Angewendet bei: lokal fortgeschrittenes Basalzellkarzinom
Art der Anwendung: oral
Substanz: Sonidegib (Smoothened-Inhibitor)
ATC: L01XJ02 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren)
Sonidegib ist ein Krebsarzneimittel für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, einer Form von Hautkrebs, die nicht angemessen durch Operation oder Strahlentherapie behandelt werden kann. Es ist nicht für kleine, einfach entfernbare Hauttumoren gedacht und sollte von einem erfahrenen Facharzt verordnet werden.
Der Wirkstoff hemmt den Hedgehog-Signalweg, der bei manchen Basalzellkarzinomen überaktiv ist und das Wachstum von Krebszellen fördern kann. Durch diese Blockade kann Sonidegib den Tumor verkleinern oder sein Fortschreiten verlangsamen. Eine Heilung ist nicht immer möglich; deshalb prüft der Arzt regelmäßig Wirkung und Verträglichkeit.
Sonidegib wird als Kapsel eingenommen, meist einmal täglich nüchtern: mindestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit und eine Stunde vor der nächsten. Die Kapseln dürfen nicht geöffnet, zerdrückt oder zerkaut werden. Informieren Sie den Arzt über alle Arzneimittel und Nahrungsergänzungen, da manche Präparate den Sonidegib-Spiegel verändern können.
Häufige Nebenwirkungen sind Muskelkrämpfe oder Muskelschmerzen, Haarausfall, Geschmacksstörungen, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Appetitmangel und Juckreiz. Melden Sie starke Muskelschmerzen, Schwäche oder dunklen Urin sofort. Sonidegib kann schwere Fehlbildungen verursachen; es darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.
Odomzo 200 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 200 mg Sonidegib (als Phosphat).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Hartkapsel enthält 38,6 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Hartkapsel (Kapsel).
Undurchsichtige rosafarbene Hartkapsel, die ein weißes bis fast weißes Pulver mit Granulat enthält,mit der Aufschrift 'NVR“ in schwarzer Tinte auf dem Oberteil und 'SONIDEGIB 200MG“ inschwarzer Tinte auf dem Unterteil.
Die Kapsel hat die Größe 'Größe 00“ (Abmessungen 23,3 x 8,53 mm).
Odomzo ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem
Basalzellkarzinom (BCC), die für eine kurative Operation oder eine Strahlentherapie nicht in Fragekommen.
Odomzo darf nur durch einen Facharzt oder unter Aufsicht eines Facharztes verschrieben werden, derüber Erfahrung bei der Behandlung der zugelassenen Indikation verfügt.
DosierungDie empfohlene Dosis ist 200 mg Sonidegib oral einmal täglich.
Die Behandlung sollte fortgeführt werden, solange ein klinischer Nutzen erkennbar ist oder bisinakzeptable Toxizität auftritt.
Dosisanpassungen bei erhöhten Werten der Kreatinphosphokinase (CK) und muskulär bedingten
Nebenwirkungen
Eine vorübergehende Behandlungsunterbrechung und/oder Verringerung der Dosis von Odomzo kannbei erhöhtem CK-Wert oder muskulär bedingten Nebenwirkungenerforderlich sein.
In Tabelle 1 sind Empfehlungen zur Behandlungsunterbrechung und/oder Verringerung der Dosis von
Odomzo bei der Behandlung von symptomatischen Erhöhungen des CK-Werts und muskulärbedingten Nebenwirkungen (wie Myalgie, Myopathie und/oder Krämpfe) zusammengefasst.
Tabelle 1 Empfohlene Dosisanpassungen und Behandlung von symptomatischen Erhöhungendes CK-Werts und muskulär bedingten Nebenwirkungen
Schweregrad der CK-Erhöhung Dosisanpassungen* und
Behandlungsempfehlungen
* Die Behandlung mit derselben Dosisfortführen und den CK-Spiegel im Blut biszum Rückgang auf das Ausgangsniveauwöchentlich und anschließend monatlich
Schweregrad 1 überwachen. Muskuläre Symptome bis[CK-Erhöhung >ONG - 2,5 x ONG] zum Abklingen auf den Ausgangszustandauf Veränderungen hin überwachen.
* Die Nierenfunktion (Serum-Kreatinin)regelmäßig überprüfen und sicherstellen,dass der Patient ausreichend hydriert ist.
* Die Behandlung unterbrechen und den CK-
Spiegel im Blut bis zum Rückgang auf den
Ausgangswert wöchentlich überwachen.
* Muskuläre Symptome bis zum Abklingenauf den Ausgangszustand auf
Veränderungen hin überwachen. Nach dem
Abklingen die Behandlung mit derselben
Dosis fortführen und den CK-Wert danachmonatlich bestimmen.
* Die Nierenfunktion (Serum-Kreatinin)
Schweregrad 2 ohne Nierenfunktionsstörung regelmäßig überprüfen und darauf achten,(Serum-Cr ≤ ONG) dass der Patient ausreichend hydriert ist.[CK-Erhöhung >2,5 x ONG - 5 x ONG] * Wenn die Symptome erneut auftreten, die
Behandlung bis zum Abklingen auf den
Ausgangszustand unterbrechen. Die
Behandlung mit Sonidegib in einer
Dosierung von 200 mg jeden zweiten Tagwiederaufnehmen und die Überwachungnach denselben Empfehlungendurchführen. Wenn die Symptome trotz der
Gabe an jedem zweiten Tag weiteranhalten, ist ein Behandlungsabbruch zuerwägen.
* Die Behandlung unterbrechen und den CK-
Spiegel im Blut bis zum Rückgang auf den
Ausgangswert wöchentlich überwachen.
Muskuläre Symptome bis zum Abklingenauf den Ausgangszustand auf
Veränderungen hin überwachen.
Schweregrad 3 oder 4 ohne * Die Nierenfunktion (Serum-Kreatinin)
Nierenfunktionsstörung regelmäßig überprüfen und darauf achten,(Serum-Cr ≤ ONG) dass der Patient ausreichend hydriert ist.[Schweregrad 3 (CK-Erhöhung >5 x ONG - 10 x * Wenn die Nierenfunktion nicht
ONG)] beeinträchtigt ist und der CK-Spiegel[Schweregrad 4 (CK-Erhöhung >10 x ONG)] wieder auf den Ausgangswert absinkt,kann die Wiederaufnahme der Behandlungmit 200 mg jeden zweiten Tag erwogenwerden. Der CK-Spiegel ist nach
Wiederaufnahme der Behandlung mit
Sonidegib zwei Monate lang wöchentlichund danach monatlich zu bestimmen.
* Wenn die Nierenfunktion beeinträchtigtist, ist die Behandlung zu unterbrechen undsicherzustellen, dass der Patientausreichend hydriert ist. Andere sekundäre
Ursachen der Nierenfunktionsstörung sindabzuklären.
* Den CK- und Serum-Kreatinin-Spiegel biszum Rückgang auf die Ausgangswertewöchentlich überwachen. Muskuläre
Schweregrad 2, 3 oder 4 mit Symptome bis zum Abklingen auf den
Nierenfunktionsstörung Ausgangszustand auf Veränderungen hin(Serum-Cr > ONG) überwachen.
* Wenn der CK- und der Serum-Kreatinin-
Spiegel wieder auf die Ausgangswerteabsinken, kann die Wiederaufnahme der
Behandlung mit 200 mg jeden zweiten Tagerwogen werden, wobei der CK-Wert über2 Monate wöchentlich und danachmonatlich zu bestimmen ist; andernfallsmuss die Behandlung dauerhaft beendetwerden.
* Die oben genannten Empfehlungen zu Dosisanpassungen basieren auf den Common
Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) V 4.03, die vom National Cancer Institute(USA) entwickelt wurden. Die CTCAE sind eine standardisierte Klassifikation von
Nebenwirkungen und werden zur Beurteilung von Arzneimitteln für die Krebstherapieangewendet.
