Merkblatt MINJUVI 200mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung


Angewendet bei: hämatologische Malignome

Substanz: tafasitamab (monoklonaler Antikörper)

ATC: L01FX12 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate)

Tafasitamab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das CD19-Antigen auf der Oberfläche von Tumorzellen anvisiert und das Immunsystem aktiviert, um Krebszellen zu zerstören.

Das Medikament wird über eine intravenöse Infusion verabreicht, wie von einem Arzt verordnet. Es ist wichtig, dass Patienten engmaschig überwacht werden, um schwere Nebenwirkungen wie das Zytokinfreisetzungssyndrom zu verhindern.

Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Fieber, Müdigkeit oder Übelkeit bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.

Häufige Nebenwirkungen sind Fieber, Müdigkeit, Übelkeit und eine verringerte Anzahl von Blutzellen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie das Zytokinfreisetzungssyndrom oder schwere Infektionen auftreten. Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über diese Risiken informiert werden.

Allgemeine Daten zu MINJUVI 200mg

  • Substanz: tafasitamab
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026
  • Handelsgesetzbuch: W69906001
  • Konzentration: 200mg
  • Pharmazeutisches Formblatt: pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
  • Quantität: 1
  • Produktart: original
  • Preis: 2938.23 RON
  • Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: INCYTE BIOSCIENCES DISTRIBUTION B.V. - TARILE DE JOS
  • Zulassungsinhaber: INCYTE BIOSCIENCES DISTRIBUTION B.V. - TARILE DE JOS
  • Zulassungsnummer: 1570/2021/01
  • Haltbarkeit: 4 Jahre

Vergütungslisten für MINJUVI 200mg Incyte Biosciences

NGP 3 (C2) - NGP onkologie

Preis

Zuzahlung

Patient

2938.23 RON

2938.23 RON

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Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels MINJUVI 200mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

MINJUVI 200 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 200 mg Tafasitamab.

Nach Rekonstitution enthält jeder ml der Lösung 40 mg Tafasitamab.

Tafasitamab ist ein humanisierter CD19-spezifischer monoklonaler Antikörper, der

Immunglobulin-G (IgG)-Subklasse, hergestellt in Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen

Hamsters) mittels rekombinanter DNA-Technologie.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Durchstechflasche von MINJUVI enthält 7,4 mg Natrium und 1,0 mg Polysorbat 20.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Pulver zur Herstellung eines

Konzentrats).

Weißes bis leicht gelbliches lyophilisiertes Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

MINJUVI wird angewendet in Kombination mit Lenalidomid gefolgt von einer

MINJUVI-Monotherapie für die Behandlung bei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oderrefraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (diffuse large B-cell lymphoma, DLBCL), fürdie eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) nicht infrage kommt.

MINJUVI ist in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab zur Behandlung erwachsener Patientenmit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) (Grad 1 - 3a) nach mindestens einersystemischen Therapielinie indiziert.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

MINJUVI muss von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden, das Erfahrung in der

Behandlung von Krebspatienten hat.

Empfohlene Prämedikation

Eine Prämedikation zur Verringerung des Risikos von Reaktionen im Zusammenhang mit einer

Infusion sollte 30 Minuten bis 2 Stunden vor der Tafasitamab-Infusion verabreicht werden. Bei

Patienten, bei denen während der ersten 3 Infusionen keine Reaktionen im Zusammenhang mit einer

Infusion auftreten, ist die Prämedikation bei nachfolgenden Infusionen optional.

Die Prämedikation kann Antipyretika (z. B. Paracetamol), Histamin-H1-Rezeptorenblocker (z. B.

Diphenhydramin), Histamin-H2-Rezeptorenblocker (z. B. Cimetidin) und/oder Glukokortikosteroide(z. B. Methylprednisolon) umfassen.

Behandlung einer Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion

Wenn eine Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion auftritt (Grad 2 und höher), muss die

Infusion unterbrochen werden. Darüber hinaus muss eine angemessene medizinische Behandlung der

Symptome begonnen werden. Nach dem Abklingen oder der Verringerung der Anzeichen und

Symptome auf Grad 1 kann die MINJUVI-Infusion mit reduzierter Infusionsgeschwindigkeit wiederaufgenommen werden (siehe Tabelle 1).

Wenn bei einem Patienten eine Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion von Grad 1 bis 3auftritt, sollte vor den nachfolgenden Tafasitamab-Infusionen eine Prämedikation verabreicht werden.

Kombination mit Lenalidomid

Da MINJUVI in Kombination mit Lenalidomid indiziert ist, sind die Empfehlungen zuprophylaktischen antithrombotischen Arzneimitteln in der Zusammenfassung der Merkmale des

Arzneimittels (Fachinformation) von Lenalidomid zu beachten.

Dosierung

Empfohlene Dosis zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem

DLBCL

Die empfohlene Dosis von MINJUVI beträgt 12 mg pro kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse

Infusion gemäß dem folgenden Zeitplan:

* Zyklus 1: Infusion an Tag 1, 4, 8, 15 und 22 des Zyklus.

* Zyklen 2 und 3: Infusion an Tag 1, 8, 15 und 22 jedes Zyklus.

* Zyklus 4 bis zur Krankheitsprogression: Infusion an Tag 1 und 15 jedes Zyklus.

Jeder Zyklus dauert 28 Tage.

Zusätzlich müssen Patienten Lenalidomid-Kapseln in der empfohlenen Initialdosis von 25 mg täglichan den Tagen 1 bis 21 jedes Zyklus einnehmen. Die Startdosis und die nachfolgenden Dosierungenkönnen gemäß der Fachinformation von Lenalidomid angepasst werden.

MINJUVI in Kombination mit Lenalidomid wird für bis zu zwölf Zyklen verabreicht.

Die Behandlung mit Lenalidomid muss nach maximal zwölf Zyklen der Kombinationstherapiebeendet werden. Die Patienten sollten weiterhin die MINJUVI-Infusionen als Monotherapie an Tag 1und 15 jedes 28-tägigen Zyklus erhalten, bis zur Krankheitsprogression oder dem Auftreten einerinakzeptablen Toxizität .

Empfohlene Dosis zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem FL nachmindestens einer systemischen Therapielinie

Die empfohlene Dosis von MINJUVI beträgt 12 mg pro kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse

Infusion gemäß dem folgenden Zeitplan:

* Zyklen 1 - 3: Infusion an Tag 1, 8, 15 und 22 jedes Zyklus.

* Zyklen 4 - 12: Infusion an Tag 1 und 15 jedes Zyklus.

Jeder Zyklus dauert 28 Tage.

Die empfohlene Anfangsdosis von Rituximab beträgt 375 mg/m2, verabreicht als intravenöse Infusiongemäß dem folgenden Zeitplan:

* Zyklus 1: an Tag 1, 8, 15 und 22.

* Zyklen 2 bis 5: an Tag 1 jedes Zyklus.

Jeder Zyklus hat eine Dauer von 28 Tagen. Informationen zur Art der Verabreichung sowie zur

Prämedikation und prophylaktischen Medikation sind der Fachinformation zur intravenösen

Darreichungsform von Rituximab zu entnehmen.

Darüber hinaus sollten die Patienten die Lenalidomid-Kapseln in der empfohlenen Startdosis von20 mg täglich an den Tagen 1 bis 21 jedes 28-tägigen Zyklus selbst einnehmen. Die Startdosis und dienachfolgenden Dosierungen können gemäß der Fachinformation von Lenalidomid angepasst werden.

MINJUVI in Kombination mit Lenalidomid plus Rituximab wird über einen Zeitraum von bis zu12 Zyklen für MINJUVI und Lenalidomid und 5 Zyklen mit Rituximab verabreicht. Die Behandlungmit Rituximab sollte nach 5 Zyklen der Kombinationstherapie beendet werden. Die Patienten solltenweiterhin die MINJUVI-Infusionen in Kombination mit oralem Lenalidomid bis einschließlich Zyklus12 erhalten. Die Behandlung mit Tafasitamab plus Lenalidomid sollte nach maximal 12 Zyklenbeendet werden.

Dosisanpassungen

Tabelle 1 zeigt die Dosisanpassungen von MINJUVI im Fall von Nebenwirkungen. Dosisanpassungenfür Lenalidomid entnehmen Sie bitte der Fachinformation von Lenalidomid.

Tabelle 1: Dosisanpassungen im Fall von Nebenwirkungen

Nebenwirkung Schweregrad Anpassung der Dosierung

Reaktionen im * Die MINJUVI-Infusion sofort

Zusammenhang mit unterbrechen und Anzeichen undeiner Infusion Symptome behandeln.

* Sobald die Anzeichen und Symptomeabgeklungen sind oder sich auf Grad 1verringert haben, die

MINJUVI-Infusion bei einer

Infusionsrate von nicht mehr als 50 %

Grad 2 (mittelschwer) der Rate, bei der die Reaktionaufgetreten ist, fortsetzen. Wenn beidem Patienten keine weitere Reaktioninnerhalb von 1 Stunde auftritt und die

Vitalzeichen stabil sind, kann die

Infusionsrate alle 30 Minuten je nach

Verträglichkeit bis zu der Rate erhöhtwerden, bei der die Reaktion aufgetretenist.

