Angewendet bei: Lymphom
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: mosunetuzumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FX25 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate)
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Mosunetuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung bestimmter Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen, einschließlich rezidivierender oder refraktärer follikulärer Lymphome, eingesetzt wird. Es wirkt, indem es T-Zellen des Immunsystems aktiviert, um Krebszellen anzugreifen.
Das Medikament wird über eine intravenöse Infusion verabreicht und wird in Fällen eingesetzt, in denen andere Behandlungen versagt haben. Es ist wirksam bei der Reduzierung der Tumorgröße und der Verlängerung des Überlebens der Patienten.
Nebenwirkungen können ein Zytokinfreisetzungssyndrom, Fieber, Müdigkeit, Übelkeit und Infektionen umfassen. Eine enge Überwachung ist entscheidend, um mögliche Komplikationen zu bewältigen.
Konsultieren Sie Ihren Arzt, um die Vorteile und Risiken der Behandlung mit Mosunetuzumab zu besprechen. Dieses Medikament muss unter der Aufsicht eines Onkologie-Spezialisten verabreicht werden.
Lunsumio 5 mg Injektionslösung
Lunsumio 45 mg Injektionslösung
Lunsumio 5 mg Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 5 mg Mosunetuzumab in 0,5 ml, in einer Konzentration von 10 mg/ml.
Lunsumio 45 mg Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 45 mg Mosunetuzumab in 1 ml, in einer Konzentration von 45 mg/ml.
Mosunetuzumab ist ein volllängen humanisierter Anti-CD20/CD3-Immunglobulin(Ig)G1-Isotyp, derin Ovarialzellen des chinesischen Hamsters mittels rekombinanter
Desoxyribonukleinsäure(DNA)-Technologie hergestellt wird.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche zu 5 mg enthält 0,3 mg Polysorbat 20.
Jede Durchstechflasche zu 45 mg enthält 0,6 mg Polysorbat 20.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung.
Klare, farblose bis leicht bräunlich-gelbe, konservierungsmittelfreie Flüssigkeit und pH 5,8. Die
Osmolalität von Mosunetuzumab 5 mg beträgt 260 - 360 mOsm/kg und die Osmolalität von
Mosunetuzumab 45 mg 275 - 375 mOsm/kg.
Lunsumio als Monotherapie ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patienten mitrezidivierendem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL), die bereits mindestens zwei vorherigesystemische Behandlungen erhalten haben.
Lunsumio darf nur unter Überwachung von in der Anwendung von onkologischen Therapienqualifiziertem medizinischem Fachpersonal in einem Umfeld verabreicht werden, das medizinischausreichend ausgerüstet ist, um schwere Reaktionen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom (cytokinerelease syndrome - CRS) und das Immuneffektorzellen-assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (immuneeffector cell-associated neurotoxicity syndrome - ICANS) (siehe nachstehend und Abschnitt 4.4) zubehandeln.
Es ist wichtig, die Etiketten des Produktes zu überprüfen, um sicherzustellen, dass dem Patienten dierichtige, ihm verschriebene Darreichungsform (intravenös oder subkutan als Fixdosis) verabreichtwird. Die subkutane Darreichungsform von Lunsumio ist nicht zur intravenösen Verabreichungvorgesehen und darf nur als subkutane Injektion angewendet werden.
DosierungLunsumio als subkutane Injektion ist gut hydrierten Patienten zu verabreichen.
Tabelle 1 gibt einen Überblick über die empfohlene Prämedikation bei CRS.
Tabelle 1: Prämedikation, die Patienten vor einer subkutanen Injektion von Lunsumio zuverabreichen ist
Patienten, die eine Prämedikation
Prämedikation benötigen
Zyklus 1: alle Patienten Intravenöse oder orale Corticosteroide: Dexamethason 20 mg(bevorzugt) oder Methylprednisolon 80 mg
Zyklus 2 und weitere Zyklen: Antihistaminikuma: 50 - 100 mg Diphenhydraminhydrochlorid
Patienten, bei denen unter der oder entsprechendes orales oder intravenöses Antihistaminikumvorherigen Dosis ein CRS Antipyretikuma: 500 - 1 000 mg Paracetamoljeglichen Grades aufgetreten ista Antihistaminika und Antipyretika sind ab Zyklus 1 optional
Die empfohlene Dosis der subkutanen Injektion von Lunsumio für jeden 21-Tage-Zyklus ist in
Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Dosierung der subkutanen Injektion von Lunsumio bei Patienten mit rezidiviertemoder refraktärem follikulärem Lymphom
Tag der Behandlung Dosis Lunsumio
Zyklus 1 Tag 1 5 mg
Tag 8 45 mg
Tag 15 45 mg
Zyklus 2 und Tag 1 45 mgweitere Zyklen
Dauer der BehandlungDie subkutane Injektion von Lunsumio sollte über 8 Zyklen verabreicht werden, es sei denn, bei einem
Patienten kommt es zu inakzeptabler Toxizität oder Krankheitsprogression.
Bei Patienten, die ein vollständiges Ansprechen (complete response - CR) erreichen, ist keine weitere
Behandlung über 8 Zyklen hinaus erforderlich. Patienten, die nach der Behandlung mit 8 Zyklensubkutaner Injektion von Lunsumio ein partielles Ansprechen (partial response - PR) oder eine stabile
Erkrankung erreichen, sollen 9 weitere Behandlungszyklen (insgesamt 17 Zyklen) verabreicht werden,es sei denn, es kommt zu inakzeptabler Toxizität oder Krankheitsprogression.
Verspätete oder versäumte Anwendung
Tabelle 3: Empfehlungen für die Wiederaufnahme der Therapie mit der subkutanen Injektionvon Lunsumio nach Verzögerung bei der Anwendung
Letzte verabreichte Zeit seit der letzten Maßnahmen für die nächste(n)
Dosis verabreichten Dosis Dosis/Dosen5 mg 1 Woche bis 2 Wochen 45 mg verabreichen (Zyklus 1 Tag 8)*,
Zyklus 1 Tag 1 dann den geplanten Behandlungsplanwieder aufnehmen> 2 Wochen 5 mg (Zyklus 1 Tag 1)* wiederholen,dann 45 mg verabreichen (Zyklus 1
Tag 8)* und den geplanten
Behandlungsplan wieder aufnehmen45 mg 1 Woche bis weniger als 45 mg verabreichen (Zyklus 1
Zyklus 1 Tag 8 6 Wochen Tag 15)*, dann den geplanten
Behandlungsplan wieder aufnehmen≥ 6 Wochen 5 mg wiederholen*, dann 45 mg(Zyklus 1 Tag 15)* 7 Tage späterverabreichen und den geplanten
Behandlungsplan wieder aufnehmen45 mg 1 Woche bis weniger als 45 mg verabreichen (Zyklus 2 Tag 1),
Zyklus 1 Tag 15 6 Wochen dann den geplanten Behandlungsplanwieder aufnehmen≥ 6 Wochen 5 mg (Zyklus 2 Tag 1)* wiederholen,dann 45 mg verabreichen (Zyklus 2
Tag 8)*, gefolgt von 45 mg an Tag 1der nachfolgenden Zyklen45 mg 3 Wochen bis weniger als 45 mg verabreichen, dann den
Ab Zyklus 2 6 Wochen geplanten Behandlungsplan wiederaufnehmen≥ 6 Wochen 5 mg* an Tag 1 des nächsten Zykluswiederholen, dann 45 mg* an Tag 8verabreichen, gefolgt von 45 mg an
Tag 1 der nachfolgenden Zyklen
* Prämedikation gemäß Zyklus 1 verabreichen
Bitte beachten, dass sich alle Verweise auf Zyklus und Tag auf den nominalen Zyklus und Tag beziehen.
DosisanpassungBei Patienten, bei denen Reaktionen von Grad 3 oder 4 (z. B. schwerwiegende Infektion, Tumor
Flares [Aufflackern der Tumorerkrankung], Tumorlysesyndrom) auftreten, ist die Behandlungvorübergehend auszusetzen, bis die Symptome abgeklungen sind (siehe Abschnitt 4.4).
