Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NAVERUCLIF 5mg / ml pulver zur infusionsdispersion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Naveruclif 5 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Infusionsdispersion.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält 100 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-
Formulierung.
Nach der Rekonstitution enthält jeder ml der Dispersion 5 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene
Nanopartikel-Formulierung.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Infusionsdispersion (Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung).
Die rekonstituierte Dispersion hat einen pH-Wert von 6-7,5 und eine Osmolalität von300-380 mOsm/kg.
Weißes bis gelbes Pulver oder Lyophilisatkuchen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Naveruclif-Monotherapie ist indiziert für die Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms beierwachsenen Patienten, bei denen die Erstlinientherapie der metastasierten Erkrankung fehlgeschlagenist und für die eine standardmäßige Anthracyclin-enthaltende Therapie nicht angezeigt ist (siehe
Abschnitt 4.4).
Naveruclif ist in Kombination mit Gemcitabin indiziert für die Erstlinienbehandlung von erwachsenen
Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas.
Naveruclif ist in Kombination mit Carboplatin indiziert für die Erstlinienbehandlung desnicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms bei erwachsenen Patienten, bei denen keine potentiell kurative
Operation und/oder Strahlentherapie möglich ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Anwendung von Naveruclif sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten Onkologen in
Einrichtungen, die auf Therapien mit Zytostatika spezialisiert sind, erfolgen. Es soll nicht als Ersatz fürandere Paclitaxel-Formulierungen verwendet und auch nicht durch solche Formulierungen ersetztwerden.
DosierungMammakarzinom
Die empfohlene Dosis für Naveruclif beträgt 260 mg/m2, gegeben als intravenöse Infusion über30 Minuten alle 3 Wochen.
Dosisanpassung während der Behandlung des Mammakarzinoms
Bei Patienten mit schwerer Neutropenie (Neutrophilenzahl < 500 Zellen/mm3 über einen Zeitraum voneiner Woche oder länger) oder schwerer sensorischer Neuropathie während der Naveruclif-Therapiesollte die Dosis in den nachfolgenden Zyklen auf 220 mg/m2 reduziert werden. Bei Wiederauftreteneiner schweren Neutropenie oder einer schweren sensorischen Neuropathie sollte die Dosis auf180 mg/m2 herabgesetzt werden. Naveruclif sollte nicht angewendet werden, bis sich die
Neutrophilenzahl auf > 1.500 Zellen/mm3 erholt hat. Bei einer sensorischen Neuropathie Grad 3 ist die
Behandlung zu unterbrechen, bis eine Besserung auf Grad 1 oder 2 erreicht wird, und bei allennachfolgenden Zyklen ist die Dosis zu reduzieren.
Adenokarzinom des Pankreas
Die in Kombination mit Gemcitabin empfohlene Dosis von Naveruclif beträgt 125 mg/m2, verabreichtals intravenöse Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus. Dieempfohlene Dosis des Kombinationspartners Gemcitabin beträgt 1.000 mg/m2 als intravenöse Infusionüber 30 Minuten unmittelbar im Anschluss an die Naveruclif-Gabe an den Tagen 1, 8 und 15 einesjeden 28-Tage-Zyklus.
Dosisanpassungen während der Behandlung des Adenokarzinoms des Pankreas
Tabelle 1: Dosisstufenreduktionen bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas
Dosisstufe Naveruclif-Dosis (mg/m2) Gemcitabin-Dosis (mg/m2)
Volle Dosis 125 1.0001. Dosisstufenreduktion 100 8002. Dosisstufenreduktion 75 600
Falls eine weitere Dosisreduktion
Absetzen der Behandlung Absetzen der Behandlungerforderlich wird
Tabelle 2: Dosismodifikationen bei Neutropenie und/oder Thrombozytopenie zu Beginn oderwährend eines Zyklus bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas
Zyklus- ANZ Thrombozytenzahl Gemcitabin-
Naveruclif-Dosistag (Zellen/mm3) (Zellen/mm3) Dosis
Verabreichung der Dosen bis zur
Tag 1 < 1.500 ODER < 100.000
Erholung verschieben≥ 50.000 aber
Tag 8 ≥ 500 aber < 1.000 ODER Dosen um 1 Dosisstufe reduzieren< 75.000< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen
Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 ohne Modifikation verabreicht wurden:
Mit der Dosisstufe von Tag 8behandeln, anschließend≥ 50.000 aber Leukozyten-Wachstumsfaktoren
Tag 15 ≥ 500 aber < 1.000 ODER< 75.000 ODER
Dosen gegenüber Dosen von Tag 8um 1 Dosisstufe reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen
Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 reduziert wurden:
Wieder mit den Dosisstufen von
Tag 1 behandeln, anschließend
Tag 15 ≥ 1.000 UND ≥ 75.000 Leukozyten-Wachstumsfaktoren
ODER
Mit denselben Dosen wie an Tag 8behandeln
Mit den Dosisstufen von Tag 8behandeln, anschließend≥ 50.000 aber Leukozyten-Wachstumsfaktoren≥ 500 aber < 1.000 ODER< 75.000 ODER
Dosen gegenüber Dosen von Tag 8um 1 Dosisstufe reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen
Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 nicht verabreicht wurden:
Wieder mit der Dosisstufe von
Tag 1 behandeln, anschließend
Leukozyten-Wachstumsfaktoren
Tag 15 ≥ 1.000 UND ≥ 75.000
ODER
Dosen gegenüber Dosen von Tag 1um 1 Dosisstufe reduzieren
Dosen um 1 Dosisstufe reduzieren,anschließend Leukozyten-≥ 50.000 aber Wachstumsfaktoren≥ 500 aber < 1.000 ODER< 75.000 ODER
Dosen gegenüber Dosen von Tag 1um 2 Dosisstufen reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen
Abkürzungen: ANZ = Absolute Neutrophilenzahl (ANC=Absolute Neutrophil Count); Leukozyten(WBC=white blood cell)
Tabelle 3: Dosismodifikationen wegen anderer unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei
Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas
Unerwünschte
Arzneimittelwirkung Naveruclif-Dosis Gemcitabin-Dosis(UAW)
Febrile Neutropenie: Dosen so lange nicht verabreichen, bis sich das Fieber zurückgebildethat und die ANZ wieder ≥ 1.500 beträgt; Behandlung mit
Grad 3 oder 4 nächstniedrigerer Dosisstufe wiederaufnehmena
Dosis bis Besserung auf ≤ Grad 1nicht verabreichen;
Periphere Neuropathie:Behandlung mit Mit derselben Dosis behandeln
Grad 3 oder 4nächstniedrigerer Dosisstufewiederaufnehmena
Kutane Toxizität: Dosen auf nächstniedrigere Dosisstufe reduzierena;
Grad 2 oder 3 bei Persistieren der UAW Behandlung absetzen
Gastrointestinale
Toxizität: Dosen bis Besserung auf ≤ Grad 1 nicht verabreichen;
Mukositis oder Behandlung mit nächstniedrigerer Dosisstufe wiederaufnehmena
Diarrhoe Grad 3aDosisstufenreduktionen siehe Tabelle 1
Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom:Die empfohlene Dosis von Naveruclif beträgt 100 mg/m2, verabreicht als intravenöse Infusion über30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 21-Tage-Zyklus. Die empfohlene Dosis von
Carboplatin beträgt AUC = 6 mg*min/ml, verabreicht nur an Tag 1 eines jeden 21-Tage-Zyklus, wobeimit der Verabreichung unmittelbar im Anschluss an die Naveruclif-Gabe begonnen wird.
Dosisanpassungen während der Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms:
Naveruclif sollte an Tag 1 eines Zyklus erst verabreicht werden, wenn die absolute Neutrophilenzahl(ANZ) ≥ 1.500 Zellen/mm3 und die Thrombozytenzahl ≥ 100.000 Zellen/mm3 beträgt. Für jede dernachfolgenden wöchentlichen Naveruclif-Gaben muss die ANZ ≥ 500 Zellen/mm3 und die
Thrombozytenzahl > 50.000 Zellen/mm3 betragen; andernfalls ist die Dosis auszusetzen, bis sich das
Blutbild entsprechend erholt hat. Wenn sich das Blutbild erholt hat, wird die Dosierung in derfolgenden Woche nach den Kriterien in Tabelle 4 wiederaufgenommen. Die nachfolgende Dosis istnur dann zu reduzieren, wenn die Kriterien in Tabelle 4 erfüllt sind.
Tabelle 4: Dosisreduktionen wegen hämatologischer Toxizitäten bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom
Hämatologische Toxizität Auftreten Naveruclif-Dosis Carboplatin-Dosis(mg/m2)1 (AUC mg*min/ml)1
Nadir der ANZ < 500/mm3 mit Erstes 75 4,5neutropenischem Fieber > 38 °C
ODER Zweites 50 3,0
Verschieben des nächsten Zyklus wegenpersistierender Neutropenie2 (Nadir der
ANZ < 1.500/mm3) Drittes Absetzen der Behandlung
ODER
Nadir der ANZ < 500/mm3 über> 1 Woche
Nadir der Thrombozytenzahl Erstes 75 4,5< 50.000/mm3 Zweites Absetzen der Behandlung1An Tag 1 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Naveruclif und Carboplatin gleichzeitig zureduzieren. An Tag 8 oder 15 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Naveruclif zu reduzieren; die
Dosis von Carboplatin ist im folgenden Zyklus zu reduzieren2Maximal 7 Tage nach der vorgesehenen Tag 1-Dosis des nächsten Zyklus.
Bei kutaner Toxizität Grad 2 oder 3, Diarrhoe Grad 3 oder Mukositis Grad 3 ist die Behandlung zuunterbrechen, bis eine Besserung der Toxizität auf ≤ Grad 1 erreicht ist, anschließend wird die
Behandlung nach den Vorgaben in Tabelle 5 wiederaufgenommen. Bei peripherer Neuropathie≥ Grad 3 ist die Behandlung zu unterbrechen, bis eine Rückbildung auf ≤ Grad 1 erreicht ist. Die
Behandlung kann in nachfolgenden Zyklen nach den Vorgaben in Tabelle 5 mit der nächstniedrigeren
Dosisstufe wiederaufgenommen werden. Bei jeder anderen nicht-hämatologischen Toxizität Grad 3oder 4 ist die Behandlung zu unterbrechen, bis eine Besserung der Toxizität auf ≤ Grad 2 erreicht ist,anschließend wird die Behandlung nach den Vorgaben in Tabelle 5 wiederaufgenommen.
Tabelle 5: Dosisreduktionen wegen nicht-hämatologischer Toxizitäten bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom
Nicht-hämatologische Toxizität Auftreten Naveruclif-Dosis Carboplatin-Dosis(mg/m2)1 (AUC mg*min/ml)1
Kutane Toxizität Grad 2 oder 3 Erstes 75 4,5
Diarrhoe Grad 3
Mukositis Grad 3 Zweites 50 3,0
Periphere Neuropathie ≥ Grad 3
Jede andere nicht-hämatologische Drittes Absetzen der Behandlung
Toxizität Grad 3 oder 4
Kutane Toxizität, Diarrhoe oder Erstes Absetzen der Behandlung
Mukositis Grad 41An Tag 1 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Naveruclif und Carboplatin gleichzeitig zureduzieren. An Tag 8 oder 15 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Naveruclif zu reduzieren; die
Dosis von Carboplatin ist im folgenden Zyklus zu reduzieren.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1 bis ≤ 1,5 x ULN und
Aspartataminotransferase [AST] ≤ 10 x ULN) sind unabhängig vom Anwendungsgebiet keine
Dosisanpassungen erforderlich. Die Patienten sind mit derselben Dosis zu behandeln wie Patienten mitnormaler Leberfunktion.
Bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom sowie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom, die eine mäßig bis stark eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1,5 bis≤ 5 x ULN und AST ≤ 10 x ULN) haben, wird eine Dosisreduktion um 20 % empfohlen. Sofern der
Patient die Behandlung über mindestens zwei Zyklen verträgt, kann die reduzierte Dosis auf die für
Patienten mit normaler Leberfunktion vorgesehene Dosis gesteigert werden (siehe Abschnitte 4.4 und5.2).
Bei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas, die eine mäßig bis starkeingeschränkte Leberfunktion haben, liegen keine ausreichenden Daten für Dosierungsempfehlungenvor (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Bei Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN oder AST > 10 x ULN liegen keineausreichenden Daten für Dosierungsempfehlungen vor, unabhängig vom Anwendungsgebiet (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (geschätzte Kreatinin-Clearance≥ 30 bis < 90 ml/min) ist keine Anpassung der Initialdosis von Naveruclif erforderlich. Es gibt keineausreichenden Daten zur Empfehlung von Dosisanpassungen von Naveruclif bei Patienten mit starkeingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte Kreatinin-Clearance< 30 ml/min) (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenNeben den für alle Patienten geltenden Dosisreduktionen gibt es für Patienten ab 65 Jahren keinezusätzlichen Dosisempfehlungen.
Von den 229 in der randomisierten Studie wegen Mammakarzinom mit der Monotherapie mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten Patienten waren 13 % mindestens65 Jahre alt und < 2 % waren mindestens 75 Jahre alt. Bei den mindestens 65 Jahre alten Patienten, die
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel erhielten, traten Toxizitäten nicht deutlich häufiger auf.
Eine nachfolgende Analyse von 981 Patienten, die eine Monotherapie mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln zur Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms erhielten und vondenen 15 % ≥ 65 Jahre und 2 % ≥ 75 Jahre alt waren, zeigte bei Patienten ≥ 65 Jahre jedoch einehöhere Inzidenz von Epistaxis, Diarrhoe, Dehydratation, Fatigue und peripheren Ödemen.
Von den 421 Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas in der randomisierten Studie, die
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel in Kombination mit Gemcitabin erhielten, waren 41 %mindestens 65 Jahre und 10 % mindestens 75 Jahre alt. Bei den mindestens 75 Jahre alten Patienten,die Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel und Gemcitabin erhielten, kam es mit höherer
Inzidenz zu schwerwiegenden Nebenwirkungen sowie Nebenwirkungen, welche zum Absetzen der
Behandlung führten (siehe Abschnitt 4.4). Patienten ab einem Alter von 75 Jahren mit Adenokarzinomdes Pankreas sollten sorgfältig untersucht werden, bevor eine Behandlung erwogen wird (siehe
Abschnitt 4.4).
Von den 514 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom in der randomisierten Studie, die
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel in Kombination mit Carboplatin erhielten, waren 31 %mindestens 65 Jahre und 3,5 % mindestens 75 Jahre alt. Myelosuppressionen, periphere Neuropathienund Arthralgien waren bei Patienten ab 65 Jahren häufiger als bei Patienten unter 65 Jahren. Es liegenbegrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln/Carboplatin bei Patienten ab 75 Jahren vor.
Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell unter Verwendung der Daten von 125
Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigt, dass Patienten ≥ 65 Jahre möglicherweiseanfälliger für die Entstehung einer Neutropenie während des ersten Behandlungszyklus sind.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei Kindern und
Jugendlichen im Alter von 0 bis unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werdenin den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nichtgegeben werden. Es gibt im Anwendungsgebiet des metastasierten Mammakarzinoms bzw. des
Adenokarzinoms des Pankreas bzw. des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms keinen relevanten
Nutzen von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungNaveruclif ist zur intravenösen Anwendung bestimmt. Verabreichen Sie die rekonstituierte Naveruclif
- Dispersion intravenös mittels eines Infusionsbestecks mit integriertem 15-μm-Filter. Es wirdempfohlen, den Infusionsschlauch nach der Verabreichung mit isotonischer Natriumchloridlösung für
Injektionszwecke zu spülen, um sicherzustellen, dass die vollständige Dosis verabreicht wird.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
Patienten mit einem Ausgangswert der Neutrophilenzahl von < 1.500 Zellen/mm3.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Naveruclif ist eine Albumin-gebundene Nanopartikel-Formulierung von Paclitaxel, die wesentlichandere pharmakologische Merkmale als andere Formulierungen von Paclitaxel aufweisen kann (siehe
Abschnitte 5.1 und 5.2). Es soll deshalb nicht als Ersatz für andere Paclitaxel-Formulierungenverwendet und auch nicht durch solche Formulierungen ersetzt werden.
ÜberempfindlichkeitIn seltenen Fällen wurden schwere Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet, einschließlich sehrselten auftretender anaphylaktischer Reaktionen mit tödlichem Ausgang. Wenn eine
Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt und einesymptomatische Behandlung eingeleitet werden, und der Patient darf nicht erneut mit Paclitaxelbehandelt werden.
HämatologieKnochenmarksuppression (insbesondere Neutropenie) tritt unter der Therapie mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln häufig auf. Neutropenie ist dosisabhängig und einedosisbegrenzende Toxizität. Während der Naveruclif-Therapie muss das Blutbild regelmäßigkontrolliert werden. Die Patienten sollten daher keine erneuten Naveruclif-Behandlungszyklenerhalten, bis die Neutrophilenzahl wieder auf > 1.500 Zellen/mm3 angestiegen ist und die
Thrombozytenzahl wieder auf > 100.000 Zellen/mm3 angestiegen ist (siehe Abschnitt 4.2).
Neuropathie
Sensorische Neuropathie tritt unter der Therapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnhäufig auf, die Entwicklung schwerer Symptome ist weniger häufig. Das Auftreten einer sensorischen
Neuropathie Grad 1 oder 2 erfordert normalerweise keine Dosisreduktion. Entwickelt sich unter einer
Monotherapie mit Naveruclif jedoch eine sensorische Neuropathie Grad 3, muss die Behandlung biszur Besserung auf Grad 1 oder 2 eingestellt werden. Für die nachfolgenden Naveruclif-Zyklen wirdeine Reduzierung der Dosis empfohlen (siehe Abschnitt 4.2). Entwickelt sich bei kombinierter
Anwendung von Naveruclif und Gemcitabin eine periphere Neuropathie ≥ Grad 3, ist Naveruclifauszusetzen; die Behandlung mit Gemcitabin ist mit derselben Dosis fortzusetzen. Bei Besserung derperipheren Neuropathie auf Grad 0 oder 1 ist die Behandlung mit Naveruclif in reduzierter Dosiswiederaufzunehmen (siehe Abschnitt 4.2). Entwickelt sich bei kombinierter Anwendung von
Naveruclif und Carboplatin eine periphere Neuropathie Grad 3 oder höher, ist die Behandlung bis zur
Besserung auf Grad 0 oder 1 auszusetzen, mit anschließender Dosisreduktion für alle nachfolgenden
Naveruclif/Carboplatin-Zyklen (siehe Abschnitt 4.2).
Sepsis
Über Sepsis wurde bei Patienten mit oder ohne Neutropenie, die Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel in Kombination mit Gemcitabin erhielten, mit einer Rate von 5 % berichtet.
Komplikationen infolge der Grunderkrankung Pankreaskarzinom, insbesondere Gallenobstruktion oderdas Vorhandensein eines Gallenstents, wurden als erhebliche begünstigende Faktoren identifiziert.
Wenn sich bei einem Patienten Fieber entwickelt (unabhängig von der Neutrophilenzahl), sollte eine
Behandlung mit Breitbandantibiotika begonnen werden. Bei febriler Neutropenie ist die Behandlungmit Naveruclif und Gemcitabin auszusetzen, bis sich das Fieber zurückgebildet hat und die ANZ auf≥ 1.500 Zellen/mm3 angestiegen ist, anschließend ist die Behandlung mit reduzierten Dosisstufenwiederaufzunehmen (siehe Abschnitt 4.2).
Pneumonitis
Zu Pneumonitis kam es bei 1 % der Patienten unter der Monotherapie mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln und bei 4 % der Patienten unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln in Kombination mit Gemcitabin. Alle Patienten sind auf Anzeichen und Symptomeeiner Pneumonitis engmaschig zu überwachen. Nach Ausschluss einer infektiösen Ätiologie und
Stellung der Diagnose Pneumonitis ist die Behandlung mit Naveruclif und Gemcitabin dauerhaftabzusetzen und unverzüglich mit einer angemessenen Behandlung und unterstützenden Maßnahmenzu beginnen (siehe Abschnitt 4.2).
LeberfunktionsstörungDa die Toxizität von Paclitaxel bei eingeschränkter Leberfunktion erhöht sein kann, ist bei der
Verabreichung von Naveruclif bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen Vorsicht geboten. Bei
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann ein erhöhtes Toxizitätsrisiko bestehen, insbesonderefür Myelosuppression. Diese Patienten müssen, bezogen auf die Entwicklung einer schweren
Myelosuppression, engmaschig überwacht werden.
Naveruclif wird nicht empfohlen bei Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN oder AST> 10 x ULN. Ferner wird Naveruclif nicht empfohlen bei Patienten mit metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas, die eine mäßig bis stark eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin> 1,5 x ULN und AST ≤ 10 x ULN) haben (siehe Abschnitt 5.2).
KardiotoxizitätIn seltenen Fällen wurden bei Patienten unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln
Stauungsinsuffizienz und linksventrikuläre Dysfunktion beobachtet. Die Mehrheit der betroffenen
Patienten hatte zuvor kardiotoxische Arzneimittel wie Anthrazykline eingenommen oder wies einekardiale Grunderkrankung auf. Deshalb ist bei den mit Naveruclif behandelten Patienten eine strengeärztliche Überwachung auf kardiale Ereignisse notwendig.
Metastasen im ZNS
Bei Patienten mit Metastasen im zentralen Nervensystem (ZNS) wurden die Wirksamkeit und
Sicherheit von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln nicht nachgewiesen. ZNS-Metastasensind generell durch eine systemische Chemotherapie nicht gut zu kontrollieren.
Gastrointestinale Symptome
Falls bei den Patienten nach der Gabe von Naveruclif Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe eintreten,können diese mit den üblichen Antiemetika und obstipierenden Mitteln behandelt werden.
