LYSAKARE 25g / 25g infusionslösung merkblatt medikamente

V03AF11 Arginin + Lysin • VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Entgiftungsmittel für die Behandlung mit Zytostatika

Arginin+Lysin ist eine Kombination aus essentiellen Aminosäuren, die für verschiedene therapeutische Zwecke verwendet wird, einschließlich der Unterstützung der Immunfunktion, der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Beschleunigung des Heilungsprozesses. Arginin ist ein Vorläufer von Stickstoffmonoxid, das hilft, Blutgefäße zu erweitern und die Durchblutung zu verbessern, während Lysin für die Proteinsynthese und die Gewebereparatur unerlässlich ist.

Diese Kombination ist als Nahrungsergänzungsmittel, Kapseln oder Pulver erhältlich und wird häufig von Sportlern sowie von Patienten verwendet, die sich von Operationen oder Verletzungen erholen. Sie kann auch bei der Behandlung von Virusinfektionen wie Herpes von Vorteil sein, da Lysin antivirale Eigenschaften besitzt.

Nebenwirkungen sind selten, können jedoch Magenbeschwerden, Durchfall oder allergische Reaktionen umfassen. Es ist wichtig, diese Nahrungsergänzungsmittel gemäß den Anweisungen eines Gesundheitsdienstleisters einzunehmen, insbesondere bei Patienten mit Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen.

Arginin+Lysin ist eine wirksame Kombination zur Unterstützung der allgemeinen Gesundheit und bietet zahlreiche Vorteile für das Immun-, Kreislauf- und Muskelsystem.

Allgemeine Daten zu LYSAKARE 25g / 25g

Substanz: Arginin + Lysin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2024

Handelsgesetzbuch: W70197001

Konzentration: 25g / 25g

Pharmazeutisches Formblatt: infusionslösung

Quantität: 1

Produktart: generic

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: LABORATOIRE BIOLUZ - FRANTA

Zulassungsinhaber: ADVANCED ACCELERATOR APPLICATIONS - FRANTA

Zulassungsnummer: 1381/2019/01

Haltbarkeit: 2 Jahre

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LYSAKARE 25g / 25g infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

LysaKare 25 g/25 g Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein Infusionsbeutel mit 1 000 ml Lösung enthält 25 g Argininhydrochlorid und 25 g

Lysinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung

Klare, farblose Lösung, frei von sichtbaren SchwebstoffenpH: 5,1 bis 6,1

Osmolarität: 420 bis 480 mOsm/l

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

LysaKare wird angewendet zur Reduktion der renalen Strahlenexposition im Rahmen einer Peptid-

Rezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) mit Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid bei Erwachsenen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

LysaKare ist zur Anwendung bei einer PRRT mit Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid indiziert. Es darfdaher nur von Ärzten oder Pflegepersonal verabreicht werden, die Erfahrungen mit der Durchführungeiner PRRT haben.

Dosierung
Erwachsene

Für das Behandlungsregime bei Erwachsenen wird empfohlen, einen ganzen Beutel LysaKaregleichzeitig mit der Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid-Infusion zu infundieren, auch wenn für den

Patienten eine Reduktion der PRRT-Dosis erforderlich ist.

Zur Reduktion der Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen wird eine Prämedikation mit einem

Antiemetikum 30 Minuten vor dem Beginn der LysaKare-Infusion empfohlen.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Es wurden keine Studien an Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter durchgeführt.

Bei älteren Patienten ist die Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Nierenfunktion höher, dahersollte die Eignung auf der Grundlage der Kreatinin-Clearance sorgfältig geprüft werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Leberfunktionsstörung

Die Anwendung von Arginin und Lysin wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nichtspezifisch untersucht (siehe Abschnitt 4.4).

Nierenfunktionsstörung

Da bei Anwendung von LysaKare die Möglichkeit klinischer Komplikationen durch

Volumenüberlastung und einen Anstieg des Kaliumspiegels im Blut besteht, sollte dieses Arzneimittelnicht bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml/min angewendet werden.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min sollte LysaKare mit Vorsichtangewendet werden. Die Behandlung mit Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid wird bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min nicht empfohlen, daher ist das Nutzen-Risiko-

Verhältnis für diese Patienten stets sorgfältig abzuwägen. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigungdes erhöhten Risikos einer transienten Hyperkaliämie bei diesen Patienten (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von LysaKare bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Um eine optimale Nierenprotektion zu erzielen, sollte LysaKare als 4-stündige Infusion (250 ml/h),beginnend 30 Minuten vor der Anwendung von Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid verabreicht werden.

LysaKare und Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid müssen über separate Infusionszugänge verabreichtwerden.

