Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels MABTHERA 1400mg 120mg / ml injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
MabThera 1 400 mg Lösung zur subkutanen Injektion
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder Milliliter enthält 120 mg Rituximab.
Jede Durchstechflasche enthält 1 400 mg/11,7 ml Rituximab.
Rituximab ist ein gentechnisch hergestellter monoklonaler chimärer Antikörper (Maus/Mensch), einglykosyliertes Immunglobulin. Seine konstanten Bereiche bestehen aus humanem IgG1, die variablen
Bereiche aus murinen leichten und schweren Kettensequenzen. Der Antikörper wird in einer
Zellkultur aus Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen Hamsters) hergestellt und durch
Affinitäts- und Ionenaustauscher-Chromatographie gereinigt, einschließlich spezifischer Schritte zur
Virusinaktivierung und -entfernung.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Klare bis opaleszente, farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit einem pH-Wert von 5,2 - 5,8 und einer
Osmolalität von 300 - 400 mosmol/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
MabThera wird bei erwachsenen Patienten zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL)angewendet.
MabThera ist in Kombination mit einer Chemotherapie für die Erstbehandlung von Patienten mitfollikulärem Lymphom im Stadium III-IV angezeigt.
Eine MabThera Erhaltungstherapie ist angezeigt zur Behandlung von Patienten mit follikulärem
Lymphom, die auf eine Induktionstherapie angesprochen haben.
MabThera ist für die Behandlung von Patienten mit CD20-positivem diffusem großzelligem B-Zell-
Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit einer CHOP(Cyclophosphamid, Doxorubicin,
Vincristin, Prednisolon)-Chemotherapie angezeigt.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
MabThera soll nur unter engmaschiger Überwachung von erfahrenem medizinischem Fachpersonalangewendet werden. Es müssen Bedingungen vorliegen, unter denen eine vollständige Ausrüstung zur
Wiederbelebung sofort verfügbar ist (siehe Abschnitt 4.4).
Vor jeder Anwendung von MabThera sollte immer eine Prämedikation mit einem
Analgetikum/Antipyretikum (z. B. Paracetamol) und einem Antihistaminikum (z. B. Diphenhydramin)verabreicht werden.
Eine Prämedikation mit Glucocorticoiden sollte in Erwägung gezogen werden, wenn MabThera nichtin Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung eines Non-Hodgkin-Lymphoms verabreichtwird, die ein Glucocorticoid enthält.
DosierungDie empfohlene Dosierung für die subkutane Darreichungsform von MabThera (MabThera SC)bei erwachsenen Patienten ist eine subkutane Injektion mit einer Fixdosis von 1 400 mg,unabhängig von der Körperoberfläche des Patienten.
Vor Beginn der Behandlung mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera müssen alle
Patienten zuvor immer eine vollständige Dosis von MabThera als intravenöse Infusion unter
Anwendung der intravenösen Darreichungsform von MabThera erhalten (siehe Abschnitt 4.4).
Falls Patienten vor der Umstellung keine vollständige Dosis der intravenösen Darreichungsform von
MabThera erhalten konnten, soll in den darauffolgenden Zyklen weiterhin die intravenöse
Darreichungsform von MabThera angewendet werden, solange bis eine vollständige intravenöse
Dosis angewendet werden konnte.
Daher kann eine Umstellung auf die subkutane Darreichungsform von MabThera erst im zweitenoder in darauffolgenden Behandlungszyklen erfolgen.
Es ist wichtig, die Etiketten des Arzneimittels zu überprüfen, um sicherzustellen, dass der Patient dierichtige, ihm verschriebene Darreichungsform (intravenöse oder subkutane Darreichungsform) und
Stärke erhält.
Die subkutane Darreichungsform von MabThera ist nicht zur intravenösen Anwendungvorgesehen und ist nur als subkutane Injektion anzuwenden. Die Stärke 1 400 mg istausschließlich für die subkutane Anwendung bei Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vorgesehen.
Follikuläres Non-Hodgkin-LymphomKombinationstherapieFür eine Induktionstherapie mit MabThera in Kombination mit einer Chemotherapie ist dieempfohlene Dosierung von MabThera sowohl für eine Erstbehandlung von Patienten mit follikulärem
Lymphom als auch bei Patienten mit einem rezidivierenden/refraktären follikulären Lymphom: Erster
Zyklus mit der intravenösen Darreichungsform von MabThera 375 mg/m2 Körperoberfläche,darauffolgende Zyklen mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera als Fixdosis von1 400 mg pro Zyklus, über bis zu acht Zyklen.
MabThera soll am Tag 1 eines jeden Chemotherapiezyklus nach der Gabe der Glucocorticoid-
Komponente der Chemotherapie, falls zutreffend, verabreicht werden.
Erhaltungstherapie* Nicht vorbehandeltes follikuläres Lymphom
Die empfohlene Dosierung der subkutanen Darreichungsform von MabThera in der
Erhaltungstherapie beträgt bei Patienten mit nicht vorbehandeltem follikulärem Lymphom, die aufeine Induktionstherapie angesprochen haben, 1 400 mg einmal alle zwei Monate (Beginn 2 Monatenach der letzten Dosis der Induktionstherapie) bis zum Fortschreiten der Krankheit oder über einenmaximalen Zeitraum von zwei Jahren (insgesamt 12 Gaben).
* Rezidivierendes/refraktäres follikuläres Lymphom
Die empfohlene Dosierung der subkutanen Darreichungsform von MabThera in der
Erhaltungstherapie beträgt bei Patienten mit einem rezidivierenden/refraktären follikulären Lymphom,die auf eine Induktionstherapie angesprochen haben, 1 400 mg einmal alle drei Monate (Beginn3 Monate nach der letzten Dosis der Induktionstherapie) bis zum Fortschreiten der Krankheit oderüber einen maximalen Zeitraum von zwei Jahren (insgesamt 8 Gaben).
Diffuses großzelliges B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom
MabThera sollte in Kombination mit einer CHOP-Chemotherapie angewendet werden. Dieempfohlene Dosierung beträgt: Erster Zyklus mit der intravenösen Darreichungsform von MabThera,375 mg/m2 Körperoberfläche, darauffolgende Zyklen mit der subkutanen Darreichungsform, injiziertals Fixdosis von 1 400 mg pro Zyklus, insgesamt über acht Zyklen.
MabThera wird am Tag 1 eines jeden Chemotherapiezyklus verabreicht, nach der intravenösen
Infusion der Glucocorticoid-Komponente der CHOP-Therapie.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von MabThera bei der Behandlung des diffusen großzelligen B-Zell-
Non-Hodgkin-Lymphoms wurde nicht in Kombination mit anderen Chemotherapien untersucht.
Dosisanpassung während der BehandlungEine Dosisreduktion von MabThera wird nicht empfohlen. Wenn MabThera in Kombination mit einer
Chemotherapie angewendet wird, sollten für die Chemotherapeutika die üblichen Dosisreduktionenangewendet werden (siehe Abschnitt 4.8).
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von MabThera bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Ältere PatientenBei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Art der AnwendungSubkutane Injektionen:
Verwenden Sie die subkutane Darreichungsform von MabThera 1 400 mg nur als subkutane Injektion,über einen Zeitraum von etwa 5 Minuten. Die Injektionsnadel zur subkutanen Applikation darf erstkurz vor der Anwendung auf die Spritze gesetzt werden, um ein potenzielles Verstopfen der Nadel zuvermeiden.
Die subkutane Darreichungsform von MabThera ist subkutan in die Bauchwand zu injizieren unddarf niemals in Stellen erfolgen, an denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist,oder in Leberflecken oder Narben.
Es liegen keine Daten zur Injektion in andere Körperstellen vor. Daher sollte die Injektion auf die
Bauchwand beschränkt bleiben.
Während der Behandlung mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera solltenandere Arzneimittel zur subkutanen Anwendung vorzugsweise an anderen Stellen gegebenwerden.
Wenn eine Injektion unterbrochen wird, kann sie an derselben Stelle oder wenn nötig an eineranderen Stelle fortgeführt werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Mausproteine, Hyaluronidase oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Aktive, schwere Infektionen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit stark geschwächter Immunabwehr.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertsein.
Die Information in Abschnitt 4.4 trifft auf die Anwendung der subkutanen Darreichungsform von
MabThera in den zugelassenen Indikationen zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (Stärke1 400 mg) und zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (Stärke 1 600 mg) zu. Zu
Informationen bei anderen Indikationen wird auf die Fachinformation der intravenösen
Darreichungsform von MabThera verwiesen.
Die Anwendung der subkutanen Darreichungsform von MabThera als Monotherapie bei Patienten mitfollikulärem Lymphom im Stadium III - IV, die gegen eine Chemotherapie resistent sind oder nacheiner solchen einen zweiten oder neuerlichen Rückfall haben, kann nicht empfohlen werden, da die
Sicherheit einer einmal wöchentlichen subkutanen Anwendung nicht untersucht wurde.
Progressive multifokale LeukoenzephalopathieDie Anwendung von MabThera kann mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einerprogressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) in Zusammenhang stehen. Die Patientenmüssen in regelmäßigen Abständen auf jegliche neu auftretende oder sich verschlechterndeneurologische Symptome oder auf Anzeichen, die auf eine PML hindeuten, überwacht werden. Wennder Verdacht auf eine PML besteht, ist die weitere Anwendung von MabThera einzustellen, bis eine
PML ausgeschlossen worden ist. Der behandelnde Arzt soll den Patienten untersuchen, umentscheiden zu können, ob die Symptome auf eine neurologische Dysfunktion hinweisen, und falls ja,ob diese Symptome möglicherweise eine PML andeuten können. Bei entsprechenden klinischen
Anzeichen sollte ein Neurologe konsultiert werden.
Wenn irgendwelche Zweifel bestehen, sind weitergehende Untersuchungen einschließlich einervorzugsweise Kontrast-verstärkten MRT-Untersuchung, eines Liquortests auf DNA des JC-Virus, undwiederholte neurologische Kontrolluntersuchungen in Betracht zu ziehen.
Der Arzt sollte insbesondere auf Symptome achten, die auf eine PML hinweisen, die der Patientmöglicherweise nicht bemerkt (z. B. kognitive, neurologische oder psychiatrische Symptome). Den
Patienten sollte empfohlen werden, ihren Partner oder ihre Pflegeperson über ihre Behandlung zuinformieren, da diese Symptome feststellen könnten, die der Patient nicht bemerkt.
Wenn der Patient eine PML entwickelt, muss die Anwendung von MabThera dauerhaft eingestelltwerden.
Nach Wiederherstellung des Immunsystems bei immungeschwächten Patienten mit PML wurde eine
Stabilisierung oder ein besserer Behandlungserfolg beobachtet. Es bleibt unbekannt, ob durch diefrühzeitige Erkennung einer PML und die Beendigung der Behandlung mit MabThera eine ähnliche
Stabilisierung oder ein verbesserter Verlauf erreicht werden kann.
Infusions-/Anwendungsbedingte Reaktionen
Die Anwendung von MabThera ist mit infusions-/anwendungsbedingten Reaktionen verbunden, diemit der Freisetzung von Zytokinen und/oder anderen chemischen Mediatoren zusammenhängenkönnen. Es kann sein, dass sich ein Zytokin-Freisetzungs-Syndrom klinisch nicht von akuten
Überempfindlichkeitsreaktionen unterscheiden lässt.
Diese Reaktionen schließen Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, Tumorlysesyndrom, anaphylaktische
Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen ein und werden nachfolgend beschrieben. Sie stehennicht speziell mit der Art der Anwendung in Verbindung und können bei beiden Darreichungsformenbeobachtet werden.
Schwere Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRR, Infusion Related Reactions) mittödlichem Ausgang wurden während der Markteinführung der intravenösen Darreichungsform von
MabThera berichtet. Diese traten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden nach Beginn der erstenintravenösen Infusion von MabThera auf. Die Reaktionen sind gekennzeichnet durch pulmonale
Ereignisse und schlossen in manchen Fällen eine schnelle Tumorlyse und Merkmale des
Tumorlysesyndroms ein, zusätzlich zu Fieber, Schüttelfrost, Rigor, Hypotonie, Urtikaria, Angioödemund andere Symptome (siehe Abschnitt 4.8).
