Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LYUMJEV 200U/ml 200 U / ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Lyumjev 200 Einheiten/ml KwikPen Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml enthält 200 Einheiten Insulin lispro* (entsprechend 6,9 mg).
Jeder Fertigpen enthält 600 Einheiten Insulin lispro in 3 ml Lösung.
Jeder KwikPen gibt 1 bis 60 Einheiten in Schritten zu je 1 Einheit pro einzelne Injektion ab.
*aus E. coli über rekombinante DNA Technologie hergestellt.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Klare, farblose, wässrige Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungLyumjev ist ein Mahlzeiteninsulin zur subkutanen Injektion und sollte 0 bis 2 Minuten vor Beginn der
Mahlzeit angewendet werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Anwendung bis 20 Minuten nach
Beginn der Mahlzeit durchzuführen (siehe Abschnitt 5.1).
Die Initialdosis richtet sich nach dem Typ des Diabetes sowie dem Gewicht und den Glucosewertendes Patienten.
Der frühe Wirkeintritt muss bei der Verschreibung von Lyumjev berücksichtigt werden (siehe
Abschnitt 5.1). Eine Anpassung der Dosis von Lyumjev sollte auf den stoffwechselbedingten
Bedürfnissen des Patienten, den Glucosewerten und auf dem glykämischen Ziel basieren. Eine
Dosisanpassung ist möglicherweise erforderlich, wenn der Wechsel von einem anderen Insulin erfolgt,bei veränderter körperlicher Aktivität, bei Änderungen der Begleitmedikationen, bei Änderungen der
Essgewohnheiten (z. B. Menge und Art der Nahrung, sowie Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme), bei
Änderungen der Nieren- bzw. Leberfunktion oder während einer akuten Krankheitsphase, um das
Risiko einer Hypoglykämie oder Hyperglykämie zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).
Umstellung von einem anderen Mahlzeiteninsulin
Bei der Umstellung von einem anderen Mahlzeiteninsulin auf Lyumjev kann der Wechsel äquivalenterfolgen. Die Wirksamkeit von Insulinanaloga, einschließlich Lyumjev, wird in Einheitenausgedrückt. Eine (1) Einheit Lyumjev entspricht 1 internationalen Einheit (IE) Humaninsulin oder1 Einheit anderer schnell wirksamer Insulinanaloga.
Versäumte Gabe
Patienten, die die Gabe einer Dosis zur Mahlzeit versäumt haben, sollten ihre Glucosewerteüberwachen, um zu entscheiden, ob eine nachträgliche Insulindosis benötigt wird. Bei der nächsten
Mahlzeit sollte das Insulin dann wieder wie gewohnt verabreicht werden.
Besondere PatientengruppenÄltere
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lyumjev wurden bei älteren Patienten zwischen 65 und75 Jahren nachgewiesen. Eine engmaschige Überwachung der Glucosewerte wird empfohlen und die
Insulindosis sollte auf Basis individueller Bedürfnisse angepasst werden (siehe Abschnitt 4.8, 5.1 und5.2). Die therapeutische Erfahrung bei Patienten ≥ 75 Jahren ist begrenzt.
Eingeschränkte NierenfunktionDer Insulinbedarf kann bei eingeschränkter Nierenfunktion reduziert sein. Bei Patienten miteingeschränkter Nierenfunktion sollte die Überwachung der Glucosewerte intensiviert und die Dosisindividuell angepasst werden.
Eingeschränkte LeberfunktionDer Insulinbedarf kann bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion aufgrund einer reduzierten
Fähigkeit zur Gluconeogenese und aufgrund eines geringeren Insulinabbaus vermindert sein. Bei
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollte die Überwachung der Glucosewerte intensiviertund die Dosis individuell angepasst werden.
Kinder und JugendlicheSicherheit und Wirksamkeit von Lyumjev 200 Einheiten/ml bei Kindern und Jugendlichen im Altervon unter 18 Jahren wurden nicht nachgewiesen.
Art der AnwendungPatienten müssen vor der Anwendung von Lyumjev in der korrekten Anwendung und
Injektionstechnik geschult werden. Die Patienten sollten auf folgende Punkte hingewiesen werden:
* Das Etikett des Insulinpräparats soll vor jeder Anwendung überprüft werden.
* Lyumjev soll vor der Anwendung visuell geprüft werden und entsorgt werden, wenn es
Partikel/Klümpchen enthält oder verfärbt ist.
* Die Injektions- bzw. Infusionsstelle sollte immer innerhalb derselben Region gewechseltwerden, um das Risiko einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren (siehe
Abschnit 4.4 und 4.8).
* Bei der Injektion muss darauf geachtet werden, dass kein Blutgefäß getroffen wird.
* Die Nadel soll nach jeder Injektion entsorgt werden.
* Die Injektionsgeräte sollten entsorgt werden, wenn ein Teil gebrochen oder beschädigt aussieht.
* Für den Fall, dass das Injektionsgerät nicht funktioniert, soll stets Ersatz oder eine alternative
Anwendungsmethode vorgehalten werden.
Lyumjev sollte subkutan in den Bauch, Oberarm, Oberschenkel oder ins Gesäß injiziert werden (siehe
Abschnitt 5.2).
Lyumjev sollte im Allgemeinen in Kombination mit einem mittel- oder längerwirksamen Insulinangewendet werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung eines anderen Insulins sollte eine andere
Injektionsstelle verwendet werden.
Der Lyumjev 200 Einheiten/ml KwikPen ist nur zur subkutanen Injektion geeignet.
Lyumjev 200 Einheiten/ml darf nicht mit einer Pumpe zur kontinuierlichen subkutanen Insulininfusionverwendet werden.