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)Ein CRS ist auf Basis des klinischen Bildes zu identifizieren (siehe Abschnitt 4.4). Die Patienten sindauf andere Ursachen für Fieber, Hypoxie und Hypotonie, wie z. B. Infektionen/Sepsis, zu untersuchenund zu behandeln. Besteht der Verdacht auf ein CRS, sind die Patienten gemäß den Empfehlungen in
Tabelle 4 zu behandeln.
Tabelle 4: Klassifizierung1 und Behandlung eines CRS
CRS-Grad CRS-Behandlung2 Nächste geplante Injektionvon Lunsumio
Grad 1 Die Symptome sind zu behandeln. Die Symptome müssenmindestens 72 Stunden vor der
Fieber ≥ 38 ºC Wenn das CRS nach symptomatischer nächsten Injektion
Behandlung länger als 48 Stunden anhält: abgeklungen sein.
* Dexamethason3 und/oder
Tocilizumab4,5 in Erwägung ziehen Prämedikation mit
Antihistaminika,antipyretische Medikationerwägen und engmaschig auf
CRS überwachen
Grad 2 Die Symptome sind zu behandeln. Die Symptome müssenmindestens 72 Stunden vor der
Fieber ≥ 38 ºC und/oder Wenn nach der symptomatischen nächsten Injektion
Hypotonie, die keine Behandlung keine Besserung eintritt: abgeklungen sein.
Behandlung mit Dexamethason3 und/oder Tocilizumab4,5 in
Vasopressoren erfordert, Betracht ziehen Die Prämedikation sollteund/oder Hypoxie, die gegebenenfalls maximierteine Behandlung mit werden7 und die Patienten
Low-Flow-Sauerstoff6 sollten häufiger überwachtüber eine Nasenkanüle werden.oder mit 'Blow-by“-
Technik erfordert
Grad 3 Die Symptome sind zu behandeln. Die Symptome müssen
* Dexamethason3 und Tocilizumab4,5 mindestens 72 Stunden vor der
Fieber ≥ 38 ºC und/oder sind zu verabreichen nächsten Injektion
Hypotonie, die eine abgeklungen sein.
Behandlung mit einem Wenn sich das CRS gegenüber
Vasopressoren (mit oder Dexamethason und Tocilizumab als Die Patienten sollten häufigerohne Vasopressin) refraktär erweist: überwacht und für die nächsteerfordert, und/oder * Bis zur klinischen Besserung sind Dosis stationär aufgenommen
Hypoxie, die eine alternative Immunsuppressiva9 und werden.
Behandlung mit High- Methylprednisolon 1 000 mg/Tag
Flow-Sauerstoff8 über intravenös zu verabreichen Die Prämedikation isteine Nasenkanüle, gegebenenfalls zu maximieren7
Gesichtsmaske, Maskeohne Rückatmung oder Wenn das CRS nach 5 mg
Venturi-Maske erfordert oder 45 mg aufgetreten ist,sollte die nächste Dosis 5 mgbetragen. Das
Behandlungsschema solltenach der Erholung wiederaufgenommen werden.
Bei Auftreten eines CRS
Grad 3 bei den nächsten Dosenmuss die Behandlungdauerhaft abgebrochenwerden.
CRS-Grad CRS-Behandlung2 Nächste geplante Injektionvon Lunsumio
Grad 4 * Die Behandlung mit Lunsumio ist dauerhaft zu beenden.
* Die Symptome sind zu behandeln.
Fieber ≥ 38 ºC und/oder * Dexamethason3 und Tocilizumab4, 5 sind zu verabreichen.
Hypotonie, die eine
Behandlung mit Wenn sich das CRS gegenüber Dexamethason und Tocilizumab als refraktärmehreren Vasopressoren erweist:(ausgenommen * Bis zur klinischen Besserung sind alternative Immunsuppressiva9 und
Vasopressin) erfordert, Methylprednisolon 1 000 mg/Tag intravenös zu verabreichenund/oder Hypoxie, dieeine Behandlung mit
Sauerstoff durchpositiven Druck (z. B.
CPAP, BiPAP,
Intubation undmechanische Beatmung)erfordert1 ASTCT = American Society for Transplantation and Cellular Therapy. Die Prämedikation kann Fiebermaskieren. Daher befolgen Sie bitte diese Behandlungsrichtlinien, wenn das klinische Bild mit einem CRSübereinstimmt2 Bei therapierefraktärem CRS sind andere Ursachen in Betracht zu ziehen, einschließlich hämophagozytischer
Lymphohistiozytose3 Dexamethason ist oral in einer Dosierung von 10 mg alle 6 Stunden (oder Äquivalent) bis zur klinischen
Besserung zu verabreichen4 In der Studie GO29781 wurde Tocilizumab intravenös in einer Dosierung von 8 mg/kg verabreicht (nichtmehr als 800 mg pro Infusion), wie zur Behandlung des CRS erforderlich5 Wenn nach der ersten Dosis keine klinische Besserung der Anzeichen und Symptome des CRS eintritt, kannim Abstand von mindestens 8 Stunden eine zweite Dosis von intravenösem Tocilizumab 8 mg/kg verabreichtwerden (maximal 2 Dosen pro CRS-Ereignis). Innerhalb des jeweiligen Zeitraums von 6 Wochen der
Behandlung mit der subkutanen Injektion von Lunsumio, darf die Gesamtzahl der Tocilizumab-Dosen3 Dosen nicht überschreiten6 Low-Flow-Sauerstoff ist definiert als Sauerstoffzufuhr von < 6 l/Minute7 Siehe Tabelle 1 für zusätzliche Informationen8 High-Flow-Sauerstoff ist definiert als Sauerstoffzufuhr von ≥ 6 l/Minute9 Riegler L et al. (2019)
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), Klassifizierung und Behandlung
Ein ICANS sollte anhand des klinischen Bildes identifiziert werden (siehe Abschnitt 4.4). Schließen
Sie andere Ursachen für neurologische Symptome aus. Besteht der Verdacht auf ein ICANS, ist die
Behandlung gemäß den Empfehlungen in Tabelle 5 durchzuführen.
Tabelle 5: Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Grada Maßnahmen
Grad 1 Die subkutane Injektion von Lunsumio aussetzen undneurologische Toxizitätssymptome überwachen, bis ICANS
ICEb 7 - 9 oder getrübter abgeklungen ist.c,d
Bewusstseinszustand, wachtaber spontan auf Eine unterstützende Therapie durchführen und eine neurologische
Beratung und Beurteilung in Erwägung ziehen.
Eine Einzeldosis Dexamethason 10 mg in Erwägung ziehen,wenn keine anderen Corticosteroide eingenommen werden.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel (z. B.
Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen erwägen.
Grad 2 Die subkutane Injektion von Lunsumio aussetzen undneurologische Toxizitätssymptome überwachen, bis ICANS
ICEb 3 - 6 oder getrübter abgeklungen ist.c,d
Bewusstseinszustand, wachtaber bei Ansprache auf Eine unterstützende Therapie durchführen und eine neurologische
Beratung und Beurteilung in Erwägung ziehen.
Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle 6 Stunden,wenn keine anderen Corticosteroide eingenommen werden, biszur Besserung auf Grad 1, dann ausschleichen.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel (z. B.
Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen erwägen.
Grad 3 Die subkutane Injektion von Lunsumio aussetzen undneurologische Toxizitätssymptome überwachen, bis ICANS
ICEb 0 - 2 oder getrübter abgeklungen ist.d,e
Bewusstseinszustand, wachtaber bei taktiler Reizung auf Eine unterstützende Therapie durchführen, die auchoder jeglicher klinischer Intensivpflege umfassen kann, und eine neurologische Beratung
Krampfanfall, der rasch und Beurteilung in Erwägung ziehen.abklingt oder einfokales/lokalisiertes Ödem in Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle 6 Stunden,der Neurobildgebung falls keine anderen Corticosteroide eingenommen werden, bis zur
Besserung auf Grad 1, dann ausschleichen.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel zur Prophylaxevon Anfällen bis zum Abklingen des ICANS erwägen.
Krampflösende Arzneimittel zur Behandlung von
Krampfanfällen nach Bedarf verwenden.
Bei wiederholtem Auftreten eines ICANS von Grad 3 dauerhaftes
Absetzen der subkutanen Injektion von Lunsumio erwägen.