* Die MINJUVI-Infusion sofortunterbrechen und Anzeichen und

Symptome behandeln.

* Sobald die Anzeichen und Symptomeabgeklungen sind oder sich auf Grad 1verringert haben, die

MINJUVI-Infusion bei einer

Infusionsrate von nicht mehr als 25 %

Grad 3 (schwer) der Rate, bei der die Reaktionaufgetreten ist, fortsetzen. Wenn beidem Patienten keine weitere Reaktioninnerhalb von 1 Stunde auftritt und die

Vitalzeichen stabil sind, kann die

Infusionsrate alle 30 Minuten je nach

Verträglichkeit bis zu maximal 50 % der

Rate erhöht werden, bei der die

Reaktion aufgetreten ist.

* Wenn nach Reexposition die Reaktionerneut auftritt, ist die Infusion sofort zubeenden.

Nebenwirkung Schweregrad Anpassung der Dosierung

Grad 4 (lebensbedrohlich) * Die Infusion sofort beenden und

MINJUVI dauerhaft absetzen.

Myelosuppression * MINJUVI und Lenalidomid aussetzenund das große Blutbild wöchentlichüberwachen, bis die Thrombozytenzahl50 000/µl oder höher beträgt.

Thrombozytenzahl geringer * MINJUVI in der gleichen Dosis undals 50 000/µl Lenalidomid in einer geringeren Dosiswieder aufnehmen, wenn die

Thrombozyten auf ≥ 50 000/µlzurückgekehrt sind. Entnehmen Sie

Dosisanpassungen der Fachinformationvon Lenalidomid.

Neutrophilenzahl geringer als * MINJUVI und Lenalidomid aussetzen1 000/µl für mindestens und das große Blutbild wöchentlich7 Tage überwachen, bis die Neutrophilenzahl1 000/µl oder höher beträgt.oder * MINJUVI in der gleichen Dosis und

Lenalidomid in einer geringeren Dosis

Neutrophilenzahl geringer als wieder aufnehmen, wenn die1 000/µl mit einem Anstieg Neutrophilen wieder auf ≥ 1 000/µlder Körpertemperatur auf angestiegen sind. Entnehmen Sie38 °C oder höher Dosisanpassungen der Fachinformationvon Lenalidomid.oder

Neutrophilenzahl geringer als500/µl

Besondere Patientengruppen
Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von MINJUVI bei Kindern im Alter unter 18 Jahren ist bisher nichterwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung liegen keine

Daten zu Dosierungsempfehlungen vor.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe

Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine

Daten zu Dosierungsempfehlungen vor.

Art der Anwendung

MINJUVI ist zur intravenösen Anwendung nach Rekonstitution und Verdünnung bestimmt.

* Bei der ersten Infusion von Zyklus 1 sollte die intravenöse Infusionsrate während der ersten30 Minuten 70 ml/h betragen. Danach sollte die Infusionsgeschwindigkeit erhöht werden, umdie erste Infusion innerhalb eines Zeitraums von 2,5 Stunden abzuschließen.

* Alle nachfolgenden Infusionen sollten innerhalb eines Zeitraums von 1,5 bis 2 Stundenverabreicht werden.

* Im Fall von Nebenwirkungen, die in Tabelle 1 aufgeführten Dosisanpassungen in Betrachtziehen.

* MINJUVI darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln über dieselbe Infusionsleitungverabreicht werden.

* MINJUVI darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion verabreicht werden.

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe

Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion können auftreten und wurden während der ersten

Infusion häufiger berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten müssen während der Infusionengmaschig überwacht werden. Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, ihr medizinisches

Fachpersonal zu kontaktieren, wenn innerhalb von 24 Stunden nach der Infusion Anzeichen und

Symptome von Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion, einschließlich Fieber, Schüttelfrost,

Ausschlag oder Atemprobleme auftreten. Den Patienten sollte vor Beginn der Tafasitamab-Infusioneine Prämedikation verabreicht werden. Basierend auf der Schwere der Reaktion im Zusammenhangmit einer Infusion muss die Tafasitamab-Infusion unterbrochen oder abgesetzt werden und eineangemessene medizinische Behandlung eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Myelosuppression

Die Behandlung mit Tafasitamab kann zu schwerwiegender und/oder schwerer Myelosuppression,einschließlich Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie, führen (siehe Abschnitt 4.8). Das große

Blutbild muss während der gesamten Behandlung und vor der Verabreichung jedes

Behandlungszyklus überwacht werden. Basierend auf der Schwere der Nebenwirkungen sollte die

Tafasitamab-Infusion ausgesetzt werden (siehe Tabelle 1). Entnehmen Sie Dosisanpassungen der

Fachinformation von Lenalidomid.

Neutropenie

Neutropenie, einschließlich febriler Neutropenie, wurde während der Behandlung mit Tafasitamabberichtet. Die Verabreichung von Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktoren (G-CSF) muss in

Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten mit Neutropenie Grad 3 oder 4. Jegliche

Symptome oder Anzeichen einer sich entwickelnden Infektion müssen antizipiert, beurteilt undbehandelt werden.

Thrombozytopenie

Thrombozytopenie wurde während der Behandlung mit Tafasitamab berichtet. Das Aussetzen von

Begleitmedikationen, die das Blutungsrisiko erhöhen können (z. B. Thrombozytenhemmer,

Antikoagulanzien), muss in Betracht gezogen werden. Die Patienten müssen darauf hingewiesenwerden, Anzeichen oder Symptome von Blutergüssen oder Blutungen sofort zu melden.

Infektionen

Tödlich verlaufende und schwerwiegende Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen,traten bei Patienten während der Behandlung mit Tafasitamab auf. Tafasitamab sollte Patienten miteiner aktiven Infektion nur verabreicht werden, wenn die Infektion angemessen behandelt und gutkontrolliert ist. Bei Patienten mit wiederkehrenden oder chronischen Infektionen in der Vorgeschichtekann ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegen, sie müssen angemessen überwacht werden.

Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, ihr medizinisches Fachpersonal zu kontaktieren,wenn sich Fieber oder andere Hinweise auf eine mögliche Infektion, wie Schüttelfrost, Husten oder

Schmerzen beim Wasserlassen, entwickeln.

Progressive multifokale Leukoenzephalopathie

Während der Kombinationstherapie mit Tafasitamab wurde über progressive multifokale

Leukoenzephalopathie (PML) berichtet. Die Patienten müssen auf neue oder sich verschlechterndeneurologische Symptome oder Anzeichen, die auf eine PML hindeuten könnten, überwacht werden.

PML-Symptome sind unspezifisch und können je nach betroffener Hirnregion variieren. Dazu gehören

Änderungen des psychischen Zustands, Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, motorische Ausfälle(Hemiparese oder Monoparese), Ataxie der Gliedmaßen, Gangataxie und Visussymptome wie

Hemianopie und Diplopie. Bei Verdacht auf PML muss die Anwendung von Tafasitamab sofortabgebrochen werden. Eine Überweisung an einen Neurologen sollte erwogen werden. Geeignetediagnostische Maßnahmen können eine MRT-Untersuchung, eine Untersuchung des Liquors auf JC-

Virus-DNA und eine erneute neurologische Untersuchung sein. Wenn eine PML bestätigt wird, muss

Tafasitamab dauerhaft abgesetzt werden.

Tumorlysesyndrom

Patienten mit hoher Tumorlast und hoch proliferativen Tumoren können ein erhöhtes Risiko für ein

Tumorlysesyndrom aufweisen. Über Fälle von Tumorlysesyndrom wurde während der Behandlungmit Tafasitamab berichtet. Entsprechende Maßnahmen/Prophylaxe in Übereinstimmung mit lokalen

Richtlinien müssen vor der Behandlung mit Tafasitamab erfolgen. Die Patienten während der

Behandlung mit Tafasitamab engmaschig auf ein Tumorlysesyndrom überwachen.

CD19-negative oder CD20-negative Erkrankung

Es liegen keine Daten über Patienten mit CD19-negativem oder CD20-negativem FL vor, die mit

Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden, und es ist möglich,dass Patienten mit CD19-negativem oder CD20-negativem FL im Vergleich zu Patienten mit CD19-positivem und CD20-positivem FL einen geringeren Nutzen haben. Die potenziellen Risiken und

Vorteile der Behandlung von Patienten mit CD19-negativem oder CD20-negativem FL mit

Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab sollten abgewogen werden.

Immunisierungen

Die Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendimpfstoffen nach einer Therapie mit Tafasitamabwurde nicht untersucht und eine Impfung mit Lebendimpfstoffen während einer Therapie mit

Tafasitamab wird nicht empfohlen.

Sonstiger Bestandteil

Dieses Arzneimittel enthält 37,0 mg Natrium pro 5 Durchstechflaschen (die Dosis eines Patienten miteinem Gewicht von 83 kg), entsprechend 1,85 % der von der WHO für einen Erwachsenenempfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Dieses Arzneimittel enthält 5,0 mg Polysorbat 20 pro 5 Durchstechflaschen. Polysorbat 20 kannallergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Behandlung mit Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid darf bei Patientinnen nur begonnenwerden, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen wurde. Bitte beachten Sie auch die

Fachinformation von Lenalidomid.