Cr: Kreatinin; ONG: Obere Normgrenze
Weitere Dosisanpassungen
Die Behandlung von schweren oder unerträglichen Nebenwirkungen kann eine vorübergehende
Behandlungsunterbrechung (mit oder ohne anschließende Dosisreduktion) oder einen
Behandlungsabbruch erforderlich machen.
Wenn eine Behandlungsunterbrechung notwendig ist, sollte erwogen werden, die Behandlung mit
Odomzo nach der Verbesserung der Nebenwirkung auf eine Schweregrad ≤1 mit der gleichen Dosisfortzusetzen.
Wenn eine Dosisreduktion notwendig ist, ist die Dosis auf 200 mg jeden zweiten Tag zu senken. Fallsdie gleiche Nebenwirkung nach Umstellung auf eine Gabe an jedem zweiten Tag auftritt und sichnicht verbessert, ist ein Abbruch der Behandlung mit Odomzo zu erwägen.
Wegen der langen Halbwertszeit von Sonidegib ist die volle Wirkung einer
Behandlungsunterbrechung oder Dosisanpassung von Sonidegib auf einige Nebenwirkungen im
Allgemeinen erst nach einigen Wochen zu erwarten (siehe Abschnitt 5.2).
Dauer der BehandlungIn klinischen Studien wurde die Behandlung mit Sonidegib bis zur Krankheitsprogression oder biszum Auftreten nichtakzeptabler Toxizitäten fortgeführt. Basierend auf der individuellen
Verträglichkeit waren Behandlungsunterbrechungen bis zu 3 Wochen erlaubt.
Der Nutzen einer kontinuierlichen Behandlung sollte regelmäßig bewertet werden. Die optimale
Behandlungsdauer variiert für jeden Patienten individuell.
Spezielle PatientengruppenSonidegib wurde bisher noch in keiner speziellen pharmakokinetischen Studie an Patienten mit
Nierenfunktionsstörung geprüft. Auf Grundlage der verfügbaren Daten ist die Eliminierung von
Sonidegib über die Niere vernachlässigbar. Eine pharmakokinetische Populationsanalyse ergab, dasssich eine leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörung nicht signifikant auf die scheinbare
Clearance (CL/F) von Sonidegib auswirkt. Dies deutet darauf hin, dass bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2). Für Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor.
Patienten mit LeberfunktionsstörungBei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere Patienten (≥65 Jahre)Die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten ab 65 Jahren lassen nicht darauf schließen,dass bei diesen Patienten eine Dosisanpassung erforderlich wäre (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Odomzo bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit
Basalzellkarzinom ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungOdomzo ist oral anzuwenden. Die Kapseln müssen im Ganzen geschluckt werden. Sie dürfen nichtgekaut oder zerdrückt werden. Aufgrund des Teratogenitätsrisikos dürfen die Kapseln nicht geöffnetwerden (siehe Abschnitt 5.3).
Odomzo muss mindestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit und mindestens eine Stunde vor dernächsten Mahlzeit eingenommen werden, um ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen durch einehöhere Exposition mit Sonidegib bei Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit zu verhindern (siehe
Abschnitt 5.2). Sollte es während der Behandlung zu Erbrechen kommen, darf keine erneute
Einnahme durch den Patienten vor der nächsten planmäßigen Dosis erfolgen.
Wird eine Dosis ausgelassen, sollte die Einnahme nachgeholt werden, sobald dies bemerkt wird, es seidenn, der ausgelassene Einnahmezeitpunkt liegt bereits länger als sechs Stunden zurück; in diesem
Fall sollte der Patient abwarten und die nächste planmäßige Dosis einnehmen.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
Frauen im gebärfähigen Alter, die sich nicht an das Odomzo Schwangerschaftsverhütungsprogramm(Odomzo Pregnancy Prevention Programme) halten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
Muskulär bedingte Nebenwirkungen
In der pivotalen Phase-II-Studie wurden Muskelkrämpfe, Myalgie, Myopathie und Fälle von erhöhten
CK-Werten beobachtet. Die Mehrzahl der mit Odomzo 200 mg täglich behandelten Patienten, die CK-
Erhöhungen entsprechend Schweregrad 2 oder höher aufwiesen, entwickelten vor der CK-Erhöhungbereits muskuläre Symptome. Bei den meisten Patienten klangen die muskulären Symptome und dieerhöhten CK-Werte unter entsprechender Behandlung wieder ab.
Alle Patienten, die eine Therapie mit Odomzo beginnen, müssen über das Risiko muskulär bedingter
Nebenwirkungen, einschließlich der Gefahr einer Rhabdomyolyse, aufgeklärt werden. Sie müssenangewiesen werden, jeden unerklärlichen Muskelschmerz, jede Druckschmerzempfindlichkeit oderjedes Schwächegefühl während der Behandlung mit Odomzo oder anhaltende Symptome nach
Absetzen der Behandlung unverzüglich zu melden.
Die CK-Spiegel sollten vor Behandlungsbeginn und, soweit klinisch angezeigt, während der
Behandlung, z. B. bei Auftreten muskulär bedingter Symptome, kontrolliert werden. Wird eineklinisch relevante CK-Erhöhung festgestellt, muss die Nierenfunktion untersucht werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Die Anleitungen zu Dosisanpassungen oder zum Behandlungsabbruch sind zu beachten (siehe
Abschnitt 4.2). Die Behandlung einer hochgradigen CK-Erhöhung mittels unterstützender Therapieeinschließlich ausreichender Hydratation ist gemäß den üblichen Standards der medizinischen Praxisund Behandlungsleitlinien zu erwägen.
Die Patienten sind engmaschig im Hinblick auf muskuläre Symptome zu überwachen, wenn Odomzoin Kombination mit bestimmten Arzneimitteln angewendet wird, die das potenzielle Risiko fürmuskuläre Toxizitäten erhöhen (z. B. CYP3A4-Inhibitoren, Chloroquin, Hydroxychloroquin,
Fibrinsäurederivate, Penicillamin, Zidovudin, Niacin und HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren) (siehe
Abschnitt 4.5).
Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (z. B. entzündlichen Myopathien, Muskeldystrophie,amyotropher Lateralsklerose, spinaler Muskelatrophie) müssen aufgrund des erhöhten Risikos fürmuskuläre Toxizität engmaschig überwacht werden.
Embryofetaler Tod oder schwere Geburtsfehler
Odomzo kann embryofetalen Tod oder schwere Geburtsfehler verursachen, wenn es bei schwangeren
Frauen angewendet wird. Auf der Grundlage des Wirkmechanismus hat sich Sonidegib intierexperimentellen Studien als teratogen und fetotoxisch erwiesen. Frauen, die Odomzo einnehmen,dürfen nicht schwanger sein oder während der Behandlung und über einen Zeitraum von 20 Monatennach Behandlungsende nicht schwanger werden.
Definitionskriterien für Frauen im gebärfähigen Alter
Eine Frau im gebärfähigen Alter ist im Rahmen des Odomzo Schwangerschaftsverhütungsprogramms(Odomzo Pregnancy Prevention Programme) definiert als sexuell reife Frau, die
* zu irgendeinem Zeitpunkt während der letzten 12 Monate eine Menstruation hatte,
* sich keiner Hysterektomie oder beidseitigen Ovarektomie unterzogen hat oder keinemedizinisch bestätigte dauerhafte vorzeitige Ovarialinsuffizienz aufweist,
* keinen XY-Genotyp, kein Turner-Syndrom und keine Uterusagenesie aufweist,
* infolge einer Krebstherapie, einschließlich einer Behandlung mit Odomzo, amenorrhoisch wird.
BeratungFür Frauen im gebärfähigen Alter
Odomzo ist bei Frauen im gebärfähigen Alter, die sich nicht an das Odomzo
Schwangerschaftsverhütungsprogramm (Odomzo Pregnancy Prevention Programme) halten,kontraindiziert. Eine Frau im gebärfähigen Alter muss über Folgendes aufgeklärt werden undverstanden haben:
* Odomzo besitzt ein teratogenes Risiko für das ungeborene Kind.
* Sie darf Odomzo nicht einnehmen, wenn sie schwanger ist oder eine Schwangerschaft plant.
