NEVANAC 3mg / ml augentropfen suspension merkblatt medikamente

S01BC10 Nepafenac • SINNESORGANE | ANTIPHLOGISTIKA | Nichtsteroidale Antiphlogistika

Nepafenac ist ein nichtsteroidales entzündungshemmendes Medikament (NSAID), das zur Verringerung von Schmerzen und Entzündungen im Auge nach Operationen wie einer Kataraktoperation eingesetzt wird. Es wirkt, indem es Cyclooxygenase (COX)-Enzyme hemmt und so die Produktion von Prostaglandinen reduziert, Substanzen, die zur Entzündung beitragen.

Das Medikament ist als Augentropfen erhältlich und sollte gemäß den Anweisungen Ihres Arztes verwendet werden. Es ist wichtig, die vorgeschriebene Dosierung einzuhalten und eine übermäßige Anwendung zu vermeiden.

Nebenwirkungen können ein Brennen oder Unwohlsein in den Augen, vorübergehende verschwommene Sicht oder trockene Augen umfassen. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen oder andere Komplikationen auftreten, die sofortige medizinische Hilfe erfordern.

Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen wie Allergien gegen NSAIDs oder andere Augenprobleme informieren, um die sichere Anwendung von Nepafenac zu gewährleisten.

Allgemeine Daten zu NEVANAC 3mg / ml

Substanz: Nepafenac

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-04-2026

Handelsgesetzbuch: W64478001

Konzentration: 3mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: augentropfen suspension

Verpackungsvolumen: 3ml

Produktart: original

Preis: 104.03 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: S.A. ALCON - COUVREUR N.V. - BELGIA

Zulassungsinhaber: NOVARTIS EUROPHARM LIMITED - IRLANDA

Zulassungsnummer: 433/2013/02

Haltbarkeit: 18 Monate

Verfügbare Konzentrationen für Nepafenac

1mg/ml, 3mg/ml

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NEVANAC 3mg / ml augentropfen suspension

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Suspension enthält 3 mg Nepafenac.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jeder ml Suspension enthält 0,05 mg Benzalkoniumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Augentropfensuspension

Gleichmäßige hellgelbe bis kräftig orange Suspension, pH-Wert von ca. 6,8.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension wird angewendet bei Erwachsenen zur:

- Prophylaxe und Behandlung postoperativer Schmerz- und Entzündungszustände bei

Kataraktoperationen

- Verminderung des Risikos postoperativer Makulaödeme in Zusammenhang mit

Kataraktoperationen bei Diabetikern (siehe Abschnitt 5.1)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene einschließlich ältere Patienten

Zur Prophylaxe und Behandlung von Schmerzen und Entzündungen wird einmal täglich 1 Tropfen inden Bindehautsack des betroffenen Auges oder der betroffenen Augen gegeben: beginnend am Tagvor der Kataraktoperation, dann am Tag der Operation und in den ersten beiden Wochen nach der

Operation. Abhängig von der Anweisung des Arztes kann die Behandlung auf die ersten 3 Wochennach der Operation ausgedehnt werden. Zusätzlich einen weiteren Tropfen 30 bis 120 Minuten vor der

Operation eintropfen.

In klinischen Studien wurden die Patienten bis zu 21 Tage lang mit NEVANAC 3 mg/ml

Augentropfensuspension behandelt (siehe Abschnitt 5.1).

Zur Verminderung des Risikos postoperativer Makulaödeme nach Katarakteingriffen bei Diabetikernbeträgt die Dosierung einmal täglich 1 Tropfen NEVANAC in den Bindehautsack des betroffenen

Auges oder der betroffenen Augen, beginnend am Tag vor der Operation, dann am Tag des Eingriffsund bis zu 60 Tage postoperativ, je nach Anweisung des Arztes. Zusätzlich einen weiteren Tropfen 30bis 120 Minuten vor der Operation eintropfen.

Die Gabe von 1x NEVANAC 3 mg/ml pro Tag führt zur gleichen Gesamttagesdosis wie diedreimalige Gabe von NEVANAC 1 mg/ml pro Tag.

Besondere Patientengruppen

Anwendung bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Zur Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sind keine Studiendurchgeführt worden. Nepafenac wird primär nach Biotransformation ausgeschieden. Die systemische

Verfügbarkeit nach topischer Anwendung am Auge ist sehr gering. Bei diesen Patienten erscheint eine

Dosisanpassung nicht erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von NEVANAC bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor. Die Anwendung wird bei diesen Patienten nicht empfohlen, bis weitere Datenvorliegen.