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, während und für mindestens3 Monate nach der Behandlung mit Tafasitamab eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden.

Schwangerschaft

Es wurden keine Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität mit Tafasitamab durchgeführt.

Bisher liegen keine Daten mit der Anwendung von Tafasitamab bei Schwangeren vor. IgG ist jedochbekanntermaßen plazentagängig und Tafasitamab kann aufgrund seiner pharmakologischen

Eigenschaften zu einer fetalen B-Zell-Depletion führen (siehe Abschnitt 5.1). Im Falle einer

Exposition während der Schwangerschaft sollten Neugeborene auf B-Zell-Depletion überwachtwerden und Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollte verschoben werden, bis sich die Zellzahl der

B-Zellen beim Neugeborenen erholt hat (siehe Abschnitt 4.4).

Die Anwendung von Tafasitamab während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen

Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Lenalidomid kann eine embryofetale Schädigung verursachen und ist in der Schwangerschaft und bei

Frauen im gebärfähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, alle Bedingungen des

Lenalidomid-Schwangerschaftsverhütungsprogramms sind erfüllt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tafasitamab in die Muttermilch übergeht. Mütterliche IgG werden jedochbekanntermaßen in die Muttermilch ausgeschieden. Bisher liegen keine Daten zur Anwendung von

Tafasitamab bei stillenden Frauen vor und ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossenwerden. Frauen sollten darauf hingewiesen werden, während und für mindestens 3 Monate nach derletzten Dosis von Tafasitamab nicht zu stillen.

Fertilität

Es wurden keine spezifischen Studien zur Beurteilung der potenziellen Wirkungen von Tafasitamabauf die Fertilität durchgeführt. In einer Toxizitätsstudie mit wiederholter Verabreichung bei Tierenwurden keine unerwünschten Wirkungen auf die männlichen und weiblichen Reproduktionsorganebeobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

MINJUVI hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei Patienten, die Tafasitamab anwendeten, wurde jedoch

Ermüdung berichtet. Dies sollte beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen berücksichtigtwerden.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL

Die Sicherheit von Tafasitamab bei Patienten mit DLBCL wurde in der offenen, multizentrischen,einarmigen Phase-2-Studie L-MIND an 81 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCLuntersucht. Die Patienten erhielten 12 mg Tafasitamab/kg intravenös in Kombination mit Lenalidomidüber maximal 12 Zyklen, gefolgt von einer Tafasitamab-Monotherapie bis zur Krankheitsprogressionoder inakzeptabler Toxizität.

Die mediane Dauer der Behandlung mit Tafasitamab betrug 7,7 Monate.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren: Infektionen (73 %), Neutropenie (51 %), Asthenie (40 %),

Anämie (36 %), Diarrhoe (36 %), Thrombozytopenie (31 %), Husten (26 %), periphere Ödeme(24 %), Fieber (24 %), verminderter Appetit (22 %).

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Infektion (26 %), einschließlich Pneumonie(7 %) und febriler Neutropenie (6 %).

Bei 15 % der Patienten wurde Tafasitamab aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Diehäufigsten Nebenwirkungen, die zu dauerhaftem Absetzen von Tafasitamab führten, waren

Infektionen und parasitäre Erkrankungen (5 %), Erkrankungen des Nervensystems (2,5 %) und

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums (2,5 %).

Die Häufigkeit von Dosisanpassungen oder -unterbrechungen aufgrund von Nebenwirkungen betrug65 %. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zur Unterbrechung der Behandlung mit Tafasitamabgeführt haben, waren Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (41 %).

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem FL nach mindestens einer systemischen Therapielinie

Die Sicherheit von Tafasitamab bei Patienten mit FL wurde in der randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten multizentrischen Phase-3-Studie inMIND an 652 Patienten untersucht, darunter546 Studienteilnehmer mit rezidiviertem oder refraktärem (R/R) follikulärem Lymphom und106 Studienteilnehmer mit R/R Marginalzonenlymphom. Die Patienten erhielten 12 mg

Tafasitamab/kg (n = 327) oder Placebo (n = 325) intravenös in Kombination mit 375 mg

Rituximab/m2 intravenös (über maximal 5 Zyklen) und 20 mg Lenalidomid oral (über maximal12 Zyklen). Die Behandlung mit Tafasitamab wurde nach 12 Zyklen beendet. 83 % der Patienten, die

Tafasitamab erhielten, wurden 6 Monate oder länger behandelt. Die mediane Dauer der Behandlungmit Tafasitamab betrug 322 Tage.

In der inMIND-Studie waren die häufigsten Nebenwirkungen Infektionen (68 %), einschließlich

Virusinfektionen (41 %) und bakteriellen Infektionen (27 %); Neutropenie (57 %), Ausschlag(36,4 %), Asthenie (34,9 %), Fieber (19 %), Thrombozytopenie (17 %), Anämie (17 %), Reaktion im

Zusammenhang mit einer Infusion (15,9 %), Pruritus (15,6 %) und Kopfschmerzen (10,4 %).

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Infektionen (26 %), einschließlich

Virusinfektionen (13 %) und bakteriellen Infektionen (6 %); febrile Neutropenie (2,8 %), akute

Nierenfunktionseinschränkung (2,8 %) und Fieber (1,8 %).11,6 % der Patienten brachen die Behandlung mit Tafasitamab aufgrund von Nebenwirkungendauerhaft ab. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zum dauerhaften Absetzen von Tafasitamabführten, waren Virusinfektionen (2,4 %), einschließlich COVID-19 (1,5 %) und COVID-19-

Lungenentzündung (1,2 %), Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion (0,9 %) und Fieber(0,9 %).

Eine Dosisanpassung oder Unterbrechung der Tafasitamab-Behandlung aufgrund von

Nebenwirkungen erfolgte bei 74,9 % der Patienten. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu einer

Dosisanpassung oder Unterbrechung der Behandlung mit Tafasitamab führten, waren Neutropenie(38,8 %) und Virusinfektionen (23,9 %), einschließlich COVID-19 (21,1 %) und COVID-19-

Lungenentzündung (3,7 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen für Tafasitamab sind nach Systemorganklassegemäß MedDRA und nach Häufigkeit aufgelistet.

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen in klinischen Studien basieren auf den Häufigkeiten von

Nebenwirkungen jeglicher Ursache, wobei einem Teil der Nebenwirkungsereignisse andere Ursachenals das Arzneimittel, wie die Erkrankung, andere Arzneimittel oder unabhängige Ursachen, zugrundeliegen können. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000),nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmender Schwere geordnet.

Tabelle 2: Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, die

Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid in der klinischen Studie

MOR208C203 (L-MIND) erhielten

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre Sehr häufig Bakterielle, Virus- und Pilzinfektionen+,

Erkrankungen einschließlich opportunistische Infektionen mittödlichem Ausgang (z. B. bronchopulmonale

Aspergillose, Bronchitis, Pneumonie und

Harnwegsinfektion)

Häufig Sepsis (einschließlich neutropenische Sepsis)

Gutartige, bösartige und Häufig Basalzellkarzinomnicht spezifizierte

Neubildungen (einschl.

Zysten und Polypen)

Erkrankungen des Blutes Sehr häufig Febrile Neutropenie+, Neutropenie+,und des Lymphsystems Thrombozytopenie+, Anämie, Leukopenie+

Häufig Lymphopenie

Erkrankungen des Häufig Hypogammaglobulinämie

Immunsystems

Stoffwechsel- und Sehr häufig Hypokaliämie, Appetit vermindert

Ernährungsstörungen Häufig Hypokalzämie, Hypomagnesiämie

Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzen, Parästhesie, Dysgeusie

Nervensystems

Erkrankungen der Sehr häufig Dyspnoe, Husten

Atemwege, des Brustraums Häufig Exazerbation einer chronisch-obstruktivenund Mediastinums Lungenerkrankung, Nasenverstopfung

Erkrankungen des Sehr häufig Diarrhoe, Obstipation, Erbrechen, Übelkeit,

Gastrointestinaltrakts Abdominalschmerz

Leber- und Häufig Hyperbilirubinämie, Transaminasen erhöht

Gallenerkrankungen (beinhaltet ALT und/oder AST erhöht),

Gamma-Glutamyltransferase erhöht

Erkrankungen der Haut und Sehr häufig Ausschlag (beinhaltet verschiedene Arten vondes Unterhautgewebes Ausschlag, z. B. Ausschlag, makulo-papulöser

Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz,erythematöser Hautausschlag)

Häufig Pruritus, Alopezie, Erythem, Hyperhidrosis

Skelettmuskulatur-, Sehr häufig Rückenschmerzen, Muskelspasmen

Bindegewebs- und Häufig Arthralgie, Schmerz in einer Extremität,

Knochenerkrankungen Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems

Erkrankungen der Nieren Häufig Kreatinin im Blut erhöhtund Harnwege

Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Asthenie++, Ödem peripher, Fieberund Beschwerden am Häufig Schleimhautentzündung

Verabreichungsort

Untersuchungen Häufig Gewicht erniedrigt, C-reaktives Protein erhöht

Verletzung, Vergiftung und Häufig Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusiondurch Eingriffe bedingte

Komplikationen+ Weitere Informationen zu dieser Nebenwirkung finden sich im nachfolgenden Text.++ Asthenie umfasst Asthenie, Ermüdung und Unwohlsein.