4.3 Kontraindikationen

* Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

* Vorbestehende klinisch relevante Hyperkaliämie, sofern diese vor dem Beginn der LysaKare-

Infusion nicht ausreichend korrigiert wurde (siehe Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hyperkaliämie

Bei Patienten, die Arginin und Lysin erhalten, kann es zu einem Anstieg des Kaliumspiegels im Serumkommen. Derartige Anstiege verlaufen meist mild und sind meistvorübergehend. Gemäß den wenigenverfügbaren Daten sollten die Maximalspiegel etwa 4 bis 5 Stunden nach dem Beginn der Infusionerreicht werden und innerhalb von 24 Stunden in den Normbereich zurückkehren.

Vor jeder Behandlung mit LysaKare muss der Kaliumspiegel im Serum gemessen werden. Falls eine

Hyperkaliämie festgestellt wird, sollten die Vorgeschichte des Patienten bezüglich Hyperkaliämie undalle begleitenden Arzneimittel überprüft werden. Eine bestehende Hyperkaliämie muss vor dem

Beginn der Infusion behoben werden (siehe Abschnitt 4.3).

Für Patienten mit vorbestehender, klinisch signifikanter Hyperkaliämie muss der Serumkaliumspiegelvor der Infusion von LysaKare erneut getestet werden, um zu bestätigen, dass die Hyperkaliämieerfolgreich korrigiert wurde. Patienten müssen engmaschig auf die Anzeichen einer Hyperkaliämie hinüberwacht werden (z.B. Dyspnoe, Schwäche, Taubheitsgefühl, thorakale Schmerzen und kardiale

Manifestationen wie Reizleitungsstörungen und Arrhythmien). Vor der Entlassung des Patienten sollteein Elektrokardiogramm (EKG) abgeleitet werden.

Unabhängig vom Ausgangswert des Kaliumspiegels sind die Vitalzeichen während der Infusion zuüberwachen. Die Patienten sollten angewiesen werden, am Infusionstag große Mengen Wasser(mindestens 1 Glas pro Stunde) zu trinken, um ausreichend hydriert zu bleiben und die Ausscheidungüberschüssigen Kaliums zu unterstützen.

Falls sich während der LysaKare-Infusion Symptome einer Hyperkaliämie entwickeln, müssengeeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Bei einer schweren, symptomatischen Hyperkaliämiesollte ein Abbruch der LysaKare-Infusion erwogen werden; dabei ist das Nutzen-Risiko-Verhältniszwischen der Nierenprotektion einerseits und der Hyperkaliämie andererseits zu berücksichtigen.

Nierenfunktionsstörung

Die Anwendung von Arginin und Lysin wurde bei niereninsuffizienten Patienten nicht spezifischgeprüft. Arginin und Lysin werden zu einem erheblichen Teil über die Niere ausgeschieden undrückresorbiert. Davon hängt auch ihre Wirksamkeit zur Reduktion der renalen Strahlenexposition ab.

Da unter LysaKare die Möglichkeit klinischer Komplikationen durch Volumenüberlastung und einen

Anstieg des Kaliumspiegels im Blut besteht, sollte dieses Arzneimittel nicht bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance < 30 ml/min angewendet werden. Die Nierenfunktion (Kreatinin und Kreatinin-

Clearance) sollte vor jeder Anwendung überprüft werden.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min sollte LysaKare mit Vorsichtangewendet werden. Die Behandlung mit Lutetium(177Lu)-Oxodotreotid wird bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min nicht empfohlen, daher ist das Nutzen-Risiko-

Verhältnis für diese Patienten stets sorgfältig abzuwägen. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigungdes erhöhten Risikos einer transienten Hyperkaliämie bei diesen Patienten.

Leberfunktionsstörung

Die Anwendung von Arginin und Lysin wurde bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungennicht spezifisch geprüft. Die Leberfunktion (Alaninaminotransferase [ALT], Aspartataminotransferase[AST], Albumin, Bilirubin) sollte vor jeder Anwendung überprüft werden.

Vorsicht ist geboten bei Anwendung von LysaKare bei Patienten mit schweren

Leberfunktionseinschränkungen, bei denen im Verlauf der Behandlung entweder der Bilirubinspiegelüber den dreifachen oberen Normgrenzwert ansteigt oder der Albuminspiegel unter 30 g/l sowie der

Quick-Wert unter 70 % liegt. Unter diesen Umständen wird die Behandlung mit Lutetium(177Lu)-

Oxodotreotid nicht empfohlen.

Herzinsuffizienz

Aufgrund des Potenzials für klinische Komplikationen im Zusammenhang mit Volumenüberlastungmuss die Verwendung von Arginin und Lysin bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (definiertgemäß New York Heart Association (NYHA)-Klassifikation als Klasse III oder IV) mit Vorsichterfolgen.