AugenerkrankungenZystoides Makulaödem (CMÖ) ist bei Patienten berichtet worden, die mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln behandelt wurden. Patienten mit beeinträchtigtem Sehvermögen sollten einersofortigen und vollständigen ophthalmologischen Untersuchung unterzogen werden. Falls ein CMÖdiagnostiziert wird, sollte die Naveruclif-Behandlung abgebrochen und eine geeignete Behandlungeingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten ab 75 Jahre
Bei Patienten ab 75 Jahre wurde für die Kombinationsbehandlung mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln und Gemcitabin gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie kein Nutzengezeigt. Bei sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre), die Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel und
Gemcitabin erhielten, kam es mit höherer Inzidenz zu schwerwiegenden Nebenwirkungen sowie
Nebenwirkungen, welche zum Absetzen der Behandlung führten, unter anderem zu hämatologischen
Toxizitäten, peripherer Neuropathie, verringertem Appetit und Dehydratation. Bei Patienten ab einem
Alter von 75 Jahren mit Adenokarzinom des Pankreas ist sorgfältig abzuklären, ob sie Naveruclif in
Kombination mit Gemcitabin tolerieren können. Dabei sind insbesondere der Performance-Status,
Komorbiditäten und ein erhöhtes Infektionsrisiko zu berücksichtigen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).
Sonstige Hinweise
Da nur begrenzte Daten vorliegen, wurde bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas mitnormalen CA 19-9-Spiegeln vor Beginn der Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln und Gemcitabin hinsichtlich einer Verlängerung des Gesamtüberlebens kein eindeutiger
Nutzen belegt (siehe Abschnitt 5.1).
Erlotinib sollte nicht zusammen mit Naveruclif plus Gemcitabin gegeben werden (siehe
Abschnitt 4.5).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 100 mg, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Der Stoffwechsel von Paclitaxel wird zum Teil durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C8 und
CYP3A4 katalysiert (siehe Abschnitt 5.2). Deshalb ist angesichts des Fehlens einer Studie zur
Erfassung pharmakokinetischer Arzneimittel-Wechselwirkungen Vorsicht geboten, wenn Paclitaxelzusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die entweder CYP2C8 oder CYP3A4hemmen (z. B. Ketoconazol und andere Imidazol-Antimykotika, Erythromycin, Fluoxetin,
Gemfibrozil, Clopidogrel, Cimetidin, Ritonavir, Saquinavir, Indinavir und Nelfinavir), da die Toxizitätvon Paclitaxel aufgrund der höheren Paclitaxel-Exposition erhöht sein kann. Die Anwendung von
Paclitaxel zusammen mit anderen Arzneimitteln, die entweder CYP2C8 oder CYP3A4 induzieren(z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Efavirenz, Nevirapin), wird nicht empfohlen, da die
Wirksamkeit aufgrund der geringeren Paclitaxel-Exposition beeinträchtigt sein kann.
Paclitaxel und Gemcitabin haben keinen gemeinsamen Stoffwechselweg. Die Paclitaxel-Clearancewird primär bestimmt durch die von CYP2C8 und CYP3A4 vermittelte Metabolisierung mitanschließender biliärer Exkretion, während Gemcitabin durch Cytidindeaminase inaktiviert undanschließend mit dem Urin ausgeschieden wird. Pharmakokinetische Wechselwirkungen zwischen
Naveruclif und Gemcitabin wurden beim Menschen nicht untersucht.
Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom wurde eine pharmakokinetische Studie mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln und Carboplatin durchgeführt. Dabei wurden zwischen
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln und Carboplatin keine klinisch relevantenpharmakokinetischen Wechselwirkungen festgestellt.
Naveruclif ist beim Mammakarzinom als Monotherapie, beim Adenokarzinom des Pankreas in
Kombination mit Gemcitabin bzw. beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom in Kombination mit
Carboplatin indiziert (siehe Abschnitt 4.1).
Naveruclif sollte nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Krebsangewendet werden.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Kontrazeption bei Männern und FrauenGebärfähige Frauen sollten während der Behandlung und bis zu einem Monat nach der Behandlungmit Naveruclif eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Männlichen Patienten, die mit
Naveruclif behandelt werden, wird angeraten, während und bis zu sechs Monate nach der Behandlungeine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden und es zu vermeiden, ein Kind zu zeugen.
SchwangerschaftEs gibt nur wenige Daten über die Anwendung von Paclitaxel während der Schwangerschaft beim
Menschen. Es besteht der Verdacht, dass eine Anwendung von Paclitaxel während der
Schwangerschaft schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen auslösen kann. Tierexperimentelle
Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Bei gebärfähigen Frauen istvor Beginn der Behandlung mit Naveruclif ein Schwangerschaftstest durchzuführen. Naveruclif solltenicht bei Schwangeren oder bei gebärfähigen Frauen, die keine wirksame Empfängnisverhütungpraktizieren, angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung mit Paclitaxel ist aufgrund desklinischen Zustandes der Mutter erforderlich.
StillzeitPaclitaxel und/oder seine Metaboliten gingen in die Milch laktierender Ratten über (siehe
Abschnitt 5.3). Es ist nicht bekannt, ob Paclitaxel beim Menschen in die Muttermilch übergeht.
Aufgrund der potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen ist Naveruclifwährend der Stillzeit kontraindiziert. Das Stillen muss während der Behandlung unterbrochen werden.
FertilitätBei männlichen Ratten verursachten Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel Unfruchtbarkeit(siehe Abschnitt 5.3). Aufgrund von Beobachtungen bei Tieren kann sowohl die männliche als auchdie weibliche Fertilität beeinträchtigt werden. Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlungüber eine Spermakonservierung beraten lassen, da durch die Therapie mit Naveruclif die Möglichkeiteiner irreversiblen Unfruchtbarkeit besteht.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPaclitaxel hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen. Paclitaxel kann Nebenwirkungen verursachen wie Müdigkeit (sehr häufig)und Schwindel (häufig), die sich auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen auswirken können. Patienten sollten angewiesen werden, nicht Auto zu fahren oder
Maschinen zu bedienen, wenn sie sich müde oder schwindlig fühlen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten klinisch relevanten Nebenwirkungen, welche mit der Anwendung von
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Zusammenhang standen, waren Neutropenie,periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie und gastrointestinale Erkrankungen
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 6 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die in Verbindung mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln als Monotherapie bei jeder Dosis und Indikation in klinischen Studienaufgetreten sind (N = 789) sowie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombinationmit Gemcitabin beim Adenokarzinom des Pankreas in der klinischen Phase-III-Studie (N = 421), mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Carboplatin beimnicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom in der Phase-III-Studie (N = 514) und bei der Anwendungnach der Zulassung.
Die Häufigkeitsangaben sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeitauf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Monotherapie (N = 789) Kombinations- Kombinations-therapie mit therapie mit
Gemcitabin Carboplatin(N = 421) (N = 514)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenInfektion, Harnwegsinfektion, Sepsis, Pneumonie, Pneumonie,
Follikulitis, Infektion der oberen orale Candidose Bronchitis, Infektion
Atemwege, Candidiasis, der oberen
Häufig: Sinusitis Atemwege,
Harnwegsinfektion
Sepsis1, neutropenische Sepsis1, Sepsis, orale
Pneumonie, orale Candidose, Candidose
Nasopharingitis, Zellulitis,
Gelegentlich: Herpes simplex, Virusinfektion,
Herpes zoster, Pilzinfektion,katheterbedingte Infektion,
Infektion an der Injektionsstelle
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Tumornekrose,
Gelegentlich:
Metastasenschmerz
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsKnochenmarksuppression, Neutropenie, Neutropenie3,
Neutropenie, Thrombozytopenie, Thrombozytopenie, Thrombozytopenie3,
Sehr häufig:
Anämie, Leukopenie, Anämie Anämie3,
Lymphopenie Leukopenie3
Febrile Neutropenie Panzytopenie Febrile Neutropenie,
Häufig:
Lymphopenie
Thrombotisch- Panzytopenie
Gelegentlich: thrombozyto-penische Purpura
Selten: Panzytopenie
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit Arzneimittelüber-
Gelegentlich: empfindlichkeit,
ÜberempfindlichkeitSelten: Schwere Überempfindlichkeit1
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenDehydratation, verminderter Appetit
Anorexieverminderter
Sehr häufig:
Appetit,
Hypokaliämie
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Dehydratation, verminderter Dehydratation
Häufig:
Appetit, Hypokaliämie
Hypophosphatämie,
Flüssigkeitsretention,
Gelegentlich: Hypoalbuminämie, Polydipsie,
Hyperglykämie, Hypokalzämie,
Hypoglykämie, Hyponatriämie
Nicht bekannt: Tumorlysesyndrom1
Psychiatrische ErkrankungenDepression,
Sehr häufig:
Schlaflosigkeit
Depression, Schlaflosigkeit, Angst
Häufig:
Angst
Gelegentlich: Unruhe Schlaflosigkeit
Erkrankungen des NervensystemsPeriphere Neuropathie, Periphere Periphere
Neuropathie, Hypästhesie, Neuropathie, Neuropathie
Sehr häufig: Parästhesie Schwindelgefühl,
Kopfschmerzen,
Dysgeusie
Periphere sensorische Schwindelgefühl,
Neuropathie, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen,periphere motorische Dysgeusie
Häufig:
Neuropathie, Ataxie,
Kopfschmerzen, Gefühlsstörung,
Somnolenz, Dysgeusie
Polyneuropathie, Areflexie, Lähmung des
Synkope, orthostatischer siebten Hirnnervs
Schwindel, Dyskinesie,
Gelegentlich: Hyporeflexie, Neuralgie,neuropathischer Schmerz,
Tremor,
Sinnesempfindungsverlust
Nicht bekannt: Multiple Hirnnervenlähmungen1
AugenerkrankungenVerschwommenes Sehen, Tränensekretion Verschwommenes
Tränensekretion verstärkt, verstärkt Sehen
Häufig: trockenes Auge,
Keratokonjunktivitis sicca,
Madarosis
Verminderte Sehschärfe, Zystoidesanomales Sehen, Augenreizung, Makulaödem
Gelegentlich: Augenschmerzen,
Konjunktivitis, Sehstörung,
Augenjucken, Keratitis
Selten: Zystoides Makulaödem1
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig: Vertigo
Gelegentlich: Tinnitus, Ohrschmerzen
HerzerkrankungenArrhythmie, Tachykardie, Stauungsinsuffi-
Häufig:
supraventrikuläre Tachykardie zienz, Tachykardie
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Herzstillstand,
Stauungsinsuffizienz,