Wenden Sie Lyumjev 200 Einheiten/ml nicht intravenös an.
Lyumjev ist in zwei Stärken verfügbar: Lyumjev 200 Einheiten/ml KwikPen und Lyumjev100 Einheiten/ml KwikPen. Für Lyumjev 100 Einheiten/ml KwikPen siehe separate Fachinformation.
Mit dem KwikPen können 1 bis 60 Einheiten in Schritten zu je einer (1) Einheit pro einzelne Injektionabgegeben werden. Die Anzahl der Insulineinheiten, ungeachtet der Stärke, wird im Dosierfenster des
Pens angezeigt. Bei der Umstellung eines Patienten auf ein Präparat mit einer anderen Stärke oder aufeinen neuen Pen mit anderen Dosierschritten hat keine Dosisänderung zu erfolgen.
Verweisen Sie bitte für weiterführende Informationen auf die Bedienungsanleitung, die mit der
Gebrauchsinformation zur Verfügung gestellt wird.
Um eine mögliche Übertragung von Krankheiten vorzubeugen, darf jeder Pen nur von einem Patientenallein benutzt werden, auch wenn die Nadel auf dem Pen gewechselt wurde.
4.3 Kontraindikationen
Hypoglykämie.Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
HypoglykämieDie häufigste Nebenwirkung einer Insulinbehandlung ist die Hypoglykämie (siehe Abschnitt 4.8). Der
Zeitpunkt, an dem die Hypoglykämien auftreten, spiegelt gewöhnlich das Wirkprofil der verwendeten
Insulinformulierung wider. Eine Hypoglykämie kann aufgrund des frühen Wirkeintritts von Lyumjevim Vergleich zu anderen Mahlzeiteninsulinen früher nach einer Injektion auftreten (siehe
Abschnitt 5.1).
Eine Hypoglykämie kann plötzlich auftreten und die Symptome können individuell sehrunterschiedlich ausfallen sowie sich im Laufe der Zeit bei derselben Person verändern. Schwere
Hypoglykämien können Krampfanfälle verursachen, zur Bewusstlosigkeit führen und lebensgefährlichoder tödlich verlaufen. Symptome oder die Wahrnehmung einer Hypoglykämie können bei Patientenmit langjährigem Diabetes reduziert sein.
HyperglykämieDie Gabe einer unzureichenden Dosis oder die Unterbrechung einer Behandlung kann zu einer
Hyperglykämie und einer diabetischen Ketoazidose führen; diese Zustände sind potentielllebensbedrohlich.
Die Patienten sollten geschult werden, die Anzeichen und Symptome einer Ketoazidose zu erkennenund bei Verdacht auf Ketoazidose sofort Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Injektionstechnik
Patienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risikoeiner verzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionenan Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nichtbetroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechseldes Injektionsbereichs wird eine Überwachung des Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassungder Antidiabetika kann in Erwägung gezogen werden.
Änderungen des Insulinbedarfs und Dosisanpassungen
Ein Wechsel des Insulins, der Insulinkonzentration, des Herstellers, der Art sowie der
Verabreichungsmethode kann die glykämische Kontrolle beeinflussen und zu Hypoglykämien oder
Hyperglykämien führen. Daher sollten derartige Änderungen nur mit Vorsicht unter engmaschiger
Kontrolle durch medizinisches Personal und mit vermehrten Glucosemessungen durchgeführt werden.
Für Patienten mit Typ 2-Diabetes mellitus sind gegebenenfalls Dosisanpassungen bei antidiabetischer
Begleitmedikation erforderlich (siehe Abschnitt 4.2 und 4.5).
Bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sollte die Glucoseüberwachung intensiviertund die Dosierung individuell angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).
Der Insulinbedarf kann während einer Krankheit oder bei seelischer Belastung erhöht sein.
Eine Anpassung der Dosierung kann auch bei einer starken körperlichen Belastung des Patienten oderbei einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten notwendig sein. Körperliche Belastung unmittelbarnach der Mahlzeit kann das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen.
Anwendung von Thiazolidindionen (TZDs) in Kombination mit Insulin
TZDs können, insbesondere in Kombination mit Insulin, dosisabhängig zu einer Flüssigkeitsretentionund damit möglicherweise zu einer Herzinsuffizienz führen oder eine Herzinsuffizienz verschlimmern.
Patienten, die mit Insulin und einem TZD behandelt werden, sollten auf Zeichen und Symptome einer
Herzinsuffizienz untersucht werden. Sofern die Entwicklung einer Herzinsuffizienz erkennbar ist,sollte ein Absetzen des TZDs in Betracht gezogen werden.
Überempfindlichkeit und allergische Reaktionen
Durch Insulinpräparate, einschließlich Lyumjev, können schwere, lebensbedrohliche, generalisierte
Allergien inklusive Anaphylaxie ausgelöst werden (siehe Abschnitt 4.8). Beim Auftreten von
Überempfindlichkeitsreaktionen ist Lyumjev abzusetzen.
AnwendungsfehlerPatienten, die blind oder sehbehindert sind, müssen dazu angewiesen werden, sich immer von eineranderen Person, die über eine gute Sehkraft und Erfahrung im Umgang mit Insulin-Geräten besitzt,unterstützen zu lassen.
Patienten müssen dazu angewiesen werden, immer das Etikett ihrer Insulinprodukte zu überprüfen, umeine Verwechslung zwischen Lyumjev und anderen Insulinen zu vermeiden.
Überführen Sie kein Insulin von einem Lyumjev Pen 200 Einheiten/ml in eine Spritze. Die
Markierungen auf der Insulinspritze werden die Dosis nicht korrekt darstellen. Dies kann zu einer
Überdosierung und schwerer Hypoglykämie führen.