Das schwere Zytokin-Freisetzungs-Syndrom ist gekennzeichnet durch schwere Dyspnoe, die häufigvon Bronchospasmus und Hypoxie zusätzlich zu Fieber, Schüttelfrost, Rigor, Urtikaria und
Angioödemen begleitet wird. Dieses Syndrom kann mit einigen Merkmalen des Tumorlysesyndromswie Hyperurikämie, Hyperkaliämie, Hypokalzämie, Hyperphosphatämie, akutem Nierenversagen,erhöhten Laktatdehydrogenase(LDH)-Werten assoziiert sein, sowie möglicherweise auch mit akutem
Atemversagen und Todesfolge. Das akute Atemversagen kann z. B. durch pulmonale interstitielle
Infiltration oder Ödeme gekennzeichnet sein, die auf einer Röntgenaufnahme des Thorax erkennbarsind. Das Syndrom manifestiert sich häufig innerhalb der ersten oder zweiten Stunde nach Beginn derersten Infusion. Patienten mit einer vorbestehenden Lungeninsuffizienz oder mit pulmonaler
Tumorinfiltration können eine schlechtere Prognose haben und sollen unter besonderer Vorsichtbehandelt werden.
Bei Patienten, die ein schweres Zytokin-Freisetzungs-Syndrom entwickeln, muss die Infusion sofortunterbrochen (siehe Abschnitt 4.2) und eine aggressive symptomatische Behandlung eingeleitetwerden. Da eine initiale Besserung der klinischen Symptome von einer Verschlechterung gefolgt seinkann, sollen diese Patienten so lange engmaschig überwacht werden, bis das Tumorlysesyndrom unddie pulmonale Infiltration verschwunden oder ausgeschlossen worden sind. Nach vollständigem
Rückgang der Symptome führte die weitere Behandlung von Patienten selten zu einem erneuten
Auftreten eines schweren Zytokin-Freisetzungs-Syndroms.
Patienten mit einer hohen Tumorlast oder einer großen Anzahl von zirkulierenden malignen Zellen(≥ 25 x 109/l), für die möglicherweise ein höheres Risiko eines besonders schweren Zytokin-
Freisetzungs-Syndroms besteht, sollen mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Diese Patientensollen während der ersten Infusion sehr engmaschig überwacht werden. Während der ersten Infusionsoll bei diesen Patienten eine verminderte Infusionsgeschwindigkeit erwogen werden oder die
Dosierung des ersten Behandlungszyklus aufgeteilt auf zwei Tage verabreicht werden. Sofern die
Lymphozytenzahl weiterhin > 25 x 109/l ist, gilt Letzteres auch für alle weiteren Behandlungszyklen.
Es liegen Berichte über anaphylaktische und andere Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patientennach der intravenösen Verabreichung von Proteinen vor. Im Gegensatz zum Zytokin-Freisetzungs-
Syndrom treten echte Überempfindlichkeitsreaktionen typischerweise innerhalb von Minuten nach
Infusionsbeginn auf. Für den Fall einer allergischen Reaktion während einer Verabreichung von
MabThera sollen Arzneimittel zur Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B.
Epinephrin (Adrenalin), Antihistaminika und Glucocorticoide für den sofortigen Einsatz zur
Verfügung stehen. Klinische Manifestationen einer Anaphylaxie können denen eines Zytokin-
Freisetzungs-Syndroms (Beschreibung siehe oben) ähnlich sein. Nebenwirkungen, die einer
Überempfindlichkeitsreaktion zugeordnet werden können, sind weniger häufig berichtet worden alssolche, die einer Zytokinfreisetzung zugeordnet werden.
In einigen Fällen sind die folgenden zusätzlichen Reaktionen berichtet worden: Myokardinfarkt,
Vorhofflimmern, Lungenödem und akute, reversible Thrombozytopenie.
Da es während der Anwendung von MabThera zu einem Blutdruckabfall kommen kann, sollte dasvorübergehende Absetzen antihypertensiver Arzneimittel 12 Stunden vor einer Anwendung von
MabThera in Erwägung gezogen werden.
Bei 77 % der mit der intravenösen Darreichungsform von MabThera behandelten Patienten ist es zuinfusionsbedingten Nebenwirkungen jeglicher Art gekommen (einschließlich des Zytokin-
Freisetzungs-Syndroms, begleitet von Hypotonie und Bronchospasmus, bei 10 % der Patienten), siehe
Abschnitt 4.8. Üblicherweise sind diese Symptome nach Unterbrechung der Infusion von MabTheraund Verabreichung eines Antipyretikums und Antihistaminikums reversibel. Gelegentlich kann die
Gabe von Sauerstoff, intravenöser Kochsalzinfusion oder Bronchodilatatoren und Glucocorticoidenerforderlich werden. Siehe auch Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, wie oben beschrieben, bezüglichschwerer Nebenwirkungen.
In klinischen Prüfungen wurden bei bis zu 50 % der Patienten, die mit der subkutanen
Darreichungsform von MabThera behandelt worden sind, anwendungsbedingte Reaktionenbeobachtet. Die Reaktionen traten innerhalb von 24 Stunden nach der subkutanen Injektion auf undäußerten sich hauptsächlich durch ein Erythem, Juckreiz, Ausschlag, Reaktionen an der
Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellung und Rötung, die aber in der Regel von milder odermoderater Ausprägung (Grad 1 und 2) und reversibel waren (siehe Abschnitt 4.8).
Lokale Hautreaktionen traten sehr häufig bei Patienten auf, die in klinischen Prüfungen mit dersubkutanen Darreichungsform von MabThera behandelt wurden. Die Symptome umfassten
Schmerzen, Schwellung, Verhärtung, Blutungen, Erythem, Juckreiz und Ausschlag (siehe
Abschnitt 4.8). Einige lokale Hautreaktionen traten später als 24 Stunden nach der Anwendung dersubkutanen Darreichungsform von MabThera auf. Die meisten lokalen Hautreaktionen nach
Verabreichung von MabThera in subkutaner Darreichungsform waren von milder oder moderater
Ausprägung und klangen ohne spezielle Behandlung ab.
Vor Beginn der Behandlung mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera müssen alle
Patienten zuvor immer eine vollständige Dosis von MabThera als intravenöse Infusion unter
Anwendung der intravenösen Darreichungsform von MabThera erhalten. Das größte Risiko vonanwendungsbedingten Reaktionen wird normalerweise während des ersten Behandlungszyklusbeobachtet. Der Start einer Behandlung mit der intravenösen Darreichungsform von MabTheragewährleistet einen besseren Umgang mit anwendungsbedingten Reaktionen, indem man dieintravenöse Infusion verlangsamt oder unterbricht.
Falls Patienten vor der Umstellung keine vollständige Dosis der intravenösen Darreichungsform von
MabThera erhalten konnten, soll in den darauffolgenden Zyklen weiterhin die intravenöse
Darreichungsform von MabThera angewendet werden, solange bis eine vollständige intravenöse Dosisangewendet werden konnte. Daher kann eine Umstellung auf die subkutane Darreichungsform von
MabThera erst im zweiten oder in darauffolgenden Behandlungszyklen erfolgen.
Wie bei der intravenösen Darreichungsform müssen bei der Anwendung der subkutanen
Darreichungsform von MabThera Bedingungen vorliegen, unter denen eine vollständige Ausrüstungzur Wiederbelebung sofort verfügbar ist, und soll nur unter engmaschiger Überwachung vonerfahrenem medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. Vor jeder Dosis der subkutanen
Darreichungsform von MabThera sollte immer eine Prämedikation mit einem
Analgetikum/Antipyretikum und einem Antihistaminikum verabreicht werden. Eine Prämedikationmit Glucocorticoiden sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Patienten sollten mindestens 15 Minuten nach der subkutanen Verabreichung von MabTherabeobachtet werden. Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen kannein längerer Zeitraum angemessen sein.
Patienten sollten angewiesen werden, ihren behandelnden Arzt sofort zu benachrichtigen, sobald
Symptome auftreten, die auf eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion oder ein Zytokin-
Freisetzungs-Syndrom schließen lassen. Diese Symptome können zu jeder Zeit nach der Anwendungvon MabThera auftreten.
HerzerkrankungenBei mit MabThera behandelten Patienten traten Angina pectoris, Herzarrhythmien wie Vorhofflatternund -flimmern, Herzinsuffizienz und/oder Myokardinfarkt auf. Daher sollten Patienten mitvorbestehenden Herzerkrankungen und/oder kardiotoxischer Chemotherapie engmaschig überwachtwerden.
Hämatologische ToxizitätenObwohl MabThera als Monotherapie nicht myelosuppressiv wirkt, sollte eine geplante Behandlungvon Patienten mit einer Zahl der neutrophilen Granulozyten < 1,5 x 109/l und/oder einer Zahl der
Thrombozyten < 75 x 109/l nur mit Vorsicht erfolgen, da die klinischen Erfahrungen bei diesen
Patienten limitiert sind. Die intravenöse Darreichungsform von MabThera wurde bei 21 Patienten, dieeiner autologen Knochenmarktransplantation unterzogen wurden sowie in anderen Risikogruppen mitvermutlich reduzierter Knochenmarkfunktion angewendet, ohne dass eine Myelotoxizität induziertwurde.
Regelmäßige Kontrollen des großen Blutbildes, einschließlich der Neutrophilen- und
Thrombozytenzahl, sollten während der Behandlung mit MabThera durchgeführt werden.
InfektionenWährend der Behandlung mit MabThera können schwerwiegende Infektionen, einschließlich
Todesfälle, auftreten (siehe Abschnitt 4.8). MabThera darf Patienten nicht verabreicht werden, beidenen eine aktive, schwere Infektion (wie z. B. Tuberkulose, Sepsis und opportunistische Infektionen,siehe Abschnitt 4.3) vorliegt.
Vorsicht ist bei der ärztlichen Verordnung von MabThera an Patienten geboten, die rezidivierendeoder chronische Infekte in der Vorgeschichte aufweisen oder an Grunderkrankungen leiden, die das
Auftreten schwerer Infektionen begünstigen (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten, die die intravenöse Darreichungsform von MabThera erhielten, wurden Fälle einer
Hepatitis-B-Reaktivierung berichtet, einschließlich fulminanter Hepatitis mit tödlichem Ausgang. Inden meisten Fällen erhielten diese Patienten auch eine zytotoxische Chemotherapie. Bei allen
Patienten soll vor Beginn der Behandlung mit MabThera eine Testung auf das Hepatitis-B-Virus(HBV) durchgeführt werden. Diese sollte mindestens den HBsAg-Status und den HBcAb-Statusbeinhalten und kann, gemäß lokalen Empfehlungen, mit weiteren geeigneten Markern ergänzt werden.
Patienten mit aktiver Hepatitis-B-Erkrankung dürfen nicht mit MabThera behandelt werden. Patientenmit einer positiven Hepatitis-B-Serologie (entweder HBsAg oder HBcAb) sollen vor
Behandlungsbeginn einen Spezialisten für Lebererkrankungen aufsuchen und gemäß lokalenmedizinischen Standards überwacht und angeleitet werden, um eine Hepatitis-B-Reaktivierung zuverhindern.
Seit Markteinführung wurde sehr selten über Fälle von PML im Zusammenhang mit der Anwendungder intravenösen Darreichungsform von MabThera in der Indikation NHL berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Die Mehrzahl der Patienten erhielt Rituximab in Kombination mit einer
Chemotherapie oder als Teil einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation.
Nach der Anwendung von Rituximab wurden Fälle von enteroviraler Meningoenzephalitis berichtet,einschließlich Todesfälle.