* Ein Schwangerschaftstest, der von einer medizinischen Fachkraft innerhalb von 7 Tagen vor
Beginn der Behandlung mit Odomzo durchgeführt werden muss, muss negativ sein.
* Sie muss während der Behandlung monatlich einen negativen Schwangerschaftstest vorweisen,auch wenn sie amenorrhoisch ist.
* Sie darf während der Einnahme von Odomzo und über einen Zeitraum von 20 Monaten nachder letzten Dosis nicht schwanger werden.
* Sie muss in der Lage sein, zuverlässige Methoden der Schwangerschaftsverhütung anzuwenden.
* Sie muss 2 empfohlene Methoden der Schwangerschaftsverhütung anwenden (siehe Abschnitt'Kontrazeption“ unten und Abschnitt 4.6), während sie Odomzo einnimmt, es sei denn, sieverpflichtet sich, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten (Abstinenz).
* Sie muss ihren Arzt informieren, wenn während der Behandlung oder innerhalb von20 Monaten nach der letzten Dosis eines der folgenden Ereignisse eintritt:o sie wird schwanger oder glaubt aus irgendeinem Grund, schwanger zu sein,o die erwartete Menstruationsblutung bleibt aus,o sie wendet keine Verhütungsmethode mehr an, es sei denn, sie hätte sich verpflichtet, auf
Geschlechtsverkehr zu verzichten (Abstinenz),o sie muss die Methode der Schwangerschaftsverhütung wechseln.
* Sie darf während der Einnahme von Odomzo und über einen Zeitraum von 20 Monaten nachder letzten Dosis nicht stillen.
Für Männer
Sonidegib kann in die Samenflüssigkeit übergehen. Um eine potenzielle Exposition des Fetus währendder Schwangerschaft zu vermeiden, müssen männliche Patienten über Folgendes aufgeklärt werdenund müssen verstanden haben:
* Odomzo besitzt ein teratogenes Risiko für das ungeborene Kind, wenn er ungeschützten
Geschlechtsverkehr mit einer schwangeren Frau hat.
* Er muss stets die empfohlene Methode der Schwangerschaftsverhütung anwenden (siehe
Abschnitt 'Kontrazeption“ unten und Abschnitt 4.6).
* Er muss seinen Arzt informieren, wenn seine Partnerin schwanger wird, während er Odomzoeinnimmt, oder innerhalb von 6 Monate nach seiner letzten Dosis.
Für medizinisches Fachpersonal
Das medizinische Fachpersonal muss die Patienten aufklären, damit diese alle Bedingungen des
Odomzo Schwangerschaftsverhütungsprogramms (Odomzo Pregnancy Prevention Programme)verstehen und akzeptieren.
Kontrazeption
Frauen im gebärfähigen AlterFrauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Odomzo und über einen Zeitraumvon 20 Monaten nach Behandlungsende zwei empfohlene Methoden der Schwangerschaftsverhütunganwenden, darunter eine hochzuverlässige Methode und eine Barrieremethode (siehe Abschnitt 4.6).
MännerMännliche Patienten, auch vasektomierte Männer, müssen während der Behandlung mit Odomzo undüber einen Zeitraum von 6 Monaten nach Behandlungsende beim Geschlechtsverkehr mit einer
Partnerin stets ein Kondom (wenn verfügbar mit Spermizid) anwenden (siehe Abschnitte 4.6 und 5.3).
Schwangerschaftstests
Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter muss innerhalb von 7 Tagen vor
Beginn der Behandlung mit Odomzo und monatlich während der Behandlung anhand eines Testsüberprüft werden, der von einer medizinischen Fachkraft durchgeführt wird. Die
Schwangerschaftstests müssen je nach lokaler Verfügbarkeit eine Mindestsensitivität von 25 mIE/mlaufweisen. Sollte eine Schwangerschaft vorliegen, darf keine Behandlung begonnen werden. Trittwährend der Behandlung eine Schwangerschaft ein, muss Odomzo sofort abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 5.3). Bei Patientinnen, die während der Behandlung mit Odomzo an Amenorrhö leiden,sollten die monatlichen Schwangerschaftstests während der Behandlung fortgeführt werden.
Verschreibungs- und Abgabebeschränkungen für Frauen im gebärfähigen Alter
Die anfängliche Verschreibung und Abgabe von Odomzo muss innerhalb von 7 Tagen nach Vorliegeneines negativen Schwangerschaftstests erfolgen. Die Verschreibung von Odomzo ist auf30 Behandlungstage zu beschränken, damit für die Fortführung der Behandlung eine neue
Verschreibung nötig ist.
Schulungsmaterial
Um den medizinischen Fachkräften und den Patienten zu helfen, eine embryonale und fetale
Exposition gegenüber Odomzo zu verhindern, stellt der Inhaber der Zulassung Schulungsmaterialien(Odomzo Pregnancy Prevention Programme) zur Verfügung, um auf die potenziellen Risiken, die mitder Anwendung des Arzneimittels verbunden sind, nachdrücklich hinzuweisen.
Blutspende
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie während der Behandlung mit Odomzo und nach
Behandlungsende mindestens 20 Monate lang kein Blut spenden dürfen.
Samenspende
Männliche Patienten dürfen während der Behandlung mit Odomzo und nach Behandlungsendemindestens 6 Monate lang keinen Samen spenden.
Verfrühtes Schließen der Epiphysenfugen
Bei pädiatrischen Patienten, die mit Inhibitoren des Hedgehog-Signalübertragungswegs behandeltworden waren, wurde laut Berichten ein verfrühtes Schließen der Epiphysenfugen beobachtet.
In einigen Fällen setzte sich das Schließen nach dem Absetzen der Medikation fort (siehe Abschnitt4.8).
WechselwirkungenDie gleichzeitige Behandlung mit starken CYP-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin oder
Phenytoin) sollte vermieden werden, da ein Risiko für verringerte Plasmaspiegel und somit für eineverringerte Wirksamkeit von Sonidegib nicht ausgeschlossen werden kann (siehe auch Abschnitt 4.5).
Kutanes Plattenepithelkarzinom (cuSCC)
Patienten mit fortgeschrittenem BCC haben ein erhöhtes Risiko, ein cuSCC zu entwickeln. Bei
Patienten mit fortgeschrittenem BCC, die Odomzo erhielten, wurden Fälle von cuSCC berichtet. Eswurde nicht untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen einem cuSCC und der Behandlung mit
Odomzo besteht. Daher müssen alle Patienten während der Einnahme von Odomzo routinemäßigüberwacht und ein cuSCC gemäß dem Therapiestandard behandelt werden.
Zusätzliche VorsichtsmaßnahmenDie Patienten sind darauf hinzuweisen, dieses Arzneimittel nie an eine andere Person weiterzugeben.
Jede bei Behandlungsende nicht verwendete Kapsel ist entsprechend den nationalen Anforderungensofort durch den Patienten zu beseitigen (z. B. durch Rückgabe der Kapseln an seinen Apotheker oder
Arzt).
Sonstige BestandteileOdomzo Kapseln enthalten Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-
Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses
Arzneimittel nicht einnehmen.
Sonidegib wird primär über CYP3A4 metabolisiert. Die gleichzeitige Gabe starker Inhibitoren oder
Induktoren von CYP3A4 kann die Plasmakonzentration von Sonidegib signifikant erhöhen odervermindern.
Substanzen, die die Plasmakonzentration von Sonidegib erhöhen können
Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 800 mg Sonidegibzusammen mit Ketoconazol (200 mg zweimal täglich über 14 Tage), einem starken CYP3A-Inhibitor,zu einem 2,25-fachen Anstieg der AUC und einem 1,49-fachen Anstieg der Cmax von Sonidegib,verglichen mit Sonidegib allein. Auf Basis von Simulationen führt eine längere Dauer dergleichzeitigen Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. länger als 14 Tage) zu einer nochstärkeren Veränderung der Exposition gegenüber Sonidegib. Falls eine gleichzeitige Anwendung einesstarken CYP3A-Inhibitors erforderlich ist, sollte die Sonidegib-Dosis auf 200 mg jeden zweiten Taggesenkt werden. Starke CYP3A-Inhibitoren umfassen, sind aber nicht begrenzt auf Ritonavir,
Saquinavir, Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol und Nefazodon. Die
Patienten sind sorgfältig im Hinblick auf unerwünschte Ereignisse zu überwachen, wenn einer dieser
Wirkstoffe zusammen mit Sonidegib angewendet wird.