Die Patienten sollen bei jeder Injektion eine neue Nadel verwenden, um Infektionen und eine
Verstopfung der Nadel zu vermeiden. Im Falle einer Verstopfung der Nadel sollte diese durch eineneue Nadel ersetzt werden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, das heißt es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf möglicherweise senken: antidiabetische
Arzneimittel (oral oder injizierbar), Salicylate, Sulfonamide, bestimmte Antidepressiva(Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer),
ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorblocker oder Somatostatin-Analoga.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf erhöhen: orale Kontrazeptiva, Kortikosteroide,
Schilddrüsenhormone, Danazol, sympathomimetische Wirkstoffe, Diuretika oder Wachstumshormone.
Alkohol kann die blutglucosesenkende Wirkung von Lyumjev steigern oder abschwächen. Der
Konsum von großen Mengen Ethanol zusammen mit Insulin kann zu schweren Hypoglykämienführen.
Betablocker können die Anzeichen und Symptome einer Hypoglykämie verschleiern.
TZDs können eine dosisabhängige Flüssigkeitsretention verursachen, insbesondere in Kombinationmit Insulin, und eine Herzinsuffizienz verschlimmern (siehe Abschnitt 4.4).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDie Daten einer großen Anzahl von Anwendungen während Schwangerschaften (mehr als1 000 Schwangerschaften) weisen weder auf eine Fehlbildungs- noch auf eine Feto/Neugeborenen-
Toxizität unter Insulin lispro hin. Lyumjev kann während der Schwangerschaft verwendet werden,wenn es medizinisch erforderlich ist.
Es ist unbedingt notwendig, dass eine gute Blutzuckerkontrolle bei einer mit Insulin behandelten
Patientin (insulinabhängig oder mit Schwangerschaftsdiabetes) während der Schwangerschaftbeibehalten wird. Der Insulinbedarf sinkt meistens während der ersten drei Schwangerschaftsmonateund steigt ab dem vierten Schwangerschaftsmonat an. Nach der Geburt geht der Insulinbedarfnormalerweise schnell auf die Werte vor der Schwangerschaft zurück. Patientinnen mit Diabetessollten unbedingt ärztlichen Rat einholen, wenn eine Schwangerschaft geplant wird oder eingetretenist. Eine genaue Blutzuckerkontrolle ist bei Schwangeren mit Diabetes besonders wichtig.
StillzeitLyumjev kann während der Stillzeit angewendet werden. Während der Stillzeit kann eine neue
Einstellung der Insulindosierung und/oder der Ernährung notwendig sein.
FertilitätInsulin lispro verursachte in Studien am Tier keine Fertilitätseinschränkungen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEine Hypoglykämie kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten herabsetzen. Dieskann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Fahreneines Autos oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.
Dem Patienten sollte geraten werden, Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien beim
Führen von Kraftfahrzeugen zu treffen. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit häufigen
Hypoglykämie-Episoden oder verringerter bzw. fehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-
Warnsymptomen. In diesen Fällen muss überlegt werden, ob das Führen eines Kraftfahrzeugesüberhaupt ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigste Nebenwirkung einer Insulinbehandlung ist die Hypoglykämie (sehr häufig) (siehe
Abschnitt 4.2, pct. 4.4, und 4.9).
Nachfolgend sind die Nebenwirkungen aus klinischen Studien gemäß den bevorzugten Begriffen nach
MedDRA aufgelistet, gruppiert nach Systemorganklassen und geordnet nach abnehmender Häufigkeit(sehr häufig: ≥ 1/10; häufig: ≥ 1/100, < 1/10; gelegentlich: ≥ 1/1 000, < 1/100; selten: ≥ 1/10 000,< 1/1 000; sehr selten: < 1/10 000) und nicht bekannt (kann aufgrund unzureichender Datenlage nichtangegeben werden). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen der Reihenfolgenach mit abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 1. Nebenwirkungen
Systemorganklassengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Datenbank
Stoffwechsel- und Hypoglykämie
Ernährungsstörungen
Allergische Ödeme
Allgemeine Reaktionen*
Erkrankungen und
Beschwerden am Reaktionen
Verabreichungsort an der
Einstichstelle
Erkrankungen der Lipodystrophie Kutane
Haut und des Hautausschlag Amyloidose
Unterhautgewebes Pruritus
* Siehe Abschnitt 4.8 Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHypoglykämieHypoglykämie ist die häufigste Nebenwirkung bei Patienten, die Insulinpräparate anwenden. Die
Inzidenz schwerer Hypoglykämie in den 26-wöchigen klinischen Phase-3-Studien betrug 5,5 % bei
Patienten mit Typ 1-Diabetes mellitus und 0,9 % bei Patienten mit Typ 2-Diabetes (siehe Tabelle 2und 3).
Die Symptome einer Hypoglykämie treten normalerweise plötzlich auf. Sie können Antriebslosigkeit,
Verwirrtheit, Herzklopfen, Schwitzen, Erbrechen und Kopfschmerzen umfassen.
Zwischen Lyumjev und dem Vergleichspräparat (ein anderes Arzneimittel, das Insulin lispro enthält)wurden in keiner Studie klinisch signifikante Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens von
Hypoglykämien festgestellt. In Studien, in denen Lyumjev und ein Vergleichspräparat zuverschiedenen Zeiten in Bezug zur Mahlzeit gegeben wurden, konnten keine klinisch relevanten
Unterschiede für die Häufigkeit von Hypoglykämien festgestellt werden.
Hypoglykämien können nach einer Injektion von Lyumjev wegen des früheren Wirkeintritts im
Vergleich zu anderen Mahlzeiteninsulinen früher auftreten.