Grada Maßnahmen
Grad 4 Die subkutane Injektion von Lunsumio dauerhaft absetzen.
ICEb ist 0 oder der Patient ist Unterstützende Therapie durchführen, die auch Intensivpflegenicht aufzuwecken oder umfassen kann, und eine neurologische Beratung und Beurteilungbenötigt starke oder in Erwägung ziehen.wiederholte taktile Reize oderlebensbedrohlich länger Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle 6 Stunden,anhaltender Krampfanfall wenn keine anderen Corticosteroide eingenommen werden, bis(> 5 min) oder repetitive zur Besserung auf Grad 1, dann ausschleichen.
Krampfanfälle ohne Rückkehrzum Ausgangszustand oder Alternativ kann die Verabreichung von Methylprednisoloneine tiefe fokale motorische 1 000 mg pro Tag intravenös für 3 Tage in Erwägung gezogen
Schwäche oder ein diffuses werden; wenn sich die Symptome bessern, die Behandlung wie
Zerebralödem in der oben beschrieben fortführen.
Neurobildgebung
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel zur
Anfallsprophylaxe bis zum Abklingen des ICANS erwägen. Nach
Bedarf krampflösende Arzneimittel zur Behandlung von
Krampfanfällen verwenden.
a American Society for Transplantation and Cellular Therapy(ASTCT)-Konsenskriterien für die
Klassifizierung.
b Wenn der Patient aufzuwecken und fähig ist, eine Bewertung zur Immuneffektorzellen-assoziierten
Enzephalopathie (immune effector cell-associated encephalopathy - ICE) durchzuführen: Orientierung(Orientierung bezogen auf Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte); Benennung (3 Objekte benennen,z. B. auf Uhr, Stift, Knopf zeigen = 3 Punkte); Befolgen von Befehlen (z. B. 'Zeigen Sie mir 2 Finger“ oder'Schließen Sie die Augen und strecken Sie die Zunge heraus“ = 1 Punkt); Schreiben (Fähigkeit, einen
Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt); und Aufmerksamkeit (von 100 in Zehnerschritten rückwärtszählen = 1 Punkt). Wenn der Patient nicht aufzuwecken und nicht fähig ist, die ICE-Bewertungdurchzuführen (Grad 4 ICANS) = 0 Punkte.
c Berücksichtigen Sie die Art der neurologischen Toxizität, bevor Sie sich entscheiden, die subkutane Injektionvon Lunsumio abzusetzen.
d Siehe Verspätete oder versäumte Anwendung für Hinweise zur Wiederaufnahme der subkutanen Injektionvon Lunsumio nach einer verspäteten Anwendung.
e Evaluieren Sie Nutzen und Risiko, vor der Wiederaufnahme der subkutanen Injektion von Lunsumio.
Besondere PatientengruppenBei Patienten ≥ 65 Jahre ist keine Dosisanpassung der subkutanen Injektion von Lunsumioerforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungDie subkutane Injektion von Lunsumio wurde bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörungnicht untersucht. Dosisanpassungen werden bei Patienten mit leichter bis mäßiger
Nierenfunktionsstörung aufgrund der Pharmakokinetik (siehe Abschnitt 5.2) nicht für erforderlichgehalten.
LeberfunktionsstörungDie subkutane Injektion von Lunsumio wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nichtuntersucht. Dosisanpassungen werden aufgrund der Pharmakokinetik (siehe Abschnitt 5.2) nicht fürerforderlich gehalten.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit der subkutanen Injektion von Lunsumio bei Kindern unter 18 Jahrenwurde noch nicht ermittelt.
Art der AnwendungDie 5-mg- und 45-mg-Dosen darf nur als subkutane Injektion verabreicht werden. Die Injektion solltesubkutan in das Bauch- oder Oberschenkelgewebe verabreicht werden, wobei die Injektionsstelle beijeder Dosis zu wechseln ist, und niemals in Bereiche, in denen die Haut Tätowierungen, Muttermaleoder Narben aufweist, oder in Bereiche, in denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich, verhärtetoder nicht intakt ist.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)CRS, einschließlich lebensbedrohlicher Reaktionen, sind bei Patienten aufgetreten, die subkutane
Injektionen von Lunsumio erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Anzeichen und Symptome umfassten
Fieber, Hypotonie und Hypoxie. CRS-Ereignisse traten überwiegend in Zyklus 1 auf und standenhauptsächlich mit der Verabreichung der Dosis an Tag 1 und Tag 8 in Zusammenhang. Die häufigsten
Anzeichen und Symptome eines CRS bei 10 % der Patienten, die mit der subkutanen Injektion von
Lunsumio behandelt wurden und CRS-Ereignisse jeglichen Grades gemäß ASTCT 2015 erlitten(36 Patienten), umfassten Fieber, Hypotonie, Hypoxie, Schüttelfrost, Tachykardie und
Kopfschmerzen.Die Patienten sind mindestens bis zum Ende des 1. Zyklus mit Corticosteroiden, Antipyretika und
Antihistaminika vorzubehandeln. Vor der subkutanen Injektion von Lunsumio müssen die Patientenausreichend hydriert werden. Die Patienten sind auf Anzeichen oder Symptome eines CRS zuüberwachen. Die Patienten sind anzuweisen, sofort einen Arzt aufzusuchen, falls zu irgendeinem
Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome von CRS auftreten. Ärzte müssen je nach Bedarf eine
Behandlung mit unterstützenden Maßnahmen, Tocilizumab und/oder Corticosteroiden, einleiten (siehe
Abschnitt 4.2).
Schwerwiegende InfektionenBei Patienten, die subkutane Injektionen von Lunsumio erhielten, sind schwerwiegende Infektionenwie Pneumonie, COVID-19 und Sepsis aufgetreten, von denen einige lebensbedrohlich waren odertödlich verliefen (siehe Abschnitt 4.8). Nach Erhalt einer subkutanen Injektion von Lunsumio wurdebei Patienten eine febrile Neutropenie beobachtet.
Eine subkutane Injektion von Lunsumio darf während aktiver Infektionen nicht verabreicht werden.
Vorsicht ist geboten, wenn die subkutane Anwendung von Lunsumio bei Patienten mit rezidivierendenoder chronischen Infektionen in der Anamnese (z. B. chronische, aktive Infektion mit dem Epstein-
Barr-Virus), mit Grunderkrankungen, die für Infektionen prädisponieren können, oder bei Patienten,die zuvor eine intensive immunsuppressive Behandlung erhalten haben, erwogen wird. Bei Bedarfsind dem Patienten prophylaktische antibakterielle, antivirale und/oder antimykotische Arzneimittel zuverabreichen. Die Patienten sind vor und nach der subkutanen Injektion von Lunsumio auf Anzeichenund Symptome einer Infektion zu überwachen und entsprechend zu behandeln. Im Falle einer febrilen
Neutropenie sind die Patienten auf eine Infektion zu untersuchen und gemäß den lokalen Richtlinienmit Antibiotika, Flüssigkeit und anderen unterstützenden Maßnahmen zu behandeln.
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Bei Patienten, die subkutane Injektionen von Lunsumio erhalten, sind ICANS aufgetreten, darunterauch schwerwiegende und lebensbedrohliche Reaktionen. Das Auftreten eines ICANS kanngleichzeitig mit einem CRS, nach Abklingen eines CRS oder unabhängig von einem CRS erfolgen. Zuden in klinischen Prüfungen berichteten Anzeichen von ICANS gehörten Verwirrtheitszustand,
Lethargie, Enzephalopathie, getrübter Bewusstseinszustand und eingeschränktes
Erinnerungsvermögen. Die Mehrzahl der Fälle trat in Zyklus 1 auf.
Die Patienten sind nach der subkutanen Injektion von Lunsumio auf Anzeichen und Symptome eines
ICANS zu überwachen. Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, bei Anzeichen oder
Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen (siehe Patientenpass unten).
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, beim Autofahren, Fahrradfahren oder bei der Bedienungschwerer oder potenziell gefährlicher Maschinen Vorsicht walten zu lassen (oder dies zu vermeiden,falls Symptome auftreten) (siehe Abschnitt 4.7).
Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen eines ICANS ist die Behandlung gemäß den in Tabelle 5aufgeführten ICANS-Empfehlungen durchzuführen. Die Behandlung mit subkutaner Injektion von
Lunsumio ist, wie empfohlen, auszusetzen oder dauerhaft abzusetzen.
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH), einschließlich tödlicher Fälle, wurde bei Patientenberichtet, die Lunsumio erhielten. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom, das durch Fieber,
Hepatomegalie und Zytopenien gekennzeichnet ist. HLH sollte in Betracht gezogen werden, wenn das
Auftreten eines CRS atypisch oder verlängert ist. Die Patienten sind auf klinische Anzeichen und
Symptome einer HLH zu überwachen (siehe Abschnitt 4.2). Bei Verdacht auf HLH muss Lunsumiounterbrochen und eine HLH-Behandlung eingeleitet werden.
Tumor Flares (Aufflackern der Tumorerkrankung)
Bei Patienten, die mit subkutaner Injektion von Lunsumio behandelt wurden, wurde über Tumor
Flares berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Zu den Manifestationen gehörten neue oder sichverschlechternde Pleuraergüsse, lokalisierte Schmerzen und Schwellungen an den Stellen der
Lymphomläsionen und Tumorentzündung. Entsprechend dem Wirkmechanismus subkutaner
Injektionen von Lunsumio sind Tumor Flares nach der subkutanen Injektion von Lunsumiowahrscheinlich auf den Zustrom von T-Zellen in die Tumorherde zurückzuführen.
Es wurden keine spezifischen Risikofaktoren für Tumor Flares identifiziert. Bei Patienten mit großen
Tumoren, die sich in unmittelbarer Nähe der Atemwege und/oder eines lebenswichtigen Organsbefinden, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen und Morbidität aufgrund des
Masseeffekts infolge der Tumor Flares. Patienten, die mit der subkutanen Injektion von Lunsumiobehandelt werden, sind auf Tumor Flares an kritischen anatomischen Lokalisationen zu überwachenund zu untersuchen.
Tumorlysesyndrom (tumor lysis syndrome - TLS)Bei Patienten, die die subkutane Injektion von Lunsumio erhielten, wurde über TLS berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Vor der Verabreichung subkutaner Injektionen von Lunsumio müssen die Patientenausreichend hydriert sein. Bei Bedarf ist den Patienten eine prophylaktische urikostatische Therapie(z. B. Allopurinol, Rasburicase) zu verabreichen. Die Patienten sind auf Anzeichen oder Symptomeeines TLS zu überwachen, insbesondere Patienten mit hoher Tumorlast oder schnell proliferierenden
Tumoren sowie Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die klinische Chemie der Patienten istzu überwachen und auffällige Laborwerte sind umgehend zu behandeln.
ImmunisierungLebendimpfstoffe und/oder attenuierte Lebendimpfstoffe dürfen nicht gleichzeitig mit der subkutanen
Injektion von Lunsumio verabreicht werden. Es wurden keine Studien mit Patienten durchgeführt, diekurz vorher Lebendimpfstoffe erhalten haben.
PatientenpassDer verschreibende Arzt muss mit dem Patienten die Risiken der Therapie mit Lunsumio besprechen.
Dem Patienten ist ein Patientenpass auszuhändigen und er ist anzuweisen, diesen stets bei sich zutragen. Der Patientenpass beschreibt die üblichen Anzeichen und Symptome eines CRS und eines
ICANS und enthält Anweisungen, wann ein Patient ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält Polysorbat 20. Jede Durchstechflasche Lunsumio 5 mg Injektionslösungenthält 0,3 mg Polysorbat 20 und jede Durchstechflasche Lunsumio 45 mg Injektionslösung enthält0,6 mg Polysorbat 20, entsprechend 0,6 mg/ml.
Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Eine vorübergehende klinisch relevante Wirkung auf CYP450-Substrate mit engem therapeutischem
Index (z. B. Warfarin, Voriconazol, Ciclosporin, etc.), kann nicht ausgeschlossen werden, da die
Einleitung einer Behandlung mit der subkutanen Injektion von Lunsumio einen vorübergehenden
Anstieg der Zytokinspiegel verursacht, der eine Hemmung von CYP450-Enzymen bewirken kann. Bei
Einleitung einer Therapie mit der subkutanen Injektion von Lunsumio bei Patienten, die mit CYP450-
Substraten mit engem therapeutischem Index behandelt werden, ist eine therapeutische Überwachungzu erwägen. Die Dosis des Begleitmedikaments ist bei Bedarf anzupassen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit der subkutanen Injektion von
Lunsumio und für mindestens 3 Monate nach der letzten subkutanen Injektion von Lunsumio eineeffiziente Kontrazeption anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten über die Anwendung der subkutanen Injektion von Lunsumio bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien sind hinsichtlich der Reproduktionstoxizität unzureichend (siehe
Abschnitt 5.3). Die subkutane Injektion von Lunsumio wird während der Schwangerschaft und bei
Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kontrazeption anwenden, nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Mosunetuzumab/-Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für
Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen ist während der Behandlungmit der subkutanen Injektion von Lunsumio zu unterbrechen.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität beim Menschen vor. In den 26-wöchigen Toxizitätsstudien mit
Cynomolgus-Affen wurden bei Expositionen (AUC), die mit der Exposition (AUC) bei Patienten, diedie empfohlene Dosis erhielten, vergleichbar waren, keine Beeinträchtigungen der männlichen oderweiblichen Reproduktionsorgane beobachtet.
Lunsumio hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Aufgrund der Möglichkeit des Auftretens eines ICANS besteht bei Patienten, die einesubkutane Injektion von Lunsumio erhalten, das Risiko eines getrübten Bewusstseinszustands (siehe
Abschnitt 4.4). Aufgrund der Möglichkeit des Auftretens eines ICANS sind die Patienten daraufhinzuweisen, beim Autofahren, Fahrradfahren oder beim Bedienen schwerer oder potenziellgefährlicher Maschinen Vorsicht walten zu lassen (oder dies zu vermeiden, falls Symptome auftreten).
Die in diesem Abschnitt beschriebenen Nebenwirkungen wurden im Rahmen der zulassungsrelevantenklinischen Prüfung GO29781 bei Patienten identifiziert, die mit der empfohlenen intravenösen Dosis(n = 218) und der empfohlenen subkutanen Dosis (n = 139) behandelt wurden. Die Patienten hattenein follikuläres Lymphom (51,8 %), ein diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (26,9 %), eintransformiertes follikuläres Lymphom (9,8 %), ein Mantelzell-Lymphom (7,3 %), eine Richter-
Transformation (3,9 %) und andere Histologien (0,3 %). Die mediane Anzahl der subkutanverabreichten Zyklen von Lunsumio betrug 8 (Bereich: 1 - 17), 47,5 % der Patienten erhielten8 Zyklen und 16,6 % erhielten mehr als 8 Zyklen bis zu 17 Zyklen.