Substanzen, die die Plasmakonzentration von Sonidegib senken können
Bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 800 mg Sonidegibzusammen mit Rifampicin (600 mg täglich über 14 Tage), einem starken CYP3A-Induktor, zu einer
Verminderung der AUC von Sonidegib um 72 % und der Cmax um 54 %, verglichen mit der Gabe von
Sonidegib allein. Die gleichzeitige Gabe von Sonidegib und starken CYP3A-Induktoren führt zur
Senkung der Plasmakonzentration von Sonidegib. Die gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-
Induktoren ist zu vermeiden; dies umfasst, ist aber nicht begrenzt auf Carbamazepin, Phenobarbital,
Phenytoin, Rifabutin, Rifampicin und Johanniskraut (Hypericum perforatum). Wenn ein starker
CYP3A4-Induktor zusammen mit Sonidegib angewendet werden muss, sollte die Erhöhung der
Tagesdosis von Sonidegib auf 400-800 mg in Erwägung gezogen werden. Auf der Basispharmakokinetischer Daten sollte mit dieser Dosis Sonidegib die AUC voraussichtlich wieder auf denohne Induktoren zu messenden Bereich eingestellt werden können, wenn die gleichzeitige Behandlungmit dem Induktor nicht länger als 14 Tage andauert. Eine längere gleichzeitige Behandlung mit einem
Induktor wird nicht empfohlen, da die Exposition mit Sonidegib gesenkt wird und dies die
Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Nach Absetzen des starken Induktors ist Sonidegib wieder in der
Dosis anzuwenden, die vor der Behandlung mit dem starken Induktor gegeben wurde.
Die Ergebnisse einer klinischen Studie zeigten eine Veränderung der Exposition von Sonidegib (eine
Abnahme der AUC bzw. der Cmax um 32 % bzw. 38 %) nach gleichzeitiger Anwendung einer
Einzeldosis von 200 mg Odomzo und 40 mg Esomeprazol (einem Protonenpumpeninhibitor) täglichüber sechs Tage bei gesunden Probanden. Es ist nicht zu erwarten, dass diese Interaktion klinischsignifikant ist.
Wirkung von Sonidegib auf andere Arzneimittel
Sonidegib ist in vitro ein kompetitiver Inhibitor von CYP2B6 und CYP2C9. Die Ergebnisse einer
Arzneimittel-Interaktionsstudie bei Krebspatienten belegen allerdings, dass die systemische
Exposition gegenüber Bupropion (einem CYP2B6-Substrat) und Warfarin (einem CYP2C9-Substrat)bei gleichzeitiger Anwendung von Sonidegib unverändert ist. Außerdem ist Sonidegib ein Inhibitordes Brustkrebs-Resistenz-Proteins (BCRP) (IC50 ~1,5µM). Patienten, die gleichzeitig Substrate der
BCRP-Transporter anwenden, sind sorgfältig im Hinblick auf Nebenwirkungen zu überwachen.
Substrate von BCRP mit einer geringen therapeutischen Breite (z. B. Methotrexat, Mitoxantron,
Irinotecan, Topotecan) sind zu vermeiden.
Substanzen, die muskuläre bedingte Nebenwirkungen verstärken könnten
Aufgrund der überlappenden Toxizitäten besteht für Patienten, die Odomzo zusammen mit
Arzneimitteln einnehmen, die bekanntermaßen das Risiko für Toxizitäten auf die Muskulatur erhöhen,möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung muskulär bedingter Nebenwirkungen. Die
Patienten sind sorgfältig zu überwachen. Eine Dosisanpassung sollte erwogen werden, wennmuskuläre Symptome auftreten.
In der pivotalen Phase-II-Studie nahmen 12 (15,2 %) der mit 200 mg Odomzo behandelten Patientenbegleitend HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren ein (9 Patienten nahmen Pravastatin und 3 Patientennahmen kein Pravastatin, sondern andere HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren ein, darunter Rosuvastatinund Simvastatin). Sieben dieser Patienten (58,3 %) entwickelten muskuläre Symptome bis
Schweregrad 1, wohingegen 43 Patienten (64,1 %), die keine HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoreneinnahmen, Symptome bis Schweregrad 3 aufwiesen. Keiner der Patienten, die HMG-CoA-
Reduktase-Inhibitoren einnahmen, zeigte CK-Erhöhungen der Schweregrade 3/4, im Gegensatz zu6 Patienten (9,0 %), die keine HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren einnahmen.
Wechselwirkungen mit NahrungsmittelnDie Bioverfügbarkeit von Sonidegib ist in Verbindung mit Nahrungsmitteln erhöht (siehe
Abschnitt 5.2). Odomzo muss mindestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit und mindestens eine
Stunde vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden.
Da mit Sonidegib ein Risiko für embryofetalen Tod oder schwere Geburtsfehler verbunden ist, dürfen
Frauen, die Odomzo einnehmen, nicht schwanger sein oder während der Behandlung und über einen
Zeitraum von 20 Monaten nach Behandlungsende schwanger werden (siehe Abschnitt 4.4).
Odomzo ist bei Frauen im gebärfähigen Alter, die sich nicht an das Odomzo
Schwangerschaftsverhütungsprogramm (Odomzo Pregnancy Prevention Programme) halten,kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Bei Schwangerschaft oder ausbleibender Regelblutung
Wenn die Patientin schwanger wird, ihre Regelblutung ausbleibt oder sie aus einem anderen Grundvermutet, dass sie schwanger sein könnte, muss sie umgehend ihren behandelnden Arzt informieren.
Ein anhaltendes Ausbleiben der Menstruation muss während einer Behandlung mit Odomzo als
Hinweis für eine Schwangerschaft angesehen werden, bis eine medizinische Bewertung und
Bestätigung vorliegt.
Kontrazeption bei Männern und FrauenFrauen im gebärfähigen Alter müssen in der Lage sein, zuverlässige Methoden der
Schwangerschaftsverhütung anzuwenden. Sie müssen während der Therapie mit Odomzo und übereinen Zeitraum von 20 Monaten nach der letzten Dosis zwei empfohlene Methoden der
Schwangerschaftsverhütung anwenden, darunter eine hochzuverlässige Methode und eine
Barrieremethode. Frauen im gebärfähigen Alter, deren Monatsblutungen unregelmäßig auftreten oderaufgehört haben, müssen alle Ratschläge zur zuverlässigen Schwangerschaftsverhütung befolgen.
MännerEs ist nicht bekannt, ob Sonidegib im Sperma enthalten ist. Männer dürfen während der Behandlungmit Odomzo und für mindestens 6 Monate nach Behandlungsende kein Kind zeugen und keinen
Samen spenden. Um eine potenzielle fetale Exposition während einer Schwangerschaft zu vermeiden,müssen männliche Patienten, auch vasektomierte Männer, während der Einnahme von Odomzo undüber einen Zeitraum von 6 Monaten nach der letzten Dosis beim Geschlechtsverkehr mit einer
Partnerin immer ein Kondom (wenn verfügbar mit Spermizid) anwenden.
Es werden folgende hochzuverlässige Verhütungsmethoden empfohlen
* Tubensterilisation
* Vasektomie
* Intrauterinpessar (IUD)
Es werden folgende Barrieremethoden empfohlen
* Kondome für den Mann (gegebenenfalls mit Spermizid)
* Diaphragma (gegebenenfalls mit Spermizid)
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Sonidegib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben Teratogenität und Fetotoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Odomzo ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Sonidegib in die Muttermilch übergeht. Aufgrund des Potenzials von
Sonidegib für schwere Nebenwirkungen, wie schwere Entwicklungsstörungen, bei gestillten
Neugeborenen/Kindern, dürfen Frauen während der Behandlung mit Odomzo und über einen Zeitraumvon 20 Monaten nach Behandlungsende nicht stillen (siehe Abschnitt 5.3).