Allergische ReaktionenSchwere, lebensbedrohliche, generalisierte Allergien, einschließlich Anaphylaxie, generalisierte
Hautreaktionen, Angioödeme, Bronchospasmen, niedriger Blutdruck und Schockzustände können beieiner Behandlung mit Insulin, einschließlich Lyumjev, auftreten.
Reaktionen an der InjektionsstelleWie auch bei anderen Insulintherapien können beim Patienten Hautausschlag, Rötung, Entzündung,
Schmerzen, Bluterguss oder Juckreiz an der Einstichstelle einer Lyumjev-Injektion auftreten. Diese
Reaktionen fallen in der Regel mild aus und verschwinden für gewöhnlich während des Fortsetzensder Behandlung.
ImmunogenitätDie Verabreichung von Insulin kann zur Bildung von Insulin-Antikörpern führen. Die Anwesenheitvon Antikörpern gegen Insulin hat keinen klinisch relevanten Effekt auf die Pharmakokinetik,
Wirksamkeit oder Sicherheit von Lyumjev.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesLipodystrophie und kutane Amyloidose können an der Injektionsstelle auftreten und die lokale
Insulinresorption verzögern. Durch einen regelmäßigen Wechsel der Injektionsstelle innerhalb desjeweiligen Injektionsbereichs können diese Reaktionen reduziert oder verhindert werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Ödeme
Im Zusammenhang mit Insulintherapien wurde über Ödeme berichtet, insbesondere wenn einevorherige unzureichende metabolische Kontrolle durch intensivierte Insulintherapie verbessert wurde.
Besondere PatientengruppenErgebnisse klinischer Studien mit Insulin lispro generell haben keine Hinweise auf Unterschiede beiden Nebenwirkungen in Bezug auf Häufigkeit, Art und Schweregrad bei älteren Patienten und bei
Patienten mit Nieren- bzw. Leberfunktionsstörungen im Vergleich zur allgemeinen Studienpopulationergeben. Die Sicherheitsinformationen für ältere Patienten (≥ 75 Jahren) und Patienten mit mäßigenbis schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung kann eine Hypoglykämie mit begleitenden Symptomen, wie z. B.
Antriebslosigkeit, Verwirrtheit, Herzklopfen, Schwitzen, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen.
Ein Überschuss an Insulin lispro, bezogen auf das Verhältnis zur Nahrungsaufnahme und/oder zum
Energieverbrauch, kann eine Hypoglykämie auslösen. Leichte Formen von Hypoglykämien könnenmit oraler Gabe von Glucose behandelt werden. Schwerere Hypoglykämien, welche mit Koma,
Krampfanfällen oder neurologischen Beeinträchtigungen einhergehen, können mit Glucagon odereiner konzentrierten intravenösen Glucoselösung behandelt werden. Es kann notwendig sein, die
Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung fortzuführen, da eine Hypoglykämie nach nurscheinbarer Genesung nochmals auftreten kann. Anpassungen der Arzneimitteldosierungen,
Essgewohnheiten oder sportlichen Aktivität sind gegebenenfalls erforderlich.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Insuline und Analoga zur Injektion, schnell wirkend,
ATC Code: A10AB04
WirkmechanismusDie primäre Wirkung von Lyumjev liegt in der Regulierung des Glucosestoffwechsels. Insuline wie
Insulin lispro, der Wirkstoff in Lyumjev, wirken spezifisch durch Bindung an Insulinrezeptoren.
Rezeptorgebundenes Insulin erniedrigt die Blutglucose, indem es die periphere Glucoseaufnahmedurch Skelettmuskel und Fettgewebe stimuliert und die Glucoseproduktion in der Leber inhibiert.
Insulin inhibiert die Lipolyse sowie Proteolyse und regt die Proteinsynthese an.
Lyumjev ist eine Insulin lispro-Formulierung, die Citrat und Treprostinil enthält. Citrat erhöht dielokale, vaskuläre Permeabilität und Treprostinil induziert eine Vasodilatation der lokalen Blutgefäße,um eine beschleunigte Absorption des Insulin lispro zu erreichen.
Pharmakodynamische Effekte
Frühe und späte Insulinwirkung
Es wurde eine 'Glucose-clamp“-Studie an 40 Patienten mit Typ 1-Diabetes, die jeweils 15 Einheiten
Lyumjev oder Humalog subkutan als Einzeldosis erhielten, durchgeführt. Die Ergebnisse sind in
Abbildung 1 dargestellt. Es hat sich herausgestellt, dass eine Einheit Lyumjev gleichwertig zu einer
Einheit Humalog ist, wobei die Wirkung von Lyumjev schneller eintritt und die Wirkdauer verkürztist.
* Die Wirkung von Lyumjev trat 20 Minuten nach der Verabreichung ein und somit 11 Minutenschneller im Vergleich zu Humalog.
* Während der ersten 30 Minuten nach der Verabreichung von Lyumjev zeigte sich eine dreimalgrößere blutglucosesenkende Wirkung im Vergleich zu Humalog.
* Die maximale blutglucosesenkende Wirkung von Lyumjev lag zwischen 1 und 3 Stunden nachder Injektion vor.
* Die späte Insulinwirkung von der 4. Stunde bis zum Ende des 'Glucose-clamps“ war bei
Lyumjev 54% niedriger im Vergleich zu Humalog.
* Lyumjev zeigte mit einer Wirkdauer von 5 Stunden eine um 44 Minuten kürzere Wirkdauer im
Vergleich zu Humalog.
* Die Gesamtmenge an Glucose, die bei dem 'Glucose-clamp“ infundiert wurde, war bei
Lyumjev und Humalog vergleichbar.