Falsch-negative serologische Testergebnisse zu Infektionen
Aufgrund des Risikos falsch-negativer serologischer Testergebnisse zu Infektionen sind bei Patientenmit Symptomen, die auf eine seltene Infektionskrankheit, z. B. West-Nil-Virus und Neuroborreliose,hinweisen, alternative diagnostische Verfahren in Betracht zu ziehen.
ImmunisierungDie Sicherheit einer Immunisierung mit viralen Lebendimpfstoffen, nach einer Therapie mit
MabThera bei Patienten mit NHL wurde nicht untersucht und eine Impfung mit viralen
Lebendimpfstoffen wird nicht empfohlen. Patienten, die mit MabThera behandelt werden, können eine
Impfung mit inaktiven Impfstoffen erhalten, jedoch können die Ansprechraten auf inaktivierte
Impfstoffe reduziert sein. In einer nicht randomisierten Studie hatten Patienten mit rezidivierendemniedriggradigem NHL, die eine Monotherapie mit der intravenösen Darreichungsform von MabTheraerhielten, im Vergleich zu einer gesunden unbehandelten Kontrollgruppe eine niedrigere Ansprechrateauf eine Impfung mit dem Recall-Antigen Tetanus (16 % gegenüber 81 %) und dem Neoantigen
Keyhole Limpet Hämocyanin (KLH) (4 % gegenüber 69 %; bewertet wurde ein über 2-facher Anstiegdes Antikörpertiters).
Die mittleren Antikörpertiter gegen eine Reihe von Antigenen (Streptococcus pneumoniae,
Influenza A, Mumps, Rubella, Varizellen) blieben bezogen auf die Werte vor Behandlungsbeginn übereinen Zeitraum von mindestens 6 Monaten nach der Behandlung mit MabThera stabil.
HautreaktionenSchwere Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) und Stevens-Johnson-
Syndrom, einige mit tödlichem Ausgang, sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Für den Fall,dass ein derartiges Ereignis eintritt und bei dem ein möglicher Zusammenhang mit MabTheravermutet wird, ist die Behandlung dauerhaft einzustellen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Zurzeit liegen nur wenige Daten über mögliche Wechselwirkungen zwischen MabThera und anderen
Arzneimitteln vor.
Die gleichzeitige Anwendung von MabThera scheint keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von
Fludarabin und Cyclophosphamid zu zeigen. Ebenso zeigten Fludarabin und Cyclophosphamid keinesichtbaren Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von MabThera.
Bei Patienten, die Titer von humanen Anti-Maus-Antikörpern (HAMA) oder Anti-Wirkstoff-
Antikörpern (antidrug-antibodies - ADA ) aufweisen, können allergische Reaktionen oder
Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, wenn sie zusätzlich mit anderen diagnostischen odertherapeutischen monoklonalen Antikörpern behandelt werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Verhütung bei Männern und FrauenWegen der langen Retentionszeit von Rituximab bei Patienten mit B-Zell-Depletion müssen Frauenim gebärfähigen Alter während und weitere 12 Monate nach der Behandlung mit MabThera wirksamekontrazeptive Methoden anwenden.
SchwangerschaftImmunglobuline der Klasse G können die Plazentaschranke passieren.
Die B-Zell-Werte bei neugeborenen Menschen nach der Anwendung von MabThera bei der Muttersind im Rahmen klinischer Studien nicht untersucht worden. Es liegen keine hinreichenden und gutkontrollierten Daten aus Studien bei schwangeren Frauen vor. Bei einigen Kindern, deren Mütterwährend der Schwangerschaft MabThera ausgesetzt waren, wurde jedoch über eine vorübergehende
B-Zell-Depletion und Lymphozytopenie berichtet. Ähnliche Effekte wurden auch intierexperimentellen Studien beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Aus diesen Gründen sollte MabTheranur dann bei Schwangeren angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das potenzielle Risikoüberwiegt.
StillzeitDie wenigen verfügbaren Daten zum Übertritt von Rituximab in die Muttermilch deuten auf eine sehrgeringe Rituximab-Konzentration in der Milch hin (relative Dosis für den Säugling unter 0,4 %). Diewenigen Follow-Up-Fälle bei Säuglingen, die gestillt wurden, beschreiben bis zum Alter von 2 Jahrenein normales Wachstum und eine normale Entwicklung. Da diese Daten begrenzt sind und das
Langzeitergebnis bei gestillten Säuglingen immer noch unbekannt ist, wird Stillen während der
Behandlung mit Rituximab und möglichst für weitere 6 Monate nach der Behandlung mit Rituximabnicht empfohlen.
FertilitätTierexperimentelle Studien zeigten keine schädlichen Auswirkungen von Rituximab oderrekombinanter humaner Hyaluronidase (rHuPH20) auf die Reproduktionsorgane.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen von MabThera auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt, obgleich die pharmakologische Wirkung unddie bisher beobachteten unerwünschten Wirkungen erwarten lassen, dass MabThera keinen oder einenzu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen hat.
4.8 Nebenwirkungen
Die in diesem Abschnitt gelisteten Informationen treffen auf die Anwendung von MabThera in deronkologischen Indikation zu. Zu Informationen bezüglich der Autoimmunindikationen wird auf die
Fachinformation der intravenösen Darreichungsform von MabThera verwiesen.
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWährend des Entwicklungsprogramms war das Sicherheitsprofil der subkutanen Darreichungsformvon MabThera vergleichbar zu dem der intravenösen Darreichungsform, mit Ausnahme von lokalen
Hautreaktionen.Lokale Hautreaktionen, einschließlich Reaktionen an der Injektionsstelle, waren bei Patienten, diedie subkutane Darreichungsform von MabThera erhielten, sehr häufig. In der Phase-III-Studie
SABRINA (BO22334) wurden bei bis zu 20 % der Patienten, die die subkutane Darreichungsformvon MabThera erhielten, lokale Hautreaktionen berichtet. Die häufigsten lokalen Hautreaktionenwaren im subkutanen MabThera Arm Erytheme an der Injektionsstelle (13 %), Schmerzen an der
Injektionsstelle (7 %) und Ödeme an der Injektionsstelle (4 %). Ereignisse, die nach subkutaner
Verabreichung beobachtet wurden, waren leicht oder mäßig, bis auf einen Patienten mit einerlokalen Hautreaktion vom Schweregrad 3 (Ausschlag an der Injektionsstelle) nach der erstensubkutanen Anwendung von MabThera (2. Zyklus). Lokale Hautreaktionen jeden Grades waren imsubkutanen MabThera Arm während des ersten subkutanen Zyklus (2. Zyklus) am häufigsten,gefolgt vom zweiten. Die Inzidenz nahm mit den darauffolgenden Injektionen ab.
Nebenwirkungen, die mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera berichtet wurden
Das Risiko akuter, mit der subkutanen Darreichungsform von MabThera assoziierteranwendungsbedingter Reaktionen wurde in zwei offenen Studien bewertet, in die Patienten mitfollikulärem Lymphom während der Induktions- und Erhaltungstherapie (SABRINA/BO22334) odernur während der Erhaltungstherapie (SparkThera/BP22333) eingeschlossen waren. In der Studie
SABRINA wurden bei zwei Patienten (2 %) nach Verabreichung der subkutanen Darreichungsformvon MabThera schwere (≥ Grad 3) anwendungsbedingte Reaktionen berichtet. Diese Ereignissewaren Ausschlag an der Injektionsstelle und trockener Mund jeweils Grad 3.
In der Studie SparkThera wurden keine schweren anwendungsbedingten Reaktionen berichtet.
Nebenwirkungen, die bei Anwendung der intravenösen Darreichungsform von MabThera berichtetwurden
Erfahrung beim Non-Hodgkin-Lymphom und bei chronischer lymphatischer Leukämie
Das Gesamtsicherheitsprofil von MabThera beim Non-Hodgkin-Lymphom und bei der chronischenlymphatischen Leukämie basiert auf Patientendaten aus klinischen Studien und aus der Überwachungnach der Markteinführung. Diese Patienten wurden mit MabThera als Monotherapie (in Form einer
Induktionstherapie oder einer Erhaltungstherapie nach einer Induktionstherapie) oder in Kombinationmit einer Chemotherapie behandelt.
Die am meisten beobachteten Nebenwirkungen waren bei Patienten, die MabThera erhielten,
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion, die bei den meisten Patienten während der ersten
Infusion auftraten. Die Inzidenz infusionsbedingter Symptome nimmt mit weiteren Infusionen deutlichab und betrug nach der achten Verabreichung von MabThera weniger als 1 %.
In klinischen Studien traten Infektionen (vorwiegend bakterielle und virale Infektionen) bei ungefähr30 % - 55 % der Patienten mit einem NHL und bei 30 % - 50 % der Patienten mit CLL auf.
Die am meisten berichteten oder beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren:
* Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (einschließlich Zytokin-Freisetzungs-
Syndrom, Tumorlysesyndrom), siehe Abschnitt 4.4.
* Infektionen, siehe Abschnitt 4.4.
* Herzerkrankungen, siehe Abschnitt 4.4.
Weitere berichtete schwerwiegende Nebenwirkungen schlossen eine Hepatitis-B-Reaktivierung sowie
PML ein (siehe Abschnitt 4.4).
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen von MabThera als Monotherapeutikum oder in Kombinationmit Chemotherapeutika sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nachabnehmendem Schweregrad angegeben.