FertilitätDaten bei Ratten und Hunden weisen darauf hin, dass die männliche und weibliche Fertilität durch die
Behandlung mit Odomzo irreversibel beeinträchtigt werden kann (siehe Abschnitt 5.3). Zusätzlichwurde in klinischen Studien Amenorrhö bei Frauen im gebärfähigem Alter beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Vor Beginn der Behandlung mit Odomzo sind deshalb mit Frauen im gebärfähigem
Alter Strategien zum Erhalt der Fertilität zu diskutieren.
Odomzo hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
In der pivotalen Phase-II-Studie wurde die Sicherheit von Odomzo an insgesamt 229 erwachsenen
Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem BCC beurteilt. Die Patienten wurden mit200 mg Odomzo täglich (n=79) oder mit 800 mg Odomzo täglich (n=150) behandelt. Die mittlere
Behandlungsdauer betrug 11,0 Monate für Patienten, die mit Odomzo in der empfohlenen Dosis von200 mg behandelt wurden (Bereich 1,3 bis 41,3 Monate). Ein Todesfall trat während der Behandlungoder innerhalb von 30 Tagen nach der letzten Dosis entweder bei Patienten mit metastasiertem BCCoder lokal fortgeschrittenem BCC auf, die 200 mg Odomzo einnahmen.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei ≥10 % der mit 200 mg Odomzo behandelten Patientenauftraten, waren Muskelkrämpfe, Alopezie, Dysgeusie, Fatigue, Übelkeit, muskuloskeletale
Schmerzen, Diarrhö, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit, Myalgie, Abdominalschmerzen,
Kopfschmerzen, Schmerzen, Erbrechen und Pruritus.
Die häufigsten Nebenwirkungen mit Schweregrad 3/4, die bei ≥2 % der mit 200 mg Odomzobehandelten Patienten auftraten, waren Fatigue, Gewichtsabnahme und Muskelkrämpfe.
Die gemeldeten Nebenwirkungen (Tabelle 2) traten häufiger bei Patienten auf, die 800 mg Odomzoeinnahmen, als bei Patienten, die 200 mg Odomzo erhielten, mit Ausnahme von muskuloskeletalen
Schmerzen, Diarrhö, Abdominalschmerzen, Kopfschmerzen und Pruritus. Dasselbe galt für
Nebenwirkungen mit Schweregrad 3/4, mit Ausnahme von Fatigue.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen für die empfohlene Dosis aus der pivotalen klinischen Phase-II-Studie (Table 2) sindnach den Systemorganklassen gemäß MedDRA (Medical Dictionary for Regulatory Activities) in der
Version 18 aufgelistet. Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen nach Häufigkeitaufgeführt, wobei die häufigsten Reaktionen zuerst angegeben werden. Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Außerdem basieren die entsprechenden Häufigkeitskategorien für jede Nebenwirkung auf derfolgenden Konvention (CIOMS III): sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich(≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2 In der pivotalen Phase-II-Studie beobachtete Nebenwirkungen
Primäre Systemorganklasse Häufigkeit aller Schweregrade
Bevorzugter Begriff 200 mg
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenVerminderter Appetit Sehr häufig
Dehydratation Häufig
Erkrankungen des NervensystemsDysgeusie Sehr häufig
Kopfschmerzen Sehr häufig
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit Sehr häufig
Diarrhö Sehr häufig
Abdominalschmerzen Sehr häufig
Erbrechen Sehr häufig
Dyspepsie Häufig
Obstipation Häufig
Gastroösophageale Refluxkrankheit Häufig
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesAlopezie Sehr häufig
Pruritus Sehr häufig
Hautausschlag Häufig
Unnormales Haarwachstum Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMuskelkrämpfe Sehr häufig
Muskuloskeletale Schmerzen Sehr häufig
Myalgie Sehr häufig
Myopathie Häufig[Muskelermüdung und Muskelschwäche]
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseAmenorrhö* Sehr häufig
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFatigue Sehr häufig
Schmerzen Sehr häufig
Untersuchungen
Gewichtsabnahme Sehr häufig
* Unter den 79 Patienten, die 200 mg Odomzo erhielten, waren fünf gebärfähige Frauen. Unterdiesen Frauen wurde Amenorrhö bei einer Patientin (20%) beobachtet.
Klinisch relevante Laborwertabweichungen
Die am häufigsten gemeldeten Laborwertabweichungen mit Schweregrad 3/4, die mit einer Inzidenzvon ≥ 5 % bei Patienten auftraten, die 200 mg Odomzo erhielten, waren ein Anstieg der Lipase undein Anstieg des CK-Spiegels im Blut (Tabelle 3).
Tabelle 3 Auffällige Laborwerte*
Häufigkeit aller Schweregrade
Labortest 200 mg
Hämatologische Parameter
Vermindertes Hämoglobin Sehr häufig
Verminderte Zahl von Lymphozyten Sehr häufig
Biochemische ParameterErhöhtes Serum-Kreatinin Sehr häufig
Erhöhte Serum-Kreatinphosphokinase (CK) Sehr häufig
Erhöhter Blutzuckerspiegel Sehr häufig
Erhöhte Lipase Sehr häufig
Erhöhte Alanin-Aminotransferase (ALT) Sehr häufig
Erhöhte Aspartat-Aminotransferase (AST) Sehr häufig
Erhöhte Amylase Sehr häufig
* Basierend auf dem schlechtesten Laborwert nach der Behandlung, unabhängig vom Ausgangswert,
Klassifikation gemäß CTCAE Version 4.03
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenMuskulär bedingte Nebenwirkungeneinschließlich CK-Erhöhung
Muskeltoxizität ist die klinisch bedeutsamste Nebenwirkung, die von Patienten, die eine Therapie mit
Sonidegib erhielten, berichtet wurde, wobei man annimmt, dass es sich um einen Klasseneffekt der
Hedgehog-(Hh-)Signalweg-Inhibitoren handelt. In der pivotalen Phase-II-Studie waren
Muskelkrämpfe die häufigsten 'muskulär bedingten“ Nebenwirkungen. Sie wurden von einemgeringeren Anteil der Patienten in der mit 200 mg Odomzo behandelten Gruppe (54 %) als in der mit800 mg Odomzo behandelten Gruppe (69 %) angegeben.
Ein Anstieg des CK-Spiegels im Blut mit Schweregrad 3/4 wurde von 8 % der mit 200 mg Odomzobehandelten Patienten berichtet. Die Mehrzahl der Patienten, die CK-Erhöhungen mit Schweregrad 2oder höher aufwiesen, entwickelten vor der CK-Erhöhung bereits muskuläre Symptome. Bei diesen
Patienten setzte der Anstieg der Laborwerte für CK auf einen Schweregrad von 2 und höher nach einermedianen Zeit von 12,9 Wochen (Bereich 2 bis 39 Wochen) nach Beginn der Therapie mit Odomzoein und klang nach einer medianen Zeit von 12 Tagen (95%-KI 8 bis 14 Tage) wieder ab(Normalisierung oder Schweregrad 1).
Ein mit 200 mg Odomzo behandelter Patient zeigte muskuläre Symptome und CK-Erhöhungen aufüber 10x ONG und benötigte intravenöse Flüssigkeitsgaben, verglichen mit 6 Patienten, die 800 mg
Odomzo erhielten.
In der pivotalen Phase-II-Studie wurden keine gemeldeten Fälle von Rhabdomyolyse bestätigt(definiert als ein CK-Spiegel erhöht um das >10-Fache gegenüber dem Wert vor der Behandlung oderdem Wert bei Behandlungsbeginn oder ein CK-Spiegel von >10x ONG, wenn kein Wert bei
Behandlungsbeginn vorliegt, plus einem 1,5-fachen Anstieg des Serum-Kreatinins gegenüber dem
Wert vor der Behandlung oder dem Wert bei Behandlungsbeginn). In einer nicht pivotalen Studiewurde jedoch ein gemeldeter Fall eines mit 800 mg Odomzo behandelten Patienten bestätigt.