Selten: Funktionsstörung des linken
Ventrikels, atrioventrikulärer
Block1, Bradykardie
GefäßerkrankungenHypertonie, Lymphödem, Flush, Hypotonie, Hypotonie,
Häufig:
Hitzewallungen Hypertonie Hypertonie
Hypotonie, Orthostasesyndrom, Flush Flush
Gelegentlich:peripheres Kältegefühl
Selten: Thrombose
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsDyspnoe, Epistaxis, Dyspnoe
Sehr häufig:
Husten
Interstitielle Pneumonitis2, Pneumonitis, Hämoptoe,
Dyspnoe, Epistaxis, Nasenverstopfung Epistaxis, Husten
Häufig:
Pharyngolaryngealschmerzen,
Husten, Rhinitis, Rhinorrhoe
Lungenembolie, pulmonale Halstrockenheit, Pneumonitis
Thromboembolie, Pleuraerguss, trockene
Belastungsdyspnoe, Sinus- Nasenschleimhaut
Sekretstau, verminderte
Gelegentlich: Atemgeräusche, Husten mit
Auswurf, allergische Rhinitis,
Heiserkeit, Nasenverstopfung,trockene Nasenschleimhaut,
Giemen
Nicht bekannt: Stimmbandparese1
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhoe, Erbrechen, Übelkeit, Diarrhoe, Diarrhoe, Erbrechen,
Obstipation, Stomatitis Erbrechen, Übelkeit,
Übelkeit, Obstipation
Obstipation,
Sehr häufig:
Abdominal-schmerz,
SchmerzenOberbauch
Gastroösophageale Darmobstruktion, Stomatitis,
Refluxerkrankung, Dyspepsie, Kolitis, Stomatitis, Dyspepsie,
Häufig: Abdominalschmerz, Abdominale Mundtrockenheit Dysphagie,
Distension, Schmerzen Abdominalschmerz
Oberbauch, orale Hypoästhesie
Rektalblutung,
Dysphagie, Flatulenz,
Glossodynie, Mundtrockenheit,schmerzendes Zahnfleisch,
Gelegentlich:lockerer Stuhlgang, Ösophagitis,
Schmerzen Unterbauch,
Mundulzeration,
Mundschmerzen
Leber- und GallenerkrankungenHäufig: Cholangitis Hyperbilirubinämie
Gelegentlich: Hepatomegalie
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAlopezie, Ausschlag Alopezie, Alopezie, Ausschlag
Sehr häufig:
Ausschlag
Pruritus, trockene Haut, Pruritus, trockene Pruritus,
Nagelerkrankung, Erythem, Haut, Nagelerkrankung
Fingernagelpigmentation/ Nagelerkrankung
Häufig: Nagelverfärbung,
Hauthyperpigmentierung,
Onycholyse,
Nagelveränderungen
Lichtempfindlichkeitsreaktion, Exfoliation der
Urtikaria, Hautschmerzen, Haut, allergischegeneralisierter Pruritus, Dermatitis, Urtikaria
Ausschlag mit Juckreiz,
Hauterkrankung,
Pigmentierungsstörung,
Hyperhidrose, Onychomadesis,erythematöser Ausschlag,generalisierter Ausschlag,
Gelegentlich:
Dermatitis, nächtliche
Schweißausbrüche,makulopapulöser Ausschlag,
Vitiligo, Hypotrichose,
Schmerzhaftigkeit des
Nagelbetts, Nagelbeschwerden,makulöser Ausschlag, papulöser
Ausschlag, Hautläsion,aufgeschwollenes Gesicht
Stevens-Johnson-Syndrom1,
Sehr selten:
Epidermolysis acuta toxica1
Palmar-plantares
Nicht bekannt: Erythrodysästhesiesyndrom1, 4,
Sklerodermie1
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenArthralgie, Arthralgie, Myalgie
Arthralgie, Myalgie Myalgie, Schmerz
Sehr häufig:
in einer Extremität
Rückenschmerzen, Schmerz in Muskuläre Rückenschmerzen,einer Extremität, Schwäche, Schmerz in einer
Knochenschmerzen, Knochenschmerzen Extremität,
Häufig:
Muskelkrämpfe, Schmerzen des
Gliederschmerzen Muskel- und
Skelettsystems
Brustwandschmerz, muskuläre
Schwäche, Nackenschmerzen,
Leistenschmerzen,
Muskelspasmen, Schmerzen des
Gelegentlich:
Muskel- und Skelettsystems,
Flankenschmerz,
Gliederbeschwerden,
Muskelschwäche
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeTabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Akutes
Häufig:
NierenversagenHämaturie, Dysurie, Hämolytisch-
Gelegentlich: Pollakisurie, Nykturie, Polyurie, urämisches
Harninkontinenz Syndrom
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseGelegentlich: Brustschmerz
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortErmüdung, Asthenie, Fieber Ermüdung, Ermüdung,
Asthenie, Fieber, Asthenie, peripheres
Sehr häufig:peripheres Ödem, Ödem
Schüttelfrost
Unwohlsein, Lethargie, Reaktion an der Fieber,
Schwäche, peripheres Ödem, Infusionsstelle Brustkorbschmerz
Schleimhautentzündung,
Schmerz, Rigor, Ödem,
Häufig: verschlechterter
Allgemeinzustand,
Brustkorbschmerz,grippeähnliche Erkrankung,
Hyperpyrexie
Brustkorbbeschwerden, Schleimhautent-anomaler Gang, Schwellung, zündung, Extravasat
Reaktion an der Injektionsstelle an der
Infusionsstelle,
Gelegentlich:
Entzündung an der
Infusionsstelle,
Ausschlag an der
Infusionsstelle
Selten: Extravasat
Untersuchungen
Gewicht erniedrigt,erhöhte
Sehr häufig:
Alaninamino-transferase
Gewicht erniedrigt, erhöhte Erhöhte Gewicht erniedrigt,
Alaninaminotransferase, erhöhte Aspartatamino- erhöhte
Aspartataminotransferase, transferase, Alaninamino-erniedrigter Hämatokrit, erhöhtes Bilirubin transferase, erhöhteerniedrigte Erythrozytenzahl, im Blut, erhöhtes Aspartatamino-erhöhte Körpertemperatur, Kreatinin im Blut transferase, erhöhte
Häufig:erhöhte alkalische
Gamma-Glutamyltransferase, Phosphatase im Bluterhöhte alkalische Phosphataseim Blut
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnberichtet wurden
Erhöhter Blutdruck, erhöhtes
Gewicht, erhöhte
Laktatdehydrogenase im Blut,erhöhtes Kreatinin im Blut,
Gelegentlich:
Glucose im Blut erhöht,
Phosphor im Blut erhöht,
Kalium im Blut erniedrigt,erhöhtes Bilirubin
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Gelegentlich: Kontusion
Radiation-Recall-Syndrom,
Selten:
strahlenbedingte Pneumonitis1Wie im Rahmen der Überwachung von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln nach
Zulassung berichtet.2Die Berechnung der Pneumonitishäufigkeit erfolgte auf Basis gepoolter Daten von 1.310 Patienten,die im Rahmen klinischer Studien wegen Mammakarzinom oder anderer Indikationen eine
Monotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln erhielten.3Anhand von Laboruntersuchungen erhoben: höchster Grad der Myelosuppression (behandeltes
Kollektiv).4Bei einigen Patienten, die früher mit Capecitabin behandelt wurden.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDieser Abschnitt enthält die häufigsten Nebenwirkungen mit klinischer Relevanz, welche in
Verbindung mit Injektionen von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln auftraten.
Es wurden Nebenwirkungen von 229 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom bewertet, die inder pivotalen klinischen Phase-III-Studie einmal alle drei Wochen mit 260 mg/m2
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelt wurden (Monotherapie mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln).
Es wurden Nebenwirkungen von 421 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom bewertet,welche mit Humanserumalbumin-Paclitaxel in Kombination mit Gemcitabin behandelt wurden (an den
Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus mit jeweils 125 mg/m2 Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikel in Kombination mit Gemcitabin in einer Dosierung von 1.000 mg/m2) und von402 mit einer Gemcitabin-Monotherapie behandelten Patienten, die eine systemische
Erstlinienbehandlung bei einem metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas erhielten(Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin).
Es wurden Nebenwirkungen von 514 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom bewertet,die mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Carboplatin (100 mg/m2
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 21-Tage-Zyklusin Kombination mit Carboplatin, welches an Tag 1 eines jeden Zyklus gegeben wurde) in derrandomisierten, kontrollierten klinischen Phase-III-Studie behandelt wurden (Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikel/Carboplatin). Die Beurteilung der Taxan-Toxizität anhand der von den
Patienten gemachten Angaben erfolgte mithilfe der 4 Unterskalen des Fragebogens 'Functional
Assessment of Cancer Therapy (FACT)-Taxane“. Bei der Analyse für wiederholte Messungen fielendie Ergebnisse auf 3 der 4 Unterskalen (periphere Neuropathie, Schmerzen an Händen/Füßen und
Hörvermögen) zugunsten von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit
Carboplatin aus (p ≤ 0,002). Für die weitere Unterskala (Ödeme) wurde kein Unterschied zwischenden Behandlungsarmen festgestellt.
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHumanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin
Über Sepsis wurde mit einer Rate von 5 % berichtet bei Patienten mit oder ohne Neutropenie, die
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel in Kombination mit Gemcitabin im Rahmen einerklinischen Studie beim Adenokarzinom des Pankreas erhielten. Von den 22 Sepsis-Fällen, die unter
Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Gemcitabinberichtet wurden, verliefen 5 tödlich. Komplikationen infolge der Grunderkrankung
Pankreaskarzinom, insbesondere Gallenobstruktion oder das Vorhandensein eines Gallenstents,wurden als erhebliche begünstigende Faktoren identifiziert. Wenn sich bei einem Patienten Fieberentwickelt (unabhängig von der Neutrophilenzahl), sollte eine Behandlung mit Breitbandantibiotikabegonnen werden. Bei febriler Neutropenie ist die Behandlung mit Naveruclif und Gemcitabinauszusetzen, bis sich das Fieber zurückgebildet hat und die ANZ auf ≥ 1.500 Zellen/mm3 angestiegenist, anschließend ist die Behandlung mit reduzierten Dosisstufen wiederaufzunehmen (siehe
Abschnitt 4.2).
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln - metastasiertes Mammakarzinom
Bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom war Neutropenie die auffälligste wichtigehämatologische Toxizität (von 79 % der Patienten gemeldet) und war schnell reversibel unddosisabhängig; Leukopenie wurde von 71 % der Patienten gemeldet. Neutropenie Grad 4(< 500 Zellen/mm3) trat bei 9 % der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten
Patienten auf. Febrile Neutropenie trat bei vier mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnbehandelten Patienten auf. Anämie (Hb < 10 g/dl) wurde bei 46 % der mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten Patienten beobachtet und war in drei Fällen schwer(Hb < 8 g/dl). Lymphopenie wurde bei 45 % der Patienten beobachtet.
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin
In Tabelle 7 sind die Häufigkeit und der Schweregrad pathologischer Blutbildwerte bei Patienten, diemit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Gemcitabin bzw. nur mit
Gemcitabin behandelt wurden, aufgeführt.
Tabelle 7: Pathologische Blutbildwerte in der Studie an Patienten mit Adenokarzinom des
Pankreas
Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikel Gemcitabin(125 mg/m2)/ Gemcitabin
Grad 1 - 4 Grad 3 - 4 Grad 1 - 4 Grad 3 - 4(%) (%) (%) (%)
Anämiea,b 97 13 96 12
Neutropeniea,b 73 38 58 27
Thrombozytopenieb,c 74 13 70 9a405 beurteilte Patienten in der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln/Gemcitabinbehandelten Gruppeb388 beurteilte Patienten in der mit Gemcitabin behandelten Gruppec404 beurteilte Patienten in der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln/Gemcitabinbehandelten Gruppe.