Die Nebenwirkungen, die nur während der Überwachung nach der Markteinführung identifiziertwurden und für die daher keine Häufigkeiten bestimmt werden konnten, sind unter 'nichtbekannt“ gelistet, siehe Fußnoten.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien oder während der Überwachung nachder Markteinführung bei Patienten mit einer Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankungoder mit einer chronischen lymphatischen Leukämie beobachtet wurden, die
MabThera als Monotherapie/Erhaltungstherapie oder in Kombination mit einer
Chemotherapie erhielten
MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht
Systemorgan- bekanntklasse
Infektionen und Bakterielle Sepsis, Schwerwiegende Enteroviraleparasitäre Infektionen, +Pneumonie, Virusinfektion2 Meningoen-
Erkrankungen virale +febrile Infektion, zephalitis2, 3
Infektionen, +Herpes zoster,+Bronchitis +Infektion des
Respirationstrakts,
Pilzinfektionen,
Infektionenunbekannter
Genese, +akute
Bronchitis,+Sinusitis,
Hepatitis B1
Erkrankungen Neutropenie, Anämie, Gerinnungsstö- Vorüberge- Spätedes Blutes und Leukopenie, +Panzytopenie, rungen, hender Neutropenie4des +febrile +Granulozytopenie aplastische Anstieg der
Lymphsystems Neutropenie, Anämie, IgM-+Thrombozyt hämolytische Serumspiegel4openie Anämie,
Lymphadeno-pathie
Erkrankungen Reaktionen Überempfindlich- Anaphylaxie Tumorlysesyn Infusionsbe-des im keit drom, dingte akute
Immunsystems Zusammenha Zytokin- reversibleng mit einer Freisetzungs- Thrombozy-
Infusion5, Syndrom5, topenie5
Angioödem Serumkrank-heit
Stoffwechsel- Hyperglykämie,und Gewichtsverlust,
Ernährungs- peripheres Ödem,störungen Gesichtsödem,erhöhte
LDH-Werte,
Hypokalzämie
Psychiatrische Depression,
Erkrankungen Nervosität
Erkrankungen Parästhesie, Störung der Periphere Kranialedes Hypästhesie, Geschmacks- Neuropathie, Neuropathie,
Nervensystems Erregung, empfindung Gesichtsner- Verlust
Schlaflosigkeit, venlähmung6 anderer
Vasodilatation, Sinne6
Schwindelgefühl,
Angstgefühle
Augenerkran- Störung der Schwererkungen Tränenbildung, Sehverlust6
Konjunktivitis
Erkrankungen Tinnitus, Gehörverlust6des Ohrs und Ohrenschmerzendes Labyrinths
MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht
Systemorgan- bekanntklasse
Herzerkran- +Myokardinfarkt5 +linksventrikulä- Schwere Herzinsuffi-kungen und 7, Arrhythmie, res Versagen, Herzerkrankun- zienz5 und 7+Vorhofflimmern, +supraventrikulä- gen5 und 7
Tachykardie, re Tachykardie,+Herzerkrankung +ventrikuläre
Tachykardie,+Angina,+Myokardischä-mie, Bradykardie
Gefäßerkran- Hypertonie, Vaskulitiskungen orthostatische (vorwiegend
Hypotonie, kutan),
Hypotonie leukozytoklas-tische
Vaskulitis
Erkrankungen Bronchospasmus5, Asthma, Interstitielle Respiratori- Lungeninfil-der Atemwege, Atemwegserkran- Bronchiolitis Lungener- sche Insuffi- tratedes Brustraums kung, Schmerzen in obliterans, krankung8 zienz5und der Brust, Dyspnoe, Lungenerkran-
Mediastinums vermehrtes Husten, kung, Hypoxie
Rhinitis
Erkrankungen Übelkeit Erbrechen, Diarrhö, Vergrößerung des Magen-Darm-des Abdominalschmer- Abdomens Perforation8
Gastrointestinal- zen, Dysphagie,trakts Stomatitis,
Obstipation,
Dyspepsie,
Anorexie,
Rachenreizung
Erkrankungen Pruritus, Urtikaria, Schwereder Haut und Exanthem, Schwitzen, bullösedes Unterhaut- +Alopezie Nachtschweiß, Hautreaktio-gewebes +Hauterkrankungen nen, Stevens-
Johnson-
Syndrom,toxischeepidermale
Nekrolyse(Lyell-
Syndrom)8
Skelettmuskula- Hypertonie,tur-, Myalgie,
Bindegewebs- Arthralgie,und Rückenschmerzen,
Knochenerkran- Nackenschmerzen,kungen Schmerzen
Erkrankungen Nierenversa-der Nieren und gen5
Harnwege
Allgemeine Fieber , Tumorschmerzen, Schmerzen an der
Erkrankungen Schüttelfrost, Rötungen, Infusionsstelleund Asthenie, Unwohlsein,
Beschwerden Kopfschmerz Erkältungserschei-am en nungen,
Verabreichungs- +Ermüdung/Fatigueort , +Frösteln,+Multiorganversa-gen5
MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht
Systemorgan- bekanntklasse
Untersuchungen Verminderte
IgG-
Serumspiegel
Für die Berechnung der Häufigkeiten der Nebenwirkungen wurden alle Schweregrade (von leicht bis schwerwiegend) berücksichtigt,außer bei den mit '+“ gekennzeichneten Nebenwirkungen. Bei diesen basiert die Berechnung der Häufigkeiten nur auf denschwerwiegenden Reaktionen (≥ Grad 3 der Common Toxicity Criteria des National Cancer Institute [NCI]). Nur die höchste
Häufigkeit, die in einer Studie beobachtet wurde, ist gelistet.1einschließlich Reaktivierung und primären Infektionen, die Häufigkeitsangabe beruht auf dem R-FC-Arm beirezidivierender/refraktärer CLL2Siehe auch unten Abschnitt 'Infektionen“3Während der Überwachung nach der Markteinführung beobachtet4Siehe auch unten Abschnitt 'Hämatologische Nebenwirkungen“5Siehe auch unten Abschnitt 'Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion“. Seltene Todesfälle wurden berichtet6Anzeichen und Symptome kranialer Neuropathie. Trat zu verschiedenen Zeitpunkten bis zu einigen Monaten nach Beendigung der
MabThera Therapie auf7Beobachtet vor allem bei Patienten mit vorausgegangenen kardialen Problemen und/oder kardiotoxischer Chemotherapie, und warenmeistens mit Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion verbunden8Einschließlich Todesfällen
Die folgenden Ereignisse wurden als Nebenwirkungen während klinischer Studien berichtet, jedochähnlich oder weniger häufig im MabThera Behandlungsarm verglichen zum Kontrollarm:
Hämatotoxizität, neutropenische Infektion, Harnwegsinfektionen, sensorische Störung, Fieber.
Anzeichen und Symptome, die auf eine Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion hindeuten,wurden in klinischen Studien mit der intravenösen Darreichungsform von MabThera bei mehr als50 % der Patienten berichtet und wurden vorwiegend während der ersten Infusion, gewöhnlichinnerhalb der ersten zwei Stunden, beobachtet. Diese Symptome umfassen hauptsächlich Fieber,
Schüttelfrost und Rigor. Weitere Symptome sind Rötungen, Angioödem, Bronchospasmus, Erbrechen,
Übelkeit, Urtikaria/Exanthem, Ermüdung/Fatigue, Kopfschmerzen, Rachenreizung, Rhinitis, Pruritus,
Schmerzen, Tachykardie, Hypertonie, Hypotonie, Dyspnoe, Dyspepsie, Asthenie sowie die Symptomeeines Tumorlysesyndroms. Schwere Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (wie
Bronchospasmus oder Hypotonie) traten in bis zu 12 % der Fälle auf. Weitere Reaktionen, die ineinigen Fällen berichtet wurden, waren Myokardinfarkt, Vorhofflimmern, Lungenödem und akute,reversible Thrombozytopenie. Eine Verschlimmerung vorbestehender Herzbeschwerden wie Anginapectoris oder Herzinsuffizienz sowie schwerwiegende Herzerkrankungen (Herzversagen,
Myokardinfarkt, Vorhofflimmern), Lungenödem, Multiorganversagen, Tumorlysesyndrom, Zytokin-
Freisetzungs-Syndrom, Nierenversagen und respiratorische Insuffizienz wurden mit einer geringerenoder unbekannten Häufigkeit berichtet. Die Inzidenz infusionsbedingter Symptome nahm mit weiterenintravenösen Infusionen deutlich ab und betrug nach dem achten Behandlungszyklus mit MabTheraweniger als 1 %.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenInfektionenMabThera führte bei 70 % - 80 % der Patienten zu einer B-Zell-Depletion, war aber nur bei einer
Minderzahl von ihnen mit einer Abnahme der Immunglobuline im Serum verbunden.
Lokalisierte Candida-Infektionen sowie Herpes zoster wurden in randomisierten klinischen Studienmit einer höheren Inzidenz im Behandlungsarm mit MabThera berichtet. Schwere Infektionen tratenbei etwa 4 % der Patienten unter einer Monotherapie mit MabThera auf. Eine höhere Häufigkeit an
Infektionen insgesamt, einschließlich Infektionen der Grade 3 oder 4, wurde während der
Erhaltungstherapie mit MabThera über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren gegenüber der
Beobachtungsgruppe berichtet. Während des 2-jährigen Behandlungszeitraums trat keine kumulative
Toxizität im Sinne von berichteten Infektionen auf. Zusätzlich wurden bei der Behandlung mit
MabThera andere schwerwiegende Virusinfektionen, entweder neu auftretend, reaktiviert oderverschlimmert, von denen einige tödlich verliefen, berichtet. Die Mehrzahl der Patienten erhielt
MabThera in Kombination mit einer Chemotherapie oder als Teil einer hämatopoetischen
Stammzelltransplantation. Beispiele dieser schwerwiegenden Virusinfektionen sind Infektionen, diedurch Herpesviren (Cytomegalievirus, Varicella-Zoster-Virus und Herpes-Simplex-Virus), das JC-
Virus (PML), Enteroviren (Meningoenzephalitis) oder das Hepatitis-C-Virus verursacht wurden (siehe
Abschnitt 4.4). In klinischen Prüfungen wurde auch über tödlich verlaufende Fälle einer PMLberichtet, die nach Krankheitsprogression und Wiederbehandlung aufgetreten sind. Es wurden Fälleeiner Hepatitis-B-Reaktivierung berichtet, die meistens bei Patienten auftraten, die MabThera in
Kombination mit einer zytotoxischen Chemotherapie erhalten haben. Bei Patienten mit einemvorbestehenden Kaposi-Sarkom und die MabThera ausgesetzt waren, wurde ein Fortschreiten des
Kaposi-Sarkoms beobachtet. Diese Fälle traten außerhalb der zugelassenen Indikationsbereiche undmeistens bei HIV-positiven Patienten auf.
Hämatologische NebenwirkungenIn klinischen Studien mit MabThera als 4-wöchige Monotherapie traten hämatologische Anomalienlediglich bei wenigen Patienten auf und waren üblicherweise leicht und reversibel. Schwere (Grad 3und 4) Neutropenie wurde bei 4,2 % der Patienten, Anämie bei 1,1 % der Patienten und
Thrombozytopenie bei 1,7 % der Patienten berichtet. Während der Erhaltungstherapie mit MabTheraüber einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren wurden Leukopenien und Neutropenien in einer höheren
Inzidenz (5 % gegenüber 2 %; Grad 3/4 bzw. 10 % gegenüber 4 %; Grad 3/4) als in der
Beobachtungsgruppe berichtet. Die Inzidenz von Thrombozytopenien war niedrig (< 1 %, Grad 3/4)und es gab keinen Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. In Studien mit MabThera in
Kombination mit Chemotherapie wurden während des Behandlungszyklus Grad 3/4 Leukopenien,
Neutropenien im Allgemeinen mit einer höheren Frequenz gegenüber der Chemotherapiegruppe ohne
MabThera berichtet (Grad 3/4 Leukopenien 88 % bei R-CHOP gegenüber 79 % bei CHOP,
Neutropenien 24 % bei R-CVP gegenüber 14 % bei CVP; 97 % bei R-CHOP gegenüber 88 % bei
CHOP). Jedoch war das erhöhte Auftreten von Neutropenien bei Patienten, die mit MabThera und
Chemotherapie behandelt worden sind, im Vergleich zu Patienten, die lediglich mit Chemotherapiebehandelt worden sind, nicht mit einer höheren Inzidenz an Infektionen und parasitären Erkrankungenverbunden. Es wurde kein Unterschied in der Inzidenz von Anämien berichtet. Einige Fälle einerspäten Neutropenie, die nach mehr als 4 Wochen nach der letzten Infusion von MabThera auftraten,wurden berichtet.
In Studien mit MabThera wurden bei Patienten mit Morbus Waldenström vorübergehende Anstiegeder IgM Serumspiegel nach Behandlungsbeginn beobachtet, die möglicherweise im Zusammenhangmit einer Hyperviskosität und den damit verbundenen Symptomen stehen. Der vorübergehendangestiegene IgM Spiegel erreichte in der Regel innerhalb von 4 Monaten zumindest den
Ausgangswert.
Kardiovaskuläre NebenwirkungenKardiovaskuläre Reaktionen wurden bei 18,8 % der Patienten während klinischer Studien mit
MabThera als Monotherapie berichtet. Die am häufigsten gemeldeten Ereignisse waren Hypotonie und
Hypertonie. Fälle von Arrhythmien der Grade 3 oder 4 (einschließlich ventrikulärer undsupraventrikulärer Tachykardie) sowie Angina pectoris während der Infusion wurden berichtet.
Während der Erhaltungstherapie war die Inzidenz von Herzerkrankungen der Grade 3 bis 4 bei
Patienten, die mit MabThera behandelt wurden, vergleichbar zur Beobachtungsgruppe. Kardiale
Ereignisse wurden als schwerwiegende Nebenwirkungen (einschließlich Vorhofflimmern,
Myokardinfarkt, linksventrikuläres Versagen, Myokardischämie) bei 3 % der MabThera Patienten undbei < 1 % der Patienten in der Beobachtungsgruppe berichtet. In klinischen Studien zur Untersuchungvon MabThera in Kombination mit Chemotherapie war die Inzidenz von Herzarrhythmien der Grade 3und 4, vorwiegend supraventrikuläre Arrhythmien wie Tachykardien sowie Vorhofflattern und -flimmern, in der R-CHOP-Gruppe (14 Patienten, 6,9 %) höher als in der CHOP-Gruppe (3 Patienten,1,5 %). Alle diese Arrhythmien traten entweder im Zusammenhang mit der Infusion von MabTheraauf oder hingen mit prädisponierenden Faktoren wie Fieber, Infektion, akutem Myokardinfarkt odervorbestehender respiratorischer oder kardiovaskulärer Erkrankung zusammen. Es wurden keine
Unterschiede zwischen der R-CHOP-Gruppe und der CHOP-Gruppe in der Inzidenz anderer kardialer
Ereignisse der Grade 3 und 4, einschließlich Herzversagen, Myokarderkrankung oder Manifestationeiner Koronararterienerkrankung, beobachtet.