Amenorrhö
In der pivotalen Phase-II-Studie entwickelten 2 (14,3 %) von 14 Frauen im gebärfähigen Alter(einschließlich mittels Tubenligatur sterilisierter Frauen im gebärfähigen Alter) eine Amenorrhö unterder Behandlung mit 200 mg oder 800 mg Odomzo einmal täglich.
Pädiatrische PopulationDie Bewertung der Sicherheit in der pädiatrischen Population basiert auf Daten von 16 erwachsenenund 60 pädiatrischen Patienten aus der Studie CLDE225X2104 sowie 16 erwachsenen und 2pädiatrischen Patienten aus der Studie CLDE225C2301. Die mediane Expositionsdauer gegenüber
Sonidegib in der Studie X2104 betrug 97 Tage (Spanne von 34 bis 511 Tagen) bei erwachsenen
Patienten und 55 Tage (Spanne von 2 bis 289 Tagen) bei pädiatrischen Patienten. Die mediane
Expositionsdauer gegenüber Sonidegib in der Studie C2301 betrug 2,8 Monate (Spanne von 0,4 bis33,2 Monaten) bei erwachsenen Patienten und 3,5 Monate (Spanne von 1,3 bis 5,7 Monaten) beipädiatrischen Patienten.
Die in den Studien C2301 und X2104 bei Erwachsenen beobachtete Toxizität von Sonidegib stand im
Einklang mit der bereits von erwachsenen Patienten mit Basalzellkarzinom bekanntenbehandlungsbezogenen Toxizität. Die bei pädiatrischen Patienten berichtete Sonidegib-bedingte
Toxizität war vergleichbar mit den Ergebnissen bei Erwachsenen, ausgenommen einer geringeren
Häufigkeit von Muskeltoxizität (z. B. erhöhte CK-Werte bei 16,7 % der pädiatrischen Patienten im
Vergleich zu 50 % der Erwachsenen in der Studie X2104) und der Beobachtung von Auswirkungenauf die postnatale Entwicklung, besonders bei längerer Exposition (berichtet als Schädigung der
Epiphysenfuge oder Phalanx, subchondrale Flächenverdichtung der Wachstumszone im Knie,
Schädigung der distalen Femurepiphyse, Chondropathie und Zahnbruch).
Verfrühtes Schließen der Epiphysenfugen
Bei pädiatrischen Patienten, die in klinischen Studien mit Sonidegib behandelt worden waren, wurdendrei Fälle von Störungen der Epiphysenfuge (ein Fall eines Knorpelschadens, ein Fall von
Epiphysenstörung und ein Fall einer Epiphysenfraktur) berichtet, aber der kausale Zusammenhang mit
Sonidegib kann nicht schlüssig festgestellt werden. Bei pädiatrischen Patienten, die mit Inhibitoren des
Hedgehog-Signalübertragungswegs behandelt worden waren, wurde laut Berichten ein verfrühtes
Schließen der Epiphysenfugen beobachtet. Odomzo sollte nicht bei pädiatrischen Patienten eingesetztwerden, da die Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Population nicht nachgewiesen ist.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Rahmen von Dosiseskalationsstudien wurde Odomzo in Dosen bis 3000 mg oral einmal täglichgegeben. In allen Fällen einer Überdosierung sind die Patienten sorgfältig im Hinblick aufunerwünschte Ereignisse zu überwachen und entsprechende unterstützende Maßnahmen zu treffen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere antineoplastische Mittel,
ATC-Code: L01XJ02.
WirkmechanismusSonidegib ist ein oral bioverfügbarer Inhibitor des Hh-Signalweges. Es bindet an Smoothened (Smo),ein G-Protein-gekoppeltes Rezeptor-artiges Molekül, das den Hh-Übertragungsweg positiv reguliertund letztlich Gliom-assoziierte onkogene (GLI-)Transkriptionsfaktoren aktiviert und freisetzt, welchedie Transkription von Hh-Targetgenen induzieren, die an der Proliferation, Differenzierung und dem
Überleben beteiligt sind. Ein aberranter Hh-Übertragungsweg wurde mit der Pathogeneseverschiedener Tumorarten, einschließlich Basalzellkarzinom (BCC), in Zusammenhang gebracht.
Sonidegib gebunden an Smo hemmt den Hh-Übertragungsweg und daher die Signalübertragung.
Pharmakodynamische WirkungenDie Analyse des Zusammenhangs zwischen der Plasmakonzentration von Sonidegib und der
Verlängerung des QTc-Intervalls zeigte, dass die Obergrenze des einseitigen95 %-Konfidenzintervalls für die QTc-Verlängerung bei Cmax im Steady-State für die Tagesdosen von800 mg unter 5 ms betrug, wodurch sich im Vergleich zur empfohlenen Dosis von 200 mg eine2,3-fache Plasmaexposition ergibt. Daher ist nicht zu erwarten, dass Odomzo in therapeutischen
Dosen eine klinisch signifikante Verlängerung des QTc-Intervalls bewirkt. Darüber hinaus warenhöhere als die mit therapeutischen Dosen erzielbaren Plasmakonzentrationen von Sonidegib nicht mitlebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen oder Torsades de Pointes assoziiert.
Das Tumoransprechen erwies sich im Dosisbereich von 200 mg bis 800 mg als unabhängig von der
Dosis Odomzo oder der Plasmakonzentration.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEs wurde eine randomisierte, doppelblinde Phase-II-Studie mit Odomzo in zwei Dosisstufen (200 mgoder 800 mg einmal täglich) durchgeführt, an der 230 Patienten mit lokal fortgeschrittenem
Basalzellkarzinom (laBCC) (n=194) oder metastasiertem Basalzellkarzinom (mBCC) (n=36)teilnahmen. Von diesen 230 Patienten hatten 16 eine Diagnose eines Gorlin-Syndroms (15 laBCC und1 mBCC). Erwachsene (≥18 Jahre) Patienten mit laBCC oder mBCC, die nicht als Kandidaten für eine
Strahlentherapie, Operation oder andere lokale Therapien in Frage kamen, erhielten nach
Randomisierung entweder 200 mg oder 800 mg Odomzo täglich bis zum Auftreten einer
Krankheitsprogression oder einer inakzeptablen Toxizität.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war die objektive Ansprechrate nach mRECIST(modified Response Evaluation Criteria in Solid Tumours) bei Patienten mit laBCC und RECIST 1.1bei Patienten mit mBCC, die zentral beurteilt wurde. Zu den sekundären Endpunkten zählten die
Dauer des Ansprechens, die Zeit bis zum Tumoransprechen und das progressionsfreie Überleben(PFS) nach mRECIST bei Patienten mit laBCC und RECIST 1.1 bei Patienten mit mBCC gemäß einerzentralen Beurteilung.
Für Patienten mit laBCC wurde das zusammengefasste Gesamtansprechen (Composite Overall
Response) vom Independent Review Committee (IRC) unter Einbeziehung zentral beurteilter MRT-
Bilder, digitaler klinischer Fotografien und der Histopathologie nach mRECIST ermittelt. Jedesmal,wenn eine Beurteilung des Ansprechens durch das Vorliegen von Ulzerationen, Zysten oder
Narbenbildung/Fibrose verhindert wurde, wurden beim laBCC mehrere Stanzbiopsieprobenentnommen. Das Tumoransprechen im MRT wurde nach RECIST 1.1 beurteilt. Das Ansprechenanhand der digitalen klinischen Fotografien wurde nach den adaptierten Kriterien der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilt [partielles Ansprechen (PR): Verminderung der Summeder Produkte der Längs- und Querdurchmesser (SPD) einer Läsion um ≥50 %; vollständiges
Ansprechen (CR): Verschwinden aller Läsionen; Krankheitsprogression: Zunahme der SPD der
Läsionen um ≥25 %]. Für das zusammengefasste vollständige Ansprechen (Composite Complete
Response) mussten alle bildgebenden Verfahren, die für eine Beurteilung herangezogen wurden, die
Abwesenheit eines Tumors nachweisen.