Im Vergleich zu den Inzidenzen unter Kombinationstherapie mit Lenalidomid verringerten sich die Inzidenzennicht-hämatologischer Nebenwirkungen unter Monotherapie mit Tafasitamab für verminderten Appetit, Asthenie,

Hypokaliämie, Obstipation, Übelkeit, Muskelspasmen, Dyspnoe und erhöhtes C-reaktives Protein um mindestens 10 %.

Tabelle 3: Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem FL, die

Tafasitamab in Kombination mit Rituximab und Lenalidomid in INCMOR 0208-301 (inMIND) erhielten

Systemorganklasse/Nebenwirkung Häufigkeit, Häufigkeit,alle Grade Grad 3-4a

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Virusinfektionenb Sehr häufig Sehr häufig

Bakterielle Infektionenc Sehr häufig Häufig

Pneumonie Sehr häufig Häufig

Bronchitis Häufig -

Sepsis Häufig Gelegentlich

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Neutropenied Sehr häufig Sehr häufig

Thrombozytopeniee Sehr häufig Häufig

Anämief Sehr häufig Häufig

Febrile Neutropenie Häufig Häufig

Leukopenie Häufig Gelegentlich

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Tumorlysesyndrom Gelegentlich Gelegentlich

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen Sehr häufig Gelegentlich

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrhoe Sehr häufig Gelegentlich

Obstipation Sehr häufig Gelegentlich

Abdominalschmerzg Sehr häufig -

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Ausschlagh Sehr häufig Häufig

Pruritus Sehr häufig Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Astheniei Sehr häufig Häufig

Fieber Sehr häufig Häufig

Schüttelfrost Häufig -

Untersuchungen

ALT erhöht Häufig Gelegentlich

AST erhöht Häufig Gelegentlich

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Reaktion im Zusammenhang mit Sehr häufig Gelegentlicheiner Infusiona Die Schweregrade der Arzneimittelnebenwirkungen wurde anhand von CTCAE bewertet, mit den

Definitionen: Grad 1 = leicht, Grad 2 = mittelschwer, Grad 3 = schwer, Grad 4 = lebensbedrohlich und5 = Tod.

b Einschließlich Virusinfektion, COVID-19, COVID-19-Lungenentzündung, Coronavirus-Infektion,

Coronavirus-Test positiv, Chorioretinitis durch Zytomegalievirus, Reaktivierung einer Zytomegalievirus-

Infektion, Gastroenteritis durch Rotavirus, genitaler Herpes, Hepatitis B, Herpes des Auges, Herpessimplex, Herpes-simplex-Reaktivierung, Herpesvirus-Infektion, Herpes zoster, Herpes-zoster-

Reaktivierung, Grippe, virale Laryngitis, Nasenherpes, Norovirus-Infektion, oraler Herpes,

Parainfluenzavirus-Infektion, virale Pneumonie, progressive multifokale Leukoenzephalopathie,

Respiratory Syncytial Virus-Infektion, Respirovirus-Test positiv, Rhinovirusinfektion, Papillom der Haut,

Varicella-zoster-Pneumonie, Varizella zoster-Virusinfektion, virale Infektion der oberen Atemwege.

c Einschließlich bakterielle Infektion, abdominelle Infektion, Abszess, Appendizitis, asymptomatische

Bakteriurie, atypische Pneumonie, Bakteriämie, bakterielle Sepsis, Brustdrüsenabszess,bronchopulmonale Aspergillose, Campylobacter-Gastroenteritis, Campylobacter-Infektion, Karbunkel,

Infektion an der Katheterstelle, Zellulitis, Cholezystitis, chronische Sinusitis, Clostridium-difficile-

Kolitis, Clostridium difficile-Infektion, Corynebakterium-Infektion, Infektion im Zusammenhang miteinem Medizinprodukt, Divertikulitis, Ohreninfektion, Infektion des Ohrläppchens, Empyem,

Enterobacter-Bakteriämie, Erysipel, Erythrasma, Escherichia-Infektion, Escherichia-Sepsis,

Augeninfektion, Follikulitis, Furunkel, Haemophilus-Bakteriämie, Haemophilus-Infektion, Helicobacter-

Gastritis, Helicobacter-Infektion, infizierte Zyste, infizierte Hautzyste, Infektion der unteren Atemwege,

Moraxellainfektion, Infektion durch Mycobacterium chelonae, Myoperikarditis, Myringitis, Otitisexterna, Otitis media, Damminfektion, Parodontitis, Peritonitis bakteriell, Pneumocystis jirovecii-

Pneumonie, Pneumonia moraxella, Pneumonie durch Pneumokokken, Pneumonie durch Streptokokken,postoperative Wundinfektion, Proktitis, Prostatitis, Sepsis durch Pseudomonas, Pseudomonas-Infektionder Haut, Pseudomonas-Infektion, pulmonale Sepsis, Pulpitis dentalis, Pyelonephritis, Salmonellose,septischer Schock, Sinusitis, Hautinfektion, Weichteilinfektion, Staphylokokken-Bakteriämie,

Staphylokokkeninfektion, Zahnabszess, Zahninfektion, Harnwegsinfektion, Urosepsis, Vaginalinfektionund Wundinfektion.

d Einschließlich Neutropenie und Neutrophilenzahl erniedrigt.e Einschließlich Thrombozytopenie und Thrombozytenzahl erniedrigt.f Einschließlich Anämie und Hämatokrit erniedrigt.g Einschließlich Abdominalschmerz, abdominale Beschwerden, Schmerzen Unterbauch, Schmerzen

Oberbauch und gastrointestinale Schmerzen.h Einschließlich Ausschlag, erythematöser Hautausschlag, Ausschlag makulo-papulös, Ausschlag papulös,

Ausschlag mit Juckreiz, Ausschlag pustulös, blasiger Ausschlag und Urtikaria.i Einschließlich Asthenie, Unwohlsein und Ermüdung/Fatigue.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Myelosuppression

Die Behandlung mit Tafasitamab kann zu schwerwiegender oder schwerer Myelosuppression,einschließlich Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie, führen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

In der L-MIND-Studie trat bei 65,4 % der Patienten, die mit Tafasitamab behandelt wurden,

Myelosuppression (d. h. Neutropenie, febrile Neutropenie, Thrombozytopenie, Leukopenie,

Lymphopenie oder Anämie) auf. Die Myelosuppression führte bei 41 % der Patienten zu einer

Unterbrechung der Tafasitamab-Behandlung und bei 1,2 % zum Absetzen von Tafasitamab.

In der inMIND-Studie trat eine Myelosuppression (d. h. Neutropenie, febrile Neutropenie,

Thrombozytopenie, Leukopenie, Lymphopenie oder Anämie) bei 63,3 % der mit Tafasitamab,

Lenalidomid und Rituximab behandelten Patienten (Tafasitamab-Gruppe) und bei 63,1 % der mit

Lenalidomid und Rituximab behandelten Patienten (Placebo-Gruppe) auf. Zu den hämatologischen

Nebenwirkungen mit Grad 4 gehörten Neutropenie, Thrombozytopenie und febrile Neutropenie. Die

Myelosuppression führte bei 42,8 % der Patienten zu einer Unterbrechung der Tafasitamab-

Behandlung und bei 1,5 % zum Absetzen von Tafasitamab.

Die Myelosuppression wurde durch eine Reduktion oder Unterbrechung von Lenalidomid bzw.

Unterbrechung von Tafasitamab und/oder Rituximab behandelt. Darüber hinaus wurden schwere

Neutropenien durch die Verabreichung von G-CSF behandelt (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Neutropenie/febrile Neutropenie

In der L-MIND-Studie betrug die Inzidenz von Neutropenie 51 %. Die Inzidenz von Neutropenie

Grad 3 oder 4 betrug 49 % und von febriler Neutropenie Grad 3 oder 4 12 %. Die mediane Dauer einer

Neutropenie als Nebenwirkung betrug 8 Tage (Bereich 1 - 222 Tage); die mediane Zeit bis zum

Beginn des erstmaligen Auftretens der Neutropenie betrug 49 Tage (Bereich 1 - 994 Tage).

In der inMIND-Studie betrug die Inzidenz von Neutropenie 56,9 % in der Tafasitamab-Gruppe(Tafasitamab, Lenalidomid und Rituximab) und 54,2 % in der Placebo-Gruppe (Lenalidomid und

Rituximab). Die Inzidenz von Neutropenie Grad 3 und 4 betrug in der Tafasitamab-Gruppe 46,8 %und in der Placebo-Gruppe 45,5 %. Die Inzidenz von febrilen Neutropenien Grad 3 und 4 betrug in der

Tafasitamab-Gruppe 4,3 % und 3,4 % in der Placebo-Gruppe. Die mediane Dauer einer Neutropenieals Nebenwirkung betrug 11 Tage (Bereich 1 - 433 Tage). Die mediane Dauer einer febrilen

Neutropenie betrug 5 Tage (Bereich 1 - 57 Tage); die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einer

Neutropenie betrug 57 Tage (Bereich 1 - 338 Tage); die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einerfebrilen Neutropenie betrug 77 Tage (Bereich 3 - 304 Tage).