Patienten, die die empfohlene intravenöse Dosis (n = 218) und die empfohlene subkutane Dosis(n = 139) erhielten, wurden für diese Sicherheitspopulation zusammengeführt (n = 357). In dieserzusammengeführt Sicherheitspopulation waren die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥ 20 %)
Zytokin-Freisetzungssyndrom, Neutropenie, Ausschlag und Infektionen der oberen Atemwege sowie
Reaktionen an der Injektionsstelle bei Patienten, die mit subkutanem Mosunetuzumab behandeltwurden. Die am häufigsten beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥ 2 %) waren Zytokin-
Freisetzungssyndrom (CRS) (17 % nach ASTCT-Klassifizierungssystem), Fieber (3 %), Sepsis (3 %),
Infektion der oberen Atemwege (3 %) und Pneumonie (5 %). Bei 5,8 % (21/357) der Patienten wurde
Lunsumio aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Bei Patienten, die die empfohlenesubkutane Dosis erhielten (n = 139), waren die Nebenwirkungen, die bei mehr als einem Patientenzum Absetzen führten, COVID-19 1,4 % (2/139) und COVID-19-Pneumonie 3,6 % (5/139).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nachstehend nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeitskategorienaufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die bei mit Lunsumio behandelten Patienten auftraten
Systemorganklasse/bevorzugter Alle Grade19 Grad 3 - 4
Begriff oder Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre ErkrankungenInfektion der oberen Atemwege1 Sehr häufig Häufig
Harnwegsinfektion2 Häufig Häufig
Pneumonie3 Häufig Häufig
Infektion der unteren Atemwege4 Häufig Gelegentlich
Sepsis5 Häufig Häufig
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Tumor Flare6 (Aufflackern der Häufig Gelegentlich
Tumorerkrankung)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsNeutropenie7 Sehr häufig Sehr häufig
Anämie Sehr häufig Häufig
Thrombozytopenie8 Sehr häufig Häufig
Febrile Neutropenie Häufig Häufig
Erkrankungen des ImmunsystemsZytokin-Freisetzungssyndrom9 Sehr häufig Häufig
Hämophagozytische Gelegentlich Gelegentlich
Lymphohistiozytose10,17
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypophosphatämie11 Sehr häufig Sehr häufig
Hypokaliämie12 Sehr häufig Häufig
Hypomagnesiämie13 Häufig Sehr selten
Tumorlysesyndrom Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen14 Sehr häufig Gelegentlich
Schwindelgefühl15 Häufig Sehr selten
Immuneffektorzellen-assoziiertes Häufig Sehr selten
Neurotoxizitätssyndrom16,17
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhö Sehr häufig Gelegentlich
Übelkeit Sehr häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlag18 Sehr häufig Häufig
Pruritus Sehr häufig Sehr selten
Trockene Haut Sehr häufig Sehr selten
Exfoliation der Haut Häufig Sehr selten
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFieber Sehr häufig Häufig
Schüttelfrost Sehr häufig Gelegentlich
Reaktion an der Injektionsstelle Sehr häufig Sehr selten
Untersuchungen
Erhöhte Alanin-Aminotransferase Häufig Häufig
Erhöhte Aspartat-Aminotransferase Häufig Häufig1 Infektion der oberen Atemwege beinhaltet Infektion der oberen Atemwege, virale Infektion der oberen
Atemwege, Nasopharyngitis, Sinusitis, Rhinovirusinfektion, bakterielle Sinusitis, virale Sinusitis, Infektionder Atemwege, COVID-19 und virale Infektion der Atemwege2 Harnwegsinfektion umfasst Harnwegsinfektion, Escherichia Harnwegsinfektion, akute Pyelonephritis3 Pneumonie umfasst Pneumonie und COVID-19-Pneumonie4 Infektionen der unteren Atemwege umfassen Infektionen der unteren Atemwege und Bronchitis5 Sepsis beinhaltet Sepsis, septischen Schock, Bakteriämie, Candida-Sepsis6 Tumor Flare umfasst Aufflackern der Tumorerkrankung, Pleuraerguss, Tumorentzündung und
Flankenschmerz7 Neutropenie umfasst Neutropenie und verminderte Neutrophilenzahl8 Thrombozytopenie umfasst Thrombozytopenie und verminderte Thrombozytenzahl9 Von der American Society for Transplantation and Cellular Therapy10 Hämophagozytische Lymphohistozytose (HLH) umfasst HLH11 Hypophosphatämie beinhaltet Hypophosphatämie und erniedrigten Phosphor im Blut12 Hypokaliämie beinhaltet Hypokaliämie und erniedrigtes Kalium im Blut13 Hypomagnesiämie beinhaltet Hypomagnesiämie und Abnahme von Magnesium im Blut14 Kopfschmerzen beinhalten Kopfschmerzen, Migräne und Beschwerden im Kopfbereich15 Schwindel beinhaltet Schwindel und Vertigo16 In Übereinstimmung mit dem medizinischen Konzept der ICANS gemäß der American Society for
Transplantation and Cellular Therapy und umfasst Verwirrtheitszustand, ICANS, Lethargie,
Enzephalopathie, Bewusstseinsstörung und Gedächtnisstörungen17 Die Berechnung der Häufigkeit basiert auf zusätzlichen klinischen Studien18 Ausschlag beinhaltet Ausschlag, erythematösen Ausschlag, exfoliativen Ausschlag, makulösen Ausschlag,makulo-papulösen Ausschlag, juckenden Ausschlag, pustulösen Ausschlag, Erythem, palmares Erythem,
Dermatitis, akneiforme Dermatitis, Kontaktdermatitis, palmar-plantare Erythrodysästhesie undmorbiliformen Ausschlag19 Unerwünschte Ereignisse von Grad 5 traten nur bei den Arzneimittel Nebenwirkungen (ADR) mit den
Begriffen HLH, Pneumonie, Sepsis und URTI (d. h. COVID-19) bei der subkutanen Injektion von
Mosunetuzumab (jeweils 1) und bei den ADR-Begriffen Pneumonie und Sepsis bei der intravenösen Infusionvon Mosunetuzumab (jeweils 1) auf.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenEin CRS (ASTCT-Grading-System) jeden Grades trat bei 26 % (36/139) der Patienten auf, die mittelssubkutaner Injektion von Lunsumio behandelt wurden, wobei Grad 2 bei 7,2 % und Grad 3 bei 1,4 %der Patienten auftrat.
Ein CRS jeglichen Grades trat bei 15,8 % der Patienten nach Tag-1- Dosis von Zyklus 1 auf; bei11,7 % nach Tag-8-Dosis von Zyklus 1; bei 2,2 % nach der Tag-15-Dosis von Zyklus 1; bei 0,8 % der
Patienten trat es nach Zyklus 2 und bei 0 % in Zyklus 3 und weiteren Zyklen auf. Die mediane Zeit biszum Auftreten des CRS ab dem Beginn der Verabreichung betrug an Tag 1 von Zyklus 117,62 Stunden (Bereich: 7,2 - 33,4 Stunden), an Tag 8 von Zyklus 1 51,5 Stunden (Bereich:30,3 - 112,5 Stunden), an Tag 15 von Zyklus 1 46,7 Stunden (Bereich: 23,2 - 61,5Stunden) und an
Tag 1 von Zyklus 2 34,85 Stunden (Bereich: 34,8 - 34,8 Stunden). Das CRS klang bei allen Patientenab, und die mediane Dauer der CRS-Ereignisse betrug 2 Tage (Bereich: 1 - 15 Tage).
Von den 36 Patienten, bei denen ein CRS auftrat, waren die häufigsten Anzeichen und Symptomeeines CRS Pyrexie (97,2 %), Hypotonie (22 %), Hypoxie (19,4 %), Schüttelfrost (13,9 %),
Kopfschmerzen (11,1 %) und Tachykardie (11,1 %).
Zur Behandlung eines CRS wurden bei 12 % der Patienten Tocilizumab und/oder Corticosteroideeingesetzt: 5,7 % erhielten Tocilizumab allein, 4,3 % erhielten Corticosteroide allein und 1,4 %erhielten sowohl Tocilizumab als auch Corticosteroide. Patienten mit CRS Grad 3 erhielten
Tocilizumab, Corticosteroide, Vasopressoren und/oder Sauerstoffergänzung.
Zu Krankenhausaufenthalten aufgrund eines CRS kam es bei 11,5 % der Patienten und die mediane
Dauer des Krankenhausaufenthalts aufgrund von schwerwiegenden CRS-Ereignissen betrug 4,0 Tage(Bereich: 1 - 34Tage).
NeutropenieEine Neutropenie jeglichen Grades trat bei 26,1 % (93/357) der Patienten auf, die mit einerintravenösen Infusion oder subkutanen Injektion von Lunsumio behandelt wurden, von denen 22,7 %
Ereignisse vom Grad 3 - 4 hatten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der ersten
Neutropenie/erniedrigten Neutrophilenzahl betrug 50 Tage (Bereich: 1 - 280 Tage), mit einermedianen Dauer von 8 Tagen (Bereich: 1 - 487 Tage). Von den 93 Patienten, bei denen es zu einer
Neutropenie/verringerten Neutrophilenzahl kam, erhielten 68 % (63/93) zur Behandlung der
Ereignisse Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor (granulocyte colony stimulating factor - G-
CSF).