Abbildung 1. Mittlere Glucose-Infusionsrate (GIR) bei Patienten mit Typ 1-Diabetes nachsubkutaner Injektion von Lyumjev bzw. Humalog (15 Einheiten pro Dosis)
Auch bei Patienten mit Typ 2-Diabetes konnte unter Lyumjev eine schneller einsetzende frühe
Insulinwirkung bei verkürzter Wirkdauer nachgewiesen werden.
Die gesamt- und maximal-glucosesenkende Wirkung von Lyumjev nahm mit steigender Dosis imtherapeutischen Bereich zu. Der frühe Wirkeintritt und die Gesamt-Insulinwirkung von Lyumjevwaren bei Verabreichung in den Bauch, Oberarm oder Oberschenkel vergleichbar.
Senkung der postprandialen Glucose (PPG)
Lyumjev senkte die PPG über die komplette Dauer von 5 Stunden nach Gabe einer standardisierten
Testmahlzeit (Unterschied zum Wert der Fläche unter der Kurve (AUC) vor der Mahlzeit (0 bis 5 h))im Vergleich zu Humalog.
* Lyumjev reduzierte die PPG bei Patienten mit Typ 1-Diabetes während des 5-stündigen
Beobachtungszeitraums nach Gabe der Testmahlzeit im Vergleich zu Humalog um 32 %, wenndas Arzneimittel zu Beginn der Mahlzeit verabreicht wurde und um 18 %, wenn es 20 Minutennach dem Beginn der Mahlzeit verabreicht wurde.
* Lyumjev reduzierte die PPG bei Patienten mit Typ 2-Diabetes während des 5-stündigen
Beobachtungszeitraums nach Gabe der Testmahlzeit im Vergleich zu Humalog um 26 %, wennes zu Beginn der Mahlzeit verabreicht wurde und um 24 %, wenn es 20 Minuten nach Beginnder Mahlzeit verabreicht wurde.
Vergleich zwischen Lyumjev 200 Einheiten/ml und Lyumjev 100 Einheiten/ml
Die gesamt- und maximal-glucosesenkende Wirkung waren für Lyumjev 200 Einheiten/ml und
Lyumjev 100 Einheiten/ml vergleichbar. Es ist keine Dosisumrechnung erforderlich, wenn ein Patientvon einer Konzentration auf eine andere umgestellt wird.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Lyumjev wurde in 2 randomisierten, aktiv kontrollierten Studien, die an
Erwachsenen durchgeführt wurden, nachgewiesen.
Erwachsene mit Typ 1-Diabetes
PRONTO-T1D war eine 26-wöchige 'treat-to-target“-Studie mit 1 222 Patienten zur Bestimmung der
Wirksamkeit von Lyumjev bei täglich mehrfacher Injektionstherapie. Die Aufteilung der
Patientengruppen erfolgte randomisiert. Die Patienten erhielten je nach Gruppe verblindet Lyumjevzur Mahlzeit, verblindet Humalog zur Mahlzeit oder open-label Lyumjev nach der Mahlzeit. Alleerhielten die Medikation in Kombination mit Insulin glargin oder Insulin degludec. Bei Injektion von
Lyumjev oder Humalog zur Mahlzeit erfolgte diese zwischen 0 und 2 Minuten vor der Mahlzeit unddie Injektion des postprandialen Lyumjev erfolgte 20 Minuten nach dem Beginn der Mahlzeit.
Die Ergebnisse der Wirksamkeit sind in Tabelle 2 und Abbildung 2 dargestellt.
37,4 % der mit Lyumjev zur Mahlzeit behandelten Patienten, 33,6 % der mit Humalog zur Mahlzeitbehandelten Patienten, sowie 25,6 % der mit Lyumjev nach Beginn der Mahlzeit behandelten
Patienten, erreichten einen HbA1c-Zielwert von < 7 %.
Die Basal-, Bolus- und Gesamtinsulindosis war über alle Studienarme nach 26 Wochen vergleichbar.
Im Anschluss an die 26-wöchige Periode wurde die Studie in beiden verblindeten Behandlungsarmenbis Woche 52 weitergeführt. Der HbA1c war am Studienendpunkt nach 52 Wochen statistisch nichtsignifikant unterschiedlich zwischen den Behandlungsarmen.
Tabelle 2. Ergebnisse der 26-wöchigen klinischen Basal-Bolus Studie bei Patienten mit Typ 1-
Diabetes
Lyumjev zur Humalog zur Lyumjev
Mahlzeit + Mahlzeit + postprandial +
Basalinsulin Basalinsulin Basalinsulin
Anzahl der randomisierten Patienten (N) 451 442 329
HbA1c (%)
Therapiebeginn Woche 26 7,347,21 7,337,29 7,367,42
Änderung seit Therapiebeginn -0,13 -0,05 0,08
Behandlungsunterschied -0,08 0,13[-0,16; -0,00]C [0,04; 0,22]D
HbA1c (mmol/mol)
Therapiebeginn Woche 26 56,755,3 56,756,1 56,957,6
Änderung seit Therapiebeginn -1,4 -0,6 0,8
Behandlungsunterschied -0,8 [-1,7; 0,00]C 1,4 [0,5; 2,4]D
Postprandiale Glucoseänderung nach 1 Stunde (mg/dl) A
Therapiebeginn Woche 26 77,3 46,4 71,5 74,3 76,387,5
Änderung seit Therapiebeginn -28,6 -0,7 12,5
Behandlungsunterschied -27,9 13,2[-35,3; -20,6]C,E [5,0; 21,4]D
Postprandiale Glucoseänderung nach 1 Stunde (mmol/l) A
Therapiebeginn Woche 26 4,292,57 3,97 4,13 4,244,86
Änderung seit Therapiebeginn -1,59 -0,04 0,70
Behandlungsunterschied -1,55 0,73[-1,96; -1,14]C,E [0,28; 1,19]D
Postprandiale Glucoseänderung nach 2 Stunden (mg/dl) A
Therapiebeginn Woche 26 112,772,7 101,6 103,9 108,0 97,2
Änderung seit Therapiebeginn -34,7 -3,5 -10,2
Behandlungsunterschied -31,2 -6,7[-41,1; -21,2]C,E [-17,6; 4,3] D
Postprandiale Glucoseänderung nach 2 Stunden (mmol/l) A
Therapiebeginn Woche 26 6,264,04 5,645,77 5,995,40
Änderung seit Therapiebeginn -1,93 -0,20 -0,56
Behandlungsunterschied -1,73 -0,37[-2,28; -1,18]C,E [-0,98; -0,24]D
Körpergewicht (kg)
Therapiebeginn Woche 26 77,377,9 77,378,2 77,678,1
Änderung seit Therapiebeginn 0,6 0,8 0,7
Behandlungsunterschied -0,2 [-0,6; 0,1]A -0,1[-0,5; 0,3]D
Schwere Hypoglykämie B (% der 5,5 % 5,7 % 4,6 %
Patienten)
Die Werte in Woche 26 sowie die Änderungen seit Therapiebeginn wurden mit der Methode derkleinsten Quadrate ermittelt (angepasste Mittelwerte).