Thrombozytopenie

In der L-MIND-Studie betrug die Inzidenz von Thrombozytopenie 31 %. Die Inzidenz von

Thrombozytopenie Grad 3 oder 4 betrug 17 %. Die mediane Dauer einer Thrombozytopenie als

Nebenwirkung betrug 11 Tage (Bereich 1 - 470 Tage); die mediane Zeit bis zum Beginn deserstmaligen Auftretens der Thrombozytopenie betrug 71 Tage (Bereich 1 - 358 Tage).

In der inMIND-Studie betrug die Inzidenz von Thrombozytopenie 17,1 % in der Tafasitamab-Gruppe(Tafasitamab, Lenalidomid und Rituximab) und 20,6 % in der Placebo-Gruppe (Lenalidomid und

Rituximab). Die Inzidenz von Thrombozytopenie Grad 3 und 4 betrug in der Tafasitamab-Gruppe6,4 % und in der Placebo-Gruppe 9,8 %. Die mediane Dauer einer Thrombozytopenie betrug 16 Tage(Bereich 2 - 434 Tage); die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einer Thrombozytopenie betrug33 Tage (Bereich 1 - 324 Tage).

Anämie

In der L-MIND-Studie betrug die Inzidenz von Anämie 36 %. Die Inzidenz von Anämie Grad 3 oder 4betrug 7 %. Die mediane Dauer einer Anämie als Nebenwirkung betrug 15 Tage(Bereich 1-535 Tage); die mediane Zeit bis zum Beginn des erstmaligen Auftretens der Anämie betrug49 Tage (Bereich 1-1.129 Tage).

Wenn Patienten in der L-MIND-Studie von der Kombinationstherapiephase mit Tafasitamab und

Lenalidomid zur verlängerten Monotherapiephase mit Tafasitamab allein umgestellt wurden,verringerten sich die Inzidenzen hämatologischer Ereignisse von Neutropenie, Thrombozytopenie und

Anämie um mindestens 20 %; unter der Monotherapie mit Tafasitamab wurde kein Auftreten vonfebriler Neutropenie berichtet (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

In der inMIND-Studie betrug die Inzidenz von Anämie 17,1 % in der Tafasitamab-Gruppe(Tafasitamab, Lenalidomid und Rituximab) und 14,5 % in der Placebo-Gruppe (Lenalidomid und

Rituximab). Die Inzidenz von Anämie Grad 3 und 4 betrug in der Tafasitamab-Gruppe 6,4 % und inder Placebo-Gruppe 6,5 %. Die mediane Dauer einer Anämie als Nebenwirkung betrug 23 Tage(Bereich 1 - 432 Tage); die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einer Anämie betrug 49 Tage(Bereich 1 - 274 Tage).

Infektionen

In der L-MIND-Studie traten bei 73 % der Patienten Infektionen auf. Die Inzidenz von Infektionen

Grad 3 oder 4 betrug 28 %. Die am häufigsten berichteten Infektionen Grad 3 oder höher waren

Pneumonie (7 %), Infektionen der Atemwege (4,9 %), Harnwegsinfektionen (4,9 %) und Sepsis(4,9 %). Die Infektion nahm bei < 1 % der Patienten (Pneumonie) innerhalb von 30 Tagen nach derletzten Behandlung einen tödlichen Verlauf.

Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten von Infektionen Grad 3 oder 4 betrug 62,5 Tage(4 - 1.014 Tage). Die mediane Dauer einer Infektion betrug 11 Tage (1 - 392 Tage).

Infektionen führten bei 27 % zu einer Dosisunterbrechung von Tafasitamab und bei 4,9 % zum

Absetzen von Tafasitamab.

In der inMIND-Studie traten Infektionen bei 52,3 % der Patienten in der Tafasitamab-Gruppe(Tafasitamab, Lenalidomid und Rituximab) und bei 45,2 % der Patienten in der Placebo-Gruppe(Lenalidomid und Rituximab) auf. Virusinfektionen traten bei 41,3 % der Patienten in der

Tafasitamab-Gruppe und bei 32 % in der Placebo-Gruppe auf. Bakterielle Infektionen traten bei27,2 % der Patienten in der Tafasitamab-Gruppe und bei 25,2 % in der Placebo-Gruppe auf. Die

Inzidenz von Virusinfektionen Grad 3 und 4 betrug in der Tafasitamab-Gruppe 11,6 % und in der

Placebo-Gruppe 4,6 %. Die Inzidenz von bakteriellen Infektionen Grad 3 und 4 betrug in der

Tafasitamab-Gruppe 7,6 % und in der Placebo-Gruppe 7,7 %. Die Infektionen verliefenbei 3 Patienten in der Tafasitamab-Gruppe tödlich (zwei Fälle von COVID-19 und ein Fall von

Sepsis).

Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten einer Infektion ≥ Grad 3 betrug 10 Tage (2 - 311 Tage).

Empfehlungen für die Behandlung von Infektionen sind in Abschnitt 4.4 aufgeführt.

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion

In der L-MIND Studie traten bei 6 % der Patienten Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusionauf. Alle Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion waren Grad 1 und klangen am Tag des

Auftretens ab. Achtzig Prozent dieser Reaktionen traten während Zyklus 1 oder 2 auf.

In der inMIND-Studie traten bei 15,9 % der Patienten in der Tafasitamab-Gruppe (Tafasitamab,

Lenalidomid und Rituximab) und bei 15,1 % in der Placebo-Gruppe (Lenalidomid und Rituximab)

Reaktionen in Zusammenhang mit einer Infusion auf. Reaktionen im Zusammenhang mit einer

Infusion Grad 3 traten bei 6,1 % der Patienten in der Tafasitamab-Gruppe auf. In der Tafasitamab-

Gruppe traten Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion bei 15,3 % der Patienten während

Zyklus 1, bei 1,3 % der Patienten während Zyklus 2 und bei 0,3 % der Patienten während Zyklus 3auf.

Zu den Symptomen gehörten Schüttelfrost, Flush, Dyspnoe, Hypertonie und Ausschlag (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Immunogenität

Bei 245 Patienten, die in den ersten klinischen Studien mit Tafasitamab behandelt wurden, wurdenkeine behandlungsbedingten oder behandlungsverstärkten Anti-Tafasitamab-Antikörper beobachtet.

Bei 17/245 Patienten (6,9 %) wurden vorbestehende Anti-Tafasitamab-Antikörper festgestellt, diekeine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheit von Tafasitamab hatten.327 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom oder rezidiviertem oderrefraktärem Marginalzonenlymphom, die im Rahmen der inMIND-Studie mit Tafasitamab behandeltwurden, wurden auf Anti-Arzneimittel-Antikörper (anti-drug antibodies, ADAs) untersucht. Die

Inzidenz von behandlungsbedingten ADAs durch Tafasitamab lag bei 0,9 % (3/327) unter

Verwendung eines bridging Enzymimmunoassays (ELISA).

Es konnten keine neutralisierenden Antikörper nachgewiesen werden. Es gab keine offensichtlichenklinisch bedeutsamen Auswirkungen von ADAs auf die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik,

Sicherheit oder Wirksamkeit von Tafasitamab während der medianen Behandlungsdauer von322,5 Tagen.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Von 81 Patienten, die in der L-MIND-Studie behandelt wurden, waren 56 (69 %) der Patienten> 65 Jahre alt. Bei Patienten > 65 Jahre lag eine zahlenmäßig höhere Inzidenz von schwerwiegendenbehandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (treatment emergent adverse events, TEAEs)(55 %) vor, als bei Patienten ≤ 65 Jahre (44 %).

Von den 274 Patienten mit FL, die in der inMIND-Studie mit Tafasitamab behandelt wurden, waren50 % ≥ 65 Jahre alt und 20 % ≥ 75 Jahre alt. Es wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in

Bezug auf Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen diesen Patienten und jüngeren Patienten festgestellt,jedoch kann eine höhere Empfindlichkeit einiger älterer Personen nicht ausgeschlossen werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung sollten die Patienten sorgfältig auf Anzeichen und Symptome von

Nebenwirkungen beobachtet werden. Ggf. sollte eine unterstützende Behandlung erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper,

ATC Code: L01FX12.

Wirkmechanismus

Tafasitamab ist ein Fc-verstärkter monoklonaler Antikörper, der gegen das CD19-Antigen auf der

Oberfläche von Prä-B- und reifen B-Lymphozyten gerichtet ist.

Nach Bindung an CD19 vermittelt Tafasitamab B-Zell-Lyse durch:

* Bindung von Immun-Effektorzellen wie natürlichen Killerzellen, γδ-T-Zellen und Phagozyten

* direkte Induktion des Zelltods (Apoptose)

Die Fc-Modifikation führt zu einer verstärkten antikörperabhängigen zellulären Zytotoxizität undantikörperabhängiger zellulärer Phagozytose.