Respiratorisches SystemFälle von interstitiellen Lungenerkrankungen, einige mit tödlichem Ausgang, wurden berichtet.
Neurologische ErkrankungenWährend der Behandlungsperiode (in der Induktionsphase, bestehend aus bis zu 8 Behandlungszyklenmit R-CHOP) erlitten 4 Patienten (2 %) in der R-CHOP-Gruppe, alle mit kardiovaskulären
Risikofaktoren, einen thromboembolischen zerebrovaskulären Zwischenfall während des ersten
Behandlungszyklus. In der Inzidenz anderer thromboembolischer Ereignisse gab es keinen
Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Dagegen erlitten 3 Patienten (1,5 %) aus der CHOP-
Gruppe zerebrovaskuläre Ereignisse, die alle während der Nachbeobachtungsphase auftraten.
Es sind Fälle von posteriorem reversiblem Enzephalopathie-Syndrom (PRES)/reversiblem posteriorem
Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS) berichtet worden. Anzeichen und Symptome beinhaltetenvisuelle Störungen, Kopfschmerzen, Krämpfe und eine veränderte geistige Verfassung, mit oder ohnedamit einhergehender Hypertonie. Die Diagnose einer PRES/RPLS erfordert eine Bestätigung durcheine bildgebende Aufnahme des Gehirns. In den berichteten Fällen lagen bestätigte Risikofaktoren für
PRES/RPLS vor, darunter die Grunderkrankung des Patienten, Hypertonie, immunsuppressive
Therapie und/oder Chemotherapie.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsEine Magen-Darm-Perforation, die in einigen Fällen zum Tod führte, wurde bei Patienten beobachtet,die MabThera zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) erhielten. In der Mehrzahl dieser
Fälle wurde MabThera mit einer Chemotherapie verabreicht.
IgG-SerumspiegelIn klinischen Studien zur Untersuchung von MabThera als Erhaltungstherapie beirezidivierendem/refraktärem follikulären Lymphom lagen die medianen IgG-Serumspiegel sowohl inder Beobachtungs- als auch in der MabThera Gruppe nach der Induktionstherapie unter dem unteren
Normalwert (LLN = Lower Limit of Normal) (< 7 g/l). In der Beobachtungsgruppe stieg der mediane
IgG-Serumspiegel nachfolgend auf Werte oberhalb des LLN an, in der MabThera Gruppe blieb erjedoch stabil. Der Anteil von Patienten mit IgG-Serumspiegeln unterhalb des LLN betrug in der
MabThera Gruppe während des 2-jährigen Behandlungszeitraumes ungefähr 60 %, während er in der
Beobachtungsgruppe abnahm (36 % nach 2 Jahren).
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesToxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) und Stevens-Johnson-Syndrom, einige Fälle davonmit tödlichem Ausgang, sind sehr selten berichtet worden.
Patientensubpopulationen - MabThera Monotherapie
Ältere Patienten (65 Jahre und älter):
Die Inzidenz der Nebenwirkungen insgesamt (alle Schweregrade) war bei älteren Patienten und beijüngeren Patienten (unter 65 Jahren) ähnlich; dasselbe gilt auch für Nebenwirkungen der Grade 3/4.
Hohe Tumorlast:Patienten mit hoher Tumorlast litten häufiger an Nebenwirkungen der Grade 3/4 als Patienten mitgeringerer Tumorlast (25,6 % gegenüber 15,4 %). Die Inzidenz von Nebenwirkungen aller
Schweregrade war in diesen beiden Gruppen ähnlich.
Erneute Behandlung:Der Prozentsatz an Patienten, die bei Wiederaufnahme der Therapie mit MabThera über
Nebenwirkungen berichteten, war ähnlich dem Prozentsatz erstbehandelter Patienten(Nebenwirkungen aller Schweregrade und der Grade 3/4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Aus klinischen Prüfungen am Menschen liegen begrenzte Erfahrungen mit höheren Dosen als derzugelassenen Dosis der intravenösen Darreichungsform von MabThera vor. Die höchste bisher am
Menschen getestete Dosis von MabThera beträgt 5 000 mg (2 250 mg/m2) und wurde in einer
Dosiseskalationsstudie bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie getestet. Es wurdenkeine zusätzlichen Sicherheitssignale festgestellt.
Bei Patienten, die eine Überdosierung erhalten haben, ist die Infusion sofort abzubrechen und eineengmaschige Überwachung der Patienten angezeigt.
In der Studie SABRINA (BO22334) zur subkutanen Darreichungsform von MabThera wurde diesubkutane Darreichungsform versehentlich drei Patienten intravenös, bis zu einer Höchstdosis von2 780 mg Rituximab verabreicht, ohne dass unerwünschte Ereignisse auftraten.
Patienten, die eine Überdosierung oder eine falsche Dosierung erhalten haben, sind engmaschig zuüberwachen.
Nach Markteinführung wurde über 5 Fälle einer Überdosierung mit MabThera berichtet. In 3 Fällenwurde über kein unerwünschtes Ereignis berichtet. 2 unerwünschte Ereignisse wurden berichtet. Dieswaren grippeähnliche Symptome bei einer Dosierung von 1,8 g Rituximab sowie ein tödliches
Atemversagen bei einer Dosierung von 2 g Rituximab.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Monoklonale Antikörper und Antikörper-
Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FA01
Die subkutane Darreichungsform von MabThera enthält rekombinante humane Hyaluronidase(rHuPH20), ein Enzym, das die Dispersion und Resorption des gleichzeitig subkutanverabreichten Wirkstoffes erhöht.
WirkmechanismusRituximab bindet spezifisch an das Transmembran-Antigen CD20, ein nicht glykosyliertes
Phosphoprotein, das auf Prä-B- und reifen B-Lymphozyten lokalisiert ist. Das Antigen wird auf> 95 % aller Zellen von Non-Hodgkin-Lymphomen des B-Zell-Typs exprimiert.
CD20 ist sowohl auf gesunden als auch auf malignen B-Zellen zu finden, nicht jedoch aufhämatopoetischen Stammzellen, frühen Vorläuferzellen der B-Zellen, normalen Plasmazellen oderanderem normalem Gewebe. Nach der Antikörperbindung wird CD20 nicht internalisiert oder von der
Zellmembran in die Umgebung abgegeben. CD20 zirkuliert nicht als freies Antigen im Plasma undkonkurriert somit nicht um die Bindung des Antikörpers.
Das Fab-Fragment von Rituximab bindet an das CD20-Antigen auf B-Lymphozyten, und das
Fc-Fragment kann immunologische Reaktionen bewirken, die eine B-Zell-Lyse vermitteln. Mögliche
Mechanismen dieser Effektor-vermittelten Zell-Lyse beinhalten eine Komplement-abhängige
Zytotoxizität (CDC), die aus der C1q-Bindung resultiert, eine Antikörper-abhängige zelluläre
Zytotoxizität (ADCC), die durch einen oder mehrere der Fcγ-Rezeptoren auf der Oberfläche von
Granulozyten, Makrophagen und NK-Zellen vermittelt wird. Es konnte auch gezeigt werden, dass die
Bindung von Rituximab an das CD20-Antigen auf B-Lymphozyten einen durch Apoptose vermittelten
Zelltod auslöst.
Pharmakodynamische WirkungenDie Zahl der peripheren B-Zellen sank nach Verabreichung der ersten Dosis von MabThera unter den
Normalwert. Bei Patienten, die wegen hämatologischer Malignome behandelt worden waren,begannen sich die B-Zellen innerhalb von 6 Monaten Behandlung zu regenerieren, wobei im
Allgemeinen innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung der Therapie wieder Normalwerte gemessenwurden. Dies kann allerdings bei manchen Patienten auch länger dauern (bis zu einer medianen
Regenerationszeit von 23 Monaten nach der Induktionstherapie). Bei Patienten mit rheumatoider
Arthritis wurde nach zwei Infusionen von 1 000 mg MabThera im Abstand von 14 Tagen einesofortige B-Zell-Depletion im peripheren Blut beobachtet. Die B-Zellwerte im peripheren Blutbegannen ab Woche 24 anzusteigen und eine sichtbare Repopulation wurde bei der Mehrzahl der
Patienten bis zur Woche 40 beobachtet, unabhängig davon, ob MabThera als Monotherapie oder in
Kombination mit Methotrexat angewendet wurde.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitKlinische Wirksamkeit und Sicherheit zur Anwendung der subkutanen Darreichungsform von
MabThera beim Non-Hodgkin-Lymphom
Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit bezüglich der subkutanen Darreichungsform von
MabThera beim Non-Hodgkin-Lymphom basiert auf Daten einer klinischen Studie der Phase III(SABRINA BO22334) bei Patienten mit follikulärem Lymphom (FL) und einer Dosisfindungs-/Dosisbestätigungsstudie der Phase Ib (SparkThera BP22333) bei Patienten mit FL. Die Ergebnisseder Studie BP22333 werden in Abschnitt 5.2 dargestellt.
Studie BO22334 (SABRINA)
Eine zweistufige, internationale, multizentrische, randomisierte, kontrollierte, offene Studie der
Phase III wurde mit Patienten mit nicht vorbehandeltem follikulärem Lymphom durchgeführt, umdie Nicht-Unterlegenheit des pharmakokinetischen Profils zusammen mit der Wirksamkeit und
Sicherheit der subkutanen Darreichungsform von MabThera, in Kombination mit CHOP oder CVP,gegenüber der intravenösen Darreichungsform von MabThera, in Kombination mit CHOP oder CVP,zu untersuchen.
Das Ziel der ersten Stufe war es, eine subkutane Rituximab-Dosis zu etablieren, die bei dersubkutanen Darreichungsform und der intravenösen Darreichungsform von MabThera zuvergleichbaren Serum Ctrough-Spiegeln führt, wenn sie als Teil einer Induktionstherapie alle3 Wochen verabreicht wird (siehe Abschnitt 5.2). In Stufe 1 wurden nicht vorbehandelte Patienten(n = 127) mit CD20-positivem follikulärem Lymphom (FL) von Grad 1, 2 oder 3a eingeschlossen.
Das Ziel der Stufe 2 war es, zusätzliche Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für die subkutane
Darreichungsform von Rituximab mit der in Stufe 1 etablierten subkutanen Dosis von 1 400 mg im
Vergleich zu Rituximab intravenös zu liefern. Nicht vorbehandelte Patienten mit CD20-positivemfollikulärem Lymphom von Grad 1, 2 oder 3a (n = 283) wurden in Stufe 2 eingeschlossen.
Das Gesamtstudiendesign war in beiden Stufen identisch und die Patienten wurden den folgendenzwei Behandlungsgruppen randomisiert zugeteilt:
* subkutane Darreichungsform von MabThera (n = 205): erster Zyklus intravenöse
Darreichungsform von MabThera plus 7 Zyklen subkutane Darreichungsform von MabThera in
Kombination mit bis zu 8 Zyklen CHOP oder CVP-Chemotherapie, alle drei Wochenverabreicht.
Die intravenöse Darreichungsform von MabThera wurde mit der Standarddosis von 375 mg/m²
Körperoberfläche verwendet.
Die subkutane Darreichungsform von MabThera wurde als Fixdosis von 1 400 mg gegeben.