Schwerwiegende InfektionenBei Patienten, die mit einer intravenösen Infusion oder subkutanen Injektion von Lunsumio behandeltwurden, traten bei 17 % (60/357) der Patienten schwerwiegende Infektionen jeden Grades auf. Beifünf (1,4 %) der Patienten traten gleichzeitig mit einer Neutropenie vom Grad 3 - 4 schwerwiegende
Infektionen auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der ersten schwerwiegenden Infektion betrug92 Tage (Bereich: 1 - 408 Tage), wobei die mittlere Dauer bei 15,5 Tagen (Bereich: 2 -174 Tage) lag.
Bei 2,5 % (9/357) der Patienten traten Ereignisse vom Grad 5 auf, darunter COVID-19-Pneumonie,
COVID-19, Pneumonie, septischer Schock und Sepsis.
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom
Über eine breitere Population klinischer Studien hinweg trat ein Immuneffektorzellen-assoziiertes
Neurotoxizitätssyndrom (immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome - ICANS) bei 2,1 %(20/949) der Patienten auf, 19 Patienten hatten Ereignisse von Grad 1 - 2 und 1 Patient hatte ein
Ereignis von Grad 3. Die Mehrzahl der Ereignisse trat während des ersten Behandlungszyklus auf. Diemeisten Fälle klangen ab. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des Ereignisses ab der ersten Dosisbetrug 17 Tage (Bereich: 1 - 48 Tage). Die mediane Dauer betrug 3 Tage (Bereich: 1 - 20 Tage). Eine
Bewertung der Immuneffektorzellen-assoziierten Enzephalopathie (immune effector cell-associatedencephalopathy [ICE]) wurde bei der referenzierten Studienpopulation nicht systematischdurchgeführt.
Tumor Flares
Zu Tumor Flares (einschließlich Pleuraerguss und Tumorentzündung) kam es bei 3,1 % (11/357) der
Patienten, die mittels intravenöser Infusion oder subkutanen Injektionen mit Lunsumio behandeltwurden. Davon hatten 1,4 % Ereignisse von Grad 2 und 1,4 % von Grad 3. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 13 Tage (Bereich: 2 - 84 Tage) und die mediane Dauer 36 Tage (Bereich:15 - 105 Tage).
Tumorlysesyndrom (TLS)Ein TLS trat bei 0,6 % (2/357) der Patienten, die mittels intravenöser Infusion oder subkutaner
Injektion mit Lunsumio behandelt wurden, gleichzeitig mit einem CRS auf. Ein Patient mitfollikulärem Lymphom befand sich in der leukämischen Phase und erlitt ein TLS von Grad 4. Das
TLS trat an Tag 2 und 24 auf und klang innerhalb von 3 bzw. 6 Tagen ab.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Falle einer Überdosierung müssen die Patienten engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen überwacht werden und es muss eine angemessene symptomatische Behandlungeingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Substanzen, andere monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX25
WirkmechanismusMosunetuzumab ist ein bispezifischer, Anti-CD20/CD3-Antikörper, der -T-Zellen veranlasst, sichgegen CD20-exprimierende B-Zellen zu richten. Er ist ein abhängiger Agonist; die gezielte Abtötungvon B-Zellen wird nur bei gleichzeitiger Bindung an CD20 auf B-Zellen und CD3 auf T-Zellenbeobachtet. Das Zusammenwirken beider Arme von Mosunetuzumab führt zur Bildung einerimmunologischen Synapse zwischen einer Ziel-B-Zelle und einer zytotoxischen T-Zelle, und damitzur T-Zell-Aktivierung. Die anschließende gezielte Freisetzung von Perforin und Granzymen aufgrundder T-Zell-Aktivierung durch die immunologische Synapse führt zur Lyse der B-Zellen und damitzum Zelltod.
Lunsumio verursachte sowohl durch intravenöse als auch durch subkutane Anwendung bei der
Mehrzahl der Patienten (95,2 % bzw. 94,1 %) nach dem ersten Anwendungszyklus (bis Zyklus 2,
Tag 1) eine B-Zell-Depletion definiert als eine CD19-B-Zellzahl < 5 Zellen/µl), die während dergesamten Behandlungsdauer erhalten blieb.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitRezidiviertes oder refraktäres B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom
Es wurde eine offene multizentrische Multi-Kohorten-Studie (GO29781) durchgeführt, um Lunsumio
SC bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom zu untersuchen.
In der subkutanen Kohorte mit follikulärem Lymphom (FL) (n = 94) mussten die Patienten mitrezidiviertem oder refraktärem FL (Grad 1-3A) mindestens zwei vorherige systemische Therapienerhalten haben, einschließlich eines monoklonalen Anti-CD20-Antikörpers und eines Alkylans.
Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, aktiven
Infektionen (d. h. chronisch aktive Eppstein-Barr-Virus[EBV]-Infektion, akute oder chronische
Hepatitis C, Hepatitis B, humanes Immundefizienz-Virus [HIV], progressiver multifokaler
Leukenzephalopathie, aktuellem oder früherem Zentralnervensystem[ZNS]-Lymphom oder einer
ZNS-Erkrankung, Makrophagenaktivierungssyndrom/hämophagozytischer Lymphohistiozytose in der Anamnese, früherer allogener
Stammzelltransplantation oder früherer Organtransplantation aus.
Die Patienten erhielten Lunsumio subkutan in einem 21-tägigen Zyklus wie folgt:
* Zyklus 1, Tag 1: 5 mg
* Zyklus 1, Tag 8: 45 mg
* Zyklus 1, Tag 15: 45 mg
* Ab Zyklus 2, Tag 1: 45 mg
Die mediane Anzahl der erhaltenen Zyklen betrug 8. 63 % der Patienten erhielten 8 Zyklen und14,9 % erhielten mehr als 8 Zyklen bis hin zu 17 Zyklen.
Das mediane Alter lag bei 65 Jahre (Bereich: 35 bis 84 Jahre), wobei 50 % > 65 Jahre und 12,8 %≥ 75 Jahre waren. 56 % waren männlich, 85 % waren weiß, 11 % waren asiatisch, 2 % waren schwarz,100 % hatten einen Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-Performance-Status von 0 oder 1und 25 % der Patienten hatten eine 'Bulky Disease“ (große Tumormasse, mindestens eine Läsion> 6 cm). Die mediane Anzahl vorangegangener Therapien betrug 3 (Bereich: 2 - 9), wobei 47 %2 Vortherapien, 19 % 3 vorangegangene Therapien und 34 % mehr als 3 vorangegangene Therapienerhalten hatten.
Alle Patienten hatten zuvor Anti-CD20- und Alkylanzien-Therapien erhalten, 20 % eine autologe
Stammzelltransplantation, 12 % PI3K-Inhibitoren, 16 % eine vorherige Therapie mit Rituximab plus
Lenalidomid und 4 % CAR-T-Therapien. 67 Prozent der Patienten waren refraktär gegenüber einervorherigen Therapie mit monoklonalen Anti-CD20-Antikörpern und 46 % waren refraktär gegenübereiner Therapie mit monoklonalen Anti-CD20-Antikörpern und einem Alkylans. 63 Prozent der
Patienten erwiesen sich als refraktär gegenüber der letzten vorangegangenen Therapie und bei 44 %kam es innerhalb von 24 Monaten nach der ersten systemischen Therapie zur Krankheitsprogression.
Das Hauptziel in dieser Kohorte war der Nachweis der pharmakokinetischen Nichtunterlegenheit(PKNI) der subkutanen Injektion von Lunsumio im Vergleich zur intravenösen Infusion von
Lunsumio, basierend auf den Expositionsendpunkten AUC0-84 Tage, und Ctrough (Zyklus 3). Die Ergebnissezur Wirksamkeit sind in Tabelle 7 zusammengefasst.