Pharmakodynamische Wirkungen

Tafasitamab führte zu einer raschen Verringerung der Anzahl der B-Zellen im peripheren Blut. Bei

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL in der L-MIND-Studie erreichte die relative

Reduktion der B-Zell-Zahl gegenüber Baseline nach acht Behandlungstagen 97 %. Die maximale

B-Zell-Reduktion bei ca. 100 % (Median) wurde innerhalb von 16 Behandlungswochen erreicht.

Bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom sanken die zirkulierenden B-

Zellen bis zu Tag 8 nach der Verabreichung der empfohlenen Dosierung von Tafasitamab bei

Patienten, die zu Beginn der Behandlung nachweisbare B-Zellen hatten, auf nicht nachweisbare Werteab. Die Depletion hielt während der gesamten Behandlungsdauer an.

Obwohl die Depletion von B-Zellen im peripheren Blut eine messbare pharmakodynamische Wirkungdarstellt, ist sie nicht direkt mit der Depletion von B-Zellen in soliden Organen oder malignen

Ablagerungen korreliert.

Klinische Wirksamkeit

Rezidiviertes oder refraktäres DLBCL

Tafasitamab plus Lenalidomid gefolgt von einer Tafasitamab-Monotherapie wurde in der

L-MIND-Studie, einer offenen, multizentrischen, einarmigen Studie, untersucht. Diese Studie wurdebei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL nach 1 bis 3 vorherigensystemischen DLBCL-Therapien durchgeführt, die zum Zeitpunkt der Studie keine Kandidaten füreine Hochdosischemotherapie gefolgt von einer ASZT waren oder die eine ASZT abgelehnt hatten.

Eine der vorherigen systemischen Therapien musste eine gegen CD20 gerichtete Therapie beinhalten.

Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin im Serum > 3 mg/dl) und Patientenmit Nierenfunktionsstörung (CrCL < 60 ml/min) sowie Patienten mit Vorgeschichte oder Nachweiseiner klinisch signifikanten kardiovaskulären, ZNS- und/oder anderen systemischen Erkrankungwurden ausgeschlossen. Patienten mit bekannter Vorgeschichte eines DLBCL mit'Double-/Triple-Hit'-Genetik wurden ebenfalls bei Studieneintritt ausgeschlossen.

Bei den ersten drei Zyklen erhielten die Patienten 12 mg/kg Tafasitamab als Infusion an Tag 1, 8, 15und 22 jedes 28-tägigen Zyklus, plus eine Aufsättigungsdosis an Tag 4 von Zyklus 1. Danach wurde

Tafasitamab an den Tagen 1 und 15 jedes Zyklus bis zur Krankheitsprogression verabreicht. Die

Prämedikation, einschließlich Antipyretika, Histamin-H1- und Histamin-H2-Rezeptorenblocker und

Glukokortikosteroide, wurde 30 bis 120 Minuten vor den ersten drei Tafasitamab-Infusionenverabreicht.

Die Patienten nahmen 25 mg Lenalidomid täglich an den Tagen 1 bis 21 jedes 28-tägigen Zyklus biszu 12 Zyklen lang ein.

Insgesamt 81 Patienten wurden in die L-MIND-Studie aufgenommen. Das mediane Alter betrug72 Jahre (Bereich von 41 bis 86 Jahre), 89 % waren weiß und 54 % waren männlich. Von den81 Patienten hatten 74 (91,4 %) einen ECOG-Leistungsstatus von 0 oder 1, und 7 (8,6 %) hatten einen

ECOG-Score von 2. Die mediane Anzahl vorheriger Therapien betrug zwei (Bereich: 1 bis 4), wobei40 Patienten (49,4 %) eine vorherige Therapie erhalten hatten, und 35 Patienten (43,2 %) 2 vorherige

Behandlungslinien erhalten hatten. Fünf Patienten (6,2 %) hatten 3 vorherige Therapielinien und 1

Patient (1,2 %) hatte 4 vorherige Behandlungslinien erhalten. Alle Patienten erhielten zuvor eineanti-CD20-haltige Therapie. Acht Patienten hatten die Diagnose eines von einem niedriggradigen

Lymphom transformierten DLBCL. Fünfzehn Patienten (18,5 %) hatten eine primär refraktäre

Erkrankung, 36 (44,4 %) sprachen auf die letzte vorherige Therapie nicht an und 34 (42,0 %) waren

Rituximab-refraktär. Neun Patienten (11,1 %) hatten zuvor eine ASZT erhalten. Die Hauptgründe, ausdenen Patienten keine Kandidaten für eine ASZT waren, umfassten Alter (45,7 %), refraktärgegenüber Salvage-Chemotherapie (23,5 %), Begleiterkrankungen (13,6 %) und Ablehnung einer

Hochdosischemotherapie/ASZT (16,0 %).

Ein Patient erhielt Tafasitamab, aber nicht Lenalidomid. Die übrigen 80 Patienten erhielten mindestenseine Dosis Tafasitamab und Lenalidomid. Alle Patienten, die in die L-MIND-Studie aufgenommenwurden, hatten eine auf lokaler Pathologie basierende DLBCL-Diagnose. Im Einklang mit derzentralen Pathologie-Prüfung konnte die Erkrankung von 10 Patienten jedoch nicht als DLBCLklassifiziert werden.

Die mediane Expositionsdauer gegenüber der Behandlung betrug 9,2 Monate (Bereich: 0,23,54,67 Monate). Zweiunddreißig (39,5 %) Patienten schlossen 12 Zyklen Tafasitamab ab. Dreißig(37,0 %) Patienten schlossen 12 Zyklen Lenalidomid ab.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die beste objektive Ansprechrate (objective response rate,

ORR), definiert als der Anteil der vollständigen und partiellen Responder gemäß Beurteilung durcheine unabhängige Prüfkommission (independent review committee, IRC). Andere

Wirksamkeitsendpunkte umfassten Dauer des Ansprechens (duration of response, DOR),progressionsfreies Überleben (progression-free survival, PFS) und Gesamtüberleben (overall survival,

OS). Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktäremdiffusem großzelligem B-Zell-Lymphom in der MOR208C203- (L-MIND-)

Studie

Wirksamkeitsparameter Tafasitamab + Lenalidomid(N = 81 [ITT]*)30.11.2019 Stichtag 30.10.2020 Stichtag(24-Monats-Analyse) (35-Monats-Analyse)

Primärer Endpunkt

Beste objektive Ansprechrate (gemäß IRC)

Gesamtansprechrate, n (%) 46 (56,8) 46 (56,8)(95%-KI) [45,3; 67,8] [45,3; 67,8]

Vollständige Ansprechrate, n (%) 32 (39,5) 32 (39,5)(95%-KI) [28,8; 51,0] [28,8; 51,0]

Partielle Ansprechrate, n (%) 14 (17,3) 14 (17,3)(95%-KI) [9,8; 27,3] [9,8; 27,3]

Sekundärer Endpunkt

Gesamtdauer des Ansprechens (vollständiges + partielles Ansprechen) a

Median, Monate 34,6 43,9(95%-KI) [26,1; n.e.] [26,1; n. e.]

ITT = Intention-to-Treat-Population; n. e. = nicht erreicht

*Ein Patient erhielt nur Tafasitamab.

KI: Binomiales exaktes Konfidenzintervall unter Verwendung der Clopper-Pearson-Methodea Kaplan-Meier-Schätzungen

Das Gesamtüberleben (OS) war ein sekundärer Endpunkt der Studie. Nach einer medianen

Nachbeobachtungszeit von 42,7 Monaten (95%-KI: 38,0; 47,2) betrug das mediane OS 31,6 Monate(95%-KI: 18,3; nicht erreicht).

Von den acht Patienten mit einem DLBCL eines transformierten früher indolenten Lymphoms hattensieben Patienten ein objektives Ansprechen (drei Patienten ein vollständiges Ansprechen, vier

Patienten ein partielles Ansprechen) und ein Patient eine stabile Erkrankung als das beste Ansprechenauf die Behandlung mit Lenalidomid und Tafasitamab.

Rezidiviertes oder refraktäres FL nach mindestens einer systemischen Therapielinie

Die Wirksamkeit von Tafasitamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab bei Patienten mitrezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom wurde in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Phase-3-Studie (inMIND; INCMOR 0028-301) untersucht.

Infrage kamen erwachsene Patienten ab 18 Jahren mit histologisch gesichertem follikulärem

Lymphom Grad 1 - 3a (WHO 2016), deren Erkrankung nach mindestens einer vorherigensystemischen Therapie, einschließlich einer Anti-CD20-Therapie, rezidiviert oder refraktär gewordenwar. Darüber hinaus wurden die GELF-Kriterien den Prüfärzten als Orientierungshilfe empfohlen, umdie FL-Patienten zu identifizieren, die einer Behandlung bedurften. Gemäß den Einschlusskriterienmussten alle Patienten, die in die Studie eingeschlossen wurden, eine dokumentierte CD20+ und

CD19+ Expression auf der Grundlage einer lokalen oder zentralen pathologischen Beurteilungaufweisen. Patienten mit ZNS-Beteiligung oder vorheriger allogener HSCT wurden aus der Studieausgeschlossen.