Von der Behandlung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (definiert nach NYHA-

Klassifikation als Klasse III oder IV) mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid wird deshalb abgeraten; das

Nutzen-Risikoverhältnis muss bei diesen Patienten sorgfältig abgewogen werden.

Metabolische Azidose

Eine metabolische Azidose wurde bei Patienten beobachtet, die im Rahmen einer totalen parenteralen

Ernährung (TPE) komplexe Aminosäurelösungen erhielten. Verschiebungen im Säure-Base-

Gleichgewicht ändern das intra-/extrazelluläre Kaliumgleichgewicht und eine metabolische Azidosekann mit einem raschen Anstieg der Kaliumkonzentration im Plasma einhergehen.

Da LysaKare zusammen mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid verabreicht wird, sind in Abschnitt 4.4 zuden SmPC zu Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid weitere Warnhinweise spezifisch zur Behandlung mit

Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid enthalten.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Es ist keine Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln zu erwarten, da keine Daten vorliegen, diezeigen, dass andere Arzneimittel durch denselben Nieren-Reabsorptionsmechanismus reabsorbiertwerden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es existiert keine relevante Verwendung dieses Arzneimittels bei Frauen im gebärfähigen Alter (siehe

Abschnitt 4.1).

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Mit LysaKare wurden keine Tierstudien zur Entwicklungstoxizität durchgeführt. Da LysaKarezusammen mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid angewendet wird, müssen Männer und Frauen imfortpflanzungsfähigen Alter darauf hingewiesen werden, eine wirksame Methode zur

Empfängnisverhütung anzuwenden, solange die Behandlung mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotidandauert. Weitere spezifische Hinweise zur Behandlung mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid finden Sieauch in Abschnitt 4.6 der Fachinformation zu Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid.

Schwangerschaft

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Arginin und Lysin bei schwangeren Frauen vor.

Es gibt keine relevante Anwendung dieses Arzneimittels bei schwangeren Frauen. LysaKare wirdzusammen mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid angewendet, das wegen des mit ionisierender Strahlungverbundenen Risikos kontraindiziert ist für den Fall einer vermuteten oder tatsächlichen

Schwangerschaft oder wenn eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann. Für weitere

Hinweise zur Behandlung mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid lesen Sie bitte auch Abschnitt 4.6 der

Fachinformation von Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid.

Es wurden keine Tierstudien zur Reproduktionstoxizität durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Arginin und Lysin werden als natürlich vorkommende Aminosäuren in die mütterliche Milchausgeschieden, Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder sind aber wenig wahrscheinlich. Das

Stillen sollte während der Behandlung mit Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid vermieden werden.

Fertilität

Es liegen keine Erfahrungen über die Auswirkungen von Arginin und Lysin auf die Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

LysaKare hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Es existieren nur beschränkte Daten zum Sicherheitsprofil von Arginin- und Lysinlösung zur Infusionohne begleitende Verabreichung einer PRRT, die auch die Verwendung von Antiemetika als

Prämedikation und oft auch die begleitende Verwendung von kurz wirkenden Somatostatin-Analogabeinhaltet.

Die wichtigsten Nebenwirkungen, die vor allem mit der Aminosäurenlösung zusammenhängen, sind

Übelkeit (ungefähr 25 %), Erbrechen (ungefähr 10 %) und Hyperkaliämie. Diese Nebenwirkungensind meist schwach bis mäßig.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen wurden in Publikationen von Studien mit

Aminosäurenlösungen identifiziert, die in Bezug auf den Aminosäurengehalt die gleiche

Zusammensetzung wie LysaKare hatten. Diese Studien bezogen über 900 Patienten ein, die mehr als2 500 Dosen von Arginin und Lysin während einer PRRT mit verschiedenen radioaktiv markierten

Somatostatin-Analoga erhalten hatten.

Die Nebenwirkungen sind gemäß den MedDRA-Systemorganklassen und gemäß ihrer Häufigkeitgeordnet. Die Häufigkeiten sind wie folgt kategorisiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1 Nebenwirkungen

Nebenwirkung Häufigkeit

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Hyperkaliämie Nicht bekannt

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel Nicht bekannt

Kopfschmerzen Nicht bekannt

Gefäßerkrankungen

Hitzewallungen Nicht bekannt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit Sehr häufig

Erbrechen Sehr häufig

Bauchschmerzen Nicht bekannt

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Falle einer Überwässerung oder Überlastung mit Lösung muss die Ausscheidung durch häufiges

Urinieren oder durch erzwungene Diurese und häufige Blasenleerung gefördert werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel, Entgiftungsmittel für die

Behandlung mit Zytostatika, ATC-Code: V03AF11

Wirkmechanismus

Arginin und Lysin unterliegen der glomerulären Filtration und interferieren kompetitiv mit der

Resorption von Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid in der Niere und verringern damit die in den Nierenabgegebene Strahlendosis.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Arginin und Lysin basieren auf publizierter Literaturvon Studien, in denen Lösungen mit demselben Gehalt an Arginin und Lysin wie bei LysaKareeingesetzt wurden.

