrat in einer 25-ml-Durchstechflasche (Glas Typ 1) mit einem Stopfen (beschichtetes
Butylgummi) und blauem Flip-Off-Verschluss (Aluminium). Packungsgröße 1 Durchstechflasche.24 ml Konzentrat in einer 25-ml-Durchstechflasche (Glas Typ I) mit einem Stopfen (beschichtetes
Butylgummi) und matt rotem Flip-Off-Verschluss (Aluminium). Packungsgröße 1 Durchstechflasche.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Die Zubereitung soll, besonders im Hinblick auf die Asepsis, durch geschultes Personal im Einklangmit den Richtlinien zur guten Herstellungspraxis durchgeführt werden.
Zubereitung und AnwendungMöglicherweise wird mehr als eine Durchstechflasche OPDIVO-Konzentrat benötigt, um die
Gesamtdosis für den Patienten zu erhalten.
Nivolumab-MonotherapieDie verordnete Dosis für den erwachsenen Patienten ist 240 mg oder 480 mg unabhängig vom
Körpergewicht, jedoch in Abhängigkeit von der Indikation (siehe Abschnitt 4.2).
Melanom (Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms oder adjuvante Behandlung) bei Jugendlichen.
Die verordnete Dosis für Jugendliche ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 50 kgbeträgt 240 mg oder 480 mg. Für Jugendliche ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht unter 50 kgwird die verordnete Dosis in mg/kg Körpergewicht angegeben. Berechnen Sie die notwendige
Gesamtdosis ausgehend von dieser verordneten Dosis. Die Gesamtdosis Nivolumab in mg = das Körpergewicht des Patienten in kg × die verordnete
Dosis in mg/kg. Das Volumen des OPDIVO-Konzentrats, um die Dosis zuzubereiten (ml) = die Gesamtdosis
Nivolumab in mg, dividiert durch 10 (die Stärke des OPDIVO-Konzentrats beträgt 10 mg/ml).
Nivolumab in Kombination mit IpilimumabDie verordnete Dosis für den Patienten wird in mg/kg Körpergewicht angegeben. Berechnen Sie dienotwendige Gesamtdosis ausgehend von dieser verordneten Dosis (siehe oben).
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei MPMDie verordnete Dosis für den Patienten ist 360 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom
Die verordnete Dosis für den Patienten kann entweder auf Körpergewicht (3 mg/kg) basieren oder sieist 240 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab bei ESCCDie verordnete Dosis für den Patienten kann entweder auf Körpergewicht (3 mg/kg) basieren oder sieist 360 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie bei resezierbarem NSCLC
Die verordnete Dosis für den Patienten ist 360 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie bei ESCCDie verordnete Dosis für den Patienten ist 240 mg oder 480 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie bei Adenokarzinomen des Magens, desgastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus
Die verordnete Dosis für den Patienten ist 360 mg oder 240 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab und ChemotherapieDie verordnete Dosis für den Patienten ist 360 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit CabozantinibDie verordnete Dosis für den Patienten ist 240 mg oder 480 mg unabhängig vom Körpergewicht.
Nivolumab in Kombination mit Brentuximab Vedotin
Die verordnete Dosis für den Patienten wird in mg/kg Körpergewicht angegeben. Berechnen Sie dienotwendige Gesamtdosis ausgehend von dieser verordneten Dosis (siehe oben).
Zubereitung der InfusionAchten Sie bei der Zubereitung der Infusion auf eine aseptische Durchführung.
OPDIVO kann für die intravenöse Verabreichung verwendet werden, entweder: ohne Verdünnung, nach der Überführung in ein Infusionsbehältnis mittels einer geeignetensterilen Spritze; oder nach Verdünnung gemäß der nachfolgenden Anleitung:
Die Endkonzentration soll bei 1 bis 10 mg/ml liegen. Das Gesamtvolumen der Infusion darf 160 ml nicht übersteigen. Für Patienten, dieweniger als 40 kg wiegen, darf das Gesamtvolumen der Infusion 4 ml pro Kilogramm
Körpergewicht des Patienten nicht übersteigen.
Um das OPDIVO-Konzentrat zu verdünnen, verwenden Sie entweder:
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke; oder Glucoselösung 50 mg/ml (5 %) für Injektionszwecke.
SCHRITT 1 Untersuchen Sie das OPDIVO-Konzentrat auf Schwebstoffteilchen oder Verfärbung.
Durchstechflasche nicht schütteln. OPDIVO-Konzentrat ist eine klare bis leicht opaleszierende,farblose bis blassgelbe Flüssigkeit. Verwerfen Sie die Durchstechflasche, wenn die Lösung trübist, eine Verfärbung aufweist oder mehr als nur wenige transluzente bis weiße Schwebstoffeenthält.
Entnehmen Sie die benötigte Menge OPDIVO-Konzentrat mit einer geeigneten sterilen Spritze.
SCHRITT 2 Überführen Sie das Konzentrat in eine sterile entlüftete Glasflasche oder einen Beutel zurintravenösen Gabe (PVC oder Polyolefin). Verdünnen Sie das Konzentrat gegebenenfalls mit der benötigten Menge Natriumchloridlösung9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke oder Glucoselösung 50 mg/ml (5 %) für
Injektionszwecke. Um das Zubereiten der Infusionslösung zu erleichtern, kann das Konzentratauch direkt in einen vorgefüllten Infusionsbeutel, der die entsprechende Menge
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke oder Glucoselösung 50 mg/ml(5 %) für Injektionszwecke enthält, gegeben werden.
Infusion vorsichtig durch manuelle Drehung mischen. Nicht schütteln.
AnwendungDie OPDIVO-Infusion darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreicht werden.
Verabreichen Sie die OPDIVO-Infusion intravenös über einen Zeitraum von 30 oder 60 Minuten jenach Dosierung.
Die OPDIVO-Infusion soll nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln über dieselbe intravenöse
Infusionsleitung infundiert werden. Verwenden Sie eine gesonderte Infusionsleitung.
Verwenden Sie ein Infusionsset und einen sterilen, pyrogenfreien In-Line-Filter mit geringer
Proteinbindung (Porengröße: 0,2 bis 1,2 μm).
Die OPDIVO-Infusion ist kompatibel mit PVC und Polyolefin-Behältern, Glasflaschen,
PVC-Infusionssets und In-Line-Filtern mit Polyethersulfon-Membranen mit einer Porengröße von0,2 μm bis 1,2 μm.
Spülen Sie die Infusionsleitung am Ende der Nivolumab-Infusion mit Natriumchloridlösung 9 mg/ml(0,9 %) für Injektionszwecke oder Glucoselösung 50 mg/ml (5 %) für Injektionszwecke.
EntsorgungVerbliebene Restmengen der Infusionslösung nicht zur weiteren Verwendung aufheben. Nichtverwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG
Plaza 254
Blanchardstown Corporate Park 2
Dublin 15, D15 T867
Irland
EU/1/15/1014/001
EU/1/15/1014/002
EU/1/15/1014/003
EU/1/15/1014/004
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Juni 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. April 2020
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.