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Carboplatin
Über Anämie und Thrombozytopenie wurde im Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel/Carboplatin-Arm häufiger als im Taxol/Carboplatin-Arm berichtet (54 % versus 28 %bzw. 45 % versus 27 %).
Erkrankungen des NervensystemsMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln- metastasiertes Mammakarzinom
Generell war die Häufigkeit und Schwere der Neurotoxizität bei den mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten Patienten dosisabhängig. Periphere Neuropathie (hauptsächlichsensorische Neuropathie Grad 1 oder 2) wurde bei 68 % der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln behandelten Patienten beobachtet, 10 % hatten den Schweregrad 3. Es gab keinen Fallvon Grad 4.
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin
Unter der Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit
Gemcitabin lag die mediane Zeit bis zum erstmaligen Auftreten einer peripheren Neuropathie Grad 3bei 140 Tagen. Die mediane Zeit bis zur Besserung um mindestens 1 Grad betrug 21 Tage, und diemediane Zeit bis zur Besserung einer peripheren Neuropathie Grad 3 auf Grad 0 oder 1 betrug29 Tage. Von den Patienten, bei denen die Behandlung wegen peripherer Neuropathie unterbrochenwurde, konnten 44 % (31/70 Patienten) die Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln in einer reduzierten Dosis wiederaufnehmen. Bei keinem der mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Gemcitabin behandelten Patienten kam es zu peripherer
Neuropathie Grad 4.
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Carboplatin
Unter der Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Carboplatin lag die mediane Zeitbis zum erstmaligen Auftreten einer behandlungsbedingten peripheren Neuropathie Grad 3 bei121 Tagen, und die mediane Zeit bis zur Besserung der behandlungsbedingten peripheren Neuropathievon Grad 3 auf Grad 1 betrug 38 Tage. Bei keinem der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln in Kombination mit Carboplatin behandelten Patienten kam es zu einer peripheren
Neuropathie Grad 4.
AugenerkrankungenWährend der Überwachung nach Zulassung wurde unter der Behandlung mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln selten über eine verminderte Sehschärfe infolge eines zystoiden
Makulaödems berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHumanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin
Zu Pneumonitis kam es bei 4 % der Patienten unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in
Kombination mit Gemcitabin. Von den 17 Fällen von Pneumonitis, die bei Patienten gemeldet wurden,die mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit Gemcitabin behandeltwurden, hatten 2 einen tödlichen Ausgang. Alle Patienten sind auf Anzeichen und Symptome einer
Pneumonitis engmaschig zu überwachen.
Nach Ausschluss einer infektiösen Ätiologie und Stellung der Diagnose Pneumonitis ist die
Behandlung mit Naveruclif und Gemcitabin dauerhaft abzusetzen und unverzüglich mit einerangemessenen Behandlung und unterstützenden Maßnahmen zu beginnen (siehe Abschnitt 4.2).
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln - metastasiertes Mammakarzinom
Übelkeit trat bei 29 % und Diarrhoe bei 25 % der Patienten auf.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln- metastasiertes Mammakarzinom
Alopezie wurde bei > 80 % der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten
Patienten beobachtet. Die Mehrzahl der Alopezie-Ereignisse trat innerhalb von weniger als einem
Monat nach Beginn der Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln auf. Bei denmeisten Patienten, bei denen es zu Alopezie kommt, ist mit einem ausgeprägten Haarverlust von≥ 50 % zu rechnen.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln- metastasiertes Mammakarzinom
Arthralgie trat bei 32 % der mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten Patientenauf und war in 6 % der Fälle schwerwiegend. Myalgie trat bei 24 % der mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten Patienten auf und war in 7 % der Fälle schwerwiegend. Die
Symptome waren gewöhnlich vorübergehend, traten meist drei Tage nach der Gabe von
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln auf und verschwanden innerhalb einer Woche.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortMonotherapie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln - metastasiertes Mammakarzinom
Asthenie/Fatigue wurde bei 40 % der Patienten gemeldet.
Kinder und JugendlicheDie Studie umfasste 106 Patienten, von diesen waren 104 pädiatrische Patienten im Alter von6 Monaten bis unter 18 Jahren (siehe Abschnitt 5.1). Bei jedem Patienten trat mindestens1 Nebenwirkung auf. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Anämie,
Leukopenie und Fieber. Schwerwiegende Nebenwirkungen, die für mehr als 2 Patienten berichtetwurden, waren Fieber, Rückenschmerzen, peripheres Ödem und Erbrechen. Bei der begrenzten Anzahlder mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln behandelten pädiatrischen Patienten, wurdenkeine neuen Sicherheitssignale identifiziert und das Sicherheitsprofil ähnelte dem der erwachsenen
Population
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Gegen eine Überdosierung mit Paclitaxel ist kein Antidot bekannt. Im Fall einer Überdosierung mussder Patient engmaschig überwacht werden. Die Behandlung sollte auf die am wichtigstenvorkommenden Toxizitäten wie Knochenmarkdepression, Mukositis und periphere Neuropathiegerichtet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, pflanzliche Alkaloide und anderenatürliche Mittel, Taxane, ATC-Code: L01CD01
WirkmechanismusPaclitaxel ist ein Antimikrotubuli-Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus den
Tubulindimeren fördert und die Mikrotubuli durch Hemmung ihrer Depolymerisation stabilisiert.
Diese Stabilisierung führt zu einer Hemmung der normalen dynamischen Reorganisation desmikrotubulären Netzwerkes, das für die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionenwesentlich ist. Zudem induziert Paclitaxel die Bildung von Mikrotubulibündeln während des
Zellzyklus und erzeugt multiple Aster in der Mitose.
Naveruclif enthält Paclitaxel, das an ca. 180 nm große Humanserumalbumin-Nanopartikel gebundenist, so dass Paclitaxel in einem nicht-kristallinen, amorphen Zustand vorliegt. Nach intravenöser
Verabreichung dissoziieren die Nanopartikel rasch zu löslichen, ca. 10 nm großen, an Albumingebundenen Paclitaxel-Komplexen. Es ist bekannt, dass Albumin die kaveoläre Transzytose von
Plasmakomponenten in die Endothelzellen vermittelt, und im Rahmen von In-vitro-Studien wurdenachgewiesen, dass die Gegenwart von Albumin den Transport von Paclitaxel durch die
Endothelzellen fördert. Es wird angenommen, dass dieser verbesserte transendotheliale kaveoläre
Transport durch den gp-60-Albuminrezeptor vermittelt wird und aufgrund des albuminbindenden
Proteins Secreted Protein Acidic Rich in Cysteine (SPARC) eine verstärkte Paclitaxel-Akkumulationim Bereich des Tumors auftritt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitMammakarzinom
Die Anwendung von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln für metastasiertes
Mammakarzinom wird durch Daten von 106 Patienten in zwei einarmigen unverblindeten Studien undvon 454 Patienten, die in einer randomisierten Phase-III-Vergleichsstudie behandelt wurden,unterstützt. Diese Information ist unten aufgeführt.
Einarmige unverblindete Studien
In einer Studie wurden 43 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom mit Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikeln behandelt, welche in Form einer Infusion über 30 Minuten mit einer Dosisvon 175 mg/m2 gegeben wurden. In der zweiten Studie wurde eine Dosis von 300 mg/m2 als Infusionüber 30 Minuten an 63 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom verwendet. Die Patientenwurden ohne vorherige Steroidgabe oder geplante G-CSF-Unterstützung behandelt. Die Zyklenwurden in Intervallen von 3 Wochen gegeben. Die Ansprechraten bei allen Patienten betrugen jeweils39,5 % (95 %-KI: 24,9 % - 54,2 %) und 47,6 % (95 % KI: 35,3 % - 60,0 %). Die mediane Zeit bis zum
Fortschreiten der Krankheit betrug 5,3 Monate (175 mg/m2; 95 %-KI: 4,6-6,2 Monate) und 6,1 Monate(300 mg/m2; 95 %-KI: 4,2-9,8 Monate).
Randomisierte Vergleichsstudie
Diese multizentrische Studie wurde bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom durchgeführt,die alle 3 Wochen eine Monotherapie mit Paclitaxel erhielten, entweder in Form vonlösungsmittelhaltigem Paclitaxel 175 mg/m2 als 3-stündige Infusion mit Prämedikation zur Verhütungeiner Überempfindlichkeit (N = 225) oder in Form von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln260 mg/m2 als 30-minütige Infusion ohne Prämedikation (N = 229).
Bei der Aufnahme in die Studie hatten 64 % der Patienten einen beeinträchtigten Allgemeinzustand(ECOG 1 oder 2), 79 % hatten viszerale Metastasen und 76 % hatten mehr als 3 Metastasestellen.
14 % der Patienten hatten vorher noch keine Chemotherapie erhalten, 27 % hatten nur eine adjuvante
Chemotherapie, 40 % nur wegen Metastasierung und 19 % wegen Metastasierung und zur adjuvanten
Behandlung. 59 % der Patienten erhielten das Studienarzneimittel als Zweitlinien-Therapie oder inspäterer Therapielinie. 77 % der Patienten hatten früher bereits Anthracycline erhalten.
Die Ergebnisse für die Gesamtansprechrate und Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit sowieprogressionsfreies Überleben und Überleben für Patienten, die zuvor bereits eine First-Line-Therapieerhalten hatten, sind unten dargelegt.
Tabelle 8: Ergebnisse für Gesamtansprechrate, mediane Zeit bis zum Fortschreiten der
Krankheit und progressionsfreies Überleben laut Beurteilung des Prüfarztes
Wirksamkeitsvariable Humanserumalbumin- Lösungsmittelhaltiges p-Wert
Paclitaxel-Nanopartikel Paclitaxel(260 mg/m2) (175 mg/m2)
Ansprechrate [95 %-KI] (%)> First-Line-Therapie 26,5 [18,98; 34,05] (n = 132) 13,2 [7,54; 18,93] (n = 136) 0,006a
*Mediane Zeit bis zur Krankheitsprogression [95 %-KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 20,9 [15,7; 25,9] (n = 131) 16,1 [15,0; 19,3] (n = 135) 0,011b
*Medianes progressionsfreies Überleben [95 %-KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 20,6 [15,6; 25,9] (n = 131) 16,1 [15,0; 18,3] (n = 135) 0,010b
*Überleben [95 %-KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 56,4 [45,1; 76,9] (n = 131) 46,7 [39,0; 55,3] (n = 136) 0,020b
*Diese Daten basieren auf dem klinischen Studienbericht: CA012-0 Zusatz, endgültige Fassung (23.
März 2005)aChi-Quadrat-TestbLog-Rank-Test229 in der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln behandelte Patienten wurden auf Sicherheit hin evaluiert. Neurotoxizität gegenüber
Paclitaxel wurde durch die Verbesserung um ein Grad für Patienten, die zu einem Zeitpunkt währendder Therapie eine periphere Neuropathie Grad 3 erlebten, evaluiert. Der natürliche Verlauf vonperipherer Neuropathie zum Abklingen auf Baseline aufgrund der kumulativen Toxizität von
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln nach mehr als 6 Behandlungszyklen wurde nichtevaluiert und ist weiterhin unbekannt.