Die Toxizitäten, die nach Verabreichung von PRRT beobachtet werden sind direkt auf die absorbierte

Strahlendosis der Organe zurückzuführen. Bei Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid sind die Nieren diebezüglich Toxizität kritischen Organe und dosisbegrenzend, falls keine Aminosäuren zur Reduktionder renalen Aufnahme und Speicherung verwendet werden.

Eine Dosimetriestudie mit 6 Patienten zeigte, dass eine 2,5%ige Lysin-Arginin-Lösung die renale

Strahlenbelastung im Vergleich zur Nichtanwendung um bis zu 47 % reduziert, ohne Auswirkung aufdie Aufnahme von Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid durch den Tumor. Diese Reduktion der renalen

Strahlenexposition mindert das Risiko von strahleninduzierten Nierenschäden.

Basierend auf einer Publikation der größten Studie, in der Arginin und Lysin in derselben Menge wiebei LysaKare eingesetzt wurden, betrug die mittlere von den Nieren absorbierte Dosis (durch planarebildgebende Dosimetrie bestimmt) 20,1 ± 4,9 Gy, was unter dem festgelegten Grenzwert für das

Auftreten von Nierentoxizität von 23 Gy liegt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Arginin und Lysin sind natürlich vorkommende Aminosäuren, die nach der Infusion physiologischenpharmakokinetischen Schritten und biochemischen Schritten folgen.

Resorption

LysaKare ist für die intravenöse Verabreichung vorgesehen und ist deshalb zu 100 % bioverfügbar.

Verteilung

Nach intravenöser Verabreichung sind vorübergehende Erhöhungen im Plasma-Arginin- und Lysin zubeobachten, wobei die stark wasserlöslichen Aminosäuren rasch über alle Gewebe und

Körperflüssigkeiten verteilt werden.

Biotransformation

Wie andere natürlich vorkommende Aminosäuren, dienen Arginin und Lysin als Bausteine im

Proteinanabolismus und dienen als Vorläufer für verschiedene andere Produkte, einschließlich

Stickoxid, Harnsäure, Kreatinin und Acetyl-Coenzym A.

Elimination

Arginin und Lysin werden rasch verteilt. Basierend auf einer Studie mit über eine Dauer von30 Minuten infundierten 30 g Arginin, folgte die Plasmaelimination von Aminosäuren einemmindestens zwei- oder dreiphasigen Abfall, wobei die Spiegel innerhalb von 6 Stunden nach

Verabreichung wieder auf ihren Ausgangswert fielen. Die schnelle initiale Clearance erfolgt durchglomeruläre Filtration in den Nieren während den ersten 90 Minuten nach Infusion. Die verbleibenden

Aminosäuren werden durch nicht-renale Clearance entfernt.

Kinder und Jugendliche

Es sind keine pharmakokinetischen Daten zur Verwendung von Arginin und Lysin in denselben

Dosen, wie bei LysaKare und für dieselben Indikationen bei pädiatrischen Patienten verfügbar.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Es wurden keine nicht-klinischen Studien mit LysaKare durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Der Infusionsbeutel besteht aus Polyvinylchlorid (PVC), eingepackt in eine Polyethylen-

Polyamin/Aluminiumfolie, und enthält 1 000 ml Lösung.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Dieses Arzneimittel ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Die Umverpackung erst unmittelbar vor der Anwendung entfernen.

Nicht verwenden, wenn die Umverpackung schon geöffnet war oder beschädigt ist. Die

Umverpackung ist ein Feuchtigkeitsschutz.

Teilweise verwendete Beutel nicht erneut anschließen.

LysaKare darf nicht verdünnt werden.

Keine Lösungen verwenden, die trübe sind oder Ablagerungen aufweisen. Das kann auf eine

Instabilität des Produkts oder eine Kontamination der Lösung hindeuten.

Der Inhalt muss nach Öffnen des Behältnisses unverzüglich verwendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den lokalen Anforderungen zubeseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Advanced Accelerator Applications8-10 Rue Henri Sainte-Claire Deville92500 Rueil-Malmaison

Frankreich

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/19/1381/001

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Juli 2019

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der

Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.