Das 95 % Konfidenzintervall ist in ‘[ ]’ angegeben.
A Nach Einnahme einer Testmahlzeit.
B Eine schwere Hypoglykämie ist definiert als ein Zustand, in dem der Patient aufgrund einerneurologischen Einschränkung auf die Unterstützung einer anderen Person angewiesen ist.
C Die Differenz zeigt den Unterschied zwischen Lyumjev zur Mahlzeit und Humalog zur Mahlzeit.
D Die Differenz zeigt den Unterschied zwischen Lyumjev postprandial und Humalog zur Mahlzeit.
E Statistisch signifikant zugunsten Lyumjev zur Mahlzeit.
Abbildung 2. Zeitlicher Verlauf der Blutglucoseänderung während eines mixed-meal-
Toleranztests in Woche 26 bei Patienten mit Typ 1-Diabetes
PPG = Postprandiale Glucose
Verabreichung von Lyumjev und Humalog zur Mahlzeit
Lyumjev + 20 = Lyumjev wurde 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit injiziert.
*p < 0,05 für den paarweisen Vergleich von Lyumjev zur Mahlzeit mit Humalog zur Mahlzeit^p < 0,05 für den paarweisen Vergleich von Lyumjev +20 mit Humalog zur Mahlzeit#p < 0,05 für den paarweisen Vergleich von Lyumjev +20 mit Lyumjev zur Mahlzeit
Kontinuierliche Glucoseüberwachung (CGM) bei erwachsenen Patienten mit Typ 1-Diabetes
Eine Untergruppe von Patienten (N = 269) nahm an einer Auswertung teil, bei der Blutglucoseprofileambulant über 24 Stunden mittels verblindetem CGM bestimmt wurden. Bei der CGM-Bewertung der
Glucoseanstiege oder der AUC in den Zeitintervallen 0 - 2 Stunden, 0 - 3 Stunden und 0 - 4 Stundennach der Mahlzeit, zeigte sich in Woche 26, dass die Werte der Patienten, die mit Lyumjev zur
Mahlzeit behandelt wurden, im Vergleich zu den mit Humalog behandelten Patienten, statistischsignifikant länger im Zielbereich lagen. Patienten, die mit Lyumjev zur Mahlzeit behandelt wurden,waren in der Zeit von 6 bis 24 Uhr mit 603 bzw. 396 Minuten statistisch signifikant länger im
Zielbereich von 3,9 bis 10 mmol/l (71 - 180 mg/dl) bzw. von 3,9 bis 7,8 mmol/l (71 - 140 mg/dl).
Damit befanden sich diese Patienten 44 bzw. 41 Minuten länger im Zielbereich im Vergleich zu den
Patienten, die Humalog erhielten.
Erwachsene mit Typ 2-Diabetes
PRONTO-T2D war eine 26-wöchige 'treat-to-target”-Studie mit 673 Patienten zur Bestimmung der
Wirksamkeit von Lyumjev. Die Aufteilung der Patientengruppen erfolgte randomisiert. Die Patientenerhielten je nach Gruppe verblindet Lyumjev zur Mahlzeit oder verblindet Humalog zur Mahlzeit,jeweils in Kombination mit einem Basalinsulin (Insulin glargin oder Insulin degludec) als Basal-
Bolus-Therapie. Die Injektion von Lyumjev oder Humalog zur Mahlzeit erfolgte zwischen 0 und2 Minuten vor der Mahlzeit.
Die Ergebnisse der Wirksamkeit sind in Tabelle 3 und Abbildung 3 dargestellt.
58,2 % der mit Lyumjev zur Mahlzeit behandelten Patienten und 52,5 % der mit Humalog zur
Mahlzeit behandelten Patienten erreichten einen HbA1c-Zielwert von < 7 %.
Die Basal-, Bolus- und Gesamtinsulindosis war über alle Studienarme am Ende der Studievergleichbar.