Adenokarzinom des Pankreas
Eine multizentrische, multinationale, randomisierte, unverblindete Studie wurde an 861 Patientendurchgeführt, um Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin mit der Gemcitabin-
Monotherapie als Erstlinienbehandlung bei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreaszu vergleichen. Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel wurden den Patienten (N = 431) alsintravenöse Infusion über 30 - 40 Minuten in einer Dosis von 125 mg/m2 gefolgt von Gemcitabin alsintravenöse Infusion über 30 - 40 Minuten in einer Dosis von 1.000 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15eines jeden 28-Tage-Zyklus verabreicht. Im Vergleichstherapie-Arm wurde die Gemcitabin-
Monotherapie den Patienten (N = 430) entsprechend der empfohlenen Dosis und des empfohlenen
Dosierungsschemas verabreicht. Die Behandlung wurde bis zum Progress oder bis zur Entwicklungeiner inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Von den 431 Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas,die auf die Behandlung mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln in Kombination mit
Gemcitabin randomisiert wurden, waren die meisten (93 %) weißer, 4 % schwarzer und 2 %asiatischer ethnischer Herkunft. 16 % der Patienten wiesen einen Karnofsky-Performance-Status(KPS) von 100, 42 % einen KPS von 90, 35 % einen KPS von 80, 7 % einen KPS von 70 und < 1 %einen KPS von unter 70 auf. Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko, anamnestisch bekannterperipherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder Bindegewebserkrankung und/oder interstitieller
Lungenerkrankung waren von der Studie ausgeschlossen.
Die Patienten wurden im Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin-Arm im Median3,9 Monate und im Gemcitabin-Arm 2,8 Monate lang behandelt. 32 % der Patienten im
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin-Arm gegenüber 15 % der Patienten im
Gemcitabin-Arm wurden 6 oder mehr Monate lang behandelt. Im behandelten Kollektiv betrug diemediane relative Dosisintensität für Gemcitabin im Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel/Gemcitabin-Arm 75 % und im Gemcitabin-Arm 85 %. Die mediane relative
Dosisintensität von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln betrug 81 %. Im
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin-Arm wurde eine höhere medianekumulative Gemcitabin-Dosis verabreicht (11.400 mg/m2) als im Gemcitabin-Arm (9.000 mg/m2).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Die wichtigsten sekundären
Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate (ORR), beideerhoben durch unabhängige, zentrale, verblindete radiologische Befundung anhand der RECIST-
Leitlinien (Version 1.0).
Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse aus der randomisierten Studie an Patienten mit
Adenokarzinom des Pankreas (Intent-to-treat-Kollektiv)
Humanserumalbumin- Gemcitabin
Paclitaxel-Nanopartikel (N = 430)(125 mg/m2)/Gemcitabin(N = 431)
Gesamtüberleben
Anzahl Todesfälle (%) 333 (77) 359 (83)
Mediane
Gesamtüberlebenszeit, 8,5 (7,89; 9,53) 6,7 (6,01; 7,23)
Monate (95 %-KI)
HR (95 %-KI)a
A+G/G 0,72 (0,617; 0,835)p-Wertb < 0,0001
Überlebensrate in %(95 %-KI) nach1 Jahr 35 % (29,7; 39,5) 22 % (18,1; 26,7)2 Jahren 9 % (6,2; 13,1) 4 % (2,3; 7,2)75. Perzentile
Gesamtüberlebenszeit 14,8 11,4(Monate)
Progressionsfreies Überleben
Tod oder Progression, n (%) 277 (64) 265 (62)
Mediane progressionsfreie
Überlebenszeit, Monate (95 5,5 (4,47; 5,95) 3,7 (3,61; 4,04)%-KI)
HR a
A+G/G (95 %-KI) 0,69 (0,581; 0,821)p-Wertb < 0,0001
Gesamtansprechrate
Bestätigte komplette oderpartielle Remissionen 99 (23) 31 (7)insgesamt, n (%)95 %-KI 19,1; 27,2 5,0; 10,1pA+G/pG (95 %-KI) 3,19 (2,178; 4,662)p-Wert (χ²-Test) < 0,0001
KI = Konfidenzintervall, HRA+G/G = Hazard Ratio Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel+Gemcitabin/Gemcitabin, pA+G/pG = Quotient der Ansprechraten unter
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln+Gemcitabin/GemcitabinaStratifiziertes Proportional-Hazards-Modell nach CoxbStratifizierter Log-Rank-Test mit Stratifizierung nach geographischer Region (Nordamerika versus
Sonstige), KPS (70 bis 80 versus 90 bis 100) und Vorliegen einer Lebermetastasierung (ja versusnein).
Bei den mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln/Gemcitabin behandelten Patienten ergabsich gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS miteiner 1,8-monatigen Verlängerung des medianen OS, einer 28 %igen Gesamtreduktion des
Sterberisikos, einer 59 %igen Verbesserung der 1-Jahres-Überlebensrate und einer 125 %igen
Verbesserung der 2-Jahres-Überlebensrate.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (Intent-to-treat-Kollektiv)1,0
Paclitaxel-Albumin+Gemcitabin0,9 Gemcitabin0,80,70,6
Survivalof 0,50,4
Proportion 0,30,20,10,0(Patienten unter Risiko)
Pacl-Alb/GEM:
GEM :
Zeit (Monate)
Die Wirkungen der Behandlung auf das OS fielen für die Mehrzahl der nach bestimmten Kriterien(einschließlich Geschlecht, KPS, geographischer Region, primärer Lokalisierung des
Pankreaskarzinoms, Stadium bei Diagnosestellung, Vorliegen von Lebermetastasen, Vorliegen einer
Peritonealkarzinomatose, vorherige Whipple-Operation, Vorhandensein eines Gallenstents bei
Baseline, Vorliegen von Lungenmetastasen und Anzahl der Metastasierungsorte) vorab festgelegten
Subgruppen zugunsten des Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Gemcitabin-Arms aus. Die
Hazard Ratio (HR) für das Überleben in den Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel/Gemcitabin- und Gemcitabin-Armen betrug bei den Patienten ab 75 Jahren 1,08(95 %-KI: 0,653; 1,797). Bei Patienten mit normalen CA 19-9-Spiegeln bei Baseline betrug die
Überlebens-HR 1,07 (95 %-KI: 0,692; 1,661).
Bei den mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln/Gemcitabin behandelten Patienten ergabsich gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS miteiner 1,8-monatigen Verlängerung des medianen PFS.
Nicht-kleinzelliges BronchialkarzinomEine multizentrische, randomisierte, unverblindete Studie wurde an 1.052 Chemotherapie-naiven
Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom Stadium IIIb/IV durchgeführt. Verglichenwurden in der Studie Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel in Kombination mit Carboplatinversus lösungsmittelhaltiges Paclitaxel in Kombination mit Carboplatin als Erstlinienbehandlung bei
Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Über 99 % der Patientenhatten einen ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group)-Leistungsstatus von 0 oder 1. Patientenmit vorbestehender Neuropathie ≥ Grad 2 oder schwerwiegenden medizinischen Risikofaktoren, dieeines der wichtigen Organsysteme betrafen, waren von der Teilnahme ausgeschlossen.
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel wurden den Patienten (N = 521) als intravenöse
Infusion über 30 Minuten in einer Dosis von 100 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden
Anteil überlebende Patienten21-Tage-Zyklus ohne Steroid-Prämedikation und ohne Prophylaxe mit Granulozyten-Kolonien-stimulierendem Faktor verabreicht. Unmittelbar nach dem Ende der Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel-Gabe wurde Carboplatin in einer Dosis von AUC = 6 mg*min/ml nur an Tag 1 einesjeden 21-Tage-Zyklus intravenös verabreicht. Lösungsmittelhaltiges Paclitaxel wurde den Patienten(N = 531) als intravenöse Infusion über 3 Stunden in einer Dosis von 200 mg/m2 mit Standard-
Prämedikation verabreicht; unmittelbar im Anschluss daran wurde Carboplatin in einer Dosis von
AUC = 6 mg*min/ml intravenös verabreicht. Beide Arzneimittel wurden an Tag 1 eines jeden21-Tage-Zyklus verabreicht. In beiden Studienarmen wurde die Behandlung bis zum Progress oder biszur Entwicklung einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Die Patienten erhielten in beiden
Studienarmen im Median 6 Behandlungszyklen.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Gesamtansprechrate, definiert als der prozentuale Anteil von
Patienten, die ‒ basierend auf einer unabhängigen, zentralen, verblindeten radiologischen Befundunganhand der RECIST-Leitlinien (Version 1.0) ‒ eine objektive bestätigte komplette oder partielle
Remission erreichten. Die Patienten im Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Carboplatin-
Arm wiesen eine im Vergleich zu den Patienten im Kontrollarm signifikant höhere
Gesamtansprechrate auf: 33 % versus 25 %, p = 0,005 (Tabelle 10). Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit Plattenepithel-Histologie bestand ein signifikanter Unterschiedin der Gesamtansprechrate im Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel/Carboplatin-Armverglichen mit dem Kontrollarm (N = 450, 41 % vs. 24 %, p<0,001), dieser Unterschied schlug sichjedoch nicht in einem Unterschied hinsichtlich PFS oder OS nieder. Bei Patienten mit vom
Plattenepithelkarzinom abweichender Histologie bestand zwischen den Behandlungsarmen kein
Unterschied in Bezug auf die ORR (N = 602, 26 % vs. 25 %, p=0,808).
Tabelle 10: Gesamtansprechrate in der randomisierten Studie an Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (Intent-to-treat-Kollektiv)
Humanserumalbumin- Lösungsmittelhaltiges
Paclitaxel- Paclitaxel
Nanopartikel (200 mg/m alle(100 mg/m2/Woche) 3 Wochen)+ Carboplatin + Carboplatin
Wirksamkeitsparameter (N = 521) (N = 531)
Gesamtansprechrate (unabhängige Befundung)
Bestätigte komplette oder partielle
Remission insgesamt, n (%) 170 (33 %) 132 (25 %)95 %-KI (%) 28,6; 36,7 21,2; 28,5pA/pT (95,1 %-KI) 1,313 (1,082; 1,593)p-Werta 0,005
KI = Konfidenzintervall; HRA/T = Hazard Ratio Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin;pA/pT = Quotient der Ansprechraten unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln+Carboplatin/ lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin.ap-Wert basiert auf einem χ²-Test.
Zwischen den beiden Behandlungsarmen bestand beim progressionsfreien Überleben (PFS; erhobendurch verblindete radiologische Befundung) und Gesamtüberleben (OS) kein statistisch signifikanter
Unterschied. Für PFS und OS wurde eine Nichtunterlegenheitsanalyse mit einer vorab festgelegten
Nichtunterlegenheitsmarge von 15 % durchgeführt. Das Nichtunterlegenheitskriterium wurde sowohlfür PFS als auch für OS erfüllt, wobei die Obergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls für diezugehörigen Hazard Ratios unter 1,176 lag (Tabelle 11).