Patienten, die zumindest ein partielles Ansprechen erreichten, wurden in die Erhaltungstherapiemit der subkutanen Darreichungsform von MabThera einmal alle 8 Wochen über 24 Monateaufgenommen.
* intravenöse Darreichungsform von MabThera (n = 205): 8 Zyklen intravenöse
Darreichungsform von MabThera in Kombination mit bis zu 8 Zyklen CHOP oder CVP-
Chemotherapie, alle drei Wochen verabreicht. Die intravenöse Darreichungsform von
MabThera wurde als Standarddosis von 375 mg/m² Köperoberfläche angewendet. Patienten,die zumindest ein partielles Ansprechen erreichten, wurden in die Erhaltungstherapie mit derintravenösen Darreichungsform von MabThera einmal alle 8 Wochen über 24 Monateaufgenommen.
Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für die gepoolte Analyse von 410 Patienten in den Stufen 1und 2 der Studie SABRINA sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Wirksamkeitsergebnisse von SABRINA (BO22334) (Intent-to-Treat-Population)
Gepoolte Stufen 1 & 2
N = 410
Rituximab Rituximabintravenöse subkutane
Darreichungsform Darreichungsform(n = 205) (n = 205)
Punktschätzung 84,9 % (n = 174) 84,4 % (n = 173)
ORRa95-%-KI [79,2 %; 89,5 %] [78,7 %; 89,1 %]
Punktschätzung 31,7 % (n = 65) 32,2 % (n = 66)
CRR95-%-KI [25,4 %, 38,6 %] [25,9 %; 39,1 %]
Anteil mit PFS-Ereignis 34,6 % (n = 71) 31,7 % (n = 65)
PFSb
Hazard ratio (95-%-KI) 0,90 [0,64 %; 1,26 %]
ORR: Gesamtansprechrate
CRR: komplette Ansprechrate
PFS: progressionsfreies Überleben (Anteil mit Ereignis, Krankheitsprogression/Rezidiv oder Tod jedweder Ursache)a - zum Ende der Induktionb - zum Zeitpunkt der finalen Analyse (mediane Nachbeobachtung von 58 Monaten)
Exploratorische Analysen zeigten Ansprechraten in den Untergruppen bezüglich KOF, Chemotherapieund Geschlecht, die sich nicht merklich von der ITT-Population unterschieden.
ImmunogenitätDaten aus dem Entwicklungsprogramm der subkutanen Darreichungsform von MabThera weisendarauf hin, dass die Bildung von Anti-Rituximab-Antikörpern (ADA) nach subkutaner Verabreichungvergleichbar ist mit der Antikörperbildung, die nach intravenöser Verabreichung beobachtet wurde. Inder Studie SABRINA (BO22334) war die Inzidenz von behandlungsinduzierten oder durch die
Behandlung verstärkten Anti-Rituximab-Antikörpern ähnlich niedrig wie in der intravenösen und dersubkutanen Gruppe (1,9 % gegenüber 2 %). Die Inzidenz behandlungsinduzierter oder durch die
Behandlung verstärkter Anti-rHuPH20-Antikörper betrug 8 % in der intravenösen Gruppe im
Vergleich zu 15 % in der subkutanen Gruppe. Keiner der Patienten, die positiv auf Anti-rHuPH20-
Antikörper getestet wurden, wurde positiv auf neutralisierende Antikörper getestet.
Der Gesamtanteil der Patienten, die Anti-rHuPH20-Antikörper aufwiesen, blieb im Allgemeinen überdie Nachbeobachtungsperiode in beiden Kohorten konstant. Die klinische Relevanz der Entwicklungvon ADA oder Anti-rHuPH20-Antikörpern nach Behandlung mit der subkutanen Darreichungsformvon MabThera ist nicht bekannt.
Die Anwesenheit von Anti-Rituximab- oder Anti-rHuPH20-Antikörpern zeigte keine ersichtlichen
Auswirkungen auf die Sicherheit oder die Wirksamkeit.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit über MabThera Konzentrat zur Herstellung einer
Infusionslösung beim Non-Hodgkin-Lymphom
Follikuläres LymphomInitiale Behandlung in Kombination mit einer ChemotherapieIn einer offenen, randomisierten Studie erhielten insgesamt 322 nicht vorbehandelte Patienten miteinem follikulären Lymphom randomisiert entweder eine CVP-Chemotherapie (Cyclophosphamid750 mg/m2, Vincristin 1,4 mg/m2 - bis zu maximal 2 mg - am Tag 1 und Prednisolon 40 mg/m2/Tagvom ersten bis zum fünften Tag) alle drei Wochen über acht Zyklen oder MabThera 375 mg/m2 in
Kombination mit CVP (R-CVP). MabThera wurde am ersten Tag eines jeden Therapiezyklusverabreicht. Insgesamt wurden 321 Patienten (162 R-CVP, 159 CVP) behandelt und auf Wirksamkeituntersucht. Die mediane Nachbeobachtungszeit der Patienten lag bei 53 Monaten. R-CVP zeigte einensignifikanten Nutzen gegenüber der CVP-Therapie bezogen auf den primären Endpunkt, der Zeit biszum Therapieversagen (27 Monate gegenüber 6,6 Monate, p < 0,0001, Log-Rank-Test). Der Anteil an
Patienten mit einer Tumor-Ansprechrate (CR, CRu, PR) war in der R-CVP-Gruppe signifikant höher(80,9 %) (p < 0,0001 Chi-Quadrat-Test) als in der CVP-Gruppe (57,2 %). Die Behandlung mit R-CVPverlängerte im Vergleich zu CVP signifikant die Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit oder biszum Eintreten des Todes (33,6 Monate gegenüber 14,7 Monate, p < 0,0001, Log-Rank-Test). Diemediane Ansprechdauer betrug in der R-CVP-Gruppe 37,7 Monate und in der CVP-Gruppe13,5 Monate (p < 0,0001, Log-Rank-Test).
Der Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen in Bezug auf die Gesamtüberlebenszeit zeigtefür Patienten in der R-CVP-Gruppe einen signifikanten klinischen Unterschied verglichen mit
Patienten in der CVP-Gruppe (p = 0,029, Log-Rank-Test, stratifiziert nach Zentrum). Die
Überlebensrate nach 53 Monaten betrug für Patienten in der R-CVP-Gruppe 80,9 % verglichen mit71,1 % für Patienten in der CVP-Gruppe.
Die Ergebnisse von drei weiteren randomisierten Studien, in denen MabThera mit anderen
Chemotherapien als CVP kombiniert wurde (CHOP, MCP, CHVP/Interferon-α), zeigten ebenfallseine signifikante Verbesserung der Ansprechraten, der zeitabhängigen Parameter sowie der
Gesamtüberlebenszeit. Die wichtigsten Ergebnisse aller vier Studien sind in Tabelle 3zusammengefasst.
Tabelle 3: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse von vier randomisierten Phase-III-
Studien zur Bewertung des Nutzens von MabThera in Kombination mitverschiedenen Chemotherapien beim follikulären Lymphom
Mediane
Studie Behandlung, Nachbeob- ORR, CR, Mediane
N achtungszeit, % % TTF/PFS/EFS OS-Rate,
Monate Monate %
Mediane TTP: nach 53 Monaten
M39021 CVP, 159 53 57 10 14,7 71,1
R-CVP, 162 81 41 33,6 80,9p < 0,0001 p = 0,029
Mediane TTF: nach 18 Monaten
GLSG’00 CHOP, 205 18 90 17 2,6 Jahre 90
R-CHOP, 96 20 nicht erreicht 95223 p < 0,001 p = 0,016
Mediane PFS: nach 48 Monaten
OSHO- MCP, 96 47 75 25 28,8 7439 R-MCP, 105 92 50 nicht erreicht 87p < 0,0001 p = 0,0096
CHVP-IFN, Mediane EFS: nach 42 Monaten
FL2000 183 42 85 49 36 84
R-CHVP- 94 76 nicht erreicht 91
IFN, 175 p < 0,0001 p = 0,029
EFS - Ereignisfreies Überleben
TTP - Zeit bis zur Progression oder bis zum Eintreten des Todes
PFS - Progressionsfreies Überleben
TTF - Zeit bis zum Therapieversagen
OS-Rate - Überlebensrate zum Zeitpunkt der Analysen
ErhaltungstherapieNicht vorbehandeltes follikuläres LymphomIn einer prospektiven, offenen, internationalen, multizentrischen Phase-III-Studie erhielten1 193 Patienten mit nicht vorbehandeltem, fortgeschrittenem follikulärem Lymphom eine
Induktionstherapie mit R-CHOP (n = 881), R-CVP (n = 268) oder R-FCM (n = 44), entsprechend der
Auswahl des Prüfarztes. Insgesamt sprachen 1 078 Patienten auf die Induktionstherapie an, von denen1 018 entweder dem MabThera Erhaltungstherapiearm (n = 505) oder der Beobachtungsgruppe(n = 513) zugeteilt worden waren. Die beiden Behandlungsgruppen waren bezüglich
Ausgangscharakteristika und Krankheitsstadien gut ausgewogen. Die MabThera Erhaltungstherapiebestand aus einer Einzelinfusion von MabThera in einer Dosierung von 375 mg/m2 Körperoberfläche,die alle 2 Monate bis zum Fortschreiten der Krankheit oder über einen maximalen Zeitraum von2 Jahren verabreicht wurde.
Die zuvor festgelegte Primäranalyse wurde nach einer medianen Beobachtungszeit von 25 Monaten ab
Randomisierung durchgeführt, die Erhaltungstherapie mit MabThera führte bei Patienten mit nichtvorbehandeltem follikulärem Lymphom, verglichen mit der Beobachtungsgruppe, zu einer klinischrelevanten und statistisch signifikanten Verbesserung in Bezug auf den primären Endpunkt, das durchden Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS) (Tabelle 4).
Ein signifikanter Nutzen der Erhaltungstherapie mit MabThera wurde in der Primäranalyse ebenfallsfür die sekundären Endpunkte ereignisfreies Überleben (EFS), Zeit bis zu einer neuen
Lymphombehandlung (TNLT), Zeit bis zu einer neuen Chemotherapiebehandlung (TNCT) und
Gesamtansprechrate (ORR) beobachtet (Tabelle 4).
Daten aus einer längeren Nachbeobachtungszeit der Patienten in der Studie (mediane
Beobachtungszeit 9 Jahre) bestätigten den Langzeitnutzen der Erhaltungstherapie mit MabThera im
Hinblick auf PFS, EFS, TNLT und TNCT (Tabelle 4).
Tabelle 4: Übersicht über die Ergebnisse zur Wirksamkeit der MabThera Erhaltungstherapiegegenüber Beobachtung zum Zeitpunkt der nach dem Prüfprotokoll definierten
Primäranalyse und nach 9 Jahren medianer Nachbeobachtungszeit (Endanalyse)
Primäranalyse Endanalyse(mediane (mediane
Nachbeobachtungszeit: Nachbeobachtungszeit:
25 Monate) 9,0 Jahre)
Beobachtung MabThera Beobachtung MabTheran = 513 n = 505 n = 513 n = 505
Primäre Wirksamkeit
Progressionsfreies Überleben NR NR 4,06 Jahre 10,49 Jahre(median)
Log-Rank-p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,50 (0,39; 0,64) 0,61 (0,52; 0,73)
Risikoverminderung 50 % 39 %
Sekundäre Wirksamkeit
Gesamtüberleben (median) NR NR NR NR
Log-Rank-p-Wert 0,7246 0,7948
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,89 (0,45; 1,74) 1,04 (0,77; 1,40)
Risikoverminderung 11 % -6 %
Ereignisfreies Überleben (median) 38 Monate NR 4,04 Jahre 9,25 Jahre
Log-Rank-p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,54 (0,43; 0,69) 0,64 (0,54; 0,76)
Risikoverminderung 46 % 36 %
TNLT (median) NR NR 6,11 Jahre NR
Log-Rank-p-Wert 0,0003 < 0,0001
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,61 (0,46; 0,80) 0,66 (0,55; 0,78)
Risikoverminderung 39 % 34 %
TNCT (median) NR NR 9,32 Jahre NR
Log-Rank-p-Wert 0,0011 0,0004
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,60 (0,44; 0,82) 0,71 (0,59; 0,86)
Risikoverminderung 40 % 39 %
Gesamtansprechrate* 55 % 74 % 61 % 79 %p-Wert aus dem Chi-Quadrat-Test < 0,0001 < 0,0001
Odds Ratio (95-%-KI) 2,33 (1,73; 3,15) 2,43 (1,84; 3,22)
Vollständiges Ansprechen 48 % 67 % 53 % 72 %(CR/CRu) Rate*p-Wert aus dem Chi-Quadrat-Test < 0,0001 < 0,0001
Odds Ratio (95-%-KI) 2,21 (1,65; 2,94) 2,34 (1,80; 3,03)
* Bei Ende der Erhaltung/Beobachtung; Ergebnisse der Endanalyse basieren auf einer medianen Nachbeobachtungszeit von73 Monaten.