Tabelle 7: Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Patienten mit rezidivierendem/refraktärem
FL
Wirksamkeitsparameter Lunsumio subkutane Injektionn = 94
Mediane Beobachtungszeit 20,7 Monate (Bereich 1 - 34 Monate)
Vollständiges Ansprechen (CR), n (%), 55 (58,5)(95-%-KI) (47,9; 68,6)
Objektive Ansprechrate (objective responserate - ORR), n (%) 70 (74,5)(95-%-KI) (64,4; 82,9)
Partielles Ansprechen (partial response - PR) n (%) 15 (16,0)(95-%-KI) (9,2; 25)
Dauer des Ansprechens (duration of n = 70response - DOR)1
Patienten mit Ereignis, n (%) 26 (37,1)
Median, Monate (95-%-KI) 22,4 (16,8; 22,8)
K-M-ereignisfreier Anteil12 Monate 69,9(95-%-KI) (58,5; 81,4)18 Monate 59,6(95-%-KI) (45,8; 73,3)
Dauer des vollständigen Ansprechens (duration of n = 55complete response - DOCR)2
Patienten mit Ereignis, n (%) 19 (34,5)
Median, Monate (95-%-KI) 20,8 (18,8; NE)
K-M-ereignisfreier Anteil12 Monate 72,4(95-%-KI) (59,9; 84,8)18 Monate 65,6(95-%-KI) (51,0; 80,2)
KI = Konfidenzintervall; K-M = Kaplan-Meier; NE = nicht erreicht
Klinischer Datenstichtag: 01. Februar 20241 DOR ist definiert als die Zeit vom ersten Auftreten eines dokumentierten PR oder CR bis zum Eintreten eines
Ereignisses (dokumentierte Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuersteintritt).
2 DOCR ist definiert als die Zeit vom ersten Auftreten eines dokumentierten CR bis zum Eintreten eines
Ereignisses (dokumentierte Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuersteintritt).
Die mediane Nachbeobachtungszeit der DOR betrug 16,0 Monate. Zu den zusätzlichen explorativen
Wirksamkeitsergebnissen gehörten die mediane Zeit bis zum ersten Ansprechen (2,8 Monate, Bereich:1 - 16) und die mediane Zeit bis zum ersten vollständigen Ansprechen (2,9 Monate, Bereich: 1 - 14).
ImmunogenitätDie Immunogenität von Mosunetuzumab wurde mit einem Enzymimmunoassay (enzyme-linkedimmunosorbent assay - ELISA) untersucht. Keiner der 216 für Anti-Wirkstoff-Antikörper (anti-drugantibodies - ADA) auswertbaren Patienten, die in Gruppen D und F der Studie GO27981 einesubkutane Behandlung mit Lunsumio als Monotherapie erhielten, wurde positiv auf Anti-
Mosunetuzumab-Antikörper getestet. Auf Basis der verfügbaren Daten konnte die klinische Relevanzvon Anti-Mosunetuzumab-Antikörpern nicht beurteilt werden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lunsumio eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei reifen
B-Zell-Neoplasien gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
Zulassung unter besonderen BedingungenDieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere
Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agenturwird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich,wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.
Das subkutane Lunsumio Monotherapie-Dosierungsschema mit 5/45/45 mg erwies sich gegenüberdem Lunsumio Monotherapie-Dosierungsschema mit intravenöser Infusion mit 1/2/60/30 mg bei
Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom und ≥ 2 vorangegangenen
Therapien als pharmakokinetisch nicht unterlegen. Das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte(90-%-KI) der subkutanen und intravenösen Anwendung betrug 1,39 (1,20 - 1,61) für CtroughCYC3 OBSund 1,06 (0,92 - 1,21) für AUC0-84.
Ähnlich wie bei der intravenösen Infusion von Lunsumio stieg die pharmakokinetische Exposition beider subkutanen Injektion von Lunsumio über die untersuchten Dosisbereiche annähernddosisproportional an. Im Vergleich zur intravenösen Anwendung behielt die subkutane Anwendungeine hohe relative Bioverfügbarkeit bei und hatte eine langsamere Resorption, was zu einerniedrigeren Cmax, und einer verzögerten Tmax führte.
Nach dem ersten Dosierungszyklus (d. h. 21 Tage) mit Mosunetuzumab erreicht die
Serumkonzentration die Cmax vor dem Beginn von Zyklus 2, Tag 1 des subkutanen Dosierungsschemasmit Mosunetuzumab, mit einer durchschnittlichen Maximalkonzentration von 3,81 µg/ml undeinem %VK von 53,9 %. Die pharmakokinetischen Expositionen sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Expositionsparameter der subkutanen Injektion von Mosunetuzumab
Modellvorhergesagte Modellvorhergesagte Modellvorhergesagte
AUC (Tag µg/ml)1 Cmax (µg/ml)1 C 1trough (µg/ml)
Zyklus 1 (0 - 21 Tage) 36,7 (57,0) 3,81 (53,9) 3,45 (54,1)
Zyklus 2 82,3 (50,9) 5,16 (50,3) 2,52 (55,7)(21 - 42 Tage)
Steady-state2 72,8 (34,5) 4,40 (36,7) 2,41 (34,2)1 Werte sind geometrisches Mittel mit geometrischem VK%.2 Steady-State-Werte wurden in Zyklus 4 (63 - 84 Tage) geschätzt.
ResorptionLunsumio wird subkutan verabreicht. Die Tmax wurde nach etwa 4 bis 7 Tagen erreicht. Die relative
Bioverfügbarkeit (F) des subkutanen Injektionsschemas im Vergleich zum intravenösen
Infusionsschema im Steady State betrug 0,898 (95-%-KI: 0,828 - 0,975).
VerteilungDer Populationsschätzer des zentralen Verteilungsvolumens von Mosunetuzumab betrug 5,49 l beiintravenöser Infusion und subkutaner Injektion von Lunsumio. Da Mosunetuzumab ein Antikörper ist,wurden keine Proteinbindungsstudien durchgeführt.
BiotransformationDer Stoffwechselweg von Mosunetuzumab wurde nicht direkt untersucht. Es ist zu erwarten, dass
Mosunetuzumab wie andere Proteintherapeutika über katabolische Wege zu kleinen Peptiden und
Aminosäuren abgebaut wird.
EliminationAuf Basis einer populationspharmakokinetischen Analyse wurden bei intravenöser Anwendung diemittlere CLss und die Baseline-Clearance (CLBasis) auf 1,08 l/Tag bzw. 0,584 l/Tag geschätzt. Auf
Grundlage von Populationspharmakokinetik-Modellschätzungen wurde die terminale Halbwertszeitfür Mosunetuzumab subkutan im Steady State auf 16,8 Tage geschätzt.
Besondere PatientengruppenBasierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse mit Patienten im Alter von18 - 88 Jahren (n = 228) hat das Alter keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab.
Es wurde kein klinisch bedeutsamer Unterschied in der Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei
Patienten in dieser Altersgruppe beobachtet.
KörpergewichtWie bei anderen therapeutischen Proteinen bestand ein positiver Zusammenhang zwischen dem
Körpergewicht und der geschätzten Clearance und dem Verteilungsvolumen von Mosunetuzumab.
Auf Grundlage einer Expositions-Wirkungs-Analyse und den klinischen Expositionsgrenzbereichen,unter Berücksichtigung der Exposition bei Patienten mit 'niedrigem“ (< 50 kg) oder 'hohem“ (≥ 112kg) Körpergewicht, ist jedoch keine Dosisanpassung aufgrund des Körpergewichts des Patientenerforderlich.
GeschlechtBasierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse ist die Steady-State-Clearance von
Mosunetuzumab bei Frauen geringfügig niedriger (~ 13 %) als bei Männern. Auf Grundlage einer
Expositions-Wirkungs-Analyse ist keine Dosisanpassung aufgrund des Geschlechts erforderlich.
Ethnische ZugehörigkeitDie ethnische Zugehörigkeit (asiatisch vs. nicht-asiatisch) wurde nicht als Kovariate identifiziert, diedie Pharmakokinetik von Mosunetuzumab beeinflusst.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine speziellen Studien durchgeführt, um die Auswirkung einer Nierenfunktionsstörungauf die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab zu ermitteln. Es ist zu erwarten, dass die renale
Elimination von intaktem Mosunetuzumab, einem monoklonalen IgG-Antikörper, gering und vonuntergeordneter Bedeutung ist.