Von 230 randomisierten Patienten wurden 79 Patienten der Behandlung mit 200 mg Odomzozugewiesen. Von diesen 79 Patienten waren 66 (83,5 %) Patienten mit laBCC (37 [46,8 %] mitaggressiver Histologie und 29 [36,7 %] mit nicht-aggressiver Histologie) und 13 (16,5 %) waren
Patienten mit mBCC. Das mediane Alter aller Patienten, die 200 mg Odomzo erhielten, lag bei67 Jahren (59,5 % waren älter als 65 Jahre), 60,8 % waren männlich und 89,9 % Kaukasier.
Die Mehrzahl der Patienten (laBCC 74 %, mBCC 92 %) hatte Vortherapien erhalten, einschließlichoperative Eingriffe (laBCC 73 %, mBCC 85 %), Strahlentherapie (laBCC 18 %, mBCC 54 %) undantineoplastische Therapien (laBCC 23 %, mBCC 23 %).
Die wichtigsten wirksamkeitsbezogenen Ergebnisse gemäß der zentralen Beurteilung und der
Beurteilung durch den örtlichen Prüfarzt werden in Tabelle 4 gezeigt.
Tabelle 4 Übersicht über die Wirksamkeit gemäß der zentralen Beurteilung und der
Beurteilung durch den lokalen Prüfarzt für das FASa
Odomzo 200 mg
Zentral Lokaler PrüfarztlaBCC laBCC
N=66 N=66
Objektive Ansprechrate, n (%) 37 (56,1) 47 (71,2)95%-KI (43,3; 68,3) (58,7; 81,7)
Bestes Gesamtansprechen, n (%)
Vollständiges Ansprechen 3 (4,5)b 6 (9,1)
Partielles Ansprechen 34 (51,5) 41 (62,1)
Krankheitsstabilisierung 23 (34,8) 13 (19,7)
Krankheitsprogression 1 (1,5) 1 (1,5)
Unbekannt 5 (7,6) 5 (7,6)
Zeit bis zum Tumoransprechen
Median 4,0 2,595%-KI (3,8; 5,6) (1,9; 3,7)
Dauer des Ansprechens
Anzahl Ereignisse* 11 22
Anzahl zensiert 26 25
Median (Monate) 26,1 15,795%-KI (NB) (12,0; 20,2)
Wahrscheinlichkeit Ereignisfreiheit (%), (95%-KI)6 Monate 86,4 (67,7; 94,7) 89,8 (74,8; 96,1)9 Monate 74,9 (54,4; 87,2) 80,7 (63,5; 90,4)12 Monate 64,9 (42,3; 80,4) 71,4 (53,1; 83,6)
Progressionsfreies Überleben
Anzahl Ereignisse* 16 28
Anzahl zensiert 50 38
Median (Monate) 22,1 19,495%-KI (NB) (16,6; 23,6)
Wahrscheinlichkeit Progressionsfreies Überleben (%),(95%-KI)6 Monate 94,8 (84,6; 98,3) 94,7 (84,5; 98,3)12 Monate 82,0 (66,7; 90,7) 75,5 (60,7; 85,4)aZum Full-Analysis-Set zählten alle randomisierten Patienten (Intent-to-treat-Population).b Ausschließliche Verwendung einer negativen Histologie zur Definition eines vollständigen Ansprechens (CR)bei Patienten, die mindestens ein partielles Ansprechen (PR) mit anderen Methoden (MRT oder Fotographie)zeigten, führte zu einer vollständigen Ansprechrate (CR) von 21,2%.
* 'Ereignis“ bezieht sich auf Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache.
FAS: Full-Analysis-Set
KI: Konfidenzinterval
NB: nicht bestimmbar
Abbildung 1 Beste Veränderung der Zielläsionen von Patienten mit laBCC gegenüber dem
Ausgangswert gemäß der zentralen Beurteilung für das FAS
- 80 Responder (vollständiges Ansprechen/partielles
Ansprechen)
Stabile Krankheit
Progressive Krankheit
- 100 Unbekannt
Als exploratorischer Endpunkt wurden Patientenbefragungen (Patient-Reported Outcomes)ausgewertet. Dabei kamen der EORTC QLQ-C30 (European Organisation for Research and
Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire Core 30) und das zugehörige, für Tumoren im
Kopf- und Halsbereich spezifische Modul (H&N35) zum Einsatz.
Die Mehrzahl der Patienten gab eine Aufrechterhaltung und/oder Besserung ihrer krankheitsbedingten
Symptome, Funktionsfähigkeit und ihres Gesundheitszustands an. Die anhand der vorgegebenen PRO-
Skalen bestimmte Zeit bis zur Verschlechterung (entsprechend einer Verschlechterung um >10 Punkteohne nachfolgende Besserung) spiegelte im Wesentlichen das geschätzte PFS wider.
In der pivotalen Studie brachen 29,1% der Patienten die Teilnahme wegen meist leichter bis moderater
Nebenwirkungen ab (siehe Abschnitt 4.8).
Beste prozentuale Veränderung gegenüberdem Ausgangswert (Zielläsionen)
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Odomzo eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Basalzellkarzinomengewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sonidegib wurde in zwei klinischen Studien mit insgesamt 62pädiatrischen Patienten untersucht. In der Studie CLDE225X2104, einer Phase-I/II-Studie, wurde
Sonidegib bei pädiatrischen Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem Medulloblastom oderanderen, möglicherweise auf eine abnorme Aktivierung des Hedgehog (Hh)-Signalwegszurückzuführenden Tumoren und erwachsenen Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem
Medulloblastom untersucht. Bei der Studie CLDE225C2301 handelte es sich um eine multizentrische,nicht verblindete Phase-II-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit der oralen
Verabreichung von Sonidegib bei Patienten mit rezidiviertem SHH-Medulloblastom. Die Ergebnissezeigen fehlende signifikante Wirksamkeit trotz der auf das SHH-Medulloblastom fokussierten
Anreicherungsstrategie.
Nach Gabe einer Einzeldosis Odomzo (100 mg bis 3000 mg) außerhalb der Mahlzeiten an Patientenmit Krebskrankungen lag die mediane Zeit bis zur Höchstkonzentration (Tmax) bei 2 bis 4 Stunden.
Sonidegib zeigte über den Dosisbereich von 100 mg bis 400 mg eine dosisproportionale Zunahme der
AUC und Cmax, oberhalb von 400 mg jedoch eine weniger als dosisproportionale Zunahme. Auf
Grundlage der pharmakokinetischen Populationsanalyse ergaben sich keine Hinweise auf eine
Veränderung der Clearance bei mehrmaliger Gabe, und die geschätzte Akkumulation im Steady-Statebetrug unabhängig von der Dosis das 19-Fache. Die Steady-State-Konzentration wurde etwa 4 Monatenach Beginn der Behandlung mit Sonidegib erreicht. Die durchschnittliche Talkonzentration (Ctrough)für 200 mg betrug bei Krebspatienten im Steady-State 830 ng/ml (Bereich 200 bis 2400 ng/ml). Im
Vergleich zum nüchternen Zustand waren die Cmax und die AUC von 800 mg Odomzo um das 7,8-bzw. 7,4-Fache erhöht, wenn die Dosis zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit gegeben wurde. Im
Vergleich zum nüchternen Zustand waren die Cmax und die AUC von Odomzo 200 mg um das 2,8-bzw. 3,5-Fache erhöht, wenn die Dosis zusammen mit einer leichten Mahlzeit gegeben wurde. Im
Vergleich zum nüchternen Zustand waren die Cmax und die AUC von Odomzo 200 mg um das 1,8-bzw. 1,6-Fache erhöht, wenn 2 Stunden vor der Anwendung eine mäßig fettreiche Mahlzeiteingenommen wurde. Die Einnahme einer mäßig fettreichen Mahlzeit 1 Stunde nach der Anwendungvon Odomzo 200 mg lieferte im Vergleich zum nüchternen Zustand eine ähnliche Exposition.