Ältere Personen

In Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit wurden zwischen älteren und jüngeren Patienten insgesamtkeine Unterschiede beobachtet.

Art der Anwendung

Anwendung am Auge.

Patienten sollten angewiesen werden, die Flasche vor Gebrauch gut zu schütteln. Nach dem ersten

Öffnen der Verschlusskappe ist der Anbruchschutzring lose und sollte vor der ersten Anwendung entferntwerden (wenn vorhanden).

Wird mehr als ein topisches ophthalmisches Arzneimittel verabreicht, müssen die einzelnen

Anwendungen mindestens 5 Minuten auseinander liegen. Augensalben sollten zuletzt angewandtwerden.

Um Kontaminationen von Tropferspitze und Lösung zu vermeiden, dürfen weder das Augenlid nochdie Augenumgebung oder andere Oberflächen mit der Tropferspitze der Flasche in Berührungkommen. Patienten sollten angewiesen werden, die Flasche bei Nichtgebrauch fest zu verschließen.

Wird eine Dosis vergessen, sollte so bald wie möglich ein einzelner Tropfen eingetropft werden, bevordas reguläre Dosierungsschema wieder aufgenommen wird. Es darf keine doppelte Dosis angewendetwerden, um eine versäumte Dosis auszugleichen.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Überempfindlichkeit gegen sonstige nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID).

Patienten, bei denen Acetylsalicylsäure oder sonstige NSAID Asthma, Urtikaria oder eine akute

Rhinitis hervorrufen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Das Arzneimittel darf nicht injiziert werden. Patienten sind anzuweisen, NEVANAC nichteinzunehmen.

Patienten sind anzuweisen, direktes Sonnenlicht während der Behandlung mit NEVANAC zuvermeiden.

Okuläre Wirkungen

Topische NSAID können eine Keratitis verursachen. Bei entsprechend disponierten Patienten kann derwiederholte Gebrauch topischer NSAID zu Epithelversagen, Hornhautverdünnung, Hornhauterosion,

Hornhautulcera oder Hornhautperforation führen (s. Abschnitt 4.8) und dadurch das Sehvermögengefährden. Sollten bei einem Patienten Schäden des Hornhautepithels auftreten, sollte NEVANACunverzüglich abgesetzt werden und der Hornhautzustand des Patienten engmaschig kontrolliertwerden.

Topische NSAID können Heilungsprozesse verlangsamen oder verzögern. Auch topische

Kortikosteroide können Heilungsprozesse verlangsamen oder verzögern. Die gleichzeitige

Anwendung von NSAID und Kortikosteroiden kann Heilungsprobleme verstärken. Daher ist Vorsichtgeboten, wenn NEVANAC gleichzeitig mit Kortikosteroiden gegeben wird. Dies gilt insbesondere bei

Patienten mit einem hohen Gefährdungspotenzial für Nebenwirkungen der Hornhaut, wie untenbeschrieben.

Nach der Markteinführung topischer NSAID ist über korneale Nebenwirkungen, die das Sehvermögenschädigen können, berichtet worden. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Patienten mit

Hornhautdenervation, Epitheldefekten der Hornhaut, Diabetes mellitus, Erkrankungen der

Augenoberfläche (z. B. Trockenes-Auge-Syndrom) oder rheumatoider Arthritis. Auch bei Patienten,die komplizierten Augenoperationen oder mehreren Eingriffen innerhalb kurzer Zeit unterzogenwerden, besteht ein erhöhtes Risiko. Bei diesen Patienten sollten topische NSAID nur unter Vorsichteingesetzt werden. Der wiederholte Gebrauch topischer NSAID erhöht das Patientenrisiko für das

Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen an der Hornhaut.

Es wurde berichtet, dass ophthalmologische NSAID im Zusammenhang mit Augenoperationenverstärkte Blutungen des okulären Gewebes (einschließlich Hyphäma) verursachen können.

NEVANAC sollte bei Patienten mit erhöhter Blutungsneigung oder bei Einnahme vonblutungsfördernden Arzneimitteln nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Eine akute Augeninfektion kann durch topische Entzündungshemmer maskiert werden. NSAID habenkeine antimikrobiellen Eigenschaften. Bei okulären Infektionen sollten sie nur mit Vorsicht zusammenmit Antiinfektiva angewendet werden.