Die pharmakokinetische Populationsanalyse der subkutanen Verabreichung von Mosunetuzumabergab, dass die Kreatinin-Clearance (CrCl) die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab nichtbeeinflusst. Die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei Patienten mit leichter (CrCl 60 bis89 ml/min, n = 92) oder mittelschwerer (CrCl 30 bis 59 ml/min, n = 41) Nierenfunktionsstörung warähnlich wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (CrCl ≥ 90 ml/min, n = 88). Zu Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung (CrCl 15 ml/min bis 29 ml/min) liegen nur begrenztepharmakokinetische Daten vor (n = 1). Daher können keine Dosierungsempfehlungen gegebenwerden. Die subkutane Injektion von Lunsumio wurde nicht bei Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz und/oder Dialysepatienten untersucht.
Patienten mit LeberfunktionsstörungEs wurden keine speziellen Studien durchgeführt, um die Auswirkung einer Leberfunktionsstörung aufdie Pharmakokinetik von Mosunetuzumab zu ermitteln. IgG wird hauptsächlich über denintrazellulären Katabolismus eliminiert und es ist nicht zu erwarten, dass Leberfunktionsstörungen die
Clearance von Mosunetuzumab beeinflussen.
Die pharmakokinetische Populationsanalyse von Mosunetuzumab ergab, dass eine
Leberfunktionsstörung die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab nicht beeinflusst. Die
Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin > ULN bis 1 x ULN oder AST > ULN, n = 35) war ähnlich wie bei Patienten mitnormaler Leberfunktion (n = 191). Die Anzahl der Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin > 1,5 - 3 x ULN, jegliche AST, n = 1) oder schwerer Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin > 3 - 10 x ULN, jegliche AST, n = 2) ist begrenzt.
Kinder und JugendlicheEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei Kindernund Jugendlichen (< 18 Jahre) durchgeführt.
Zu den wichtigsten präklinischen Befunden, die in Studien mit Mosunetuzumab zur Toxizität beieinmaliger und wiederholter Verabreichung über einen Zeitraum von bis zu 26 Wochen festgestelltwurden, gehörten ein vorübergehendes CRS nach der Verabreichung, das hauptsächlich nach derersten Dosis auftrat, vaskuläre/perivaskuläre entzündliche Zellinfiltrate, die vorwiegend im ZNS undseltener in anderen Organen auftraten und wahrscheinlich auf die Freisetzung von Zytokinen und die
Aktivierung von Immunzellen zurückzuführen waren, sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionennach chronischer Verabreichung aufgrund einer anhaltenden B-Zell-Depletion.
Alle Befunde galten als pharmakologisch vermittelte Wirkungen und waren reversibel. In den Studientrat ein einziger Krampfanfall auf, und zwar bei einem Tier mit Cmax-Werten bzw. AUC-Expositionen(zeitlich gemittelt über 7 Tage), die 3,3- bzw. 1,8-mal höher waren als bei Patienten, die in der Studie
GO29781 mit der empfohlenen Dosis und dem empfohlenen Dosierungsschema von Lunsumiobehandelt wurden.
Beeinträchtigung der FertilitätIn eine 26-wöchige Studie zur chronischen Toxizität an geschlechtsreifen Cynomolgus-Affen nachintravenöser Infusion wurde eine Untersuchung der männlichen und weiblichen Reproduktionsorganeaufgenommen. Mosunetuzumab hatte bei Expositionen (Fläche unter der Plasma-
Konzentrationszeitkurve, area under the curve - AUC), die mit der Exposition (AUC) bei Patienten,die die empfohlene Dosis erhielten, vergleichbar waren, keine Auswirkungen auf die männlichen oderweiblichen Reproduktionsorgane.
ReproduktionstoxizitätMit Mosunetuzumab wurden keine tierexperimentellen Studien zur Entwicklungstoxizitätdurchgeführt. Aufgrund der geringen plazentaren Übertragung von Antikörpern während des ersten
Trimesters, des Wirkmechanismus und der verfügbaren Daten zu Mosunetuzumab sowie der Datenzur Klasse der Anti-CD20-Antikörper ist das Risiko einer Teratogenität gering. Studien mit
Mosunetuzumab an nicht trächtigen Tieren haben gezeigt, dass eine anhaltende B-Zell-Depletion zueinem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen führen kann, die zu einem Verlust des Fetusführen können. Ein vorübergehendes CRS in Zusammenhang mit der Verabreichung von Lunsumiokann der Schwangerschaft ebenfalls schaden.
Histidin
Methionin
Essigsäure (zur pH-Anpassung)
SaccharosePolysorbat 20 (E 432)
Wasser für Injektionszwecke
Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen der subkutanen Darreichungsform von Lunsumio und
Polypropylen- oder Polycarbonat-Spritzenmaterial oder Transfer- und Injektionsnadeln aus Edelstahlund Luer-Verschlussstopfen aus Polyethylen beobachtet.
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Vorbereitete SpritzeNach dem Transfer aus der Durchstechflasche in die Spritze sollte die Lunsumio Injektionslösungsofort injiziert werden, da das Arzneimittel keine antimikrobiellen Konservierungsmittel enthält.
Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die Lagerzeiten und -bedingungenbeim Anwender und diese sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, essei denn, die Zubereitung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungenvorgenommen.
Wenn die Injektionslösung von Lunsumio unter kontrollierten und validierten aseptischen
Bedingungen aus der Durchstechflasche in die Spritze überführt wird, kann das Arzneimittel in derverschlossenen Spritze im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C für bis zu 28 Tage lichtgeschützt und/oderbei 9 °C bis 30 °C für bis zu 24 Stunden bei Raumbeleuchtung aufbewahrt werden.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen siehe Abschnitt 6.3.
5 mg Injektionslösung
Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Fluorharz-laminierten Gummistopfen und einem
Aluminiumsiegel mit brauner Flip-off-Kappe aus Kunststoff, die 5 mg Injektionslösung enthält.
Packung mit einer Durchstechflasche.
45 mg Injektionslösung
Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Fluorharz-laminierten Gummistopfen und einem
Aluminiumsiegel mit lavendelfarbener Flip-off-Kappe aus Kunststoff, die 45 mg Injektionslösungenthält.
Packung mit einer Durchstechflasche.
Um Medikationsfehler zu vermeiden, überprüfen Sie die Etiketten der Durchstechflaschen und stellen
Sie sicher, dass es sich bei dem Medikament, das zubereitet und verabreicht werden soll, um
Lunsumio zur subkutanen Injektion und nicht um Lunsumio zur intravenösen Infusion handelt.
Lunsumio enthält keine Konservierungsmittel und ist nur zur einmaligen Entnahme bestimmt. Bei der
Handhabung dieses Arzneimittels ist eine sachgemäße aseptische Technik anzuwenden. Nichtschütteln.
Die subkutane Injektion von Lunsumio muss vor der Anwendung visuell geprüft werden, umsicherzustellen, dass keine Partikel oder Verfärbungen vorhanden sind. Die Durchstechflasche ist zuverwerfen, wenn Partikel vorhanden sind.
Jede Durchstechflasche von Lunsumio ist gebrauchsfertig für eine subkutane Injektion und darf nichtverdünnt werden. Die Lösung zur subkutanen Injektion von Lunsumio sollte mit einer Transfernadelgeeigneter Größe (18 G bis 21 G empfohlen) entnommen werden. Die Transfernadel sollte entferntund eine Injektionsnadel mit geeigneter Größe (25 G bis 30 G empfohlen) aufgesetzt werden. Es solltedie kleinste Spritze verwendet werden, die das Injektionsvolumen genau abgeben kann.
Das Abziehetikett aus der Packungsbeilage sollte auf die Spritze geklebt werden.
BeseitigungDie Freisetzung von Pharmazeutika in die Umwelt ist zu minimieren. Arzneimittel sollten nicht überdas Abwasser entsorgt werden und die Beseitigung über den Hausmüll ist zu vermeiden.
Die folgenden Punkte sind bei der Verwendung und Beseitigung von Spritzen und anderen scharfenmedizinischen Gegenständen unbedingt zu beachten:
* Nadeln und Spritzen dürfen niemals wiederverwendet werden.
* Alle gebrauchten Nadeln und Spritzen müssen in einen Behälter für scharfe und spitze
Gegenstände (durchstichsicheren Einwegbehälter) gegeben werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.