Tabelle 3. Ergebnisse der 26-wöchigen klinischen Basal-Bolus Studie bei Patienten mit Typ 2-
Diabetes
Lyumjev zur Humalog zur
Mahlzeit + Mahlzeit +
Basalinsulin Basalinsulin
Anzahl der randomisierten Patienten (N) 336 337
HbA1c (%)
Therapiebeginn Woche 26 7,286,92 7,316,86
Änderung seit Therapiebeginn -0,38 -0,43
Behandlungsunterschied 0,06 [-0,05; 0,16]
HbA1c (mmol/mol)
Therapiebeginn Woche 26 56,052,1 56,451,5
Änderung seit Therapiebeginn -4,1 -4,7
Behandlungsunterschied 0,6 [-0,6; 1,8]
Postprandiale Glucoseänderung nach 1 Stunde (mg/dl)A
Therapiebeginn Woche 26 76,663,1 77,174,9
Änderung seit Therapiebeginn -13,8 -2,0
Behandlungsunterschied -11,8 [-18,1; -5,5]C
Postprandiale Glucoseänderung nach 1 Stunde(mmol/l)A
Therapiebeginn Woche 26 4,253,50 4,284,16
Änderung seit Therapiebeginn -0,77 -0,11
Behandlungsunterschied -0,66 [-1,01; -0,30]C
Postprandiale Glucoseänderung nach 2 Stunden (mg/dl)A
Therapiebeginn Woche 26 99,380,4 99,697,8
Änderung seit Therapiebeginn -19,0 -1,6
Behandlungsunterschied -17,4 [-25,3; -9,5]C
Postprandiale Glucoseänderung nach 2 Stunden (mmol/l)A
Therapiebeginn Woche 26 5,514,47 5,535,43
Änderung seit Therapiebeginn -1,06 -0,09
Behandlungsunterschied -0,96 [-1,41; -0,52]C
Körpergewicht (kg)
Therapiebeginn Woche 26 89,891,3 90,0 91,6
Änderung seit Therapiebeginn 1,4 1,7
Behandlungsunterschied -0,2 [-0,7; 0,3]
Schwere Hypoglykämie B (% der Patienten) 0,9 % 1,8 %
Die Werte in Woche 26 sowie die Änderungen seit Therapiebeginn wurden mit der Methode derkleinsten Quadrate ermittelt (angepasste Mittelwerte).
Das 95 % Konfidenzintervall ist in ‘[ ]’ angegeben. Die Differenz zeigt den Unterschied zwischen
Lyumjev zur Mahlzeit und Humalog zur Mahlzeit.
A Nach Einnahme einer Testmahlzeit.
B Eine schwere Hypoglykämie ist definiert als ein Zustand, in dem der Patient aufgrund einerneurologischen Einschränkung auf die Unterstützung einer anderen Person angewiesen ist.
C Statistisch signifikant zugunsten Lyumjev zur Mahlzeit.
Abbildung 3. Zeitlicher Verlauf der Blutglucoseänderung während eines mixed-meal-
Toleranztests in Woche 26 bei Patienten mit Typ 2-Diabetes
PPG = Postprandiale Glucose
Verabreichung von Lyumjev und Humalog zur Mahlzeit
Die Daten sind LSM (Least Square Means = Mittelwerte (geschätzt mit der Methode der kleinsten
Quadrate) (SE = Standardfehler), *p < 0,05
Besondere PatientengruppenÄltere
In den beiden 26-wöchigen klinischen Studien (PRONTO-T1D und PRONTO-T2D) waren von1 116 Patienten mit Typ 1- oder Typ 2-Diabetes, die mit Lyumjev behandelt wurden, 187 Patienten(17 %) ≥ 65 Jahre alt und 18 Patienten (2 %) ≥ 75 Jahre alt. Es wurden keine Unterschiede bezüglich
Sicherheit und Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren Patienten beobachtet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionLyumjev zeigte im Vergleich zu Humalog nach Injektion eine schnellere Absorption von Insulin lispround die Expositionsdauer war sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Diabeteskürzer. Bei Patienten mit Typ 1-Diabetes:
* Nach der Injektion flutet Lyumjev nach ca. 1 Minute im Blutkreislauf an. Damit flutet es im
Vergleich zu Humalog 5 Minuten schneller an.
* Die Zeitspanne bis zum Erreichen der halbmaximalen Konzentration war bei Lyumjev14 Minuten kürzer im Vergleich zu Humalog.
* Nach einer Injektion von Lyumjev war in den ersten 15 Minuten siebenmal mehr Insulin lisproim Blutkreislauf im Vergleich zu Humalog und in den ersten 30 Minuten dreimal mehr.
* Nach der Verabreichung von Lyumjev wurde die maximale Konzentration von Insulin lispronach 57 Minuten erreicht.
* Nach einer Lyumjev-Injektion war nach 3 Stunden 41% weniger Insulin lispro im Blutkreislaufim Vergleich zu Humalog.
* Die Dauer der Insulin lispro Exposition war unter Lyumjev 60 Minuten kürzer im Vergleich zu
Humalog.
* Die Gesamtexposition (Verhältnis und 95% CI von 1,03 (0,973; 1,09)) und maximale
Konzentration (Verhältnis und 95% CI von 1,06 (0,97; 1,16)) von Insulin lispro waren bei
Lyumjev und Humalog vergleichbar.
Bei Patienten mit Typ 1-Diabetes betrug die Tag-zu-Tag-Variabilität (Variabilitätskoeffizient [CV %])von Lyumjev 13 % für die Gesamtexposition an Insulin lispro (AUC, 0 - 10 h) und 23 % für diemaximale Konzentration an Insulin lispro (Cmax). Die absolute Bioverfügbarkeit von Insulin lispronach subkutaner Verabreichung von Lyumjev in Bauch, Oberarm und Oberschenkel lag bei ca. 65 %.
Die beschleunigte Absorption von Insulin lispro bleibt auch ungeachtet der Injektionsstelle erhalten(Bauch, Oberarm und Oberschenkel). Es sind keine Expositionsdaten nach der Injektion in das Gesäßverfügbar.