Insgesamt wurden 548 Patienten mit R/R follikulärem Lymphom in einem Verhältnis von 1:1randomisiert, und erhielten bis zu zwölf 28-tägige Zyklen Tafasitamab plus Lenalidomid und

Rituximab (R2) oder Placebo plus R2. Die Randomisierung wurde nach folgenden Kriterienstratifiziert: Progression der Erkrankung innerhalb von 24 Monaten nach der Erstdiagnose (POD24)(ja vs. nein), der Refraktärität gegenüber einer vorherigen CD20-gerichteten Antikörpertherapie (ja vs.nein) und der Anzahl der vorherigen Therapielinien (< 2 vs. ≥ 2).

Die Dosierung in den jeweiligen Behandlungsarmen war folgendermaßen:

* 12 mg Tafasitamab/kg intravenös (an den Tagen 1, 8, 15 und 22 der Zyklen 1 bis 3 und an den

Tagen 1 und 15 der Zyklen 4 bis 12) und Lenalidomid 20 mg oral einmal täglich (an den Tagen1 bis 21 der Zyklen 1 bis 12) in Kombination mit 375 mg/m² Rituximab intravenös (an den

Tagen 1, 8, 15 und 22 von Zyklus 1 und an Tag 1 der Zyklen 2 bis 5).

* Placebo intravenös (an den Tagen 1, 8, 15 und 22 der Zyklen 1 bis 3 und an den Tagen 1 und 15der Zyklen 4 bis 12) und 20 mg Lenalidomid oral einmal täglich (an den Tagen 1 bis 21 der

Zyklen 1 bis 12) in Kombination mit 375 mg Rituximab/m² intravenös (an den Tagen 1, 8, 15und 22 von Zyklus 1 und an Tag 1 der Zyklen 2 bis 5).

Die demografischen Ausgangsdaten und Krankheitsmerkmale zwischen den beiden

Behandlungsgruppen waren im Allgemeinen ausgewogen. Bei den 548 Patienten mit R/R FL, die indie inMIND-Studie eingeschlossen wurden, lag das mediane Alter bei 64 Jahren (Bereich 31 bis88 Jahre), 54,6 % waren männlich und 79,9 % waren weißer Hautfarbe. Die mediane Zeit seit der

Erstdiagnose betrug 5,3 Jahre (Bereich 0 bis 34 Jahre). Die meisten Studienteilnehmer (56,8 %) hattenbei Studienbeginn ein Lymphom im Ann-Arbor-Stadium IV. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmerhatte ein Hochrisiko-Lymphom gemäß dem FLIPI-Score, und die meisten Studienteilnehmer erfülltenmindestens ein GELF-Kriterium für eine hohe Tumorlast. Die meisten Studienteilnehmer wiesen einen

ECOG-Performance-Status von 0 auf (66,4 %) und 37,8 % der Studienteilnehmer hatten eine 'bulkydisease“ (große Tumormasse > 7 cm).

Die Mehrheit (54,7 %) der Studienteilnehmer hatte eine vorherige systemische Krebstherapie erhalten;die mediane Anzahl der vorherigen Therapien lag bei 1 (Bereich 1 bis 10), 209 Patienten (38,1 %)waren refraktär gegenüber ihrer letzten vorherigen Therapie. Alle Studienteilnehmer in der FL-

Population hatten zuvor eine Anti-CD20-Therapie erhalten; die meisten Studienteilnehmer hatten 1(61,3 %) oder 2 (24,8 %) vorherige Anti-CD20-Therapien erhalten. Zwei Studienteilnehmer, beide inder Placebo-Gruppe, hatten zuvor eine Anti-CD19-haltige Therapie erhalten. Zu den früheren

Behandlungen gehörten R-CHOP (23,9 % der Studienteilnehmer), R-CHOP + R-Erhaltung (27,9 %der Studienteilnehmer), R-Bendamustin (21,7 % der Studienteilnehmer), Rituximab-Monotherapie(17,2 % der Studienteilnehmer), R-Bendamustin + R-Erhaltung (12,2 % der Studienteilnehmer), R-

CVP (6,8 % der Studienteilnehmer) und R-CVP + R-Erhaltung (5,8 % der Studienteilnehmer).28 Studienteilnehmer (5,1 %) hatten zuvor eine ASZT erhalten.

Ein Drittel (34,3 %) der Studienteilnehmer war gegenüber einer Anti-CD20-Therapie refraktär, undbei 31,6 % war die Erkrankung innerhalb von 24 Monaten nach der Erstdiagnose (POD24)fortgeschritten.

Insgesamt wurden 546 Studienteilnehmer (99,6 %) mit R/R FL behandelt, darunter273 Studienteilnehmer (100,0 %) in der Tafasitamab+R2-Gruppe und 273 Studienteilnehmer (99,3 %)in der Placebo+R2-Gruppe.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben(PFS) in der FL-Population, definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zur erstendokumentierten Progression der Erkrankung oder bis zum Tod aus beliebiger Ursache, je nachdem,welches Ereignis zuerst eintrat. Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten die PET-CR-

Rate mit vollständigem Ansprechen nach Prüfarztbewertung in der FL-Population mit FDG-aufnehmenden Lymphknoten (avid), definiert als komplettes metabolisches Ansprechen zu einembeliebigen Zeitpunkt nach Beginn der Behandlung, sowie das Gesamtüberleben in der FL-Population.

Die mediane Nachbeobachtungsdauer für das progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 14,3 Monate(95%-KI: 11,8; 15) in der Tafasitamab-Gruppe und 14,1 Monate (95%-KI: 11,5; 15) in der

Placebogruppe.

Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 5 und in Abbildung 1 zusammengefasst.

Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse der Studie INCMOR 0208-301 (inMIND)

Tafasitamab mit Placebo mit

Endpunkt Lenalidomid plus Lenalidomid plus

Rituximab Rituximab(N = 273) (N = 275)

Progressionsfreies Überlebena, b

Patienten mit Ereignis, n (%) 75 (27,5) 131 (47,6)

Medianes PFS (Monate) 22,4 13,9(95%-KI))c (19,2; NE) (11,5; 16,4)

Risikoquotient (HR)d (95%-KI) 0,43 (0,32; 0,58)p-Wert < 0,0001

Studienteilnehmer mit FDG-avidem PET- (N = 251) (N = 254)

Scan zu Beginn der Studiea

PET-CR-Rate (95%-KI)e, f 49,4 (43,1; 55,8) 39,8 (33,7; 46,1)

Relatives Risiko (Odds ratio, OR) (95%-KI) 1,5 (1,04; 2,13)p-Wert 0,0286

KI = Konfidenzintervall; NE = nicht auswertbar.a Vom Prüfarzt bewertetb Gemäß Lugano-Klassifikation (Cheson 2014)c Zweiseitige 95%-KI nach der Methode von Brookmeyer und Crowley.d Risikoquotient (Hazard ratio, HR) basierend auf einem stratifizierten Cox-Proportional-Hazard-Modell.e Die PET-CR-Rate wurde als der Anteil der Patienten in der FDG-aviden FL-Population, die zuirgendeinem Zeitpunkt nach Beginn der Behandlung ein komplettes metabolisches Ansprechen gemäß der

Lugano-Klassifikation unter den Patienten mit einem positiven PET-Scan zu Beginn der Behandlungerreichten, definiert. Patienten, bei denen nach der Erstuntersuchung keine PET-Untersuchungdurchgeführt wurde oder die kein komplettes metabolisches Ansprechen erreichten, wurden als Nicht-

Responder (Non-CR) eingestuft.

f 95%-KI basierend auf der Clopper-Pearson-Methode.

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve für das progressionsfreie Überleben gemäß Beurteilung des

Prüfarztes in der inMIND-Studie1,0

Behandlungsgruppe0,9 Tafasitamab+Ritu ximab+Lenalidomid

Placebo+Rituximab+Lenalidomid0,80,70,60,50,4

Tafasitamab+Rituximab+Lenalidomid0,3

Placebo+Rituximab+Lenalidomid0,20,10,0 Zensiert

Zeit bis zu den Ereignissen (Monate)

Anzahl der Risikopatienten

Tafasitamab+Rituximab+Lenalidomid

Placebo+Rituximab+Lenalidomid

Bei der Zwischenanalyse war der wichtigste sekundäre Endpunkt, das Gesamtüberleben (OS), nochnicht ausgereift, und das mediane Gesamtüberleben wurde in keiner der Behandlungsgruppen erreicht(stratifizierter Risikoquotient (HR) von 0,587 (95%-KI: 0,306; 1,128); p-Wert 0,1061).

Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebens

Ältere Patienten

Im ITT-Set der L-MIND-Studie waren 36 von 81 Patienten ≤ 70 Jahre und 45 von 81 Patienten waren> 70 Jahre.