Tabelle 11: Nichtunterlegenheitsanalysen zum progressionsfreien Überleben und
Gesamtüberleben in der randomisierten Studie an Patienten mit nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom (Intent-to-treat-Kollektiv)
Humanserumalbumin- Lösungsmittelhaltiges
Paclitaxel- Paclitaxel(200 mg/m2
Nanopartikel alle(100 mg/m2/Woche) 3 Wochen)+ Carboplatin + Carboplatin
Wirksamkeitsparameter (N = 521) (N = 531)
Progressionsfreies Überlebena (unabhängige Befundung)
Tod oder Progression, n (%) 429 (82 %) 442 (83 %)
Medianes PFS (95 %-KI) (Monate) 6,8 (5,7; 7,7) 6,5 (5,7; 6,9)
HRA/T (95 %-KI) 0,949 (0,830; 1,086)
Gesamtüberleben
Anzahl Todesfälle, n (%) 360 (69 %) 384 (72 %)
Medianes OS (95 %-KI) (Monate) 12,1 (10,8; 12,9) 11,2 (10,3; 12,6)
HRA/T (95,1 %-KI) 0,922 (0,797; 1,066)
KI = Konfidenzintervall; HRA/T = Hazard Ratio Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikel+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin;pA/pT = Quotient der Ansprechraten unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln+Carboplatin/ lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin.aNach den methodologischen Erwägungen der EMA für den Endpunkt PFS: fehlende Werte oder
Beginn einer neuen Folgetherapie wurden nicht zur Zensierung herangezogen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen (siehe Abschnitt 4.2).
Die Studie ABI-007-PST-001, eine multizentrische, offene Dosisfindungsstudie der Phase I/II zur
Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und vorläufigen Wirksamkeit von wöchentlichverabreichten Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei Kindern und Jugendlichen mitrezidivierenden oder refraktären soliden Tumoren, umfasste insgesamt 106 Patienten im Alter von≥ 6 Monaten bis ≤ 24 Jahren.
Der Phase-I-Abschnitt der Studie umfasste insgesamt 64 Patienten im Alter von 6 Monaten bis unter18 Jahren. In diesem Abschnitt wurde die maximal verträgliche Dosis (maximum tolerated dose,
MTD) auf 240 mg/m2 festgelegt, verabreicht als intravenöse, 30-minütige Infusion an den Tagen 1, 8und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus.
Im Phase-II-Abschnitt wurden unter Verwendung eines zweistufigen Minimax-Designs nach Simon42 Patienten, zwischen 6 Monate und 24 Jahre mit rezidivierendem oder refraktärem Ewing-Sarkom,
Neuroblastom oder Rhabdomyosarkom, eingeschlossen, um die Antitumorwirkung, anhand der
Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR), zu beurteilen. Von den 42 Patienten war 1 Patient< 2 Jahre alt, 27 waren zwischen ≥ 2 und < 12 Jahre alt, 12 waren zwischen ≥ 12 und < 18 Jahre altund 2 erwachsene Patienten waren zwischen ≥ 18 und 24 Jahre alt.
Die Patienten wurden für eine mediane Dauer von 2 Zyklen mit der MTD behandelt. Von den41 Patienten, die für die Wirksamkeitsbeurteilung in Stufe 1 infrage kamen, wurde bei einem Patientenin der Gruppe mit Rhabdomyosarkom (n =14) ein partielles Ansprechen (partial response, PR)bestätigt, was in einer ORR von 7,1 % (95 %-KI: 0,2; 33,9) resultierte. Weder in der Gruppe mit
Ewing-Sarkom (n =13) noch in der Gruppe mit Neuroblastom (n =14) wurde ein bestätigtesvollständiges Ansprechen (complete response, CR) oder PR beobachtet. Keiner der Studienarmewurde in Stufe 2 fortgesetzt, da die im Prüfplan definierte Voraussetzung von ≥ 2 Patienten mit einembestätigten Ansprechen nicht erfüllt wurde.
Die Ergebnisse des medianen Gesamtüberlebens, einschließlich des 1-jährigen
Nachbeobachtungszeitraums, betrugen 32,1 Wochen (95 %-KI: 21,4; 72,9), 32,0 Wochen(95 %-KI: 12; nicht ermittelt) und 19,6 Wochen (95 %-KI: 4; 25,7) für die Gruppe mit Ewing-Sarkom,
Neuroblastom und Rhabdomyosarkom.
Das Gesamtsicherheitsprofil von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei Kindern und
Jugendlichen entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.8). Basierend auf diesen Ergebnissen kam man zudem Schluss, dass Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikel als Monotherapie keine bedeutsameklinische Aktivität oder einen Überlebensvorteil erzielten, die eine weitere Entwicklung bei Kindernund Jugendlichen rechtfertigen würde.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik des Gesamt-Paclitaxel nach 30- und 180-minütigen Infusionen von
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln mit einer Dosis von 80 bis 375 mg/m2 wurde inklinischen Studien ermittelt. Die Paclitaxel-Exposition (AUC) erhöhte sich linear von 2.653 auf16.736 ngꞏh/ml analog zu einer Dosis von 80 bis 300 mg/m2.
In einer Studie mit Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren wurden die pharmakokinetischen
Eigenschaften von Paclitaxel nach intravenöser 30-minütiger Infusion von 260 mg/m2
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln mit den Werten nach einer 3-stündigen Injektion von175 mg/m2 lösungsmittelhaltigem Paclitaxel verglichen. Basierend auf einer kompartimentfreien PK-
Analyse war die Plasmaclearance von Paclitaxel nach der Gabe von Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln höher (43 %) als nach einer lösungsmittelhaltigen Paclitaxel-Injektion, und auch das
Verteilungsvolumen war bei Paclitaxel höher (53 %). Bezogen auf die terminale Halbwertszeit gab eskeine Unterschiede.
In einer Studie mit wiederholter Verabreichung an 12 Patienten, denen Humanserumalbumin-
Paclitaxel-Nanopartikel in einer Dosis von 260 mg/m2 intravenös gegeben wurden, betrug die intra-individuelle Schwankung der AUC 19 % (Bereich = 3,21 % bis 37,70 %). Es gab keine Anzeichen füreine Akkumulation von Paclitaxel nach mehreren Behandlungszyklen.
VerteilungNach der Gabe von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei Patienten mit soliden Tumorenwird Paclitaxel gleichmäßig in Blutzellen und Plasma verteilt und in hohem Maße an Plasmaproteine(94 %) gebunden.
Die Proteinbindung von Paclitaxel nach der Verabreichung von Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln wurde in einer intra-individuellen Vergleichsstudie mittels Ultrafiltration ermittelt. Die
Fraktion von freiem Paclitaxel war unter Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln signifikanthöher (6,2 %) als unter lösungsmittelhaltigem Paclitaxel (2,3 %). Dies führte zu einer signifikanthöheren Exposition gegenüber ungebundenem Paclitaxel bei Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln im Vergleich zu lösungsmittelhaltigem Paclitaxel, obwohl die Gesamtexpositionvergleichbar ist. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Paclitaxel nicht wie bei derlösungsmittelhaltigen Formulierung in Cremophor-EL-Mizellen eingeschlossen ist. Nach Angaben inder veröffentlichten Literatur über In-vitro-Studien zur Bindung von Humanserumproteinen (bei
Verwendung von Paclitaxel in Konzentrationen von 0,1 bis 50 µg/ml) hatte die Gegenwart von
Cimetidin, Ranitidin, Dexamethason oder Diphenhydramin keinerlei Auswirkung auf die
Proteinbindung von Paclitaxel erkennen lassen.
Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse beträgt das Gesamtverteilungsvolumenetwa 1.741 l; das große Verteilungsvolumen weist auf eine ausgedehnte paravasale Verteilungund/oder Gewebebindung von Paclitaxel hin.
Biotransformation und EliminationIn der veröffentlichten Literatur über In-vitro-Studien der humanen Lebermikrosome und
Gewebeschnitte wird berichtet, dass Paclitaxel in erster Linie zu 6α-Hydroxypaclitaxel und mitgeringerem Anteil zu den zwei Metaboliten 3'-p-Hydroxypaclitaxel und 6α-3'-p-Dihydroxypaclitaxelmetabolisiert wird. Die Bildung dieser hydroxylierten Metaboliten erfolgt jeweils über CYP2C8,
CYP3A4 bzw. beide Isoenzyme (CYP2C8 und CYP3A4).
Nach einer 30-minütigen Infusion von 260 mg/m2 Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln bei
Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom betrug der Mittelwert für die kumulative Ausscheidungdes unveränderten Wirkstoffs im Urin 4 % der verabreichten Gesamtdosis mit weniger als 1 % in
Form der Metaboliten 6α-Hydroxypaclitaxel und 3'-p-Hydroxypaclitaxel, was auf eine weitreichendenicht-renale Clearance hinweist. Der Haupteliminationsweg von Paclitaxel besteht in der hepatischen
Metabolisierung und biliären Exkretion.
Im klinischen Dosisbereich von 80 bis 300 mg/m2 liegt die mittlere Plasmaclearance von Paclitaxelzwischen 13 und 30 l/h/m2 und die mittlere terminale Halbwertszeit zwischen 13 und 27 Stunden.
Eingeschränkte LeberfunktionDer Einfluss einer eingeschränkten Leberfunktion auf die Populationspharmakokinetik von
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln wurde bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden
Tumoren untersucht. In diese Analyse wurden Patienten mit normaler Leberfunktion (n =130) undsolche mit vorbestehender leichter (n = =8), mäßiger (n = 7) oder starker (n = 5) Einschränkung der
Leberfunktion (entsprechend den Kriterien der NCI Organ Dysfunction Working Group) einbezogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine leicht eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1 bis ≤ 1,5 x
ULN) keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Paclitaxel hat. Patienten mitmäßig (Gesamtbilirubin > 1,5 bis ≤ 3 x ULN) oder stark (Gesamtbilirubin > 3 bis ≤ 5 x ULN)eingeschränkter Leberfunktion weisen im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion eine
Abnahme der maximalen Eliminationsrate von Paclitaxel um 22 % bis 26 % und eine Zunahme dermittleren AUC von Paclitaxel um etwa 20 % auf. Eine Einschränkung der Leberfunktion hat keinen
Einfluss auf die mittlere Cmax von Paclitaxel. Ferner zeigt die Elimination von Paclitaxel eineumgekehrte Korrelation mit Gesamtbilirubin und eine positive Korrelation mit Serumalbumin.
Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell weist nach Korrektur für die Exposition mit
Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln auf keine Korrelation zwischen Leberfunktion (gezeigtanhand des Albuminspiegels oder Gesamtbilirubinwerts in der Ausgangslage) und Neutropenie hin.