VerteilungAuf der Grundlage einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von 351 Patienten, die orale Dosen
Odomzo im Dosisbereich von 100 mg bis 3000 mg erhielten, lag das scheinbare Verteilungsvolumenim Steady-State (Vss/F) bei 9170 Litern. Die Steady-State-Konzentration von Sonidegib in der Hautwar 6-fach höher als im Plasma.
Sonidegib wurde in vitro in hohem Maße (>97 %) an humane Plasmaproteine gebunden (humanes
Serum-Albumin und saures alpha-1-Glykoprotein) und die Bindung erwies sich im Bereich von1 ng/ml bis 2.500 ng/ml als nicht konzentrationsabhängig.
Auf Basis von In-vitro-Daten ist Sonidegib kein Substrat von P-gp, BCRP oder
Multiresistenzprotein 2 (MRP2). Sonidegib bewirkte in klinisch relevanten Konzentrationen keine
Hemmung von apikalen Effluxtransportern, P-gp oder MRP2, der hepatisch exprimierten
Aufnahmetransporter OATP1B1 oder OATP1B3, der renalen Transportproteine für organische
Anionen OAT1 und OAT3 oder der Transportproteine für organische Kationen OCT1 oder OCT2.
BiotransformationSonidegib wird primär über CYP3A4 metabolisiert. Unverändertes Sonidegib machte 36 % derzirkulierenden Radioaktivität aus. Der im Plasma nachgewiesene zirkulierende Hauptmetabolit (45 %der Ausgangsexposition) ist das pharmakologisch inaktive Hydrolyseprodukt von Sonidegib. Alle
Metaboliten wurden im Vergleich zu Sonidegib als 4 bis 90fach weniger potent erachtet.
EliminationSonidegib und seine Metaboliten werden in erster Linie über die Leber eliminiert, wobei 93,4 % dergegebenen Dosis in den Fäzes und 1,95 % im Urin wiedergefunden wurden. Unverändertes Sonidegibin den Fäzes entsprach 88,7 % der gegebenen Dosis und war im Urin nicht nachweisbar. Die anhandpopulationspharmakokinetischem Modelling geschätzte Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von Sonidegibbetrug etwa 28 Tage.
Spezielle PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Sonidegib wurde bei Patienten mit leichter (Child-Pugh Klasse A; n=8),mittelschwerer (Child-Pugh Klasse B; n=8) oder schwerer (Child-Pugh Klasse C; n=9)
Leberfunktionsstörung und bei 8 gesunden Probanden mit normaler Leberfunktion untersucht. Die
Cmax von Sonidegib nach einer oralen Einzeldosis von 800 mg war bei leichter, mittelschwerer undschwerer Leberfunktionsstörung um 20 %, 21 % bzw. 60 % niedriger als bei normaler Leberfunktion.
Die AUCinf von Sonidegib war um 40 %, 22 % bzw. 8 % verringert. Die AUClast war bei leichter
Leberfunktionsstörung um 35 % vermindert, bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung um 14 %höher und bei schwerer Leberfunktionsstörung um 23 % vermindert. Bei Patienten mit
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit NierenfunktionsstörungDie Auswirkungen einer Nierenfunktionsstörung auf die systemische Exposition von Sonidegibwurden bisher nicht untersucht. Da Sonidegib nicht über die Nieren ausgeschieden wird, ist bei
Patienten mit Nierenfunktionsstörung keine Veränderung der systemischen Exposition zu erwarten.
Eine pharmakokinetische Populationsanalyse ergab keinen signifikanten Einfluss der Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance >27 ml/min) auf die scheinbare Clearance (CL/F) von Sonidegib. Dies deutetdarauf hin, dass bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich ist.
Auswirkungen des Lebensalters, Körpergewichts und Geschlechts
Pharmakokinetische Populationsanalysen ergaben keine klinisch relevanten Auswirkungen des
Lebensalters (getesteter Bereich 20-93 Jahre, Mittel 61 Jahre), Körpergewichts (getesteter Bereich42-181 kg, Mittel 77 kg), Geschlechts oder der Kreatinine-Clearance (getesteter Bereich27,3-290 ml/min, Mittel 92,9 ml/min) auf die systemische Exposition von Sonidegib.
Auswirkungen der ethnischen Herkunft
Die Cmax und AUCinf für eine Einzeldosis von 200 mg Sonidegib waren bei gesunden Japanern 1,56-bzw. 1,68-fach höher als bei westlichen gesunden Probanden.
Sonidegib wurde an Ratten und Hunden untersucht.
Allgemeine Toxikologie
Die Mehrzahl der unerwünschten Wirkungen von Sonidegib kann auf den pharmakologischen
Wirkmechanismus zurückgeführt werden, der entwicklungsphysiologische Signalwege betrifft und bei
Ratten und Hunden einen ähnlichen Effekt hat. Die meisten Auswirkungen zeigten sich nahe der beim
Menschen vorgesehenen Exposition. Zu den Auswirkungen, die bei klinisch relevanten Expositionenbeobachtet wurden, zählen der Schluss der Knochenwachstumsfugen, Auswirkungen auf das
Zahnwachstum, Auswirkungen auf den männlichen und weiblichen Fortpflanzungstrakt, Atrophie der
Haarfollikel mit Alopezie, gastrointestinale Toxizität mit Gewichtsabnahme und Auswirkungen aufdie Lymphknoten. Bei Expositionen, die deutlich über der klinischen Exposition liegen, war die Niereein weiteres Zielorgan.
Karzinogenese und MutageneseSonidegib zeigte bei in vitro und in vivo durchgeführten Studien keine Genotoxiziät. In
Karzinogenitätsstudien an Ratten und Mäusen wurde kein karzinogenes Potenzial festgestellt. Die
Expositionswerte lagen jedoch weit unter den klinischen Expositionswerten bei Ratten undentsprachen in etwa den klinischen Expositionswerten bei Mäusen.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätSonidegib erwies sich bei Kaninchen als fetotoxisch, erkennbar an Fehlgeburten und/oder dervollständigen Resorption der Feten, sowie als teratogen, indem es bereits bei sehr geringer Expositionschwere Missbildungen hervorrief. Zu den teratogenen Wirkungen zählten Fehlbildungen der
Wirbelsäule, der distalen Gliedmaßen und der Finger/Zehen sowie schwere kraniofaziale
Missbildungen und andere schwere Mittelliniendefekte. Bei Kaninchen wurde auch bereits bei sehrgeringer maternaler Exposition Fetotoxizität beobachtet. Die Fertilität weiblicher Ratten war bereitsbei geringer Exposition beeinträchtigt. Bei mit Sonidegib behandelten männlichen Ratten hatte eine
Exposition, die etwa dem 2-Fachen der klinischen Exposition entsprach, keinen Einfluss auf diemännliche Fertilität.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])Die Beurteilung der Risiken für die Umwelt hat gezeigt, dass Sonidegib ein Risiko für
Oberflächengewässer darstellen kann (siehe Abschnitt 6.6).
Crospovidon (Typ A)
Lactose-Monohydrat
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Poloxamer (188)
Hochdisperses Siliciumdioxid
Natriumdodecylsulfat
KapselhülleGelatine
Eisen(III)-oxid (E172, rot)
Titandioxid (E171)
DrucktinteEisen(II,III)-oxid (E172, schwarz)
Propylenglycol (E1520)
Schellack
Nicht zutreffend.
5 Jahre.
Nicht über 30 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
10 x 1 Hartkapsel in perforierten PCTFE/PVC/Alu-Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen.
Jede Packung enthält entweder 10 oder 30 Hartkapseln.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Dieses Arzneimittel kann eine Gefahr für die Umwelt darstellen (siehe Abschnitt 5.3).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Sun Pharmaceutical Industries Europe B.V.
Polarisavenue 872132JH Hoofddorp
Niederlande
EU/1/15/1030/001
EU/1/15/1030/002
ZULASSUNG
Datum der Erstzulassung: 14. August 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20 Mai 2020
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.