Kontaktlinsen

Das Tragen von Kontaktlinsen nach der Katarakt-OP wird nicht empfohlen. Daher sollten Patientenangewiesen werden, keine Kontaktlinsen zu tragen, wenn dies nicht ausdrücklich durch Ihrenbehandelnden Arzt so angeordnet wird.

Benzalkoniumchlorid

NEVANAC enthält Benzalkoniumchlorid, das Irritationen am Auge hervorrufen kann und dafürbekannt ist, weiche Kontaktlinsen zu verfärben. Müssen während der Behandlung Kontaktlinsengetragen werden, sollten Patienten angewiesen werden, diese vor der jeweiligen Anwendungherauszunehmen und frühestens 15 Minuten später wieder einzusetzen.

Es liegen Berichte vor, dass Benzalkoniumchlorid eine Keratopathia punctata und/oder eine toxischulzerierende Keratopathie verursachen kann. Da NEVANAC Benzalkoniumchlorid enthält, sollte der

Patient bei häufigem oder langfristigem Gebrauch sorgfältig überwacht werden.

Kreuzsensitivität

Nepafenac kann Kreuzsensitivitäten gegenüber Acetylsalicylsäure, Phenylacetylsäurederivaten undsonstigen NSAID bewirken.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In-vitro-Studien zeigen ein sehr geringes Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen Arzneimittelnoder Wechselwirkungen, die durch Plasmaeiweißbindung hervorgerufen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Prostaglandin-Analoga

Hinsichtlich der gleichzeitigen Anwendung von Prostaglandin-Analoga und NEVANAC sind nur sehrbegrenzt Daten verfügbar. Unter Berücksichtigung der Wirkmechanismen dieser Substanzen ist diegleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel nicht empfehlenswert.

Die gleichzeitige Anwendung topischer NSAID und topischer Steroide kann die Wahrscheinlichkeitvon Heilungsproblemen erhöhen. Eine gleichzeitige Anwendung von NEVANAC und Arzneimitteln,die die Blutungszeit verlängern, kann das Risiko von Hämorrhagien erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

NEVANAC sollte von Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht angewendet werden.

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Nepafenac bei schwangeren Frauen liegen keine hinreichenden Daten vor.

Tierstudien zeigten reproduktionstoxische Effekte (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko fürden Menschen ist unbekannt. Die systemische Verfügbarkeit nach der Behandlung mit NEVANACwird für nicht schwangere Frauen als unbedeutend eingeschätzt, daher wird das Risiko während der

Schwangerschaft als möglicherweise gering erachtet. Da jedoch eine Inhibierung der

Prostaglandinsynthese die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, die Geburt und/oderdie postnatale Entwicklung beeinträchtigen könnte, wird die Anwendung von NEVANAC währendder Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Nepafenac in die Muttermilch übergeht. Tierstudien zeigen, dass Nepafenac indie Muttermilch von Ratten übergehen kann. Dennoch sind keine Effekte auf den Säugling zuerwarten, da die systemische Verfügbarkeit für die stillende Mutter vernachlässigbar ist. NEVANACkann während der Stillzeit verwendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Wirkung von NEVANAC auf die Fertilität des Menschen vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

NEVANAC hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Vorübergehend kann es zu verschwommenem Sehen oder anderen Sehbeeinträchtigungen kommen,die die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen erschweren können. Wenn diese

Beeinträchtigungen nach dem Eintropfen auftreten, sollten Patienten erst wieder am Straßenverkehrteilnehmen oder Maschinen bedienen, wenn die Beeinträchtigungen abgeklungen sind.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

In klinischen Studien mit über 1 900 Patienten, die NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspensionerhielten, waren die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen Keratitis punctata, Keratitis,

Fremdkörpergefühl in den Augen und Augenschmerzen. Sie traten bei 0,4 % bis 0,1 % der Patientenauf.

Diabetiker

In zwei klinischen Studien mit 594 Patienten erhielten Diabetiker eine Behandlung mit NEVANACüber 90 Tage oder länger zur Prophylaxe von Makulaödemen nach Katarakteingriffen. Diemeistgenannte Nebenwirkung war Keratitis punctata, die bei 1 % der Patienten - und somit in der

Häufigkeitsgruppe 'Häufig“ - auftrat. Bei den anderen berichteten Nebenwirkungen handelte es sichum Keratitis und um Fremdkörpergefühl, die bei 0,4 % bzw. 0,1 % der Patienten auftraten und somitbeide in die Kategorie 'Gelegentlich“ fallen.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen werden folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10),häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1 000 bis <1/100), selten (≥1/10 000 bis <1/1 000), sehrselten <1/10 000) oder nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). In jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem

Schweregrad angeordnet. Die Daten über Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien beobachtetoder nach Markteinführung von NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension und NEVANAC1 mg/ml Augentropfensuspension gemeldet.