Von den 273 Patienten mit R/R follikulärem Lymphom, die in der inMIND-Studie mit Tafasitamabbehandelt wurden, waren 178 ≤ 70 Jahre und 95 > 70 Jahre alt.

Insgesamt wurden keine Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Patienten ≤ 70 Jahren und

Patienten > 70 Jahren beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für MINJUVI eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei reifen B-Zell-Neoplasiengewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Dieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere

Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestensjährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittelsaktualisiert werden.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Resorption, Verteilung, Biotransformation und Elimination wurden anhand einerpopulationspharmakokinetischen Analyse dokumentiert.

Resorption

Die durchschnittlichen Serum-Talspiegel (± Standardabweichung) von Tafasitamab währendwöchentlichen intravenösen Verabreichungen von 12 mg/kg in den Zyklen 1 - 3 betrugen 178,4(± 66) μg/ml. Während der Verabreichung alle 14 Tage von Zyklus 4 - 6 betrugen diedurchschnittlichen Serum-Talspiegel 163,2 (± 74,3) μg/ml. Die mittleren maximalen

Serumkonzentrationen von Tafasitamab betrugen 488,4 (± 126,6) μg/ml.

Verteilung

Das gesamte Verteilungsvolumen betrug bei Tafasitamab im pharmakokinetischen Gleichgewicht('steady-state“) 7,11 l.

Biotransformation

Der exakte Weg, auf dem Tafasitamab metabolisiert wird, wurde nicht charakterisiert. Es wirderwartet, dass Tafasitamab als humaner monoklonaler IgG-Antikörper auf die gleiche Weise wieendogenes IgG über katabole Wege in kleine Peptide und Aminosäuren abgebaut wird.

Elimination

Die Clearance von Tafasitamab betrug 0,44 l/Tag und die terminale Eliminationshalbwertszeit betrug13,4 Tage. Nach Langzeit-Beobachtungen wurde festgestellt, dass sich die Tafasitamab-Clearancenach zwei Jahren im Laufe der Zeit auf 0,29 l/Tag verringert hatte.

Besondere Patientengruppen

Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Tumorgröße, Art der Erkrankung, B-Zell- oder absolute

Lymphozytenzahl, Anti-Drug-Antikörper, Lactatdehydrogenase und Albuminspiegel im Serum hattenkeinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tafasitamab. Der Einfluss der ethnischen

Abstammung und Zugehörigkeit auf die Pharmakokinetik von Tafasitamab ist nicht bekannt.

Nierenfunktionsstörung

Die Auswirkung einer Nierenfunktionsstörung wurde nicht formal in spezifischen klinischen Studienuntersucht; es wurden jedoch keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von

Tafasitamab bei leichter bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [creatinineclearance, CrCL] ≥ 15 und < 90 ml/min, geschätzt mittels Cockcroft-Gault-Formel) beobachtet. Die

Auswirkung einer terminalen Niereninsuffizienz (CrCL < 15 ml/min) ist unbekannt.

Leberfunktionsstörung

Die Auswirkung einer Leberfunktionsstörung wurde nicht formal in spezifischen klinischen Studienuntersucht; es wurden jedoch keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von

Tafasitamab bei leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin ≤ normale

Obergrenze [upper limit of normal, ULN] und Aspartataminotransferase [AST] > ULN, oder

Gesamtbilirubin 1- bis 3-fache ULN und jegliche AST) beobachtet. Die Auswirkung einermittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > 3-fache ULN und jegliche

AST) ist unbekannt.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Die präklinischen Daten lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Toxizitätsstudien bei wiederholter Gabe

Tafasitamab hat sich als hochspezifisch für das CD19-Antigen auf B-Zellen gezeigt. Studien zur

Toxizität nach intravenöser Verabreichung an Cynomolgus-Affen zeigten keine anderen Wirkungenals die erwartete pharmakologische Depletion von B-Zellen im peripheren Blut und im Lymphgewebe.

Diese Veränderungen bildeten sich nach Absetzen der Behandlung zurück.

Mutagenität/Karzinogenität

Da es sich bei Tafasitamab um einen monoklonalen Antikörper handelt, wurden keine Studien zur

Genotoxizität und Karzinogenität durchgeführt, da solche Untersuchungen für dieses Molekül in dervorgeschlagenen Indikation nicht relevant sind.

Reproduktionstoxizität

Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität sowie spezifische Studien zur Beurteilung der

Wirkungen auf die Fertilität wurden mit Tafasitamab nicht durchgeführt. In der 13-wöchigen

Toxizitätsstudie mit wiederholter Gabe bei Cynomolgusaffen wurden jedoch keine unerwünschten

Wirkungen auf die Fortpflanzungsorgane bei Männchen und Weibchen und keine Wirkungen auf die

Länge des Menstruationszyklus bei Weibchen beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumcitrat (Ph.Eur.) (E331)

Citronensäure-Monohydrat

Trehalose-Dihydrat (Ph.Eur.)

Polysorbat 20 (E432)

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es wurden keine Inkompatibilitäten mit Standard-Infusionsmaterialien beobachtet.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche5 Jahre

Rekonstituierte Lösung (vor der Verdünnung)

Die chemische und physikalische Stabilität der rekonstituierten Lösung wurde bei 2 °C - 8 °C bis zu30 Tage oder bei 25 °C bis zu 24 Stunden nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte dierekonstituierte Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die

Lagerzeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Rekonstitution hat unter kontrolliertenund validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden. Nicht einfrieren oder schütteln.

Verdünnte Lösung (für die Infusion)

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde bei 2 °C - 8 °C fürmaximal 14 Tage, gefolgt von bis zu 24 Stunden bei bis zu 25 °C, nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nichtsofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und -bedingungen vor dem Gebrauch in der

Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nichtüberschreiten, es sei denn, die Verdünnung ist unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen erfolgt. Nicht einfrieren oder schütteln.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe

Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus durchsichtigem Typ-I-Glas mit einem Butyl-Gummistopfen,

Aluminium-Bördelkappe und einem Kunststoffschnappdeckel, die 200 mg Tafasitamab enthält. Die

Packungsgröße umfasst eine Durchstechflasche.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

MINJUVI wird in sterilen, konservierungsmittelfreien Durchstechflaschen zum Einmalgebrauchbereitgestellt.

MINJUVI muss vor der intravenösen Infusion rekonstituiert und verdünnt werden.

Zur Rekonstitution und Verdünnung ist ein aseptisches Verfahren anzuwenden.

Hinweise zur Rekonstitution

* Bestimmen Sie die Tafasitamab-Dosis auf der Grundlage des Gewichts des Patienten durch

Multiplikation von 12 mg mit dem Gewicht (kg) des Patienten. Anschließend die Anzahl derbenötigten Tafasitamab-Durchstechflaschen berechnen (jede Durchstechflasche enthält 200 mg

Tafasitamab) (siehe Abschnitt 4.2).

* Mit einer sterilen Spritze jeder MINJUVI-Durchstechflasche vorsichtig 5,0 ml steriles Wasserfür Injektionszwecke hinzufügen. Richten Sie den Flüssigkeitsstrahl gegen die Wand dereinzelnen Durchstechflasche und nicht direkt auf das lyophilisierte Pulver.

* Die rekonstituierte(n) Durchstechflasche(n) vorsichtig schwenken, damit sich das lyophilisierte

Pulver besser auflöst. Nicht schütteln oder heftig schwenken. Den Inhalt nicht entnehmen, bevorsich alle Feststoffe vollständig aufgelöst haben. Das lyophilisierte Pulver sollte sich innerhalbvon 5 Minuten auflösen.

* Die rekonstituierte Lösung sollte eine farblose bis leicht gelbliche Lösung sein. Stellen Sie vordem Fortfahren durch visuelle Überprüfung sicher, dass keine Partikel oder Verfärbungenvorhanden sind. Wenn die Lösung trüb oder verfärbt ist oder sichtbare Partikel enthält,entsorgen Sie die Durchstechflasche(n).

Hinweise zur Verdünnung

* Es sollte ein Infusionsbeutel mit 250 ml 0,9 %iger (9 mg/ml) Natriumchlorid-Injektionslösungverwendet werden.

* Das benötigte Gesamtvolumen der rekonstituierten 40-mg/ml-Tafasitamab-Lösung berechnen.

Dem Infusionsbeutel das entsprechende Volumen entnehmen und das entnommene Volumenentsorgen.

* Das gesamte berechnete Volumen (ml) der rekonstituierten Tafasitamab-Lösung aus der/den

Durchstechflaschen aufziehen und langsam in den Infusionsbeutel mit 0,9 %iger (9 mg/ml)

Natriumchloridlösung geben. Jeglichen nicht verwendeten Rest von Tafasitamab, der in der

Durchstechflasche zurückgeblieben ist, entsorgen.

* Die Endkonzentration der verdünnten Lösung sollte zwischen 2 mg/ml und 8 mg/ml

Tafasitamab betragen.

* Den Infusionsbeutel langsam umdrehen, um den Inhalt vorsichtig zu mischen. Nicht schütteln.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Incyte Biosciences Distribution B.V.

Paasheuvelweg 251105 BP Amsterdam

Niederlande

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/21/1570/001

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26. August 2021

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. September 2025

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.