Für Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN und für Patienten mit metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas liegen keine Daten zur Pharmakokinetik vor (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte NierenfunktionIn die populationspharmakokinetische Analyse wurden Patienten mit normaler Nierenfunktion(n = 65) und solche mit vorbestehender leichter (n = 61), mäßiger (n = 23) oder starker (n = l)
Einschränkung der Nierenfunktion (entsprechend den vorläufigen FDA-Guidance-Kriterien 2010)einbezogen. Eine leicht bis mäßig eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30 bis< 90 ml/min) hat keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die maximale Eliminationsrate undsystemische Exposition (AUC und Cmax) von Paclitaxel. Für Patienten mit stark eingeschränkter
Nierenfunktion sind die Daten zur Pharmakokinetik nicht ausreichend und für Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.
Ältere PatientenDie populationspharmakokinetische Analyse von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikelnbezog Patienten im Alter von 24 bis 85 Jahren ein und zeigte, dass das Alter keinen signifikanten
Einfluss auf die maximale Eliminationsrate und die systemische Exposition (AUC und Cmax) von
Paclitaxel hat.
Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell unter Verwendung der Daten von 125
Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigt, dass Patienten ≥ 65 Jahre möglicherweiseanfälliger für die Entstehung einer Neutropenie während des ersten Behandlungszyklus sind, obwohldie Paclitaxel-Plasmaexposition vom Alter nicht beeinflusst wird.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde in der Phase I einer Phase I/II-Studie mit 64 Patienten (im
Alter von 2 Jahren bis ≤ 18 Jahren) mit rezidivierten oder refraktären pädiatrischen soliden Tumorennach 30-minütiger intravenöser Infusion im Dosisbereich von 120 mg/m² bis 270 mg/m² bestimmt.
Nach einer Dosissteigerung von 120 bis 270 mg/m2 lag die mittlere AUC(0-inf) bei 8.867 bis14.361 ng*h/ml bzw. die Cmax bei 3.488 bis 8.078 ng/ml.
Die dosisnormierten Spitzenplasmaspiegel waren über den untersuchten Dosisbereich hinwegvergleichbar, jedoch waren die dosisnormierten Gesamtplasmakonzentrationen nur über den
Dosisbereich von 120 mg/m2 bis 240 mg/m2 vergleichbar, während die dosisnormierte AUC∞ bei einer
Dosis von 270 mg/m2 niedriger war. Bei der MTD von 240 mg/m2 lag die mittlere CL bei 19,1 l/h unddie mittlere terminale Halbwertszeit betrug 13,5 Stunden.
Bei Kindern und Jugendlichen stieg die Paclitaxel-Exposition mit höheren Dosen, und diewöchentliche Arzneimittelexposition war höher als bei Erwachsenen.
Weitere intrinsische Faktoren
Populationspharmakokinetische Analysen von Humanserumalbumin-Paclitaxel-Nanopartikeln weisendarauf hin, dass Geschlecht, Ethnie (asiatisch vs. weiß) und Art der soliden Tumoren keinen klinischbedeutsamen Einfluss auf die systemische Exposition (AUC und Cmax) von Paclitaxel haben. Patientenmit einem Körpergewicht von 50 kg hatten eine um ca. 25 % niedrigere AUC für Paclitaxel als
Patienten mit einem Körpergewicht von 75 kg. Die klinische Relevanz dieses Ergebnisses ist unklar.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Untersuchungen zum kanzerogenen Potential von Paclitaxel liegen nicht vor. Ausgehend von derveröffentlichten Literatur ist Paclitaxel jedoch aufgrund seines pharmakodynamischen
Wirkmechanismus in klinischen Dosen ein potenziell kanzerogener und genotoxischer Wirkstoff.
Paclitaxel hat sich in-vitro (Chromosomenaberrationen in menschlichen Lymphozyten) und in-vivo(Mikronukleustest in Mäusen) als klastogen erwiesen. Paclitaxel war in-vivo (Mikronukleustest in
Mäusen) genotoxisch, induzierte jedoch keine Mutagenität im Ames-Test oder im
Hypoxanthin-Guaninphosphoribosyltransferase-(CHO/HGPRT)-Genmutationsassay an ovarialen
Zellen des chinesischen Hamsters.
Paclitaxel führte bei Ratten in Dosierungen unterhalb der menschlichen therapeutischen Dosis zu einerherabgesetzten Fertilität, wenn es männlichen und weiblichen Ratten vor oder während der Paarungverabreicht wurde, sowie zu fetaler Toxizität. Tierversuche mit Humanserumalbumin-Paclitaxel-
Nanopartikeln zeigten irreversible toxische Wirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane beiklinisch relevanten Expositionsspiegeln.
Paclitaxel und/oder seine Metaboliten gingen in die Milch laktierender Ratten über. Nach intravenöser
Verabreichung von radioaktiv markiertem Paclitaxel an Ratten an den Tagen 9 bis 10 nach der Geburtwaren die Konzentrationen von Radioaktivität in der Milch höher als im Plasma und sanken parallel zuden Plasmakonzentrationen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Albumin (vom Menschen) (enthält Natriumcaprylat und N-Acetyltryptophan).
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflaschen2 Jahre
Stabilität der rekonstituierten Dispersion in der Durchstechflasche
Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei 2°C - 8°C im Originalkarton und vor Lichtgeschützt über 24 Stunden nachgewiesen.
Stabilität der rekonstituierten Dispersion im Infusionsbeutel
Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei 2°C - 8°C und vor Licht geschützt über24 Stunden und für weitere 4 Stunden nicht vor Licht geschützt bei 25°C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel jedoch unverzüglich nach der Rekonstitution unddem Befüllen der Infusionsbeutel verwendet werden, es sei denn die Methode zur Rekonstitution undzum Befüllen schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus.
Wenn es nicht unverzüglich verwendet wird, liegen Lagerungszeit und -bedingungen dergebrauchsfertigen Dispersion in der Verantwortung des Anwenders.
Die gesamte Aufbewahrungszeit in der Durchstechflasche und im Infusionsbeutel beträgt 24 Stunden,wenn das rekonstituierte Arzneimittel gekühlt und vor Licht geschützt wird. Im Anschluss daran kanndie Dispersion im Infusionsbeutel für 4 Stunden unter 25°C gelagert werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Ungeöffnete DurchstechflaschenDie Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Die Stabilitätdes Arzneimittels wird weder durch Einfrieren noch durch Lagerung im Kühlschrank beeinträchtigt.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
Rekonstituierte Dispersion
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels siehe Abschnitt҈ 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflasche, 50 ml (Typ 1 Glas) mit Stopfen (Bromobutylkautschuk), mit einer Dichtung(Aluminium) und 100 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-Formulierung.
Packungsgröße: eine Durchstechflasche
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVorsichtsmaßnahmen für die Zubereitung und Anwendung
Paclitaxel ist ein zytotoxisches antikanzerogenes Arzneimittel, und wie auch bei anderen potenzielltoxischen Stoffen ist beim Umgang mit Naveruclif Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, Handschuhe,
Schutzbrille und Schutzkleidung zu tragen. Wenn die Dispersion mit der Haut in Berührung kommt,sollte die Haut sofort gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Bei einem Kontakt mit den
Schleimhäuten sollten die Schleimhäute gründlich mit Wasser gespült werden. Naveruclif sollte nurvon Personal zubereitet und angewendet werden, das im Umgang mit Zytostatika angemessen geschultwurde. Schwangere Mitarbeiterinnen dürfen Naveruclif nicht handhaben.
Wegen der Möglichkeit einer Paravasation empfiehlt es sich, die Infusionsstelle während der
Verabreichung des Arzneimittels engmaschig auf eine mögliche Infiltration zu überwachen. Eine
Begrenzung der Naveruclif-Infusionsdauer auf 30 Minuten, wie angegeben, vermindert die
Wahrscheinlichkeit infusionsbedingter Reaktionen.
Rekonstitution und Gabe des Arzneimittels
Naveruclif wird als steriles lyophilisiertes Pulver geliefert und muss vor der Verwendungrekonstituiert werden. Nach der Rekonstitution enthält jeder ml der Dispersion 5 mg Paclitaxel als an
Albumin gebundene Nanopartikel-Formulierung.
Durchstechflasche mit 100 mg: Unter Verwendung einer sterilen Spritze werden langsam über einen
Zeitraum von mindestens 1 Minute 20 ml einer 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Infusionslösung ineine Naveruclif-Durchstechflasche injiziert.
Die Lösung muss gegen die Innenwand der Durchstechflasche gespritzt werden. Die Lösung darf nichtdirekt auf das Pulver gespritzt werden, da dies zur Schaumbildung führt.
Nach vollständiger Zugabe der Lösung sollte die Durchstechflasche mindestens 5 Minuten ruhen, umeine gute Benetzung des Feststoffes zu gewährleisten. Dann sollte die Durchstechflasche fürmindestens 2 Minuten langsam und vorsichtig geschwenkt und/oder invertiert werden, bis einekomplette Redispergierung des Pulvers erfolgt ist. Eine Schaumbildung muss vermieden werden. Im
Falle eines Schäumens oder Klumpens die Dispersion mindestens 15 Minuten stehenlassen, bis sichder Schaum gesetzt hat.
Die rekonstituierte Dispersion sollte milchig und homogen sein und keine sichtbaren Ausfällungenaufweisen. Ein leichtes Absetzen der rekonstituierten Dispersion kann auftreten. Falls Ausfällungenoder Sinkstoffe sichtbar sind, muss die Durchstechflasche erneut sanft invertiert werden, um vor der
Anwendung eine komplette Redispergierung zu erzielen.
Prüfen Sie die Dispersion in der Durchstechflasche auf Fremdpartikel. Verabreichen Sie dierekonstituierte Dispersion nicht, wenn in der Durchstechflasche sichtbare Fremdpartikel vorhandensind.
Das für den Patienten notwendige exakte Gesamtdosisvolumen der 5 mg/ml-Dispersion ist zuberechnen und die entsprechende Menge des rekonstituierten Naveruclif in einen leeren, sterilen
PVC-haltigen oder PVC-freien Infusionsbeutel zu injizieren.
Die Verwendung von Medizinprodukten, welche Silikonöl als Gleitmittel enthalten (d. h. Spritzen und
Infusionsbeutel), zur Rekonstitution und Verabreichung von Naveruclif kann zur Bildung proteinöser
Fäden führen. Verabreichen Sie Naveruclif mittels eines Infusionsbestecks mit integriertem 15-μm-
Filter, um eine Verabreichung dieser Fäden zu vermeiden. Die Anwendung eines 15-μm-Filtersentfernt die Fäden und verändert die physikalischen und chemischen Eigenschaften desrekonstituierten Produktes nicht.
Die Verwendung von Filtern mit einer Porengröße von weniger als 15 µm kann zum Verstopfen des
Filters führen.
Eine Verwendung spezieller Di(2-Ethylhexyl)phthalat (DEHP)-freier Lösungsbehältnisse oder
Infusionsbestecke ist für die Zubereitung oder Gabe der Naveruclif-Infusionen nicht erforderlich.
Es wird empfohlen, den Infusionsschlauch nach der Verabreichung mit isotonischer
Natriumchloridlösung für Injektionszwecke zu spülen, um sicherzustellen, dass die vollständige Dosisverabreicht wird.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center
Moll de Barcelona, s/n
Edifici Est 6ª planta08039 Barcelona
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 05. Januar 2024.
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.