Systemorganklassen Nebenwirkungen

Erkrankungen des Immunsystems Selten: Überempfindlichkeit

Erkrankungen des Nervensystems Selten: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

Augenerkrankungen Gelegentlich: Keratitis, Keratitis punctata, Defekt des

Hornhautepithels, Fremdkörpergefühl im Auge,

Augenlidrandverkrustung

Selten: Iritis, chorioidale Effusion,

Hornhautablagerungen, Augenschmerzen,

Augenbeschwerden, trockenes Auge, Blepharitis,

Augenreizung, Augenjucken, Augenfluss, allergische

Konjunktivitis, Tränensekretion verstärkt,

Bindehauthyperämie

Nicht bekannt: Hornhautperforation, verzögerte

Heilung (Hornhaut), Kornealopazität, Narbe der

Hornhaut, verminderte Sehschärfe, Schwellung des

Auges, ulzerative Keratitis, Hornhautverdünnung,verschwommenes Sehen

Gefäßerkrankungen Nicht bekannt: erhöhter Blutdruck

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Selten: Übelkeit

Nicht bekannt: Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Selten: Cutis laxa (Chalodermie), allergische

Unterhautgewebes Dermatitis

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Patienten mit Verdacht auf gravierende Epithelschäden der Hornhaut einschließlich

Hornhautperforation, sollte NEVANAC sofort abgesetzt und der Zustand der Hornhaut eingehendüberwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Nach Markteinführung von NEVANAC 1 mg/ml Augentropfensuspension wurde über Fälle berichtet,in denen es zu Defekten/Störungen des Hornhautepithels kam. Die Schweregrade dieser Fällevariieren zwischen nicht schwerwiegenden Auswirkungen auf die Unversehrtheit des

Hornhautepithels und schwerwiegenderen Ereignissen, bei denen chirurgische Eingriffe und/oder einemedikamentöse Therapie erforderlich sind, um das Sehvermögen wiederherzustellen.

Die Erfahrungen nach Markteinführung topischer NSAID legen nahe, dass für Patienten mitkomplizierten Augeneingriffen, Hornhautdenervationen, Epitheldefekten der Hornhaut, Diabetesmellitus, Erkrankungen der Augenoberfläche (z. B. Trockenes-Auge-Symptomatik), rheumatoider

Arthritis oder wiederholten augenchirurgischen Eingriffen innerhalb kurzer Zeit ein erhöhtes Risikofür korneale Nebenwirkungen besteht, die das Sehvermögen beeinträchtigen können.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von NEVANAC bei Kindern und Jugendlichen sind nicht nachgewiesen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Sowohl bei einer Überdosierung am Auge als auch im Falle des versehentlichen Verschluckens sindtoxische Effekte unwahrscheinlich.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika, Nichtsteroidale Antiphlogistika; ATC-Code:

S01BC10

Wirkmechanismus

Nepafenac ist ein nichtsteroidales antiphlogistisch und analgetisch wirkendes Prodrug. Nach dem

Eintropfen in das Auge penetriert Nepafenac die Hornhaut und wird von Hydrolasen des

Augengewebes in Amfenac, einen nichtsteroidalen entzündungshemmenden Wirkstoff, umgewandelt.

Amfenac inhibiert die Prostaglandin-H-Synthase (Cyclooxygenase), ein Enzym, das für die

Prostaglandinproduktion erforderlich ist.

Sekundärpharmakologie

Am Kaninchen wurde nachgewiesen, dass Nepafenac den Zusammenbruch der Blut-Retina-Schrankeverhindert; gleichzeitig unterdrückt es die PGE2-Synthese. Im Ex-vivo-Ansatz inhibiert eine Dosis

Nepafenac, die einer Anwendung am Auge entspricht, die Prostaglandinsynthese in Iris und

Ciliarkörper (85 %-95 %) bis zu 6 Stunden und in Retina bzw. der Chorioidea (55 %) bis zu4 Stunden lang.

Pharmakodynamische Wirkungen

Entsprechend dem Gehalt an vaskularisiertem Gewebe findet die Hydrolyse vorwiegend in Retina und

Chorioidea statt, gefolgt von Iris und Ziliarkörper sowie der Hornhaut.