NR: zum Zeitpunkt des klinischen Cut-offs nicht erreicht; TNCT: Zeit bis zu einer neuen Chemotherapiebehandlung; TNLT:
Zeit bis zu einer neuen Lymphombehandlung.
Die MabThera Erhaltungstherapie erbrachte in allen zuvor definierten getesteten Subgruppen,
Geschlecht (männlich, weiblich), Alter (< 60 Jahre, > = 60 Jahre), FLIPI-Score (< = 1, 2 oder > = 3),
Induktionstherapie (R-CHOP, R-CVP oder R-FCM), und unabhängig von der Qualität des
Ansprechens auf die Induktionstherapie (CR, CRu oder PR) einen durchgängigen Nutzen.
Exploratorische Analysen zum Nutzen der Erhaltungstherapie zeigten einen schwächer ausgeprägten
Effekt bei älteren Patienten (> 70 Jahre). Jedoch war die Patientenzahl klein.
Rezidiviertes/refraktäres follikuläres LymphomIn einer prospektiven, offenen, internationalen, multizentrischen Phase-III-Studie erhielten465 Patienten mit rezidivierendem/refraktärem follikulärem Lymphom in einem ersten Schrittrandomisiert entweder eine Induktionstherapie mit CHOP (Cyclophosphamid, Doxorubicin,
Vincristin, Prednisolon; n = 231) oder MabThera plus CHOP (R-CHOP, n = 234). Die beiden
Behandlungsgruppen waren bezüglich der Ausgangs-Charakteristika und des Krankheitsstadiums gutausgewogen. Insgesamt erhielten 334 Patienten, die nach der Induktionstherapie eine vollständige oderpartielle Remission erreicht hatten, in einem zweiten Schritt randomisiert entweder eine MabThera
Erhaltungstherapie (n = 167) oder wurden der Beobachtungsgruppe zugeteilt (n = 167). Die MabThera
Erhaltungstherapie bestand aus einer Einzelinfusion von MabThera in einer Dosierung von 375 mg/m2
Körperoberfläche, die alle 3 Monate bis zum Fortschreiten der Krankheit oder über einen maximalen
Zeitraum von 2 Jahren verabreicht wurde.
Die abschließende Auswertung zur Wirksamkeit schloss alle in beiden Studienabschnittenrandomisierten Patienten ein. Nach einer medianen Beobachtungszeit von 31 Monaten der in der
Induktionsphase randomisierten Patienten verbesserte R-CHOP die Prognose der Patienten mitrezidivierendem/refraktärem follikulärem Lymphom gegenüber CHOP signifikant (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: Induktionsphase: Übersicht der Ergebnisse zur Wirksamkeit von CHOP gegenüber
R-CHOP (mediane Beobachtungszeit 31 Monate)
CHOP R-CHOP p-Wert Risiko-verminderung1)
Primäre
WirksamkeitORR2) 74 % 87 % 0,0003 NA
CR2) 16 % 29 % 0,0005 NA
PR2) 58 % 58 % 0,9449 NA1) Schätzungen berechnet gemäß Risikoverhältnis (Hazard Ratio)2) Letztes Ansprechen des Tumors wie vom Prüfarzt beurteilt. Der 'primäre” statistische Test für das 'Ansprechen” war der
Trend-Test von CR gegenüber PR gegenüber Nicht-Ansprechen (p < 0,0001)
Abkürzungen: NA: nicht verfügbar; ORR: Gesamtansprechrate; CR: vollständiges Ansprechen; PR: partielles Ansprechen.
Bei Patienten, die der Erhaltungsphase der Studie zugeteilt wurden, betrug die mediane
Beobachtungszeit 28 Monate ab Randomisierung auf die Erhaltungsphase. Die Erhaltungstherapie mit
MabThera führte zu einer klinisch relevanten und statistisch signifikanten Verbesserung hinsichtlichdes primären Endpunkts, PFS (Zeit von der Randomisierung auf Erhaltungstherapie bis zum Rückfall,
Fortschreiten der Krankheit oder Tod), verglichen mit der Beobachtungsgruppe allein (p < 0,0001
Log-Rank-Test). In der MabThera Erhaltungstherapie-Gruppe betrug die mediane PFS 42,2 Monategegenüber 14,3 Monate in der Beobachtungsgruppe. Unter Verwendung einer
Cox-Regressions-Analyse war das Risiko des Fortschreitens der Krankheit oder des Eintretens des
Todes unter der MabThera Erhaltungstherapie um 61 % verringert verglichen mit der
Beobachtungsgruppe (95-%-KI; 45 % - 72 %). Die Kaplan-Meier-Schätzungen der progressionsfreien
Überlebensraten nach 12 Monaten betrugen 78 % in der MabThera Erhaltungstherapie-Gruppegegenüber 57 % in der Beobachtungsgruppe. Eine Auswertung der Gesamtüberlebenszeit bestätigteden signifikanten Nutzen der MabThera Erhaltungstherapie gegenüber der Beobachtungsgruppe(p = 0,0039 Log-Rank-Test). Die Erhaltungstherapie mit MabThera verringerte das Risiko des
Eintretens des Todes um 56 % (95-%-KI; 22 % - 75 %).
Tabelle 6: Erhaltungsphase: Übersicht der Ergebnisse zur Wirksamkeit von MabTheragegenüber der Beobachtungsgruppe (mediane Beobachtungszeit 28 Monate)
Wirksamkeitsparameter Kaplan-Meier-Schätzung der medianen Risiko-
Zeit bis zum Ereignis (Monate) verminde-
Beobachtungs- MabThera Log-Rank runggruppe p-Wert(n = 167) (n = 167)
Progressionsfreies Überleben 14,3 42,2 < 0,0001 61 %(PFS)
Gesamtüberleben NR NR 0,0039 56 %
Zeit bis zu einer neuen 20,1 38,8 < 0,0001 50 %
Lymphombehandlung
Krankheitsfreies Überlebena 16,5 53,7 0,0003 67 %
Subgruppen-Auswertung
PFS
CHOP 11,6 37,5 < 0,0001 71 %
R-CHOP 22,1 51,9 0,0071 46 %
CR 14,3 52,8 0,0008 64 %
PR 14,3 37,8 < 0,0001 54 %
OS
CHOP NR NR 0,0348 55 %
R-CHOP NR NR 0,0482 56 %
NR: nicht erreicht; a: gilt nur für Patienten, die eine CR erreicht haben
Der Nutzen einer Erhaltungstherapie mit MabThera wurde in allen ausgewerteten Subgruppenunabhängig von dem Induktionsregime (CHOP oder R-CHOP) oder der Qualität des Ansprechens aufdie Induktionstherapie (CR oder PR) bestätigt (Tabelle 6). Bei Patienten, die auf eine
Induktionstherapie mit CHOP ansprachen, verlängerte die Erhaltungstherapie mit MabThera diemediane PFS signifikant (mediane PFS 37,5 Monate gegenüber 11,6 Monate, p < 0,0001) sowie auchbei solchen Patienten, die auf eine R-CHOP-Induktionstherapie angesprochen haben (mediane PFS51,9 Monate gegenüber 22,1 Monate, p = 0,0071). Obwohl die Subgruppen klein waren, führte die
Erhaltungstherapie mit MabThera sowohl bei den Patienten, die auf CHOP ansprachen, als auch beiden Patienten, die auf R-CHOP ansprachen, zu einem signifikanten Nutzen hinsichtlich der
Gesamtüberlebenszeit; dennoch ist zur Bestätigung dieser Beobachtung eine längere
Nachbeobachtung erforderlich.
Diffuses großzelliges B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom
In einer randomisierten, offenen Studie erhielten insgesamt 399 nicht vorbehandelte ältere Patienten(im Alter von 60 bis 80 Jahren) mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom entweder eine
Standard-CHOP-Chemotherapie (Cyclophosphamid 750 mg/m2, Doxorubicin 50 mg/m2, Vincristin1,4 mg/m2 - bis zu maximal 2 mg - am Tag 1 und Prednisolon 40 mg/m2/Tag vom ersten bis fünften
Tag) alle drei Wochen über acht Zyklen oder MabThera 375 mg/m2 plus CHOP (R-CHOP). MabTherawurde am ersten Tag des Therapiezyklus verabreicht.
Die abschließende Auswertung hinsichtlich der Wirksamkeit, mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von ungefähr 31 Monaten, schloss alle randomisierten Patienten (197 CHOP,202 R-CHOP) ein. Die zwei Behandlungsgruppen waren bezüglich der Merkmale der
Grunderkrankung und des Krankheitszustandes gut ausgewogen. Die Abschlussanalyse bestätigte,dass die R-CHOP-Behandlung verbunden war mit einer klinisch relevanten und statistischsignifikanten Verbesserung der ereignisfreien Überlebenszeit (dem primären Wirksamkeitsparameter,wobei Ereignisse als Tod, Rückfall oder Fortschreiten des Lymphoms oder Beginn einer neuen
Behandlung gegen das Lymphom definiert waren) (p = 0,0001). Kaplan-Meier-Schätzungen dermedianen ereignisfreien Überlebenszeit betrugen 35 Monate in der R-CHOP-Gruppe gegenüber13 Monate in der CHOP-Gruppe. Dies entspricht einer Risikoverminderung um 41 %. Nach24 Monaten betrug die Schätzung zur Gesamtüberlebenszeit in der R-CHOP-Gruppe 68,2 %gegenüber 57,4 % in der CHOP-Gruppe. Eine Folgeauswertung zur Gesamtüberlebenszeit, die miteiner medianen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten durchgeführt wurde, bestätigte den Nutzen der
R-CHOP-Behandlung gegenüber der CHOP-Behandlung (p = 0,0071) und zeigte eine
Risikoverminderung um 32 %.
Die Auswertung aller sekundären Parameter (Ansprechraten, progressionsfreies Überleben,krankheitsfreies Überleben, Ansprechdauer) bestätigte das Behandlungsergebnis von R-CHOPgegenüber CHOP. Die Rate des vollständigen Ansprechens nach acht Zyklen betrug 76,2 % in der
R-CHOP-Gruppe gegenüber 62,4 % in der CHOP-Gruppe (p = 0,0028). Das Risiko einer Progressionder Krankheit war um 46 % und das Risiko eines Rückfalls um 51 % verringert.
In allen Patientenuntergruppen (eingeteilt nach Geschlecht, Alter, altersangepasstem Internationalem
Prognose-Index [IPI], Ann Arbor Stadium, ECOG, ß-2-Mikroglobulin, LDH, Albumin, B-Symptome,hoher Tumorlast, extranodalen Stellen, Beteiligung des Knochenmarks) lag das Risikoverhältnis fürereignisfreies Überleben und Gesamtüberlebenszeit (R-CHOP im Vergleich zu CHOP) bei weniger als0,83 bzw. 0,95. R-CHOP war mit einer Verbesserung der Prognose sowohl für Patienten mit hohemals auch für Patienten mit geringem Risiko gemäß altersangepasstem IPI verbunden.