Die maximale Konzentration und die Zeitspanne bis zum Erreichen der maximalen Konzentrationwaren für die Verabreichung in Bauch und Oberarm vergleichbar. Bei Verabreichung in den
Oberschenkel war die Zeitspanne bis zum Erreichen der maximalen Konzentration länger und diemaximale Konzentration niedriger.
Die Gesamtexposition und maximale Konzentration von Insulin lispro stieg innerhalb des Bereichsvon 7 bis 30 Einheiten mit steigender subkutan verabreichter Dosis von Lyumjev proportional an.
Vergleich zwischen Lyumjev 200 Einheiten/ml und Lyumjev 100 Einheiten/ml
Die Ergebnisse einer Studie an gesunden Probanden zeigten nach Gabe einer Einzeldosis von je15 Einheiten, dass Lyumjev 200 Einheiten/ml bioäquivalent zu Lyumjev 100 Einheiten/ml ist. Diesgilt sowohl für die Fläche unter der Kurve (Insulin lispro Serumkonzentration von Zeitpunkt null bisunendlich) als auch für Cmax. Nach Verabreichung von Lyumjev 200 Einheiten/ml konnte eine ähnlichbeschleunigte Absorption von Insulin lispro ermittelt werden wie bei der Verabreichung von Lyumjev100 Einheiten/ml. Es ist keine Dosisumrechnung erforderlich, wenn ein Patient von einer
Konzentration auf eine andere umgestellt wird.
VerteilungDas geometrische Mittel (CV %) des Verteilungsvolumens (Vd) von Insulin lispro betrug beigesunden Probanden 34 l (30 %) bei intravenöser Anwendung von Lyumjev als Bolusinjektion miteiner Einmaldosis von 15 Einheiten.
EliminationDas geometrische Mittel (CV %) der Insulin lispro-Clearance lag bei 32 l/Stunde (22 %). Nachintravenöser Anwendung von Lyumjev als Bolusinjektion mit einer Einmaldosis von 15 Einheiten lagdie mediane Halbwertszeit von Insulin lispro bei gesunden Probanden bei 44 Minuten.
Besondere PatientengruppenBei erwachsenen Patienten hatten Alter, Geschlecht und ethnische Herkunft keinen Einfluss auf die
Pharmakokinetik und die Pharmakodynamik von Lyumjev.
Kinder und JugendlicheDie Unterschiede der Pharmakokinetik zwischen Lyumjev und Humalog waren bei Kindern und
Jugendlichen mit den Beobachtungen bei Erwachsenen insgesamt vergleichbar. Nach einersubkutanen Injektion zeigte sich bei Lyumjev im Vergleich zu Humalog eine beschleunigte Resorptionmit einer höheren Insulin lispro Früh-Exposition bei Kindern (8 - 11 Jahre) und Jugendlichen (12 -17 Jahre) bei einer vergleichbaren Gesamtexposition, maximalen Konzentration und Zeit bis zurmaximalen Konzentration.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion
Einschränkungen der Nieren- und Leberfunktion haben keinen bekannten Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Insulin lispro.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die nicht-klinischen Daten zeigen keine besondere Gefährdung für Menschen, basierend aufkonventionellen Studien mit Insulin lispro zur pharmakologischen Sicherheit, zur wiederholten
Dosistoxizität, zur Genotoxizität, zum karzinogenen Potential, zur Reproduktionstoxizität und zurpostexpositionellen Entwicklung.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Glycerol
Magnesiumchlorid-Hexahydrat
Metacresol (Ph. Eur.)
Natriumcitrat
Treprostinil-Natrium
Zinkoxid
Wasser für Injektionszwecke
Salzsäure und Natriumhydroxid (für die pH-Wert-Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Insulinen oder Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Vor Gebrauch2 Jahre
Nach erstmaligem Gebrauch28 Tage
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Vor Gebrauch
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Nach erstmaligem Gebrauch
Nicht im Kühlschrank lagern.
Nicht über 30 °C lagern.
Nicht einfrieren.
Die Pen-Schutzkappe auf dem Pen belassen, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Klarglaspatronen vom Typ I, abgedichtet mit Scheibenstopfen, die mit Aluminiumsiegeln und
Halobutyl-Kolben gesichert sind.
Die 3 ml Patronen sind in einem Einwegpen, dem 'KwikPen“, montiert.
Das Arzneimittel ist in einem weißen Karton mit dunkelblauen Balken und dunkel- und hellblauem
Schachbrettdesign sowie einer Abbildung des Pens verpackt. Auf dem Umkarton und dem Etikett istdie Insulinstärke in einer Box mit gelbem Hintergrund hervorgehoben. Auf dem Patronenhalterbefindet sich ein gelbes Warnschild mit der Aufschrift 'Nur in diesem Pen anwenden, sonst kannschwere Überdosierung auftreten“. Der KwikPen und der Dosierknopf sind graubraun. Der
Dosierknopf ist mit erhöhten Seitenrändern versehen.
3 ml KwikPen: Packungen zu 2 oder 5 Fertigpens oder eine Bündelpackung zu10 (2 Packungen mit je 5) Fertigpens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungLyumjev muss klar und farblos sein. Es darf nicht verwendet werden, wenn es milchig oder verfärbtaussieht, oder wenn es Partikel oder Klümpchen enthält.
Lyumjev darf nicht verwendet werden, wenn es gefroren wurde.
Vor jedem Gebrauch muss eine neue Nadel angebracht werden. Nadeln dürfen nicht wiederverwendetwerden. Nadeln werden nicht bereitgestellt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend der nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Eli Lilly Nederland B.V.
Papendorpseweg 833528 BJ Utrecht
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/20/1422/013
EU/1/20/1422/014
EU/1/20/1422/015
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 24. März 2020
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Internetseite der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.