Klinische Studien zeigen, dass NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension den Augeninnendrucknicht signifikant verändert.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Prophylaxe und Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit

Katarakteingriffen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension zur Verhütungund Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen wie nach Kataraktoperation wurden inzwei doppelt maskierten placebokontrollierten Studien mit insgesamt 1 339 Patienten untersucht. Indiesen Studien wurde mit der täglichen Verabreichung der Studienmedikation am Tag vor der

Operation begonnen, diese wurde am Tag der Operation fortgesetzt und für 14 Tage nach dem Eingriffbeibehalten. Bezüglich der Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen zeigte

NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension eine dem Vehikel überlegene klinische Wirksamkeit.

Bei mit NEVANAC behandelten Patienten war das Auftreten von Schmerzen am Auge und messbarer

Entzündungsanzeichen (Zellen im Kammerwasser sowie Tyndall) ab der frühen postoperativen Phasebis hin zum Behandlungsende unwahrscheinlicher als bei Patienten, die das Vehikel erhalten hatten. Indiesen zwei Studien hatten 65 % und 68 % der Patienten unter NEVANAC an Tag 14 nach der OPkeine Entzündungszeichen mehr gegenüber 25 % und 35 % der Patienten mit Vehikel. Der Anteilschmerzfreier Patienten lag in den NEVANAC-Gruppen bei 89 % und 91 % gegenüber 40 % und50 % in den Vehikel- Gruppen.

Einige Patienten erhielten NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension bis zu 21 Tage nach der

Operation, aber die Wirksamkeit wurde nach Tag 14 nicht weiter untersucht.

Außerdem zeigte sich das 1x täglich gegebene NEVANAC 3 mg/ml bezüglich der Vermeidung und

Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen dem 3x täglich verabreichten NEVANAC1 mg/ml nicht unterlegen. Nach Kataraktoperation war der Anteil an Patienten ohne

Entzündungszeichen und ohne Schmerzen zu allen postoperativen Untersuchungen bei beiden

Arzneimitteln ähnlich.

Verminderung des Risikos postoperativer Makulaödeme in Zusammenhang mit Kataraktoperationenbei Diabetikern

Zur Bewertung von Wirksamkeit und Sicherheit von NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspensionbei einmal täglicher Gabe zur Prophylaxe postoperativer Makulaödeme im Zusammenhang mit

Katarakteingriffen wurden zwei Studien mit Diabetikern durchgeführt. In diesen Studien wurde mitder Verabreichung der Studienmedikation am Tag vor der Operation begonnen, diese wurde am Tagder Operation fortgesetzt und bis zu 90 Tage nach dem Eingriff beibehalten.

In beiden doppelt maskierten, randomisierten Vehikel-kontrollierten Studien, die mit diabetischen

Retinopathie-Patienten durchgeführt wurden, entwickelte in der Vehikelgruppe ein signifikant höherer

Prozentsatz der Patienten (17,3 % und 14,3 %) Makulaödeme im Vergleich zu den Patienten, die mit

NEVANAC 3 mg/ml (2,3 % und 5,9 %) behandelt wurden. Bei der integrierten Analyse der beiden

Studien lag der entsprechende Prozentsatz in der Vehikelgruppe bei 15,9 % und in der NEVANAC-

Gruppe bei 4,1 % (p < 0,001). In einer der beiden Studien erzielte (43 %) ein signifikant höherer

Prozentsatz der Patienten in der Gruppe unter NEVANAC 3 mg/ml (61,7 %) im Vergleich zur

Vehikelgruppe an Tag 14 eine Verbesserung um mindestens 15 Buchstaben und konnte diese

Verbesserung bis Tag 90 beibehalten. In der zweiten Studie war der Prozentsatz der Patienten inbeiden Behandlungsgruppen bezüglich dieses Endpunkts vergleichbar (48,8 % in der NEVANAC-

Gruppe und 50,5 % in der Vehikelgruppe). Bei der integrierten Analyse der beiden Studien war der

Prozentsatz der Patienten mit einer Verbesserung von 15 Buchstaben an Tag 14 und der Beibehaltungder Verbesserung bis Tag 90 in der Gruppe unter NEVANAC 3 mg/ml (55,4 %) höher als in der

Vehikelgruppe (46,7 %, p = 0,003).