Klinische LaborbefundeBei 67 auf HAMA untersuchten Patienten wurden keine Antikörper festgestellt. Von 356 auf ADAuntersuchten Patienten waren 1,1 % (4 Patienten) positiv.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Rituximab eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei follikulärem Lymphomgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Pharmakokinetik von Rituximab nach Anwendung einer Einzeldosis der subkutanen
Darreichungsform von MabThera 375 mg/m², 625 mg/m² und 800 mg/m² wurde bei Patienten mit FLmit der Anwendung der intravenösen Darreichungsform von MabThera 375 mg/m² verglichen. Nachder subkutanen Anwendung ist die Resorption von Rituximab langsam und erreicht etwa 3 Tage nachder Anwendung die maximale Konzentration. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen
Analyse wurde die absolute Bioverfügbarkeit auf 71 % geschätzt. Die Rituximab-Exposition erhöhtesich dosisproportional über einen subkutan verabreichten Dosierungsbereich von 375 mg/m² bis800 mg/m². Die pharmakokinetischen Parameter wie Clearance, Verteilungsvolumen und
Eliminationshalbwertszeit waren bei beiden Darreichungsformen vergleichbar.
Studie BP22333 (SparkThera)
Es handelt sich um eine zweistufige Phase-Ib-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik,
Sicherheit und Verträglichkeit der subkutanen Darreichungsform von MabThera bei Patienten mitfollikulärem Lymphom (FL) als Teil der Erhaltungstherapie. In Stufe 2 wurde die subkutane
Darreichungsform von MabThera als Fixdosis von 1 400 mg als subkutane Injektion während der
Erhaltungstherapie, nach mindestens einem Zyklus mit der intravenösen Darreichungsform von
MabThera, an FL-Patienten angewendet, die vorher in der Induktionstherapie auf die intravenöse
Darreichungsform von MabThera angesprochen hatten.
Der Vergleich der vorausberechneten mittleren Cmax-Daten für die subkutane Darreichungsform von
MabThera und die intravenöse Darreichungsform von MabThera ist in Tabelle 7 dargestellt.
Tabelle 7: Studie BP22333 (SparkThera): Resorption - pharmakokinetische Parametervon MabThera SC verglichen mit MabThera i.v.
MabThera MabTherasubkutan intravenös
Vorausgesagte mittlere 201 209
Cmax (q2m) µg/ml
Vorausgesagte mittlere 189 184
Cmax (q3m) µg/ml
Die mediane Tmax lag bei der subkutanen Darreichungsform von MabThera ungefähr bei 3 Tagen, im
Gegensatz zur Tmax der intravenösen Darreichungsform von MabThera, während oder gegen Ende der
Infusion.
Studie BO22334 (SABRINA)
Die subkutane Darreichungsform von MabThera wurde bei Patienten mit nichtvorbehandeltem FL als Fixdosis von 1 400 mg in der Induktionsphase über 6 Zyklen alle drei
Wochen subkutan angewendet, nachdem der erste Zyklus mit der intravenösen
Darreichungsform von MabThera in Kombination mit Chemotherapie verabreicht wordenwar. Die Cmax für Serum-Rituximab in Zyklus 7 war zwischen den beiden Behandlungsarmenvergleichbar, mit geometrischen Mittelwerten (CV %) von 250,63 (19,01) µg/ml bzw. 236,82(29,41) µg/ml für die intravenöse bzw. die subkutane Darreichungsform. Das Verhältnis derresultierenden geometrischen Mittelwerte (Cmax, SC/Cmax, i.v.) lag bei 0,941 (90 % KI: 0,872;1,015).
Verteilung/Elimination
Geometrisch mittlere Ctrough- und AUCτ-Werte aus den Studien BP22333 und BO22334 sind in
Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Verteilung/Elimination - Pharmakokinetische Parameter von MabTherasubkutan verglichen mit MabThera intravenös
Studie BP22333 (SparkThera)
Geometrisch Geometrisch Geometrisch Geometrischmittlere Ctrough- mittlere Ctrough- mittlere mittlere
Werte (q2m) Werte (q3m) AUCτ-Werte AUCτ-Werteµg/ml µg/ml Zyklus 2 (q2m) Zyklus 2 (q3m)µg × Tag/ml µg × Tag/ml
MabThera 32,2 12,1 5 430 5 320subkutane
Darreichungsform
MabThera 25,9 10,9 4 012 3 947intravenöse
Darreichungsform
Studie BO22334 (SABRINA)
Geometrisch mittlere Ctrough- Geometrisch mittlere AUC-
Werte vor der Dosierung in Werte in Zyklus 7
Zyklus 8 µg × Tag/mlµg/ml
MabThera 134,6 3 778subkutane
Darreichungsform
MabThera 83,1 2 734intravenöse
Darreichungsform
In einer populationspharmakokinetischen Analyse bei 403 Patienten mit follikulärem Lymphom, dieeine Einzelinfusion oder mehrere Infusionen von MabThera subkutan und/oder intravenös als
Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie erhalten haben, lagen die
Populationsschätzungen zu nicht spezifischer Clearance (CL1), initialer spezifischer Clearance (CL2),die wahrscheinlich durch B-Zellen oder Tumorlast beeinflusst wurden, und das Verteilungsvolumenim zentralen Kompartiment (V1) bei jeweils 0,194 l/Tag, 0,535 l/Tag bzw. 4,37 l/Tag. Die geschätztemediane terminale Eliminationshalbwertszeit der subkutanen Darreichungsform von MabTherabetrug 29,7 Tage (Bereich zwischen 9,9 und 91,2 Tagen). Das Datenset der Analyse enthielt 6 003quantifizierbare Proben von 403 Patienten, die Rituximab SC und/oder i.v. in den Studien BP22333(3 736 Proben von 277 Patienten) und BO22334 (2 267 Proben von 126 Patienten) erhalten haben.
Neunundzwanzig (0,48 %) Beobachtungen nach einer Gabe von MabThera (alle aus der Studie
BP22333) lagen unter dem Quantifizierungslimit. Es gab keine fehlenden Kovariaten-Werte außer der
B-Zell-Anzahl zum Ausgangszeitpunkt. Die Tumorlast zu Beginn der Behandlung war nur in Studie
BO22334 verfügbar.
Besondere PatientengruppenIn der klinischen Prüfung BO22334 wurde zwischen der Körperoberfläche (KOF) und den
Expositionsverhältnissen von 1 400 mg q3w der subkutanen Darreichungsform von Rituximab und375 mg/m² q3w der intravenösen Darreichungsform von Rituximab in Zyklus 7 ein Effekt mit Ctrough-
Verhältnissen von 2,29, 1,31 bzw. 1,41 bei Patienten mit einer geringen, durchschnittlichen bzw.großen Körperoberfläche (geringe KOF ≤ 1,70 m2, durchschnittliche KOF zwischen1,70 m2 und 1,90 m2, große KOF ≥ 1,90 m2) beobachtet. Die korrespondierenden AUCτ-Verhältnisselagen bei 1,66, 1,17 und 1,32.
Es gab keinen Hinweis auf klinisch relevante Abhängigkeiten der Pharmakokinetik von Rituximabauf das Alter oder Geschlecht.
Antikörper gegen Rituximab wurden nur bei 13 Patienten festgestellt und führten zu keinem klinischrelevanten Anstieg der Clearance im Steady-State.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es konnte gezeigt werden, dass Rituximab für das auf B-Zellen vorhandene CD20-Antigenhochspezifisch ist. In Toxizitätsstudien an Cynomolgus-Affen wurde keine andere Wirkung als dererwartete pharmakologische B-Zell-Verlust im peripheren Blut und im Lymphgewebe beobachtet.
Studien über die Entwicklungstoxizität sind bei Cynomolgus-Affen durchgeführt worden, denen
Dosen von bis zu 100 mg/kg verabreicht wurden (Behandlung vom 20. bis 50. Trächtigkeitstag), ohnedass Hinweise auf eine fetale Toxizität aufgrund von Rituximab beobachtet wurden. Hingegen wurdeein dosisabhängiger pharmakologischer Rückgang der B-Zellen in den lymphatischen Organen der
Feten festgestellt, der postnatal persistierte und bei den neugeborenen Tieren von einem Abfall der
IgG-Spiegel begleitet war. Bei diesen Tieren normalisierte sich die Anzahl der B-Zellen innerhalb von6 Monaten nach der Geburt, ohne die Immunisierungsreaktion zu beeinträchtigen.
Standardtests zur Untersuchung der Mutagenität wurden nicht durchgeführt, da solche Tests für dieses
Molekül nicht relevant sind. Es wurden keine Langzeituntersuchungen an Tieren durchgeführt, um daskarzinogene Potenzial von Rituximab zu bestimmen.
Spezifische Studien zur Bestimmung der Wirkungen von Rituximab oder rHuPH20 auf die Fertilitätwurden nicht durchgeführt. In allgemeinen Studien zur Toxizität an Cynomolgus-Affen wurden keineschädlichen Wirkungen auf die Reproduktionsorgane von männlichen oder weiblichen Tierenbeobachtet. Zusätzlich wurde keine Wirkung von rHuPH20 auf die Qualität der Spermien festgestellt.
In embryofetalen Entwicklungsstudien an Mäusen führte rHuPH20 zu einem verringerten Gewichtdes Fetus und einem Verlust an eingenisteten Eizellen bei systemischen Expositionen, die deutlichhöher waren als die menschliche therapeutische Exposition.
Es gibt keinen Nachweis für eine Dysmorphogenese (d. h. Teratogenese), aufgrund einersystemischen Exposition gegenüber rHuPH20.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20)
L-Histidin
L-Histidinhydrochlorid-Monohydratα,α-Trehalose-Dihydrat
L-Methionin
Polysorbat 80 (E433)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Zwischen der subkutanen Darreichungsform von MabThera und Polypropylen- oder Polycarbonat-
Spritzenmaterial, Transfer- oder Injektionsnadeln aus Edelstahl oder Luer-Verschlussstopfen aus
Polyethylen wurden keine Inkompatibilitäten beobachtet.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Nach dem ersten Öffnen
Sobald die Lösung der subkutanen Darreichungsform von MabThera aus der Durchstechflasche in die
Spritze aufgezogen wird, ist diese für 48 Stunden bei 2 °C - 8 °C physikalisch - chemisch stabil unddanach bei 30 °C und diffusem Tageslicht 8 Stunden stabil.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar nach der Zubereitung verwendetwerden. Falls es nicht unmittelbar verwendet wird, sollte die Zubereitung unter kontrollierten undvalidierten aseptischen Bedingungen stattfinden. Die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen nachder Zubereitung bis zur Anwendung liegen in der Verantwortung des Anwenders.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche im Umkartonaufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Farblose Durchstechflaschen aus Glas der Klasse I mit Butyl-Gummistopfen, mit Aluminiumsiegelund einem rosa Flip-off-Deckel aus Plastik mit 1 400 mg/11,7 ml Rituximab.
Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungMabThera wird in sterilen, pyrogenfreien Durchstechflaschen ohne Konservierungsmittel zumeinmaligen Gebrauch zur Verfügung gestellt. Zur Zubereitung von MabThera muss eine sterile Nadelund Spritze verwendet werden. Ein Abziehklebeetikett, das die Stärke, Art der Anwendung und
Indikation angibt, ist auf der Durchstechflasche vorhanden. Dieses Klebeetikett sollte von der
Durchstechflasche abgezogen und vor Anwendung auf die Spritze geklebt werden. Die nachfolgenden
Punkte zur Anwendung und Beseitigung von Spritzen und anderen scharfen oder spitzen
Gegenständen für den medizinischen Gebrauch sind strikt zu befolgen:
* Nadeln und Spritzen niemals wiederverwenden
* Alle verwendeten Nadeln und Spritzen in einem durchstichsicheren Einwegbehälter entsorgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 2. Juni 1998
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20. Mai 2008
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.