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für NEVANAC eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur Prophylaxe und

Behandlung postoperativer Schmerz- und Entzündungszustände bei Kataraktoperationen gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Bei täglicher Gabe eines Tropfens NEVANAC 3 mg/ml Augentropfensuspension in beide Augen über4 Tage wurden in den meisten Patienten 2 bzw. 3 Stunden nach Applikation geringe, aberquantifizierbare Plasmakonzentrationen von Nepafenac und Amfenac festgestellt. Nach der

Applikation am Auge betrug die mittlere Steady-state-Plasmakonzentration Cmax für Nepafenac0,847 ± 0,269 ng/ml und für Amfenac 1,13 ± 0,491 ng/ml.

Verteilung

Amfenac hat eine hohe Affinität zu Serumalbuminproteinen. In vitro waren an Rattenalbumin 98,4 %,an Humanalbumin 95,4 % und an Humanserum 99,1 % gebunden.

Untersuchungen an der Ratte zeigen, dass sich nach einfacher wie nach mehrfacher oraler Gabe von14C-markiertem Nepafenac die radioaktiv markierte Wirksubstanz im gesamten Organismus verteilt.

Untersuchungen am Kaninchen haben gezeigt, dass topisch verabreichtes Nepafenac lokal von der

Vorderseite des Auges zu den hinteren Segmenten des Auges (Retina und Chorioidea) verteilt wird.

Biotransformation

Die Umwandlung von Nepafenac zu Amfenac erfolgt relativ schnell durch intraokuläre Hydrolasen. Inder Folge unterliegt Amfenac einem ausgeprägten Metabolismus hin zu polareren

Stoffwechselprodukten. Durch Hydroxylierung des aromatischen Rings entstehen konjugierte

Glukuronide.

Radiochromatografische Analysen vor und nach der Hydrolyse durch ß-Glukuronidase weisen daraufhin, dass alle Metaboliten bis auf Amfenac als konjugierte Glukuronide vorliegen. Amfenac war im

Plasma der Hauptmetabolit und repräsentierte 13 % der gesamten Plasmaradioaktivität. Derzweithäufigste Plasmametabolit war 5-Hydroxy-Nepafenac, das bei Cmax ungefähr 9 % der

Gesamtradioaktivität repräsentiert.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: in Konzentrationen bis zu 3 000 ng/ml inhibierenweder Nepafenac noch Amfenac in vitro die metabolische Aktivität der wichtigsten menschlichen

Cytochrom-P450-Enzyme (CYP1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4). Deshalb sind

Wechselwirkungen mit gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln über den CYP-vermittelten

Metabolismus unwahrscheinlich. Auch über Eiweißbindung hervorgerufene Wechselwirkungen sindunwahrscheinlich.

Elimination

Untersuchungen an gesunden Probanden zeigten, dass nach oraler Gabe von 14C-Nepafenac die meiste

Radioaktivität über den Urin ausgeschieden wird (85 % der Gesamtmenge), während über die Fäzesungefähr 6 % der Dosis ausgeschieden wurden.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.

Es wurden keine Langzeitstudien zur Kanzerogenität von Nepafenac durchgeführt.

In Reproduktionsstudien an Ratten waren die für Muttertiere toxischen Nepafenac-Dosierungen von≥10 mg/kg assoziiert mit Dystokie, erhöhten Postimplantationsverlusten, verringertem fötalen

Gewicht/Wachstum und geringeren Überlebensraten der Föten. Bei trächtigen Kaninchen führte eineden Muttertieren verabreichte Dosis von 30 mg/kg zu leichten toxischen Wirkungen an den

Muttertieren und einem statistisch signifikanten Anstieg der Missbildungshäufigkeit bei den Würfen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Borsäure

Propylenglycol

Carbomer

Natriumchlorid

Guar (Ph. Eur.)

Carmellose-Natrium (Ph. Eur.)

Natriumedetat (Ph. Eur.)

Benzalkoniumchlorid

Natriumhydroxid und/oder Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

Gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

18 Monate4 Wochen nach dem erstmaligen Öffnen nicht mehr verwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Runde oder ovale Flasche mit Tropferspitze aus Polyethylen niederer Dichte und weißem

Schraubverschluss aus Polypropylen, mit 3 ml Suspension. Die Flasche kann mit einer

Folienverpackung versehen sein.

Faltschachtel mit 1 Flasche.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Novartis Europharm Limited

Vista Building

Elm Park, Merrion Road

Dublin 4

Irland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/07/433/002

EU/1/07/433/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Dezember 2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. September 2012

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.